Cinderella – Märchenballett für die ganze Familie im Festspielhaus Baden-Baden

Cinderella ~ Bayerisches Staatsballett ~ Ensemble ~ © Serghei Gherciu

Wie gemacht für die Vorweihnachtszeit: Im Festspielhaus Baden-Baden verzaubert das Bayerische Staatsballett mit „Cinderella“. Das märchenhafte Ballett des britischen Choreographen Christopher Wheeldon auf die Musik Prokofjews ist am 14., 16. und 17. Dezember (jeweils 19.30 Uhr, 17.12. auch 14.00 Uhr) zu erleben. Das einfallsreiche und sehr romantische Handlungsballett für alle Generationen orientiert sich an dem Märchen Aschenputtel der Brüder Grimm sowie an der französischen Version von Charles Perrault. Mit Witz und Phantasie entwickelt sich eine Bühnenhandlung, die sich dem Publikum unmittelbar erschließt.

Über 40 Tänzerinnen und Tänzer in rund 360 Kostümen (Julian Crouch) sind an der aufwändigen Produktion beteiligt. Mit exzellenter Tanzkunst, rauschenden Kostümen und faszinierenden Bühnentricks wird die Geschichte des armen Mädchens mit der bösen Stiefmutter auf der Bühne lebendig. Cinderella vertraut auf die Kraft des Träumens, um ihrem Schicksal eine neue Wendung zu geben. Die Szenen sind aus der berühmten Ballettmusik von Sergej Prokofjew entwickelt, im Festspielhaus wird sie live gespielt von der Philharmonie Baden-Baden.

Magische Natur

Christopher Wheeldons „Cinderella“ ist eine liebenswerte und sehr romantische Ballettversion des alten Märchens Aschenputtel auf die Musik von Sergej Prokofjew. Zahlreiche Tanzschaffende haben sich seit der Uraufführung 1945 mit Prokofjews Musik beschäftigt und eigene Choreographien geschaffen. Die Version von Christopher Wheeldon, die Elemente aus dem Märchen Aschenputtel der Brüder Grimm aufgreift, kam 2012 beim Dutch National Ballet in Amsterdam zur Uraufführung. Neben dem Bayerischen Staatsballett, wo die Inszenierung 2021 zum ersten Mal auf die Bühne kam, wird sie auch beim San Francisco Ballet und beim English National Ballet gezeigt. In einem wandelbaren, erstaunlich leichten Bühnenbild zeigt Wheeldon anfangs nicht nur Cinderellas Kindheit, sondern auch die rebellische Jugend des Prinzen, er bekommt somit mehr Profil als der pure Strahlemann beim Ball. Genau wie in Rossinis Oper „La Cenerentola“ tauscht der Prinz mit seinem Diener die Kleidung, um seine Untertanen unerkannt beobachten zu können.
Die Märchenmagie kommt in Christopher Wheeldons Choreografie aus der Natur, dem immer größer wachsenden Baum, der – wie im Märchen der Brüder Grimm – am Grab der verstorbenen Mutter steht. Seine Figuren wirken nahbarer und menschlicher, selbst eine der beiden Stiefschwestern lernt dazu und ändert sich. Die Heldin ist bei all ihrer Melancholie ein modernes, zupackendes Mädchen. Christopher Wheeldons „Cinderella“ ist eine liebenswerte und sehr romantische Ballettversion des alten Märchens.

Märchenhafte Geschichte

Um die 400 unterschiedliche Versionen soll es vom Aschenputtel-Märchen in den verschiedenen Kulturen der Welt geben, und alle erzählen die Geschichte ein wenig anders. Ob Aschenbrödel oder Cinderella, ob die französische Cendrillon, die italienische Cenerentola, die russische Soluschka: Immer trägt das traurige Mädchen die Asche im Namen, in der seine böse Familie es leben lässt. In allen Kulturen finden sich unterschiedliche Motive im Aschenputtel-Märchen: Einmal steht ihr eine gute Fee bei, ein anderes Mal ihre tote Mutter, mal helfen ihr Vögel beim Sortieren der Körner, dann wieder sind Ratten und Eidechsen ihr Gefolge. Es gibt das Motiv vom Haselnusszweig, den Aschenputtel aufs Grab der Mutter pflanzt, es gibt die Kürbis-Kutsche, in der sie zum Ball fährt; mal ist der Pantoffel aus Glas, dann wieder aus Gold. Die Moral der Geschichte eint die Erzählungen: die Güte des armen Mädchens wird am Ende belohnt.

Musikträume

Der Komponist Prokofiew zeigt in „Cinderella“, was er schon in „Peter und der Wolf“ bewies, nämlich wie großartig er eine Musik komponieren konnte, die ebenso Kinder wie Erwachsene begeistert. Wie „Romeo und Julia“ steigert auch „Cinderella“ den musikalischen Ausdruck bis ins Opernhafte – ist aber gleichzeitig märchenhaft, frech und dabei stets ungeheuer inspiriert.
Prokofjews „Cinderella“-Partitur zeichnet sich durch eine überdimensionierte Besetzung aus. Hier wirkte zusätzlich die russische Tradition nach, in der Pracht der Märchenballette die Macht des Zarenhofes widerzuspiegeln. Prokofjew erweist sich darin als herausragender Melodiker und würdiger Nachfolger Tschaikowskys. Träumen im Theater: Die großen, melancholisch dunklen Orchesterwalzer in „Cinderella“ bilden das musikalische Herz der überreichen Partitur.

Im Vergleich zu anderen Ballettklassikern ist „Cinderella“ ein relativ junges Werk. Das Märchenballett wurde erst 1945 uraufgeführt und es gibt keine „verbindliche“ choreografische Fassung wie bei „Schwanensee“ oder anderen großen Balletten des 19. Jahrhunderts. Jede „Cinderella“ beruht zwar auf dem gleichen Libretto und der deutlich beschreibenden Szenenfolge der Partitur, ist aber anders choreografiert.

Die Winterfestspiele Baden-Baden vom 10. bis 17. Dezember 2023 werden unterstützt durch die EnBW Energie Baden-Württemberg AG.

Weitere Informationen und Tickets: festspielhaus.de
Persönliche Beratung und Reservierung: Tel. 07221 / 30 13 101