„Castor&&Pollux“ – Multimediales Musiktheater im „Heidelberger Frühling“

Heidelberger Frühling (© Heidelberger Frühling)

Uraufführung 2. April 2019 in der Alten Aula der Universität Heidelberg

Das multimediale Musiktheater „Castor&&Pollux“ des Musikfestivals „Heidelberger Frühling“ über Liebe und Unsterblichkeit feiert am Dienstag, den 2. April 2019 um 19.30 Uhr in der Alten Aula der Universität Heidelberg seine Uraufführung. Die größte Eigenproduktion seit Bestehen des Festivals 1997 ist aus dem festivaleigenen „LAB“ entstanden, das seit 2017 jungen Kreativschaffenden Raum für Ideen und Visionen gibt, um die Zukunft der musikalischen Aufführung zu gestalten. Das künstlerische Team setzt sich aus drei Fellows dieses „LABs“ zusammen: Lisa Charlotte Friederich (Libretto, Regie und Konzept), Lukas Rehm Musik (Video und Konzept), Jim Igor Kallenberg (Dramaturgie und Konzept). Ausführende sind ein internationales Vokalensemble und das Instrumentalensemble „The Rossetti Players“ unter der musikalischen Leitung von Barbara Konrad (Konzertmeisterin) und Eugène Michelangeli (Chorleitung und Cembalo). Die Musiker agieren auf einem „4DSOUND“-Raumklangsystem, das eigens in der Alten Aula eingebaut wurde. Sieben Folgeaufführungen finden bis 7. April statt. Im Rahmenprogramm kann das „4DSOUND“-Raumklangsystem tagsüber im „Showroom“ in Aktion erlebt werden, zudem sprechen in „Future Talks“ nach den Aufführungen renommierte Wissenschaftler zu produktionsnahen Themen.

„Castor&&Pollux“ setzt sich durch die Verwebung zweier Mythen – dem der griechischen Antike über die Zwillingsbrüder und dem der futuristischen Utopie des Transhumanismus – mit der Vision der menschlichen Unsterblichkeit auseinander. Die Produktion mit Libretto und Inszenierung von Lisa Charlotte Friederich vereint Auszüge aus der Barockoper „Castor et Pollux“ von Jean-Philippe Rameau mit der Neukomposition von Lukas Rehm. Dessen Videoarbeiten mit monumentalen Bildwelten und Interviewsequenzen zu den Zukunftsprognosen von Ray Kurzweil, dem Entwicklungschef von Google, sind zentraler Bestandteil der Produktion. Ein besonderes Klangerlebnis verspricht das begehbare und interaktive „4DSOUND“-Raumklangsystem, das in der Alten Aula für die Aufführungen eingebaut wurde: Es zeichnet Klänge auf und gibt deren Soundbearbeitungen von Lukas Rehm live wieder. Das Publikum wird insofern Teil der Aufführung, als es sich auf dem Soundsystem bewegen kann und so den Klang beeinflusst. Gemeinsam mit der Dramaturgie von Jim Igor Kallenberg, „The Rossetti Players“ unter der Leitung von Barbara Konrad und Eugène Michaelangeli und einem internationalen Vokalensemble entsteht so auf der Bühne ein multimediales Feuerwerk. Mensch trifft auf Maschine, antiker Mythos auf Posthumanes Zeitalter. Wie wollen wir mit den Errungenschaften der Technologie-Revolution leben, mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz? Wie wollen wir lieben, wenn wir unsterblich sind? Es sind zentrale Fragen über die Zukunft unserer Gesellschaft, die hier im Mittelpunkt stehen.
Kooperationspartner von „Castor&&Pollux“ sind die Universität Heidelberg, die Neuromorphic Computing Platform der Universität Heidelberg, das Spatial Sound Institute Budapest, die Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und das ZKM Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Das Sängerensemble wurde in Zusammenarbeit mit Génération Baroque zusammengestellt, das Instrumentalensemble „The Rosetti Players“ aus Spezialisten der historischen Aufführungspraxis ausgewählt.

Ermöglicht wird „Castor&&Pollux“ durch die SAP SE und den Freundeskreis Heidelberger Frühling e.V.

Aufführungen
Alte Aula der Universität Heidelberg
Dienstag, 2. April, 19.30 Uhr (Uraufführung)
Mittwoch, 3. bis Sonntag 7. April täglich 19.30 Uhr sowie zusätzlich 5. & 6. April, 23.00 Uhr

Vortragsreihe „Future Talks“
Alte Aula der Universität Heidelberg
jeweils nach der Vorstellung ca. 21 Uhr, (außer Di 02. April 19)

Mittwoch 3. April
Christian Vater M.A., Philosophisches Seminar, Universität Heidelberg, „{Singularität} als Konzept und als Mythos der Forschung an Künstlicher Intelligenz“

Donnerstag 4. April
Prof. Dr. Katja Mombaur, Institut für Technische Informatik, Universität Heidelberg, „Künstliche Bewegungsintelligenz für die Roboter der Zukunft“

Freitag, 5. April
Dr. Janina Loh, Technik- und Medienphilosophie, Universität Wien, „Was ist kritischer Posthumanismus?“

Samstag, 6. April
Bruder Paulus, Kapuzinermönch, Kapuzinerkloster Liebfrauen, „Endlich leben. Unendliches Sterben und Ewiges Leben“

Sonntag, 7. April
Dr. Fahim Amir, Philosoph & Künstler, Wien, »Sozialismus mit „nicht-menschlichem Antlitz“

Showroom „Castor&&Pollux“
Alte Aula der Universität Heidelberg
Mittwoch, 3. bis Sonntag, 7. April, jeweils 12 bis16 Uhr

Die Alte Aula öffnet tagsüber ihre Pforten und lädt zur freien Begehung des »4DSOUND«-Systems ein, das einmalig zu Gast in Heidelberg ist. Zu hören und zu sehen sind eigens auf das System programmierte und verräumlichte Klanginstallationen und Videoarbeiten zu »Castor&&Pollux« von Lukas Rehm.

www.heidelberger-fruehling.de