BWM Architekten für die Wiener Staatsoper – Besucherzentrum neu gedacht

Besucherzentrum der Wiener Staatsoper (© BWM Architekten / Severin Wurnig)

Als Sieger eines geladenen Wettbewerbs haben BWM Architekten im Erdgeschoß der weltberühmten Wiener Staatsoper ein neues Besucherzentrum gestaltet. Mit seinem von BWM entwickelten Konzept ist ein wandelbarer Ort entstanden, an dem sich Hochkultur und städtischer Lebensstil gekonnt vermischen.

Das zentrale gestalterische Element ist ein mittig in der historischen Säulenhalle verlaufender 20m langer Tisch. Dieser ermöglicht eine offene Bespielung und Nutzung des Raumes. Tagsüber konzentrieren sich hier Ticket-Verkauf, Service und Information. Mit dem Fortschreiten des Tages verwandelt sich der Raum – gleichsam einer Bühne – in eine elegante Bar für die Wiener Klassikszene.

Auch weil der Kartenverkauf zunehmend im Internet stattfindet, wollten wir die Funktionalität des Tresens weitgehend flexibel und auch für zukünftige Anforderungen möglichst vielseitig einsetzbar gestalten“, erklärt BWM Architekt Johann Moser

Der aus insgesamt drei Teilen bestehende Tisch besticht mit einer Platte aus dunkelgrünem Marmor sowie einem Rock aus Messing im oberen Teil und gebeiztem Eichenholz im unteren Teil. Augenfällig ist hier die gerillte Oberfläche, eine Neuinterpretation der Kanneluren, den senkrechten Rillen der Säulen in der Arkadenhalle. An den Wänden des Besucherzentrums finden sich sogenannte Spion-Spiegel, die optisch den ursprünglichen Spiegeln gleichen. Über dahinterliegende Screens kann bei Bedarf Info-, Bild- und Videomaterial eingeblendet werden.

Ein halbrundes Barelement zur Ausgabe von Getränken und in der gleichen Beschaffenheit wie der Tisch schließt den Raum nach hinten hin ab. Das traditionelle Opernbuffet erfährt dadurch eine natürliche Erweiterung und ermutigt die Gäste auch nach Ende der Aufführung in der Oper zu verweilen. Jeweils den Fenstern zugeordnet bieten Sofas und Sitzbänke in grünem Samt die Möglichkeit für Ruhe und angeregten Austausch. Der gesamte Raum kann auch für das Abhalten von Premierenfeiern oder Vermietungen genutzt werden.

Die Besonderheit des Ortes ergibt sich neben der Verwendung hochwertiger Materialien wie Stein, Messing und Holz auch durch eine je nach Nutzung verstellbare Raumbeleuchtung. Dafür wurde mit Lichtdesigner Christian Ploderer ein geschwungenes Lusterband aus Messing entwickelt, das für Musikalität im Raum sorgt. Mit 270 LED-Lichtrohren aus Mattglas kann die Lichtfarbe nach Belieben verändert und somit für das richtige Ambiente gesorgt werden.

Einen Überblick zur Bandbreite der von BWM Architekten betreuten Projekte findet sich auf der Website des Büros (bwm.at) sowie den Social-Media Kanälen (Instagram, Facebook, Pinterest & Linked-in).

staatsoper.at