Bühnenverein ruft zu Solidarität mit Autor*innen und Komponist*innen auf

Der Ausschuss für Verleger- und Rundfunkfragen zur Notlage der Bühnen- und Musikverlage

Zu den von der aktuellen Krisensituation besonders betroffenen freiberuflichen Künstler*innen gehören auch Theaterautor*innen und Komponist*innen. Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, erklärt dazu:

„So, wie das Theater als Institution im Zentrum der Zivilgesellschaft steht, ist es als Kunstform das Kraftzentrum für viele Künstler*innen der unterschiedlichsten Sparten. Die Situation der Autor*innen und Komponist*innen ist dabei momentan besonders schwierig und fordert unsere Solidarität. Da Theatern und Orchestern zurzeit die Möglichkeit fehlt, Einnahmen zu erzielen, ist den Urheber*innen durch den Wegfall der Tantiemen eine wesentliche Existenzgrundlage entzogen. Ich freue mich deshalb, dass unsere Mitglieder durch den Beschluss des Ausschusses für Verleger- und Rundfunkfragen ein klares und verantwortungsvolles Zeichen des Zusammenhalts innerhalb der Kulturszene gesetzt haben.“

Der Ausschuss für Verleger- und Rundfunkfragen des Deutschen Bühnenvereins hat sich in seiner Mai-Sitzung vor allem mit der Situation der Autor*innen, Komponist*innen und Bühnenverlage in der aktuellen Krisensituation befasst, die durch die behördlichen Auflagen und Schutzvorschriften zur Eindämmung der durch das Corona–Virus (SARS–CoV–2/COVID–19) verursachten Pandemie eingetreten ist.

Autor*innen und Komponist*innen sind auf besondere Art und Weise mit den Theatern und Orchestern verbunden, da ihre Texte und Kompositionen es sind, die in der Regel den Ausgangspunkt eines jeden Konzert- oder Theaterabends darstellen.

Bedingt durch die weitgehende und lang anhaltende Einstellung des Vorstellungsbetriebs an allen Theatern und die zu erwartenden langfristigen Einschränkungen für den Theater- und Konzertbetrieb, geraten auch Autor*innen und Komponist*innen und die Bühnen- und Musikverlage, die für ihre Künstler*innen Verantwortung tragen, in eine schwerwiegende Notlage, da mit dem Wegfall der Einnahmen für die Theater und Orchester auch keine Urheberabgaben mehr gezahlt werden können.

Der Ausschuss für Verleger- und Rundfunkfragen blickt auf diese Entwicklung mit großer Sorge und appelliert deshalb an die Theater und Orchester im Deutschen Bühnenverein, sich solidarisch mit Autor*innen und Komponist*innen zu zeigen und im Rahmen der spezifischen vertraglichen und gesetzlichen Möglichkeiten zu guten und nachhaltigen Lösungen für alle zu gelangen, die ihren wertvollen Beitrag zum Entstehen der Kunstformen Theater und Konzert leisten.

Der Ausschussvorsitzende Markus Dietze (Intendant des Theaters Koblenz) ergänzt: „Durch den regelmäßigen Austausch auf Verbandsebene wissen wir um die enormen Herausforderungen, denen auch die Bühnen- und Musikverlage in der momentanen Situation ausgesetzt sind. Der nachhaltige Schaden, der sich für die Theater und Orchester abzeichnet, bedroht unmittelbar weitere relevante Strukturen und Akteure der deutschsprachigen Kulturlandschaft.“

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