Bühne frei für junge Talente: Die Bachwoche Stuttgart 2023

Bachwoche Stuttgart ~ Ensemble (© Holger Schneider)

Heute veröffentlicht die Internationale Bachakademie Stuttgart das Programm der Bachwoche Stuttgart 2023. Von 19. bis 26. März 2023 bietet das Barockfestival dem internationalen musikalischen Nachwuchs eine Bühne.

»Angekommen: Bachs Visionen« ist die Bachwoche Stuttgart vom 19. bis 26. März 2023 überschrieben. Im Zentrum stehen diesmal der biografische Moment von J.S. Bachs Bewerbung um das Thomaskantorat sowie das Lebensprojekt der h-Moll-Messe.

Die Bachwoche ist ein wohlkomponiertes Barockfestival und bietet zugleich angehenden Profimusikerinnen und -musikern aus aller Welt eine Bühne. In sieben Konzerten sind das Junge Stuttgarter Bach-Ensemble, das Ensemble Ælbgut und die Gaechinger Cantorey zu hören. Öffentliche Proben erlauben Einblicke hinter die Kulissen, Mittagsmusiken, Vorträge und ein musikalisch gestalteter Gottesdienst ergänzen das Programm, das wieder in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und der Stiftsmusik Stuttgart durchgeführt wird.

80 Euro kostet der Festivalpass für sämtliche Konzerte, die auch einzeln besucht werden können. Der Eintritt zu den übrigen Angeboten ist frei.

Ganz jung war Johann Sebastian Bach nicht mehr, als er sich mit 37 Jahren um die Stelle als Thomaskantor in Leipzig bewarb – von heute aus gesehen ein Glücksfall für die Musikgeschichte, in puncto Karriere aber eher ein Rückschritt für den Köthener Hofkapellmeister. Im Februar 1723 bewarb er sich mit zwei Probekantaten in Leipzig, im Mai übernahm er dort die Stelle von Johann Kuhnau, nachdem seine Mitbewerber Georg Philipp Telemann und Christoph Graupner abgesagt hatten. Damit ist die Stuttgarter Bachwoche 2023 zugleich Präludium zum Kantatenprojekt »Vision.Bach«: Von Mai 2023 bis Juni 2024 wird die Gaechinger Cantorey unter Hans-Christoph Rademanns Leitung den gesamten ersten Leipziger Kantatenjahrgang zur Aufführung bringen – genau 300 Jahre nach dem historischen Ereignis. Vision blieb für Bach selbst seine h-Moll-Messe, deren Entstehung ihn mehr als zwei Jahrzehnte begleitete, ohne dass er zu Lebzeiten eine Gesamtaufführung erlebt hätte.

Talentförderung

Zu einer vorbereitenden Studienwoche kommen bereits ab dem 11. März siebzig bis achtzig junge Gesangssolistinnen, Chorsänger und Orchestermusikerinnen aus aller Welt in der Landesakademie Ochsenhausen zusammen. Meisterkurse in Gesang halten Dame Emma Kirkby, Alex Potter, Marie Henriette Reinhold, Werner Güra und Peter Harvey. Orchesterspiel auf Barockinstrumenten lehren Xenia Löffler, Hans-Martin Rux-Brachtendorf, Stephan Mai und Joseph Crouch. Choreinstudierung und Orchesterleitung des Jungen Stuttgarter Bach Ensembles (JSB-Ensemble) liegen in den Händen von Kathy Saltzman Romey, die Gesamtleitung hat Hans-Christoph Rademann.

Konzerte

Im Eröffnungskonzert am 19. März in der Stiftskirche verbindet die Gaechinger Cantorey die höfische Orchestersuite C-Dur BWV 1066 mit den beiden Bewerbungskantaten BWV 22 und 23. Das traditionelle Festkonzert zu Bachs Geburtstag am 21. März, ebenfalls in der Stiftskirche, gestaltet das junge Dresdner Ensemble Ælbgut mit Musik von Kuhnau, Telemann und Graupner. Open Stage heißt es bei den Werkstattkonzerten am 20. und 22. März in der Musikhochschule: Die Solistinnen und Solisten der Meisterkurse und die Mitglieder des JSB-Ensembles präsentieren sich in Lied-, Chor- und Kammermusikformationen, unter anderem mit Barockmusik aus Nordamerika. Unterschiedliche Entstehungsstufen des Credos aus der h-Moll-Messe werden in weiteren Werkstattkonzerten am 23. und 24. März vorgestellt, bevor im Abschlusskonzert am 25. März die h-Moll-Messe mit dem JSB-Ensemble unter Leitung von Hans-Christoph Rademann als Ganzes erklingt. Die Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr, am 21. März um 19.30 Uhr.

Rahmenprogramm

Am 19. März um 18 Uhr eröffnet Dr. Andreas Bomba die Bachwoche Stuttgart 2023 mit einem einführenden Vortrag im Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss. Täglich von Montag bis Freitag, 20. bis 24. März, verbinden sich in der Musikhochschule Musikgenuss und Erkenntnisgewinn: Die öffentlichen Proben beginnen jeweils um 10 Uhr und um 15.30 Uhr. Um 14 Uhr bieten Studierende der Abteilung für Orgel und historische Tasteninstrumente unter Leitung von Prof. Jörg Halubek Mittagsmusiken im Konzertsaal, bevor um 17.45 Uhr Prof. Dr. Silke Leopold, Prof. Dr. Stefan Klöckner und weitere Gäste über »Bach und Mitteldeutschland«, »Bach und die Gregorianik« sowie verwandte Themen sprechen, die mit dem jeweils folgenden Konzert in Zusammenhang stehen. Zum Abschluss am 26. März führt das JSB-Ensemble um 10 Uhr Teile der h-Moll-Messe im Gottesdienst in der Stiftskirche auf.

Karten und Auskunft: Tel. 0711 / 619 21 61 und easyticket.de

Weitere Informationen: bachakademie.de