Bregenzer Festspiele: „Rigoletto“ entsteht ~ Kostüm- und Requisitenverkauf ~ „Einblick 2“ – Die Künstlerin Flaka Haliti

Rigoletto Motiv Bregenzer Festspiele 2019 (© Bregenzer Festspiele / moodley)

Bregenz, 4.10.18. Vom Carmen-Bühnenbild ist nichts mehr übrig. Nur der sogenannte Betonkern liegt regungslos im Wasser. Eine Art Seebühnen-Keller und Innerstes des Inneren, in dem sich Technikräume, Toiletten und Künstlergarderoben befinden. In zwei Wochen beginnen die ersten Rigoletto-Arbeiten, auch wenn davon zunächst wenig sichtbar sein wird.

Neben dem Betonkern dienen etliche Holzpfähle als Bühnen-Fundament. Erfahrene Festspieltechniker schwören auf Nordhang-Fichten, die langsam gewachsen und daher besonders widerstandsfähig sind. In der zweiten Oktoberhälfte rammt ein Arbeitskahn die ersten Rigoletto-Pfähle bis zu fünf Meter tief in den Bodenseegrund.  

Direkt auf dem Betonkern entsteht ab Dezember ein Stahlgerüst, das als Unterbau für die eigentliche Bühnenkulisse dienen wird. Doch bis sich Bühnenbild-Konturen erahnen lassen, dauert es noch einige Wochen. „Voraussichtlich Ende Januar werden erste Teile des Bühnenbildes erkennbar sein“, erläutert Gerhard Gridling. Der Bühnenbau-Leiter der Bregenzer Festspiele ist einer der wenigen Eingeweihten, die das Bühnenbild bereits im Modell und als Computer-Grafik kennen. Für die Technikplanung zu Rigoletto gibt’s sogar eine wesentliche Neuerung.  

„Wir können das Bühnenbild nicht nur am Computer-Bildschirm anschauen, wie das in den Vorjahren der Fall war, sondern auch die Regie-Abläufe und Bühnenbild-Bewegungen sichtbar machen“. Damit kennt Gridling die Inszenierung in ihrem groben Ablauf also bereits lange bevor der Regisseur mit den Proben auf der Seebühne begonnen hat. Das erstmals verwendete Verfahren erhöht die Planungszuverlässigkeit, macht mögliche Ungenauigkeiten sichtbar – und schließt Kollisionen aus. Ja, richtig: Kollisionen.

„Auf der Seebühne kommen oftmals bewegliche Bühnenteile zum Einsatz, so auch bei Rigoletto. Um frühzeitig und damit kostensparend zu erkennen, ob sich diese Teile gegenseitig behindern im Bewegungsablauf, sehen wir uns die jeweiligen Szenen am Bildschirm an, können also optische Kollisionsprüfungen vornehmen“. Präzision hat Vorfahrt. Im April soll Richtfest gefeiert werden, die Proben für die Verdi-Oper starten Anfang Juni, Premiere ist am 17. Juli. Dann sieht Gerhard die Inszenierung von Philip Stölzl erstmals live, in echt, ohne Computer-Bildschirm. Ein großer Moment, voll Emotion und ohne Kollisionen.

Übrigens, Spaziergänger können die Baustelle im Bodensee von der meistens geöffneten See-Tribüne aus beobachten. Wer’s warm von zu Hause aus mag, klickt die Webcam ( http://bregenzerfestspiele.com/de/webcam) an.

Die Bregenzer Festspiele 2019 finden von 17. Juli bis 18. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.


Festspiele räumen Fundus für „Rigoletto“ ~ Kostüm- und Requisitenverkauf am 2. und 3. November
Bregenz, 4.10.18. Die zwei aus dem Bodensee emporragenden Riesenhände sind unwiderruflich Geschichte. In Kürze beginnen die ersten Unterwasserarbeiten für das nächstjährige Spiel auf dem See Rigoletto. Und auch abseits der Seebühne macht sich die Festspielsaison 2019 bereits bemerkbar. Um Platz im Fundus zu schaffen, laden die Bregenzer Festspiele zum traditionellen Kostüm- und Requisitenverkauf ins Festspielhaus Bregenz.

Am Freitag und Samstag (2. und 3. November jeweils ab 9:00 Uhr) können Laienschauspieler, Opernfans und Faschingsnarren nach Herzenslust stöbern und oftmals zum Schnäppchenpreis Bekleidung, Perücken und technische Ausrüstung vergangener Opernaufführungen erwerben.

Begehrteste Originale werden wohl das Carmen-Kleid und die Torero-Ensembles sein. Ebenfalls kommen Höhepunkte vergangener Sommer auf die Kostümstangen, etwa Kostüme von Beatrice Cenci, Der Barbier von Sevilla, Die Zauberflöte, Turandot . Neben zauberhaften Requisiten wird außerdem auch der überdimensionale Carmen Ring verkauft.

Das Angebot ist gültig, solange der Vorrat reicht. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bregenzer Festspiele GmbH.

Die Bregenzer Festspiele 2019 finden von 17. Juli bis 18. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.

Kostüm- und Requisitenverkauf der Bregenzer Festspiele:
Freitag, 2.11.18, von 9:00 bis 18:00 Uhr
Samstag, 3.11.18, von 9:00 bis 17:00 Uhr
Festspielhaus Bregenz

„Einblick 2“ – Die Künstlerin Flaka Haliti ~ 21. November 2018 – 19 Uhr, Kunsthaus Bregenz
Bregenz, 4.10.18. Eine neue Oper entsteht, und dem Publikum wird ermöglicht, diesen Prozess mitzuerleben. Ideen werden geschmiedet, verworfen und entwickelt. Mehrere Jahre stehen die beteiligten Künstlerinnen und Künstler in intensivem Austausch miteinander. In Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz veranstalten die Bregenzer Festspiele mehrmals im Jahr Einblicke in diesen kreativen Prozess.

Für das aktuelle Projekt arbeitet der im Bregenzerwald geborene und in Berlin lebende Komponist Alexander Moosbrugger mit der bildenden Künstlerin Flaka Haliti zusammen. Haliti wurde im Kosovo geboren und lebt in München. Ihre Arbeiten waren bisher unter anderen im mumok, Wien, in der Kunsthalle Wien, der Kunsthalle Lingen, der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, am ZKM Karlsruhe sowie auf den Biennalen in Moskau und Venedig zu sehen. Im Frühjahr 2018 bespielte sie die KUB Billboards an der Seestraße in Bregenz.

In diesem Einblick steht Flaka Halitis Arbeit im Mittelpunkt. Wie lässt sich ihre Arbeitsweise beschreiben? Was erwartet und erhofft sie sich von der Zusammenarbeit im Opernatelier? Zu welchen Ideen inspiriert sie der Stoff, den Alexander Moosbrugger als Grundlage für die Oper vorgeschlagen hat? Es ist eines der faszinierendsten und zugleich rätselhaftesten Bücher der Welt, Hypnerotomachia Poliphili, vermutlich von dem Dominikaner Francesco Colonna geschrieben und 1499 zum ersten Mal in Venedig gedruckt. Das Werk spielt mit mehreren Sprachen, entführt beim Lesen in kolossale Gebäude und Parkanlagen, die auch in zahlreichen eingefügten Holzschnitten sichtbar werden. Die Liebe der Hauptfigur Poliphilo zu Polia beschreibt auch die Liebe zur Sprache selbst und zu dem Rätsel unserer Wahrnehmung, in der sich Träume und Wirklichkeiten vermischen.