Bregenzer Festspiele: Manege frei für einen Riesenkopf ~ »Rigoletto«-Kulisse nimmt Gestalt an

Bregenzer Festspiele: TV- und Fototermin in Hard (Vorarlberg; 18.01.19) ~ v.l.n.r.: Axel Renner (Pressesprecher Bregenzer Festspiele), Susanna Boehm (Ausstattungsleiterin Bregenzer Festspiele), Wolfgang Urstadt (Technischer Direktor Bregenzer Festspiele), Elisabeth Sobotka (Intendantin Bregenzer Festspiele) und Frank Schulze (Kascheur la mimesi) © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Bregenz, 18.1.2019. Während auf der Baustelle im Bodensee die Kulisse für Rigoletto erste Formen annimmt, tüfteln Techniker auch außerhalb des Festspielgeländes an verschiedenen Bühnenbild-Teilen. Stück um Stück werden die Technik-Elemente dann zur Seebühne transportiert und wie ein kunstvolles Mosaik zu einem großen Ganzen zusammengefügt.

Wenige Kilometer von Bregenz entfernt, entstehen in der Vorarlberger Gemeinde Hard in einer angemieteten Stahlbauhalle nahezu 14 Meter hohe Kulissenteile für die erstmals auf der Seebühne gezeigte Oper von Giuseppe Verdi.


Bregenzer Festspiele: TV- und Fototermin in Hard (Vorarlberg; 18.01.19)
© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Ein sehr schwerer Kopf
Aus Fassadenputz, Styropor und Farbe lässt Frank Schulze seit Oktober einen Riesenkopf entstehen, dessen Gesicht an einen Clown erinnert. Ebenso modelliert der Theater-Bildhauer zwei zugehörige, bis zu fast 12 Meter hohe Hände. Die Unterkonstruktion besteht jeweils aus Stahl und Holz. Allein an der Herstellung des 35 Tonnen schweren Kopfes sind insgesamt 12 Firmen beteiligt. Inklusive Unterkonstruktion und Befestigung auf der Seebühne wiegt der Kopf 140 Tonnen.

Auf dem Wasserweg zur Seebühne
Ende Jänner verladen Transportspezialisten die rechte Hand zunächst auf einen LKW, der sie zum Festspielhaus bringt. Von dort geht es per Boot weiter zur Seebühne. Es folgt die linke Hand eine Woche später. Der riesige Kopf wird in vier Teile zerlegt und zunächst ans Fußacher Bodensee-Ufer gebracht, um von dort per Boot auf dem Wasserweg seine Reise zur Seebühne anzutreten.


Bregenzer Festspiele: TV- und Fototermin in Hard (Vorarlberg; 18.01.19)
© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Wesentliche Bühnenteile, aber nicht die einzigen
Die drei überdimensionalen Körperteile sind zwar wesentliche, aber nicht die einzigen Elemente des neuen Bühnenbildes. Die Rigoletto-Kulisse besteht aus weiteren Teilen, die ebenso voraussichtlich in den kommenden Wochen auf der Seebühne montiert werden sollen. Das Festspiel-Werbemotiv für Rigoletto mit einer Collage aus angedeutetem Zirkuszelt, bunten Fähnchen, Clowngesicht mit Rüschenkragen und weiteren Gegenständen könnte jedenfalls einen phantasievollen Hinweis auf das Bühnenbild-Aussehen darstellen.

Hydraulikleitungen in der linken Hand
Anlässlich der Programmpräsentation im vergangenen November gab Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl einen Ausblick auf seine Inszenierung und verriet dabei, dass die Konzeption „auch die Verwendung von Kinetik“ vorsähe. Welche Bewegungsabläufe konkret im Bühnenbild stecken, wird voraussichtlich im April erstmals zu entdecken sein. Schon jetzt zu erkennen sind beispielsweise in der linken Hand zahlreiche Hydraulikleitungen, die zu den Fingern führen.


Bregenzer Festspiele: TV- und Fototermin in Hard (Vorarlberg; 18.01.19) ~ v.l.n.r.: Wolfgang Urstadt (Technischer Direktor Bregenzer Festspiele), Susanna Boehm (Ausstattungsleiterin Bregenzer Festspiele), Elisabeth Sobotka (Intendantin Bregenzer Festspiele) und Frank Schulze (Kascheur la mimesi)
© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Rigoletto erstmals auf der Seebühne
Die Oper von Giuseppe Verdi mit ihrer bekannten Arie „La donna è mobile“ steht in den Sommern 2019 und 2020 erstmals auf dem Spielplan der Bregenzer Festspiele. Derzeit sind für die 26 Aufführungen rund die Hälfte der insgesamt 185.000 aufgelegten Rigoletto-Tickets gebucht (inkl. Generalprobe und crossculture night). Es gibt für alle Vorstellungstermine und in allen Kategorien noch Plätze. See-Premiere und Festspielstart ist am 17. Juli, das letzte Spiel auf dem See geht zum Saisonende am 18. August 2019 über die Bühne.

Regie bei Rigoletto führt der 1967 in München geborene Philipp Stölzl, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnen wird. Er machte sich als Regisseur von Musikvideos unter anderem für die Sängerin Madonna einen Namen, bevor er mit Spielfilmen wie Nordwand, Goethe! und Der Medicus für Aufsehen sorgte. Als Opernregisseur inszenierte der gelernte Bühnenbildner unter anderem bei den Salzburger Festspielen, am Theater an der Wien sowie in Berlin an der Deutschen Oper und an der Staatsoper.

Die Bregenzer Festspiele 2019 finden von 17. Juli bis 18. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.