BORIS kehrt an die Staatsoper Stuttgart zurück

Boris ~ Staatsoper Stuttgart ~ Ein Gottesnarr / Der Obdachlose (Petr Nekoranec) mit dem Staatsopernchor Stuttgart und dem Kinderchor der Staatsoper Stuttgart; im Hintergrund Schtschelkalow (Paweł Konik) und Boris Godunow (Adam Palka) ~ Foto: Matthias Baus

Die Staatsoper Stuttgart bringt mit BORIS die Kombination aus Modest Mussorgskis Boris Godunow und Sergej Newskis Secondhand-Zeit zurück auf die Bühne – Gesprächsreihe u.a. mit Sergej Newski und Swetlana Alexijewitsch

Mit BORIS nimmt die Staatsoper Stuttgart eine besondere Produktion aus der Saison 2019/20 wieder auf: Die Kombination von Modest Mussorgskis Boris Godunow mit Sergej Newskis Auftragskomposition Secondhand-Zeit in der Regie von Paul-Georg Dittrich feierte im Februar 2020 ihre Uraufführung und musste aufgrund der Corona-Pandemie bereits nach fünf Vorstellungen eingestellt werden. Ab dem 5. März kehrt das Werk unter der musikalischen Leitung von Titus Engel auf die Opernbühne zurück. Die Titelrolle übernimmt erneut Kammersänger Adam Palka, als Fürst Wassilij Schuiskij gastiert Štefan Margita, der in Stuttgart bereits in Der Prinz von Homburg auf der Bühne stand. Im Unterschied zur Premierenserie übernimmt Ensemblemitglied David Steffens bei der Wiederaufnahme die Rolle des Pimen, der mexikanische Tenor Alberto Robert aus dem Internationalen Opernstudio der Staatsoper Stuttgart ist als Missail / Leibbojar zu erleben. Eine besondere Rolle kommt in Mussorgskis „Volksdrama“ dem Staatsopernchor zu, der an diesem Abend neben dem Zaren Boris eine der zentralen Rollen spielt.

Sergej Newskis Secondhand-Zeit basiert auf Texten der Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, die in ihrem gleichnamigen Roman verschiedene Schicksale in Zeiten politischer Wirren nach der Perestroika abbildet. Bei Newskis Neukomposition handelt es sich um ein Auftragswerk der Staatsoper Stuttgart. In einer bildgewaltigen Inszenierung überkreuzt sich Secondhand-Zeit von 2020 mit Mussorgskis Oper von 1869 über den psychischen Verfall des Zaren Boris. Boris Godunow wird dabei in russischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln gespielt, Newskis Werk erklingt zwischen den einzelnen Mussorgski-Tableaus in deutscher Sprache.

Bereits am 5. März um 15 Uhr gehen Sergej Newski und der Politikwissenschaftler und Historiker Dominik Tomenendal in einem Podiumsgespräch im Opernhaus der Frage nach, wie die Werke mit dem Russland von heute zusammenhängen und wie sich das Land und seine Gesellschaft verstehen lassen. Am 20. März wird in einer weiteren Gesprächsrunde die Autorin Swetlana Alexijewitsch zu Gast sein und über die Situation in ihrer Heimat Belarus sprechen.


BORIS

Von: Modest Mussorgski/Sergej Newski

Wieder an der Staatsoper Stuttgart ab: 5. März 22
Weitere Vorstellungen am 20. / 27. / 30. März
Musikalische Leitung: Titus Engel
Regie: Paul-Georg Dittrich
Bühne: Joki Tewes
Kostüme: Pia Dederichs
Video: Vincent Stefan
Licht: Reinhard Traub
Chor: Manuel Pujol
Kinderchor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Miron Hakenbeck

Besetzung:

Boris Godunow: Adam Palka
Fjodor / Die Aktivistin: Alexandra Urquiola
Xenia / Die Geflüchtete: Carina Schmieger
Xenias Amme / Die Mutter des Selbstmörders: Maria Theresa Ullrich
Fürst Wassilij Schujskij: Štefan Margita
Pimen: David Steffens
Grigori Otrepjew / Der jüdische Partisan: Elmar Gilbertsson
Warlaam: Friedemann Röhlig
Eine Schenkwirtin / Die Frau des Kollaborateurs: Stine Marie Fischer
Ein Gottesnarr / Der Obdachlose: Petr Nekoranec
Der jüdische Partisan (als Kind): Ramina Abdulla-zadè
Der jüdische Partisan (als alter Mann): Urban Malmberg
Missail / Ein Leibbojar: Alberto Robert

Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart


Gesprächsrunde

Russland-Bilder – Von Boris Godunow über die Post-Sowjet-Ära bis ins Russland der Gegenwart
Samstag 5. März, 15 Uhr
Mit Sergej Newski und Dominik Tomendenal
Moderation: Miron Hakenbeck

Gesprächsrunde
Sonntag, 20. März
Mit Swetlana Alexijewitsch und Dominik Tomenendal
Moderation: Miron Hakenbeck
Eintritt frei


Trailer auf YouTube: youtube.com

Weitere Informationen: staatsoper-stuttgart.de