Blitzstart mit »ARISE Grand Show« am Friedrichstadt-Palast Berlin

Von Null auf 100.000 Gäste in 89 Tagen – und 96 Prozent der Gäste im Oktober waren 2G (geimpft oder genesen)

ARISE Grand Show ~ Friedrichstadt-Palast Berlin ~ Szene "It's Time" ~ Foto: Ralph Larmann

17 Monate war der Friedrichstadt-Palast Berlin geschlossen. Seit 7. August spielt er wieder und erhielt gleich zur Wiedereröffnung als bundesweit erstes Theater das TÜV-Qualitätssiegel „Geprüfter Infektionsschutz COVID-19“. Der Neustart ist geglückt, nur 89 Tage brauchte es, bis der Palast 100.000 Gäste in seiner neuen ARISE Grand Show begrüßen konnte.

In Zeiten steigender Inzidenzen und erhöhter Wachsamkeit können für die weitere Perspektive zwei Faktoren von besonderer Bedeutung sein: 1. Der Palast wendet noch das 3G-Modell an, aber bereits 96 Prozent der Gäste waren im Oktober 2G (geimpft oder genesen). 2. In den ersten drei Monaten kam es – bei immerhin 100.000 Gästen – zu keiner einzigen Nachfrage einer Gesundheitsbehörde zur Kontaktverfolgung. Beides lässt darauf schließen, dass Theater keine relevanten Pandemietreiber sind.

Per heutigem 4. November haben 100.000 Gäste die neue ARISE Grand Show gesehen. Weitere 56.767 Tickets sind für die nächsten Monate vorverkauft. Zusammenaddiert haben die Verkäufe und Vorverkäufe einen Kartenwert von 9,6 Millionen Euro, so dass die Produktionskosten der Neuproduktion in Höhe von 11 Millionen Euro bald eingespielt sein können. Im schwierigen Kontext einer Pandemie ist das ein enormer Blitzstart.

Vom 14. bis 31. Oktober hat der Palast anonym erhoben, wie viele Gäste beim Einlass geimpft oder genesen sind (2G) und wie viele eine Testbescheinigung vorzeigen. In insgesamt 15 Stichproben wurden 15.732 Gäste ausgewertet. Von diesen haben 619 eine Testbescheinigung vorgezeigt. Das bedeutet, dass 96,1 Prozent der Gäste 2G (geimpft oder genesen) sind, nur 3,9 Prozent sind getestet.

Außerdem gab es trotz der hohen Anzahl von bisher 100.000 Gästen weder aus Berlin noch dem restlichen Bundesgebiet die Anfrage eines Gesundheitsamtes zur Nachverfolgung von etwaigen Infektionsketten.

Seit Ende August dürfen in Berlin entsprechend dem Hygienerahmenkonzept der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Bühnen, die über eine maschinelle Lüftung verfügen, unter 3G-Bedingungen bis hin zur Vollbelegung verkauft werden. Am Sitzplatz und in der Theatergastronomie an zugewiesenen Plätzen herrscht keine Maskenpflicht. Der Palast nutzt dies und belegt bis zu 1.800 seiner 1.900 Plätze. Die ersten beiden Reihen bleiben freiwillig frei zur klaren Trennung von Cast und Publikum.

Pandemieexperten sagen, dass sich nach 14 Tagen zeigt, welchen Einfluss Maßnahmen auf das Pandemiegeschehen haben. Am 27. August, dem Beginn der Vollbelegungsmöglichkeit ohne Maskenpflicht, lag die Inzidenz in Berlin laut RKI bei 76. Sechs Wochen später am 8. Oktober lag der Wert fast identisch bei 78. Dies zeigt, dass geöffnete Theaterhäuser wie der Palast keinen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Pandemie haben und somit ein Zusammenhang steigender Zahlen nach dem 8. Oktober unwahrscheinlich ist. Gestützt wird dies durch die Tatsache, dass sich die Hygiene-Regeln am Palast nicht mehr verändert haben.

Dass Theater im Rahmen der Pandemie trotz geschlossener Innenräume eher unbedenklich sind, war anzunehmen, da laut wissenschaftlicher Studien hohe Räume in Verbindung mit einer leistungsfähigen Raumlüftung – im Palast Baujahr 2020 – eine sehr hohe Sicherheit geben, auch ohne Abstände und Masken. Dies umso mehr, da das Publikum sitzt und eher still gemeinsam in die gleiche Richtung blickt. Die hohe Impfquote von 96 Prozent innerhalb des 3G-Konzepts verstärkt diese Sicherheitsaspekte noch einmal deutlich, so dass selbst Impfdurchbrüche kaum zum Tragen kämen, wie fehlende Kontaktverfolgungsanfragen durch Gesundheitsämter zeigen.

Jetzt, wo sich alle über 12 Jahren durch Impfung schützen lassen können, haben Pandemiekonzepte aus dem letzten Winter keine Grundlage und Berechtigung mehr. Theater sind keine Pandemietreiber. Die Öffnung ihrer Innenräume im Sommer hat die Inzidenz nachweislich nicht erhöht, also würde ihre Schließung sie auch nicht bremsen. Die enorm hohe Impfquote unserer Gäste zeigt überdies das überdurchschnittliche Verantwortungsgefühl kulturaffiner Menschen. Dass es bei mittlerweile 100.000 Gästen zu keiner einzigen Kontaktverfolgungsnachfrage eines Gesundheitsamtes kam, belegt, dass dies in Anbetracht der hohen Stichprobe kein glücklicher Zufall ist, sondern systemimmanent. Corona wird uns auch in diesem Winter noch beschäftigen, wir werden alle aufmerksam sein müssen, aber meine klare Erwartung an verantwortungsvolle Politik wäre: Legt die Hände bitte an die wahren Wurzeln der Probleme – und nicht an die Kultur.

Intendant Dr. Berndt Schmidt

Den Unwägbarkeiten dieser Zeit begegnet der Palast als staatliches Theater des Landes Berlin mit einem dreifachen Fühl-Dich-sicher-Versprechen: 1. Beim Besuch können die Gäste auf eine leistungsfähige Lüftung und ein TÜV-zertifiziertes Hygienekonzept vertrauen. 2. Bei einem Showausfall erhalten die Gäste ohne Antrag innerhalb von drei Wochen ihr Geld zurück. 3. Falls dem Gast etwas dazwischenkommt, kann er/sie kostenfrei das Ticket bis zu zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn umbuchen oder in einen Gutschein tauschen. Somit sind unsere Gäste in jeder Situation auf der sicheren Seite.

Analog zum Leistungssport wird auf der Bühne der Cast seit Februar wöchentlich zwei Mal PCR-getestet, auch Geimpfte und Genesene. Durch die Testung aller werden auch etwaige Infektionsketten durch Impfdurchbrüche im Keim erstickt. Selbst das Personal im Foyer und hinter der Bühne wird im Palast unabhängig vom individuellen Impf- oder Genesenenstatus im Vorstellungsbetrieb getestet (PCR oder Schnelltests), um auch hier Belegschaft und Gästen besondere Sicherheit zu geben.

Alles zum Fühl-Dich-sicher-Versprechen: palast.berlin

Weitere Informationen zur ARISE Grand Show: palast.berlin

TÜV-geprüftes Hygienekonzept: palast.berlin