»Bilder einer Ausstellung« – Die Augsburger Philharmoniker in Virtual Reality

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Augsburg, 17.03.21 Erstmals seit langem kommen die Augsburger Philharmoniker wieder in großer Besetzung zusammen: Eingespielt wird für das Staatstheater Augsburg ein VR-Erlebnis einer ganz neuen Dimension. Ab dem 19. März wird dafür in der Stadthalle Gersthofen mit einem immersiven Aufnahmeverfahren aufgezeichnet. Im fertigen VR-Film kann das Publikum dann – wenn es zuhause die VR-Brille aufsetzt – verschiedene Perspektiven im Orchester einnehmen und einen dreidimensionalen Klangeindruck genießen.

Modest Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« liegen auf den Notenpulten, wenn am 19. März die Aufnahmen der Augsburger Philharmoniker beginnen. Mit dabei ist dann auch die Projektleiterin für Digitale Entwicklung des Staatstheaters, Tina Lorenz, sowie ein Aufnahme-Team der Heimspiel GmbH, denn gefilmt wird hier für ein musikalisches Virtual Reality-Erlebnis, das dann, wie schon zahlreiche Schauspiel- und Ballett-Inszenierungen, per VR-Brille zum Publikum nachhause kommt.

Die Klangaufzeichnung verantwortet die Tonabteilung des Staatstheater Augsburg, die hier mit einem immersiven Aufnahmeverfahren arbeitet. Dabei wird der Klang an den entsprechenden Positionen in all seinen räumlichen Dimensionen aufgezeichnet, so dass bei der binauralen Wiedergabe über Kopfhörer ein authentischer, dreidimensionaler Klangeindruck entsteht.

Wer den fertigen Musik-Film in 360°-Optik in der VR-Brille erlebt, kann sich mittels Knopfdruck an vier verschiedene Positionen im Orchester zoomen und von dort per Rundum-Blick eine Perspektive einnehmen, wie sie sonst den Mitwirkenden vorbehalten ist: Ob Streicher, Bläser oder Schlagwerk – Instrumentalgruppen, die jeweils gerade das musikalische Geschehen bestimmen, sind zum Greifen nah. Die Musizierenden werden visuell zum Sitznachbar und auch das akustische Erlebnis des Orchesterklangs ist so, wie es an dieser Position hörbar ist.

Im Gegensatz zum realen Konzert ist damit die klangliche Distanz zwischen Publikum und Orchester aufgelöst. Wer die VR-Brille aufhat, ist, ganz nach Wunsch, »mittendrin« oder nimmt die Perspektive des Dirigenten ein und genießt von dessen Pult aus den visuellen und klanglichen Gesamtüberblick.

Diese Erlebnisse greifbarer Nähe bieten auch der Musikvermittlung ganz neue Perspektiven und werden als fester Baustein in das Repertoire der am Staatstheater Augsburg intensiv gepflegten theaterpädagogischen Zusammenarbeit mit Schulklassen aufgenommen. Wie schon bei den bisherigen Virtual Reality-Angeboten können die Schulen VR-Brillen für alle Schüler:innen einer Klasse bestellen, so dass diese sich gemeinsam auf virtuelle Reise ins Orchester begeben und ihre Eindrücke anschließend im Workshop mit einer Theaterpädagogin des Staatstheater Augsburg diskutieren können.

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