Bilanz Tanzkongress 2022 in Mainz – Sharing Potentials

Tanzkongress Mainz ~ Workshop The new institutions ~ © Andreas Etter

Gestern Abend endete der Tanzkongress 2022 in Mainz, veranstaltet von der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz. Unter dem Motto Sharing Potentials trafen sich in den vergangenen vier Tagen 950 Tanzschaffende aus mehr als 70 Ländern im und rund um das Staatstheater Mainz, darunter Tänzer:innen, Choreograf:innen, Probenleiter:innen, Kompanie- und Theaterleiter:innen, Vermittler:innen sowie Produzent:innen.
Für vier Tage wurde Mainz zur internationalen Tanzhauptstadt. Neben dem Fachprogramm für die Kongressteilnehmer:innen gab es auch ein vielfältiges künstlerisches Programm auf den Theaterbühnen und im öffentlichen Raum für alle Tanzinteressierten. Insgesamt wurden mehr als 3.500 Tickets für das Bühnenprogramm verkauft. Performances auf öffentlichen Plätzen in der ganzen Stadt begeisterten viele hundert Mainzer:innen und die Fachbesucher:innen bei freiem Eintritt.

Tanzkongress Mainz
Eröffnung
© Andreas Etter

Die Impulse einer jüngeren Generation Tanzschaffender und die breitere internationale Öffnung des Tanzkongress waren bei der Abschlussdiskussion mit den Teilnehmenden am Sonntagnachmittag deutlich zu spüren. Vor allem Tänzer:innen waren dem Ruf nach Mainz gefolgt und zeigten sich begeistert vom Programm, der Vielfalt der Stimmen, dem gemeinsamen Austausch und der Gastfreundschaft der Mainzer:innen. Im Rahmen der Diskussion äußerten sie ihren Wunsch nach Fortsetzung des Formats Tanzkongress, das nach dem legendären Vorbild der Tänzerkongresse der 1920/30er Jahre seit 2006 von der Kulturstiftung des Bundes unter der Leitung von Hortensia Völckers wiederbelebt wurde und seitdem alle drei Jahre in wechselnden Städten stattfindet.

Tanzkongress Mainz
Workshop hidden potential
© Andreas Etter

19 nationale und internationale Kurator:innen hatten auf Einladung des Teams um Programmleiter Honne Dohrmann und Dramaturgin Ingrida Gerbutavičiūtė die Inhalte von 12 thematischen Modulen entwickelt, überwiegend Veranstaltungen in diskursiven Formaten: Panel-Diskussionen, Vorträge, Open Space, Fishbowl- und Tabletalks, Workshops und Interview-Formate. Zudem wurden 21 von 115 Projektvorschlägen aus Open Calls als Impulse aus der Tanzszene selbst in das Programm aufgenommen. Sechs Fachberaterinnen gaben Input bezüglich Inklusion, Diversität und Nachhaltigkeit.

In den Modulen spielte das Kongressprogramm den Leitgedanken Sharing Potentials aus verschiedenen Blickwinkeln durch: So teilten im Modul Dancers as Experts Tänzer:innen ihre Erfahrungen rund um ihre sich wandelnden Rollen in Arbeitszusammenhängen und kreativen Prozessen; Co-Creating with Communities befragte Formen und Modelle der Kollaboration mit jungen Menschen; Tanz und Digitaler Raum untersuchte die Potenziale der digitalen Medien für die tänzerische Arbeitsrealität. Auf den Prüfstand gestellt und diskutiert wurden in den zahlreichen und vielstimmigen Veranstaltungen des Kongresses bekannte Strukturen ebenso wie auch die neuen Brücken zwischen Repertoiretheatern und freier Szene.

Die Website tanzkongress2022.de ermöglicht auch nach Ende des Tanzkongress Zugriff auf das Veranstaltungs- und Mitwirkendenarchiv. Im über die Website erreichbaren Tanzkongress.NITEhotel sind ausgewählte Programminhalte des Tanzkongress 2022 on-demand dauerhaft verfügbar.

Der Tanzkongress 2022 wurde veranstaltet von der Kulturstiftung des Bundes, in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz und unterstützt durch das Goethe-Institut. Die Kulturstiftung des Bundes wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Das Tanzkongress.NITEhotel wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm tanz digital des Dachverband Tanz Deutschland.