Berliner Ensemble und Komische Oper Berlin starten gemeinsam digitale Transformation

Kooperationsprojekt »Spielräume! Auf der Suche nach digitalen Erlebniswelten« mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes

Spielräume! Seit der laufenden Spielzeit 2020/2021 beschäftigen sich die Komische Oper Berlin und das Berliner Ensemble gemeinsam im Rahmen des Kooperationsprojekts »Spielräume!« mit der digitalen Transformation an ihren Institutionen. ©Moritz Haase

Seit der laufenden Spielzeit 2020/2021 beschäftigen sich die Komische Oper Berlin und das Berliner Ensemble gemeinsam im Rahmen des Kooperationsprojekts »Spielräume!« mit der digitalen Transformation an ihren Institutionen.

Dafür wurden in beiden Häusern zwei neue Projektleitungsstellen geschaffen, die jeweils direkt an die Theaterleitung angeschlossen sind und sowohl das Gemeinschaftsprojekt koordinieren, als auch die digitale Entwicklung an den Institutionen vorantreiben.

»Spielräume!« soll neue Perspektiven eröffnen. Gemeinsames Ziel ist es, unter stetigem Einbezug des Publikums neue spielerische, vermittelnde und künstlerische Formate zu entwickeln, die zum Entdecken, Mitgestalten und Teilhaben einladen. Das auf insgesamt vier Jahre ausgelegte Projekt wird im Rahmen des Programms »Kultur Digital« der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Im gemeinsamen Projekt »Spielräume!« verlassen die Komische Oper Berlin und das Berliner Ensemble die eigene Komfortzone des Analogen und begeben sich ins Digitale, um dort nach Anknüpfungs-, Übertragungs- und Erweiterungsmöglichkeiten der bisherigen Erlebniswelten von Musiktheater und Schauspiel zu suchen. Das Projekt zeichnet sich durch innovative Herangehensweisen und dem Beschreiten neuer Wege aus, die unter anderem interdisziplinäre und kokreative Ansätze sowie iterative und agile Methoden umfassen. Dafür experimentieren die beiden Häuser mit Formaten wie Labs und Game Jams und arbeiten gemeinsam mit Spieleentwickler*innen, Designer*innen und Künstler*innen verschiedenster Disziplinen an ihren digitalen Vorhaben. Sich bewährende Arbeitsweisen aus dem Projekt sollen in den Arbeitsalltag der Institutionen übertragen werden, um so auch über den Projektzeitraum hinaus nachhaltig Wirkung zu entfalten.

Komische Oper Berlin und Berliner Ensemble haben sich bewusst zwei externe Expert*innen als Projektleiter*innen ans Haus geholt: Stefanie Greimel und Joscha Neumann kommen aus den Bereichen Tech, Games und Design und beide vereint ein breites Verständnis innovativer Technologien und die Begeisterung für neue spielerische und immersive Welten. Beide Institutionen begreifen die verschiedenen Hintergründe und Perspektiven der Projektleiter*innen als eine wertvolle Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt mit großer Format- und Themenvielfalt. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Kernteam aus beiden Institutionen wird ein ergebnisoffener Prozess gestaltet, der User-Research, die Erstellung von Prototypen und Testphasen für neue Formate beinhaltet. Technologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Motion Capture, Künstliche Intelligenz (KI) oder interaktive Webprojekte sind dabei nur einige der Ansatzpunkte, die auf ihre Möglichkeiten befragt werden, um neue digitale Erlebniswelten im Theater zu entdecken. Als externer Digitaler Partner unterstützt die Agentur »ignore gravity« die Institutionen auf strategisch-konzeptioneller Ebene.

Über die Projektleiter*innen »Spielräume!«

Stefanie Greimel (Berliner Ensemble) und Joscha Neumann (Komische Oper Berlin) vereint als branchenfremde Expert*innen ein breites Verständnis innovativer Technologien und die Begeisterung für neue spielerische und immersive Welten.
In Stefanie Greimels beruflichem Werdegang lag stets ein kuratorischer Fokus auf medienkünstlerischen, interaktiven Formaten, welchem sie auch in der Konzeption und Produktion medialer Szenographien und immersiver, multimedialer Event- und Brand-Experiences treu blieb. Zudem bieten ihre Ausbildung in Design Thinking und ihre Erfahrungen in der strategischen Beratung von Unternehmen aus dem Tech, Design- und Innovationssektor einen optimalen Ausgangspunkt zur digitalen Transformation im Kultursektor.

Joscha Neumann bringt umfangreiche Erfahrung aus der Games- und Tech-Industrie mit. In den vergangenen Jahren organisierte und kuratierte er als Programm- und Projektmanager zahlreiche Konferenzen, Festivals und Ausstellungen rund um das Thema digitale Spielekultur und Medienkonvergenz. Besonders die gesellschaftlichen und kulturellen Potenziale von Games liegen ihm am Herzen.
Zudem stand er auch immer wieder selbst als Moderator von Gaming Events auf der Bühne.


Sinfoniekonzert mit James Gaffigan und Felix Nickel

Webern, Gulda und Mozart

Einen musikalischen Tapetenwechsel bringt das Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von James Gaffigan am heutigen 9. April ab 20 Uhr in die Wohnzimmer seines Publikums. Im 5. Sinfoniekonzert, welches live aus der Behrenstraße als Stream übertragen wird, zelebrieren drei Werke von Anton Webern, Friedrich Gulda und Wolfgang Amadeus Mozart Veränderung als musikalisches Prinzip auf ihre jeweils ganz eigene Weise. Am Pult steht erstmals an der Komischen Oper Berlin der amerikanische Dirigent und »rising star« James Gaffigan. Den Solistenpart von Friedrich Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester übernimmt Felix Nickel, Solocellist im Orchester der Komischen Oper Berlin.

Der Stream ist kostenlos und nach Ausstrahlung sieben Tage verfügbar.

Programm:
Anton Webern: Variationen für Orchester op. 30
Friedrich Gulda: Konzert für Violoncello und Blasorchester
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur Jupiter

Weitere Informationen zum Programm: komische-oper-berlin.de

Vorerst keine Vorstellungen ~ Auch der Mai ohne regulären Spielbetrieb

Die Komische Oper Berlin wird aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehens bis Ende Mai ihren regulären Spielbetrieb nicht wieder aufnehmen. Ausnahmen werden möglicherweise zwei Vorstellungen der Neuproduktion Der »Zigeunerbaron« in der zweiten Maihälfte sein: Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa prüft die Komische Oper Berlin derzeit, wie die Premiere sowie eine erste Folgevorstellung im Rahmen des Berliner Pilotprojektes »Perspektive Kultur« durchgeführt werden können. Die Termine werden bekannt gegeben, sobald absehbar ist, dass die Lage weitere Planungsschritte zulässt. Die Proben am Haus laufen bis auf weiteres weiter. Ein nochmals überarbeiteter Spielplan für den Monat Juni ist in Vorbereitung.