Barrie Kosky inszeniert Leoš Janáčeks »Das schlaue Füchslein« an der Bayerischen Staatsoper München

© Sebastian Flegl auf Pixabay

Am Sonntag, 30. Januar 2022, 19 Uhr, kommt Leoš Janáčeks Das schlaue Füchslein, in einer Inszenierung von Barrie Kosky und unter der Musikalischen Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla zur Premiere.
Die Dirigentin und Musikdirektorin des City of Birmingham Symphony Orchestras steht erstmals am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Michael Levine entwirft das Bühnenbild und arbeitet zum ersten Mal mit Barrie Kosky im Rahmen dieser Produktion zusammen. Wolfgang Koch gibt als Förster sein Rollendebüt. Angela Brower ist als Fuchs zu erleben.

Janáček kreierte mit dieser Oper eine anrührende und eher unsentimentale Liebesszene für die Operngeschichte. Jedoch spielt diese sich nicht zwischen Menschen ab, sondern zwischen zwei jungen, erotisch unerfahrenen Füchsen.

Leoš Janáček verleiht ihrer Begegnung den unwiederholbaren Zauber des Zum-ersten-Mal. Sein nach einer Bildergeschichte verfasstes Libretto handelt von einer jungen Füchsin, die vom Förster gefangen wird, auf seinem Hof die Hühner zur Revolution aufwiegelt, bevor sie ihnen die Kehle durchbeißt, Reißaus nimmt, den Dachs aus seiner Höhle vertreibt, den Fuchs heiratet, eine unüberschaubare Anzahl von Nachkommen in die Welt setzt und schließlich vom Wilderer erschossen wird.
Die ganze Oper erzählt von der Sehnucht nach einer großen Versöhnung zwischen den Sphären der Natur und der Kultur, die das Werk musikalisch vielschichtig ineinander spiegelt.

Nach seiner letzten Inszenierung für Der Rosenkavalier (2021) an der Bayerischen Staatsoper, kehrt Barrie Kosky für die Regie dieser Produktion bereits für seine fünfte Produktion zurück nach München. In einem Bühnenbild von Michael Levine inszeniert er Janáčeks Oper in drei Akten. Kosky sieht in der Tierfabel die Möglichkeit, die Intelligenz der Umwelt wahrzunehmen. Fernab von einer natürlichen Waldnostalgie interpretiert er die tierischen Aspekte der Oper über Einsamkeit und menschliche Verbindung mit dem Tod, als eine Haltung für Freiheit und Unmoral.
Er erhebt die Metamorphose zum Prinzip seiner Inszenierung und beschwört in traumgleichen Bildern die verwandelnde Kraft der Erinnerung.

„Das Fundament von Janáčeks Stück ist die Natur und die menschliche Beziehung zur Natur. Darum geht es nicht nur in der Handlung, sondern auch in der Musik. Im Theater sehe ich meine Aufgabe als Regisseur nicht darin, ein realistisches Bild von der Natur auf die Bühne zu bringen. Es geht mir darum, eine szenische Metapher zu entwickeln.“

Barrie Kosky

Das schlaue Füchslein

Oper von: Leoš Janáčeks

Premiere an der Bayerischen Staatsoper München: 30. Januar 22 (Nationaltheater)
Einführungsmatinee: 23. Januar 22 (11:00 Uhr)

Musikalische Leitung: Mirga Gražinytė-Tyla
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühne: Michael Levine
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Franck Evin
Chöre: Stellario Fagone
Dramaturgie: Katja Leclerc

Besetzung:

Förster: Wolfgang Koch
Die Frau Försterin: Lindsay Ammann
Der Schulmeister: Jonas Hacker
Der Pfarrer: Martin Snell
Haraschta: Milan Siljanov
Pasek: Caspar Singh
Füchslein Schlaukopf: Elena Tsallagova
Frau Pasek: Mirjam Mesak
Fuchs: Angela Brower
Das junge Füchslein Schlaukopf: Solist des Kinderchors
Frantik: Solist des Kinderchors
Pepik: Solist des Kinderchors
Dackel: Yajie Zhang
Hahn: Armando Elizondo
Schopfhenne: Eliza Boom
Grille: Solist des Kinderchors
Heuschreck: Solist des Kinderchors
Frosch: Solist des Kinderchors
Specht: Yajie Zhang
Mücke: Jonas Hacker
Dachs: Martin Snell
Eule: Lindsay Ammann
Häher: Mirjam Mesak
Junge Füchse: Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

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Bayerischer Staatsopernchor
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