AUS FERNER NÄHE ~ Radiogala in Zeiten der Coronapandemie

Liveübertragung aus dem Opernhaus Chemnitz am 30. Mai 2020, 19.05 bis 22.00 Uhr in Deutschlandfunk Kultur, MDR Kultur und MDR Klassik

© Die Theater Chemnitz

Der Begriff „Geisterspiele“ hat sich vor allem im Bereich des Fußballs seit Ausbruch der Coronapandemie etabliert. Mittlerweile veranstalten auch Kulturschaffende „Geisterpremieren“ oder „Geisterkonzerte“, um mit ihrer Kunst zwar nicht live, aber dennoch voller Herzblut mit ihrem Publikum in Verbindung zu treten und in diesen außergewöhnlichen Zeiten ein Zeichen der Hoffnung und des Miteinanders zu setzen.

Eben jenes wichtige Mit- und Füreinander ist Ausgangspunkt für die Initiative von Deutschlandfunk Kultur, MDR Kultur, MDR Klassik und Die Theater Chemnitz, am 30. Mai 2020, 19.05 bis 22.00 Uhr unter dem Titel „Aus ferner Nähe“ eine recht ungewöhnliche Radiogala zu veranstalten, an der sich inklusive des Gastgebers die knapp 20 mitteldeutschen Musiktheater beteiligen und die live in Deutschlandfunk Kultur, MDR Kultur und MDR Klassik übertragen wird.

„Spontan organisiert, mit Zusagen fast aller mitteldeutschen Häuser innerhalb von 24 Stunden, soll die Gala ein Lebenszeichen des Musiktheaters sein, welches sein Publikum vermisst und gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Es ist eine Gala des Zusammenhalts, die das hörbar macht, was derzeit nicht zu hören ist“, erklärt Patrick Wurzel, Direktor für künstlerische Planung und Betriebsdirektor der Oper Chemnitz.

Jedes der teilnehmenden Musiktheater aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entsendet Künstlerinnen und Künstler in das Opernhaus Chemnitz, die live vor Ort mit einem musikalischen Beitrag aus Oper, Operette oder Musical das reiche Schaffen der mitteldeutschen Musiktheater repräsentieren. Die Bandbreite der Ausschnitte reicht u. a. von Tschaikowskys „Eugen Onegin“, Mozarts „Zauberflöte“, Wagners „Götterdämmerung“ und „Tannhäuser“ über Lehárs „Lustige Witwe“, Jessels „Schwarzwaldmädel“ oder Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ bis hin zu Musical-Ausschnitten aus „Das Licht auf der Piazza“ und „Les Misérables“. Aufgrund der momentan notwendigen Hygienestandards werden die Gesangssolistinnen und -solisten nicht von einem Orchester, sondern von einem Pianisten oder einer Pianistin am Flügel begleitet.

Ergänzt werden die Live-Beiträge mit Einspielungen herausragender Opernaufführungen einzelner beteiligter Theater, die von DLF Kultur und/oder MDR Kultur mitgeschnitten wurden. Durch das Programm führt Dr. Ulrich Ruhnke, Chefredakteur des Magazins OPER!.

Moderiert wird die Sendung von Bettina Volksdorf, MDR Klassik, und Stefan Lang, Deutschlandfunk Kultur. Live im Foyer des Chemnitzer Opernhauses werden sie Interviews mit Entscheidungsträger*innen, Regisseur*innen, Sänger*innen oder auch Vertreter*innen von Medien und Publikumsverbänden führen. Zugesagt haben ihr Kommen bereits die Regisseurin Elisabeth Stöppler, die im vergangenen Jahr mit dem deutschen Theaterpreis DER FAUST für ihre Chemnitzer Inszenierung „Götterdämmerung“ ausgezeichnet wurde, der Generalintendant des Theaters Erfurt Guy Montavon, die Intendanten Kay Kuntze des Theaters Altenburg-Gera sowie Roland May des Theaters Plauen-Zwickau, die Intendantin der Staatsoperette Dresden Kathrin Kondaurow, vom Meininger Staatstheater der Intendant Ansgar Haag und der GMD Philippe Bach, die Musikjournalistin und Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbands Bamberg Monika Beer, der Regisseur Aron Stiehl, die Operndirektorinnen Franziska Severin der Oper Leipzig sowie Anette Leistenschneider des Theaters Nordhausen sowie der Generalintendant des gastgebenden Theaters Christoph Dittrich.

„Das Opernhaus Chemnitz ist seit 1909 ein Kraftquell für alle Menschen der Region, in guten wie in schlechten Zeiten. Für mich kommt diese Energie aus der liebevollen Bindung des Publikums an ‚seine‘ Künstlerinnen und Künstler. Dafür senden wir unser Zeichen“, so Generalintendant Christoph Dittrich.

Die Radiogala „Aus ferner Nähe“ wird im Anschluss in der Mediathek von DLF Kultur und MDR Kultur / MDR Klassik zu hören sein.

theater-chemnitz.de