ATTACCA QUARTET mit neuem Album »Of All Joys«

EINE EINZIGARTIGE INTERPRETATION VON WERKEN DER MINIMAL MUSIC UND DER RENAISSANCE - VERÖFFENTLICHUNG AM 5. NOVEMBER BEI SONY CLASSICAL

© Sony Classical

Mit seinem neuen Album »Of All Joys« bringt das ATTACCA QUARTET aus Brooklyn seine Freude am kreativen Musizieren zum Ausdruck und auch die Begeisterung darüber, wieder persönlich zusammen spielen zu können. Auf dem Album, das bei Sony Classical am 5. November erscheint, interpretieren die vier Musiker auf ganz eigene Weise bedeutende Werke der Minimal Music und Renaissance. Gerade ist die erste digitale Single daraus erschienen: »Weep, O Mine Eyes«. Ihre eigene Version des berühmten Madrigals des englischen Komponisten John Bennet ist ruhevoll und meditativ, die klagenden, melancholischen Streicherklänge evozieren eine tiefe Stille und ein Gefühl der Erhabenheit .

Aus ihrem neuen Album »Of All Joys« – dessen Titel die Adaption eines Textes aus John Dowlands bekanntem Madrigal »Flow My Tears« ist, arrangiert und ebenfalls eingespielt vom Quartett – wurde »Weep, O Mine Eyes« aufgrund seiner Schönheit und musikhistorischen Bezüge als erste Single gewählt: „Vom Madrigal eines Luca Marenzio zu den Werken von Bennet und Dowland wollten wir eine direkte Linie aufzeigen, die mit der Entwicklung der weltlichen Musik einhergeht“, sagt der Geiger Domenic Salerni. „Diese Musik ist nicht weniger vergeistigt oder erleuchtet als Werke, die für den streng kirchlichen Gebrauch geschaffen wurden.“

»Of All Joys« enthält Werke verschiedener weiterer Renaissance-Komponistensowie von Philip Glass und Arvo Pärt. Musikalisches Zentrum des Albums sind dabei die sechs Sätze von Glass’ Drittem Streichquartett »Mishima«, die ihrerseits aus seiner Partitur für Paul Schraders Film von 1985 stammen: Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln. Die Dramatik des Lebens und Todes von Yukio Mishima – der als einer der wichtigsten und einflussreichsten japanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gilt – und wie Philip Glass dazu eine Musik schuf, die in der thematischen Struktur des Films mitschwingt, die aber auch unabhängig davon zu der Art von tiefer Seelensuche führt, zu der »Of All Joys« seine Hörer inspirieren möchte – all das zog das Quartett in seinen Bann.

Das Projekt »Of All Joys« begann damit, dass Amy Schroeder (Geige), Domenic Salerni (Geige), Nathan Schram (Bratsche) und Andrew Yee (Cello) ihre Lieblingsstücke sowohl aus der Minimal Music als auch aus der Renaissance benannten und überlegten, wie moderne Werke mit Musik zusammenhängen, die es schon lange vorher gab. Harmonische Struktur und Instrumentierung der ausgewählten Stücke sind einzigartig, und obwohl einige Werke für Gesang und einige für Streicher geschrieben wurden, ist keines davon ursprünglich als Streichquartett konzipiert worden. „Wir wollen einfach Musik spielen, die wir lieben, ob sie nun für unser Medium geschrieben wurde oder nicht“, sagt Amy Schroeder.

Solche Gegenüberstellungen spiegeln eine der Grundüberzeugungen des Quartetts – dass Musik eben Musik ist. „Wir glauben fest an die Schönheit und Bedeutung von Musik aus allen Epochen“, sagt Schroeder. „Eine musikalische Abstammungslinie ist an sich schon etwas Schönes, und es ist ein einzigartiges Privileg, Einblick in Leben und Kunst einer anderen Zeit als der unseren zu bekommen.“

Daraus ergibt sich ein starkes Gefühl der Ehrfurcht vor jedem der eingespielten Werke, aber auch eine gewisse Frische. Und vor allem Respekt, Bewunderung und Liebe für die Kunst. „In vielerlei Hinsicht macht dieses Album deutlich, warum man sich dafür entscheidet, in einem Streichquartett zu spielen“, meint Amy Schroeder. „Die wunderschönen orgelähnlichen Akkorde und die Reinheit der Harmonie in diesen Stücken sind unglaublich erfüllend, und selbst wenn die Werke manchmal ›traurig‹ klingen, ist es eine wahre Freude, sie zu spielen.“

„Wir hatten das Gefühl, dass wir Werke aufnahmen, die uns irgendwie vorenthalten worden waren. Und Musik hatte uns noch nie zuvor so sehr bewegt, dass wir zwischen den Aufnahmen innehalten und einfach weinen mussten. Hoffentlich haben wir dieses Gefühl der Freude eingefangen, die all das in uns ausgelöst hat“, sagt der Cellist Andrew Yee über »Of All Joys« – schließlich musste das Quartett damit auch eine lange Zeit der Isolation verarbeiten.

„Es geht um die Freude daran, zusammen zu sein und gemeinsam etwas zu schaffen, das schöner ist als das, was man allein hervorbringen kann“, sagt der Geiger Domenic Salerni.

Es ist nicht leicht, all dies durch Musik zu vermitteln, doch »Of All Joys« ist von einer seltenen Tiefe und Feierlichkeit geprägt. Und von Vitalität. Denn die Freude, die in der Gemeinschaft liegt, kann flüchtig sein – »Of All Joys« möchte uns dazu anregen, ihren Wert zu erkennen, wenn sie möglich ist.

Ab 5. November 21 bei Sony Classical


Tracklist

  • 01 Arvo Pärt*1935: Summa (5:44)
  • 02 Luca Marenzio ca. 1553–1599: Solo e pensoso (5:01)
  • 03 John Dowland 1563–1626: Flow My Tears (Lachrimae) (3:55) from the Second Booke of Songs or Ayres (1600)
  • 04 Orlando Gibbons 1583–1625: Fantasia a 6 in D minor (3:45)
  • 05 Philip Glass *1937: String Quartet No. 3 »Mishima«)
    I 1957: Award Montage (4:11)
  • 06 II November 25: Ishigaya (1:21)
  • 07 III 1934: Grandmother and Kimitake (4:12)
  • 08 IV 1962: Body Building (1:41)
  • 09 V Blood Oath (3:16)
  • 10 VI Mishima / Closing (2:57)
  • 11 Gregorio Allegri 1582–1652: Miserere (8:00)
  • 12 John Bennet ca. 1575–ca. 1615: Weep, O Mine Eyes (2:53)
  • 13 Jacobus Clemens non Papa ca. 1510–ca. 1555: Ego flos campi a 7 (4:38)
  • 14 Arvo Pärt: Fratres (11:32)
Attacca Quartet
(© David Goddard)

Attacca Quartet

Amy Schroeder Violine
Domenic Salerni Violine
Nathan Schram Viola
Andrew Yee Cello

ÜBER DAS ATTACCA QUARTET

Das 2003 gegründete Attacca Quartet steht für eine neue Form des Streichquartetts im 21. Jahrhundert. Das New Yorker Ensemble mit Amy Schroeder (Geige), Domenic Salerni (Geige), Nathan Schram (Bratsche) und Andrew Yee (Cello) hat bereits sechs gefeierte Alben eingespielt, darunter Caroline Shaw: Orange. Für letzteres erhielten sie den GRAMMY® Award 2020 in der Kategorie »Best Chamber Music / Small Ensemble Performance«. Von der Musikkritik der New York Times, von Noisey und anderer Zeitungen wurde das Quartett gefeiert, und insbesondere The Nation hob lobend hervor, wie das Attacca Quartet „ästhetisch in der Gegenwart lebt, ohne die Qualitäten der musikalischen Vergangenheit zu verleugnen“. Außerdem traten sie bei den Carnegie Hall Neighborhood Concerts, der Nightcap-Reihe des New York Philharmonic, im Isabella Stewart Gardner Museum, beim White Lights Festival im Lincoln Center und im Miller Theatre mit Caroline Shaw auf.Das Ensemble war u. a. als Julliard’s Graduate Resident String Quartet und als Residenz-Quartett im Metropolitan Museum of Art engagiert und bereits auf vier Kontinenten zu Gast. Darüber hinaus hat das Attacca Quartet mit so renommierten Künstlern wie Björk und James Blake zusammengearbeitet und tritt sogar in dem beliebten Videospiel Red Dead Redemption 2 auf. Sie waren auch auf dem Soundtrack für Amazons Mozart in the Jungle (2016) zu hören. Mit ihrem ersten Album bei Sony Classical, REAL LIFE (2021) verbanden sie modernen Sound mit klassischer Anmutung und überwinden alle Genre- und und Epochengrenzen auf einmal.

attaccaquartet.com / sonyclassical.de