Asad Razas “Absorption” im ehemaligen Allbauhaus in Essen

Raza absorption gropius bau L4 A9714 Copyright Eike Walkenhorst

Urbane Künste zeigt die groß angelegte Installation Absorption des US-amerikanischen Künstlers Asad Raza. Als Beitrag zur kommenden Spielzeit der Ruhrtriennale ist die Arbeit vom 14. August bis 25. September im ehemaligen Allbauhaus in Essen zu sehen.

Erde dringt bis in die hintersten Ecken des geschichtsträchtigen Gebäudes in der Essener Innenstadt. Mit Absorption zeigt Urbane Künste Ruhr eine Arbeit von großer sinnlicher und poetischer Kraft, die das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes am Pferdemarkt einnimmt.

Absorption ist eine Installation, die die verwerteten Materialen veredelt und keinen Abfall produziert, sondern kulturelles und industrielles Wissen in sich und weiter trägt. Erde entsteht als Gemisch aus Sand, Lehm und Kompostanteilen. Diese Basis wird im Vorfeld und während der Ausstellungslaufzeit mit organischer und anorganischer Materie aus dem Ruhrgebiet (beispielsweise Klärschlamm, Altpapier oder Haare) versetzt und durch Bearbeitung und Kompostierung zu neuer Erde – von Raza „Neosoil“ genannt – verarbeitet.

Während des gesamten Ausstellungszeitraums ist ein Team von „Cultivators“ (Kultivator*innen), vor Ort – Menschen aus der Region, die einem Open Call gefolgt waren – das unter wissenschaftlicher Begleitung die Erde ständig filtert, in ihre Bestandteile zerlegt, analysiert und neu zusammen mischt.

Darüber hinaus interagieren die „Cultivators“ mit den Besucher*innen und treten in Austausch über ihre Arbeit. Während der Ausstellungslaufzeit werden sie die neue Erde an Besucher*innen, Kleingartenvereine und soziale Einrichtungen verschenken. Auf Einladung von Asad Raza fügen neben der Klangarbeit Ten Years Alive on the Infinite Plain von Tony Conrad die Künstler*innen Maria Renee Morales Garcia und Agatha Gothe-Snape dem Prozess skulpturale und performative Spannungsmomente hinzu. Frühere Varianten von Absorption wurden beim Kaldor Public Art Project (Sydney, 2019) und im Gropius Bau (Berlin, 2020) gezeigt.

Asad Raza wurde 1974 in Buffalo, USA geboren und ist pakistanischer Herkunft. Oft arbeitet er außerhalb des Museumskontexts oder überführt Dinge und Landschaften in Ausstellungen, die man dort nicht erwarten würde. Wichtig ist ihm dabei ein Dialog mit dem Publikum und die Vermittlung sinnlicher Erfahrungen. Zu seinen früheren Arbeiten gehört unter anderem Untitled (plot for dialogue), für das Raza ein tennisähnliches Spiel in einer entweihten Kirche in Mailand installierte. Root sequence. Mother tongue, erstmals bei der Whitney Biennale 2017 gezeigt, ist ein im Museum angelegter Wald aus sechsundzwanzig lebenden Bäumen, welche von eigenen Betreuer*innen gepflegt wurden.

Ausstellungsprogramm: Artist Talk

9.9., 19 Uhr, ehemaliges Allbauhaus Essen Im Fokus des Gesprächs zwischen Asad Raza und Britta Peters, Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr, stehen nicht nur die prozesshafte Dynamik und die Energiekreisläufe von Absorption, sondern auch die besondere Verbindung zur Geschichte des Ruhrgebiets.

„Neosoil“ für Bochum 23.9., 19 Uhr, Botanischer Garten der Ruhruniversität Bochum

Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Stadt Bochum wird ein Teil der im Rahmen von Absorption erzeugten neuen Erde, von Asad Raza „Neosoil“ genannt, durch die „Cultivators“ als Schenkung in den Botanischen Garten gebracht. Im Gespräch berichten sie von ihrer Bearbeitung der Erde, die organische wie anorganische Materie der Region in sich aufgenommen hat. Der Ort lädt außerdem dazu ein, das allgegenwärtige Material Erde zu exotisieren und zu diskutieren. Der Eintritt ist frei. Für die Ausstellung wurde ein Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt, welches auf die genutzten Räumlichkeiten und die jeweils geltende Corona-Schutzverordnung ausgerichtet ist. Aufgrund eingeschränkter Kapazitäten kann es vor Ort zu Wartezeiten kommen. Aufgrund der weiterhin dynamischen Lage bitten wir, sich vorab online über die aktuellen Besuchsbedingungen zu informieren unter urbanekuensteruhr.de

Ausstellungszeitraum: 14. August bis 25. September 2021

Ort: Pferdemarkt 5-7, 45127 Essen, Erdgeschoss (ehem. Allbauhaus, zukünftiges POHA House Essen)

Soft-Opening 14.8., 12 bis 19 Uhr Wir bitten um Verständnis dafür, dass die Eröffnung aufgrund der dynamischen Lage nicht wie bisher kommuniziert stattfinden kann. Urbane Künste Ruhr öffnet die Türen zu einem Soft-Opening. Im Laufe des Tages werden Asad Raza und Britta Peters vor Ort sein.

urbanekuensteruhr.de