ARTE Concert zeigt am Karfreitag Richard Wagners letzte Oper »Parsifal«

Omer Meir Wellber und Graham Vick am Teatro Massimo

© ARTE G.E.I.E.

In Zeiten geschlossener Opernhäuser bietet das digitale Angebot ARTE Concert OpernliebhaberInnen ein reichhaltiges Alternativ-Angebot. Im Rahmen der europäischen Opernspielzeit Saison ARTE Opera (www.arte.tv/opera) zeigt ARTE Concert am Karfreitag die Oper „Parsifal“ aus dem Teatro Massimo di Palermo, aufgezeichnet im Januar 2020. Unter der Regie von Graham Vick wird Richard Wagners letzte Oper zur Parabel für den Leidensweg derer, die über das Mittelmeer vor Krieg und Elend nach Europa flüchten. Der israelische Dirigent Omer Meir Wellber begeistert als neuer Musikdirektor am Teatro Massimo. Die Produktion wird ab Karfreitag, um 17.00 Uhr bei ARTE Concert mit Untertiteln auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Spanisch europaweit frei verfügbar sein.

König Amfortas liegt in Schmerzen darnieder. Als Hüter des Grals und des Heiligen Speers, der bedeutendsten Reliquien der Passion Christi, ist er der Führer eines Ritterbundes, der sich der Keuschheit und dem Kampf für das Gute verpflichtet hat. In einer Schlacht entwendete ihm der Verführer Klingsor den Speer und schlug ihm eine Wunde, die sich nicht mehr schließen will. Kann Parsifal, der „reine Tor“, den Speer zurückgewinnen und Amfortas von seinem Leid erlösen?

Richard Wagner komponierte Parsifal während eines längeren Aufenthalts in Palermo. Im Januar 2020 kehrte das monumentale Bühnenwerk auf der Bühne des Teatro Massimo in die sizilianische Heimat zurück, neu inszeniert von Altmeister Graham Vick und dirigiert von Omer Meir Wellber, dem seit der Spielzeit 2020 neuen Musikalischen Leiter in Palermo.

„Für mich als Israeli – sagt Wellber – ist Parsifal ein komplexes Thema, und das Teatro Massimo di Palermo in meiner ersten Saison als Musical Director, scheint der richtige Ort zu sein, um sich dem zu stellen. Wir werden einen Anti-Parsifal zeigen: Es ist wichtig, dass wir Wagner heute ‚nur‘ als Komponisten betrachten. Vielleicht als den Größten der Geschichte, aber nicht als Philosophen oder Guru. Wir müssen sein Bild von allen Dingen, die sich in seiner Musik entwickelt haben, klären, damit wir nur das sehen, was er geschrieben hat, und über all die kritischen Strukturen hinausgehen, die im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden.“

Für den 38-jährigen Dirigenten ist die Inszenierung in Palermo eine Chance, Wagner seiner mythisch-religiösen Überhöhung zu entreißen. Die Inszenierung von Vick unterstützt diesen Ansatz und setzt einen für Palermo bedeutenden politischen Akzent. Als der rechtskonservative Innenminister Matteo Salvini die Schließung der italienischen Häfen für Flüchtlingsbote beschloss, widersetzte sich die sizilianische Hafenstadt der Order aus Rom. Die Wagnersche Heilsmythologie wird am Teatro Massimo zur Parabel für den Weg aus dem Kriegsgebiet in die Freiheit.


Seit Montag, dem 30. März 2020 präsentiert ARTE Concert Kulturbegeisterten jeweils um 19.00 Uhr ein tägliches Opern-Rendezvous. Zu sehen sind Höhepunkte aus zahlreichen europäischen Opernhäusern, darunter über die Ostertage etwa Giacomo Puccinis „Turandot“ vom Gran Teatre del Liceu in Barcelona oder Beethovens einzige Oper „Fidelio“ in der Inszenierung von Christoph Waltz aus dem Theater an der Wien (arte.tv/rendezvous-opera).

Richard Wagner: Parsifal
Omer Meir Wellber am Teatro Massimo
Inszenierung: Graham Vick
Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber

Mit: Tómas Tómasson, Alexej Tanovitski, John Relyea, Thomas Gazheli, Julian Hubbard, Catherine Hunold

Choreographie: Ron Howell
Bühnenbild: Timothy O’Brien
Kostüme: Mauro Tinti
Licht: Giuseppe Di Iorio
ARTE, Unitel
Italien 2020, 225 Min.

Der Stream der Oper wird auch nach Karfreitag weiterhin bei ARTE Concert mit Untertiteln auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Spanisch europaweit frei verfügbar bleiben: arte.tv/opera

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