Anne-Sophie Mutter und das Royal Philharmonic Orchestra im Festspielhaus Baden-Baden

Anne-Sophie Mutter (© The Japan Art Association)

Candide-Ouvertüre, Violinkonzert „Anne-Sophie“ und Sinfonische Tänze op 45 von Rachmaninow

Nach ihren ausverkauften und bejubelten Auftritten in den vergangenen Jahren können sich die Gäste des Festspielhauses auf Mitte Mai freuen: Am Samstag, den 14. Mai 2022, wird Anne-Sophie Mutter das Violinkonzert „Anne-Sophie“, ihr Verlobungsgeschenk des amerikanischen Komponisten André Previn, spielen. Mit Leonard Bernsteins „Candide“- Ouvertüre und Sergej Rachmaninows Sinfonischen Tänzen rundet das Royal Philharmonic Orchestra unter Vasily Petrenko das Programm spielerisch ab und verdeutlicht, dass die Künstler dieses Abends den Drahtseilakt zwischen verschiedenen Klangwelten mit virtuoser Leichtigkeit beherrschen.  

Ausnahmesolistin

Aus der Welt der Klassik ist sie nicht mehr wegzudenken: Seit nunmehr 46 Jahren konzertiert Anne-Sophie Mutter in allen bedeutenden Musikzentren und prägt die Klassikszene als Solistin, Mentorin und Visionärin. Die viermalige Grammy-Gewinnerin hat 30 Werke uraufgeführt – neben André Previn, der ihr das im Konzert erklingende Violinkonzert widmete, haben etwa Krzysztof Penderecki, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann und John Williams für sie komponiert.

Zur Verlobung ein Konzert

Der amerikanische Komponist, Pianist und Dirigent André Previn bewunderte die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter schon lange, bevor sie 2002 seine Ehefrau wurde. Sein Verlobungsgeschenk war das kurz zuvor vollendete Violinkonzert „Anne-Sophie“. Die Musik ist dem Naturell der Namensgeberin minutiös angepasst und die Geigenstimme ihrem Spiel abgeschaut, das Werk quasi auf den Leib geschneidert.

Doch das Violinkonzert besitzt zahlreiche Facetten: Neben der Hommage an die Geigerin Anne-Sophie Mutter ist es auch eine Reise in die Vergangenheit des Komponisten. Den Bezug zu Deutschland, wo Previn geboren wurde und Mutter lebt, unterstreicht das in den letzten Satz eingefügte deutsche Kinderlied „Wenn ich ein Vöglein wär‘“. Aus dem ersten Konzertsatz ist die Verehrung der deutsch-österreichischen musikalischen Spätromantik zu hören. An vielen anderen Stellen erleben wir den Stil eines echten Weltbürgers, der sich musikalisch vielseitig inspirieren ließ, so auch von den großen Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts zwischen Jean Sibelius und Dmitri Schostakowitsch.

Bildhaft und tänzerisch

Sergej Rachmaninows „Sinfonische Tänze“ waren ursprünglich für eine Ballett-Aufführung geplant und zwar für den russischen Tänzer und Choreographen Michail Fokine. Dieser hatte zuvor bereits Rachmaninows „Paganini-Variationen“ für Klavier und Orchester vertanzt. Aus dem Ballett wurde dann doch ein Orchesterstück. Darin beweist sich der russische Spätromantiker auch als moderner Komponist, dem die Musik Ravels und Strawinskis vertraut war. Im extrem farbenreich eingesetzten Orchester spielen sogar ein Klavier und ein Saxofon mit. Am Schluss des grandios gesteigerten ‚Totentanzes‘ wird das Motiv mit dem Alleluja-Hymnus aus Rachmaninows österlicher „Nacht-Vigilie“ verknüpft und nach Dur, ins Positive gewendet. Die Auferstehung ist mit dem Tod verbunden: mit dieser christlichen Botschaft endet Rachmaninows letztes, 1940 auf Long Island komponiertes, Werk.

Die beste aller Welten

Die beste aller Welten finden – darum geht es in „Candide“, einer musikalischen Komödie in zwei Akten. 1951 waren die Librettistin Lillian Hellman und Leonard Bernstein darauf gekommen, aus dem Roman von Voltaire ein Musical für den Broadway zu machen. Bernstein gefiel vor allem der philosophische Gehalt und der satirische Witz des Werkes, und er komponierte eine Musik von enormer Vielfalt, in der er auch mit der Nachkriegspolitik der USA abrechnete. Ein Highlight daraus ist die mitreißende und plastisch instrumentierte Ouvertüre, die das Konzert am Samstag, 14. Mai 2022, im Festspielhaus eröffnet.


Noch gibt es Restkarten im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Weitere Informationen und Tickets: festspielhaus.de

Persönliche Beratung und Reservierungen: Tel. 07221 / 30 13 101