Abschluss der Wiesbaden Biennale 2018

Wiesbaden Biennale 2018 ~ City Passage installativ-performativer Parcours (Foto: Laurent Philippe)

Die Wiesbaden Biennale 2018, die am heutigen Sonntag, den 2. September 2018, endet, zog Stadt und Publikum, auch von auswärts, in ihren Bann, löste intensive Debatten aus und trug den ästhetisch-politischen Diskurs weit in die Stadtgesellschaft hinein. Mehr als 250 internationale Künstler*innen ließen die Landeshauptstadt Wiesbaden zu einem lebendigen Ort der Bildenden Künste, der Performance und des zeitgenössischen Theaters werden.

Unter der Überschrift „BAD NEWS“ transformierte die Wiesbaden Biennale das Hessische Staatstheater zu Parkhaus, Autokino und Supermarkt, machte die ehemalige, mittlerweile heruntergekommene City Passage zum frei zugänglichen Kunstort, etablierte mit dem Migrantenstadl in der Wartburg einen vibrierenden Ort postmigrantischen Diskurses und íntervenierte mit großangelegten Projekten in den öffentlichen Raum der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Rund 200 Veranstaltungen, das Festivalzentrum HlNTERLAND und die Projekte im Stadtraum lockten knapp 50.000 Besucher*innen zur zweiten Ausgabe der Wiesbaden Biennale unter der künstlerischen Leitung der beiden Kurator*innen Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig, die sich über die große Resonanz freuten:

„Wir sind überwältigt von den Reaktionen und öffentlichen Debatten, die unsere Künstler*innen und ihre Arbeiten ausgelöst haben. Dass ein Festival, das in Zeiten politischer Unsicherheit nach der Stabilität der westlichen Demokratien fragt, aufreibend ist, war uns immer bewusst. Zeitgenössische Kunst muss nach ästhetischen Antworten auf unsere komplexe und politisch zugespitzte Gegenwart suchen, in aller Radikalität und mit dem Mut, sich dem auszusetzen, was ist. Diese Auseinandersetzung hat uns, die Stadt und unser Publikum stark herausgefordert. Sie hat Reaktionen hervorgerufen, die beunruhigend sind und zugleich zeigen, wie stark und wichtig Kunst und ihre Freiheit heute sind. Gerade deshalb freuen wir uns umso mehr über die zahlreichen positiven Rückmeldungen und den großen Zuspruch, den wir in den letzten zwei Wochen erfahren haben. Von den Künstler*innen der Biennale sind wichtige künstlerische Impulse ausgegangen, die weit über Wiesbaden und das Festival hinausweisen.“

\/om 23.8. bis zum 2.9. wurden 15 Projekte eigens für Wiesbaden neu produziert. Dazu liefen 24 Vorstellungen auf den Bühnen des Staatstheaters sowie in der City Passage. Initiiert wurden darüber hinaus Großprojekte wie Santiago Sierras Grenzwall in den Reisinger Anlagen, die Aufstellung und der Abbau der Erdogan-Statue am Platz der Deutschen Einheit, die Wandgemälde von Bonom und die großflächige Umgestaltung der Fassade des Hessischen Staatstheaters durch REWE. Das Zusammenspiel der Interventionen im Stadtraum erzeugte eine temporäre Verunsicherung im Stadtbild, die Debatten über städtischen Wandel, Migration und den politischen Status quo auf die Straßen trug und die Landeshauptstadt Wiesbaden zum Gegenstand globaler Nachrichtenmeldungen machte.

Auch Uwe Eric Laufenberg, der Intendant des Hessischen Staatstheaters, zeigte sich über den Verlauf des Festivals erfreut:

„Elf intensivste Festival-Tage liegen hinter uns und ich freue mich, dass dieses Wagnis gelungen ist! Die Biennale 2018 hat mit ihrer kuratorischen Setzung die Stadt, das Publikum und auch uns selbst herausgefordert. Es wurden Diskussionen angestoßen, denen wir uns als Gesellschaft stellen müssen. Ich möchte mich bei allen Beteiligten und Helfer*innen für die Energie bedanken, mit der dieser Kraftakt umgesetzt wurde.“

www.wiesbaden-biennale.eu