4. Internationales Musikfest Hamburg steht unter dem Motto »Identität« und feiert György Ligeti

PressekonferenzInternationales Musikfest Hamburg 2019: Georges Delnon / ChristophLieben-Seutter / Achim Dobschall (© Claudia Höhne)

Ticket-Vorverkauf für insgesamt 52 Konzerte in Elbphilharmonie, Laeiszhalle und auf Kampnagel startete am 20. November

Hamburg, den 20. November 2018: »Identität lautet das Motto der vierten Ausgabe des Internationalen Musikfests Hamburg, das vom 27. April bis 29. Mai 2019 stattfindet. Nach den drei Vorläufern in den Jahren 2014, 2016 und 2018 nimmt dasMusikfest damit erstmals Kurs auf den Jahresrhythmus, in dem es fortan auf dem Veranstaltungskalender der Stadt Hamburg ganz oben zufinden sein wird. Diesmal runden sich 52 Konzerte mit 37 unterschiedlichen Programmen zu einem dicht gefügten und hochklassigen Programm mit vielen stilistisch breit gefächerten Höhepunkten.
Dem ungarisch-österreichischen Komponisten GyörgyLigeti (1923 – 2006), der 16 Jahre lang an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg lehrte, gilt der diesjährige Komponisten-Schwerpunkt. Das herausragende Ereignis hierbei sind drei Aufführungen seiner einzigen Oper »Le Grand Macabre« mit namhaften Solisten und dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung seines designierten Chefdirigenten Alan Gilbert.
Zu den illustren Gästen des Musikfests gehören etwa die Geiger Anne-Sophie Mutter und Christian Tetzlaff, die Pianisten Hélène Grimaud, KrystianZimerman, Daniel Barenboim, Pierre-Laurent Aimard und Jason Moran,die Sopranistin Elīna Garanča, der Bariton Christian Gerhaher,Sasha Waltz & Guests, das Arditti Quartet sowie das Orchestre deParis, die Staatskapelle Berlin, die Bamberger Symphoniker und das Orchester Ludwig mit der Dirigentin Barbara Hannigan. 44 der 52 Konzerte finden in der Elbphilharmonie statt, davon 27 im Großen Saal, vier in der Laeiszhalle und drei auf Kampnagel. Karten für alle Veranstaltungen sind seit Dienstag, den 20. November, 11 Uhr erhältlich. Für bereits veröffentlichte Konzerte, bei denen der Vorverkauf schon im Frühsommer begann, wurden Restkontingente zurückgehalten.

Zehn Highlights aus dem Programm, kalendarisch sortiert:

SA 27.04. ERÖFFNUNGSKONZERT: TOD UNDAUFERSTEHUNG
Gleich im ersten Konzert des Internationalen Musikfests Hamburg geht es um letzte Dinge – die Auflösung der physischen Identität im Tod und deren Umwandlung ins Metaphysische. Und sogleich geht es um György Ligeti, dem das Musikfest in diesem Jahr seinen Komponistenschwerpunkt widmet. Auf Ligetis selten aufgeführtes »Requiem« (1963-65) für Orchester und Chor lässt Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano die Sinfonie Nr. 2 von Gustav Mahler folgen. Auch die beginnt mit einer »Totenfeier«, wieder erste Satz ursprünglich hieß; die Inspiration zum Finalsatz (»Auferstehung«) hat Mahler 1894 bei der Trauerfeier für den Dirigenten Hans von Bülow in St. Michaelis in Hamburg empfangen. Insofern ist das Eröffnungskonzert auf doppelte Weise auch mit der hamburgischen Musikgeschichte verbunden.

György Ligeti: Requiem
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 2 c-Moll »Auferstehungssinfonie«
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Arnold Schoenberg Chor
Staatschor Latvija
Sarah Wegener Sopran | Gerhild Romberger Alt
Dirigent Kent Nagano
20 Uhr Elbphilharmonie Großer Saal

MI 1.5. KRYSTIANZIMERMAN
Soloauftritte des polnischen Pianisten Krystian Zimerman zählen zu den großen Raritäten im Konzertbetrieb. Beim Musikfest gibt der skrupulöse Virtuose, der mit 19 Jahren den Internationalen Chopinwettbewerb in Warschau gewann und der dieser Tage ein Konzert schon mal unterbricht, wenn ein Handyfilmer aus dem Publikum die Aura des Unwiederholbaren zu zerstören droht, sein Debüt in der Elbphilharmonie. Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunktbekannt gegeben.
20 Uhr Elbphilharmonie Großer Saal

MI 08.05. ÇIĞDEM ASLAN
Wie verändert sich die historischgewachsene Musikkultur einer Region, wenn deren Interpreten in einer ganz anderen, weit entfernten Metropole sesshaft werden, dorthin aber die Musik ihrer Heimat mitnehmen? In vier Variationen – von algerisch-französischem Raï über finnischen Tango auf der Mundharmonika und Rembetiko in London bis zu amerikanischem Klezmer-Punk-Cabaret aus Berlin – präsentiert das Musikfest Hamburg den »Blues der Großstadt«. Besondere Vorfreude weckt dabei das Rembetiko-Konzert der kurdisch-stämmigen Alevitin Çiğdem Aslanaus Istanbul mit Wohnsitz London.
19:30 Uhr Elbphilharmonie Kleiner Saal
Weitere Termine »Blues der Großstadt«: SofianeSaidi & Mazalda: 1.5.; Sväng: 5.5.; Daniel Kahn & The Painted Bird: 12.5.

FR 10.05. LE GRAND MACABRE
Als Alan Gilbert im Frühjahr 2009 verkündete, er werde in seiner ersten Saison als Chefdirigent des New York Philharmonic im Mai 2010 »LeGrand Macabre« von György Ligeti aufführen, orakelten manche, dass er es damit beim eher konservativen Publikum in New York schwer haben würde. Das Gegenteil trat ein – die Aufführungen wurden zu einem riesigen Erfolg und gaben dem Orchester quasi über Nacht ein neuesProfil. Wenige Monate vor Antritt seines Chefpostens beim NDR Elbphilharmonie Orchester leitet Gilbert nun erneut drei Aufführungen von Ligetis einziger Oper in einer speziell für die Elbphilharmonie adaptierten Version seiner New Yorker Erfolgsproduktion.
GyörgyLigeti: Le Grand Macabre
Szenische Aufführung in englischerSprache
NDR Elbphilharmonie Orchester
NDR Chor
Elisabeth Watts Amanda | Marta Fontanals-Simmons Amando
Mark Schowalter Piet vom Fass | Werner Van Mechelen Nekrotzar
Wilbur Pauley Astradamors | Heidi Melton Mescalina
Hila Fahima Venus |Anthony Roth Costanzo Fürst Go-Go
John Relyea SchwarzerMinister | Peter Tantsits Weißer Minister
Audrey Luna Chef der Gepopo | Rob Besserer Atmosphericist
Dirigent AlanGilbert
Catherine Zuber Kostüme | Clifton Taylor Lichtdesign
Doug Fitch Regie
20 Uhr Elbphilharmonie Großer Saal
Weitere Aufführungen: 12./13.5.

MI 15.05. STAATSKAPELLE BERLIN / DANIEL BARENBOIM
Knapp zwei Jahre nach dem Elbphilharmonie-Debüt der Staatskapelle Berlin kehrt Daniel Barenboim mit seinem Spitzenorchester aus der Staatsoper Unter den Linden nach Hamburg zurück, wobei er diesmal auch in seiner doppelten Identität als Dirigent und Pianist bei einem Mozart-Konzert zu erleben sein wird. In der zweiten Hälfte des Konzerts führen die Berliner mit ihrem Chor und Solistin die Kantate op. 28 aus »Alexander Newskij« von Sergej Prokofjew auf. Dabei handelt es sich um die von Prokofjew selbst besorgte Bearbeitung seiner Filmmusik zu einem Werk des legendären russischen Regisseurs Sergej Eisenstein.
Nikos Skalkottas: Kleine Suite für Streichorchester
Wolfgang AmadeusMozart: Klavierkonzert B-Dur KV 595
Sergej Prokofjew: Alexander Newskij / Kantate op. 78
Chor derStaatsoper Unter den Linden Berlin
Anita Rachvelishvili Mezzosopran
Klavier und Dirigent Daniel Barenboim
19 Uhr Elbphilharmonie Großer Saal

SA 18.05. THÉRÈSE
Die Uraufführung der Kammeroper »Thérèse« von Philipp Maintz findet bei den Osterfestspielen in Salzburg im April 2019 statt, die Deutsche Erstaufführung erlebt das Werk kurz darauf beim Musikfest Hamburg. Das Libretto basiert auf dem Roman »Thérèse Raquin« von Émile Zola. Bei der Produktion der Staatsoper Hamburg mit Mitgliedern des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg führt Georges Delnon, Intendant beider Institutionen, Regie, eine illustre Sängerbesetzung steht auf der Bühne des Kleinen Saals der Elbphilharmonie.
Philipp Maintz: THÉRÈSE
Kammeroper nach ÉmileZola (Deutsche Erstaufführung)
Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Marisol Montalvo Thérèse
Otto Katzameier Laurent
Renate Behle Mme Raquin
Tim Severloh Camille
Dirigent Nicolas André
Georges Delnon Inszenierung
Marie-Thérèse Jossen Ausstattung
19:30 Uhr Elbphilharmonie Kleiner Saal

MI 22.05. WAR REQUIEM
Mit dem»War Requiem« von Benjamin Britten, einem der großen Erschütterungs- und Versöhnungswerke in der Folge des Zweiten Weltkriegs, gibt das Orchestre de Paris unter seinem Chefdirigenten Daniel Harding mitsamt dem Choeur de l’Orchestre de Paris seinen Einstand in der Elbphilharmonie. Im Sinne der von Britten intendierten Völkerverständigung singen drei Solisten aus dreiNationen die Solopartien – Albina Shagimuratova (Sopran,Usbekistan), Andrew Staples (Tenor, UK) und Christian Gerhaher (Bariton, Deutschland).
Benjamin Britten: WarRequiem op. 66
Orchestre de Paris
Choeur de l’Orchestre de Paris
Albina Shagimuratova Sopran |Andrew Staples Tenor
Christian Gerhaher Bariton
Dirigent Daniel Harding
20 Uhr Elbphilharmonie Großer Saal

MO27.05. LAB.ORATORIUM
Der französische Komponist Philippe Manouryhat am Pariser IRCAM eine Software entwickelt, die neuartigeWechselwirkungen zwischen gesprochener Sprache und Musik ermöglicht. Das Potenzial dieser Technologie schöpft Manoury in »Lab.Oratorium«im Zusammenhang zwischen Sprech- und solistischen Gesangstimmen und einem großen Vokalensemble weiter aus denn je. »Lab.Oratorium« ist eine experimentelle Zwischenform zwischen Schauspiel und Oratorium, elektroakustischem Hörtheater und orchestraler Raummusik.
PhilippeManoury: Lab.Oratorium für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik
Gürzenich-Orchester Köln
Rinnat Moriah Sopran
Tora Augestad Mezzosopran
Patrycia Ziolkowska Schauspiel
Sebastian Rudolph Schauspiel
Chor zur Welt
SWRVokalensemble Stuttgart
IRCAM
Thomas Goepfer Computermusikalische Realisation
Dirigent François-Xavier Roth
Nicolas Stemann Regie
20 Uhr Elbphilharmonie GroßerSaal

DI 28.05. BAMBERGER SYMPHONIKER / ALBRECHT MAYER
»Zurückzu den Wurzeln« heißt es für den Star-Oboisten Albrecht Mayer, wenn er mit den Bamberger Symphonikern als Solist musiziert. Denn ehe er vor 25 Jahren Solooboist der Berliner Philharmoniker wurde, absolvierte Mayer seine ersten beiden Berufsjahre als Orchestermusiker in derselben Position bei den Bambergern. BeimMusikfest brilliert er mit Werken von Elgar und Strauss. Nach derPause dirigiert Jakub Hrůša, in Brno geboren und seit Herbst 2016 Chef der Bamberger Symphoniker, mit Bedřich Smetanas Má vlast (MeinVaterland) das Werk, das wohl wie kein zweites für die musikalische Identität der Tschechen steht.

Edward Elgar: Soliloquy fürOboe und Orchester
Richard Strauss: Oboenkonzert D-Dur AV144
Bedřich Smetana: Má vlast (Mein Vaterland)
Bamberger Symphoniker
Albrecht Mayer Oboe
Dirigent Jakub Hrůša
20Uhr Elbphilharmonie Großer Saal

MI 29.05. THE RAKE’S PROGRESS
Die Sopranistin Barbara Hannigan gab in der Saison2016/17 nicht nur eine unvergessliche Lulu in Alban Bergs gleichnamiger Oper an der Staatsoper Hamburg; im Dezember 2017gastierte sie in der Elbphilharmonie ebenso unvergesslich in derDoppelrolle als Dirigentin und Sängerin mit einem Gershwin-Medley. Nun beschließt Hannigan das Musikfest 2019 mit einer konzertanten Aufführung von Strawinskys Oper »The Rake’s Progress«. Diesmal dirigiert sie nur – wiederum das aus den Niederlanden stammende Orchester Ludwig und als Sänger-Cast Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Mentoring-Initiative Equilibrium.
IgorStrawinsky: The Rake’s Progress / Oper in drei Akten
Ludwig Orchester
Capella Amsterdam Chor
Equilibrium Artists:
Sophie Asplund Anne Trulove
Gyula Rab Tom Rakewell
Marta ŚwiderskaBaba the Turk
James Way Sellem
Doug Williams Nick Shadow
Erik Rosenius Father Trulove
Dirigentin Barbara Hannigan
20Uhr Elbphilharmonie Großer Saal

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