3satThementag: Pop Around the Clock – Summer Edition am Samstag

3sat Thementag: Pop Around The Clock ~ Jan Delay und seine Band Disko No.1 präsentieren beim "Strandkorb-Konzert" in Wiesbaden ihr neues Album "Earth, Wind & Feiern". © ZDF/Jana Kay

Samstag, 24.07. / 3satThementag: Pop Around the Clock – Summer Edition


06:05 Uhr: Beth Hart: Live at the Royal Albert Hall
07:05 Uhr: Alice Cooper: A Paranormal Evening at the Olympia Paris
08:05 Uhr: Metallica: S&M 2 – Together Again Live
09:40 Uhr: U2: eXPERIENCE Live – Berlin
10:55 Uhr: Coldplay: Live
12:00 Uhr: Sam Smith: Live in London
12:45 Uhr: Avicii: Tribute Concert – In Loving Memory of Tim Bergling
14:15 Uhr: Mariah Carey: Daydream World Tour
15:15 Uhr: Shakira: In Concert – El Dorado World Tour
16:15 Uhr: Christina Aguilera: Stripped Live in the UK
17:15 Uhr: Brittany Howard: In concert
18:00 Uhr: Live aus Weimar ~ zdf@bauhaus: Mighty Oaks
19:00 Uhr: Live aus Weimar ~ zdf@bauhaus: Stefanie Heinzmann
20:00 Uhr: Jan Delay & Disko No. 1: Earth, Wind & Feiern Live 2021
21:15 Uhr: Dua Lipa: Studio 2054
22:25 Uhr: LINDEMANN: Live in Moscow
23:55 Uhr: Ellie Goulding: Live at the Victoria & Albert Museum
00:50 Uhr: Little Mix: LM 5 – The Tour Film
01:50 Uhr: Laura Marling: Live from Union Chapel
02:35 Uhr: Pop Around – The Video Stars (1/5): Meisterwerke
03:15 Uhr: Pop Around – The Video Stars (2/5): Berlin, Berlin!
03:50 Uhr: Pop Around – The Video Stars (3/5): Pop & Politik
04:30 Uhr: Pop Around – The Video Stars (4/5): Made in Germany
05:10 Uhr: Pop Around – The Video Stars (5/5): Wiederholungstaten


06:05 Uhr: Beth Hart: Live at the Royal Albert Hall

Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2018
Regie: Nigel Dick
3sat

“Brillant, ob Schrei oder Soul”, schreibt “laut.de” zum Beth-Hart-Konzert in London, dass am 4. Mai 2018 spektakulär beginnt: Die Sängerin geht a-cappella-singend durchs Publikum.

Von Hardrock über Blues, Rock ‘n’ Roll, Gospel und Soul reicht das Repertoire der Amerikanerin, die 1993 durch eine Castingshow bekannt wird und für viele die Janis Joplin unserer Zeit ist. 2001 spielt Beth Hart im Musical “Love, Janis” die Rolle der Sängerin.

Ihr Markenzeichen ist ihre große markante raue Stimme, die Beth Hart mühelos in ein leises zittriges Vibrato hinabgleiten lassen kann. 1972 geboren, studiert Beth Hart zunächst Cello und Gesang in Los Angeles. 1996 arbeitet sie an ihrem ersten Album – und ist bereits gezeichnet von ihrer Alkohol- und Drogensucht, mit der sie sich auf dem 1999er-Album “Screamin’ for My Supper” musikalisch auseinandersetzt.

Auch das 2003er-Album “Leave the Light On” kreist um die dunklen Stunden von Beth Hart und bringt den erhofften Durchbruch in den USA und in Europa. Inzwischen ist klar, dass Beth Hart unter einer bipolaren Störung leidet. Die Sängerin geht offen damit um und sagt 2018 im Interview mit “laut.de”: “Es fühlt sich für mich selbst einfach gut an, darüber zu sprechen. Psychische Erkrankung ist ein großer Teil meiner Geschichte, einer der größeren Kämpfe meines Lebens. Aber es hat mich nicht umgebracht. Im Endeffekt wurde ich dadurch wahrscheinlich dankbarer und mitfühlender gegenüber anderen. Ich schäme mich nicht dafür. Und vielleicht weil ich mich nicht dafür schäme, fühlt es sich so gut an, darüber zu reden.”

Auch ihre Lebensgewohnheiten auf Tour und zu Hause verändert Beth Hart, um zu überleben: Kein Alkohol, Training im Fitnessstudio, Yoga und eine gesunde Ernährung. Trotzdem verschwinden die Stimmungsschwankungen nicht vollständig, und Beth Hart gibt im Interview offen zu: “Vorgestern habe ich den ganzen Vormittag geheult. Dafür hatte ich am Abend die beste Show der ganzen Tour! Ich bin älter geworden, kein Kind mehr, und habe über die Jahre verstanden, dass das bei einer bipolaren Störung einfach dazugehört. Es ist ein ständiges Auf und Ab, aber ich kann das überstehen. Vor allem: Ich kann das friedlich überstehen. Natürlich tut es weh, aber ein bisschen Schmerz wird mich nicht umbringen. Das ist meine Taktik.”

Begleitet wird Beth Hart vom Gitarristen John Nichols, dem Bassisten Bob Marinelli um dem Schlagzeuger Bill Ransom, die über 100 Songs für dieses Konzert vorbereitet haben, weil die Sängerin sehr gerne ihr Programm noch kurz vor der Show umbaut. Ob Cover- oder Eigenkompositionen, Beth Hart liefert sich dem Publikum aus und fällt am Ende in die Arme ihres Partners, der die glückliche und erschöpfte Sängerin von der Bühne trägt.

07:05 Uhr: Alice Cooper: A Paranormal Evening at the Olympia Paris

Olympia, Paris, Frankreich, 2017
Regie: Julien Metternich
3sat

Am 7. Dezember 2017 lässt Alice Cooper das Abschlusskonzert seiner “Paranormal Welttournee” in Paris aufzeichnen und begeistert das Publikum mit seinen Hits in einem aufwendigen Bühnenspektakel.

Kraftvoll und souverän singt sich der Schock-Rocker mit Kultstatus durch ein Best-of-Programm. Die Kritik schreibt: “Cooper präsentiert sich hier einmal mehr als der geborene Entertainer, wie man ihn kennt und liebt.”

Begleitet wird Alice Cooper von der Gitarristin Nita Strauss, dem Bassisten Chuck Garric, dem Schlagzeuger Glen Sobel und den beiden weiteren Gitarristen Tommy Henriksen und Ryan Roxie. Wenige Wochen nach dem Auftritt im Olympia sagt Cooper dem Nachrichtensender ntv: “Solange die Musik wirklich gut ist, kannst du alles sein, was Du willst: Dann kannst du die Musik auf die Bühne bringen und mit allem dekorieren, was du willst. Aber das Lied steht an erster Stelle. Der Kuchen kommt vor der Glasur. Und ich habe halt einen Kuchen mit sehr viel Glasur.”

Alice Cooper wird am 4. Februar 1948 in Detroit, Michigan, als Vincent Damon Furnier geboren. Sein Markenzeichen werden seine raue Stimme und seine Bühnenshows mit Pyrotechnik, Guillotinen, Theaterblut und Würgeschlangen. Er wird zum “Godfather des Schock-Rocks” und macht auch als Schauspieler eine große Karriere. Sein Vater war Evangelist in der “Church of Jesus Christ”, sein Großvater war Pastor in derselben Kirche.
Mit 16 Jahren beginnt Alice Cooper seine Karriere in einer Schulband, und 1969 erscheint sein erstes Album “Pretties for You”. Den Ruf als “Schock-Rocker” erhält Alice Cooper durch einen Zufall: Während eines Konzerts im September 1969 in Toronto verirrt sich ein Huhn auf die Bühne. Cooper nimmt an, dass das Huhn fliegen kann, und wirft es in die Luft. Das Huhn fällt ins Publikum und wird dort zerrissen. Der Vorfall geht als “Chicken Incident” in die Bandgeschichte ein. Am nächsten Tag sind die Zeitungen voll und schreiben fälschlicherweise, dass Cooper dem Huhn den Kopf abgebissen und sein Blut getrunken habe.

Frank Zappa ruft bei Alice Cooper an und will wissen, ob die Geschichte stimmt. Cooper erklärt ihm, dass alles erstunken und erlogen sei, doch Zappa rät ihm: “Nun, was immer Du auch tust, erzähl’ niemandem, dass Du es nicht getan hast.”

Während Love-and-Peace-Hippie-Bands die Szene Anfang der 1970er-Jahre beherrschen, bleibt Cooper mit seiner Band lieber bei “Spaß, Sex, Tod und Geld”. Er fühlt sich als “Holzpflock, der durch das Herz der Love-Generation getrieben wird”. In den nächsten Jahren baut er einen elektrischen Stuhl in seine Inszenierungen ein und lässt sich Glam-Rock-Kostüme schneidern. 1972 wird er mit der Single “School’s Out” über Nacht weltberühmt. In den USA erreicht der Song Platz 2 der Hitparade, in England stürmt der Song auf Platz 1. 1973 macht das Album “Billion Dollar Babies” Alice Cooper zum Superstar, zum gern gesehenen Gast in TV-Shows und zum Schauspieler: 1974 spielt er einen “Satanic Cult”-Sänger.

1977 weist sich Alice Cooper selbst in eine Entzugsklinik ein, sein übermäßiger Alkoholkonsum zwingt ihn dazu. Bis heute steht Alice Cooper auf den Konzertbühnen und vor den Filmkameras. Er spielt 1987 im Horror-Schocker “Prinz der Finsternis” unter der Regie von John Carpenter, wird 1988 bei einem Bühnenunfall fast stranguliert, geht auf Tourneen mit seiner Band und singt als Gast bei dem Guns-N’-Roses-Album “Use your Illusion 1”. 1992 spielt er sich selbst in der Komödie “Wayne’s World”, bekommt 2003 seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, hat ab 2004 seine eigene Radioshow “Nights with Alice Cooper”, erhält 2006 den “Classic Rock Roll of Honour Award” in der Kategorie “Lebende Legende” und wird am 15. Dezember 2010 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

2015 macht Alice Cooper weltweit Schlagzeilen: Zusammen mit Schauspieler Johnny Depp und Aerosmith-Gitarrist Joe Perry gründet er die Supergruppe “Hollywood Vampires”. Nebenbei spielt Alice Cooper begeistert Golf und soll ein Handicap von zwei haben.

08:05 Uhr: Metallica: S&M 2 – Together Again Live

Chase Center, San Francisco, USA, 2019
Regie: Wayne Isham
3sat

Am 6. und 8. September 2019 feiern Metallica 20 Jahre “Symphony & Metallica”. Das mehrfach ausgezeichnete Crossover-Projekt war ein Erfolg, den die Band mit der Fortsetzung wiederholt.

Wieder werden Metallica vom San Francisco Symphony Orchestra begleitet, diesmal unter der Leitung von Edwin Outwater und Michael Tilson Thomas. Im August 2020 wird “S&M 2” veröffentlicht und begeistert die Fans.

Wayne Isham, der Regisseur des 1999er-“Classic meets Metallica”-Konzerts, führt wieder die Kameras an beiden ausverkauften Abenden mit insgesamt 40 000 Zuschauern. Die Kritiker fragen sich: “Erwartet uns nur ein Aufguss aus dem Jahr 1999?”

Erwartungsgemäß spielen Metallica die großen Hits, und die Setlist ähnelt dem 1999er-Auftritt. Doch diesmal ist die Halle viel größer, Metallica und das 80-köpfige Orchester stehen in der Mitte, umringt von einem frenetischen Publikum, dass mitsingt und sich kaum beruhigen lässt. Auch sind die Arrangements wesentlicher ausgefeilter als 1999. Das Orchester ist diesmal nicht nur eine Ergänzung, sondern es ist eine Symbiose aus Metal und Klassik.

Neben den Superhits wie “One”, “Master of Puppets”, “Nothing Else Matters” und “Enter Sandman” überraschen Metallica mit dem Song “All Within My Hands” mit akustischen Gitarren und satter Streicherbegleitung.

09:40 Uhr: U2: eXPERIENCE Live – Berlin

Mercedes-Benz Arena, Berlin, Deutschland, 2018
Regie: Matt Askem
3sat
Am 13. November 2018 hebt sich der Vorhang zum Finale: U2 beenden in Berlin ihre “eXPERIENCE + iNNOCENCE”-Tour nach 60 Konzerten in Amerika, Kanada und Europa mit knapp einer Million Besuchern.

Ein spektakuläres Bühnenbild: Eine Hauptbühne, verbunden mit einer runden Nebenbühne und riesiger Projektionsfläche lassen Platz für die aufwendige Inszenierung. Spezialeffekte erlauben Sänger Bono, seinen Charakter “MacPhisto” live auf der Bühne anzunehmen.

Die Crew besteht aus 90 Mitarbeitern, die jeweils vor Ort von 120 Bühnenhelfern unterstützt werden, die in zehn Stunden die Bühne aufbauen, welche danach wieder in 27 Lastwagen verpackt wird. Eigentlich sollte die Tour schon früher beginnen, doch das Brexit-Referendum, die 2016er-US-Wahl und die weltweite Tendenz zu nationalkonservativen Regierungen veranlassen U2, den Inhalt der Konzerte neu zu überdenken.

Als die Tour Europa erreicht, schreibt Bono in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, “dass er die Europäische Union unterstützen wird und in jedem Konzert die Europäische Flagge schwenken wird.” Am 31. August und 1. September 2018 spielen U2 in Berlin, doch am zweiten Abend muss Sänger Bono das Konzert nach fünf Songs abbrechen: Er hat seine Stimme verloren und verspricht, das Konzert zu wiederholen. Es wird der 13. November.

Die Kritiker bewerten die Tour positiv. Jennifer O’Brien von der “Times” gefällt, dass die Band für Toleranz eintritt und das politische Klima anklagt. Dave Egan schreibt im “Irish Independent” von der “mutigsten, kraftvollsten und überhaupt zornigsten Performance, die U2 je geliefert haben.” Und Roy Trasskin schreibt in “Variety”, dass sich U2 nicht auf die Nostalgie verlassen haben und viele Songs der letzten beiden Alben spielen.

Die “Nashville Scene” vergleicht die U2-Konzerte mit Filmen von Steven Spielberg als “Star-Wars-Sized Events of Rock”, und Dave Simpson vom “The Guardian” schreibt: “Es ist nicht unbedingt ihre beste Show, aber mit Sicherheit ihre Menschlichste.”

10:55 Uhr: Coldplay: Live

Stade de France, Paris (Frankreich), Glastonbury Festival (Großbritannien), Centre Bell, Montreal (Kanada), 2012
Regie: Paul Dugdale
3sat

2011 und 2012 gehen Coldplay auf ihre “Mylo Xyloto Tour”. Regisseur Paul Dugdale begleitet sie nach Paris, Glastonbury und Montreal und präsentiert 2012 seinen atemberaubenden Konzertfilm.

Ein wesentliches Gestaltungsmittel der Konzerte ist das Xyloband, ein Stoff-Armband, das mit LEDs und einem Funkempfänger bestückt ist. Die LEDs im Armband werden von einer Software gesteuert und ermöglichen das Blinken im Takt des jeweiligen Songs.

Während die Bänder 2012 noch einfarbig leuchten, benutzen Coldplay seit 2016 RGB-Xylobänder, die ihre Farbe wechseln können. Erfinder Jason Regler hat die Idee zu einem solchen Band während eines Coldplay-Konzerts. Die “Washington Post” beschreibt den Effekt als “Psychedelikatesse von sich bewegenden, vielfarbigen Lichtern.”

Beate Wild schreibt in der “Süddeutschen Zeitung”: “Ganz egal, was man von der Band und ihren Songs halten mag – in einem vollen Stadion kann man sich der Magie der Balladen, der gut inszenierten Lichtshow und der Gefühlsduselei kaum entziehen. Coldplay sind Meister der Bühnenshow.”

12:00 Uhr: Sam Smith: Live in London

Abbey Road Studios, London, Großbritannien, 2017
Regie: Simon Staffurth
3sat
Ende 2017 steht Sam Smith auf der Bühne der legendären Abbey Road Studios in London und präsentiert zusammen mit Band, Chor und Streichern ein stilsicheres Best-of-Konzert seiner Hits.

1992 in einem kleinen Dorf in England geboren, wird Sam Smith schon früh musikalisch von seinen Eltern gefördert. Mit 18 Jahren zieht er nach London, jobbt in einer Bar, arbeitet an Song-Ideen und hofft auf den großen Durchbruch.

Seine Idole sind Whitney Houston und Chaka Khan. Dann geht alles sehr schnell: 2013 lernt Sam den Songwriter Jimmy Napes kennen. Zusammen veröffentlichen sie im gleichen Jahr seine erste Single “Lay Me Down”. Sam arbeitet parallel zusammen mit dem Duo “Disclosure” und schafft im gleichen Jahr mit dem DJ und Produzenten Naughty Boy und dem Song “La La La” den internationalen Durchbruch. Spätestens jetzt gibt es für Sam Smith kein Zurück mehr. Mit der Veröffentlichung seines Debüt-Minialbums “Nirvana” im Oktober 2013 katapultiert sich der Sänger endgültig in den Fokus der Öffentlichkeit. Ganz Großbritannien ist aus dem Häuschen, Sam Smith erhält einen Brit Award.

Im Mai 2014 bekennt sich Sam Smith zu seiner Homosexualität. In einem Interview aus Anlass der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums “In the Lonely Hour” bekennt er, dass sein Album von seiner Liebe zu einem Mann handelt, die nicht erwidert wird. Die tiefe Emotionalität des Songs begeistert Fans und Kritiker: Bei den Grammy Awards 2015 gewinnt Sam Smith vier Auszeichnungen und bedankt sich bei seinem Ex-Freund: “I would like to thank the man that I fell in love with last year – the man who this album is about. Thank you so much for breaking my heart, because you got me four Grammys!”

Wer Sam Smith bis dahin nicht kennt, hört ihn spätestens beim Kinostart des 24. James-Bond-Films “Spectre”. Mit dem Titelsong “Writing’s on the Wall” gewinnt Sam Smith 2016 den Oscar in der Kategorie “Bester Song” und widmet ihn der Lesbian-, Gay-, Bisexual- und Transgender-Bewegung.

12:45 Uhr: Avicii: Tribute Concert – In Loving Memory of Tim Bergling

Friends Arena, Stockholm, Schweden, 2019
Regie: Panos Ayassotelis
3sat

Am 20. April 2018 schockiert die Nachricht vom Tod des Musikers Avicii die Musikwelt. Im Rahmen eines Gedenkkonzerts am 5. Dezember 2019 in Stockholm nehmen Fans und Stars Abschied.

Sandro Cavazza, Aloe Blacc, Zak Abel, Johanna Söderberg, Audra Mae, Vargas & Lagola, MishCatt und Rita Ora sind nur einige der Mitwirkenden des Konzerts der Tim Bergling Foundation, die alle Erlöse an Stiftungen für mentale Gesundheit und Suizidprävention spendet.

Avicii alias Tim Bergling wird am 20. April 2018 nach seinem Selbstmord in Maskat, Oman, tot aufgefunden. Seine Familie hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen ihrer Stiftung über die Behandlung psychischer Erkrankungen und über Suizidprävention aufzuklären. Im Juni 2019 erscheint das posthume Studioalbum “Tim”. Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen zum Gedenkkonzert. Eine 30-köpfige Band und viele Weggefährtinnen und Weggefährten machen den Traum von Tim Bergling wahr: Schon immer wollte Avicii seine im Studio produzierte Musik live mit einer großen Band aufführen. Die 50 000 Eintrittskarten sind innerhalb von 30 Minuten ausverkauft.

Im Publikum mit dabei sind Prinzessin Sofia und Carl Philip von Schweden und feiern die Musik und das Andenken des schwedischen DJs, Remixers und Musikproduzenten, der als “Gott” in Sachen Produktion von elektronischer Tanzmusik galt.

14:15 Uhr: Mariah Carey: Daydream World Tour

Tokyo Dome, Japan, 1996
Regie: Larry Jordan
3sat
1995 erscheint Mariah Careys Studioalbum “Daydream”. Damit geht sie 1996 auf die “Daydream World Tour” mit Stationen in Japan, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und England.

Das japanische Fernsehen überträgt ihr Konzert in Tokio im März 1996 live und dokumentiert die Diva auf dem Höhepunkt ihrer frühen Karriere vor einem zurückhaltend begeisterten Publikum, dass staunend an den Lippen der Fünf-Oktaven-Sängerin hängt.

“Hat sie am 27. März 2020 nun ihren 50. Geburtstag gefeiert – oder nicht?”: Diese Frage beschäftigt die Fans weltweit. Der 27. März gilt als sicher, aber war es 1969 oder 1970? Ihre Mutter erzählt Talkmasterin Oprah Winfrey jedenfalls, dass Mariah 1970 geboren wurde. “People” und die “Los Angeles Times” berichten jedoch, dass Mariah Carey wohl doch bereits 1969 geboren sein muss, weil sie 1987 ihre Highschool abschloss und deshalb schon 18 Jahre alt gewesen sein müsse. Bilder ihres Ausweises und ihres Führerscheins sollen das Jahr 1969 tragen.

Mariah Carey sagt dem “Observer” 2014: “Zunächst mal: Rundet niemals auf, sondern immer ab. Ich zähle keine Jahre und weigere mich, sie ernst zu nehmen. Ich habe Jahrestage, keine Geburtstage, weil ich das Leben feiere, Darling. Ich bin ewig zwölf Jahre alt.”

Ihre Mutter Patricia ist ehemalige Opernsängerin und Vocal Coach. Sie führt Mariah ohne großen Druck in die Welt der Musik ein, macht sie bekannt mit Billie Holiday, Sarah Vaughn, Stevie Wonder, Gladys Knight und Aretha Franklin. Mariah interessiert sich dazu für Hip-Hop und Rap, hört die Musik von der Sugarhill Gang, dem Wu-Tang Clan und The Notorious B.I.G. Sie sammelt weitere musikalische Erfahrungen in Long Island und zieht nach New York, wo sie sich mit Nebenjobs über Wasser hält.

1988 kann sie auf einer Gala der Plattenfirma CBS dem Chef, Tommy Mottola, ihr Demotape zustecken. Der hört die Cassette im Auto und lässt seinen Fahrer sofort umdrehen, um Mariah noch auf der Gala zu verpflichten. Doch Mariah hat die Veranstaltung schon verlassen, und Mottola lässt zwei Wochen nach ihr suchen, zumal eine andere Plattenfirma ebenfalls Interesse an ihr hat. Mottolla ist schneller und steckt eine Million Dollar in das Debütalbum “Mariah Carey”.

Die Investition lohnt sich, Mariah Carey wird bei den “33. Annual Grammy Awards” mit dem Grammy in der Kategorie “Best New Artist” und in der Kategorie “Best Female Pop Vocal Performance” für den Song “Vision of Love” ausgezeichnet. Das Album ist 1991 die meistverkaufte Platte in den USA und wird weltweit über 15 Millionen Mal verkauft.

Im September 1991 folgt das Album “Emotions”, und alle Welt wartet auf eine Live-Tour. Doch Mariah Carey leidet unter Lampenfieber, und schnell kommt der Verdacht auf, sie könne live gar nicht ihre fünf Oktaven umfassenden Songs singen. Ihr Management entscheidet, dass sie am 16. März 1992 im Rahmen eines MTV-Unplugged in New York aller Welt zeigt, dass sie wirklich singen kann. Der Coup gelingt, die Welt liegt ihr zu Füßen.

In den folgenden Jahren feiert die Diva weitere Erfolge mit Hits wie “Hero”, “All I Want for Christmas Is You”, “Fantasy” und “One Sweet Day”, einer Zusammenarbeit mit der R&B-Gruppe Boyz II Men, und steht 1996 als Weltstar auf der Bühne in Japan. In nur drei Stunden ist der Tokyo Dome ausverkauft. Damit übertrifft sie den Rekord der Rolling Stones.

Auch 2020 spielt Mariah Carey in der Top-Liga der Popstars. Sie wird am 11. Juni 2020 in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen und nimmt an mehreren Wohltätigkeitskonzerten für den Kampf gegen COVID-19 teil. Im September 2020 erscheint ihre Biografie “The Meaning of Mariah Carey”, und am 2. Oktober 2020 legt die Diva nach und veröffentlicht ihr neues Album “The Rarities”.

15:15 Uhr: Shakira: In Concert – El Dorado World Tour

The Forum, Inglewood, Los Angeles, USA, 2018
Regie: Shakira, James Merryman
3sat

2018 geht Shakira von Juni bis November auf ihre sechste Welttournee durch Europa, Asien, Nordamerika und Lateinamerika. Am 3. September filmen Kameras die mitreißende Show in Inglewood.

Eigentlich soll die Tour am 8. November 2017 in Köln beginnen, doch eine Blutung am rechten Stimmband zwingt Shakira, die Tour ins folgende Jahr zu verlegen. In Los Angeles ist sie in Bestform und präsentiert alle Hits wie “Underneath your Clothes” und “Waka Waka”.

Bei ihrer sechsten Welttournee überlässt die kolumbianische Sängerin Shakira nichts dem Zufall: Sie ist in alle Entscheidungen mit eingebunden und führt auch Co-Regie bei der Konzertaufzeichnung. Über ihre sozialen Netzwerke lässt sie die Fans darüber entscheiden, welche Songs im Konzert gespielt werden sollen. Shakira stellt ihr gewohntes Team zusammen und lässt die verschiedenen Bühnenoutfits vom französischen Modelabel Balmain, dem Designer Brian Lichtenberg sowie den Labels Black Majesty und Agent Provocateur anfertigen.

Die Presse ist begeistert. So vergibt die “Times” in London fünf von fünf Sternen für die Show und beschreibt Shakira als “scharfe Rockbraut” und “feurige Verführerin”. Auch der englische “Guardian” ist begeistert von Shakiras Fähigkeit, auch noch nach drei Jahrzehnten im Popgeschäft Arenen zu füllen und ihre lateinamerikanischen Fans mit englischsprachigen Songs zu begeistern. Weitere Presse-Superlative wie “Queen of Stage”, “Global Superstar” und “Queen of Latin Pop” begleiten die Tour. Die “Los Angeles Times” gar fühlt sich erinnert an “die Rückkehr einer Heldin”, und Lucas Villa von “AXS.com” schreibt nach der Show in Anaheim: “Anstatt sich allein auf eine große Produktion zu verlassen, nützt Shakira ihr bestes Instrument, ihren Körper, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen, um im Gold-Standard eines Darstellers zu funkeln.”

Einen Schreckmoment übersteht Shakira bei ihrem Auftritt in Mexico City: Ein Fan stürmt am Ende der Show auf die Bühne. Shakira bleibt gelassen, umarmt den Fan und macht sogar noch ein Foto mit ihm, während ihn die Security von der Bühne abführt.

16:15 Uhr: Christina Aguilera: Stripped Live in the UK

Wembley Arena London, Großbritannien, 2003
Regie: Julia Knowles
3sat

Im November 2003 ist Christina Aguilera im Rahmen ihrer “Stripped Live”-Tour für drei Konzerte Gast im Londoner Wembley-Stadion und begeistert die Fans mit einem Best-of-Programm.

Eigentlich soll die Tournee am 10. November 2003 im britischen Newcastle und ab Mai 2004 in Nordamerika weitergehen, doch Christina Aguilera muss alle Termine wegen einer Stimmbandentzündung absagen. Zum Glück lässt Xtina die Show im Wembley-Stadion aufzeichnen.

Die “New York Times” schreibt von einer “spektakulären Show”, und der britische Kritiker Peter Martin lobt “die Ausstattung, die Choreografien und Aguileras stimmliche Fähigkeiten”. Die 1,59 Meter große Sängerin hat das Publikum in London von Beginn an fest im Griff. Begleitet von Tänzern und zahlreichen Kostümwechseln präsentiert Christina Aguilera mit ihren Songs ihr neues Image: Rockig, gefühlvoll, erwachsen. Ihren Fans ruft sie im Wembley-Stadion zu: “Ich danke Euch so sehr, dass Ihr gekommen seid. Es ist ein Segen. Ja, ich bin etwas erwachsener geworden. Ich bin nun 22 Jahre alt und so glücklich, dass Ihr mit mir gewachsen seid.”

Geboren am 18. Dezember 1980 in Staten Island in New York schafft es Christina Aguilera 1993 in den “New Mickey Mouse Club” und steht neben Justin Timberlake, Britney Spears und Ryan Gosling als Kindermoderatorin im Fernsehstudio. 1998 singt sie für den Disney-Film “Mulan” den Song “Reflection”, erreicht 1999 mit ihrem selbst betitelten Debütalbum die Spitzenposition der Billboard-Charts und wird im Februar 2000 in der Kategorie “Best New Artist” mit einem Grammy ausgezeichnet.

Den weltweiten Durchbruch schafft Christina Aguilera 2002 mit der Single “Beautiful” und einer Message für alle Mädchen: “Du bist schön, ganz egal, was sie sagen.” In Jeans und T-Shirt beendet sie 2003 das Konzert in London mit diesem Hit, der zur Hymne der LGBT-Bewegung wird. In London präsentiert Christina Aguilera auch ihr neues Alter Ego “Xtina” – schwarzhaarig, provokativ, gepierct und leicht bekleidet.

Inzwischen ausgezeichnet mit fünf Grammy Awards, einem Latin Grammy Award und einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, führt sie der “Rolling Stone” auf Platz 58 der 100 größten Sängerinnen und Sänger aller Zeiten. Mit geschätzten 100 Millionen verkaufter Alben gehört sie zu den erfolgreichsten Künstlerinnen und Künstlern aller Zeiten. Zusammen mit Whitney Houston und Mariah Carey gehört die Vier-Oktaven-Sängerin zu den großen drei der 1980er- und 1990er-Jahre, die bis heute unerreicht sind.

17:15 Uhr: Brittany Howard: In concert

Event Halle Messe Basel, Schweiz, 2019
Regie: Roli Bärlocher
3sat

Am Oktober 2019 tritt die amerikanische Sängerin Brittany Howard im Rahmen des Festivals “Baloise Session” in der Schweiz auf. 2021 gewinnt sie den Grammy in der Kategorie “Bester Rocksong”.

Mit einer achtköpfigen Band begeistert Howard das Publikum in der “Event Halle Basel” mit ihrer unverkennbaren Stimme und einer Mischung aus Rock, Pop, Blues und Soul. Das Internetportal “Rock At Night” schreibt: “Brittany riss die Bühne ab – fantastisch.”

Im Mittelpunkt des Konzerts steht ihr Soloalbum “Jaime”, das sie ihrer an Krebs verstorbenen Schwester gewidmet hat. Eigentlich ist sie seit 2009 die Frontfrau der Alabama Shakes, doch die Entwicklung der Band, die Gitarrenrock alter Schule spielt, stagniert – und Brittany Howard macht ihr eigenes Ding: Mit “Jaime” begeistert sie 2019 Fans und Kritiker mit einer Mischung, die wie ein posthumes Gipfeltreffen zwischen Nina Simone und Prince klingt.

Brittany Howard wird mit 13 Jahren selbst von dem Krebs eingeholt, der ihre Schwester getötet hat: eine seltene Form von Augenkrebs. Brittany Howard kommt mit einer schweren Sehbehinderung auf einem Auge davon und entdeckt mit der Gitarre ihrer verstorbenen Schwester die Musik für sich. Auf dem Album “Jaime” singt die Tochter eines schwarzen Vaters und einer weißen Mutter nicht nur über die Bewältigung ihres privaten Verlustes, sondern auch über Rassismus, Spiritualität und Sexualität.

Nach ihrer eigenen Aussage entspringt ihre unbändige Kreativität der Angst, wieder auf einem Trailer-Park in Alabama zu landen, wo ihre Familie in ärmlichen Verhältnissen lebte: “Jedes Mal, wenn für mich etwas schiefläuft, muss ich an diesen Trailer-Park zurückdenken”, sagt Brittany Howard dem Fachmagazin “Rolling Stone”. Die Zukunft der Alabamas Shakes bleibt nach Brittany Howard ungewiss: “Auch wenn die Jungs mir jetzt die Freiheit lassen, mein eigenes Ding durchzuziehen, so sind wir doch eine Familie auf Lebzeiten.”

Ihre Einflüsse und Vorbilder sind Pink Floyd, Black Sabbath, Led Zeppelin, Prince und die Beatles: 2015 wird Brittany im Rahmen des “Lollapalooza”-Festivals in den USA von Ex-Beatle Paul McCartney zum “Get Back”-Duett auf die Bühne geholt. Ihre Instrumente sind dagegen nicht die klassischen Marken wir Gibson oder Fender, sondern ältere billige japanische Modelle, mit denen sie ihren unverwechselbaren Gitarrensound erreicht. Stütze und Mittelpunkt ihrer Band ist der New Yorker Schlagzeuger Nate Smith.

Brittany Howard wird in Basel begleitet von Zachary Cockrell, Bass, den Gitarristen Brad Williams und Alex Chakour, den Keyboardern Lloyd Buchanan und Paul Horton, sowie den Chorsängerinnen Karita Law und Shanay Johnson.

18:00 Uhr: Live aus Weimar ~ zdf@bauhaus: Mighty Oaks

Open Air aus dem Innenhof der Universitätsbibliothek, Weimar, Deutschland, 2021
Regie: Volker Weicker
Moderation: Jo Schück
3sat

“zdf@bauhaus” überträgt live zwei Open-Air-Konzerte aus dem Innenhof der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar. Jo Schück erwartet die Mighty Oaks und Stefanie Heinzmann.

Den Anfang machen die Mighty Oaks, die ihr neues Album “Mexico” mitbringen. Das vierte Werk von Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders ist ein intimes und persönliches Album, das Themen wie Sucht, psychische Gesundheit oder die Hoffnung auf Liebe behandelt.

Den Februar und März 2020 verbrachten die drei auf Tour – dann kam der Lockdown. Das war der perfekte Anlass für Ian Hooper, sich seinen Traum vom eigenen Studio zu erfüllen. Schließlich nahmen die drei Bandkollegen und langjährigen Freunde die Songs des aktuellen Albums gemeinsam in Hoopers Heimstudio auf. Das war ein kleines Abenteuer, aber fühlte sich offensichtlich gut an. “Zu Hause aufzunehmen, hat den Druck rausgenommen: Wir mussten kein großes Studio bezahlen, niemand hat irgendetwas von uns erwartet, wir hatten einfach Zeit für uns”, erinnert sich Hooper.

So verbindet “Mexico” das Beste aus beiden Welten: Es ist so intim, persönlich und unmittelbar, wie Mighty Oaks klangen, als sich die Welt in sie verliebte. Aber gleichzeitig ist es auch das erwachsene Album dreier Musiker, die ihre Stimme gefunden haben, die das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen kennen und die sich schon längst nichts mehr beweisen müssen. Das Ergebnis sind sehr ehrliche, direkte und berührende Songs. Der Computer kam weniger zum Einsatz: Weniger Plug-ins, mehr Livegefühl – zurück zu den Wurzeln sozusagen. “Die satten, analogen Harmonien klingen wie eine flauschige Decke, warm und irgendwie angenehmer”, schwärmt der Sänger Ian Hooper.

19:00 Uhr: Live aus Weimar ~ zdf@bauhaus: Stefanie Heinzmann

Open Air aus dem Innenhof der Universitätsbibliothek, Weimar, Deutschland, 2021
Regie: Volker Weicker
Moderation: Jo Schück
3sat

Stefanie Heinzmann und die Mighty Oaks teilen sich die “zdf@bauhaus”-Bühne der Bauhaus-Universität Weimar und präsentieren dort ihr jeweils brandneues Album live. Moderator ist Jo Schück.

Das zweite Konzert gibt die Schweizer Pop- und Soul-Sängerin Stefanie Heinzmann, die im Mai ihr sechstes Studioalbum “Labyrinth” veröffentlichte. Es entstand zwar unter Pandemiebedingungen, aber die Künstlerin begegnet der Krise mit einem kraftvollen Pop-Sound.

Nach dem großartigen Erfolg ihres Debütalbums “Masterplan” (2008), das in Deutschland Platinstatus erreichte, bekam Stefanie Heinzmann zahlreiche Auszeichnungen wie den Comet, die 1LIVE Krone und den ECHO. In den letzten 13 Jahren hat die Sängerin fünf Alben veröffentlicht und mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie Udo Lindenberg, Rea Garvey, Gentleman, Lionel Richie, Joss Stone und Ronan Keating gearbeitet.

Ursprünglich bekannt wurde Stefanie Heinzmann durch ihre Teilnahme an einer TV-Show mit Stefan Raab 2008. Neben ihrer Musikkarriere nahm sie auch an verschiedenen TV-Shows und Formaten wie “The Voice”, “Popstars”, “The Masked Singer” und “Sing meinen Song – Das Tauschkonzert” teil.

Heinzmanns letztes Album “All We Need Is Love” war überaus erfolgreich und wurde mehr als 50 Millionen Mal gestreamt. Jetzt folgt ihre sechste Platte “Labyrinth”. Die zehn neuen Songs stecken voller Energie, die sich zwischen flirrendem 1980er-Jahre-Pop und eingängigem Electro entlädt.

Immer wieder führt die Sängerin in “Labyrinth” zurück zum Wesentlichen: “Ich atme, ich laufe, ich esse, ich habe mein Herz und meine Sprache.” Also: weniger Drama, mehr Drive. “Ich wünsche allen ein Leben, in dem sie sich nicht ständig erklären müssen aufgrund ihrer Sexualität, ihrer Hautfarbe, ihres Alters oder Gewichts”, sagt Stefanie Heinzmann. Ganz deutlich ist auf “Labyrinth” die spannende Entwicklung zu erleben, die sie bis hierhin durchlaufen hat. Als Künstlerin und Mensch.

20:00 Uhr: Jan Delay & Disko No. 1: Earth, Wind & Feiern Live 2021

Strandkorb Open-Air-Konzert, Brita-Arena, Wiesbaden, 2021
Regie: Catharina Kleber
Erstausstrahlung
3sat

Jan Delay startet mit seinem neuen Album “Earth, Wind & Feiern” wieder durch. 3sat zeigt das Corona-konforme “Strandkorb-Konzert” aus der BRITA-Arena in Wiesbaden.

Jan Delay ist einer der erfolgreichsten deutschen Musiker, der mit seiner Mischung aus Hip-Hop, Funk, Soul und Reggae aus den deutschen Charts nicht wegzudenken ist. Im Sommer 2021 präsentiert er zusammen mit seiner Band “Disko No. 1” sein neues Album.

Nur wenigen Künstlern gelingt die Balance zwischen musikalischen Genres so gut wie Jan Delay. In den 1990er-Jahren belebte er die deutsche Rap-Szene mit seiner Gruppe “Absolute Beginner”. Als Solokünstler haucht er deutschem Funk und Soul wieder neues Leben ein und probiert sich auch mal im Rock aus. Zusammen mit seiner Band “Disko No. 1” hat er einen ganz eigenen Sound kreiert: von Disco über Trap, Funk, Afrobeats, Ska und Reggea bis zu Rock und Soul.

Seit über drei Jahrzehnten ist Jan Delay aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Treffsichere Reimkunst trifft auf eine Stimme mit Widererkennungswert. Jetzt ist er mit seinem neuen hitverdächtigen Album “Earth, Wind & Feiern” zurück – mit einem fantastischen Reggae- und basslastigen, sehr tanzbaren Sound.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt das Konzert in Wiesbaden exklusiv im Rahmen des 3satThementags “Pop Around the clock – Summer Edition”.

21:15 Uhr: Dua Lipa: Studio 2054

Printworks Nightclub, London, Großbritannien, 2020
Regie: Liz Clare
3sat

Am 27. November 2020 erlebt die Netzgemeinde die Premiere des Dua-Lipa-Konzertfilms “Studio 2054” mit Gastauftritten von FKA Twigs, Miley Cyrus, Kylie Minogue, Elton John und anderen.

Im Mittelpunkt des Films stehen die Songs des neuen Dua-Lipa-Albums “Future Nostalgia” und ihrem selbst betitelten Debüt aus dem Jahr 2017. Die Liveübertragung findet im Londoner Nachtclub “Printworks” nach intensiven Vorbereitungen und Proben statt.

Dua Lipa und ihr Team wollen etwas Neues schaffen und entwickeln die Idee des “Live Music Video”, einer neuen Gattung zwischen Musikvideo und Livekonzert in Zeiten von Corona. Das große Vorbild ist der legendäre New Yorker Nachtclub “Studio 54”, der auf Dua Lipa schon lange eine große Faszination ausübt. Über Wochen bleibt das Team vor und hinter der Kamera unter Corona-Bedingungen zusammen. Für Dua Lipa ist das der ersehnte Ersatz für ihre abgesagte “Future Nostalgia Tour”.

Der Konzertfilm ist in mehrere Akte gegliedert und spielt in verschiedenen Innenräumen. Akt eins spielt in einem TV-Studio aus den 1970er-Jahren, stilgerecht gedreht im alten 4:3-TV-Bildformat. Eine Roller-Disco bildet den Hintergrund für den zweiten Akt, während die Weiten einer riesigen unterirdischen Versorgungsetage den dritten Akt eröffnen, der dann in eine kuschelige Künstlergarderobe führt und in einer Disco endet. Im vierten Akt kehren die Künstler in das TV-Studio zum großen Finale zurück.

Für den Kritiker Neil McCormick vom “Daily Telegraph” ist es “der beste Livestream des Jahres 2020, hervorragend inszeniert und eine eskapistische Fantasie für das Sofa”. Kitty Empire vom “Observer” ist begeistert von den Songs, den Choreografien sowie den eleganten Kostümwechseln und wertet die Show als “Retro-Zukunft Dance Party.”

2021 wird Dua Lipa für das Album “Future Nostalgia” mit dem Grammy Award in der Kategorie “Best Pop Vocal Album” ausgezeichnet. Bereits 2019 gewinnt Dua Lipa die Grammy Awards in den Kategorien “Best New Artist” und “Best Dance Recording”.

22:25 Uhr / LINDEMANN: Live in Moscow

VTB Arena, Moskau, Russland, 2020
Regie: Serghey Grey
3sat

Am 15. März 2020 präsentieren Rammstein-Sänger Till Lindemann und der schwedische Multiinstrumentalist Peter Tägtgren ihr Projekt “LINDEMANN” live in Moskau.

Auf dem Programm stehen die Songs ihrer Alben “Skills in Pills” und “F & M”. Es ist das Vermächtnis ihrer Zusammenarbeit, die sie im November 2020 beenden. In Moskau liefern sie explizites Illusionstheater und mitreißendes Power-Entertainment.

Da es bereits erste Anzeichen für eine Corona-Pandemie gibt, spielen LINDEMANN nach Rücksprache mit den Behörden in Moskau zwei Konzerte jeweils mit halber Kapazität zum Schutz des Publikums. Ganz in Weiß tritt die Band um Till Lindemann – Peter Tägtgren, Gitarre, Jonathan Olsson, Bass, Sebastian Svalland, Gitarre, und Sebastian Tägtgren, Schlagzeug – vor das Publikum.

Im Hintergrund sorgen begleitende Videos für ein Gesamtkunstwerk, das Publikum und Kritik begeistert. Hier der große deutsche Brachialpoet und Frontmann Till Lindemann, der mit Rammstein seit bald 30 Jahren international Maßstäbe setzt, dort der schwedische Multiinstrumentalist Peter Tägtgren, der als Frontmann der Bands “Pain” und “Hypocrisy” sowie als Produzent, Death- und Black-Metal-Geschichte geschrieben hat.

Ein zentrales Gestaltungsmittel des Konzerts sind die Videoclips des langjährigen Lindemann-Gefährten Zoran Bihać, die die Grenzen des Alltäglichen ausloten und dafür sorgen, dass die Konzerte erst ab 18 Jahren besucht werden dürfen. Für das Power-Duo ist es laut Pressetext der Band “ein provokantes Spiel mit der Doppelmoral und Bigotterie in unserer Gesellschaft, der immer wieder der Spiegel vorgehalten wird. Es ist eine Konfrontation mit den Abgründen der menschlichen Existenz, ohne dabei den Humor zu vergessen. Es geht um eine übersteigerte Darstellung des Makabren und Abgründigen, ein herrliches Illusionstheater der Absurditäten”.

Kennengelernt haben sich Till Lindemann und Peter Tägtgren angeblich, als Tägtren in Schweden eine Schlägerei zwischen Rammstein-Mitgliedern und einer Gruppe Biker verhindert haben soll. Im Juni 2015 erscheint das erste Album “Skills in Pills” und schafft den Sprung auf Platz eins der deutschen Album Charts – genau wie das zweite Album “F & M”, das am 22. November 2019 erscheint.

Im Rahmen der ersten Live-Tour wurden alle Tickets der minderjährigen Fans storniert und der Konzertbesuch nur Erwachsenen gestattet. Am Freitag, 13. November 2020, geben LINDEMANN über Social-Media-Plattformen bekannt, das Tägtgren die Band verlässt. Till Lindemann kündigt zur Freude seiner Fans an, dass er das Projekt dennoch fortführen will.

23: 55 Uhr: Ellie Goulding: Live at the Victoria & Albert Museum

London, Großbritannien, 2020
Regie: James Russell
3sat

26. August 2020 präsentiert Superstar Ellie Goulding die Songs ihres neuen Albums “Brightest Blue” im Rahmen eines weltweiten Onlinekonzerts im “Victoria and Albert Museum” in London.

Langsam und leise tritt Ellie Goulding aus dem Hintergrund in das erste Bühnenbild des prächtigen historischen Museums und führt das Publikum im Verlauf des Konzerts an weitere staunenswerte Plätze innerhalb und außerhalb des Gebäudes.

Die Songs des Konzerts erzählen eine einfache Geschichte: über schlechte Beziehungen bis zu einer glücklichen Liebe am Ende. Ellie Goulding singt voller Hingabe, manchmal zittert ihre Stimme, aber sie wird getragen von einem Chor und einem kleinen, sanft aufspielenden Orchester. Ellie Goulding gibt sich ganz der Performance hin, tanzt und scheint das Setting ohne Publikum um sie herum fast zu vergessen.

Geboren 1986 in England als Elena Jane “Ellie” Goulding, beginnt sie als 15-Jährige Gitarre zu spielen und schreibt erste eigene Songs. Später bricht sie ihr Studium ab und verdient Geld mit Auftritten in britischen Pubs. Ellie Goulding wird von einer Plattenfirma entdeckt, erhält im September 2009 ihren ersten Plattenvertrag und schafft mit einem Auftritt im Rahmen der TV-Sendung “Later with Jools Holland” den Durchbruch: Sie gewinnt den Kritikerpreis im Rahmen der Brit Awards in der Kategorie “Newcomerin” und veröffentlicht 2010 ihr Debütalbum “Lights”, das Platz eins der UK-Albumcharts erreicht. Von da an geht es für die Singer-Songwriterin bergauf. Sie gewinnt unter anderem zweimal die Brit Awards, wird mehrfach für die MTV Europe Music Awards nominiert und gewinnt 2016 den “People’s Choice Award”.

Ende 2020 meldet sich Ellie Goulding zu Wort und kritisiert die Musikpreise. Auslöser ist die Debatte um den Sänger The Weeknd, der für “Blinding Lights” keine Nominierung im Rahmen der Grammys 2021 erhalten hat, obwohl er der am meisten gestreamte Song auf Spotify im Jahr 2020 war. Goulding fordert daraufhin mehr Transparenz: “Ich frage mich, wann die Branche aufgehört hat, die Impulse zu reflektieren, die uns als Musiker antreiben.” Die Gründe, warum Musiker*innen nominiert oder in einer bestimmten Preiskategorie landen, seien oft schwer nachzuvollziehen: “Ich und so viele andere wollen nur etwas Transparenz.”

Im Mai 2021 wird Ellie Goulding zum ersten Mal Mutter. Ihr Mann, der Kunsthändler Caspar Jopling, schreibt am 2. Mai per Instagram-Story: “Mama und Baby sind glücklich und gesund.” Ihr Sohn heißt Arthur Ever Winter. Im Interview mit der “Vogue” verrät Goulding, dass sie während der ersten Monate und während ihrer Konzertauftritte in der Zeit “keine Ahnung” hatte, dass sie schwanger war. Die erfolgreiche Sängerin will auch nach der Schwangerschaft weiter auftreten: “Ich freue mich darauf, Mutter zu sein, aber ich möchte auch sicherstellen, dass ich weiterarbeite. Ich kann es kaum erwarten, wieder auf Tour zu gehen. Ich freue mich auf die Herausforderung. Es wird eine völlig neue Erfahrung.”

00:50 Uhr: Little Mix: LM 5 – The Tour Film

O2 Arena, London, Großbritannien, 2019
Regie: Laurence Warder
3sat

Ab 31. Oktober 2019 stehen Little Mix für drei Konzerte auf der Bühne der O2 Arena in London und begeistern mit Hits und ihrer Bekenntnis zu Selbstbestimmung und Akzeptanz junger Frauen.

Die vier Sängerinnen machen da weiter, wo die Spice Girls in den 1990er-Jahren mit “Girl Power” aufhören: Little Mix gelten als Helden des Feminismus und des Empowerments, sie kämpfen gegen Fremdbestimmung.

2018 schreiben sie im Magazin Stylist: “We are the brand. It’s our baby.” Sängerin Perrie Louise Edwards bringt es auf den Punkt: “Wir sagen was wir denken. Wenn wir etwas nicht mögen, machen wir das klar. Wenn du als junge Frau im Musikbusiness beginnst, gibt es doppelte Standards. Da hieß es immer: ‘Das ist dein Weg, bleib’ da drauf und verlasse ihn nicht.’ Das ist vorbei. Wir sind der Boss.”

Jessica Louise Nelson, Leigh-Anne Pinnock, Jade Amelia Thirlwall und Perrie Louise Edwards werden alle zwischen 1991 und 1993 in England geboren. Alle vier sind bereits unabhängig voneinander als Sängerinnen aktiv und bewerben sich 2011 für die britische Castingshow “X Factor”. Alle vier scheiden als Solosängerinnen aus, bekommen jedoch eine Chance in zwei verschiedenen Gesangsgruppen. Schließlich werden sie auf Betreiben der Jurorinnen Kelly Rowland und Tulisa Contostavlos als Quartett unter dem Namen “Rhythmix” neu zusammengestellt und stehen nach einer Namensänderung als “Little Mix” im Finale.

Little Mix gewinnen die Castingshow am 11. Dezember 2011, veröffentlichen 2012 ihr Debütalbum “DNA”, mit dem sie als erste britische Girlgroup auf Anhieb den Einstieg in die Top 5 der Billboard 200 schaffen. 2018 erscheint das fünfte Album “LM 5”, mit dem Little Mix von September bis November 2019 auf Europa-Tournee gehen. Bis heute hat die Band über 50 Millionen Tonträger verkauft.

Die Tour ist ein Erfolg, die Kritiker sind begeistert. So schreibt Laura Hernández von der spanischen Zeitung “Okidario”, dass “die Wichtigkeit von ‘Women-Empowerment’ von Anfang an im Konzert präsent war. Die fantastische Lightshow tauchte die Bühne in einen bisher nie gesehenen Glanz: Es war eine der spektakulärsten Shows in Spanien aller Zeiten”. Matteo Rossini von “Sky TG24” schreibt über das Konzert in Mailand: “Die Band hat eine Show konzipiert, in der Girl Power und die Unterstützung der LGBTQ+-Community der gemeinsame Nenner zwischen staunenswerten Choreographien, außerordentlichen stimmlichen Darbietungen und einer detailreichen Inszenierung sind.”

Niemand ahnt, dass Little Mix schon bald nicht mehr komplett sein werden. Jessica Louise Nelson bestätigt am 14. Dezember 2020 ihren Ausstieg aus der Band aufgrund ihrer psychischen Gesundheit. In ihrer Schulzeit hat sie bereits Mobbing-Erfahrungen und leidet daraufhin unter Haarausfall. In der preisgekrönten BBC-Dokumentation “Jesy Nelson: Odd One Out” berichtet sie über ihren Kampf mit dem eigenen Körperbild und ihren Erfahrungen mit Cyber-Mobbing, einem Suizidversuch und Depressionen. Mit ihrem Film will sie jungen Menschen Mut machen, sich von Hasskommentaren nicht herunterziehen zu lassen.

Nach ihrem Rückzug kann sich Jesy Nelson vor Angeboten offenbar kaum retten. Sie strebt eine Solokarriere an und ist gerade dabei, neue Musik aufzunehmen. Und es scheint ganz so, als habe sie genau die richtige Entscheidung getroffen.

Wie die Zeitung “The Sun” berichtet, kämpfen gleich mehrere Plattenlabel um einen Vertrag mit ihr. Ein Insider verrät: “Ihr geht es super und sie liebt es, kreativ im Studio zu sein. Wenn alles nach Plan läuft, bringt sie dieses Jahr Musik heraus und landet einige todsichere Hits. Die Welt liegt ihr zu Füßen.”

01:50 Uhr: Laura Marling: Live from Union Chapel

Islington, London, Großbritannien, 2020
Regie: Giorgio Testi
3sat

Am 6. Juni 2020 steht Sängerin Laura Marling mutterseelenallein mit ihrer Gitarre in der Union Chapel in Islington, einem Ortsteil von Nord-London, für ein Corona-Konzert vor der Kamera.

Im Mittelpunkt steht ihr siebtes Album “Song for Our Daughter”. Die britische Onlineplattform “Recordstore” urteilt: “Das ist Balsam für die Seele.” Und die Berliner Zeitung ist sich sicher: “Laura Marling ist eine der besten Songschreiberinnen unserer Zeit.”

Geboren am 1. Februar 1990 im britischen Eversley in Hampshire, gründet Laura Beatrice Marling 2006 die Folkrockband “Noah and the Whale”. 2007 wird der amerikanische Sänger, Songwriter, Dichter und Filmemacher Adam Green auf die junge Sängerin aufmerksam und bittet sie, mit auf seine Tournee zu gehen. 2008 erscheint ihr Debütalbum, das die UK-Album-Charts erreicht. 2011 erhält Laura Marling den Brit Award in der Kategorie “Beste britische Solokünstlerin” und wird im selben Jahr vom “New Musical Express” mit einem NME Award in der Kategorie “Best Solo Artist” ausgezeichnet.

Ihr Online-Konzert vom 6. Juni 2020 begeistert Fans und Kritiker. Die britische Tageszeitung “The Guardian” schreibt: “Nah und virtuell” – ein scheinbarer Widerspruch. Trotzdem schafft Laura Marling mit ihrem intensiven Auftritt Nähe, der vielen Menschen in den Zeiten des Lockdowns guttut. 4000 Online-Tickets werden gebucht, um ein Konzert zu verfolgen, das entfernt an Joni Mitchell, Bob Dylan, Neil Young und Leonard Cohen erinnert, aber immer Laura Marling bleibt.

Die Yoga-Lehrerin und Studierende für einen Master in Psychoanalyse steht für einen “optimistischen Realismus”, schreibt die “Berliner Zeitung” im April 2020 und ist sich sicher: “Seit Joni Mitchell erinnert niemand so sehr an Joni Mitchell wie Laura Marling. Die Britin singt ein wenig dunkler, aber man hört Mitchell unverkennbar in der lässig und frei streunenden Phrasierung, den Sprüngen in die Stimmhöhen, den überraschenden harmonischen Seitenwegen.”

Auch das siebte Album “Song for Our Daughter” baut auf der Songwriter-Generation der klassischen Ära um 1970 auf, deren Vertreter lyrisch und gestalterisch den Autorenstatus im Pop für sich eroberten. Inhaltlich sind die Texte persönlich aufs Hier und Jetzt gerichtet und beschäftigen sich mit “eigenen Traumata” wie dem “patriarchalen Bullshit” und den “#MeToo-Männern”.”

Der Produktionsort, die Union Chapel, ist eine aktive Kirche, die sich dazu als Live-Eventstätte und Beratungsstelle für obdachlose Menschen einen Namen gemacht hat. Gebaut zwischen 1874 und 1977, wird die Kirche in den Jahren 2002, 2012 und 2014 von den Lesern des “Time Out”-Magazins aufgrund ihrer Akustik zu Londons bester Livemusik-Veranstaltungsstätte gewählt.

02:35 Uhr: Pop Around – Video Stars (1/5): Meisterwerke

Moderation: Vivian Perkovic
(Erstsendung: 19.07.2021)
3sat

“Pop Around – The Video Stars” entführt die Zuschauer in die faszinierende Welt der Musikvideos: Vivian Perkovic präsentiert stilprägende Videoclips aus fünf Jahrzehnten.

In der ersten Folge der fünfteiligen Reihe liegt der Fokus auf visuell herausragenden Musikvideos von den Beastie Boys, Missy Elliott, George Michael, Daft Punk, Peter Gabriel und Michael Jackson.

In einer Zeit vor YouTube, als es noch galt, einmal bei den “MTV Video Music Awards” abzuräumen, kostete das Video zum Song auch gern mal so viel wie ein Kinofilm – und sah auch so aus. Entsprechend gibt es einige Songs der Musikgeschichte, die untrennbar mit ihren Musikvideos verknüpft sind. Ikonische Kurzfilme, die den Songs fast die Show stehlen oder eine perfekte Symbiose mit ihnen eingehen.

Kein Wunder, wurden sie doch von genialen Köpfen wie Martin Scorsese, David Fincher oder Michel Gondry erdacht. Gastauftritte von Stars wie Halle Berry, Naomi Campbell und Wesley Snipes sind da nur das Tüpfelchen auf dem i. Vivian Perkovic präsentiert vor der glamourösen Kulisse des Berliner Zoopalastes sechs Musikvideos, die ein Fest für Ohren UND Augen sind.

Die fünfteilige Reihe “Pop Around – The Video Stars” nimmt die 3sat-Zuschauerinnen und Zuschauer in die verrückte und bunte Welt aus fünf Jahrzehnten Musikvideoclips mit.

03:15 Uhr: Pop Around – Video Stars (2/5): Berlin, Berlin!

Moderation: Vivian Perkovic
(Erstsendung: 20.07.2021)
3sat

In dieser Folge stehen die größten in den legendären Berliner Hansa Studios produzierten Hits von Depeche Mode, SEEED, Thomas D., U2, Marillion, Sido und David Bowie im Fokus.

Kaum eine andere Stadt zieht so viel Kreative an wie Berlin. Und das nicht erst seit gestern. Internationale Musiker lassen sich von der eindrucksvollen Geschichte der deutschen Hauptstadt inspirieren, nehmen zeitlose Welthits auf und geben sich die Klinke in die Hand.

Welche spannenden Geschichten ranken sich um diese Hits, die so eng mit der Stadt Berlin verbunden sind? Vivian Perkovic geht dieser Frage nach.

Die fünfteilige Reihe “Pop Around – The Video Stars” nimmt die 3sat-Zuschauerinnen und Zuschauer in die verrückte und bunte Welt aus fünf Jahrzehnten Musikvideoclips.

03:50 Uhr: Pop Around – Video Stars (3/5): Pop & Politik

Moderation: Vivian Perkovic
3sat
(Erstsendung: 21.07.2021)

Diese Folge beschäftigt sich mit Künstlern und deren Musik, die eine politische Botschaft hat. Dabei sind: Pink Floyd, MIA, Rage Against The Machine, K.I.Z., Madonna und Kendrick Lamar.

Die Texte der Songs sind klare Statements, die Musikvideos dazu halten der Gesellschaft einen Spiegel vor – provokant, vorwurfsvoll, sarkastisch und manchmal mit einer Prise Idealismus. Es geht um Rassismus, Unterdrückung und Hass.

Hier zählt mehr denn je die Geschichte hinter dem Song und dem Musikvideo – Vivian Perkovic kennt sie alle. Vor der Kulisse des Berliner Tränenpalastes, der selbst viele, zumeist traurige Geschichten erzählen könnte, präsentiert sie sechs Meisterwerke der Musik- und Musikvideo-Geschichte.

Die fünfteilige Reihe “Pop Around – The Video Stars” nimmt die 3sat-Zuschauerinnen und Zuschauer in die verrückte und bunte Welt aus fünf Jahrzehnten Musikvideoclips.

04:30 Uhr: Pop Around – Video Stars (4/5): Made in Germany

Moderation: Vivian Perkovic
(Erstsendung: 22.07.2021)
3sat

In dieser Folge geht es um deutsche Musikvideos, die es in die internationalen Charts geschafft haben. Mit dabei: Nena, Tokio Hotel, Rammstein, Milli Vanilli, Modern Talking, Scorpions.

In den internationalen Charts spielt Musik aus Deutschland nicht oft vorn mit. Umso erstaunlicher ist es, wenn es ein Song aus dem Land der Dichter und Denker international an die Spitze schafft. So gibt es Melodien, die man auf der ganzen Welt mitpfeifen kann.

Das ist zum Beispiel “Wind of Change” von den Scorpions, heute Soundtrack der Wiedervereinigung. Mit einem pazifistisch angehauchten Text hat es auch die Künstlerin Nena einst ganz nach oben geschafft. Aber auch leichtere Kost aus deutschen Synthesizern waren wochenlang internationale Dauerbrenner. Am Berliner Westhafen erzählt Vivian Perkovic von kometenhaften Aufstiegen und tiefen Abgründen.

Die fünfteilige Reihe “Pop Around – The Video Stars” nimmt die 3sat-Zuschauerinnen und Zuschauer in die verrückte und bunte Welt aus fünf Jahrzehnten Musikvideoclips.

05:10 Uhr: Pop Around – Video Stars (5/5): Wiederholungstaten

Moderation: Vivian Perkovic
(Erstsendung: 23.07.2021)
3sat

In dieser Folge stehen die größten Coverhits von den Fugees, Johnny Cash, Sinead O’Connor, No Doubt, Take That, Marylin Manson und Whitney Houston im Fokus.

Coversongs sind eine Kunstform für sich. Auch wenn sie oft eine Liebesbotschaft an das Original senden, handelt es sich um Songs, die Künstler anderen quasi “geklaut” haben. Die neu interpretierten Versionen sind häufig erfolgreicher als die Originale.

Sie landen oft an der Spitze der Charts, und nicht immer ist bekannt, dass Hits wie “Killing Me Softly” oder “I Will Always Love You” eigentlich Coversongs sind. Wie kam es bei diesen Liedern zu einer neuen Version? Und welche Geschichten stecken hinter der Neufassung? Vivian Perkovic präsentiert die spannendsten Coversongs und deren Hintergründe, und zwar aus dem Gefängnis in Berlin Köpenick.

Die fünfteilige Reihe “Pop Around – The Video Stars” nimmt die 3sat-Zuschauerinnen und Zuschauer in die verrückte und bunte Welt aus fünf Jahrzehnten Musikvideoclips.