3satKulturdoku: “THEATER.MACHER.INNEN. Wie gleichberechtigt ist das Theater?”

Die Schauspielerin Dagmar Manzel arbeitet nur noch mit Regisseur*innen zusammen, die keinen Druck erzeugen und ihre Kolleg*innen mit Respekt behandeln. © ZDF und Sven Müller

Wie steht es um die Rolle der Frau auf und hinter den Bühnen deutschsprachiger Theater? Die 3satKulturdoku “THEATER.MACHER.INNEN” von Kathrin Schwiering begibt sich am Samstag, 19. Dezember 2020, um 19.20 Uhr in Erstausstrahlung, auf vielschichtige Spurensuche. Sie thematisiert die Gleichberechtigung am Theater und diskutiert Lösungsansätze. Zu Wort kommen Theaterschaffende wie Dagmar Manzel, René Pollesch, Marlene Streeruwitz, Anna Bergmann und Milo Rau.

Die Sendung ist ab Freitag, 18. Dezember 2020, drei Monate lang in der 3sat-Mediathek abrufbar. Bereits am Donnerstag, 17. Dezember 2020, 19.20 Uhr, zeigt das 3sat-Magazin “Kulturzeit” einen Beitrag zu diesem Thema.

Viele Texte, die man dem klassischen Theaterkanon zuordnet, vermitteln kein modernes Frauenbild – wurden doch die meisten Klassiker vor Hunderten von Jahren geschrieben. Aber häufig werden diese Geschlechterklischees auf der Bühne nicht aufgehoben und neu interpretiert, sondern reproduziert. Das liegt nicht nur am sogenannten “male gaze”, dem männlichen Blick auf den Text und die darin handelnden Frauen. Sondern auch an der Geschlechterungerechtigkeit hinter der Bühne: Nur 20 bis 30 Prozent der Führungspositionen sind durch Frauen besetzt. Die Theaterbühne gilt als politischer und sozialkritischer Raum, aber über Machtstrukturen oder möglichen Machtmissbrauch innerhalb des Systems wird kaum gesprochen.

Das Bewusstsein für Gleichberechtigung am Theater ist nicht erst seit der #MeToo-Debatte vorhanden. Aber wie sieht es konkret im Arbeitsalltag aus? Theaterschaffende erzählen ihre Sicht der Dinge, sprechen von ihren persönlichen Erfahrungen, dem Status Quo und unterschiedlichen Lösungsansätzen – von polarisierend und radikal bis zu moderat und kompromissbereit. Eine neue Generation an Theatermacherinnen und Theatermachern steht in den Startlöchern, um ein theoretisches Umdenken tatsächlich auch in die Praxis umzusetzen.