3. Sinfoniekonzert des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz am 8. und 9. Dezember

Staatstheater Mainz © Andreas J. Etter

Zum 3. Sinfoniekonzert lädt das Philharmonische Staatsorchester Mainz unter Leitung von Gastdirigent Harry Ogg am 8. und 9.12. ins Große Haus.

Neben dem düsteren Nachtstück This Midnight Hour der Komponistin Anna Clyne, das aus zwei Gedichten von Juan Ramón Jiménez und Charles Baudelaire schöpft, erklingt das Konzert für Viola und Orchester von Béla Bartók – eines der wichtigsten seiner Art, nicht nur im 20. Jahrhundert. Es demonstriert die Abgeklärtheit seines Spätstils, bringt den dunklen Charakter der Bratsche voll zur Geltung und zeigt in den lyrischen Monologen des ersten Satzes, in den Naturbildern des Adagio religioso und im Tanzfest des Finales den subtilen und kreativen Umgang Bartóks mit folkloristischem Material. Solist der Mainzer Interpretation ist der beeindruckende britische Bratschist Timothy Ridout.

Die Sinfonie Nr. 4 in e-Moll von Johannes Brahms ist Gipfel- und Endpunkt seines orchestralen Oeuvres, das ihn viel Mühe, Kopfzerbrechen und Ringen mit den musikalischen Ausdrucksmitteln gekostet hat. Er habe „wieder mal so ’ne Polka- und Walzerpartie zusammenkomponiert“, beschied er ironisch-distanziert seinen Freund*innen, die angesichts des neuen Werks zunächst ratlos waren. Es bricht mit etlichen traditionellen Vorstellungen von Gestalt und Gestus einer Sinfonie: Bestürzend ungewohnt, hochkomplex und wagemutig radikal kombiniert Brahms romantische Melancholie, derben Humor und barocke Strenge. Der große Erfolg der Uraufführung hält bis heute an.

Karten gibt es online unter staatstheater-mainz.com oder an der Theaterkasse (Fuststrasse 4).