“250 Jahre Beethoven” ~ Das Konzert “Berlin feiert Beethoven” und zwei Dokus am 13. September im ZDF

Anne-Sophie Mutter auf der Bühne (© ZDF und Dita Vollmond)

Sonntag, 13.09.
22:15 Uhr: Konzert: Berlin feiert Beethoven
00:35 Uhr: Doku: “Giganten: Beethoven – Genie am Abgrund”
01:35 Uhr: Doku: “Diesen Kuss der ganzen Welt – Beethoven heute”

Sonntag, 13.09. / 22:15 Uhr / Berlin feiert Beethoven

Mitwirkende:
Anne-Sophie Mutter (Geige)
Julia Kleiter (Sopran)
Waltraud Meier (Alt)
Andreas Schager (Tenor)
René Pape (Bass)

Die Staatskapelle Berlin mit dem Staatsopernchor
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim

Regie: Henning Kasten
Kamera: Volker Schmidt
Produktionsleitung: Christiane Alsfasser, Egbert Gerloff
Aufnahmeleitung: Carsten Schauerte
Redaktion: Martin P. Schneider, Dr. Elke Schwenck

Nach Zeiten kulturellen Stillstands beginnt die Staatsoper Berlin die Spielzeit mit einem Paukenschlag der Extraklasse: Die Hauptstadt feiert Beethoven mit einem großen Konzert-Event.

Seit 2007 lockt die Open-Air-Reihe “Staatsoper für alle” jährlich Zehntausende Zuhörer auf den Bebelplatz im Herzen Berlins. Auch in Zeiten von Corona soll es das große Klassik-Event geben, wenn auch unter besonderen Bedingungen. 2020 steht das Ereignis ganz im Zeichen von Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag.

Das ZDF sendet das spektakuläre Jubiläumskonzert am Sonntag, 13. September 2020. Das Programm eröffnet eine Solistin, die weltweit zu den renommiertesten und populärsten Stars der Klassik-Szene zählt: Anne-Sophie Mutter spielt Beethovens Romanzen für Violine und Orchester. Mit diesen beiden Konzertstücken hat der Komponist die romantische Gattung des “Lieds ohne Worte” vorweggenommen. In der Verbindung virtuosen Spiels mit empfindsamem “Gesang auf dem Instrument” zeigt sich einmal mehr die besondere Kunst von Anne-Sophie Mutter.

Ein Superlativ ist auch der zweite Programmpunkt des Open-Air-Events auf dem Bebelplatz: Beethovens 9. Sinfonie, das Werk, mit dem  sich der Visionär unsterblich machte. Beethovens 9. steht für die Utopie einer besseren Welt. Sie strahlt bis in die heutige Zeit und setzt mit ihrer “Wort gewordenen” Musik Maßstäbe. Götterfunken und Seelengewitter: Beethovens Musik ist auch Sprache, ein Credo, das mit seiner überzeitlichen und überdimensionalen Gültigkeit nicht nur Freude, Freundschaft und Menschenliebe besingt, sondern auch mit seiner Kraft die Hoffnung auf eine bessere Welt verspricht.

Daniel Barenboim hat sich Zeit seines Lebens mit Beethovens Werk und Geisteshaltung auseinandergesetzt. Der Dirigent, Pianist und Kulturaktivist wird im Rahmen dieses Konzertes die Staatskapelle Berlin sowie den Staatsopernchor leiten. Hochkarätig ist auch die Besetzung der Gesangssolisten und -solistinnen der 9. Sinfonie: Julia Kleiter (Sopran), Waltraud Meier (Alt), Andreas Schager (Tenor) und René Pape (Bass).

Das Konzert vom Bebelplatz live erleben können die Zuschauer am Sonntag, 6. September 2020, ab 20.00 Uhr in der ZDFmediathek auf zdfkultur.de.

Sonntag, 13.09. / 00:35 Uhr / “Giganten: Beethoven – Genie am Abgrund”

Buch: Gero von Boehm
Kamera: Tibor Szalma
Produktion: Cinecentrum
Redaktion: Hans-Christian Huf

Ludwig van Beethoven war ein Genie, zu leidenschaftlichsten Gefühlen fähig und ständig im Kampf gegen sein Schicksal begriffen.

Als gigantischer Schöpfer einzigartiger Musik schrieb er Sonaten, Konzerte, Sinfonien und eine Oper. Seine 9. Sinfonie mit der “Ode an die Freude” (“Freude schöner Götterfunken”) ist das wohl bekannteste Musikstück aller Zeiten. Ludwig van Beethoven wurde damit weltweit zum Mythos.

Der Film aus der Reihe “Giganten” mit Uwe Ochsenknecht als Ludwig van Beethoven erzählt die Zeit des Komponisten in Wien, das für ihn Himmel und Hölle zugleich symbolisiert. Dort hat er seine größten Triumphe und erlebt seine größten persönlichen Niederlagen. Als im Alter von 28 Jahren der schleichende Prozess des Taubwerdens einsetzt, droht er den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er denkt an Selbstmord und verfasst sein berühmtes “Heiligenstädter Testament”, ein ergreifender Beweis seiner Verzweiflung, die er dann doch durch Willensanstrengung bezwingt.

Knapp 20 Jahre später war er völlig taub, konnte nur noch schriftlich mit seinen Mitmenschen kommunizieren. Welche Qualen musste er in dieser Zeit als Musiker und Dirigent erleiden? Welche Ursache hatte Beethovens Taubheit? Warum tritt gerade in jenen Jahren das Gigantische an seiner Musik so stark zutage? Eine Flucht ins Reich der Musik? Beethovens dramatisches Leben wird auch durch seine unerfüllte Liebe zu mehreren Frauen geprägt – seine “Briefe an die Unsterbliche Geliebte” gehören zu den ergreifendsten Liebesgeständnissen, die je posthum gefunden wurden.

Noch heute rätseln die Experten, welcher großen ungenannten Liebe die Briefe galten. War es Josephine von Brunsvik, war es Antonie Brentano? Und sind deren – uneheliche – Söhne und Töchter die Kinder Beethovens? Gegen Ende seines Lebens isoliert sich der von Krankheiten gezeichnete Beethoven immer mehr, wird den Menschen gegenüber immer gereizter und misstrauischer. Sein Neffe Karl, den er als Sohn sieht, muss die depressiven und euphorischen Phasen seines Onkels ertragen.

Neben Uwe Ochsenknecht spielen in Gero von Boehms Film Maria Simon, Anna Clarin und Mirko Lang. Im dokumentarischen Teil kommen Isabella Rossellini, Anne-Sophie Mutter, Klaus Maria Brandauer und Kurt Masur zu Wort.
*Erstausstrahlung: 6. April 2007

Sonntag, 13.09. / 01:35 Uhr / “Diesen Kuss der ganzen Welt – Beethoven heute”

Film von Lisa-Marie Schnell und Alexandra Hardorf
Sprecher: Götz Bielefeldt
Kamera: Jonny Müller-Goldenstedt, Alejandro Berger, Julian Krätzig, Boris Mahlau u. a.
Schnitt: Agata Welz, Sabrina Degenhardt
Producer: Eriko Nicolaysen, Baba Sandhu, Susanne Steffen, Ina Wilkie, Simon Wilkie
Produktion: Niko Günther, Hinnerk Jensen (dmfilm), Jörg Schmidt (ZDF/3sat)
Redaktion: Dr. Susanne Becker, Martin P. Schneider

Das meistgespielte, beispiellose Komponistengenie: Was bedeutet Ludwig van Beethoven jungen Leuten in aller Welt heute? Eine Abenteuerreise rund um den Globus.

Die Autorinnen treffen einen Sopran im Chor der Zehntausend in Japan, einen virtuosen Jung-Pianisten in Indien, einen jungen Geiger in Namibia, eine Star-Dirigentin in Australien, begeisterte Breakdancer in Kolumbien und einen Star-DJ.

Was passiert, wenn Beethovens Werke heute erklingen? Welche Wirkung entfalten sie im digitalen, globalen 21. Jahrhundert? Was machen Millennials in völlig unterschiedlichen Kulturen für sich aus dem Visionär der deutschen Klassik: “Lebt” Beethoven – oder bleibt er auf dem wohletablierten Sockel der Verehrung? Dass schon der scheinbar unnahbare “Titan” mit seiner Musik die ganze Welt umarmen wollte, hört man im mächtigen Chorklang seiner 9. Sinfonie: “Diesen Kuss der ganzen Welt!” Ein Welthit der musikalischen Völkerverständigung.

Die filmische Reise führt nach Australien, wo Beethoven gerade in einer großen Umfrage zum nationalen Lieblingskomponisten gewählt wurde. In Brisbane trifft das Team Alondra de la Parra, die Chefdirigentin des Queensland Symphony Orchestra. Geboren wurde sie 1980 in New York, aufgewachsen ist sie in Mexico City. Ihr Orchester in Brisbane spielt im Film die 6. Sinfonie, die “Pastorale”. Über Beethoven sagt sie, dass er in der DNA jedes Musikers sei – auch in ihrer eigenen.

Vom großen Meister schwärmt auch die Sopranistin, die alljährlich im Chor der Zehntausend im japanischen Osaka die “Ode an die Freude” schmettert, oder der 13-jährige indische Starpianist Lydian Nadhaswaram, der nicht nur die “Mondscheinsonate” genial und neu interpretiert. Eine ungeahnte Rolle spielt Beethoven bei einem Kulturprojekt mit kolumbianischen Straßenkindern oder beim jungen Orchestermusiker Ronaldo Kandume in der namibischen Wüste: jenseits der großen Bühnen, im Alltag der Menschen und in den ganz unterschiedlichen Welten, in denen sie leben.

In Beethovens Heimat schließlich bringt der Berliner Musikproduzent Moguai Beethoven und Techno zusammen – und Zehntausende zum Jubeln und Feiern. Was verbinden die jungen Elektrofans mit Beethoven? Und was verbindet Beethoven mit Europa? Ein neuer Blick auf die “Ode an die Freude”.

Auf ihrer Weltreise in Sachen Beethoven finden die Autorinnen in jeder Zeitzone, an jedem besuchten Ort eine spannende, ungewöhnliche, anrührende, virtuose oder coole Beethoven-Story. Authentische Geschichten junger Menschen, in deren Leben Beethoven und sein Werk aus verschiedenen Gründen eine entscheidende Bedeutung hat. Wie kann das deutsche Komponistengenie mit seiner Musik auch 250 Jahre nach seiner Geburt Menschen auf allen Kontinenten berühren, beschäftigen und nachhaltig beeinflussen?