1806 – Die Nürnberg Saga ~ Der Soundtrack zum historischen Doku-Drama

1806 - Die Nürnberg Saga ~ Johann Friedrich Klett (Nicolas Stöcklein) und seine Tochter Emilie Klett vor dem neuen Firmengelände ~ © BR/Loopfilm GmbH

In der dramatischen Geschichte von „1806 – Die Nürnberg Saga“ geht es neben den politischen Dimensionen auch um Selbstverständnis, Mentalität, Identität, also um Emotionen. Daher spielte die Filmmusik zu diesem Dreiteiler von Anfang an eine wesentliche Rolle, denn sie trägt und verstärkt die Filminhalte auf der für diesen Film so wichtigen Gefühlsebene.

Bewusst hat der BR deshalb auf Musik aus der Konserve verzichtet und einen Kompositionsauftrag an den mit Filmmusik erfahrenen Komponisten Markus Lehmann-Horn erteilt. In einem engen Dialog mit Regisseur Oliver Halmburger schneiderte Lehmann-Horn den Protagonistinnen und Protagonisten die Musik regelrecht auf den Leib. Sie fängt die emotionalen Achterbahnfahrten, die die Menschen im Nürnberg jener Jahren durchzustehen hatten, sekundengenau auf, intensiviert sie und macht das historische Geschehen damit im Heute viel besser erlebbar.

Über den Auftrag, die Filmmusik zu ‚1806‘ zu schreiben, habe ich mich sehr gefreut. Mein Anspruch war es, dem Doku-Drama die Musik auf den Leib zu schneidern. Das ist für mich die fesselnde Kraft echter, handgemachter Filmmusik: kleine Gesten oder Gedanken der Schauspieler können sich in der Musik wiederspiegeln. Durch die Möglichkeit, die Musik in all ihren Parametern wie Tempo, Dichte, Instrumentierung und Dynamik genau auf individuelle Szenen schreiben zu können, entsteht eine Verschmelzung mit dem Bild, die unter die Haut gehen soll. Das wollte ich in ‚1806 – Die Nürnberg Saga‘ erreichen.“

Markus Lehmann-Horn, Komponist

Nürnberger Symphoniker: 70 Jahre Erfahrung mit Soundtracks

Das stilistisch breit aufgestellte Orchester ist prädestiniert für die sehr speziellen Anforderungen, die die Produktion eines Film-Soundtracks erfordert. Spätestens seit den Grammy Awards 1993 hat es im internationalen Filmmusikbereich einen großen Namen gemacht. Damals wurden die Nürnberger Symphoniker neben Michael Jackson und den Berliner Philharmonikern unter Leonard Bernstein für ihre Aufnahme der Titelmelodie zur TV-Serie „Beauty and the Beast“ in der Kategorie „Best Pop Instrumental Performance“ ausgezeichnet. Doch schon zuvor bestand die „Hollywood-Connection“ des Nürnberger Klangkörpers schon seit Jahrzehnten. Seit den frühen 1950er-Jahren spielten die Symphoniker Soundtracks für die Amerikaner ein: 1953 die Filmmusik zu „Quo Vadis“, 1959 die zu „Ben Hur“.

Die Nürnberger Symphoniker haben sich sofort von dem Anspruch und der Leidenschaft, mit der dieses Projekt auch musikalisch realisiert wurde, anstecken lassen. Wir sind uns sicher, dass unsere Begeisterung für die vielen berührenden und mitreißenden Momente, die wir in Markus Lehmann-Horns Musik zum Klingen bringen durften, auch beim Publikum ankommen wird.

Lucius A. Hemmer, Intendant Nürnberger Symphoniker

Möglich gemacht hat die Kooperation Ursula Adamski-Störmer, die Leiterin der Musikredaktion im Studio Nürnberg. Die musikalischen Fäden für ein historisches Doku-Drama zusammen zu führen, war für sie eine ganz besondere Herausforderung.

Was für eine wundervolle Aufgabe, als Musikredaktion von BR Franken den emotionalen Soundtrack zu diesem aufregenden Doku-Drama beigetragen zu haben. Mit Markus Lehmann-Horn haben wir einen sensiblen und versierten Komponisten ins Boot holen können. Seine kleinen musikalischen Anspielungen auf Nürnbergs große Musikgeschichte haben mich ganz besonders gefreut. Ein Meisterstück, das die Authentizität des Geschehens packend unterstreicht. Nicht zuletzt gilt mein großer Dank den Grammy-gekrönten Nürnberger Symphonikern und ihrem Intendanten Prof. Lucius A. Hemmer, die sich mit voller Begeisterung und mit echter Power auf dieses musikalische Abenteuer eingelassen haben.

Dr. Ursula Adamski-Störmer, Musikchefin BR Franken

Sendetermin:

Die drei Teile des Dokudramas werden am Mittwoch, 29. Dezember 2021, ab 20.15 Uhr im BR Fernsehen ausgestrahlt und sind schon ab Heiligabend und nach Ausstrahlung 12 Monate in der Mediathek (br.de) zu sehen.

Produziert wurde „1806 – Die Nürnberg Saga“ von der Loopfilm (Oliver Halmburger) für das BR Fernsehen. Das Drehbuch schrieben Oliver Halmburger und Christian Lappe.