12. Cello Akademie Rutesheim – Die Bilanz

12. Cello Akademie Rutesheim ~ Akademiekonzert 1 am 2. November 2021: Tzu-Shao Chao (Student, Taiwan) ~ Foto: Stephan Haase

Was für eine Woche! Noch ganz erfüllt von den Konzerten, den Proben, den vielen Begegnungen und dem Wiedersehen mit dem treuen Publikum, zieht die Cello Akademie Rutesheim erste Bilanz.
Klar war von Anfang an, dass dieses international ausstrahlende Festival rund ums Cello sich 2021 anders aufstellen und den Akademie-Betrieb an die neue Normalität unter Corona anpassen musste. Überraschend war nicht nur, wie gut das gelang, sondern vor allem, welcher künstlerische Mehrwert sich aus der verschlankten Ausgabe gewinnen ließ.
Zum einen, weil die bewusst reduzierte Anzahl von Plätzen bei den Meisterkursen mehr Unterricht und zusätzliche Workshops und Beratungsangebote für die glücklichen Ausgewählten bedeutete. Vor allem aber, weil die jungen Talente an mehreren Abenden „Saite an Saite“ mit den Dozenten spielen konnten. Die Rückmeldungen, die Matthias Trück dazu aus beiden Lagern erreichten, waren eindeutig: ein noch mal intensiviertes Akademie-Erlebnis.

Dazu der Leiter der Cello Akademie: „Gemeinsame Auftritte von Dozenten und Meisterkurs-Student*innen kamen auch früher gelegentlich vor, allerdings eher spontan. Dass wir diese Konstellation von Anfang an eingeplant haben war dagegen ein Novum. Die Erfahrungen waren überaus positiv, in mehr als einer Hinsicht. Die Ensemble-Bildung und die Probenarbeit begannen dadurch natürlich schon deutlich vor Beginn der Cello-Akademie und haben den Festivalzeitraum gefühlt deutlich verlängert. Gefragt waren entsprechend gute Selbstorganisation und Vernetzung untereinander – und das hat hervorragend geklappt. Für die Motivation und Eigenverantwortung der Meisterkurs-Teilnehmer*innen hat das noch mal einen spürbaren Push bedeutet. Am Ende hatten wir Ensembles, die von einer Quartettbesetzung bis zu 20 Cellist*innen reichten. Auch die Dozenten waren extrem angetan von dem engeren Kontakt zu den Student*innen. Für unsere Programmplanung der kommenden Ausgaben werden wir sicherlich sehr viel mitnehmen.“

Voll aufgegangen ist auch ein weiteres Konzept – selbst wenn das Team der Cello-Akademie hofft, gerade diese Erfahrungen möglichst bald ad acta legen zu können. Die um- und vorsichtige Bestuhlung mit üppigen Abständen in der Halle Bühl II wurde vom Publikum einhellig gelobt. Zwar erreichte die Anzahl der Plätze dadurch nur etwa ein Drittel oder Viertel der Kapazität vor Corona. Aber die Anwesenden konnten sich sicher fühlen – und honorierten das. Die acht Konzerte waren fast sämtlich ausverkauft. Ein riesengroßes Dankeschön geht in diesem Zusammenhang auch an die Stadt Rutesheim, die zu jeder Zeit voll hinter der Cello-Akademie stand und alles dafür tat, dass die Veranstaltung im geplanten Rahmen stattfinden konnte.

Trotz aller pandemiebedingten Veränderungen – eine Konstante blieb: die dezidiert  internationale Zusammensetzung der Student*innen. 45 Einladungen sprach die Cello-Akademie 2021 für die Meisterkurse aus – alle reisten an! Und das, obwohl zum Beispiel die Teilnehmer*innen aus Taiwan nach sieben Tagen Rutesheim eine dreiwöchige Quarantäne zu Hause erwartet. Die Verteilung der Herkunftsländer fiel daher ähnlich aus wie in den letzten Jahren: 9 Student*innen aus Übersee (Japan, Kanada, Taiwan, USA), 18 Student*innen aus dem europäischen Ausland (Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweiz) und 18 Deutsche beziehungsweise bereits in Deutschland Studierende.

Mehr Informationen: cello-akademie-rutesheim.de