11. Festival »Politik im Freien Theater« 2022 in Frankfurt am Main

Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Schauspiel Frankfurt und der Festival-AG Frankfurt

Pressekonferenz zu Politik im freien Theater mit Kulturdezernentin Ina Hartwig, aufgenommen am Donnerstag (12.11.2020) im Mousonturm in Frankfurt am Main. (v.l.): Marcus Dro§, Festivalleitung, Dramaturg, Künstlerhaus Mousonturm, Katja Herlemann, Festivalleitung, Dramaturgin, Schauspiel Frankfurt, Matthias Pees, Intendant Künstlerhaus Mousonturm, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin, Jan-Philipp Stange, Festivalleitung, Sprecher der Festival-AG. Auf dem Monitor zu sehen (v.l.) Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Anselm Weber, Intendant Schauspiel Frankfurt, Milena Mushak, Festivalleitung, Bundeszentrale für politische Bildung. Foto: Salome Roessler

Mit dem Festival »Politik im Freien Theater« gastiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb alle drei Jahre in einer anderen deutschen Stadt. Nach Stationen in Bremen, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Köln, Dresden, Freiburg und München wird die kommende 11. Ausgabe des Festivals im Herbst 2022 in Frankfurt am Main stattfinden. Die bpb kooperiert im Rahmen des Festivals mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Schauspiel Frankfurt und der Festival-AG, einem Netzwerk der lokalen Freien Szene in Frankfurt, in dem unter anderem ID_Frankfurt e.V., der Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e.V. (laPROF) sowie das Theater Naxos vertreten sind. Das 11. Festival »Politik im Freien Theater« wird unterstützt und begleitet vom Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main.

Thematisch wird sich das Festival mit der Gestaltung von Handlungsspielräumen auseinandersetzen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise der Demokratie sowie scheinbar alternativloser Szenarien wie der drohenden Klimakatastrophe und der Spaltung von Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik sollen vielfältige Handlungsweisen und -möglichkeiten ausgelotet werden.

Bewerben konnten sich alle Landeshauptstädte sowie Städte ab 200.000 Einwohner/innen außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs, da in diesen Bundesländern die letzten zwei Festivals stattgefunden haben. Am Ausschreibungsverfahren haben sieben Städte teilgenommen. Die 11. Festivalausgabe war ursprünglich für Herbst 2021 geplant, musste allerdings aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben werden.

Das Festival »Politik im Freien Theater« gehört zu den wichtigsten Theatertreffen der Freien Szene. Mit 12-14 innovativen, interdisziplinären und genreübergreifenden Gastspielen aus der Freien deutschsprachigen und internationalen Szene bietet das Festival einen Überblick über aktuelle Theaterästhetiken. Die im Rahmen des Festivals gezeigten Produktionen beziehen auf künstlerischem Weg Stellung zu relevanten gesellschaftlichen Fragestellungen und wollen das Publikum anregen, sich mit aktuellen politischen Diskursen auseinanderzusetzen. Zum Festival wird ein umfangreiches, vielfältiges Begleitprogramm entwickelt, an dessen Konzeption zahlreiche lokale Akteure beteiligt sind. Das Gesamtprogramm des Festivals richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Weitere Informationen zum Festival finden sich unter: bpb.de


Pressestatements 11. Festival „Politik im Freien Theater“ 2022 in Frankfurt am Main

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb:

„Wir freuen uns sehr, mit dem Festival »Politik im Freien Theater« 2022 in Frankfurt am Main und damit zum ersten Mal in Hessen zu gastieren. Wir freuen uns außerdem sehr, auf eine Stadt zu treffen mit einem dichten Netz an spannenden Kooperationspartnern in Politik, Kultur und Bildung, mit denen gemeinsam um die 100 Veranstaltungen für alle Altersgruppen entwickelt werden sollen. Mit dem vorgeschlagenen Themenschwerpunkt ergeben sich für die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hervorragende inhaltliche Anknüpfungspunkte.“

Milena Mushak und Anne Paffenholz, Festivalleitung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb:

„Die starke Partnerkonstellation vor Ort aus freiem Produktionshaus, Stadttheater und lokaler Freier Szene ist für uns besonders reizvoll und bietet vielfältige Möglichkeiten, das Festival »Politik im Freien Theater« weiterzuentwickeln. Darüber hinaus bietet Frankfurt durch seine diverse Stadtgesellschaft, spannende Netzwerke und potenzielle Partner/innen ideale Rahmenbedingungen, um ein vielfältiges Festivalprogramm für unterschiedliche Communities zu entwickeln. Ein besonderes Anliegen ist uns dabei, das Angebot für junges Publikum auszubauen, was sowohl auf der Bühne als auch im Begleitprogramm sichtbar werden soll.“

Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main:

„Ich bin stolz auf unsere Theaterinstitutionen und die Freie Theaterszene und freue mich sehr, dass wir »Politik im Freien Theater« 2022 in Frankfurt ausrichten dürfen. Das ist eine Chance für unsere Stadt, mit der wir der Verteidigung des Politischen einen selbstbewussten öffentlichen Raum geben können. Das internationale Frankfurt wird gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung ein bundesweites Signal senden, indem es der gesellschaftlichen Rechten, die sich zunehmend organisiert und das demokratische Prinzip schrittweise ad absurdum zu führen sucht, offene Räume entgegensetzt, die divers und kritisch bespielt werden müssen – wenn sie der politischen Realität unserer Tage irgend Rechnung tragen wollen. Durch ein politisches Theaterfestival werden wir Formen der Politik weiterdenken und einen über Hessen hinaus vernehmbaren Beitrag zu aktuellen Diskussionen leisten. Das Festival wird durch das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt mit 375.000 Euro unterstützt.“

Anselm Weber, Intendant Schauspiel Frankfurt und Matthias Pees, Intendant Künstlerhaus Mousonturm:

„Wir befinden uns derzeit inmitten der Corona-Krise. In diesen Zeiten betrachten wir es als geradezu unabdingbares Zeichen der Solidarisierung, dass das Schauspiel Frankfurt und das Künstlerhaus Mousonturm gemeinsam mit der freien Theaterszene auftritt und das Festival »Politik im Freien Theater« in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung ausrichtet. Nicht indem jeder für sich kämpft, sondern indem wir gemeinsam Kräfte bündeln, können wir diese Krise bewältigen. Dies ist unser erklärtes Ziel, und wir freuen uns auf die bevorstehende Arbeit mit unseren Partnern.“

Katja Herlemann, Dramaturgin am Schauspiel Frankfurt und Mitglied der Festivalleitung:

„Frankfurt als globale Handelsmetropole auf engem Raum und Ursprung der deutschen Demokratie funktioniert wie eine Verdichtungsmaschine für Diskurse und Menschen und stellt darum einen idealen Ort dar, sich im Rahmen der Frankfurter Ausgabe von »Politik im Freien Theater« künstlerisch mit vielgestaltigen Handlungsspielräumen vor dem Hintergrund scheinbar alternativloser Szenarien und politischer Ohnmacht auseinanderzusetzen.“

Jan Philipp Stange, Regisseur, Mitglied der Festivalleitung und Vertreter der “Festival-AG”:

„Für die freie Theaterszene der Stadt Frankfurt ist diese Entscheidung außergewöhnlich erfreulich. Ein Netzwerk von Interessenverbänden, Künstler*innen und Theatern hat sich für die Ausrichtung des Festivals stark gemacht und freut sich nun sehr darauf, das Festival mit den Partnerinstitutionen und der Bundeszentrale für politische Bildung zu verwirklichen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals steht das freie Theater nicht nur im Titel »Politik im freien Theater«, sondern ist auch als Veranstalter an der Durchführung direkt beteiligt. Das ist eine Entscheidung, die die inhaltliche Ausrichtung dieser Festival-Ausgabe prägen wird und für die ganze Theaterszene der Stadt ein Momentum darstellt.“

Marcus Droß, Dramaturg am Künstlerhaus Mousonturm und Mitglied der Festivalleitung:

„Vor dem Hintergrund der politisch und kulturell hoch engagierten Frankfurter Stadtgesellschaft vernetzt sich »Politik im Freien Theater« mit lokalen Partnern und Akteur*innen des freien Theaters und der politischen Bildung. So entsteht eine Vielzahl von Zugängen für ein internationales Festival, das in Theater und Politik gleichermaßen eine kritische Befragung herausfordert und perspektivische Handlungsspielräume eröffnet.“