kulturfreak

Theater: laiensclub (schauspielfrankfurt)

laiensclub schauspielfrankfurt
ehemals Schülerclub Schauspiel Frankfurt

Zahlen / Fakten
schauspielfrankfurt 1984 - 2006, ein Rückblick
Linien
Was war - was ist
Alle Darsteller des laiensclub von 2004 - 2006


Zahlen / Fakten
Der laiensclub (ehemals SCHÜLERCLUB) wurde 1984 von Ingo Waßerka und Alexander Brill ins Leben gerufen. Er hat bisher 30 Produktionen herausgebracht und ca. 950 Vorstellungen gespielt. Über 300 Jugendliche im Alter von 15 - 30 Jahren aus Frankfurt und Umgebung haben im laiensclub mitgespielt, weitere 100 im Team mitgearbeitet.

Der laiensclub bringt eine oder zwei Inszenierungen in der Spielzeit heraus. Die Aufführungen finden im Kleinen Haus und / oder in der Kommunikationsfabrik, schmidtstrasse 12 statt. Jede Produktion hat einen festen Etat. Sie wird von den Abteilungen genauso professionell wie alle anderen Inszenierungen von schauspielfrankfurt betreut. Die Probenzeiten schwanken zwischen 8 und 10 Wochen.

Für jedes Projekt melden sich ca. 50-80 Jugendliche. Ensemble und Besetzung für eine neue Inszenierung entwickeln sich aus einem zweiwöchigen Workshop.

Zu Probenbeginn fährt die gesamte Produktionsgruppe für ein Wochenende aufs Land. Dort leben, reden, phantasieren alle zusammen über den Stoff, den Zugang zu ihm, die Haltung der Jugendlichen zu ihm. Interpretationen werden gelesen und Videos zum Thema angesehen. Im Zentrum steht immer die Frage: die Stoffe auf die Lebenserfahrungen der Jugendlichen zu durchforsten und sie mit ihren Phantasien aufzufüllen.

In den letzten zwei Wochen sind alle vom Unterricht oder den Vorlesungen befreit. Sie werden  in den laufenden Theaterbetrieb integriert. Die Inszenierung wird in den Spielplan aufgenommen und je nach Erfolg und Nachfrage bis zu drei Spielzeiten gespielt.

laiensclub schauspielfrankfurt 1984 - 2006
1984/85 DER DRA-DRA von Wolf Biermann
1985/86 DIE SCHLACHT von Heiner Müller / DIE KLEINBÜRGERHOCHZEIT von Berthold Brecht
1986/87 LUCKY LUKE von Baumeister/Brill
1987/88 CANDIDE nach Voltaire von Baumeister/Brill
1988/89 GRINDKOPF UA von Tankred Dorst, ausgezeichnet mit dem Brüder Grimm Preis der Stadt Berlin
1989/90 PARZIVAL UA von Tankred Dorst, DIE SCHLACHT von Heiner Müller
1990/91 YVONNE DIE BURGUNDERPRINZESSIN von Withold Gombrovic
1991/92 STADTLUFT MACHT FREI von Alexander Brill, ALICE von Alexander Brill
1992/93 KARLOS von Tankred Dorst
1993/94 DIE SEHNSUCHT DER OPHELIA von Alexander Brill
1994/95 TRAUER ZU FRÜH von Edward Bond
1995/96 THE BLACK RIDER von Borroughs / Waits / Wilson
1996/97 DIE SCHLANGENHAUT von Slobodan Snajder, FRÜHLINGS ERWACHEN von Frank Wedekind
1997/98 WEST SIDE STORY nach Leonard Bernstein, DIE LEGENDE VOM ARMEN HEINRICH von Tankred Dorst
1998/99 DER GUTE MENSCH VON SEZUAN von Bertolt Brecht
1999/00 HAIR ein Musical gegen den Krieg. Eigene Fassung nach Macdermot, FEGEFEUER IN INGOLSTADT von Marie Luise Fleißer
2000/01 TRAINSPOTTING eigene Fassung nach dem Roman von Irvine Welsh, CARMEN eine Rock Oper. Fassung: Brill / Geers / Gerlach / Lehr
2001/02 OTHOON UA von Tankred Dorst
2002/03 SHOCKHEADED PETER ein Musical von Mac Dermot
2003/04 LEONCE UND LENA von Georg Büchner
2004/05 DER STREIT von P.C. de Marivaux, DIE VERFOLGUNG UND ERMORDUNG EAN PAUL MARATS von Peter Weiss
2005/06 mannMACHTmann ein Projekt von Alexander Brill, EIN SPORTSTÜCK von Elfriede Jelinek
2006/07 KLEINER MANN WAS NUN? nach dem Roman von H. Fallada, Textfassung: Alexander Brill


Ein Sportstück
schauspielfrankfurt, laiensclub
Asta Nechajute, Franziska Ochs, Anja Arncken, Nadine Kluß
Foto: Alexander Paul Englert


laiensclub schauspielfrankfurt 1984 - 2006
Ein Rückblick
”Ausgegangen sind wir von der Frage: Wie können wir Jugendliche für das Theater interessieren? Wie können wir ihnen durch Praxis Zugang zum Medium Theater verschaffen. Wir boten ihnen Informationsgespräche, Probenbesuche, Werkstättenbesuche, Aufführungsdiskussionen an. Aber diese Angebote wurden nur sehr unregelmäßig, je nach Laune und Wetter, genutzt. Wir überlegten neu und kamen zu dem Entschluss: Die interessierten Schüler sollten eine eigene Arbeit machen. Angefangen haben wir mit “Dra—Dra“ von Wolf Biermann. Es war eine so genannte Null - Produktion, d.h. es ging darum, den Schülern bei minimalem Aufwand Gelegenheit zu geben, eigene Erfahrungen auf der Bühne zu machen, ein erstes kleines szenisches Ergebnis auf die Beine zu stellen, und so eine Kontinuität zu erzielen.

Es brauchte einige Arbeiten, bis wir die richtige Arbeitsweise fanden. Entscheidend für unsere weitere Arbeit wurde die zweite Produktion “Schlacht / Kleinbürgerhochzeit“. Obwohl wir mit dieser Aufführung zum Theatertreffen der Jugend eingeladen wurden, gute Kritiken bekamen, eine breitere Öffentlichkeit für unsere Arbeit interessieren konnten, dennoch: Das alles konnte nicht über ein großes Missverständnis hinwegtäuschen:

1. Das Thema war viel zu hoch gegriffen, hatte nichts mit den Erfahrungen oder Interessen der Darsteller zu tun.
2. Wir hatten sie „inszeniert“, mit ihnen wie mit Schauspielern gearbeitet. So waren sie heillos überfordert, konnten ihre Eigenheiten nicht in ihr Spiel einbringen.

Wir überdachten unsere Arbeit und kamen zu folgendem Ergebnis:

1. Der Stoff musste unmittelbar mit den Jugendlichen zu tun haben.
2. Er sollte keine realistische Spielweise benötigen; wir wollten zeichenhaft arbeiten.
3. Der Körper sollte ins Zentrum der Arbeit rücken; so sollte eine individuelle Aneignung von Figuren und Situationen für die Darsteller gewährleisten konnte.

Wir wählten den Comic: “Lucky Luke“. Ein Stoff, der Teil der Jugendkultur war, Figuren, die keinen Anspruch auf Wirklichkeit hatten, überhöht, grotesk, Typen!
Wir arbeiteten diesmal von Haltungen ausgehend, von außen nach innen. Befreit von jeglichen psychologischen Anforderungen konnten die Schüler los spielen.
Im Laufe der vielen Vorstellungen beobachteten wir, dass die Aufführungen mechanisch wurden. Das lag daran, dass die extreme Form keine emotionale Verankerung hatte, weil die Figuren über Klischees nicht hinausgingen.

Es fehlte der Zusammenhang von Körper und eigener Emotion. Deshalb suchten wir für die nächste Arbeit einen Stoff, der wieder überhöhte Figuren, aber auch eine Fabel und Situationen zuließ, die von den Jugendlichen emotional besetzt werden konnten. Wir wählten den Roman “Candjde“ von Voltaire. Dieser über 200 Jahre alte Roman traf den Nerv der Schüler genau.


Linien:
Im Sommer 86 hatte ich mein erstes Telefonat mit Tankred Dorst. Ich wollte die Uraufführung seines Librettos für Schauspieler: GRINDKOPF machen. Da er mich nicht kannte, schickte ich ihm eine Video Casette von CANDIDE. Wenige Tage später rief er mich an und fragte: „wann können Sie nach München kommen, ich würde Sie gerne kennen lernen“. Das war der Beginn einer langen gemeinsamen Arbeit und Freundschaft. Nach GRINDKOPF machten wir noch PARZIVAL (UA), KARLOS, LEGENDE VOM ARMEN HEINRICH und zum Beginn der Intendanz von Elisabeth Schweeger 2001 die Uraufführung von OTHOON.

Im Grunde kreiste die Arbeit im laiensclub immer um zwei große Themen:

1. Wie sehe ich die Welt, in der ich lebe.
z.B. TRAUER ZU FRÜH von E. Bond, DER GUTE MENSCH VON SEZUAN von B: Brecht, DIE SCHLACHT von Heiner Müller, HAIR eigene Fassung, LEONCE UND LENA von G. Büchner; KLEINER MANN,WAS NUN? eigene Fassung.
Bestandsaufnahmen über: Fressen und gefressen werden, Überleben und Tod im Faschismus, Leerlauf und Absurdität der Welt.

2. Wer bin ich? Wer bestimmt, wie ich zu sein habe, wer hindert mich, zu sein, wie ich will.
z.B. YVONNE; DIE BURGUNDERPRINZESSIN von W. Gombrovic, KARLOS von T. Dorst, OTHOON von T. Dorst, ALICE von Alexander Brill, FRÜHLINGS ERWACHEN von F. Wedekind, FEGEFEUER IN INGOLSTADT von M.L. Fleißer, SHOCKHEADED PETER von Mc. Dermott, THE BLACK RIDER von Burroughs / Waits / Wilson, TRAINSPOTTING nach I. Welsh.
Das waren Stücke über Rebellion, Anpassungsdruck, Außenseiter, Erwachen der Sexualität, Lösung aus dem Elternhaus, Flucht in die Drogen.

Es ist kein Zufall, dass immer sehr viele Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund im laiensclub gespielt haben oder auch jetzt in der neuen Produktion KLEINER MANN, WAS NUN? mitarbeiten. Sie kamen oder kommen aus griechischen, irakischen, iranischen, jugoslawischen, italienischen, marokkanischen, nigerianischen, kurdischen, litauischen, palästinensischen, polnischen, spanischen, türkischen, russischen, ukrainischen Familien. In den 90 Jahren waren es hauptsächlich junge Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das war nicht alleine durch den Krieg zu erklären. Ihre Familien waren meist schon in den 80 er Jahren nach Deutschland gekommen. Natürlich war der Krieg – auch nach seiner Beendigung 1995 – ein Thema zwischen ihnen und mir. Immer wieder ging es um diese blödsinnige Aufrechnung der Schuld von Verbrechen und Vergewaltigungen. Da bekam ich DIE SCHGLANGENHAUT / ZMIJIN SVLAK von Slobodan Snajder in die Finger, und fragte sie: wollen wir das miteinander machen? Sie wollten. Peter Eschberg gab mir außerplanmäßig seine Zustimmung, dieses Stück zu machen. Es thematisiert die Massenvergewaltigungen im Jugoslawien Krieg. Aber nicht so, wie die Presse - Kampanien in diesen Jahren verfasst waren. Nein, Slobodan Snajder behandelte das Thema auf eine viel grundsätzlichere Art: Er sah in den Vergewaltigungen nichts anderes als den Krieg den Männer gegen die Frauen führen. Denn so feindlich sich bosnischen, kroatische und serbische Männer auch gegenüberstanden, eins einte sie: sie alle vergewaltigten. Da ist es nicht von Bedeutung, wie oft es eine oder andere Seite tat. Die Zahlen würden nur das eigentliche Problem überdecken.
Die Probenzeit, die mit einem einhelligen Bekenntnis zum gemeinsamen Hintergrund begonnen hatte, wurde zu einem Tanz auf dem Vulkan. Statt die Gräben zuzuschütten, wurden sie immer von neuem aufgerissen. Man konnte sich nie sicher sein, wann wer aus welchem scheinbar unerfindlichen Grund in „ethnische“ Muster zurückfallen würde. Die Probenzeit wurde zum Indiz dafür, zu welchen Verwerfungen dieser Krieg in den Familien und zwischen den „Ethnien“ geführt hatte. Aber es gelang uns, mit den Darstellern aus Kroatien, Bosnien, Serbien und Slowenien zu einem gemeinsamen, von Allen getragenen Ergebnis zu kommen. Alleine diese Tatsache war schon eine Provokation für viele Zuschauer (die übrigens noch nie vorher im Theater gewesen waren) aus dem ehemaligen Jugoslawien. Da die Vorstellung in deutscher und serbokroatischer Sprache stattfand (die Darsteller wechselten je nach Situation die Sprache) erkannten die Zuschauer sofort, welcher Darsteller aus welchem Teil Ex - Jugoslawiens kam (an den Namen erkannten sie das natürlich auch). Es schien für viele unerträglich zu sein, dass es auf der Bühne zwischen den Darstellern keine Schuldzuweisungen und Diskriminierung gab, sondern der Versuch sichtbar wurde, gemeinsam an einem für alle quälenden Thema zu arbeiten. Regelmäßig wurden die Aufführung von wütenden Beschimpfungen auf die Darsteller unterbrochen (Verräter, Nestbeschmutzer usw.) und dann knallten die Türen im Kleinen Haus. Das Absurde daran war, dass es wechselseitig geschah (das konnten die Darsteller sofort am Dialekt erkennen). Egal ob kroatischer, serbischer manchmal auch bosnischer Herkunft, alle fühlten sich offenbar angegriffen oder provoziert und mussten dem Ausdruck geben. Es gab aber auch ermutigende Momente. Es gab Vorstellungen, in denen die Zuschauer nach dem Applaus sitzen blieben, in sich versunken, schweigend, manche weinten, oder sie sprachen leise miteinander, viele Minuten lang.
Im nächsten Sommer wurden wir mit SCHLANGENHAUT zu Theaterfestivals nach Budva und Belgrad eingeladen. Die Aufführung wurde in Belgrad von vier Fernseh - Kanälen aufgezeichnet, einer davon sendete live. Und auch hier dieselben Reaktionen: Beschimpfungen oder sehr nachdenkliche Menschen, die das Gespräch mit uns suchten.
Wir führten unsere gemeinsame Arbeit fort in der WEST SIDE STORY: die Sharks waren eine Jugo - Gang, die sich mit stämmigen deutschen Jungs uns Revier keilte. Und in HAIR wurde der gerade zu Ende gegangene Kosovo Krieg (Vierzig Jahre nach Vietnam hatte sich Amerika mal wieder in einem fremden Land engagiert!) zum zentralen Thema.


mannMachtmann
schauspielfrankfurt, laiensclub
Jens Eichler
Foto: Alexander Paul Englert


Was war - was ist
Geblieben ist die immer wiederkehrende Ungerechtigkeit beim Casting. Das Geschlechterverhältnis ist so ungefähr 2/3 Mädchen und 1/3 Jungs, manchmal sogar ¾ zu 1/4. Die Mädchen sind im Schnitt begabter – oder emotional geübter – und trotzdem muss ich viele, mit denen ich gerne arbeiten würde, wieder nach Hause schicken: es gibt einfach zu wenige weibliche Rollen. Oft drehe ich Rollen ja schon so, dass sie von Mädchen gespielt werden können oder füge neue Figuren ein, aber das schafft diese Ungerechtigkeit nicht aus der Welt.

Geblieben ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Darsteller aus geschiedenen Ehen kommt. Für sie hat der laiensclub noch immer die wichtige Funktion einer Familie. Mir wurde in diesem Setting natürlich immer die Rolle des „Papas“ zugewiesen. Sie hat sich allerdings im Laufe der 20 Jahre sehr geändert. In den achtziger Jahren waren es die Kinder der 68 er. Sie zeigten auf ihre Sozialisation zwei gegensätzliche Reaktionen: entweder musste über alles und jedes diskutiert werden, oder schon der Ansatz einer Diskussion verursachte bereits Brechreiz. Ich habe diese Generation bis in die neunziger Jahre hinein als oft motzig, leicht kränkbar, emotional nicht sehr belastbar in Erinnerung. Meine Rolle war vornehmlich die des autoritären Alten, an dem man sich reiben konnte. Ich war oft die Projektionsfläche für gescheiterte Beziehungen zu den Vätern – von Mädchen und Jungs in gleichem Maße.
Ich erlebe die Generation der heute 17 – 22 jährigen anders. Ich finde sie offen, unvoreingenommen, kommunikativ, respekt – und liebevoll im Umgang miteinander. Sie scheinen mir sicherer und selbstbewusster. Sie würden diese Einschätzung natürlich sofort dementieren:“ alles Show, eigentlich bin ich...“. Trotzdem, sie weisen mir eine andere Rolle zu: Sie ist eher partnerschaftlich und freundschaftlich. So gibt es einige unter ihnen, mit denen ich seit 10 Jahren – nicht jede Spielzeit - aber doch regelmäßig arbeite und es sind Freundschaften und Wertschätzungen entstanden, die über die gemeinsame Arbeit hinausgehen.

Geblieben ist bei vielen der Wunsch oder Traum, die ersten Erfahrungen auf der Bühne zum Beruf zu machen. Jedes Jahr bereiten sich einige auf das Vorsprechen an den Schauspielschulen vor. Mittlerweile halten sie diesen Schritt vor mir geheim, denn sie wissen, dass ich den meisten abgeraten habe. Zu schwierig ist der Beruf, zu groß das Risiko zu scheitern – nicht nur einmal, nein immer wieder – wenn man nicht außerordentlich begabt ist und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hat. Wer erträgt auf die Dauer das Gefühl der Mittelmäßigkeit? Wer hält es aus, sich ein Leben verkannt oder nicht erkannt zu werden. Dann das unerschöpflich Thema: Theater – Familie!
Vor allem versuche ich, ihnen klar zu machen, dass der laiensclub und das Theater nur einen Moment gemeinsam haben: dass der Lappen am Abend hoch geht, mehr nicht. Der laiensclub ist ein geschützter Raum ( die beschworene Familie ), das Theater ein Haifischbecken. Schon an den Schauspielschulen beginnt die gnadenlose Konkurrenz, die viele überfordert. Bereits hier werden die Unschuld und die Begeisterung, mit der sie noch im laiensclub dabei sind, platt gemacht. Nach vier Jahren sprechen da hervorragend ausgebildete Einzelkämpfer vor. Willkommen im Dschungel!
Aber natürlich hat sich bisher niemand durch meine Bedenken von seinem Vorhaben abhalten lassen. Viele haben nach einigen gescheiterten Versuchen klein beigegeben. Viele haben die Aufnahme an einer Staatliche Schauspielschule geschafft. Eine ganze Reihe hat sich im Theater durchsetzen können. Man kann sie in Berlin, Bochum, Frankfurt, Hannover, München, Zürich sehen. Oder im Kino. Oder im Fernsehen. Manchen ist das nicht so gelungen und sie haben es schwer, ihren Weg zu gehen.
Aber es gibt doch etwas ganz neues: das sind die „Alten“. Bei LEONCE UND LENA haben sie eine wunderbare Folie von Senilität, Degeneration und Absurdität eines Staates – einer Welt - geliefert, auf der die Jungen sich durch das Leben gähnen, keinen Deut besser, nur eben anders. In STREIT setzten wir die Generationen übergreifende Arbeit fort. Und das wird sicher nicht die letzte gewesen sein.

Beinahe jedes Theater in Deutschland leistet sich mittlerweile einen Jugendclub. Die Konzepte für diese Arbeit sind sehr unterschiedlich. Ich habe mich dafür entschieden, die Jugendlichen immer mit einer literarischen Vorlage zu konfrontieren, einem Stück oder Roman, weil ich der Meinung bin, dass die theatralische Auseinandersetzung mit Geschichten und Menschen ein tieferes Verständnis schaffen kann, als die rein intellektuelle. Außerdem macht sie eine neue Sicht auf Literatur, Theater, die Realität und sich selbst möglich. Jede Begegnung mit einer Figur wird zu einer Begegnung mit sich selbst. Die Darsteller treffen auf Gedanken, Gefühlen, Situationen, die ihnen bekannt, fremd oder unangenehm sind. Aber sie können die Vorlage nicht einfach aus der Hand legen, sie müssen sich mit ihr auseinander setzen, ob sie wollen oder nicht. Das setzte Veränderungsprozesse in Gang. Und sie erhalten im Lauf der Arbeit Aufschlüsse über ihre ungeahnten Fähigkeiten oder Grenzen.
Alle anderen Aspekte, wie Gruppenarbeit, das Übernehmen von Verantwortung, das Annehmen und Lösen von Konflikten, wachsendes Selbstbewusstsein sind selbstverständlich in dem Arbeitsprozess enthalten.”


Alle Darsteller des laiensclub von 2004 - 2006
A Daniel Agema, Metin Akyol, Sinan Al – Kurikchi *, Anja Arncken, Adriana Arndt, Volker Arndt, Gordian Arneth * , Luna Atschekzai, Fereschta Azemi, B Andrea Bachhuber, Carola Backes, Tatjana Baric, Nicole Barringer, Philipp Batereau, Annicka Baumann *, Bernd Beber, Alexandra Bentz, Alexandra Benz, Alexander Bevic, Michael Bibo, Rolf Birkholz *, Christiane Blumenberg, Regina Bode, Annette Bodirsky, Beatric Bohrer, Oliver Bomsdorf, Katrin Bork, Sara Boss, Andrea Branik, Ewald Ernst Bremermann, Moritz Brill, Evelyn Brink, Dejan Bucin, Christoph Busch, C Miriam Carbe, Karim Cherif *, Alenka Clemencic, Anja Henriette Christner, Heike Claus*, Sonja Contzen, Patricia Coridun *, Pirrko Cremer *, Pia di Christophano, Dennis Cubic *, Kubily Cugali, D Herdan Dachroth, Martin Debus, Franziska Dick *, Daniel Dietz, Sara Dietz, Miodrag Dimitrijevic, Hans Dinges, Regina Dippel, Peter Dischkow, Robert Dölle *, Clemens Dönicke *, Jochen Döring, Christine Dosch *, Jorinde Dröse *, Stella Doufexis *, Dirk Durchgraf, E Peter Eckert *, Jens Eichler , Benedikt Eickhoff, Helene Ekwe, Tai Elshorst, Joana Elste, Juliane Elting *,
Sabine Elting, Anika Enders, Metin Ergül, Cecile Espetalier, F Kai Fattah, Andrea Felber, Theresia Ficus, Ulrike Finkbeiner, Janine Fischer, Sabine Fischer, Anne Flath – Grüttner, Jochen Franken *, Till Frühwald, Florian Freudenberger, Wolfgang Freund, Albrecht Fueß, Raphael Fülöp, Ornelle Fumagalli, Benjamin Funke, G Marina Galic *, Robert Galic, Gina Giani, Sandra Gilbert, Ivo Gerlach, Clemens Glade, Anna Görgen *, Mübeyya Görgülü, Dörte Goetzke, Snezana Golubovic *, Verena Gros, Andrea Gussmann, H Isabell Haag, Moritz Haak, Felix Haas, Roswitha Haas, Michael Haase, Anja Hable, Thomas Handzel *, Eberhard Hattemer, Sabine Hauschild, Silvie Havlicek, Nina Hecklau *, Lavinia Heilig, Julia Henrich, Susanne Hergenhahn, Franziska Herrmann, Christoph Heller, Eckart Heuer, Patrik Heyn *, Fritz Hobel, Goran Hodzic, Sylvia Hofrock, Jens Hoormann, Lion Howitsch, Sven Hussock *, I Natascha Ickstadt, Rawi Ibgy, J Kerstin v. Jan, Lazar Jankovic, Judith Jockel, Branco Jovic, Volker Junghanns, Julia von Jussius, K Daniel Kamen *, Tanja Kämper, Eric Kaleja, Miro Kania *, Marion Kansy, Behnam Karami, Harriet Keber, Thorsten Keiser, Christian Kiewitz, Ulrike Kinbach, Christian Klepser *, Nadine Kluß, Anne König, Helen Könneke, Andrea Kohler, Christoph Kolb, Ursula Kolb, Verena Komp, Sarah Kortmann *, Gerd Knopf, Sandra Küsslich, Christoph Kugler, Maximilian Kuhnigk, Katja Kullmann *, Kerem Kutbay, L Katrin Langhammer, Jana Leipziger *, Elisabeth Leistikow, Miranda Leonhard *, Fabrizio Levita *, Elena Liebenstein , Valentin v. Lindenau, Julia Löscher, Hagen Löwe *, Frederik v. Lonski, Steven Lowe, Lizzy Lucassen *, Michael Lucke *, Tina Ludwig *, Sandra Lühr * , M Adnan Maral *, Elke Mai – Schröder, Frederik Malsi, Julia Mantel, Janine Maschinsky * , Mattias Matschke *, Eric Mayer *, Alf Mayer – Ebeling, Daniela Milew, Robert Mlinaric, Judith Möhrstädt, Beate Moran, Tina Morhard, Marianne Mosebach, Andrea Mrugalla, Salvko Mucic, Eduard Müller, Jens Müller, Jette Müller, Stephan Müller, N Nici Nathan, Asta Nechajute, Moritz Neuhaus, Nadine Näther, O Jens Ochlast *, Franziska Ochs, Chadiya Okail *, Natascha Okoon, Christian Oliveira *, Keleschi Onoyele *, P Birte Papenhausen, Simone Paus, Christian Pawlytta *, Emanuele Pazienza *, Steve Pedersen, Claudia Pfaud, Lili Pfotenhauer, Silvia Piccione, Cornelia von Plottnitz , R Nadja Rahman *, Sebastian Rajkovic, Miriam Rave, Jenny Reehs, Marvin Rehbock, Frank Reier, Martin Rein, Bettina Rennies, Harald Reiter, Sebastian Richter *, Rebecca Riedel, Mirjana Rimac, Andrea Ringelstetter, Daniel Ris *, Reinhard Rösing, Madlon Roethe, Stefanie Romacker, Susanne Rückert, Tanja Ruge, Claudia Ruiz – Hellin, Friedrich Rumscheidt, Patrick Rupar *, S Semira Samar, Mario Sanchez, Jutta Schad, Bettina Scheuritzel *, Marianne Schierle, Ruth Schilling, Uwe Schinn, Anna Schlieben, Ellen Schlootz *, Laura Schlotthauer, Diana Schmid, Michael Schmitt, Barbara Schnabel, Ralf Schneider, Verena Schonlau, Katrin Schradin, Daniel Schröder *, Rene Schröder, Leon Schröder, Bernd Schröer, Amor Schumacher *, Stefanie Schumann, Silke Schwab, Cornelius Schwalm *, Fabian Schwarz, Kai Schweegel *, Sonja Schwoll, Winnie Seeger, Natalie Sertage Rodriguez, Eva Simon, Brigitte Simons *, Markus Singer, Peter Skrezek, Bruno Sobral – Bauch, Peter Soltane, Katja Sonnemann *, Florian Stamm , Andreas Stammnitz, Katja Stein, Sven Steinhäuser *, Isabell Stepanjan, Simone Stoll, Eva Maria Strien *, T Chris Tacker, Jasmin Takin, Myriam Tancredi, Aleksandar Teslar *, Jens Theil, Cia Torun, Klaus Traube, Madeleine Trösch, U Matthias Unger, Selma Üsük, Stefanie Uffelmann, Sinem Ulutas, V Liudmilla Valdivia –Diaz, Claidia Vaternahm, Julia Veidt, Alexander Vial, Kirsten Vogt, W Tobias Wagner, Nora Walch, Thomas Wambach, Thomas v. Wallersbrunn, Ingo Waßerka *, Isabell Weiland *, Robby Weinem, Nina Weniger *, Hilde Wenzel, Hanna Werth, Ingo Westmeier, Peter Wiese, Steffen Wink *, Bernd Winter, Markus Wirth, Marco Wohlwend *, Norbert Wolf, Markus Wolk , Alexander Wüst *, Z Tobias Zander, Christoph Zapatka *, Katharina Zapatka *, Seweryn Zelasny, Harula Zitaki, Nico Zitek.

Alle mit * markierten Darsteller arbeiten heute in subventionierten Theatern, in freien Gruppen oder im Bereich Medien, Film, Fernsehen.
(Stand Oktober 2006, © schauspielfrankfurt)

www.schauspielfrankfurt.de

nach oben