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Theater, Stückeinfo: S

Safe Places ~ Ein Projekt mit Schauspiel und Tanz
Von:
Falk Richter und Anouk van Dijk

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
8. Oktober 16 (Uraufführung / Schauspielhaus)

Text und Regie: Falk Richter
Regie und Choreographie: Anouk van Dijk
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Daniela Selig
Musik: Malte Beckenbach
Dramaturgie: Sibylle Baschung 

Mit: Constanze Becker, Paula Hans, Tímea Kinga Maday, Nina Wollny; Yen Fang Yu, Joel Bray, Luca Cacitti, Nico Holonics, Shay Partush, Marc Oliver Schulze, Christopher Tandy

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Safe Places
Safe Places
Schauspiel Frankfurt
Ensemble
© Birgit Hupfeld

»Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.« Heiner Müller

Grenzgänge zwischen Schauspiel und Tanz: Der Autor Falk Richter (»ZWEI UHR NACHTS«, 2015) entwickelt gemeinsam mit der niederländischen Choreographin Anouk van Dijk auf seinen eigenen Texten basierende Theaterprojekte mit einem international gemischten Tanz- und Schauspiel-ensemble. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Krisen treffen in »SAFE PLACES« persönliche Geschichten auf gesellschaftliche Themen, werden private sowie politische Strategien im Umgang mit den Herausforderungen einer offenen Gesellschaft in Europa untersucht. Europa ist in vielerlei Hinsicht ein Hybrid: ein spannungsgeladenes Gemisch aus Widersprüch-lichem. Wie wird das gelebt? Wie reagieren wir auf Ausbrüche von Fremdenfeindlichkeit und nationalistischer Selbstbehauptung? Ist die Suche nach einer gemeinsamen europäischen kulturellen Identität die richtige Antwort oder eine Falle, die die Frage nach Grenzziehungen nur verschiebt? Wohin steuern wir mit Europa? . [© Schauspiel Frankfurt]

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Salomé (Salomé)
Tragödie in einem Akt

Von: Oscar Wilde
Uraufführung: 11. Februar 1896 (Paris, Théâtre de la Comédie-Parisienne [heute: Théâtre de l'Athénée])
Deutsche Erstaufführung: 4. März 1901 (München, Akademisch-dramatischer Verein)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 24. März 12

Regie:
Günter Krämer
Bühne: Jürgen Bäckmann
Kostüme: Falk Bauer
Choreinstudierung: Uwe Hergenröder

Besetzung:

Herodes:
Wolfgang Michael
Herodias: Franziska Junge
Salomé: Valery Tscheplanowa
Narraboth: Mathis Reinhardt
Jochanaan: Atheer Adel
Naaman: Amin Haile

Chor: Petar Becker, Firat Yusuf, Bender, Alexander Bettendorff, Steven Gänge, Tom Gerngroß, Jan-Erik Hohl, Konstantin Keidel, Adrian Kraege, Johannes Krobbach, Maik Schröder, Oliver Wiedem

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Salome

Schauspiel Frankfurt
Valery Tscheplanowa (Salomé), Wolfgang Michael (Herodes), Chor
Probenfoto © Birgit Hupfeld

Der Regisseur Günter Krämer hat zuletzt den »Ring des Nibelungen« an der Pariser Bastille-Oper inszeniert. Am Schauspiel Frankfurt entstanden seine Inszenierungen von Ödön von Horváths »Geschichten aus dem Wiener Wald« und Shakespeares »König Lear«.  [© Schauspiel Frnakfurt]

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Der Sammler (The Collector)

Von: Mark Healey
Nach dem gleichnamigen Roman von: John Fowles (1963)

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

Premiere: 9. Mai 14
Spielzeit bis 4. Juli 14

Regie: Guy Unsworth
Bühnenbild/Kostüm: Simon Kenny
Lichtdesign: Richard G. Jones
Tondesign: David Gumpper

Besetzung:

Frederick:
David Blackwell
Miranda: Meghan Treadway

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The Collector

English Theatre Frankfurt
Frederick (David Blackwell), Miranda (Meghan Treadway)
© Martin Kaufhold

Wenn die Venus den Schmetterlingssammler träfe
Auf der Bühne des English Theatre Frankfurt duellieren sich Mann und Frau in konträren Rollen der Stücke „The Collector“ und „Venus in Fur“ Stellen wir die Machtfrage. Ein sonderlicher Schmetterlingssammler, Frederick, versucht mit der Entführung der schönen Miranda absolute Befehlsgewalt über sie zu gewinnen. Er will ihre Liebe erzwingen. Doch wer ist letztlich mächtiger: der Täter oder das ihm intellektuell überlegene Opfer?
Im anderen Fall ist scheinbar der Regisseur, Thomas, der überlegenere Part im Wortgefecht gegen die sich einfältig gebende Schauspielerin Wanda. Doch diese dreht im Lack-Leder-Outfit den Spieß um und bringt den prätentiösen Thomas dazu, sich ihren Befehlen zu fügen.

Megan Treadway und David Blackwell spielen diese vier Rollen in den beiden Stücken, die das English Theatre Frankfurt im Frühjahrsprogramm bringt: „The Collector“, die Bühnenversion des berühmten gleichnamigen Romans von John Fowles, und „Venus in Fur“, ein Bühnenstück von David Ives, in dem die Novelle „Venus im Pelz“ von Leopold Sacher-Masoch thematisiert wird. Aus dieser prägte sich der Begriff „Masochismus“.
Den Zuschauern bieten beide abwechselnd programmierten Stücke eine einzigartige Gelegenheit: Dieselben Schauspieler in zwei ganz unterschiedlichen Rollen. Und immer dreht es sich um die Frage: Wer hat die Macht?

„The Collector“ handelt von dem einsamen Büroangestellten Frederick Clegg, der die junge Studentin Miranda entführt. Von der Idee besessen, sie zur Trophäe seiner Schmetterlingssammlung zu machen, sperrt er sie in einen Keller ein. Miranda versucht mit allen Mitteln zu fliehen und sieht letztendlich ein, dass sie nur eine einzige Chance hat: Sie muss Cleggs Vertrauen gewinnen.
Das Stück bietet einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt beider Figuren und zeigt, wie sich trotz aller widrigen Umstände eine Art Beziehung zwischen den Charakteren aufbaut. John Fowles Roman nimmt übrigens fiktional vieles vorweg, was einige Jahrzehnte später auch im realen Fall Natascha Kampusch geschehen ist.

Im Gegensatz zu „The Collector“ geht es bei „Venus in Fur“ viel humorvoller zu, aber nicht weniger dunkel und dramatisch. Die Schauspielerin Wanda ist wild entschlossen, die Hauptrolle in der Bühnenversion „Venus in Fur“ zu ergattern. Um den Regisseur von ihren Fähigkeiten zu überzeugen, überredet sie ihn dazu, das Stück mit ihr gemeinsam durchzuspielen. Im Laufe des Spiels wendet sich plötzlich das Blatt und Wanda gewinnt die Oberhand.

Nach beiden Stücken kann man sich dann nur noch die Frage stellen: Und wenn die Venus den Schmetterlingssammler träfe? [© English Theatre Frankfurt]

www.english-theatre.de

Das Scarlett-O´Hara-Syndrom
Ein Stück Heimat von Alice Buddeberg und Thomas Huber

Uraufführung: 4. Juni 2011 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
4. Juni 11 (Uraufführung)

Regie:
Alice Buddeberg
Bühne: Cora Saller
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Stefan Paul Goetsch
Licht: Ellen Jaeger
Dramaturgie: Alexandra Althoff / Johanna Vater


Mit: Thomas Huber

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Das Scarlett-O´Hara-Syndrom
Schauspiel Frankfurt
Thomas Huber
© Birgit Hupfeld

Einer der berühmtesten Filme der Kinogeschichte, in dessen Zentrum eine der ungewöhnlichsten Frauen ihrer Zeit steht: Scarlett O’Hara, die eigenwillige und widerspenstige Heldin aus »Vom Winde verweht« machte die junge Schauspielerin Vivien Leigh über Nacht zum Star. Aus der nationalen Hysterie, die die Verfilmung des Bürgerkriegsepos auslöste, ist bis heute ein ungebremster Fankult geblieben, der so manches Leben entscheidend geändert hat. Die junge Regisseurin Alice Buddeberg setzt mit dem Monolog nach »Hedda Gabler« und »Clavigo« ihre Arbeit am Schauspiel Frankfurt fort.  [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Schändung

Von:
Botho Strauß, nach dem „Titus Andronicus“ von Shakespeare

Uraufführung: Oktober 2005 (Paris, Théâtre de l’Odéon in der Berthier-Werkhalle, Regie: Luc Bondy)
Deutsche Erstaufführung: 28. Januar 06 (Berlin, Berliner Ensemble, Regie: Thomas Langhof)

Zur Inszenierung am Schauspielhaus Bochum:

Premiere: 12. April 06

Regie: Elmar Goerden
Bühne: Silvia Merlo, Ulf Stengl
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Musik: Matteo Fargion

Mit:
Ulli Maier, Christine Schönfeld, Louisa Stroux; Mark Oliver Bögel, Thorsten-Kai Botenbender, Bruno Ganz, Henning Hartmann, Peter Kremer, Christoph Pütthoff, Martin Rentzsch, Alexander Maria Schmidt

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Dass wir nie das rechte Maß halten können! Heute nicht und damals nicht. Botho Strauß hält sich an die Geschichte: Nach dem Sieg über die Goten kehrt Titus Andronicus nach Rom zurück. Mit sich führt er die Leiche seines Sohnes und Kriegsgefangene: den Mohren Aaron und die schöne Tamora, Königin der Goten. Einen ihrer drei Söhne bestimmt Titus zum Opfer, die Geister der Verstorbenen zu versöhnen, wie der fromme Brauch es will. Tamora fleht um das Leben ihres Kindes. Umsonst. Titus lässt es zerstückeln und als Brandopfer in die Flammen werfen. Tamora schwört furchtbare Rache: Lavinia, einzige Tochter des Titus, wird von Tamoras Söhnen vergewaltigt und verstümmelt, ihr Verlobter Bassanius ermordet. Auf Rache folgt Vergeltung, und auf Vergeltung Rache ...

[Text: Schauspielhaus Bochum ]

Schinderhannes
Schauspiel in vier Akten

Von: Carl Zuckmayer
Uraufführung: 14. Oktober 1927 (Berlin, Lessing-Theater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz

Premiere: 3. Oktober 14

Inszenierung: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Sophie du Vinage
Musik: Anton Bermann
Licht: Peter Meier
Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke

Besetzung:

Bückler:
Sebastian Brandes
Benedum: Henner Momann
Seibert: Anton Berman
Zughetto: Lorenz Klee
Iltis Jakob: Daniel Friedl
Benzel: Michael Pietsch
Julchen: Ulrike Beerbaum
Gretchen: Leoni Schulz
Wirt/ Vater: Armin Dillenberger
Wirtin/ Gottverdippilche/ Zoppi: Monika Dortschy
Adam: Johannes Schmidt

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Schinderhannes
Staatstheater Mainz
Julchen (Ulrike Beerbaum), Wirt (Armin Dillenberger), Zuschauer
© Bettina Müller

Hausregisseur Jan-Christoph Gockel wird sich dem Heldenmythos „Schinderhannes“ ebenso wie Carl Zuckmayer selbst, der seine Jugend in Mainz verbrachte, annähern. Vergleichbar mit Gockels Grimm Abend überlagern sich hier historische, fiktive, ­biografische und persönliche Ebenen zu einem Schinderhannes Spektakel.

www.staatstheater-mainz.de  

Das Schlackehotel

Von:
Patrick Dollmann

Uraufführung: 2. August 2013 (Bendorf, Festspiele am Rheinblick~ Freilichtbühne an den historischen Eisenerzröstöfen / Ensemble „Die Findlinge“)

Zur Inszenierung der Festspiele am Rheinblick Bendorf:

Premiere:
2. August 13 (Uraufführung)

Regie: Patrick Dollmann

Besetzung:

Erika Waldhaus, Schlackehotelbesitzerin:
Irmgard Teschke
Paula Schenk, Dauergast: Daniela Goeth
Mathilde Kuhn, die einsame Dame: Renate Steinkamp
Viktoria Reitz, Tochter:
Jennifer Paulus
Kora Reitz, Hotebesitzerin: Christiane Brühl
Kaspar Klein, Gießer: Wolfram Hartleif
Vitus Frey, Kapitän: Jürgen Lindner
Benno Brandes, Schiffer: Stefan Bau
Fr. Theisen: Alice Schmitz
Richard Fox: Kapitän: Thomas Krämer
Lorenz, Polizist:
Harald Schäfer

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Das Schlackehotel
Festspiele am Rheinblick Bendorf
von vorne nach hinten: Mathilde Kuhn (Reate Steinkamp), Richard Fox (Thomas Krämer),
Vius Frey (Jürgen Lindner), Erika Waldhaus (Irmgard Teschke)

© Sascha Ditscher

Bendorf liegt rechtsrheinisch zwischen den Rheinkilometern 598,900 und 599,875. Um die Jahrhundertwende entstand der Rheinhafen, der, direkt an der Wasserstraße gelegen, zum Umschlagplatz und Knotenpunkt wurde. Ein Tummelplatz im übertragenen Sinne war jenes Haus auch. Neben Kies und Sand fällt es noch heute besonders in den Blick: Einst war es Hafenamt, heute Sitz der Bendorfer Umschlags- und Speditions-GmbH. Das ehemalige Hafenamt beherbergte im Obergeschoss vor mehr als 100 Jahren eine Gastwirtschaft. Am Thekentresen trafen sich durstige Hafenarbeiter und kartenspielende Schiffer. Auch Gäste, die am Anleger der Köln-Düsseldorfer Schifffahrtgesellschaft Halt machten, fanden den Weg in das Haus. Liebevoll wurde die Gaststätte „Schlacke-Hotel“ genannt - die Wirtin war besser bekannt als „Fritsche Luis“. Anekdoten rund um die legendäre Stätte bieten eine Fülle von brisantem Stoff. Regisseur Patrick Dollmann macht daraus eine Bühnenfassung. Das Schlackehotel erzählt die fiktive Geschichte der Wirtin und nimmt die Besucher mit auf eine Fahrt in die Blütezeit des geschäftigen Treibens im Bendorfer Rheinhafen.

Im Mittelpunkt steht Erika Waldhaus. Sie hat vor einigen Monaten das Schlackehotel übernommen. Mit dem ungewollten Unternehmen treten auch die Stammgäste in ihr Leben. Da ist ein Dauergast, die alte Dame Frau Kuhn, in deren Augen noch immer die Sehnsucht glüht nach einem Mann, der vor Jahren auf ein Schiff stieg und verschwand. Der Gießer Kaspar und der Handelsschiffer Vitus Frey geben sich die Klinke in die Hand, wohl auch weil die junge Viktoria sich um Ausschank und Küche kümmert. Heitere Leichtigkeit herrscht bis zu jenem Tag, als sich mit der Ankunft von Kora Reitz eine finstere Stimmung im Hause der Wirtin niederzuschlagen droht. Welche Rolle Kapitän Fox dabei spielt, warum selbst Erika ihre Stelle an den Nagel hängen will und alles beginnt aus dem Ruder zu laufen, erzählt das Schauspielensemble „Die Findlinge“. Sie stehen bereits im fünften Jahr auf der Bühne der „Festspiele am Rheinblick“. [© Kulturforum der GGH Bendorf]

www.kulturforum-bendorf.de

Schlafes Bruder
Nach dem Roman von:
Robert Schneider

Zum Roman:
Schon als kleiner Junge fällt Elias Alder aus dem Rahmen der vorarlbergischen Dorfgemeinschaft. Er hat eine hohe Stimme und merkwürdig gelbe Augen. Seine Mutter lehnt ihn ab, versteckt ihn. Und nach einem Schlüsselerlebnis, währenddessen sich dem Fünfjährigen die Natur als komplexes Hörbild offenbart, pubertiert er vor der Zeit. Schon damals kann er den Herzschlag der noch lange nicht geborenen Elsbeth, der großen späteren Liebe, vernehmen.

Seine übermenschliche Begabung zur Musik bricht sich in Elias trotz widrigster Umstände Bahn. Er bildet sich an der heimischen Orgel selbst aus und verhilft der Gemeinde regelmäßig zu läuternden Musikerlebnissen. Doch Elias wird auf Erden kein Glück zuteil. Seine starke Liebe zu Elsbeth bleibt am Ende unerwidert. Und dann ist da noch Peter, sein Cousin und ständiger Begleiter. Eine brutale Erziehung hat einen verschlagenen Charakter in ihm reifen lassen. Auch diese Freundschaft ist am Ende unheilvoll.

Nach einem fulminanten Auftritt beim Orgelfest in Feldberg, wo er vor den Ohren der fassungslosen Gemeinde zu Bachs Choral "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" extemporiert hatte, sucht Elias schließlich einen denkbar grausamen Tod.

Robert Schneiders Roman aus dem Jahr 1992 wurde bisher in 24 Sprachen übersetzt.

Robert Schneider (geb. 1961) lebt als freier Schriftsteller in Meschach, einem österreichischen Bergdorf in den rheintalischen Alpen, wo er auch aufgewachsen ist. Studium der Komposition, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien. Mit seinem Debüt-Roman "Schlafes Bruder" (1992), dem ersten Teil seiner "Rheintalischen Trilogie" gelang ihm der internationale Erfolg. Der Roman wurde in 24 Sprachen übersetzt und von der in- und ausländischen Literaturkritik geradezu euphorisch gefeiert; er wurde verfilmt und diente als Vorlage für eine Oper. 1998 folgte der Roman "Die Luftgängerin" und 2000 als Abschluss der Trilogie "Die Unberührten".

Robert Schneider hat sich auch als Theaterautor einen Namen gemacht. Für seinen Monolog Dreck (1993), der bisher über 90 Mal inszeniert wurde, erhielt Schneider den Preis der Potsdamer Theatertage, die Hörspielfassung wurde mit dem civis ’93 des WDR ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde "Traum und Trauer des jungen H.", eine Dialektstudie über den jungen Adolf Hitler, am Schauspielhaus Hannover uraufgeführt. 1999 kam die "Komödie vom deutschen Heimweh", ein Stück über sechs junge Deutsche und ihre Sehnsucht nach Heimat, am Schauspielhaus Zürich heraus.

Auszeichnungen

1889 Stipendiat der Abraham-Woursell-Stiftung/New York
1990 Filmdrehbuchpreis des österreichischen Fernsehens
1993 Robert-Musil-Stipendium der Stadt Wien, Literaturpreis der Salzburger Osterfestspiele und Civis-Hörspielpreis des WDR
1994 Marieluise-Fleißer-Preis der Stadt Ingolstadt, Prix Medicis für den besten ausländischen Roman (Frankreich)
1997 Premio Grinzane Cavour (Italien) und Premio Libro di Montagna

[© Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Hessischen Theaterakademie

Premiere:
27. September 10 (Box)

Regie:
Laura Linnenbaum
Ausstattung:  David Gonter
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Mit: Henriette Blumenau; Johannes Kühn

Das Schauspiel Frankfurt bringt am 27. September den Erfolgsroman Schlafes Bruder von Robert Schneider aus dem Jahr 1992 als Kammerspiel auf die Bühne. Die erzählerische Wucht des Romans steht in spannungsvollem Kontrast zur Sprachlosigkeit der Figuren.

Die Geschichte eines Bauernjungen, vom lieben Gott mit fast übermenschlichem musikalischen Talent ausgestattet, wird hier von den Personen erzählt, die ihm im Leben am nächsten standen. In der Frankfurter Fassung blicken sein heimlicher Verbündeter, der zynische Peter und die von Elias so innig geliebte Elsbeth auf die gemeinsame Geschichte zurück. Aus zwei unterschiedlichen Stimmen fügt sich das schillernde Porträt der abwesenden Hauptfigur und es das Bild einer Dorfgemeinschaft, der eine zerstörerische Kraft inne wohnt. Elsbeth glaubt noch an die glanzvolle Zukunft ihres Seelenfreundes. hat er nicht in Freudberg gerade erst triumphal aufgespielt? Peter aber weiß schon mehr. [© Felix Bloch Erben, Berlin]

www.schauspielfrankfurt.de

Schlechter Rat

Von:
Saul Rubinek
Deutsch von: John Birke
Deutschsprachige Erstaufführung: 23. Februar 14 (Berlin, Theater am Kurfürstendamm)

Zur Inszenierung des Theater am Kurfürstendamm, Berlin:

Premiere:
23. Februar 14
Regie: Nicolai Sykosch
Ausstattung: Stephan Prattes

Mit: Uwe Ochsenknecht, Oscar Ortega Sánchez, Charlotte Schwab und Julia Malik

„Man meint immer, zu Beziehungen sei schon alles gesagt, alle Filme seien gedreht, alle Theaterstücke seien geschrieben, aber im Fall von ´Schlechter Rat´ ist das nicht so. Es werden neue Themen angesprochen, die wir komischerweise trotzdem alle kennen und ich glaube, die, die am lautesten lachen werden im Theater, betrifft es am meisten“, sagt Uwe Ochsenknecht voraus. Die Handlung von „Schlechter Rat“ könnte man auch so zusammenfassen: ein Stück über Männer, die nicht verstehen, wie Frauen ticken und die außerdem nicht ehrlich zueinander sind.

Uwe Ochsenknecht spielt den Womanizer Jake, der seinem Freund Stanley (Oscar Ortega Sánchez), obwohl beide schon in den Vierzigern sind, immer noch Nachhilfe in weiblicher Anatomie gibt. Vielmehr: gerade jetzt. Denn Stanley eröffnet Jake, dass ausgerechnet er sich gerade mit drei verschiedenen Frauen trifft, auch wenn Sex dabei so gut wie keine Rolle spielt. Undenkbar für Jake, denn Sex ist für ihn das Wichtigste – seine Ehe mit Hedda (Charlotte Schwab) beruht darauf. Jakes Rat ist radikal: Stanley soll sich von allen drei Frauen verabschieden, unbedingt auch von seiner festen Freundin Delila (Julia Malik). Der Rat ist alles andere als uneigennützig, denn Jake ist seit einem One-Night-Stand mit Delila sehr an ihr interessiert. Stanleys Versuch jedoch, den Rat umzusetzen, gerät unversehens zu einem Heiratsantrag. Patt. Und die Frauen? Delila versucht es mit Aufrichtigkeit, Heddas Glaubenssatz wiederum besteht darin, dass Frauen mit Männern besser dran sind als ohne sie – trotz all ihrer Fehler. Daran hält sie fest, genauso wie an der Freundschaft zu Delila – zumindest bis zu einem bestimmten Punkt. [© Theater am Kurfürstendamm, Berlin]

www.komoedie-berlin.de

Schöne neue Welt
Roman von:
Aldous Huxley

Dramatisierung: Robert Koall
Uraufführung: 12. September 2014, ( Dresden, Staatsschauspiel Dresden)

"Gemeinschaft, Gleichheit, Stabilität" – so lautet die Maxime des Weltstaates, den Aldous Huxley in seinem berühmten Zukunftsroman beschreibt. Menschen werden in der Brut- und Normzentrale hergestellt, durch das Bokanowskiverfahren sogar in Dutzendlingen, und entsprechend ihrer Kaste durch "Emotional Engineering" genormt – im Schlaf lernt der Mensch schnell und unbewusst. Man kennt keinen Neid, keine Trauer, kein Leid, und falls es doch einmal zu einem unvorhergesehenen emotionalen Einbruch kommen sollte, gibt es noch immer Soma – eine Droge, die den Gestressten in den Urlaub schickt. Nichts dem Zufall überlassen! Alles unter Kontrolle! Doch drei verlorene Seelen gibt es, die der Norm nicht entsprechen: John Savage, Bernard Marx und Helmholtz Watson. John ist einer der Wilden aus dem Indianerreservat, Bernard ein "Fabrikationsfehler", der sich seiner Kaste nicht zugehörig fühlt – ein Außenseiter, der sich sogar verliebt. Aber Liebe darf es nicht geben, denn sie birgt unkontrollierbare Gefahren. Und Helmholtz ist ein Aufrührer, dem Rest der Genormten geistig weit überlegen, der den Zustand des "Glücks" durch Verzicht auf Freiheit nicht mehr ertragen kann.

Aldous Huxley schafft bereits 1932 einen düsteren Ausblick auf zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen, der fast 100 Jahre später betrachtet durchaus erschreckende Wahrheiten über unser heutiges Zusammenleben bereithält.

Robert Koall erteilt in seiner Fassung John, dem Wilden, das Wort, der zum Medienspektakel in der zivilisierten Welt wird und an ihr zugrunde geht. Er stellt gezielt beide Welten einander gegenüber – der Beginn ist die Wildnis, wir träumen gemeinsam mit John von einer funktionierenden Gesellschaft, das Ende ist die Hölle der Zivilisation.  [© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Einrichtung für das Schauspiel Frankfurt von Jorinde Dröse und Rebecca Lang

Premiere: 20. November 15 (Bockenheimer Depot)

Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Susanne Schuboth
Kostüm: Barbara Drosihn
Musik: Michael Verhovec
Video: Rebecca Riedel
Dramaturgie: Henrieke Beuthner

Besetzung:

John Savage:
Sascha Nathan
Bernard Marx: Christoph Pütthoff
Helmholtz Watson: Torben Kessler
Mustapha Mond: Max Mayer
Henry Foster: Jan Breustedt (Mitglied im SCHAUSPIELstudio)
Lenina Crowne: Paula Hans
Fanny: Paula Skorupa (Mitglied im SCHAUSPIELstudio)
Linda Savage: Michael Benthin

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Die Welt ist jetzt im Gleichgewicht.

Seid Ihr unzufrieden mit Eurem Leben? Auf der Suche nach einer Welt ohne Gewalt und Krieg, Krankheit und Elend? Dann heißen wir Euch herzlich Willkommen in Aldous Huxleys »Schöne neue Welt«! Hier leben Menschen in einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft, in der alle am Luxus teilhaben, jung und schön sind und Glücklichsein staatlich verordnet ist. Voraussetzung dafür ist, dass die Menschen die Regierung bedingungslos unterstützen und das System nicht hinterfragen, so wie es Bernard Marx getan hat. Als er jedoch einen Ausflug in eines der außenliegenden, unzivilisierten Reservate unternimmt, um die einzige Frau, die er begehrt, zu beeindrucken, bekommt er die Gelegenheit, das System, zwar nicht in seinen Grundfesten, aber dennoch zu erschüttern. Jorinde Dröse wird Aldous Huxleys dystopischen Roman von 1931, der einige erschreckende Parallelen zur Gegenwart aufweist, auch für jugendliches Publikum inszenieren.

Jorinde Dröse, die zuletzt erfolgreich »Die Nibelungen« und »Was ihr wollt« am Schauspiel Frankfurt auf die Bühne brachte, wird Aldous Huxleys dystopischen Roman von 1931, der einige erschreckende Parallelen zur Gegenwart aufweist, auch für jugendliches Publikum inszenieren. [© Schauspiel Frankfurt]

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Schuld und Sühne

Roman von:
Fjodor Dostojewski

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
 

Premiere: 15. Januar 16 (Schauspielhaus)

Regie: Bastian Kraft
Bühne und Kostüme: Ben Baur
Musik: Björn SC Deigner
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Claudia Lowin

Besetzung:

Sonja:
Corinna Kirchhoff
Raskolnikow: Nico Holonics
und mit: Torben Kessler, Oliver Kraushaar, Christoph Pütthoff, Lukas Rüppel, Statisterie

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»Ich habe Fieber.«

Thomas Mann nannte ihn den »größten Kriminalroman aller Zeiten«, für Friedrich Nietzsche war es die Initialzündung für sein Konzept vom Übermenschen und Heiner Müller fühlte sich durch Raskolnikow an Hitler, die Nazis und Auschwitz erinnert – die Rede ist vom 1866 erschienenen Roman »Schuld und Sühne des Rodjon Raskolnikow«, der Dostojewski in Russland berühmt und in Europa bekannt machte.

Der Langzeitstudent Raskolnikow ermordet eine alte Pfandleiherin, weil sie mit ihrem Geld nichts anfängt. Zunächst ist er vollkommen von der Richtigkeit dieser Tat überzeugt, aber der Zweifel beginnt an seiner Psyche zu nagen. Zwiespältige Gefühle, Verfolgungswahn und Alpträume suchen ihn heim. »Bin ich ein Napoleon oder eine Laus?«, fragt Dostojewskis Roman mit unerbittlicher Klarheit, mit der der Leser sich direkt in den Kopf des Täters hineinversetzt sieht.

Bastian Kraft, der in Frankfurt zuletzt die Romanadaption »Der talentierte Mr. Ripley« inszeniert hat, wird mit »Schuld und Sühne« die Dostojewski-Trilogie am Schauspiel Frankfurt komplettieren. [© Schauspiel Frankfurt]

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Schwarze Begierde

Ein Projekt von:
Johanna Vater und Gernot Grünewald

Uraufführung:
18. September 12 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
18. September 12 (Uraufführung; Box)

Regie: Gernot Grünewald
Bühne: Michael Köpke
Dramaturgie: Johanna Vater

Mit: Katharina Bach, Lisa Stiegler; Christian Erdt, Mario Fuchs

Es ist Nacht in Vilnius als am 27. Juli 2003 eine Liebe ein jähes Ende findet. Vorausgegangen waren angeblich hitzige Sticheleien und gegenseitige Vorwürfe. Ein Streit eskaliert, unkontrollierbar, unhaltbar. Als alles vorbei ist, ist ein Mensch tot – und das Leben eines anderen zerstört. Eine ganze Nation trauert um sein schillerndstes Paar, während sich hinter Häftling 8274 die Zellentür schließt. Was sich wirklich im Hotelzimmer der litauischen Hauptstadt abspielte, bleibt ungewiss. Aber was ist schon Wahrheit? Ungefiltert und klar? Ein Stern versinkt. Die Band spielt. [© Schauspiel Frankfurt]

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Schwein gehabt

Von:
Silke Dutz

Zur Inszenierung der Festspiele am Rheinblick:

Premiere:
1. August 14

Regie: Stefan Bau / Daniela Goeth
Regieassistenz: Christiane Brühl

Besetzung:

Bauer Konrad Schwerdtfeger:
Thomas Krämer
Bäuerin Luise Schwerdtfeger: Christiane Brühl
Erzählerin Auguste Vogt: Renate Steinkamp
Bäuerin Marianne Poetschke: Elisabeth Büttner
Knecht Hermann "Herm" Schmitz: Stefan Bau
Magd Angelika "Geli" Vetter: Daniela Goeth
Wirt Pitter Rengsdorf: Michael Antrack

Hermann liebt Geli, aber die flirtet mit Konrad. Daraufhin will Luise Konrad mit Hermann eifersüchtig machen. Marianne gießt fleissig Öl ins Feuer und keiner weiß, ob Auguste die drohende Katastrophe wird verhindern können. Und alles wegen einer Sau und eines Rings. Nur Pitter nimmt's gelassen, denn getrunken wird immer. Sie haben bereits jetzt den Überblick verloren?
Dann wird es aber höchste Zeit, eine Karte zu buchen, damit sie nicht länger im dunkeln tappen müssen! [® Die Findlinge]

Veranstalter: Kulturforum der GGH Bendorf

www.kulturforum-bendorf.de

Die Sehnsucht der Veronika Voss
Drehbuch von Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder

Uraufführung: 17. September 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
17. September 10 (Uraufführung)

Regie:
Bettina Bruinier
Bühne: Markus Karner
Kostüme: Justina Klimczyk
Musik: Sebastian Deufel
Video: Kerstin Polte
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

Veronika Voss: Stephanie Eidt
Dr. Marianne Katz, Juwelierangestellte: Heidi Ecks
Robert Krohn: Torben Kessler
Henriette Hasberg: Henrike Johanna Jörissen
Jan Treibel, Regisseur, Chefredakteur, Kripobeamter: Christian Bo Salle
Josefa, Jenny Treibel, Juwelierangestellte: Lisa Stiegler
Max Rehbein, Prätorius, Dr. Edel: Martin Rentzsch
GI: Sebastian Deufel

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Die Sehnsucht der Veronika Voss
Schauspiel Frankfurt
Robert Krohn (Torben Kessler ), Veronika Voss (Stephanie Eidt)
©: Birgit Hupfeld

Veronika Voss, in den Dreißiger Jahren das Aushängeschild der UFA, gehört jetzt, in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit, zu den Verlierern. Veronika ist abhängig, nicht nur von Alkohol und Medikamenten, sondern auch von ihrer Ärztin Dr. Katz. Ein undurchsichtiges Gewebe von Hörigkeit,
Schuld, Verlust und Anziehung bildet den Nährboden, auf den Fassbinder seine Titelfigur setzt. Er entwirft eine Frau, die keinen Platz in der Gegenwart findet und ihre Mitarbeit an einem neuen Leben verweigert. [© Schauspiel Frankfurt]

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Seid nett zu Mr. Sloane

Von:
Joe Orton

Uraufführung: 6. Mai 1964 (London, New Arts Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 2. November 1964 (Hamburg, Deutsches Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:  7. Februar 15 (Kammerspiele)

Co-Regie: Jürgen Kruse
Bühne:
Volker Hintermeier
Kostüme: Sebastian Ellrich
Licht: Johannes Richter
Ton: Matthias Shcmidt
Dramaturgie: Hannah Schwegler

Besetzung:

Kathrin:
Heidi Ecks
Sloane: Manuel Harder
Kemp: Michael Altmann
Ed: Oliver Kraushaar

Angeldust: Marie Ditter

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Seid nett zu Mr. Sloane
Schauspiel Frankfiurt
Sloane (Manuel Harder), Ed (Oliver Kraushaar)
© Birgit Hupfeld

Was hast Du ihm zu bieten? Die Welt.
»There’s a lady who’s sure all that glitters is gold / And she’s buying a stairway to h
eaven« (Led Zeppelin). Die vierzigjährige Lady heißt Kath, sie hat ihr Leben lang gewartet, und jetzt hat sie den Ersehnten einfach mitgenommen in ihr Haus: Mr. Sloane, einen netten jungen Mann, auf den Kath alle Hoffnungen für ein besseres Leben setzt. Ihr homosexueller Bruder Ed macht Mr. Sloane auf seine Weise Avancen. Und Vater Kemp? Er findet heraus, dass Mr. Sloane eine mörderische Vergangenheit hat…
Regisseur Jürgen Kruse inszeniert Joe Ortons makabres Theaterstück von 1964 – groteskes Kriminalstück, harte Gesellschaftskritik und Komödie zugleich – als dramatische Darstellung dieses ruhelosen, rücksichtslosen, zielstrebigen Drangs nach Wohlbefinden, der durch Drogen und Rockmusik zum Mythos wurde. . [© Schauspiel Frankfurt]

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Sieben gegen Theben / Antigone

Von:
Aischylos/Sophokles
Deutsch von: Durs Grünbein / Peter Krumme

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 3. Februar 17 (Bockenheimer Depot)

Regie und Bühne: Ulrich Rasche
Kostüme: Romy Springsguth
Bühnenbildmitarbeit: Sabine Mäder
Komposition: Ari Benjamin Meyers
Chorleitung: Toni Jessen, Alexander Weise
Video: Jonas Link
Dramaturgie: Michael Billenkamp

Mit: Paula Hans, Bettina Hoppe, Deleila Piasko, Eva Maria Sommersberg, Olga Wäscher; Alexander Fehling, Toni Jessen, Anton von Lucke, Sam Michelson, Justus Pfankuch, Christoph Pütthoff, Sebastian Schneider, Keith Bernard Stonum u.a.

Nach dem Tod von Ödipus sollen seine Söhne Eteokles und Polyneikes abwechselnd über Theben herrschen. Doch einmal im Besitz der Macht weigert sich Eteokles, den Thron wieder zu räumen. Polyneikes schwört Rache und zieht mit sieben verbündeten Heerführern gegen seine Heimat. Es kommt zu einem grausamen Gemetzel vor den Toren der Stadt, von dem einzig die Boten in drastischen Worten berichten. Mit dem Tod der Brüder scheint der Fluch des Ödipus endlich erfüllt und Kreon, der neue König Thebens, verfügt, dass der Aggressor Polyneikes nicht bestattet werden darf. Doch Polyneikes’ Schwester Antigone widersetzt sich dem Befehl Kreons. Mit Antigone schuf Sophokles eine Ikone des Widerstands gegen herrschaftliche Willkür.

Regisseur Ulrich Rasche hat zuletzt eine von Presse und Publikum gefeierte Version von Georg Büchners »Dantons Tod« auf die Bühne des Schauspielhauses gebracht. In »Sieben gegen Theben/ Antigone« sucht er den Zusammenhang von Macht, Sprache und Fanatismus zu ergründen. So sind Begriffe wie »Feind« und »Opfer« lediglich Worte und Zuschrei-bungen, gleichzeitig aber fungieren sie als Auslöser und Ursache für die Radikalisierung der Menschen. [© Schauspiel Frankfurt]

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Das siebte Kreuz
Roman von Anna Seghers

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
(Für die Bühne adaptiert von Sabine Reich und Anselm Weber)

Premiere: 27. Oktober 17 (Schauspielhaus)

Regie: Anselm Weber
Bühne: Raimund Bauer
Kostüme: Irina Bartels
Musik: Thomas Osterhoff
Einstudierung Chöre: Gotthard Lange
Dramaturgie: Konstantin Küspert
Licht: Johan Delaere

Besetzung:

Georg:
Max Simonischek
Sänger:
Thesele Kemane
Mann 1:
Christoph Pütthoff
 Mann 2:
Wolfgang Vogler
Mann 3:
Michael Schütz
Frau 1:
Paula Hans
Frau 2:
Olivia Grigoli

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Georg Heisler ist auf der Flucht. Ob sein Weg in die Freiheit oder in den Tod führt, hängt nicht von ihm ab, das entscheiden andere. Es sind diese Anderen, die ihm begegnen auf den Wegen am Rhein, den Höhen des Taunus und schließlich in den Straßen von Frankfurt: Menschen, die das Risiko eingehen, ihn nicht zu verraten, die nicht fragen, sondern helfen. Es sind Menschen, die eine Entscheidung treffen müssen, für sich, für Georg und für das, woran wir glauben. Anna Seghers weltberühmter Roman von 1942 zeigt eindrücklich, was es heißt, auf der Flucht zu sein: Flucht ist die existenzielle Erfahrung der Bedürftigkeit. Wir bedürfen derer, die uns schützen und leiten; ohne sie, ohne ihren Mut und ihre Entschlossenheit sind wir verloren. Sie betrifft uns alle als Opfer, Täter oder Mitwisser. In der Bearbeitung von Sabine Reich und der Regie von Anselm Weber kommt dieser Roman zum ersten Mal in der Stadt auf die Bühne, in der diese Fluchtgeschichte spielt. [© Schauspiel Frankfurt]

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Sleepless in my dreams – ein Dornröschen-Erweckungskuss

Ein Projekt von:
Pedro Martins Beja und Gerhild Steinbuch
Uraufführung:
10. Februar 13 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
10. Februar 13 (Box/ Uraufführung)

Regie:
Pedro Martins Beja
Text: Gerhild Steinbuch
Bühne / Kostüme: Michaela Kratzer
Musik: Jörg Follert
Dramaturgie: Johanna Vater

Mit: Katharina Bach; Christian Erdt, Daniel Rothaug


Spieglein, Spieglein an der Wand, wer lebt denn noch in diesem Land? Wenn ich sage, ich bin nicht tot, dann heißt das noch lange nicht, dass jetzt jeder kommen darf, um mich zu küssen. Sagt die Hexe. Und ich schweige. Wenn ich sage, das ist aber mein Sarg und da lieg nur ich, dann heißt das noch lange nicht, dass jetzt jeder Erde auf mich schmeißen darf. Sagt der Prinz. Und ich schweige. Es war einmal, schreit der Zwergenchor, und ein letztes Mal reiße ich mir die Lippen an einem Rot auf, das es doch gar nicht mehr geben dürfte. Das sage ich jetzt. Mein Rot, mein Rot, warum hast Du mich verlassen? [© Schauspiel Frankfurt]

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Small Things

Von:
Enda Walsh
Uraufführung:
28. Januar 2005 (London, Menier Chocolate Factory)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
28. Dezember 10

Regie:
Alexander Frank
Bühne: Anna Dischkow
Kostüme: Dorothee Joisten
Dramaturgie: Nora Khuon

Mit: Sandra Gerling; Andreas Uhse

Ein Mann und eine Frau reden um ihr Leben. Jedes Wort ist Widerstand gegen den eigenen Untergang. Sie sind Übriggebliebene: Das Massaker überlebt, kämpfen sie jetzt, jeder in seinem Zimmer, getrennt vom anderen und der Welt, mit dem Erlebten. So grausam die Erinnerung ist, sie wird beschworen, besprochen, aufgesucht, um gegen die schmerzhafte Einsamkeit anzugehen. Es gibt keine Hoffnung und doch halten sie die Hoffnung am Leben, durch den Akt des Erzählens selbst. [© Schauspiel Frankfurt]
 
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Sommergäste
Szenen

Von:
Maxim Gorki
Uraufführung: 23. November 1904 (Petersburg, Dramatisches Theater der V.F. Komissarzevskaja)
Deutsche Erstaufführung: 1952 (Magdeburg, Maxim Gorki Theater)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 16. Februar 08

Regie: Martin Nimz
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Cornelia Brückner
Musik: Matthias Engelke
Dramaturgie: Jens Groß

Besetzung:
Semjon:
Roland Bayer
Nikolai: Daniel Christensen
Pavel Rjumin: Rainer Frank
Piotr Suslow: Özgür Karadeniz
Wlas: Oliver Kraushaar
Kalerija: Ruth Marie Kröger
NN: Jochen Langner
Warwara: Julia Penner
NN: Oda Pretzschner
Jakow Schalimow: Matthias Redlhammer
Marija Lwowna: Bettina Riebesel
Sergej Bassow: Aljoscha Stadelmann
Julija Filipowna: Sabine Waibel

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Sommergäste
schauspielfrankfurt
Ensemble
Foto: Alexander Paul Englert

Nichts soll sich ändern. Oder am besten gleich alles. Die Frauen und Männer, die Maxim Gorki in seinen Sommergästen versammelt, sind Gefangene ihrer Zeit. Eine Art Dämmerszustand hat diese Wohlstandsmenschen erfasst. Während die wirtschaftlichen und politischen Spannungen im Lande wachsen, zelebrieren sie wortreich ihr Ungenügen. Die Langeweile setzt diesen Sommerfrischlern zu, lässt sie wie eine Schar von Lebensanwärtern erscheinen, denen es partout nicht gelingen will, Anspruch und Wirklichkeit zur Deckung zu bringen. Und so verzetteln sie sich ein ums andere Mal, hadern mit dem, was sie haben, und mehr noch mit dem, was ihnen fehlt. Träumen von der großen Idee, der wahren Liebe, dem Zauber der Poesie. »Ich will leben! Und ich werde leben . . . und irgend etwas tun . . . gegen euch! Ja, gegen Euch!« Maxim Gorkis 1904 uraufgeführte Szenen atmen und leben von einer menschenfreundlichen Ironie, die die Figuren auch in ihren abwegisten Sorgen nicht verrät. Im vorrevolutionären Russland wurde es gleichwohl als eine Kampfansage verstanden. Mit historischem Abstand erkennt man in den Sommergästen das verblüffend präzise Porträt einer Übergangsgesellschaft, die ihre dringlichsten Probleme im Privaten kompensiert. [© schauspielfrankfurt]

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Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night´s Dream)
Komödie in 5 Akten

Von: William Shakespeare

Entstehung:   ca. 1595/96
Deutsche Erstaufführung:   1843 (Berlin, Königliches Schauspielhaus)

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere: 19. Juni 15

Regie: Ina-Annett Keppel
Ausstattung: Gesine Kuhn / Veronika S. Bischoff

Besetzung:

Theseus, Oberon:
Thomas Dehler
Hippolyta, Titania: Daniela Kiefer
Puck: Thomas Wild
Lysander: Till Frühwald
Demetrius: Philip Wilhelmi
Helena: Eva Maria Kapser
Hermia: Liljana Elges
Egeus, Squenz, Prolog: Tobias Gondolf
Zettel, Pyramus: Herbert Schöberl
Flaut, Thisby, Elfe: Simon Köslich
Schnauz, Wand, Elfe: Lars Wellings
Schnock, Der Löwe: Adrian Spielbauer
3 Elfen: Elli Kunzmann/ Antonio Lentino/ Zoé Mollin/ Charlote Rickers/ Luca Sebastian/ Ben Sebastian/ Annabell Simon

Im Wald der Elfen und Kobolde geht es in der Mittsommernacht hoch her, das Zwielicht der nächtlichen Stunden führt zu hitzig-intriganten Neckereien zwischen dem Elfenkönigspaar. Der Kobold Puck kann sein boshaftes Verwirrspiel um Liebe und Triebe ausleben und wirbelt die durch den Wald irrenden Paare ausgiebig lustvoll durcheinander. Weltweit unangefochten gibt es keine vergnüglichere Komödie als den Sommernachtstraum.

www.kultur-bad-vilbel.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 1. Juni 11 (Zelttheater am Honsell-Dreieck)

Regie: Markus Bothe
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Heide Kastler
Musik: Biber Gullatz, Roderik Vanderstraeten
Licht Sven Bethmann
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

Theseus:
Michael Goldberg
Hippolyta: Bettina Hoppe
Lysander: Christian Bo Salle
Demetrius: Sébastien Jacobi
Hermia: Marie Burchard
Helena: Lisa Stiegler*
Egeus: Sascha Nathan
Philostrat: Torben Kessler
Peter Squenz: Torben Kessler
Zettel (Pyramus): Viktor Tremmel
Flaut (Thisby): Joachim Nimtz
Schnauz (Wand): Oliver Kraushaar
Schnock (Löwe): Benedikt Greiner*
Schlucker (Mondschein): Moritz Pliquet*
Oberon: Michael Goldberg
Titania: Bettina Hoppe
Puck: Sascha Nathan
Elfe: Torben Kessler
Inderjunge: Torben Kessler

* Mitglied des Schauspiel STUDIO Frankfurt

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Ein Sommernachtstraum

Schauspiel Frankfurt
Peter Squenz (Torben Kessler), Flaut (Joachim Nimtz), Schlucker (Moritz Pliquet),
Zettel (Viktor Tremmel ), Schnock (Benedikt Greiner), Schnauz (Oliver Kraushaar)

© Birgit Hupfeld

Liebe, Streit, Chaos und Anarchie greifen in einer Nacht des Rauschs, der geheimen Wünsche und Verwirrungen um sich. Eine Gruppe Handwerker, vier junge Liebende und die Herrscher über Waldelfen und Kobolde treten ein in einen Strudel der Nacht, in der, was sicher geglaubt, verloren geht und nichts ist, wie es scheint. Markus Bothe inszeniert die Komödie der gleichermaßen beängstigenden wie lustvoll-verführerischen Traumwelt außerhalb des städtischen Trubels in einem Zelttheater am Honsell-Dreieck..  [© Schauspiel Frankfurt]

Wegen Sanierungsarbeiten im Schauspielhaus spielte das Schauspiel Frankfurt im Sommer 2011 in einem Theaterzelt am Honsell-Dreieck im Frankfurter Ostend.

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Sonny Boys (The Sunshine Boys)
Komödie in zwei Akten

Von: Neil Simon
Uraufführung: 20. Dezember 1972 (New York, Eugene O´Neill-Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 23. Dezember 1973 (Berlin, Schlossparktheater)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 20. März 08

Regie: Christian Hockenbrink
Bühne und Kostüme: Miriam Busch
Musik: Markus Reyhani
Licht: Ellen Jaeger
Dramaturgie: Jens Groß, Raphael Kassner
Regieassistent: Felix Meyer-Christian
Bühnenbildassistentin: Anna Dischkow
Kostümassistentin: Katharina Tasch
Inspizient: Thomas Nossek
Souffleuse: Karin Frick
Ton: Inga Lüth, Franziska Rudolphi
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Nikola Ramie'
Requisite: Albrecht Haevernick, Markus Öhlinger
Regiehospitantinnen: Heien Hable, Helena Todorovic'
Bühnenbildhospitantin: Katharina Schwarz

Besetzung:

Willie Clark: Wolfgang Gortz
AI Lewis: Heiner Stadelmann
Ben Silverman: Mathias Max Herrmann

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Sonny Boys
schauspielfrankfurt
Willie Clark (Wolfgang Gortz) und AI Lewis (Heiner Stadelmann)
Foto: Alexander Paul Englert

95 Jahre auf der Bühne - Wolfgang Gorks und Heiner Stadelmann sind die Sonny Boys:
Auf der Bühne waren sie die Sonny Boys, das Traumpaar des Boulevards, doch hinter der glitzernden Fassade haben sie sich gegenseitig das Leben zur Hölle gemacht. Doch dann stieg Al aus und setzte damit auch Willies Karriere ein Ende. Seit elf Jahren gehen sie nun getrennte Wege. Einsam und zurückgezogen lebt Willie in einem kleinen Appartment, bis es seinem umtriebigen Neffen Ben gelingt, endlich wieder einen großen Auftritt an Land zu ziehen:
Für eine Fernsehgala sollen die Sonny Boys noch einmal ihren berühmten Doktorsketch aufführen. Doch Willie hat seinem ehemaligen Partner den Ausstieg nie verziehen. Als er sich schließlich doch überreden lässt, kommt es zu dem Unvermeidbaren: Schon die erste Probe endet in einem Desaster…

Mit Sonny Boys ist dem Autor Neil Simon, einer der populärsten Dramatiker der USA, die Geschichte einer wunderbaren Feindschaft mit rasanter Situationskomik und brillantem Sprachwitz gelungen. Nicht umsonst erhielt er 1975 für das Drehbuch zur Filmversion den Oscar. Simons Komödien haben durch ihre Verfilmungen und ihre Übersetzungen in zahlreiche Sprachen weltweiten Erfolg und Zugang zu einem breiten Publikum gefunden. Das unterhaltsame Stück über zwei alternde, grantige Komödianten bietet einen humorvollen Blick hinter den Vorhang des Show-Business. Und vor allem hat er ein Stück für zwei Schauspieler geschrieben, die hier alle Nuancen ihres Könnens zeigen dürfen.

Mit der Inszenierung des jungen Regisseurs Christian Hockenbrink, selbst gelernter Schauspieler, ehrt schauspielfrankfurt zwei großartige Darsteller, die zusammengerechnet seit 95 Jahren erfolgreich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stehen: Wolfgang Gorks und Heiner Stadelmann spielen Willie und Al.

Wolfgang Gorks, 1931 geboren, feiert dieses Jahr sein 55jähriges Bühnenjubiläum. Seine Ausbildung erhielt er an der Akademie für Musik und Theater in seiner Geburtsstadt Dresden. Seitdem ist er in unzähligen Rollen vor ein Publikum getreten, das er, ob als Nathan im gleichnamigen Stück von Gotthold Ephraim Lessing, als einsamer Killer in I Hired a Contract Killer oder wie feuere ich meinen Mörder oder als liebender Antonio in Was ihr wollt, immer wieder begeistern und rühren konnte.

Heiner Stadelmann, geboren 1943 in Hersbruck bei Nürnberg, wurde von dem damals am Deutschen Schauspielhaus engagierten Fritz Wagner zum Schauspieler ausgebildet. Seit 1967 spielt er in verschiedenen Ensembles und ist damit heute seit 40 Jahren in seinem Traumberuf tätig. Das Publikum in Frankfurt am Main kann ihn seit der Spielzeit 2006/07 in zahlreichen Rollen bewundern, so als Heinrich I in Peter Kastenmüllers Falstaff-Inszenierung, als Faber in der Bühnenversion von Fahrenheit 451 oder als Graf in Die Wahlverwandtschaften nach dem Roman von Johann Wolfgang Goethe. Diese beiden außergewöhnlichen Schauspieler, die das schauspielfrankfurt-Ensemble seit Jahren bereichern, verkörpern die wunderbaren Charaktere von Neil Simon.

Der Regisseur Christian Hockenbrink und sein Dramaturgenteam Jens Groß und Raphael Kassner haben die Komödie auf drei Darsteller reduziert und stellen dem Duo der Sonny Boys Mathias Max Herrmann als gewitzten Neffen Ben zur Seite. [© schauspielfrankfurt]

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Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen

Von:
Rene Pollesch

Uraufführung: 9. Oktober 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 9. Oktober 10 (Uraufführung)

Regie: René Pollesch
Bühne Janina Audick
Video: Kathrin Krottenthaler
Kostüme: Tabea Braun
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Besetzung:
Traute Hoess
Constanze Becker
Valery Tscheplanowa
Michael Goldberg
Nils Kahnwald
Oliver Kraushaar

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Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen
Schauspiel Frankfurt
v.l.n.r. Taute Hoess, Valery Tscheplanowa, Constanze Becker, Oliver Kraushaar, Nils Kahnwald, Michael Goldberg
Foto: Birgit Hupfeld

Furiose Wortgefechte, Gedankenüberflutungen, überhitzte Körper, Turbulenzen aus Wort und Spiel – Pollesch kommt zurück nach Frankfurt! Am TAT entwickelte der gebürtige Friedberger erste Arbeiten. Seine Stücke sind kongeniale Antworten auf unsere komplexen und widersprüchlichen Lebenswelten: globale politische Fragestellungen in Verbindung mit persönlichen emotionalen Erfahrungen, verzweifelte Selbstbefragungen kombiniert mit Slapstick und Melodramatik. Thema und Text entstehen gemeinsam mit den Schauspielern während der Proben. [© Schauspiel Frankfurt]

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Das Spiel ist aus (Les jeux sont faits)

Drehbuch von:
Jean-Paul Sartre

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 27. Februar 15 (Kammerspiele)

Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Julia Wassner
Video: Oliver Rossol
Komposition: Sven Michelson
Dramaturgie: Henrieke Beuthner

Mit: Katharina Bach, Claude De Demo, Oliver Kraushaar, Christoph Pütthoff, Lukas Rüppel, Viktor Tremmel, Sven Michelson (Live-Musiker)

Eve und Pierre sterben am selben Tag durch fremde Hand. Im Totenreich begegnen sich die beiden wie durch einen Zufall und erfahren, dass sie im Leben immer füreinander bestimmt waren. Ein Fehler im bürokratischen System des Jenseits gibt ihnen die Chance, ins Leben zurückzukehren, die Voraussetzung: Sie müssen sich dort innerhalb von 24 Stunden in vollstem Vertrauen lieben. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen das Schicksal und die gesellschaftlichen und politischen Umstände, die die beiden trennen.

Jean-Paul Sartre konstruiert 1943 in »Das Spiel ist aus« eine bitter-romantische Totenwelt von der aus die Toten in einer verzweifelten Gleichzeitigkeit die Lebenden beobachten, ohnmächtig, in das Leben einzugreifen und den Lauf des Schicksals zu verändern.  [© Schauspiel Frankfurt]

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Stadt aus Glas
Roman von:
Paul Auster (* 1947)
Erschienen:
1985
Deutsch von Joachim A. Frank

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Fassung von Bettina Bruinier und Alexandra Althoff

Premiere:
3. Oktober 09

Regie: Bettina Bruinier
Bühne: Markus Karner
Kostüme: Justina Klimczyk
Musik: Oliver Urbanski
Video: Kerstin Polte, Alkmini Boura
Licht: Nicol Hungsberg
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Besetzung:
Daniel Quinn:
Sébastien Jacobi
Max Work / Paul Auster: Thomas Huber
Virginia Stillman / Quinns Frau / Siri Hustvedt / Mädchen: Sandra Gerling
Peter Stillman Junior: Andreas Uhse
Peter Stillman Senior: Felix von Manteuffel

(Aufführungsdauer ca. 1 3/4 Stunden, keine Pause)
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Stadt aus Glas

Schauspiel Frankfurt
Daniel Quinn (Sébastien Jacobi)
Foto: Sebastian Hoppe

In dem ersten Roman seiner »New York- Trilogie« erzählt Paul Auster die Geschichte des Kriminalautors Daniel Quinn. Nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes hat sich Quinn in die Einsamkeit zurückgezogen. Unter dem Pseudonym William Wilson schreibt er Detektivromane, in denen sein aggressiver, schlagfertiger Held Max Works das Chaos unzähliger Abenteuer mit Leichtigkeit meistert. Quinn verliert sich immer mehr in dieser Dreiheit von Personen. Da erhält er mitten in der Nacht den Anruf eines Fremden, der ihn, in der Annahme, er sei der Privatdetektiv Paul Auster, mit einem Fall betraut. Quinn schlüpft in die Rolle von Paul Auster und beschattet den ehemaligen Theologieprofessor Peter Stillmann, der nach vielen Jahren aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden ist. Stillmann hatte seinen Sohn neun Jahre lang in völliger Isolation und Dunkelheit aufwachsen lassen. Jetzt fürchtet dieser, dass ihm der verwirrte Vater nach dem Leben trachtet. Quinn ahnt nicht, dass er sich auf eine Mission eingelassen hat, die komplizierter und undurchsichtiger ist als alles, was er bisher geschrieben hat. [© Schauspiel Frankfurt]

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Steilwand (Sea Wall)

Von: Simon Stephens (* 1971)
Uraufführung: 8. Oktober 2008 (London, Bush Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Januar 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Deutsch von: Barbara Christ

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 10. Januar 10 (Deutschsprachige Erstaufführung; Box)
Regie: Lily Sykes
Mit: Isaak Dentler

Für Alex läuft es gut, in seinem Job, in seinem Leben. Er liebt seine Frau und seine Tochter. Doch eine Katastrophe an einem Tag am Meer nimmt ihm alles, an das er geglaubt hat. Lily Sykes zeigt in der Box die Deutschsprachige Erstaufführung von »Steilwand«, der neueste Monolog des preisgekrönten englischen Dramatikers. [© Schauspiel Frankfurt]

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Stella

Von:
Johann Wolfgang Goethe
Uraufführung (Stella. Ein Schauspiel für Liebende): 8. Februar 1776 (Hamburg, Nationaltheater)
Uraufführung der Zweitfassung (Stella. Ein Trauerspiel):  2. Februar 1805 (Weimar, Hoftheater)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 23. Januar 11

Regie und Bühne:
Andreas Kriegenburg
Kostüme: Katharina Tasch
Licht: Frank Klaus
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Besetzung:

Stella:
Valery Tscheplanowa
Cäcilie: Bettina Hoppe
Fernando: Marc Oliver Schulze
Lucie: Lisa Stiegler
Verwalter: Mathis Reinhardt

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Stella

Schauspiel Frankfurt
Stella (Valery Tscheplanowa), Fernando (Marc Oliver Schulze)
© Birgit Hupfeld

Der Offizier Fernando hat seine Ehefrau Cäcilie ohne Abschied für die junge Baronesse Stella sitzen lassen. Später verlässt er auch Stella und zieht in den Krieg. Ohne zu wissen, wie ihre Schicksale verbunden sind,  werden die Leidensgenossinnen Freundinnen. Als Fernando unvermutet aus dem Krieg zurückkehrt, trifft er im Haus seiner Geliebten Stella auch die Ehefrau Cäcilie und ihre gemeinsame Tochter.
Als »Stella. Ein Schauspiel für Liebende« 1776 erstmalig zur Aufführung kam, folgten ein Eklat und sogar Aufführungsverbot. Der junge Goethe hatte durchblicken lassen, dass man auch zu dritt glücklich werden könnte. [© Schauspiel Frankfurt]

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Sterben
Eine Novelle

Von: Arthur Schnitzler

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 15. Dezember 10 (Box)

Regie:
Franziska Marie Gramss
Bühne: Caspar Pichner
Kostüme: Susanne Reul
Musik: Kostia Rapoport
Dramaturgie: Nora Khuon

Mit: Henriette Blumenau; Johannes Kühn, Moritz Pliquet

Eine Diagnose, heftig und erbarmungslos, trifft das junge Paar Felix und Marie: Felix ist todkrank, ein Jahr bleibt ihm noch. Als Zeichen ihrer bedingungslosen Liebe beschließt Marie ihrem Freund überall hin zu folgen – sogar in den Tod. Doch die romantische Idee vom gemeinschaftlichen Liebestod entwickelt sich zunehmend zu einem erdrückenden Geflecht von Misstrauen, Lebensgier, Sehnsucht und Neid. Wie auf dem Seziertisch legt Schnitzler das Sterben des jungen Mannes bloß und zeigt, wie unter dem stetigen körperlichen Zerfall auch der Schwur von der ewigen Liebe keinen Bestand hat. [© Schauspiel Frankfurt]
 
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Stifters Dinge
(Arbeitstitel: The Pianopiece)

Eine performative Installation von: Heiner Goebbels
Bühne, Licht, Video:
Klaus Grünberg
Mitarbeit Musik, Programming: Hubert Machnik
Sounddesign:
Willi Bopp | Assistenz: Matthias Mohr
Uraufführung:
13. September 2007 im Théâtre Vidy-Lausanne
Deutschlandpremiere: 5. Oktober 07 (Berlin, Haus der Berliner Festspiele)

Eine Produktion von Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E.
In Koproduktion mit spielzeit’europa I Berliner Festspiele, Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg, schauspielfrankfurt, T&M-Théâtre de Gennevilliers/CDN, Migros Kulturprozent und Teatro Stabile di Torino
Korealisation Artangel London, Unterstützt vom Hauptstadtkulturfonds

Heiner Goebbels’ neueste Arbeit ist ein Klavierstück ohne Pianisten, ein Theaterstück ohne Schauspieler, eine Performance ohne Performer: eine Einladung an die Zuschauer in einen faszinierenden Raum voller Töne und Bilder. Dinge, die im Theater oft nur als Dekor oder Requisit erscheinen, werden hier zu Protagonisten: Licht, Bilder, Geräusche, Töne, Stimmen, Wind und Nebel, Wasser und Eis.
Inspirationsquelle sind die Erzählungen Adalbert Stifters, in denen die Handlung aus Respekt gegenüber der Natur und den Dingen zurücktritt. In ihrer radikalen Entschleunigung und ihren ritualisierten Wiederholungen lassen sie den Romantiker Stifter überraschend heutig erscheinen. Die performative Installation Stifters Dinge knüpft daran an als eine Herausforderung für die Begegnung mit dem Fremden und mit Kräften, derer wir nicht „Herr sind“, um andere als uns bereits bekannte Kriterien und Urteile zuzulassen – sowohl unbekannten kulturellen Ordnungen gegenüber als auch Naturkatastrophen, wie sie Stifter immer wieder ausführlich schildert.

„Das Rauschen, welches wir früher in den Lüften gehört hatten, war uns jetzt bekannt; es war nicht in den Lüften, jetzt war es bei uns. In der ganzen Tiefe des Waldes herrschte es ununterbrochen fort, und entstand, wie die Äste und Zweige krachten und zur Erde fielen. Es war um so fürchterlicher, da alles Andere unbeweglich stand… Wir harreten, und schauten hin, ich weiß nicht, war es Bewunderung oder Furcht, in das Ding hinein zu fahren.“
Adalbert Stifter, aus: Die Mappe meines Urgroßvaters

STIFTERS DINGE
„Stifters Dinge“ ist ein Klavierstück für fünf Klaviere ohne Pianisten, ein Theaterstück ohne Schauspieler, eine Performance ohne Performer – eine No-Man-Show also, oder wie auch immer man das nennen möchte. Vor allem ist es aber eine Einladung an die Zuschauer in einen faszinierenden Raum voller Töne und Bilder, eine Einladung zum Sehen und zum Hören. Im Zentrum steht die Aufmerksamkeit den Dingen gegenüber, die im Theater oft als Dekor oder Requisit eine nur illustrative Rolle spielen, hier aber die Protagonisten sind: das Licht, die Bilder, die Geräusche, die Töne, die Stimmen, Wind und Nebel, Wasser und Eis.
Es gibt in der Arbeit – und darauf weist der Titel hin – Berührungspunkte zu den Texten Adalbert Stifters, einem Romantiker der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, bei dem der Eindruck biedermeierlicher Behaglichkeit täuscht. Stifter schreibt so detailliert wie ein Maler malt, und wenn in den oft als langweilig empfundenen Passagen seiner Naturbeschreibungen die Handlung der Erzählung zurücktritt, so geschieht das aus Respekt gegenüber den Dingen: Sie fordern vom Leser die Zeit, die ihre detaillierte Wahrnehmung notwendig macht – so als müsse der Leser, der durch den Text will, erst einmal selbst durch den Wald. Die Dinge und Materialien erzählen selbst, die Personen sind oft nur eingefügt und nicht souveräne Subjekte ihrer Geschichte. Mit Elementen von bewusster Entschleunigung und ritualisierter Wiederholung wird bei Stifter eine Modernität sichtbar, die in ihrer Radikalität heute dem Leser zeitgemäße Angebote macht.

„Stifters Dinge“ knüpft an dieser Haltung an, ohne sich direkt als Inszenierung seiner Erzählungen oder der von ihm beschriebenen Gegenstände zu verstehen. Die performative Installation (Dauer ca. 80 min) versteht seine Texte als Herausforderung für eine Begegnung mit dem Fremden und mit den Kräften, derer wir nicht „Herr sind“, als ein Plädoyer für die Bereitschaft, andere als unsere eigenen Kriterien und Urteile als Instanz zuzulassen und zwar sowohl in der Begegnung mit uns unbekannten kulturellen Ordnungen als auch gegenüber ökologischen Katastrophen, die Stifter immer wieder ausführlich schildert.
Nach „Max Black“, „...meme soir.-„, „Hashirigaki“, „Landschaft mit entfernten Verwandten“ und „Eraritjaritjaka“ ist „Stifters Dinge“ erneut eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und Komponisten Heiner Goebbels und dem Bühnenbildner und Lichtdesigner Klaus Gruenberg, mit Willi Bopp (Sounddesign) und Hubert Machnik (musikalische Mitarbeit und Programmierung). HEINER GOEBBELS

www.berlinerfestspiele.de

Aufführungen in Frankfurt:
28., 29., 30. & 31. Oktober 07 im Bockenheimer Depot (-> schauspielfrankfurt}

Stirb, bevor du stirbst
Komödie

Von: Ibrahim Amir
Uraufführung: 7. November 2015 (Köln, Schauspiel Köln)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 25. November 16

Inszenierung: K.D. Schmidt
Ausstattung: Valentin Köhler
Dramaturgie: Jörg Vorhaben

Besetzung:

Getrud:
Andrea Quirbach
Magda: Lilith Häßle
Sabine: Anna Steffens
Der Polizist: Sebastian Brandes
Der Iman: Murat Yeginer
Philipp: Henner Momann
Mustafa: Jaschar Markazi Noubar


Stirb, bevor du stirbst
Staatstheater Mainz
Vorabbild mit dem Ensemble

© Bettina Müller

Sabine ist gestresst, nicht nur von der Arbeit, sondern auch durch ihre langsam dement werdende Mutter. Und diese hat dann auch noch die neue vorlaute Nachbarin Magda in die Wohnung gelassen. Nachdem Sabine Magda rausgeschmissen hat, taucht ein Polizist auf, der ihr erklärt, dass Sabines Sohn Philipp dabei ist, nach Syrien auszureisen. Aber das kann doch gar nicht sein, schließlich muss er doch für seine Abschlussprüfung in der Schule lernen! Aber Philipp war schon lange nicht mehr in der Schule – wie sie jetzt erfährt – sondern interessierte sich mehr für den Koran. Sabine ist verunsichert: Was weiß sie eigentlich von ihrem Sohn? Bald stößt sie auf eindeutige Hinweise. Alles passt ins Bild. Und sind nicht auch die Medien voll von Geschichten von jungen Männern mitten aus der Gesellschaft, die beschließen, ihrem westlichen Leben ein Ende zu bereiten, um in den Heiligen Krieg zu ziehen? Alleine kann sie nichts ausrichten, das wird Sabine schnell bewusst – und ihr fällt nur eine Person ein, die ihr bei der Suche nach Philipp helfen könnte: ihre neue Nachbarin. Die kommt doch aus Syrien. Oder dem Irak. Oder Iran. Oder Afghanistan.
Syrien ist Ibrahim Amirs Heimatland. Vor fast fünfzehn Jahren hat er es verlassen, um in Wien ein Medizinstudium zu beginnen. Und um zu schreiben – auf Deutsch, der Sprache, die er erst neu erlernte. Sein erstes Stück Habe die Ehre wurde in Wien zu einem großen Publikumserfolg. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Struwwelpeter
Buch von Heinrich Hoffmann

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
(nach Heinrich Hoffmann von und mit Rainald Grebe)

Premiere: 4. Juni 16 (Schauspielhaus)

Regie: Rainald Grebe
Bühne: Jürgen Lier
Kostüme: Kristina Böcher
Musikalische Leitung: Jens-Karsten Stoll
Dramaturgie: Claudia Lowin

Mit: Gaby Pochert, Paula Skorupa, Rainald Grebe, Christoph Pütthoff, Nino Sandow, Jens-Karsten Stoll, Till Weinheimer u.a.


Struwwelpeter
Schauspiel Frankfurt
Vorabbild mit  Christoph Pütthoff
© Maxime Ballesteros

»Lutsch nicht am Daumen, sonst kommt der Schneider mit der Scher. Das Kind lutscht am Daumen, da kommt der Schneider mit der Scher. Daumen ab.«

Der Frankfurter Arzt und Psychiater Dr. Heinrich Hoffmann schrieb zu Weihnachten 1844 für seinen dreijährigen Sohn Carl den von ihm selbst illustrierten »Struwwelpeter«, weil er nirgendwo ein Buch fand, das ihm für ein Kind dieses Alters passend erschien. Bis heute gehört es zu den erfolgreichsten deutschen Kinderbüchern und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ob Daumenlutscher, Zappel-Philipp, Hans Guck-in-die-Luft oder Suppenkaspar – in fast jedem Kopf sind diese Figuren präsent und obwohl sich im Laufe der Jahre Erziehungsmethoden radikal verändert haben, gibt es noch heute Eltern, die ihren Kindern mit diesen Geschichten die Augen öffnen wollen.

Rainald Grebe begeisterte in der vergangenen Spielzeit Presse und Publikum gleichermaßen mit seinem melancholischen Theaterabend »Frankfurt«. Diesmal schaut er zwischen die Bilder und Knüttelreime dieses pädagogischen Klassikers, um dessen Geschichten zum Leben zu erwecken. Live dabei: Rainald Grebe. Ein Abend für Erwachsene ab 12 Jahren. [© Schauspiel Frankfurt]

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Der stumme Diener / One for the Road

Einakter von:
Harold Pinter
Uraufführung Der stumme Diener: 28. Februar 1959 (Frankfurt/M, Städtische Bühnen)
Uraufführung One for the Road: 13. März 1984 (London, Lyric Studio Hammersmith)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 7. Oktober 16 (Kammerspiele)

Co-Regie: Jürgen Kruse
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Raphaela Rose
Licht: Ellen Jäger
Dramaturgie: Christian Franke 

Besetzung:

Nicolas:
Oliver Kraushaar
Victor: Isaak Dentler
Gila: Alexandra Finder
Nicky: Daniel Kravtsenko

Und festangestellte Statisten: Stefan Biaesch, Andreas Tillmann

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Der stumme Diener / One for the Road
Schauspiel Frankfurt
Victor (Isaak Dentler), Gila (Alexandra Finder), Nicolas (Oliver Kraushaar)
© Birgit Hupfeld

»Ich kann einfach alles, was ich möchte. «

In dem Einakter »Der stumme Diener« warten zwei professionelle Mörder auf den nächsten Auftrag der anonymen Organisation, für die sie arbeiten. »One for the Road« ist Harold Pinters erstes konkret-politisches Drama, in dem er Folter und Verhöre verhandelt, wie sie heute weltweit und tagtäglich geschehen.
Mit diesen zwei Stücken des umstrittenen Nobelpreisträgers, in denen die Verhältnisse des Einzelnen zu einem undurchschaubaren System ausgelotet werden, beschäftigt sich Jürgen Kruse mit einem Autor, dessen Texte er schon oft inszeniert hat. Kruses düstere Inszenierungsweise trifft auf Pinters absurdkomische Dialoge und verschobenen Realismus und verspricht damit eine widersinnige Welt zu erschaffen, in der sich die Frage nach Wahrheit schmerzhaft neu stellt. [© Schauspiel Frankfurt]

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Die Stunde da wir nichts voneinander wussten
Von: Peter Handke
Uraufführung: 1992 (Wien, Burgtheater)

Zur Abschiedsinszenierung am schauspielfrankfurt:

Premiere:
3. Juni 09
Weitere Vorstellungen: 4., 5. und 6. Juni 2009

Regie, Bühne: Wanda Golonka
Kostüme: Adriane Westerbarkey
Choreografie: Wanda Golonka
Licht:
Frank Kraus
Ton: Bernhard Klein
Dramaturgie: Sibylle Baschung
Dramaturgische Mitarbeit: Alexandra zu Stolberg
Regieassistenz: Mina Salehpour
Choreographieassistenz: Katharina Wiedenhofer
Bühnenbildassistenz: Anna Dischkow
Kostümassistenz: Jessica Mairbichler, Katharina Tasch
Inspizienz: Joachim Möller
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Kathrin Omlor
Technische Einrichtung: Andreas Kremer
Ton: Bernhard Klein, Josef Rennert
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil, Patricia Dietz, Verena Martin, Anke Scharlach, Friederike Reichel, Bernhard Springer
Requisite: Corinna Lange, Anja Becker, Alex Wetzel
Regiehospitanz: Andrea Feik
Bühnenbildhospitanz: Jana Saxler
Kostümhospitanz: Amelie Stockinger

Darsteller: Roland Bayer, Sandra Bayrhammer, Susanne Böwe, Susanne Buchenberger, Martin Butzke, Nadja Dankers, Wilhelm Eilers, Rainer Frank, Wolfgang Gorks, Nicola Gründel, Andreas Haase, Stefko Hanushevsky, Mathias Max Herrmann, Sascha Maria Icks, Anita Iselin, Friederike Kammer, Özgür Karadeniz, Oliver Kraushaar, Ruth Marie Kröger, Christian Kuchenbuch, Felix von Manteuffel, Anne Müller, Joachim Nimtz, Julia Penner, Moritz Peters, Matthias Redlhammer, Abak Safaei-Rad, Sebastian Schindegger, Falilou Seck, Heiner Stadelmann, Bert Tischendorf, Sabine Waibel
und Aline Czaplicki, Anna Dischkow, Philip Liman, Jonas Minthe, Joshua Olivo, Mina Salehpour, Alexandra zu Stolberg, Saphir Sun, Claudia Wabnitz, Katharina Wiedenhofer, Zirkushund »Fina« und Marc Vogt mit »Socke«

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Die Stunde, da wir nichts voneinander wußten

schauspielfrankfurt
Heiner Stadelmann, Friederike Kammer und Ensemble
Foto: Alexander Paul Englert

Etwas ganz Besonderes erwartet die Zuschauer zur letzten Premiere am schauspielfrankfurt:
In DIE STUNDE DA WIR NICHTS VONEINANDER WUSSTEN von Peter Handke wird Wanda Golonka dem Frankfurter Publikum zur Premiere am 3. Juni 2009 das Herzstück des Theaters präsentieren – sein Ensemble. Sie haben bezaubert, berührt und begeistert, verführt und verärgert, hingerissen und angegriffen: die Schauspielerinnen und Schauspieler des schauspielfrankfurt. Zum Abschluss ihrer gemeinsamen Zeit in Frankfurt am Main begegnen sich nun alle Schauspieler zum ersten und zum letzten Mal in einer einzigen Inszenierung, um sich unter anderem in dieser Form von ihrem Publikum zu verabschieden. Vor dem Auseinander-gehen erzählen sie miteinander vom Anfangen und Weitermachen, von Begegnungen im Vorübergehen, von Zu- und Abneigungen, vom Über-Leben und von Erinnerungen, die zu Übergängen in die Zukunft werden, Anstöße für Visionen und Phantasien.
DIE STUNDE DA WIR NICHTS VON EINANDER WUSSTEN zählt zu den bekanntesten Stücken Peter Handkes. Ein Platz und seine Menschen: Ohne Worte, nur durch Bewegung und unzählige Auf- und Abtritte einzelner Figuren oder Gruppen entsteht ein flüchtiger, poetischer Bilderbogen alltäglicher Szenerien und phantastischer Traumwelten. Wanda Golonka, Choreographin und seit 2001 Hausregisseurin am schauspielfrankfurt, wird das Ensemble in mehr als 350 Kostümen für diese Premiere zum Abschied farbenprächtig in Szene setzen. [© schauspielfrankfurt]


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Der Sturm (The Tempest)

Von: William Shakespeare
Uraufführung: 1. November 1611 (London, Whitehall Palacel)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Erstaufführung der Neuübersetzung aus dem Englischen von Frank-Patrick Steckel

Premiere: 15. April 16

Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg
Kostüme: Andrea Schraad
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Claudia Lowin

Besetzung:

Alonso:
Oliver Kraushaar
Sebastian: Martin Rentzsch
Prospero: Felix von Manteuffel
Antonio: Thorsten Danner
Ferdinand: Nico Holonics
Gonzalo: Sascha Nathan
Adrian: Christoph Pütthoff
Caliban: Michael Benthin
Trinculo: Christoph Pütthoff
Stephano: Sascha Nathan
Miranda: Katharina Bach
Ariel: Franziska Junge
Geister: Elena Packhäuser, Sina Weiss, Sam Michelson, Carlos Praetrorius

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Der Sturm
 Schauspiel Frankfurt
Stepahno (Sascha Nathan), Caliban (Michael Benthin), Trinculo (Christoph Pütthoff)
© Birgit Hupfeld

Prospero, der rechtmäßige Herzog von Mailand, ist Opfer familiärer Machtkämpfe und wird mit seiner Tochter Miranda auf eine Insel verbannt. Zusammen mit zwei mythischen Gestalten, dem Luftgeist Ariel und dem wilden Sklaven Caliban, plant der Herzog seinen Rachefeldzug und beschwört einen Sturm herauf. Der magische, auf offener See wütende Sturm zwingt Prosperos Widersacher, mit ihrem Schiff auf der Insel zu stranden. Die Neuankömmlinge irren auf der Insel umher, unterliegen einer Probe »des menschlichen Wahnsinns« und die vermeintlichen Rachepläne rücken in den Hintergrund, denn Miranda verliebt sich Hals über Kopf in die Neuankömmlinge und Caliban will die Chance zur Flucht ergreifen.

Andreas Kriegenburg, der am Schauspiel Frankfurt u.a. mit poetischen Inszenierungen wie Goldonis »Diener zweier Herren« und Tschechows »Die Möwe« das Publikum verführte, wird dieses von Magie beherrschte Stück Shakespeares auf die Bühne bringen. [© Schauspiel Frankfurt]

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Sucht

Ein Projekt des Jugendclubs des Schauspiel Frankfurt von Leonie Kubigsteltig

Premiere:
28. September 14

Regie: Leonie Kubigsteltig
Bühne: Julia Scheurer
Kostüme: Laura Krack

Mit:
Katharina Candia Avendaño, Saskia Frank, Ibtissam Hajji, Alisa Larma, Johanna Posenenske, Luzia Renner-Motz, Thea Philine Richter, Natascha Wechselberger

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Wenn ich für dich leide, wirst du mich dann lieben?

Was passiert, wenn die Sehnsucht nach Liebe zur Sucht wird? Acht junge Frauen begeben sich mit dieser Frage auf eine mutige Reise durch Geschichten von einer Liebe, die Leiden schafft. An einem wichtigen »Sucht-Ort« für Romantik, dem Theater, forschen sie nach Mechanismen, die junge Menschen dazu bringen, in zerstörerische Formen von Liebe, Sex und Beziehung zu investieren. Aus Erfahrungen von eigener und fremder Sucht entwickeln die Spielerinnen des Jugendclubs zusammen mit der Regisseurin Leonie Kubigsteltig und der Frankfurter Autorin Nicole von Horst, die mit ihrem #Aufschrei auf Twitter eine intensive Sexismus-Debatte auslöste, einen ebenso kritischen wie lustvollen Theaterabend.
[© Schauspiel Frankfurt]

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Supergrrrls

Ein Projekt von:
Ute Bansemir und Jan Deck

Premiere: 21. November 13 (theaterperipherie zu Gast im Titania Frankfurt)

Regie: Ute Bansemir
Textfassung: Jan Deck und Ute Bansemir
Ausstattung: Katja Quinkler
Dramaturgie: Jan Deck
Musikalische Leitung: Torsten Knoll
Licht: Jonathan Rosenbauer, Alexander Brill
Regieassistenz: Ewgenija Weiß
Regiehospitanz: Sina Dotzert, Magdalini Savvidou
Technik: Ralf Neumann

Mit: Suleika Ahmad - Ali, Antonia Jungwirth, Susanne Kaiser, Meltem Kilinc, Silvana Morabito

Fünf Frauen von Anfang zwanzig bis Mitte vierzig begeben sich auf die Suche nach anderen Bildern, anderen Formen von Weiblichkeit und stehen vor der Aufgabe: Stereotype zertrümmern, Klischees zerschlagen, Rollenbilder demontieren. Sie treffen auf ihrem Weg andere Frauen: ein Model, eine Polizistin, eine Pornodarstellerin, eine Geschäftsfrau, eine Boxerin, eine Hebamme, Drag-Queens und -Kings, Feministinnen… Doch was charakterisiert Frau Sein im 21. Jahrhundert? Selbstverteidigung oder Sexualisierung? Selbstverwirklichung oder Selbstvermarktung? Aktivistin oder Aktionärin? Weiblichkeit oder Queering? Wellness oder Dirtyness?

Die Supergrrrls erzählen Geschichten aus weiblichen Biografien, nutzen eigene Erfahrungen, tauschen Rollen und Körper, kreieren bis zur Erschöpfung neue Identitäten. Die Suche wird zu einem Trip, der neben Momenten des lustvollen Tabubruchs, der Revolte, der Solidarität und der Leichtigkeit auch Niederschläge und Scheitern enthält. Tauchen doch immer wieder neue Klischees auf, schmerzen die Körper an allen Ecken und Enden, machen eigene und fremde Grenzen unendlich wütend, endet der ständige Entwurf eines neuen ICHs im Knock Out. [© theaterperipherie]

www.theaterperipherie.de

Swing Again
Eine Zusammenrottung zur Verübung gemeinschaftlichen Unfugs

Projekt von: Tina Müller und Martina Droste
Uraufführung: 5. Januar 2013 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt / Junges Schauspiel:

Premiere:
6. Januar 13 (Kammerspiele; Uraufführung)

Regie:
Martina Droste
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Berit Mohr
Musik: Tobias Escher, Jens Hilzensauer
Choreografie: Ajda Tomazin
Dramaturgie: Johanna Vater

Mit Noémie Abu, Shagra Fénart, Linda Lu An, Kristina Eckern, Lena Neckel, Sonia Skatchkow; Redouan Abdellaoui, Christoph Kugler, Danilo Müller, David Strecker, David Unger

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Swing Again
Schauspiel Frankfurt ~ Junges Schauspiel
© Birgit Hupfeld

Ihr Verbrechen war es, die falsche Musik zu hören. Statt sich dem Gleichschritt gesunder deutscher Mädel und Burschen anzupassen, sehnten sich Jugendliche in Frankfurt und anderswo nach Freiheit und Individualität. Ein Ventil dafür fanden sie in dem als »gefährliche Negermusik« verbotenen Swing. Doch für diesen mangelnden Integrationswillen gerieten sie in das Visier der Gestapo, wurden bespitzelt, schikaniert und verhaftet. Zehn Jugendliche begeben sich auf eine Spurensuche und stellen sich vor dem Hintergrund der Vergangenheit Fragen nach Identität und Zivilcourage, Opportunismus und dem Preis der Freiheit heute. . [© Schauspiel Frankfurt]

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