kulturfreak

Theater, Stückeinfo: “L”

Ladies Night
Komödie in zwei Akten

Von: Stephen Sinclair und Anthony McCarten
Uraufführung: November 1987 (Auckland, The Mercury Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 14. März 1992 (Wien, Parktheater Hietzing)
Deutsche Erstaufführung: 18. Oktober 1998 (Hamburg, Imperial Theater)
Deutsch: Annette und Knut Lehmann

Zum Gastspiel im Frankfurter Theatrallalla:

Premiere:
22. Juni 12

Regie: Corinna Maria Lechler

Mit: Dieter Gring, Ardell Johnson, Rüdiger Schade, Benedikt Selzner, Oscar U. Ehrlich, Detlev Nyga, Jan Schuba und in der Rolle des Jörg: Ulrich Strempel/Frank Weber

Eine Produktion von: Die Schauspieler e.V. / Stadt Hanau


Ladies Night
Die Schauspieler e.V. im Theatrallalla Frankfurt
Norbert (Rüdiger Schade), Chris (Dieter Gring), Wolfgang (Oscar U. Ehrlich)
Foto: Die Schauspieler e.V.

Wir schreiben die heutige Zeit. Werksschließungen und Massenentlassungen sind an der Tagesordnung. Irgendwo zwischen Rüsselsheim und Bochum, Hanau und Frankfurt. Dein Arbeitsplatz wurde wegrationalisiert, Hartz IV schlägt gnadenlos zu, die Gläubiger sitzen dir im Nacken, die Scheidungsklage läuft, du weißt nicht, wie du die nächste Miete geschweige denn Unterhalt für dein Kind bezahlen sollst. Kein Hoffnungsschimmer am Horizont. Warum also nicht gleich dem Leben ein Ende bereiten? Der Sozialfall als Mahnmal in einer Gesellschaft, in der nur die wirtschaftliche Effizienz zählt.
Doch Chris, Harry und Norbert, drei arbeitslose Vorstadthelden lassen die Hoffnungslosigkeit nicht gewinnen. Als sie sehen, welchen Erfolg eine Truppe „Chippendales“ mit ihrem Auftritt vor Hunderten von aufgedrehten Frauen haben, sehen sie ihre Chance gekommen.
Gemeinsam beschließen sie, eine Männer-Striptease-Gruppe zu gründen, um das große Geld zu machen. Und sie bleiben nicht allein mit ihrer grandiosen Idee. Drei weitere arbeitslose Leidensgenossen sind bereit, buchstäblich das letzte Hemd zu geben, wenn sie damit nur das soziale Abstellgleis verlassen können.
Aller Anfang ist schwer, insbesondere, da keiner der Männer den perfekt gestylten Körper hat und erotischer Tanz bisher ein Fremdwort aus den Magazinen der Frauen war. Da heißt es: Herr über die eigene Scham und das starke Geschlecht werden und vor allem: Rettungsringe verstecken. Aber mit Ausziehen allein ist es nicht getan. Der männliche Körper muß in Form gebracht, choreographiert und in erotische Dessous verpackt werden. Körperkult, Fitnesswahn und Stylingzwang - der alltägliche Wahnsinn, der bisher nur ihren Frauen vorbehalten war - trifft nun auch sie, und zwar mit voller Härte. Als dann der erste Auftritt bevorsteht, dreht sich alles nur noch um die entscheidende Frage: Ganz oder gar nicht?
Die freche Komödie überzeugt durch Doppelbödigkeit. Als verrückte Männerparodie erzählt sie auf bewegende Weise von dem engagierten, wenn auch nicht tückenfreien Kampf ganz gewöhnlicher Menschen gegen die Arbeitslosigkeit. Eine einzigartige Komödie mit Kultstatus, von der man einfach nicht genug bekommen kann.

www.theaterallalla.de

Der Lärmkrieg

Von:
Kathrin Röggla
Uraufführung: 3. Oktober 2013 (Leipzig, Schauspiel Leipzig)
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 23. November 13

Inszenierung: Matthias Fontheim 
Bühne und Kostüme: Stefan Heyne
Dramaturgie: Katharina Gerschler  

Besetzung:

Aktivistin:
Karoline Reinke
Ehefrau: Lisa-Marie Gerl 
Gast: Lorenz Klee
Flughafenmensch: Zlatko Maltar
Ehemann: Gregor Trakis

Besprechung auf kulturfreak.de


© Staatstheater Mainz

„Ohne nennenswerte persönliche Spuren“ hätten sie die Stadt und das mit ihrem Amt verbundene „Premium-Domizil zum Nulltarif“ wieder verlassen, schalt die Lokalpresse im Sommer einige Stadtschreiber der letzten Jahre (AZ 9.8.2013). In Bezug auf Kathrin Röggla ist dem klar zu widersprechen: Als Autorin, die sich oft und gern ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten stellt, hat sie in ihrer Mainzer Zeit ein genaues Sensorium für die Kontroversen um den Frankfurter Flughafen entwickelt. Ihr brandaktuelles Stück „Der Lärmkrieg“ zielt nun einerseits global auf das Phänomen neuer bürgerlicher Protestbewegungen, gleichzeitig aber exakt ins Herz der Rhein-Main-Region zwischen „Neu-Verlärmten“, „Arbeitsplatzgespenst“ und Sehnsucht nach dem „curved approach“.
Initialzündung für Röggla war eine Veranstaltung zum Thema Fluglärm in der Weisenauer Synagoge. „Was mich an jenem Abend erreichte, war eine Art Realismusschock, d. h. ein Gefühl, auf sehr konkrete Konfrontationslinien zu stoßen, nach denen ich anscheinend eine Sehnsucht verspürte.“ Diesen Linien im Kräftemessen der Streitenden folgte sie monatelang durch Bürgerinitiativen, Institutionen, Pros und Kontras. Ihre Recherche führte sie zur Montagsdemonstration am Flughafen wie zu Veranstaltungen der Ausbau-Befürworter. „Ich glaubte, das Mahlwerk unserer Gesellschaft zu sehen, die Arbeitsweise der Deutschland AG im großen Stil, zur angeblichen Wohlstandssicherung der Allgemeinheit.“ Aber wie die komplexe Materie zu einem Stück verdichten? „Ich selbst werde kein Gesamtbild erhalten, muss also nach dem Moment suchen, der als kleiner Teil die ganze Sache erzählen kann“. Tragödienstoff, Krimiplot, dokumentarische Textfläche? „Brauche ich Vodoozauber, Zombies, japanische Nachtmahre? [...] Ein Stück aus dem Herzen eines Streites verlangt das, meiner Meinung nach.“ (Kathrin Röggla) [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Leipzig:

Premiere: 3. Oktober 13 (Uraufführung)

Regie: Dieter Boyer
Bühne & Kostüme: Ralph Zeger
Musik: Bernhard Fleischmann
Dramaturgie: Esther Holland-Merten

Mit: Dorothea Arnold, Julia Berke, Yves Hinrichs, Andreas Keller und Tilo Krügel

www.schauspiel-leipzig,de

Lasst euch nicht umschlingen ihr 150 000 000!
Von: Kevin Rittberger
Uraufführung: 26. Mai 2012 (Recklinghausen, Ruhrfestspiele Recklinghausen; Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
(Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen)

Premiere: 2. Juli 12

Regie: Kevin Rittberger
Bühne: Christoph Ebener
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Volker Zander
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

TEIL I VENCEREMOS!

Fotograf:
Oliver Kraushaar
Junge Frau: Franziska Junge
Assistentin: Lisa Stiegler
Steinalter Mann: Andreas Uhse
Live-Musik: Volker Zander

TEIL II NEWS FROM NOWHERE nach William Morris
Nachbarinnen und Nachbarn:
Franziska Junge, Danièle Romanet-Tschakert, Laila Schestag, Lisa Stiegler, Jonas Hackmann, Andreas Hilberer, Oliver Kraushaar, Volker Zander
Steinalter Mann: Andreas Uhse

TEIL III TUNIS / TAGEBUCH
Tagebuch:
Lisa Stiegler, Oliver Kraushaar
Steinalter Mann: Andreas Uhse
Nachbarin: Franziska Junge
Theaterleiterin: Danièle Romanet-Tschakert
Live-Musik: Volker Zander

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Lasst euch nicht umschlingen ihr 150 000 000!
Schauspiel Frankfurt
Nachbarinnen und Nachbar (Lisa Stiegler, Oliver Kraushaar, Franziska Junge)
© Birgit Hupfeld

1. Teil: Deutschland, später Spanien. Heute. Die Junge Frau, der Fotograf, die Assistentin und der Steinalte Mann suchen im strukturschwachen Andalusien auf einer Bananenplantage nach den Wurzeln des Protests. Doch wie soll man protestieren oder den Protest initiieren und wofür kann man noch einstehen?
2. Teil: Nirgendwo. 1890. Der Steinalte Mann reist in die Zukunft (oder ist es die Vergangenheit?) und landet als Nachbar unter Nachbarn in einer vollendeten kommunistischen Gesellschaft. Ist das das Glück?
3. Teil: Tunesien. Ein Tagebuch aus dem Sommer 2011 beschreibt die Suche nach dem Keim der neuen Zeit. Ist wirkliche Demokratie möglich?

Kevin Rittberger macht sich mit seinem neuen Stück auf eine anarchokommunistische Spurensuche: spanischer Bürgerkrieg, William Morris’ kommunistische Utopie und die Revolution in Tunesien sind seine Referenzpunkte. Auf seinem Weg durchschreitet er die Phasen der Sättigung, der Vollkommenheit und des Neubeginns. Rittberger ist Gewinner des Kurt-Hübner-Regiepreises, des Hans-Gratzer-Stipendiums und des Jürgen-Bansemer-und-Ute-Nyssen-Dramatikerpreises.  [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Lenz
Nach der Erzählung von Georg Büchner

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 30. Oktober 14

Inszenierung: K.D. Schmidt
Bühne: K.D. Schmidt, Christoph Hill
Kostüm: K.D. Schmidt
Sound: Andreas Stiller
Video: Christoph Schödel
Licht: Stefan Bauer
Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke

Besetzung:
Lenz: Clemens Dönicke
Büchner: Daniel Friedl


Lenz

Staatstheater Mainz
Vorabbild mit Daniel Friedl und Clemens Dönicke
© Andreas J. Etter

Büchner: Daniel FriedlLenz zählt zu den wichtigsten Erzählungen der neueren deutschen Literatur. Hausregisseur K.D. Schmidt wird sich auf Spurensuche begeben und dabei den Autor Georg Büchner selbst mit seiner Figur Lenz konfrontieren.

www.staatstheater-mainz.de 

Leonce und Lena

Von:
Georg Büchner
Uraufführung: 31. Mai 1895 (München)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 16. Oktober 15

Regie: Jürgen Kruse
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Sebastian Ellrich
Dramaturgie: Andreas Marber

Mit: Heidi Ecks, Alexandra Finder, Linda Pöppel, Isaak Dentler, Timo Fakhravar, Oliver Kraushaar u.a.

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»O wer einmal jemand anders sein könnte!«
Prinz Leonce soll König werden und die Prinzessin Lena heiraten. Ohne sich zu kennen, fliehen die beiden vor ihrer Unlust gen Italien. Doch schon die erste Nacht unter freiem Himmel führt Leonce und Lena zusammen… »O wer einmal jemand anders sein könnte!«, wünscht sich Leonce. Er möchte ein anderer sein – und doch Leonce bleiben. Er möchte wissen, wie man zu sich steht – wenn man gleichzeitig ein anderer würde. Jürgen Kruse, der »unangepassteste aller Regisseure«, widmet sich dem großen Dichter Georg Büchner und dessen fulminantem Wortwitz. Eine sprachgewaltige Sinnsuche und großes Schauspielertheater! [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Der letzte der feurigen Liebhaber
Komödie von Neil Simon

Die Letzten

Von:
Maxim Gorkij
Uraufführung: 6. September 1910 (Berlin, Deutsches Theater)
Aus dem Russischen von: Ulrike Zemme

Leyla & Medschnun
Nach den gleichnamigen Romanen von Nizami (Persien, 12. Jh.) und Fuzuli (Türkei, 16. Jh. n.Chr.)

Zur Inszenierung der theaterperipherie FFM:

Premiere:
18. Oktober 08
(
im Rahmen der Buchmesse 2008 Gastland Türkei und der Interkulturellen Wochen der Stadt Frankfurt)
in der Jugendkulturkirche sankt peter, Stephanstr. 6, 60313 Frankfurt

Regie, Bühne, Textfassung: Alexander Brill
Kostüm: Nadja Kaster
Dramaturgie: Heike Oehlschlägel
Licht: Jan Walther
Ton: Bernhard klen
Song Leyla: Ashkan Hasiri
Regiemitarbeit: Ute Bansemir
Bühnenmitarbeit: Jana Lünsmann
Lichttechnik: Jonathan Rosenbauer
Tontechnik: Tanja Jung
Foto & Video: Seweryn Zelazny

Besetzung:

Leyla: Deniz Kezer
Kays / Medschnun: Hadi Khanjanpour
Erzählerin: Marzieh Alivirdi
Leylas Vater/Jäger/Flamingo: Arasch Farugie
Kays Vater/Noufual: Asif Hussain
Zeid: Tolga Tekin
Brautwerber/Gazelle/Geier/Jüngling aus Bagdad: Ilyas Kariouh
Ebn Salam/Raps/Gazelle/Fuchs: Hadi El-Harake
Ältester/Waisenjunge/Affe: Duran Özer

Eine Koproduktion mit schauspielfrankfurt, in Kooperation mit sankt peter, Frankfurt

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Leyla und Medschnun
theaterperipherie, Frankfurt
Erzählerin (Marzieh Alivirdi) und Ensemble
Foto: Seweryn

Das Stück
Leyla & Medschnun ist eine Liebesgeschichte mit Wurzeln in der orientalischen Volkserzählung. Der Legende nach geht sie auf eine wahre Begebenheit aus der babylonischen Zeit des 6. Jahrhunderts v. Chr. zurück. Sie findet ihre poetischen Umsetzungen im gesamten arabischen, türkischen und persischen Kulturraum, bis nach Indien hinein. Die Geschichte einer unerfüllbaren Liebe kann als die morgenländische Version von »Romeo und Julia« bezeichnet werden.

Leyla und Kays lieben sich heimlich von kleinauf. Das können sie immer weniger verbergen und kommen ins Gerede. Daraufhin trennen Leylas Eltern die beiden und sperren ihre Tochter weg. Während Leyla unter den Versagungen im Verborgenen leidet, verfällt Kays offen dem Liebeswahn und gilt seither als Medschnun, als Verrückter. Alle Versuche, die Liebenden wieder zu vereinen, scheitern an der hartnäckigen Weigerung von Leylas Vater, seine Tochter einem »Verrückten« zu geben.

Die lebenslange Trennung der Liebenden führt zu unsäglichem Leid, Krieg und Tod. Es ist aber auch die Geburt des Poeten Medschnun, der Leyla in seiner Liebeslyrik ein Denkmal setzt. „Ein Wahnsinniger war er geworden, und zugleich auch ein Dichter. Er war die Harfe seiner Liebe und Qual.“   [ © theaterperipherie]

www.theaterperipherie.de

Die Liebe zur Leere

Von:
Martin Heckmanns

Uraufführung:
26. Januar 06 (Frankfurt, schauspielfrankfurt)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
26. Januar 06

Regie: Simone Blattner
Bühne: Sieglinde Reichhardt
Kostüme: Heidi Walter
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Tobias Zander
Bühnenbildassistenz: Sabrina Melanie Henssen
Kostümassistenz: Katja Strohschneider                     

Darsteller:

Hans Müller, der Alleinunterhalter:
Rainer Frank
Leo Dauner, sein Assistent: Felix Römer
Elena Nowak, die polnische Studentin: Ursula Doll
Eva Gruber, die Trauernde: Annedore Bauer
Arne Gruber, ihr Bruder: Sebastian Schindegger
Dr. Guido Dokter, der Produzent: Ben Daniel Jöhnk

Musiker: Tobias Berthel, Christoph Heyd, Jörg Prothmann


Hans ist Alleinunterhalter und verführt Frauen. Eine nach der anderen. Er findet keine Ruhe im Konsum. Gerade erst hat er die polnische BWL-Studentin Lena verlassen, schon nimmt er die nächste Herausforderung in den Blick. Konsum und Askese, Vergewaltigung und Verzicht: Das neue Stück von Martin Heckmanns fragt nach der Unschuld des Genusses, nach der Gewalttätigkeit des Verbrauchens und nach der Attraktivität von Religiosität und Enthaltsamkeit. Und geht nebenbei noch der Frage nach: Wie geht Verführung?


Die Liebe zur Leere
schauspielfrankfurt
Rainer Frank, Felix Römer, Annedore Bauer,
Ben Daniel Jöhnk, Ursula Doll

Foto: Alexander Paul Englert

Seit der überregional vielbeachteten Uraufführung von Martin Heckmanns erstem Stück „Schieß doch, Kaufhaus!“ (TiF Dresden / Theaterhaus Jena) verbindet die Regisseurin Simone Blattner mit dem mehrfach ausgezeichneten und 2001/2002 in der Kritikerumfrage von Theater heute zum Nachwuchsautor des Jahres gekürten Dramatiker eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit. Martin Heckmanns erfolgreiches Stück // Kränk erlebte seine Uraufführung im März 2004 im Kleinen Haus des schauspielfrankfurt und wurde zu den Mühlheimer Theatertagen eingeladen.

Stückauftrag im Rahmen der Frankfurter Positionen – eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung.

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© schauspielfrankfurt

Liebelei
Schauspiel in drei Akten

Von: Arthur Schnitzler
Uraufführung: 9. Oktober 1895 (Wien, Burgtheater)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 13. Januar 11

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Katharina Kownatzki
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

Hans Weiring:
Felix von Manteuffel
Christine, seine Tochter: Kathleen Morgeneyer
Mizi Schlager: Franziska Junge
Katharina Binder: Heidi Ecks
Fritz Lobheimer: Isaak Dentler
Theodor Kaiser: Sascha Nathan
Ein Herr: Michael Goldberg / Till Weinheimer

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Liebelei
Schauspiel Frankfurt
Theodor Kaiser (Sascha Nathan), Mizi Schlager (Franziska Junge), Fritz Lobheimer (Isaak Dentler),  Christine (Kathleen Morgeneyer)
© Birgit Hupfeld

Was für Christine Weiring die ganze Welt bedeutet, ist für Fritz Lobheimer nur eine Liebelei. Genau wie ihre Freunde Mizi und Theodor treffen sie sich seit kurzer Zeit unverbindlich. Der Genuss des Augenblicks steht im Vordergrund, flüchtig und schön. Doch Christine sucht nach etwas, das weiter reicht, das eine Verbindlichkeit schafft über die eruptive, ekstatische Leidenschaft hinaus: Gemeinsamkeit statt Ichbezogenheit.
Doch alles kommt anders. Eine gesellschaftliche Konvention, eine zweite Frau, ein geheimes ungeahntes Leben schieben sich verhängnisvoll und unerbittlich zwischen die beiden. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Lieber Schön (reasons to be pretty)
Von:
Neil LaBute
Deutsch von: Frank Heibert

Zur Inszenierung der Komödie am Kurfürstendamm, Berlin:

Premiere: 10. Januar 16
Spielzeit bis: 28. Februar 16

Regie: Folke Braband

Mit: Tanja Wedhorn, Oliver Mommsen, Roman Knižka und Nicola Ransom

Lieberschoen_KomoedieKurfuerstendamm_Foto_Dirk Schmidt_dsphotos
Lieber schön

Komödie am Kurfürstendamm, Berlin
v.l.n.r.: Oliver Mommsen, Tanja Wedhorn, Nicola Ransom und Roman Knižka in Neil LaButes bissig-komischer Beziehungsgeschichte
Foto: Dirk Schmidt ~ www.dsphotos.de

Was oder wer schön ist, bestimmen heute Sendungen wie Germany ́s next Topmodel und Kampagnen großer Modehäuser oder Kosmetikfirmen. Schon junge Mädchen setzen auf Selbstoptimierung durch Schönheits-Operationen. YouTube-Schminkanleitungen und Selfie-Wahn tun ein Übriges. Neil LaBute thematisiert in seiner bissig-komischen und zugleich sehnsuchtsvollen Beziehungsgeschichte „Lieber schön“ unser überhöhtes Schönheitsideal. Sein Stück erzählt von verpassten Chancen, die doch noch genutzt werden und ist eine Liebesgeschichte über die Unmöglichkeit der Liebe.
Im Mittelpunkt von „Lieber schön“ stehen zwei Paare: der Bücherwurm Greg und die Friseurin Steph sowie der Macho Kent und dessen Freundin Carly. Greg und Kent sind Kollegen und miteinander befreundet. Sie arbeiten als Produktionshelfer in einer Chipfabrik. Auch die beiden Frauen sind Freundinnen. Als Carly Steph erzählt, dass Greg ihr Aussehen in einem Gespräch mit Kent als „normal“ bezeichnet hat, rastet die völlig aus, denn „normal“ ist für sie gleich „hässlich“. Sie will auf keinen Fall durchschnittlich sein. Steph und Greg geraten so heftig aneinander, dass sie sich dazu entscheidet, ihn zu verlassen. Greg versteht die Welt nicht mehr Kent und seine Freundin Carly haben eine ganz andere Beziehung: Er umschmeichelt sie, lästert aber hinter ihrem Rücken über ihre Figur und prahlt gleichzeitig bei seinem Freund Greg mit einer heißen Affäre, die er mit einer Arbeitskollegin begonnen hat. Als Greg erfährt, dass Carly schwanger ist, beginnt er sein Verhältnis zu Kent zu überdenken. [© Komödie am Kurfürstendamm, Berlin]

www.komoedie-berlin.de

Liebesruh

Von:
Jan Neumann
Uraufführung: 12. Oktober 2005 (Hamburg, Thalia Theater)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 25. November 06

Regie: Jan Neumann
Ausstattung: Rudolf Bekic
Licht: Frank Kaster
Dramaturgie: Peter Kroher
Kostüme: Nini von Selzam
Regieassistenz: Benjamin Eggers
Bühnenbildassistenz: Britta Kloß
Kostümassistenz: Nadja Rudert
Souffleuse: Ingrid Seidel
Inspizienz: Harald Reuter
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider; Christoph Bednorz
Ton: Josef Rennert; Bernd Leinberger
Maske: Jan Bundil
Requisite: Albrecht Haevernick; Markus Öhlinger
Regiehospitanz: Leon Schröder
Dramaturgiehospitanz: Alessa Pieroth
Bühnenbildhospitanz: Sarah Mirza

Besetzung:

Karl: Felix von Manteuffel
Regine:
Leslie Malton
Nachbar:
Wolfgang Gorks
Bruder:
Michael Lucke
Müller: Roland Bayer
Meier: Heiner Stadelmann
Pfleger/Behinderter:
Bert Tischendorf
Kassiererin/Ärztin: Katrin Grumeth

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Liebesruh
schauspielfrankfurt
Roland Bayer (Müller), Felix von Manteuffel (Karl) & Heiner Stadelmann (Meier)
Foto: Alexander Paul Englert

Ein altes Paar, das sich immer noch liebt wie am ersten Tag, wird plötzlich mit einem Schicksalsschlag konfrontiert, der sein Leben verändert.
Karl muß von heute auf morgen mit der Tatsache leben, daß seine Frau Regine durch einen Schlaganfall zum Pflegefall wurde. Hoffnung und Mitleid entfachen in ihm einen Konflikt, wie mit dieser Schicksalswende umzugehen sei. Die Umwelt – Freunde, Bekannte – erweist sich als wenig interessiert. Zurückgeworfen auf sich selbst, entschließt sich Karl, seiner Frau als letzten Akt der Liebe den Tod zu schenken. Er leistet Sterbehilfe. Danach allerdings ist auch der Sinn seines eigenen Lebens ausgelöscht.
So wird in diesem Stück die Frage nach der Berechtigung von Euthanasie in einer sozial verarmten Welt gestellt, die in diesem Fall aus Liebe und Erbarmen heraus vollzogen wird und dennoch für lange Zeit ein gesellschaftlicher Streitpunkt bleiben wird. [Text: schauspielfrankfurt]

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Liebesspiel (Om kärlek)

Von:
Lars Norén

Uraufführung: 23. Januar 2010 (Stockholm, Dramaten)
Deutschsprachige Erstaufführung:
20. Januar 2012 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Deutsch von: Katja Hagedorn

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
20. Januar 12 (Uraufführung)

Regie: Alexander Frank
Bühne: David Gonter
Kostüme: Dorothee Joisten
Musik: Kostia Rapoport
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

A / F:
Till Weinheimer
B: 
Constanze Becker
C:
Andreas Uhse
D:
Anna Riedl
Kind:
, AIoannis Germanidis / Julian Kowalke-Jeri / Leo Ross

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Liebesspiel
Schauspiel Frankfurt
”D” (Birte Leest), “C” (Andreas Uhse)
© Birgit Hupfeld

A und B haben einen Sohn. A, der Mann, möchte gerne ein zweites Kind und ein Haus kaufen. B, die Frau, kann sich für seine Pläne kaum begeistern. C und D wünschen sich seit Jahren ein Kind, doch es klappt nicht. Eine Adoption aus dem Ausland soll das Dilemma lösen. B und C beginnen eine Affäre und das Drama beginnt. Lars Norén, Seelenzergliederer und Anatom menschlicher Beziehungen, nimmt sich in »Liebesspiel«, wie in einer Versuchsanordnung, die alltäglichsten und zugleich grundlegendsten Themen vor: Untreue, erlahmende Ehen, Unfruchtbarkeit, Selbstverwirklichungsdrang, Familie. »Wie in einer Seifenoper – aber ohne den Seifenschaum, ohne die grellen Töne falscher Intimität. Nackt, aller unsinnigen Ausreden beraubt.« Dagens Nyheter  [© Schauspiel Frankfurt]

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Liliom
Vorstadtlegende in sieben Bildern und einem szenischen Prolog

Von: Franz Molnár
Deutsch von: Alfred Polgar
Uraufführung: 7. Dezember 1909 (Budapest, Vígszínház (Lustspieltheater))
Deutsche Erstaufführung: 28. Februar 1913 (Wien, Theater in der Josefstadt)

Stückbeschreibung:

Liliom, Ausrufer eines Karussels im Budapester Vergnügungspark, hat sich in das Dienstmädchen Juli verliebt und gibt ihretwegen seine Stellung bei der eifersüchtigen Karusselbesitzerin Muskát auf. Die beiden heiraten und finden in der Bretterbude des Schnellfotografen Hollunder Unterschlupf. Obwohl Liliom seine Frau liebt, schlägt er sie oft aus Kummer über seine Arbeitslosigkeit und um seine leicht verletzbaren Gefühle zu verbergen. Die Not wird besonders drückend, als Juli ein Kind erwartet. In seiner Not lässt sich Liliom zu einem Raubüberfall verleiten. Der Plan misslingt, der Komplice kann entkommen, doch Liliom ersticht sich vor der Verhaftung. Zwei "Polizisten Gottes" bringen den Toten vor das himmlische Selbstmördergericht, vor dem er schließlich gestehen muss, dass er sich aus Liebe zu Juli und dem ungeborenen Kind umgebracht hat.
Nach sechzehn Jahren Buße bekommt er die Erlaubnis, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren. Liliom gibt sich vor seiner Familie als Freund des Verstorbenen aus und erzählt seiner inzwischen groß gewordenen Tochter so lange die bittere Wahrheit über ihren Vater, bis Juli den unerkannten Gast des Hauses verweist. Als Liliom dem Mädchen aus Zorn auf die Hand schlägt, spürt sie keinen Schmerz – so wie früher die Mutter Lilioms Schläge geduldig ertrug.

Das Stück macht Molnárs Talent, Stücke mit menschlichem Hintergrund zu schreiben, in denen tragische und humorige Elemente einander durchdringen, offensichtlich. "Wie in einem Meisterwerk, das erschüttert, am stärksten Punkt eine Spur von Kitsch lebt, so lebt hier inmitten des Kitsches ein Geniezug." (Alfred Kerr).

"Die Gefühlsebene der 'Liliom'-Dichtung ist durch die Linie gelegt, in der Brutalität und Zartheit einander schneiden. Dort kann geschehen, dass Prügel nicht schmerzen, dass eine Welt von Güte einen Mordplan hoch schwemmt. Dieses Irrationale des Herzens – an einem einfachen Menschentyp, in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt – gibt dem Vorgang seine höhere Ratio." (Alfred Polgar)

Franz Molnár
Franz Molnár wurde 1878 in Budapest geboren.
1896 Jura-Studium in Genf
1902 begann er in seiner Heimat für das Theater zu schreiben
1906 Journalist in Budapest
1914 Kriegskorrespondent
"Viele Jahre zurück, als ich jung und sorglos war, fühlte ich mich in der Gesellschaft derer zu Hause, die im Leben gewannen. Nun bin ich einzig und allein zu Hause in der großen, neuen Familie der Verlierer."
Franz Molnár wurde am 12. Januar 1878 in Budapest als Sohn eines Militärarztes geboren. Er studierte auf Wunsch des Vaters in Budapest und Genf Jura, später arbeitete er als Journalist, Romancier und Bühnenautor. Zu internationalem Ansehen gelang er erstmals durch sein 1907 entstandenes Stück Der Teufel. 1909 entstand Liliom, fiel bei der Uraufführung am 7. Dezember 1909 allerdings gnadenlos durch. Erst mit der Aufführung der deutschen Bearbeitung durch Alfred Polgar 1912 in Wien trat das Stück seinen Siegeszug an, wurde 1934 von Fritz Lang verfilmt und war 1945 Vorlage für das Broadway-Musical "Carousel" von Rodgers und Hammerstein.

Molnár löste mit seinen Stücken Literaturfehden und Skandale aus, dabei war die vermeintliche "Unsittlichkeit" nichts als Gesellschaftskritik, rücksichtslos und hart. Er schrieb amüsanten Boulevard internationalen Stils, routiniert im Aufbau, witzig und pointiert. Dabei haben seine Komödien Tiefe und spiegeln das Doppelbödige der Moral der mondänen Gesellschaft. Sein großes Talent war, Stücke mit menschlichem Hintergrund zu schreiben, in denen tragische und humorige Elemente einander durchdringen. Das Charakteristikum der Werke Molnárs entspringt seinem lebenslangen Grübeln über die Schwierigkeit zwischen Schein und Sein, zwischen Mensch und Rolle.

Molnár schrieb insgesamt 32 Stücke, darunter Der Leibgardist (1910), Das Märchen vom Wolf (1912), Der Schwan (1920), Eins, Zwei, Drei (1926), Spiel im Schloss (1926), Olympia (1928).
1937 floh Molnár vor den Nationalsozialisten nach New York, wo er sich vor allem mit dem Schreiben von Filmdrehbüchern beschäftigte. Am 1. April 1952 starb Franz Molnár in New York. © Felix Bloch Erben, Berlin

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
17. September 11 (Kammerspiele)

Regie: Christoph Mehler
Kostüme: Anne Hölzinger
Musik: Oliver Urbanski
Licht: Frank Klaus
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Besetzung:
Liliom:
Oliver Kraushaar
Julie / Luise: Henrike Johanna Jrissen
Marie: Henriette Blumenau
Frau Muskat: Heidi Ecks
Ficsur: Isaak Dentler
Der Hollinger / Wolf Beifeld / Der Drechsler: Thomas Huber
Linzmann / Der Polizeikonzipist: Matthias Scheuring

Musiker:
Kontrabass: Karl Wende
Gesang & Klavier: Oliver Urbanski
Schlagzeug und Schlagwerk: Jan Kahlert

Besprechung auf kulturfreak.de


Liliom

Schauspiel Frankfurt
Julie (Henrike Johanna Jörissen), Liliom (Oliver Kraushaar)
© Birgit Hupfeld

Liliom ist der Star des Rummelplatzes. Am Rande der Gesellschaft, zwischen Gauklern, Glückssuchern und Träumern, lebt er von Frauen, die ihm ihr Geld und ihre Zärtlichkeit schenken. Als er auf dem Ringelspiel die Dienstmagd Julie um die Taille nimmt, wie er es schon mit vielen Mädchen vor ihr gemacht hat, beginnt eine Liebesgeschichte, die bis in die Abgründe des Fegefeuers führt. Christoph Mehler inszeniert Franz Molnárs Vorstadtlegende. Mehler ist mit Beginn der Spielzeit 2011/12 Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt. Hier führte er bereits Regie bei »Hautnah« von Patrick Marber und bei der Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs »Wenn, dann: was wir tun, wie und warum«.  [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Liquidation
Roman von: Imre Kertész

Deutschsprachige Erstaufführung: 14. November 14 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 14. November 14 (Kammerspiele; DSE)

Regie: Stephanie Mohr
Bühne: Miriam Busch
Kostüme: Nini von Selzam
Musik: Wolfgang Schlögl
Dramaturgie: Michael Billenkamp

Besetzung:

Wolfgang Michael, Sabine Waibel, Till Weinheimer

Besprechung auf kulturfreak.de


Liquidation

Schauspiel Frankfurt
 Judith (Sabine Waibel), Bé (Wolfgang Michael), und Adam (Till Weinheimer)
© Birgit Hupfeld

Der Überlebende, sagte er, sei nicht tragisch, sondern komisch, weil er kein Schicksal habe.

Mit dem Roman »Liquidation« vollendete Literaturnobelpreisträger Imre Kertész seine »Tetralogie der Schicksalslosigkeit«. Sein namenloser Held B., ein ungarischer Schriftsteller, wurde 1944 in Auschwitz geboren. Als »einmalige Betriebspanne« hatte er zunächst das Grauen des Nationalsozialismus, danach die Verfolgung des Stalinismus überlebt. Doch erst die Wende 1990 lässt B. endgültig vor dem Leben kapitulieren. Neun Jahre nach seinem Selbstmord beginnt sein Freund Keserü, gleichzeitig auch B.s Lektor, mit einer Spurensuche. In B.s Nachlass findet er ein Theaterstück mit dem Titel »Liquidation«. In erschreckender Genauigkeit nimmt es die Ereignisse nach B.s Selbstmord vorweg, gleichzeitig hofft Keserü darin Hinweise auf ein verschollenes Manuskript zu finden: B.s großes Werk, seinen »Lebensroman«.

Imre Kertész’ »Liquidation« ist ein Roman über das Leben nach dem Überleben, der in seiner Klarheit und Brillanz eine Art Summe seines Werks darstellt. Gerade Kertész’ Versuch, für das Unsagbare eine Sprache und für das Unfassbare eine Form zu finden, macht für die zweifache »Nestroy«-Theaterpreisträgerin Stephanie Mohr die besondere Faszination und große Herausforderung des Autors aus. »Liquidation« ist ihre erste Regiearbeit am Schauspiel Frankfurt und gleichzeitig ihre erste Auseinandersetzung mit dem Werk von Imre Kertész.

Der Roman »Liquidation« von Imre Kertesz ist im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Die Lokomotive

Von:
André Roussin
Deutsch von: Hans Weigel
Uraufführung: 12. Dezember 1966 (Paris, Théâtre Marigny)
Deutschsprachige Erstaufführung: 6. Juni 1967 (Wien, Akademieth)
Deutsche Erstaufführung: 9. November 1967 (Stuttgart, Komödie)

Lolita
Roman

Von: Vladimir Nabokov
Deutsch von: Helen Hessel, Maria Carlosson, Kurt Kusenberg, H. M. Ledig-Rowohlt und Gregor von Rezzori

Uraufführung der Theaterfassung von Oliver Reese: 16. März 2003 (Berlin, Deutsches Theater)

Zur Produktion des Deutschen Theater Berlin am Schauspiel Frankfurt:

Frankfurter Premiere:
1. November 09 (Kammerspiele)

Regie und Textfassung: Oliver Reese
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Elina Schnizler
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Anita Augustin-Huber

Humbert Humbert: Ingo Hülsmann

Aufführungsdauer: 80 Minuten, keine Pause

Besprechung auf kulturfreak.de


Lolita

Deutschen Theater Berlin am Schauspiel Frankfurt
Humbert Humbert (Ingo Hülsmann)
Foto:  Holger Foullois / DRAMA Agentur für Theaterfotografie

»Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele … Die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo. Li. Ta.« Der Name ist zum Inbegriff der Kindfrau geworden, so wie der Name Humbert Humbert zum Synonym des väterlichen Lüstlings. Als Vladimir Nabokov seinen virtuosen Roman schrieb, ging es ihm jedoch weniger um eine Diagnose US-amerikanischer Dekadenz der Jahrhundertmitte, als um eine tragische Leidenschaft, die ihren Gegenstand – wenn überhaupt – nur um den Preis seiner Zerstörung erreicht. Lustvoll nutzt Humbert Humbert jede Gelegenheit, Lolita nah zu sein. Ein geschlagenes Jahr reist er mit ihr quer durch die Staaten und durch die Höllen und Himmel der Lust. Oliver Reese brachte diesen Roman als brillantes Solo des Schauspielers Ingo Hülsmann auf die Bühne.  [© Schauspiel Frankfurt]

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Lorenzaccio le fou oder la vie un film noir

Nach:
»Lorenzaccio« Alfred de Musset und »Une conspiration en 1537« und George Sand
Ein Projekt von:
Sébastien Jacobi
Uraufführung: 18. März 2013 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
18. März 13 (Box; Uraufführung)

Regie
/Bühne: Sébastien Jacobi
Musik: Christoph Iacono
Dramaturgie: Claudia Lowin

Mit: Sandra Gerling; Christoph Iacono, Christoph Pütthoff, Andreas Uhse


Lorenzaccio le fou
Schauspiel Frankfurt
Vorabbild mit Sandra Gerling
© Sébastien Jacobi

Lorenzo de Medici verschreibt sich dem Tyrannenmord, macht sich zum nächsten Vertrauten, größten Wüstling und Kuppler am Hof, lernt die Abgründe der Menschheit kennen, verliert jeden Glauben und leidet darunter, dass niemand sich gegen ihn erhebt. In dieser Gummizelle führt er den Mord durch, obwohl er weiß, dass die Tat ohne politische Konsequenz bleibt. Es beginnt der lange Marsch durch die Abgründe des Lebens – ein notwendiger, aber lebensfeindlicher Prozess in einer digitalisierten Unterhaltungsgesellschaft, in der es gewaltig kocht. Doch es bleibt das Unvermögen, irgendetwas Glaubwürdiges zu tun und die Sehnsucht nach der radikalen Selbstaufgabe, um sich wenigstens in der Tat noch zu spüren. [© Schauspiel Frankfurt]

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Lulu (Der Erdgeist / Die Büchse der Pandora)

Von:
Frank Wedekind (24. Juli 1864 – 9. März 1918)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt (Saison 2014/2015):

Premiere: 12. Juni 15 (Kammerspiele)
Regie: Mizgin Bilmen

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt (Saison 2009/2010):

Premiere:
26. März 10 (Schauspielhaus)

Regie:
Stephan Kimmig
Bühne: Martin Zehetgruber
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

Lulu:
Kathleen Morgeneyer
Gräfin von Geschwitz: Constanze Becker
Schigolch: Michael Benthin
Dr. Goll / Puntschuh / Mr. Hopkins: Roland S. Blezinger
Dr. Franz Schöning: Till Weinheimer
Alwa Schöning: Andreas Uhse
Eduard Schwarz / Dr. Hilti: Michael Goldberg
Rodrigo Quast: Viktor Tremmel
Casti-Piani / Kungu-Poti: Joachim Nimtz
Jack: Torben Kessler

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Lulu
Schauspiel Frankfurt
v.l.n.r. : Dr. Franz Schöning (Till Weinheimer), Lulu (Kathleen Morgeneyer), Eduard Schwarz (Michael Goldberg)
© Sebastian Hoppe

Lulu ist ein Chamäleon der Liebe. Sie lässt Männerträume wahr werden und passt sich behände jedem auf sie projizierten Wunschbild an, egal ob Femme fatale, Kindfrau, Jungfrau, Hure, sinnliche Geliebte oder Muse.
Doch hinter diesen Stereotypen steckt vor allem die fleischliche Verkörperung eines Prinzips: Die reine, niemals bürgerlich zu bändigende Triebhaftigkeit – in einer Unschuld, die Gut und Böse noch nicht kennt. Wedekind nannte seine »Lulu« im Untertitel eine »Monstre Tragödie«. In unbarmherzig kaltem Licht demontiert er eine Gesellschaft, die durch vordergründige Moral und spießbürgerliche Exzesse entstellt ist. Lulu jedoch, das Mädchen mit der großzügigen sexuellen Angebotspalette, benutzt die eigene Sinnlichkeit, um hier zu überleben. Ihr Selbstbewusstsein speist sich aus dem Begehren der Männer. Und die Männer begehren. Einer nachdem anderen kommt zu Fall auf Lulus Weg von der Straße in die bessere Gesellschaft. Denn sie kennt ihre Wirkung – und ihre Zerstörungskraft.    [© Schauspiel Frankfurt]

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Der lustige Witwer (Sins of the Father)

Von: Simon Moss
Nach der Fernsehserie: „Tom, Dick and Harriet“ von Johnnie Mortimer und Brian Cooke
Deutsch von: Wolfgang Spier

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