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Theater Stückeinfos: E

Egmont
Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

Von:
Johann Wolfgang Goethe
Erste Aufführung: 9. Januar 1789 (Mainz)

"In diesem Trauerspiel also wird ein Charakter aufgeführt, der in einem bedenklichen Zeitlauf, umgeben von den Schlingen der Politik, in nichts als sein Verdienst eingehüllt, voll übertriebenen Vertrauens zu seiner gerechten Sache, die es aber nur für ihn allein ist, gefährlich wie ein Nachtwanderer auf jäher Dachspitze wandelt."
                             
(Friedrich Schiller, über Egmont)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden
Nach Johann Wolfgang von Goethe & Heiner Müllers »Leben Gundlings«

Premiere: 10. September 16 (Kleines Haus)

Regie: Johanna Wehner
Bühne: Elisabeth Vogetseder
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Felix Johannes Lange
Dramaturgie: Anna-Sophia Güther

Mit: Sólveig Arnarsdóttir, Evelyn M. Faber, Janning Kahnert, Uwe Kraus, Rainer Kühn, Ulrich Rechenbach, Janina Schauer, Daniel Sträßer / Michael Birnbaum

Zum Spielzeit-Auftakt gibt das Schauspiel eine große Variation auf das Thema Freiheit: Den historischen Kontext bildet Brüssel Mitte des 16. Jahrhunderts. Graf Egmont, der unbekümmerte, freiheitsdurstige Titelheld, dessen Lebensprinzip Toleranz bei den Bürgern großen Anklang findet, ist eigentlich ein apolitischer Mensch. Er gerät in die Schlingen der Politik, als in der niederländischen Provinz ein Aufstand gegen die spanische Regentschaft zu toben beginnt und der Herzog von Alba, an der Spitze des Machtsystems, mit Härte zurückschlägt. Alba fürchtet Egmonts Einfluss beim Volk und sucht im politischen Kalkül Mittel gegen ihn. Egmont, dessen Macht konträr zu der des Herzogs von Alba hauptsächlich in seiner gewinnenden Persönlichkeit liegt, negiert die aufkeimende Gefahr, bis es zu spät ist. Er muss erkennen, dass sein geliebtes Volk für sein Leben nicht den Aufstand proben wird.

Die Kontroverse um die Dialektik von Herrschaft und Freiheit zwischen Egmont und Alba wird über Egmonts Tod hinaus von Albas jungem Sohn Ferdinand fortgeführt, der bezeichnenderweise ein aufrichtiger Verehrer Egmonts ist. Damit verwebt Goethe einmal mehr das Private mit dem Politischen und stellt den staatsmännischen Widerstreit nicht nur als einen innerhalb der Familie, sondern auch als einen der Generationen dar.

Regisseurin Johanna Wehner verschneidet den klassischen Goethe-Text mit Fragmenten aus Heiner Müllers »Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei«, in dem ein bildreicher Bogen durch die Risse der deutschen Geschichte entworfen wird. So loten in ihrer Inszenierung alle Figuren mit ihren (Lebens-)Entscheidungen die Grenzen der jeweiligen Selbstbestimmung im Gemeinschaftsgefüge aus. [© Staatstheater Wiebaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de 

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
19. November 05

Regie: Armin Petras
Bühne: Patricia Talacko
Kostüme: Annette Riedel

Darsteller:

Margarete von Parma:
Friederike Kammer
Graf Egmont, Prinz von Gaure: Wolfram Koch
Machiavell, Wilhelm von Oranien, Silva: Oliver Kraushaar
Herzog von Alba: Wilhelm Eilers
Ferdinand, sein natürlicher Sohn: Moritz Peters
Ricarda Vansen: Georgia Stahl
Klärchen: Nadja Dankers
Klärchens Mutter: Susanne Böwe
Brackenburg: Gunnar Teuber
Soest: Andreas Haase
Jetter: Stefko Hanushevsky
Zimmermann: Jan Neumann

Chorführer: Falilou Seck

Bürger:
Horst Beiger, Kiril Boguslawski, Rainer Böhme, Hans Bolz, Klara Buchtovä, Helga Comperl, Carla Cunningham-Abugindy, Florian Däumling, Andreas Duetsch, Christopher Flach, Bettina Fröhlich, Martin Georgi, Anna Gerhards, Gesine Gress, Andreas Hilberer, Marcus Hosch, Amer Issa, Elena Maria Kaden, Gerd Kamphausen, Konstanze Kappenstein, Adolf-Berndt Kolb, Ursula Krienitz, Roswitha Lehmann, Manfred Michel, Marc-Oliver Möller, Roswitha Nees, Janinka Peterek, Conrad Rau, Philip Rau, Göran Rother, Adolfo Sanz Merino, Wolfgang Schreiber, Liselotte Schweikhardt, Peter Skrezek, Claudia Strabel, Maj Voigt, Rüdiger von Wedel

Besprechung auf kulturfreak.de        

“Ist Krieg, Mord und Todschlag aber wirklich zu verhindern, wenn man, wie Egmont, nur an das Gute in den Menschen glaubt? Ist positives Denken eine politische Kategorie oder nur Naivität? Ist Egmont ein Held oder lediglich ein furchtsamer Mitläufer? Und was ist Verantwortung, für sich selbst und für die Gemeinschaft?
Fragen, mit denen sich die Inszenierung von Armin Petras auseinandersetzen und woran er zeigen wird, wie aktuell und hochpolitisch das „alte“ Stück im 21. Jahrhundert ist.”  [© Texte: schauspiel frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Ein Inspektor kommt (An Inspector Calls)
Schauspiel in 3 Akten
Von: John Boynton Priestley

Uraufführung: Sommer 1946 (Moskau, in russischer Sprache)
Deutschsprachige Erstaufführung: 1947 (Wien, Neues Wiener Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

Premiere: 26. Februar 11
Spielzeit bis: 17. April 11

Regie: Simon Green
Bühnenbild/ Kostüme: Bob Bailey
Licht: Matt Veitch
Ton: David Gumpper
Assistant Stage Manager, London: Susan Ellicott
Casting Director: Amy Rycroft

Besetzung (in Reihenfolge des Auftritts):

Arthur Birling:
Andrew Harrison
Gerald Croft: Harry Long
Sheila Birling: Tara Godolphin
Sybil Birling: Connie Walker
Eric Birling: Christian Edwards
Inspector Goole: Jules Melvin

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An Inspector Calls

English Theatre Frankfurt
Sheila Birling (Tara Godolphin), Gerald Croft (Harry Long)
© Anja Kühn

Als die Fabrikantenfamilie Birling die Verlobung ihrer Tochter Sheila feiert, platzt Inspektor Goole herein und verkündet den Selbstmord eines Mädchens namens Eva Smith. Alle Familienmitglieder werden befragt und es enthüllen sich nach und nach Geheimnisse. Innerhalb der Familie kochen Streitigkeiten hoch, Weltbilder geraten ins Wanken. Plötzlich aber scheint wieder alles in Ordnung zu sein, oder etwa doch nicht?

www.english-theatre.de

Ein Traumspiel (Ett drömspel)

Von:
August Strindberg

Uraufführung: 17. April 19007 (Stockholm, Svenska Teatern)
Deutsche Erstaufführung: 17. März 1916 (Berlin, Theater in der Königgräzer Strasse)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 28. März 14 (Kammerspiele)

Regie: Philipp Preuss
Bühne: Ramallah Aubrecht
Kostüme: Katharina Tasch
Musik: Kornelius Heidebrecht
Video: Konny Keller
Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Claudia Lowin

Mit: Franziska Junge, Lisa Stiegler; Kornelius Heidebrecht, Nico Holonics, Sascha Nathan, Christoph Pütthoff

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Ein Traumspiel

Schauspiel Frankfurt
Sascha Nathan, Franziska Junge, Kornelius Heidebrecht, Nico Holonics, Christoph Pütthoff, Lisa Stiegler
© Birgit Hupfeld

Und manchmal schwirrt der Schwindel durch die Lebenden / An der Grenze zwischen Wahnsinn und Verrücktheit

Was ist das Leben oder: Wie wollen wir leben? Strindberg schickt Agnes, die Tochter des Gottes Indra, auf die Erde und beschreibt, was in ihrem Kopf passiert: ein Alb-Traumtrip durch Lebens-Möglichkeiten. Phantasie übertrifft dabei die Wirklichkeit, alle Figuren und Geschichten kommen und gehen wie im Traum. Hinter jeder Tür ist: Nichts. Strindbergs Traumlogik schwebt zwischen Schönheit und Wahnsinn, beklemmend und befreiend, bürgerliche Selbstverwirklichungsideologie trifft auf ein Gespenst namens Freiheit. Der Regisseur Philipp Preuss wird mit dieser Arbeit an seine früheren Inszenierungen am Schauspiel Frankfurt wie »Alice im Wunderland« und »Das Käthchen von Heilbronn« anknüpfen. Wiederum wird er Bilder des angelegten und verlegten Lebens zaubern und skizzieren, denn das Stück hebelt das Diktat des Orts und die Logik der Zeit aus und führt zu unendlichen Stationen, die letztlich immer nur Zwischenstationen sind. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Eine Familie (Im August in Osage County)

Von:
Tracy Letts (* 1965)
Deutsch von: Anna Opel
Deutschsprachige Erstaufführung: 31. Oktober 2008 (Mannheim, Nationaltheater Mannheim)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere: 13. Januar 17 (Schauspielhaus)

Regie: Oliver Reese
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Elina Schnizler
Musik und Songs: Jörg Gollasch
Video: Meika Dresenkamp
Licht: Johan Delaere
Dramaturgie: Michael Billenkamp

Besetzung:

Beverly Weston:
Wolfgang Michael
Violet Weston: Corinna Kirchhoff

Barbara Fordham: Constanze Becker
Bill Fordham: Oliver Kraushaar
Jean Fordham: Carina Zichner

Ivy Weston: Verena Bukal
Karen Weston: Franziska Junge
Steve Heiedbrecht: Till Weinheimer

Mattie Fae Aiken: Josefin Platt
Charlie Aiken: Martin Rentzsch
Little Charles Aiken: Sascha Nathan

Johanna Monevata: Katrin Hauptmann
Sheriff Deon Gilbeau: Isaak Dentler

Band: Peer Neumann (Piano), Timo-Erik Neumann (Drums), Tim Roth (Bass), Radek Stawarz (Geige), Tomek Witiak (Gitarre)

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Eine Familie
Schauspiel Frankfurt
Ensemble

© Birgit Hupfeld

Alkohol, Tabletten und Lebenslügen, das ist der Kitt, der die Familie Weston seit Jahren zusammenhält. Bis Familienoberhaupt Beverly Weston schließlich die Nase voll hat: Er engagiert eine Pflegerin für seine krebs-kranke Frau Violet und verschwindet von einem Tag auf den anderen. Um Violet beizustehen, reist der gesamte Familienclan an und die Tage der Ungewissheit werden für alle zur Zerreißprobe. Während einer Familien-feier brechen die schwelenden Konflikte dann offen aus: eine familiäre Schlammschlacht, ausgefochten zwischen drei Generationen, die außer ihren Wurzeln nichts mehr miteinander gemein haben.

Tracy Letts’ tragikomisches Familienepos wurde mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und 2013 mit Starbesetzung verfilmt. »Eine Familie« ist das Gegenbild zum amerikanischen Traum und der Familie als letzter Bastion. Mit bitterem Humor zeichnet Letts den Niedergang eines Familienclans nach, der auch für das gegenwärtige Amerika steht. Eine Gesellschaft, die sich permanent selbst betäubt, um der eigenen Realität nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Intendant Oliver Reese wird dieses große Ensemble-stück, das den Humor und die Tragik eines Anton Tschechow mit dem Realismus eines Eugene O’Neill vereint, als seine letzte Regiearbeit am Schauspiel Frankfurt, inszenieren. [© Schauspiel Frankfurt]

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Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere: 30. Oktober 15

Regie: Ingo Kerkhof
Bühne: Anne Neuser
Kostüme: Inge Medert
Musik und Video: Philipp Ludwig Stangl
Dramaturgie: Sascha Kölzow

Besetzung:

Violet Weston:
Monika Kroll
Barbara Fordham: Sólveig Arnarsdóttir
Bill Fordham: Tom Gerber
Jean Fordham: Elena Packhäuser
Ivy Weston: Judith Bohle
Karen Weston: Janina Schauer
Steve Heidebrecht: Uwe Kraus
Mattie Fae Aiken: Evelyn M. Faber
Charlie Aiken: Benjamin Krämer-Jenster
Little Charles Aiken: Michael Birnbaum
Johanna Monevata: Kruna Savić
Beverly Weston (im Video): Rainer Will

www.staatstheater-wiesbaden.de 

Zur Inszenierung des Theater am Kurfürstendamm, Berlin:

Premiere: 22. Januar 15
(Voraufführungen am 20. und 21. Januar, en suite bis 13. Februar und vom 14. April bis 03. Mai 15)

Regie: Ilan Ronen
Bühne: Tal Shacham
Kostüm: Magdalena Emmerig

Mit: Annette Frier, Ursula Karusseit, Friederike Kempter, Felix von Manteuffel, Eva Löbau, Marion Breckwoldt, Jan Messutat, Ivan Vrgoč, Jaron Löwenberg, Amelie Plaas-Link, Sarah Sandeh


"Eine Familie" - ein bitterkomisches Generationendrama
Theater am Kurfürstendamm, Berlin
 u. a. mit Annette Frier (links), Eva Löbau, Ursula Karusseit, Felix von Manteuffel (mitte von oben nach unten) und Friederike Kempter (rechts)
© Alexander Hörbe, Daniel Kraus, Thomas & Thomas, Stefan Klüter und Christoph Grunert

Zum Stück:
Tracy Letts’ bös-komisches Generationen-Duell „Eine Familie – August: Osage County“ hat bereits eine beachtliche Erfolgskarriere hinter sich. Nach der Broadway-Premiere gewann das Stück 2008 in Folge den Tony Award, den Drama Desk Award und den Pulitzer-Preis. 2013 folgte die Oscar-nominierte Hollywood-Verfilmung mit Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan Mc Gregor und Sam Shepard. Jetzt bringt sant inisproduction „Eine Familie“ zum ersten Mal in Berlin auf die Bühne. In der Regie von Ilan Ronen – Leiter des Habima Nat ional Theatre in Tel Aviv und Vater der Gorki-Hausregisseurin Yael Ronen – spielt ein hochkarätiges Ensemble die dreizehn Paraderollen aus Letts’ Familien-Schlacht. Unter anderem sind Annette Frier („Danni Lowinski“), Friederike Kempter („Tatort Münster“), Ursula Karusseit („In aller Freundschaft“) und Felix von Manteuffel in der Geschichte über den Niedergang eines Clans aus dem Mittleren Westen zu erleben.

Inhalt:
„Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Ein Tolstoi-Zitat wie geschrieben für die Westons. Bei dieser schwer neurot ischen weißen Mittelklasse-Sippe aus Oklahoma bröckelt nicht nur seit langem die Fassade des Landhauses. Auch die innerfamiliären Schäden, Verletzungen, Lügen und Abhängigkeiten sind längst nicht mehr zu kaschieren und brechen sich bei der ersten Gelegenheit in Konflikten Bahn.
Auslöser für die Zusammenkunft der Familie ist das Verschwinden des Oberhaupts. Beverly Weston, pensionierter Professor, gescheiterter Dichter und überzeugter Trinker, lässt seine Frau Violet ohne Nachricht in der Obhut einer neu engagierten Haushaltshilfe zurück. Aus allen Teilen des Landes reist daraufhin die Verwandtschaft an, um der krebskranken und tablettensücht igen Matriarchin beizustehen. Es versammeln sich die drei erwachsenen Töchter nebst Anhang, dazu Violets Schwester Matt ie Fae mit Mann Charles und Sohn Little Charlie. Das Treffen gerät unter der verbalen Terrorherrschaft der Mutter sehr bald zum tragisch-komischen Psychokrieg, in dem unter Alkohol-und Drogeneinfluss Lebenslügen kollabieren und Geheimnisse ans Licht gezerrt werden.

SANTINIS PRODUCTION
Produziert wird „Eine Familie – August: Osage County“ von Ivan Vrgoč und seiner Berliner Company sant inis product ion GmbH. Einen ersten großen Erfolg landeten die „Sant inis“ im Januar 2013 mit dem Neil-Simon-Stück „Gerüchte, Gerüchte“ am Kudamm. Die Produkt ion, in der Maria Furtwängler ihr Theaterdebüt gab, war in 44 Vorstellungen fast immer ausverkauft und zog 34.000 Zuschauer an. 2014 folgte im Studio des Gorki Theaters das Zweipersonenstück „Abgesoffen“ nach dem Roman von Carlos Eugenio Lopez. „Eine Familie – August: Osage County“ ist die erste komplett unabhängig realisierte Produkt ion der Company. Die Idee zur Gründung der „Sant inis“ entstand 2011 in einem Workshop des amerikanischen Coaches Larry Moss. Ihr Name ist einer Szene aus Neil Simons „The Prisoner of Second Avenue“ entlehnt. Zur Company gehört ein Stammpool an Schauspielerinnen und Schauspielern, Gäste werden nach den Erfordernissen der jeweiligen Produkt ion engagiert. Die Philosophie hinter der Gründung der „Sant inis“: Schauspieler nehmen künstlerisch selbstbest immt ihre Geschicke in die Hand und suchen sich ihre Stoffe und Regisseure. [© Theater am Kurfürstendamm, Berlin]

www.santinis.de / www.komoedie-berlin.de

Eine Teufeliade

Von:
Michail Bulgakow

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
26. Februar 13 (Box)

Regie: Laura Linnenbaum
Bühne: Victoria Philipp
Kostüme: Michaela Kratzer
Dramaturgie: Johanna Vater

Mit: Mathias Becker, Mario Fuchs

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Es war wirklich nur eine ganz kleine Unaufmerksamkeit, eine Verwechslung! Wie sollte Korotkow denn ahnen, dass es sich bei Unterhoser um den Namen des neuen Direktors und nicht um eine Anweisung zur Ausgabe von Uniformunterwäsche handelt? Besessen davon, den Beleidigten über den Irrtum aufzuklären und seine Entlassung rückgängig zu machen, folgt Korotkow dem Vorgesetzen kreuz und quer durch Moskau. Aber irgendwas scheint hier nicht mit rechten Dingen zuzugehen. In einem Moment noch glattrasiert, erscheint ihm Unterhoser im nächsten Augenblick mit Vollbart! Und als Korotkow dann auch noch immer wieder mit einem gewissen Kolobkow verwechselt wird, gerät ihm die Welt endgültig zur Groteske. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de 

Die 1002. Nacht
-
Schwarze Jungfrauen. (Feridun Zaimoglu / Günter Senkel)
- Gyges und sein Ring (Friedrich Hebbel)

Eine Inszenierung des Theater Willy Praml:

Premiere:
28. August 09

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber
Mit: Hatice Bayval, Reinhold Behling, Maryam Hayatshahi, Birgit Heuser, Dilem Kangalli, Luise Kinder, Burcu Kücük, Nicole Mierzwa, Vanessa Scholz, Stefanie Tauber, Lili Ullrich, Claudio Vilardo, Michael Weber, Gina Spogmeiwassey und Eva Weingärtner
Taiko/Percussion: Johannes Ruppel

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Die 1002. Nacht
Theater Willy Praml, Frankfurt/M
Birgit Heuser und Chor
Foto: Seweryn

Das Theater Willy Praml hat sich mit seiner neuen Produktion DIE 1002. NACHT. eines hochaktuellenThemas angenommen.
Friedrich Hebbels selten gespielteTragödie Gyges und sein Ring aus dem 19. Jahrhundert stellt das TWP in den Zusammenhang mit  dem zeitgenössischen Theaterstück Schwarze Jungfrauen von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel , in dem Interviews mit jungen in Deutschland lebenden Musliminnen zu Monologen verdichtet für die Bühne bearbeitet sind.
In beiden Stücken geht es um die Spannung zwischen einer Erziehung / einem Leben innerhalb traditioneller Muster und dem Aufbegehren dagegen – oder umgekehrt um das Festhalten an der Tradition und ein Sich-zur-Wehr-setzen gegen das Neue. Und beiden Stücken wohnt eine Radikalität inne, die den zeitgenössischen Zuschauer erschaudern lässt: Die Konfrontation mit dem Ungewohnten erzeugt Abwehr.
Aufgabe des Theaters als Ort der Aufklärung ist die Provokation.

Die 1002. Nacht – eine Nacht der Wende.
Scheherezade erzählt ihrem Gatten 1001 Nacht lang Geschichten, um nicht sterben zu müssen wie ihre Vorgängerinnen. Nach der 1001. Geschichte wird ihr das Leben geschenkt.
Was aber bringt die 1002. Nacht?
Die 1002. Nacht ist die Nacht der Königin Rhodope und der Schwarzen Jungfrauen. Sie ist die Nacht ihrer Freiheit, die Nacht die Geschichten bringt, für die sie niemand begnadigen würde, kein König und wahrscheinlich auch kein Bundespräsident. [© Theater Willy Praml]

DIE1002.NACHT wird gefördert durch die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellender Künste e.V. – aus Mitteln des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung: Stadt Frankfurt/M  Kulturamt – Amt für multikulturelle Angelegenheiten – Liegenschaftsamt;  Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

www.theater-willypraml.de

Der eiserne Gustav

Roman von:
Hans Fallada

Uraufführung der Fassung von Peter Lund: 11. November 2012 (Berlin, Theater am Kurfürstendamm)

Elektra
Tragödie

Von: Euripides

Emilia Galotti
Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

Von:
Gotthold Ephraim Lessing
Uraufführung: 13. März 1772 (Braunschweig, Herzogliches Opernhaus)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
28. September 07

Regie: Niklaus Helbling
Bühne: DirkThiele
Kostüme: Regine Standfuss
Musik: Martin Gantenbein
Licht: Frank Kraus
Choreographie: Salome Schneebeli
Video: Philipp Batereau
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Regieassistenz: Dagmara Lutoslawska
Bühnenbildassistenz: Anna Dischkow
Kostümassistenz: Katja Strohschneider
Soufflage: Christine Schneider,Bngitta Schirdewahn
Inspizienz: Lisa Ahle
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Andreas Kremer
Ton: Joachim Steffenhagen, Gloria Müller
Maske: Verena Martin, Bernhard Springer
Requisite: Anette Mahnke, Helena Fries
Regiehospitanz: Anita Pöltl, Tobias Steiner
Bühnenbildhospitanz: Leonie Otto
Kostümbildhospitanz: Mareike Wehrmann
Dramaturgiehospitanz: Florian Heller


Besetzung:

Emilia Galotti:
Anne Müller
Odoardo Galotti: Joachim Nimtz
Claudia Galotti:
Viola von der Burg
Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla:  Aljoscha Stadelmann
Marinelli, Kammerherr des Prinzen
Wilhelm Eilers
Battista, Kammerdiener des Prinzen: Mathias Max Herrmann
Conti, Maler: Özgür Karadeniz
Graf Appiani: Ben Daniel Jöhnk
Gräfin Orsina: Sascha Icks
Angelo: Özgür Karadeniz
Pirro, Bedienter der Galottis: Mathias Max Herrmann

EmiliaGalotti-schauspffm_2282_Sascha_Icks,_Joachim_Nimtz_(0318)
Emilia Galotti

schauspielfrankfurt
Gräfin Orsina (Sascha Icks) und Odoardo Galotti (Martin Nimtz)
Foto: Alexander Paul Englert

Der Prinz von Guastalla ist außer sich, er hat sich auf den ersten Blick in Emilia Galotti verliebt und überlegt mit seinem Sekretär Marinelli, wie ihre Vermählung mit dem Grafen Appiani zu verhindern sei. Marinelli inszeniert einen Raubüberfall auf das junge Paar, bei dem Appiani ermordet wird, und lässt Emilia (Anne Müller) auf dem Landsitz des Prinzen in »Sicherheit« bringen. Odoardo Galotti, Emilias Vater und politischer Gegner des Prinzen, sieht seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Als er auf dem Landsitz erscheint, wird er nicht zu seiner Tochter vorgelassen. Doch erst die Begegnung mit Gräfin Orsina (Sascha Icks), der abgelegten, rachedurstigen Mätresse des Prinzen, öffnet ihm die Augen. Orsina steckt Odoardo ein Messer zu, damit er, wenn es zum Äußersten komme, den Prinzen umbringe. Und es kommt dazu – nur anders: der Vater tötet seine eigene Tochter. Lessings Trauerspiel ist ein politisches Stück über den fatalen Zusammenstoß der bürgerlichen Gefühlskultur mit der Kälte der absoluten feudalen Macht. Der Machthaber, der sich das individuelle Glück der Bürger wünscht, setzt seinen Apparat in Gang, der nur Zerstörung kennt, und Emilia, die Braut, scheint nur im Tod sich selber treu bleiben zu können.  [© schauspielfrankfurt

www.schauspielfrankfurt.de

Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire)
Drama

Von: Tennessee Williams (26.03.1914 - 25.02.1983)
Uraufführung: 3. Dezember 1947 (New York, Barrymore Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 10. November 1949 (Zürich, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt (Saison 2014/2015):

Premiere:
6. Dezember 14 (Schauspielhaus)

Regie: Kay Voges
Bühne: Daniel Roskamp
Videoart: Daniel Hengst
Kostüme: Mona Ulrich
Musik: T.D. Finck von Finckenstein
Licht: Johannes Richter
Dramaturgie: Hannah Schwegler

Besetzung:

Blanche:
Stephanie Eidt
Stella: Claude De Demo
Stanley: Oliver Kraushaar
Mitch: Viktor Tremmel
Eunice: Susanne Buchenberger
Steve: Ralf Drexler
Pablo: Sebastian Volk
Ein Arzt: Alexander Dumitran
Eine Krankenschwester: Jele Disgo
Ein junger Kassierer: Sebastian Volk
Eine Mexikanerin: Huanita Gonzales

Live-Kamera: Jos Diegel /Alexander Dumitran
Live-Video-Schnitt: Daniel Hengst / David Wesemann

Besprechung auf kulturfreak.de


Endstation Sehnsucht
Schauspiel Frankfurt
Blanche (Stephanie Eidt), Steve (Ralf Drexler), Eunice (Susanne Buchenberger), Live-Kamera: Jos Diegel oder Alexander Dumitran
© Birgit Hupfeld

Blanche DuBois, eine verblassende und zerrüttete Frau aus den Südstaaten der USA, flüchtet sich zu ihrer Schwester Stella nach New Orleans. In ihrem Gepäck: der Verlust ihres elterlichen Anwesens, der Tod geliebter Menschen, Affären und Trunksucht – und kein einziger Heller mehr. Doch in der beengten Zweizimmerwohnung, in der sich Stella mit ihrem Mann Stanley Kowalski eingerichtet hat, kommt es schnell zu Spannungen. Während Blanche noch ihren Illusionen und Hoffnungen nachhängt, sinnt Stanley auf ihre Entlarvung und Zerstörung...
Der Konflikt beginnt mit der präzisen psychologischen Beschreibung einer Paranoikerin, ihrer inneren Zerrissenheit und Flucht in eine Traumwelt und offenbart bald ein Schauspiel von alptraumartiger Intensität: Unter der Decke des realistischen Stils regt sich eine dämonische Realität.

Der Dortmunder Schauspieldirektor Kay Voges, der seine Karriere als Filmregisseur begann, findet für Tennessee Williams’ Spiel mit Wirklichkeit und Illusion, Tatsachen und Träumen, leinwandgroße Bilder. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

Premiere:
5. September 09

DIRECTOR: Jonathan Fox
SET DESIGNER: Neil Prince
LIGHTING DESIGNER: Brenda M. Veltre
SOUND DESIGNER: David Gumpper
COSTUME DESIGNER: Constanze Walldorf
ASSISTANT COSTUME DESIGNER: Iris Hoffmann
FIGHT DIRECTOR: Annette Bauer
INTERN: Benjamin Kaiser, Dayna Murray
CASTING NEW YORK: Stephanie Klapper

Stanley Kowalski: Michael Aronov
Stella Kowalski: Sarah Dandridge
Eunice Hubbel: Donna Davis
Negro Woman, Nurse, Mexican Woman: Bernadette Ströder
Blanche DuBois: Tamara Scott
Steve Hubbel: Mark Mineart
Harold Mitchell (Mitch): Chris Hietikko
Pablo: Umberto de Bernardo, Marten Weise
Young Man: Ludvig Sinander, Philipp Wise, Lucas Janson
Doctor: Philip Lewis
Sax Player: Guy Gretschel

www.english-theatre.org

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt (Saison 2003/2004):
In der neuen Übersetzung von: Helmar Harald Fischer

Premiere: 15. Januar 04

Regie: Burkhard C. Kosminski

Besetzung:

Blanche Dubois:
Susanne Lothar
Stella Kowalski:
Friederike Kammer
Stanley Kowalsky:
Guntram Brattia
Harold Mitchell (Mitch): Felix von Manteuffel
Blumenfrau / Zeitungsjunge / Arzt: Sven Prietz
Pflegerin: Kathrin Grumeth

Blanche, eine ehemalige Gutsbesitzerin, besucht ihre Schwester Stella, die mit dem einfachen, lebenstüchtigen, aber gewalttätigen Stanley Kowalski verheiratet ist. Stella erwartet ein Kind. Als Blanche sich zwischen das Paar zu drängen und Stella gegen ihren Ehemann aufzuhetzen versucht, deckt Stanley ihre wahre Vergangenheit auf. Sie ist Alkoholikerin und wurde wegen skandalträchtiger Männergeschichten als Lehrerein entlassen und aus der Stadt gejagt. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Die europäische Wildnis, eine Odyssee

Von:
Sascha Hargesheimer
Uraufführung: 11. Mai 16 (Ruhrfestspiele Recklinghausen)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Eine Zusammenarbeit von REGIEstudio und AUTORENstudio

Premiere: 25. Mai 16 (Kammerspiele)

Regie: Katrin Plötner
Bühne: Daniel Wollenzin (unter Verwendung des Entwurfs von Nehle Balkhausen)
Kostüme: Lili Wanner
Musik: Markus Steinkellner
Dramaturgie: Henrieke Beuthner

Mit: Verena Bukal, Heidi Ecks, Carina Zichner; Justus Pfankuch, Matthias Scheuring

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»Der neue Kontinent wird aus Ruinen entstehen«
Homers »Odyssee« ist der Inbegriff eines Menschen auf der Suche nach seiner Heimat: jahrelang irrt Odysseus auf dem Meer herum, heimwärts gerichtet, ohne zu wissen, wo der Weg dorthin ist. Wo immer er ankommt, ist er ein Fremder, mal freundlich aufgenommen, mal gefährdet und verscheucht. Sascha Hargesheimer überträgt die Motive des Zuflucht- und Heimatsuchenden in einen heutigen Kontext. Er skizziert eine Gesellschaft, die überfordert ist mit sich selbst, die jeden Halt zu verlieren droht. Was bei Homer das Meer ist, ist bei Hargesheimer das Leben selbst, in dem die Menschen einander irrlichternd an modernen Nicht-Orten begegnen: Flughäfen, Züge, Straßen, Krankenhäuser. Hier ist keine Heimat zu finden, aber umso mehr gilt es einen letzten Rest von Territorium zu verteidigen, Grenzen zu ziehen. Aus der sehnsüchtigen Reise zu sich selbst ist ein lähmender Stillstand geworden, die fehlende Hoffnung gräbt sich ein in eine Abwehr gegen alles, was von außen eindringen könnte.. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

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