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    Theater: Kurzinfos Q - Z

Reineke Fuchs

Von:
Johann Wolfgang von Goethe

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml:

Premiere: 22. März 07 (Goethes 175. Todestag)

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit: Reinhold Behling, Birgit Heuser, Tim Stegemann & Michael Weber                

Reineke Fuchs
Theater Willy Praml
Reinhold Behling,  Michael Weber, Birgit Heuser & Tim Stegemann (v.l.n.r.)
Foto: Seweryn



Der eine oder andere unter Ihnen wird sich an ihn erinnern: Konrad Adenauer, genannt “der schlaue Fuchs”. Der wusste, wie man Kanzler wird – und lange bleibt. Mit List und Tücke. Wie Reineke. Goethes dreister Fuchs. Der lässt sich Hühner und Hasen schmecken und man hält ihn für einen Vegetarier; der vergewaltigt verheiratete Wölfinnen und man lacht über den Wolf; der überlistet die Starken, lenkt die Mächtigen und lehrt die Frommen beten; der steht, den Hals schon in der Schlinge am Galgen und sitzt am Ende neben dem König als dessen Berater. Schlag nach bei Goethe und Du lernst wie man Regierungen bildet.
REINEKE FUCHS.Goethe. Spannender als die Tagesschau.

www.theater-willypraml.de

Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas!
Ein Čechov-Abend

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
19. April 2008

Regie: Karin Neuhäuser
Ausstattung: Franz Lehr
Musik: Paul Lemp
Dramaturgie: Marion Tiedtke, Lena Thomsen
Regieassistenz: Andreas Gründel
Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner
Kostümassistenz: Katja Strohschneider, Katharina Tasch
Souffleuse: Christine Schneider
Inspizienz: Lisa Ahle
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Niko Ramie
Licht: Frank Kaster
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Andreas Rasche
Ton: Philip Batereau, Arnim Streek, Oliver Blohmer
Requisite: Jens Schönherr, Stefan Markert
Maske: Patricia Dietz, Friederike Reichel
Regiehositanz: Nicole Peinz, Judith Skupien
Bühnenbildhospitanz: Manuela Muschner
Kostümhospitanz: Mareike Wehrmann

Darsteller:
Sandra Bayrhammer
Martin Butzke
Rainer Frank
Friederike Kammer
Özgür Karadeniz
Anne Müller
Matthias Redlhammer
Abak Safaei-Rad
Thomas Schweiberer
Falilou Seck

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Retten Sie mich Reden SieIrgendwas_spffm_2674m_Ensemble1Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Čechov-Abend
schauspielfrankfurt
Ensemble
Foto: Alexander Paul Englert

Zehn Menschen in einem Raum ohne Ausgang. Sie warten – warten auf die Liebe, auf ein besseres Leben, auf den Zug oder vielleicht nur auf das Vergehen der Zeit. Sie sind einander ausgeliefert. Keinen Ort gibt es, wohin sich jeder einmal zurückziehen könnte. Man erzählt sich Träume, Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen, für die es keine Entsprechungen in der Welt „da draußen“ gibt. Die Figuren haben keine Worte außer denen, die ein Autor vor mehr als hundert Jahren in seinen Drama- und Prosatexten verfasste: Anton Čechov.
Aus Briefen, Erzählungen und Dramentexten des russischen Schriftstellers exzerpierten Karin Neuhäuser und ihre Dramaturginnen Marion Tiedtke und Lena Thomsen eine Collage aus seinem Gesamtwerk. Dieses Textmaterial dient den Schauspielern als Grundlage für eine Reise in Čechovs Wort- und Gedankenwelt. Es entwickeln sich neue Čechovsche Figuren, die dennoch vertraut sind, stecken in ihnen doch die bekannten Platonovs und Ivanovs. Auf der sich fortlaufend drehenden Bühne kristallisiert sich heraus, was Čechov so treffend in all seinen Texten zu beschreiben verstand: Traurig komisch scheitert jeder seiner Unglückshelden an der Banalität des Lebens, „er stolpert, weil er zu den Sternen hinauf starrt.“ (Vladimir Nabokov)


Karin Neuhäuser, Schauspielerin und Regisseurin, erarbeitet mit dem Čechov-Abend Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! ihre nunmehr dritte Produktion am schauspielfrankfurt.
Mit Die Orestie ist ihr in der vergangenen Spielzeit eine wahrhaft große Inszenierung gelungen. Belohnt wurde dieses gefeierte Theatererlebnis mit einem Gastspiel im fünftausend Jahre alten Theater von Epidauros beim Hellenic Festival vor sechstausend ergriffenen Zuschauern.
In der Spielzeit 2004/05 stellte sie mit einer hochaktuellen Interpretation von Nathan der Weise das erste Mal am schauspielfrankfurt ihr Können als Regisseurin unter Beweis. Bekannt ist sie dem Frankfurter Publikum spätestens seit ihrem unvergesslichen Auftritt als Grete in Werner Schwabs Die Präsidentinnen unter der Regie von Jan Bosse. Ihr einzigartiges Talent als Schauspielerin, für das sie auch mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, ist zur Zeit als Celia Peachum in der gefeierten Inszenierung der Dreigroschenoper im Großen Haus des schauspielfrankfurt zu bewundern. [© schauspielfrankfurt]

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Schade, dass sie eine Hure war (´Tis Pity She´s A Whore)

Von:
John Ford
Uraufführung: zwischen 1628 und 1633 (London, Cockpit Theatre)

Zum Inhalt:
Giovanni und Annabella sind Bruder und Schwester und lieben sich. Giovanni kämpft mit seiner Leidenschaft und vertraut sich Pater Bonaventura an. Dann gesteht er seine Liebe Annabella und findet sie erwidert.
Als Annabella schwanger ist, willigt sie ein, ihren Freier Soranzo zu heiraten. Der entdeckt den Inzest und plant, beide zu töten. Giovanni kommt dem zuvor, indem er selbst Annabella tötet, und anschließend die Gesellschaft, die in Soranzos Haus versammelt ist, verhöhnt. Zuletzt sterben Giovanni und Soranzo.

Zum Autor:
Der englische Lyriker und Dramatiker John Ford wurde um 1586 in Ilsington (Devonshire) geboren. Der Dichter der Spätrenaissance wurde vor allem durch seine psychopathischen Dramen bekannt, die verschiedene Aspekte der Schwermut beschreiben. Seine Karriere als Schriftsteller begann mit der Dichtung "Fame’s Memorial" (1606), einer Elegie über den Tod von Charles Blount, Graf von Devonshire, der mehrere Gedichte über das Adelsleben folgten. Danach wandte sich Ford verstärkt dem Drama zu und schrieb zusammen mit Thomas Dekker "The Fairy Knight" und "The Bristowe Merchant" (um 1634).
Zu Fords bedeutendsten Versdramen gehören "Love’s Sacrifice" (1630), "The Broken Heart" (1633, "Das gebrochene Herz"), Schade, dass sie eine Hure war (1633, "‘Tis a Pity She’s a Whore"), "The Chronical History of Perkin Warbeck" (1634, "Die Geschichte Perkin Warbecks. Eine seltsame Wahrheit"), "The Lady’s Trial" (1638) und "The Witch of Edmonton" (1658, "Die Hexe von Edmonton"). In prallen, teils sinnlichen, teils grotesk-grausamen Bildern zeigt der Shakespeare-Zeitgenosse John Ford in seinem Drama Schade, dass sie eine Hure war die Macht der Liebe gegenüber einer verkommenen Gesellschaft auf.
Ford, der um 1640 starb, genoss wegen der Schönheit seiner Sprache und seinen Blankversen hohes Ansehen unter seinen Zeitgenossen. [ © Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Übersetzung von B. K. Tragelehn

Premiere: 19. Januar 08 (Großes Haus)

Regie: Peter Kastenmüller
Bühne: Michael Graessner
Kostüme: Kathi Maurer
Musik und Geräuschewelt: Malte Preuss
Licht: Nicol Hungsberg
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Benjamin Eggers
Video: Philipp Batereau
Bühnenbildassistenz: Ida-Marie Corell
Kostümassistenz: Alexandra Helminger
Souffleuse: Alexandra zu Stolberg
Inspizienz: Joachim Möller
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Andreas Kremer
Ton: Matthias Schmidt, Philipp Batereau, Gloria Müller
Maske: Patricia Dietz, Verena Martin, Lutz Paschke
Requisite: Jens Schönherr
Regiehospitanz: Verena Hagedorn, Magdalena Wiedenhofer
Dramaturgiehospitanz: Sanja Vukicevic

Besetzung:

Bonaventura, ein Mönch:
Christian Kuchenbuch
Ein Kardinal, Nuntius des Papstes: Ingolf Müller-Beck
Soranzo, ein Edelmann: Fabian Gerhardt
Florio, ein Bürger von Parma: Wolfgang Gorks
Donado, ein anderer Bürger: Heiner Stadelmann
Grimaldi, ein Herr aus Rom: Simon Brusis
Giovanni, Florios Sohn: Martin Butzke
Bergetto, Donados Neffe: Ingolf Müller-Beck
Richardetto, ein angeblicher Arzt: Falilou Seck
Vasques, Soranzos Diener: Wilhelm Eilers
Annabella, Florios Tochter: Sandra Bayrhammer
Putana, Vertraute Annabellas: Melanie Witteborg
Hippolita, Richardettos Frau: Sascha Icks
Philotis, seine Nichte: Nadia Schneider

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Schade , dass sie eine Hure war
schauspielfrankfurt
Sascha Icks, Wilhelm Eilers und Sandra Bayrhammer
Foto: Alexander Paul Englert

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Das Schloss
nach dem Romanfragment von Franz Kafka

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt in der Saison 2013/2014:

Premiere: 16. März 14 (Box)

Regie: Ersan Mondtag
Bühne: Julia Scheurer
Kostüme : Janina Baldhuber
Musik: Samuel Penderbayne
Dramaturgie: Rebecca Lang

Mit: Verena Bukal, Lena Lauzemis, Christian Erdt, Berit Stier

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Früher begriff ich nicht, warum ich auf meine Frage keine Antwort bekam, heute begreife ich nicht, wie ich glauben konnte fragen zu können. Aber ich glaubte ja gar nicht, ich fragte nur.

Der Landvermesser K setzt sich keiner Institution, keiner Struktur, keiner Macht aus, sondern einer Diktatur der Gemeinschaft. Auf vielen Wegen versucht er zum Schloss vorzudringen. Er beginnt ein Leben im Dorf und verwickelt sich in Liebschaften und Intrigen. Eine Sehnsucht nach Einwurzelung in Heim und Beruf, nach Eingliederung in die Gemeinschaft treibt K an. Er wurde ins Dorf gerufen, doch dort braucht ihn niemand. Vom Schloss her erlaubt man ihm zwar zu bleiben, doch als Schuldiener nur, und um die wirkliche Eingliederung in die Dorfgemeinschaft ringt er vergebens. Zunehmend droht er sich selbst zu verlieren. Was ist das Schloss? Allein in den Handlungen und Beziehungen der Menschen des Dorfes scheint es Realität zu gewinnen, wie ein Spiel, ein System, das gleichsam die Körper durchfließt.  [© Schauspiel Frankfurt].

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Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt (Saison 2007/2008):

Premiere: 6. März 08 (schmidtstrasse12)

Regie: Tomas Schweigen
Grundraum: Bernd Schneider
Ausstattung: Stephan Weber
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde
Technische Einrichtung: Joachim Schröder, Mathias Rößler
Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner
Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Anja Becker, Uschi Trella
Regiehospitanz: Rina Soloveitchik
Ausstattungshospitanz: Leon Schmid, Christine Schramm
Dramaturgiehospitanz: Florian Heller

Darsteller: Nadja Dankers, Wilhelm Eilers, Stefko Hanushevsky, Sascha Maria Icks, Max Landgrebe, Silvester von Hösslin

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Der Landvermesser K. wird in ein Schloss bestellt, wo er seine Dienste verrichten soll. Allerdings muss er bei seiner Ankunft feststellen, dass man im Schloss nichts von diesem Auftrag weiß. Er muss damit vorlieb nehmen, sich in dem Gasthof des nahe gelegenen Dorfes einzumieten. Ab und an erscheinen Beamte des Schlosses im Gasthof, sind jedoch – ebenso wie die Dorfbewohner – in ihrem Gebaren K. gegenüber undurchschaubar. Das Schloss als ein Mysterium scheint für alle anziehend wie gleichermaßen angsteinfl ößend zu sein. Obwohl man nur wenig über das Schloss weiß – oder vielleicht eben deswegen – ist es scheinbar die Schaltzentrale der Macht, eine Geheimgesellschaft, die das gesellschaftliche Leben beherrscht: die einflussreiche Bürokratie anonymer Apparatschiks – beinahe unmenschlich. Nicht die Macht durchschauen zu können, aber von ihr beherrscht zu sein, schafft ein Klima lähmender Angst. Die Menschen in Kafkas Parabel sind von der Macht ausgeschlossen, können sie aber auch nicht an bestimmten Personen festmachen.

Kafka nähert sich in seinem Roman geradezu visionär Phänomenen der heutigen Globalisierung, die Folgen für jeden Einzelnen hat, ohne dass er deren Ursache wirklich erkennen könnte. [© schauspielfrankfurt]

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Des Teufels General
Drama in 3 Akten

Von:
Carl Zuckmayer (27.12.1896 - 18.101.1977)

Uraufführung: 12. Dezember 1946 (Zürich, Schauspielhaus)
Deutsche Erstaufführung: 8. November 1947 (Hamburg, Deutsches Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
16. November 12 (Kammerspiele)

Regie:
Christoph Mehler
Bühne: Nehle Balkhausen
Kostüme: Janina Brinkmann
Licht: Jan Walther
Dramaturgie:
Lothar Kittstein

Besetzung:

Harras:
Martin Rentzsch
Korrianke: Peter Schröder
Friedrich Eilers/ Der Maler Schlick: Isaak Dentler
Hartmann: Nils Kahnwald
Pfundtmayer/Oderbruch: Thomas Huber
Sigbert von Mohrungen: Michael Benthin
Dr. Schmidt-Lausitz: Till Weinheimer
Anne Eilers/Diddo Geiss:
Lisa Stiegler
Waltraud von Mohrungen, genannt Pützchen: Franziska Junge
Olivia Geiss/ Ein Arbeiter: Andreas Uhse

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Des Teufels General
Schauspiel Frankfurt
v.l.n.r.:
Dr. Schmidt-Lausitz (Till Weinheimer), Sigbert von Mohrungen (Michael Benthin),
Anne Eilers (Lisa Stiegler), Pützchen (Franziska Junge), Hartmann (Nils Kahnwald)

© Birgit Hupfeld

1941 – der deutsche Angriff auf die Sowjetunion ist in vollem Gang. Aber jemand sabotiert die Flugzeugproduktion und an der Ostfront häufen sich die Abstürze. Luftwaffengeneral Harras soll die Unfälle aufklären. Kampfpilot aus Leidenschaft, hat Harras sich in den Dienst der Nazis gestellt, deren Ideologie er verachtet. Bald wird aus seiner Suche nach den Saboteuren ein Kampf ums eigene Überleben. Harras bezahlt für seinen Pakt mit dem Teufel. Zuckmayers Stück zeigt, wie die Diktatur alle zu Mitschuldigen macht, die in ihr leben. Zugleich fragt es nach den Bedingungen für Widerstand und Zivilcourage. [© Schauspiel Frankfurt]

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Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere:
7. Juli 12

Regie: Harald Demmer
Bühne: Oliver Kostecka

Kostüme: Marion Hauer
Regieassistenz: Maren Van Severen
Bühnenmusik: Bernd Keul
Abendspielleitung: Grit Lukas

Besetzung:

Harras: Tobias Lehmann
Korrianke, sein Chauffeur: Björn Geske
Friedrich Eilers, Oberst und Führer einer Kampfstaffel / Arbeiter: Tilmar Kuhn
Sigbert von Mohrungen, Präsident des Beschaffungsamtes für Rohmetalle: Harald Heinz
Baron Pflungk, Attaché im Außenministerium: Antonio Lallo
Dr. Schmidt-Lausitz: Andreas Krämer
Otto, Restaurantbesitzer / Oderbruch, Ingenieur im Luftfahrtministerium:  Christian Higer
Anne Eilers: Natalie Forester
Waltraut von Mohrungen, genannt Pützchen, ihre Schwester: Danielle Green
Olivia Geiss: Iris Atzwanger
Diddo Geiss, ihre Nichte: Eva-Maria Kapser
Hartmann, Fliegeroffizier: Florian Lenz
François, Kellner / Buddy Lawrence, ein amerikanischer Polizist / Arbeiter:  Gerold Ströher
Ein Polizeikommissar / Herr Detlev, Kellner: Jens Wachholz

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Des Teufels General
Burgfestspiele Bad Vilbel
Pützchen (Danielle Green), Harras (Lehmann), Diddo (Eva-Maria Kapser), Olivia (Iris Atzwanger)
© Burgfestspiele Bad Vilbel

Harald Demmer: Regie
Während seines Studiums der Philosophie, Kunstgeschichte und Katholischen Theologie war Harald Demmer Mitglied im Brecht-Theater-Kollektiv Münster. Seit 1990 inszeniert er als freier Regisseur u. a. am Schauspiel Dortmund, Ulmer Theater, TheaterOberhausen, am Nationaltheater Mannheim und an den Schauspielbühnen Stuttgart. Ab der Spielzeit 2012/13 übernimmt Harald Demmer die Leitung des Schauspiels am Pfalztheater Kaiserslautern. In Bad Vilbel inszenierte er bisher ‚Und ewig rauschen die Gelder‘, ‚Der Revisor‘‚ Kabale und Liebe‘, ‚Hamlet‘, ‚Die Räuber‘ und ‚Don Karlos‘.

Oliver Kostecka: Bühne
Oliver Kostecka studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl. Seit 1993 arbeitet er als Bühnen- und Kostümbildner u.a. am Schauspiel Köln, am Schauspielhaus Graz, am Schauspielhaus Dortmund, am Theater Oberhausen und am Staatstheater Mainz. Langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit Roland May, Wolfgang Hagemann und mit Harald Demmer, für den er in Bad Vilbel bereits die Bühnenbilder der Produktionen ‚Und ewig rauschen die Gelder‘ (2005),‚Der Revisor‘ (2007), ‚Kabale und Liebe‘ (2008), ‚Hamlet‘ (2009), und ‚Don Karlos‘ entwarf.

Marion Hauer: Kostüme
studierte Fotografie und Mediendesign in Stuttgart und arbeitet seit 1993 als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin für Schauspiel- ,Musik - und Tanztheaterproduktionen, daneben entwirft sie seit einigen Jahren Kostüme für Filmproduktionen, u.a. arbeitete sie für den Kinofilm von Markus H. Rosenmüller ‚Der Sommer der Gaukler‘ (2011). Gastengagements führten sie u.a. an das Staatstheater Stuttgart, das Schauspielhaus Graz, das Theater Heidelberg, das Staatstheater Wiesbaden, Theater Ingolstadt, Theater Osnabrück, an das Hans-Otto-Theater Potsdam und für eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem Nationaltheater Hanoi und dem Goethe-Institut im Jahr 2006 nach Hanoi, Vietnam. In Bad Vilbel betreut sie nach ‚Kabale und Liebe‘, ‚Hamlet‘, ‚Die Räuber‘ und ‚Don Carlos‘ ihre fünfte Produktion in Folge.

Tobias Lehmann: General Harras
Tobias Lehmann schloss 1991 an der Hochschule für Schauspielkunst ‚Ernst Busch‘ Berlin seine Ausbildung ab und erhielt im selben Jahr sein erstes Engagement am Berliner Ensemble sowie den Kritikerpreis der Berliner Zeitung als ‚Bester Darsteller des Jahres‘. Von 1991-1996 baute er das Theaterhaus Jena mit auf und gehörte zum Ensemble. Weitere Engagements führten ihn an das Theater 89 (Berlin), an das Schauspiel Leipzig und an die Volksbühne Berlin. Er arbeitete u.a. mit den Regisseuren Markus Dietz, Andreas Dresen, Wolfgang Engel, Karin Henkel, Heiner Müller, Fritz Marquardt, Angelika Waller und Matthias Brenner zusammen. Seit 2008 ist er freischaffender Schauspieler, Regisseur, Moderator und Schauspiellehrer und seit 2011 künstlerischer Leiter des Uckermärkischen Nationaltheaters Kulturgut Metzelthin. Tobias Lehmann ist seit 1990 in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen, u.a. im ARD-‚Polizeiruf‘, im Kinofilm ‚Die Friseuse‘ und in der ZDF-Produktion ‚Wohin mit Vater‘.  [© Burgfestspiele Bad Vilbel]

www.kultur-bad-vilbel.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 12. Oktober 07

Inszenierung:
Cornelia Crombhoiz
Bühne: Florian Barth
Kostüme: Annelies Vanlaere
Musik: Michael Zlanabitnig
Dramaturgie: Katharina Gerschler
Regie-Assistenz: Christian Schürmann
Ausstattungs-Assistenz: Alexandra Kurcsics
Inspizienz: Anna Grabusinski
Souffleuse: Heidi Pohl

Besetzung:

Harras: Stefan Walz
Friedrich Eilers: Lukas Piloty
Anne Eilers: Katja Hirsch
von Mohrungen: Andreas Mach
Waltraud von Mohrungen, genannt Pützchen: Verena Bukal
Olivia Geiss: Monika Dortschy
Diddo Geiss: Katharina Knap
Oderbruch: Florian Hänsel
Hartmann: Felix Mühlen
Korrianke: Thomas Kornack
Otto: Michael Schlegelberger
Schmidt-Lausitz: Gregor Trakis
Buddy Lawrence: Daniel Seniuk
Baron Pflungk: Thomas Prazak
Musiker: Michael Zlanabitnig

Besprechung auf kulturfreak.de

Er ist kein Nazi, aber ein Nutznießer des Systems. Er ist ein Pilot, ein Superstar der Lüfte: General Harras, Draufgänger, Frauenheld und Genussmensch, macht sich 1941, kurz vor Eintritt der USA in den Krieg, keine Illusionen mehr über das NS-Regime. Schon zu Beginn, 1933, hatte er kaum welche und hat trotzdem mitgemacht. Das Fliegen ist für ihn immer noch vor allem ein beglückendes Spektakel, weil er dabei eine diabolische Glanzrolle spielen darf: haftet dem hoch technisierten Luftkrieg doch immer noch etwas vom archetypischen Kampf „Mann gegen Mann" an, der leicht darüber hinwegtäuscht, dass in der Eleganz des Geräts dennoch die tödliche Waffe steckt. Und die setzt er ein - im Auftrag eines Weltentwurfs, an den Harras nicht glaubt. Er wähnt sich sicher, meint über die Vertreter des Dritten Reiches spotten zu können, weil er ihnen sein kriegswichtiges Fachwissen zur Verfügung stellt. Dabei ticken in der Wand schon die Abhörgeräte der Gestapo. Zuckmayer gelingt in der Zeichnung seines ambivalenten „Helden" ein bedrängendes Drama des Mitläufertums und einer moralisch in Auflösung begriffenen Gesellschaft, in der die Mechanismen des Machterhalts erschreckend deutlich zutage treten.

Cornelia Crombhoiz,
die in der Spielzeit 2006/2007 in Mainz „Clavigo" zeigte, hat u. a. in Salzburg, am Deutschen Theater Berlin, am Berliner Ensemble, am Staatstheater Nürnberg, am Münchner Residenztheater und am Schauspielhaus Graz inszeniert. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Das trunkene Schiff
Eine szenische Ballade von:
Paul Zech

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
15. Mai 07

Regie: Florian von Hoermann
Bühne: Rudolf Bekic
Kostüme: Norgard Kröger, Katja Strohschneider
Musik: nackt
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Regieassistenz: Dagmara Lutoslawska
Bühnenbildassistenz: Britta Kloß
Souffleuse: Christine Schneider
Inspizienz: Thomas Nossek
Ton: Inga Lüth, Franziska Rudolphi
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider
Technische Produktionsleitung:
Laura van Haperen
Requisite: Albrecht Haevernick, Markus Öhlinger
Dramaturgiehospitanz: Katrin Breschke
Regiehospitanz: Lisa Danulat
Bühnenbildhospitanz:
Sarah Mirza
Leiter der Statisterie: Winfried Scheffler


Besetzung:

Rimbaud: Daniel Christensen
Verlaine: Christian Kuchenbuch
Mathilde: Sandra Bayrhammer
Der Andere:
Falilou Seck

Statisten: Agassi F. Bangura, Logan Breudji, Manga Diagne, Ousainou Faal, Papa Samba Fall, Josef Gebretenssaie, Masse N'Diaye, Yonas Teame, Tesfalem-Kafel

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Das trunkene Schiff
schauspielfrankfurt
Paul Verlaine (Christian Kuchenbuch)
Im Hintergrund: Mathilde Verlaine (Sandra Bayrhammer)
& Arthur Rimbaud (Daniel Christensen)
Foto: Alexander Paul Englert

Das Stationendrama des Expressionisten Paul Zech beschäftigt sich sowohl mit dem Werk als auch mit dem Leben des legendären Dichters Arthur Rimbaud. Dieser erschien wie ein Komet am Literaturhimmel und hatte sein gesamtes Werk bereits als Teenager vollendet, bevor er in Nordafrika und dem Nahen Osten als Waffenschmuggler, Karawanser und Hasardeur tätig wurde. Legendär ist auch seine verhängnisvolle und nicht minder leidenschaftliche Freundschaft zu dem Dichter Paul Verlaine.
Rimbaud war nicht auf der Suche nach dem Absoluten in der Kunst, sondern er wollte es leben. Unbedingt und ohne Rücksicht auf Verluste. Was in einem Menschen vorgeht, der sich von der Kunst abwendet, um das echte Leben in einer Radikalität zu führen, wie man es sonst nur in der Kunst findet, ist Thema dieser szenischen Ballade. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Über das Marionettentheater. Kleist

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml, Frankfurt/M:

Premiere:
16. Mai 08

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit: Andreas Bach. Reinhold Behling. Hertha Georg. Birgit Heuser. Emilie Stefaner. Tim Stegemann. Michael Weber.


Über das Marionettentheater. Kleist
Theater Willy Praml, Frankfurt/M
Foto: Seweryn

Kleists vorletztes Lebens-Projekt: er gibt die Berliner Abendblätter heraus, eine Zeitung zwischen BILD und Feuilletton.  Da stehen die vier Folgen über das Marionettentheater neben dem Bericht über einen glücklich gelöschten Schornstein in der Niederlagstrasse: Kleists kruder Blick auf die Welt im Boulevardblatt-Format. Das geht nicht lange gut und nach einem halben Jahr schon sind seine Blätter zu Tode zensiert und damit auch der Autor und Herausgeber.

„Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns:
wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen,
ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.“

schreibt er im Marionettentheater-Aufsatz.

Kleists Weltreise endet im November 1811 am Kleinen Wannsee in Berlin. Kein Ort für den Hintereingang zum Paradies. Vielmehr das Szenario für sein letztes Lebens-Projekt: seinen Doppelselbstmord, mit Henriette Vogel zusammen. Ihr schiesst er ins Herz, sich selbst in den Mund. Schweigen.

„Nun, oh Unsterblichkeit, bist du ganz mein.“

Der Theaterabend „Über das Marionettentheater.Kleist “ fügt letzte Texte des Autors zu einem Seelenprotokoll zusammen – verteilt auf 6 Personen. 6 Scherben des zerbrochenen Kleist, wie wir unseren Projekt-Zyklus genannt haben, der mit dieser Inszenierung seinen Abschluss findet.

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Übersee

Von:
Jan Neumann
Uraufführung: 8. Mai 2014 (Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater)

Zur Inszenierung des  Oldenburgisches Staatstheater

Premiere:
8. Mai 14 (Uraufführung)

Inszenierung: Jan Neumann
Bühne: Matthias Werner
Kostüme: Mascha Bischoff
Dramaturgie: Volker Bürger

Mit: Sarah Bauerett, Anna Steffens; Eike Jon Ahrens, Denis Larisch, Henner Momann

Was treibt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen? Fünf Auswandererschicksale führen in Jan Neumanns Stückentwicklung durch drei Jahrhunderte deutscher Flüchtlingsgeschichte: Mitte des 19. Jahrhunderts trifft ein vom Erbe ausgeschlossener norddeutscher Bauernsohn die Entscheidung auszuwandern. Knappe 100 Jahre später flieht eine Jüdin vor der Schreckensherrschaft der Nazis. Einer, der nicht mitgegangen ist, blickt Ende der 80er Jahre auf deutsch-deutsche Fluchten, während uns eine nächste Auswandergeschichte in eine entfernte Zukunft katapultiert. Doch bündeln sich alle Fäden in einer Familiengeschichte, 2014 in Oldenburg…
Am Anfang stand nur ein Schlüsselbegriff: Auswandern. In den Arbeiten des preisgekrönten Regisseurs und Autors Jan Neumann, der seine Stücke zuletzt u. a. am Nationaltheater Weimar, am Staatstheater Stuttgart und am Schauspiel Hannover entwickelt hat, treiben Schauspieler und Regieteam diesen Begriff dann über Gespräche mit Betroffenen und Experten, über Diskussionen und Improvisationen weiter.

Die Uraufführung entsteht im Rahmen des Kooperationsprojekts Freiheitsraum Reformation in Zusammenarbeit mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. [© Oldenburgisches Staatstheater]

www.staatstheater.de

Ulrike Maria Stuart
Von:
Elfriede Jelineck
Uraufführung: 28. Oktober 06 (Hamburg, Thalia Theater)

Zur Inszenierung vom schauspielfrankfurt:

Premiere: 1. November 07 (schmidtstrasse 12)

Regie: Peter Kastenmüller
Grundraum: Bernd Schneider
Ausstattung: Michael Graessner
Dramaturgie: Maike Gunsilius
Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde
Technische Einrichtung: Joachim Schröder, Mathias Rößler
Regieassistenz: Benjamin Eggers / Mina Salehpour
Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann / Birgit Keller
Soufflage: Boris Wendt
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Anja Becker / Uschi Trella
Regiehospitanz: Esther Fehse, Anne-Christine Mengert
Ausstattungshospitanz: Leon Schmid
Dramaturgiehospitanz: Renee Marcuard

Besetzung:

Ulrike / Maria: Abak Safaei-Rad
Gudrun / Elisabeth: Sabine Waibel
Prinzen im Tower / Engel: Johanna Bantzer, Falilou Seck
Chor der Greise / Engel: Susanne Böwe, Heiner Stadelmann
sowie: Lydia Beck, Marie Becher, Anna Steinberg, Lisanne Kind und Boris Wendt

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Die Unerhörten (The Unmentionables)

Von: Bruce Norris
Deutsch von: Martin Michael Driessen
Uraufführung: 29. Juni 2006 (Chicago, Steppenwolf Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Februar 2012 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 10. Februar 12 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne und Kostüme: Marc Thurow
Dramaturgie: Marie Rötzer
Beleuchtung: Stefan Bauer

Besetzung:

Etienne:
Jonathan Aikins
Dave: Tilman Rose
Jane: Jele Brückner
Der Doktor: Jean Claude Mawila
Nancy: Andrea Quirbach
Don: Marcus Mislin
Tante Mimi: Lara-Sophie Milagro
Soldat 1: Leander Graf
Soldat 2: Felix Frenken

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2011 feierte das Staatstheater Mainz mit der Deutschsprachigen Erstaufführung von „Clybourne Park“ des amerikanischen Autors Bruce Norris in der Inszenierung von Intendant Matthias Fontheim einen großen Erfolg. Mit „Clybourne Park“, das neben Mainz bisher nur in den USA und London aufgeführt wurde, gewann Bruce Norris den Pulitzer-Preis für Drama 2011.
2008 hatte Matthias Fontheim bereits „Reiz und Schmerz“ von Bruce Norris als Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne des Staatstheaters Mainz gebracht.
Mit „Die Unerhörten“ inszeniert Matthias Fontheim zum dritten Mal ein Stück des amerikanischen Autors.
Wieder einmal gelingt dem Autor Bruce Norris ein mitreißendes Stück voller praller Figuren und pointierter Dialoge. Gleichzeitig ist „Die Unerhörten“ aber ein beißend satirischer Kommentar zu westlichen Entwicklungshilfebestrebungen zwischen wirtschaftlicher Befreiung und skrupelloser Ausbeuterschaft, allzu naivem Gutmenschentum und rassistisch grundierter Arroganz. Nicht zuletzt aber stellt Norris erschreckend deutlich die Frage dach dem Wert eines menschlichen Lebens. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Untergänge. Kassandra

Zur Inszenierung von TheaterProzess im Gallustheater Frankfurt:

Premiere:
24. September 15

Komposition und Musik: Anka Hirsch und Beate Jatzkowski
Text/Regie/Bühne: Ulrich Meckler

Darsteller: Nicole Horny, Iris Reinhardt Hassenzahl, Ilja Kamphues, Nenad Smigoc, sowie Christine Dreier, Elisabeth Uhlot, Nedret Cinar, Manfred Frei, Kurt Petereit


© TheaterProzess

Eine deutsch-deutsche Geschichte von vergeblichen Alternativen, dritten Wegen ins Niemandsland, verblassten Utopien, missglückten Revolten, mörderischem Terror, dem Sog der Anpassung, lähmenden Niederlagen. Und Kassandra sieht den Untergang der Sieger.

Ein Stück, das die gescheiterten Versuche einer Alternative zu Kapitalismus und DDR-Sozialismus behandelt. Nach dem zweiten Weltkrieg in der Bewegung des Dritten Wegs, in der antistalinistische ehemalige Kommunisten, kritische Sozialdemokraten und andere Unabhängige aktiv waren. In der Dissidentenbewegung der DDR und in den oppositionellen Bewegungen der BRD von der Antikriegsbewegung über die Studentenbewegung bis zur Ökologiebewegung mit der Utopie eines demokratischen Sozialismus als Alternative zu den bestehenden Systemen.

Aus den Lebensläufen einiger Protagonisten wird eine Handlung montiert (Textebene 1). Sprechchöre handeln von deutscher Nachkriegsgeschichte (Textebene 2).  Kassandra sieht den Untergang auch des siegenden Systems. Kassandras Fluch: dass niemand ihre Botschaft hören will (Textebene 3).

Diese Inszenierung wird nach dem Stück über den Auschwitzprozess zu seinem 50. Jahrestag (Prozess Auschwitz Peter Weiss), nach dem Stück „Welt Krieg Schwejk“ zum 100. Jahrestag des 1. Weltkriegs unsere dritte zeitgeschichtliche Arbeit sein.
Das Begleitprogramm wird von der KunstGesellschaft Frankfurt organisiert.

Weitere Aufführungen: 25. und 26. September 15 und vom 18. – 21. November im Gallustheater Frankfurt, Kleyerstraße 15. Tel. 069 7580600

www.gallustheater.de

X Freunde

Von:
Felicia Zeller
Uraufführung:
12. Oktober 2012 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
12. Oktober 12 (Kammerspiele)

Regie:
Bettina Bruinier
Bühne / Kostüme: Justina Klimczyk
Video: Clemens Walter
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Martina Grohmann

Besetzung:

Peter Pilz:
Christoph Pütthoff
Anne Holz:
Claude De Demo
Holger Holz:
Viktor Tremmel

Besprechung auf kulturfreak.de

X-FREUNDE
Schauspiel Frankfurt
Holger Holz (Viktor Tremmel), Peter Pilz (Christoph Pütthoff), Anne Holz (Claude De Demo)

© Birgit Hupfeld

Die »Generation Beißschiene« ist in Bestform. Das gilt für Künstler, Unternehmensberater wie Köche. Dabei kann die Work-Life-Balance schon mal außer Kontrolle geraten: Bildhauer Peter Pilz droht Blockade, Anne Holz befreit sich mit »Private Aid«, ihrer eigenen Agentur, aus Abhängigkeiten, aber nicht vom Erfolgsdruck. Ihr Mann Holger, gescheiterter Catering-Unternehmer, hat keine Arbeit, trotzdem Stress. Da hilft nur noch: Neustart, Bier trinken, Urlaub und vor allem ein Freund …
Felicia Zellers Text ist Workout, arbeitet sich mit bösem Witz an den Selbstverwirklichungsstrategien jener ab, die ihr Leben zum Projekt machen. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Your Lover Forever

Von:
Verschiedenen Autorinnen

Eine Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: in Koproduktion mit dem Kunstfest Weimar:

Premiere:
21. September 14 (in der Freimaurerloge zur Einigkeit)

Regie: Lily Sykes
Bühne / Kostüme: Rebekka Dornhege-Reyes, Nina Thielen
Musik: Burkhard Niggemeier
Dramaturgie: Michael Billenkamp

Mit: Irene Blumenthal, Gisela Boigk, Birgit Holfeld, Renate Kachel, Eva-Maria Köhler, Ulrike Müller-Harang, Regina Pötke, Andrea Schmauch, Vanessa J. Schwab, Christine Siebert, Anton Rubtsov

Mit der verheirateten Charlotte von Stein verband Goethe eine innige Beziehung, die in den rund 1.770 Briefen an sie ‒ einen davon unterschrieb er mit »your lover forever« ‒ ihren Ausdruck fand. Nach Goethes heimlicher Abreise Richtung Italien forderte Charlotte ihre Antworten zurück, weshalb diese nicht erhalten sind. Wir haben deshalb 14 renommierte Autorinnen gebeten, diese historische »Leerstelle« zu füllen. Die neu verfassten Briefe bilden die Grundlage für das gemeinsame Theaterprojekt des Schauspiel Frankfurt mit dem Kunstfest Weimar im Rahmen der Goethe Festwoche 2014. [© Schauspiel Frankfurt]

Autorinnen: Sibylle Berg, Justine del Corte, Gesine Danckwart, Julia Franck, Nora Gomringer, Katharina Hacker, Angelika Klüssendorf, Ursula Krechel, Judith Kuckart, Karin Reschke, Kathrin Röggla, Katharina Schmitt, Kerstin Specht, Gerhild Steinbuch

Gefördert durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Sparkasse Mittelthüringen und Frankfurter Sparkasse. Mit freundlicher Unterstützung der Thüringer Energie AG und des Kulturamts Frankfurt am Main.

www.schauspiel-frankfurt.de

Zwanzigtausend Seiten

Von:
Lukas Bärfuss
Uraufführung: 2. Februar 2012 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere: 2. Februar 12 (Uraufführung)

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musik: Tomek Kolczynski
Licht: Markus Keusch
Dramaturgie: Andrea Schwieter

Mit: Ludwig Boettger, Klaus Brömmelmeier, Ursula Doll, Lukas Holzhausen, Franziska Machens, Sean McDonagh

Mit der Tragikomödie „Zwanzigtausend Seiten“ legt Autor und Dramaturg Lukas Bärfuss sein zweites neues Stück am Schauspielhaus Zürich vor: Dem Gelegenheitsarbeiter und Tagträumer Tony, einem bis dato unauffälligen jungen Mann, fällt eines Tages bei einem ebenso unglücklichen wie schicksalshaften Unfall eine Kiste mit Büchern auf den Kopf – und von diesem Moment an verfügt er über ein unermesslich grosses Wissen. Lückenlos ist der gesamte Inhalt der besagten Bücher – Bände über die Schweiz während des Zweiten Weltkrieges – in seinem Kopf gespeichert. Doch bald wird dieses Wissen für Tony zur Belastung …
Regie bei der Uraufführung von ZWANZIGTAUSEND SEITEN – ab dem 2. Februar in der Box des Schiffbaus zu sehen - führt Lars-Ole Walburg, der sich 2010 dem Zürcher Publikum mit seiner Inszenierung von Dürrenmatts „Panne“ vorstellte.

Während die Menschen in Tonys Umgebung ihn nach dem Unfall als Gedächtniskünstler und wissenschaftliches Phänomen bewundern und versuchen, an seinem Ruhm teilzuhaben, hadert Tony zunehmend mit dem Inhalt dessen, was ihm der Zufall ins Hirn gebrannt hat: mit dem Schicksal des jüdischen Flüchtlings Oskar, der über die Schweizer Grenze geschafft und später deportiert wurde oder mit der Frage, warum Nutzniesser des Krieges zeitlebens unbehelligt geblieben sind. Irgendwann wird sein neues Wissen für Tony so unerträglich, dass er es wieder loswerden möchte – am besten auf dieselbe Art und Weise, wie es ihm zugefallen ist. Ein gewagtes Experiment wird gestartet …

Lukas Bärfuss’ neues Stück – nach „Malaga“ (2009 inszenierte Barbara Frey die Uraufführung) sein zweites Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich – ist eine Farce über individuelles und kollektives Vergessen und Erinnern sowie über die Frage nach einem nationalen historischen Gedächtnis. Bärfuss, 1971 in Thun geboren, arbeitet seit 1997 als Schriftsteller in Zürich. Er schreibt Prosatexte („Hundert Tage“, 2008), Hörspiele und vor allem Theaterstücke („Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“, „Der Bus“, „Die Probe“, „Öl“ u.a.), die in Basel, Bochum, am Thalia Theater Hamburg, an den Münchner Kammerspielen, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt und anschliessend weltweit gespielt wurden. Seit der Spielzeit 2009/10 arbeitet er als Autor und Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Bärfuss wurde 2003 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum „Nachwuchsdramatiker des Jahres“ und 2005 zum „Dramatiker des Jahres“ gewählt. 2005 erhielt er für sein Stück „Der Bus“ den Mülheimer Dramatikerpreis.

Den Regisseur Lars-Ole Walburg und Lukas Bärfuss verbindet eine langjährige Arbeitsbeziehung. So brachte dieser unter anderem Bärfuss’ Stück „Die Probe“ an den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung und inszenierte in Hannover dessen Fassung des „Parzival“. Walburg, 1965 in Rostock geboren, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Freien Universität Berlin. 1992 gründete er zusammen mit Ricarda Beilharz, Stefan Bachmann, Thomas Jonigk und Tom Till das „Theater Affekt“. Am Theater Basel war er ab 1998 als Chefdramaturg und fester Regisseur engagiert und von 2003 bis 2006 als Schauspieldirektor. 2009 übernahm er die Intendanz am Schauspiel Hannover. Mit seiner Basler Inszenierung von Ibsens „Volksfeind“ (2000) wurde er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

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