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Burgfestspiele Bad Vilbel

© Burgfestspiele Bad Vilbel

Freilichtbühnen sind etwas Besonderes. Eine mittelalterliche Wasserburg an sich bietet schon einen hohen Erlebniswert, angereichert mit lebendiger Kultur wird sie zum lohnenswerten Reiseziel. Herzstück sind die Eigenproduktionen mit professionellen Künstlern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Sechs eigene Inszenierungen werden auf die Bühne der Burg gebracht, drei kleine, aber feine Produktionen im Theaterkeller gespielt.

Mitten in der Stadt Bad Vilbel, direkt am Ufer der Nidda gelegen, behauptet sich die Ruine einer Wasserburg. Das steinerne Gebäude stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und ersetzte damals ein Gehöft, das noch aus der Zeit der Karolinger stammte. Die Burg war der Sitz des Raubritters Bechtram von Vilbel, der es mit seinen unrechtmäßigen und zudem auch noch überteuerten Zollansprüchen so weit trieb, dass sich 1399 eine Allianz aus den verärgerten Landesherren von Falkenstein und Hanau sowie der Stadt Frankfurt bildete und die Feste zerstörte. Im 15. Jahrhundert baute der Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein die Burg auf den noch vorhandenen steinernen Ringmauern wieder auf. Nachdem die Burg über 200 Jahre als Amtssitz für die kurmainzische Verwaltung gedient hatte, wurde sie 1796 im Zuge der Koalitionskriege von den Franzosen geplündert und hatte fortan eine traurige Existenz als Ruine mit wechselnden Besitzern. Erst 1955 veranlasste Bürgermeister Günther Biwer den Erwerb der Burg durch die damals noch junge Kurstadt Bad Vilbel. Um dem verschlafenen Städtchen zu einer eigenen Identität zu verhelfen, sollte das Gebäude das Zentrum einer neuartigen kommunalen Kulturpolitik werden. Als 1987 die ersten Burgfestspiele stattfanden, gelang es den Veranstaltern, mit Dario Niccodemis Komödie „Scampolo“ etwa 5500 Gäste in das historische Gemäuer zu locken und damit die zahlreichen Skeptiker zu überzeugen.

Seitdem haben die Festspiele in der Bad Vilbeler Burg eine große Leuchtkraft für ein kulturell vielseitig interessiertes Publikum entwickelt.

Anspruchsvolle Unterhaltung wird weiterhin angeboten mit musikalischen Matineen von a capella über Brass und Jazz bis zu klassischer Musik und abendlichen Gastspielen renommierter Künstler.


Burgfestspiele Bad Vilbel
Das Ensemble 2016
Foto: Eugen Sommer

Die Stücke 2017:

Der Diener zweier Herren (Komödie von Carlo Goldoni), Premiere: Di. 6. Juni 17
Der Bräutigam ist eine Frau? Himmel, hilf: Aus Liebesgeschichten und Ehearrangements, Geldmangel und Geldgier folgen wilde Verwandlungen und köstliche Verwechslungen einer turbulenten Geschichte um den ständig hungrigen Truffaldino.

Sunset Boulevard (Musical von A. L. Webber/T. Rice), Premiere: Mi. 14. Juni 17
Norma Desmond, DER Star der Hollywoodstudios der Stummfilmära, lebt in ihrer Villa am Sunset Boulevard zwischen Verklärung, Hoffnung und Enttäuschung. Immer noch zieht sie Männer in ihren Bann, doch die Wlt der modernen Traumfabrik hat keine Verwendung mehr für sie. Das weltberühmte Musical erzählt eine bewegende Story mit den Rhythmen der 40er Jahre!

Wie im Himmel (Schauspiel mit Musik nach dem gleichnamigen Film von Kay Pollak), Premiere: Fr. 23. Juni 17
Die Musik ist seine Bestimmung. Sie führt Daniel Dareus nach seinem Zusammenbruch und Rückzug wieder zurück zu den Menschen. Als Kantor öffnet er durch sie die Herzen und gibt seinem Chor neues Selbstbewusstsein im Vertrauen auf die eigene Stimme. Regie Milena Paulovics

Ziemlich beste Freunde (Komödie nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache) Premiere: Sa. 24. Juni 17 (20.15 Uhr)
Ein Aristorkrat im Rollstuhl und ein Ex-Sträfling als Pfleger: eine Männerfreundschaft mit Hindernissen.
Regie Mascha Pitz
Weitere Vorstellungen: So, 25.06. 20:15 Uhr, Do, 03.08. 20:15 Uhr, Fr, 04.08. 20:15 Uhr, Mo, 14.08. 20:15 Uhr, Di, 15.08. 20:15 Uhr, Di, 29.08. 20:15 Uhr

Summer in the City (Eine 60er Jahre Revue von Christian H. Voss), Premiere: Fr. 30. Juni 17
Die Geschichte zweier Familien vor dem Hintergrund der bunten Welt der 60er Jahre (politischer Aufbruch, Drogen, freie Liebe) mit unvergesslichen Songs wie Blue spanish Eyes, mitreißenden Rocknummern wie Satisfaction und jeder Menge Flower Power.
Regie Christian H. Voss | Musikalische Leitung Philipp Polzin

Für Kinder und die ganze Familie:

Figaros Hochzeit
(Oper von W. A. Mozart), Premiere: So. 7. Mai 17 (12.00 Uhr)
Susanna und Figaro sind verliebt. Aber - alles geht drunter und drüber am Tag vor der Hochzeit. Man verkleidet sich, Briefe werden heimlich ausgestauscht, Graf und Gräfin streiten sich - kommt die Hochzeit zustande? Ein verwirrender Tag endet glücklich.
Regie Benedikt Borrmann | Musikalische Leitung Markus Höller

Tintenherz (Schauspiel ab 7 Jahren nach Cornelia Funke), Premiere: So. 14. Mai 17 (12.00 Uhr)
Ein Buch wird plötzlich lebendig: Böse Finsterlinge klettern heraus, die Mutter verschwindet, der Vater wird entführt, Buchstaben werden zu Waffen und die 12-jährige Meggie führt einen siegreichen Kampf. Regie Kirsten Uttendorf

Jim Knopf und die Wilde 13 (Musical ab 5 Jahren nach M. Ende), Premiere: So. 21. Mai 17 (12.00 Uhr)
Lummerland benötigt dringend einen Leuchtturm, Lukas und Jim reisen deshalb zu Herrn Tur-Tur. Doch die Piratenband "Die Wilde 13" kommt ihnen in die Quere und so erleben die Lokomotivführer Jim und Lukas mit ihrer fliegenden Emma spannende Abenteuer.
Regie Christian H. Voss | Musikalische Leitung Benedikt Fox

Theaterkeller:

Das Tagebuch der Anne Frank
(Bühnenfassung nach dem Tagebuch der Anne Frank von Ulrich Cyran), Premiere: Mo. 5. Juni 17 (15.00 Uhr)
Leben und Tod eines Teenagers bewegt weltweit Millionen Menschen: Das Tagebuch der Anne Frank. Geboren in Frankfurt, in der Sicherheit einer bürgerlichen Famlie, wird ihr Dasein durch den Nationalsozialismus vernichtet.
Regie Ulrich Cyran

Er ist wieder da (Bühnenfassung nach dem Roman von T. Vermes von Ulrich Cyran), Wiederaufnahme: So. 7. Mai 17
Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin Mitte. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr...
Regie Ulrich Cyran

Alle Termine und weiteren Veranstaltungen finden sich auf 
www.kultur-bad-vilbel.de

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