Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Mittwoch, 26.04. / 21.40 Uhr / Die große Literatour ~ Mark Twains Deutschland
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, SWR              49 Min.
Regie: Andrew Davies, Rieke Brendel
Erstausstrahlung

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren von acht der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte, folgt ihren Reisen nach und sieht die Länder aus ihren Blickwinkeln. Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. Auch der Blick auf Deutschland ist ein besonderer: derjenige von Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Er und sein erfundener Reisebegleiter Harris reisen von Hamburg nach Heidelberg bis in den Schwarzwald und nach Baden-Baden. Daraus entsteht das vergnügliche Buch „Bummel durch Europa“, in dem Twain die Deutschen und ihre Marotten liebevoll auf die Schippe nimmt.

„Die große Literatour“ begibt sich mit Mark Twain nach Deutschland. Die Dokumentation ist eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. In seinem 1880 erschienenen Buch „Bummel durch Europa“ beschreibt Twain die Eindrücke seiner 16-monatigen Europareise, die ihn 1878 auch durch Deutschland führte. Schwer beeindruckt von der deutschen Kultur – und ebenso herausgefordert von der deutschen Sprache – reist er von Hamburg über Frankfurt nach Heidelberg bis in den Schwarzwald und nach Baden-Baden. In seinem vergnüglichen Bericht nimmt Twain die Deutschen und ihre Marotten liebevoll auf die Schippe. Alte Sagen faszinieren ihn ebenso wie die Heidelberger Studentenverbindungen. In bissig-sarkastischem Ton lästert er über Kuckucksuhren und Wagner und schüttelt den Kopf über die Menschen, die er beobachtet. Vor allem aber amüsiert sich Twain über sich selbst. Er spielt selbstironisch den typisch amerikanischen Touristen jener Zeit und bleibt dabei mitnichten bei den Fakten: Schon sein treuer Begleiter Mr. Harris ist eine Erfindung. Die anfangs groß angekündigte Wandertour der beiden wird immer wieder aufgeschoben. Zugfahren scheint doch viel bequemer und eine Floßfahrt über den Neckar als großes Abenteuer. Insgesamt zweimal war Twain in seinem Leben in Europa. Diese zweite, größere Reise war jedoch nicht nur als touristisches Vergnügen angelegt, sondern sollte auch eine Schreibblockade bei seinem später wichtigsten Werk „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ lösen. Ob der Neckar und Heidelberg die Inspiration für Huck Finns Floßfahrt auf dem Mississippi waren, weiß nur Mark Twain selbst. Fest steht, dass Amerikaner seit ihm Heidelberg und Deutschland lieben.

Donnerstag, 27.04. / 00.30 Uhr /  Square für Künstler ~ Die bitteren Tränen einer Schauspielerin: Ein Anti-Porträt
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE              27 Min.
Regie: Valéria Bruni-Tedeschi

Freitag, 28.04. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F              43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

Freitag, 28.04. / 23.20 Uhr / Berlin Live: Anthrax
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              60 Min.
Regie: Rossacher, Hannes, Stefan Mathieu
Erstausstrahlung

"Berlin Live" präsentiert mit Anthrax, einer der „Big Four” des Thrash Metal, die extrem laute Variante im Neuköllner Kiez des Schwuz. Scott Ian gründete 1981 die Band in New York. Er ist bis heute das einzige noch in der Band spielende Gründungsmitglied. Als Großmeister ihres Genres stehen Anthrax auf einer Ebene mit Metallica, Slayer und Megadeth und präsentierten just ihr elftes Werk: „For All Kings”.

"Berlin Live" präsentiert mit Anthrax, einer der „Big Four” des Thrash Metal, die extrem laute Variante im Neuköllner Kiez des Schwuz. Scott Ian (Rosenfeld) gründete 1981 die Band in New York. Er ist bis heute das einzige noch in der Band spielende Gründungsmitglied. Seit über 35 Jahren prägen Anthrax die Metal-Szene. Besondere Berühmtheit erlangten die fünf New Yorker durch ihre Crossover-Aktionen: Die gekonnt witzige Verschmelzung von Rap und Metal verschaffte ihnen seit den 80er Jahren auch kommerzielle Erfolge. Die Zusammenarbeit mit Public Enemy und die daraus entstandene Zusammenführung von Rap und den harten Tönen des Metal eröffnete beiden Genres den musikalischen Horizont. Als Großmeister ihres Genres, dem Thrash Metal, stehen sie auf einer Ebene mit Metallica, Slayer und Megadeth und präsentierten im letzten Sommer ihr elftes und neuestes Werk: „For All Kings”. Von allen Kritikern wird das Album frenetisch gelobt. So schreibt der „Metal Hammer“, dass „Scott Ian und seinen Mannen zum stärksten Anthrax-Album seit vielen Jahren – oder gar Jahrzehnten – gratuliert werden darf.” Und „laut.de“ bestätigt: „Ganz großes Tennis, was diese Band im 35. Jahr ihres Bestehens da aus dem Hut zaubert.” In der Besetzung mit Joey Belladonna (Gesang), Frank Bello (Bass), Charlie Benante (Schlagzeug), Jonathan Donais (Leadgitarre) und dem Mastermind Scott Ian (Rhythmusgitarre) befinden sich die fünf Musiker auf einer ausgedehnten Welttournee, die sie auf einem kleinen Abstecher auch nach Berlin geführt hat.

Freitag, 28.04. / 00.25 Uhr / Berlin Live: Dinosaur Jr.
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              59 Min.
Regie: Rossacher, Hannes, Stefan Mathieu
Erstausstrahlung

Mit Dinosaur Jr. holt „Berlin Live“ echte Legenden auf die Bühne! Nach ihrer Trennung 1998 schlossen sie sich 2005 doch wieder zusammen und legten ein fulminantes Comeback hin. Seitdem rocken die drei Herren noch mehr als früher – auch bei ihrem „Berlin Live“-Auftritt.

„Berlin Live“ holt exklusiv die Legenden von Dinosaur Jr. auf die Bühne! Auch wenn man zwischenzeitlich dachte, dass die Band sich nie wieder zusammenfinden könnte, schließen sich die Originalmitglieder 2005 wieder zusammen und überraschen ihre Fans mit einem grandiosen Comeback. Seitdem haben sie mehr Alben veröffentlicht als in ihrer Hochform in den 80er Jahren. Wie schnell die Zeit vergeht, sieht man am 30-jährigen Jubiläum ihres selbstbetitelten Debütalbums im Jahr 2015. Im Rahmen dieses Anlasses stand die Band für mehrere Liveshows auf der Bühne. Obwohl die Band viel erlebt und manche Story in petto hat, ist ihr Sound unverkennbar und bei ihren Fans beliebt wie eh und je. Auf der aktuellen Platte „Give a Glimpse of What Yer Not“ hört man immer noch den nicht zu verwechselnden Sound der psychedelisch klingenden Gitarre von Murphs Drums und den sich vor- und zurückweavenden Sound von Lous Bass. Neun der elf Songs des neuen Albums wurden von J Mascis geschrieben, der mit seinen Worten „hart an seinem Songwriting-Skills gearbeitet hat und weiterhin für Verwirrung sorgt, und sowohl die Isolation als auch die Fehlkommunikation verfolgt“. Ein Konzert voller Überraschungen und fast vergessener Sounds aus einer langen Zeitspanne der legendären Dinosaur Jr.!

Samstag, 29.04. / 03.35 Uhr / Durch die Nacht mit ... Sasha Grey und Mary Ocher
Magazin, Deutschland, 2013, ZDF              52 Min.
Regie: Fred Schut, Markus Heidingsfelder

Obwohl nahezu gleich alt, könnten sie gegensätzlicher nicht sein: die Ex-Pornodarstellerin Sasha Grey und die schüchterne Musikerin Mary Ocher. Die Frauen fahren mit einem der berühmten roten Doppeldecker durch Hamburg, besuchen die Dionysos-Ausstellung im Bucerius Kunst Forum und ziehen über die Reeperbahn, doch das Hamburger Nachtleben vermag die Unterschiede zwischen den beiden Künstlerinnen nicht aufzuheben.

In Hamburg trifft die außergewöhnliche Ex-Pornodarstellerin Sasha Grey auf die russischstämmige Musikerin und Künstlerin Mary Ocher, die aufgrund ihrer unkonventionellen Videos und ihrer eigenwilligen, Pop und Polka fusionierenden Musik hohes Ansehen in der Indie-Szene genießt. Für Ocher ist Grey mehr als nur ein Ex-Porno- und künftiger Hollywoodstar: Sie sieht in ihr ein Vorbild für junge Frauen. Grey habe gezeigt, dass Frauen in Sachen Sex die Initiative ergreifen können. Die Voraussetzungen für den Abend sind gut: Es treffen zwei Frauen aufeinander, die genau das machen, was sie wollen – Sasha Grey hat ihre eigene Karriere fest im Blick, Mary Ocher ihre Kunst. Und doch könnten sie, obwohl sie alterstechnisch nur drei Jahre auseinander liegen, unterschiedlicher nicht sein. Schon bei der ersten Begegnung der beiden wird klar: Hier stoßen zwei Welten aufeinander. Mary bewundert Sasha für ihren offenen und expliziten Umgang mit Sex, weil die bekennende Exzentrikerin eigentlich introvertiert ist. Nur wenn sie am Klavier sitzt, geht sie aus sich heraus. Sasha dagegen bleibt die schüchterne, oft verlegen kichernde Liedermacherin fremd. Zu professionell und businesslike ist ihr Denken, um den auf viele charmant wirkenden Dilettantismus Ochers schätzen zu können. Sie gibt den Profi, betont immerzu die geschäftlichen Aspekte ihrer Karriere. Für sie ist auch ihr erster Roman „Die Juliette Society“, der sich im Fahrwasser von „Shades of Grey“ bewegt, Ergebnis eines Marktkalküls. Bei der Stadtrundfahrt mit einem der berühmten roten Doppeldecker werden die unterschiedlichen Charaktere klar. Während Grey sich über den im Bus für sie bereitgestellten Alkohol freut, betont Ocher: „I don’t drink alcohol. Only on special occasions.“ – wozu dieser Abend für sie offensichtlich nicht gehört. Beim Besuch der Dionysos-Ausstellung bleiben beide für sich – still versunken in die modellierten Penisse und erotischen Anzüglichkeiten auf den antiken Vasen. Doch dann offenbart Hamburg sein Potenzial. Im Rotlichtviertel zeigt sich, dass Greys rebellisches Image alles andere als ein Fake ist. Die Herbertstraße ist für Frauen verboten? „Ok, let’s go“, entscheidet sie kurzerhand, und Ocher folgt ihr fröhlich kichernd auf den wohl berühmtesten Freilicht-Strich der Welt. Und die Reaktion der Prostituierten lässt nicht lange auf sich warten. Anschließend klärt Ocher ihre Begleitung darüber auf, dass es sich hier um ein „perfectly safe environment“ handle und auch die Gesundheitsversorgung der käuflichen Damen vorbildlich sei. Beim Besuch des Ateliers der Hamburger Künstlerin Mariola Brillowska und bei dem ‚etwas anderen‘ Schauspielunterricht an der Open Acting Academy erleben sie herrlich bizarre, unfreiwillig komische Momente der Körperarbeit. Aber zueinander finden die beiden Frauen trotzdem nicht. Zu groß ist der Mentalitätsunterschied. So bleibt der Abend Dokument einer gescheiterten Annäherung zweier Welten: Europa und die USA, Indie-Kleinkunst und Hollywood-Business.

Sonntag, 30.04. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Metropole Potsdam
Magazin, Deutschland, 2017, NDR              43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Potsdam
(2): Yasmine Hamdan

(1): Metropolenreport Potsdam
Die ehemalige preußische Garnisonstadt Potsdam wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs stark zerstört. Die DDR hatte kein Interesse an einer Rekonstruktion des barocken Stadtbildes, im Gegenteil: historischer Bestand wurde gesprengt. Aber seit der Wende sind große Anstrengungen unternommen worden, das historische Zentrum wiedererstehen zu lassen. Gerade ist das Museum Barberini mit einer erstaunlichen Impressionismus-Ausstellung eröffnet worden, gestiftet vom Software-Unternehmer Hasso Plattner. Mit Recht als großzügiges Geschenk gefeiert, untergebracht im Nachbau eines friderizianischen Palais, wirft es aber wieder einmal die Frage auf: Kaufen sich die Reichen die Stadt? Als nächstes ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche im Gespräch, doch dann muss ein DDR-Bau, das ehemalige Rechenzentrum, derzeit ein Kulturzentrum mit bezahlbaren Ateliers für 200 Kreative, weichen. Und auch das aus der Hausbesetzerszene entstandene Kulturzentrum freiLand und einige Bürgerinitiativen fürchten die Verdrängung.

(2): Yasmine Hamdan
Die libanesische Underground-Ikone Yasmine Hamdan meldet sich mit einem neuen Album zurück: „Al Jamilat“ – erneut ein Brückenschlag zwischen arabischer Volksmusik und modernem westlichen Pop. „Metropolis“ trifft die charismatische Sängerin bei einer Bandprobe in Paris, kurz bevor sie ab Mai zu einer Tour nach Deutschland aufbricht.

Sonntag, 30.04. / 17.30 Uhr / Im Herzen des Moulin Rouge
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF              52 Min.
Regie: Nina Rose

Seit 125 Jahren inszeniert das Moulin Rouge Tag für Tag einen glitzernden Traum aus Tanz, Erotik und Varieté-Einlagen. Doch hinter der federgeschmückten Leichtigkeit steckt Knochenarbeit. Diese Erfahrung haben Generationen von Tänzerinnen machen müssen, die ihr Leben dem berühmtesten Revuetheater der Welt verschrieben haben. Die Dokumentation „Im Herzen des Moulin Rouge“ ist die Eintrittskarte in den Backstage-Bereich der Pariser Cabaret-Szene, eine magische und unterhaltsame Reise in das Paralleluniversum der erotischen Unterhaltung, Lust, Avantgarde und Dekadenz. Höhepunkt der Show ist der fulminante Auftritt der Doriss Girls, die ebenso in der Sendung zu Wort kommen wie ehemalige Tänzerinnen, Kostümbildnerinnen und Choreographen.

Trotz aller gesellschaftlichen Widrigkeiten war das Leben einer Tänzerin im weltberühmten Moulin Rouge von Beginn an eine Hommage an die Freiheit, die sich sonst nur wenige Frauen nahmen. Geliebt, verehrt, bewundert, verachtet, ohne soziale Sicherheiten, dafür aber voller Leidenschaft und Inbrunst. Im Laufe der vergangenen 125 Jahre seit der Gründung des Moulin Rouge hat sich einiges verändert. Die Tänzerinnen sind heute sozial- und krankenversichert, bekommen Mutterschutz, und es gilt längst nicht mehr als verrucht, spärlich bekleidet auf der Bühne zu stehen. In persönlichen Geschichten gibt der Film „Im Herzen des Moulin Rouge“ tiefgründige und nie zuvor gesehene Einblicke in die Welt des Varietés, das geprägt ist von Exzessen und dem Spiel mit der Verführung – ein Spiel, so alt wie die Menschheit selbst, das Männer fasziniert und in den Wahnsinn treiben kann. Aber was fasziniert die Frauen daran? Warum ist es für einige Frauen das Großartigste auf der Welt, Abend für Abend barbusig auf der Bühne zu stehen und mit gerafften Röcken die Beine in die Luft zu schwingen? „Im Herzen des Moulin Rouge“ nimmt den Zuschauer mit auf eine magische und fröhliche Reise in das Paralleluniversum der erotischen Unterhaltung, Lust, Avantgarde und Dekadenz.

Sonntag, 30.04. / 18.20 Uhr / Rostropowitsch spielt Dvorak
Musik, Großbritannien, 1979, WDR              44 Min.
Regie: Hugo Käch
Autor: Carlo Maria Giulini
Erstausstrahlung

Zwei Giganten treffen zum gemeinsamen Musizieren zusammen und verwandeln Londons Henry Wood Hall 1979 vorübergehend in einen musikalischen Olymp: der Cellist Msitislaw Rostropowitsch und der Dirigent Carlo Maria Giulini. Verstärkt durch das London Symphony Orchestra, haben sie Ende der 70er Jahre, beide auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, zwei Cellokonzerte aufgenommen, eines davon war Antonin Dvoráks Cellokonzert. Zum 10. Todestag Rostropowitschs im April 2017 gedenkt ARTE des Cellovirtuosen mit der Ausstrahlung des Konzertes für Violoncello und Orchester h-Moll Opus 104.

Das Cellokonzert h-Moll Opus 104 ist eines der berühmtesten Cellokonzerte. Voller Sehnsucht nach seiner Heimat Böhmen, schrieb Antonin Dvorák dieses Konzert für Violoncello und Orchester 1894/95 in New York. Damals war er auf der Höhe seines Ruhmes. 1896 führte er es erstmals in London auf.
Ebenfalls in London traf der Cellist Msitislaw Rostropowitsch 1979 auf den Dirigenten Carlo Maria Giulini. Die zwei Musikgiganten nahmen, verstärkt durch das London Symphony Orchestra, Dvoráks Cellokonzert auf. Der Ausnahmedirigent Carlo Maria Giulini war ein Maestro, der die Orchestersprache prägte. Sein Gespür für die Musik führte zu legendären Aufnahmen. Seine Zusammenarbeit mit Rostropowitsch stellte einen Höhepunkt beider Karrieren dar.
Rostropowitsch, der oft als der Welt größter Musiker gehandelt wird, beging sein Debüt als Cellist 1942. Seitdem etablierte er sich als perfekter Meister seines Instrumentes sowie als Initiator vieler neuer Kompositionen für Cello. Rostropowitsch führte Dvoráks Cellokonzert unzählige Male auf, unter anderem in Moskau, wo das Konzert seine Rückkehr auf die Bühnen der Sowjetunion bedeutete, nachdem er von dort wegen seiner Unterstützung für Alexander Solschenizyn verbannt worden war.

Rostropowitschs Aufführung von Dvoráks Cellokonzert h-Moll Opus 104 in London strahlt ARTE im Gedenken an Rostropowitsch, der 2017 seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, aus, um dessen 10. Todestag im April 2017 zu begehen.
Die Kamera des Bildregisseurs Hugo Käch schwelgt dabei in der eleganten Bogenführung und im expressiven Ausdrucksvermögen des Cellisten wie in der ruhigen Autorität und der beeindruckenden Erhabenheit des Dirigenten.

Sonntag, 30.04. / 22.50 Uhr / Anna Netrebko & Piotr Beczala in "Lohengrin"
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              92 Min.
Regie: Tiziano Mancini
Komponist: Richard Wagner
Kostüme: Peter Heilein
Inszenierung: Christine Mielitz
Dirigent: Christian Thielemann
Licht: Friedewalt Degen
Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
Chor: Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Mit:
Anna Netrebko (Elsa von Brabant)
Piotr Beczala (Lohengrin)
Tomasz Konieczny (Friedrich von Telramund)
Georg Zeppenfeld (Heinrich der Vogler)
Evelyn Herlitzius (Ortrud)
Derek Welton (Heerrufer des Königs)
Erstausstrahlung

Zwei Weltstars gaben im Mai 2016 in Wagners „Lohengrin“ ihre Rollen-Debüts an der Semperoper Dresden: Anna Netrebko als Elsa und Piotr Beczala in der Titelpartie. Mit Christian Thielemann stand einer der derzeit bedeutendsten Wagner-Dirigenten am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. ARTE zeigt die Highlights im TV und die ganze Oper im Internet auf ARTE Concert unter: concert.arte.tv

Zwei Weltstars gaben im Mai 2016 in Wagners „Lohengrin“ ihre Rollen-Debüts an der Semperoper Dresden: Anna Netrebko als Elsa und Piotr Beczala in der Titelpartie. Mit Christian Thielemann stand einer der derzeit bedeutendsten Wagner-Dirigenten am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Mit Evelyn Herlitzius (Ortrud), Tomasz Konieczny (Friedrich) und Georg Zeppenfeld (Heinrich) waren auch die weiteren Rollen hochkarätig besetzt. Geradezu euphorisch fiel die Kritik aus, so urteilte die „Süddeutsche Zeitung“: „Die Aufführung ist von grandioser sängerischer Präsenz. Die Semperoper bebte vor Ovationen.“ Weil die Karten für die vier Vorstellungen im Nu ausverkauft waren, wird eine der Aufführungen im Fernsehen übertragen. ARTE kombiniert die hochklassigen Bilder aus dem berühmten Opernhaus mit dem stimmungsvollen Open-Air-Erlebnis von „Lohengrin“. Die Höhepunkte dieser Aufführung werden mit Einblicken hinter die Bühne ergänzt: Wie bereiten sich die Künstler auf ihren Auftritt vor? Wie funktioniert die Bühnentechnik? Die einstige Lieblingsoper von König Ludwig II. ist in der Inszenierung von Christine Mielitz an der Semperoper zum Klassiker geworden: Gerade als sich die unrechtmäßig des Mordes bezichtigte Elsa in höchster Bedrängnis und ihren Widersachern Ortrud und Telramund hilflos ausgeliefert sieht, erscheint ein geheimnisvoller Schwanenritter, der der Erbin Brabants nicht nur zu Recht und Land verhilft, sondern auch um ihre Hand anhält. Alles scheint gerettet, wäre da nicht das unselige Verbot des Ritters, nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen – und Elsas unstillbare Neugier. Als sie nicht mehr widerstehen kann, gibt er sich als Gralsritter Lohengrin zu erkennen und nimmt trotz Flehen und Drängen schmerzvoll Abschied von seiner Gattin und ihrem Reich.

Sonntag, 30.04. / 00.25 Uhr / Mozart und Tschaikowsky bei den Proms
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              58 Min.
Regie: Pati Marr
Komponist: Peter Tschaikowsky, Wolfgang Amadeus Mozart, Hans Abrahamsen
Mit: Orchester: City of Birmingham Symphony Orchestra, Mirga Gražinyté-Tyla, Barbara Hannigan
Erstausstrahlung

Bei den Londoner Sommerkonzerten, den Proms, spielte letztes Jahr das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Leitung von Mirga Grazinyte-Tyla. Als erste Frau leitet sie seit 2016 das CBSO, bei dem schon Dirigenten wie Simon Rattle oder Andris Nelsons ihre Karriere begannen. ARTE zeigt das Konzert, das in ganzer Länge auch auf ARTE Concert zu sehen ist.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts sind die Sommerkonzerte der Londoner Proms ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Weltstadt. Wer Rang und Namen hat kommt und spielt in ausgelassener Atmosphäre – selten fällt der Zugang zur klassischen Musik leichter. Ein Höhepunkt der letztjährigen Proms war das Konzert des City of Birmingham Symphony Orchestra, das erstmals mit seiner neuen Chefdirigentin auftrat: Mirga Grazinyte-Tyla. Mit erst 29 Jahren wurde sie 2016 in diese Position gewählt und folgte damit Weltstar Andris Nelsons auf diesem Posten nach. Die junge litauische Dirigentin entstammt einer Musikerfamilie und zählt zu den größten Talenten ihrer Generation. Keine Frage: Ihr Enthusiasmus steckt jeden an, wenn man sie dirigieren hört und sieht – sie begeistert Musiker und Publikum gleichermaßen. Auf dem Programm standen Mozarts Ouvertüre zur Zauberflöte und Tschaikowskys vierte Symphonie, die der Komponist in für ihn schwierigen Zeiten schrieb. Heute zählt sie zu seinen beliebtesten Werken. Das vollständige Konzert, bei dem Mirga Grazinyte-Tyla auch den Orchesterzyklus „Let Me Tell You“ von Hans Abrahamsen aufführte (Sopran: Barbara Hannigan) ist im Internet auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv

Montag, 01.05. / 20.15 Uhr / Fritz Lang - Der Andere in uns
Dokudrama, Deutschland, 2012, ZDF              98 Min.
Regie: Gordian Maugg, Alexander Häusser
Produzent: NFP

Mit: Heino Frech (Fritz Lang), Thomas Thieme (Ernst Gennat), Samuel Finzi (Peter Kürten), Johanna Gastdorf (Thea von Harbou), Lisa Friederich (Lisa Lang), Michael Mendl (Anton Lang), Jens Kipper (Kriminalassistent Müller), Philippe Baltus (Seymour Nebenzal)
Erstausstrahlung

Ein Serienmörder versetzt Düsseldorf in Angst und Schrecken. Fritz Lang, Regisseur von Meisterwerken wie „Die Nibelungen“ und „Metropolis“, findet in der Geschichte des Triebtäters Peter Kürten nicht nur den Stoff seines ersten Tonfilms, sondern begegnet mit ihr auch seinen eigenen Kindheits- und Kriegserinnerungen. Ausgehend von realen Personen und Ereignissen erzählt Gordian Maugg in dem Dokudrama „Fritz Lang – Der Andere in uns“ über die Entstehung von „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“.

Ein Serienmörder versetzt Düsseldorf in Angst und Schrecken. Der Regisseur von Meisterwerken wie „Die Nibelungen“ und „Metropolis“ sucht Anfang der 30er Jahre in Berlin nach dem Stoff für seinen ersten Tonfilm. Fritz Lang ist ein Besessener, ein Getriebener, und begegnet auf den Spuren des Triebtäters Peter Kürten seiner eigenen tragischen Geschichte. Fritz Lang – dargestellt von Heino Ferch – fühlt sich von den Schlagzeilen um den „Vampir von Düsseldorf“ magisch angezogen. Die unaufgeklärten Sexualmorde verbreiten Angst und Schrecken. Der Starregisseur ist fasziniert vom Bösen, das in diesen grausamen Taten zum Ausdruck kommt, und von den eigenwilligen Ermittlungen des Kriminalrats Ernst Gennat. Die beiden kennen sich. Sie verbindet der Tod von Fritz Langs erster Ehefrau Lisa. Der junge Gennat hatte einst ermittelt, als Lisa auf ungeklärte Weise durch Fritz Langs Waffe zu Tode gekommen war. Als Ernst Gennat den unscheinbaren Peter Kürten dingfest macht, besucht Fritz Lang den „Vampir“ regelmäßig im Gefängnis und wird von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt. Die kriminologische Suche nach der Wahrheit führt Fritz Lang in die Welt seiner eigenen Kindheits- und Kriegserinnerungen. Als Regisseur begeisterte er sich immer für Menschenmassen mit unzähligen Komparsen. Doch nun konzentriert er sich auf das Individuum und auf die drängende Frage, was dieses zum Mörder werden lässt. „Fritz Lang – Der Andere in uns“ erzählt in einer Mischung aus Fakten und Legenden über die Entstehung von „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“.

Zusatzinfo:
Pressestimmen: "Überraschend gelingt Heino Ferch die Darstellung dieses Mannes – halb Biest, halb Begnadeter – phänomenal. [...] So ist der Film von Gordian Maugg Denkmalsturz und Verehrung eines Genies in einem." (Moritz Holfelder in "BR2 Kulturwelt", Radiobeitrag) "Heino Ferch spielt Fritz Lang, den perfiden und skrupellosen Mörder verkörpert Samuel Finzi, Thomas Thieme den ermittelnden Kommissar. In dem Film 'Fritz Lang' begegnen Regisseur und Täter sich – auch schauspielerisch ein Hochgenuss." (aus „RBB zibb“, Fernsehbeitrag) "Mauggs 'Fritz Lang' gehört zu einem Genre, das in Deutschland so gut wie nicht existiert: der eigenen Filmgeschichte im Spielfilm. [...] Unter den Legionen deutscher Filme über die jüngere Vergangenheit findet sich kaum einer, dem man so fasziniert seine Weimarer Republik abnimmt. Das ist aller Ehren Wert." (Hanns-Georg Rodek in "Die Welt") "Normalerweise haben deutsche Filme keine Vergangenheit und keine Geschichte – was man besonders deutlich in jenen Filmen sieht, welche in der Vergangenheit spielen und von der Geschichte zu handeln behaupten. [...] dafür muss man Gordian Mauggs Spielfilm 'Fritz Lang' sehr loben: dass er nicht nur leistet, was der deutsche Film sonst verweigert – er macht es geradezu zu seinem Thema." (Claudius Seidl in "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung").

Mittwoch, 03.05. / 22.25 Uhr /  Arno Schmidt - "Mein Herz gehört dem Kopf"
Dokumentation, Deutschland, 2013, RB              60 Min.
Regie: Oliver Schwehm

Arno Schmidt, der Verfasser des Monumentalromans "Zettel's Traum" zählt zu den faszinierendsten Figuren der jüngeren deutschen Literaturgeschichte. Der radikale Einzelgänger und Nonkonformist hielt wie kaum ein anderer der deutschen Nachkriegsgesellschaft den Spiegel vor und konfrontierte sie mit unbequemen Wahrheiten. ARTE zeigt ein Porträt des Literaten, das mit umfangreichem Archivmaterial, zahlreichen Zitaten und Äußerungen prominenter Zeitgenossen wie Jan Philipp Reemtsma und Uwe Timm einen bewegenden Einblick in Arno Schmidts Leben und Werk bietet.

Ausgehend von dem kleinen, entlegenen Dorf Bargfeld in der Lüneburger Heide, in das er 1958 mit seiner Frau zog und das er nur selten und ungern verließ, erschuf Arno Schmidt ein in der jüngeren deutschen Literaturgeschichte einzigartiges Werk. Als Pionier der Sprache, widerborstig, rebellisch und konsequent bis zur Besessenheit ordnete er sämtliche Lebensbereiche seinem Schaffen unter. Schmidt blieb aber auch zeitlebens auf Distanz zum literarischen Betrieb. Arno Schmidts umfangreiches Werk steht heute im Schatten vor allem eines Buches, seines über 1.300 Seiten starken Monumentalromans "Zettel's Traum", der 1970 erschien und, in der Tradition von James Joyce stehend, die Geschehnisse eines einzigen Sommertags in einem Heidedorf schildert. Ein dreispaltiges, in seiner Komplexität kaum zu erfassendes Werk, das seinem Verfasser Kultstatus, aber auch den Ruf des Sonderlings und Einzelgängers einbrachte. Das Porträt zeichnet Arno Schmidts schriftstellerischen Werdegang nach und widmet sich dabei verstärkt den Nachkriegsjahren, als Arno Schmidt mit seiner Frau Alice als Heimatvertriebene eine neue Bleibe suchte und diese schließlich im kleinen Heidedorf Bargfeld fanden. In diesen Jahren setzte sich Schmidt in Erzählungen wie "Leviathan" und "Seelandschaft mit Pocahontas" mit den Erlebnissen des Krieges und der Nachkriegsgesellschaft auseinander, und das in einer Sprache und Radikalität, die für diese Zeit unerhört waren. In "Die Umsiedler" beschäftigt er sich mit dem damaligen Tabuthema von Flucht und Vertreibung und schildert, wie wenig willkommen er, der mit seiner Frau aus Schlesien fliehen musste, sich in der Bundesrepublik fühlte. In "Das steinerne Herz" wettert er gegen die Scheinheiligkeit und die allgemeinen Restaurationstendenzen der Adenauerjahre. Besonders zeichnen sich seine Texte durch ihren ausgeprägten Humor aus, der sämtliche Register zwischen Ironie und Sarkasmus zieht und gerade in der Rückschau als seiner Zeit weit voraus gelten muss.

Zusatzinfo:
Zu Wort kommt in "Arno Schmidt – ‚Mein Herz gehört dem Kopf‘" neben Arno Schmidts ehemaliger Haushälterin Erika Knop auch Jan Philipp Reemtsma, der Arno Schmidt auch finanziell förderte und zwei Jahre nach Schmidts Tod 1981 die Arno Schmidt Stiftung gründete. Zeitgenössische Schriftsteller wie Uwe Timm, der sich in seiner Novelle "Freitisch" mit Arno Schmidt auseinandersetzte, die französische Autorin Marie Darrieussecq und der Autor und Filmemacher Wenzel Storch, der mit seinem Zeichenbuch "Arno & Alice" eine liebevolle Hommage an den Dichter schuf, ordnen Schmidts Werk aus heutiger Sicht ein. Die Schauspielerin Mechthild Großmann, bekannt als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm aus dem Münsteraner Tatort, rezitiert dazu Onscreen-Zitate des Schriftstellers. Der Dokumentarfilm entstand mit Unterstützung der Arno Schmidt Stiftung in Bargfeld, die für diesen Zweck ihre umfangreichen Archive öffnete.

Freitag, 05.05. / 21.45 Uhr / Sam Cooke - Leben und Tod eines Soul-Stars
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, ZDF              90 Min.
Regie: David Czarnetzki
Erstausstrahlung

Jeder kennt seine Lieder, doch nur wenige kennen sein Leben. Vom Gospelsänger brachte er es in kürzester Zeit zu einem der frühen Stars des Soul. Seine Songs schrieb er selber, und sie wurden fast alle zu Welthits wie "You Send Me", oder "A Change Is Gonna Come". Sein Leben und eine vielversprechende Karriere enden mit 33 Jahren in einer Absteige: Dort wird Sam Cooke mit mehreren Kugeln erschossen. Der Film porträtiert den Künstler, rekonstruiert ein unglaubliches Verbrechen und zeigt die Probleme, mit denen schwarze Künstler in den 50er und 60er Jahren zu kämpfen hatten.

Sam Cooke schrieb seine Songs selber, einige wurden zu Welthits wie "You Send Me" oder "A Change Is Gonna Come", das zur Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung wurde und dem Barack Obama seinen Wahlkampfslogan entnahm. Cookes Leben und seine vielversprechende Karriere enden mit 33 Jahren in einer billigen Absteige, in der er erschossen wird. Die Tatumstände und die schlampige Polizeiarbeit danach öffnen bis heute die Tür für Spekulationen. Das Porträt zeichnet Sam Cookes Aufstieg vom talentierten Gospelsänger aus Chicago und Teenie-Idol der frühen Pop-Ära zum visionären Musikunternehmer nach. Die Patina der Fotos und Filmaufnahmen von Sam Cooke aus den 50er und 60er Jahren kontrastieren dabei mit Steadycam-Fahrten, in denen die wichtigen Schauplätze seines Lebens vorüberziehen: der morbide Charme des Chicagoer Stadtteils Bronzeville, wo seine Künstlerkarriere in der Kirche seines Vaters begann; der Glamour und der Glanz Hollywoods, wo Sam Cooke als Sänger und Produzent zum Hit-Giganten reifte; schließlich die Musik- und Business-Metropole New York, wo Cooke kurz vor seinem tragischen Tod den triumphalen Höhepunkt seiner Erfolgsgeschichte im legendären Copacabana Club feierte. Getragen wird die sehr persönliche und intime Erzählung von engen Familienmitgliedern, seiner Büroleiterin Zelda Sands oder dem mehrfachen Grammy-Preisträger Al Schmitt, der fast alle Hits von Sam Cooke produzierte. Al Schmitt war auch der letzte seiner Freunde, der Sam Cooke lebend gesehen hat. Was war geschehen? Wollte Sam Cooke tatsächliche eine Prostituierte vergewaltigen und wurde er von der Motelmanagerin in Notwehr erschossen? Oder war es doch ganz anders? Die Dokumentation porträtiert den Künstler Sam Cooke und rekonstruiert ein unglaubliches Verbrechen. Sie gibt tiefe Einblicke in die Strukturen einer Entertainment-Industrie und die Schwierigkeiten schwarzer Künstler der 50er und 60er Jahre, sich darin zu behaupten.

Freitag, 05.05. / 23.20 Uhr / Imany im Pariser Olympia
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F              76 Min.
Regie: Gautier&Leduc
Erstausstrahlung

Die französische Soulsängerin Imany war selbst überrascht und amüsiert, als der Remix ihres Songs „Don’t Be So Shy“ zum Sommerhit 2016 avancierte und ihre Stimme international bekannt wurde. Ihre ursprüngliche Version des Songs ist komplett akustisch. Imany hatte ihn für den Soundtrack des Films „French Women – Was Frauen wirklich wollen“ geschrieben. Imanys musikalische Welt liegt zwischen Soul und Folk und erinnert an Tracy Chapman. Die von den Komoren stammende Französin singt mit dunkler, leicht rauer Stimme über Liebe und Ideale. Mit dem Konzert im Pariser Olympia stellt sie ihr zweites Album „The Wrong Kind of War“ vor.

Imany, die französisch-komorische Sängerin mit der dunklen, leicht rauen Stimme hat sich für ihr zweites Album „The Wrong Kind of War“ Zeit gelassen. Seit ihrem Debütalbum „The Shape of a Broken Heart“ sind fünf Jahre vergangen. Die Französin hatte ursprünglich als gefragtes Model in New York unter anderem für Calvin Klein gearbeitet. Doch Imany entdeckte dort auch ihre Liebe zur Musik, nahm Gesangsunterricht und begann Songtexte auf Englisch zu schreiben. Die Bewunderin von Tracy Chapman singt immer noch auf Englisch. 2011 brachte Imany ihr Debütalbum heraus, das die internationale Soulszene begeisterte. Im Sommer 2016 wurde Imanys Stimme international bekannt, als das russische DJ-Duo Filatov & Karas mit dem Remix ihres Songs „Don’t Be So Shy“ einen elektronischen Sommerhit landete. Imany kam so 2016 auch zu einer Diamant-Single. Die komplett akustische ursprüngliche Version hatte Imany für den Soundtrack des Films „French Women – Was Frauen wirklich wollen“ geschrieben. Der Song gehört zu einer Szene, in der sich eine Frau zum allerersten Mal auf eine Beziehung mit einer Frau einlässt. Das Konzert im Pariser Olympia stellt ihr neues Album vor und zeigt die musikalische Welt zwischen Soul, Blues, Folk und Pop. Mit dunkler, leicht rauer Stimme singt Imany ausdrucksvolle Songs über Liebe und Ideale, aber auch über Umbruch und Wut. Songs, die energisch an aktuelle humanitäre Katastrophen erinnern, aber auch versöhnliche Töne, die gute Laune verbreiten, bietet Imany mit Hingabe dar.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 14. November 2016 für ARTE aufgezeichnet. Das Konzert ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Freitag, 05.05. / 00.35 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF              43 Min.
Regie: Ntivyihabwa Jean Alexander
Erstausstrahlung

Samstag, 06.05. / 05.00 Uhr / La Clemenza di Tito von W.A. Mozart
Oper, Frankreich, 2014, ARTE F              142 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Kostüme: Christian Lacroix
Inszenierung: Denis Podalydès
Dirigent: Jérémie Rhorer
Choreographie: Cécile Bon
Ausstattung: Eric Ruf
Licht: Stéphanie Daniel
Libretto: Caterino Mazzolà
Orchester: Le Cercle de l’Harmonie
Chorleiter: Mathieu Romano
Chor: Choeur Aedes

Mit: Kurt Streit (Titus), Kate Lindsey (Sextus), Julie Boulianne (Annius), Robert Gleadow (Publius), Julie Fuchs (Servilia), Karina Gauvin (Vitellia)

Der bekannte französische Schauspieler und Regisseur Denis Podalydès inszenierte am Pariser Théâtre des Champs-Elysées mit großem Erfolg eine Neuproduktion von Mozarts letzter Oper „La Clemenza di Tito“. Die spannende Handlung um eine enttäuschte Liebe, treue Freundschaft und ein politisches Komplott hat er in die 1940er Jahre geholt. In dem herausragenden Sängerensemble glänzen Kurt Streit und Karina Gauvin in den Hauptrollen.

Denis Podalydès, bekannter französischer Schauspieler und Regisseur, brachte am Pariser Théâtre des Champs-Elysées im Dezember 2014 eine Neuproduktion von Mozarts letzter Oper „La Clemenza di Tito“ heraus. Mit diesem Werk griff Mozart auf das Genre der Opera seria zurück, das er zuletzt in seinem „Idomeneo“ (1781) verwendet hatte. Parallel zur „Zauberflöte“ und kurz vor seinem „Requiem“ komponiert, ist „La Clemenza di Tito“ ein glänzendes Beispiel dafür, wie Mozart das im Niedergang begriffene Repertoire der „ernsten“ Oper zu erneuern verstand. Dirigent Jérémie Rhorer setzt mit dieser neuen „Clemenza di Tito“ seine mit „Idomeneo“ begonnene Mozartreihe fort. In der Oper geht es um eine leidenschaftliche, aber enttäuschte Liebe, eine treue Freundschaft und ein politisches Komplott, Themen sind Großmut, Gnade und Vergebung: Zweifellos ist der Einfluss des französischen Tragödienautors Jean Racine spürbar. Denis Podalydès hat in seiner Inszenierung die Handlung in die 1940er Jahre verlegt. Titus hat sich in die gedämpfte Atmosphäre eines Luxushotels zurückgezogen, während sein Staat auseinanderbricht. Das Chaos im Lande und die Trennung von seiner Geliebten Berenice beunruhigen und verunsichern den Herrscher. Titus ist von einer Handvoll Getreuer umgeben; er wird die Komplotte vereiteln, die Vitellia wegen ihrer abgewiesenen Liebe zu ihm angezettelt hat; und am Ende wird er allen verzeihen. In Denis Podalydès‘ Inszenierung steht vor allem das Schauspiel und die Bühnenpräsenz der Sänger im Vordergrund. Olivier Simonnets Fernsehfassung fängt in jedem Augenblick die im Theatersaal spürbare dramatische Intensität ein. Die filmische Umsetzung der Bühnenaufführung hat Kinoqualität und steht in ihrem Erfindungsreichtum der Inszenierung in nichts nach.

Zusatzinfo:
Die Fernsehfassung wurde im Dezember 2014 im Théâtre des Champs-Elysées für ARTE aufgezeichnet. Nach der Premiere lobte die Presse: „Geradlinige Inszenierung, hellsichtige musikalische Leitung, nahezu ideale Stimmbesetzung.“ („Télérama")

Sonntag, 07.05. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Metropole Chisinau
Magazin, Deutschland, 2017, WDR              43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Chisinau Die Republik Moldau – gegründet 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion – ist eines der jüngsten, ärmsten und unbekanntesten Länder Europas.

(1): Metropolenreport Chișinau Die Republik Moldau – gegründet 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion – ist eines der jüngsten, ärmsten und unbekanntesten Länder Europas. Auch den Namen der Hauptstadt Chisinau mit ihren rund 700.000 Einwohnern kennen die wenigsten. Zum Teil verfallenen Hochhaussiedlungen aus der Sowjetzeit stehen Reste einer Altstadt aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gegenüber. Die unvermeidlich gewordene Standard-Shoppingmeile mit den immer gleichen Geschäfts-, Café- und Fastfood-Ketten sucht man in der Innenstadt vergebens. Dafür gibt es das UNIC, ein fünfstöckiges Kaufhaus, das die kommunistische Ära überdauert hat, ohne sich der Gegenwart erkennbar anzupassen. Großes Getümmel herrscht nur wenige Ecken weiter am Hauptmarkt, der Piata Centrala. In dem Gewirr aus Gässchen, Hallen und Hunderten Ständen, zwischen endlosen Geschirrstapeln, Ersatzbatterien und Lebensmitteln darf man sich für einen Moment auf den legendären Chatuchak-Markt in Bangkok versetzt fühlen. Und besonders stolz ist die Stadt, in die sich nur höchst selten Touristen verirren, auf ihre unzähligen Parks, etwa den Valea Morilor ("Tal der Mühlen"), in dem vor wenigen Jahren Mammutskelette gefunden wurden. Wie lebt die Jugend hier? Was bewegt sie? Welche Hoffnungen und Ängste hat sie, und wie drückt sie das in Malerei, Theater, Fotografie aus? Eine Reise in eine nicht weit entfernte, aber doch sehr fremde Welt.

Sonntag, 07.05. / 17.30 Uhr / Botticelli
Dokumentation, Deutschland, 2015, RBB              52 Min.
Regie: Grit Lederer

Sandro Botticelli, geboren 1445, gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance. Mit seinen Frauenfiguren, der berühmten Venus oder der Primavera, hat er sich ins Bildgedächtnis der Menschheit gemalt. Die Dokumentation beleuchtet erstmals das Leben des Florentiner Künstlers, der wie kaum ein anderer Maler die Kunst der Gegenwart inspiriert hat und in Mode, Werbung und Lifestyle allgegenwärtig ist.

Die Kunsthistorikerin und Filmemacherin Grit Lederer spürte in Florenz und Paris, New York und Berlin dem Phänomen Botticelli nach. Was ist das Geheimnis seiner Bilder? Warum war er bald nach seinem Tod jahrhundertelang vergessen? Warum schickte Benito Mussolini die Werke Botticellis Anfang des Zweiten Weltkriegs nach New York? Warum sind Botticellis frivole Zeichnungen so selten zu sehen? Und: Wie hat Botticelli einst eigentlich gelebt? So sind im Archiv des Museum of Modern Art in New York jene Dokumente zu finden, die erklären, warum Botticellis Meisterwerke, allen voran die Venus, 1939 in die USA reisten. Im Berliner Kupferstichkabinett werden „Himmel und Hölle“ des Künstlers aufgeblättert, ein Zyklus kostbarer Zeichnungen, der nur selten öffentlich zu sehen ist. In Paris demonstriert die weltweit aktive Künstlerin Orlan, wie sehr das provokante Werk Botticellis sie zu eigenen Arbeiten anregt. Seit vielen Jahren hinterfragt die Französin schonungslos Schönheitsideale. Dabei benutzt sie ihren eigenen Körper als Material. Ein anderer Künstler, der sich von Botticelli inspirieren lässt, ist Michael Joaquin Grey. Der New Yorker hat ein verblüffendes Video gedreht, in dem sich eine Renaissance-Schönheit magisch verformt. Nicht zuletzt zeigt die Dokumentation auch, was Julia Roberts oder Lady Gaga mit der Venus von Botticelli verbindet.

Sonntag, 07.05. / ab 18.25 Uhr / Schwerpunkt: 450 Jahre Claudio Monteverdi
2017 ist Monteverdi-Jahr: Vor 450 Jahren erblickte der göttliche Claudio, wie er von seinen Bewunderern zu Lebzeiten genannt wurde, in Italien das Licht der Welt. Aus diesem Anlass zeigt ARTE ein Porträt des Komponisten und unter dem Motto „Von Liebe und Krieg” ein Konzert aus dem prächtigen Barockpalast von Caserta. Zum Jubiläum streamt ARTE Concert im Netz Robert Carsens Inszenierung des „Orfeo” aus Lausanne mit Fernando Guimarães in der Titelrolle. Ottavio Dantone dirigiert den Opernchor und das Orchestre de Chambre de Lausanne. Aus Schwetzingen gibt es in einer halbszenischen Aufführung „Die Krönung der Poppea” mit Emanuela Galli in der Titelrolle. Es spielt das Ensemble La Venexiana unter Leitung von Davide Pozzi. Im Internet unter: concert.arte.tv

Im Mai 2017 feiert die Welt den Mann, der als Erfinder eines der erfolgreichsten Musikgenres des Abendlandes angesehen wird. Die Uraufführung des „Orfeo” am Herzoghof von Mantua 1607 gilt als die Geburtsstunde der Oper. Monteverdi, aus dem lombardischen Cremona stammend und später Kapellmeister am Markusdom zu Venedig, hat die Vokalmusik seiner Zeit revolutioniert und brachte sie von der Renaissance zum Barock. Seine Madrigalen und die Opern, die heute noch erhalten sind – „L’Orfeo“, „L’incoronazione di Poppea“ und „Il ritorno d’Ulisse in patria“ – sind auch noch im 21. Jahrhundert fester Bestandteil des klassischen Repertoires. Claudio Monteverdi wird am 15. Mai 1567 in der norditalienischen Stadt Cremona getauft. Seine musikalische Ausbildung erhält er bei Marc‘Antonio Ingegneri, dem Kapellmeister der Kathedrale seiner Heimatstadt. In Cremona veröffentlicht Monteverdi auch seine ersten Kompositionen. 1590 kommt er nach Mantua, an den Hof des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga. Dort bringt er im Februar 1607 die erste Oper der Geschichte zur Uraufführung, „L’Orfeo”. 1613 wird er zum Kapellmeister am Markusdom von Venedig ernannt. Es ist eines der wichtigsten musikalischen Ämter seiner Zeit. 1637 wurde in Venedig mit dem Teatro San Cassiano auch das erste öffentliche Opernhaus der Geschichte eröffnet. Mit seinen für Venedig komponierten Opern legte Monteverdi den Grundstein für die Epoche der venezianischen Oper. Zum Jubiläum streamt ARTE Concert im Netz Robert Carsens Inszenierung des „Orfeo” aus Lausanne mit Fernando Guimarães in der Titelrolle. Ottavio Dantone dirigiert den Opernchor und das Orchestre de Chambre de Lausanne. Aus Schwetzingen gibt es in einer halbszenischen Aufführung „Die Krönung der Poppea” mit Emanuela Galli in der Titelrolle. Es spielt das Ensemble La Venexiana unter der Leitung von Davide Pozzi. Auf dem Sender zeigt ARTE das Porträt des französischen Regisseurs Philippe Beziat und unter dem Motto „Von Liebe und Krieg” ein Konzert aus dem Palast von Caserta.

Sonntag, 07.05. / 18.25 Uhr / Claudio Monteverdi in Caserta: Von Liebe und Krieg
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F              43 Min.
Regie: Philippe Beziat
Dirigent: Rinaldo Alessandrini
Orchester: Concerto Italiano
Erstausstrahlung

Im Jahr 2017 feiert die Musikwelt Monteverdis 450. Geburtstag. Im prunkvollen barocken Königspalast von Caserta geben Rinaldo Alessandrini und sein Concerto Italiano ein glanzvolles Jubiläumskonzert mit Ausschnitten aus Opern und Monteverdis bedeutendsten Madrigalen, darunter „Der Kampf zwischen Tancredi und Clorinda“. Dabei geht es den Musikern vor allem darum, die menschlichen Leidenschaften in Monteverdis Kompositionen auszuloten und ihre Gefühlstiefe zu ergründen.

Die Musikwelt feiert im Jahr 2017 Claudio Monteverdi anlässlich seines 450. Geburtstags. Die Wiederentdeckung der Werke des italienischen Komponisten Ende der 1960er Jahre ist Dirigenten wie etwa Sir John Eliot Gardiner und Nikolaus Harnoncourt zu verdanken. Doch erst Rinaldo Alessandrini arbeitete die für Monteverdi so typische Rhythmik und Phrasierung heraus und förderte damit die Bedeutung der dieser Musik zugrundeliegenden Texte wieder zutage. In dem Jubiläumskonzert vereint Rinaldo Alessandrini Meisterwerke von Monteverdi, dessen „Orfeo“ aus dem Jahr 1607 als die erste Oper in der Musikgeschichte überhaupt gilt. Den Texten der Werke folgend führt das Konzertprogramm von der Nacht in den Tag, von der Dunkelheit ins Licht. Caserta gilt als das italienische Versailles. Zu dem weitläufigen Palast gehört ein Barocktheater, das noch genauso aussieht wie im 18. Jahrhundert und bis heute auf elektrischen Strom verzichtet. Zwar ist der Palazzo von Caserta bei weitem nicht so alt wie der Herzogspalast von Mantua, der Ort der Uraufführung von „L’Orfeo“, doch in Sachen Prunk steht er ihm gewiss in nichts nach. Genau die richtige Kulisse, um dem Zuhörer Monteverdis Musik in ihrer ganzen Plastizität nahezubringen: vom Degenklirren aus dem „Kampf zwischen Tancredi und Clorinda“ bis hin zum Weinen der Nymphe im „Lamento della Ninfa“. Bei diesem einzigartigen musikalischen Erlebnis geht es den Musikern vor allem darum, die menschlichen Leidenschaften in Monteverdis Kompositionen auszuloten und ihre Gefühlstiefe zu vermitteln.

Sonntag, 07.05. / 00.10 Uhr / Monteverdi - Der Ursprung der Oper
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F              65 Min.
Regie: Philippe Beziat
Erstausstrahlung

Am 24. Februar 1607 war die Spiegelgalerie des Herzogspalasts von Mantua Schauplatz eines Ereignisses, das für die Musikwelt in etwa die gleiche Bedeutung hat wie die Erfindung des Kinematographen für den Film: die Uraufführung der ersten Oper – „L’Orfeo“ von Claudio Monteverdi, ein Auftragswerk des Herzogs Francesco IV. Gonzaga. Doch woher kam die Idee, eine Handlung singend zu erzählen? Und warum setzte sie sich um 1600 gerade in Italien durch? Was war damals an der Gattung so neu und was gilt noch heute? Das in Form eines Tagebuchs erzählte Porträt zeichnet Monteverdis Werdegang nach und besucht wichtige Wirkungsstätten des italienischen Komponisten wie Cremona, Mantua und Venedig.

Herzog Francesco IV. Gonzaga hatte „L’Orfeo“ bei seinem Hofkomponisten Claudio Monteverdi in Auftrag gegeben, um vor allem eines zu erreichen: Er wollte die Medici in Florenz übertrumpfen und die Überlegenheit seines kleinen, zwischen den mächtigen Nachbarn Mailand und Venedig liegenden Herzogtums unter Beweis stellen. Claudio Monteverdi übertraf die Erwartungen des Herzogs noch und legte mit seiner Oper den Grundstein für eine neue Gattung. Zur Entstehung von „L'Orfeo“ haben gleichermaßen politische wie künstlerische Aspekte beigetragen: Zwischen 1550 und 1650 erlebte Europa einen tiefgreifenden und unglaublich schnellen Wandel. Der Buchdruck und die damit verbundene Verbreitung von Druckerzeugnissen, die Reformationsbewegung, die Eroberung der Neuen Welt und die kopernikanische Theorie führten zu einem Paradigmenwechsel und läuteten letztlich die Moderne ein. Claudio Monteverdi ist ein typischer Vertreter dieser Epoche; in seiner Musik spiegelt sich der Zeitgeist eines Jahrhunderts wider, das Galilei, Montaigne und Rubens hervorbrachte. Die Erfindung der Oper ist mehr als eine bloße Etappe in der Musikgeschichte, denn sie zeugt von diesem völlig neuen Verständnis der schöpferischen Rolle des Menschen und generell des Menschen in der Schöpfung. Monteverdi entwickelte dieses Menschenbild weiter – als Akteur und Zeitzeuge des Wandels. Das Porträt zeichnet Monteverdis Werdegang nach und verdeutlicht seine herausragende Rolle in der Musikgeschichte. Cremona, Mantua und Venedig – die Wirkungsstätten des Komponisten, waren bedeutende Etappen seiner Biografie und seines Weges hin zur Oper. Der Film schildert diese historische Entwicklung in Form eines sehr persönlich erzählten Tagebuchs.

Sonntag, 07.05. / 01.15 Uhr / Rolando Villazón inszeniert Verdi: "La Traviata"
Aus dem Festspielhaus Baden-Baden

Oper, Deutschland, 2015, SWR              140 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Komponist: Giuseppe Verdi
Kostüme: Thibault Vancraenenbroek
Inszenierung: Rolando Villazón
Dirigent: Pablo Heras-Casado
Ausstattung: Johannes Leiacker
Licht: David Cunningham
Orchester: Balthasar-Neumann-Ensemble
Chor: Balthasar-Neumann-Chor

Mit: Olga Peretyatko (Violetta Valéry), Atalla Ayan (Alfredo Germont), Simone Piazzola (Giorgio Germont), Christina Daletska (Flora Bervoix), Emiliano Gonzalez Toro (Gaston Vicomte), Tom Fox (Baron Douphol), Konstantin Wolff (Marquis von Obigny), Deniz Uzun (Annina), Walter Fink (Dr. Grenvil)

Nach seinem großen Erfolg mit Donizettis „Liebestrank“ kehrt das Regie- und Bühnenbildteam Rolando Villazón und Johannes Leiacker zu einer Neuinszenierung von Verdis „Traviata“ zurück nach Baden-Baden. Villazón bewies bei seinen Regiearbeiten in Lyon, Berlin und Baden-Baden, dass er ein überragender Bühnenerzähler ist. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen als Sänger vermag er die Stärken eines Sängerensembles ideal einzusetzen und bedient den Theaterapparat mit großer Fantasie. „La Traviata“ ist Verdis tragische Oper über die Edelkurtisane Violetta, die aus Liebe zum jungen Adeligen Alfredo ihr lasterhaftes Leben beendet, um bei ihrem Geliebten zu sein. Um Alfredo vor der Enterbung und dem Zorn des Vaters, der die sofortige Trennung verlangt, zu schützen, verlässt sie heimlich den Geliebten, obwohl es ihr das Herz zerreißt. Völlig verarmt und todkrank findet Alfredo sie am Sterbebett wieder. In seiner Neuinszenierung hat Rolando Villazón das Geschehen aus den Pariser Salons des frühen 19. Jahrhunderts in eine zeitlose Manegenlandschaft verlegt. Ausgehend vom Tod Violettas entspinnt sich eine Erzählung in Rückblenden, die – halb Alptraum, halb Revue – immer wieder die Realitätsebene verlässt. Maskerade und Liebesgeschichte werden ineinander verwoben. In der Rolle der Violetta ist Olga Peretyatko zu erleben. Sie verzaubert das Publikum von New York bis Neapel und konnte im Festspielhaus Baden-Baden als Einspringerin in Villazóns „Liebestrank“ ebenso punkten wie in glanzvollen Galakonzerten.

Zusatzinfo:
Der junge brasilianische Tenor Attala Ayan sammelte erste Erfahrungen an der Oper Stuttgart und debütierte mittlerweile am Royal Opera House Covent Garden in London und an der New Yorker Met. Der spanische Dirigent Pablo Heras-Casado dirigiert Klangkörper wie die Berliner Philharmoniker oder das Boston Symphony Orchestra und gilt als große Hoffnung der neuen Dirigentengeneration. Auch bei Villazóns „Liebestrank“ 2012 leitete er das Balthasar-Neumann-Ensemble.

Montag, 08.05. / 05.00 Uhr / 100 Jahre Opernfestival Savonlinna ~ Galakonzert vom 05.07.2012
Musik, Finnland, 2012, ARTE / YLE              43 Min.
Komponist: Erkki Melartin, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Aulis Sallinen, Bedrich Smetana, Ludwig van Beethoven, Peter Tschaikowsky
Fernsehregie: Tiina Siniketo
Dirigent: Jari Hämäläinen
Orchester: Orchester der Opernfestspiele Savonlinna
Chor: Chor der Opernfestspiele Savonlinna

Mit: Marjukka Tepponen (Sopran), Juha Uusitalo (Bassbariton), Miina-Liisa Värelä (Sopran), Marjukka Tepponen (Sopran), Jussi Myllys (Tenor), Mika Kares (Bass), Juha Uusitalo (Bassbariton), Jaakko Ryhänen (Bass), Kristin Lewis (Sopran)

Eine große Gala eröffnet am 5. Juli 2012 das finnische Opernfestival Savonlinna eröffnet. Das Programm überspannt die 100-jährige Geschichte des Festivals. Führende Solisten aus der diesjährigen Saison sowie das Orchester und der Chor der Opernfestspiele Savonlinna interpretieren Arien und Ouvertüren aus Opern von Beethoven, Verdi, Puccini, Tschaikowsky und finnischen Komponisten.

Im Herzen Finnlands, im Geflecht des Saimaa-Seensystems, liegt auf einer Insel die Stadt Savonlinna. Sie wird dominiert von der Festung Olavinlinna. Olavinlinna wurde 1475 als Bollwerk gegen russische Eroberer errichtet. Damals ging die Grenze zwischen Schweden und Russland durch den Saimaa-See, und der Ort war umstritten und Schauplatz vieler Schlachten. Inzwischen hat Finnland die Unabhängigkeit erlangt und seit nun hundert Jahren ist Olavinlinna Austragungsort für eines der exklusivsten Opernfestspiele der Welt. Savonlinna feiert dieses Jubiläum mit einem großen Galaabend. Unter der musikalischen Leitung von Jari Hämäläinen interpretieren Solisten von Weltrang – unter ihnen Marjukka Tepponen und Juha Uusitalo – Arien aus den großen Opern, die in den hundert Jahren in Savonlinna auf die Bühne kamen und das Prestige der Festspiele ausmachen. Das Orchester der Opernfestspiele spielt Ouvertüren der beliebtesten Opern des Repertoires. Auf dem Programm stehen: Erkki Melartin: Ouverture zu „Aino“ Giuseppe Verdi: „O patria mia“ („Aida“), Kristin Lewis (Sopran) Aulis Sallinen: „Onko Suomessa kevät“ („Der rote Strich“), Chor der Opernfestspiele Savonlinna Giacomo Puccini: „Tre sbirri, una carrozza“ („Tosca“), Juha Uusitalo (Bassbariton) Bedrich Smetana: Ouvertüre zu „Die verkaufte Braut“ Ludwig van Beethoven: „Mir ist so wunderbar“ („Fidelio“), Miina-Liisa Värelä (Sopran), Marjukka Tepponen (Sopran), Jussi Myllys (Tenor), Mika Kares (Bass) Peter Tschaikowsky: Onegins Arie („Eugen Onegin“), Jaakko Ryhänen (Bass)

Freitag, 12.05. / 21.45 Uhr / Zwölf Punkte für einen Hit ~ Der Eurovision Song Contest
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F              52 Min.
Regie: Claire Laborey
Erstausstrahlung

Am 13. Mai ist es so weit: Levina vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest in Kiew. ARTE geht der Faszination des ESC auf den Grund, der seit mehr als 60 Jahren eine der meistgeschauten Fernsehshows in Europa ist. Die Ausgabe 2016 wurde in Schweden veranstaltet und rief Fans, Journalisten und sogar Wissenschaftler auf den Plan. Denn der ESC ist mehr als nur Glitzer und Glamour: Er ist auch ein politisches Schaufenster und spiegelt Spannungen und Unsicherheiten in Europa wider.

Seit mehr als 60 Jahren ist der Eurovision Song Contest (ESC) die meistgeschaute Fernsehshow in Europa. Jedes Jahr im Mai das gleiche Spiel: Etwa 40 Nationen treten an – von Irland bis Aserbaidschan. Mit Liedern, deren Refrains mitunter wie politische Statements klingen, begeistert der ESC die Europäer. Jedes Jahr versammeln sich Tausende Musikliebhaber, aber auch scharfsinnige Analytiker. So zum Beispiel der Präsident des britischen Fanclubs, ein deutscher Journalist, ein schwedischer Musikkritiker, ein in London wohnender amerikanischer Blogger und ein Wissenschaftler von der Universität Wien, der sich mit der Geschichte des ESC beschäftigt. Was verbirgt sich hinter dem Glitzer und Glamour des Eurovision Song Contest? Die Dokumentation zeigt bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen und gibt Einblick in das Leben eines passionierten Fans. Der Wettbewerb 2016 wurde in Schweden ausgetragen, einem Land, das stolz auf große Erfolge zurückblickt. Spannende Rivalitäten zwischen der ukrainischen Sängerin Jamala und dem russischen Kandidaten Sergej Lasarew prägten diese Ausgabe. Ursprünglich wurde der Eurovision Song Contest ins Leben gerufen, um durch eine neue Übertragungstechnik Beziehungen zwischen einst verfeindeten Ländern zu knüpfen. Doch seit seiner Gründung im Jahr 1955 entwickelte sich der ESC auch zu einem politischen Schaufenster, das aktuelle Probleme verdeutlicht. Trug der Sieg der bärtigen Dragqueen Conchita Wurst inmitten der Diskussion um die gleichgeschlechtliche Ehe zu einem Wandel in Europa bei? Bei dem Wettbewerb stehen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache und sexueller Orientierung auf der Bühne. Ein Spiegelbild des heutigen Europas mit seinen Spannungen und Unsicherheiten.

Freitag, 12.05. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F              43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

Freitag, 12.05. / 23.20 Uhr / Asaf Avidan in Concert ~ Im Pariser Folies Bergère
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F              76 Min.
Regie: Thierry Villeneuve

Er wird von der Presse häufig mit Janis Joplin verglichen: Asaf Avidan. Nach dem Hit „One Day/Reckoning Song (Wankelmut Remix)“ brachte der israelische Folkrock-Musiker sein erstes Solo-Studioalbum namens „Different Pulses“ heraus. Anfang 2015 erschien das Nachfolgealbum „Gold Shadow“. ARTE zeigt ein Konzert seiner „Back to Basics“-Tour 2014.

Samstag, 13.05. / 19.30 Uhr / Metropolen von unten (2/5): Berlin von unten
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, MDR              44 Min.
Regie: Tanja Dammertz
Erstausstrahlung

Wer Berlin erkunden will, muss in den Untergrund gehen. In den Tiefen der Hauptstadt schlummern Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, und auch der Kalte Krieg hat unterirdisch seine Spuren hinterlassen. Wer in die Kühle des Untergrunds steigt, kann auch einen Blick in die Zukunft werfen, auf hochmoderne U-Bahnhöfe und zahlreiche Tunnel und Röhren, die für eine reibungslose Infrastruktur sorgen. Im Berliner Untergrund entstehen auch trendige Clubs, und Künstler arbeiten an ihren neuen Kreationen. Dort unten ist der Puls der Stadt deutlich zu spüren.

Keine andere Metropole Europas hat sich in den letzten Jahrzehnten so gewandelt wie Berlin. Die einst geteilte Stadt ist heute schick und modern. Doch wer Berlin, seine Geschichte und Geschichten erkunden will, der muss hinter die Fassaden blicken – und in den Untergrund gehen. In den Tiefen der deutschen Hauptstadt schlummern verborgene Welten, Reminiszenzen an eine längst vergangene Zeit. Es gibt Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, die noch immer erforscht werden, und auch der Kalte Krieg hat unterirdisch seine Spuren hinterlassen. Dort suchten einst Ost-Berliner den Weg in die Freiheit durch die stinkende Kanalisation oder versteckte Tunnel. Geisterzüge fuhren durch stillgelegte Bahnhöfe mit vermauerten Ausgängen. Wer in die Kühle des Untergrunds steigt, kann aber nicht nur die Vergangenheit spüren, sondern auch einen Blick in die Zukunft werfen: Hochmoderne U-Bahnhöfe werden derzeit unter der politischen Mitte gebaut. Und sogar eine Schwebebahn ist in den Tunneln unterwegs. Mit ihrer Hilfe werden die 380.000-Volt-Kabel, die Hauptschlagadern Berlins, gewartet. Nicht zuletzt ist der Berliner Untergrund ein Ort der Inspiration. Dort entstehen Clubs und Musiker und Künstler arbeiten an ihren neuen Kreationen. Genau dort ist der Puls der Stadt zu spüren – noch immer.

Samstag, 13.05. / 20.15 Uhr / Maria Theresia - Majestät und Mutter
Dokumentation, Österreich, Deutschland, Frankreich, 2017, ARTE / ORF              50 Min.
Regie: Monika Czernin
Erstausstrahlung

Sie war Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen und Mutter von 16 Kindern: Maria Theresia aus dem Hause Habsburg. Anlässlich ihres 300. Geburtstags porträtiert ARTE die einzige Frau auf Habsburgs Thron zwischen dynastischem Pflichtbewusstsein und mütterlicher Liebe. Die Dokumentation „Maria Theresia - Majestät und Mutter“ schildert die Meilensteine ihrer Regentschaft und gibt Einblicke in ihr Privatleben. 86 bisher zum Teil unveröffentlichte Briefe Maria Theresias an ihre Hofdame Sophie Enzenberg zeigen die Habsburgerin von einer bisher unbekannten Seite: sensibel, verletzlich, einsam.

Maria Theresia von Österreich war absolutistische Herrscherin, liebende Ehefrau und Mutter von 16 Kindern. Zu ihrem 300. Geburtstag zeichnet ARTE mit „Maria Theresia - Majestät und Mutter“ ein Porträt der Habsburgerin zwischen dynastischem Pflichtbewusstsein und mütterlicher Liebe. Die Regentschaft von Maria Theresia gestaltet sich zunächst schwierig, denn die herrschenden Männer Europas akzeptieren keine Frau auf Habsburgs Thron. Doch im Erbfolgekrieg setzt sich die junge Frau gegen die Übermacht der Feinde durch und sichert ihre Macht. Einzig Schlesien bleibt verloren; ein Verlust, den die machtbewusste Kaiserin nicht hinnehmen will. Deshalb beschließt sie, die jahrhundertelange Feindschaft mit Frankreich um die Vorherrschaft in Europa zu beenden. Es kommt zur Umkehr der europäischen Allianzen und zum Siebenjährigen Krieg. Mit einer Reihe von Hochzeiten zwischen Habsburgern und Bourbonen versucht sie schließlich ihre Außenpolitik zu festigen. Den Höhe- und Endpunkt bildet dabei die Vermählung von Marie Antoinette mit dem späteren Ludwig XVI. von Frankreich. Begleitet von Experten wie der Philosophin und Feministin Elisabeth Badinter, der Historikerin Renate Zedinger und Maria Theresias Nachfahrin Walburga Habsburg Douglas, schildert die Dokumentation das Leben der Fürstin und gibt Einblick in einen einzigartigen Briefwechsel zwischen der Herrscherin und ihrer Hofdame, der über 27 Jahre anhielt. 86 zum Teil unveröffentlichte Briefe zeigen Maria Theresia in neuem Licht: verletzlich, sensibel und einsam. Reenactment-Szenen lassen dabei die emotionalen Höhepunkte der Geschichte lebendig werden.

Zusatzinfo:
Die Regisseurin Monika Czernin widmete sich dem Briefwechsel zwischen Maria Theresia und ihrer Zofe außerdem in dem Buch „Maria Theresia - Liebet mich immer: Briefe an ihre engste Freundin“, das sie gemeinsam mit Jean-Pierre Lavandier geschrieben hat.

Samstag, 13.05. / 21.05 Uhr / Glanz und Elend deutscher Zarinnen
Dokumentation, Deutschland, 2016, MDR              52 Min.
Regie: Hannes Schuler
Erstausstrahlung

Zwischen Liebeswahn, Skandalen, Intrigen und Glücksrausch – die Geschichten deutscher Prinzessinnen auf dem russischen Zarenthron wurden von Schicksalsschlägen geprägt. Prinzessin Charlotte von Preußen wurde genau an ihrem 19. Geburtstag im Jahr 1817 mit dem zukünftigen russischen Zaren vermählt. Sie reihte sich damit in eine lange Reihe deutscher Prinzessinnen am Zarenhof ein, die mit Katharina der Großen begann und bis zur letzten russischen Kaiserin reicht. 200 Jahre später sucht ihre Nachfahrin Maria in St. Petersburg nach den Spuren dieser deutschen Frauen und taucht ein in eine Geschichte, die von märchenhaftem Reichtum und höchstem Glück, aber auch von Duellen, Morden und tiefer Verzweiflung handelt.

Mitten hinein in das Schicksal, den Glanz und das Elend der deutschen Zarinnen taucht die 19-jährige Zarinnen-Nachkommin Maria in St. Petersburg ein, als sie sich auf die Suche nach den Spuren der deutschen Frauen am russischen Zarenhof begibt. 200 Jahre zuvor, genau an ihrem 19. Geburtstag, wurde Prinzessin Charlotte von Preußen 1817 mit dem späteren russischen Zaren vermählt. Die Ehe von Charlotte von Preußen und Großfürst Nikolaus von Russland wurde von beiden Familien in Berlin vereinbart. Sie sollte die "Heilige Allianz" zwischen Preußen, Österreich und Russland krönen und den gemeinsamen Erzfeind Frankreich endgültig in seine Schranken weisen. Aber aus der arrangierten Verbindung entstand eine innige Liebe, die die entwurzelte junge Prinzessin durch Höhen und Tiefen ihrer Ehe mit dem russischen Zaren trug. 30 Jahre lang war Charlotte als russische Zarin Alexandra Fjodorowna die mächtigste Frau im größten Reich Europas – ein Leben mit Liebesaffären und Liebeswahn, Aufständen, Skandalen und Intrigen, tiefster Verzweiflung und höchstem Glücksrausch, ein Leben zwischen Glanz und Elend. Die schöne und beliebte Zarin Alexandra Fjodorowna ist der Ausgangspunkt für die Dokumentation "Glanz und Elend deutscher Zarinnen". Ihre Biografie bildet den roten Faden in dem kunstvoll gewebten Erzählnetz, in das sich die Biografien der anderen deutschen Zarinnen einfügen. Die Dokumentation erzählt zum ersten Mal umfassend und in einem großen Zusammenhang die Geschichte der deutschen Prinzessinnen auf dem russischen Zarenthron und erlaubt damit einen tiefen Einblick in eine kaum bekannte Seite der deutsch-russischen Beziehungen.

Samstag, 13.05. / 02.15 Uhr / Die Entführung des Michel Houellebecq
Dokumentarfilm, Frankreich, 2013, ARTE F              93 Min.
Regie: Guillaume Nicloux

Michel Houllebecq verschwindet manchmal komplett von der Bildfläche: Er erscheint einfach nicht zu vereinbarten Presseterminen oder Lesungen. Doch gerade die Perfektionierung dieser Techniken des Verschwindens ist Teil seiner medienwirksamen Selbstdemontage als internationaler Literaturstar. Der halbfiktionale Dokumentarfilm „Die Entführung des Michel Houellebecq“ spielt genau mit dieser Tatsache. Die Story beginnt damit, dass Michel Houellebecq im September 2011 entführt wird. War es gar Al-Kaida? Zwischen Krimi-Noir, Satire und Lebenschronik nähert sich Guillome Nicloux den bisher wenig bekannten Seiten von Frankreichs gefeiertem Provokateur.

Michel Houellebecqs privates Leben verläuft in ruhigen Bahnen. Doch eines Morgens ändert sich das schlagartig: Er wird gekidnappt! Am 16. September 2011 verbreiten Fernsehen, Radio, Presse und Internet die Nachricht, der französische Schriftsteller Michel Houellebecq, Goncourt-Preisträger 2010, sei entführt worden. Manche Medien verdächtigen sogar das Terrornetzwerk Al-Kaida. Einige Tage lang ist der literarische Mikrokosmos in Aufruhr. Bei „Die Entführung des Michel Houellebecq“ handelt es sich um ein Schriftstellerporträt im Gewand einer kriminalkomödiantischen Chronik, um einen Film im Film, basierend auf einer erfundenen Story und einer wahren Begebenheit: Houellebecq war im September 2011 kurzzeitig wie vom Erdboden verschwunden, als er eigentlich auf einer Lesereise zu seinem Roman “Karte und Gebiet“ sein sollte. Wildeste Gerüchte kursierten im Internet über seine Entführung durch Al-Kaida oder Außerirdische. Indem er alle Register der „Comédie humaine“ zieht, stellt der Dokumentarfilm mehrere Realitäten gegenüber: die des Michel Houellebecq mit der seiner Entführer und Gastgeber. Der weit gespannte thematische Bogen ihrer Gespräche reicht von Rauchen und Free Fight über polnische Würstchen und Europa bis hin zu Le Corbusier sowie zeitgenössischer Kunst. Der Mensch, der in der Fiktion zutage tritt, erweist sich als humorvoll, sensibel, sarkastisch, zweifelnd und hochintelligent. Michel Houellebecq zeigt darin viele unterschiedliche Seiten seiner Person. Sein Facettenreichtum und seine Selbstironie zeigen sich in dem Moment, in dem er verrät, dass er eigentlich gar nicht Schriftsteller, sondern Rennfahrer werden wollte.

Zusatzinfo: Der Dokumentarfilm von Guillaume Nicloux war unter anderem auf der Berlinale 2014 zu sehen.

Sonntag, 14.05. / 11.15 Uhr / Hitler in der Hölle ~ Das Vermächtnis des Malers Joseph Steib
Dokumentation, Frankreich, 2017, SR              26 Min.
Regie: Gaël Lachaux
Erstausstrahlung

Während des Zweiten Weltkrieges malte Joseph Steib (1898-1966), ein bescheidener, kränkelnder Angestellter aus der elsässischen Stadt Mulhouse, heimlich zornige Bilder gegen den Nationalsozialismus. 57 Gemälde entstanden so zwischen 1940 und 1945. Er gab ihnen den sarkastischen Titel "Salon des Rêves" (Salon der Träume): eine naive und gleichzeitig radikale Vision zwischen Wut und Verzweiflung. Die meisten der Bilder richteten sich direkt gegen Hitler, gaben ihn – an einem Baum erhängt oder in der Hölle schmorend – dem Spott preis. Nach Steibs Tod verschollen, wurden die ersten Bilder vor wenigen Jahren durch Zufall wiederentdeckt und feiern seitdem Erfolge in bedeutenden Museen wie dem Pariser Musée d'Art Moderne oder dem Guggenheim-Museum in Bilbao.

Joseph Steib (1898-1966), ein bescheidener, kränkelnder Angestellter aus der elsässischen Stadt Mulhouse, malte während des Zweiten Weltkriegs heimlich zornige Bilder gegen den Nationalsozialismus. Zwischen 1940 und 1945 entstanden 57 Gemälde in der Küche seines Hauses. Er überschrieb sie mit dem sarkastischen Titel "Salon des Rêves" (Salon der Träume). Es war eine naive und gleichzeitig radikale Vision zwischen Wut und Verzweiflung, Halluzination und Verschwörung. Manche dieser Bilder spiegelten die Besetzung seiner Heimatregion durch die Nazis wider, andere träumten bereits ab 1940 die Befreiung herbei. Aber die meisten richteten sich direkt gegen den Diktator Hitler, gaben ihn – an einem Baum erhängt oder in der Hölle schmorend – dem Spott preis. Die Gemälde des "Salon des Rêves" wurden zu Steibs Lebzeiten nur ein einziges Mal ausgestellt: während der Befreiungsfeierlichkeiten 1945. Doch niemand wollte das gerade überwundene Grauen mehr sehen. Steibs Bilder gerieten völlig in Vergessenheit und wurden nach seinem Tod in alle Winde zerstreut. Die ersten wurden erst vor wenigen Jahren durch Zufall wiederentdeckt und feiern seitdem Erfolge in bedeutenden Museen wie dem Pariser Musée d'Art Moderne oder dem Guggenheim-Museum in Bilbao. Inzwischen wurden mehr als 30 Gemälde des Salons wieder aufgefunden. Gemeinsam mit François Petry, dem der "Salon des Rêves" sowohl seine Wiederentdeckung als auch eine angemessene Einordnung in die Kunstgeschichte verdankt, setzen sich in der Dokumentation die Psychotherapeutin Marie Pesenti, der Kunsthistoriker Klaus Gallwitz, der Kunstprofessor Alexander Roob und der Pariser Museumsdirektor Fabrice Hergott mit Steibs Werk auseinander.

Sonntag, 14.05. / 11.40 Uhr / Abgedreht! Schwerpunkt: Cannes 2017
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F              65 Min.
Autor: Philippe Collin, Frédéric BONNAUD
Erstausstrahlung

Sonntag, 14.05. / 16.45 Uhr / Metropolis: Metropole Minsk
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF              43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Minsk (2): Anri Sala mit deutsch-französischem Kunstwerk in Berlin (3): Jonas Burgerts Mammutbild

(1): Metropolenreport: Minsk – Europas verschlossenste Hauptstadt auf dem Weg nach Westen Belarus gilt als die letzte Diktatur Europas. Wie lange noch? In der Hauptstadt Minsk jedenfalls stehen die Zeichen auf Veränderung. Der autoritäre Langzeitpräsident Alexander Lukaschenko hat eine Steuer auf Arbeitslosigkeit eingeführt, um die maroden Staatsfinanzen zu sanieren. Aber damit stößt er auf Widerstand: Tausende Menschen demonstrieren gegen Korruption und Willkür. Und auch sonst scheint sich das verschlossenste Land Europas langsam zu öffnen. Im Februar hat die Regierung die Visumspflicht gelockert, um mehr Touristen anzulocken. Aber lohnt sich ein Besuch in Minsk? „Metropolis“ fährt in die letzte unbekannte Hauptstadt Europas – und findet eine lebendige Metropole voller junger Kunst. (2): Anri Sala mit deutsch-französischem Kunstwerk in Berlin Eigentlich ist Anri Sala Albaner, aber Frankreich zählt den vielseitigen Künstler schon längst zu den seinen. Vor einigen Jahren bespielte er für die Grand Nation den Pavillon auf der Biennale, auch dieses Jahr ist er wieder in Venedig vertreten. (3): Jonas Burgerts Mammutbild Der Maler Jonas Burgert malt schon seit Jahren riesige, figurative Bilder. Jetzt übertrifft er sich aber selbst. In einer alten DDR-Fabrik in Berlin-Weißensee arbeitet er an einem 20 Quadratmeter großen Mammutbild. „Metropolis“ besucht ihn bei der Arbeit.

Sonntag, 14.05. / 17.30 Uhr / Diego Velázquez ~ Ungeschminkter Realismus
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F              52 Min.
Regie: Yves Nilly, Karim Aïnouz

Der Erzähler der Dokumentation ist fasziniert von der erhabenen Schönheit der berühmten „Venus vor dem Spiegel“. Das Gemälde stammt von dem spanischen Maler Diego Velázquez (1599-1660) und ist heute in der Londoner National Gallery zu bewundern. Das Meisterwerk hat Karim Aïnouz zu einer traumgleichen Reise durch das Gesamtwerk des Künstlers inspiriert.

Diego Velázquez war ein spanischer Maler des Barock, der zu den wichtigsten Porträtmalern seiner Zeit gehörte. Als Maler am Hof des spanischen Königs Philipp IV. – vorbildlicher Mäzen und Förderer der Kunst – porträtierte er zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie und Angehörige des Hofs. Velázquez hat viele bedeutende Gemälde geschaffen, so unter anderem „Die unbefleckte Empfängnis“, die man in Sevilla sehen kann. Velázquez malte sie im Alter von 17 Jahren. Er suchte die Erhabenheit, das Höhere. Das Gesicht Marias, vielleicht das seiner späteren Ehefrau, erhellt das Gemälde mit seiner Natürlichkeit. Der junge Velázquez malt, im Gegensatz zu den anderen Malern Sevillas, noch keine echten Porträts, doch die Gesichter seiner Figuren sind von beeindruckender Virtuosität und Wahrhaftigkeit. Die erhabene Schlichtheit in Velázquez’ profaner Malerei beeindruckt auch die reichen Adligen Sevillas. Man spricht über ihn in den gehobenen Kreisen. Auch am Hof hat man von dem freiheitsliebenden Künstler gehört. Die erste Hürde seiner Laufbahn ist genommen. Im Jahr 1622, Diego Velázquez ist gerade einmal 23 Jahre alt, malt er den König. Die Stärke seines Porträts liegt in der Präsenz, im unbeweglichen Blick des jungen, 16-jährigen Königs, der dieses Amt noch nicht auszufüllen vermag. Die Dokumentation unternimmt zunächst einen Streifzug durch das Sevilla des jungen Diego Rodríquez de Silva y Velázquez, der das älteste von acht Geschwistern ist. Er stammt aus einer Familie des gehobenen Bürgertums: der Vater ein Anwalt portugiesischer Abstammung, die Mutter entstammt einer Adelsfamilie. Velázquez entwickelt neue Techniken, er verwischt Grenzen, lässt Realismus und Fantasie verschmelzen. Er verhehlt nicht, dass er sich von den flämischen Meistern inspirieren lässt. In Sevilla, Rom und Madrid geht die Dokumentation den Stationen im Leben und Werk des spanischen Malers nach. Von der „Venus vor dem Spiegel“ bis hin zu „Las Meninas“ (Die Hoffräulein) bringt der Film dem Zuschauer auf lebendige Art und Weise nahe, in welchem zeitgeschichtlichen Kontext das Werk entstand. Aus subjektiver Sicht erzählt Karim Aïnouz, wie Diego Velázquez die Welt sah und malte. Außerdem wird sein Einfluss auf andere Künstler wie Goya, Picasso oder Dalí deutlich.

Sonntag, 14.05. / 18.25 Uhr / Barockabend in der Pariser Philharmonie ~ William Christie und Les Arts Florissants
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F              43 Min.
Regie: François-René Martin
Komponist: Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville, Jean-Philippe Rameau
Dirigent: William Christie
Orchester: Les Arts Florissants
Chor: Les Arts Florissants
Mit: Danielle de Niese (Sopran), Marc Mauillon (Bariton), Elliot Madore (Bariton)

Das Ensemble Les Arts Florissants gibt unter der Leitung seines Gründers und Chefdirigenten William Christie ein Konzert im brandneuen Konzertsaal der französischen Hauptstadt. Auf dem Programm: Auszüge aus „In exitu Israel“ von Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville und „Les Sauvages“ von Jean-Philippe Rameau aus der Ballettoper „Les Indes Galantes“. Die Oper selbst in voller Länge gibt es bei ARTE Concert unter: concert.arte.tv

Danielle de Niese, Elliot Madore und Marc Mauillon sind die Solisten des barocken Abends aus dem neuen Konzertsaal der französischen Hauptstadt. William Christie und Les Arts Florissants interpretieren Werke aus der Blütezeit des französischen Barock. Das Barockensemble hat gerade seinen 35. Geburtstag gefeiert. Mit dem Gründer und Chefdirigenten William Christie bietet es ein Programm aus der Zeit, als Ludwig XIV. von Versailles aus das Land mit absoluter Hand regierte. Auf historischen Instrumenten interpretiert das Ensemble Auszüge aus einem weltlichen und einem geistlichen Werk. Zunächst handelt es sich um die Ballettoper „Les Indes Galantes“ von Jean-Philippe Rameau; gespielt wird unter anderem der berühmte Aufzug „Les Sauvages“. „In exitu Israel“ von Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville ist eines seiner neun bis heute erhaltenen „Grands Motets“ für Chor und Orchester. Das Werk wurde erstmals 1753 bei einer Messe in Anwesenheit Ludwigs XV. aufgeführt. Zu den Gesangssolisten des Abends zählen langjährige Partner der Arts Florissants, wie der Bariton Marc Mauillon, der unlängst Rameaus Motetten mit dem Ensemble interpretierte und in „Les Fêtes vénitiennes“ von André Campra an der Pariser Opéra Comique zu hören war. Mit von der Partie ist auch die Sopranistin Danielle de Niese. Sie sang bereits bei der wegweisenden Inszenierung der „Indes Galantes“ durch Andrei Serban 2003 an der Opéra National de Paris – ebenfalls unter dem Dirigat von William Christie – und in der Barockfantasie „The Enchanted Island“ 2011 an der Metropolitan Opera in New York.

Zusatzinfo: Die Sendung ist auch auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv.

Sonntag, 14.05. / 23.20 Uhr / Sasha Waltz in der Elbphilharmonie: Figure Humaine
Tanz, Deutschland, 2017, ZDF              60 Min.
Regie: Sasha Waltz
Komponist: Francis Poulenc U.A.
Erstausstrahlung

Sonntag, 14.05. / 00.20 Uhr / Höhepunkt der Young Euro Classic 2016
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              67 Min.
Orchester: Gustav Mahler Jugendorchester, Symphonieorchester Des Mussorgski-Konservatoriums, Arab Youth Philharmonic Orchestra, Orquesta Sinfonica "Estanislao Mejia"
Erstausstrahlung

Beim Festival Young Euro Classic in Berlin geben sich die besten Jugend-Orchester der Welt ein Stelldichein. Ein buntes Treiben, bei dem Spaß und künstlerischer Austausch im Vordergrund stehen. Geprägt wird das Young Euro Classic vom besonderen Repertoire der großen Symphonieorchester, die sowohl ihre eigenen Interpretationen europäischer Orchestertraditionswerke als auch neue Werke spielen. ARTE zeigt Höhepunkte der Young Euro Classic 2016, bei der auch Orchester aus Mexiko und dem arabischen Raum geladen waren.

Bereits zum 17. Mal fand 2016 in Berlin das Festival Young Euro Classic statt, bei dem Jugendorchester aus aller Welt zusammentreffen. Ein Come-Together, das sich stets wachsender Beliebtheit erfreut und das längst weit über den Tellerrand Europas hinausschaut. Davon zeugte 2016 unter anderem die Teilnahme des mexikanischen Orquesta Sinfónica „Estanislao Mejía” und des Arab Youth Philharmonic Orchestra, die mit ihren bunten Programmen überzeugen konnten. Bei dem Young Euro Classic Festival geht es sinnen- und farbenfroh zu, der Spaß dabei zu sein und die Neugier auf andere Orchester und junge Musiker stehen im Vordergrund. Wobei die jungen Orchester Mitteleuropas stärker der klassisch „ernsten“ Tradition verbunden sind als Orchester des südeuropäischen Raumes oder gar aus anderen Teilen der Welt: Mut zur Unterhaltung und ein ungewöhnliches Programm gehören da stets mit zum Konzept. Zu welch mitreißenden musikalischen Darbietungen die jungen Orchester Europas in der Lage sind, beweist freilich gleich zu Anfang das Symphonieorchester des Mussorgsky-Konservatoriums Ural mit Modeste Mussorgskys Klassik-Evergreen „Die Nacht auf dem kahlen Berge“. Ein künstlerischer Höhepunkt ist der vom Orchestre Français des Jeunes gespielte 3. Satz der 3. Symphonie des ewigen Romantikers Sergej Rachmaninow. Und die Deutsche Streicherphilharmonie beweist, dass auch sie in Sachen Entertainment mithalten kann: Nach dem Adagietto aus der 5. Symphonie Gustav Mahlers beendet sie das Programm mit einem mitreißenden Sommer aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. ARTE zeigt die Höhepunkte der Konzerte des Young Euro Classic, die im Spätsommer 2016 im Konzerthaus Berlin aufgezeichnet wurden.

Montag, 15.04. / 11.25 Uhr / 360° Geo Reportage: Die Verwandlungskünstler von Dakar
Reportage, Deutschland, Frankreich, 2004, ARTE              52 Min.
Regie: Ines Possemeyer

In Dakar, der Hauptstadt des Senegals, zu überleben, ist für viele Menschen eine Frage von Improvisation und Kreativität. In einigen Vierteln wurde aus der Not heraus ein neuer Wirtschaftszweig geboren. Die Menschen sammeln, was andere weggeworfen haben, und verwerten diese Abfälle. Die Reportage zeigt, wie alte Konservendosen in Spielzeugautos, Lampen und Koffer verwandelt werden, wie aus Kronkorken Körbe, aus Motorteilen Kochtöpfe und aus Autoreifen Eimer werden. So entstehen Gebrauchsgegenstände für die Armen, aber auch Spielzeug und Möbelstücke, die in Europa als Kleinkunst gehandelt werden.

Malick Mbaye lebt in einem Armenviertel der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Er weiß zu schätzen, was andere Menschen wegwerfen: Büchsen, Dosen, Flaschendeckel oder alte Paletten. Gemeinsam mit seinem Freund Alassane Diop bastelt er daraus mit improvisierten Werkzeugen Kommoden, Koffer oder Gießkannen, aber auch Spielzeugflugzeuge, -fahrräder und -autos. Sogar aus Europa erhalten die beiden per Fax über einen benachbarten Telefonladen inzwischen Aufträge. Mit ihrer kleinen Werkstatt „Soweto Village“ können sie bereits Eltern und Geschwister ernähren. Lebenstraum der beiden ist es, eines Tages alle arbeitslosen Freunde und Verwandten beschäftigen zu können. Ganze Stadtteile Dakars leben von der Müllverwertung. Im Viertel Colabane werden Aluminiumabfälle in Holzkohlefeuern geschmolzen und zu Kochgeschirr und Rohren gegossen. Auf der Müllkippe Mbeubeuss suchen Männer, Frauen und Kinder nach Wiederverwertbarem, das sie an Händler verkaufen. Da die Verwandlung von Altem in Neues für viele Menschen die einzige Möglichkeit ist, ihre Existenz zu sichern, hat eine Entwicklungshilfeorganisation die Schule Ecopole gegründet, in der Kinder und Jugendliche in entsprechenden Handwerksberufen ausgebildet werden. Mittlerweile ist auch in der bildenden Kunst eine Recycling-Strömung entstanden, die international Beachtung findet.

Zusatzinfo: „360° Geo Reportage" präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Mittwoch, 17.05. / 21.50 Uhr / Almodóvar und seine Frauen
Dokumentation, Frankreich, Spanien, 2015, ARTE F              51 Min.
Regie: Sergio Mondelo

Pedro Almodóvar und seine Frauen haben Filmgeschichte geschrieben: Ob sie Pepi, Luci, Bom oder Julieta heißen oder am Rande des Nervenzusammenbruchs stehen: Immer sind es Frauenfiguren, die lieben, leiden, fühlen. Wer in Almodóvars Welt eintaucht, begegnet Schönen und weniger Schönen, Transsexuellen und Transvestiten. Von Carmen Maura über Victoria Abril bis hin zu Penélope Cruz – sie alle haben in der Sendung das Wort und zeichnen ein feinfühliges Porträt des großen spanischen Filmemachers.

Ob Mutter, Ehefrau oder Geliebte, ob überdreht, schrill oder bunt – Frauen spielen in Pedro Almodóvars Werk schon immer eine zentrale Rolle. Sie inspirieren ihn zu seinen Geschichten, spielen Charakterrollen und verleihen seinen Casts Glanz und Glamour. In jeder Schaffensphase hatte der spanische Regisseur seine Muse: Carmen Maura in den aufsehenerregenden, gewagten Debütfilmen, Victoria Abril in den sinnlich-abgründigen Streifen der zweiten Schaffensphase, Marisa Paredes in den Filmen der Reifejahre und schließlich Penélope Cruz in den Welterfolgen der jüngeren Zeit. Doch Almodóvar ersetzt nicht einfach eine Schauspielerin durch eine andere, vielmehr sind sie alle präsent im unnachahmlichen Mikrokosmos seines Œuvres. Aber wie ist aus dem bekennenden Homosexuellen und notorischen Provokateur ein solch meisterhafter Interpret weiblicher Zwischentöne geworden? Aus der Sicht der berühmten Almodóvar-Diven wird deutlich, dass Frauen der Dreh- und Angelpunkt und weibliche Emotionen ein unentbehrliches Element in Almodóvars Filmen sind. Mit Frauenfiguren ließen sich Gefühle einfach tiefer ausloten, sagte der Regisseur einmal selbst. Die Erzählungen der Schauspielerinnen fügen sich zu einem Gesamtbild von Almodóvars Leben und Schaffen, angefangen bei seinem ersten Spielfilm „Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande” (1980), über „Das Gesetz der Begierde” (1987), „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs”, der ihm 1988 zum internationalen Durchbruch verhalf, bis hin zu „Fessle mich” (1989), „Alles über meine Mutter” (1999), „La mala Educación - Schlechte Erziehung” (2004) und „Volver - Zurückkehren” (2006). Das Porträt führt von der Persönlichkeit des in der Franco-Ära aufgewachsenen Jungen bis hin zu den künstlerischen Visionen, die der Filmemacher im modernen, demokratischen Spanien der Movida verwirklichen konnte. Aus erster Hand beleuchten die Heldinnen seiner Filme eine außerordentlich erfolgreiche Laufbahn, die Almodóvar von La Mancha nach Hollywood führte und der Welt auch ein neues Bild seines Heimatlandes Spanien vermittelte.

Zusatzinfo: Mehr im Internet auf ARTE Cinema unter: cinema.arte.tv

Freitag, 19.05. / 22.40 Uhr / Berlin Live: Mando Diao
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Erstausstrahlung

Publikumsmagneten, Chartstürmer und waschechte Rock-'n'-Roller: Das sind Mando Diao. Die schwedische Vorzeigeband heizt dem Publikum bei "Berlin Live" ein und beweist, dass sie live einiges zu bieten hat. Ein Superact, den man auf keinen Fall verpassen sollte!

Die fünf Musiker von Mando Diao beweisen immer wieder eindrucksvoll und auch ein wenig hochnäsig, dass sie zu den besten Indierock-Bands ihrer Generation gehören. Songs wie "Dance with Somebody", "Down in the Past", "Long Before Rock 'n' Roll" und "God Knows" haben im Nu die Herzen ihrer Fans erobert. Mit ihrem letzten Album "Ælita" haben sich die Schweden noch einmal neu erfunden und zeigen, wie wunderbar sich Alternative- und Synth-Rock miteinander kombinieren lassen. Bislang hat die Band sieben Studioalben veröffentlicht, die sich weltweit 1,5 Millionen Mal verkauft haben. Dazu kommen noch eine Greatest-Hits-Platte und unzählige Konzerte. Außerdem durften Mando Diao auch schon als Headliner auf Festivals wie dem Hurricane auftreten und ihre Livequalitäten unter Beweis stellen. Und die können sich sehen lassen: Energiegeladene Shows, ein Hit nach dem anderen und musikalische Leckerbissen machen ihre Konzerte zu echten Highlights. Bei "Berlin Live" dürfen sich Fans und Zuschauer auf eine berauschende Show freuen!

Freitag, 19.05. / 23.40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF              43 Min.
Regie: Tita von Hardenberg
Erstausstrahlung

(1): Maisie Cousins – Feminist Gross Art
(2): „Room 29” – Ghosthunting mit Chilly Gonzales und Jarvis Cocker
(3): The Jesus & Mary Chain – die Rückkehr der Shoegaze-Helden

(1): Maisie Cousins – Feminist Gross Art In perfekter Werbeästhetik inszeniert die Nachwuchsfotografin Maisie Cousins verschwitzte weibliche Speckrollen oder Cellulitedellen – und will damit unsere Wahrnehmung auf weibliche Schönheitsideale und ästhetische Tabus verändern.

(2): „Room 29” – Ghosthunting mit Chilly Gonzales und Jarvis Cocker Ob im legendenumwobenen Hotel Château Marmont in Hollywood wirklich Geister spuken? Chilly Gonzales und Jarvis Rocker versuchen sich als musikalische Ghostbuster. Die beiden haben mit „Room 29“ einen Liederzyklus für das Hotelzimmer geschaffen, in dem ein Flügel zum stummen Zeugen zahlreicher Skandale wurde.

(3): The Jesus & Mary Chain – die Rückkehr der Shoegaze-Helden Nach 18 Jahren haben die schottischen Brüder Jim und William Reid von The Jesus and Mary Chain mit „Damage and Joy“ endlich wieder ein neues Album zusammengebastelt. Klar, dass „Tracks“ live dabei ist.

Samstag, 20.05. / 01.50 Uhr / Im Rausch - Eine etwas andere Kulturgeschichte ~ Die Suche nach einer anderen Welt
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F              55 Min.
Regie: Jérôme de Missolz

Erhöhen Rauschmittel und Drogen tatsächlich die Kreativität? Die zweiteilige Dokumentation unternimmt einen Streifzug durch die einschlägigen Werke der Weltliteratur, die unter Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen entstanden sind oder die Wirkung gewisser Rauschmittel thematisieren. Beginnend im frühen 19. Jahrhundert mit Lord Byron, Oscar Wilde, Charles Baudelaire bis hin zu William S. Burroughs erzählt dieser Film über die Drogenliteratur hinaus auch die Geschichte des vermeintlichen Einflusses des Drogenkonsums auf das musikalische und künstlerische Schaffen der letzten 200 Jahre und enthüllt somit eine verborgene Seite der Kunstgeschichte.

Erhöhen bewusstseinserweiternde Substanzen tatsächlich die Kreativität? Die Dokumentation geht dieser Frage nach und ergründet, was Drogenkonsum mit Schöpfung und Inspiration, aber auch mit dem sozialen Status des Künstlers zu tun hat. Eine Geschichte des Rauschmittels im literarischen, aber auch im musikalischen und künstlerischen Schaffen in zwei Folgen: vom Beginn der Romantik um 1815 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und von 1950 bis heute. Seit dem Zeitalter der Romantik greifen Künstler zu Rauschmitteln und Drogen, um ihr Bewusstsein zu erweitern und ihre Fantasie anzuregen. Schriftsteller, Musiker und Künstler nutzten dabei Substanzen, die auch in unserer heutigen Gesellschaft noch konsumiert werden. „Im Rausch – Eine kleine Geschichte der Drogenliteratur“ schildert in einer etwas anderen Kunstgeschichte, wie sich das Verhältnis zwischen Kunst und Drogen in den letzten 200 Jahren entwickelt hat. Die erste Folge beginnt im Jahr 1815. Für Schriftsteller wie Lord Byron, Oscar Wilde, Percy Shelley und Charles Baudelaire war der Konsum von Drogen ein legitimes Mittel, um die Fantasie zu beflügeln. Andere, wie Alfred de Musset und Théophile Gautier, waren vorsichtiger und beschränkten sich darauf, die berauschende Wirkung gewisser Substanzen in ihren Werken zu thematisieren. Mit ihren Schilderungen des Nahen Ostens und der arabischen Welt trugen die Literaten des 19. Jahrhunderts auch wesentlich zum Orientbild der westlichen Gesellschaften bei, das mit dem Opiumkonsum verbunden war. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelten Dichter, Schriftsteller und Filmemacher unter Drogeneinfluss schließlich ganz neue, teilweise umstrittene Kunstformen. In der zweiten Folge geht es vor allem um die Schriftsteller und Musiker der psychedelischen Bewegung der 60er und 70er Jahre. So entsprangen die verrückten Vorstellungswelten der Avantgardekünstler jener Jahre vor allem der Wirkung verschiedenster Rauschmittel. Jérôme de Missolz enthüllt eine verborgene Seite der Kunstgeschichte und ihrer Protagonisten von Lord Byron bis zu William S. Burroughs. Ohne den Drogenkonsum zu verherrlichen, erzählt er von seiner vermeintlichen Bedeutung für den kreativen Schaffensprozess und lädt dazu ein, die Beziehung zwischen dem Künstler und seinem Werk aus neuer Perspektive zu betrachten

Samstag, 20.05. / 02.45 Uhr / Im Rausch - Eine etwas andere Kulturgeschichte ~ Der große wilde Tanz
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F              58 Min.
Regie: Jérôme de Missolz
Erhöhen Rauschmittel und Drogen tatsächlich die Kreativität? Die zweiteilige Dokumentation unternimmt einen Streifzug durch die einschlägigen Werke der Weltliteratur, die unter Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen entstanden sind oder die Wirkung gewisser Rauschmittel thematisieren. Beginnend im frühen 19. Jahrhundert mit Lord Byron, Oscar Wilde, Charles Baudelaire bis hin zu William S. Burroughs erzählt dieser Film über die Drogenliteratur hinaus auch die Geschichte des vermeintlichen Einflusses des Drogenkonsums auf das musikalische und künstlerische Schaffen der letzten 200 Jahre und enthüllt somit eine verborgene Seite der Kunstgeschichte.

Erhöhen bewusstseinserweiternde Substanzen tatsächlich die Kreativität? Die Dokumentation geht dieser Frage nach und ergründet, was Drogenkonsum mit Schöpfung und Inspiration, aber auch mit dem sozialen Status des Künstlers zu tun hat. Eine Geschichte des Rauschmittels im literarischen, aber auch im musikalischen und künstlerischen Schaffen in zwei Folgen: vom Beginn der Romantik um 1815 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und von 1950 bis heute. Seit dem Zeitalter der Romantik greifen Künstler zu Rauschmitteln und Drogen, um ihr Bewusstsein zu erweitern und ihre Fantasie anzuregen. Schriftsteller, Musiker und Künstler nutzten dabei Substanzen, die auch in unserer heutigen Gesellschaft noch konsumiert werden. „Im Rausch – Eine kleine Geschichte der Drogenliteratur“ schildert in einer etwas anderen Kunstgeschichte, wie sich das Verhältnis zwischen Kunst und Drogen in den letzten 200 Jahren entwickelt hat. Die erste Folge beginnt im Jahr 1815. Für Schriftsteller wie Lord Byron, Oscar Wilde, Percy Shelley und Charles Baudelaire war der Konsum von Drogen ein legitimes Mittel, um die Fantasie zu beflügeln. Andere, wie Alfred de Musset und Théophile Gautier, waren vorsichtiger und beschränkten sich darauf, die berauschende Wirkung gewisser Substanzen in ihren Werken zu thematisieren. Mit ihren Schilderungen des Nahen Ostens und der arabischen Welt trugen die Literaten des 19. Jahrhunderts auch wesentlich zum Orientbild der westlichen Gesellschaften bei, das mit dem Opiumkonsum verbunden war. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelten Dichter, Schriftsteller und Filmemacher unter Drogeneinfluss schließlich ganz neue, teilweise umstrittene Kunstformen. In der zweiten Folge geht es vor allem um die Schriftsteller und Musiker der psychedelischen Bewegung der 60er und 70er Jahre. So entsprangen die verrückten Vorstellungswelten der Avantgardekünstler jener Jahre vor allem der Wirkung verschiedenster Rauschmittel. Jérôme de Missolz enthüllt eine verborgene Seite der Kunstgeschichte und ihrer Protagonisten von Lord Byron bis zu William S. Burroughs. Ohne den Drogenkonsum zu verherrlichen, erzählt er von seiner vermeintlichen Bedeutung für den kreativen Schaffensprozess und lädt dazu ein, die Beziehung zwischen dem Künstler und seinem Werk aus neuer Perspektive zu betrachten.

Sonntag, 21.05. / 11.45 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F              43 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 21.05. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Newcastle upon Tyne
Magazin, Deutschland, 2017, SWR              43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Newcastle upon Tyne Kultur statt Kohle! Newcastle, einst ein florierendes Zentrum der Kohle- und Stahlindustrie, mauserte sich zur kosmopolitischen Kulturmetropole. Alte Fabrikanlagen wurden zu Museen und Theatern umgewandelt, und junge Künstler finden hier noch bezahlbare Ateliers. Neues Wahrzeichen der nordenglischen Stadt, die am Fluss Tyne liegt, ist die postmoderne Gateshead Millennium Bridge. „Metropolis“ taucht ein in die aufregende Kulturszene von Newcastle. (2): Kunst: „Viva Arte Viva“ – Biennale von Venedig "Viva Arte Viva“ – Dieses Motto wählte Christine Macel für die 57. Biennale von Venedig. Eine Art Mantra, so sagt die französische Festivalleiterin, mit der sie die Lebendigkeit der zeitgenössischen Kunstszene zum Ausdruck bringen möchte. Optimismus, getragen von der Kunst, das ist ihre Antwort auf den Zustand der Welt. „Metropolis“ zeigt die Highlights der diesjährigen Biennale, spricht mit Christine Macel und Susanne Pfeffer, der Kuratorin des deutschen Pavillons. (3): Tanz: DANCE – Münchner Tanzbiennale München tanzt! Elf Tage lang versammeln sich hier im Mai Choreographen und Tänzer aus aller Welt. Mit zahlreichen Uraufführungen wartet die 15. Ausgabe der Münchner Tanzbiennale DANCE auf, darunter neue Choreographien des preisgekrönten Amerikaners Richard Siegal. Erstmals präsentiert er seine neu gegründete Kompanie Ballet of Difference, mit der er das Festival eröffnet. „Metropolis“ trifft unter anderem Richard Siegal und spürt den Trends im zeitgenössischen Tanz nach.

Sonntag, 21.05. / 17.30 Uhr / Der Entschluss zu malen - Vincent van Gogh
Dokumentation, Belgien, Frankreich, 2014, ARTE / RTBF              54 Min.
Regie: Henri de Gerlache

Im Herbst 1878 begab sich Vincent van Gogh als Laienprediger zu den mittellosen Bergleuten im belgischen Steinkohlerevier Borinage. Zwei Jahre erlebte er dort das Elend der Menschen und die harten Arbeitsbedingungen unter Tage hautnah mit, was in ihm den Entschluss reifen ließ, Maler zu werden. Wer hätte damals geahnt, dass der als Eigenbrötler bekannte van Gogh einer der bedeutendsten Maler der Kunstgeschichte werden würde? Ausgehend von Vincents Briefwechsel mit seinem Bruder Theo, den er 1872 aufnahm, vermittelt die Dokumentation einen tiefen Einblick in das Leben van Goghs.

Weit über eine Million Menschen besuchen jährlich das Van-Gogh-Museum in Amsterdam. Seine Werke faszinieren bis heute: mal farbenfroh und lichtdurchflutet, mal in drückenden Farben wie die frühen Werke aus der Zeit im Dorf Nuenen. Erst im Alter von 27 Jahren beschloss van Gogh, Maler zu werden. Zuvor hatte er sich als Kunsthändler, Lehrer und Verkäufer versucht – mit mäßigem Erfolg. 1878 begab er sich als Laienprediger zu den mittellosen Bergleuten im belgischen Steinkohlerevier Borinage. Zwei Jahre erlebte er dort das Elend der Menschen und die harten Arbeitsbedingungen unter Tage hautnah mit: eine ergiebige Inspirationsquelle für seine ersten Zeichnungen. Auch seine spirituellen Erfahrungen als Laienprediger gaben van Gogh seine künftigen Motive vor. Er wollte einfache Menschen malen, die Natur und alltägliche Dinge. Wie einschneidend diese Phase in seinem Leben war, zeigt auch der umfangreiche Briefwechsel mit seinem Bruder Theo, den die beiden ab 1872 führten. Theo war in Paris als Kunsthändler tätig, er war Vincents Bezugsperson und enger Vertrauter, der ihn auch finanziell unterstützte. Ausgehend von diesen Briefen beschäftigt sich die Dokumentation mit einem weniger bekannten Lebensabschnitt van Goghs. Die Zeit im Borinage (1878-1880) war für van Gogh der Grundstein seiner künstlerischen Tätigkeit. Später dann, in Arles und Saint-Rémy, entstanden die weltbekannten Werke wie etwa die Sonnenblumen-Motive.

Zusatzinfo:
Im Januar 2015 wurde im belgischen Mons eine große Van-Gogh-Ausstellung mit fast 100 Werken des Meisters eröffnet, als Teil des Veranstaltungsprogrammes von „Mons – Europäische Kulturhauptstadt 2015“. Mons liegt mitten in der Region des Borinage, das seit dem 18. Jahrhundert eines der bedeutendsten Steinkohlereviere Europas war. Der Regisseur Henri de Gerlache hat zahlreiche Dokumentarfilme realisiert. Er ist regelmäßig für ARTE mit seinem Kamerateam unterwegs. Mit „Der Entschluss zu malen - Vincent van Gogh“ vermittelt er tiefe Einblicke in das Leben eines der bedeutendsten Maler der Kunstgeschichte.

Sonntag, 21.05. / 18.25 Uhr / Das internationale Kammermusikfestival Jerusalem
Musik, Deutschland, 2016, ZDF              43 Min.
Regie: Henning Kasten
Mit: Elena Bashkirova (Klavier), András Schiff (Klavier), Emmanuel Pahud (Flöte)
Erstausstrahlung

Das 1998 von der Pianistin Elena Bashkirova gegründete Jerusalem International Chamber Music Festival gehört zu den bedeutendsten kulturellen Veranstaltungen im israelischen Musikleben. Die 19. Ausgabe des Kammermusikfestivals vereint wieder exzellente Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne des einzigartigen YMCA. Dieses Mal dabei sind die Pianisten Menahem Pressler, András Schiff oder Kirill Gerstein, der Flötist Emmanuel Pahud, die Geigerin Baiba Skride und der Cellist Julian Steckel. Und wenn die Erfahrensten der Kammermusikszene zusammentreffen, dann kann man auch mit einem vielfältigen Programm rechnen: Neben Schubert und Brahms werden Werke von Beethoven, Mendelssohn und Busoni dargeboten.

Zusatzinfo:
Auch der Konzertsaal im YMCA-Gebäude ist außergewöhnlich. Kaum eine andere Institution ist so beladen mit Symbolen wie die Young Men’s Christian Association (YMCA), ein Ort, der die gemeinsame Geschichte der Israelis, der Christen und der Muslime widerspiegelt. Gebaut wurde die „Anlage des Friedens“ vom berühmten Architekten Arthur Loomis Harmon, der auch das Empire State Building in New York entwarf. Von hier aus wurde das erste Konzert des Radiosenders The Voice of Israel übertragen. Und gerade an diesem Ort treffen sich die Besten ihres Fachs, alle Jahre wieder, ohne Honorar, aus Liebe zur Musik, als Zeichen der Wertschätzung für die Stadt Jerusalem und für diesen magischen Ort.

Sonntag, 21.05. / 20.15 Uhr / Die Blechtrommel
Spielfilm, Deutschland, Frankreich, Polen, 2010, ARD              155 Min.
Regie: Volker Schlöndorff
Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Franz Seitz
Autor: Günter Grass
Kamera: Igor Luther
Musik: Maurice Jarre
Schnitt: Suzanne Baron
Produktion: Bioskop Film, Franz Seitz Filmproduktion, Artemis Film, Hallelujah Film, GGB-14.KG, Argos Films
Produzent: Franz Seitz

Mit: Angela Winkler (Agnes Matzerath), Mario Adorf (Alfred Matzerath), David Bennent (Oskar Matzerath), Katharina Thalbach (Maria Matzerath), Daniel Olbrychski (Jan Bronski), Andréa Ferréol (Lina Greff), Heinz Bennent (Greff), Charles Aznavour (Sigismund Markus), Otto Sander (Musiker Meyn)

Von Geburt an ist Oskar Matzerath ein Sonderling: Im Alter von drei Jahren beschließt er, von nun an nicht mehr zu wachsen - aus Protest gegen die Erwachsenenwelt. Stattdessen schlägt er mit Inbrunst die weiß-rote Kindertrommel, die ihm seine Mutter zum Geburtstag geschenkt hat. Trommelnd und mit unglaublicher Stimmkraft bekundet Oskar Matzerath fortan sein Missfallen an dem befremdlichen Treiben der Erwachsenen, dem er sich höhnisch verweigert ... ARTE zeigt den 2010 entstandenen Director’s Cut des preisgekrönten Films.

Agnes, Tochter einer Bäuerin aus der Kaschubei, heiratet den Rheinländer Alfred Matzerath und betreibt mit ihm einen Kolonialwarenladen im Danziger Vorort Langfuhr. Doch Alfred ist nicht der einzige Mann in ihrem Leben: Sie schenkt ihre Gunst auch ihrem Vetter Jan Bronski. Als der kleine Oskar Matzerath im Spätsommer 1924 geboren wird, kommen beide Männer für die Vaterschaft in Betracht.

Der frühreife Oskar ist von Geburt an ein ungewöhnlicher Junge: Als er drei Jahre alt wird, schenkt ihm seine Mutter eine weiß-rote Trommel, die über Jahre hinweg zu Oskars engstem Begleiter wird.

Das Treiben der Erwachsenen missfällt ihm derart, dass er an besagtem Geburtstag beschließt, von Stund an keinen Fingerbreit mehr zu wachsen. Ein arrangierter Sturz von der Kellertreppe liefert dafür die vermeintliche Erklärung. Ganz unerklärlich bleibt dagegen Oskars bald darauf entdeckte Fähigkeit, mit der bloßen Kraft seiner Stimme Glas zum Zerspringen zu bringen. Schreiend und trommelnd betätigt Oskar sich fortan als Störenfried in der ungeliebten Welt spießig-gefährlicher Erwachsener: Der höhnische Zwerg bringt Nazi-Aufmärsche durcheinander und seine beiden mutmaßlichen Väter ins Grab ...

Zusatzinfo:
Als weitgehend werktreue Verfilmung ist "Die Blechtrommel" ein brillant inszeniertes, opulentes Werk voll sinnlicher Kraft. Der Film, der in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, machte seinen nicht gerade unbekannten Regisseur über Nacht weltberühmt. Die internationale Kritik faszinierte vor allem das Spiel des jungen David Bennent, welcher - selbst kleinwüchsig - den unheimlichen Trommler Oskar verkörpert.

Sonntag, 21.05. / 00.20 Uhr / Cuarteto Casals ~ Schwetzinger SWR-Festspiele 2014
Musik, Deutschland, 2014, SWR              63 Min.
Regie: Harald Letfuß

Mit: Cuarteto Casals, Carles Trepat (Gitarre), Vera Martínez Mehner (Violine), Abel Tomàs (Violine), Arnau Tomàs (Violoncello), Jonathan Brown (Viola)

Das Cuarteto Casals gilt als das führende Streichquartett Spaniens. In ihren zahlreichen Konzerten und CD-Veröffentlichungen haben sich die vier Musiker den Werken ganz unterschiedlicher Komponisten von Mozart bis Ligeti gewidmet. Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens führte das Quartett in der Saison 2012/13 sämtliche Streichquartette von Schubert auf. Gemeinsam mit dem Gitarristen Carles Trepat präsentiert das Cuarteto Casals in Schwetzingen nun ein rein spanisches Programm. Den Rahmen bilden zwei Werke des Wahl-Spaniers Luigi Boccherini und zwei Werke des frühen 20. Jahrhunderts von Joaquín Turina und Enrique Granados, die nichts an mediterranem Temperament und Kolorit vermissen lassen.

Seit das Quartett beim Internationalen Brahms-Wettbewerb in Hamburg und London International String Quartet Competition jeweils den ersten Preis gewonnen hat, ist es regelmäßig in renommierten Konzertsälen in Europa, Nordamerika und Japan zu Gast. Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens führte das Cuarteto Casals in der Saison 2012/13 den selten aufgeführten Zyklus aller 15 Quartette von Franz Schubert auf. Von einer “ganz eigenen Tonsprache” schwärmte die „New York Times“ bei der Beschreibung der außergewöhnlichen Ausdrucksvielfalt des Cuarteto Casals. Mit Hilfe eines Stipendiums des Londoner Borletti-Buitoni Trust erwarb das Quartett einen zusammengehörenden Bogensatz aus der klassischen Periode, mit dem es Werke von Purcell bis Schubert interpretiert und der es ihm ermöglicht, stilistische Unterschiede im Repertoire verschiedener Epochen noch feiner herauszuarbeiten. Es begleitete mehrmals den spanischen König auf Staatsbesuchen und spielte im Königlichen Palast in Madrid auf der dort aufbewahrten, einzigartigen Sammlung von Stradivari-Instrumenten. Das Cuarteto Casals tritt regelmäßig in Fernsehen und Rundfunk in Europa und Nordamerika auf. Bei Harmonia Mundi ist 2012 eine Aufnahme des Quartetts erschienen, die unter anderem mit Schuberts Quartett in G-Dur sein letztes Streichquartett beinhaltet. Das auf CD erhältliche Repertoire des Cuarteto Casals reicht von weniger bekannten spanischen Komponisten wie Arriaga und Toldrà über die Wiener Klassik (Mozart, Haydn und Brahms) bis zu großen Namen des 20. Jahrhunderts wie Bartok, Kurtag und Ligeti.

Zusatzinfo:
Die einzelnen Werke des Konzerts im Überblick: - Luigi Boccherini: Streichquartett Nr. 5, g-Moll op. 32 G 205 - Joaquín Turina: “La oración del Torero” (Das Gebet des Torero), Quartett für 4 Lauten op. 34, Fassung für Streichquartett - Enrique Granados: „Pequeña romanza“ für Streichquartett - Miguel García (Padre Basilio): „Minueto“ und „Sonata de Elami“ für Gitarre solo - Luigi Boccherini: Quintett für Gitarre und Streichquartett Nr. 4 D-Dur G 448, “Fandango” Das Konzert wird auch auf der digitalen Musikplattform concert.arte.tv gezeigt und bleibt dort nach Ausstrahlung abrufbar.

Sonntag, 21.05. / 01.25 Uhr / Klassik für alle
Dokumentation, Deutschland, 2014, ZDF              52 Min.
Regie: Günter Atteln

„Klassik für alle?“ Diese Frage ist der Schlüssel zum Thema des Films: die Popularisierung und Kommerzialisierung der klassischen Musik. Von Caruso bis Garrett erzählt die unterhaltsame Dokumentation, wie Künstler zu Stars gemacht wurden, wie die Musikindustrie lernte, mit Klassik Profit zu machen, und wie technische Innovationen die Branche beflügelt, aber auch lahmgelegt haben.

Heute ist es normal, dass Klassikkünstler wie Popstars vermarktet werden. Kein Wunder, schließlich schaffen es Anna Netrebko, Lang Lang oder David Garrett, mit ihren Konzerten ganze Stadien zu füllen. Idole hatte die Klassikwelt schon immer. Aber mit der technischen Reproduzierbarkeit von Musik, mit Schallplatte, CD und Co. begann auch die strategische Vermarktung der sogenannten E-Musik. Einen Boom erlebte die Branche ab Anfang der 80er Jahre. Herbert von Karajan war in dieser Zeit bereits der Klassik-Star schlechthin und zugleich ein Star der Medien. Die Medien machten auch die "Drei Tenöre" zum massentauglichen Klassikphänomen: eine Milliarde Menschen verfolgte ihren Auftritt in Rom bei der Fußball-WM 1990, die CD zum Konzert verkaufte sich 14 Millionen Mal! Die Klassik-Event-Kultur lebt bis heute weiter, stärker denn je, während die mittlerweile kriselnde Tonträgerbranche sich mit der Verbreitung von Musik im Internet auseinandersetzen muss. Mit zahlreichen Musikausschnitten und im Gespräch mit Künstlern, Produzenten, Agenten und Veranstaltern zeichnet der Film in einer unterhaltsamen Zeitreise den Weg der Klassik in die Popularisierung nach.

Sonntag, 21.05. / 02.20 Uhr / Scaramouches Kinder - Ein Ballett von der Pariser Oper
Ballett, Frankreich, 2014, ARTE F              57 Min.
Regie: François Roussillon
Choreographie: José Martinez
Ausstattung: José Martinez

Mit: Elisabeth Platel (Direktorin der Pariser Opernballettschule), Agnès Letestu (Kostüme), Brigitte Lefèvre (Direktorin des Pariser Opernballetts), Christophe Duquenne, Ecole de Danse de l'Opéra de Paris

Das dreiaktige Ballett „Scaramouche“ des spanischen Choreographen und Tänzers José Martinez wurde 2005 an der Opéra national de Paris uraufgeführt. Er hatte das Stück für die Eleven der hauseigenen Ballettschule geschrieben. Nun ist daraus eigens für ARTE eine TV-Adaption entstanden, die den Inhalt der Vorlage frei weiterentwickelt. Im Zentrum der Handlung steht eine junge Ballettschülerin, die davon träumt, Solotänzerin zu werden. Für die Authentizität der filmischen Umsetzung des Balletts sorgte der Dreh in realen Räumlichkeiten: zum einen in der modernen Ballettschule der Oper im Pariser Vorort Nanterre, zum anderen im prachtvollen historischen Palais Garnier. Die Hauptdarsteller wurden unter den Ballettschülern ausgewählt. In den neuen Choreographien, die eigens für den Film erarbeitet wurden, erobern die Tänzer auch die Straßen der französischen Hauptstadt und die Dächer der Pariser Oper. Wie in einem Märchen versetzt die Handlung den Zuschauer in die Träume der Kindheit zurück. Aufgrund der Aufhebung der Grenzen des Bühnenraums bewegt sich „Scaramouche“ zwischen den Genres, zwischen fiktionalem Ballettfilm und Bühnenchoreographie.

Donnerstag, 25.05. (Christi Himmelfahrt) / 23.45 Uhr / Square für Künstler: Andreas Scholl, Countertenor
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE              26 Min.
Regie: Andreas Scholl

„Square" ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. „Square" befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Er war der erste Countertenor bei der „Last Night oft the Proms“ in London, er trat in der Metropolitan Oper in New York auf: Andreas Scholl aus Kiedrich im Rheingau. Am liebsten singt er Werke des Barock und der Renaissance. Und das so ziemlich überall auf der Welt.
Für „Square“ führte Andreas Scholl nun Regie: bei seinem Film über die junge Winzerin Eva Fricke. Sie kommt aus Deutschlands Norden, ihre Familie hat mit Weinbau nichts am Hut. Doch sie studierte Management und Weinbau, lies sich in Eltville am Rhein nieder, wo sie heute einen Betrieb mit mehreren Angestellten führt und 7,8 Hektar bewirtschaftet. Ihre Weinberge liegen in Kiedrich und an den Steilhängen von Lorch, ihre trockenen Weißweine verkauft sie auf dem internationalen Markt.
Andreas Scholl fasziniert ihre Zielstrebigkeit, ihre Energie. Eva Fricke packt bei der Weinlese selbst mit an, fährt Gabelstapler und vermarktet ihre Spitzenweine selbst. Während der Dreharbeiten begleitete der Sänger sie im Rheingau und bei ihrem Businesstrip nach London, wo sie Sommeliers und Händlern ihre Weine vorstellte. Ihre Flaschen findet man schon im Regal der „Berry Brothers“, dem Weinhändler der Queen. Doch Eva Fricke ist nicht nur Winzerin, sie hat auch noch eine „andere Seite“ …

Freitag, 26.05. / 21.50 Uhr / Die Hit-Maschine ~ Wie MTV den Ton angab
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE              83 Min.
Regie: Laurent Thessier, Thierry Teston

Um die Generation der 90er Jahre zu verstehen, muss man auch einen Blick auf die völlig neuartigen kulturellen Konsumgewohnheiten werfen. Dank des Musiksenders MTV, der 1981 als erster und damals einziger Musikkanal die weltweite Fernsehlandschaft völlig auf den Kopf stellte, gingen Musik und Bild fortan eine untrennbare Verbindung ein. Die Art, wie Menschen Musik hören, veränderte sich nachhaltig – und genau diese durch MTV ausgelösten Veränderungen sind das Interessante, denn sie wirkten sich auf das Verhalten aller Jugendlichen aus, die weltweit damit in Berührung kamen.

Eine ganze Generation ist mit dem Musiksender MTV aufgewachsen. Begeistert von den neuartigen Clips und fasziniert von Künstlern, die durch MTV Kultstatus erlangten, ließen sich die jungen Zuschauer von einem Namen verführen, der Zugang zu einer anderen hippen Welt versprach. MTV vereinte wie nie zuvor Musik und Film; MTV, das war der Sender, mit dem sich die Generation der 90er Jahre identifizieren konnte. Ein Sender, der das Fernsehen globalisierte, den Musikgeschmack diktierte und neue Fernsehformate wie Reality-TV auf den Markt brachte.

Doch MTV steht in erster Linie und vor allem für Musikvideos, die die Musikwelt veränderten; die dort entfaltete Kreativität gab nach und nach auch in Werbung und Film den Ton an. Die Dokumentation zeigt epochale Auftritte und markante Momente in der Entwicklung dieses Senders, der unsere heutige musikalische und visuelle Ästhetik prägte wie kein anderer. Erst mit MTV wurde das Bild genauso wichtig wie der Ton. Der Clip, mit dem MTV 1981 an den Start ging, hieß dementsprechend auch „Video Killed the Radio Star“. Und das war offenbar kein Zufall.

Freitag, 26.05. / 22.45Uhr / Jeff Buckley, Live in Chicago
Musik, USA, 2001, ARTE F              57 Min.
Regie: Jerry Bryant
Erstausstrahlung

Mit seinem einzigen Studioalbum „Grace” sicherte sich Jeff Buckley (1966-1997) seinen Platz in der Hall of Fame des Rock 'n' Roll. Das britische „Q Magazine” ernannte seine Coverversion von Leonard Cohens „Hallelujah” zum besten Stück aller Zeiten. Im Mai 1997 ertrank der 30-jährige US-Sänger bei einem abendlichen Schwimmausflug in Memphis. Am 29. Mai jährt sich der tragische Tod des Künstlers zum 20. Mal. Grund genug für ARTE, dem Kultsänger eine Hommage mit seinem legendären Konzert „Live in Chicago” (1995) zu widmen.

Nach Erscheinen seines inzwischen legendären Albums „Grace” am 23. August 1994 verbrachten Jeff Buckley und seine Band viel Zeit auf den beiden großen Welttourneen „Mystery White Boy” und „Hard Luck”. Im Rahmen der „Mystery White Boy”-Tournee wurde am 13. Mai 1995 sein Konzert im Cabaret Metro in Chicago aufgezeichnet. Weniger als drei Jahre vor seinem tragischen Tod komponierte er Titel, die heute wie eine düstere Todesvorahnung scheinen: wie „Last Goodbye”, „Eternal Life” oder auch die Coverversion von Leonard Cohens „Hallelujah”. Seine Musik gilt als eine romantische Antithese zu Nirvana, geprägt von abgründiger Melancholie und Traurigkeit. Gitarrist, Sänger und Frauenschwarm – seit seinem Tod vor knapp 20 Jahren ist Buckleys Vermächtnis stets gewachsen. Die Musikwelt gedenkt Jeff Buckleys voller Bewunderung. Der Erfolg des einzigen zu Lebzeiten von Jeff Buckley aufgenommenen Studioalbums ebbt nicht ab. Das nach Buckleys Tod erschienene „Sketches for My Sweetheart the Drunk” (1998) listete der „Telegraph” unter den zehn besten posthum veröffentlichten Werken. Der „Rolling Stone” sah Buckley im Jahr 2008 auf Platz 39 der 100 größten Sänger aller Zeiten – vor Jim Morrison und Kurt Cobain: „Sein Gesang ist eines der Anzeichen dafür, dass die Menschheit nicht nur schlecht und dass das Leben lebenswert ist. Und dafür, dass sie Schönheit und Glanz hervorbringen kann.”

Zusatzinfo:
In der Sendung sind folgende Titel zu hören: - "Dream Brother" (Jeff Buckley, Mick Grøndahl, Matt Johnson) - "Lover, You Should've Come Over" (Jeff Buckley) - "Mojo Pin" (Jeff Buckley, Gary Lucas) - "So Real" (Jeff Buckley, Michael Tighe) - "Last Goodbye" (Jeff Buckley) - "Grace" (Jeff Buckley, Gary Lucas) - "Hallelujah" (Leonard Cohen) Die Sendung ist auch im Internet zu sehen auf ARTE Concert unter: concert.arte.tv

Freitag, 26.05. / 23.45Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F              43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

Samstag, 27.5. / ab 20.15 Uhr / 25 Jahre ARTE
Schwerpunkt, ARTE        89 Min.

ARTE wird 25! Am 30. Mai 1992 ging der europäische Kulturkanal zum ersten Mal auf Sendung. Mit einer speziellen Programmierung vom 27. Mai bis 2. Juni 2017 zeigt ARTE, was die deutsch-französische Fernsehliaison auch nach einem Vierteljahrhundert so einzigartig macht: preisgekrönte Koproduktionen wie das schwedische Filmdrama „Höhere Gewalt“ sowie das Biopic „Saint Laurent“, investigativer Journalismus mit einem Thema zu den ersten 100 Tagen von Donald Trump und eine Reihe von Doku-Erstausstrahlungen, von „Venedig und das Ghetto“ über „Die großen Traumkaufhäuser“ bis zu „Filmikonen – Magnum Photos und das Kino“.

Eben noch frisch verliebt und jetzt schon Silberhochzeit? Kaum zu glauben, aber die deutsch-französische Fernsehliaison ARTE hält schon 25 Jahre. Am 30. Mai 1992 ging der europäische Kulturkanal erstmals auf Sendung. Ein Vierteljahrhundert später zeigt ARTE mit einer speziellen Programmierung vom 27. Mai bis 2. Juni 2017, was diese Amour fou so einzigartig macht. Dazu gehören preisgekrönte Filmkoproduktionen wie das Drama „Höhere Gewalt“ über eine schwedische Familie, die während eines Skiurlaubs in den französischen Alpen knapp einer Schneelawine entgeht, „Everything Will Be Fine“ unter der Regie von Wim Wenders mit James Franco und Charlotte Gainsbourg, das Biopic „Saint Laurent“ über das Leben des französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent oder die deutsch-kanadische Komödie „Coconut Hero“. Mit einem THEMA am Dienstag über die ersten 100 Tage von US-Präsident Donald Trump und dessen Berater Steve Bannon beweist ARTE seine investigative Stärke. Im Anschluss geht ARTE in „Unter Fremden“ dem Erfolg der Identitären Bewegung nach, einer Gruppierung europäischer Patrioten, die den Alten Kontinent durch Islamisierung bedroht sehen. Auch ungewöhnliche Fernsehserien sind ein Markenzeichen von ARTE. Am 1. Juni erwartet den Zuschauer mit „Manon, 20 Jahre“ sowie der Wiederholung der französischen Mini-Serie aus dem Jahr 2013 „Dreimal Manon“ ein prall gefüllter Serienabend. Abgerundet wird diese besondere ARTE-Woche mit einer ganzen Reihe von Erstausstrahlungen im Bereich Dokumentation: von „Venedig und das Ghetto“ zur Geschichte des Ghettos über das Porträt des französischen Schauspielers und Regisseurs Michel Piccoli, der Doku-Reihe „Wildes Thailand“ bis zur Kulturdokumentation „Filmikonen – Magnum Photos und das Kino“ und dem Dokumentarfilm „Im Kunstrausch“.

Samstag, 27.5. / 20.15 Uhr / Venedig und das Ghetto
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, NDR        89 Min.
Regie: Klaus T. Steindl
Online verfügbar von 27/05 bis 25/08

Venedig: Die prächtigste Kulisse der Welt, millionenfach besucht, millionenfach fotografiert, steckt dennoch voller Geheimnisse. Touristen gehen oft achtlos daran vorüber, wie an jenen rätselhaften Zeichen, denen der Dokumentarfilm „Venedig und das Ghetto“ folgt. Sie erzählen von der 500-jährigen Geschichte der jüdischen Bevölkerung Venedigs, von Unterdrückung und Entbehrung, aber auch von Lebenswillen und Freude – und führen an einen Ort, der heute zu den belebtesten und beliebtesten Stadtteilen Venedigs gehört.

Am 29. März 1516 fasste die Republik Venedig einen Beschluss mit weitreichenden Folgen: Sie wies den Juden ein Gebiet zu, in dem sie von nun an abgetrennt von der übrigen Bevölkerung leben mussten. Es war ein ödes Areal am Stadtrand, „Ghetto“ genannt. Von hier aus verbreitete sich der Begriff auf der ganzen Welt als Synonym für Ausgrenzung und Verfolgung. In Venedig kam es anders: Das Ghetto ist heute ein Ort der Begegnung und ein beliebtes, bunt gemischtes Wohnviertel mit hoher Lebensqualität. Wie kein anderer Ort spiegelt dieses Viertel die wechselhaften Beziehungen zwischen den Juden, Venedig und der Welt wider. Die ersten Juden, die im Ghetto ankamen, fanden verfallene Häuser, Schmutz und Unrat vor. Es war ein aufgelassenes Gewerbegebiet, rundum von Wasser umgeben und nur durch Tore zu betreten, die in der Nacht verschlossen und streng bewacht wurden. Dennoch strömten immer mehr Menschen herbei – auf der Flucht vor Kriegen und der Verfolgung auf dem Festland. Die Tore des Ghettos verhießen ihnen nicht nur Ausgrenzung, sondern auch Schutz. Venedig gewährte diesen Schutz, forderte dafür aber auch massive Gegenleistungen: Juden mussten nicht nur hohe Steuern zahlen, sondern auch Geld an die venezianische Bevölkerung verleihen. Mit jeder Einwanderungswelle kamen mehr Juden ins Ghetto – aus anderen Kulturkreisen, mit fremden Sprachen, Sitten und Gebräuchen. Es gab Zeiten der Repression, der Armut, der Verfolgung, aber auch Zeiten der kulturellen und wirtschaftlichen Blüte – alles auf engstem Raum. Erst Napoleon ließ die Tore des Ghettos öffnen. Von da an waren die Juden den übrigen Venezianern gleichgestellt, zumindest theoretisch. Von der dunklen Zeit der Naziherrschaft zeugen „Stolpersteine“, ein Gedenkzentrum und ein Mahnmal am zentralen Campo des Ghettos. Heute leben die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in ganz Venedig verstreut, aber das Ghetto und seine fünf Synagogen bilden noch immer den Mittelpunkt ihrer religiösen Identität.

Zusatzinfo:
Der spannende Dokumentarfilm „Venedig und das Ghetto“ entschlüsselt die verborgenen Rätsel des Ghettos und spürt in der Realität und in Spielszenen den Geschichten dahinter nach – von Menschen, die den Ort über Jahrhunderte prägten, bis hin zu jenen, die es heute tun. Am 30. Mai 1992 ging ARTE erstmals auf Sendung. Der deutsch-französische Kulturkanal feiert sein 25-jähriges Bestehen eine Woche lang – mit einer Vielzahl an herausragenden Programmen.

Sonntag, 28.05. / 16.45 Uhr / Metropolis
Magazin, Deutschland, 2017, WDR        43 Min.
Online verfügbar von 28/05 bis 26/08
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Kassel
(2): Olaf Holzapfel – Künstler der documenta 14 in Kassel

(1): Metropolenreport: Kassel 
Alle fünf Jahre wird die Stadt Kassel zum Publikumsmagneten. Mitten in Deutschland gelegen, ist sie der Ort, in dem zum 14. Mal die wichtigste Schau moderner Gegenwartskunst stattfindet – die documenta. Am 10. Juni geht es – nach dem April-Start in Athen - endlich los, es ist die große Stunde der nur 200.000 Einwohner zählenden Provinzmetropole. Wie bereitet sich Kassel auf die documenta vor? Und was bewegt die Einwohner neben dem großen Ereignis? Auf dem Weg durch Kassel entdeckt ARTE Documenta-Kunstwerke auf Schritt und Tritt: Erinnerungen an vergangene, Aufbauarbeiten der kommenden, Künstler inklusive.           Gemeinsam mit dem Illustrator Markus Lefrançois erkundet „Metropolis“ die Heimat der Brüder-Grimm, deren Märchen er künstlerisch illustriert hat. Er führt unter anderem in die Süd-Stadt, das aktuelle Szeneviertel, in dem sich Künstler, Kuratoren und Kreative treffen. Nicht weit entfernt hat der Bildhauer Stephan Balkenhol sein Atelier. Vor fünf Jahren sorgte er mit seiner Skulptur auf dem Turm der Sankt-Elisabeth-Kirche für Streit und wurde damit quasi zum populärsten Documenta-Künstler des Jahres, ohne jemals von der documenta eingeladen worden zu sein.

Ganz viel Kunst, aber wie klingt Kassel? Musikalisch profitiert die Stadt vom märchenhaften Erfolg des Folktronica-Duos Milky Chance, der ansteckend wirkt: Mykket Morton nennen sich vier Kasseler Jungs, die mit feinstem Indie-Folk dabei sind durchzustarten. Es gibt viel zu entdecken in Kassel!

(2): Olaf Holzapfel – Künstler der documenta 14 in Kassel
Wenn er nicht gerade die Welt bereist in ihre entferntesten Winkel und Kulturen, dann steht er in seinem Atelier, denkt genau darüber nach, über seine Erfahrungen, Erlebnisse und stellt diese in ganz neue künstlerische Zusammenhänge. Olaf Holzapfel ist ein Denker, der seine Gedanken und Analysen in klare, strukturierte Kunst umsetzt. Das können dann nackte Dachstühle im Wald sein, kraft- wie kunstvoll geschlungene Bilder aus Heu oder auch Heuballen in der City. Er ist ein vielfältiger Künstler. Neben Malerei und Grafik umfasst sein Werk auch Skulpturen, Fotografie und Installationen. Auf der documenta wird er mit Bildarbeiten vertreten sein und mit einer Holz-Skulptur im Kasseler Auepark. „Metropolis“ begleitet den Künstler und dokumentiert den Entstehungsprozess der Skulptur von den ersten Ideen und Skizzen, die in seinem Berliner Atelier entstanden, über die Auswahl des Holzes - 54 Meter hohe Douglasien – geschlagen in der Nähe von Kassel, bis zu den Aufbauarbeiten am Ausstellungsort.

Sonntag, 28.05. / 18.25 Uhr / Konzerthöhepunkte aus dem Kulturpalast
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Michael Sanderling, Ivor Bolton
Chor: Mdr Rundfunkchor
Orchester: Dresdner Philharmonie, Dresdner Festspielorchester
Mit: Julia Fischer (Violine), Christiane Libor (Sopran), Silvia Hablowetz (Alt), Daniel Kirch (Tenor), Matthias Goerne (Bariton)
Online verfügbar von 28/05 bis 27/06
Erstausstrahlung

Nach mehrjährigem Umbau wird Ende April 2017 der Dresdner Kulturpalast wiedereröffnet – und das gleich ein ganzes Wochenende lang. Den Festakt zur Eröffnung bestreitet die Dresdner Philharmonie, das Dresdner Festspielorchester gibt zwei Tage später seinen Einstand an diesem Ort. ARTE zeigt Höhepunkte der Feierlichkeiten mit den Stargästen Julia Fischer und Matthias Goerne und gibt einen kurzen Einblick in die Historie und Bedeutung des Hauses.

Mit dem Dresdner Kulturpalast öffnet – nach der Elbphilharmonie – innerhalb weniger Wochen ein zweiter großer Konzertsaal in Deutschland seine Pforten. Der Kulturpalast wurde 1969 als damals größter Mehrzweckbau der DDR eröffnet. Nun will sich der generalüberholte Kulturpalast, von den Dresdnern liebevoll „Kulti“ getauft, mit den besten Konzertsälen Europas messen. Der Kulturpalast ist die Heimspielstätte der Dresdner Philharmonie, die 1871 als Gewerbehaus-Kapelle gegründet wurde. Im Mittelpunkt des Festkonzerts zur Wiedereröffnung Ende April 2017 stehen zwei repräsentative Werke des 19. Jahrhunderts: Das Violinkonzert e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy – für viele das Violinkonzert par excellence – und Beethovens Neunte Symphonie in d-Moll mit dem berühmten Chorfinale auf Schillers „Ode an die Freude“. Eine Verneigung vor der eigenen Historie: Mit der Neunten wurde der Kulturpalast 1969 musikalisch eröffnet. Stargäste der Wiedereröffnung sind die Violinistin Julia Fischer und der Bariton Matthias Goerne. In einem Sonderkonzert der Dresdner Festspiele gibt am selben Wochenende auch das Dresdner Festspielorchester seinen Einstand im Kulturpalast, dies unter anderem mit Schumanns vierter Symphonie. ARTE zeigt musikalische Höhepunkte aus beiden Konzerten und taucht – in Interviews mit Musikern, Architekten und Gästen der Eröffnung – ein in die Geschichte des Ortes und dessen Bedeutung für die Bevölkerung.

Zusatzinfo:
Am 30. Mai 1992 ging ARTE erstmals auf Sendung. Der deutsch-französische Kulturkanal feiert sein 25-jähriges Bestehen eine Woche lang – mit einer Vielzahl an herausragenden Programmen.

Sonntag, 28.05. / 22.00 Uhr / Der erstaunliche Monsieur Piccoli
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        55 Min.
Regie: Yves Jeuland
Online verfügbar von 28/05 bis 27/07
Erstausstrahlung

Michel Piccoli – das sind 70 Jahre Theater, Film und Fernsehen und fast 200 Spielfilme. Ob als leidenschaftlicher und romantischer Liebhaber, eiskalter Mörder oder verzweifelter Künstler – in seiner knapp 70-jährigen Karriere avancierte der 91-jährige Schauspieler zu einer Ikone des französischen Kinos, die immer wieder überraschte. Die Dokumentation beleuchtet seine ungewöhnliche Laufbahn anhand der Filme von Marco Ferreri, Claude Sautet und Luis Buñuel – dreier großer Cineasten, die Piccolis Wegbegleiter waren und das Kino der 70er und 80er Jahre mit ihrer eigenen Handschrift prägten.

Das breite Publikum liebt ihn, und doch war er immer wieder in Autorenfilmen zu sehen: die französische Kino-Ikone Michel Piccoli. Er gehört zu den begnadeten Schauspielern, die mit Mimik und wenigen Gesten überzeugen. Exzentrisch und experimentierfreudig schlüpft Piccoli in seiner 70-jährigen Karriere bei Theater, Film und Fernsehen immer wieder in neue Gewänder. Ob als leidenschaftlicher und romantischer Liebhaber, eiskalter Mörder oder verzweifelter Künstler – Piccoli hat unzählige Rollen gespielt, zuletzt den Papst in Nanni Morettis „Habemus Papam - Ein Papst büxt aus“. Er gab häufig den Typ des kultivierten Großbürgers, hinter dessen gut aussehender Fassade Abgründe und Geheimnisse lauern. „Piccoli ist der einzige Schauspieler, der aussieht wie Don Juan, aber auch Dreckskerle spielt“, sagte Claude Sautet einmal über Piccoli. Piccoli ist der Sohn einer Musikerfamilie italienischer Herkunft. Sein Vater war Violinist, seine Mutter Pianistin. Nach einem Schauspielstudium folgten Auftritte an verschiedenen Bühnen und ab 1960 Filme mit Stars wie Brigitte Bardot, Romy Schneider und Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Luis Buñuel und Jean-Luc Godard. „Der erstaunliche Monsieur Piccoli“ beleuchtet die Laufbahn des Schauspielers anhand der Werke von Luis Buñuel, Marco Ferreri und Claude Sautet. Die drei Cineasten, die das Kino der 70er und 80er Jahre revolutionierten, waren enge Freunde und filmische Wegbegleiter Piccolis. Die Dokumentation von Yves Jeuland zeigt Archivaufnahmen und Ausschnitte aus Klassikern und Skandalfilmen, wie etwa „Das große Fressen“ oder „Themroc“. Das Porträt beschreibt einen großartigen Künstler, der immer auf der Suche nach neuen Abenteuern war, der sein Publikum immer wieder mit seinen Gewagtheiten, Farcen und Extravaganzen überraschte.

Zusatzinfo:
Am 30. Mai 1992 ging ARTE erstmals auf Sendung. Der deutsch-französische Kulturkanal feiert sein 25-jähriges Bestehen eine Woche lang – mit einer Vielzahl an herausragenden Programmen.

Sonntag, 28.05. / 22.55 Uhr / Mr. Gaga ~ Der Choreograph Ohad Naharin
Dokumentation, Israel, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Tomer Heymann
Online verfügbar von 28/05 bis 26/08
Erstausstrahlung

Der israelische Choreograph Ohad Naharin hat die Batsheva Dance Company in Tel Aviv zu einer der ersten Adressen des zeitgenössischen Tanzes gemacht. Von seinen Tänzern fordert er bedingungsloses emotionales Engagement. Tomer Heymann hat Naharin über viele Jahre begleitet und aus Hunderten Stunden Drehmaterial einen preisgekrönten Film geschaffen.

„Mr. Gaga“ ist ein Film über Hingabe und Leidenschaft und über faszinierende Geschichten, die mit dem Körper erzählt werden. Der israelische Choreograph Ohad Naharin hat die Batsheva Dance Company in Tel Aviv zu einer der ersten Adressen des zeitgenössischen Tanzes gemacht. Ein Autodidakt mit der angeborenen Leidenschaft für Bewegung und dem unbedingten Willen, sich auch ohne klassische Tanzausbildung durchzusetzen. Diese Unbedingtheit und bedingungsloses emotionales Engagement fordert Naharin aber auch von seinen Tänzern. Als der Choreograph 1990 die Leitung der Batsheva Dance Company übernimmt, setzt er eine kleine Revolution in Gang: Zeitgenössischer Tanz wird in Israel zum wichtigsten Innovator des kulturellen Lebens, und die Batshevas werden zum führenden Kulturexport des Landes. Naharin lässt auf der Bühne die Verletzlichkeit, die Sexualität und die Persönlichkeit seiner Tänzer radikal ausstellen – die Individualität der Tänzer steht im Mittelpunkt des Geschehens. Tomer Heymann hat Naharin über viele Jahre begleitet und einen preisgekrönten Film aus Hunderten Stunden Material geschaffen. Auf internationalen Festivals hat „Mr. Gaga“ bereits mehrere Preise gewonnen.

Zusatzinfo:
Am 30. Mai 1992 ging ARTE erstmals auf Sendung. Der deutsch-französische Kulturkanal feiert sein 25-jähriges Bestehen eine Woche lang – mit einer Vielzahl an herausragenden Programmen.

Sonntag, 28.05. / 23.50 Uhr / Mozart - Von Gottes Gnaden
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        61 Min.
Regie: Colin Laurent
Online verfügbar von 28/05 bis 19/06
Erstausstrahlung

Bei dieser Aufführung erklingen zwei der bewegendsten Melodien des Kirchenmusikrepertoires: das berühmte „Agnus Dei“ aus Mozarts Krönungsmesse und das „Laudate Dominum“ aus den „Vesperae solennes de Confessore“. Mitwirkende sind der Kammerchor Accentus und das Insula Orchestra unter der Leitung der französischen Dirigentin Laurence Equilbey. Als Sopranistin ist die Opernsängerin Sandrine Piau zu erleben. Schauplatz des herausragenden Konzerts ist die gotische Kathedrale von Saint-Omer im nordfranzösischen Pas-de-Calais.

1779 kehrte Wolfgang Amadeus Mozart von seinem unrühmlichen Paris-Aufenthalt – er lebte in ärmlichen Verhältnissen und hatte nicht die erhoffte Anstellung am Hof von Versailles erhalten – nach Salzburg zurück. Dort begab er sich widerwillig in den Dienst des Erzbischofs Colloredo. In dieser für ihn sehr schwierigen Schaffensperiode entstanden zwei seiner wichtigsten sakralen Werke, die Krönungsmesse und – einige Monate später – die „Vesperae solennes de Confessore“. Beide Stücke zeichnen sich durch die gleiche Streicherorchestrierung ohne Altstimme aus und bergen zwei der bewegendsten Melodien des Kirchenmusikrepertoires: das berühmte „Agnus Dei“ aus der Krönungsmesse und das „Laudate Dominum“ aus den „Vesperae solennes de Confessore“. Schauplatz dieses feierlichen Mozartkonzerts ist die Kathedrale von Saint-Omer in Nordfrankreich. Zu diesem Anlass in ein besonderes Licht getaucht, bildet das Meisterwerk der gotischen Architektur einen feierlichen Rahmen für zwei der bedeutendsten Werke Mozarts. Die Interpretation des Kammerchors Accentus und des Insula Orchestra unter der Leitung von Laurence Equilbey machen das Konzert zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Sandrine Piau, eine treue musikalische Wegbegleiterin der Dirigentin, verleiht den beiden Kompositionen mit ihrer klaren Stimme einen faszinierenden Glanz.

Zusatzinfo:
Neben der TV-Ausstrahlung bietet ARTE über die 360°-App ein 360°- Erlebnis der besonderen Art: eine dreidimensionale Führung durch das musikalische Material mit Immersion in das Orchester. Drei Teile der Krönungsmesse werden auf ARTE 360° so aufbereitet, dass man sich durch das Orchester führen lassen und von bestimmten Punkten aus auch das Bild und die Klänge einzelner Bereiche „heranzoomen“ kann. Die Aufnahme nutzt dabei die 360°-Raumklang-Technik. Der Weg durch das Orchester orientiert sich an den musikalischen Vorgaben der Partitur. Mehr unter: sites.arte.tv/360

Sonntag, 28.05. / 00.50 Uhr / Philippe Jordan dirigiert Beethoven - Sinfonie Nr. 5
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F        42 Min.
Regie: Vincent Massip
Komponist und Autor: Ludwig van Beethoven
Dirigent: Philippe Jordan
Orchester: Orchestre de l'Opéra National de Paris
Online verfügbar von 28/05 bis 05/06

Das Orchestre de l'Opéra National de Paris unter Leitung von Philippe Jordan interpretierte in der Spielzeit 2014/2015 – mal im Pariser Palais Garnier, mal in der Opéra Bastille – alle neun Sinfonien von Ludwig van Beethoven. Heute zeigt ARTE die berühmte 5. Sinfonie. Die sogenannte Schicksalssinfonie steht in deutlichem Gegensatz zu den friedlichen Klängen der vorangegangenen Sinfonie. Ihr Anfangsmotiv gehört zu den bekanntesten der westlichen Klassik und bringt die tragische Gewalt des Schicksals und die Leidenschaft der Romantik zum Ausdruck. Die in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts entstandene Komposition erregte gleich bei ihrer ersten Aufführung Aufsehen und wurde als eines der markantesten Werke ihrer Zeit bezeichnet. Im Laufe der Jahre entwickelte sie sich zu einem der populärsten Stücke der klassischen Musik und wird regelmäßig aufgeführt. Der erste Satz, „Allegro con brio“, gehört mit seinem unverkennbaren rhythmischen Motiv zu den spannungsreichsten der Musikgeschichte. Im Gespräch erklärt Philippe Jordan, wie er an das berühmte Werk herangegangen ist.

Zusatzinfo:
Das Konzert wurde am 14. Dezember 2014 für ARTE in der Opéra Bastille aufgezeichnet.

Sonntag, 28.05. / 01.35 Uhr / Khatia Buniatishvili spielt Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        41 Min.
Regie: Sébastien Glas
Dirigent: Gianandrea Noseda
Komponist: Sergej Rachmaninow
Orchester: Filarmonica Teatro Regio Torino
Mit: Khatia Buniatishvili (Klavier)
Online verfügbar von 28/05 bis 05/06

Die georgische Echo-Preisträgerin Khatia Buniatishvili interpretierte bei den Osterfestspielen in Aix-en-Provence Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, begleitet von der Filarmonica Teatro Regio Torino. Die musikalische Leitung hatte der international gefragte Konzertdirigent Gianandrea Noseda. Das Konzert wurde für ARTE am 11. April 2015 im Grand Théâtre de Provence aufgezeichnet.

Die georgische Echo-Preisträgerin Khatia Buniatishvili interpretierte bei den Osterfestspielen 2015 in Aix-en-Provence Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, begleitet von der Filarmonica Teatro Regio Torino unter der Leitung von Gianandrea Noseda. Das Werk scheint dem Mailänder Dirigenten geradezu auf den Leib geschrieben zu sein. Das Konzert bietet dem Zuhörer Gelegenheit, eines der renommiertesten Orchester Italiens kennenzulernen und einmal mehr Khatia Buniatishvili zu hören, die durch ihr kraftvolles und zugleich lyrisch-zartes Spiel besticht. Die georgische Virtuosin hegt große Bewunderung für den russischen Komponisten. Khatia Buniatishvili, geboren 1987 in Tiflis, wuchs in Georgien auf. Sie verfügt über ein absolutes Gehör, so wurde schon sehr früh ihre Begabung erkannt und sie als Wunderkind bereits mit sechs Jahren Solistin. Mit zehn Jahren bekam sie erste Einladungen zu Gastspielen in die Schweiz, die Niederlande, nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Österreich, Russland, Israel und in die USA. Auf dem Klavier-Festival Ruhr 2009 sprang sie für die erkrankte Hélène Grimaud ein und feierte dabei ein bemerkenswertes Festivaldebüt. Im Mai 2011 durfte sie daher das Eröffnungskonzert bestreiten. Große Anerkennung erhielt Khatia Buniatishvili 2012 mit dem Echo Klassik als beste Newcomerin des Jahres. Gianandrea Noseda, der langjährige Erste Gastdirigent des Mariinski-Theaters und amtierende Musikdirektor des Turiner Teatro Regio, ist Ehrendirigent des BBC Philharmonic Orchestra und Erster Gastdirigent des Israel Philharmonic Orchestra.

Sonntag, 28.05. / 02.20 Uhr / Lucerne Festival 2012 – Eröffnungskonzert ~ Claudio Abbado dirigiert Mozart und Beethoven
Musik, Schweiz, Frankreich, 2012, ARTE, SSR        96 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Claudio Abbado
Chorleitung: Peter Dijkstra
Chor: Schwedischer Rundfunkchor, Chor des Bayerischen Rundfunks
Komponist: Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart
Orchester: Lucerne Festival Orchestra

Mit: Juliane Banse (Sopran), Anna Prohaska (Sopran), Sara Mingardo (Alt), Bruno Ganz (Sprecher), Maximilian Schmitt (Tenor), René Pape (Bass)

Online verfügbar von 28/05 bis 04/06

Mittwoch, 31.05. / 23.35 Uhr / Im Kunstrausch
Dokumentarfilm, Frankreich, Deutschland, Belgien, 2013, ARTE F        86 Min.
Regie: Marianne Lamour
Online verfügbar von 31/05 bis 08/06
Erstausstrahlung

Geld regiert auch die Kunstwelt: Ein Warhol für 43,8 Millionen Dollar, ein Lucian Freud für 33 Millionen Dollar und – das teuerste Kunstwerk der Welt, versteigert in nur zwölf Minuten – ein Edvard Munch für 119,9 Millionen Dollar. Diese exorbitanten Preise haben etwas Unanständiges. Milliardäre aus der ganzen Welt stürzen sich auf Kunst, als ginge es um Gold oder Erdöl, und so ist Kunst nicht mehr Ausdrucksform des Geistes, sondern wird zu einer Geldanlage und Spekulationsobjekt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des revolutionären Wandels in der Kunstwelt und ergründet das undurchsichtige und exklusive Milieu.

In den letzten Jahren haben einflussreiche neue Sammler den zeitgenössischen Kunstmarkt, den bis dahin ein kleiner Kreis von Kunstprofis beherrschte, aufgemischt. Die gezielten Spekulationen dieser milliardenschweren Käufer brachten neue Kunstrichtungen und neue Künstler mit internationalem Anspruch hervor und trieben die Preise in unvorstellbare Höhen: Was sind die eigentlichen Ziele? Wer sind die Akteure? Welchen Stellenwert hat dabei künstlerische Kreativität? Heute können sich zeitgenössische Kunstmessen wie die Pariser FIAC vor Besuchern kaum noch retten: „Arty“ zu sein ist mittlerweile in, so wie man früher cool und rebellisch sein musste, um dazuzugehören. Das Publikum des Kunstmarkts hat sich ebenso verändert wie seine Akteure. Der Dokumentarfilm zeigt die ans Irrationale grenzende Begeisterung für eine Kunstsparte, die bisher einem kleinen Kreis von Ästheten und aufgeklärten Kunstliebhabern vorbehalten war. Von New York und Miami über Hong Kong, Singapur, Shanghai und Doha bis nach Basel und Venedig recherchierten die Regisseurin des Films, Marianne Lamour, und die Autorinnen, Danièle Granet und Catherine Lamour, im Kunstmilieu und unter seinen global agierenden Akteuren. Dabei werden auch die Maßlosigkeit und die Verirrungen sichtbar, die den internationalen Kunstmarkt mittlerweile prägen.

Donnerstag, 01.06. / 02.00 Uhr / Durch die Nacht mit ... Chris Dercon und Matthias Lilienthal
Magazin, Deutschland, 2013, ZDF        52 Min.
Regie: Markus Heidingsfelder
Online verfügbar von 01/06 bis 08/06

Für Chris Dercon ist Theatermacher Matthias Lilienthal ein „Edelpenner“, für Lilienthal ist der Chef der Tate Modern schlicht und einfach ein „super Kurator“. Die beiden Stars der Kulturszene verbringen einen gemeinsamen Abend in London, inklusive denkwürdiger Begegnungen mit Pub-Besuchern, Taxifahrern, jungen Libanesen sowie diversen jungen und alten Künstlern. Am Ende steht die Erkenntnis, dass man zu den privilegierten „ein Prozent“ gehört – es gibt keinen Ausweg aus dem System.

Wer sich für moderne Kunst interessiert, für den ist diese Folge von „Durch die Nacht mit …“ ein absolutes Muss.

Tate-Chef Chris Dercon weiß, wie man Menschen um den Finger wickelt. In Sachen Sozialkompetenz macht dem charismatischen Belgier so schnell keiner etwas vor. Als ehemaliger Journalist weiß er außerdem genau, worauf es bei einem Fernsehfilm ankommt: kurze, prägnante Sätze, eingängige Statements. Dass er noch dazu ein gut aussehender Mann ist, trägt zu seiner telegenen Wirkung bei.

All das hilft ihm allerdings wenig bei der Begegnung mit Matthias Lilienthal, dem künftigen Intendanten der Münchener Kammerspiele. Der Berliner ist das, was man „authentisch“ nennt. Sein Aussehen scheint ihm vollkommen egal zu sein. Anders als Dercon, der den ganzen Abend stolz seinen Künstlerschal zur Schau trägt, läuft er im schlabberigen, knallig orangefarbenen T-Shirts herum. Auch das, was man eine Frisur nennt, ist ihm offenbar fremd … Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein blitzgescheiter, neugieriger Geist, der im Laufe des Abends mit präzisen Analysen aus dem Stand überzeugt.

Der Abend beginnt in der Tate Modern. Hausherr Dercon führt seinen Gast stolz durch die weiten Hallen. In Bauarbeitermontur besichtigen sie zunächst die „Tanks“, das eindrucksvolle Kellergewölbe des Museums, in dem seit 2012 Theater- und Performance-Aufführungen stattfinden. Anschließend schauen sie beim isländischen Performance-Künstler Ragnar Kjartansson vorbei, einem guten Freund von Lilienthal, der in einem kleinen Raum der Tate eine Performance plant.

Danach geht es zum deutschen Fotografen Wolfgang Tillmans, der seit mehr als 20 Jahren in London lebt.

Einer der atmosphärischen Höhepunkte ist ihre Stippvisite in „Little Beirut“, der Edgware Road, die man tatsächlich mit einer belebten Straße in Beirut verwechseln könnte. Libanon-Kenner Lilienthal ist sichtlich beeindruckt.

Den Abschluss des Abends bildet ihr Besuch bei Theaterautor Tim Etchells. Der Mitbegründer der legendären Performancetruppe Forced Entertainment führt ihnen Ausschnitte aus seinem neuesten Stück vor.

Bei einem Spaziergang formuliert Dercon – wer sonst – das Fazit des Abends: „Wir haben heute beide London auf eine andere Art und Weise kennengelernt.“

Freitag, 02.06. / 21.50 Uhr / Bruce Springsteen - Born to Run
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, ARTE        71 Min.
Regie: Nigel Cole
Online verfügbar von 02/06 bis 02/07
Erstausstrahlung

Bruce Springsteen ist mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben einer der bedeutendsten Rockmusiker überhaupt. Mit „Born in the U.S.A.“ wurde Springsteen 1984 zum Superstar. Wie viel Energie, kreatives Potenzial und politisches Engagement noch immer in ihm steckt hat, hat er bei seiner Australien-Tour mit der Verurteilung des US-Einreiseverbots vor kurzem wieder bewiesen. Das Porträt mit unveröffentlichtem Archivmaterial aus verschiedenen Phasen seines Lebens lässt Springsteen persönlich zu Wort kommen. Er erzählt von seinen Jahren als „King der Bar-Bands“ in Asbury Park, vom Aufstieg der E Street Band und seinem Erfolg als Rockstar. Nigel Cole drehte das Porträt während Springsteens PR-Tour anlässlich des Erscheinens seiner Autobiografie „Born to Run“ im Herbst 2016.

Als Songwriter hat sich Bruce Springsteen in die Riege der großen amerikanischen Erzähler geschrieben. In seinen Liedern, sagt er, schreibe er immer auch über sich selbst. Und im selben Maße kommentiert der charismatische Rockstar in Nigel Coles Dokumentation persönlich den Soundtrack seines Lebens. Er blickt auf seine Kindheit zurück, berichtet von seinen Jahren als „King der Bar-Bands“ in Asbury Park, vom Aufstieg der E Street Band und seinem Durchbruch. Springsteen erzählt von den frühen Einflüssen des Doo-Wop, der in den wonnigen 50ern zu Hause im Radio erklang, bis hin zum Rausch der Elvis-Rockabilly-Rebellion und seiner engen Verbindung zur spirituellen Soulmusik. Springsteen wuchs als einfacher Junge in New Jersey auf, in einer typisch amerikanischen Arbeitersiedlung der 50er Jahre, geprägt vom Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit. Bereits in seinem Heimatstaat erspielte er sich den Ruf eines Local Heroe. Der Durchbruch gelang ihm 1984 mit „Born in the U.S.A.“, einem Album, das sich über zweieinhalb Jahre in den britischen und amerikanischen Charts hielt. Nigel Cole beleuchtet auch den kreativen Schaffensprozess des Künstlers und erklärt, wie es Bruce Springsteen gelingen konnte, zeitweise zum größten Rockstar des Planeten zu avancieren, für den Rock 'n' Roll jedoch stets weit mehr war als nur Musik. Ergänzt wird der persönliche Kommentar von Springsteen mit unveröffentlichtem Archivmaterial aus verschiedensten Phasen seines Lebens und Schaffens; zur Verfügung gestellt von Thom Zimny, der in 16 Jahren einen repräsentativen Katalog mit Foto-, Film- und Audioaufnahmen von Bruce Springsteen zusammenstellte. Das Porträt von Regisseur Nigel Cole („Kalender Girls“, „We Want Sex“) bietet einzigartige Einblicke in das Leben des Rockstars. Es zeigt, wie Bruce Springsteen mit Entschlossenheit und Hingabe zu einem der fesselndsten Geschichtenerzähler seiner Generation wurde.

Zusatzinfo:
Am 30. Mai 1992 ging ARTE erstmals auf Sendung. Der deutsch-französische Kulturkanal feiert sein 25-jähriges Bestehen eine Woche lang – mit einer Vielzahl an herausragenden Programmen.

Freitag, 02.06. / 23.05 Uhr / Panic! At the Disco @ Rock am Ring
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        55 Min.
Regie: Sven Offen
Online verfügbar von 02/06 bis 02/07
Erstausstrahlung

Panic! At The Disco holen bei Rock am Ring alles aus sich und dem Publikum heraus. Diese spektakuläre Liveshow sollte man nicht verpassen! 2016 knüpften Panic! At The Disco mit ihren neuen Album „Death of a Bachelor“ nahtlos an die vorangegangenen Erfolge an: „A Fever You Can’t Sweat Out“ (2005) und „Pretty. Odd.” (2008) machten die Band um Frontmann Brendon Urie zu Weltstars. Mehrmals änderte sich die Besetzung der Band – die Qualität ihrer Musik litt darunter allerdings nicht, im Gegenteil: Die Band aus Las Vegas besinnt sich mit ihrem aktuellen Album wieder mehr auf ihre Pop- und Punk-Wurzeln zurück. Uries einzigartige Stimme unterstreicht diesen Sound, und sowohl Fans als auch Kritiker sind hellauf begeistert. Live können sich ihre Songs ebenfalls sehen lassen – die Band bringt bei ihren Auftritten Bühne und Publikum zum Beben. Ihr Auftritt beim Rock am Ring ist bezeichnend dafür.

Freitag, 02.06. / 00.00 Uhr / Berlin Live: Maximo Park
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        57 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Erstausstrahlung

Bei „Berlin Live“ gibt sich diesmal eine der ganz großen Bands des Indierock die Ehre – Maximo Park. Die vier Musiker zeigen sich von ihrer besten Seite und bringen Bühne und Publikum im SchwuZ zum Beben. Dabei begeistern sie nicht nur mit altbewährten Klassikern, sondern auch mit ihrem brandneuen Album „Risk to Exist“ – ein Auftritt, den man nicht verpassen sollte.
Mit „Our Velocity“, „Leave This Island“ oder „Apply Some Pressure“ prägten sie eine ganze Generation von Indierock-Fans: Maximo Park gehören schon seit über zehn Jahren zum musikalischen Who’s who der Insel. Ihrem charmant-poppigen Gitarrensound sind die vier Herren aus New Castle stets treu geblieben, ohne dabei den Zuhörer mit immer gleichen Songs zu langweilen.

Dabei geht es nicht nur um gute Musik, sondern auch um das Aufzeigen gesellschaftlicher Probleme – wie ihr neuestes Album „Risk To Exist“ beweist. Inspiriert durch die zahlreichen Geschehnisse im Jahr 2016, ruft das Album zu mehr Empathie auf. Die tiefgehenden Texte werden durch groovige Melodien unterstrichen, die wohl mehr musikalische Freiheiten zulassen, als alle anderen Alben der Band zuvor. Ein spannendes Album aus dem Maximo Park sicher die eine oder andere Kostprobe bei „Berlin Live“ spielen werden.

Freitag, 02.06. / 01.00 Uhr / Tracks ~ Best-of
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Tita von Hardenberg
Online verfügbar von 02/06 bis 31/08
Erstausstrahlung

(1): Special Guest: 50 Cent
(2): Hip-Hop in China
(3): Bling-Bling als Kunstobjekt
(4): Cloud Rap
(5): Live: Angel Haze

(1): Special Guest: 50 Cent 50 Cent beschränkt sich längst nicht mehr auf Musik: Als Unternehmer mit eigener Kondomlinie und eigenen Groschenromanen ist er auch abseits des Hip-Hops ganz gut ausgelastet.

(2): Hip-Hop in China Egal ob in Peking oder im bergigen Sichuan – gerappt wird in China selbstverständlich auf Chinesisch. Die Regierung lässt die Musiker gewähren, solange sie sich an die Regeln halten. „Tracks“ zeigt die erste Hip-Hop-Generation Chinas.

(3): Bling-Bling als Kunstobjekt Die Zeiten, in denen Hip-Hop bei Fashionistas und Künstlern als vulgär verpönt war, sind definitiv vorbei. Rapper tummeln sich in Galerien, und Hip-Hop-Motive erobern die Laufstege und die zeitgenössische Kunst.

(4): Cloud Rap Seit einiger Zeit wirft eine Horde an Jungspunden sämtliche Strukturregeln des Hip-Hops über Bord – und hat damit auch noch Erfolg. Banalitäten oder Milliardärsfantasien werden zu Texten und die kostenlos verfügbaren Alben werden mit Memes beworben.

(5): Live: Angel Haze Angel Haze rappt gerade mal seit ein paar Jahren – beansprucht aber jetzt schon den Thron des Female-Rap. Dabei wuchs die New Yorkerin bei Kirchenmusik in einer christlichen Sekte in Virginia auf. Von züchtiger Zurückhaltung trotzdem keine Spur!

Freitag, 02.06. / 01.45 Uhr / Seven Songs ~ Lars Eidinger
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        20 Min.
Online verfügbar von 02/06 bis 31/08
Erstausstrahlung

Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Er gehört zu den erfolgreichsten Theaterschauspielern seiner Generation: Lars Eidinger. Nach seiner Ausbildung an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch wurde er Teil des Ensembles der Berliner Schaubühne. Mit seinem kompromisslosen und authentischen Spiel hat er sich an die Spitze der deutschen Theaterszene gearbeitet und ist mittlerweile genau deshalb auch ein gefragter Schauspieler in der deutschen Filmwelt. Filme wie „Alle anderen“ oder „Die Wolken von Sils Maria“ wurden von Kritikern gelobt und das wohl auch nicht zuletzt wegen Eidingers beeindruckendem Schauspiel. Auch die Musik gehört zu seinen großen Leidenschaften: Als Musiker und DJ veranstaltet er an der Berliner Schaubühne regelmäßig Partys. Bei „Seven Songs“ erzählt er, wie es zu seiner Liebe zur Popmusik gekommen ist, wie sie sein Leben beeinflusst hat und welche Songs für ihn einen hohen Stellenwert haben. Ein interessantes und offenes Interview, in dem Eidinger einfach er selbst ist.

Freitag, 02.06. / 02.05 Uhr / Seven Songs ~ Sharleen Spiteri
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        21 Min.
Online verfügbar von 02/06 bis 31/08
Erstausstrahlung

Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Sharleen Spiteri gehört wohl zu den bemerkenswertesten Frauen der Musikbranche. Mit ihrer einzigartigen Stimme, unerschütterlichem Ehrgeiz und vor allem ihrer Band Texas ist sie zu einer der erfolgreichsten Musikerinnen Großbritanniens geworden. Ihre emotionalen Texte, mit denen sie immer wieder beweist, dass sie zu den größten Songwriterinnen ihrer Generation gehört, verzaubern Zuhörer in ganz Europa. Nachdem sie jahrelang als Friseurin arbeitete, gründete sie Ende der 80er Jahre die Band Texas. Trotz anfänglicher Rückschläge etablierte sie sich mit ihr als ganz großer Act in der Rock- und Popwelt. „I Don’t Want A Lover“, „Say What You Want“ und „Summer Son“ sind nur ein paar der größten Erfolge der Band. Und auch solo hat sich Spiteri bislang mit zwei Studioalben eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade The Clash und Marvin Gaye waren für die Sängerin musikalisch höchst inspirierend und vor allem lebensverändernd. Welche Musik und Songs sie noch beeinflusst haben, erzählt sie in dieser Folge von „Seven Songs“ – ein ungewöhnliches, fesselndes Interview.

Freitag, 02.06. / 02.30 Uhr / Seven Songs ~ Sahra Wagenknecht
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        20 Min.
Online verfügbar von 02/06 bis 31/08
Erstausstrahlung
Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Diese Episode von „Seven Songs“ bestreitet Sahra Wagenknecht. Auch sie erzählt von ihren Lieblingsliedern und welche Rolle sie in ihrem Leben gespielt haben. Die Politikerin ist Mitglied der Partei Die Linke und polarisiert immer wieder mit Aussagen außer-, aber auch innerhalb ihrer Partei. Mittlerweile gehört sie zu den bekanntesten Politikern Deutschlands. So leidenschaftlich sie ihre Arbeit auch ausübt, so groß ist scheinbar auch ihre Liebe zu französischen Chansons. Was genau diese Lieder in ihr wecken und wie sehr sie von deren Texten berührt wird, erzählt sie in „Seven Songs“ – fernab von politischen Gesprächen und kontroversen Themen. Sahra Wagenknecht mal ganz anders.

Freitag, 02.06. / 02.50 Uhr / Seven Songs ~ Steve Blame
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        20 Min.
Online verfügbar von 02/06 bis 31/08
Erstausstrahlung

Vier Prominente aus Film, Musik, Politik und Unterhaltung erzählen von ihren Lieblingsliedern und welche Rollen sie in ihrem Leben gespielt haben. Dabei erfährt der ARTE-Zuschauer nicht nur viel über ihre Erfahrungen mit der Musik, sondern auch etwas über ihr Privatleben. Eine garantiert packende und aufrichtige Sendereihe – mit Lars Eidinger, Sharleen Spiteri, Sahra Wagenknecht und Steve Blame.

Steve Blame gilt als Urgestein in der Fernsehbranche. Nachdem er ab 1987 sechs Jahre lang bei MTV nicht nur musikalische Legenden und große Popstars, sondern auch Persönlichkeiten wie den Dalai Lama und Michail Gorbatschow interviewte, verlagerte er seinen Wohnsitz nach Köln. Dort war er maßgeblich daran beteiligt, das deutsche Musikfernsehen weiter auszubauen. Dass der Fernsehmoderator eine ganz besondere Beziehung zur Musik hat, liegt auf der Hand – und genau das wird gerade bei „Seven Songs“ deutlich. Hier erzählt Blame nicht nur von seinen Lieblingsliedern, sondern auch, wie er seine Lieblingssongs versteht und welche Hintergründe sie haben. Dabei verbindet er die Musik auch immer wieder mit den wichtigen Momenten seines eigenen Lebens. Ein emotional offenes Interview, spannend und berührend zugleich.

Samstag, 03.06. / 17.35 Uhr / Die großen Mythen ~ Zeus und die Macht
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 03/06 bis 11/06

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Um den Götterthron besteigen zu dürfen, musste Zeus viele Kämpfe bestreiten und Prüfungen bestehen. Die Geschichte seiner glorreichen Machtergreifung beginnt am Anfang der Zeit mit der Entstehung der Welt. Gaia, die aus dem Chaos geborene Erdenmutter, vereinigt sich mit dem Himmelsgott Uranos. Aus ihrer Verbindung gehen zahlreiche Kinder hervor, unter anderem die Titanen und die Kyklopen.

Kronos, der jüngste der Titanen, lehnt sich gegen seinen Vater auf, der die Mutter und seine Geschwister unterdrückt. Er geht als Sieger aus dem Kampf hervor und beschließt, seine eigenen Kinder zu verschlingen. So will er vermeiden, dass ihm eines Tages durch sie die Macht wieder geraubt werden kann. Sein jüngster Sohn jedoch überlebt und zieht in den Krieg gegen Kronos, die Titanen und viele weitere Kreaturen. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Gott, sondern um den zukünftigen Herrscher des Olymps: Sein Name ist Zeus.

Samstag, 03.06. / 18.00 Uhr / Die großen Mythen ~ Zeus und die Liebe
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 03/06 bis 11/06

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Als Herrscher des Olymps geht Zeus zahlreiche Liebschaften ein. Sie helfen ihm dabei, seine Macht über die Versammlung der Götter wie auch die Sterblichen noch weiter zu stärken. Zeus ist ein Verführer – er erobert unzählige Frauen. Bei den Göttinnen sucht er die Tugenden, die ihm selbst fehlen und genießt gleichzeitig die schlichte Schönheit des reinen Vergnügens.

Die gewissermaßen erzwungene Hochzeit und die Schönheit seiner Frau Hera hindern den Göttervater nicht an weiteren amourösen Eroberungen: Mit Themis, der Göttin der Gerechtigkeit, zeugt er die Horen und die Moiren. Mnemosyne, die Göttin der Erinnerung, gebiert ihm die neun Musen.

Auch dem Charme sterblicher Frauen verfällt der olympische Gott nicht selten. Nur durch sehr viel List kann er sich mit diesen vereinen – ein Verstoß gegen die Ordnung der Dinge. Mal ist er Adler, mal ein Schwan oder ein Goldregen – Zeus übt sich für die Liebe in mannigfacher Weise in der Verwandlungskunst: Semele, der Tochter des Königs von Theben, erscheint er als Sterblicher und zeugt mit ihr den Gott Dionysos. Der asiatischen Prinzessin Europa erscheint er als prächtiger Stier und entführt sie nach Kreta. Zeus mag der Herrscher des Olymps sein, doch wenn die Liebe im Spiel ist, kommt er ebenso wenig wie ein Sterblicher gegen sein Verlangen an …

Pfingstsonntag, 04.06. / 11.40 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        39 Min.
Online verfügbar von 04/06 bis 04/07

Block 1: Barbara
Block 2: Neofeminismus
Block 3: Lucie Aubrac

Block 1: Barbara
(1): Story: Barbara
Die Journalistin und Biografin Valérie Lehoux blickt auf die außergewöhnliche Karriere der großen Dame des französischen Chansons zurück. Der Sänger Patrick Bruel brachte als Hommage an Barbara ein Album mit seiner Interpretation ihrer bekanntesten Titel heraus.

(2): Starsystem: Barbaras Erbinnen
Mit ihrem unverwechselbaren Stil prägte Barbara nachhaltig das französische Chanson. Nachwuchssängerinnen, die sich als Erbinnen der Dame in Schwarz positionieren, sichern sich Vorschusslorbeeren für Tiefgang und Gefühl.

(3) Garderobe: Bubikopf
Die für ihr kristallklares Timbre und ihre traurigen Chansons berühmte Sängerin blieb ihr Leben lang einer Frisur treu, dem Bubikopf. Ein radikal moderner Kurzhaarschnitt und fast schon ein politisches Statement, der einen Wendepunkt in der Geschichte der Frauen markierte.

Block 2: Neofeminismus
(1): Ikone: Kill Bill
Den Codes des „Revenge Movie“ folgend, ist „Kill Bill“ der erste Tarantino-Film mit vorherrschend weiblicher Starbesetzung: Kann man so weit gehen,   Uma Thurman als feministische Heldin zu feiern? Laurent Vachaud eröffnet die Debatte.

(2): Jukebox: „Flawless“ von Beyoncé
Mit der überraschenden Release von „Flawless“ im Dezember  2013 wurde Beyoncé zur neuen Feminismus-Ikone der US-Musikindustrie. 

(3): Wochenliste: Top 10 der besten feministischen Statements von Stars
Wussten Sie, dass für jeden Dollar, den ein Schauspieler in Hollywood verdient, sein weibliches Pendant nur 40 Cents bekommt?

Block 3: Lucie Aubrac
(1): Story: Lucie Aubrac, der Film
(2): Skandal!: Aubrac und die Verhaftung von Jean Moulin
Als Klaus Barbie 1983 den Strafverteidiger Jacques Vergès um Rechtsbeistand bat, versuchte dieser, die Résistance-Helden anzuschwärzen. Klaus Barbie behauptete, der V-Mann, der Jean Moulin an die Gestapo verriet, sei kein anderer gewesen sei als Raymond Aubrac.
(3): Rare Perle: Lucie Aubrac in der Sendung „Apostrophe“

Anlässlich der Veröffentlichung ihres autobiographischen Buches „Ils partiront dans l'ivresse“ sprach Lucie Aubrac 1984 in der französischen Literatursendung „Apostrophe“ über ihr Engagement in der französischen Résistance, ihre Begegnung mit Klaus Barbie und die Flucht ihres Mannes aus der Gefangenschaft. 

Pfingstsonntag, 04.06. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Kassel
Magazin, Deutschland, 2017, HR        43 Min.
Online verfügbar von 04/06 bis 02/09
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Kassel
(2): Olaf Holzapfel – Künstler der Documenta 14 in Kassel

(1): Metropolenreport: Kassel Alle fünf Jahre wird die Stadt Kassel zum Publikumsmagneten. Mitten in Deutschland gelegen, ist sie der Ort, in dem zum 14. Mal die wichtigste Schau moderner Gegenwartskunst stattfindet: die Documenta. Am 10. Juni geht es – nach dem April-Start in Athen – endlich los, es ist die große Stunde der nur 200.000 Einwohner zählenden Provinzmetropole. Wie bereitet sich Kassel auf die Documenta vor? Und was bewegt die Einwohner neben dem großen Ereignis? Auf dem Weg durch Kassel entdeckt ARTE Documenta-Kunstwerke auf Schritt und Tritt: Erinnerungen an vergangene, Aufbauarbeiten der kommenden, Künstler inklusive. Gemeinsam mit dem Illustrator Markus Lefrançois erkundet „Metropolis“ die Heimat der Brüder Grimm, deren Märchen er künstlerisch illustriert hat. Er führt unter anderem in die Südstadt, das aktuelle Szeneviertel, in dem sich Künstler, Kuratoren und Kreative treffen. Nicht weit entfernt hat der Bildhauer Stephan Balkenhol sein Atelier. Vor fünf Jahren sorgte er mit seiner Skulptur auf dem Turm der Sankt-Elisabeth-Kirche für Streit und wurde damit quasi zum populärsten Documenta-Künstler des Jahres, ohne jemals von der Documenta eingeladen worden zu sein. Ganz viel Kunst, aber wie klingt Kassel? Musikalisch profitiert die Stadt vom märchenhaften Erfolg des Folktronica-Duos Milky Chance, der ansteckend wirkt. Mykket Morton nennen sich vier Kasseler Jungs, die mit feinstem Indie-Folk dabei sind durchzustarten. Es gibt viel zu entdecken in Kassel!

(2): Olaf Holzapfel – Künstler der Documenta 14 in Kassel Wenn er nicht gerade die Welt in ihren entferntesten Winkel und Kulturen bereist, dann steht er in seinem Atelier, denkt über seine Erfahrungen und Erlebnisse nach und stellt diese in ganz neue künstlerische Zusammenhänge. Olaf Holzapfel ist ein Denker, der seine Gedanken und Analysen in klare, strukturierte Kunst umsetzt. Das können dann nackte Dachstühle im Wald sein, kraft- wie kunstvoll geschlungene Bilder aus Heu oder auch Heuballen in der City. Er ist ein vielfältiger Künstler. Neben Malerei und Grafik umfasst sein Werk auch Skulpturen, Fotografie und Installationen. Auf der Documenta wird er mit Bildarbeiten vertreten sein und mit einer Holzskulptur im Kasseler Auepark. „Metropolis“ begleitet den Künstler und dokumentiert den Entstehungsprozess der Skulptur von den ersten Ideen und Skizzen, die in seinem Berliner Atelier entstanden, über die Auswahl des Holzes – 54 Meter hohe Douglasien, geschlagen in der Nähe von Kassel – bis zu den Aufbauarbeiten am Ausstellungsort.

Pfingstsonntag, 04.06. / 18.25 Uhr / Sonya Yoncheva und Piotr Beczala singen Operetten- und Opernmelodien
Musik, Deutschland, 2017, SR        43 Min.
Regie: Torben Jacobsen
Dirigent: Domingo Hindoyan
Komponist: Jules Massenet, Georges Bizet, Charles Gounod, Franz Lehár
Orchester: Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern

Mit: Piotr Beczala (Tenor), Sonya Yoncheva (Sopran)

Online verfügbar von 04/06 bis 11/06
Erstausstrahlung

Aus dem Festspielhaus Baden-Baden: Sonya Yoncheva und Piotr Beczala singen berühmte Operetten- und Opernmelodien von Massenet, Bizet, Gounod, Léhar und Verdi. Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern spielt unter der Leitung von Domingo Hindoyan populäre Arien, interpretiert von Sonya Yoncheva (Sopran) und Piotr Beczala (Tenor). Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva hat mit ihren 35 Jahren schon nahezu alles erreicht, was man sich wünschen kann – unter anderem Engagements an der New Yorker Metropolitan Opera, der Prager Nationaloper, in Zürich, Paris und London. Piotr Beczala ist einer der gefragtesten lyrischen Tenöre unserer Zeit und regelmäßiger Gast an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt.

Sonya Yoncheva und Piotr Beczala singen Operetten- und Opernmelodien. Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern spielt unter der Leitung von Domingo Hindoyan im Festspielhaus Baden-Baden populäre Arien, interpretiert von Sonya Yoncheva (Sopran) und Piotr Beczala (Tenor). Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva hat mit ihren 35 Jahren schon nahezu alles erreicht, was man sich wünschen kann – unter anderem Engagements an der New Yorker Metropolitan Opera, der Prager Nationaloper, in Zürich, Paris und London. Piotr Beczala ist einer der gefragtesten lyrischen Tenöre unserer Zeit und regelmäßiger Gast an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt. Der gebürtige Pole wird regelmäßig von Publikum und Kritikern nicht nur für die Schönheit seiner Stimme, sondern auch für glühende Hingabe für jeden Charakter, den er darstellt, gerühmt. Beide zusammen sind mit den herausragenden Stimmen und ihrem leidenschaftlichen Spiel eine Freude für Opern- und Operettenliebhaber. Die Deutsche Radio Philharmonie spielt unter der Leitung des venezolanischen Dirigenten Domingo Hindoyan, der seit 2013 als erster Assistent von Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper wirkt.

Zusatzinfo - Das Programm:
(1): Jules Massenet, "Toi! Vous!“ - Duett aus der Oper „Manon“
(2): Georges Bizet, „Les toreadors“ - Suite Nr. 1 aus der Oper „Carmen“; “Habanera” aus der Oper „Carmen“; “La fleur que tu m’avais jetée“ - Blumenarie aus der Oper „Carmen“
(3): Charles Gounod, „Va, je t’ai pardonné“ - Duett aus der Oper „Roméo et Juliette“
(4): Franz Lehár, „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette „Land des Lächelns“; „Lippen schweigen“ - Duett aus der Operette „Die lustige Witwe“
(5): Guiseppe Verdi, “Libiamo” - Duett aus der Oper „La Traviata“

Pfingstsonntag, 04.06. / 23.15 Uhr / Brain Beats: Eine Reise in die Zukunft des Hörens
Dokumentation, Spanien, 2016, ZDF        52 Min.
Regie: Andrea Lamount
Autor: Andrea Lamount
Mit: Trevor Cox, Brian Eno, Alva Noto, Simonne Jones, Stephen Mithen, Mara Dierssen
Online verfügbar von 04/06 bis 04/07
Erstausstrahlung

In einer Welt voller visueller Reize wird der menschliche Hörsinn gerne unterschätzt. Doch akustische Ereignisse sind mächtig, und neue Erkenntnisse der Wissenschaft legen nahe, dass dem Hören die Zukunft gehört – auch wenn es bislang mehr Fragen als Antworten gibt. "Brain Beats" führt den Zuschauer zu Hotspots in Forschung, Musik und Gesellschaft und fragt, welche Rolle Klänge und Hören bald im Leben der Menschen spielen könnten.

Jeder kennt den Effekt: Sobald in einem Film spannende Musik einsetzt oder bedrohliche Geräusche ertönen, ahnt man das lauernde Unheil, auch wenn die Bilder des Films nichts dergleichen erkennen lassen. Ob Klang, Musik oder Geräusch – akustische Ereignisse sind mächtig. Dennoch neigen die Menschen dazu, sie zu unterschätzen, denn die Aufmerksamkeit gilt vor allem den visuellen Reizen. Doch das ist ein Fehler. Der Wissenschaftler Trevor Cox bringt es auf den Punkt: Ohne die akustische Seite ist alles nichts. Ein einfaches Gedankenspiel macht dies deutlich: Man stelle sich einen Film oder ein Videospiel vor, das zwar Sprache, aber keine Geräusche oder Musik enthält. Der Effekt: Niemand wird in das Szenario hineingezogen. Schließt man aber die Augen und hört Geräusche, so rufen diese sofort Bilder oder Emotionen hervor. "Brain Beats" besucht Forscher, Musiker und Menschen, die sich besonders mit dem Hören und der Natur der Klänge auseinandersetzen. Die Reise spannt einen Bogen von der Evolutionsforschung bis zur Frage, welche Rolle dem Gehörsinn zukommt, sollte die Menschheit einst die Erde verlassen und ins Weltall aufbrechen. Musiker wie Alva Noto oder Simonne Jones, die sich auf innovative Art mit Musik auseinandersetzen, berichten von ihren Erfahrungen ebenso wie gehörlose Kinder, denen neue Technologien eine ganzheitliche Erfahrung von Musik ermöglichen. Ein Klangspaziergang mit Trevor Cox macht deutlich, wie komplex und aufschlussreich selbst alltägliche Klänge sind. Überraschend ist schließlich die Erkenntnis, dass man zum Hören am Ende vielleicht gar nicht mehr auf seine Ohren angewiesen ist.

Pfingstsonntag, 04.06. / 00.10 Uhr / Daniele Gatti und das Royal Concertgebouw Orchestra: Das Antrittskonzert
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        71 Min.
Regie: Dick Kuijs
Mit: Daniele Gatti, Royal Concertgebouw Orchestra, Christian Gerhaher
Online verfügbar von 04/06 bis 04/07
Erstausstrahlung


Daniele Gatti dirigiert das Royal Concertgebouw Orchestra

© Mladen Pikulic

Daniele Gatti, der neue Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orchestra, eröffnet die Saison und seine Amtszeit mit einem feierlichen Galakonzert. Auf dem Programm seines Antrittskonzerts stehen unter anderem Werke von Beethoven, Verdi und Mahler. Solist des Abends ist der Bariton Christian Gerhaher.

Daniele Gatti, der neue Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orchestra, eröffnet die Saison und seine Amtszeit mit einem feierlichen Galakonzert. Auf dem Programm seines Antrittskonzerts stehen unter anderem Werke von Beethoven, Verdi und Mahler. Solist des Abends ist der Bariton Christian Gerhaher. Das Royal Concertgebouw Orchestra zählt zu den besten Orchestern der Welt. Berühmt wurde das Ensemble nicht zuletzt auch wegen des einzigartigen, warmen Klangs, der wiederum wesentlich geprägt wurde von der idealen Akustik der Spielstätte, dem „Königlichen Gebäude" nach dem schließlich auch das Orchester seinen Namen bekam. Die Geschichte dieses Orchesters ist auch eine Geschichte der besten Dirigenten der Welt. Seit Beginn der Saison 2016/17 hat der Italiener Daniele Gatti die Position des Chefdirigenten übernommen. Daniele Gatti wurde in Mailand geboren, wo er am Verdi-Konservatorium Klavier, Komposition und Dirigieren studierte. Von 2008 bis 2016 war er Musikdirektor des Orchestre National de France. Vor dieser Zeit war er Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra (1996-2009), Chefdirigent des Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom (1992-1997), erster Gastdirigent am Royal Opera House Covent Garden (1994-1997), Musikdirektor des Orchestra del Teatro Comunale in Bologna (1997-2007) und Chefdirigent am Opernhaus Zürich (2009-2012). Als Gastdirigent leitet Daniele Gatti regelmäßig die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und das Orchester von Boston, Chicago und New York. Er hat viele neue Produktionen an führenden Opernhäusern auf der ganzen Welt dirigiert und hat eine enge Verbindungen mit dem Teatro alla Scala Mailand und der Wiener Staatsoper.

Zusatzinfo:
Das Programm im Überblick - Ludwig van Beethoven, „Egmont“ - Ouvertüre - Franz Schubert, „Rosamunde“ - Ouvertüre - Gustav Mahler, „Lieder eines fahrenden Gesellen“ - Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni - „Deh, vieni alla finestra“; Le Nozze di Figaro - „Non più andrai, farfallone amoroso“ - Ottorino Respighi, „Fontane di Roma“ - Giuseppe Verdi, „I vespri siciliani“ – Ouvertüre

Das Besondere des Antrittskonzertes war, dass Daniele Gatti sein Antrittskonzert nicht nur mit dem Orchesters eröffnet hat, sondern dass auch Musiker vom Jugendorchesters JeugdOrkest Nederland “Side by Side“ im ersten Stück gemeinsam mit den Profimusikern bei der Egmont-Ouvertüre mitgespielt haben - so wie das Projekt in allen EU-Haupstädten im Rahmen von RCO meets Europe stattfindet und so der Wohlklang der Vielstimmigkeit innerhalb der EU ganz pragmatisch gefeiert wird.

www.concertgebouworkest.nl/en/side-by-side
www.concertgebouworkest.nl/europe

Freitag, 09.06. / 22.35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 09/06 bis 08/08
Erstausstrahlung

Freitag, 09.06. / 23.20 Uhr / Peace x Peace-Allstars beim South by Southwest-Festival
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: Nn
Erstausstrahlung

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr präsentiert das PEACE x PEACE Festival die PxP-Allstars in einem Konzert beim SXSW 2017 in Austin, Texas. Im Sommer 2016 fand in der Waldbühne Berlin auf Initiative des Musikers Fetsum das erste PxP-Festival statt, ein Benefiz-Festival für Kinder im Krieg und auf der Flucht. Mehr als 20 Stars unterstützten die Initiative des Musikers und setzten ein Zeichen für globale Solidarität. Wegen des überwältigenden Zuspruchs erfährt das Waldbühnen-Event in diesem Jahr eine Neuauflage – zu sehen am 18. Juni auf ARTE Concert. Beim SXSW 2017 wollen die PxP-Allstars ebenfalls mit gutem Beispiel vorangehen. Mit dabei: Der Initiator des PxP-Festivals, Fetsum. Kaum ein anderer Künstler ist sozial so engagiert wie er. Neben seiner EP „Light In A Dark Place“ veröffentlichte er im vergangenen Jahr gemeinsam mit Politikerin Claudia Roth das Buch „So geht Deutschland – Eine Anstiftung zum Mitmachen und Einmischen“. Außerdem tritt Musiker Patrice auf, der an Vielseitigkeit kaum zu übertreffen ist. Niemand vereint Reggae, Soul, Hip-Hop, R’n’B und Funk so gekonnt wie er. Mit Soulsängerin und Songwriterin Y’akoto haben die Allstars außerdem eine der vielversprechendsten Künstlerinnen der deutschen Musikszene an Bord geholt. Ihr Markenzeichen sind tiefgründige Texte und ihr reduzierter Sound. Frank Dellé, der als einer der drei Frontmänner von Seeed maßgeblich ihren Sound mitprägte, vervollständigt die Truppe. Mit seinem aktuellen Album „Neo“ ist Dellé jetzt ein großer Wurf gelungen, der ihn in die oberste Kategorie deutscher Reggaemusiker katapultiert hat.

Samstag, 10.06. / 17.35 Uhr / Die großen Mythen: Gott versus Götter: Prometheus
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Camille Dalbera
Online verfügbar von 10/06 bis 18/06

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Prometheus und Epimetheus sind die Söhne des Titanen Iapetos. Im Kampf der Titanen tritt Kronos gegen Zeus an. Prometheus, „der Vorausdenkende”, weiß, dass Zeus gewinnen wird, und verbündet sich mit ihm. Doch zwischen Zeus und Prometheus, beide ebenso schlau wie listig, entbrennt ein Streit. Prometheus überredet Zeus, den Menschen das Feuer zu geben. Als Zeus eine Rangordnung zwischen Göttern und Menschen einführen will, lehnt sich Prometheus dagegen auf, was der Herrscher des Olymps als Affront auffasst. Aus Rache nimmt er den Menschen den Weizen, der bisher immer und überall wuchs. Von nun an müssen die Menschen arbeiten, wenn sie überleben wollen. Auch des Feuers beraubt er sie wieder und somit ihrer nächtlichen Lichtquelle und Wärme. Um diese Ungerechtigkeit auszugleichen, verschafft Prometheus sich Zugang zum Olymp und versucht das Feuer zu stehlen. Zeus ist empört und erschafft zur Strafe die erste Frau: Pandora ist schön, aber auch verlogen und manipulativ, und sie trägt eine unheilvolle Büchse mit sich …

Samstag, 10.06. / 18.00 Uhr / Die großen Mythen: Obolus für’s Totenreich: Hades
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 10/06 bis 18/06

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Zeus beherrscht die Welt und überträgt seinen beiden Brüdern die Gewalt über verschiedene Gebiete: Poseidon erhält die Ozeane und Hades das unterirdische Totenreich. Hades sitzt allein und unfreiwillig an diesem unwirtlichen Ort und wacht über Schattenvölker und greinende Kreaturen. Als er seinen Höllenthron für einen Ausflug an die frische Luft verlässt, begegnet er der schönen Persephone, verliebt sich und entführt sie. Ihre Mutter Demeter, die Göttin von Saat und Getreide, vergeht fast vor Kummer. Sie droht, die Erde unfruchtbar zu machen, wenn man ihr die Tochter nicht wiederbringe. Zeus muss das Problem lösen, doch er ist hin- und hergerissen: Er versteht sowohl die Liebe seines Bruders für das Mädchen als auch das Leid von Demeter. Er bittet Hades, Persephone zum Wohle der Menschheit aus der Unterwelt zu entlassen. Dieser willigt überraschend ein – doch er hat ein Ass im Ärmel: Wer einmal das Essen der Toten angerührt hat, der wird für immer in der Unterwelt bleiben …

Sonntag, 11.06. / 11.30 Uhr / Die Raupe Nimmersatt ~ Der Bilderbuchkünstler Eric Carle
Dokumentation, Deutschland, Frankreich, 2017, NDR        26 Min.
Regie: Mathias Frick
Online verfügbar von 11/06 bis 09/09
Erstausstrahlung

Schon seit Generationen verzaubert die Verwandlung einer Raupe zum Schmetterling Kinder auf der ganzen Welt. Das Bilderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ wurde seit seinem Erscheinen 1969 millionenfach verkauft und in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Das Buch ist längst zum Klassiker geworden und gehört zu den erfolgreichsten Bilderbüchern aller Zeiten. Generationen von Kindern wurden von ihm geprägt – bis heute. Sein Schöpfer ist der heute 87-jährige Eric Carle. Die Dokumentation besucht den deutsch-amerikanischen Kinderbuchautor und Illustrator in seiner heutigen Heimat Northampton im US-Bundesstaat Massachusetts, taucht mit ihm ein in die magische Welt seiner Bilderbücher und sucht nach Erklärungen für den einzigartigen Welterfolg des kleinen Raupen-Buches. Eric Carle führt den Zuschauer in das von ihm gegründete Bilderbuchmuseum im amerikanischen Amherst und lässt ihn teilhaben an seiner alljährlichen Buchsignierung, zu der jedes Jahr Tausende Besucher aus ganz Amerika anreisen. Das Museum ist heute ein bedeutendes Zentrum für internationale Bilderbuchkunst, wo neben Klassikern auch Illustratoren der Gegenwart ausgestellt werden. Der Film begleitet Eric Carle auch nach Atlanta, wo ihm das High Museum of Art im vergangenen Jahr eine Ausstellung gewidmet hatte. In dieser umfassenden Werkschau seiner Grafiken, die seit 50 Jahren in unvergleichbarer Eric-Carle-Technik entstehen, werden immer wieder auch bislang unbekannte biografische Bezüge erkennbar.

Sonntag, 11.06. / 12.00 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Autor: Philippe Collin, Xavier Mauduit, Frédéric BONNAUD
Online verfügbar von 11/06 bis 11/07
Erstausstrahlung

Sonntag, 11.06. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Metropole Offenbach am Main
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 11/06 bis 09/09
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Offenbach (2): Literatur: Karl Ove Knausgård

(1): Metropole: Offenbach Kennen Sie Offenbach? Hohe Kriminalitätsrate, 60 Prozent Migranten, hohe Hartz-IV-Quote. Genau das! Bisher sorgte Offenbach vor allem für Negativschlagzeilen und stand im Schatten von Frankfurts Bankentürmen. Doch die Mainmetropole hat sich längst einen eigenen Namen gemacht. Offenbach: Atelierhäuser, Multikulti-Szene und „Arrival City“ für viele Migranten. In Offenbach leben knapp 160 Kulturen friedlich zusammen. Die günstigen Mieten und kleinen Geschäftsräume sind auch für Künstler und Start-ups erschwinglich und bieten jede Menge Raum für Kreative. We love Offenbach. „Metropolis“ begibt sich auf einen Streifzug.

(2): Literatur: Karl Ove Knausgård Das Warten hat ein Ende: „Kämpfen“ – der sechste Band des autobiografischen Romanzyklus von Karl Ove Knausgård erscheint. Damit kehrt der norwegische Schriftsteller, internationale Literaturstar, Schlagzeuger, Meister der eigenen Biografie, zurück in die Öffentlichkeit. Musste das wirklich sein, so viel Egomanie? Oder gibt es das Ego gar nicht? Was ist Fiktion, was ist Wahrheit und was sind die Themen des Lebens? „Metropolis“ sucht mit Knausgård nach Antworten.

Sonntag, 11.06. / 18.25 Uhr / Eine musikalische Hommage an Shakespeare ~ Purcell und Händel auf Schloss Hardelot
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        43 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Dirigent: Christophe Rousset
Komponist: Georg Friedrich Hændel, Henry Purcell, Carl Heinrich Graun, Francesco Maria Veracini
Orchester: Les Talens Lyriques
Mit: Maria Grazia Schiavo (Sopran)
Online verfügbar von 11/06 bis 18/06
Erstausstrahlung

Nach dem historischen Modell des berühmten Londoner Globe Theatre wurde 2016 in dem Örtchen Condette, im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais, ein elisabethanisches Theater errichtet: In dem eindrucksvollen Rundbau gaben die Sopranistin Maria Grazia Schiavo und das Ensemble Les Talens Lyriques unter der Leitung von Christophe Rousset das feierliche Eröffnungskonzert. Dargeboten wurden Werke von Purcell und Händel sowie von zwei Zeitgenossen Händels: des Deutschen Carl Heinrich Graun und des Florentiners Francesco Maria Veracini. Die Stücke sind alle nach Shakespeare-Dramen entstanden, so dass der Titel des Konzerts auch Programm war: A Tribute to Shakespeare.

Ende Juni 2016 wurde im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais eine weltweite architektonische Rarität eingeweiht: das elisabethanische Theater von Schloss Hardelot. Sein historisches Vorbild ist das Londoner Globe Theatre, das Shakespeare-Theater aus dem Jahr 1599, das 1613 abbrannte und 1997 unter dem Namen „Shakespeare’s Globe“ wiedereröffnet wurde. Das elisabethanische Theater von Schloss Hardelot knüpft an die Rundbautradition an, die ab dem 17. Jahrhundert allmählich verloren ging. Die überwiegend aus Holz und Bambus bestehende Konstruktion, für die der britische Architekt Andrew Todd verantwortlich zeichnet, bietet knapp 400 Zuschauern Platz. Der maximale Abstand zwischen Bühne und Zuschauerraum beträgt lediglich zehn Meter. Die Sopranistin Maria Grazia Schiavo und das Ensemble Les Talens Lyriques unter der Leitung von Christophe Rousset gestalteten das Eröffnungsprogramm. Ihr Konzert „Tribute to Shakespeare“ passte hervorragend in den neo-Shakespeare‘schen Theaterbau. Die Werke des englischen Dramatikers inspirierten Komponisten durch die Jahrhunderte hindurch zu immer neuen Tonschöpfungen. Aus der beinahe unüberschaubaren Anzahl und Vielfalt der Opernlibretti, die nach Shakespearestücken entstanden, stellte Christophe Rousset eine kleine Auswahl zusammen. Unter seiner Leitung spielen Les Talens Lyriques Werke von Purcell und Händel sowie von zwei Zeitgenossen Händels: des Deutschen Carl Heinrich Graun und des Florentiners Francesco Maria Veracini.

Zusatzinfo:
Die charakteristische, auf das Jahrmarkttheater zurückgehende Form des elisabethanischen Theaters ist der Rundbau. Er schafft größtmögliche Nähe zwischen Bühne und Publikum. Dagegen schafft sein Nachfolger, die italienische Guckkastenbühne, Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum und bringt die sozialen Hierarchien unter den Zuschauern stärker zum Ausdruck.

Sonntag, 11.06. / 20.15 Uhr / Charade  (CHARADE)
Spielfilm, USA, 1963, ZDF        109 Min.
Regie: Stanley Donen
Autor: Peter Stone, Marc Behm
Kamera: Charles Lang Jr.
Schnitt: James Clark
Musik: Henry Mancini
Produktion: Universal Pictures, Stanley Donen Production
Produzent: Stanley Donen, James Ware
Drehbuch: Peter Stone

Mit: Cary Grant (Peter Joshua), Audrey Hepburn (Regina "Reggie" Lampert), Walter Matthau (Hamilton Bartholomew), James Coburn (Tex Panthollow), George Kennedy (Herman Scobie), Dominique Minot (Sylvie Gaudet), Ned Glass (Leopold W. Gideon), Jacques Marin (Inspector Edouard Grandpierre), Paul Bonifas (Mr. Felix), Thomas Chelimsky (Jean-Louis Gaudel)

Als die junge Reggie Lampert mit Scheidungsplänen aus dem Urlaub heimkehrt, erfährt sie, dass ihr Mann ermordet wurde. Im Zweiten Weltkrieg soll er 250.000 Dollar gestohlen haben – und hinter diesem Geld sind jetzt alle her. Selbst Peter Joshua, Reggies charmante Urlaubsbekanntschaft, scheint ein falsches Spiel zu spielen. Der Spielfilm ist Teil eines Cary Grant gewidmeten Abends bei ARTE am 11. Juni 2017. Anschließend folgt die Dokumentation „Cary Grant - Der smarte Gentleman aus Hollywood“ von 2015.

Als Reggie Lampert von einer Urlaubsreise zurückkehrt, erwarten sie in Paris gleich mehrere unangenehme Überraschungen: Ihre Wohnung wurde vollständig ausgeräumt, und ein Inspektor bringt sie ins Leichenschauhaus, wo sie ihren Mann Charles identifizieren muss, der von Unbekannten ermordet worden ist. Es stellt sich heraus, dass ihr Ehemann 250.000 Dollar geklaut hat und nun seine Komplizen ihren Anteil einfordern. Die Männer vermuten das Geld bei Reggie … Die hatte bereits vermutet, dass ihr Mann Geheimnisse vor ihr hat, aber dass er mehrere Identitäten besaß und ein echter Krimineller war, hatte sie nicht geahnt. In ihrer verzwickten Lage freut sie sich über das Erscheinen des charmanten Peter Joshua, den sie im Urlaub kennengelernt hat und der Reggie jetzt seine Hilfe anbietet. Doch auch der erweist sich als mehr als undurchsichtig. Für Reggie wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten: Wer sind die Guten und wer die Bösen in diesem undurchschaubaren Spiel? Wem kann sie überhaupt noch vertrauen? So wird sie einfach selbst zur Agentin und verliebt sich in diesen turbulenten Zeiten auch noch Hals über Kopf.

Zusatzinfo:
„Charade“ ist eine Mischung aus Gaunerkomödie und Spionage-Thriller. Der Film zeichnet sich durch den gekonnten Einsatz diverser filmischer Mittel aus: durch eine ungewöhnliche Kameraführung, eine effektvolle Tonebene und eine gelungene Montage. Regisseur Stanley Donen, der sich zunächst als Musical-Regisseur einen Namen gemacht hat, kommt seinem Vorbild Alfred Hitchcock dabei zum Greifen nahe. Zum Klassiker der Filmgeschichte ist die turbulente Krimikomödie vor allem durch das perfekt harmonierende Hollywood-Filmpaar Audrey Hepburn und Cary Grant geworden, die in ihren Rollen als verzückte Kindfrau und verschrobener Macho nicht passender hätten besetzt werden können.

Sonntag, 11.06. / 22.05 Uhr / Cary Grant - Der smarte Gentleman aus Hollywood
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        52 Min.
Regie: Mark Kidel
Online verfügbar von 11/06 bis 18/06
Erstausstrahlung

Er zählte zu Hollywoods erster Garde: Cary Grant. Mark Kidel lässt ihn in seinem Porträt zum Teil selbst seine Lebensgeschichte erzählen und enthüllt eine wenig bekannte Seite des smarten Superstars: Um seine Kindheitstraumata zu überwinden, nahm Cary Grant unter Aufsicht seines Psychiaters lange Jahre LSD, da er unter Ängsten und mangelndem Selbstvertrauen litt. Die Dokumentation zeichnet den Werdegang des Schauspielers anhand seiner bisher noch nicht veröffentlichten Autobiografie nach.

Der Dokumentarfilmer Mark Kidel zeigt eine neue Facette von Hollywoodlegende Cary Grant. Hinter der Fassade des smarten Superstars verbarg sich ein innerlich zutiefst verstörter Mensch. In seiner Autobiografie bekennt Cary Grant, eine Maske zu tragen und sich nie ganz der Welt preisgeben zu können. Cary Grant wurde 1904 als Archibald Alexander Leach in Bristol, England, geboren. Er war elf Jahre alt, als sein Vater seine Mutter in eine psychiatrische Klinik einweisen ließ, ohne es ihm zu sagen. Das Kind fühlte sich verlassen; in ihm breitete sich zunehmend eine Leere aus, die Cary Grant erst dank einer Therapie mit LSD in der Mitte seines Lebens wieder in den Griff bekam. In mehr als hundert Sitzungen bei einem Psychiater in Beverly Hills ließ Grant zur Überwindung seiner Neurose sein Leben Revue passieren – und tatsächlich mit Erfolg. Am Ende seiner Therapie erklärte er, „endlich fast glücklich“ zu sein. Die Dokumentation stützt sich auf Gedanken, die Cary Grant für seine bislang noch nicht veröffentlichte Autobiografie zu Papier brachte und erzählt so seine Geschichte in Grants eigenen Worten. Die visuelle Untermalung des Porträts bilden Amateurfilme, bei denen Grant selbst hinter der Kamera stand. Sein außergewöhnlicher filmischer Blick, seine Art und Weise, Landschaften, Verwandte und Freunde ebenso wie Unbekannte zu filmen, erlauben interessante Rückschlüsse auf seine Psyche. Die Therapiesitzungen bilden den roten Faden des Porträts. Der Zuschauer begleitet Cary Grant durch seine schwierige Kindheit und 30 Jahre Hollywoodruhm bis hin zu den Jahren der Reife, der späten Vaterfreude und einer erfüllten Ehe mit seiner fünften Frau, Barbara Harris.

Sonntag, 11.06. / 23.00 Uhr / Wiegenlied und Schlachtgesang ~ Dem Geheimnis der Musik auf der Spur
Dokumentation, Deutschland, 2016, BR        52 Min.
Regie: Christian Lehmann, Tobias Streck
Online verfügbar von 11/06 bis 18/06
Erstausstrahlung

Warum ist der Mensch musikalisch? Diese Frage bezeichnete schon Charles Darwin einst als großes Rätsel der Natur. Musik bewegt und begeistert die Menschen, macht sie glücklich oder treibt sie in den Wahnsinn; sie kann zu Tränen rühren, erschaudern lassen und die Massen mobilisieren. Zu allen Zeiten und in jeder Kultur war und ist sie ein scheinbar selbstverständlicher Teil des Alltags. Doch für die Naturwissenschaft ist Musik nach wie vor eines der großen Geheimnisse: Wie kam der Mensch zur Musik? Warum haben Melodien und Rhythmen so eine starke Wirkung auf die Psyche und den Körper? Die Dokumentation folgt den Spuren der musikalischen Ursprünge in den Konzertsaal, auf die Opernbühne und in die Forschungslabors. Der Dirigent Enoch zu Guttenberg muss auch bei seiner 63. Aufführung der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach immer noch mit den Tränen kämpfen und erlebt an bestimmten Stellen unwillkürlich einen Schauer. Der Neurowissenschaftler Eckart Altenmüller hat das Phänomen der Gänsehaut beim Musikhören erforscht. In der Evolution des Menschen hatte der Sinn für Melodie und Rhythmus wichtige Funktionen – und doch sind nicht alle Menschen musikalisch. Die Hirnforscherin Isabelle Peretz von der Universität Montréal hat unerwartete Erkenntnisse darüber gewonnen, warum manche Menschen immer falsche Töne singen. Und der Rapper Kool Savas schließlich hat verblüffende Parallelen zwischen dem Battle-Rap und einer uralten Tradition eines Indianervolkes am Amazonas entdeckt. Die Dokumentation begleitet eine ungewöhnliche Expedition zu den Wurzeln der menschlichen Musikalität.

Montag, 12.05. / 23.05 Uhr / Documenta 14
Schwerpunkt, ARTE        156 Min.

Nach dem Motto „Von Athen lernen“ findet die weltweit größte Schau zeitgenössischer Kunst diesmal gleich an zwei Orten statt. Nach Athen im April öffnet die Documenta nun am 10. Juni auch in ihrer Heimatstadt Kassel die Tore. In ihrer 14. Ausgabe unter Kurator Adam Szymczek stellt sie Kunst in den Mittelpunkt, die sich mit der gegenwärtigen Krise auseinandersetzt, Antworten sucht, auch Lösungsvorschläge wagt. Kunst, die von ihrer Erzählung lebt, die kompromittieren und irritieren will, geschaffen von 160 Künstlern aus aller Welt, von denen viele zwei Werke schufen, je für Athen und Kassel. Eine politische Documenta also, bei der es um existenzielle Fragen unserer Zeit im Spiegel der Gegenwartskunst geht. ARTE blickt mit drei Produktionen auf dieses Großereignis:

Regisseurin Natascha Pflaumbaum erzählt in ihrer Kulturdokumentation „Weltkunst – Eine Reise“ von der aufwühlenden Begegnung mit fünf Documenta-Künstlerinnen und Künstlern in Beirut, Kosovo, Buenos Aires, Leicester und New York, deren künstlerischer Weg geprägt ist durch die Auseinandersetzung mit Krieg, Diktatur, politischer Ungerechtigkeit und Armut.

Das Kulturmagazin „Metropolis“ schlendert noch vor der Documenta-Eröffnung am 4. Juni im Metropolenreport durch Kassel. Kunstwerke auf Schritt und Tritt, ein Streifzug durch das Szeneviertel der Stadt, wo sich Künstler, Kreative und Kuratoren treffen; ein musikalisches Rendezvous mit Milky Chance und die Begegnung mit dem Documenta 14-Künstler Olaf Holzapfel stehen auf dem Programm.

Die Webserie „Art & Survival“ schaut sich in Athen um. Was ist übrig von der dortigen Kulturszene nach sechs Jahren Dauerkrise. Auf welchem kulturellen Boden ist das Raumschiff Documenta 14 gelandet?           Außerdem zeigt ARTE in der „Spätvorstellung“ am 12. Juni den Film „Bitter verdient“ des chinesischen Regisseurs Wang Bing, der bei der Documenta 14 mit seinem digitalen Video „15 hours“ vertreten ist.

Freitag, 14.06. / ab 21 45 Uhr / God Save the Queer
Schwerpunkt, ARTE        54 Min.
Anlässlich des Christopher Street Days widmet sich ARTE im Juni einen ganzen Monat lang der queeren, schrägen und homosexuellen Popkultur. Mal laut und schrill, mal leise und nachdenklich erzählt ARTE die Geschichte aus Sicht einer ehemals an den Rand gedrängten und stigmatisierten Gemeinschaft: Ob lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender – queer ist en vogue.

Auch die Tate Britain verschreibt sich in ihrer aktuellen Ausstellung „Queer British Art“ diesen flammenden Identitäten, den Ikonen und ihrer Verhandlung in der Kunst. Dieser Linie folgend befasst sich die zweiteilige Dokumentation „I want to break free - Pop vom anderen Ufer“ mit der damals verbotenen schwulen Underground-Kultur. Andeutungen und Botschaften zwischen den Zeilen zeigen, dass sich bereits in zahlreichen Hollywoodfilmen aus den 50er und 60er Jahren homosexuelle Lesarten finden. Der Dokumentarfilm „Somewhere over the Rainbow“ gibt sich wiederum der Kraft der Musik hin und zeigt, wie die bahnbrechenden Songs von David Bowie über Madonna bis Boy George die homosexuelle Emanzipation vorangebracht haben und warum Schwule heute zur wichtigsten Zielgruppe popkulturellen Marketings gehören. Schließlich rückt „Too young to die“ eine Ikone ins Zentrum der Homosexuellenbewegung: Judy Garland. In der Rolle der Dorothy in „Der Zauberer von Oz” gilt ihre Hymne über das Ende des Regenbogens als Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit. Allerdings zeichnen Ruhm und Glamour die große Bühnengöttin. Drogen, Alkohol und Skandale machen sie zu einer schillernden, aber auch fragilen Figur, deren Überlebenswille maßgebend für die Bewegung wird. Ihre Hymne wird zum Sehnsuchtslied einer bunten und freiheitsliebenden Gemeinschaft, die ihre erkämpften Rechte in autoritären Staaten und vor den restriktiven Maßnahmen der Staatschefs aktuell wieder aufs Neue beweisen muss.

Freitag, 14.06. / 21 45 Uhr / "I want to break free" - Pop vom anderen Ufer:  Inside
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        53 Min.
Regie: Maxime Donzel
Online verfügbar von 16/06 bis 24/06

Der Kampf um die Rechte Homosexueller war seit der Nachkriegszeit eng an die Entwicklung einer eigenen schwul-lesbischen Kultur gebunden. Homosexuelle tauschten in Film, Literatur und Musik ihre Erfahrungen mit Gleichgesinnten aus und kämpften mit den Mitteln der Kunst gegen ihre gesellschaftliche Ausgrenzung. Zunächst war die homosexuelle Szene eine verbotene Subkultur, später ab 1969 beeinflusste sie die Popkultur freier. Vor der sexuellen Revolution drohte stets die Zensur. Das Spiel mit den Zweideutigkeiten und dem Unausgesprochenen hat bleibende Spuren hinterlassen. Anlässlich des Christopher Street Days untersucht die Dokumentation, auf welche Weise Homosexualität in der Kunst ab den 50er Jahren zum Ausdruck kommt – versteckt oder ganz selbstbewusst offen.

Am 28. Juni 1969 führte die New Yorker Polizei in der kleinen, unscheinbaren Kneipe „Stonewall Inn“ im Greenwich Village eine Razzia durch. Die Bar in der Christopher Street war ein beliebter illegaler Homosexuellen-, Transgender- und Transvestiten-Treff. Homosexualität war zu jener Zeit noch strafbar, und immer wieder kam es zu brutalen Verhaftungen und Anklagen. Aber an diesem Abend lehnten sich die Besucher des „Stonewall Inn“ auf und boten der Polizei die Stirn. Dieses Ereignis, an das jedes Jahr weltweit mit dem Christopher Street Day erinnert wird, war der Beginn einer Bewegung, die zur Entkriminalisierung der Homosexualität in den Vereinigten Staaten und zahlreichen anderen westlichen Ländern geführt hat. Gehören heute bunte CSD-Paraden mit Jahrmarktstimmung zur Vielfalt unserer Städte, so war die schwul-lesbische Szene vor der sexuellen Revolution eine verbotene Subkultur. Stets drohte die Zensur. Dennoch gab es schon zuvor zahlreiche Künstler, die Homosexualität in Form eines verborgenen Subtextes in ihren Werken thematisierten – vollkommen verdrängt von einem kollektiven Unbewussten getreu dem Grundsatz, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Dokumentation befasst sich mit der verbotenen Underground-Kultur, mit ihren Andeutungen und Botschaften zwischen den Zeilen. Die Dokumentation zeigt, dass sich bereits bei zahlreichen Hollywood-Filmen aus den 50er und 60er Jahren homosexuelle Lesarten finden, wie beispielsweise in „Frühstück bei Tiffany“ oder Sandalenfilmen wie „Ben Hur“. Außerdem stellt die Dokumentation das Werk des Künstlers Tom of Finland vor, dessen Zeichnungen in den renommiertesten Museen der Welt ausgestellt werden. Er gilt als der Erfinder der Figur des Leatherman – einem ganz in Leder gekleideten Mann mit Schnauzbart nach dem Vorbild von Marlon Brando. Und nicht zuletzt erklärt der Film, warum Stars wie Madonna, Lady Gaga, Dalida, Marianne Rosenberg oder Judy Garland viel bewunderte Schwulen-Ikonen und somit Teil der Gay-Bewegung geworden sind.

Zusatzinfo: Ein weiterführendes Internetdossier unter: creative.arte.tv

Freitag, 14.06. / 22 40 Uhr / "I want to break free" - Pop vom anderen Ufer: Out
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Maxime Donzel
Online verfügbar von 16/06 bis 24/06

Der Kampf um die Bürgerrechte Homosexueller war seit der Nachkriegszeit eng an die Entwicklung einer Schwulen- und Lesbenkultur gebunden. Homosexuelle tauschten in Film, Literatur und Musik untereinander ihre Erfahrungen aus und kämpften mit den Mitteln der Kunst gegen ihre gesellschaftliche Ausgrenzung. Zunächst eine verbotene Subkultur übte die homosexuelle Szene ab 1969 jedoch Einfluss auf die Popkultur aus und hinterließ sogar bleibende Spuren. Anlässlich des Christopher Street Days untersucht die Dokumentation, inwieweit Homosexualität in der Kunst jener Jahre zum Ausdruck kommt.

1970 gehen die amerikanischen Homosexuellen auf die Straßen, um das einjährige Jubiläum der Unruhen der Kneipe „Stonewall Inn“ zu zelebrieren. Nach dem Krieg hatten sich viele Homosexuelle bedeckt gehalten, um der Zensur zu entgehen. Doch mittlerweile hat sich eine selbstbewusste, politisch aktive Homosexuellenkultur etabliert. Die Dokumentation beleuchtet die Jahre nach „Stonewall“ und damit dem Coming-out einer ganzen Bevölkerungsgruppe. Musik, Literatur und Film begleiten diesen homosexuellen Freiheitsdrang. Lou Reeds „Walk on the Wild Side“ wird zum weltweiten Hit und David Bowie zersprengt mit seiner Androgynie das männliche Rollenbild. Der Filmemacher Rosa von Praunheim hält die homosexuelle Befreiung in Deutschland fest. Zu Beginn der 80er Jahre veröffentlicht der Autor Ralf König humoristische Comics über den Alltag von Kölner Schwulen. Der Film „Cruising“ mit Al Pacino ist eines der getreusten Abbilder der damaligen New Yorker Schwulenszene. Eine Band aus Brixton, Bronski Beet, verkörpert den realistischen Style der Homosexuellen. Letztendlich gibt Hollywoods „Philadelphia“ der Krankheit Aids endlich auch im Film ein Gesicht. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts beginnen die Mauern und Hürden zu fallen: Immer mehr Stars beenden das Versteckspiel öffentlich und leben ihre homosexuelle Identität offen aus. Die zweite Folge „Out“ befasst sich mit der Integration der Homosexualität in die Massenkultur und zeigt auf, wie die breite Öffentlichkeit durch die sukzessiven Coming-outs Verständnis für die Situation und den Kampf dieser Bevölkerungsgruppe entwickelt.

Zusatzinfo:
Ein weiterführendes Internetdossier finden Sie unter creative.arte.tv

Freitag, 14.06. / 23 35 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Von Hardenberg, Tita
Online verfügbar von 16/06 bis 14/09
Erstausstrahlung

Freitag, 14.06. / 00.20 Uhr / Hellfest 2016: Twisted Sister - Rammstein - The Offspring – Turbonegro
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        71 Min.
Regie: Adrien Soland
Mit: Rammstein, Turbonegro, Foreigner, Napalm Death, Twisted Sister, The Offspring, Dropkick Murphys, Ghost, Korn
Online verfügbar von 16/06 bis 23/06
Erstausstrahlung

Einmal im Jahr verwandelt sich das verschlafene westfranzösische Dorf Clisson in die europäische Hauptstadt der Metal-Szene. ARTE ist auch dieses Jahr wieder mit dabei, zeigt aber auch die Highlights der letztjährigen Ausgabe. Die umjubelten Acts der Hellfest-Ausgabe 2016 waren Twisted Sister, Foreigner, Napalm Death, Turbonegro, The Offspring, Dropkick Murphys und nicht zuletzt Rammstein. Den krönenden Abschluss bilden die Auftritte der schwedischen Grammy-Award-Gewinner Ghost und der kalifornische Band Korn.

Für manche ist es Lärm, aber die wahren Kenner wissen: Der Olymp der Hardcore-Szene steht gleich neben einer Kuhweide. Bevor das Hellfest-Festival auch in diesem Jahr wieder das Dörfchen Clisson in der Bretagne zum Kochen bringt, bietet ARTE noch einmal die explosive Mischung der letztjährigen Ausgabe. Durch die Sendung führt Edouard Fouré Caul-Futy und kommentiert den Rückblick auf die gefeierten Acts der Hellfest-Ausgabe 2016: Twisted Sister, Foreigner, Napalm Death, Turbonegro, The Offspring, Dropkick Murphys – bis hin zum regelrechten Feuerwerk mit Rammstein.

Die Sendung zeigt bisher im Fernsehen unveröffentlichte Aufnahmen großer Acts und liefert zum krönenden Abschluss die Auftritte der schwedischen Grammy-Award-Gewinner Ghost und der kalifornische Band Korn.

© arte
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