Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Sonntag, 19.08. / 05.20 Uhr / Der Maler Gérard Fromanger
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        53 Min.
Regie: Serge July, Daniel Ablin
Autor: Serge July
Online verfügbar von 19/08 bis 27/08

Als Reaktion auf die US-amerikanische Pop-Art entstand in Frankreich in den 1960er Jahren die sogenannte narrative Figuration. Wie die Pop-Art auch setzt sie sich kritisch mit der Konsum- und Mediengesellschaft auseinander, wobei ihre Vertreter sich eher als Antwort auf die Pop-Art denn als ihr transatlantisches Pendant verstanden.    Der Maler Gérard Fromanger war in den 1960er Jahren Teil der Bewegung, welche die narrative Figuration entscheidend prägte. Für ihn ist die Malerei ein Medium, das den globalen Wandel zu visualisieren vermag und ihn begreifbar macht. Angelehnt an Picasso und Duchamp, verbindet er in seinen Werken gegenständliche mit konzeptuellen Elementen. Seine Bilder sind eine Symphonie aus sich überlagernden menschlichen Silhouetten, aus Linien, die sich suchen, vernetzen und verlaufen – und eine Symphonie der Farben, wobei Rot dominiert.    Die Filmemacher Serge July und Daniel Ablin entschlüsseln die Bildsprache des Künstlers und begeben sich auf eine spannende Reise durch die moderne und zeitgenössische Kunst. Gérard Fromanger ist ein leidenschaftlicher Erzähler, der viele einflussreiche Künstler und Denker kennengelernt hat: von Jacques Prévert über Jean-Luc Godard und Eduardo Arroyo bis hin zu Michel Foucault.    Die Dokumentation zeigt den Maler im Gespräch mit Kunstexperten und begleitet ihn bei der Arbeit in seinen Ateliers in Paris und in der Toskana. Darüber hinaus entsteht vom ersten bis zum letzten Pinselstrich vor laufender Kamera ein neues Gemälde.

Sonntag, 19.08. / 12.00 Uhr / Live Art ~ Ein Archiv für flüchtige (Performance-) Kunst
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 19/08 bis 27/08
Erstausstrahlung

Wie erzählt man Geschichten, die alle Strömungen der Kunst überdauern? Die 1936 geborene New Yorker Künstlerin Joan Jonas bespielte den US-Pavillon bei der Biennale Venedig 2015. Eine späte offizielle Anerkennung für die Pionierin der Performance- und Multimedia-Kunst, die sechsmal an der Documenta in Kassel teilgenommen hat, der weltweit wichtigsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Jonas‘ Schaffen ist allgemein anerkannt, allerdings nur in der Kunstwelt. Der breiten Öffentlichkeit ist sie nach wie vor unbekannt – vielleicht, weil ihre Werke immer eher introspektiv und psychologisch waren als spektakulär oder aktionistisch. Und vielleicht, weil es für die marktbeherrschenden privaten Sammler zu schwierig ist, ihre Arbeiten zu zeigen.  

In den großen Museen der Welt dagegen sind sie vertreten: vom MOMA in New York über das Pariser Centre Pompidou bis zum Stedelijk Museum in Amsterdam. Für die Biennale Venedig schuf Joan Jonas die Installation „They Come to Us without a Word“, die aus verschiedenen Projektionen, Klängen, Objekten und Lichtspielen zu zentralen Themen bestand, die in ihrem Werk immer wiederkehren: Kindheit, Natur, Körper und Bewegung. Bei einer Performance mit Live-Musik des berühmten US-amerikanischen Jazz-Pianisten Jason Moran wandelte sich die Installation zu einer Art Theaterstück.   

Mit zahlreichen Auszügen aus Mitschnitten ihrer Performances und präzisen Aufnahmen einiger zentraler Installationen, die bei einer großen Joan-Jonas-Retrospektive im Mailänder HangarBicocca zu sehen waren, zeichnet die Dokumentation ein Bild ihres rund 50-jährigen Schaffens nach. Dabei hat sie stets Abstand zum kommerziellen Markt gewahrt. In ihrem New Yorker Atelier erläutert Jonas ihr Konzept der theatralen Performance auf der Bühne, die jegliche direkte Interaktion mit dem Publikum verweigert und so den intimen Charakter betont. Diese diskrete und zugleich starke Präsenz der Künstlerin kennzeichnet bis heute ihre sehr persönliche künstlerische Handschrift.

Sonntag, 19.08. / 17.35 Uhr / West Side Story ~ Bernsteins Broadway Hit
Schwerpunkt: Leonard Bernstein forever
Dokumentation, Deutschland, 2018, NDR        52 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 19/08 bis 26/08
Erstausstrahlung

In New York hat 1957 ein Musical Premiere, das zu einem Welthit wird. Mit einer völlig neuen Mischung aus Jazz und lateinamerikanischer Musik schreibt Leonard Bernstein Musicalgeschichte. Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim und Leonard Bernstein gehen ein hohes Risiko ein. Rivalisierende Jugendgangs, eine verbotene Liebe, drei Tote und kein Happy End. Das hat es am Broadway bis dahin nicht gegeben. "West Side Story" bricht mit allen Konventionen. Sie ist Bernsteins größter Triumph als Komponist und das meistgespielte Musical überhaupt. Doch wie ein Fluch liegt sie auf seinem übrigen Schaffen. Der enorme Popularitätserfolg des Musicals übertrifft alles, was er später schreibt. Erst wenige Jahre vor seinem Tod spielt Bernstein sein Erfolgsmusical auf Schallplatte ein, obwohl ihm seine symphonischen Werke längst viel wichtiger sind.     Der Dokumentarfilm erzählt die spannende Entstehungsgeschichte der "West Side Story", was sie Bernstein bedeutete und wie sie zu einem Welthit wurde. Der Film geht in New York, Los Angeles, Washington und Wien auf Spurensuche und zeigt, wie aktuell das Remake des Shakespeare’schen "Romeo und Julia"-Stoffes noch heute ist. "West Side Story" erzählt von einer Gesellschaft im Umbruch, in der Rassenkonflikte tödlich enden und die Liebe der Gewalt unterliegt. Doch "West Side Story" ist auch ein Meilenstein und ein Wendepunkt in Bernsteins Leben. Mit ihr hat er seine Sehnsucht nach erfüllter Liebe, Frieden und Freiheit zum Ausdruck gebracht und damit Millionen Menschen Hoffnung auf eine bessere Welt gegeben.

Sonntag, 19.08. / 18.30 Uhr / James Gaffigan feiert 100 Jahre Bernstein
Schwerpunkt: Leonard Bernstein forever
Musik, Finnland, Frankreich, 2018, ARTE, YLE        34 Min.
Regie: Riikka Lehtinen, Antti Lappi
Dirigent: James Gaffigan
Komponist: Leonard Bernstein
Orchester: Finnish Radio Symphony Orchestra
Online verfügbar von 19/08 bis 18/09
Erstausstrahlung

Kaum ein Komponist hat die Popkultur des 20. Jahrhunderts so stark geprägt wie Leonard Bernstein. Der US-Amerikaner verband klassische Musik aus Europa mit Jazz, Pop und lateinamerikanischem Mainstream; als Orchesterleiter bediente er geschickt die Codes des neuen Massenmediums Fernsehen. Die Musiksendungen, die er über Jahrzehnte sprachgewandt und humorvoll moderierte, begeisterten Millionen amerikanischer TV-Zuschauer für klassische Musik und machten ihn landesweit berühmt.    Neben seinen zahlreichen Beschäftigungen – er war auch ein hervorragender Pianist – fand Bernstein stets noch Zeit zum Komponieren. Seine größten Hits schrieb er in seinen 40 ersten Lebensjahren: Die Ouvertüre zu „Candide“ (1956) gehört sicher zu den meistgespielten amerikanischen Stücken des 20. Jahrhunderts, und „West Side Story“ (1957) zu den weltbesten Musicals.    Die Geschichte veranschaulicht die Zeitlosigkeit des „Romeo und Julia“-Motivs nicht nur in der westlichen Kultur; das Werk wirkt in Handlung und Musik bis heute erstaunlich universell. Die verschiedenen Stücke des Musicals wurden immer wieder auch einzeln aufgeführt; 1961 arrangierte Bernstein einige von ihnen als Orchestersuite unter dem Titel „Symphonic Dances from West Side Story“. In der Suite befinden sich unter anderem die populären Stücke „Somewhere“, „Mambo“ und „Rumble“, bei dem die Anführer der beiden Gangs getötet werden.    ARTE zeigt das Bernstein-Jubiläumskonzert aus dem Konzerthaus Musiikkitalo in Helsinki. Es spielt das Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung des US-amerikanischen Dirigenten James Gaffigan. In der Dokumentation kommt er in kurzen einführenden Interviewsequenzen selbst zu Wort.

Sonntag, 19.08. / 00.00 Uhr / Leonard Bernstein - Das zerrissene Genie
Schwerpunkt: Leonard Bernstein forever
Dokumentation, Deutschland, 2018, ZDF        53 Min.
Regie: Thomas von Steinaecker
Mit: Leonard Bernstein
Online verfügbar von 19/08 bis 17/11
Erstausstrahlung

Er hat alles erreicht: weltbekannter Dirigent, dem die Herzen des Publikums zufliegen, Entdecker und Förderer vergessener wie junger Talente, Philanthrop und Gewissen einer ganzen Nation, Komponist des populären Musicals "West Side Story" und Gastgeber einer Musik-Show, die über viele Jahre höchste Einschaltquoten erzielt. Dann zieht sich Leonard Bernstein Ende der 60er Jahre überraschend als Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker zurück. Er braucht Zeit zum Komponieren. Sein Ziel: eine große amerikanische Oper, die die Geschichte des Landes spiegelt und die Bevölkerung politisch eint. Der Versuch, sein Meisterwerk zu schreiben, fällt zusammen mit der dramatischen Suche nach seinem eigentlichen Ich. Die Ereignisse bringen ihn künstlerisch wie privat an seine Grenzen. In der Dokumentation geben Bernsteins Kinder Jamie, Nina und Alexander neue Einblicke in das Leben ihres Vaters. Sein langjähriger Assistent John Mauceri erzählt vom fortwährenden musikalischen Kampf Bernsteins. Stephen Wadsworth, sein letzter Librettist, berichtet von der komplexen Zusammenarbeit an der Oper "A Quiet Place", und der Musikjournalist Alex Ross zählt Bernstein zu den ganz großen Komponisten des 20. Jahrhunderts: In seiner szenischen Messe greife er die Jugendbewegung der 60er Jahre auf, sein Musical über das Weiße Haus, "1600 Pennsylvania Avenue", sei ein Kommentar zum Watergate-Skandal und "A Quiet Place" ziehe eine verstörende Bilanz des amerikanischen (Alp-)Traums. Leonard Bernstein selbst ist in der Dokumentation zum 100. Geburtstag in bislang unveröffentlichten Aufnahmen zu sehen.

Sonntag, 19.08. / 00.55 Uhr / Die Young People's Concerts ~ What Is Mode?
Musik, USA, 2018, ZDF        60 Min.
Produzent: Elmar Kruse, Cmajor
Erstausstrahlung

Es war die erste Folge Young People’s Concerts in Farbe: Für diesen historischen Moment im amerikanischen Fernsehen hatte sich Bernstein ein durchaus anspruchsvolles Thema vorgenommen. „Was ist eine Tonart?“, war die Frage, die ihn, das Orchester und das Publikum über die Dauer von fast einer Stunde beschäftigte. Der Anlass, sich damit auseinanderzusetzen entnahm er aus seinem persönlichen Familienalltag: Seine Tochter Jamie, die Probleme hatte, einen damals aktuellen Beatles-Song mit den ihr bekannten Griffen auf der Gitarre nachzuspielen, benötigte dafür ein besseres Verständnis des Begriffs Tonart. Bernstein nahm dies als Ausgangspunkt für eine Reise durch die Musikgeschichte.Der Zuschauer ist vielmehr auch Zuhörer: Er erfährt, dass es außer in Dur und Moll noch viel mehr Möglichkeiten gibt, Musik zu komponieren. Dabei gibt die erste Folge des Young People’s Concerts nicht nur das kompositorische Geheimnis, das dem Zauber der Musik Debussys zugrunde liegt, preis, sondern zeigt auch, dass die damals großen Hits der Beatles oder Kinks aus demselben musikalischen Holz geschnitzt wurden ...

Sonntag, 19.08. / 01.55 Uhr / Leonard Bernstein : Mass
Schwerpunkt: Leonard Bernstein forever
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F        110 Min.
Regie: Francois-Rene Martin
Dirigent: Wayne Marshall
Chor: Choeur De L'Orchestre De Paris
Orchester: Orchestre De Paris
Erstausstrahlung

Mittwoch, 22.08. / 05.00 Uhr / Berlin Live: Apocalyptica
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        62 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 22/08 bis 21/09

Eine neue Folge von „Berlin Live“ mit einer ganz besonderen Musikrichtung: drei Celli und ein Schlagzeug auf der Bühne – das kann nur eines bedeuten: Die Finnen von Apocalyptica sind los! Im Gepäck haben sie ihr nagelneues Album „Shadowmaker“, das sie zusammen mit dem Sänger Franky Perez auf die Berlin Live-Bühne bringen. „Killer-Refrains, köstlich dunkle Untertöne und guter alter Vollgas Speedmetal“ verspricht die Ankündigung, und die intime Berlin Live-Atmosphäre ist wie geschaffen dafür, den Saal in einen Hexenkessel zu verwandeln.    Zugleich können Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen und Perttu Kivilaakso sowie Drummer Mikko Sirén ihre ganze Virtuosität ausspielen und einmal mehr beweisen, warum sie auch nach 22 Jahren Bandgeschichte weder Durchschnitt noch langweilig sind. Und mit Recht der Inbegriff von „Cello-Metal“ und Crossover der ganz besonderen Art.    

Donnerstag, 23.08. / 22.25 Uhr / Im Kunstrausch
Dokumentarfilm, Frankreich, Deutschland, Belgien, 2013, ARTE F        86 Min.
Regie: Marianne Lamour
Online verfügbar von 23/08 bis 30/08

In den letzten Jahren haben einflussreiche neue Sammler den zeitgenössischen Kunstmarkt, den bis dahin ein kleiner Kreis von Kunstprofis beherrschte, aufgemischt. Die gezielten Spekulationen dieser milliardenschweren Käufer brachten neue Kunstrichtungen und neue Künstler mit internationalem Anspruch hervor und trieben die Preise in unvorstellbare Höhen: Was sind die eigentlichen Ziele? Wer sind die Akteure? Welchen Stellenwert hat dabei künstlerische Kreativität? Heute können sich zeitgenössische Kunstmessen wie die Pariser FIAC vor Besuchern kaum noch retten: „Arty“ zu sein ist mittlerweile in, so wie man früher cool und rebellisch sein musste, um dazuzugehören. Das Publikum des Kunstmarkts hat sich ebenso verändert wie seine Akteure. Der Dokumentarfilm zeigt die ans Irrationale grenzende Begeisterung für eine Kunstsparte, die bisher einem kleinen Kreis von Ästheten und aufgeklärten Kunstliebhabern vorbehalten war. Von New York und Miami über Hong Kong, Singapur, Shanghai und Doha bis nach Basel und Venedig recherchierten die Regisseurin des Films, Marianne Lamour, und die Autorinnen, Danièle Granet und Catherine Lamour, im Kunstmilieu und unter seinen global agierenden Akteuren. Dabei werden auch die Maßlosigkeit und die Verirrungen sichtbar, die den internationalen Kunstmarkt mittlerweile prägen.

Freitag, 24.08. / 05.00 Uhr / Berlin Live: The Dø
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        58 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 24/08 bis 23/09

Das französisch-finnische Duo The Dø, bestehend aus Olivia Merilahti und Dan Levy, musizieren erstmals 2004 gemeinsam, als sie zusammen an einem Soundtrack arbeiten. Ihr Debutalbum, bei dem sie bei aller Eingängigkeit mit Raffinesse und ungewöhnlichem Bläser- und Streichereinsatz ihren ganz eigenen Sound kreiert und manifestiert haben, schafft es 2008 an die Spitze der französischen Charts.    Mittlerweile haben sie sich mit ihrem dritten Album „Shake Shook Shaken“ komplett der elektronischen Musik verschrieben, mit dem Fokus auf synthetische Dance-Sounds und Percussion.    So minimalistisch der Sound, so vielseitig lenkt die Musik von The Dø die Zuhörer durch Militärrhythmen, urtümliche Atmosphäre und kosmische Weiten. Unberechenbarkeit wird zum Prinzip – und The Dø auf der „Berlin Live“-Bühne zum einmaligen Erlebnis.

Freitag, 24.08. / 22.40 Uhr / With Full Force Festival 2018
Hard- and Punkcore with Body Count feat. Ice-T und Parkway Drive
Schwerpunkt: ARTE Festivalsommer
Musik, Deutschland, 2018, ZDF        60 Min.
Regie: Yves Zosso
Erstausstrahlung

Sein 25-jährigesJubiläum beging Mitte Juni 2018 das With Full Force Festival, die Fans der extrem harten Musik feierten auf dem Ausstellungsgelände Ferropolis in Sachsen-Anhalt mehr als 60 hochkarätige Bands. Das größte ostdeutsche Crossover-Festival steht für puren Metal, Metalcore, Hardcore und Punkrock! Body Count sind die unbestrittenen Vorreiter des Crossover. Die von Rapper Ice-T 1989 gegründete Band hat ihren einzigartigen Sound aus Rap-, Metal- und Punkelementen bis heute beibehalten und brachte damit das With Full Force Festival 2018 zum Ausrasten. Die Band Parkway Drive überzeugt schon seit über 15 Jahren das Publikum mit Hard- und Metalcore-Tracks vom Allerfeinsten. Mit unzähligen Tourneen rund um die Welt und aktuell sieben genialen Studioalben, die nur so vor Energie und Kreativität strotzen, hat sie ihren Status als eine der wichtigsten Bands verfestigt, die das Genre je hervorgebracht hat.

Sonntag, 26.08. / 11.45 Uhr / Live Art ~ Ein Archiv für flüchtige (Performance) Kunst
Magazin, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Heinz Peter Schwerfel
Online verfügbar von 26/08 bis 25/09
Erstausstrahlung

Was ist eine lebende Skulptur? Für „14 Rooms“ wurden 14 internationale Künstler dazu eingeladen, in einem von Herzog & de Meuron gestalteten Raum jeweils ein Zimmer mit einer Performance zu bespielen. Unter den Performance-Künstlern waren unter anderem Marina Abramovic, Allora & Calzadilla, Ed Atkins und John Baldessari. In den interaktiven Erlebnisräumen kam es zu überraschenden und oft auch bewegenden Begegnungen zwischen den Betrachtern und den Akteuren.

„14 Rooms“ war ein einmaliges Ausstellungskonzept, bei dem von 14 Performance-Künstlern weiße, 25 Quadratmeter große Räume mit lebenden Skulpturen bespielt wurden. Hinter jeder Tür entstand dabei eine neue Situation. In „14 Rooms“ wurde das Verhältnis von Raum, Zeit und Körperlichkeit anhand einer interaktiven Kunstpraxis erforscht, deren „Material“ der Mensch ist. Die Dokumentation zeigt nicht nur das Ausstellungsprojekt, sondern gibt auch einen geschichtlichen Überblick über die Performance als subjektive und vergängliche Kunstform, von den Pionierinnen Joan Jonas und Marina Abramovic bis hin zu den neueren Kreationen von Santiago Sierra (Spanien), Damien Hirst (Großbritannien) und Xu Zhen (China).    Die oft sehr intimen Performances wurden diskret mit einer beweglichen, manchmal auch versteckten Kamera gefilmt. So können die Betrachter und ihre Reaktionen beobachtet und dank Zeitraffer ein Gefühl für die Gesamtdauer der einzelnen Kunstwerke vermittelt werden. Ferner wird dem Zuschauer ein Einblick hinter die Kulissen und in die Proberäume gewährt.    Dazu gibt es zahlreiche Interviews mit den Performern, mit Künstlern wie Marina Abramovic, Joan Jonas, Otobong Nkanga und Laura Lima, mit dem Architekten Jacques Herzog – dessen Büro Herzog & de Meuron die 14 Räume entworfen hat – sowie mit den beiden Kuratoren der Ausstellung, Klaus Biesenbach (Leiter des MoMA PS1) und Hans Ulrich Obrist. Das Projekt „14 Rooms“ ist eine Kooperation zwischen der Fondation Beyeler, der Art Basel und dem Theater Basel aus dem Jahr 2014.

Sonntag, 26.08. / 17.15 Uhr / Das Plakat - Die Geburt der modernen Werbung
Dokumentation, Deutschland, 2017, NDR        52 Min.
Regie: Adolfo Conti
Online verfügbar von 26/08 bis 24/11
Erstausstrahlung

Die neue Ära begann Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin, München und Wien. Drei Grafiker setzten erstmals die Produkte der Industrialisierung neu in Szene: Autos, Zigaretten und Modeartikel wurden jetzt auf große Flächen projiziert, mit einer neuen Drucktechnik vervielfältigt und an Hauswände und Litfaßsäulen geklebt. Die drei Künstler hießen Lucian Bernhard, Ludwig Hohlwein und Julius Klinger, und sie veränderten die Werbung für immer. Statt Bilder kunstvoll zu gestalten, sahen sie sich als Gebrauchsgrafiker – mit der Aufgabe, ein Produkt, eine Marke oder ein Ereignis in den Vordergrund zu setzen. Damit kehrten sie der Komplexität des Jugendstils den Rücken und propagierten jeder für sich einen ganz eigenen und neuen Blick auf die Plakatkunst. Die Dokumentation von Adolfo Conti erzählt anhand vieler anschaulicher Beispiele die Geschichte der drei Ausnahmegrafiker und wie das Plakat innerhalb von wenigen Jahren die Werbung revolutionierte. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts entstand das Sachplakat, das reduziert und großflächig die Produkte und Markennamen projizierte. Es entstanden aber auch Bilder mit Emotionen und Ikonen, die später von den Nationalsozialisten kopiert und missbraucht wurden. Und es gab auch originelle und humorvolle Werbegrafiken, die den Zuschauer aufmerksam machen und zum Schmunzeln bringen sollten. Die Werke dieser Grafikkünstler kosten keine Millionen, und trotzdem haben die drei Gestaltungsgeschichte geschrieben. Die Dokumentation erzählt zum ersten Mal ihre Geschichte.

Sonntag, 26.08. / 18.10 Uhr / Konzert auf dem Mailänder Domplatz ~ Nikolaj Znaider, Riccardo Chailly, Orchester der Mailänder Scala
Musik, Frankreich, Italien, 2017, ARTE, RAI        58 Min.
Regie: Patrizia Carmine
Dirigent: Riccardo Chailly
Komponist: Peter I. Tschaikowsky, Nino Rota, Ottorino Respighi
Orchester: Filarmonica della Scala
Mit: Nikolaj Znaider (Geige)
Online verfügbar von 26/08 bis 24/11

Der Domplatz in Mailand, Herzstück der lombardischen Metropole und ein Muss für Touristen, verwandelt sich zum 5. Mal in eine Open-Air-Konzertbühne. Zu dem Ereignis werden 40.000 Menschen erwartet. Den Auftakt des Konzerts bildet ein ebenso berühmtes wie beliebtes Werk: Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur, interpretiert vom Geigenvirtuosen Nikolaj Znaider. Im zweiten Teil enthüllt Maestro Riccardo Chailly Facetten der italienischen Musik, mit von Nino Rota für Federico Fellini komponierter Filmmusik und der Symphonie „Pini di Roma“ von Ottorino Respighi.

Sonntag, 26.08. / 00.20 Uhr / Die Akte Tschaikowsky ~ Bekenntnisse eines Komponisten
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF        52 Min.
Regie: Ralf Pleger

Mit: Vladimir Malakhov, Cameron Carpenter, Philip Ross Bullock, Kadja Grönke, David Garcia
Online verfügbar von 26/08 bis 02/09

Peter Tschaikowsky (1840-1893) ist in Russland ein Nationalheld. Dass der Komponist homosexuell war, wird oft verschwiegen, denn das ist vielerorts immer noch ein Tabu. Bis hin zu den mysteriösen Umständen seines frühen Todes war Tschaikowskys Leben ein Ringen mit der Homosexualität.    Die Dokumentation erzählt seine Geschichte auf eine radikal neue Weise, als eine Art Videotagebuch, das auf Selbstaussagen des Komponisten fußt.
 Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms stehen Tschaikowskys Beziehungen, seine Ehe, mit der er den Schein zu wahren versuchte und die für beide Ehepartner zur Hölle wurde, sowie die oft flüchtigen Liebschaften mit Männern. Briefe und Tagebuchnotizen zeugen von Tschaikowskys Hadern mit sich und der Welt und liefern den Stoff für das packende Psychogramm.    Angetrieben von den Analysen der Tschaikowsky-Experten schickt der Filmemacher Ralf Pleger den Komponisten auf eine Tour de Force durch das heutige Berlin. Ob schwule Community, Auswahl eines Brautkleides, Verführung vorm Kaminfeuer oder ein Abstecher nach Florenz: Es entsteht eine Welt, gesehen mit Tschaikowskys Augen, durch das Objektiv seiner Handycam. Mit diesem filmischen Kunstgriff rückt die Aktualität von Tschaikowskys Schicksal in den Mittelpunkt, ebenso wie die oft verkannte Modernität seiner emotional berührenden Musik.    Für einen dokumentarischen Faktencheck des rauschhaft inszenierten Filmes sorgen die Interviews mit internationalen Künstlern und Experten. Ballett-Star Vladimir Malakhov und der exzentrische Organist Cameron Carpenter, bekannt für originelle Deutungen des Werkes von Tschaikowsky, sprechen über ihre eigenen Erfahrungen als schwule Künstler. Die Analysen des Biografen Philip Ross Bullock, der Tschaikowsky-Forscherin Kadja Grönke und des Psychologen David Garcia helfen, Tschaikowskys Sicht der Dinge psychologisch und historisch einzuordnen und in einem größeren Kontext zu sehen. So ist "Die Akte Tschaikowsky" vor allem ein Film über die menschliche Tragödie des Andersseins und das Ringen mit der Frage: Wer bin ich?

Zusatzinfo: Der Filmemacher Ralf Pleger ist einer der profiliertesten deutschen Regisseure im Bereich der klassischen Musik. Er ist für seine Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Zuletzt hat er mit der Gebrüder Beetz Filmproduktion die Filme "Die Akte Beethoven" und "Wagnerwahn" umgesetzt. "Wagnerwahn" wurde 2013 beim World Film Festival in Montréal mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und 2014 für einen Emmy nominiert.

Sonntag, 26.08. / 01.10 Uhr / Joshua Bell interpretiert Tschaikowskys Violinkonzert
Musik, Tschechische Republik, Frankreich, 2016, CT, ARTE        44 Min.
Regie: Adam Rezek
Dirigent: Jirí Belohlávek
Komponist: PeterTschaikowsky
Orchester: Ceská Filharmonie

Mit: Joshua Bell (Violine), Bernarda Fink (Mezzosopran), Pavel Cernoch (Tenor)
Online verfügbar von 26/08 bis 02/09

Der US-amerikanische Geiger Joshua Bell ist der Star dieses Konzerts in der Prager Philharmonie. Er interpretiert einen Klassiker der Violinliteratur, das Konzert von Peter Tschaikowsky. Es spielt die Tschechische Philharmonie unter Jiri Belohlavek.

Sein einziges Violinkonzert komponierte Tschaikowsky 1878. Der Geiger Leopold Auer sollte die Uraufführung spielen. Er fand das Stück jedoch unspielbar und lehnte ab. Uraufgeführt wurde es schließlich 1881 in Wien von Adolph Brodsky, der sich sehr für das Werk eingesetzt hatte. Begleitet wurde er von den Wiener Philharmonikern unter Hans Richter. Die Kritik war negativ, besonders der berühmt-berüchtigte Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick nahm kein Blatt vor dem Mund. Heute gehört das Werk zu den beliebtesten Werken der Violinliteratur.    Sein Debüt hatte Joshua Bell 1982 mit nur 14 Jahren unter Riccardo Muti am Pult des Philadelphia Orchestra. Der erste Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall 1985 war der Startschuss zur Weltkarriere. Seitdem arbeitet er mit den größten Orchestern und Dirigenten der Welt zusammen und spielt eine CD nach der anderen ein. Sein Katalog umfasst inzwischen mehr als 40 Einspielungen, viele davon wurden mit Preisen ausgezeichnet wie dem Mercury, Gramophone oder Echo Klassik.    Sein Repertoire umfasst neben den Klassikern des Repertoires, zu denen auch Tschaikowskys Violinkonzert gehört, auch viele Werke der Moderne und von zeitgenössischen Komponisten. Nicht wenige wurden eigens für ihn komponiert.    Seit 2011 ist Joshua Bell auch Leiter der von Sir Neville Marriner gegründeten Academy of St Martin in the Fields. Joshua Bells Instrument ist übrigens eine Persönlichkeit für sich: Seine „Gibson ex Huberman“ ist eine Stradivari, Baujahr 1713, die dem Vorbesitzer, dem polnischen Virtuosen Bronislaw Huberman, gleich zwei Mal gestohlen wurde.
Zusatzinfo: Die Tschechische Philharmonie zählt zu den besten Orchestern der Welt und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Antonin Dvorak hat viele seiner Werke selbst dirigiert, und Gustav Mahler hat mit dem Orchester seine 7. Symphonie aufgeführt. Seit 2012 ist wieder, nach einer Pause von 20 Jahren, Jiri Belohlavek für den Klang des Orchesters zuständig. Der gebürtige Prager und ausgebildete Cellist studierte bei Sergiu Celibidache. Von 1977 bis 1990 war er Chefdirigent der Prager Symphoniker, danach einige Jahre lang erster Gastdirigent und dann Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra in London.

Montag, 27.08. / 05.00 Uhr / E. Krivine dirigiert Rachmaninow
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        47 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Dirigent: Emmanuel Krivine
Komponist: Sergej Rachmaninow
Orchester: Orchestre National de France
Mit: Denis Mazujew (Klavier)
Online verfügbar von 27/08 bis 03/09

Unter der Leitung von Emmanuel Krivine bringt das Orchestre National de France ein Programm mit Werken von Sergej Rachmaninow zu Gehör. Ein Konzert mit Symbolkraft, denn der französische Dirigent steht dem Orchester seit September 2017 als musikalischer Direktor vor. Rachmaninows 1909 entstandenes Klavierkonzert Nr. 3 gilt als eine der schwersten Kompositionen des Pianorepertoires. Bei dem glanzvollen Konzert, das für ARTE am 12. Januar 2017 im Pariser Maison de la Radio aufgezeichnet wurde, interpretiert der russische Pianist Denis Mazujew dieses ausdrucksstarke Werk.

Freitag, 31.08. / 21.45 Uhr / Rock'n'Roll of ... Corse!
Dokumentarfilm, Frankreich, 2010, ARTE F        87 Min.
Regie: Lionel Guedj, Stéphane Bébert
Mit: Henry Padovani
Online verfügbar von 31/08 bis 05/10
Erstausstrahlung

Henry Padovani: Dieser Name steht in Verbindung mit einer Vielzahl von Musikgruppen und bekannten Künstlern. 1976 kam der 24-jährige Korse Padovani nach London. Hier wurde er Augenzeuge und Akteur der Punk-Revolution. Der Dokumentarfilm zeichnet den Werdegang dieses außergewöhnlichen Künstlers nach – von der Band The Police, die er mit begründete, über The Clash und die Sex Pistols bis hin zu R.E.M., die er bei I.R.S. Records unter Vertrag nahm, und den von ihm gemanagten Zucchero.

Es war ein Geschenk des Himmels, dass ich mit gerade mal 24 Jahren so ein Abenteuer erleben durfte. Ich kannte ganz London, ganz London kannte mich. Ich war ‚der Korse‘, der korsische Gitarrist.“    Henry Padovani: Im Alter von 24 Jahren kam dieses Ausnahmetalent im Dezember 1976 nach London. Schließlich wurde er zu einem der Hauptakteur der Punk-Revolution. Der korsische Musiker und Gitarrist, der quasi aus dem Nichts auftauchte, drückte der Musikszene der 80er Jahre seinen Stempel auf: Im Januar 1977 gründete er zusammen mit Stewart Copeland die Band The Police, bei deren Comeback er gut 30 Jahre später vor 80.000 Zuschauern im Pariser Stade de France mit auf der Bühne stand.     Doch dem nicht genug: Nicht zu vergessen ist, dass er bei The Clash, The Who, The Pretenders und auch bei den Sex Pistols mitmischte. Es war Padovani, der R.E.M. unter Vertrag nahm. Kaum zu glauben, aber er wurde sogar zu Zuccheros Manager. Mit all diesen Künstlern teilte Henry Padovani die Musik, vor allem aber ein Leben für den Rock 'n' Roll.

Freitag, 31.08. / 23.15 Uhr / Melt Festival 2018
Schwerpunkt: ARTE Festivalsommer
Musik, Deutschland, 2018, ZDF        60 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 31/08 bis 29/11
Erstausstrahlung

Mit 20.000 Besuchern jährlich, einer einzigartigen Kulisse und den Auftritten von Top-Acts aus den Genres Indie, Pop und Elektro ist das Melt inzwischen längst eine Institution in der deutschen Festival-Landschaft. Auf ARTE Concert werden viele Konzerte der Hauptbühne vom 13. bis 15. Juli live gestreamt und anschließend als VOD auf concert.arte.tv/melt abrufbar sein. Unter anderem sind 2018 folgende Bands auf den Bühnen mit dabei: Cigarettes After Sex, Tyler The Creator, Florence + the Machine, Jon Hopkins live, WhoMadeWho, Hundreds, ODESZA, Fever Ray, The Blaze, Fischerspooner, Little Dragon, The xx, BadBadNotGood.

Samstag, 01.09. / 00.05 Uhr / Square für Künstler
Carte Blanche für André Heller, Kulturmanager & Autor
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE        26 Min.
Sonntag, 02.09. / 16.55 Uhr / Metropolis
Magazin, Deutschland, 2018, HR        43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Bergen - Klein aber besonders, die „heimliche Hauptstadt“ Norwegens bringt eigenwillige Künstler hervor
(2): Tanzexperiment: Emanuel Gat lotet das Verhältnis von Musik und Tanz aus

(1): Metropolenreport: Bergen - Klein aber besonders, die „heimliche Hauptstadt“ Norwegens bringt eigenwillige Künstler hervorZwischen Wikingertradition und internationaler Avantgarde, mit einer Schreibkunstakademie, die Karl Ove Knausgard hervorgebracht hat und Tomas Espedal. Der führt „Metropolis“ durch die Stadt und ihre Kunstszene.

(2): Tanzexperiment: Emanuel Gat lotet das Verhältnis von Musik und Tanz aus
Zwölf Tänzer und 13 Musiker reagieren aufeinander, erschaffen bei jeder Vorführung ein spontanes Stück. Der Choreograph Emanuel Gat hat Musik studiert, bevor er Tänzer wurde. Beim Theaterfestival in Avignon trifft seine Kompanie auf das älteste deutsche Ensemble für zeitgenössische Musik.

Sonntag, 02.09. / 17.40 Uhr / Seiji Ozawa dirigiert Beethovens Siebte Symphonie
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Musik, Deutschland, 2016, ARTE F        43 Min.
Regie: Yo Asari, Mari Inamasu
Dirigent: Seiji Ozawa
Komponist: Ludwig van Beethoven
Orchester: Saito Kinen Orchestra
Online verfügbar von 02/09 bis 10/09
Erstausstrahlung

Unter der Leitung von Seiji Ozawa spielt das Saito Kinen Orchestra Beethovens 7. Symphonie. Das Konzert wurde auf dem Seiji Ozawa Matsumoto Festival im Jahr 2016 für ARTE aufgezeichnet. Das Festival wurde 1992 von dem japanischen Dirigenten ins Leben gerufen.

Seiji Ozawa ist einer der letzten Vertreter der großen Pult-Legenden des 20. Jahrhunderts und der bekannteste Dirigent des Landes der aufgehenden Sonne. Den größten Teil seiner Karriere hat er im Ausland verbracht, in den USA und in Europa. Der langjährige Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra und der Wiener Staatsoper hat aber auch in seinem Heimatland viel für die klassische Musik getan – als Dirigent, Pädagoge und Initiator. Zu seinen großen Verdiensten gehört so auch das Saito Kinen Festival Matsumoto. Seit 1992 wird es in Matsumoto abgehalten, einer Stadt auf Japans Hauptinsel Honshu. Im Jahr 2015 wurde es in Seiji Ozawa Matsumoto Festival umbenannt.    In Matsumoto residiert auch das Saito Kinen Orchestra, das alljährlich japanische Orchestermusiker aus der ganzen Welt unter Seiji Ozawas Leitung vereint, das erste Mal 1984. Im August 2016 setzte Seiji Ozawa zwei Symphonien von Ludwig van Beethoven auf das Programm, Nr. 2 und 7.    ARTE zeigt die Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92, die Beethoven in den Jahren 1811/12 zeitgleich mit seiner 8. Symphonie komponierte und die am 8. Dezember 1813 bei der Uraufführung in Wien unter Beethovens Leitung auf große Begeisterung stieß. Das hatte musikalische, aber auch patriotische Gründe. Kurz zuvor wurde Napoleon bei Leipzig vernichtend geschlagen, und die Befreiungskriege waren in vollem Gange. Aufgezeichnet wurde das Konzert mit Seiji Ozawa an der Spitze des Saito Kinen Orchestra in der Kissei Bunka Hall.

Sonntag, 02.09. / 20.15 Uhr / African Queen
(The African Queen)
Spielfilm, USA, Großbritannien, 1951, ARD        100 Min.
Regie: John Huston
Autor: C.S. Forester
Kamera: Jack Cardiff
Schnitt: Ralph Kemplen
Musik: Allan Gray
Produktion: A Romulus - Horizon Production
Produzent: Sam Spiegel, John Woolf
Drehbuch: John Huston, James Agee, John Collier, Peter Viertel

Mit: Humphrey Bogart (Charlie Allnutt), Peter Bull (Kommandant der "Luisa",), Katharine Hepburn (Rose Sayer), Peter Swanwick (1. Offizier der "Shona"), Robert Morley (Samuel Sayer), Theodore Bikel (1. Offizier der "Luisa")

August 1914, im ostafrikanischen Dschungel: Der verwahrloste Kapitän und Alkoholschmuggler Charlie Allnutt legt mit seinem heruntergekommenen Schiff „African Queen" bei der Missionsstation des englischen Geistlichen Samuel Sayer und dessen Schwester Rose an. Er überbringt ihnen die Nachricht vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als kurz darauf deutsche Truppen das Dorf überfallen, wird Sayer getötet.    Daraufhin nimmt Charlie Allnutt die Schwester des Verstorbenen zu sich an Bord. Eine lange, gefährliche Fahrt über den Fluss Ulanga beginnt. Die beiden grundverschiedenen Menschen – sie ist sittenstreng und wohlerzogen, er schroff und trinkfreudig – sind jetzt auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Zunächst bringt Rose Allnutt an den Rand der Verzweiflung, als sie seinen gesamten Gin-Vorrat eines Nachts über Bord kippt. Sie verdrießt ihn obendrein mit ihrem patriotischen Plan, den deutschen Patrouillen-Dampfer „Luisa" auf dem nächsten See nicht etwa heimlich zu umgehen, sondern zum Kentern zu bringen.    Doch bei der Fahrt über gefährliche Stromschnellen, unter Beschuss der deutschen Soldaten, stellt Allnutt dann fest, dass die sonst so steife Rose die Gefahr förmlich genießt. Durch die gemeinsam bestandenen Abenteuer kommen sich die beiden allmählich näher. Nichts kann sie nun noch davon abhalten, Roses Plan, den deutschen Dampfer zu versenken, in die Tat umzusetzen …

Zusatzinfo: Regisseur John Huston, Drehbuchautor James Agee, Hauptdarsteller Humphrey Bogart und Hauptdarstellerin Katharine Hepburn wurden 1952 mit dem Film „African Queen“ für den Oscar nominiert. Am Ende erhielt Bogart die Trophäe für seine schauspielerische Leistung als Charlie Allnutt. Alles in allem eine „blendend inszenierte und gespielte Verfilmung eines satirischen Romans von C.S. Forester" (Lexikon des Internationalen Films).

Sonntag, 02.09. / 21.55 Uhr / Bacall on Bogart
Dokumentarfilm, USA, 1988, RBB        83 Min.
Regie: David Heeley

"Er hat mein Leben verändert," sagt die eloquente Lauren Bacall über Humphrey Bogart. "Er war mein Lehrer, mein Ehemann und mein Freund. Er war integer, ehrlich und mutig." In dem Dokumentarfilm "Bacall on Bogart" gibt Lauren Bacall einen umfassenden Überblick über die Karriere ihres Mannes. Sie beschreibt seinen Weg vom Theater über seine erste großartige Gangsterrolle in "Der versteinerte Wald" (1936) bis zur Auszeichnung mit der Oscar-Trophäe für die Rolle des Charlie Allnut in "African Queen" (1951).    Lauren Bacall versteht es glänzend, das Filmgeschäft in Hollywood lebendig werden zu lassen. Wer arbeitete mit wem und mit wem nicht? Was waren die Motive für eine Besetzung? Die Schauspielerin erinnert sich an ihre erste Rolle mit Bogart in "Haben und Nichthaben", bei der sich beide für die Kamera wie für ihr Leben unsterblich ineinander verliebten. Dabei wäre beinahe Cary Grant für diesen Film besetzt worden.    Und Regisseur John Huston erzählt, dass der "Die Spur des Falken" mit George Raft besetzt werden sollte. Raft traute aber dem Newcomer Huston die Arbeit nicht zu und lehnte ab. Nur so kam Bogart zu seiner glänzenden Rolle als Sam Spade. Durch "Casablanca" erkannte auch Produzent Jack Warner den romantischen Herzensbrecher in Humphrey Bogart. Bogart amüsierte sich sehr darüber und sagte nur, dass er sich nicht geändert habe: "Jeder, den die Bergman mit so viel Liebe in den Augen anschaut, muss doch Sexappeal haben!"

Sonntag, 02.09. / 23.20 Uhr / Seiji Ozawa, zurück in Japan
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        60 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Online verfügbar von 02/09 bis 09/09
Erstausstrahlung

Der im September 83-jährige Seiji Ozawa ist eine lebende Dirigenten-Legende. Er lernte bei Leonard Bernstein und Herbert von Karajan und leitete als erster Asiate ein großes westliches Orchester: das renommierte Boston Symphony Orchestra, an dessen Spitze er nahezu 30 Jahre lang stehen sollte. Der japanische Dirigent machte das Orchester aus Boston zu einem der berühmtesten Ensembles ganz Nordamerikas, öffnete das Tanglewood Festival einem breiten Publikum und war Namensgeber der Seiji Ozawa Hall, die 1994 in Tanglewood als Sommerquartier des Boston Symphony Orchestra erbaut wurde.    Mit seinem Wuschelkopf, den roten Turnschuhen und der Baseball-Kappe – seine zweite Leidenschaft neben der Musik – entsprach Seiji Ozawa nie dem Klischee eines "klassischen" Musikers. Seinen Stil hat der Maestro bis heute nicht abgelegt – auch wenn er inzwischen etwas weniger ausgefallen wirkt als in den 70er Jahren.    Da er an Speiseröhrenkrebs erkrankte, musste Seiji Ozawa beruflich kürzertreten, konnte nicht mehr ständig unterwegs sein und kehrte schließlich endgültig nach Japan zurück. Olivier Simonnet hat Ozawa fast zwei Jahre lang bei seinen Aktivitäten in Japan begleitet. Der berühmte Dirigent legt keinen Wert auf Ehrenbezeugungen, wichtiger ist ihm, dass er seine Liebe zur Musik mit anderen teilen kann. Deshalb steckt er viel Energie in Akademien zur Förderung von jungen Nachwuchsmusikern.    Seiji Ozawa spricht über Asien, die Entdeckung des westlichen Repertoires in Japan, große Komponisten und natürlich über die Weitergabe seines Könnens. Dabei wird auch sein gespaltenes Verhältnis zu seinem Heimatland deutlich: Der Musiker, der heute als Nationalheld gefeiert wird, war früher ein Outsider, der mit seinen Ansprüchen und seiner Freiheitsliebe aneckte. „Seiji Ozawa, zurück in Japan“ ist ein gelungenes Porträt, das den Lebensweg des Ausnahme-Dirigenten mit großer Achtsamkeit und Bewunderung nachzeichnet.

Sonntag, 02.09. / 00.25 Uhr / Händels Oratorium "Theodora" aus dem Théâtre des Champs-Elysées
Oper, Frankreich, 2015, ARTE F        183 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Dirigent: William Christie
Kostüme: Alison Chitty
Chor: Les Arts Florissants
Choreographie: Philippe Giraudeau
Komponist: Georg Friedrich Händel
Libretto: Thomas Morell (nach Robert Boyle)
Licht: Fabrice Kebour
Inszenierung: Stephen Langridge
Orchester: Les Arts Florissants

Mit: Katherine Watson (Theodora), Philippe Jaroussky (Didymus), Stéphanie d´Oustrac (Irene), Kresimir Spicer (Septimius), Callum Thorpe (Valens), Sean Clayton (Der Bote)
Online verfügbar von 02/09 bis 09/09

Im Entstehungsjahr des Oratoriums 1749 war Händel 64 Jahre alt, und seine großen Erfolge mit dem Genre der Opera seria lagen schon einige Zeit zurück. In den zehn Jahren zuvor hatte er sich zunehmend dem Oratorium zugewandt. Mit einer Dramatik, die den größten Tragödien in nichts nachsteht, erzählt das Werk vom Martyrium der keuschen Theodora, die zur Zeit der Christenverfolgung von den Römern hingerichtet wird. Nicht einmal die Liebe des bekehrten Zenturios Didymus vermag sie zu retten. Theodora liebt, leidet und stirbt mit erschütternder Aufrichtigkeit.    Händel selbst bezeichnete das Werk als sein Lieblingsoratorium, und in der Tat enthält es einige der schönsten Passagen, die er je komponiert hat. Die Partitur ist grandios: Der Komponist preist nicht nur die Kraft des Glaubens, sondern zeichnet auch komplexe psychologische Porträts der Figuren, die vom Strom der Ereignisse ihrer Zeit hilflos mitgerissen werden. Dem Chor kommt die Aufgabe zu, ergreifend emotional den Kontrast zwischen der vernichtenden Gewalt der Römer und dem Mitgefühl der Christen darzustellen.    Händels spätes Meisterwerk wurde am Pariser Théâtre des Champs-Elysées vom britischen Regisseur Stephen Langridge neu inszeniert, die musikalische Leitung hatte Händel-Kenner William Christie. Die Soloparts wurden mit erstklassigen Sängern besetzt: Die junge Katherine Watson übernahm die Titelrolle, Stéphanie d’Oustrac die der getreuen Irene und Philippe Jaroussky interpretierte den zum Christentum bekehrten Zenturio Didymus, der vergeblich versucht, seine geliebte Theodora zu retten.

Zusatzinfo: Die Inszenierung wurde am 16. Oktober 2015 für ARTE aufgezeichnet.

Montag, 03.09./ 17.10 Uhr / Unterwegs mit Gérard Depardieu - Japan (1/5): Fukui - Die Meister der Stille
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Sébastien Fallourd
Erstausstrahlung

In fünf Folgen bereist der Weltenbummler und Japan-Liebhaber Gérard Depardieu, der in Paris ein japanisches Feinkostgeschäft besaß, das Land der aufgehenden Sonne. Von der Kunst der japanischen Geishas bis zur buddhistischen Zazen-Meditation, von der traditionellen Papierherstellung bis zur Zubereitung des eigentlich hochgiftigen Kugelfischs, der in Japan als Delikatesse gilt: Bei seinen Begegnungen mit den Menschen und der Kultur des traditionsverbundenen Landes lässt sich der französische Schauspieler von seiner Neugierde und Entdeckungslust leiten.

In der Region um Fukui mit ihren wunderschönen Landschaften zwischen Meer, Bergen und Wäldern hat sich über mehrere Generationen hinweg eine Gastronomie im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten entwickelt. Gérard Depardieu trifft dort einen der Spezialisten des Fugu, der Zubereitung des eigentlich hochgiftigen Kugelfischs: Die teure Delikatesse kann bei falschem Aufschneiden des Fisches tödlich sein – und darf nur von wenigen japanischen Köchen zubereitet werden.    Im Tempel Eihei-ji erhält Gérard Depardieu eine Einführung in die Zazen-Meditation. 150 Mönche leben in der idyllisch gelegenen Anlage am Berghang und folgen einer seit über 700 Jahren unveränderten Lehre. In der Stille, in die sich nur die Klänge der Natur mischen, erfährt Gérard Depardieu ein intensives Gefühl von Frieden und Glück.    Die letzte Station der Folge führt den Kalligraphie-Freund Depardieu in ein Dorf, wo das traditionelle Washi-Papier hergestellt wird. Ein Kunsthandwerker, der vom japanischen Staat ausgezeichnet wurde, erläutert die Herstellung des besonderen Papiers, von dem Rembrandt einst so begeistert war, dass er auf keinem anderen Untergrund mehr malen wollte.

Dienstag, 04.09. / 17.20 Uhr / Unterwegs mit Gérard Depardieu - Japan (2/5): Kyoto - Die Spuren der Zeit
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Sébastien Fallourd
Erstausstrahlung

Kyoto ist eine der kulturell und geschichtlich bedeutendsten Städte Japans. Moderne und traditionelle Viertel bestehen hier nebeneinander. Gérard Depardieu besucht den einzigen Shinto-Schrein, in dem Künstler verehrt werden. Der Shintoismus beruht auf einer Philosophie des Alltags, die mit der Zeit geht und sich dem gesellschaftlichen Wandel anpasst. Mit über hundert Millionen Anhängern ist er die bedeutendste Religion des Landes.    Anschließend ergründet Depardieu in Gesellschaft des Künstlers Yoshikawa die Kimono-Tradition. In Yoshikawas Familie wird das Wissen um die Herstellung des Kleidungsstücks seit Generationen weitergegeben. Mit seinem Team von Kunsthandwerkern, die ihr Metier wiederum von ihren Vätern gelernt haben, erläutert der Japaner den Prozess der Fertigung, der mehrere Monate dauern kann.    Noch heute ist in Kyoto die Kultur der Geishas lebendig. Gérard Depardieu wirft einen Blick in die geschlossene Welt einer Okiya, eines Geisha-Wohnhauses. Er sieht einer jungen Lerngeisha beim Ankleiden, Schminken und Frisieren zu und besucht eine traditionelle Aufführung. Im Gespräch mit der Okasan erfährt er mehr über die Bedeutung der Traditionen in der japanischen Gesellschaft. Japanische Tradition und Lebenskunst – das ist es, was Gérard Depardieu den Zuschauern in dieser Folge näherbringt.

Mittwoch, 05.09. / 06.55 Uhr / Klimpern mit Anna - Die Noten
Kindersendung, Frankreich, 2013, ARTE        13 Min.
Regie: Philippe Le Dem
Online verfügbar von 05/09 bis 12/09

Eddy liebt Musik, hat aber im Prinzip keine Ahnung, wie man Musik macht, geschweige denn, was Musik überhaupt ist. Deshalb beschließt er, Musikunterricht zu nehmen – und zwar bei der erfahrenen Klavierlehrerin Anna. Die Serie eröffnet Kindern spielerisch die nicht immer leicht zugängliche Welt der Musik: Welche Instrumente gibt es? Welche Rolle spielten sie in der Geschichte? Und welche Berufe und Musikrichtungen gibt es? Die amüsante Kindersendung führt die Zuschauer in kleinen Schritten und mit viel Humor an die Musiklehre heran.

Die zwei sympathischen Hauptfiguren – die erfahrene Musiklehrerin Anna und ihr völlig unbedarfter Schüler Eddy – vermitteln Kindern mit viel Leichtigkeit und Humor erste musikalische Grundkenntnisse. Darüber hinaus unternimmt die Sendung einen spielerischen Streifzug durch das weite Feld der Musik, so dass die Zuschauer verschiedene Instrumente und Berufe in der Musik kennenlernen. In dieser Folge vermittelt Anna ihrem Schüler die Tonleiter mit den Grundnoten sowie die verschiedenen nationalen Unterschiede. In der Musikschule kann Eddy das Gelernte gleich umsetzen und sich an einer Querflöte ausprobieren.

Zusatzinfo: Nach einer klassischen Klavierausbildung am Pariser Konservatorium studierte Anna-Zofia Borowiec Musikpädagogik und erforscht seitdem immer wieder neue Wege der Musikvermittlung. Auf ihrer 2012 von der Académie Charles Cros ausgezeichneten Doppel-CD „Pianotine“ spielte sie selbst komponierte Neuinterpretationen bekannter Kinderstücke ein. Seit mehr als 15 Jahren unterrichtet Anna-Zofia Borowiec Kinder und Erwachsene im Fach Klavier.

Mittwoch, 05.09. / 17.10 Uhr / Unterwegs mit Gérard Depardieu - Japan (3/5): Tokio - Die Faszination der Masse
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Sébastien Fallourd
Erstausstrahlung

Bei seiner Entdeckung Tokios, der größten Metropolregion der Welt, zeigt sich Gérard Depardieu als echter Weltbürger. Er teilt den Rhythmus der Stadt und ihrer Bewohner von 5.00 Uhr morgens bis in die Nacht, verbringt seine Zeit mit Pachinko und Karaoke und genießt täglich Ramen, das Leibgericht der Tokioter.    Auf Empfehlung seines Pariser Freundes Toshiro Kuroda besucht Depardieu in Begleitung eines Sushi-Meisters den weltgrößten Fischmarkt Tsukiji, auf dem Fische und Meeresfrüchte angeboten werden. Mit seiner Bekannten Eriko erkundet er die Tokioter U-Bahn: das ideale Verkehrsmittel, um sich in der Millionenstadt fortzubewegen. Die Organisation und Sauberkeit der Metro und die Disziplin der Fahrgäste sind einzigartig.    Besondere Disziplin herrscht auch in einer der größten Sumo-Schulen des Landes. Sie befindet sich im Stadtviertel Ryogoku, das ganz im Zeichen der beliebtesten Sportart in Japan steht. Um 6.00 Uhr früh taucht Depardieu in den Schulalltag ein und begleitet die Sumotori bei ihrem harten Training beziehungsweise bei ihren Mahlzeiten mit 10.000 Kalorien.    Schließlich geht es zu einer Tattoo-Sitzung bei einem der letzten noch praktizierenden Tätowierer der Yakuza. Inspiration für seine Bilder holt sich der Tattoo-Künstler auf seinen Reisen.

Donnerstag, 06.09. / 17.10 Uhr / Unterwegs mit Gérard Depardieu - Japan (4/5): Hiroshima - Die Stadt des Friedens
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Sébastien Fallourd
Erstausstrahlung

Mit dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen reisen Gérard Depardieu und seine Begleiterin Eriko nach Okayama. Um Zeit zu sparen, kaufen sie im Bahnhof Kyoto Bentō-Boxen und verspeisen das typisch japanische Mitnehmgericht anschließend im Zug.In Okayama schaut Gérard Depardieu einem berühmten Katana-Schmied über die Schulter. Um das gekrümmte japanische Langschwert ranken sich viele Geschichten und Legenden. Das Katana ist nicht nur die gefürchtete Waffe der Samurai, sondern auch ein Kunstwerk, oft mit religiöser Konnotation, und eines der Symbole für japanische Kultur und Nationalstolz. Die Herstellung eines solchen Schwerts kann mehrere Monate dauern – nicht umsonst gilt das Katana als bestkonzipierte Klingenwaffe der Welt.Kunsthandwerkliches Talent zeichnet wie die Katana-Schmiede auch die Töpfer aus, die in der Nähe von Okayama die weltberühmte Bizen-Keramik herstellen. Izuru Yamamoto erhielt für seine Töpferkunst das Prädikat „lebender Nationalschatz“ von der Präfektur Okayama. Er teilt sein Wissen und sein Kunstverständnis mit Gérard Depardieu, der das Töpferhandwerk auch selbst einmal ausprobieren darf.

Freitag, 07.09. / 17.20 Uhr / Unterwegs mit Gérard Depardieu - Japan (5/5): Okayama - Die Tradition des Handwerks
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Sébastien Fallourd
Erstausstrahlung

Die Stadt Hiroshima, die aufgrund des ersten Atombombenabwurfs in der Geschichte zum Inbegriff des Grauens wurde, ist heute ein großer Badeort in der japanischen Provinz. Bars und Cafés tragen amerikanische Namen wie „Las Vegas“ oder „Hollywood“; die Menschen amüsieren sich hier.Nahe der Kuppel des einzigen Gebäudes in der Innenstadt, das am 6. Mai 1945 nicht vollständig vom Feuerball zerstört wurde, erzählt Masao Itou seine Geschichte. Er ist einer der letzten Überlebenden des Atombombenangriffs und führt Depardieu auf den Spuren seiner Erinnerungen durch Hiroshima.Eine Tradition, die in Hiroshima bis heute gepflegt wird, ist die Kalligraphie. Gérard Depardieu ist ein großer Bewunderer dieser alten Kunst.Auf der Insel Miyajima vor Hiroshima mit ihrem roten Shintō-Schrein, der auf dem Wasser zu schweben scheint, erlebt Depardieu einen Moment der Ruhe und des Friedens. In einer Stadt, die nach der völligen Zerstörung vom Leben zurückerobert wurde, hat dieser Augenblick der Spiritualität für ihn besondere Bedeutung.

Samstag, 08.09. / 05.20 Uhr / New York - The Music City
Dokumentation, Deutschland, 2015, WDR        58 Min.
Regie: Claus Bredenbrock, Pagonis Pagonakis
Online verfügbar von 08/09 bis 07/12

New York ist die Musikstadt schlechthin, das Ergebnis unerschöpflicher Erneuerung und Inspiration durch immer neue Migrationswellen und ein einmaliger Magnet für Talente und Außenseiter aus der ganzen Welt, auf der Suche nach einem Ausweg aus bedrückenden sozialen Verhältnissen und dem ganz großen Durchbruch.Originär entstanden sind in den Straßen New Yorks Hip-Hop, Latin Free Style, Bebop, Disco, Punk-Rock und New Wave, im Künstlerviertel Greenwich Village wurde die Folk-Musik „elektrisch“, das heißt zum Folk-Rock weiterentwickelt. Dazu kommt der Salsa als eine Fusion von Musik aus Kuba, Puerto Rico und der Dominikanischen Republik, die sich erst auf den Straßen der Latino-Stadtteile in den 60er Jahren ausbreitete und dann in die ganze Welt.Immer sind es die oft rauen Straßen New Yorks, auf der sich neue Stilrichtungen zunächst artikulieren und messen lassen müssen. Die Musik, die Kultur der Stadt ist ein Schmelztiegel der Nationen der Welt. Untrennbar mit New York und der Geschichte der Musik verbunden ist der Jazz aus Harlem und dem legendären Cotton Club. Im New Yorker Underground spielen vor allem Andy Warhols Factory und seine Hausband Velvet Underground mit Lou Reed, John Cale, Maureen Tucker und der Deutschen Nico (Christa Päffgen aus Köln) eine führende Rolle.Entgegen der Meinung, die die Geburt des Punks auf der britischen Insel sieht, entsteht die Bewegung tief in den Gossen der New Yorker Bowery schon zu einer Zeit, als man in England das Wort Punk noch mit seiner ursprünglichen Bedeutung assoziierte. Benannt nach dem einzigen Fanzine, das sich mit Bands wie den Ramones oder den New York Dolls beschäftigt, liegt der Punk-Urknall in einer avantgardistischen Szene aus New Yorker Poeten, Künstlern und Musikern, die um die Wende der Sechziger in die Siebziger ihr kreatives Unwesen treiben.    Von den Techniken der DJ-Kultur, insbesondere von DJs aus den Schwulen-Clubs in New York, lassen sich junge Künstler aus der Bronx inspirieren, damals eines der gefährlichsten Viertel New Yorks. Sie werden zu den Vorreitern des Hip-Hops, der heute weltweit das Musikgeschäft dominiert.

Sonntag, 09.09. / 17.00 Uhr / Metropolis ~ Rennes
Magazin, Deutschland, 2018, WDR        43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Rennes
(2): Polish Go Home - Ein Fotograf auf dem Weg von Wales nach Polen

(1): Metropolenreport Rennes„Be Breizh“ - damit wünschen sich die Bretonen mitunter gegenseitig Glück und preisen damit gleichzeitig ihre Region. Denn „Breizh“ heißt die Bretagne auf Bretonisch. Und deren Kultur und Sprache wird nach wie vor hochgehalten. Immer wieder werden Stimmen laut, die die Unabhängigkeit der Bretagne fordern. „Metropolis“ reist nach Rennes, in die Hauptstadt des westlichsten Zipfel Frankreichs. Guckt, wie die Region ihre Kultur feiert, fragt, welche Rolle das Bretonische in der Kunst- und Kulturszene spielt und schaut, wie und ob die Bretagne den Spagat hinbekommt zwischen Regionalismus und Offenheit gegenüber Frankreich und der Welt.

(2): Polish Go Home - Ein Fotograf auf dem Weg von Wales nach PolenDer polnisch-stämmige Fotograf Michal Iwanowski lebt und arbeitet seit 18 Jahren in Cardiff und fühlt sich dort auch zu Hause. Bis er eines Tages in der Nähe seiner Wohnung ein Graffiti entdeckt: Polish Go Home. Was soll das heißen? Ist er nicht dort zu Hause? Was ist das überhaupt, Heimat? Michal nimmt das Graffiti wörtlich, zieht einen graden Strich auf der Landkarte von Cardiff nach Polen und wandert im April los, 100 Tage bis in seinen Heimatort in Polen. Die Fotos seiner künstlerischen Suche nach der Heimat werden später in Polen und Wales ausgestellt und in einem Fotobuch erscheinen. „Metropolis“ hat ihn begleitet.

Sonntag, 09.09. / 17.40 Uhr / Konzert auf dem Mailänder Domplatz
Denis Matsuev & Riccardo Chailly
Musik, Frankreich, Italien, 2018, ARTE, RAI        43 Min.
Regie: Patrizia Carmine
Dirigent: Riccardo Chailly
Komponist: Peter Tschaikowsky
Orchester: Filarmonica della Scala
Mit: Denis Matsuev (Klavier)
Online verfügbar von 09/09 bis 08/12
Erstausstrahlung

Jedes Jahr vereint das Concerto per Milano bis zu 50.000 Zuschauer auf der Piazza vor der imposanten Fassade des Mailänder Doms. Der Eintritt ist frei, Interpreten und Programm vom Feinsten, das die Welt zu bieten hat: Das Orchester der Mailänder Scala unter Chefdirigent Riccardo Chailly haben in diesem Jahr einen eminenten russischen Pianisten für ein russisches Programm eingeladen. Denis Matsuev übernimmt den Solopart in Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 op. 23 in b-Moll.

Piotr Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 op. 23 in b-Moll wurde 1875 in Boston uraufgeführt. Es ist Hans von Bülow gewidmet, der auch den Klavierpart der Uraufführung übernommen hatte. Das wuchtige Eingangsthema mit seinen über alle Oktaven des Klavier reichenden Akkorden hat das Werk zu einem wahren Hit der klassischen Musik gemacht.Denis Matsuev wurde 1975 im sibirischen Irkutsk geboren und ist einer der gefragtesten Pianisten der Welt. Seine Ausbildung erhielt er am Moskauer Konservatorium. 1998 gewann er den Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb. Er arbeitet mit allen großen Orchestern der Welt zusammen vom New York Philharmonic bis zu den Berliner Philharmonikern und oft und gerne mit dem Orchestra Filarmonica della Scala in Mailand. Der Mailänder Dom, die Kathedrale Santa Maria Nascente, ist das bedeutendste gotische Bauwerk Italiens. Nur einen Steinwurf vom Domplatz entfernt, auf der anderen Seite der Galleria Vitttorio Emanuele II, steht die Mailänder Scala. Das Orchester hat keinen weiten Weg von seiner Residenz bis zum Aufführungsort. Gebaut wurde der Dom von 1386 an über fünf Jahrhunderte hinweg. Durch die lange Bauzeit sind viele Stilformen in den Bau eingeflossen. Die imposante Fassade aus weißem Marmor, die 1657 begonnen wurde, ist in klassisch-barockem Stil gehalten.

Sonntag, 09.09. / 23.20 Uhr /  Musik in Zeiten von Krieg und Revolution (1/3): Musik in Zeiten des Großen Krieges
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, WDR        55 Min.
Regie: Andreas Morell
Online verfügbar von 09/09 bis 09/10
Erstausstrahlung

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, blieb die Musikwelt davon nicht unberührt. Unvermeidlich wurden die Künstler involviert, sei es als Soldaten an der Front oder als Komponisten, die nun patriotische Musik oder musikalische Hymnen einer verlorenen Welt schaffen sollten.Die dreiteilige Dokumentarreihe erforscht die bekannten und unbekannten, die offenkundigen und die verdeckten Verbindungen zwischen Musik, Krieg und Revolution. Jede Folge behandelt unterschiedliche Blickwinkel der Verbindung von Krieg und Politik.Die ersten beiden Folgen untersuchen die hoffnungsvolle und später tragische Verwicklung von Kunst und Politik, die das Leben und Schaffen vieler Künstler während des Ersten Weltkrieges maßgeblich prägte. Teil drei begibt sich auf die Suche nach den politischen Aspekten der Musik und deren Auswirkungen bis heute. Dabei ist jeder Film thematisch in sich geschlossen.Folge eins setzt ihren Fokus auf den Enthusiasmus, den der Krieg in der Musikwelt entfachte: Auf Musiker und Komponisten, die glühende Patrioten und Soldaten wurden. Wie gingen Musiker und Komponisten wie Alban Berg, Arnold Schönberg, Maurice Ravel und Béla Bartók mit dieser Kriegszeit um? Wie beeinflussten ihre Erlebnisse an der Kriegsfront ihre Kompositionen? Was verraten die Kompositionen über diese Ära und deren Geist, den Glauben und die künstlerische Wandlung in dieser Epoche?Die Dokumentation kombiniert wichtige historische Schauplätze im Leben der Komponisten und Musiker: so den Originalschauplatz der Kriegsfront von Verdun mit der Voie Sacrée und das alte Wien mit dem Wiener Musikverein.

Sonntag, 09.09. / 00.15 Uhr / Musik in Zeiten von Krieg und Revolution (2/3): Verstummte Klänge - Komponisten im revolutionären Russland
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, WDR        55 Min.
Regie: Anne-Kathrin Peitz
Online verfügbar von 09/09 bis 09/10
Erstausstrahlung

Die Schicksale von jungen Rebellen wie Arthur Lourié, Nikolai Roslawez, Alexander Mossolow oder Leon Theremin verraten viel über die einst hoffnungsvolle und tragische Verwicklung von Kunst und Politik, die viele Künstler während des Ersten Weltkrieges, der Oktoberrevolution oder auch den ersten Jahren des jungen sowjetischen Kulturlebens beeinflusste."Verstummte Klänge - Komponisten im revolutionären Russland", Teil zwei der dreiteiligen Dokumentarreihe, ist eine Wiederentdeckung der lange verbannten und vergessenen russischen Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, die mit dem Futurismus flirteten, die erste Zwölftonmusik schrieben oder die ersten elektronischen Instrumente erfanden. Die Dokumentation gibt Aufschluss über ihre tragischen Schicksale und ihre außergewöhnliche Musik.Musikologen, Komponisten, Nachfahren und Musiker beleuchten die Schicksale der Komponisten aus ihrer Perspektive und setzen diese sowohl in kulturelle Bezüge als auch in den historischen und politischen Kontext.

Sonntag, 09.09. / 01.10 Uhr / Maifeld Derby 2018
Musik, Deutschland, 2018, SWR        60 Min.
Erstausstrahlung

Mittwoch, 12.09. / 05.00 Uhr / Kraftwerk - Pop Art
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE        60 Min.
Regie: Simon Witter, Hannes Rossacher

Kraftwerk waren elektronische Pioniere und inspirierten mit ihrem weltweit neuartigen industriellen Sound unzählige andere Künstler. Sie stellten die Rockkultur auf den Kopf und lehnten sich gegen den vorherrschenden Personenkult auf.Die Dokumentation "Kraftwerk - Pop Art" nähert sich dem Phänomen Kraftwerk und untersucht die popkulturelle Relevanz einer experimentellen, öffentlichkeitsscheuen Band aus dem Rheinland, die eine der einflussreichsten Popgruppen aller Zeiten wurde.

Popmusik ist Kunst! Um ihren innovativen Ideen und Obsessionen künstlerischen Ausdruck zu verleihen, wählte eine Gruppe junger Männer aus Düsseldorf vor mehr als vier Jahrzehnten weder die Malerei noch die Fotografie. Stattdessen gründeten sie die Kultband Kraftwerk und sind seitdem ihrer Zeit stets einen Schritt voraus.Als selbstbestimmte und gebildete Youngsters des gehobenen deutschen Bürgertums suchten die Kraftwerk-Gründer in der kulturellen Leere der Nachkriegszeit nach einer neuen Identität und nutzten die kommerzielle Popmusik, um die Avantgarde der Vorkriegsjahre wiederzubeleben. Sie wurden zu elektronischen Pionieren und inspirierten mit ihrem weltweit neuartigen industriellen Sound zahlreiche große Künstler unserer Zeit. Auch die gesamte Synthie-Musik der 80er Jahre ist auf Kraftwerk zurückzuführen.In geradezu prophetischer Weise hatte die Band von Beginn an eine klare Vorstellung davon, wie die Musik der Zukunft klingen und die Welt im digitalen Zeitalter aussehen würde. Lange bevor es Mobiltelefone gab verkündeten sie, dass uns sehr bald Computer mit der Welt verbinden, wir alles durch leuchtende Pixel wahrnehmen und wir uns von einer Geräuschkulisse aus maschinell erzeugten Klängen umgeben würden. Schon ihre frühen Songtexte entsprachen der heutigen Verknappung der Sprache auf eine SMS. Auf subversive Weise stellte Kraftwerk die Rockkultur auf den Kopf und lehnte sich gegen den vorherrschenden Personenkult auf. Provokativ, experimentell und radikal, aber auch kommerziell und clubtauglich - all das ist Kraftwerk.Die Dokumentation fügt diese außergewöhnlichen Facetten zu einem Ganzen zusammen. Erläutert wird dieses musikhistorische Phänomen von einer Vielzahl popkultureller Visionäre wie Paul Morley, Tate Modern-Kuratorin Catherine Wood, Kraftwerk-Fotograf Peter Boettcher, Grafikdesign-Guru Neville Brody, Mute Records-Gründer Daniel Miller, Avantgarde-Musiker Holger Czukay von der Band Can und dem französischen Star-DJ und persönlichen Kraftwerk-Remixer François Kevorkian. Diese tiefgründigen Einblicke werden verwoben mit Bildmaterial aus der Bandgeschichte und filmisch hochwertig inszenierten Bildern zu Kraftwerks Themenwelt: Bewegung, Radsport, Reisen, Globalisierung, Kommunikation, Automatisierung und die harmonische Koexistenz von Mensch, Natur und Technologie. Und schließlich zeigt der Film exklusive Ausschnitte aus der spektakulären Konzertreihe "Der Katalog 1 2 3 4 5 6 7 8" in der Londoner Tate Gallery of Modern Art. Diese sensationelle Serie hatte ihren Anfang im Museum of Modern Art in New York, war Anfang 2013 in der Kulturstiftung NRW in Kraftwerks Heimatstadt Düsseldorf und reist unter anderem weiter nach Tokio und ins Sydney Opera House. Vom Elektropop ins Reich der Modernen Kunst - Kraftwerk ist das Gesamtkunstwerk der Popmusik!

Freitag, 14.09. / 21.45 Uhr / Eine andere Mode ist möglich
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        53 Min.
Regie: Laurent Lunetta
Online verfügbar von 14/09 bis 21/09
Erstausstrahlung

Am 24. April 2013 stürzt in Bangladesch das Rana Plaza ein und verschüttet über 3.000 Arbeiterinnen, die dort von Textilfirmen rund um die Uhr ausgebeutet wurden. Das schreckliche Ereignis gilt als Nine-Eleven der Modebranche. Hinter alledem steht das Konzept der „Fast Fashion“, mit dem große Modemarken ab den 90er Jahren darauf aufbauten, so billig wie möglich in sehr armen Ländern zu produzieren. Die Modebranche produziert pro Jahr 80 Milliarden Kleidungsstücke und liegt damit auch in Sachen Umweltverschmutzung auf Platz zwei – direkt nach der Erdölindustrie. Angesichts dieser dramatischen Situation rufen internationale Fashion-Aktivisten zum Widerstand auf. Ihre zentrale Forderung ist eine neue Mode mit ethischen Grundsätzen.

Die Modeindustrie erlebt heute eine Sinnkrise von historischem Ausmaß. Die Globalisierung machte aus der einstigen Traumbranche, die vor noch nicht allzu langer Zeit für handwerkliche Meisterleistungen, Kreativität und Avantgarde stand, ein menschenverachtendes Geschäft. Die Zeiten, in denen Modeschöpfer wie Azzedine Alaïa, Margiela oder Jean Paul Gaultier als Stars gefeiert wurden, sind vorbei. Heute haben Luxusimperien das Sagen; die Designer sind bestenfalls Anpassungsvariablen bei Börsennotierungen. Die Zeichen stehen auf „Fast Fashion“. Ihre Schattenseiten heißen: Burnout, Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Dritten Welt.Am 24. April 2013 kamen 1.134 Textilarbeiter bei einem Gebäudeeinsturz in Sabhar, in Bangladesch, ums Leben, mehr als 2.500 wurden verletzt. Die von der Tragödie ausgelöste Betroffenheit und Empörung brachte in New York, Tel Aviv, Amsterdam und Paris eine neue Generation von „Fashion Activists“ hervor, die für eine Mode mit ethischen Grundsätzen und menschlichem Antlitz kämpfen. Die einen setzten auf die Rückkehr zum traditionellen Handwerk mit dem Webstuhl, andere auf Spitzentechnologien wie den 3D-Drucker.Die Dokumentation lässt einige dieser Designer, Vordenker und Macher zu Wort kommen, so die internationale Trendforscherin Li Edelkoort, die Modeschöpferin Iris van Herpen, die Designerinnen Anaïs Dautais Warmel, Pascale Gatzen und Samia Ziadi sowie die Unternehmer Sébastien Kopp und Daniel Harris.

Freitag, 14.09. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

(1): Dimitris Papaioannou
(2): Ephemeral Photography
(3): Anitta
(4): Q(5): Sama
(6): Dave McKean
(7): White Fang

(1): Dimitris PapaioannouDer Grieche Dimitris Papaioannou lässt sich von der Kunst und der Mythologie seiner Heimat inspirieren und verwandelt in seinen choreographischen Installationen die Körper seiner Tänzer in lebende Skulpturen. 2004 inszenierte Papaioannou die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Athen.

(2): Ephemeral PhotographyIn Zeiten von Snapchat spielen zwei junge französische Künstlerinnen mit der Vergänglichkeit, indem sie Bilder von begrenzter Haltbarkeit erschaffen. Lia Giraud entwickelte die „Algae-graphie“, bei der sich lichtempfindliche Algen so anordnen, dass sie ein Bild formen. Charlotte Mano überzieht ihre Fotos mit einer chemischen Substanz, die sich erst bei Handwärme auflöst.

(3): AnittaAnitta ist der neue Stern am brasilianischen Baile-Funk-Himmel. Nach wenigen Monaten gehörte sie zu den 15 einflussreichsten Künstlern in den sozialen Netzwerken. Ihr Geheimnis: die absolute Kontrolle über ihr Image auf Instagram und in ihren Clips.

(4): QDer in Kalkutta ansässige indische Regisseur Qaushiq Mukherjee – besser bekannt unter dem Namen „Q“ – erklärt Bollywood mit „Garbage“ den Krieg. Seit seinem ersten Film „Gandu - Wichser“, der bei seinem Erscheinen 2010 zensiert wurde, gilt Q als radikalster und streitlustigster Vertreter des indischen Kinos.

(5): SamaSama, die sich lange hinter dem Pseudonym SkyWalker verbarg, ist die erste DJane Palästinas. In Ramallah im Westjordanland stand sie mit ihrem kalten, minimalistischen Techno sogar als erster Mensch überhaupt hinter den Plattentellern.(6): Dave McKeanDave McKean verwendet in seinen Arbeiten unterschiedliche Techniken, wie Zeichnen, Malen, Fotografie und Collage. Er wurde Ende der 80er Jahre mit der Batman-Graphic-Novel „Arkham Asylum“ bekannt, einem der bestialischsten Abenteuer des Fledermaushelden.(7): White FangWhite Fang - die selbsternannte „stupidest band in the world“ - sind keine Feingeister. Die aus Portland – der rockwütigsten Stadt Oregons – stammenden Musiker sind seit 2006 die beste Adresse für feierlaunige Rockfans.   

Freitag, 14.09. / 23.25 Uhr / Sziget Festival 2018: Island of Freedom
Schwerpunkt: ARTE Festivalsommer
Musik, Ungarn, 2018, ZDF        60 Min.
Regie: N.N.
Erstausstrahlung

Seit 1993 findet das Sziget Festival – was übrigens schlichtweg "Inselfestival" bedeutet – auf der Donau-Insel Óbudai mitten im Zentrum Budapests statt. Es zählt zu den größten und bedeutendsten Festivals Europas. Auf über 50 Bühnen finden mehr als 1.000 Einzelveranstaltungen statt. Zahlreiche Interpreten präsentieren sich knapp eine Woche lang den etwa 500.000 Besuchern. Gerade in Zeiten einer Politik wie im Ungarn Orbans und eines bedrohten Europas setzt das Festival ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und eine multikulturelle Gesellschaft. Auf ARTE Concert werden zahlreiche Konzerte verschiedener Bühnen vom 8. bis 15. August live gestreamt und anschließend als VOD auf concert.arte.tv/sziget abrufbar sein. Im TV zeigt ARTE am 14. September 2018 exklusiv das Highlight-Konzert eines Headliners. Unter anderem mit dabei: Kendrick Lamar, Gorillaz, Lana Del Rey, Mumford and Sons, Shawn Mendes, Liam Gallagher, Lykke Li und viele mehr!

Zusatzinfo: Auf ARTE Concert werden viele Konzerte verschiedener Bühnen vom 8. bis 15. August live gestreamt und anschließend als VOD auf concert.arte.tv/sziget abrufbar sein.

Freitag, 14.09. / 00.25 Uhr / Patrick Watson and Friends beim ARTE Concert Festival 2016
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        86 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 14/09 bis 21/09
Erstausstrahlung

In seine eindringliche Musik webt er Elemente der Klassik, des Jazz und des Rock ebenso wie Psychedelic- und Pop-Elemente: Patrick Watson. In der Pariser Gaîté lyrique erfreut der Kanadier mit Unterstützung seiner Gruppe und mehrerer Gastmusiker das Publikum mit seinen unvergleichlichen Melodien. Ein mehrstimmiges Konzert, das eigens für das ARTE Concert Festival konzipiert wurde.

Patrick Watson ist ein echter Allround-Musiker. Bekannt wurde der Pianist und Komponist aus Quebec mit seinem Debütalbum „Just Another Ordinary Day“ im Jahr 2003. Mit Beharrlichkeit und Witz setzt er sich über die Genregrenzen hinweg und navigiert seit nunmehr 15 Jahren zwischen Folk und Pop, Leichtigkeit und Melancholie. Diese Vielfalt bringt er in seinen Projekten zum Ausdruck, unter anderem auch in seiner Filmmusik.Nach seinen Inspirationsquellen befragt, nennt Patrick Watson Björk, die Beatles, Nick Drake oder auch Sufjan Stevens. Diese Einflüsse ziehen sich durch sein gesamtes Schaffen und sind auch auf seinem letztes Jahr erschienenen Album „Love Songs for Robots“ spürbar.Unterstützt von Matthieu Chedid, Marie-Pierre Arthur und seiner Band erfreut der Kanadier das Publikum der Pariser Gaîté lyrique mit seinen unvergleichlichen Melodien. Ein mehrstimmiges Konzert, das im April 2016 im Rahmen des ARTE Concert Festivals zu erleben war.

Zusatzinfo: Das Konzert wurde für ARTE am 17. April 2016 in der Gaité lyrique im Rahmen des ARTE Concert Festival aufgezeichnet.

Samstag, 15.09. / 06.15 Uhr / Die Stadt von morgen - Experimentierfeld Asien ~ Spektakuläre Kulturbauten
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        26 Min.
Regie: Michael Trabitzsch, Jörg Daniel Hissen, Claire Floquet, ,
Online verfügbar von 15/09 bis 15/10

Die Dokumentationsreihe „Die Stadt von morgen – Experimentierfeld Asien“ sucht nach Antworten auf die für die Zivilisation im 21. Jahrhundert existenziellen Fragen. In dieser vierteiligen Reihe über neue Architektur im asiatischen Raum geht es um Konzepte einer neuen Stadt, die notwendig, unabweisbar und existenziell zwingend als Folge der Migration in den Städten Asiens sind. Eine Art Wettstreit zwischen europäischen und asiatischen Architekten prägt das Bild chinesischer und japanischer Städte.

Hongkong ist die Mutter aller asiatischen Groß- und Megastädte. Es ist die Blaupause einer Verstädterung, die ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hier und in Tokio ihren Ausgang nahm: Millionen Menschen verließen das Land, die Städte wurden in die Höhe gepresst. Hier begann die extreme Verdichtung, seither stellt sich die Frage nach der Ordnung und der Balance. Auch verlangt die Ausdehnung der Städte nach neuen Plätzen, auf denen sich die Menschen treffen können. Kulturbauten sollen diese Funktion für die Metropolen der Zukunft, die keine Zeit für organisches Wachstum haben, übernehmen. Darum entstehen in China gegenwärtig so viele Museen und Kulturzentren. Die oft spektakulären Gebäude sollen den neuen Städten ein Gesicht geben. Diese Aufgabe übernimmt nun in Shenzhen das OCT Design Museum, das viel mehr ist als nur ein Museum: Es ist der Dorfanger, auf dem sich die Bewohner der umliegenden Wohnhochhäuser versammeln können. Das Kulturzentrum Dalian International Conference Center von Wolf D. Prix und seinem Wiener Büro Coop Himmel(b)lau kann 8.000 Menschen beherbergen. Das Gebäude präsentiert also wahrhaft eine Stadt in der Stadt. Eine architektonische Sensation ist das Ningbo History Museum des Architekten Wang Shu. Das 2008 errichtete Gebäude weist Wang Shus markantes Markenzeichen der Übertragung traditioneller Technik in moderne Gebäude auf. Sein 2005 errichtetes Ningbo Art Museum ist ein einfacher Museumsbau, eine leise Architektur, die für die Zukunft steht.

Samstag, 15.09. / 09.20 Uhr / 360 ° Geo Reportage: Sucevita - Rumäniens schönste Klosterfresken
Reportage, Deutschland, 2018, ARTE        52 Min.
Regie: Vincent Froehly
Online verfügbar von 15/09 bis 15/10
Erstausstrahlung

Das Kloster Sucevita liegt in der Bukowina, ganz im Norden Rumäniens, neben der Ukraine und der Republik Moldau. Das Kloster ist eines der schönsten Moldauklöster und das einzige, dessen Innen- und Außenwände vollständig mit Wandmalereien und Fresken versehen sind. Im Winter, wenn die dichten Wälder um das Kloster tief verschneit sind, leben die Nonnen ein stilles, weltentrücktes Leben, doch wenn der Frühling kommt, erwachen Kloster und Dorf zu neuem Leben und feiern die Auferstehung Christi. Das Leben der 80 Nonnen im Kloster Sucevita ist unverrückbar geregelt – jeder Tag des Jahres beginnt mit dem Klang der Toaca – einem Holzbrett, das von einer Schwester geschlagen wird und zum Gebet ruft. Drei Stunden dauert der morgendliche Gottesdienst in der kleinen Winterkapelle – die große Kirche ist in dieser Jahreszeit viel zu kalt. Es ist die Zeit der Stille und Einkehr. Im Klosteralltag hat jede Nonne eigene Aufgaben zu erledigen, in den Klosterwerkstätten werden jetzt kunstvolle Arbeiten erledigt – wie das Besticken religiöser Gewänder und die Restaurierung wertvollster Ikonen, für beides sind die Nonnen des Klosters weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Doch mit der Schneeschmelze erwacht das Leben im Kloster und in den umliegenden Dörfern, denn es steht das höchste Fest der Orthodoxie an - das Osterfest. Jetzt ist das Kloster wie ein Bienenstock, es wird gebacken und geputzt, Tausende Eier werden gefärbt. Und auch in dem kleinen Bauernhaus der Bäuerin Lacrimiora herrscht emsiges Treiben: Neben ihrem harten Alltag auf dem Hof nutzt sie jede freie Minute für die Ostervorbereitungen, ganz in der uralten Tradition ihrer Familie. Und dann endlich ist es soweit: Karsamstag im Kloster von Sucevita, es beginnt die Feier um die Auferstehung Christi. Und endlich öffnen sich die Tore der großen Kirche des Klosters, in die Vorfreude der Menschen auf das Fest mischt sich immer wieder das große Staunen über die unermessliche Schönheit der Fresken und Gemälde. Die ganze Nacht dauert das Fest, bis es mit dem Läuten der Glocken am Ostersonntag endgültig den Frühling in der Bukowina einläutet.

Zusatzinfo: „360° Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Samstag, 15.09. / 23.50 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für  Laurence Ferreira Barbosa, Regisseurin
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung
Sonntag, 16.09. / 05.05 Uhr / Hitmakers ~ Ein Business im Wandel
Dokumentation, Deutschland, USA, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Carol Stein, Susan Wittenberg
Online verfügbar von 16/09 bis 23/09

Die Digitalisierung hat die Musikindustrie grundlegend verändert und tut es noch immer. Vor allem der Weg, einen Nummer-eins-Hit zu landen, ist ein ganz anderer als noch vor wenigen Jahren. Diverse Streaming- und Downloaddienste beherrschen den Markt, YouTube gilt als das neue Radio. Musiker und Musikexperten erzählen in „Hitmakers“ von ihren Erfahrungen und verdeutlichen, dass sich der Musikmarkt in einem grundlegenden Wandel befindet.

Jahrzehntelang war klar, was ein Hit ist: ein Lied, das ständig im Radio läuft. Aber was begreifen wir heute darunter? Und hat YouTube das Radio in seiner Funktion mittlerweile abgelöst? Jeder kann heutzutage Musik aufnehmen und über diverse Onlineplattformen vertreiben. Was bedeutet das für Berufsmusiker und Plattenfirmen? Die internationale Musikindustrie befindet sich in einem dramatischen Wandel. Künstler und Labels müssen sich aufgrund der digitalen Revolution neu erfinden und ihre Produktionsweisen und Vermarktungsstrategien an die neue Zeit anpassen. Die Dokumentation „Hitmakers“ erzählt vom Wandel des Business und zeigt, wie sehr die Musikindustrie vom digitalen Zeitalter abhängig ist. Wir sehen zahlreiche Musiker wie Lorde, Melissa Etheridge oder die Tedeschi Trucks Band nicht nur auf der Bühne, sondern erfahren in persönlichen Gesprächen von ihren Erlebnissen und Erkenntnissen, die sie im Musikbusiness gesammelt haben. Gleichzeitig verdeutlichen Produzenten und Mitarbeiter von Plattenfirmen anhand von prominenten Beispielen, wie sehr sich der Weg verändert hat, um einen Nummer-eins-Hit zu landen. Unterhaltsam und aufschlussreich beleuchtet „Hitmakers“ neben den positiven Entwicklungen auch die Schwierigkeiten, die eine Digitalisierung der Musikvermarktung mit sich bringt.

Sonntag, 16.09. / 06.00 Uhr / Bildhauerinnen ~ Schöpferinnen von Kunst in Stein
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Emilie Valentin
Wiederholung vom 09.09.

Sonntag, 16.09. / 15.35 Uhr / Der Maler Franz Xaver Winterhalter
Dokumentation, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, 2015, RB        52 Min.
Regie: Grit Lederer
Online verfügbar von 16/09 bis 23/09

Die Dokumentation erzählt die faszinierende Geschichte des Schwarzwälder Bauernjungen Franz Xaver Winterhalter, der in die Welt hinauszog, um als Maler die Königshäuser Europas zu erobern:
    Er porträtierte die Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, besser bekannt als „Sisi“, Königin Victoria von England und die französischen Herrscher König Louis-Philippe I. sowie Kaiser Napoleon III. und seine Frau, Kaiserin Eugénie. Er malte die Königin von Spanien, das Königspaar Preußens und das Zarenpaar Russlands – die Liste der von ihm porträtierten Prinzessinnen und Prinzen, Fürstinnen und Fürsten ließe sich weiter fortsetzen.

Franz Xaver Winterhalter, 1805 geboren, reiste unentwegt von einem Königshaus zum nächsten. Von den Majestäten wurde er wegen seiner geringen Körpergröße „Winterchen“ genannt.

Die Filmemacherin und Kunsthistorikerin Grit Lederer ist den Spuren Winterhalters europaweit gefolgt. Exklusive Aufnahmen aus dem Buckingham Palace zeigen, wie hoch geschätzt die Gemälde des deutschen Malers Winterhalter dort noch immer sind: Im Entree des Buckingham Palace, der Marble Hall, werden seine metergroßen Porträts von Königin Victoria und Prinz Albert präsentiert. Auch in den Schlössern von Versailles und Compiègne sind seine Bilder heute noch zu sehen. Lederer erhielt exklusiven Zugang zum Privatschloss von Christoph Graf Douglas, Schloss Langenstein am Bodensee. Dessen Vorfahren ließen sich und ihre Kinder von Winterhalter malen.

In einer Wanderausstellung, die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich und den Vereinigten Staaten zu sehen war, waren kürzlich die bekanntesten Werke Franz Xaver Winterhalters versammelt.

Sonntag, 16.09. / 17.00 Uhr / Metropolis ~ Korsika
Magazin, Deutschland, 2018, SWR        43 Min.
Regie: Diverse
Online verfügbar von 16/09 bis 16/10
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: „Haute Corse“
(2): Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm

(1): Metropolenreport: „Haute Corse“
„Metropolis“ ist unterwegs in der Region zwischen Bastia, Corte und Calvi und begegnet dem spannenden „Renouveau“, einer geschichtsträchtigen Kulturlandschaft, entdeckt eine ganz andere Form von Patriotismus – getragen von jungen Frauen und Männern in und um Corte, Korsikas einziger Universitätsstadt im Herzen der Insel. Mit großartigen Stimmen, viel Engagement, Witz und Improvisationsgeist setzen sich die Künstler für die Rettung und Wahrung ihrer kulturellen Identität ein.

(2): Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
"Und der Haifisch, der hat Zähne / und die trägt er im Gesicht ..." Viele Songs der „Dreigroschenoper“ sind Welthits. Doch die politische Brisanz der Brecht‘schen Verse von 1928 ist aktueller denn je: Es geht um die Spirale der Armut, um korrupte Geschäftsleute, um Rechtspopulismus und Faschismus. Höchste Zeit also, Bertolt Brechts Oper zu verfilmen. Im Herbst kommt "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" in die deutschen Kinos.

Sonntag, 16.09. / 17.45 Uhr / Murray Perahia spielt Beethovens Klavierkonzert Nr. 5
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        42 Min.
Regie: Hanne Kaisik
Dirigent: Murray Perahia
Orchester: Academy of St. Martin in the Fields
Mit: Murray Perahia (Klavier)

Murray Perahia spielt eines der beliebtesten Klavierkonzerte der klassischen Musik: Beethovens Nr. 5. Begleitet wird er von der Academy of St Martin in the Fields, einem der herausragenden Orchester für Musik der Wiener Klassik. Beim Konzert, das 2014 im Kurhaus Wiesbaden aufgezeichnet wurde, dirigiert der Weltstar das Orchester selbst vom Klavier aus.

Der gebürtige New Yorker Murray Perahia ist ein Pianist der Superlative: Von der Queen zum Ritter geschlagen, mehrfach mit dem Emmy, dem Echo Klassik sowie vielen internationalen Preisen geehrt, gelang es ihm als erstem Klassikkünstler, die ersten beiden Plätze der Klassik-Charts in Deutschland zugleich zu belegen. Dabei ist der ständige Gastdirigent der Londoner Academy of St Martin in the Fields alles andere als stromlinienförmig: Anbiederung an Publikum und Geschmack kann man ihm nicht nachsagen. Bekannt ist er im Gegenteil für kompromissloses und detailversessenes Studium und Einstudieren der Partituren.

Mit Beethovens 5. Klavierkonzert hat sich Perahia eines der beliebtesten Stücke der Konzertliteratur überhaupt ausgesucht: 1809 komponiert, gilt dieses Klavierkonzert als ein Höhepunkt im Schaffen Beethovens.

2014 gastierte Perahia erstmalig beim Rheingau Musik Festival, das für seine ungewöhnlichen und landschaftlich wunderschön gelegenen Konzertorte genauso bekannt ist wie für sein hochwertiges Programm. Perahias Debüt beim Festival führte ihn in das Kurhaus Wiesbaden, dessen repräsentativer Konzertsaal den idealen Rahmen für diesen Auftritt bot.

Sonntag, 16.09. / 22.45 Uhr / Musik in Zeiten von Krieg und Revolution (3/3): Macht und Musik
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2017, WDR        56 Min.
Regie: Maria Stodtmeier
Online verfügbar von 16/09 bis 16/10
Erstausstrahlung

Der dritte und letzte Teil der Reihe begibt sich auf die Suche nach den politischen Aspekten von Musik und verbindet dabei historische Beispiele mit der Gegenwart. Er setzt sich mit verschiedenen Standpunkten der politischen Momente in der Musik auseinander und beginnt den Dialog mit renommierten Künstlern wie dem Dirigenten Valery Gergiev, der venezolanischen Pianistin Gabriela Montero und der deutsch-britischen Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, einer der letzten Überlebenden des Frauenorchesters von Auschwitz.

Die große zukunftsträchtige Katastrophe von 1914, der Beginn des Ersten Weltkriegs, war nicht bloß ein Umbruch für Politik und Gesellschaft. Die Musik hatte ihre politische Unschuld verloren. Aber kann Musik politisch sein? Schon im 19. Jahrhundert hatte eine wachsende Zahl von Komponisten und Musikern begonnen, politische Vorstellungen zu übernehmen, und bis heute positionieren viele Musiker sich politisch. Der dritte und letzte Teil der Dokumentationsreihe begibt sich auf die Suche nach den politischen Aspekten von Musik und verbindet dabei historische Beispiele mit der Gegenwart. Er setzt sich mit verschiedenen Standpunkten der politischen Momente in der Musik auseinander und beginnt den Dialog mit renommierten Künstlern wie dem Dirigenten Valery Gergiev, der venezolanischen Pianistin Gabriela Montero oder der deutsch-britischen Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, einer der letzten Überlebenden des Frauenorchesters von Auschwitz.

Sonntag, 16.09. / 23.55 Uhr / Gulbenkian Música ~ Klavierfestival aus Lissabon
Musik, Deutschland, 2018, ZDF        57 Min.
Regie: Andreas Morell
Dirigent: Hannu Lintu, Leo Hussain
Mit: Daniil Trifonov
Online verfügbar von 16/09 bis 16/10
Erstausstrahlung

Die Stiftung Calouste Gulbenkian in Lissabon ist ein architektonisches Aushängeschild. Jährlich finden dort abwechslungsreiche hochkarätige Kulturprogramme statt. Im Januar 2018 war das große Auditorium Treffpunkt eines Klavierfestivals mit internationalen Starpianisten.
    Zu sehen und zu hören waren die unterschiedlichsten Interpreten: vom Grandseigneur des Pianos Menahem Pressler über den Jazzpianisten Mário Laginha, Entertainer Daniil Trifonov bis zur jungen Klavierkünstlerin Beatrice Rana, die als Geheimtipp gilt. Auf dem Programm stehen Werke aus Klassik, Romantik und Moderne.

Sattes Grün, breite Terrassen, wohltuende Stille – in der Parkanlage des Philanthropen Gulbenkian steht eines der Aushängeschilder portugiesischer zeitgenössischer Architektur: die Stiftung Calouste Gulbenkian in Lissabon, die inzwischen ein kultureller Magnet ist.

Im großen gläsernen Auditorium, das Natur und Raumkunst organisch verbindet, finden abwechslungsreiche Kulturprogramme statt. Im Januar 2018 war es Treffpunkt für Starpianisten.

In der fünfteiligen Konzertreihe "Passion Piano" präsentieren sich die unterschiedlichsten Meister und Meisterinnen der schwarzen und weißen Tasten.

"Mein ganzes Leben lang hatte ich Hunger zu musizieren, und der Hunger hat nicht nachgelassen", so der über 90-jährige Grandseigneur des Pianos Menahem Pressler. Er gehört ebenso zu den Protagonisten wie das experimentelle Duo Pedro Burmester und Mário Laginha oder die Grande Dame des Klaviers Elisabeth Leonskaja, die schon früh als Wunderkind galt. Ein Höhepunkt des Festivals ist der Auftritt des Klaviergenies Daniil Trifonov, der mit seinen ekstatischen Interpretationen überall in der Welt Furore macht. Aber auch "Entdeckungen" wie die junge Klavierkünstlerin Beatrice Rana, die als Geheimtipp in der Szene gilt, werden sich präsentieren.

Auf dem Festival werden Highlights der Klavierliteratur aus verschiedenen Epochen zu hören sein: Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 steht ebenso auf dem Programm wie Eigenkompositionen der Klassikartisten Pedro Burmester und Mário Laginha, Stücke von Strawinsky und Piazzolla. Orchestrale Kompositionen und sogar Vogelstimmen ergänzen das Festivalprogramm.

Montag, 17.09. / 05.00 Uhr / Kirill Gerstein spielt Rachmaninows 2. Klavierkonzert
Musik, Deutschland, 2014, MDR        42 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Semyon Bychkov
Komponist: Sergej Rachmaninow
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Mit: Kirill Gerstein (Klavier)
Online verfügbar von 17/09 bis 16/12

Rachmaninows zweites Klavierkonzert ist das bekannteste seiner symphonischen Werke, so dass es Gefahr läuft, häufig überromantisch interpretiert zu werden. Kirill Gerstein entfaltet jedoch mit seinem klaren Spiel auch die kontrapunktischen Passagen des Meisterwerks. Rachmaninow komponierte es um die Jahrhundertwende, als er sich gerade aus einer schweren, von Depressionen begleiteten persönlichen Krise herausgearbeitet hatte. Das Konzert wurde am 25. September 2014 im Leipziger Gewandhaus für ARTE aufgezeichnet.

Rachmaninows zweites Klavierkonzert ist das bekannteste seiner symphonischen Werke und hat seit seiner Uraufführung einen Siegeszug ohnegleichen durch die Konzertsäle der Welt angetreten. Unzählige Aufnahmen entstanden, die melodische Eleganz und spätromantische Melancholie verschafften ihm sogar Eingang in diverse Hollywoodfilme. Diese Popularisierung birgt jedoch das Risiko einer überromantisierten, ins Seichte gehenden Interpretation. Der Pianist Kirill Gerstein entfaltet jedoch von den ersten dunklen „Glockenschlägen“ an mit seinem klaren und präzisen Spiel auch die kontrapunktischen Passagen des Meisterwerks.

Das Konzert entstand zwischen dem Herbst 1900 und dem Frühjahr 1901, nachdem der Komponist sich mühsam aus einer von Depressionen begleiteten persönlichen Krise herausgearbeitet hatte, die mit dem Misserfolg seiner ersten Symphonie zusammenhing. Nicht zuletzt deshalb widmete Rachmaninow das Werk dem ihn behandelnden Neurologen Nikolai Dahl. Das Konzert wurde am 25. September 2014 im Leipziger Gewandhaus für ARTE aufgezeichnet.

Dienstag, 18.09. / 02.15 Uhr / Paul Celan - Dichter ist, wer menschlich spricht
Dokumentation, Deutschland, 2014, SWR        52 Min.
Regie: Ullrich H. Kasten, Hans-Dieter Schütt
Online verfügbar von 18/09 bis 25/09

Die Dokumentation erzählt das Leben des großen jüdischen Dichters Paul Celan. Gepeinigt von den Erfahrungen des Holocaust, wählt er 1970 in Paris den Freitod in der Seine. Diese Biografie – es ist die Geschichte eines unbedingt Liebenden, eines verzweifelt Suchenden nach Halt und Heimat. Erstmalig spricht der Sohn des Dichters, Eric Celan, vor der Kamera über seinen Vater und das schwierige, von Krisen überschattete Leben der Familie.

Der jüdische Lyriker Paul Celan war zeitlebens auf der verzweifelten Suche nach Heimat und Halt. Sein Weg aus der Bukowina, dem ostjüdischen Buchenland, über Wien nach Paris ist der Weg eines anarchischen und sensiblen Charmeurs in die Dunkelheit eines unheilbaren Traumas: Unter den Erfahrungen des Holocaust leidend, wählt er 1970 mit noch nicht einmal 50 Jahren den Freitod in der Seine. Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines unbedingt Liebenden, eines sehnsüchtig nach Verständnis und Verständigung Suchenden. Erstmalig spricht der Sohn des Dichters, Eric Celan, vor einer Kamera über seinen Vater über das schwierige, von Celans psychischen Krisen überschattete Leben der Familie.

Mit der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, Tochter eines Kärntner Nazis, verbindet den jüdischen Dichter eine leidenschaftliche, unglücklich bleibende Liebe. Immer wieder sucht er Deutschland auf, das Land der Mörder, aber doch auch das Land jener Sprache, die er liebt und in der er schreibt. Zum einschneidenden Erlebnis wird ihm, der neugierig ist auf die junge Bundesrepublik, eine Lesung vor jungen Schriftstellern der "Gruppe 47": Man verhöhnt seinen Vortragston, Vergleiche mit Goebbels und dem "Singsang wie in einer Synagoge" muss er ertragen. Celan wagt sich dennoch weiter vor in Deutschland, seine "Angstlandschaft", wo er das Gespräch mit dem nationalsozialistisch belasteten Philosophen Martin Heidegger sucht.

Die Dokumentation von Ullrich H. Kasten und Hans-Dieter Schütt erzählt Celans Biografie als ein packendes Stück deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert. Reisebilder von Aufenthaltsorten des Dichters, Archivaufnahmen sowie Interviews mit dem Celan-Forscher Bertrand Badiou und Eric Celan verbinden sich zu einem bewegenden Porträt. Dies ist der bislang erste Film, der die Größe und die Tragik dieses Dichterlebens erfasst und in einem erzählerischen Sog vergegenwärtigt.

Mittwoch, 19.09. / 05.00 Uhr / Turangalîla-Sinfonie - Olivier Messiaen
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        81 Min.
Dirigent: Gustavo Dudamel
Komponist: Olivier Messiaen
Orchester: Orquesta Sinfónica Simón Bolívar de Venezuela
Fernsehregie: Corentin Leconte
Mit: Yuja Wang (Klavier), Cynthia Millar (Ondes Martenot)
Online verfügbar von 19/09 bis 26/09

Nach ihrer Uraufführung 1949 in Boston unter der Leitung von Leonard Bernstein hätte kaum jemand geglaubt, dass die Turangalîla-Sinfonie des französischen Komponisten Olivier Messiaen einmal ein großer Klassiker der Neuen Musik werden würde. Auch heute noch sorgt das Werk bei jeder Aufführung für Begeisterung. Der Venezolaner Gustavo Dudamel interpretiert sie hier zum ersten Mal mit dem Sinfonieorchester Simón Bolívar. Begleitet wird das Orchester von den Solisten Yuja Wang (Klavier) und Cynthia Millar (Ondes Martenot). Das eindrucksvolle Konzert wurde im Januar 2016 in der Philharmonie Luxemburg für ARTE aufgezeichnet.

Messiaen komponierte die Turangalîla-Sinfonie im Auftrag von Serge und Natalie Koussevitzky für das Boston Symphony Orchestra. Die große Premiere fand im Dezember 1949 unter der musikalischen Leitung von Leonard Bernstein statt. Das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Opus besteht aus zehn Sätzen und behandelt die vier Themen Blume, Statue, Liebe und Akkorde. Eine farb- und kontrastreiche Symphonie, deren Titel bereits Großes erwarten lässt: „Turangalîla" ist ein Wort aus dem Sanskrit und bedeutet „Gesang der Liebe“ – eine Ode an die Freude, die Zeit, die Bewegung, den Rhythmus, das Leben und den Tod.

Ihr inhaltlicher Reichtum und ihre umfangreiche Besetzung machen die Turangalîla-Sinfonie zum aufwendigsten und größten Orchesterwerk von Olivier Messiaen. Auf Gustavo Dudamels Einladung hin ist bei diesem Konzert Yuja Wang am Klavier zu erleben, die das Werk ebenfalls zum ersten Mal gibt. Auch für die ausdrucksstarke junge Pianistin – die bereits mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde – stellte die Interpretation eine große Aufgabe dar, da die Klavierpartie der Turangalîla-Sinfonie zu den schwierigsten überhaupt zählt.

Zusatzinfo: In der Philharmonie in Luxemburg wurden zwölf Kameras installiert, um die außergewöhnliche musikalische Kraft des Werks auch entsprechend visuell umzusetzen. Das Konzert wurde dort am 9. und 10. Januar 2016 für ARTE aufgezeichnet.

Freitag, 21.09. / 22.40 Uhr / Tracks
Schwerpunkt: ARTE goes Techno
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 21/09 bis 20/12
Erstausstrahlung

(1): Detroit – Berlin: Wie Techno eine Stadt verändert
(2): Block9 – Club-Kunst auf den Festivals
(3): Techno als Aktivismus in Tiflis

(1): Detroit – Berlin: Wie Techno eine Stadt verändert
Warum konnte Techno nur in Detroit entstehen, aber erst in Berlin zum Sound einer ganzen Jugend- und Clubkultur werden? Was hat der Techno-Hype aus Berlin gemacht – und sind Technoclubs die Antwort auf den riesigen Leerstand in Detroits früheren Industriebezirken? „Tracks“ spricht mit dem „Godfather of Techno“ Juan Atkins, Tresor-Gründer Dimitri Hegemann und anderen über die immer wieder beschworene Achse Detroit-Berlin im Techno und über Chancen sowie Risiken der Nighttime Economy. Denn wo ein Stadt-Hype ist, ist die Gentrifizierung nicht weit.

(2): Block9 – Club-Kunst auf den Festivals
Mit seinen legendären Conscious-Clubbing-Kunstinstallationen beeindruckt das britische Partykollektiv Block9 seit einigen Jahren das Glastonbury-Publikum. Einmal im Jahr verwandeln Block9 dann ein einfaches Feld in Somerset in ein chinesisches Rotlichtviertel, verfrachten U-Bahn-Waggons in Pappmaché-Hochhäuser und entwerfen Bühnentürme aus Plastikmüll. Dazwischen tanzen an einem Wochenende 50.000 Besucher zu Underground-DJs. „Tracks“ besucht die Block9-Masterminds Gideon Berger und Steve Gallagher in einem leerstehenden Lagerhaus in den Docklands.

(3): Techno als Aktivismus in Tiflis
Tiflis in Georgien, Mai 2018: Nach einer gewaltsamen Polizeirazzia im Techno-Club Bassiani, dem „Berghain Georgiens”, mit mehr als 60 Festnahmen, formiert sich vor dem Parlament spontan eine Demonstration mit mehr als 10.000 Menschen – in Form eines Raves. Die Initiatoren sind Teil einer Bewegung, die sich für eine liberalere Drogenpolitik in dem konservativen, georgisch-orthodox geprägten Land einsetzt.

Freitag, 21.09. / 23.25 Uhr / 30 Jahre Techno in Berlin
Schwerpunkt: ARTE goes Techno
Musik, Deutschland, 2018, ZDF        60 Min.
Regie: N.N.
Moderation: Hadnet Tesfai
Erstausstrahlung

Berlin gilt als eine der wichtigsten internationalen Techno-Metropolen. Aus diesem Grund findet im Funkhaus Berlin das erste generationsübergreifende Techno-Festival statt und ARTE Concert ist live dabei. Dass Berlin ein Magnet für DJs aus der ganzen Welt ist, zeigt das Line Up: Internationale und Berliner DJ-Größen treffen hier aufeinander, um 30 Jahre Berliner Club-Kultur zu feiern. Zwölf Stunden lang werden die Gründer der Berliner Techno-Szene wie Westbam, DJ Rush und Mijk van Dijk mit jungen internationalen Star-DJs wie Nina Kraviz auf zwei Floors gleichzeitig auflegen und gemeinsam feiern.

Berlin gilt als eine der wichtigsten internationalen Techno-Metropolen. Aus diesem Grund findet am 14. September 2018 im Funkhaus Berlin das erste generationsübergreifende Techno-Festival statt und ARTE Concert ist live dabei. Dass Berlin ein Magnet für DJs aus der ganzen Welt ist, zeigt das Line-up: Internationale und Berliner DJ-Größen treffen hier aufeinander, um 30 Jahre Berliner Club-Kultur zu feiern. Zwölf Stunden lang werden die Gründer der Berliner Techno-Szene wie Westbam, DJ Rush, Mijk van Dijk und Tanith mit den jungen internationalen Star-DJs wie Nina Kraviz, Antigone und Mor Elian auf zwei Floors gleichzeitig auflegen, sich teilweise erstmals austauschen und gemeinsam feiern. In der Nacht des 14. September zeigt ARTE Concert die DJ Sets im Livestream auf concert.arte.tv Am 21. September 2018 zeigt ARTE im TV die Höhepunkte dieser einzigartigen Nacht mit DJ-Sets und einmaligen Begegnungen und Interviews zwischen den Generationen der Techno-Szene. Moderiert wird die Sendung von Hadnet Tesfai. Unter anderem mit: Nina Kraviz, Westbam, Steffi, DJ Rush, Nene H, Radio Slave, Mathew Jonson, Electric Indigo, Mor Elian, Underground Resistance (UR), Miss Kittin, DJ Hell, Jennifer Cardini, Cassegrain, Tanith, Acid Maria, Lakuti, Gudrun Gut, Mijk van Djik, Thomas Fehlmann und viele mehr.

Zusatzinfo:
In der Nacht des 14. September ist dieses einmalige Festival im Livestream auf concert.arte.tv zu erleben.

Freitag, 21.09. / 00.30 Uhr / Denk ich an Deutschland in der Nacht
Schwerpunkt: ARTE goes Techno
Ein Film von Romuald Karmakar
Dokumentarfilm, Deutschland, 2017, ZDF        97 Min.
Regie: Romuald Karmakar
Online verfügbar von 21/09 bis 28/09
Erstausstrahlung

"Denk ich an Deutschland in der Nacht / Dann bin ich um den Schlaf gebracht", so beginnen die "Nachtgedanken" von Heinrich Heine. Und so hat auch Romuald Karmakar seinen Film über die Technoszene in Deutschland genannt, weil Schlaflosigkeit ein Kennzeichen der durchtanzten und durchfeierten Nächte und der Clubkultur ist. Der Filmemacher hat mit den DJs und Musikern Sonja Moonear, Ricardo Villalobos, Roman Flügel, Move D und Ata Macias ganz besondere Protagonisten vor die Kamera geholt, die einen größeren musikalischen Ansatz verfolgen, als nur den nächsten Dancetrack auf den Markt zu werfen. Der Heidelberger David Moufang, in der Szene als Move D bekannt, entwickelt spontan aus seinen Kindheitserinnerungen eine ganze Kosmologie der Musik. Die Genferin Sonja Moonear erklärt mit Hilfe ihrer eigenen Erfahrungen als Clubgängerin die Länder und Generationen verbindende Kraft elektronischer Tanzmusik – und wie der Calvinismus die musikalische Entwicklung in ihrer Heimat behindert hat. Der Frankfurter Ata Macias erinnert sich daran, wie ihn die Musik von Kraftwerk und die Platten eines schwarzen GIs aus der Nachbarschaft geprägt haben und wie sich die Entwicklung der Clubmusik in Deutschland und den USA gegenseitig beeinflusst hat. Alle Protagonisten sind seit den 1990er Jahren im Geschäft, mit entsprechend weitem Horizont sprechen sie über sich, ihre Subkultur und die Entwicklung der elektronischen Musik in Deutschland.

Zusatzinfo: Der Ton spielt in diesem Dokumentarfilm von Romuald Karmakar eine besondere Rolle: Wenn die DJs in Aktion sind, wechselt der Filmemacher zwischen dem Sound der Tanzfläche und dem Ton auf den Kopfhörern der DJs – und gibt damit einen ungewöhnlichen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Musiker

Freitag, 21.09. / 02.30 Uhr / Unterwegs mit Gérard Depardieu - Japan (5/5)
Okayama - Die Tradition des Handwerks
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Sébastien Fallourd
Wiederholung vom 07.09.

Samstag, 22.09. / 03.05 Uhr / Kunst für alle ~ 200 Jahre Städel Museum Frankfurt
Dokumentation, Deutschland, 2015, HR        52 Min.
Regie: Natascha Pflaumbaum
Online verfügbar von 22/09 bis 22/10

Als Johann Friedrich Städel in Frankfurt starb, hinterließ er eine beachtliche Kunstsammlung: Ganze 500 Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert und etwa 2.000 Druckgrafiken umfasste sie. Mit seinem Testament gründete er 1815 die Städelsche Kulturstiftung als weltweit erste Bürgerstiftung in Sachen Kunst. Heute gehört das Städelsche Kunstinstitut zu den bedeutendsten deutschen Museen und den renommiertesten Kunsthochschulen weltweit. Der Film erzählt die Geschichte dieser fabelhaften Idee, die vor 200 Jahren ihren Anfang nahm.

Der Frankfurter Gewürzhändler und Bankier Johann Friedrich Städel war ein Visionär. Mit seinem Testament von 1815 gründete er die Städelsche Kulturstiftung als weltweit erste Bürgerstiftung in Sachen Kunst. Er hinterließ der Welt damit ein Erbe, das groß, beispiellos und zukunftsweisend war: eine prächtige Gemäldesammlung von über 500 Kunstwerken und ein immenses Vermögen von 1,4 Million Gulden. Noch heute bilden sie den Grundstock des Frankfurter Städel Museums, das mittlerweile zu den bedeutendsten Kunstmuseen Europas zählt. 2015 feierte das Städel Museum Frankfurt seinen Gründer und dessen einzigartiges Testament.
    Über Monate hinweg hat das Filmteam im Frankfurter Städel Museum gedreht: In den drei Galerien des Museums, aber auch in den Depots, der Jubiläumsausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ und in den Werkstätten, wo auf höchstem wissenschaftlichen Niveau begutachtet und restauriert wird. Die Dokumentation zeigt zudem die Ateliers, in denen Kinder und Jugendliche in Malkursen experimentieren, und eine Computerspiel-Entwicklerfirma im Frankfurter Bahnhofsviertel, die ein witzig-intelligentes „Städel Game“ für den großen Geburtstag entwickelt.
    Max Hollein, Direktor des Städel Museums, Neil MacGregor, Direktor des British Museum und Kenner der internationalen Museumsszene, Corina Meyer, Museumshistorikerin, Sylvia und Friedrich von Metzler, moderne Mäzenaten des Städel Museums: Sie alle erzählen die Geschichte dieser einmaligen Vision Johann Friedrich Städels, die auch nach 200-jähriger Geschichte lebendig und zukunftsweisend ist.

Sonntag, 23.09. / 05.20 Uhr / Konzert des Gewandhausorchesters mit Werken von Tschaikowsky und Mahler
Musik, Deutschland, 2015, MDR        100 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Riccardo Chailly
Komponist: Peter Tschaikowsky, Gustav Mahler
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Mit: Julian Rachlin (Violine)
Online verfügbar von 23/09 bis 22/12

Riccardo Chailly, der unbestritten einer der großen Dirigenten der Gegenwart ist, dirigiert Mahler und Tschaikowsky im Gewandhaus in Leipzig. Bei der Auswahl handelt es sich um Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur op.61 und Mahlers 1. Symphonie in D-Dur. Prominente Unterstützung erhält er dabei vom Violinisten Julian Rachlin.

Innerhalb weniger Wochen komponierte Peter Iljitsch Tschaikowsky in beglücktem Schaffensrausch zu Beginn des Jahres 1878 sein Violinkonzert, das bis heute zu den meistgespielten weltweit gehört. Doch bei der Uraufführung 1881 in Wien fielen die Reaktionen gemischt aus: So fragte der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick, „ob es Musikstücke gäbe, die man stinken hört“. Tschaikowsky ließ sich von derlei Missgunst jedoch nicht beeindrucken und brachte bereits im Folgejahr den ersten Satz in Leipzig zu Gehör. Kurze Zeit später war sich die Musikwelt einig, dass das Werk zu den großen Violinkonzerten des Jahrhunderts zählt.

Im Frühjahr 1888 entstand die 1. Symphonie des 28-jährigen Gustav Mahler. Die Erstfassung umfasste nicht nur vier, sondern fünf Sätze. Mahler, der seit 1880 eine Doppelexistenz als Dirigent und Komponist führte und bis zur Jahrhundertwende in der Öffentlichkeit eher als „komponierender Dirigent“ denn als Tonsetzer wahrgenommen wurde, wirkte zu dieser Zeit als Kapellmeister am Stadttheater Leipzig. 1893 präsentierte er sein Werk erstmals in Hamburg.

Mit dem Posten des Gewandhauskapellmeisters trat Riccardo Chailly 2005 in die Fußstapfen großer Dirigenten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Arthur Nikisch und Kurt Masur. Wie seine Vorgänger hat er dazu beigetragen, dass das Orchester heute zu den profiliertesten Klangkörpern der Welt gehört. Der in Litauen geborene Violinist Julian Rachlin ist eine der charismatischen Musikerpersönlichkeiten seiner Generation. Inzwischen hat er das Kammermusikfestival „Julian Rachlin & Friends“ in Dubrovnik gegründet, das international große Aufmerksamkeit erhält.

Sonntag, 23.09. / 17.25 Uhr / Metropolis ~ Monaco
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 23/09 bis 22/12
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Monaco - Kunst im Milliardärsparadies
(2): Andreas Schmid – Meister der chinesischen Kalligraphie


(1): Metropolenreport: Monaco - Kunst im Milliardärsparadies
Monaco gilt als der teuerste Wohnort der Welt. Der Stadtstaat an der Côte d’Azur bietet attraktive Steuerkonditionen, und Kunst wird hier auf höchstem finanziellen Niveau gehandelt. Doch kann in einer von sozialen Spannungen befreiten Zone auch Kunst entstehen? Ist das Steuerparadies auch ein Paradies für Künstler? „Metropolis“ reist in das kapitalistische Wunderland, trifft den Ballett-Chef Jean-Christophe Maillot, die Operndiva Cecilia Bartoli und die Künstlerin Agnès Roux, die unter anderem Monacos alternativen Kulturclub „Le Logoscope“ gegründet hat.

(2): Andreas Schmid – Meister der chinesischen Kalligraphie
Der Künstler und Kurator Andreas Schmid ist ein Experte für chinesische Kalligraphie und Kunst. Er lebte schon in den 80er Jahren in Peking und kennt das Reich der Mitte wie nur wenige. Daneben zelebriert er die Philosophie der Linie auch mit großflächigen Lichtinstallationen – wie zuletzt in Chemnitz. „Metropolis“ begleitet ihn bei seiner Arbeit.

Sonntag, 23.09. / 17.25 Uhr / Piotr Anderszewski und das Klavier
Musik, Deutschland, 2018, NDR        43 Min.
Regie: Andreas Morell
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Interpret: "Piotr Anderszewski"
Orchester: NDR Elbphilharmonie Orchester
Online verfügbar von 23/09 bis 30/09
Erstausstrahlung

Piotr Anderszewski ist einer der besten Pianisten unserer Zeit. Er ist ein Perfektionist, der stets auf der Suche nach dem idealen Klang ist. Dieses Spiel ohne Netz und doppelten Boden macht seine Konzerte für das Publikum zu unvergesslichen Erlebnissen. In der Hamburger Elbphilharmonie bei einem Konzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Thomas Hengelbrock spielt er Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 in c-Moll. Sowohl im Konzert als auch in der Probe fordert Piotr Anderszewski jeden einzelnen Ton neu heraus.

Piotr Anderszewski ist einer der besten Pianisten unserer Zeit. Er ist ein Perfektionist, der stets auf der Suche nach dem idealen Klang ist und zugleich hofft, ihn nie zu finden. Dieses Spiel ohne Netz und doppelten Boden macht seine Konzerte für das Publikum zu unvergesslichen Erlebnissen.

In seinem musikalischen Alltag muss er damit zurechtkommen, dass er als Pianist nicht immer das perfekte Instrument am Spielort vorfindet. „Es ist eine komplizierte Beziehung. Manchmal fände ich es besser, es würde das Instrument gar nicht geben“, sagt Piotr Anderszewski. „Am liebsten würde ich Musik telepathisch übermitteln – ohne physische Töne.“
   
Bei einem Konzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Thomas Hengelbrock spielt er Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 in c-Moll. Sowohl im Konzert als auch in der Probe fordert Piotr Anderszewski jeden einzelnen Ton neu heraus. Er ringt dabei dem Klavier die unterschiedlichsten Klangfarben ab. „Wissen Sie, das Klavier ist ein Schlaginstrument, das vorgibt, singen zu können. Aber das bleibt eine Behauptung. Auch wenn man sich insgeheim wünscht, es könne wirklich singen.“

In der Steinway-Fabrik besichtigt Piotr Anderszewski die Perfektion in der Herstellung seines Instruments. Für ihn ist ganz klar: „Klaviere sind unterschiedlich. Aber ganz ehrlich: Mir ist das im Grunde egal. Natürlich bevorzuge ich ein Klavier, mit dem ich mich wohlfühle. Aber am Ende ist die Partitur viel wichtiger für mich.“

Sonntag, 23.09. / 22.45 Uhr / Prélude für Debussy
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Manuela Dalle
Online verfügbar von 23/09 bis 22/11
Erstausstrahlung

Zwischen Romantik und Moderne: Vor hundert Jahren, am 25. März 1918, starb Claude Debussy in Paris. Es hat lange gedauert, bis Debussy die Anerkennung zuteilwurde, die ihm gebührt. Heute gilt die musikalische Größe des französischen Impressionisten als unbestritten. Er selbst offenbart sich in seinen Schriften als unangepasster, oft auch exzessiver Mensch. Der Film zeichnet anhand von Briefen, Aussagen heutiger Künstler, Archivmaterial und zahlreichen Ausschnitten aus Kompositionen die Stationen seines Lebens nach und bringt dem Zuschauer Debussys wegweisende Kompositionskunst nahe.

Am 25. März 1918 starb Claude Debussy in Paris. Anlässlich des 100. Todestags des Komponisten erläutern zeitgenössische Künstler wie der Dirigent Philippe Jordan, die Sängerin Barbara Hannigan, der Pianist Alexandre Tharaud, der Choreograph Nicolas Le Riche, die Sopranistin Julie Fuchs und der Pianist Simon Ghraichy, was sie mit Debussy verbindet.

hre Schilderungen machen deutlich, inwiefern der Komponist mit seiner Musik Neuland betrat, und liefern wertvolle Hinweise zum besseren Verständnis seines Werks. Die Dokumentation zeigt Debussy als Menschen und als Künstler im Paris des frühen 20. Jahrhunderts. Sie zeichnet die Stationen seines Lebens nach, schildert seine Schaffenskrisen und analysiert die Kontroversen, die er durch seine Musik und seine Schriften auslöste.

Bislang unveröffentlichte Interviews, beispielsweise mit der Pianistin Marguerite Long, Archivaufnahmen mit großen Debussy-Interpreten wie Samson François, Leonard Bernstein oder Pierre Boulez sowie Konzertmitschnitte („Pelléas et Mélisande“, „Prélude à l'après-midi d'un faune“) machen Lust darauf, noch tiefer in die Welt des großen Komponisten einzutauchen. Die Dokumentation bringt dem Zuschauer Claude Debussys Leben und Werk anhand von Auszügen aus seinen Kompositionen, aber auch aus seinen Briefen und kritischen Schriften nahe. Außerdem zeigt die Sendung in diesem Jubiläumsjahr auch, dass Debussy beträchtlichen Einfluss auf die Avantgarde des 20. Jahrhunderts hatte und zeitgenössische Künstler bis heute prägt.

Sonntag, 23.09. / 23.40 Uhr /  Pelléas et Mélisande
Oper, Frankreich, 2016, ARTE F        174 Min.
Regie: Corentin Leconte
Dirigent: Esa-Pekka Salonen
Chorleitung: Marvin Kernelle
Kostüme: Chloé Lamford
Chor: Cape Town Opera Chorus
Choreographie: Joseph W. Alford
Komponist: Claude Debussy
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Lizzie Clachan
Dramaturgie: Martin Crimp
Licht: James Farncombe
Inszenierung: Katie Mitchell
Orchester: Philharmonia Orchestra

Mit: Stéphane Degout (Pelléas), Barbara Hannigan (Mélisande), Laurent Naouri (Golaud), Franz Josef Selig (Arkel), Sylvie Brunet-Grupposo (Geneviève), Chloé Briot (Yniold), Thomas Dear (Der Arzt)

Online verfügbar von 23/09 bis 30/09
Erstausstrahlung

Seit 2012 ist die britische Opernregisseurin Katie Mitchell Stammgast bei den Opernfestspielen von Aix-en-Provence. 2016 brachte sie die einzige Oper von Claude Debussy hier auf die Bühne: „Pelléas et Mélisande“. In ihrer Produktion betont Katie Mitchell den traumhaften Realismus dieses Meisterwerks und wird dabei vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen unterstützt. Barbara Hannigan fesselt in ihrem Rollendebüt als Mélisande. Die Inszenierung zeigt ARTE anlässlich des 100. Todestags von Claude Debussy, der in diesem Jahr begangen wird.

Golaud verläuft sich in einem Wald und trifft dort auf Mélisande. Er heiratet sie und bringt sie in seine Heimat, in das Schloss seiner Familie. Hier lernt Mélisande den Halbbruder von Golaud kennen: Pelléas. Etwas entsteht zwischen den beiden. „Etwas, das stärker ist als ich“, murmelt Mélisande. Etwas, das für Golaud rätselhaft bleibt und schließlich zur Tragödie führt. Vor dieser Rahmenhandlung, die so alt ist wie der Okzident, webte der symbolistische Schriftsteller Maurice Maeterlinck ein Schauspiel aus Licht und Schatten.

Claude Debussy verwandelte den Text in eine mythische Oper der leisen Töne. In ihrer Produktion betont Katie Mitchell den traumhaften Realismus dieses Meisterwerks und wird dabei vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen unterstützt. So erstrahlt das Werk in seiner ganzen atemberaubenden Schönheit.

Nach „Written on Skin“ (2012) und „Alcina“ (2015) bedient sich Katie Mitchell auch dieses Mal bei einer ihrer Lieblingsgattungen, dem Eifersuchtsdrama: Nachdem Pelléas durch das Schwert von Golaud umkommt, stirbt auch Mélisande. Mitchells Bühnenwelten bestechen durch unklare Zeitlichkeiten, traumähnliche Bilder und eine Grundstimmung von einer beunruhigenden Befremdlichkeit.

Die Sänger unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen, einem der renommiertesten Dirigenten der heutigen Zeit, begeistern ein internationales Publikum: Laurent Naouri als Golaud, Stéphane Degout als Pelléas und Barbara Hannigan, die für das Festival d‘Aix-en-Provence bereits die Agnès in „Written on Skin“ verkörperte, in einem grandiosen Rollendebüt als Mélisande.

Montag, 24.09. / 17:40 Uhr / Jinju - Wandertheater in China
Dokumentation, Frankreich, 2018, SWR        52 Min.
Regie: Thibault Férié
Online verfügbar von 24/09 bis 01/10

Die Dokumentation begleitet ein Wandertheater, das mit einem klapprigen Reisebus durch das ländliche China tourt. In den abgelegenen, strukturschwachen Regionen ist es für die bäuerliche Bevölkerung oft das einzige Kultur- beziehungsweise Unterhaltungsangebot. Trotz artistischer Meisterleistungen und hervorragender Bühnenkunst führen die Schauspieler ein entbehrungsreiches Leben.

Regisseur Thibault Férié hat über mehrere Wochen hinweg eine Theatertruppe, die im ländlichen China durch die Dörfer zieht, zusammen mit seinem Kamerateam begleitet. Die Truppe des Herrn Liu hat populäre Werke der klassischen chinesischen Oper in ihrem Repertoire – Stücke, die Gesang und Tanz mit akrobatischen Künsten kombinieren. Wenn die Darsteller mit ihrem Bus und ihrem Bühnen-Lkw für ein paar Tage in den Dörfern gastieren, ist dies für die bäuerliche Bevölkerung der Höhepunkt des Jahres. Die Dokumentation bewegt sich vor allem hinter den Kulissen, die Kamera ist dabei, wenn die Schauspieler in improvisierten Masken- und Umkleideräumen fantastische Kostüme anlegen und ihre Gesichter mit greller Schminke bemalen. Er beobachtet sie aber auch in ihrem Alltag, wenn sie von den stundenlangen Aufführungen erschöpft sind, wenn sie proben oder in Kontakt mit den Dorfbewohnern kommen. Ob in der Begegnung mit dem Direktor Herrn Liu, der weiblichen Hauptdarstellerin Ping, die immer die Rollen von adeligen Damen oder Kaiserinnen übernimmt, oder mit dem Nachwuchstalent Li – wir erfahren, wie diszipliniert und zugleich entbehrungsreich der Alltag dieser Artisten ist. In ihrem Beruf verdienen sie gerade so viel wie ein Wanderarbeiter. Und so wie diese führen sie ein Leben mit stets gepackten Koffern, ohne Gewissheit, ob sie nach der laufenden Saison ein weiteres Engagement erhalten. Demgegenüber stehen die Bewunderung, die das Publikum den Bühnenstars entgegenbringt, sowie die Freude und Ergriffenheit, die die meist komödiantischen Opern bei ihm auslösen. Stets geht es in den Stücken um Liebe, Eifersucht, Intrigen und Ungerechtigkeit, natürlich verlagert in das alte China. Doch auf sublime Weise wird mit den alten Texten auch Kritik an Ungerechtigkeit und Korruption im heutigen China geübt.
Freitag, 28.09. / ab 22.05 Uhr / Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Schwerpunkt, ARTE53 Min.

Im Herbst pulsiert die Modehauptstadt Paris wieder im Rhythmus der Fashionweek – und auch ARTE begleitet das Mode-Event wieder an einem Wochenende mit einem Programmschwerpunkt, der sich großen Namen wie Christian Dior und Balmain widmet.

Pünktlich zur Fashionweek bietet ARTE eine Sonderprogrammierung „Fashion“ – den Auftakt macht am Freitag „Der Stil Balmain“ von Loïc Prigent. Die Dokumentation zeigt, wie der hochbegabte Olivier Rousteing, 33 Jahre alt, die Grundsätze des Stils des Hauses Balmain immer wieder neu interpretiert. Im Anschluss folgt „Jean-Charles de Castelbajac – Verliere nie das Kind in dir!“. Der französische Designer wurde damit bekannt, Popkunst in seine Mode übertragen zu haben. ARTE begibt sich auf die Spuren eines unermüdlichen Modeschöpfers, der Iggy Pop und Lady Gaga zu seinen Kunden zählt. Der Sonntag steht unter britischer Flagge: In „British Style“ nimmt der französische Regisseur Loïc Prigent die britische Kultur und Modewelt genau unter die Lupe. Anhand von Archivaufnahmen aus den 50er Jahren bis heute wird veranschaulicht, was England so reizvoll und einzigartig macht. Weiter geht es mit einem Kostümfilm, „Love & Friendship“, der ins England des 19. Jahrhundert führt. Lady Susan Vernon ist eine junge Witwe, deren Schönheit und Charme die High Society verführt und verwirrt. Als ihr Ruf und ihre finanzielle Sicherheit in Gefahr geraten, sucht sie für sich und ihre Tochter ausschließlich Männer aus wohlhabenden Kreisen. Zurück nach Paris, der Hauptstadt der Mode, in eines der prestigeträchtigsten Modehäuser der Welt: zu Christian Dior. Der weltberühmte Designer war ein genialer Zeichner. Seine Kleider entwarf er stets selbst. Heute erzählen seine Zeichnungen die Geschichte des Mannes, der Anfang 1947 mit seiner allerersten Kollektion „The New Look“ die Welt eroberte. Die Dokumentation lässt ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Modehistoriker, aber auch Schneiderinnen zu Wort kommen, die heute für ihn arbeiten. „Die Zeichnungen des Christian Dior“ ist eine Hommage an eine Stil-Ikone, deren Grundsätze bis heute gültig und erfolgreich sind.

Freitag, 28.09. / 22.05 Uhr / Der Stil Balmain
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE        53 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 28/09 bis 05/10

Wie kann es gelingen, das Erbe eines der großen legendären Modehäuser zu wahren und zugleich jede Kollektion von Grund auf neu zu erfinden? Loïc Prigent nimmt uns mit in das renommierte Modehaus, das 1945 von Pierre Balmain gegründet wurde. Heute prägt der junge Creative Director Olivier Rousteing das Balmain-Design. Mit seinen verrückten, fantasievollen, erotischen und provokanten Kollektionen definiert er die neue „Femme Balmain“.

Seit dem zum Mythos gewordenen Aufstieg von Yves Saint Laurent mit 21 Jahren an die Spitze des Hauses Dior steht die Modeszene auf Wunderknaben, die mit unverfälschtem Instinkt und einer außergewöhnlichen Persönlichkeit frischen Wind in verstaubte Luxus-Labels bringen. Olivier Rousteing passt in dieses Bild. Aber er tritt kein leichtes Erbe an in dem legendären französischen Modehaus, das 1945 von Pierre Balmain gegründet wurde.

Seine Kollektionen sind ausgeflippt, fantasievoll, provokant, erotisch und extrem. Der Designer setzt sich keine Grenzen, lässt sich beispielsweise von Fabergé-Eiern und ihren Vitrinen für perlmuttene Jacken mit riesigen Schulterpolstern inspirieren. Rattansessel, die er auf Kuba gesehen hat, inspirieren ihn zu bunten Flechtkleidern – echten technischen Wunderwerken, die sogar die gefürchtete Modekritikerin Suzy Menkes zutiefst bewunderte. Natürlich hat Rousteing nicht nur Bewunderer. Man wirft ihm vor, er überbetone die weibliche Silhouette und verleihe Balmain-Trägerinnen ein extravagantes, unnahbares und unanständig reiches Image. Aber genau das funktioniert, denn zu seinen Kundinnen gehören Filmstars und Diven wie Beyoncé und Rihanna. Letztere erklärte sogar öffentlich, sie wolle Olivier Rousteing heiraten – für ihn ein spontaner Bekanntheits-Booster.

Olivier Rousteing bei Balmain zu filmen ist faszinierend: Wie geht er mit dem Stress vor einer Show um? Wie hält er seine Teams zusammen? Wie gelingt es ihm, seine Modeschöpfungen so meisterhaft zu entwerfen und anschließend maßgetreu umzusetzen? Er beherrscht sein Handwerk, steht jedoch unter riesigem Leistungsdruck. Er muss seine Marke voranbringen, Prominente bezirzen, vor unerbittlichen, erfahrenen Kritikern klare Ansagen machen – wie schafft dieser so diskret wirkende junge Mann das alles?

Von den unablässig brainstormenden kreativen Köpfen im Atelier des Modeschöpfers bis hin zu den fleißigen Schneiderinnen, welche die Entwürfe mit viel Passion umsetzen, dokumentiert Loïc Prigent sämtliche Etappen des Kreativ-Marathons im Hause Balmain. So vermittelt er dem Zuschauer hautnah das hektisch-elektrische Ambiente hinter den Kulissen der Haute Couture.

Freitag, 28.09. / 23.00 Uhr / Jean-Charles de Castelbajac ~ Verliere nie das Kind in dir!
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        52 Min.
Regie: Mathieu César, Fabien Henrion, Stéphanie Trastour
Online verfügbar von 28/09 bis 17/10
Erstausstrahlung

Er hat den Papst eingekleidet und Katy Perry, er war mit den Sex Pistols befreundet und mit Keith Haring: Jean-Charles de Castelbajac – französischer Modeschöpfer, Maler und Designer. Er ließ sich von der Pop-Art zu unverwechselbaren, farbenfrohen Looks inspirieren, mit denen er in den 80er Jahren die internationale Modeszene eroberte. Mit seinen ausgefallenen Outfits für Größen der Popwelt wie Lady Gaga sorgte er für Furore. Ein Rückblick auf das Leben und die Karriere eines unermüdlichen Querdenkers und Mode-Rebellen.

Er galt in den 70ern als König der Anti-Mode und gilt heute wieder als zeitgenössisch: Jean-Charles de Castelbajac. Bei seinen Kollektionen lässt er sich von der Kunst- und Filmgeschichte, aber auch von politischen und gesellschaftlichen Strömungen beeeinflussen. In den 60ern war seine experimentelle Mode davon inspiriert, was ihn als Jugendlichen fasziniert hatte – Arbeitskleidung, Militär-Uniformen, dazu eine gehörige Prise Beatnik.

Sein eigenes Label gründete Jean-Charles de Castelbajac im Jahr 1979. In den 80er Jahren, die er selbst als seine kreativsten Jahre bezeichnet, entwarf er unter anderem Trikots für die amerikanische Olympia-Mannschaft und landete einen Coup mit einem Snoopy-Pullover, der den Schriftzug “To be or not to be” trug. Castelbajac bat auch bedeutende Künstler, Kleider aus Plastikplanen zu bemalen. 1987 beauftragte ihn Keith Haring in New York mit einem Teddybär-Mantel für Madonna. In den 90ern entwarf er Roben für den Papst und 5.500 Geistliche zum Weltjugendtag in Paris. Für Superstars wie Lady Gaga, Katy Perry, Beyoncé, Rihanna oder auch M.I.A. hat er ausgefallene Bühnen-Outfits kreiert.

Castelbajacs Mode- und Designkreationen werden regelmäßig in großen Museen gezeigt. Er liebt Kulturschocks zwischen Poesie und Pogo, Philosophie und Prêt-à-porter, Hip-Hop und Pop-Art, mittelalterlichen Wappen und Cartoon-Motiven. Ähnlich wie Vivian Westwood versuchte Castelbajac ein Leben lang, immer wieder Grenzen einzureißen.

Seine farbenfrohe und poppige Mode wird oft als verrückt bezeichnet, doch er arbeitete für zahlreiche internationale Modehäuser und verkaufte seinen Namen an koreanische, britische, italienische und amerikanische Konzerne. Er trägt einen Namen, der für französische Exzellenz und Savoir-Faire steht, für Design „à la française“. Sein spielerischer Stil sprüht nur so vor Extravaganz und lässt sich in vier Initialen zusammenfassen, die in Frankreich jeder kennt: JCDC. Einblicke in das Schaffen eines Modemachers, für den der Humor unerlässlich ist – in der Mode wie im Leben.

Freitag, 28.09. / 23.50 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Journalist: David Combe, Jean-Marc Barbieux
Online verfügbar von 28/09 bis 27/11
Erstausstrahlung

Freitag, 28.09. / 00.40 Uhr / Ibeyi & Julien Doré - Reeperbahn Festival 2018
Musik, Deutschland, 2018, ZDF        60 Min.
Regie: N.N.
Erstausstrahlung

Zum 13. Mal holt das Reeperbahn Festival die Zukunft der internationalen Popmusik auf den legendären Hamburger Kiez. Das größte Clubfestival Europas ist der Gradmesser für die Musik von morgen. In diesem Jahr ist Frankreich das offizielle Partnerland. ARTE präsentiert den französischen Superstar Julien Doré und den grenzüberschreitenden Globetrotter-Soul von Ibeyi. ARTE Concert präsentiert viele Konzerte von Stars und Newcomern vom 19. bis 22. September im Livestream und abrufbar als VOD. Unter anderem mit Julien Doré, Ayo, Ibeyi und Her auf: concert.arte.tv

Zum 13. Mal holt das Reeperbahn Festival die Zukunft der internationalen Popmusik auf den legendären Hamburger Kiez. Das größte Clubfestival Europas ist der Gradmesser für die Musik von morgen. In diesem Jahr ist Frankreich das offizielle Partnerland und präsentiert die Highlights der aufregenden französischen Musiklandschaft. ARTE zeigt den französischen Superstar Julien Doré und den grenzüberschreitenden Globetrotter-Soul von Ibeyi.

Im legendären St. Pauli Theater mitten auf der Hamburger Reeperbahn wird sich der französische Singer-Songwriter Julien Doré dem deutschen Publikum vorstellen. Der Gewinner der französischen Castingshow „Nouvelle Star“ hat seit 2007 bereits vier Studioalben veröffentlicht und spielt in seiner Heimat ausverkaufte Stadion-Tourneen. Mit gefühlvollen Rock-Popsongs hat sich der 36-jährige Chansonnier in die Herzen der französischen Popwelt gespielt und nimmt nun auch Kurs auf die internationalen Bühnen.

In der Elbphilharmonie, dem neuen Wahrzeichens Hamburgs, stellen Ibeyi ihr Können unter Beweis. Die beiden Schwestern Naomi und Lisa-Kaindé von Ibeyi vereinen in ihren selbst ernannten „Contemporary Negro Spirituals“ nicht nur musikalisch, sondern auch sprachlich karibische, westafrikanische und europäische Einflüsse. Sie singen auf Englisch, Französisch, Spanisch und Yoruba, einer nigerianische Sprache, die im 19. Jahrhundert auf den Sklavenschiffen nach Kuba gekommen ist und heute nur noch von einigen Priestern gesprochen wird. Schon als Kinder lernten die beiden Töchter des Perkussionisten des Buena Vista Social Club Anga Díaz die traditionellen Gesänge der Yoruba und mischen sie nun unter moderne Downtempo-Beats und Soulsamples.

ARTE Concert präsentiert viele Konzerte von Stars und Newcomern vom 19. bis 22. September im Livestream und abrufbar als VOD. Unter anderem mit Julien Doré, Ayo, Ibeyi und Her auf: concert.arte.tv

Zusatzinfo:
Zum 13. Mal holt das Reeperbahn Festival die Zukunft der internationalen Popmusik auf den legendären Hamburger Kiez. Das größte Clubfestival Europas ist der Gradmesser für die Musik von Morgen. In diesem Jahr ist Frankreich das offizielle Partnerland und präsentiert an drei Tagen die Highlights der aufregenden französischen Musiklandschaft. ARTE zeigt den französischen Superstar Julien Doré und den grenzüberschreitenden Globetrotter-Soul von Ibeyi.Im legendären St. Pauli Theater mitten auf der Hamburger Reeperbahn wird sich der französische Singer-Songwriter Julien Doré dem deutschen Publikum vorstellen. Der Gewinner der französischen Castingshow „Nouvelle Star“ hat seit 2007 bereits vier Studioalben veröffentlicht und spielt in seiner Heimat ausverkaufte Stadien-Tourneen. Mit gefühlvollen Rock-Popsongs hat sich der 36-jährige Chansonnier in die Herzen der französischen Popwelt gespielt und nimmt nun auch Kurs auf die internationalen Bühnen.In der Elbphilharmonie, dem neuen Wahrzeichens Hamburgs, stellen Ibeyi ihr Können unter Beweis. Die beiden Schwestern Naomi und Lisa-Kaindé von Ibeyi vereinen in ihren selbst ernannten „Contemporary Negro Spirituals“ nicht nur musikalisch, sondern auch sprachlich karibische, westafrikanische und europäische Einflüsse. Sie singen auf Englisch, Französisch, Spanisch und Yoruba, eine nigerianische Sprache, die im 19. Jahrhundert auf den Sklavenschiffen nach Kuba gekommen ist und heute nur noch von einigen Priestern gesprochen wird. Schon als Kinder lernten die beiden Töchter des Buena Vista Social Club Perkussionisten Anga Diaz die traditionellen Gesänge der Yoruba und mischen sie nun unter moderne Downtempo Beats und Soulsamples.ARTE Concert präsentiert viele Konzerte von Stars und Newcomern vom 19. bis 22. September im Livestream und abrufbar als VOD. Unter anderem mit Julien Doré, Ayo, Ibeyi und Her auf: concert.arte.tv

Samstag, 29.09. / 00.00 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für  Anastasia Postnikova, Sängerin
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung
Sonntag, 30.09. / 15.35 Uhr / British Style
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE        51 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 30/09 bis 30/10

Was kennzeichnet den britischen Stil? In London schießen neue Trends und Moden wie Pilze aus dem Boden. Die britische Hauptstadt ist mit Abstand die stilvollste europäische Metropole, und es ist kein Zufall, dass die Punkbewegung, die den Anstoß zur größten Stilrevolte des letzten Jahrhunderts gab, gerade hier begann. Die Dokumentation zeichnet ein lebendiges, humorvolles und buntes Porträt des britischen Stils. Anhand von Archivaufnahmen aus den 50er Jahren bis heute veranschaulicht Loïc Prigent mit Kennerblick, was England so reizvoll und einzigartig macht: Uniformen, Aristokratie, aber auch Lad Culture, Exzentrik, Anglizismen, Modeindustrie und typisch britischer Luxus.

London ist mit Abstand die stilvollste europäische Metropole. Hier schießen neue Trends und Moden wie Pilze aus dem Boden, und es ist kein Zufall, dass die Punkbewegung, die den Anstoß zur größten Stilrevolte des 20. Jahrhunderts gab, gerade in der britischen Hauptstadt ihren Ausgang nahm. Was den britischen Stil kennzeichnet, ist seine einzigartige Mischung aus konservativen und avantgardistischen, aristokratischen und exzentrischen Einflüssen. Anhand von journalistischen und privaten Archivaufnahmen zeichnet die Dokumentation von Modekenner Loïc Prigent ein lebendiges, humorvolles und buntes Porträt des britischen Stils, der einen Hang zur Uniformierung nicht verleugnen kann: Uniformen von Bobbys und Palastwachen, Dresscodes der Bourgeoisie und Schuluniformen, aber auch die Outfits, die von den Ravern aus Manchester, den Mods und den Lads salonfähig gemacht wurden, zeigen dies. Der Film bringt dem Zuschauer die verschiedenen Facetten dieses Stil-Repertoires unterhaltsam nahe und beleuchtet, wie die Briten auf diese Art ihr Selbstverständnis zur Schau tragen. Alles, was England ausmacht, spiegelt sich auch im britischen Stil wider.

Sonntag, 30.09. / 16.55 Uhr / Metropolis ~ Izmir
Magazin, Deutschland, 2018, WDR        43 Min.
Online verfügbar von 30/09 bis 29/12
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Izmir
(2): Phoebe Boswell – Atelierbesuch bei der in London lebenden Multimedia-Künstlerin

(1): Metropolenreport Izmir
Säkular, weltoffen, dynamisch und viel Luft zum Atmen: Das ist Izmir, die „Ungläubige“, das frühere Smyrna, das auf die Tradition kultureller Toleranz zurückblicken kann. Die an der Ägais gelegene und mit heute vier Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt der Türkei ist so etwas wie ein Gegenentwurf zu Erdogans „neuer Türkei“, dem Umbau einer Gesellschaft im Zeichen der Islamisierung und auf Kosten einer freien Presse und einer unabhängigen Justiz. Für Erdogan ist Izmir eine Festung des Widerstands. Hier wird Atatürk hochgehalten, die oppositionelle sozialdemokratische CHP gewählt und der neuen Prüderie getrotzt: Wer hierher kommt, sehnt sich nach Freiheit. „Metropolis“ spürt dem Spirit dieser Stadt nach und spricht mit Kulturschaffenden darüber, was Izmir so besonders macht.

(2): Phoebe Boswell – Atelierbesuch bei der in London lebenden Multimedia-Künstlerin
Was ist Heimat? Was bedeutet „Zuhause“? Die 36-jährige Multimedia-Künstlerin Phoebe Boswell, in Nairobi als Tochter einer Kikuyu und eines britischen Kenianers geboren, aufgewachsen in Bahrain und heute in London lebend, hatte immer ein sehr gebrochenes Verhältnis zu dem was „Zuhause“ bedeutet. Ihre Arbeiten, in denen sie traditionelle Zeichentechniken und digitale Technologien, wie etwa Animationsfilme kombiniert, erzählen vom Dasein in der Diaspora, von der Suche nach den kulturellen Wurzeln und nach der eigenen Identität. In ihrer Kunst reflektiert sie das Verhältnis zwischen sich selbst, anderen Individuen und der Welt und erkennt im Persönlichen das Allgemeine, im Individuellen das Universelle.

Sonntag, 30.09. / 17.45 Uhr / Einführungskonzert von Andris Nelsons als Gewandhauskapellmeister 2018
Andris Nelsons dirigiert Felix Mendelssohn Bartholdy - Symphonie Nr. 3
Musik, Deutschland, 2018, MDR        44 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Andris Nelsons
Orchester: Gewandhausorchester
Mit: Baiba Skride (Geige)
Online verfügbar von 30/09 bis 07/10
Erstausstrahlung

Das Gewandhausorchester präsentiert sich seit seiner Gründung 1743 als das „Uraufführungsorchester aus Tradition“: Werke von Beethoven, Schubert, Schumann, Mendelssohn, Brahms und Bruckner erlebten durch den Klangkörper ihre Erstaufführungen. Mit dem knapp 40-jährigen Andris Nelsons bekommt Leipzig einen Shootingstar der Kapellmeisterzunft. In seinem Antrittskonzert dirigierte der Lette die „Schottische Symphonie“ seines Amtsvorgängers Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das Gewandhausorchester präsentiert sich seit seiner Gründung 1743 als das „Uraufführungsorchester aus Tradition“: Werke von Beethoven, Schubert, Schumann, Mendelssohn, Brahms und Bruckner ebenso wie von Schnittke, Henze oder Rihm erlebten durch das Orchester ihre Erstaufführungen. Mit dem knapp 40-jährigen Andris Nelsons, der international stark umworben ist und schon auf der Wunschliste der Berliner Philharmoniker stand, bekommt Leipzig einen Shootingstar der Kapellmeisterzunft. In seinem Antrittskonzert dirigierte der Lette die „Schottische Symphonie“ seines Amtsvorgängers Felix Mendelssohn Bartholdy.Die ersten Takte der Symphonie notierte der reislustige Mendelssohn im Juli 1829 während einer Reise auf die britischen Inseln, die ihn auch nach Schottland – das Sehnsuchtsland der europäischen Romantik - führte. Inspiriert von sturmumtosten Klippen, pittoresken Kirch- und Burgruinen sowie den nebelverhangenen Gebirgstälern, brachte der Komponist die ersten Ideen zu Papier. Doch erst 13 Jahre später vollendete er die der englischen Königin Victoria gewidmete Symphonie und führte sie 1842 im Leipziger Gewandhaus auf. Seitdem gehört sie zu den beliebtesten und meistgespielten Werken Felix Mendelssohn Bartholdys.

Sonntag, 30.09. / 20.15 Uhr / Love & Friendship
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Spielfilm, Frankreich, Irland, Niederlande, 2016, ARTE F        88 Min.
Regie: Whit Stillman
Autor: Jane Austen
Kamera: Richard Van Oosterhout
Schnitt: Sophie Corra
Musik: Benjamin Esdraffo
Produktion: Chic Films, Blinder Films, Revolver Amsterdam, ARTE France Cinéma
Produzent: Lauranne Bourrachot, Katie Holly, Whit Stillman
Drehbuch: Whit Stillman

Mit: Kate Beckinsale (Lady Susan Vernon), Emma Greenwell (Catherine Vernon), Xavier Samuel (Reginald DeCourcy), Morfydd Clark (Frederica Vernon), Tom Bennett (Sir James Martin), Chloë Sevigny (Alicia Johnson), Justin Edwards (Charles Vernon)
Online verfügbar von 30/09 bis 08/10
Erstausstrahlung

England Ende des 18. Jahrhunderts: Die verwitwete Lady Susan Vernon beschließt, nachdem ihr die Gerüchte über ihre angeblichen Affären zunehmend lästig geworden sind, sich auf das Anwesen ihres Schwagers Charles Vernon und seiner Frau Catherine zurückzuziehen. In Churchill angekommen, lernt sie auch deren Bruder, den gut aussehenden Reginald DeCourcy kennen, den sie sogleich um ihren Finger zu wickeln beginnt. Denn Susan Vernon hat einen Plan: Um ihr und ihrer Tochter schnellstmöglich wieder einen festen Platz in der gehobenen Gesellschaft zu sichern, gilt es für sie beide einen passenden, das heißt vermögenden Ehemann zu finden. Reginald DeCourcy erscheint ihr da wie gerufen. Trotz seines anfänglichen Zögerns verfällt er der schönen Witwe zusehends.

Eines Tages taucht dann Susans Tochter Frederica auf dem Anwesen auf, deren Zukunft in den Augen ihrer Mutter zu diesem Zeitpunkt bereits gesichert ist: Sir James Martin, der der jungen Frau nach Churchill nachgereist kommt, hat bereits um ihre Hand angehalten. Doch dieser ist ebenso reich wie dumm, und die junge Frau will den dringlichen Heiratsplänen der Mutter unter keinen Umständen nachkommen. Aus Verzweiflung vertraut sie sich DeCourcy an, der Verständnis hat und versucht, seine Angebetete umzustimmen. Doch Susan zeigt sich bestürzt über seine Zweifel an ihren Absichten. Sie lässt DeCourcy glauben, bei ihr in Ungnade gefallen zu sein, heckt jedoch bereits den nächsten Plan aus. Denn was immer auch geschieht, als Meisterin der Indoktrination weiß Susan Vernon immer, was zu tun ist, um ihr Ziel zu erreichen …

Zusatzinfo:
Nicht selten wird „Love & Friendship“ als eine der, wenn nicht die gelungenste aller Jane-Austen-Verfilmungen bezeichnet. Besonders der trockene, nahezu bissige Humor sowie die intelligenten, pointierten Dialoge machen sie zu einem äußerst amüsanten Filmvergnügen. Es handelt sich um die „delikate Adaption eines Briefromanfragments von Jane Austen, die Regisseur Whit Stillman und sein Schauspieler-Ensemble als spitzzüngige und temporeiche Gesellschaftskomödie rund um ein vorrangig verbal ausgetragenes Spiel um Status, Zugehörigkeit, Lust und Liebe anlegen“ (Filmdienst).

Sonntag, 30.09. / 21.45 Uhr / Die Zeichnungen des Christian Dior
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE        53 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 30/09 bis 29/11
Erstausstrahlung

Christian Dior war ein genialer Zeichner. Seine Kleider entwarf er stets selbst; die Skizzen dazu verwahrte er an einem sicheren Ort in Paris. Heute erzählen sie die Geschichte eines Mannes, der Anfang 1947 mit seiner allerersten Kollektion die Welt eroberte. So etwas hatte die Modebranche noch nie gesehen. Es war die Geburtsstunde des berühmten „New Look“. Die Dokumentation lässt ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Modehistoriker, aber auch die Schneiderinnen zu Wort kommen, die heute für Christian Dior arbeiten.

Christian Dior hob 1947 in Paris den berühmten „New Look“ aus der Taufe: betonte Hüften, schmale Taille und ein Kleid, das bis zu 20 Meter Stoff erforderte. Paradoxerweise steht die neue Mode in krassem Gegensatz zur damaligen Realität: Der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei, die Frauen haben sich eben erst vom Korsett emanzipiert, und Stoffe sind echte Mangelware.

Die Dokumentation lässt ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Modehistoriker, aber auch die Schneiderinnen zu Wort kommen, die heute für Christian Dior arbeiten. Sie alle schildern die unglaublichen Entstehungsgeschichten dieser Kleider, an deren Anfang eine einfache Zeichnung stand.

Die Dokumentation erzählt auch den Lebensweg des Christian Dior vom genialen Zeichner zum gefürchteten Geschäftsmann, der schließlich völlig ausgelaugt im Alter von nur 52 Jahren verstirbt. 1947 präsentiert der Modeschöpfer seine erste Kollektion; doch bereits 1956 hat er sich ganz verausgabt. Seine Geschäftsstrategie ist pfiffig und effizient: Er erfindet die legendäre Dior-Silhouette einfach jede Saison neu. Dior wird zum regelrechten Modediktator: Er bestimmt das gesamte Design der Kleider – ihre Länge, die Schulterbreite, die Farbgebung und die Form. Sein Team wächst schnell, er investiert und erwirbt die Gebäude rund um sein erstes Geschäft in der Avenue Montaigne. Doch schon damals weiß er, dass er dieses Tempo nicht lange durchhalten wird …

In weiser Voraussicht stellt er selbst seinen Nachfolger ein: Es ist kein anderer als der junge Yves Saint Laurent, kaum 21 Jahre alt. 1957 erliegt Christian Dior einem Herzinfarkt. Seine Zeit im Rampenlicht dauerte nur zehn Jahre, doch sein Modeimperium besteht bis heute – und seine Zeichnungen faszinieren wie eh und je.

Sonntag, 30.09. / 22.40 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Das Balenciaga-Abendkleid
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F        24 Min.
Regie: Antoine Coursat
Online verfügbar von 30/09 bis 08/10

Jedes Jahr werden in Auktionshäusern Tausende Kunstgegenstände und Kunstwerke versteigert. Einige Objekte heben sich durch ihre Machart, ihre Nutzung, ihre früheren Besitzer oder ihre Umwidmung – also durch ihr „Vorleben“ – von den übrigen ab und wecken dadurch das Interesse und zuweilen auch die Gier der Auktionatoren. Mit Unterstützung von Auktionatoren und Experten wurden auffällige, seltene und faszinierende Gegenstände ausgewählt. Ein echter Kunstkrimi, der mit der Versteigerung im Auktionshaus seinen Anfang nimmt und weit in die Geschichte zurückführt.

In dieser Folge geht es um die erste Haute-Couture-Versteigerung im US-Auktionshaus Sotheby’s. „Star“ der Veranstaltung ist ein Abendkleid aus rosa Federn, entworfen vom berühmten spanischen Designer und Couturier Cristóbal Balenciaga im Jahr 1965. Mit seinem breiten Ausschnitt, die mit einem Zierband betonte Taille und seinem reichen Federschmuck ist das Balenciaga-Kleid von überwältigender Sinnlichkeit. Es verkörpert wie sonst kaum ein anderes Kleid das goldene Zeitalter der Pariser Haute Couture. Francine Weisweiller – Frau von Welt, Mäzenin und enge Freundin von Jean Cocteau – erwarb das Balenciaga-Kleid 1965 bei einer Modenschau. Doch einige Zeit später verschwand es aus ihrem Kleiderschrank und tauchte erst Ende der 90er Jahre in einem Pariser Auktionshaus wieder auf. Der ebenso hofierte wie beneidete Sammler Didier Ludot erwarb es. Seit über 30 Jahren sammelt er Kleider und Kostüme großer Modeschöpfer, einige davon aus den 30er, 40er und 50er Jahren. Ludot stellt sie in seiner Boutique im Pariser Palais Royal aus, wo man sie auch kaufen kann. Diese Folge der Dokumentationsreihe deckt die Geschichte des Balenciaga-Kleides auf, dessen Designer, Stoff, Federn, Geschichte und ehemalige Besitzer die Gebote bei der Auktion überschlagen lassen.

Zusatzinfo:
Die Dokumentationsreihe „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!“ beschäftigt sich mit Kunst- und Kulturgeschichte, Arbeitstechniken und künstlerischen Herstellungsverfahren. Dabei veranschaulichen die Veränderungen in Nutzung und Wertigkeit einzelner Objekte auch den Wandel unserer Gesellschaft. Es geht allerdings nicht nur um die Gegenstände, sondern auch um die Geschichte der Männer und Frauen, die sie einst herstellten oder besaßen. Sie macht deutlich, wie wichtig die Objekte für ihre Schöpfer und Besitzer waren – diese persönliche Bedeutung steht im Mittelpunkt der Reihe. Die damit verbundenen Geschichten geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kunstsammler, über die oft nur wenig bekannt ist.

Sonntag, 30.09. / 23.05 / Sasha Waltz & Guests: Kreatur
Schwerpunkt: Fashion Weekend 2018
Tanz, Deutschland, 2018, ZDF        89 Min.
Regie: Sasha Waltz
Kostüme: Iris van Herpen

Choreographie: Liza Alpízar Aguilar, Jirí Bartovanec, Davide Camplani, Clémentine Deluy, Peggy Grelat-Dupont, Hwanhee Hwang, Annapaola Leso, Nicola Mascia, Thusnelda Mercy, Virgis Puodziunas, Zaratiana Randrianantenaina, Yael Schnell, Corey Scott-Gilbert, Claudia de Serpa Soares, Sasha Waltz
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Thomas Schenk
Licht: Urs Schönebaum
Musik: Soundwalk Collective
Fernsehregie: Bettina Borgfeld, Jochen Sandig
Mit: N.N.
Online verfügbar von 30/09 bis 30/10
Erstausstrahlung

„Kreatur“ ist das neue Stück von Sasha Waltz & Guests, des in wechselnden Konstellationen mit der Choreographin Sasha Waltz arbeitenden Ensembles. Waltz, die ab 2019 das Berliner Staatsballett leiten wird, knüpft in „Kreatur“ an Elemente ihrer bildstarken und bewegungsintensiven früheren Arbeiten an. Die Tänzer und Tänzerinnen bewegen sich in den fantastischen Kostümen der Modedesignerin Iris van Herpen wie Wesen aus einer anderen Welt auf der Bühne, meistens in Gruppenkonstellationen, die sich gelegentlich zu gemeinsamen Bewegungen zusammenschließen.

Vereinzelt suchen sie immer wieder die Nähe der anderen, hin- und hergerissen zwischen Anziehung und Ablehnung, zwischen emotionaler Wucht und kühler Gleichgültigkeit. Die elektronische Musik des Soundwalk Collective treibt die Tänzer an und schafft gleichzeitig eine zeitlos-futuristische Atmosphäre. Sasha Waltz schafft in ihrem neuen Stück starke Bilder, die dem Zuschauer im Gedächtnis bleiben. Sasha Waltz & Guests waren mit „Kreatur“ in diesem Jahr auch zu Gast beim Festival d'Avignon.

Sonntag, 30.09. / 00.35 Uhr / Debussy mit D. Barenboim, M. Crebassa, E. Pahud
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F        60 Min.
Regie: Frederic Delesques
Online verfügbar von 30/09 bis 29/03
Erstausstrahlung
Aus Anlass des 100. Todestags von Claude Debussy im März dieses Jahres interpretieren namhafte Musiker unter der Leitung von Daniel Barenboim eine Auswahl von Kammermusikwerken und Liedern des großen Komponisten. Auf dem Programm steht neben Soli, Duetten und Trios auch das Flötenstück „Syrinx“, gespielt von Emmanuel Pahud, der gemeinsam mit Yulia Deyneka und Aline Khouri auch die Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe interpretiert.

Begleitet von Daniel Barenboim am Klavier singt die Mezzosopranistin Marianne Crebassa die „Chansons de Bilitis“ und „Trois Mélodies de Verlaine“. Den Cellopart in der Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll übernimmt Kian Soltani. Die Künstler präsentieren eine Auswahl sehr persönlicher Werke des Komponisten an einem Ort, der zum Zuhören und zum Miteinander einlädt: dem auf Anregung von Daniel Barenboim entstandenen Pierre Boulez Saal in Berlin. Der Dirigent empfängt hier Musikschüler und Talente aus der ganzen Welt, lädt zur Völkerverständigung ein und stellt so die Universalität der Musik unter Beweis.

Regisseur Frédéric Delesques und Friedemann Engelbrecht gehen mit den Künstlern auf Tuchfühlung, um sämtliche Emotionen, die in Debussys Musik liegen, herauszuarbeiten. Ein französischer Abend aus Berlin zu Ehren des großen Komponisten Claude Debussy, dem Erfinder der modernen Musik – eines Künstlers zwischen Romantik und Moderne, der seine Inspiration aus den Werken großer zeitgenössischer Dichter wie Mallarmé und Verlaine schöpfte.

Mittwoch, 03.10. / 21.45 Uhr / Beuys
Dokumentarfilm, Deutschland, 2015, SWR        104 Min.
Regie: Andres Veiel
Online verfügbar von 03/10 bis 10/10
Erstausstrahlung

Mitreißend, provozierend und verblüffend gegenwärtig: Joseph Beuys – der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Geduldig versuchte er schon damals zu erklären, dass „Geld keine Ware sein darf“. Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert. Er erklärt dem toten Hasen die Kunst, sperrt sich in den USA mit einem Kojoten in einen Käfig. Sein erweiterter Kunstbegriff war Sprengstoff, führte ihn mitten ins Zentrum auch heute noch relevanter gesellschaftlicher Debatten. Aus einer montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente stellten Regisseur Andres Veiel und der Schnittmeister Stephan Krumbiegel aus Hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammen.

Joseph Beuys – der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Mit Geduld versuchte er schon damals zu erklären, das „Geld keine Ware sein darf“. Beuys wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde. „Nur noch 2.388 Tage bis zum Ende des Kapitalismus“ schrieb er auf die Tafel.

Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert, telefoniert, lässt zur documenta in Kassel Tausende Eichen pflanzen. Er erklärt dem toten Hasen die Kunst, sperrt sich in den USA mit einem Kojoten in einen Käfig. „Wollen wir eine Revolution ohne Lachen machen?“, fragt er grinsend. Sein erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten ins Zentrum auch heute noch relevanter gesellschaftlicher Debatten.

Für den jugendlichen Andres Veiel, der in einer schwäbischen Vorstadt aufwuchs, war Beuys und sein Kunstbegriff Sprengstoff und Horizonterweiterung. Dass er nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat, wurde ihm klar, als er sich seit 2013 intensiv mit dem Künstler beschäftigte. Beuys, so Veiel, habe sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Keiner konnte ahnen, dass der Film in einer Zeit fertiggestellt werden würde, in der sich immer mehr Menschen nach einer Vergangenheit sehnen, die es nie gegeben hat.

Aus einer montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild-und Tondokumente stellen Regisseur Andres Veiel und der Schnittmeister Stephan Krumbiegel aus Hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammen, das zu 95 Prozent aus Archivmaterial besteht. „Beuys“ ist kein klassisches Porträt über einen prägenden Künstler mit Brüchen und Verwerfungen, sondern eine vielschichtige Betrachtung des Menschen, seiner komplexen Kunst und seiner neuartigen Ideenräume.

Zusatzinfo:
„Jeder Beuys-Biograf findet seine eigene Wahrheit, doch Andres Veiel verweigert eine konventionelle Künstler-Biografie, die Beuys mit seinem Tod abhakt und wieder ins Museum zurückschickt. Der Film lässt fast ausschließlich Beuys selbst zu uns sprechen, als wäre er unter uns. (...) Andres Veiels Film ist ein subtiles Künstlerporträt. Und zugleich ein aufmunternder Angriff gegen den Kleinmut in der Kunst und in der Gesellschaft von heute.“ (ARD „ttt - titel, thesen, temperamente“)

Freitag, 05.10. / 21.55 Uhr / The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years
Dokumentarfilm, USA, 2016, ARTE F        106 Min.
Regie: Ron Howard
Online verfügbar von 05/10 bis 12/10
Erstausstrahlung

Ron Howards Dokumentarfilm schildert die Zeit von 1962 bis 1966, als die Beatles unaufhörlich durch die Welt tourten. Die Beatles leisteten Schwerstarbeit: Hunderte Konzerte in unterschiedlichen Ländern auf fünf Erdteilen, zwei Filme, 120 Songs, von denen zwölf die Verkaufszahlen in Großbritannien sprengten – die eindrucksvolle Bilanz von mehr als tausend Hard Day's Nights.

Jeder kennt die Beatles, doch nicht immer ihre Geschichte. Oscar-Preisträger Ron Howard – Regisseur von Filmen wie „A Beautiful Mind“ und dem Formel-1-Drama „Rush - Alles für den Sieg“ – wirft einen Blick auf die frühen Jahre der Band, als das Leben der vier Jungs aus Liverpool noch einfach war, denn sie wollten nur eines: auf der Bühne stehen und spielen. Er begleitet sie auf ihren bewegten Tourneen vor Erscheinen des Albums „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“. Ein Jahr später hatte die Band das Swinging London erobert. Seltene Archivaufnahmen schildern die Zeit von 1962 bis 1966, als die Beatles unaufhörlich durch die Welt tourten. Hunderte Auftritte, Zehntausende Fans und viele Stunden Livemusik bahnten ihr den Weg zur Legende.

Auf diesen Konzertreisen kamen sich die Jungs näher, sie loteten ihren künstlerischen Anspruch aus und fanden sich selbst. Viele Titel, mit denen die Gruppe Musikgeschichte schrieb, entstanden unterwegs. Ron Howards Dokumentarfilm ist der erste, den die Band seit ihrer Auflösung 1970 autorisierte.

Livemitschnitte und unveröffentlichte Archivaufnahmen aus den Jahren zwischen dem Debüt im Liverpooler Cavern Club und dem Abschiedskonzert im „Candlestick Park“-Stadion zeigen die Beatles, wie sie bisher selten zu sehen waren. Sie dokumentieren ihren unverkennbaren Sound und ihre Entwicklung. Interviews mit Paul McCartney und Ringo Starr sowie zahlreichen Mitarbeitern und Beatles-Kennern beleuchten die Zeit aus heutiger Sicht.

Freitag, 05.10. / 23.40 Uhr / Tracks (Remix)
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 05/10 bis 03/01
Erstausstrahlung

Diese Woche serviert die „Tracks“-Themenpalette ein internationales Best-of der letzten Jahre: mit M. I. A., Girlpower-Rap aus Rio, Urban Skiing in Norwegen, der DIY-Musikszene in St. Petersburg, dem Performance-Duo FAKA aus Johannesburg und gecasteten Schulmädchen-Bands in Tokio.

(1): Pop & Politics mit Superstar M.I.A.
Mathangi "Maya" Arulpragasam aka M. I. A. ist Tochter eines tamilischen Untergrundkämpfers, transkulturelle Stilikone und unangepasster Pop-Megastar. Beim Superbowl 2012 zeigte sie Amerika den Mittelfinger und in ihren Videos macht sie schon mal auf die Abschottung der Reichen und das Schicksal von Bürgerkriegsflüchtlingen aufmerksam. Klar, dass „Tracks“ diese Frau treffen musste!

(2): Berge waren gestern – heute kommt Urban Skiing!
Die jungen Wilden der norwegischen Ski- und Boarder-Szene suchen sich ihre Sprungschanzen oder Rails mittlerweile direkt vor der eigenen städtischen Haustür. Treppengeländer, Hausdächer, Wände, Zäune – die Stadt wird zum Snow-Fun-Park.

(3): Kassetten-Szene St. Petersburg
Auch das ist Russland: In den letzten Jahren entstand in der zweitgrößten Stadt des Landes eine unvergleichliche DIY-Musikszene. Ohne Budget – dafür aber auch ohne künstlerische Beschränkungen. „Tracks“ auf Besuch in Sankt Petersburg.

(4): ABRONCA – Girlpower-Rap aus Rio de Janeiro
Die drei Rapperinnen von ABRONCA aus einer Favela in Rio haben sich den Feminismus auf die wehenden Fahnen geschrieben und sagen der Ungleichheit den Kampf an.

(5): Tokyo Idols – Schulmädchen-Casting-Pop-Galore
In Japan boomt eine Popkultur-Bewegung der besonderen Art: die Idols, gecastetete Schulmädchenbands im Teenager-Alter. Ihre Fanbase besteht jedoch nicht aus Teenagern, sondern aus älteren Männern, die ihre Idols quasi religiös verehren.

(6): Live: FAKA – Queer Johannesburg Hype Queens
FAKA ist Zulu für „penetrieren“ oder „besetzen“. Den Namen versteht das Performance-Duo aus Johannesburg als Mission: Mit seiner Musik und Kunst setzt es sich für die Sichtbarkeit der gesamten Bandbreite queerer Identität ein und wurde in Südafrika Kult.

Freitag, 05.10. / 00.25 Uhr / Jamiroquai - Konzert in Paris 2017
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        75 Min.
Regie: Alexandre Buisson
Online verfügbar von 05/10 bis 04/11
Erstausstrahlung

Lebendiger Funk, Acid Jazz und Disco-Beats – mit über 35 Millionen verkauften Alben hat die britische Band Jamiroquai um Frontmann Jay Kay die Musikwelt mit ihrem eigenen Stil geprägt. In ihrer knapp 25-jährigen Karriere schuf sie Erfolgshits wie „Cosmic Girl“, „You Give Me Something“ und „Virtual Insanity“. Am 29. November 2017 brachte die Band bei ihrem Konzert in der Pariser AccorHotels Arena das Publikum ordentlich zum Grooven.

Lebendiger Funk, Acid Jazz und Disco-Beats – mit über 35 Millionen verkauften Alben hat die britische Formation Jamiroquai um Frontmann Jay Kay die Musikwelt mit ihrem eigenen Stil geprägt. „You Give Me Something“, „Cosmic Girl“, „Little L“, „Emergency on Planet Earth“ – zu diesen Erfolgshits von Jamiroquai tanzte in den 90er Jahren die halbe Welt. In den 2000er Jahren hatte die Gruppe Anhänger verloren, weil sie von ihrem ursprünglichen Acid-Funk Abstand nahm und eher auf glattere Dancefloor-Rhythmen setzte. 2017 feierten die Briten mit ihrer neuen Platte „Automaton“ ihr Comeback. Auf ihrer Europatournee spielten sie am 29. November 2017 in der AccorHotels Arena in Paris.

Ihr frischer Disco-Funk zeichnet sich nicht nur durch den an Stevie Wonder erinnernden Gesang von Jay Kay und umweltpolitische Statements aus – er ist vor allem sehr tanzbar, wie Jay Kay dem begeisterten Publikum auch selbst demonstriert.

Der Name Jamiroquai ist eine Verbindung aus „Jam“ und „Iroquois“ – für nordamerikanische Irokesen. Die Band wurde 1992 gegründet. Kurz darauf veröffentlichten sie ihre erste Single „When You Gonna Learn?“ beim Independent-Label „Acid Jazz“ und landeten damit einen Riesenerfolg beim Londoner Underground-Publikum.

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