Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Montag, 21.08. / 20.15 Uhr / Shakespeare in Love
Spielfilm, Großbritannien, USA, 1998, ARTE F, ZDF        117 Min.
Regie: John Madden
Kamera: Richard Greatrex
Schnitt: David Gamble
Musik: Stephen Warbeck
Produktion: Bedford Falls Company, Miramax Films, Universal Pictures
Produzent: Donna Gigliotti, Marc Norman, David Parfitt, Harvey Weinstein, Edward Zwick
Drehbuch: Marc Norman, Tom Stoppard

Mit: Joseph Fiennes (William Shakespeare), Judi Dench (Queen Elizabeth), Gwyneth Paltrow (Viola De Lesseps/Thomas Kent), Geoffrey Rush (Philip Henslowe), Tom Wilkinson (Hugh Fennyman), Antony Sher (Dr. Moth), Martin Clunes (Richard Burbage), Jim Carter (Ralph Bashford), Colin Firth (Lord Wessex), Rupert Everett (Christopher Marlowe)

Der junge William Shakespeare verliebt sich in die schöne Viola De Lesseps, die aber bereits einem anderen versprochen ist. Sie möchte leidenschaftlich gern Schauspielerin werden, was ihr als Frau jedoch verwehrt bleibt. Daher beschließt Viola, sich als Mann auszugeben und ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen. So bewirbt sie sich für eine Rolle in einem Stück, das aus Shakespeares Feder stammt, doch selbst er erkennt sie nicht. Als herauskommt, dass sie als Mann verkleidet an seinem Theaterstück mitwirkt, kommt es zu einem Skandal …

Ende des 16. Jahrhunderts befindet sich der junge Shakespeare nicht nur in einer finanziellen Krise, auch Schreibblockaden quälen den Schriftsteller. Was ihm fehlt, ist eine Muse. Bei der Auswahl der Schauspieler zu seinem Stück „Romeo und Ethel, die Piratentochter“, das er für Philip Henslowes Rose Theatre inszenieren soll, fällt ihm der junge Schauspieler Thomas Kent auf, dem er die Rolle des Romeo geben möchte. Dieser ist jedoch in Wirklichkeit eine Frau – Viola. Die ist aus Verzweiflung darüber, dass ihr als Frau eine Schauspielkarriere verwehrt bleibt, in die Rolle eines Mannes geschlüpft. In Unkenntnis dieses Rollentauschs verliebt sich Shakespeare auf einer Abendveranstaltung in die Schöne, die jedoch bereits Lord Wessex versprochen ist. Nach einigen Theaterproben erkennt Shakespeare, dass es sich bei Thomas Kent und Viola um ein und dieselbe Person handelt. Als diese Tatsache öffentlich wird, steht das Rose Theatre vor dem Aus. Ein Triumph für Shakespeares Konkurrenten Marlowe? Obschon er als Verfasser der bekanntesten Theaterromanzen und Komödien gilt, ist William Shakespeares Privatleben der Öffentlichkeit weitgehend verschlossen geblieben. Hatte er tatsächlich eine Muse, wie der Film sie suggeriert, die ihn zu Stücken wie „Romeo und Julia“ inspirierte? Der Film kann als anspielungsreiche Spekulation über die Entstehung von „Romeo und Julia“ verstanden werden, als Werk, das die Frage nach fließenden Grenzen der Geschlechteridentität stellt, und als Reflexion über den Wirklichkeitsgehalt von Fiktion.

Zusatzinfo:
Aufgrund seiner herausragenden Starbesetzung, eines gelungenen Drehbuchs und einer entschlossenen Inszenierung erhielt „Shakespeare in Love“ 1999 in gleich sieben Kategorien – Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Gwyneth Paltrow), Beste Nebendarstellerin (Judi Dench), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostüm, Beste Musik (Musical oder Komödie) – einen Oscar. John Madden, der durch Filme wie „Golden Gate“ (1993) und den mehrfach preisgekrönten „Ihre Majestät Mrs. Brown“ (1997) bekannt wurde, etablierte sich vor allem mit TV-Filmen und -Serien als Regisseur.

Donnerstag, 24.08. / 17.20 Uhr / Magische Orte in aller Welt: Türkei: Tanzende Derwische
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2012, ARTE F        26 Min.
Regie: Rébecca Boulanger
Online verfügbar von 24/08 bis 01/09

Philippe Charlier ist Gerichtsmediziner, Anatom, Anthropologe und Paläopathologe. Parallel zu seiner Arbeit und Lehrtätigkeit bereiste er ein Jahr lang die Welt, um Orte mit einem besonderen Bezug zu Riten und Mythen aufzusuchen. Heute erkundet Philippe die Tänze und Rituale der drehenden Derwische in Istanbul. Er zeigt dem Zuschauer eine meditative und sehr ästhetische Ausprägung des Islam.

Istanbul hat in seiner wechselvollen Geschichte viele Metamorphosen durchlebt und nicht nur den Namen mehrmals geändert. Die Stadt an der Schnittstelle von Europa und Asien fasziniert mit vielen Traditionen, darunter die drehenden Derwische. In Begleitung des auf osmanische Musik spezialisierten Julien Jalaleddin Weiss Kanun wirft Philippe Charlier einen Blick hinter die Kulissen des muslimischen Mevlevi-Ordens, der von dem Sufi-Mystiker und Dichter Dschalal ad-Din ar-Rumi im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Der Film vermittelt eine Vorstellung von den Tänzen und Ritualen der sich drehenden Derwische und gewährt darüber hinaus Einblicke in die Tradition der schreienden Derwische, einen unbekannteren Zweig des Sufismus.

Freiatg, 25.08. / 23.55 Uhr / splash! 2017
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Online verfügbar von 25/08 bis 24/09
Erstausstrahlung

Das splash! darf in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiern – 20 Jahre gibt es das größte Hip-Hop-Festival Deutschlands schon. Auch in diesem Jahr lädt das splash! namenhafte nationale und internationale Hip-Hop-Größen auf die Bühnen des Tagebau-Freilichtmuseums Ferropolis. Zum diesjährigen Line-up zählen Mac Miller, Travis Scott, Marteria, Rin, LGoony, Kool Savas, K.I.Z., Megaloh & Friends, Genetikk, Sido, Rae Sremmurd, RAF Camora & Bonez MC. ARTE zeigt ein einstündiges Highlight-Konzert und bietet auf ARTE Concert viele weitere Konzerte im Livestream und nach dem Festival als VOD unter: concert.arte.tv/splash

In Sachsen-Anhalt, genauer in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, wird jedes Jahr das splash! veranstaltet. Und das darf in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiern – 20 Jahre gibt es das größte Hip-Hop-Festival Deutschlands schon. Auch in diesem Jahr lädt das splash! namenhafte nationale und internationale Hip-Hop-Größen auf die Bühnen des Freilichtmuseums. ARTE ist wie gewohnt live vor Ort und bringt das Festival-Feeling nach Hause. ARTE zeigt ein einstündiges Highlight-Konzert und bietet darüber hinaus im Internet viele weitere Konzerte im Livestream und nach dem Festival als VOD: concert.arte.tv/splash Dieses Jahr spielen auf dem splash! unter anderem: Mac Miller, Travis Scott, Marteria, Rin, LGoony, Kool Savas, K.I.Z., Megaloh & Friends, Genetikk, Sido, Rae Sremmurd, RAF Camora & Bonez MC.

Samstag, 26.08. / 05.15 Uhr / Skulpturen - Antoine Bourdelle
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F        26 Min.
Regie: Jean-Baptiste Mathieu
Online verfügbar von 26/08 bis 03/09

Der Bildhauer Antoine Bourdelle (1861-1929) erlernte sein Handwerk bei Auguste Rodin und er selbst prägte nachfolgende Künstlergenerationen, wie etwa Maillol, Giacometti oder auch Matisse. Das Werk des Künstlers – Miniaturen, architektonische Arbeiten, Büsten und Monumentalstatuen – ist im Pariser Musée Bourdelle zu sehen. Die Dokumentation zeigt sein vielfältiges Werk, darunter Penelope- und Apollon-Figuren, Nymphen, Zentauren, den Fassadenschmuck des Pariser Théâtre des Champs-Elysées, monumentale Kriegerstatuen sowie 80 unterschiedliche Varianten einer Beethoven-Büste. Aufnahmen aus unmittelbarer Nähe erfassen die Werke in ihrer gesamten Tiefe und machen sie in ihrer ganzen Körperlichkeit erlebbar.

Antoine Bourdelle (1861-1929) war zwar vom Erbe der klassischen Bildhauerei des 19. Jahrhunderts beeinflusst, verstand sich aber eindeutig als Vertreter der Moderne. Er hielt seine Schüler dazu an, sich nicht auf Details zu konzentrieren, sondern mehr auf die dynamische Gesamtheit. Ein Paradebeispiel für diesen Ansatz ist sein berühmter „Herkules als Bogenschütze“, der ihm 1910 zum Durchbruch verhalf und lange Zeit die Einbände französischer Schulhefte schmückte. Bourdelle betrat niemals die Pfade der akademischen Malerei, sondern übernahm von seinem Lehrer Rodin, der die wahre Meisterschaft im Unvollendeten sah, die Technik des Fragmentarischen. Noch radikaler als sein Meister, zerstörte und verwischte er die Formen teilweise bis zur Abstraktion. Rodin selbst räumte ein, von seinem Schüler überflügelt worden zu sein: „Bourdelle hat die Skulptur so weit erneuert, wie dies zu unseren Lebzeiten überhaupt möglich ist.“ Bourdelle arbeitete mit Holz, Gips, Marmor und Bronze. Der Film zeigt sein vielfältiges Werk, darunter Penelope- und Apollon-Figuren, Nymphen, Zentauren, den Fassadenschmuck des Pariser Théâtre des Champs-Elysées, monumentale Kriegerstatuen sowie 80 unterschiedliche Varianten einer Beethoven-Büste. Aufnahmen aus unmittelbarer Nähe erfassen die Werke in ihrer gesamten Tiefe und machen sie in ihrer ganzen Körperlichkeit erlebbar. Leben und Werk des großen Bildhauers, der später Maillol, Giacometti oder auch Matisse inspirierte, sind unweit des Pariser Bahnhofs Montparnasse im Musée Bourdelle zu entdecken, das, von einem Garten umgeben, in Bourdelles einstigem Wohn- und Atelierhaus untergebracht ist.

Samstag, 26.08. / 17.45 Uhr / Dokumente, die die Welt bewegen ~ Der Jahrhundertspion Oberst Redl
Dokumentationsreihe, Österreich, Frankreich, 2016, ARTE, ORF        26 Min.
Regie: Andrea Morgenthaler & Robert Neumüll
Online verfügbar von 26/08 bis 02/09
Erstausstrahlung

Die zwölfteilige Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gibt einen neuen, innovativen Blick auf österreichische und europäische Geschichte. Ausgangspunkt jeder Episode sind Dokumente und Archivalien, die gemeinsam mit Gästen und Experten neu interpretiert und diskutiert werden. In Kombination mit erstmals erkundeten Originalschauplätzen ergibt sich somit ein neuer Weg, Geschichte erlebbar zu machen.

Unredliches Verhalten, also nicht ehrlich zu sein, ist noch der mildeste Vorwurf an Oberst Alfred Redl. Der hochrangige Nachrichtenoffizier der k.u.k.-Armee war nachweislich während seiner Dienstzeit als Spion für Russland tätig und gab wichtige Informationen und Dokumente weiter. Verena Moritz und Wolfgang Maderthaner begeben sich auf Spurensuche im Österreichischen Staatsarchiv. Was sie dabei finden, zeichnet das Bild eines skrupellosen und geldgierigen Mannes, dessen Ende genauso tragisch wie geheimnisumwittert ist. Die Serie „Dokumente, die die Welt bewegen“ gleicht einer einzigartigen Reise durch die Jahrhunderte und erzählt anhand persönlicher Geschichten von Herrschern und Beherrschten, wie sich Europa in all seiner kulturellen und politischen Vielfalt und Widersprüchlichkeit bis in die Gegenwart entwickelt hat.

Samstag, 26.08. / 18.10 Uhr / Dokumente, die die Welt bewegen ~ Maria Theresia - Die Matriarchin
Dokumentationsreihe, Österreich, Frankreich, 2016, ARTE, ORF        26 Min.
Regie: Andrea Morgenthaler & Robert Neumüll
Online verfügbar von 26/08 bis 02/09
Erstausstrahlung

Die zwölfteilige Reihe „Dokumente, die die Welt bewegen“ gibt einen neuen, innovativen Blick auf österreichische und europäische Geschichte. Ausgangspunkt jeder Episode sind Dokumente und Archivalien, die gemeinsam mit Gästen und Experten neu interpretiert und diskutiert werden. In Kombination mit erstmals erkundeten Originalschauplätzen ergibt sich somit ein neuer Weg, Geschichte erlebbar zu machen.

Maria Theresia ist nicht nur die Gründerin des Österreichischen Staatsarchivs, sie musste sich auch Zeit ihres Lebens gegen männliche Widersacher als Kaiserin von Österreich behaupten. Barbara Stollberg-Rilinger, Professorin der Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster, versucht gemeinsam mit den Archivaren Thomas Just und Kathrin Kininger ein differenzierteres und so auch kritischeres Bild dieser großen Herrscherin zu zeichnen und stößt dabei auf viel Unbekanntes und durchaus auch Ungewöhnliches. Die Serie „Dokumente, die die Welt bewegen“ gleicht einer einzigartigen Reise durch die Jahrhunderte und erzählt anhand persönlicher Geschichten von Herrschern und Beherrschten, wie sich Europa in all seiner kulturellen und politischen Vielfalt und Widersprüchlichkeit bis in die Gegenwart entwickelt hat.

Samstag, 26.08. / 21.45 Uhr / Nabucco (Verona 2017)
Oper, Frankreich, 2017, ZDF        160 Min.
Regie: Andy Sommer
Dirigent: Daniel Oren
Chorleitung: Vito Lombardi
Kostüme: Arnaud Bernard
Chor: Arena di Verona Chorus
Komponist: Giuseppe Verdi
Licht: Paolo Mazzon
Inszenierung: Arnaud Bernard
Orchester: Arena di Verona Orchestra
Moderation: Nazan Gökdemir

Mit: Sebastian Catana (Nabucco), Rubens Pelizzari (Ismaele), Stanislav Trofimov (Zaccaria), Susanna Branchini (Abigaille), Nino Surguladze (Fenena), Elena Borin (Anna), Paolo Antognetti (Abdallo)

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Spektakuläre Opernkulisse: die Arena di Verona bei der Neuinszenierung von "„Nabucco"
© Ph Ennevi/F. Arena di Verona

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Einer Metamorphose gleich transportiert der Regisseur Arnaud Bernard den Gefangenenchor an die Mailänder Scala
© Ph Ennevi/F. Arena di Verona

Erstausstrahlung

Die Arena von Verona ist ein Touristenmagnet – und einer der spektakulärsten Opernschauplätze weltweit. ARTE überträgt live aus dem römischen Amphitheater eine der populärsten Opern überhaupt: Giuseppe Verdis „Nabucco“. Die aufsehenerregende Neuinszenierung von Arnaud Bernard verspricht absoluten Genuss für alle Opernfans und Italien-Liebhaber.

Eigentlich hatte Giuseppe Verdi das Komponieren ganz aufgeben wollen: Im September 1840 war seine musikalische Komödie „Un giorno di regno“ bei der Uraufführung an der Mailänder Scala gnadenlos durchgefallen. Verdi steckte in einer schweren Schaffenskrise. Doch die Geschichte um den König Nebukadnezar einerseits und das Streben des jüdischen Volkes nach Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft auf der anderen Seite faszinierte den Komponisten so sehr, dass er sich doch wieder ans Werk machte. Die Uraufführung von „Nabucco“ geriet zwei Jahre später zu einem Sensationserfolg: Verdi wurde zum Star in der Opernwelt. In seiner Neuinszenierung für die Arena von Verona verlegt Regisseur Arnaud Bernard die Geschichte um den Konflikt zwischen Hebräern und Babyloniern von Jerusalem in das Mailand zur Zeit der Cinque Giornate, dem Aufstand der Italiener gegen die österreichische Herrschaft im März 1848. Die Handlung seines „Nabucco“ spielt rund um eine Aufführung der Oper an der Mailänder Scala – dem Ort ihrer Uraufführung 1842. Bernard streicht damit die Bedeutung heraus, die „Nabucco“ – und auch Verdi selbst – für das italienische Risorgimento hatten: Das italienische Volk erkannte sich im Freiheitsstreben der Hebräer und des unglücklichen Liebespaares Fenena und Ismaele wieder, der „Gefangenenchor“ („Va, pensiero, sull’ali dorate“, also: „Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“) spiegelte den Wunsch nach der Einheit des italienischen Volkes, wurde zur Hymne der italienischen Befreiungsbewegung – und zur heimlichen Hymne Italiens.

Sonntag, 27.08. / 05.00 Uhr / Lucerne Festival 2012 ~ Berliner Philharmoniker - Sir Simon Rattle
Musik, Deutschland, 2012, ARTE, SSR        100 Min.
Regie: Henning Kasten
Dirigent: Sir Simon Rattle
Komponist: Jean Sibelius, György Ligeti, Richard Wagner, Maurice Ravel, Claude Debussy
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 27/08 bis 03/09

Um Gott und die Welt geht es im Luzerner Festspielsommer 2012. Die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle konfrontieren das Publikum mit Ausnahmezuständen emotionaler und spiritueller Art und präsentieren unter anderem Werke von Claude Debussy, Maurice Ravel, Richard Wagner und Jean Sibelius.

Eine Musik aus Klangflächen steht am Anfang, wenn György Ligeti in den „Atmosphères“ einen Ausschnitt aus der tönenden Ewigkeit präsentiert und sich anschließend in Richard Wagners „Lohengrin“-Vorspiel der Himmel öffnet, damit der Heilige Gral auf uns herabschwebe. Zwielichtige Gefilde dagegen sind es, in die Claude Debussy mit seinen „Jeux“ führt: Er selbst sprach von „einer mysteriösen Abendlandschaft mit diesem gewissen unguten Etwas, das die Dämmerung hervorruft“. Ein Moment des „Schamanenhaften“ wiederum attestierte der finnische Komponist Sulho Ranta der Klangsprache von Jean Sibelius: „Sie versetzt in Ekstase wie die Zaubertrommel.“ Und mit dem finalen Bacchanal von Ravels „Daphnis et Chloé“ mündet das Konzert in einen orgiastischen Rausch – der Sogkraft dieses gigantischen Orchestercrescendos kann sich wohl keiner entziehen.

Zusatzinfo:
Das Programm im Überblick. (1): György Ligeti, „Atmosphères“ für großes Orchester (2): Richard Wagner (1813-1883) - Vorspiel zur romantischen Oper „Lohengrin“ (3): Jean Sibelius (1865-1957) - Symphonie Nr. 4 a-Moll op. 63 (4): Claude Debussy (1862-1918) – „Jeux“. Poème dansé pour orchestre (5): Maurice Ravel (1875-1937) – „Daphnis et Chloé“. 2ème Suite

Sonntag, 27.08. / 18.05 Uhr / Riccardo Chailly dirigert Tschaikowsky: Manfred
Lucerne Festival 2017
Musik, Frankreich, Schweiz, 2017, ARTE, SSR        60 Min.
Dirigent: Riccardo Chailly
Komponist: Piotr Ilitch Tschaikowski
Orchester: Lucerne Festival Orchestra
Fernsehregie: Michael Beyer
Erstausstrahlung

In seinem zweiten Jahr mit dem Lucerne Festival Orchestra widmet sich Riccardo Chailly Komponisten, die ihn im Laufe seiner Dirigentenlaufbahn sehr geprägt haben. Darunter Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Auf dem Programm steht Tschaikowskys großes programmatisch angelegtes symphonisches Werk, die „Manfred-Symphonie“ nach Lord Byron, die er selbst als eine seiner besten bezeichnete.

„Was für ein Abend. Was für ein Aufbruch. Die Zukunft des Lucerne Festival Orchestra – jetzt hat sie begonnen“, so beschrieb Peter Hagmann von der „Neuen Zürcher Zeitung“ im vergangenen Jahr Riccardo Chaillys fulminantes Debüt als neuer künstlerischer Leiter des Lucerne Festival Orchestras. Und die „Badische Zeitung“ sprach vom „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ zwischen dem Maestro und „seinem“ neuen Orchester.
Nach seiner grandiosen Aufführung von Mahlers „Symphonie der Tausend“ im Jahr 2016, widmet sich Chailly in seinem zweiten Jahr in Luzern Komponisten, die ihn im Laufe seiner Dirigentenlaufbahn sehr geprägt haben. Darunter Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Auf dem Programm steht Tschaikowskys großes programmatisch angelegtes symphonisches Werk, die „Manfred-Symphonie“ nach Lord Byron, die er selbst als eine seiner besten bezeichnete.
 „Sei dir selbst die Hölle du!“, martert sich Manfred, der Byron'sche Held, der vor seiner schuldhaften Vergangenheit auf der Flucht ist, vor dem Inzest mit der Schwester und deren nachfolgendem Tod. Rastlos irrt er durch die Wildnis, quer durch die Alpen – und findet doch keinen Frieden. Das Hadern mit der eigenen Identität, mit der verbotenen Sexualität war Tschaikowsky nur allzu vertraut. Kein Zufall also, dass er Byrons dramatisches Gedicht einer opulenten Tondichtung zugrunde legte.

Sonntag, 27.08. / 22.05 Uhr / Orson Welles - Tragisches Genie
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        56 Min.
Regie: Elisabeth Kapnist
Online verfügbar von 27/08 bis 04/09

Er wurde mehrfach zum größten Regisseur aller Zeiten gewählt: Orson Welles. Mit 26 drehte er bereits in Hollywood den Film, der als einer der bedeutendsten der Filmgeschichte gilt: „Citizen Kane“. Ob „Der dritte Mann“ oder „Der Prozess“ nach Kafka – die Filme, in denen er spielte beziehungsweise bei denen er Regie führte, zählen heute zu den großen Klassikern der Filmgeschichte. Er war zweifelsohne ein Wunderkind der siebten Kunst und eine Regie-Legende – aber wer war der Mensch Orson Welles und was war sein Geheimnis? Das Porträt begibt sich auf Spurensuche in New York, Los Angeles und San Francisco.

Orson Welles wurde 1915 in Wisconsin geboren. Vier Tage nach seinem neunten Geburtstag starb seine Mutter, einige Jahre später verlor er seinen Vater. Doch die Pianistin hatte ihrem Sohn noch die Liebe zur Kunst mitgegeben. So versuchte er sich am Theater. In Irland gab er sich als Broadwaystar aus. Man war skeptisch, ließ ihn aber spielen. Und Welles begeisterte das Publikum – mit 16. Zurück in den USA hatte er tatsächlich am Broadway Erfolg. Er inszenierte auch Stücke und wurde zum bekannten Radioschauspieler. Welles hatte mit 20 schon mehr ausprobiert und erreicht als andere in ihrem ganzen Leben. Mit dem „Krieg der Welten“ hatte Welles den Roman von H. G. Wells als Hörspiel bearbeitet und wie eine Nachrichtensendung inszeniert. Eine Eilmeldung jagte die nächste über Marsianer, die angeblich in New Jersey gelandet seien, um die Erde zu erobern. Die Radiosendung ebnete dem gerade einmal 23-Jährigen den Weg nach Hollywood, wo er sein hochgelobtes Filmdebüt „Citizen Kane“ realisierte. „Ich habe ganz oben angefangen, danach ging es nur noch bergab“, wird Welles später einmal sagen. Sein Leben liest sich wie ein Shakespeare-Stück mit dramatischen Höhen und Tiefen. Das Genie, das Welles in die Wiege gelegt wurde, war ihm Segen und Fluch zugleich. Wie kam es, dass Orson Welles trotz seines Renommees immer wieder am Drehen gehindert wurde? Hatte Welles unbewusst Eigensabotage betrieben? War er der Gefangene seiner eigenen Legende? Wandelbarer Schauspieler mit unvergesslicher Stimme, bahnbrechender Theaterregisseur, richtungsweisender Filmemacher – die Dokumentation beleuchtet die unterschiedlichen Gesichter von Orson Welles. Ob als Schauspieler („Der dritte Mann“) oder Regisseur („Der Prozess“ nach Kafka), Welles schrieb Filmgeschichte. Diese Dokumentation setzt sich mit den Licht- und Schattenseiten eines Mannes auseinander, der zu den einflussreichsten Regisseuren des Hollywood-Kinos zählt.

Zusatzinfo:
Neben Orson Welles selbst kommen in der Sendung zu Wort: David Thomson, der unter dem Titel „Rosebud“ eine Welles-Biografie verfasst hat, Orson Welles‘ Freund Henry Jaglom, dessen Unterhaltungen mit Welles beim gemeinsamen Essen in dem Buch „My Lunches with Orson“ dokumentiert sind, sowie Joseph McBride, Professor für Filmgeschichte in Berkeley und Verfasser mehrerer Bücher über Orson Welles.

Sonntag, 27.08. / 23.05 Uhr / Clara Haskil ~ Der Zauber der Interpretation
Dokumentation, Schweiz, Frankreich, 2017, ARTE, TSR        55 Min.
Regie: Pierre-Olivier François, Pascal Cling
Online verfügbar von 27/08 bis 26/09
Erstausstrahlung

Zwischen Zerbrechlichkeit, Empfindsamkeit und Perfektion: Für Freunde wie Charlie Chaplin, aber auch für viele heutige Musiker war und ist die Schweizer Klaviervirtuosin Clara Haskil (1895-1960) eine Interpretin, die wie keine andere Maßstäbe gesetzt hat. Die in Bukarest geborene Rumänin hat als Jüdin zwei Weltkriege überlebt und bewahrte sich trotz ihrer labilen Gesundheit stets ihre Kraft. Die Dokumentation folgt dem umtriebigen Leben der Ausnahmekünstlerin, das von Bukarest über Paris und die Schweiz bis nach London und New York führte. Anhand von unveröffentlichten Klaviereinspielungen, Briefen und Interviews zeigt er die faszinierende Musikerin in neuem Licht, deren zeitlose Modernität bis heute ungebrochen ist.

Clara Haskil gilt als eine der größten Klaviervirtuosinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr grenzenlos freies Spiel überzeugte durch eine unglaublich vitale Klangfülle: Dirigenten wie Christian Zacharias, Pianisten wie Michel Dalberto oder Eliane Reyes, Freunde wie Eugène Chaplin und der Maler Michael Garady sowie der Musikkritiker Alain Lompech erinnern sich an ihr Talent und ein Leben, das voller Musik, aber auch voller persönlicher Prüfungen und Drangsal war. Ergänzend zu den Interviews bringen Auszüge aus Clara Haskils Briefen dem Zuschauer ihr bewegtes Leben nahe. Clara Haskil wurde 1895 in Bukarest in eine jüdischen Familie geboren und galt bereits als Dreijährige als Wunderkind. In Wien und Paris studierte sie ab 1903 bei Richard Robert, Gabriel Fauré und Alfred Corot. Als 15-Jährige begab sie sich auf Konzerttourneen nach Frankreich, in die Schweiz und Italien. 1913 blockierten ernste gesundheitliche Probleme – aufgrund von Skoliose musste sie vier lange Jahre ein Gipskorsett tragen – zeitweise ihre Karriere. Nach zahlreichen Konzerten in Europa debütierte sie 1924 in den USA in New York und Boston. Ab 1927 lebte sie wieder in Paris. Im Mai 1942 musste ihr ein Tumor entfernt werden, der auf ihren Sehnerv drückte. Kurz vor der Besetzung Marseilles durch die deutsche Wehrmacht konnte sie sich im November 1942 in die Schweiz absetzen. Erst ab den 50er Jahren konnte sie von ihren Einnahmen leben und sich einen eigenen Flügel leisten. Erst in späteren Lebensjahren wurde sie als überragende Mozart-Interpretin ihrer Generation gefeiert. Clara Haskil starb 1960 in Brüssel an den Folgen eines Treppensturzes. Als Hommage an die unbeirrbare Frau und Künstlerin Clara Haskil sagte Charlie Chaplin auf ihrer Beerdigung: „In meinem Leben traf ich drei Genies: Clara Haskil, die beiden anderen waren Einstein und Sir Winston Churchill.“

Zusatzinfo:
Obwohl es von ihren Konzerten keine Filmaufnahmen gibt, schöpft der Film aus einem reichen Nachlass. An Clara Haskil erinnern unveröffentlichte Klaviereinspielungen wie etwa von Robert Schumanns „Kinderszenen“, ein reger Briefwechsel, viele Fotos und Kalendereinträge sowie ihr Klavier, ihre Noten und natürlich der renommierte Internationale Klavierwettbewerb Clara Haskil, der nach ihrem Tode im schweizerischen Vevey ins Leben gerufen wurde.

Sonntag, 27.08. / 00.00 Uhr / SWR Symphonieorchester spielt Schostakowitsch, Brahms und Saariaho
Dirigent David Afkham, Solist Renaud Capuçon
Musik, Deutschland, 2017, SWR        90 Min.
Regie: Robert Gummlich
Dirigent: David Afkham
Komponist: Dmitrij Schostakowitsch, Brahms, Kaija Saariaho
Orchester: SWR Symphonieorchester
Solo: Renaud Capuçon
Erstausstrahlung

Das SWR Symphonieorchester spielt unter der Leitung von David Afkham "Lumière et Pesanteur" von Kaija Saariaho, das Violinkonzert Nr. 1 a-Moll von Dmitri Schostakowitsch und die Symphonie Nr. 2 D-Dur von Johannes Brahms. Solist an der Violine ist Renaud Capuçon. Der Echo-Klassik-Preisträger tritt regelmäßig als Solist in allen großen Konzertsälen auf, konzertiert aber auch mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon sowie Frank Braley in Kammermusikprojekten. Aufzeichnung eines Konzertes aus der Stuttgarter Liederhalle vom 17. Februar 2017.

Das 1. Violinkonzert, das 1948 entsteht, hat Schostakowitsch aufgrund der schwierigen politischen Lage zunächst in die Schublade gelegt, bis bessere Zeiten anbrechen. Erst 1955 wird dieses melancholisch-trotzige Stück uraufgeführt. Das raunende Lichtbild von Kaija Saariahos "Lumière et Pesanteur" (Helligkeit und Schwere) mag für dieses empfindsame Werk die angemessene Ouvertüre sein, die 2. Symphonie von Johannes Brahms, 1877/78 in einem Zug durchkomponiert, der befreiende Schlusspunkt. Renaud Capuçon wurde im Alter von 14 Jahren am Pariser Konservatorium aufgenommen. Zur Diskographie Capuçons gehören Einspielungen mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon sowie Frank Braley. Auch als Solist tritt der Echo-Preisträger regelmäßig auf. Seit 2014 hat er eine Professur für Violine an der Haute Ecole de Musique in Lausanne. Capuçon spielt eine Violine Guarneri del Gesù „Panette“ von 1737. Der in Freiburg geborene Dirigent David Afkham gewann zahlreiche Wettbewerbe, unter anderem als Erster den neu gegründeten „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“. In regelmäßiger Zusammenarbeit assistierte David Afkham seinem Mentor Bernard Haitink bei zahlreichen Konzertzyklen mit dem Concertgebouw-Orchester dem Chicago Symphony Orchestra und dem London Symphony Orchestra. Seit 2014 ist David Afkham Chefdirigent des Spanischen Nationalorchesters in Madrid.

Montag, 28.08. / 20.15 Uhr / Münchhausen
Spielfilm, Deutschland, 1943, ZDF        110 Min.

Regie: Josef von Baky
Autor: Gottfried August Bürger, Rudolph Erich Raspe
Kostüme: Manon Hahn
Kamera: Konstantin Irmen-Tschet, Werner Krien
Musik: Georg Haentzschel
Produktion: Universum Film (UFA)
Produzent: Eberhard Schmidt
Drehbuch: Erich Kästner

Mit: Hans Albers (Baron Münchhausen), Brigitte Horney (Zarin Katharina II.), Wilhelm Bendow (Mondmann), Michael Bohnen (Herzog Karl von Braunschweig), Ferdinand Marian (Graf Cagliostro), Hans Brausewetter (Freiherr von Hartenfeld), Hermann Speelmans (Christian Kuchenreutter), Marina von Ditmar (Sophie von Riedesel), Andrews Engelmann (Fürst Potemkin), Käte Haack (Baronin Münchhausen), Waldemar Leitgeb (Fürst Grigorij Orlow), Walter Lieck (Läufer), Hubert von Meyerinck (Prinz Anton Ulrich), Jaspar von Oertzen (Graf Lanskoi), Werner Scharf (Prinz Francesco d'Este), Ilse Werner (Prinzessin Isabella d'Este), Leo Slezak (Sultan Abd-ul-Hamid), Gustav Waldau (Giacomo Casanova)
Online verfügbar von 28/08 bis 26/11

Baron Münchhausen ist ein Mann, der die Herzen der Frauen höherschlagen lässt, und ein wahrer Teufelskerl dazu – wenn man seinen abenteuerlichen Geschichten glauben darf. Mit ewiger Jugend beschenkt, genießt er im Russland des 18. Jahrhunderts die Gunst der Zarin Katharina II., reitet auf einer Kanonenkugel in eine türkische Festung und wird zum Vertrauten des Sultans. Zu guter Letzt führen seine waghalsigen Reisen ihn sogar auf den Mond.

Bei einem Kostümfest gesteht eine junge Frau dem Baron von Münchhausen ihre heimliche Liebe. Dies nimmt der Baron zum Anlass, am nächsten Tag eine wunderliche Lebensbeichte abzugeben. Er lädt die junge Frau, deren Verlobten und seine eigene, deutlich ältere Ehefrau zum Tee ein und erzählt der Runde die unwahrscheinlich abenteuerliche Lebensgeschichte seines Vorfahren, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Laut Münchhausen verführte dieser einst die Zarin Katharina II. am russischen Hof, bekam vom diabolischen Zauberer Cagliostro die ewige Jugend geschenkt, zog gegen die Türken in den Krieg, lernte in Venedig den berüchtigten Giacomo Casanova kennen und reiste in einem Heißluftballon bis zum Mond. Und damit nicht genug der Überraschungen. Bei Josef von Bakys „Münchhausen“ handelt es sich um einen aufwendig produzierten Kostümfilm mit Starbesetzung, einen überwältigenden frühen Fantasyfilm mit verblüffenden Tricks. Mitten im Krieg produziert und im Bombenhagel uraufgeführt, ist „Münchhausen“ gleichzeitig ein erschreckend perfektes Beispiel für das von Joseph Goebbels geförderte Unterhaltungskino in Kriegszeiten.

Zusatzinfo:
Propagandaminister Joseph Goebbels wollte demonstrieren, dass die deutsche Filmindustrie auch im Krieg mit Hollywood konkurrieren kann, und machte daher viele Konzessionen für die aufwendige und trickreiche Produktion. Der pompös-farbenfrohe Streifen sollte die Bevölkerung von den Strapazen des bereits seit vier Jahren andauernden Krieges ablenken. Goebbels' verhasster Publikumsliebling Hans Albers durfte die Hauptrolle spielen. Das Drehbuch schrieb Erich Kästner, der als Schriftsteller im NS-Staat verfemt war, so musste er ein Pseudonym benutzen und nannte sich Berthold Bürger.

Montag, 28.08. / 22.05 Uhr / Maschinenraum des deutschen Films ~ 100 Jahre UFA
Dokumentation, Deutschland, 2017, SWR, RBB        58 Min.
Regie: Sigrid Faltin
Online verfügbar von 28/08 bis 04/09
Erstausstrahlung

Die Dokumentation erzählt die Geschichte des ältesten deutschen Filmkonzerns als Unternehmensgeschichte. Fünfmal flaggte das UFA-Schiff im Laufe seiner Geschichte um: vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und die NS-Zeit bis zur Adenauer-Ära und zur Bertelsmann Fernsehproduktion. Wer waren die Kapitäne, wohin steuerten sie das Schiff, welche Machtkämpfe spielten sich im Maschinenraum des deutschen Films ab? Die Geschichte der UFA spiegelt deutsche Vergangenheit in ihrer Konzernführung, aber auch in ihren berühmten und berüchtigten Filmen. Vor dem Hintergrund deutscher Historie begibt sich die Dokumentation auf die Suche nach der DNA der berühmten Filmproduktionsstätte.

Die UFA wird 100. Sie ist jünger als Persil und älter als Volkswagen. Die UFA – „un film allemand“, wie die Franzosen sagen: ein deutscher Konzern, der Filmgeschichte geschrieben hat. Was macht die UFA aus, diesen riesigen Tanker, der in den letzten hundert Jahren in so schwere Fahrwasser geraten ist? Die Dokumentation erzählt die Geschichte des größten und ältesten deutschen Filmkonzerns als Unternehmensgeschichte von staatstragender Bedeutung. General Ludendorff nutzt die UFA und das neue Medium Film von Anfang an als Propagandainstrument für den deutschen Kaiser. In der Weimarer Republik ist die UFA dazu da, mit innovativen Werken den deutschen Mythos zu festigen, nationale Filme schaufeln am Grab der Demokratie. Der Tonfilm macht die UFA erst richtig groß, bevor Goebbels die totale Unterwerfung propagiert. Heute glänzt die UFA auf dem Studiogelände in Babelsberg vor allem aber mit ihren historischen Hochglanz-Mehrteilern. Der Konzern, der sich immer wieder übernimmt, für den die Deutsche Bank, Bosch und die AEG Geld locker machten, wurde mehrfach vom deutschen Staat gerettet. Wohin steuerten die Kapitäne das Schiff, welche Intrigen und Machtkämpfe spielten sich im Maschinenraum des deutschen Films ab? Der Film macht sich auf die Suche nach der DNA der UFA und betrachtet ein Jahrhundert deutsche Filmgeschichte mit Ausschnitten aus berühmten, aber auch aus vergessenen Filmen, mit aufschlussreichem Archivmaterial, Zitaten aus UFA-Protokollen und Gesprächen mit früheren UFA-Stars wie Gunnar Möller – bis zu seinem Tod im Mai 2017 der älteste UFA-Schauspieler – oder Mario Adorf und jungen Gesichtern wie Tom Schilling, Claudia Michelsen, aber auch mit Filmhistorikern und -kritikern.

Montag, 28.08. / 23.05 Uhr / Wege zu Kraft und Schönheit
Stummfilm, Deutschland, 1925, ZDF        112 Min.
Regie: Nicholas Kaufmann, Wilhelm Prager
Szenenbild / Bauten: Sohnle und Erdmann, Rotmil und Depenau, Gustav Hennig
Kamera: Eugen Herich, Friedrich Paulmann, Friedrich Weinmann
Musik: Giuseppe Becce
Produktion: UFA-Kulturfilmabteilung
Drehbuch: Wilhelm Prager, Nicholas Kaufmann, Ernst Krieger

Mit: Niddy Impekoven (Sie selbst), Hertha von Walther (sie selbst), La Jana (sie selbst), Leni Riefenstahl (Tänzerin), Johnny Weissmüller (er selbst), Kitty Cauer (sie selbst), Jack Dempsey (er selbst), Jenny Hasselqvist (sie selbst), Eva Liebenberg (sie selbst)
Online verfügbar von 28/08 bis 26/11
Erstausstrahlung

Ein UFA-Kulturfilm par excellence, der den vollkommenen Körper als Gegenstand kultischer Verehrung feiert. Ausgehend von der Massensport- und Körperkulturbewegung der 1920er Jahre propagiert der 1925 entstandene Film körperliche Ertüchtigung. In stilisierten Dokumentar- und Spielszenen führt der Film Formen der Disziplinierung mit Gymnastik, Sport und Tanz vor, lässt Sportler nach dem Vorbild antiker Skulpturen posieren und nimmt dabei Körperbilder vorweg, die sich später in der rassistischen NS-Ästhetik wiederfinden.

Pragers Film ist eine der ersten abendfüllenden Produktionen der UFA-Kulturfilmabteilung und wurde im März 1925 im UFA-Palast am Zoo in Berlin mit dem Prädikat „volksbildend“ uraufgeführt. Der Kulturfilm – ein zwischen Dokumentar- und Spielfilm pendelndes Filmgenre – wurde zur Erziehung der Bevölkerung bereits ab 1918 eingesetzt. Behandelt wurden kulturelle sowie als gesellschaftsrelevant eingestufte Themen wie Theateraufführungen, Sittenporträts, Biografien bekannter Persönlichkeiten oder Historienfilme, deren Botschaft mit fiktionalen Spielszenen dem Publikum vor Augen geführt wurde. Insofern ist ein Film wie „Wege zu Kraft und Schönheit“ auch im Kontext der Demokratisierung des Gesundheitswesens in der Weimarer Republik zu sehen. Die Hygienekultur, die in den 1910er-Jahren mit der in Dresden stattfindenden ersten Internationalen Hygiene-Ausstellung (1911) in das Bewusstsein der Gesellschaft trat, sollte anhand der ästhetisierenden Bilder verbreitet und damit die Kultivierung des eigenen Körpers popularisiert werden. Als solcher wurde der Film auch in der zeitgenössischen Kritik, etwa von Siegfried Kracauer, wahrgenommen. Um einem Aufführungsverbot wegen einer zu gewagten Veranschaulichung von Körperlichkeit zu entgehen, stilisierte Prager den Körper in Gestalt eines „reinen“ und nackten Leibs, dessen ästhetisches Vorbild in der Kunst der Antike gesucht wird. Passend hierzu finden einige Szenen vor der historisierenden Kulisse einer römischen Tempelstätte statt. Gleichwohl provozierte die im Film gezeigte Nacktkultur bereits im Jahr der Aufführung Eingriffe der Filmzensur.

Zusatzinfo:
Seit 1918 gab es bei der UFA eine Kulturfilmabteilung, die zunächst mit Kriegspropaganda beauftragt war. Nach Ende des 1. Weltkriegs änderte sich das Themenspektrum, es entstanden Kurz- und Langfilme über Sachverhalte aus den Bereichen Medizin, Natur, Tierwelt, Geografie, Geschichte und Kultur. Diese Lehr- und Dokumentarfilme (zum Teil mit attraktiven Tricktechniken) liefen vorwiegend im Vorprogramm vor dem großen Spielfilm. "Wege zu Kraft und Schönheit" war einer der ersten abendfüllenden Kulturfilme.

Montag, 28.08. / 02.25 Uhr / Europa und seine Schriftsteller: Island erzählt von ... Audur Ava Olafsdóttir, Jón Kalman Stefánsson und Arni Thórarinsson
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F        50 Min.
Regie: Sylvie Deleule
Online verfügbar von 28/08 bis 05/09

Denkt man an Island, dann zunächst an ein überwältigendes Naturerlebnis angesichts speiender Vulkane, riesiger Gletscher, brodelnder Geysire und eisig-klarer Fjorde. Doch die sagenumwobene Atlantikinsel irgendwo zwischen Europa und Amerika hat auch eine äußerst lebendige Literaturszene zu bieten. Diese Folge der Reihe „Europas Schriftsteller“ unternimmt eine literarischen Islandreise gemeinsam mit den drei renommierten Autoren Arni Thórarinsson, Jón Kalman Stefánsson und Auður Ava Olafsdóttir.

Island – das sind wilde Landschaften, verschlossene Menschen und eine schwierige Sprache, spektakuläre Vulkanausbrüche und eine nicht minder heftige Wirtschaftskrise. Weniger bekannt ist, dass umgerechnet auf die Einwohnerzahl in Island jährlich die meisten Bücher weltweit veröffentlicht werden und die Isländer zu den eifrigsten Lesern in Europa zählen. Drei bekannte Schriftsteller stellen die zahlreichen Facetten der geheimnisvollen Insel vor: Arni Thórarinsson zählt zu den Meistern des Krimi-Genres und befasst sich mit den Schattenseiten der isländischen Gesellschaft, wie Korruption und Interessenskonflikten. Jón Kalman Stefánsson knüpft an die literarischen Traditionen von Roman und Lyrik an und entführt den Leser in die raue, eisige Welt der nordisländischen Fjorde. Und Auður Ava Olafsdóttir hinterfragt auf humorvolle Weise die intensive Beziehung der Isländer zur Natur. Die Dokumentation räumt mit Klischees auf und zeigt die Besonderheiten eines faszinierenden Landes aus der Sicht dreier atypischer Autoren.

Freitag, 01.09. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 01/09 bis 31/10
Erstausstrahlung

(1): OneBillionCat
(2): Longboard Dancing
(3): Art vs Wild
(4): Rainer Sarnet/November
(5): Girli
(6): Afrirampo

(1): OneBillionCat Bastien Didier gehört zu den Verfassern des DataDada-Manifests. Für ihn und seine Mitstreiter sind Daten keine reine IT-Materie, sondern ein dadaistisch verwertbares Phänomen. Kraft ihrer Hirnströme bringen die Künstler Salamiteller zum Schweben, Fußbälle ins Rollen und LED-Lampen zum Leuchten – verrückte Performances an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

(2): Longboard Dancing Ihre Tanzfläche ist tragbar – und gerade mal zwei Meter lang! Die Longboard-Athleten sind seit drei Jahren tänzerisch unterwegs. „Tracks“ traf sie bei den Longboard-Dancing-Weltmeisterschaften im niederländischen Eindhoven.

(3): Art vs Wild Der Mensch trotzt der Wildnis – das ist kein neues Thema und das Erfolgskonzept vieler Reality-Formate. Aber auch Performancekünstler wagen den Nervenkitzel des Extremen. In ihren spektakulären Kunstaktionen hinterfragen Abraham Poincheval und Mel O'Callaghan unser Verhältnis zu den Kräften der Natur.

(4): Rainer Sarnet/November Der Filmemacher Rainer Sarnet gehört zu den führenden Regisseuren der recht kleinen, aber feinen estnischen Kinoszene. Im Jahr werden sechs Filme in Estland produziert. Sarnets jüngster Film „November“, der auf dem New Yorker Tribeca-Festival lief, verbindet wie seine vorherigen Werke Surrealismus mit Motiven der estnischen Mythologie.

(5): GIRLI Milly Toomey ist pink vom Scheitel bis zur Sohle. Die 19-jährige Londonerin ähnelt einer Figur aus South Park oder Hello Kitty – doch ihre Songtexte, wie etwa „Suck my Clit“, sind alles andere als harmlos. Mit 17 kandidierte die Verfechterin der Girl-Power als Young MP für das britische Kinder- und Jugendparlament, heute steht sie als Rapperin auf der Bühne des Pariser Badaboum.

(6): Afrirampo Oni und Pikachu der japanischen Band Afrirampo mischen Punk Noise und Pygmäen-Gesänge, die sie von einem Kamerun-Aufenthalt im Jahr 2004 mitbrachten. Sie arbeiteten unter anderem mit Acid Mothers Temple zusammen und gingen mit Bands wie Sonic Youth und Lightning Bolt auf Tour. Während einer Stippvisite in der Villette Sonique in Paris haben sie für „Tracks“ in der Schallplattenkiste gestöbert.

Freitag, 01.09. / 23.25 Uhr / Melt Festival 2017
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 01/09 bis 01/10
Erstausstrahlung

Großes Jubiläum! Das Melt wird 20 Jahre alt und hat allen Grund zum Feiern. Mit 20.000 Besuchern jährlich, einer einzigartigen Kulisse und Auftritten von Top-Acts aus den Genres Indie, Pop und Elektro ist das Melt eine Institution in der deutschen Festivallandschaft. Wer schon mal dabei war, weiß: Ein Besuch in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, bleibt unvergesslich. Und wer noch nicht dabei war, hat mit ARTE die Chance, das Festival-Feeling zu Hause zu erleben: ARTE zeigt ein einstündiges Highlight-Konzert im TV. Und auf ARTE Concert können viele Konzerte live im Stream und nach dem Festival als Video-on-Demand (VOD) angeschaut werden: concert.arte.tv/melt Dieses Jahr spielen auf dem Melt unter anderem: The Kills, Phoenix, Die Antwoord, Kamasi Washington, Glass Animals, M.I.A., Richie Hawtin, Warpaint, Bilderbuch und Bonobo!

Freitag, 01.09. / 00.25 Uhr / Etienne Daho - French Pop in London
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F        77 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 01/09 bis 08/09

Etienne Daho live auf der Bühne! Die langerwartete Diskönoir-Tour des französischen Popsängers gehörte zu den Höhepunkten des Spätsommers 2014. Der Auftritt im Koko, dem ehemaligen Camden Theatre in London, gehörte zu den Highlights der Tour. In gediegener Atmosphäre präsentierte Etienne Daho hier die größten Erfolge seines Repertoires – unter anderem von seinem Studioalbum „Les chansons de l'innocence retrouvée“.

Etienne Daho, der Sänger mit der unverwechselbar sanften Stimme, beherrscht seit 30 Jahren die französischen Charts und zeigt sich auch auf der Bühne als unverwechselbarer Ästhet. Sein eleganter Look ist eine Hommage an seine Vorbilder – Velvet Underground, Syd Barrett und der French Pop der 80er – und an seine Wahlheimat London, die ihn auch musikalisch immer wieder inspiriert. 1981 nahm er sein erstes Album auf unter dem Titel „Mythomane“; der kommerzielle Erfolg blieb zunächst aus, erst 15 Jahre später erhielt die Platte Goldstatus. Sein zweites Album „La notte, la notte“ kam 1984 heraus: Zwei daraus ausgekoppelte Elektropop-Singles, „Sortir ce soir“ und vor allem „Week-end à Rome“, verhalfen ihm zum Durchbruch. 1985 veröffentlichte Etienne Daho die Maxisingle „Tombés pour la France“, der Clip dazu wurde von Jean-Pierre Jeunet gedreht. Sein drittes Album „Pop Satori“ (1986) nahm er in London mit der Gruppe Torch Song von William Orbit auf, die Singleauskopplungen „Duel au soleil“ erreichte Platz 17 in den Top 50. Er galt zu dieser Zeit als einer der bedeutendsten Künstler der französischen Popszene, in der Presse sprach man sogar von einer „Dahomania“. Im Jahr 2002 wurde Etienne Daho mit dem nationalen Verdienstorden (Ordre national du Mérite) ausgezeichnet. Sein Album „Les chansons de l'innocence retrouvée“, das im Jahr 2013 erschien, war bei Publikum und Kritik ein gleichermaßen großer Erfolg; an den Aufnahmen beteiligt waren unter anderem Nile Rodgers, Dominique A und Debbie Harry. Der Auftritt im Koko, dem ehemaligen Camden Theatre, gehörte zu den Highlights der Tour. In gediegener Atmosphäre präsentierte Etienne Daho hier die größten Erfolge seines Repertoires – unter anderem von seinem Studioalbum „Les chansons de l'innocence retrouvée“. Ihre Modernität verdankt Dahos Musik offenbar der Fähigkeit, immer noch so unschuldig zu klingen wie in den 80er Jahren.

Zusatzinfo: Diese Sendung ist auch auf ARTE Concert abrufbar: concert.arte.tv

Sonntag, 03.09. / 05.05 Uhr / Afrika! Afrika!
Zirkus, Deutschland, 2014, ZDF        90 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Inszenierung: André Heller
Online verfügbar von 03/09 bis 10/09

Rund vier Millionen Besucher machten aus André Hellers Zirkus-Extravaganz „Afrika! Afrika!“ von 2006 einen der größten Show-Erfolge. Jetzt hat Heller mit seinem Team von Choreographen, Lichtkünstlern, Ausstattern, Musikern, Tänzern, Akrobaten und Artisten die Show von Grund auf neu konzipiert. Sie vereint die künstlerischen Höhepunkte der legendären Zeltshow mit atemberaubenden neuen Attraktionen, Tänzen und Artistiknummern.

Den roten Faden neben der Artistik bilden Musik, Bilder und Tanz. Die afrikanischen Tänze reichen von den wilden und gestenreichen Tänzen aus dem Senegal über die extrem schnellen Füße der Elfenbeinküste bis zum Gumboot Dance. Der Gummistiefel-Tanz entstand in den 1880er Jahren in den Gold- und Diamantenminen um Johannesburg. Zu den Neuheiten aus Afrika zählen die Tansania Acrobats sowie die Hibiscus Acrobats aus Guinea, wo die Truppen auch schon ab 2012 mit dem Training für die neue Show begonnen haben. Weitere Neuentdeckungen sind die Basketball-Akrobaten: zum einen Acrodunk mit ihrer spektakulären Slamdunk-Basketball-Artistik, zum anderen der aus Surinam stammende Michael van Beek, einer der weltbesten Basketball-Freestyler. Helene Sano, die athletische Schlangenfrau aus Guinea, gehört zu den Highlights der Show, genauso wie die Gruppe Human Balance. Die drei Äthiopier bieten eine derart perfekte Handstand-Akrobatik, wie man sie sonst aus Ländern kennt, wo Artisten von Kindheit an professionell trainiert werden. Hinzu kommen einige Höhepunkte der vergangenen Tourneen, wie der Waterman aus Ghana oder der Schlangenmensch Yoga Yoga. Weltklasse-Musiker rund um den in Paris lebenden Bandleader Francky Moulet sorgen live für die musikalische Begleitung der Show. Zwischenzeitlich bereichern surreale Figuren und Mode-Kreationen die Szenerie. Das Finale vereint die 77 Künstler auf der Bühne und lebt wie die gesamte Show von einer unbändigen Kraft, Freude und Spontaneität. Hellers größte Herausforderung bei der Inszenierung des Finales: „Man muss ihnen irgendwann sagen, dass sie aufhören sollen, sonst tanzen die stundenlang weiter.“

Sonntag, 03.09. / 09.15 Uhr / Schwerpunkt 100 Jahre UFA - Ganz großes Kino: Münchhausen
Spielfilm, Deutschland, 1943, ZDF        111 Min.
Regie: Josef von Baky
Autor: Gottfried August Bürger, Rudolph Erich Raspe
Kostüme: Manon Hahn
Kamera: Konstantin Irmen-Tschet, Werner Krien
Musik: Georg Haentzschel
Produktion: Universum Film (UFA)
Produzent: Eberhard Schmidt
Drehbuch: Erich Kästner

Mit: Hans Albers (Baron Münchhausen), Brigitte Horney (Zarin Katharina II.), Wilhelm Bendow (Mondmann), Michael Bohnen (Herzog Karl von Braunschweig), Ferdinand Marian (Graf Cagliostro), Hans Brausewetter (Freiherr von Hartenfeld), Hermann Speelmans (Christian Kuchenreutter), Marina von Ditmar (Sophie von Riedesel), Andrews Engelmann (Fürst Potemkin), Käte Haack (Baronin Münchhausen), Waldemar Leitgeb (Fürst Grigorij Orlow), Walter Lieck (Läufer), Hubert von Meyerinck (Prinz Anton Ulrich), Jaspar von Oertzen (Graf Lanskoi), Werner Scharf (Prinz Francesco d'Este), Ilse Werner (Prinzessin Isabella d'Este), Leo Slezak (Sultan Abd-ul-Hamid), Gustav Waldau (Giacomo Casanova)

Sonntag, 03.09. / 16.30 Uhr / Metropolis: Metropolenreport Madrid
Magazin, Deutschland, 2017, HR        43 Min.
Erstausstrahlung
(1): Metropolenreport Madrid
(2): Tianwa Yang

(1): Metropolenreport Madrid
Vor 80 Jahren malte Pablo Picasso „Guernica“ – das wohl berühmteste Antikriegsgemälde der Welt. Es hängt in Madrid und erinnert an die Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs, der bis heute nicht wirklich aufgearbeitet wurde. Eine junge Generation von Künstlern in Madrid – wie die Sängerin Rozalén – macht sich jetzt auf, die Schrecken dieses Krieges künstlerisch zu verarbeiten.

(2): Tianwa Yang
Tianwa Yang gehört zur geigerischen Weltelite, wurde 2014 und 2015 mit einem der renommiertesten Musikpreise ausgezeichnet: dem Echo-Klassik. Gerade spielt die chinesische Geigerin Brahms ein.

Sonntag, 03.09. / 17.15 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Pavarotti, ein Sänger für das Volk
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: René-Jean Bouyer
Online verfügbar von 03/09 bis 14/10
Erstausstrahlung

Vom Meistertenor zur Pop-Ikone: Am 6. September 2017 begeht die Musikwelt den 10. Todestag von Luciano Pavarotti, dem populärsten aller Opern-Tenöre. Was war das Geheimnis seines Erfolgs? Wie schaffte es Pavarotti, die Oper volkstauglich zu machen? Freunde, Wegbegleiter und Kollegen des Stimmwunders aus Modena kommen zu Wort. Mit dabei Plácido Domingo, Ruggero Raimondi und Sting.

Am 6. September 2007 verstarb Luciano Pavarotti, der wohl populärste und kommerziell erfolgreichste Tenor seiner Generation. Journalisten und Opernkollegen waren sich nach seinem Tod einig: Pavarotti hatte die Opernkunst volkstauglich gemacht. Pavarottis Karriere begann 1961 als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“, 1972 begeisterte er das Publikum der New Yorker Met mit „Ah mes amis“, Tonios Arie in Donizettis „Regimentstochter“, indem er neun hohe Cs mühelos nacheinander zum Besten gab. Seine Fähigkeit, mit Leichtigkeit in den höchsten Tönen zu schwelgen, und ein unvergleichliches Timbre machten ihn zum Weltstar. Doch es gelang ihm, sich weit über die Welt der Opernliebhaber hinaus einen Namen zu machen. Der gefragte Tenor trat im Fernsehen auf, aber auch in Fußballstadien und in Parks, ein Tabubruch, den so mancher Opernpurist vehement kritisierte. Mit seinen Weggefährten Plácido Domingo und José Carreras bildete er „Die drei Tenöre“, die im Triumph um den Globus zogen. Sein letzter großer Auftritt bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Jahr 2006 ist im kollektiven Gedächtnis besonders tief verwurzelt. Weniger bekannt ist jedoch, dass diese Errungenschaften das Ergebnis einer durchdachten und perfekt ausgeführten Strategie waren, die aus Luciano Pavarotti eine wahre Pop-Ikone machte. Diesem verdrängten Aspekt seiner Karriere widmet sich „Pavarotti, ein Sänger für das Volk“ anlässlich seines 10. Todestages. Der Film basiert auf Musikbeispielen, seltenen Archivaufnahmen und bisher unveröffentlichten Interviews mit Sting, Plácido Domingo, Zubin Mehta und Ruggero Raimondi, mit Pavarottis Freunden und Verwandten, sowie anerkannten Experten. Anhand dieser unterschiedlichen Perspektiven will der Film – wie Pavarotti selbst – die Grenzen zwischen der scheinbar elitären Opernwelt und dem breiten Publikum überschreiten.

Sonntag, 03.09. / 17.25 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen: Von Maria Callas bis Ella Fitzgerald
Schwerpunkt, ARTE111 Min.

Große Stimmen der Vergangenheit und Gegenwart stehen auf dem Spielplan von ARTE im September. Den Reigen eröffnet ein Superstar der Oper: Luciano Pavarotti. Dann folgen zwei der gegenwärtig ganz großen Diven: Waltraud Meier und Joyce DiDonato. Als Jazzgrößen sind Ella Fitzgerald und Billie Holiday zu erleben. Darüber hinaus gibt es auf ARTE einen Gala-Abend aus der Pariser Opéra Bastille und Robert Schumanns „Das Paradies und die Peri“ sowie eine ganze Reihe von Opern im Internet, von „Carmen“, „Pinocchio“ und „The Rake’s Progress“ von den Opernfestspielen in Aix-en-Provence, „Tosca“ aus der norwegischen Staatsoper Oslo, „Schneeflöckchen“ aus der Pariser Opéra comique und „Foxie! Das schlaue Füchslein“ aus Brüssel.

1964 stand Maria Callas auf der Bühne des Londoner Opernhauses in Covent Garden. Es war einer der letzten Auftritte der größten Operndiva aller Zeiten. Sie sang eine ihrer Paraderollen, Floria Tosca, die eifersüchtige Heldin aus Puccinis Opernkrimi aus der Zeit der Napoleonkriege. Große Stimmen der Vergangenheit und der Gegenwart stehen auf dem Spielplan von ARTE im September. Den Reigen eröffnet ein Superstar der Opernbühne: Luciano Pavarotti. Er brachte nicht nur die Opernliebhaber auf der ganzen Welt mit seinen hohen Tönen zum Jubeln. Dank einer effizienten PR-Strategie wurde er zur Pop-Ikone. Mit seinen beiden Mitstreitern José Carreras und Plácido Domingo füllte er ganze Fußballstadien. Romain Pieri und René-Jean Bouyer haben diese Strategie erforscht und erzählen Pavarottis Aufstieg zum „Sänger für das Volk“. Pavarotti kommt auch selbst zu Wort, in John Walkers Film „Eine Stimme für die Ewigkeit“. Zu Gast bei ARTE im September sind ebenfalls zwei der ganz großen Diven der heutigen Zeit: Waltraud Meier und Joyce DiDonato. Waltraud Meier ist seit weit über 40 Jahren eine der weltweit gefragtesten Mezzosopranistinnen. Seit ihrem Auftritt als Kundry, der Botin des Grals in Wagners „Parsifal“ im Jahr 1983 bei den Bayreuther Festspielen, gilt sie als die Wagnerinterpretin schlechthin. In diesem Jahr nimmt sie Abschied von den kräftezehrenden Wagnerpartien, und die Regisseurin Annette Schreier begleitet sie dabei mit ihrer Kamera. Die stimmgewaltige amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato hat ihrerseits Krieg und Terror den Kampf angesagt. Ihr Auftritt im Liceu in Barcelona gehört zum Projekt „In War & Peace“. Neben dem klassischen Opernrepertoire haben wir dem Jazz ganz besondere Stimmen zu verdanken, allen voran Ella Fitzgerald und Billie Holiday. Ella Fitzgerald ist in einem legendären Konzert aus dem Jahr 1975 in Montreux zu erleben. Die tragische Geschichte der „Lady Day“ Billie Holiday wird erzählt von Katja Duregger. Darüber hinaus gibt es auf ARTE einen Gala-Abend aus der Pariser Opéra Bastille und Robert Schumanns „Das Paradies und die Peri“ sowie eine ganze Reihe von Opern im Internet, von „Carmen“, „Pinocchio“ und „The Rake’s Progress“ von den Opernfestspielen in Aix-en-Provence, „Tosca“ aus der norwegischen Staatsoper Oslo, „Schneeflöckchen“ aus der Pariser Opéra comique und „Foxie! Das schlaue Füchslein“ aus Brüssel.

Sonntag, 03.09. / 18.10 Uhr / Pavarotti - Eine Stimme für die Ewigkeit
Dokumentation, Deutschland, 2013, ZDF        59 Min.
Regie: John Walker
Mit: Luciano Pavarotti
Online verfügbar von 03/09 bis 03/10

Er war der populärste Klassikkünstler in der Geschichte der Schallplatte, mit dem weltweit im Fernsehen übertragenen Konzert der „Drei Tenöre“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 erreichte er fast eine Milliarde Zuschauer. Herbert von Karajan ernannte ihn zum „Jahrhunderttenor“, und tatsächlich ist der legendäre Enrico Caruso wohl der Einzige, der mit vergleichbarem Charisma und Stimmgewalt die Menschen in den Bann zog. Luciano Pavarotti hat ein Millionenpublikum für seine Opernmelodien begeistert und „Nessun dorma“ selbst unter den Klassik-Abstinenten zum Hit gemacht. Mit 115 Vorhängen und 67 Minuten ununterbrochenem Applaus nach seinem Auftritt als Nemorino in Donizettis „Liebestrank“ 1988 an der Deutschen Oper Berlin hält er wohl einen Weltrekord in Publikumsbegeisterung. „Pavarotti - Eine Stimme für die Ewigkeit“ lässt die spektakulärsten und bewegendsten Momente dieser einzigartigen Sängerkarriere Revue passieren, von seinen ersten Schritten auf der Opernbühne bis zu den legendären Open-Air-Konzerten, wo etwa im New Yorker Central Park eine halbe Million Fans andächtig seiner Stimme lauschten. Natürlich ist in dieser Hommage an einen unvergessenen Sänger neben seinen Arien-Hits von „La Bohème“ bis zu „Aida“ auch der „andere“ Luciano Pavarotti zu erleben, der mit Leichtigkeit immer wieder die Grenzen der strengen Klassik überschritt. Neben populären italienischen Gassenhauern wie „Mamma“ oder „O sole mio“ zeigen Ausschnitte aus seinen Benefiz-Konzerten „Pavarotti and Friends“, wie er auch im Duett mit Bono, Sting und Eric Clapton das Publikum begeistert.

Sonntag, 03.09. / 23.45 Uhr / Astor Piazzolla, Tango Nuevo
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        55 Min.
Regie: Daniel Rosenfeld
Online verfügbar von 03/09 bis 10/09
Erstausstrahlung

Daniel Rosenfelds Dokumentation ist eine Hommage an Astor Piazzolla (1921-1992), den Begründer des „Tango Nuevo“, der vor 25 Jahren verstarb. Piazzolla brach mit den Regeln des traditionellen Tangos und brachte die volkstümliche argentinische Musik von den Tanzsälen in die internationalen Konzerthäuser. Indem er verschiedene musikalische Einflüsse zu etwas gänzlich Neuem verarbeitete, zählt er heute zu den großen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das einfühlsame Filmporträt dieses vielseitigen Musikers stützt sich auf bisher unveröffentlichte Dokumente aus Privatarchiven und Interviews mit Piazzolla selbst sowie seinen Kindern.

Astor Piazzolla hat den Tango neu erfunden. Heute, 25 Jahre nach seinem Tod, ist Tango aktueller den je: Denn die ehemals verrufene Musik der Bordelle und Spielhallen ist längst in internationalen Konzertsälen angelangt – allen voran durch Piazzollas Zutun. Er brach mit den Regeln des traditionellen Tangos und verarbeitete Einflüsse aus Jazz, Klezmer und Klassik zu innovativster Musik, die von den Puristen seiner Heimat anfangs scharf kritisiert wurde. Heute aber werden genau jene Stilbrüche auf der ganzen Welt begeistert gefeiert. „Astor Piazzolla - Tango Nuevo“ ist eine feinfühlig erzählte Dokumentation über die entscheidenden Etappen in Leben und Werk des unerschöpflichen Bandoneon-Spielers und Komponisten. Im Mittelpunkt stehen Piazzollas Interpretationen und die Musik des sogenannten Tango Nuevo, den er maßgeblich entwickelte. 1921 als Sohn italienischer Einwanderer in Buenos Aires geboren, wuchs Piazzolla in New York auf, wo die Musik Harlems, die alten Tango-Platten seines Vaters und der Bach spielende Nachbar den musikalischen Jungen schon früh prägten. Durch zahlreiche Einblicke in das Foto- und Filmarchiv der Familie werden neben seinem musikalischen Werdegang auch intime Einblicke in Piazzollas Familienleben ermöglicht. Einen besonderen Schatz bilden dabei die bisher unveröffentlichten Gespräche mit seiner Tochter Diana. In berührenden Bildern und untermalt vom mitreißenden Tango Nuevo zeichnet Daniel Rosenfelds Dokumentation das eindrucksvolle Bild einer vielschichtigen Persönlichkeit, die heute zu den ganz großen Komponisten des 20. Jahrhunderts zählt.

Sonntag, 03.09. / 00.40 Uhr / Ute Lemper ~ Eine musikalische Begegnung mit Paulo Coelho
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        60 Min.
Regie: Alexander Radulescu, Bettina Ehrhardt
Autor: Paulo Coelho, Ute Lemper
Online verfügbar von 03/09 bis 03/10

Ihr neues Bühnenprogramm hat Ute Lemper ganz auf die Texte von Paulo Coelho und sein Buch „Die Schriften von Accra“ ausgerichtet. Begeistert von der Lektüre hat Lemper ein sehr persönliches Projekt bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2015 auf die Bühne gebracht. Mit mehreren Musikern, die die Songs auch mit arabischen Instrumenten interpretieren, entführt sie ihre Zuschauer in die Welt Coelhos, der sich in seinem Buch mit Grundfragen der menschlichen Existenz auseinandersetzt.

„The German Cabaret Legend“, wie sie die internationale Presse liebevoll nennt, hat mit Gil Goldstein die Musik für den Abend geschrieben: unterschiedliche Songs und Chansons in englischer, französischer und portugiesischer Sprache. Dazu bringt Ute Lemper sechs Musiker mit, die der Thematik entsprechend die Songs auch mit arabischen Klängen interpretieren, unter anderem mit Oud, Tabls und arabischen Flöten.
    Für einen Weltstar geht Ute Lemper außergewöhnlich stringent vor, sehr konzentriert: Das große Chanson aus der poetischen Tradition des letzten Jahrhunderts – das ist ihr Leitmotiv, das sie weiter entwickeln will, in allen Sprachen und Kulturen. Auf diesem Weg ist sie dann auch den Texten von Paulo Coelho begegnet und war von der ersten Lektüre an gebannt, wie viele andere Menschen überall auf der Welt auch, die sich von Coelhos Texten faszinieren lassen.

Montag, 04.09 / 05.00 Uhr / Daniil Trifonov spielt Rachmaninow, Chopin, Skrjabin und Strauss
Musik, Großbritannien, 2013, ZDF        43 Min.
Regie: Christopher Nupen
Komponist: Sergej Rachmaninow, Frédéric Chopin, Alexander Skrjabin, Johann Strauss

Mit: Daniil Trifonov (Klavier)
Online verfügbar von 04/09 bis 03/12

„Eine unvergleichlich leichte, fließende Frische, natürliche Begabung und eine intensive Liebe zur Musik“ – selten feiert das Feuilleton einen Klassikkünstler so überschwänglich und einhellig. Die Presse kürt ihn zu einem der erfolgreichsten und unbegreiflichsten Klaviertalente der Gegenwart: Daniil Trifonov. Die Dokumentation zeigt den jungen russischen Pianisten als wahren Tastenzauberer bei einem Konzert im italienischen Castelfranco Veneto und lässt ihn selbst in Gesprächen zu Wort kommen. Darin spricht er über sein Leben und die Suggestivkraft der Musik.

Der Pianist Daniil Trifonov ist wohl einer der aufsehenerregendsten Klassikkünstler der jungen Generation. Die „Süddeutsche Zeitung“ beschreibt seinen Auftritt so: „Ein echter Kulturschock. Er ist der unglaublichste Pianist, den man hören kann. Wie gering wiegen seine Preise angesichts dessen, was dieses junge Genie an Musik nachschöpfend hervorbringt. Vergesst Horowitz, möchte man rufen, vergesst Pollini, Brendel, selbst Kissin und alle anderen erst recht.“ Die Preise, die man da angesichts der Konzertperformance vergessen soll, sind immerhin die drei höchsten Preise des Tschaikowsky-Wettbewerbs 2011 und der erste Preis und die Goldmedaille des Arthur-Rubinstein-Wettbewerbs im selben Jahr ... Die große Martha Argerich, nicht gerade bekannt für Schmeicheleien, gibt dem Rezensenten der „Süddeutschen“ recht: „Ich habe ihn mir gestern Abend wieder auf YouTube angehört – er hat einfach alles! Was er mit seinen Händen anstellt, ist technisch unglaublich. Dazu kommt aber auch sein Anschlag – er hat die Zartheit ebenso wie das dämonische Element. So etwas habe ich noch nie vorher gehört.“ Christopher Nupen, der sich im klassischen Musikfernsehen einen Namen gemacht hat, hatte schon immer ein Gespür für vielversprechende Talente; seine Filme haben Jacqueline du Pré, Vladimir Ashkenazy und Pinchas Zukerman über das Konzertpodium hinaus berühmt gemacht, zu Daniil Trifonov steht er seit dem Anfang von dessen Karriere in engem Kontakt. Entsprechend entspannt sind die persönlichen Beobachtungen und Kommentare Trifonovs, mit denen die Konzertaufzeichnung unterschnitten ist.

Montag, 04.09 / 20.15 Uhr / Schwerpunkt 100 Jahre UFA - Ganz großes Kino: Der Mann, der Sherlock Holmes war
Spielfilm, Deutschland, 1937, ZDF        107 Min.
Regie: Karl Hartl
Kamera: Fritz Arno Wagner
Schnitt: Gertrud Hinz-Nischwitz
Musik: Hans Sommer
Produktion: UFA Universum-Film AG
Produzent: Alfred Greven
Drehbuch: Karl Hartl, Robert A. Stemmle

Mit: Hans Albers (Morris Flint), Heinz Rühmann (Macky McPherson), Marieluise Claudius (Mary Berry), Hansi Knoteck (Jane Berry), Hilde Weissner (Madame Ganymar), Günther Ballier (Kriminalbeamter), Erich Dunskus (Chef der Kriminalpolizei)

Online verfügbar von 04/09 bis 03/12

Eine schwungvolle Komödie mit den UFA-Publikumslieblingen Hans Albers und Heinz Rühmann im Duett: Zwei kleine Privatdetektive spielen gerne Sherlock Holmes und Dr. Watson. Entsprechend verkleidet, geraten sie während der Brüsseler Weltausstellung in allerlei Turbulenzen.

Aufgrund ihrer Verkleidung und Aufmachung werden die zwei erfolglosen englischen Detektive Morris Flint und Macky McPherson für die berühmten Ermittler Sherlock Holmes und Dr. Watson gehalten. Als man entdeckt, dass die auf der Brüsseler Weltausstellung ausgestellten Mauritiusmarken – besonders wertvolle Briefmarken – durch Fälschungen ersetzt wurden, bittet die Polizei die beiden um die Aufklärung des Falles. Ihre Recherchen führen die zwei Detektive zum Schloss des verstorbenen Professors Berry, eines geschickten Fälschers, und schließlich zum Hauptquartier der ganzen Verbrecherbande. Dort werden sie in eine Falle gelockt. Doch zum Glück ist die Polizei nicht weit. Die verhaftet nun allerdings gleich auch Flint und McPherson, da nun deren Identität als Holmes und Watson angezweifelt wird. "Der Mann, der Sherlock Holmes war" ist eine flott inszenierte und unbeschwert heiter gespielte Kriminalkomödie, die zusätzlich von der charismatischen Präsenz seiner beiden Hauptdarsteller profitiert: Hans Albers und Heinz Rühmann, zwei unverwechselbare "Typen" und Zuschauerlieblinge des damaligen Kinos. Inhaltlich eine vorzüglich gelungene Sherlock-Holmes-Variation.

Zusatzinfo:
Der 1899 im österreichischen Wien geborene und 1978 ebendort verstorbene Regisseur Karl Hartl arbeitete zu Beginn seiner Karriere abwechselnd in Wien und Berlin. Ab 1930 arbeitete er für die UFA, in deren Auftrag er Filme mit Stars wie Luis Trenker, Brigitte Helm, Gustaf Gründgens, Paul Hartmann, Sybille Schmitz und Peter Lorre realisierte. Mit Hans Albers arbeitete er gleich mehrfach erfolgreich zusammen.

Montag, 04.09 / 22.05 Uhr / Schwerpunkt 100 Jahre UFA - Ganz großes Kino: Viktor und Viktoria
Deutschland, 1933, ZDF        95 Min.
Regie: Reinhold Schünzel
Kamera: Konstantin Irmen-Tschet
Schnitt: Arnfried Heyne
Musik: Franz Doelle
Produktion: Universum Film (UFA)
Produzent: Eduard Kubat, Alfred Zeisler
Drehbuch: Reinhold Schünzel

Mit: Renate Müller (Susanne Lohr), Hermann Thimig (Viktor Hempel), Hilde Hildebrand (Ellinor), Friedel Pisetta (Lilian), Fritz Odemar (Douglas), Aribert Wäscher (Francesco Alberto Punkertin), Adolf Wohlbrück (Robert)

Online verfügbar von 04/09 bis 03/12

Unterhaltsamer Klassiker einer Gender-Komödie, die zu ihrer Zeit auch in einer eigenen französischen Version – „Georges et Georgette“ mit Meg Lemonnier – produziert wurde. Sängerin Susanne gibt sich als Mann aus und hat plötzlich den Erfolg, von dem sie immer träumte. Das Wechselspiel geht nicht lange gut, als die Liebe nach Mann und Frau verlangt. Von dem Stoff gibt es mehrere Remakes: eine englische Version von Victor Saville (1935), eine deutsche von Karl Anton (1957) sowie auch einen Musicalfilm von Blake Edwards (1982) mit Julie Andrews in der Hauptrolle.

Viktor Hempel ist ein Schauspieler, der sich zu höheren Rollen berufen fühlt, aber kein richtiges Engagement findet. Nur als Mann in Frauenkleidern hat er ein wenig Erfolg. Als er erkrankt, überredet er die junge Sängerin Susanne Lohr, seine Rolle als Damen-Imitator „Monsieur Viktoria“ zu übernehmen. Sie wird zum gefeierten Star, eine Tournee führt sie bald nach London. Dort kommt Susanne im Frack bei Frauen besonders gut an. Sie trifft auf Robert, der als „Londons berühmtester Frauenkenner“ gilt. Robert weigert sich zu glauben, dass „Monsieur Viktoria“ ein Mann ist, und denkt sich Tests aus, um die Männlichkeit des Monsieurs zu testen. Er enttarnt Susanne, verliebt sich jedoch in sie. Als kurz vor dem finalen Auftritt Inspektoren der britischen Sittenpolizei dem Verdacht nachgehen, der Monsieur sei eine Frau und kein Mann, schauen sie in den Umkleideraum von Viktoria und sind irritiert: Viktor ist wieder in seine alte Rolle als Monsieur Viktoria gesprungen und feiert ab jetzt selbst die großen Erfolge. Die beiden Hauptdarsteller Hermann Thimig und Renate Müller zählten 1933 zu den populärsten deutschen Schauspielern. Thimig, der bis dahin hauptsächlich Theater spielte, passt mit der Rolle des Viktor Hempel perfekt in sein Rollenfach. Renate Müller drehte schon zuvor mit Leinwandgrößen wie Willy Fritsch und Paul Hörbiger. Regisseur Reinhold Schünzel setzte ganz auf die schauspielerische Spitzenklasse seiner Protagonisten und inszenierte die Verwechslungsgeschichte mit rhythmischer Sprache und viel Gesang. Eine Komödie mit Ohrwurmgarantie.

Zusatzinfo:
Der jüdische Regisseur und Schauspieler Reinhold Schünzel war ein Multitalent, so schrieb er für einige seiner Filme auch das Drehbuch und übernahm die Hauptrolle. In den 20er Jahren war er auch als Produzent tätig, diese Tätigkeit beendete der Triumph des Tonfilms. Ab 1931 nahm ihn die UFA als Regisseur unter Vertrag. 1937 folgte er einem Angebot Metro-Goldwyn-Mayers in die USA. In Hollywood schaffte der Regisseur nie den Durchbruch. Daraufhin widmete er sich der Schauspielerei und glänzte in Hitchcocks Thriller „Berüchtigt“ (1946) als teuflischer Wissenschaftler Dr. Anderson.

Montag, 04.09 / 23.40 Uhr / Schwerpunkt 100 Jahre UFA - Ganz großes Kino: Die Liebe der Jeanne Ney
Stummfilm, Deutschland, 1927, ZDF        105 Min.
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Autor: Ilja Ehrenburg
Kamera: Fritz Arno Wagner, Walter Robert Lach
Schnitt: Georg Wilhelm Pabst, Marc Sorkin
Musik: Hans May, Bernd Thewes
Produktion: Universum Film (UFA)
Drehbuch: Ladislaus Vajda, Rudolf Leonhardt

Mit: Edith Jéhanne (Jeanne Ney), Uno Henning (Andreas Labov), Brigitte Helm (Gabriele Ney), Eugen Jensen (Alfred Ney), Fritz Rasp (Chalybieff), Adolf Edgar Licho (Raymond Ney), Hertha von Walther (Margot), Hans Jaray (Emile Poitras), Siegfried Arno (Gaston)
Online verfügbar von 04/09 bis 03/12
Erstausstrahlung

„Die Liebe der Jeanne Ney“ erzählt eine Liebesgeschichte in politisch bewegten Zeiten und gehört zu den interessantesten Filmen des Weimarer Kinos. Der Film entstand nach Ilja Ehrenburgs gleichnamigem populären Roman und ist in seiner unverhohlenen Sympathie für den Sozialismus kein typischer UFA-Film. Regisseur Georg Wilhelm Pabst unterlief mit seiner revolutionären Schnitt-Technik jede gefällige Unterhaltungsästhetik und schuf mit „Die Liebe der Jeanne Ney“ ein hochmodernes Filmdrama. Mit der aktuellen Restaurierung und neuen Orchestrierung liegt dieser Filmklassiker endlich in einer guten Fassung vor.

Halb Politthriller, halb Melodram, erzählt „Die Liebe der Jeanne Ney“ eine Geschichte nach der Oktoberrevolution. Als die Rote Armee die Krim besetzt, wird der französische Agent und Journalist Alfred Ney erschossen. Seine Tochter Jeanne hat sich in den jungen Bolschewiken Andreas verliebt, muss aber das Land verlassen. Sie kommt bei ihrem Onkel unter, der in Paris eine Privatdetektei betreibt. Zwar kann Andreas in kommunistischer Mission nach Paris kommen und Jeanne wiederfinden, doch das Liebesglück währt nicht lange. Auch der schmierige Chalybieff, Spitzel der Weißgardisten, hat ein Auge auf Jeanne geworfen und sie in Paris wiederentdeckt. Er belästigt sie und ist hinter dem Vermögen ihres Onkels her. Chalybieff schreckt vor keinem Mittel zurück, um seine Ziele zu erreichen und seinen Konkurrenten Andreas auszuschalten ... Quellmaterial der aktuellen Restaurierung ist eine Kopie, die das New Yorker Museum of Modern Art in den 30er Jahren vom Reichsfilmarchiv angekauft hat. Diese Kopie dürfte der deutschen Originalfassung entsprechen und stammt vom sogenannten B-Negativ, das sich nicht erhalten hat. Bei der Restaurierung wurden die englischen Zwischentitel gegen die deutschen Texte laut Zensurkarte ausgetauscht. Zu dem Film existiert in der Musiksammlung des MoMA eine historische Klavierkompilation, die vermutlich in den 30er Jahren entstand, als die damalige Kuratorin Iris Barry im Berliner Reichsfilmarchiv die Kopie des Films erwarb. Die Klavierkompilation wurde zur restaurierten Fassung eingerichtet und von Bernd Thewes für das Funkhausorchester neu instrumentiert.

Zusatzinfo:
Der österreichische Regisseur G.W. Pabst (1885-1967) gelangte über das Theater zum Film, wo er mit "Der Schatz" 1923 sein Regiedebüt gab. Seinen Welterfolg hatte er als Entdecker von Louise Brooks, mit der er "Die Büchse der Pandora" und "Tagebuch einer Verlorenen" inszenierte. 1930 drehte Pabst seinen ersten Tonfilm "Westfront 1918". Mit den folgenden Filmen "Die 3-Groschen-Oper" und dem die Völkerverständigung propagierenden "Kameradschaft" verortete Pabst sein Werk politisch noch fester im linken Spektrum. Die NS-Zeit überlebte Pabst in Frankreich und in Hollywood, dann kehrte er nach Deutschland zurück.

Montag, 04.09 / 01.30 Uhr / Durch die Nacht mit ...Henry Hübchen und Gerd Harry Lybke
Magazin, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Cordula Kablitz-Post
Online verfügbar von 04/09 bis 11/09

Der Galerist Gerd Harry Lybke trifft in seiner Heimatstadt Leipzig auf Deutschlands Ausnahmeschauspieler Henry Hübchen. Die beiden Männer sind sofort auf einer Wellenlänge. Mit viel Herzblut werden die großen Themen der Kunst diskutiert: Es geht um die Leipziger Schule und Maler wie Neo Rauch, dessen Werke auf dem internationalen Kunstmarkt horrende Preise erzielen. Es geht um Bilder, die bleiben, und um die Vergänglichkeit des Schauspiels. Die beiden Männer schenken sich nichts, sind entwaffnend ehrlich und legen damit ganz nebenbei den Grundstein für eine echte Männerfreundschaft.

Mit gespielter Enttäuschung begrüßt Hübchen seinen Partner für den Abend: „Was? Ein Mann? Ick denke, ick treffe ‚ne Frau!“. Lybke nimmt es gelassen und steigt gemeinsam mit Hübchen in einen Sportwagen. Auf einer Teststrecke geht der Fahrer des Wagens an die Grenzen der Materialbelastbarkeit: Hübchen und Lybke wird schlecht. Zur Beruhigung muss erstmal eine Cola getrunken werden. Die gemeinsame Grenzerfahrung schweißt zusammen. Mit einer Extraportion Adrenalin im Blut geht es anschließend in die legendäre Baumwollspinnerei, das Zentrum der Leipziger Kreativ-Szene. Lybke hat hier seine Galerie und zeigt die Werke einiger Künstler, die er in alle Welt verkauft. Er versteht sich in erster Linie als Geschäftsmann. In einem Elektroauto erkunden die beiden die unterirdischen Gänge der ehemaligen Fabrikanlage. Im ältesten noch betriebenen Kino Europas, dem UT Connewitz von 1912, legen die beiden dann die 35mm-Kopie eines alten DEFA-Klassikers mit Henry Hübchen ein. Sich selbst so jung zu sehen, ist für Hübchen leicht befremdlich. Nach dem gemeinsamen Abendessen spazieren die beiden in die weltberühmte Thomaskirche. Auf der Bachorgel bekommen sie ein kurzes Privatkonzert zu hören. Nach einem nächtlichen Rundgang durch das Museum der bildenden Künste ziehen die beiden in der gemütlichen Kino-Bar „Prager Frühling“ das Fazit des Abends: Hübchen ist neidisch auf die bildenden Künstler und deren bleibendes Werk. Am liebsten würde er eine VHS-Kassette mit einer Theateraufzeichnung im Museum an die Wand nageln. „Das ist leider keine Kunst“, stellt Lybke ganz nüchtern fest.

Freitag, 08.09. / 05.00 Uhr / The Specials - Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2014, ARTE F        71 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 08/09 bis 16/09

Die Ska-Band „The Specials“ gehört zu den Ikonen der britischen Protestkultur. Seit ihrer Neuformierung im Jahr 2008 tritt die Band wieder öffentlich auf. Anlässlich ihres einzigen Frankreich-Konzerts im Pariser Bataclan blicken die Bandmitglieder auf ihre 30-jährige Karriere zurück.

Mit ihrem politischen Engagement und ihrem eigenwilligen Kleidungsstil gehörten The Specials zu den legendären Bands, die die britische Musik und Kultur in den 70er und 80er Jahren entscheidend mitprägten. Neben Madness waren sie es, die dem Ska zum Durchbruch verhalfen. Als Kulttitel der in wechselnder Besetzung rund um Keyboarder Jerry Dammers auftretenden Band gingen „Too Much Too Young“, „Ghost Town“, „Why“, „Gangsters“ in die Musikgeschichte ein. Ihr größter Hit, die Coverversion von „A Message to You, Rudy“, wird auf den spektakulären Specials-Konzerten von ganzen Fangenerationen mitgesungen. Unnachahmlich auch ihr „Rude-Boy-Look“ und ihr politischer Aufruf zur Toleranz. Mit „Free Nelson Mandela“ machten The Specials den schwarzen Freiheitskämpfer, der im rassistischen Apartheidsystem zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, über die südafrikanischen Grenzen hinaus bei einem breiten Publikum bekannt. 1984 trennten sich die Bandmitglieder, traten aber seit 2008 bei gemeinsamen Konzerten gelegentlich wieder auf, allerdings ohne Drummer. Unvergesslich ist ihre Show während der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2012 in London. Am 30. November 2014 gab die Band im ausverkauften Bataclan ihr bisher einziges Frankreich-Konzert. In der Dokumentation blicken die Bandmitglieder und ihre Weggefährten auf die 30-jährige Karriere der Specials zurück und erläutern die Hintergründe ihrer engagierten Songs, die im krisengeschüttelten Europa aktueller denn je klingen.

Zusatzinfo:
Das Konzert ist auch auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv

Freitag, 08.09. / 22.40 Uhr / Tracks Special Retro-Future: 20 Jahre Tracks
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 08/09 bis 07/12
Erstausstrahlung

„Tracks“ wird 20 Jahre alt – wir finden, wir haben uns extrem gut gehalten. Um das zu feiern, werfen wir uns extra in unsere schicke 1997er-Klamotte und philosophieren mit Medienkünstlerin Shu Lea Cheang, Scifi-Autor Cory Doctorow und Roboter-Psychiaterin Joanne Pransky über die Popkultur von morgen, die ganz bestimmt das x-te Nineties-Revival abfeiert.

Hört, hört! „Tracks“ wird 20 Jahre alt – wir finden, wir haben uns extrem gut gehalten. Um das zu feiern, werfen wir uns extra in unsere schicke 1997er-Klamotte. Inhaltlich geht es, wie immer, nach vorn. Mit visionären Künstlern von heute philosophieren wir über die Popkultur von morgen, die ganz bestimmt das x-te Nineties-Revival abfeiert. Mit dabei zum Beispiel die taiwanesische Medienkünstlerin Shu Lea Cheang, die in ihrem Scifi-Paraporn-Kunstfilm „Fluidø“ eine zukünftige Gesellschaft entwirft, die durch die Macht der Körperflüssigkeiten bestimmt wird. US-Scifi-Autor Cory Doctorow schreibt Techno-Thriller, in denen die Grenzen zwischen Gegenwart, Zukunft, Utopie und Dystopie verschwimmen. Und dann wäre da noch Joanne Pransky, die erste und einzige Roboter-Psychiaterin der Welt! Ja, diese Zukunft wird keine einfache sein, auch nicht für Roboter. Die Leitfrage der Sendung: Wie könnte „Tracks“ im Jahr 2037 aussehen? Grell. Nerdy. Spannend. Und verwirrend detailverliebt. Also „Tracks“ im besten Sinne! Natürlich. Und bestimmt lachen wir uns in 20 Jahren über unsere Zukunftsvision von heute schlapp. Future-Retro-Future also. Noch Fragen?!

Freitag, 08.09. / 23.25 Uhr / Deichbrand Festival
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Erstausstrahlung

Das Deichbrand ist ein seit 2005 jährlich stattfindendes Rock-, Pop- und Indie-Festival bei Cuxhaven an der Nordsee. 2016 stellten rund 50.000 Besucher einen neuen Besucherrekord auf und bewiesen, dass dieses Festival zu den Top Ten der europäischen Festivallandschaft zählt. ARTE zeigt am 8. September exklusiv das Highlight-Konzert eines Headliners.

Zum zwölften Mal pilgern Musikliebhaber aus aller Welt ins beschauliche Cuxhaven: Ab dem 20. Juli heißt es wieder Deichbrand an der Nordsee. Seit 2005 wird das Rock-, Pop- und Indie-Festival veranstaltet und zählt mittlerweile zu den Top Ten der größten europäischen Festivals. Das spricht sich herum – im vergangenen Jahr stellten 50.000 Musikliebhaber einen neuen Besucherrekord auf. Auf vier Bühnen unter freiem Himmel erleben Fans und Musikliebhaber an vier Tagen rund 100 Bands, Live-Acts und DJs. Musiker aus den Bereichen Metal, Emo und Rock sind dabei ebenso vertreten wie die Hip-Hop- und Electro-Szene. Da ist für jeden etwas dabei: Unter den diesjährigen Headlinern befinden sich Placebo, Billy Talent, Biffy Clyro, Broilers, Kraftklub, Marteria, Parov Stelar, Cro, AnnenMayKantereit, Wanda, In Extremo, Apocalyptica, Genetikk, DONOTS, New Model Army und viele andere. Außerdem werden diverse Shows und ein dreitägiger Poetry Slam als Parallelprogramm angeboten. ARTE zeigt am 8. September exklusiv das Highlight-Konzert eines Headliners und verspricht ein Festivalerlebnis auf höchstem Niveau.

Freitag, 08.09. / 00.30 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 08/09 bis 08/10
Erstausstrahlung

(1): Story: Gabin und Renoir
(2): Garderobe: Die irische Schiebermütze
(3): Starsystem: Der Jean-Gabin-Preis
(4): Story: Gabin und Verneuil
(5): Skandal: Hafen im Nebel
(6): Ikone: Wenn es Nacht wird in Paris
(7): Rare Perle: Interview Gabin / Audiard

(1): Story: Gabin und Renoir
Die beiden Filmgrößen Jean Gabin und Jean Renoir schufen zusammen vier Meisterwerke: „Nachtasyl“, „Die große Illusion“, „Bestie Mensch“ und „French Can Can“. Die Journalistin Murielle Joudet, der Historiker François Aymé und der Dokumentarist Alexandre Moix kommentieren das kreative Schaffen im Umkreis dieser beiden Legenden des französischen Films.

(2): Garderobe: Die irische Schiebermütze
Jean Gabin war zwar kein Leinwand-Apoll, aber er hatte das gewisse Etwas. Dazu gehörte die kleine flache Mütze, die er sein Leben lang trug. Diesem Markenzeichen verdankt er in Frankreich seinen Spitznamen „König der Schiebermütze“.

(3): Starsystem: Der Jean-Gabin-Preis
Der von 1981 bis 2006 verliehene Jean-Gabin-Preis - seither Patrick-Dewaere-Preis - ist der bedeutendste Preis für Nachwuchsdarsteller in der französischen Filmindustrie, und alle Preisträger blieben nach der Auszeichnung tatsächlich lange im Geschäft. Daher seine große Bedeutung für jeden französischen Nachwuchsstar. Wollen Sie berühmt werden oder berühmt bleiben? Entdecken Sie die „Jean-Gabin-Preis-Methode“!

(4): Story: Gabin und Verneuil
Jean Gabin symbolisiert wie kaum ein anderer die Kraft des französischen Kinos der 60er Jahre. Häufig arbeitete er mit dem Drehbuchautor Michel Audiard und dem Regisseur Henri Verneuil zusammen. Wie gut das Trio Gabin, Verneuil und Audiard funktionierte, beschreiben der Filmhistoriker Laurent Chollet und der Gabin-Spezialist Marc Laumonier.

(5): Skandal: Hafen im Nebel
Jean Gabin spielte in dem Film „Hafen im Nebel“ einen Deserteur der französischen Kolonialarmee, der sich im Hafen von Le Havre einschiffen will, um den Kontinent zu verlassen. Doch aufgrund der angespannten Lage im Europa des Jahres 1938 musste das Drehbuch die Zensur der Armee passieren. Das Wort „Deserteur“ durfte im Film nicht ausgesprochen werden. Nach seinem Kinostart löste „Hafen im Nebel“ trotzdem einen Skandal aus.

(6): Ikone: Wenn es Nacht wird in Paris
Im Jahr 1954 verpflichtete Jacques Becker Jean Gabin für seinen Film „Wenn es Nacht wird in Paris“. Gabin spielte die Figur mit dem Spitznamen „Max, der Lügner“, einen in die Jahre gekommenen, aber immer noch erstklassigen Ganoven, der einen letzten Coup landen muss, um seinen besten Freund zu retten. Mit diesem Film konnte Gabin nach einigen Misserfolgen in der Nachkriegszeit an seine Vorkriegskarriere anknüpfen.

(7): Rare Perle: Interview Gabin / Audiard
Jean Gabin und Michel Audiard begegneten sich 1955. Gabin nannte Audiard den „Jungen“, Audiard betitelte Gabin als den „Alten“ und schrieb ihm eine Rolle in „Straßensperre“ („Gas-Oil“) auf den Leib. Insgesamt 17 gemeinsame Filme und eine mehr als 15-jährige Freundschaft.

Samstag, 09.09. / 05.00 Uhr / Das Universum der Künstlerin Kiki Smith
Dokumentation, Deutschland, 2013, RB        26 Min.
Regie: Claudia Müller
Online verfügbar von 09/09 bis 16/09

Die US-amerikanische Künstlerin und Feministin Kiki Smith zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ausgehend vom menschlichen Körper, der in ihren frühen Arbeiten Anfang der 1980er Jahren im Zentrum stand, hat sich das Spektrum ihrer Aufmerksamkeit ständig erweitert. Die Grenzen von Mensch, Natur und Tierwelt sind in ihren Werken oft fließend. Im Zentrum des Films stehen der kreative Akt und die Entwicklung ihrer Arbeiten, die sich ihren Weg aus der Vorstellung in die Realität bahnen. Der Zuschauer erhält einen Einblick in den intimen Prozess der schöpferischen Gestaltung ihrer Arbeiten von der Idee bis zur Vollendung eines Kunstwerkes. Kiki Smith ist von einer Leidenschaft gerieben, Dinge herzustellen. Für viele Künstlerinnen und Künstler ist sie ein Vorbild, weil sie sich nicht von Genres einengen lässt und allein auf ihre untrügliche Intuition verlässt.

Zusatzinfo: Kiki Smith wurde 1954 in Nürnberg geboren. Künstlerische Intuition wurde ihr bereits in die Wiege gelegt. Ihr Vater Tony Smith war einer der bekanntesten amerikanischen Bildhauer und ihre Mutter eine Schauspielerin und Opernsängerin. Für diesen Film ließ Kiki Smith sich in unterschiedlichen Werkstätten und beim Aufbau einer Ausstellung in Avignon über die Schulter schauen. Als künstlerische Nomadin hat sie kein eigenes Atelier. In einer Bronzegießerei in der Toskana entstehen neue Skulpturen, in einer Glaswerkstatt in München ein großes Gemälde auf Glas. Die unterschiedlichen handwerklichen Fähigkeiten erobert sich Kiki Smith immer wieder neu. Der Film zeigt, dass sich eine künstlerische Bildsprache oder Handschrift nicht unbedingt an Genres festmacht. Die Arbeiten von Kiki Smith leben von einer emotionalen Kraft, die sie unverwechselbar und einzigartig machen. Sie begleitet ihre Arbeiten so lange, bis sie ein Eigenleben führen und entlässt sie dann in die Welt.

Samstag, 09.09. / 05.25 Uhr / Mission Incognito: Ulrich Matthes
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        26 Min.
Regie: Adama Ulrich
Online verfügbar von 09/09 bis 08/12

Für die Künstler heißt es in "Mission Incognito": raus aus der Komfortzone, rein ins wahre Leben! Die Dokumentationsreihe bringt die Kunst und die Künstler weg von der Bühne und direkt zu den Menschen im öffentlichen Raum. Ulrich Matthes ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. ARTE schickt ihn auf eine besondere Mission: Zusammen mit Grundschülern soll der Star einen Schauspiel-Flashmob organisieren.

Er ist ein Schauspielstar, der nicht nur auf der Bühne des Deutschen Theaters Berlin große Erfolge feiert, sondern auch in zahlreichen Spielfilmproduktionen glänzt: Ulrich Matthes. Doch jetzt steht er vor einer ganz neuen Herausforderung. ARTE schickt ihn in eine Grundschulklasse nach Berlin-Neukölln. Dort soll er die Kinder für einen Schauspiel-Flashmob in einem Einkaufszentrum gewinnen. Ziel der Aktion ist es, gemeinsam mit den Kids den Shakespeare-Klassiker "Romeo und Julia" aufzuführen. Die Kinder sind zunächst recht skeptisch. Doch Ulrich Matthes leistet hartnäckig Überzeugungsarbeit und sucht zur zusätzlichen Motivation Unterstützung bei Schauspiel- und Akrobatikstudenten. Aber auch diese Hilfe gibt es nicht umsonst. Als Hausmeister verkleidet soll Ulrich Matthes den Schauspielunterricht stören. Die gesamte Aktion geht nicht spurlos an dem Bühnenprofi vorbei. Auch er zeigt durchaus Nerven und Anflüge von Lampenfieber. Gelingt es ihm, über seinen Schatten zu springen? Werden die Schauspielstudenten ihn erkennen? Und kann der große Schauspieler die Neuköllner Grundschüler für einen Schauspiel-Flashmob begeistern? ARTE begleitet Ulrich Matthes auf seiner spannenden und kreativen Mission durch Berlin.

Samstag, 09.09. / 05.55 Uhr / Mission Incognito: Ayo
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        26 Min.
Regie: Lorenz Findeisen
Online verfügbar von 09/09 bis 08/12

Für die Künstler heißt es in "Mission Incognito": raus aus der Komfortzone, rein in das wahre Leben! Die Dokumentationsreihe bringt die Kunst und die Künstler weg von der Bühne direkt zu den Menschen, mitten hinein in den öffentlichen Raum. In Paris organisiert die Soulsängerin Ayo undercover mit einem Amateurchor einen Flashmob in einem Restaurant. Dort soll ein Hit von Ayo zum Besten gegeben werden.

Die Soulsängerin Ayo ist seit vielen Jahren auf den Bühnen Europas zu Hause. Sie ist ein Star sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Jetzt sieht sie sich in Paris mit einer ganz neuen Herausforderung konfrontiert. Sie soll mit einem Amateurchor, in den sie sich inkognito einschleicht, einen Flashmob in einem Pariser Restaurant organisieren. Dabei wird Ayo von der Chorleiterin Marianne unterstützt, die den Neuzugang erst einmal wohlwollend aufnimmt. Doch ist sie nicht etwas fehl am Platz hier? Erst als Ayo zur Gitarre greift, ahnen die Chorsänger, dass sie keine unmusikalische Möchtegernsängerin vor sich haben, sondern dass ihre neue Kollegin ein international bekannter Topstar ist. Die Überraschung ist noch größer, als Ayo von ihrer Aufgabe erzählt. Der Chor ist begeistert und beginnt sofort mit den Proben für den Flashmob. Gesungen werden soll ein Hit von Ayo. Das ist trotz der eingängigen Melodie kein ganz leichtes Unterfangen für die Amateure. Ayo kümmert sich währenddessen um die Inszenierung des Flashmobs. Sie hat sich dazu etwas ganz Besonderes ausgedacht. Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu nehmen. Wird der Flashmob wie geplant stattfinden können? Der Film begleitet Ayo auf ihrer spannenden, kreativen und lustigen Aktion durch die französische Hauptstadt.

Samstag, 09.09. / 23.50 Uhr / Square für Künstler ~ Germinal CCXXV - Carte Blanche für die Schriftstellerin Nell Zink
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        28 Min.
Online verfügbar von 09/09 bis 16/09
Erstausstrahlung

Nell Zink hat zwei Leidenschaften: die Schriftstellerei und die Welt der Vögel. Als junge Frau stieg sie ein in die anarchistische Szene Philadelphias. Dort lernte sie Jamie Graham kennen. Über ihn machte sie nun einen Film für „Square“, das längst überfällige “Jamie Movie”, wie sie es nennt.

Eigentlich schrieb die gebürtige Kalifornierin Nell Zink ihren Debütroman "Der Mauerläufer" nur für ihren Freund, den Schriftsteller Jonathan Franzen. Doch über Nacht wurde ihre Story über Umweltaktivisten, Sex und Vögel in den USA ein Erfolgsroman "made in Germany". Denn Nell Zink zog im Jahr 2000 ins Schwabenland, promovierte 2008 an der Uni Tübingen in Medienwissenschaften und folgte ihren Aktivistenfreunden nach Berlin. Die Hauptstadt war ihr zu teuer, also zog sie sich nach Bad Belzig in Brandenburg zurück – dort schreibt sie auch heute noch. Geprägt hat sie die Begegnung mit Jamie Graham in Philadelphia. Der hochbegabte Student wurde von undercover ermittelnden Polizisten zur Beschaffung von LSD gedrängt und danach zu 13 Monaten Haft verurteilt. Im Gefängnis radikalisierte er sich, wurde zum Anarchisten. Heute setzt er sich für die Legalisierung von Marihuana ein. Jamie Graham, ein sympathischer Mann voller Energie, ein frisch verheirateter Ehemann, ein unermüdlicher Kämpfer für Freiheit, Gerechtigkeit und Respekt im Land von Donald Trump – ihm widmet Nell Zink ihren ersten Film: "Germinal CCXXV".

Sonntag, 10.09. / 16.00 Uhr / Metropolis ~ Malmö
Magazin, Deutschland, 2017, SWR        43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Malmö – Stadt der Migranten
(2): Kunst: "Art Space" Samos
(3): Atelier: Brigitte Zieger

(1): Metropolenreport: Malmö – Stadt der Migranten Malmö, idyllisch am Öresund gelegen, ist voller Kontraste. Die 300.000-Einwohner-Metropole, drittgrößte Stadt Schwedens, hat die höchsten Einwanderungszahlen. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Stolz vermerkt die Stadt in einer Imagebroschüre: "Wir haben Bewohner aus 165 Nationen". Malmös Oberbürgermeister ist fest entschlossen, die Migranten zu integrieren. "Lasst uns eine Rebellion starten", sagte Andreas Schönström. Wie wirkt sich diese "Rebellion" in der Kulturszene aus? „Metropolis“ auf Entdeckungsreise durch das multikulturelle Malmö.

(2): Kunst: "Art Space" Samos Das griechische Samos macht vor allem als Flüchtlingsinsel immer wieder von sich reden. Dass sich dort ein beeindruckender Ort für zeitgenössische Kunst befindet, ist weniger bekannt. Der Art Space Pythagorion versteht sich aber nicht nur als internationales Ausstellungszentrum, sondern auch als symbolischer Ort an der Grenze zwischen Orient und Okzident. „Metropolis“ besucht die aktuelle Ausstellung "Summer of Love".

(3): Atelier: Brigitte Zieger "Ich sehe die Rolle des Künstlers durchaus als Störenfried, um Konventionen aufzubrechen", sagt Brigitte Zieger. Mit ihrer Mixed-Media-Kunst kämpft sie für Unterdrückte und Minoritäten, für die Rechte von Frauen ebenso wie für Indianer oder Punks. Der künstlerische Kosmos der gebürtigen Deutschen, die schon lange in Paris lebt, ist facettenreich und voller Überraschungen – ein Atelierbesuch.

Sonntag, 10.09. / 17.30 Uhr / Die Eremitage ~ Ein Palast für die Kunst
Dokumentation, Großbritannien, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Margy Kinmonth
Online verfügbar von 10/09 bis 18/09

Die Eremitage in Sankt Petersburg ist eines der größten Museen der Welt. In 2.000 Ausstellungsräumen beherbergt sie mehr als drei Millionen Kunstschätze und beschäftigt mehr Restauratoren als jede andere Kultureinrichtung. Anlässlich seines 250. Geburtstags erklärte sich das Museum im Jahr 2014 dazu bereit, seine Pforten für Kamerateams zu öffnen – ein bedeutendes Ereignis für Kunst- und Architekturliebhaber und für jeden, der sich für russische Geschichte und Kultur interessiert. Die Dokumentation entführt auf eine spannende Reise und erzählt die bewegte Geschichte des früheren Zarenpalastes.

Das staatliche Eremitage-Museum von Sankt Petersburg beherbergt unzählige Kunstschätze von Weltruhm. Die Geschichte der einzigartigen Kunstsammlung, die 1764 von Katharina der Großen gegründet wurde, ist ein Mikrokosmos der russischen Geschichte. Dramatische Ereignisse sah das Museum im Winterpalast, Krieg und Revolution nahmen dort ihren Lauf. Doch die Kunst hat überlebt, um von alldem berichten zu können. Hinter den Kulissen sind heute statt der Zaren die Kuratoren des Museums tätig. Erstmalig erhielt ein Kamerateam im Jahr 2014 Zutritt zu Sonderausstellungen und Orten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Das Museum beherbergt die wertvollsten, ältesten, seltensten und bestgehüteten Kunstwerke Russlands: Gegenstände, die für viel Geld erworben oder auf andere Art beschafft wurden. Objekte, die vor den Unruhen während der Revolution in Sicherheit gebracht werden mussten. Werke, die für immer verloren geglaubt waren und Jahre später wieder auftauchten. Wohl kaum ein anderes Museum ist so eng mit seinen Kunstwerken und seiner Geschichte verbunden. Der Bestand der Eremitage ist von beinahe unfassbarer Vielfalt: Angefangen bei prähistorischen Objekten und zahlreichen russischen Kunstschätzen über die persönliche Edelsteinsammlung von Katharina der Großen bis hin zu Meisterwerken von Michelangelo, Rembrandt oder Matisse. Die Dokumentation eröffnet einen umfassenden Einblick in eine namhafte Institution mit großer kunstgeschichtlicher Bedeutung und beleuchtet dabei auch die faszinierenden Geschichten der Menschen, die diese bedeutende Kultureinrichtung geprägt haben. Für die Russen ist die Eremitage sehr viel mehr als ein Museum. Sie ist Teil der russischen Seele, der russischen Nation.

Sonntag, 10.09. / ab 18.20 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Von Maria Callas bis Ella Fitzgerald
Schwerpunkt, ARTE43 Min.

Große Stimmen der Vergangenheit und Gegenwart stehen auf dem Spielplan von ARTE im September. Den Reigen eröffnet ein Superstar der Oper: Luciano Pavarotti. Dann folgen zwei der gegenwärtig ganz großen Diven: Waltraud Meier und Joyce DiDonato. Als Jazzgrößen sind Ella Fitzgerald und Billie Holiday zu erleben. Darüber hinaus gibt es auf ARTE einen Gala-Abend aus der Pariser Opéra Bastille und Robert Schumanns „Das Paradies und die Peri“ sowie eine ganze Reihe von Opern im Internet, von „Carmen“, „Pinocchio“ und „The Rake’s Progress“ von den Opernfestspielen in Aix-en-Provence, „Tosca“ aus der norwegischen Staatsoper Oslo, „Schneeflöckchen“ aus der Pariser Opéra comique und „Foxie! Das schlaue Füchslein“ aus Brüssel.

1964 stand Maria Callas auf der Bühne des Londoner Opernhauses in Covent Garden. Es war einer der letzten Auftritte der größten Operndiva aller Zeiten. Sie sang eine ihrer Paraderollen, Floria Tosca, die eifersüchtige Heldin aus Puccinis Opernkrimi aus der Zeit der Napoleonkriege. Große Stimmen der Vergangenheit und der Gegenwart stehen auf dem Spielplan von ARTE im September. Den Reigen eröffnet ein Superstar der Opernbühne: Luciano Pavarotti. Er brachte nicht nur die Opernliebhaber auf der ganzen Welt mit seinen hohen Tönen zum Jubeln. Dank einer effizienten PR-Strategie wurde er zur Pop-Ikone. Mit seinen beiden Mitstreitern José Carreras und Plácido Domingo füllte er ganze Fußballstadien. Romain Pieri und René-Jean Bouyer haben diese Strategie erforscht und erzählen Pavarottis Aufstieg zum „Sänger für das Volk“. Pavarotti kommt auch selbst zu Wort, in John Walkers Film „Eine Stimme für die Ewigkeit“. Zu Gast bei ARTE im September sind ebenfalls zwei der ganz großen Diven der heutigen Zeit: Waltraud Meier und Joyce DiDonato. Waltraud Meier ist seit weit über 40 Jahren eine der weltweit gefragtesten Mezzosopranistinnen. Seit ihrem Auftritt als Kundry, der Botin des Grals in Wagners „Parsifal“ im Jahr 1983 bei den Bayreuther Festspielen, gilt sie als die Wagnerinterpretin schlechthin. In diesem Jahr nimmt sie Abschied von den kräftezehrenden Wagnerpartien, und die Regisseurin Annette Schreier begleitet sie dabei mit ihrer Kamera. Die stimmgewaltige amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato hat ihrerseits Krieg und Terror den Kampf angesagt. Ihr Auftritt im Liceu in Barcelona gehört zum Projekt „In War & Peace“. Neben dem klassischen Opernrepertoire haben wir dem Jazz ganz besondere Stimmen zu verdanken, allen voran Ella Fitzgerald und Billie Holiday. Ella Fitzgerald ist in einem legendären Konzert aus dem Jahr 1975 in Montreux zu erleben. Die tragische Geschichte der „Lady Day“ Billie Holiday wird erzählt von Katja Duregger. Darüber hinaus gibt es auf ARTE einen Gala-Abend aus der Pariser Opéra Bastille und Robert Schumanns „Das Paradies und die Peri“ sowie eine ganze Reihe von Opern im Internet, von „Carmen“, „Pinocchio“ und „The Rake’s Progress“ von den Opernfestspielen in Aix-en-Provence, „Tosca“ aus der norwegischen Staatsoper Oslo, „Schneeflöckchen“ aus der Pariser Opéra comique und „Foxie! Das schlaue Füchslein“ aus Brüssel.

Sonntag, 10.09. / 18.20 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Maria Callas: Tosca 1964 ~ Sternstunden der Musik
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Holger Preusse
Mit: Maria Callas
Online verfügbar von 10/09 bis 10/10
Erstausstrahlung

Maria Callas: Diva und Stilikone. Eine der größten Opernsängerinnen aller Zeiten. 1964 scheint ihre Karriere am Ende: Nicht mehr ihr Gesang beherrscht die Schlagzeilen, sondern Skandale um die Affäre mit dem Milliardär Aristoteles Onassis. Doch ein epochaler Auftritt straft alle Kritiker Lügen. Die Dokumentation stellt das Konzert in den Mittelpunkt und kommentiert die Ereignisse mit dem Blick von heute.

Zu Beginn des Jahres 1964 erlebt die Musikwelt etwas völlig Unerwartetes. Maria Callas kehrt als Primadonna auf die Opernbühne zurück. Ihre „Tosca“ am Royal Opera House wird zu einer Sensation. Nicht einmal die Beatles haben mehr Presse. Dabei scheint Maria Callas‘ ruhmreiche Karriere längst am Ende, sie selbst zum Mythos geworden zu sein. Nicht mehr ihre Stimme, sondern Skandale beherrschen die Schlagzeilen. Enttäuscht von ihrer Liebe zu dem Multimilliardär und Playboy Aristoteles Onassis will Maria Callas noch einmal allen zeigen, dass sie den Titel „Primadonna assoluta“ zurecht trägt. Unter der Bedingung, dass Starregisseur Franco Zeffirelli die Regie übernimmt, erklärt sich die Ausnahmesängerin dazu bereit, die Rolle der Floria Tosca zu singen. Ihre Fans stellen sich vier, fünf Tage am Londoner Opernhaus in Covent Garden an, verbringen die kalten Winternächte in Schlafsäcken und auf Klappstühlen, um eine der begehrten Karten zu bekommen. Die BBC hat den zweiten Akt der Oper für das Fernsehen aufgezeichnet. Es ist einer der dramatischsten Akte der Operngeschichte: Um den Maler Cavaradossi aus den Händen der Folterer zu befreien, wird Floria Tosca schließlich den Polizeichef Scarpia ermorden. Die Filmaufnahmen gehören zu den ganz seltenen Möglichkeiten, Maria Callas in einer Opernaufführung zu sehen und ihre hoch emotionale Darstellungskunst und ihre stimmlichen Fähigkeiten zu erleben. Für Fans der Callas: Der vollständige zweite Akt von „Tosca“ in der digital restaurierten Fassung ist am selben Abend ab 00.40 Uhr im Fernsehen auf ARTE zu sehen und ab diesem Zeitpunkt auch im Internet auf ARTE Concert unter concert.arte.tv abrufbar.

Sonntag, 10.09. / 22.15 Uhr / Du sollst nicht langweilen: Billy Wilder
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, ZDF        90 Min.
Regie: André Schäfer, Jascha Hannover
Online verfügbar von 10/09 bis 10/10
Erstausstrahlung

Er war zweifellos einer der größten Regisseure und Drehbuchschreiber Hollywoods: Geboren als Samuel Wilder in Galizien, floh Billy Wilder als junger Reporter aus Berlin vor den Nazis und emigrierte in die USA. Durch Originalaufnahmen mit Wilder, Gespräche mit Kollegen sowie Archivbildern und neu gedrehtes Material dokumentiert das Porträt gleichzeitig ein Jahrhundert bewegter Zeitgeschichte.

Geboren als Samuel Wilder in Galizien, floh Billy Wilder als junger Reporter aus Berlin vor den Nazis. Über Paris ging es nach New York und schließlich schaffte er es bis nach Los Angeles. Billy Wilder hat an vielen Orten gelebt; wirklich angekommen ist er schließlich in Hollywood. Das Porträt zeigt den Menschen hinter dem großen Namen, bietet einen Blick in den Maschinenpark der Traumfabrik, in ihr Getriebe und ihre Wirkmechanismen. Es bietet einen Einblick in das Leben und die Denkweise eines filmischen Genies. Der Film lässt Wilder in zahllosen Originalaufnahmen selbst zu Wort kommen. Weggefährten und Zeitgenossen erinnern sich an ihn in exklusiven, neu gedrehten Interviews. Unter anderem äußern sich der Regisseur Volker Schlöndorff, der Schauspieler Mario Adorf, die Schauspielerin Marthe Keller und Paul Diamond, der Sohn des wichtigsten Mitarbeiters von Billy Wilder, des Drehbuchautors I. A. L. Diamond. Mit Trailern und Filmausschnitten seiner großen Werke dokumentiert und analysiert der Film Wilders Schaffen. Sein ungeheures Standing in der Branche beweisen Gespräche. Wilders Zitate, manchmal voller Sarkasmus, manchmal voller liebenswertem Humor, werfen Schlaglichter auf sein Leben. Das filmische Porträt zeigt die Schauplätze dieser Erinnerungen und beweist, dass Billy Wilder einer der größten Drehbuchautoren und Regisseure Hollywoods war. Es porträtiert ein Jahrhundert bewegter Zeitgeschichte und einen Menschen, der vor allem eins war: nicht langweilig.

Sonntag, 10.09. / 23.50 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Wagner-Legende Waltraud Meier ~ "Adieu Kundry, Adieu Isolde"
Dokumentation, Deutschland, 2017, RBB        52 Min.
Regie: Annette Schreier
Erstausstrahlung

Waltraud Meier gilt als eine der bedeutendsten Wagner-Interpretinnen. Doch nun lässt sie die beiden Partien hinter sich, mit denen sie Operngeschichte geschrieben hat: Kundry und Isolde. Offen schildert die Sängerin in der Dokumentation, was es für sie bedeutet, ihre Glanzfiguren Stück um Stück loszulassen. Mit dem Rollenabschied endet ein wichtiger Abschnitt im Leben einer großen Künstlerin, die selbst aber sagt: „Für jeden Verlust gibt es einen neuen Gewinn.“

Waltraud Meier gilt als eine der bedeutendsten Wagner-Interpretinnen. Als Kundry bei den Bayreuther Festspielen begann 1983 die Weltkarriere der damals 27-jährigen Mezzosopranistin. Heute wird sie zudem als berühmteste Isolde-Interpretin unserer Zeit gefeiert. Doch nun hat sich Waltraud Meier dazu entschlossen, ihre beiden Glanzrollen hinter sich zu lassen. Mehr als 30 Jahre lang hat sie die anspruchsvolle Rolle der Kundry interpretiert; über 20 Jahre hinweg verkörperte sie Isolde, eine der schwierigsten Sopranpartien überhaupt. Neben ihrem Gesang und unverwechselbaren Timbre ist es auch die Intensität ihrer Darstellung, die Waltraud Meier zu einer Ausnahmekünstlerin werden ließ. Sie überzeugte und begeisterte als Marie in Alban Bergs Oper „Wozzeck“ ebenso wie im italienischen und französischen Repertoire als Santuzza, Amneris, Eboli oder Dido. Doch es sind vor allem die großen Wagner-Rollen, für die sie weltweit gekannt und verehrt wird – ob als Ortrud, Venus, Sieglinde, Waltraute oder eben, allen voran, als Kundry und Isolde. Die Dokumentation „Wagner-Legende Waltraud Meier - Adieu Kundry, Adieu Isolde“ folgt Waltraud Meier rund um ihre letzten Aufführungen von „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“. Offen schildert die Sängerin, was es für sie bedeutet, Stück um Stück diese beiden Figuren loszulassen. Mit dem Abschied von ihren Paraderollen endet ein entscheidender Abschnitt im Leben einer großen Künstlerin, die selbst aber sagt: „Für jeden Verlust gibt es einen neuen Gewinn.“

Sonntag, 10.09. / 00.40 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Maria Callas singt Tosca, Akt 2
Aufzeichnung im Royal Opera House, Covent Garden 1964
Musik, Deutschland, 1964, ZDF        50 Min.
Regie: Franco Zeffirelli
Mit: Maria Callas
Online verfügbar von 10/09 bis 10/10
Erstausstrahlung

Ein Highlight für Fans der Opern-Ikone Maria Callas: ihr Auftritt als Tosca im Royal Opera House in Covent Garden im Februar 1964 unter der Regie von Franco Zeffirelli. Aufgezeichnet wurde einzig der zweite Akt, eine Sternstunde der Operngeschichte. ARTE strahlt die digital restaurierte Fassung in ganzer Länge aus – dies in Ergänzung zur Konzert-Doku vom selben Abend, 18.15 Uhr.

Dienstag, 13.09. / 05.00 Uhr / Introducing: Temples in Concert
Musik, Deutschland, 2014, RBB        60 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: The Majority Says, Temples
Online verfügbar von 12/09 bis 19/09

Temples aus England sind eine der vielversprechendsten Neuentdeckungen, die in den letzten Jahren den Sprung aufs europäische Festland geschafft haben. Für die Reihe „Introducing“ spielen sie im Bi Nuu, einem kleinen Club im Szenebezirk Berlin-Kreuzberg.

Die Temples sind eine der vielversprechendsten Neuentdeckungen, die in den letzten Jahren den Sprung von Großbritannien aufs europäische Festland geschafft haben. 2012 gründeten James Bagshaw und Thomas Warmsley die Band, die in England längst nicht mehr als Geheimtipp gilt. Nach zwei erfolgreichen Singles veröffentlichten sie im Februar 2014 ihr Debütalbum „Sun Structures“ und haben sich damit auch in Deutschland und Frankreich einen Namen gemacht. Für die Reihe „Introducing“ spielen sie im Bi Nuu, einem kleinen Club in Berlin-Kreuzberg. Mit The Majority Says stellt diese Ausgabe von „Introducing“ noch eine weitere europäische Newcomer-Band vor. Die fünf Schweden um Sängerin Hanna Antonsson sind oft im Fernsehen zu hören, ihren eingängigen Elektropop kennt man aus internationalen Werbespots oder amerikanischen Fernsehserien. Bei dem Berliner Club-Konzert kann man die Band nun auch live und in Farbe betrachten.

Mittwoch, 13.09. / 21.50 Uhr / Das Rätsel Francis Bacon
Dokumentation, Großbritannien, 2016, ZDF        52 Min.
Regie: Richard Curson Smith
Online verfügbar von 13/09 bis 12/12
Erstausstrahlung

Francis Bacon war der lauteste, wildeste, betrunkenste, masochistischste und gleichzeitig gefragteste und teuerste britische Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine wichtigsten Liebesbeziehungen, die eine von Sadismus geprägt, die andere mit einem gewaltbereiten Kriminellen, beeinflussten seine künstlerische Entwicklung nachhaltig. Und doch bestritt Francis Bacon immer den Bezug seiner alptraumhaften Bildvisionen zu seinem Leben. In dieser Dokumentation erzählen Experten und Freunde, einige von ihnen zum ersten Mal, von ihrem Leben mit dem Maler. Ein Film über große Kunst und über ein faszinierendes Leben im 20. Jahrhundert.

Francis Bacon war der lauteste, wildeste, betrunkenste, masochistischste und gleichzeitig gefragteste und teuerste britische Künstler des 20. Jahrhunderts. Die mysteriösen Todesumstände seiner beiden Liebhaber jeweils am Vorabend bedeutender Ausstellungen von Bacon trugen ebenfalls zu dem öffentlichen Bild des exzessiven Malers, des selbst ernannten „Roaring Boy“, des „Lord of Misrule“ bei. Als Autodidakt stürmte er an die Spitze der Kunstcharts und gab das viele Geld bereitwillig in Kasinos, Pubs und für Freunde aus. Hinter diesem Image verbarg Bacon eine Welt von persönlichem Schmerz und Verlust, die nun zunehmend auch den Blick auf sein Werk verändert. Auf der einen Seite spektakulär unvorsichtig, was manche Aspekte seines Lebens in der Öffentlichkeit betraf, wollte Bacon andererseits möglichst viele Informationen über sich sowie die Interpretation seiner Werke kontrollieren. Er versteckte sich in aller Öffentlichkeit, indem er unablässig Statements in die Öffentlichkeit warf, die Empörung auslösten – über die Kunst und das Leben, über Liebe und Tod. Als der Bacon-Kult einsetzte, war der Maler Gottheit und erster Priester in einer Person. Das Ziel: unter allen Umständen ein Rätsel zu bleiben. Für Bacon die Bedingung für die Entstehung großer Kunst. Seine wichtigsten Liebesbeziehungen, die eine von Sadismus geprägt, die andere mit einem gewaltbereiten Kriminellen, beeinflussten seine künstlerische Entwicklung nachhaltig. Am Ende erbt ein Kneipenwirt, der nie lesen und schreiben gelernt hatte, den größten Kunst-Estate in Großbritannien. Und doch bestritt Francis Bacon immer den Bezug seiner alptraumhaften Bildvisionen zu seinem Leben. In diesem Film erzählen Experten und Freunde, einige von ihnen zum ersten Mal, von ihrem Leben mit dem Maler. Ein Film über große Kunst und über ein faszinierendes Leben im 20. Jahrhundert.

Freitag, 15.09. / 22.35 Uhr / Schwerpunkt: 20 Jahre "Tracks" ~ Satanic Temple / Bill Watterson / Jiro Ishikawa / Hunter Thompson / Kokoko! /  Wednesday Campanella
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Julie Terrasson, Valérie Paille, Anne-Cécile Genre, Greg Gargiulo, Renaud Barret
Online verfügbar von 15/09 bis 14/11
Erstausstrahlung

Voll neben der Spur, auf Englisch „off track“ – das ist oft das Markenzeichen der Musikpioniere, die ARTE im Magazin vorstellt. Auf dem Programm der Jubiläumssendung steht unter anderem: The Satanic Temple und ein Besuch in der Hexen-Hochburg Salem bei den Jüngern Baphomets, Bill Watterson und ein Labyrinth aus Pappkartons als Schutz vor der Welt sowie Wednesday Campanella, die japanische Kult-Band, die für ihre verrückten Bühnenshows bekannt ist, bei denen sie schon mal einen Hirsch zerlegen.

(1): The Satanic Temple
„Tracks“ war in Salem, Massachusetts, um The Satanic Temple zu treffen. Die Vertreter einer neuen Religion mit 10.000 Anhängern lassen seit 2013 den Satanismus wieder aufleben. Dabei erheben sie Luzifer zum Prediger des sozialen Ungehorsams: In einem Amerika, das zunehmend die Orientierung verliert und im Namen der Religion die Freiheiten der Bürger beschneidet, kämpft die Organisation für Meinungsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat.

(2): Bill Watterson
Die Kulissen und Spezialeffekte des Films „Dave Made a Maze“ von Bill Watterson sind vollständig aus Pappe. Der Comiczeichner verwandelte Tausende Verpackungen, die eigentlich auf dem Müll landen sollten, in ein Labyrinth aus Fallgruben und Origami-Monstern. Der Film wurde bereits auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet.

(3): Jiro Ishikawa
Er denkt nur an das Eine! Jiro Ishakawa liebt Sex an allen Orten und unter allen Umständen. Als er mit 14 Jahren die Mangas von Takashi Nemoto entdeckte, beschloss er, nach Tokio zu ziehen und auch Manga-Künstler zu werden. Seither verbringt er die meiste Zeit seines Lebens mit dem Zeichnen des männlichen Glieds. In „Chinkoman“ – was auf Deutsch so etwas wie „Pimmelmann“ bedeutet – schildert Jiro Ishikawa die Abenteuer eines Helden, der mit seinem Geschlechtsteil gegen das Böse kämpft.

(4): Hunter Thompson
Hunter S. Thompson gehört zu den berühmtesten Vertretern des New Journalism, einer subjektiv und literarisch geprägten journalistischen Stilrichtung, die in den 60er und 70er Jahren in Amerika aufkam. Er schrieb Bücher wie „Hell’s Angels“ und „Fear and Loathing in Las Vegas“, das 26 Jahre nach seinem Erscheinen von Terry Gilliam verfilmt wurde. In „Stories I Tell Myself: Growing Up with Hunter S. Thompson” erzählt Juan F. Thompson die wahre Geschichte seines Vaters, der 2005 verstarb.

(5): KOKOKO!
Die Künstler von KOKOKO! basteln ihre Instrumente aus Fundstücken, die sie beim Stöbern in den Mülltonnen von Kinshasa auftreiben. Anstelle von Synthesizern und Drum-Computern nutzen sie Konservenbüchsen, Schreibmaschinen und Metallfedern, um die Elektromusik ganz neu zu erfinden. Nachdem sie die kongolesische Hauptstadt mit wilden Block Partys eroberten, testen KOKOKO! ihr Konzept jetzt vor europäischem Publikum.

(6): Wednesday Campanella
Sich als goldene Schildkröte verkleiden und auf der Bühne einen Hirsch zerlegen? Nichts banaler als das für KOM_I, die Sängerin der japanischen Band Wednesday Campanella. Das Elektropop-Trio, dessen männliche Mitglieder nie auf der Bühne erscheinen, veröffentlichte seit 2012 über 50 Clips, die 70 Millionen Mal angeklickt wurden. Mit den Videos, zu denen sie sich von Mythen aus aller Welt inspirieren lässt, wurde KOM_I zur Ikone des japanischen Internets.

Freitag, 15.09. / 23.20 Uhr / Sziget Festival 2017 ~ Island of Freedom
Musik, Ungarn, 2017, ZDF        60 Min.
Online verfügbar von 15/09 bis 15/10
Erstausstrahlung

Das Sziget Festival ist eines der größten und bedeutendsten Festivals Europas. Auf über 50 Bühnen finden mehr als tausend Einzelveranstaltungen statt: In der Woche vom 9. bis 16. August 2017 feiert das Festival sein 25. Jubiläum. Highlights in diesem Jubiläumsjahr sind Pink, Jamie Cullum, Wiz Khalifa, Kasabian, George Ezra, Billy Talent, Tom Odell, Bad Religion, Paul van Dyk, Fritz Kalkbrenner und viele mehr. ARTE zeigt das Konzert eines Headliners und die Höhepunkte des Festivals.

Das Sziget Festival ist eines der größten und bedeutendsten Festivals Europas. Auf über 50 Bühnen finden über eine Woche hinweg mehr als tausend Einzelveranstaltungen statt, die über 500.000 Besucher anlocken. Vom 9. bis 16. August 2017 feiert das Festival sein 25. Jubiläum. Der ungarische Name „Sziget“ bedeutet schlichtweg „Insel“, denn das Festival findet seit 1993 auf der Donauinsel Obudai mitten im Zentrum Budapests statt. Doch auch im übertragenen Sinn wird das Festival diesem Namen mehr als gerecht: In Zeiten einer zunehmend rechtsgewandten Politik unter Viktor Orbán wird das Sziget auch als „Insel der Freiheit“ interpretiert, auf welcher eine Woche lang ein Zeichen gesetzt wird für Freiheit, Offenheit und eine multikulturelle Gesellschaft. Neben der Musik spielt auch Kunst eine wichtige Rolle: Unter dem Titel „Art of Freedom“ werden junge Kreative aus aller Welt dazu aufgefordert, die Insel für das Festival in eine magische Welt zu verwandeln. So vereint das Sziget mit seiner Idee viele Festivals in einem. Ähnlich vielfältig sind die auftretenden Künstler. Die Bands reichen von Weltstars und den größten Namen der internationalen Pop-und Rock-Szene bis hin zu kleineren Bands und Musikern aus dem Metal-, Folk-, Jazz-, Blues-, Alternativ- und Weltmusik-Genre. Und sogar Klassikliebhaber können auf dem Sziget Festival fündig werden. Highlights des Jubiläumsjahrs sind Auftritte von Pink, Jamie Cullum, Wiz Khalifa, Kasabian, George Ezra, Billy Talent, Tom Odell, Bad Religion, Paul van Dyk, Fritz Kalkbrenner und vielen mehr. ARTE zeigt das Konzert eines Headliners und die Höhepunkte des Festivals.

Samstag, 16.09. / 02.20 Uhr / Durch die Nacht mit … Gregory Porter und Cassandra Wilson
Magazin, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Fred Schut
Online verfügbar von 16/09 bis 23/09

Wenn Cassandra Wilson, die große Lady des Jazz, mit dem Shootingstar und Grammy-Gewinner Gregory Porter in Harlem und Brooklyn um die Häuser zieht, liegt viel vom Lebensgefühl des Jazz in der Luft. Wilson und Porter nehmen den Zuschauer mit auf eine sehr persönliche und musikalische Reise durch New Yorks legendäre Clubs, begegnen einem genial-verrückten Klavierspieler, treffen Amerikas coolste Brassband und singen so schön, dass ihren Zuschauern vor Rührung die Tränen kommen. Die Diva und der Newcomer; ein Abend, an dem es um die Geschichte und die Zukunft der schwarzen Musik in Amerika geht.

Gregory Porter begegnet Cassandra Wilson vor dem legendären Apollo Theater in Harlem. Die Diva ist sichtlich geschmeichelt. Sie gilt als schwierig, aber Porter gewinnt mit seinem Charme schnell ihre Sympathie. Im Apollo, dem Epizentrum der schwarzen Kultur, studieren Wilson und Porter die Galerie der Künstler, die hier den Saal zum Kochen gebracht haben, und erinnern sich an ihre Jugend und ihre Vorbilder. Anschließend geht es in die Jazz-Küche von Cassandra Wilsons Freundin Sandy, wo man sich zu kleinen improvisierten Jazz-Konzerten trifft. Bei Champagner und Sandwiches lassen sie die Geschichte des Viertels Revue passieren. Als ein etwas verwirrter Klavierspieler den Raum betritt und spontan in die Tasten greift, vergessen die beiden alles um sich herum und geben sich ganz der Musik und dem gemeinsamen Gesang hin. Zum Dinner geht es ins Soul-Food-Restaurant Cecil’s, wo Cassandra Wilson ihr Hähnchen isst, „wie es sich gehört“: mit den Händen. Persönlich wird es, als beide vom Tod ihrer Mütter erzählen und wie sie damit zu kämpfen hatten. Danach ziehen sie weiter nach Brooklyn. Hier wohnt Gregory Porter, und sein Bruder betreibt einen ungewöhnlichen Coffee Shop in einem Gewächshaus. Bei Tee und Kaffee werden die beiden schließlich von Amerikas coolster Brassband überrascht, die mit viel Groove den ganzen Block zum Beben bringt. Zum Abschluss des Abends geht es in die zurzeit angesagteste Jazz-Location Brooklyns, das ShapeShifter Lab. Gregory Porter ist hier bei seinem großartig improvisierten musikalischen Fazit des Abends zu erleben: Jazz bringt alle Menschen zusammen.

Sonntag, 17.09. / 17.40 Uhr / Metropolis ~ Metropole Belfast
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 17/09 bis 16/12
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Belfast

(1): Metropole: Belfast Seit 19 Jahren ist der Konflikt in Nordirland offiziell beendet. Doch The Troubles – der 1969 ausgebrochene Bürgerkrieg – hat tiefe Spuren hinterlassen, besonders in der Hauptstadt Belfast: Mauern und Zäune, die sogenannten Peace Walls, durchziehen nach wie vor die Stadt. Nun droht der Brexit die alten Wunden aufzureißen. Eine physische Barriere wird mitten durch die Insel führen: die neue Außengrenze der EU. Zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland, die EU-Mitglied bleibt. „Metropolis“ hat Belfast im Spätsommer 2017 erkundet und mit Künstlern und Kulturschaffenden gesprochen.

Sonntag, 17.09. / 18.25 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Von Maria Callas bis Ella Fitzgerald
Musik, Deutschland, 2015, SWR        43 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Dirigent: Tiberiu Soare
Komponist: Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Antonín Dvorák, Agustín Lara
Orchester: Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Mit: Angela Gheorghiu (Sopran)
Online verfügbar von 17/09 bis 16/12

Starsopranistin Angela Gheorghiu in einem glanzvollen Konzert aus dem Festspielhaus Baden-Baden: Unter der musikalischen Leitung von Tiberiu Soare und in Begleitung der Deutschen Radio Philharmonie gibt sie unter anderem Werke von Puccini, Verdi, Dvořák und Lara.
Das glanzvolle Konzert, das ARTE am 31. Dezember 2014 im Festspielhaus Baden- Baden aufgezeichnet hat, gestaltete die wunderbare Sopranistin Angela Gheorghiu, einer der ganz großen Stars der Opernszene. Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Puccini, Verdi, Dvořák und Lara. Schon als junges Mädchen hatte die rumänische Sängerin eine Ausnahmestimme – ein „Gottesgeschenk“, wie sie selbst sagt. Welche Sängerin schafft es schon, dass eine Fernsehstation wegen ihr das Programm ändert? So geschehen in London, als die BBC spontan entschied, Verdis „La Traviata“ live aus dem Opera House Covent Garden mit Georg Solti am Pult zu übertragen. In der Rolle der Violetta brillierte Angela Gheorghiu und begründete damit ihre Weltkarriere. Die gebürtige Rumänin wusste schon als Kind, dass sie Sängerin werden wollte und eroberte mit ihrer samtenen Stimme und ihrer mitreißenden Darstellungskraft das Publikum – als Tosca, Mimi, Nannetta, Juliette oder Margarethe. Ihr Geheimrezept? „Ich habe eine unglaublich gute Intuition, nicht nur, was meine Stimme betrifft. Aber mit ihr bin ich extrem sorgsam. Eine schöne Opernstimme ist so selten, man muss sie wie einen Diamanten, wie ein Juwel behandeln.“ Die Deutsche Radio Philharmonie ist das jüngste deutsche Rundfunksinfonieorchester. 2007 aus der Fusion der beiden traditionsreichen ARD-Klangkörper, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken und dem Rundfunkorchester Kaiserslautern, entstanden, hat das Orchester in kürzester Zeit ein eigenes Profil gewonnen und sich seinen Platz unter den renommierten deutschen Rundfunkorchestern erspielt.

Zusatzinfo: Das Konzert wurde am 31. Dezember 2014 für ARTE im Festspielhaus Baden-Baden aufgezeichnet. Tiberiu Soare, geboren 1977 und ausgebildet als Geiger und Dirigent, war er 2000 Absolvent der Nationalen Musikuniversität Bukarest. Er erhielt zahlreiche Preise bei rumänischen Wettbewerben. Nach Stationen beim Philharmonischen Orchester Giurgiu und dem Ensemble Profil für zeitgenössische Musik macht er seit 2005 als Operndirigent an der Bukarester Staatsoper von sich reden. Er unterrichtet in Gesangs- und Orchesterleitungsklassen an der Bukarester Musikhochschule.

Sonntag, 17.09. / 01.50 Uhr / Billie Holiday - A Sensation
Schwerpunkt: Legendäre Stimmen
Dokumentation, Deutschland, 2014, SWR        52 Min.
Regie: Katja Duregger
Online verfügbar von 17/09 bis 24/09

Über Billie Holiday, eine der größten Jazz-Sängerinnen des letzten Jahrhunderts, wurde unendlich viel spekuliert. Meist wird sie als Opfer von Drogen, Männern oder ihrer Hautfarbe dargestellt. Die Dokumentation nimmt einige zentrale Aussagen der Menschen, die Billie Holiday kannten, als Basis, um ein authentisches Bild von ihrer Person, ihrer Musik und ihrem Leben entstehen zu lassen.

Über Billie Holiday, eine der größten Jazz-Sängerinnen des letzten Jahrhunderts, existieren etliche Mythen und Legenden. Meist wird sie als tragisches Opfer von Drogen, Alkohol, Männern, ihrer Hautfarbe, der Gesellschaft oder den Umständen ihres Aufwachsens dargestellt. Teilweise hat sie selbst stark zur Legendenbildung beigetragen, vor allem in ihrer Autobiografie „Lady Sings the Blues“, und teilweise haben es Menschen aus ihrem direkten Umfeld getan. In den letzten Jahren sind immer mehr Aufzeichnungen und Berichte über sie aufgetaucht. Vieles von Menschen erzählt, die Billie Holiday in ihren verschiedenen Lebensphasen begleitet haben. Diese Aussagen der Vertrauten, Bekannten und Freunde räumen mit den Legenden auf und zeigen eine starke Persönlichkeit, die alles andere als ein klassisches Opfer gewesen ist. Billie Holiday war eine willensstarke und sehr vielschichtige Persönlichkeit. Die Dokumentation will einige zentrale Aussagen der Menschen, die Billie kannten, als Basis nehmen, um ein Gefühl für das Wesen von Billie Holiday, ihre Musik und ihr Leben entstehen zu lassen. Zu Wort kommen außerdem die Jazz-Sängerinnen Cassandra Wilson, die zum hundertsten Geburtstag von Billie Holiday ein Tributalbum veröffentlicht hat, und Dee Dee Bridgewater, die Billie Holiday im Musical „Lady Day“ am Broadway verkörperte. Außerdem die Autorin Julia Blackburn, die in ihrer Biografie über Billie Holiday einige wichtige und interessante Aussagen von Wegbegleitern zusammengetragen hat, sowie der renommierte Jazz-Journalist, Jazz-Historiker und ehemalige Herausgeber des Jazz-Magazins „Down Beat“, Dan Morgenstern.

Zusatzinfo: "Ihre Stimme war die Stimme lebendiger Intensität, der Seele (im wahren Sinn dieses missbrauchten Wortes). Als Mensch war sie süß, sauer, zart, gemein, großzügig, profan, liebenswert und unmöglich." (Der Schriftsteller Leonard Feather über Billie Holiday)

Sonntag, 17.09. / 02.45 Uhr / Gala-Abend an der Opéra Bastille
Schwerpunkt: Legendäre Stimmen
Gala, Frankreich, 2016, ARTE F        72 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Philippe Jordan
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Choeurs de l’Opéra national de Paris
Orchester: Orchestre de l’Opéra national de Paris

Mit: Sondra Radvanovsky (Sopran), Anita Rachvelishvili (Mezzosopran), Aleksandrs Antonenko (Tenor)

Online verfügbar von 17/09 bis 24/09

Einmaliger Gala-Abend aus der Pariser Opéra Bastille: Die Ausnahmesolisten Sondra Radvanovsky, Anita Rachvelishvili und Aleksandrs Antonenko bieten eine Auswahl berühmter Arien aus Opern von Verdi, Bizet, Puccini, Saint-Saëns und Bellini dar. Begleitet werden sie vom Orchester und den Chören der Pariser Oper unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan.

ARTE lädt zu einem einmaligen Gala-Abend in die Pariser Opéra Bastille ein: Chefdirigent Philippe Jordan leitet das Orchester und die Chöre der Pariser Oper. Auf dem festlichen Programm stehen ausgewählte Arien von Verdi, Bellini, Puccini und Bizet. Philippe Jordan und seine Musiker eröffnen den Abend mit der wunderschönen Ouvertüre aus Verdis „Macht des Schicksals“, einem Meisterwerk der Orchestrierung. Dann erklingt die virtuose Stimme von Sondra Radvanovsky mit den unvergesslichen Arien „Vissi d’Arte“ aus „Tosca“, „O patria mia“ aus „Aida“ und „Casta Diva“ aus „Norma“. Der georgische Shootingstar Anita Rachvelishvili überzeugt mit der sinnlichen Darbietung von „L’Amour est un oiseau rebelle“ („Carmen“); für das ergreifende Duett „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ („Samson und Dalila“) von Saint-Saëns steht die vor zwei Jahren von Daniel Barenboim an der Mailänder Scala entdeckte Mezzosopranistin mit dem lettischen Tenor Aleksandrs Antonenko auf der Bühne, mit dem sie derzeit an der Pariser Oper Triumphe feiert. Auch der Chor und das Orchester der Pariser Oper tragen zum Zauber des Abends bei, insbesondere mit dem Zigeunerchor aus „Der Troubadour“ und dem Gefangenenchor „Va pensiero“ aus „Nabucco“. Den krönenden Abschluss bildet „Brindisi“ („La Traviata“) mit einer darstellerischen Glanzleistung der Solisten und des Dirigenten Philippe Jordan. Die Verfilmung des Konzerts steht diesem in seinem Anspruch in nichts nach: Die Regie ist virtuos, die Tontechnik perfekt. Um die einzigartige Konzert-Atmosphäre zu vermitteln, wurden für die TV-Aufzeichnung zwei Kamera-Kräne in der Opéra Bastille installiert.

Zusatzinfo: Die Sendung ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv

Dienstag, 19.09. / 05.00 Uhr / Maxïmo Park - Das Hauskonzert
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        60 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Mit: Maxïmo Park
Online verfügbar von 19/09 bis 19/10

Beim ARTE-Hauskonzert heißt es wieder: Risse im Beton, Muttis Sammeltassen sichern und vorsorglich die Türklingel abstellen. Denn diesmal wird die Bassline der fünf Jungs den gesamten Wohnblock beschallen. Versprochen! Für das ARTE-Hauskonzert schickt der Kulturkanal Bands direkt zu ihren Fans nach Hause. Das heißt für die Musiker: auftreten, improvisieren und mit jeder Menge Überraschungen, durchknallenden Sicherungen, WG-Wahnsinn und ungenierten Fragen fertig werden. Definitiv ein Konzerterlebnis der besonderen Art. Dieses Mal dabei: Maxïmo Park. Die Band aus Newcastle ist spätestens seit ihrem Hit „Apply Some Pressure“ aus dem Indiezirkus nicht mehr wegzudenken. Ähnlich wie ihre Kollegen von den Arctic Monkeys oder Franz Ferdinand schafften sie es, sich unermüdlich weiterzuentwickeln. Und so spielen sie ihre explosiven Hymnen mittlerweile in den großen Stadien und auf Festivals dieser Welt – ob in Paris, Shanghai oder Tokio. Beim ARTE-Hauskonzert müssen Maxïmo Park jetzt mit ein paar Quadratmetern weniger auskommen.

Freitag, 22.09. / 21.45 Uhr / Summer of Love
Schwerpunkt: Vietnamkrieg
Dokumentation, Großbritannien, 2017, SWR        45 Min.
Regie: Lyndy Saville
Online verfügbar von 22/09 bis 29/09

Der Sommer des Jahres 1967 ist als Summer of Love berühmt geworden. Die Hippie-Bewegung feierte damals ausgehend von San Francisco ihren Höhepunkt – ein Sommer voller Musik und alternativer Protestkultur, die sich mit Blumen und dem Ruf nach Liebe und Frieden den Konflikten in der Welt entgegenstellte. Der Summer of Love steht für das Lebensgefühl einer ganzen Generation, die mit ihrer Musik und mit Festivals auch ihrer Suche nach Freiheit einen wirkungsvollen Ausdruck gab. Der Summer of Love steht für ein popkulturelles Ereignis in den Sommermonaten des Jahres 1967, das seinen Ausgang in San Francisco hatte und eine große gesellschaftliche Kraft entwickelte. Es war vor allem die Rockmusik, die diese Generation prägte und mit der die Hippies ihr Lebensgefühl und ihren gesellschaftlichen Protest ausdrückten. Deshalb steht die Musik des Summer of Love im Mittelpunkt dieser Dokumentation. Experten wie der Film- und Musikproduzent Joe Boyd, Annie Nightingale (BBC Radio) oder Will Hodgkinson („The Times“) erinnern an diese Zeit. Der Film „Summer of Love“ dokumentiert zugleich den gesellschaftlichen und politischen Hintergrund des Jahres 1967. So wird erzählt, wie der Vietnamkrieg eine ganze Generation in Atem hielt, wie Antikriegs- und Bürgerrechtsbewegungen entstanden und die Herzen und Köpfe der Babyboomer erreichte. Die Dokumentation erzählt von herausragenden Protagonisten der amerikanischen Gesellschaft dieser Zeit wie Muhammad Ali, von Rassenunruhen und von Martin Luther Kings berühmter Rede. Zugleich dokumentiert er wichtige Popfestivals, die Wegbereiter des Summer of Love waren. Im Mittelpunkt aber steht die Musik dieser Zeit. Der Film dokumentiert, wie zum Beispiel Scott McKenzies „San Francisco“, die Musik von The Doors, Simon & Garfunkel, The Who oder The Mamas and the Papas den Summer of Love prägte. „Summer of Love“ erzählt die Geschichte einer Generation, die sich selbst entdeckt und sich anschickt, die Gesellschaft zu verändern.

Freitag, 22.09. / 22.30 Uhr / Tracks Remix: 20 Jahre Tracks
Schwerpunkt, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 22/09 bis 21/12
Erstausstrahlung

Das Magazin für Musik, Pop- und Gegenkultur im europäischen Fernsehen holt zum großen Geburtstags-Remix aus: Zum zwanzigjährigen Jubiläum werden die Archivkassetten zurückgespult und ein paar der alten Schätze und Meilensteine wieder an die Bildschirmoberfläche geholt, u. a. mit Bill Murray, Depeche Mode, David Lynch, Patti Smith und Eminem.

Schon als 1997 erstmals der "Tracks"-Jingle über die ARTE-Welle lief, war klar: Hier läuft einiges anders als im Rest der Fernsehlandschaft. Interviews mit Megastars wie David Bowie und Grace Jones wechseln sich ab mit Reportagen aus der Punkszene in Myanmar, Bildern von Underground-Raves in Berlin, Besuchen bei Bondage-Künstlern in Japan oder Einblicken in die Transgender-Kultur in Kuba. Stars, die erst welche wurden. Brillante Ideen, die die Welt tatsächlich verändert haben, oder genial-verrückte Erfindungen, die sich nie durchsetzten. Um eine kleine, bescheidene Aufzählung von Highlights zu wagen, sollten Bill Murray, Depeche Mode, Irvine Welsh, Peaches, David Lynch, Grace Jones, Eminem, Patti Smith, Genesis P-Orridge, Parkour im Iran, Surfer in Gaza, Roofer in Russland, Trucker in Florida, Urban Skier in Norwegen, Blogger in Rakka, Surfer im Eismeer, Liebe in Japan, Hip-Hop in China oder auch Hausbesuche bei Petra Collins, Adam Green, King Krule und Kate Tempest nicht unerwähnt bleiben. Best of Türklopfer und Plattenkisten-Check inklusive! Und natürlich wird das keine klassische "Tracks"-Sendung, sondern eine schnittig-schräge Achterbahnfahrt durch die Jahre, Genres und Künstler, ohne Rücksicht auf Verluste.

Freitag, 22.09. / 23.15 Uhr / Maifeld Derby 2017
Musik, Deutschland, 2017, SWR        60 Min.
Regie: Thomas Münch
Erstausstrahlung

Das Maifeld Derby gilt als Liebhaberfestival, das von den Lesern des Magazins „Intro“ zum zweitbesten Festival der gesamten Republik gewählt wurde und sich musikalisch zwischen Indie, Rock, Pop und Elektro bewegt. Auch der „Musikexpress“ betitelt das Maifeld Derby mit „dem besten Line-up der Republik“. In diesem Jahr waren etwa 15.000 Fans in Mannheim, wo das Festival vom 16. bis 18. Juni veranstaltet wurde. ARTE Concert war zum ersten Mal mit dabei und präsentiert ausgewählte Konzerte im Livestream und als VOD. Aus den Konzerten von SOHN und Kate Tempest gibt es in dieser Sendung ein Best-of.

Mit ihrem neuen Album „Let Them Eat Chaos“ ist die Londonerin Kate Tempest endgültig zur Stimme ihrer Generation aufgestiegen. Diese Frau hat etwas zu sagen, jeder ihrer Sätze ist relevant und bleibt beim Zuhörer hängen. Das ist wichtig in einer Zeit von Retweets und inhaltsleerer Kommunikation. Im letzten Jahr hat die junge Rapperin, die auch erfolgreiche Schriftstellerin ist, im Parcours d’amour aus ihrem Debütroman gelesen, 2017 brachte sie ihre Band mit, um auf der Fackelbühne zu rocken und ein musikalisches Feuerwerk zu entfachen. Der Headliner SOHN lieferte einen Auftritt ab, der noch lange in Erinnerung bleibt. Nicht nur die Lightshow auf der Fackelbühne erinnerte an einen gediegenen Elektroclub, sondern auch die Stimmung und natürlich die Musik aus seinem neuen Album "Rennen". Der Engländer überzeugt live noch mehr als auf Platte. Seine soulige Stimme war eines der Highlights des gesamten Festivals.

Freitag, 22.09. / 00.15 Uhr / Abgedreht! Chicago
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 22/09 bis 22/10
Erstausstrahlung

(1): Story: Al Capone
(2): Starsystem: Exporte
(3): Skandal: Die White Sox
(4): Story: Chicago Blues
(5): Jukebox: Earth Wind & Fire – Let's Groove
(6): Rare Perle: Hugh Hefner

(1): Story: Al Capone Schießfreudig war Gangster-Legende Al Capone nicht nur im Kino, sondern auch im wahren Leben. Mit 21 Jahren zog der berüchtigte Verbrecher von New York nach Chicago und wurde als „Scarface“ zum gefürchteten Boss der Unterwelt.

(2): Starsystem: Exporte Chicago ist in US-Blockbustern erstaunlich selten vertreten. Die drittgrößte Stadt des Landes steht im Schatten der Kinostadt Los Angeles und der Fernsehmetropole New York … Nur die kreativen Töchter und Söhne der Stadt bleiben ihrer Heimat stets verbunden und würdigen Chicago in originellen Kunstwerken. Berühmt werden oder bleiben – mit der Zurück-nach-Chicago-Methode!

(3): Skandal: Die White Sox Im Jahr 1919 wurde das US-Baseball-Finale World Series manipuliert: Acht Spieler der Chicago White Sox sorgten gegen eine großzügige Spende dafür, dass ihre Mannschaft gegen die Reds aus Cincinnati verlor, um die Gewinne in die Höhe zu treiben. Was für ein Skandal!

(4): Story: Chicago Blues Blues hört man in Chicago an jeder Straßenecke. Ikonen wie Buddy Guy und natürlich Muddy Waters, der Erfinder des Chicago Blues, haben den Musikstil geprägt. Der Chicago Blues ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zuge der Abwanderung der verarmten schwarzen Arbeiterbevölkerung aus dem Süden der USA in die Großstädte des Mittleren Westens entstanden. Eine Spurensuche nach der Musik, die die Geschichte der Stadt geprägt hat.

(5): Jukebox: Earth Wind & Fire – Let's Groove Im Jahr 1981 wurde François Mitterrand zum französischen Staatspräsidenten gewählt, Charles heiratete Diana und Griechenland trat in die Europäische Gemeinschaft ein. Außerdem erschien ein neuer Hit der Band Earth, Wind & Fire, die von Jazzschlagzeuger Maurice White in Chicago gegründet wurde: „Let's Groove“!

(6): Rare Perle: Hugh Hefner 1967 feierte das „Playboy“-Magazin sein zehnjähriges Jubiläum. Die Zeitschrift richtet sich bekanntlich an Männer, die nicht nur Playmates, sondern auch gute Texte von Schriftstellern wie Ian Fleming oder Vladimir Nabokov mögen. Tausendsassa Hugh Hefner, der mehrere Male wegen Verkaufs obszöner Inhalte verhaftet wurde, stand an der Spitze eines ganzen Imperiums. „Abgedreht!“ zeigt den „Playboy“-Gründer und Bonvivant im Interview.

Samstag, 23.09. / 00.15 Uhr / Square für Künstler
Frieden Schaffen: Ein Porträt von Ofer Bronstein
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 24.09. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Aarhus
Magazin, Deutschland, 2017, WDR        43 Min.
Online verfügbar von 24/09 bis 23/12
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Aarhus: Kulturhauptstadt 2017 und Modell für die Zukunft?

(1): Metropolenreport Aarhus: Kulturhauptstadt 2017 und Modell für die Zukunft? Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks, ist dieses Jahr Kulturhauptstadt und hat sich einiges vorgenommen. „Let’s Rethink“ ist das Motto. Es soll nicht nur um aufsehenerregende Kulturevents, sondern auch um Klimawandel gehen, um den Bezug des Menschen zur Natur und um soziale Ausgrenzung. Wird das Versprechen eingelöst? Ist Aarhus mit seinen über 40.000 Studenten, seinem neuen Hafengelände und der dazugehörigen spektakulären Architektur ein Modell für die Zukunft? Ist der begehbare bunte Regenbogen-Gang auf dem Dach des ARoS-Museums, des wichtigsten Kunstmuseums Nordeuropas, der den Blick auf die Küstenstadt in unterschiedlichste Farben taucht, Sinnbild für die Vielfalt der Stadt oder eher das einstige Problemviertel Gellerup, in dem nun die Kultur neue Impulse setzen soll? Was kann die Kulturhauptstadt leisten? „Metropolis“ fragt Künstler und Kreative, wie sie ihre Heimat erleben, lotet mit ihnen die Sonnen- und Schattenseiten der „Stadt des Lächelns“ aus.

Sonntag, 24.09. / 17.30 Uhr / Abenteuer Museum ~ Museum aan de Stroom (MAS), Antwerpen
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2017, SWR        52 Min.
Regie: Verena Knümann
Online verfügbar von 24/09 bis 23/12
Erstausstrahlung

Das Museum aan de Stroom, kurz MAS genannt, ist das spektakuläre Wahrzeichen von Antwerpen. 2011 wurde der 62 Meter hohe Sandsteinturm eröffnet, Schatzkammer für vier Museen und mehrere Privatsammlungen. Marie Labory und Gustav Hofer erkunden zusammen mit ihren prominenten Gästen das Museum und die quirlige belgische Hafenstadt. Antwerpen erfindet sich gerade neu. Das alte Hafenareal erwacht mit Galerien, Restaurants und aufsehenerregender Architektur zu neuem Leben. Anziehungspunkt des Viertels an der Schelde ist das Museum aan de Stroom, entworfen von dem Niederländer Willem Jan Neutelings. Das MAS beherbergt mehr als 470.000 Objekte quer durch alle Epochen und Kontinente, von ägyptischen Altertümern bis über niederländische Landschaftsmalerei bis zum Kunsthandwerk. Die Dachterrasse bietet einen grandiosen Panoramablick über die Altstadt und das Mosaik "Dead Skull", das Luc Tuymans für das MAS entworfen hat. Mit seinem Schöpfer, einem der berühmtesten Künstler Belgiens, unterhält sich Marie Labory. Auch der Antwerpener Guillaume Bijl hat eigens für das MAS eine Skulptur geschaffen, das Admiralspaar auf einer Plattform im achten Stock des Museums. Was es damit auf sich hat, erzählt er Marie Labory. Währenddessen besucht Gustav Hofer die Sonderausstellung "Stadtfotografen" und trifft die belgische Fotografin Karin Borghouts. Fotos seien für sie wie eine Bühne, sagt sie, aber ohne Schauspieler. Meist sind ihre Architekturaufnahmen menschenleer. Seit Jahren dokumentiert sie Antwerpen und damit auch den Wandel von der traditionsreichen Hafenstadt zur hippen Metropole.

Sonntag, 24.09. / 18.25 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen: Joyce DiDonato in Barcelona
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Dirigent: Maxim Emelyanychev
Gesang: Joyce DiDonato
Choreographie: Manuel Palazzo
Tanz: Manuel Palazzo
Licht: Henning Blum
Inszenierung: Ralf Pfleger
Orchester: Il pomo d'oro
Erstausstrahlung

Große Gefühle von einer großartigen Künstlerin: Die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato ist eine der charismatischsten und vielversprechendsten Sängerinnen unserer Zeit, die nicht nur durch stimmliche Brillanz, sondern auch aufgrund ihrer unglaublichen Wandlungsfähigkeit überzeugt. ARTE zeigt sie in einem Rezital mit barocken Arien von unter anderem Purcell, Händel, Leo und Jommelli. In diesem Konzert mit berühmten und weniger bekannten Barockstücken, das sie im Gran Teatre del Liceu in Barcelona gab, tritt sie mit dem Ensemble „Il Pomo d'Oro“ unter der Leitung des jungen und talentierten Dirigenten Maxim Emelyanychev auf. Inhaltlich folgt das Programm ihrem neuen Album „In War & Peace - Harmony through Music“, das sich als engagierte Antwort auf Hass und Terror versteht.

Auf Terror reagieren manche Menschen mit Schweigen, andere wiederum verleihen ihren Emotionen Ausdruck. Die Mezzosopranistin Joyce DiDonato haben die Anschläge vom 13. November 2015 in Paris dazu veranlasst, auf einem neuen Album barocke Arien von Händel bis Purcell zu versammeln, in denen es um Krieg und Frieden geht. Ihr engagiertes Projekt „In War & Peace - Harmony through Music“ will den Hörer dazu ermutigen, in einer Welt voller Chaos und Gewalt nach Frieden zu suchen. „Es ist die Kunst, die vereint, die Grenzen überschreitet, Getrenntes verbindet. Musik ist der Weg des Tapferen zum Frieden“, sagt Joyce DiDonato über ihr Album. Nach Auftritten im Théâtre des Champs-Elysées, in der Carnegie Hall und im Barbican Center ist Joyce DiDonato im Gran Teatre del Liceu in Barcelona zu Gast. Begleitet wird die Amerikanerin von ihrem langjährigen Partnerensemble Il Pomo d’Oro unter der Leitung des jungen Dirigenten Maxim Emelyanychev. Sie interpretiert bekannte Arien sowie Neuentdeckungen von Purcell, Händel, Leo und Jommelli. Die Amerikanerin meistert wie immer die ganze Ausdrucksklaviatur und bringt den segensreichen Optimismus der barocken Werke mit einer einzigartigen emotionalen Kraft zur Wirkung. Nicht umsonst ist laut Meinung des Hr2 „Joyce DiDonato (...) nicht die Königin, sondern die Göttin unter den Barock-Primadonnen unserer Zeit.“ Die Göttin präsentiert sich in Barcelona in Roben der britischen Punkqueen Vivienne Westwood.

Sonntag, 24.09. / 23.45 Uhr / Schwerpunkt: Legendäre Stimmen ~ Aus dem Prinzregententheater in München: Les Indes Galantes
Opéra-Ballet in Vier Aufzügen mit einem Prolog von Jean-Philippe Rameau
Oper, Frankreich, 2016, ZDF        180 Min.
Regie: Sidi Larbi Cherkaoui

Mit: Ivar Bolton, Anna Prohaska, Münchner Festspielorchester
Online verfügbar von 24/09 bis 24/10
Erstausstrahlung

Freitag, 29.09. / 21.45 Uhr / Schwerpunkt: Fashion Weekend ~ Catwalk-Scandals!
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE        52 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 29/09 bis 29/10

Die Modewelt liebt Skandale und lebt von ihnen. Die Dokumentation nimmt die erheiterndsten und schockierendsten Skandale der letzten Jahre bei Chanel, Yves Saint Laurent, Marc Jacobs, Anna Wintour, Naomi Campbell & Co. bis hin zur Pelz-Polemik unter die Lupe.

Auf unterhaltsame Weise beleuchtet Loïc Prigent die größten Modeskandale der letzten Jahre, die peinlichsten Auftritte und die größten Fehltritte. Die Modeszene ist ständig in den Schlagzeilen. Hinter belanglos erscheinenden Gründen für erbitterte Konkurrenzkämpfe stehen manchmal ethische Fragen. Doch die Modewelt liebt den Skandal, denn er ist der Stoff, aus dem sie ihren Erfolg schneidert. Die Dokumentation berichtet über Mode-Ikonen und Stardesigner wie Coco Chanel, Yves Saint Laurent, Marc Jacobs, Anna Wintour, Naomi Campbell, aber auch über Pelzskandale und die amüsantesten, aufschlussreichsten und profitabelsten Modeskandale der letzten Jahre. Erst kommt die Mode, dann die Moral. Kleidung darf offenherzig und freizügig sein, und ethische Grundsätze haben sich modischen Trends zu unterwerfen. Vielleicht ist das der gröbste Fehler der Modebranche – dass sie zu locker gestrickt ist … Ergänzend zur Dokumentation zeigt ARTE eine mehrteilige Reihe mit sechs zehnminütigen Folgen: Auch darin geht es um die größten ethischen Fehltritte und Finanzskandale in der Modewelt, aber auch um Eitelkeiten und Divas und nicht zuletzt um die Jugend als Trendsetter – kurz um die subversive Kraft der Mode. Aus der Insiderperspektive gewährt die Serie unterhaltsame und tiefe Einblicke in das ganz eigene Universum der Mode.

Zusatzinfo:  Mehr im Internet unter: arte.tv/summer

Freitag, 29.09. / 23.30 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 29/09 bis 28/11
Erstausstrahlung

Freitag, 29.09. / 00.15 Uhr / Macy Gray - Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        75 Min.
Regie: Thierry Gautier, Silvain Leduc
Online verfügbar von 29/09 bis 06/10
Erstausstrahlung

Sie wird ihrem Ruf als Diva des Groove voll und ganz gerecht: Am 30. März 2017 trat Macy Gray im Pariser Konzertsaal „La Cigale“ auf und lieferte eine unvergessliche Show. Begleitet von Schlagzeug, Bassgitarre, Keyboard und Saxofon verzauberte sie ihre Fans mit ihrer unvergleichlichen rauchigen Stimme. Höhepunkt ihres Auftritts war eine grandiose Interpretation à la Nina Simone von „My Way“, einem ihrer Lieblingssongs.

Am 30. März 2017 trat Macy Gray im Pariser Konzertsaal „La Cigale“ auf. Neben Erykah Badu und Jill Scott prägte die Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme den R’n’B und Soul Anfang der 2000er Jahre. Begleitet von Schlagzeug (Tamir Barzilay), Bassgitarre (Caleb Speir), Keyboard (Billy West) und Saxofon (Jon Jackson) lieferte sie über eine Stunde lang eine Show, die ihrem Ruf als Diva des Groove voll und ganz gerecht wurde. Ihre Band formte mit roten Perücken und Tweed-Anzügen einen aparten Hintergrund für Macy Grays beeindruckende Erscheinung. Die aus Ohio stammende US-Amerikanerin hat eine Bühnenpräsenz, die stark und zerbrechlich zugleich erscheint. Ihre Empfindsamkeit im Ausdruck wird dabei häufig mit Billie Holiday verglichen, wobei sie selbst Nina Simone als wichtigstes Vorbild nennt. Jeder ihrer Auftritte steckt voller Überraschungen: Gern bringt sie Coverversionen bekannter Songs im Anschluss an eigene Lieder, beispielsweise „Creep“ von Radiohead oder „Da Ya Think I’m Sexy“ von Rod Stewart nach ihrem eigenen Lied „Sexual Revolution“. Und auch ältere Songs wandelt Macy Gray immer wieder neu ab, womit jeder einzelne Auftritt einzigartig wird. So stellt sie ein ums andere Mal wieder unter Beweis, welche Kreativität, Kraft und Talent in ihr stecken. Den Abschluss der Pariser Show bildete eine grandiose Interpretation à la Nina Simone von „My Way“, einem ihrer Lieblingssongs, der ihre rauchig-hohe Stimme besonders gut zur Geltung bringt. Ein unvergesslicher Abend, in dessen Verlauf sich Macy Gray in drei glanzvollen Outfits zeigt.

Freitag, 29.09. / 01.35 Uhr / Abgedreht! Spezial Lolitas
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Online verfügbar von 29/09 bis 29/10

Block 1: Vanessa Paradis
Block 2: Kino
Block 3: Brooke Shields


Block 1: Vanessa Paradis
    (1): Story:
    Vanessa Paradis war gerade einmal zarte 14 Jahre jung, als sie mit dem Titel „Joe le Taxi“ die Fernsehstudios für sich einnahm. Eines schönen Tages im Jahr 1987 tauchte der Paradiesvogel in der Musikszene auf und blieb für immer. Mit ihrem hübschen Gesichtchen wurde Vanessa zur Lolita, zu der die Franzosen eine innige Hassliebe entwickelten.
    (2): Garderobe:
    Mit ihrer sanften Stimme, der jugendlichen Figur und ihrer Miene, mit der sie die anderen bewusst auf Abstand hält, ist Vanessa Paradis nach wie vor der Inbegriff einer Lolita. Sie ist eine Art schizophrenes Nymphchen und schwankt stets zwischen dem Himmel und Hölle spielenden Mädchen und der verführerischen Femme fatale.
    (3): Listomania: 10 Dinge, die niemand über Vanessa Paradis weiß
    Jeder weiß, dass Vanessa Paradis nicht nur singt, sondern auch schauspielert, und dass zwischen ihren Zähnen meterweite Lücken klaffen. Eher ungeläufig ist jedoch, dass sie ursprünglich diejenige war, die Carla Brunis erste Hits hätte singen sollen…


Block 2: Kino
    (1): Story: Lolita und ihre Verfilmungen
    Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ erschien 1958 und wurde sofort zum Bestseller. Er handelt von der leidenschaftlichen Liebe eines reifen, gebildeten Mannes für das 12-jährige Mädchen Lolita. Die Schriftstellerin Cécile Guilbert setzt sich genauer mit diesem literarischen Phänomen auseinander, dessen Einfluss so stark war, dass es Filmen und Liedern als Quelle der Inspiration diente und sogar in den allgemeinen Sprachgebrauch überging.
    (2): Starsystem: Die Methode der Neo-Lolita
    Vor knapp 20 Jahren ließ Britney Spears mit ihrem Bubble-Gum-Pop und dem Schulmädchenoutfit das Lolita-Syndrom wieder aufleben. Da das Bild mittlerweile etwas aus der Mode gekommen ist, müssen sich die jungen Sängerinnen im Teenie-Pop-Himmel von heute etwas Neues einfallen lassen, um das Klischee zu bedienen. Berühmt werden oder bleiben mit der Neo-Lolita-Methode!
    (3): Jukebox: „Moi… Lolita“
    Am 4. Juli 2000 erschien der Titel „Moi… Lolita“ und mit ihm tanzte die junge Alizée über die Fernsehbildschirme. Der neue Schützling der französischen Musikgröße Mylène Farmer und ihres Produzenten Laurent Boutonnat singt selbstbewusst die von Nabokovs „Lolita“ inspirierten Liedzeilen, in denen sie die Sichtweise der jungen Heldin einnimmt.


Block 3: Brooke Shields
    (1): Ikone: „Die blaue Lagune“
    „Die blaue Lagune“ ist eine paradiesische Insel, präsentiert durch das Objektiv von Randal Kleiser, der noch zwei Jahre zuvor die Pseudo-Teenies in „Grease“ zum Tanzen brachte. Vor der Kamera standen der schöne Jüngling Christopher Atkins und die US-amerikanische Kino-Lolita Brooke Shields. Agnès Le Bot blickt auf den Film zurück, mit dem die junge Schauspielerin in den Achtzigerjahren in die Träume der Jugend einzog.
    (2): Skandal: „Pretty Baby“ von Louis Malle
    Als Frau Shields ihre zwölfjährige Tochter in einem Film mitspielen lässt, in dem die junge Brooke eine Kinderprostituierte spielen musste, wurde sie als Rabenmutter verschrien. „Pretty Baby“ wurde 1978 in Cannes präsentiert und erregte großes Aufsehen. Der Film wurde als pädophil abgestempelt und diesmal war es an Louis Malle, auf der Anklagebank zu sitzen.
    (3): Rare Perle: Brooke Shields
    Sie ist zwar erst zarte 16, aber Brooke Shields posiert bereits für die Kamera seit sie elf Monate alt war. Ihre Fönfrisur zeigt, dass man sich im Juli 1981 befindet und die junge Schauspielerin „Endlose Liebe“, ihren neusten Film des italienischen Regisseurs Zeffirelli, bewirbt. Auch wenn sie behauptet, ein ganz normales Leben zu führen, ist das eindeutig noch nicht ganz der Fall.

Samstag, 30.09. / Uhr / 05.50 Uhr / Karl Lagerfeld: Lebens-Skizzen
Dokumentation, Frankreich, 2012, ARTE        50 Min.
Regie: Loïc Prigent

Unbefangen plaudert der geniale Modeschöpfer Karl Lagerfeld vor der Kamera des Filmemachers Loïc Prigent über sein Leben und seinen Durchbruch in der Pariser Modewelt.

Ein intimes Tête-à-tête mit dem genialen Modeschöpfer Karl Lagerfeld in dessen Studio in Paris: An seinem Arbeitstisch sitzend, erzählt Karl Lagerfeld von seinem bewegten Leben und lässt dabei die wichtigsten Stationen und Begegnungen auf seinem Zeichenblock lebendig werden. Er erzählt von seiner Kindheit in Norddeutschland bis zu seiner Ankunft in Paris in den 50er Jahren und berichtet von seinem Durchbruch in der unkonventionellen Welt der Mode bis zu seinen Erfolgen für die Haute-Couture-Häuser Fendi und Chanel in den 80er Jahren. Das filmische Porträt über Karl Lagerfeld ist eine intime Begegnung zwischen einem Genie der Modekreation und einem Regisseur, der es versteht, diese Genialität mit der Kamera einzufangen.

Sonntag, 1. Oktober / 11.20 Uhr / Das letzte Kleid der Marlene Dietrich
Schwerpunkt: Fashion Weekend
Dokumentation, Deutschland, 2017, RBB        26 Min.
Regie: Sabine Carbon, Felix Oehler
Mit: Wolfgang Joop
Online verfügbar von 01/10 bis 08/10

Ein elektrisch leuchtendes Blumenkleid – davon träumte Marlene Dietrich. „My Sweethearts“, beginnt Marlene den Brief an ihren Designer Jean Louis und sein Team. „Ich brauchte Zeit für die technischen Recherchen zu unserem Projekt. Nun habe ich das Problem gelöst und glaube, dass ich gar keine Batterien mit mir herumtragen muss ...“ Kaum eine Frau hat sich so sehr durch ihre Garderobe ausgedrückt wie Marlene Dietrich. Ihr Gestaltungswille war grenzenlos. Im Dienste ihres Publikums feilte sie an immer unglaublicheren Kreationen und Konstruktionen, die auch die Anzeichen des fortschreitenden Alters kaschieren sollten. Das belegt ein bisher unbekanntes Projekt, das sie sehr ehrgeizig während ihrer letzten Karriereetappe in Las Vegas verfolgte. Hier wurde Marlene zur Designerin, zur Spezialeffekte-Spezialistin, zum Marketing-Talent. Wie eine Ingenieurin arbeitete sie an ihrem Entwurf, der zu fantastisch war, um zu ihren Lebzeiten realisiert zu werden. Zeichnungen und Beschreibungen befinden sich im Archiv der Marlene Dietrich Collection in der Deutschen Kinemathek in Berlin. Es sollte das großartigste Kleid von allen werden. Am 6. Mai 2017 ist Marlene Dietrichs 25. Todestag. Der Ikone und Trendsetterin zu Ehren zeigt ARTE eine Dokumentation, die von Marlene Dietrichs Wunsch nach dem ultimativen, aber nie realisierten Showkleid und der Faszination von elektronischer Kleidung heute erzählt. Begleitet werden die Filmemacher dabei von Wolfgang Joop. Zudem wird Marlenes Traum durch die auf Elektro-Couture spezialisierten Designerinnen Lisa Lang und Anja Dragan mit heutigem Know-how und Hightech-Materialien Realität.

Sonntag, 1. Oktober / 16.00 Uhr / Metropolis ~ Istanbul
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 01/10 bis 30/12

(1): Metropole: Istanbul
(2): Liam Gallagher – Der letzte Rockstar
(3): Street Art Museum

(1): Metropole: Istanbul
Im Herbst findet die 15. Istanbul-Biennale statt. Geht das – angesichts der politischen Lage in der Türkei? Seit dem Putschversuch vor einem Jahr herrscht in der Türkei Ausnahmezustand. Immer wieder kommt es zu Terroranschlägen. Beamte, Journalisten und Intellektuelle landen im Gefängnis. Ausgerechnet jetzt findet die 15. Istanbul-Biennale unter dem Motto „A good neighbour“ statt – geführt vom schwulen skandinavischen Künstlerduo Elmgreen & Dragset. Wie soll das gehen angesichts der politischen Lage in der Türkei? Läuft die Biennale Gefahr, zu einem ästhetischen Feigenblatt für den Präsidenten Erdogan zu werden? Oder kann sie kritische Akzente setzen? Und wie fügt sich die Biennale in die Stadt ein – gerade in schweren Zeiten wie diesen?

(2): Liam Gallagher – Der letzte Rockstar
Liam Gallagher, der Ex-Frontmann von Oasis, gilt als der letzte Rockstar. Jahrelang prügelte er sich durch Bars, soff sich durch Tourneen und beleidigte jeden – von Kollegen über Fans bis hin zum englischen Königshaus. Nach einer künstlerischen und persönlichen Krise scheint sich der Brite nun aber gewandelt zu haben. Am 6. Oktober kommt sein erstes Soloalbum „As You Were“.

(3): Street Art Museum
Berlin ist eine Streetart-Metropole. Nun bekommt die Stadtkunst ein eigenes Museum: 2017 öffnet das Museum for Urban Contemporary Art in Schöneberg. „Metropolis“ hat sich in Deutschlands erstem Streetart-Museum umgesehen.

Sonntag, 1. Oktober / 16.45 Uhr / Dries Van Noten ~ Der flämische Meister der Mode
Dokumentation, Deutschland, 2016, BR        52 Min.
Regie: Reiner Holzemer
Online verfügbar von 01/10 bis 08/10
Erstausstrahlung

Exklusiv und zum ersten Mal erlaubt der berühmte belgische Modedesigner Dries Van Noten dem Filmemacher Reiner Holzemer, ihn über ein Jahr hinweg bei der Entstehung von vier Kollektionen mit der Kamera zu begleiten: Dries Van Noten arbeitet mit seinem internationalen Kreativteam in Antwerpen. Das Herz seiner Entwürfe bilden exquisite Stoffe, die mit opulenten Mustern und Applikationen verziert und in aufwendiger Handarbeit hergestellt werden. Seine Kollektionen werden regelmäßig in kunstvollen Shows auf den Pariser Laufstegen präsentiert. Von der aufreibenden Arbeit erholt sich der erfolgreiche Designer, der zusammen mit seinem Lebensgefährten eine stilvoll renovierte Villa aus dem 19. Jahrhundert bewohnt, in seinem riesigen Garten, der zugleich seine Energie- und Inspirationsquelle ist. Die Dokumentation gibt einen Einblick in Leben und Werk eines der einflussreichsten Designer unserer Zeit, dem es mit seinen einzigartigen Kreationen

Sonntag, 1. Oktober / 17.40 Uhr / Staatsoper für alle: Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 9
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        85 Min.
Dirigent: Daniel Barenboim
Chor: Staatsopernchor
Komponist: Ludwig van Beethoven
Orchester: Staatskapelle Berlin
Erstausstrahlung

Die Festkonzerte zur Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper beginnen mit einem Event der Sonderklasse: „Staatsoper für alle“ mit Beethovens Neunter Symphonie als Open-Air-Konzert auf dem Bebelplatz.

Seit 2010 war die Berliner Staatsoper Unter den Linden wegen aufwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen. Pünktlich zum 275. Jubiläum des Opernhauses dürfen sich die Musikfreunde in der Hauptstadt nun darauf freuen, dass sich die Tore des traditionsreichen Hauses wieder öffnen. Am 1. Oktober dürfen Berlinerinnen und Berliner zusammen mit Gästen aus aller Welt das Haus bei musikalischen Führungen erkunden. Schon am Abend vorher beginnt die festliche Konzertreihe zur Wiedereröffnung mit einem Paukenschlag: Beethovens Neunter Symphonie als „Staatsoper für alle“ unter freiem Himmel auf dem Bebelplatz – ein Fest für alle Berliner! Einmal mehr wird also Beethovens Neunte mit ihrem berühmten Schlusschor über Schillers Ode „An die Freude“ erklingen, wenn in Berlin denkenswerte Ereignisse zu feiern sind, von der Wiedervereinigung über die Feiern zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik bis nunmehr eben zur Wiedereröffnung der Staatsoper: „Freude, schöner Götterfunken!“

Sonntag, 1. Oktober / 22.25 Uhr / Die Zeichnungen des Yves Saint Laurent
Schwerpunkt: Fashion Weekend
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE, RTBF        60 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 01/10 bis 31/10
Erstausstrahlung

Er war einer der begabtesten Modezeichner aller Zeiten: Yves Saint Laurent. Im Laufe seines Lebens fertigte Yves Saint Laurent Hunderttausende Zeichnungen an, seien es kunstvolle Skizzen, Stilübungen, Aquarelle und Kollektionspläne, die heute im Archiv der Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent aufbewahrt werden. Loïc Prigent öffnet die Türen zu diesem bislang unveröffentlichten Schatz und offenbart über Erinnerungen von Yves Saint Laurents ehemaligem Lebensgefährten Pierre Bergé, aber auch von Modehistorikern und einstigen Mitarbeitern eine neue Facette des Modeschöpfers Yves Saint Laurent.

Yves Saint Laurent – das sind Kleider, Skandale, weibliche Ikonen. Der große französische Couturier ist der Schöpfer einer erstaunlichen Anzahl von Modellen, die die Modegeschichte geprägt haben. Von 1962 bis 2002 hat er mit seiner Marke zwei Kollektionen pro Jahr realisiert. All diese Wunderwerke basieren auf Zeichnungen und Skizzen, denn Yves Saint Laurent war einer der talentiertesten Modezeichner aller Zeiten. Loïc Prigent bekommt erstmals exklusive Einblicke in die Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent. Sie bewahrt Hunderttausende der legendären Skizzen auf, darunter einige, die noch niemand jemals gesehen hat. Es handelt sich um ein Zeugnis des öffentlichen und privaten Lebens Yves Saint Laurents, von seiner Kindheit bis zu seiner letzten Kollektion. Yves Saint Laurent stirbt am 1. Juni 2008 in Paris. Seine Kleider werden bis heute in der ganzen Welt ausgestellt und kopiert. Es gibt zwei Yves-Saint-Laurent-Museen, eines in Paris, eines in Marrakesch. Die Marke, die er mit Pierre Bergé geschaffen hat, besteht noch heute und produziert Prêt-à-Porter und Accessoires. Mit seinem Namen verbindet sich auch ein regelrechtes Parfüm- und Kosmetik-Imperium. Nach seiner letzten Show im Jahr 2002 hat Yves Saint Laurent keinen Stift mehr in die Hand genommen und kein einziges Kleid mehr gezeichnet. Die Sichtung seiner Zeichnungen durch die Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent dauert bis heute an. Die Erinnerungen von Yves Saint Laurents ehemaligem Lebensgefährten Pierre Bergé, aber auch die von Modehistorikern und ehemaligen Mitarbeitern, wie dem berühmten ersten Schneider Monsieur Jean Pierre oder von Madame Catherine, der ersten Damenschneiderin, erfüllen die Zeichnungen von Yves Saint Laurent mit Leben und erzählen die Geschichte der Mode aus einer neuen Perspektive. Für seinen Dokumentarfilm hat Loïc Prigent einige der Zeichnungen animiert und lässt so deren Bewegungsdynamik auf faszinierende Weise lebendig werden.

Sonntag, 1. Oktober / 23.30 Uhr / Yves Saint Laurent, die letzte Show
Schwerpunkt: Fashion Weekend
Dokumentation, Frankreich, 2012, ARTE        51 Min.
Regie: Loïc Prigent
Online verfügbar von 01/10 bis 08/10

2002 zog sich der geniale französische Couturier Yves Saint Laurent mit einer als Retrospektive angelegten Modenschau endgültig aus dem Berufsleben zurück. Freunde, Mitarbeiter und Modehistoriker erklären und entschlüsseln sein Konzept zu dieser legendären Schau. Außerdem verrät die Dokumentation, welche Kreationen die Haute-Couture-Kundinnen bei ihm kauften, wie das von Catherine Deneuve und Laetitia Casta gesungene Finale vorbereitet wurde und wie das Leben des Designers nach dem offiziellen Abschied aus der Welt der Mode weiterging. Ob Jeanne Moreau, Paloma Picasso, Lauren Bacall oder die Pariserin von der Straße – alle Frauen erkennen sich in den auf dem Laufsteg vorgeführten Kleidern wieder. Viele Modelle von Yves Saint Laurent haben Modegeschichte geschrieben, sei es die Caban-Jacke, das Safari- und das Trapezkleid oder der Hosenanzug. Unverwechselbare Bestandteile der denkwürdigen Abschiedsshow waren auch die Kollektionen im russischen, indischen und chinesischen Stil, die Capes mit Braque-, Picasso- und Matisse-Motiven, die Mäntel und Abendkleider, gefolgt von den fließenden Musselin-Kreationen und den gewagten durchsichtigen Oberteilen, unter denen die Brüste der Mannequins durchschimmerten. Den Abschluss der Modenschau bildete Yves Saint Laurents Markenzeichen: der Damen-Smoking in sämtlichen Variationen, androgyn und doch so weiblich.

Sonntag, 1. Oktober / 00.20 Uhr / Über die menschliche Stimme
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE        49 Min.
Regie: Pierre Boulay
Erstausstrahlung

Die Filmemacher Claire Parnet und Pierre Boulay haben versucht, die menschliche Stimme zu umreißen, haben sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und Menschen auf der Straße befragt, wie sie ihre eigene Stimme und die Stimmen und Akzente ihrer Mitmenschen erleben. Sie haben Spezialisten interviewt: Logopäden, Anthropologen, Sänger, Synchronsprecher. Sie haben untersucht, wie die Stimme funktioniert, warum sie uns manchmal im Stich lässt, was sie auslöst und wie sie ankommt. Maria Callas, die Diva assoluta des 20. Jahrhunderts, hat mit ihrer Stimme Millionen von Menschen entzückt. Sie starb einsam und verlassen mit nur 54 Jahren 1977 in Paris. Ihre unvergleichliche Sopranstimme, die am Höhepunkt ihrer Karriere über vier Oktaven umfasste, war schon einige Jahre zuvor gebrochen. Wir hören sie wieder mit "Casta diva", der großen Arie der reinen Priesterin Norma aus Bellinis gleichnamiger Oper. Die Sängerinnen Sabina Sciubba und Macha Lemaître erzählen von ihren Erlebnissen auf der Bühne und ihren Ängsten um ihr "Instrument". Philippe Peythieu, die französische Synchronstimme des Homer Simpson, berichtet über seine Arbeit und eine Begegnung, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Heute noch erinnert er sich, wie er zu Beginn seiner Karriere einmal mit John Waynes Stimme zu Mittag gegessen hatte. Zu Wort kommen ebenfalls: André Manoukian, Jury-Mitglied von "Nouvelle Star", dem französischen Pendant von "Deutschland sucht den Superstar", der Geschichtenerzähler Gabriel Kinsa und die Historikerin Nicole Bacharan.

Sonntag, 1. Oktober / 01.10 Uhr / Felix Mendelssohn ~ Doppelkonzert für Violine und Klavier
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        40 Min.
Regie: Paul Rognoni
Mit: Renaud Capuçon (Violine), Jean-Yves Thibaudet (Klavier)
Online verfügbar von 01/10 bis 08/10
Erstausstrahlung

Beim diesjährigen Osterfestival in Aix-en-Provence gastierte das New Yorker Orchester The Knights unter der Leitung von Eric Jacobsen. In den letzten Jahren brachte dieses junge, dynamische Kammerorchester mit seiner Vorliebe für Genremischungen frischen Wind in die New Yorker Klassikszene. The Knights werden regelmäßig von weltweit führenden Konzerthäusern eingeladen und haben bereits mit Künstlern wie Yo-Yo Ma und Itzhak Perlman gespielt. Das Orchester ist diesmal mit Stars der internationalen Klassikszene besetzt: der Pianist Jean-Yves Thibaudet und der Geiger Renaud Capuçon. Der in den USA lebende Thibaudet konzertiert mittlerweile auf den bedeutendsten internationalen Bühnen und wird in seinem Heimatland Frankreich umjubelt. Renaud Capuçon ist nicht nur ein Ausnahme-Violinist, sondern zudem auch der künstlerische Leiter des Osterfestivals. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass dort in der Starbesetzung Thibaudet/Capuçon ein Jugendwerk von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung gelangte: das Doppelkonzert d-Moll für Violine, Klavier und Streichorchester MWV O 4. Der Komponist schrieb dieses Werk, das Klassik und Originalität verbindet, im Alter von 14 Jahren. Es verlangt den beiden Solisten höchste Meisterschaft ab. Bisweilen tritt das Orchester in den Hintergrund, um den Dialog zwischen Klavier und Geige stärker zur Geltung zu bringen. Die erforderliche Virtuosität und der ständige Dialog zwischen den Solisten kommen bei diesem Auftritt ebenso zur Geltung wie der leichte, beinahe kindlich-unbefangene Charakter des Werkes.

Montag, 02.10 / 05.00 Uhr / Dmitri Schostakowitsch Violinkonzert Nr. 1
Musik, Deutschland, 2014, RB        41 Min.
Regie: Klaus Bertram
Dirigent: Paavo Järvi
Komponist: Dmitri Schostakowitsch
Orchester: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Mit: Viktoria Mullova (Violine)
Online verfügbar von 02/10 bis 09/10

Sein erstes Violinkonzert komponierte Dmitri Schostakowitsch 1948. Noch bevor es zur Aufführung kam, rechnete die Partei öffentlich mit ihm ab. Seine Musik sei volksfremd und formalistisch. Es war undenkbar, in der Hochzeit der stalinistischen Propaganda das Werk zu veröffentlichen. Schließlich galten Konzerte und Symphonien als dekadent. Erst 1955 erlebte das Violinkonzert seine Uraufführung in Leningrad, Solist war David Oistrach. Die Aufführung mit Viktoria Mullova und Paavo Järvi an der Spitze der Kammerphilharmonie Bremen wurde im Dezember 2013 für ARTE aufgezeichnet. „Ich glaube, seine Musik hat sehr viel mit dem sowjetischen Alltag zu tun. Es musste so aussehen, als wäre es fröhliche Musik. Aber wenn man genau hinhört – hört man den Terror. Man kann dann fühlen, wie die Menschen damals versuchten, fröhlich auszusehen, damit sie nicht auffielen“, sagt Paavo Järvi über das erste Violinkonzert. Das könne man auch als Leitsatz nehmen, von Anfang an sei da eine Schwere, etwas Depressives. Viktoria Mullova empfindet ebenfalls eine große Affinität zum ersten Violinkonzert von Schostakowitsch, ein musikalisches Meisterwerk und persönliches Bekenntnis – allen Repressionen durch das kommunistische Regime zum Trotz. „Terror und Schmerz. Viel Schmerz“, höre man in der Musik von einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. „Ich erinnere mich noch sehr gut. Damals, am Ende der Sowjet-Ära, bin ich geflohen. Ich weiß noch, wie ich immer so getan habe, als sei ich glücklich. Sehr gut scheinbar. Die Leute haben mir wirklich geglaubt“, so die Solistin.

Zusatzinfo:
Viktoria Mullova setzte sowohl durch ihre Bach-Interpretation Maßstäbe wie auch durch ihr Engagement für zeitgenössische Musik. Ob Barock, Fusion oder Experimentelles, immer spiegelt ihr Vortrag eine tiefe persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk wider. Hier liegt eine große Nähe zum Selbstverständnis der Orchestermusiker der Deutschen Kammerphilharmonie und die Basis für die enge musikalische Freundschaft zu der gefragten Solistin, von der beide Seiten gleichermaßen profitieren.

Dienstag, 03.10. / 05.00 Uhr / Clean Bandit ~ Das Hauskonzert
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 03/10 bis 10/10

Für die Reihe „Hauskonzert“ schickt ARTE Bands regelmäßig dorthin, wo es am meisten wehtut – direkt zu ihren Fans nach Hause! Das heißt für die Musiker: auftreten, improvisieren und mit jeder Menge Überraschungen, durchknallenden Sicherungen, WG-Wahnsinn und ungenierten Fragen fertig werden. Definitiv ein Konzerterlebnis der besonderen Art. Nach den denkwürdigen Auftritten von Panda-Rapper Cro in einer kleinen Gärtnerei in Schwaben, dem Berliner MC Fitti tief in der Pfalz und den Indie-Helden Maxïmo Park im Herzen Rostocks geht ARTE jetzt mit den englischen Chartstürmern Clean Bandit in die nächste große „Hauskonzert“-Runde. Die Elektro-Klassik-Pop-Formation fabrizierte zusammen mit Jess Glynne den Gute-Laune-Hit „Rather Be“ und schoss damit in Rekordzeit von null auf hundert. Für das ARTE-„Hauskonzert“ begeben sich die Chart-Stürmer direkt zu ihren Fans nach Hause. Für welches Video sich die Band entschieden hat, steht noch nicht fest, klar ist aber, dass es in jedem Fall ein einmaliges Konzerterlebnis werden wird.

Zusatzinfo: Weitere Informationen unter: www.concert.arte.tv/

Dienstag, 03.10. / 21.05 Uhr / Festakt zur Wiedereröffnung der Staatsoper Unter den Linden
Zum Augenblicke sagen: Verweile doch!
Gala, Deutschland, 2017, ZDF        125 Min.
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Dirigent: Daniel Barenboim
Chor: Staatsopernchor, Kinderchor der Staatsoper
Komponist: Robert Schumann
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Markus Lüpertz
Inszenierung: Jürgen Flimm
Orchester: Staatskapelle Berlin
Moderation: Annette Gerlach

Solo: Roman Trekel, Elsa Dreisig, René Pape, Katharina Kammerloher, Evelin Novak, Adriane Queiroz, Natalia Skrycka, Stephan Rügamer, Gyula Orendt

Mit: André Jung (Faust), Sven-Eric Bechtolf (Mephistopheles), Meike Droste (Gretchen)

Erstausstrahlung

Seit September 2010 wurde die Berliner Staatsoper Unter den Linden aufwendig saniert. Nachdem der Abschluss der Arbeiten ursprünglich bereits für das Jahr 2013 vorgesehen war, steht nach immer neuen Verschiebungen nun also für das Ensemble nach sieben Jahren Exil im Schiller Theater endlich die Rückkehr in das Stammhaus bevor. Ehe im Dezember 2017, pünktlich zum 275-jährigen Geburtstag des traditionsreichen Hauses, der Repertoirebetrieb mit Opern, Balletten und Konzerten wieder in vollem Umfang beginnen kann, öffnet die Staatsoper mit einem ebenso symbolträchtigen wie spektakulären Festakt am 3. Oktober erstmals wieder ihre Tore für das Publikum. „Zum Augenblicke sagen: Verweile doch!“ nennt sich der Musiktheaterabend mit eindrucksvoller Musik zu Texten aus Goethes „Faust“. Robert Schumanns Faust-Szenen markieren den Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens, gelten aber wegen ihrer enormen Ansprüche an Chor, Orchester und Solistenbesetzung als fast unspielbar – und sind entsprechend selten auf der Bühne zu erleben. Eingeleitet durch eine musikalisch gestenreiche, „faustische“ Ouvertüre verknüpft Schumann hier sieben Szenen aus beiden Teilen der Tragödie zu einem Werkganzen – ein Oeuvre zwischen Oratorium und Oper. Für diese gemeinsame Neuproduktion von Intendant Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim zur Wiedereröffnung der Staatsoper trifft sich die erste Garde deutscher Bühnenkünstler und zeigt dieses hochromantische Seelengemälde in Bestform.

Freitag, 06.10. / 21.50 Uhr / Der Mann, der Udo Jürgens ist
Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, WDR        89 Min.
Regie: Hanns-Bruno Kammertöns, Michael Wech
Online verfügbar von 06/10 bis 13/10

Es war ein Gedanke, der ihn quälte, aber Udo Jürgens versuchte nicht, ihm aus dem Weg zu gehen. Nach mehr als sechzig Jahren auf der Bühne sagte er über seine Zukunftspläne: „Wenn du ein Abschiedslied, ein richtig gutes machst, dann muss man den Tod durchhören durch das Lied. Und darüber kann ich jetzt nicht singen in diesem Moment.“ Nein, loslassen wollte er nicht. Im September 2014 feierte Udo Jürgens seinen 80. Geburtstag. Er verstarb am 21. Dezember 2014.

Er hat mit seinen Konzerten die ganze Welt bereist: Er ist in Brasilien aufgetreten, hat in China und Südafrika gespielt. Shirley Bassey, Sammy Davis Jr. – die ganz Großen sangen seine Kompositionen. Wer war dieser Mann, den Frauen anhimmeln und Männer wegen seiner Lässigkeit beneiden? Wie blickt Udo Jürgens auf ein Leben zurück, das ihn zum reichen Mann gemacht hat, das ihm unvergessliche Momente auf der Konzertbühne geschenkt hat? Was waren die Tiefpunkte, in denen auch einer wie er nicht mehr weiterwusste? Ohne Scheu erinnert sich Udo Jürgens an die quälenden Zweifel seiner Anfangsjahre. Auch seine Amouren sind Thema: „Treue ist keine Frage des Charakters, sondern der Gelegenheiten.“ Er sei zweimal verheiratet gewesen: „Ich wollte eine gute Ehe führen, habe es aber nicht geschafft.“ Was macht ein glückliches Leben aus? Habe ich die Zeit genutzt? Diese Fragen stellte sich Udo Jürgens häufig. Keiner hat über die Liebe und die Einsamkeit eindringlicher gesungen als er. Was bleibt? Udo Jürgens verstarb am 21. Dezember 2014 im Alter von 80 Jahren. Seine Tochter Jenny Jürgens und Sohn John sowie Weggefährten wie Joachim Fuchsberger und seine Manager zeichnen ein Bild von „dem Mann, der Udo Jürgens ist“.

Freitag, 06.10. / 23.20 Uhr / Claude François, Schattenseiten eines Playboys
Schwerpunkt: Sixties Made in France
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        53 Min.
Regie: Karl Zero, Daisy D'Errata
Online verfügbar von 06/10 bis 13/10
Erstausstrahlung

Er galt als König des Yéyé und war einer der erfolgreichsten französischen Popstars der 60er und 70er Jahre: Claude François. „Alexandrie Alexandra“, „Magnolias for Ever“ und der Welthit „Comme d’habitude“, der unter anderem von Sinatra und Sid Vicious gecovert wurde, gehören zu seinen bekanntesten Liedern. Von 1962 bis 1978 hat Claude François mehr als 300 Lieder aufgenommen, viele davon Cover-Versionen aus dem Englischen. Charismatischer Chansonnier und blonder Mädchenschwarm – Claude François war ein Phänomen und ist bis heute fest im kollektiven Gedächtnis Frankreichs verankert.

Er verkörperte die Leichtigkeit, Lebensfreude und die Lebendigkeit des französischen Chansons: Claude François, liebevoll „Cloclo“ genannt, dessen Hit „Comme d’habitude“ unter anderem von Frank Sinatra und Sid Vicious gecovert wurde, war einer der erfolgreichsten französischen Popstars der 60er und 70er Jahre. Claude François wurde in Ägypten geboren, wo sein französischstämmiger Vater für die französische Verwaltung des Suezkanals arbeitete; seine Mutter stammte aus Kalabrien. Der charmante blonde Sänger mit dem paillettenbesetzten Smoking glich einem Prinzen, war Teenie- und Frauenschwarm, Musikproduzent und Unternehmer. Er wurde geliebt, gehasst, belächelt und von seinen Groupies wie ein Halbgott verehrt. In dem Porträt erzählen drei Cloclo-Fans und eine seiner ehemaligen Bühnentänzerinnen offen von den Beziehungen, die der Star zu den damals sehr jungen Mädchen unterhielt. Die Sänger Dani und Alain Chamfort erinnern sich an den Claude François hinter den Kulissen. Er war ein absoluter Perfektionist, der alles und jeden kontrollierte und jeden noch so kleinen Fehler bemerkte. Sein überraschender Tod war gleichzeitig die Geburtsstunde einer Legende. Am 11. März 1978 starb Claude François in seiner Pariser Wohnung im Alter von 39 Jahren an einem Stromschlag. Er hatte von der Badewanne aus versucht, eine defekte Glühbirne auszutauschen. Mit seinen zeitlosen Chansons hat Claude François für die Franzosen bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Ein Teil des Geheimnisses ist sicher seine enorme Energie; er war eine wahre Hit-Maschine, der seine Fans elektrisierte. Er brachte die schwarze Musik aus den Staaten, den Soul, und später den Disco-Beat in seinen Hits nach Frankreich. Die Regisseure Daisy d’Errata und Karl Zéro nehmen den extremen Fan-Kult und die Massenhysterie nach Claude François’ Tod nicht ohne ironisches Augenzwinkern in den Blick, porträtieren aber auch eine charismatische Pop-Ikone, einen französischen Liberace und Michael Jackson, der für viele seiner Landsleute bis heute zu den schönsten Jugenderinnerungen zählt.

Freitag, 06.10. / 00.15 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 06/10 bis 05/12
Erstausstrahlung

Freitag, 06.10. / 01.00 Uhr / Peace X Peace Festival 2017
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: N.N.
Online verfügbar von 06/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

Das „Peace X Peace“-Festival kehrte in diesem Sommer nach einem umjubelten Debüt im vergangenen Jahr wieder in die Waldbühne Berlin zurück. Das Benefiz-Festival, das von Sänger Fetsum zugunsten von Kindern im Krieg und auf der Flucht ins Leben gerufen wurde, versammelte erneut ein Line-up mit Künstlern aus dem deutschsprachigen Raum, das es so wohl nicht noch einmal auf einer Bühne gibt und die allesamt ohne Gage aufgetreten sind. ARTE präsentiert die Highlights dieses einzigartigen Festivals. Dabei sind unter anderem: Andreas Bourani, einer der großen Shootingstars des deutschsprachigen Pops der vergangenen Jahre, der neben zahlreichen anderen Ehrungen auch als erster Musiker den Medienpreis für deutsche Sprachkultur erhalten hat; Fritz Kalkbrenner, der mit Hits wie „Get A Life“, „Facing The Sun“ oder „Back Home“ seine Fans weltweit zum Mitsingen und -tanzen bringt; Die Fantastischen Vier – das sind Smudo, And.Ypsilon, Michi Beck und Thomas D im wahren Wortsinn. Sie haben die deutsche Musikszene entscheidend geprägt und dabei immer für hervorragende Unterhaltung gesorgt; Herbert Grönemeyer, ein weiterer Säulenheiliger des deutschen Pop, tritt nicht nur mit den Fantastischen Vier auf, er bringt auch die Sängerin Balbina mit; Freundeskreis, die zehn Jahre nach ihrem letztem gemeinsamen Konzert beim „Peace X Peace“-Festival einen der wenigen Auftritte in diesem Jahr haben; und natürlich Fetsum selbst, der es sich nicht nehmen lässt, im Kreis seiner „Allstars“ selbst zum Mikrofon zu greifen.

Freitag, 06.10. / 02.05 Uhr / Abgedreht! Jean-Jacques Goldman
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 06/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

(1): Story: Jean-Jacques Goldmans Karriere
(2): Listomania: Sieben Dinge, die kaum jemand über Goldman weiß
(3): Starsystem: Erfolg durch „Les Enfoirés“
(4): Ikone: „Là-bas“
(5): Skandal: Pierre Goldman
(6): Rare Perle: Goldman bei „Fréquenstar“

(1): Story: Jean-Jacques Goldmans Karriere

(2): Listomania: Sieben Dinge, die kaum jemand über Goldman weiß Jeder kennt den französischen Komponisten, Texter und Interpreten Jean-Jacques Goldman. Aber wer weiß, dass er im Lauf seiner Karriere keinen einzigen Preis gewonnen hat? „Abgedreht!“ verrät sieben wenig bekannte Tatsachen über Jean-Jacques Goldman.

(3): Starsystem: Erfolg durch „Les Enfoirés“

(4): Ikone: „Là-bas“

(5): Skandal: Pierre Goldman Pierre Goldman, Jean-Jacques’ älterer Halbbruder, war in den 60er Jahren Anhänger des kommunistischen Studentenverbands an der Sorbonne. 1969 wurde ihm ein Raubüberfall auf eine Apotheke zur Last gelegt, bei dem zwei Apothekerinnen erschossen wurden. Pierre Goldman kam ins Gefängnis. Zehn Jahre später wurde er – kurz nach seiner Freilassung – in Paris auf offener Straße erschossen. Eine rechtsradikale Splittergruppe bekannte sich zu dem Mord – doch der Fall ist bis heute nicht geklärt. Skandal!

(6): Rare Perle: Goldman bei „Fréquenstar“ Viele seiner Fans haben Jean-Jacques Goldman schon auf der Bühne erlebt – aber wer hat ihn jemals draußen im Schnee gesehen? Das außergewöhnliche Interview von Laurent Boyer für die Fernsehsendung „Fréquenstar“ macht es möglich!

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