Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Montag, 26.06. / 13.00 Uhr / Stadt Land Kunst
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Regie: Fabrice Michelin
Online verfügbar von 26/06 bis 25/08

Ab dem 13. März nimmt „Stadt Land Kunst“ seine Zuschauer werktäglich mit auf Entdeckungsreise an Orte unseres gemeinsamen Kulturerbes. Jede Reise erzählt ihre ganz eigene Geschichte und ermöglicht eine Erkundung der verschiedensten Plätze der Welt auf eine ganze neue Weise. Drei Reisen, drei Einladungen und drei unterschiedliche Geschichten – in jeder Ausgabe von „Stadt Land Kunst“ bringt Linda Lorin den Zuschauer an Orte, die große Künstler inspiriert oder deren Werke beeinflusst haben. Eine einmalige Gelegenheit, eine Stadt oder Region mit anderen Augen zu sehen oder aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen. „Stadt Land Kunst“ ist ein Moment der Ruhe und der Freude in unserem beschleunigten Alltag und zeigt, wie der Mensch Landschaften, Städte und einzigartige Kulturen erschaffen und geformt hat. Das Kulturmagazin versteht sich weder als Reiseführer noch öffnet es Türen zu Museen, dafür aber den Blick auf die Schätze der Welt. „Stadt Land Kunst“ lädt zur Entdeckung oder Wiederentdeckung der Kunst, der Landschaften und der Menschen ein. Eine Reise der besonderen Art, die kleine Fluchten aus dem Alltag ermöglicht.

Dienstag, 27.06. / 05.00 Uhr / Berlin Live: Dear Reader & Sea + Air
Musik, Deutschland, 2013, ZDF        59 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 27/06 bis 04/07

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt von Deutschland, sondern auch das Mekka für Künstler, Musiker und Individualisten. Genauso schnelllebig und vielfältig wie das Treiben in der Stadt sind auch die Veränderungen in der Musikszene. Bei „Berlin Live“ treffen Newcomer auf Alteingesessene, Elektro auf Rock und Folk auf Hip-Hop. Veranstaltet wird das Spektakel in den Showräumen von Black Box Music. Zwei Bands stehen auf einer Bühne, spielen nacheinander, nebeneinander und miteinander. Die Bands vereint eine gemeinsame künstlerische Idee, Referenz oder Periode. Ob reizvoller Kontrast oder ergänzendes Gegenstück – in jedem Fall eine einzigartige musikalische Mischung!

Sea + Air kombinieren griechische Folklore mit einem der Lieblingsinstrumente von Johann Sebastian Bach, dem Cembalo, und modernisieren dies auf ihre ganz eigene Weise. Daniel Benjamin und seine Frau Eleni musizierten bereits zehn Jahre gemeinsam, bevor sie ihre eigene Band gründeten. In den letzten Jahren befanden sich die beiden fast ausschließlich auf Welttournee, dabei spielten Sea + Air mehr als 500 Konzerte. Gerade live wirken die außergewöhnlichen Klänge besonders, auf der Bühne spielt jeder der beiden bis zu fünf Instrumente gleichzeitig. Ebenso zeitgemäß und außergewöhnlich, wenn auch auf ganz andere Art und Weise, ist Dear Reader. Tiefgründiger Indie-Pop aus Johannesburg, der mit Piano, Stimme und Schlagzeug minimalistisch gehalten ist und durch seine Bescheidenheit überzeugt. Eine zarte und dennoch starke Stimme von Cherilyn MacNeil mit schlichter Instrumentierung unterlegt, das zeichnet den Klang von Dear Reader aus. Sea + Air und Dear Reader schaffen es mit einfachen Mitteln, melodische und eindringliche Hymnen zu erschaffen und das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Freitag, 30.06. / 05.00 Uhr / Tomorrowland 2016
Eine Reise in das Märchenland der Elektronischen Musik
Musik, Belgien, 2016, ZDF        76 Min.
Regie: Kaya Jay Molenberghs
Mit: Lost Frequencies, Paul Kalkbrenner, Adriatique, Bakermat, Steve Angello, KSHMR, Afrojack, Robin Schulz, Solomun, Martin Garrix
Online verfügbar von 30/06 bis 30/07

Die belgische Kleinstadt Boom in der Nähe von Antwerpen wird jedes Jahr aufs Neue zum Schauplatz eines der beliebtesten und begehrtesten Musikfestivals der Welt: Tomorrowland. Im Naherholungsgebiet De Schorre entsteht im zwölften Jahr wieder eine fantastische Märchenlandschaft, die die Kulisse für knapp 180.000 tanzende Fans aus aller Welt bildet. Das Festival hat sich in der kurzen Zeit seit seiner Gründung 2005 durch ständig steigende Besucherzahlen zu einem der populärsten Festivals der Elektroszene entwickelt und in der Zwischenzeit mit TomorrowWorld und Tomorrowland Brasil Ableger in den Vereinigten Staaten und in Brasilien gegründet. Doch das belgische Original bleibt der Superlativ: Die Karten sind auf der ganzen Welt nachgefragt und binnen weniger Minuten ausverkauft. 400 DJs und Künstler auf mehr als 16 Bühnen decken alle Spielarten der elektronischen Musik ab, von EDM, Techno, Deep House, Hardstyle bis hin zu ausgefallenen Underground-Sounds. Das Publikum reist aus der ganzen Welt an – in diesem Jahr werden Gäste aus 200 verschiedenen Nationen erwartet. Unter dem Motto „The Elixir of Life" feiern sie an drei Tagen eine fröhliche Völkerverständigung. Auch dieses Mal sind die Top-DJs der Elektroszene zu Gast im Märchenland der Musik: Armin van Buuren, Alesso und Tiësto sind nur ein paar Namen des eindrucksvollen Line-ups. Die Dokumentation taucht ein in die besondere Atmosphäre des Festivals und zeigt Konzertausschnitte aus den Auftritten der Top-DJs.

Zusatzinfo:
Mehr im Internet auf ARTE Concert unter: concert.arte.tv

Freitag, 30.06. / 21.45 Uhr / Too young to die ~ Judy Garland - Im Schatten des Regenbogens
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Annette Baumeister, Jobst Knigge
Online verfügbar von 30/06 bis 07/07

Ihre Rolle als Dorothy in "Der Zauberer von Oz" macht Judy Garland im Alter von nur 16 Jahren zum Weltstar. "Over the Rainbow" ist der Song ihres Lebens und gilt seit jeher als Hymne für Menschlichkeit, Toleranz und ein sorgenfreies Leben. Er ist nicht nur fester Bestandteil der amerikanischen Kultur, sondern hat Popgeschichte geschrieben. Menschen auf der ganzen Welt identifizieren sich mit seiner Botschaft. Judy Garland scheint für die Bühne geboren worden zu sein. In ihrer Karriere bringt sie es auf sagenhafte 32 Filme, 30 TV-Shows, 500 Radioauftritte, sie gibt 1.100 Konzerte, veröffentlicht mehr als 100 Singles und ein Dutzend Alben. Doch Judy Garlands Schicksal ist tragisch. Die Umstände ihres Todes werfen einen langen Schatten auf ihre Lebensleistung: Schon früh diktieren Pillen, Alkohol, Scheidungen, Selbstmordversuche, falsche Freunde und finanzielle Probleme die Schlagzeilen. Ihr Image ist angeschlagen, ihre Kunst wird nicht gewürdigt. Doch sie steht immer wieder auf, belehrt ihre Kritiker und Feinde eines Besseren. Sie singt und spielt sich den Frust von der Seele und sich selbst in die Herzen der Fans. Sie ist nicht nur eine Ikone der Schwulenbewegung, sondern inspiriert viele Stars bis heute. Rufus Wainwright widmet seinem Idol einen kompletten Konzertabend und spricht in dieser Dokumentation über seine Motivation und die Herausforderung, die große Judy Garland zu covern. Joey Luft, Garlands Sohn, erinnert sich in einem sehr persönlichen Show-Abend an seine Mutter, eine Sängerin und Schauspielerin, deren rasanter Aufstieg sie am Ende umso tiefer fallen ließ.

Zusatzinfo:
Ob Falco, Bruce Lee, Philip Seymour Hoffman oder auch Judy Garland: Sie alle starben sehr früh, was sicherlich auch dazu beitrug, dass sie zu einem popkulturellen Phänomen wurden. Die vier Dokumentationen „Too young to die“ zeigen die Menschen hinter dem Mythos, sie berichten von Erfolgen und frühem Ruhm, von großem Talent und harter Arbeit, von Verzweiflung und Tragik. Für alle gilt: Sie haben Herausragendes geleistet, ob als Sänger, Popstar oder Schauspieler. Und es wird auch deutlich, wie die Kluft zwischen tatsächlichem Leben und öffentlicher Berichterstattung zeitgenössische Legendenbildung befördert.

Freitag, 30.06. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 30/06 bis 29/08
Erstausstrahlung

Freitag, 30.06. / 23.25 Uhr / The xx - Konzert In Lyon
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        75 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 30/06 bis 07/07
Erstausstrahlung

Ein Mitschnitt des atmosphärischen Konzerts von The xx, die ihre Musik mit einer ganz besonderen Show untermalen. Auf der Bühne stehen riesige, in buntes Licht getauchte Spiegel, deren Farb- und Reflexionseffekte den Zuschauer in einen magischen Bann ziehen. Eine perfekte Kulisse für die gefühlsgeladenen Songs von Romy, Oliver und Jamie, von „Islands“ bis „A Violent Noise“. Der Film wurde zusammen mit The xx konzipiert und enthüllt die magische Welt der Band.

Nachdem es um The xx lange still war, wurde das neue Album sehnsüchtig erwartet. Zu Recht: „I see you“ hat gute Chancen, zu den besten Alben des Jahres 2017 zu gehören. Die Band hat sich musikalisch weiterentwickelt und bleibt weiter auf der Höhe der Zeit: Auf der neuen Platte präsentieren sie frischen, tanzbaren Pop mit R’n’B-Anklängen und unbestreitbar erotischem Touch. In ihrer kompletten Ignoranz jeglicher Genregrenzen erinnern Romy, Oliver und Jamie an Pink Floyd, Velvet Underground oder Television; ihr kreativer Schaffensprozess erklärt sich in einem Wort: Atmosphäre. Und die bringen The xx visuell und musikalisch in einer Weise auf die Bühne, die den Zuschauer in ganz andere Welten entführt. Das Video zum Konzert in der Halle Tony Garnier in Lyon will den atmosphärischen Groove von The xx auch auf dem Fernsehschirm spürbar machen. Die Bühnenkulisse mit den sich drehenden Spiegeln sorgt für Orientierungsverlust – plötzlich ist man nicht mehr im Konzertsaal, sondern steht zusammen mit dem Trio auf der Bühne. Für wechselnde Perspektiven sorgen mehrere über den Raum verteilte Kameras. Der Film wurde gemeinsam mit der Band konzipiert und ist nicht einfach ein Konzertmitschnitt, sondern ein eigenständiges und ganz besonderes Werk. 80 Minuten lang schweben The xx in einer anderen Dimension – und der Zuschauer mit.

Samstag, 01.07. / 17.30 Uhr / Die großen Mythen: Vom Hüten, Stehlen und Reisen: Hermes
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Fred Pagèze
Online verfügbar von 01/07 bis 09/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Ein Gott, der an Türen lauscht, Lügengeschichten verbreitet und ein durchtriebenes Schlitzohr ist – die Rede ist von Hermes. Noch am Tag seiner Geburt verlässt er die Höhle, in der ihn seine Mutter Maia zur Welt gebracht hat. Maia ist eine der sieben Plejaden, eine der Töchter des Titanen Atlas, die für ihre außerordentliche Schönheit bekannt sind. Hermes stiehlt Apollon 50 Rinder und tötet eine Schildkröte, bastelt aus ihrem Panzer eine Leier und offeriert sie dem Sonnengott als Versöhnungsgeschenk. Göttervater Zeus bewundert den flinken, agilen Gott, für den Frechheit eine Tugend ist. Deshalb betraut er Hermes mit allerlei Aufgaben und ernennt ihn zum Mittler zwischen den Göttern und den Sterblichen. Er ist damit auch der einzige Bote, dem es erlaubt ist, vor Hades, den Gott der Unterwelt, zu treten. Ferner ist der Götterbote Hermes Schutzgott der Kaufleute, des Verkehrs und der Reisenden, aber auch der engste Verbündete von Zeus, dem er bei seinen diversen Verführungsaktionen zur Seite steht. Hermes ist unberechenbar; nie kann man vor seinem Schabernack sicher sein. Mal Geheimagent, mal Diplomat, ein Schürzenjäger, ein Dieb, ein Spieler und Riesenschelm – auf dem Olymp ist Hermes sehr beliebt, aber die Menschen wissen nie, ob er ihnen gerade helfen oder sie zum Narren halten will .

Samstag, 01.07. / 18.00 Uhr / Die großen Mythen: Die Verdammten dieser Erde: Tartaros
‚Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Juliette Garcia
Online verfügbar von 01/07 bis 09/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Der Tartaros ist die tiefste Region der Unterwelt, in die gefallene Götter und verstoßene Helden geworfen werden. Doch bevor dieser Ort entstand, war Tartaros ein Gott. Eine Gottheit, geboren aus dem Ur-Chaos. Von Geburt an drang Gaia, die Erde, tief ins Innere des Tartaros ein und machte daraus eine unzugängliche Region, aus der es kein Zurück gab. Über diese Region herrscht seitdem Hades, der Herr der Höllen. Erzählt wird das Schicksal dreier Männer, die gegen die Götter frevelten und ihre Missetaten mit ewigen Qualen büßen müssen. Zu ihnen gehört der listige Sisyphos, der den Göttervater Zeus verriet, weil dieser eine begehrenswerte junge Frau raubte. Zur Strafe muss Sisyphos einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen. Der zweite ist der mächtige und unermesslich reiche König Tantalos, der mit den Göttern verkehrte, bevor er wegen einer Gräueltat bei ihnen in Ungnade fiel: Er tötete seinen jüngsten Sohn und ließ ihn den Göttern bei einem Festessen an seiner Tafel als Mahl servieren. Der dritte Frevler ist Ixion, der Zeus' Gemahlin Hera im Weinrausch bedrängte. Alle drei müssen auf ewig für ihren Hochmut bezahlen

Sonntag, 02.07. / 11.16 Uhr / Kunst lieben, Kunst hassen ... in Museen
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, ZDF        27 Min.
Regie: Nicole Zepter, Nicola Graef
Online verfügbar von 02/07 bis 30/09

Kunst ist zu einem Lifestyle geworden – Menschen campen vor Museen, Künstler sind zu Helden und Superstars der Neuzeit geworden. Doch was bedeutet das für die Kunst, wenn es nicht mehr um Qualität geht, sondern wenn Kunst zum Event wird und das Museum zu einer Spielfläche für Blockbuster? Nicole Zepter besucht in „Kunst lieben, Kunst hassen ... in Museen“ die Direktoren der Nationalgalerie Berlin, ist in Frankfurt im Städel, der Schirn und dem MMK sowie in der Tate Gallery of Modern Art in London und fragt, wie die Museen mit dem neuen Hype umgehen.

Der Kunstmarkt hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Kunst ist zu einem Lifestyle geworden: Menschen campen vor Museen, Blockbuster-Ausstellungen sind bestens besucht, Künstler sind zu Helden und Superstars der Neuzeit geworden. Doch was bedeutet es für die Kunst, wenn das Event im Vordergrund steht? Das fragt sich auch die Berliner Journalistin Nicole Zepter im Buch „Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe“. In „Kunst lieben, Kunst hassen ... in Museen“ trifft Nicole Zepter auf die wichtigsten Museumsmacher unserer Zeit: Max Hollein im Städelmuseum und Susanne Gaensheimer im MMK in Frankfurt, Udo Kittelmann in der Neuen Nationalgalerie in Berlin und Chris Dercon in der Tate in London. „Man darf sich heute nicht mehr kritisch über Kunst unterhalten, es fühlen sich gleich alle angegriffen“, sagt Chris Dercon. Auch die Tate macht Blockbuster-Ausstellungen wie Matisse, aber sie zeigt auch meditative Räume von Mark Rothko. Susanne Gaensheimer ist zufrieden, ihr Konzept ging auf. Hollein will keine jungen Leute ins Museum holen, das sei „naiv“, aber trotzdem zeigt er die lustige Kunst von Erwin Wurm zusammen mit den alten Meistern. Nicole Zepter kommt den Machern auf die Spur. „Ich freue mich, wenn ein unbekannter Künstler Besucher anzieht, weil die Ausstellung weiterempfohlen wird. Aber wir zeigen auch Gerhard Richter, bei dem wir wissen, dass die Menschen kommen.“ Langweilige Ausstellungen gibt es dennoch immer wieder, selbst wenn sie „Unendlicher Spaß“ heißen. Am Ende entscheidet jeder Besucher für sich – ein so einfaches wie klares Fazit.

Sonntag, 02.07. / 11.45 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Online verfügbar von 02/07 bis 01/08
Erstausstrahlung

Sonntag, 02.07. / 16.45 Uhr /Metropolis: Leeds
Magazin, Deutschland, 2017, WDR        43 Min.
Online verfügbar von 02/07 bis 30/09
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Leeds

(1): Metropolenreport Leeds: Vielfalt und Avantgarde im Schatten des Brexit Sie ist eine verkannte Schönheit, die drittgrößte Stadt Englands: Leeds. In der einstigen Industriemetropole schlägt das Herz von West Yorkshire, ein innovatives und traditionell auf Vielfalt bedachtes Herz, mit großen Unterschieden zwischen Arm und Reich. Leeds ist nicht nur wirtschaftlich traditionell an Vielfalt interessiert, auch die Kulturszene der Stadt lebt von Innovation und Abwechslung. Das sommerliche Leeds Festival ist die Nummer eins der britischen Musikfestivals, aber auch in anderen Kulturbereichen ist Leeds bestens vertreten; etwa mit der Opera North, die im prächtige Grand Theatre zu Hause ist und die viele für das aufregendste Opernensemble Englands halten, oder mit einer rastlosen Kunstszene, die auch jenseits der opulenten Museen in den weniger renommierten Stadtteilen aktiv ist. Ganz schlecht können sich jedoch die Künstler mit dem anstehenden Brexit abfinden, in dem sie nur Nachteile für sich und die Vielfalt der Stadt befürchten. Junge Musiker und Kulturschaffende sowie der Autor und Leeds-Patriot Mick McCann lassen Dynamik und Spannungen einer quirligen Metropole im Schatten des Brexit erleben.

Sonntag, 02.07. / 17.30 Uhr / Pierre Bonnard - Die Farben des Privaten
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        53 Min.
Regie: Bruno Ulmer
Online verfügbar von 02/07 bis 10/07

Die farbenfrohen Bilder des französischen Spätimpressionisten Pierre Bonnard (1867-1947) zählen zu den bedeutendsten Meisterwerken des 20. Jahrhunderts. Dies stellte eine große Bonnard-Schau unter dem Titel „Pierre Bonnard. Peindre l'Arcadie“ wieder einmal unter Beweis, die das Pariser Musée d’Orsay dem Künstler im Frühjahr 2015 widmete. In der Dokumentation vermitteln Bonnards Gemälde, aber auch Skizzen, Fotografien, Kalendereinträge und Orte, an denen er sich häufig aufhielt, einen Einblick in Bonnards Welt. Die Dokumentation beleuchtet seine Hinwendung zum Privaten, zu einem idealisierten Alltag, die in intimen Aktmalereien, Selbstporträts, Interieurs und Landschaften seinen Ausdruck fand.

Sein Stil war voller lebhafter Farben und vitaler Sinnlichkeit: Pierre Bonnard (1867-1947) war Mitbegründer der französischen Künstlergemeinschaft Les Nabis und zählt zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Dies stellte eine große Bonnard-Schau unter dem Titel „Pierre Bonnard. Peindre l'Arcadie“ wieder einmal unter Beweis, die das Pariser Musée d’Orsay dem Künstler im Frühjahr 2015 widmete. Mit Sinn für feinste Farbwerte zeigen Bonnards Bilder vor allem Vertrautes: Es handelt sich um intime Aktmalereien, Selbstporträts, Interieurs und Naturdarstellungen mit spielenden Kindern oder tanzenden Frauen. Bonnard hatte ein zurückhaltendes Wesen, liebte aber die Farben und die Frauen: Die Besessenheit des Malers nach Serien zeigt sich in den unzähligen Porträts, die er unermüdlich von seiner Frau Marthe malte. Zu Bonnards Lebzeiten stieß sein zeitloses Werk immer wieder auf Kritik. Heute zeichnen sich seine durchdachten Kompositionen durch eine enorme Modernität aus, wie die große Retrospektive des Musée d'Orsay zeigt. Wie wurde Bonnard zu dem Magier der Farben, dessen Pinsel die Wirklichkeit in eine einzigartige, glühende Welt verwandelte? Und war Pierre Bonnard wirklich nur ein Maler des Glücks und des idealisierten Alltags? In der Tat sind seine Werke überaus lebensvolle Momentaufnahmen der Realität. Doch gleichzeitig geht von ihnen auch eine Unruhe aus, eine verhohlene Angst angesichts der Vergänglichkeit des gerade gelebten Augenblicks. „Wer singt, ist nicht immer glücklich“, sagte Bonnard. Widersprüchlich an Bonnards Persönlichkeit ist auch, dass er sehr gerne reiste, seine Motive aber auf Alltägliches reduzierte. Er hielt sich stets abseits, und im Gegensatz zu Matisse und Picasso wurde ihm nicht zu Lebzeiten die Ehre eines eigenen Museums zuteil. In der Dokumentation vermitteln Bonnards Gemälde, aber auch seine Kalendereinträge, seine vielen Skizzen, die weniger bekannten Fotografien und die Orte, die er in farbig vibrierenden Oberflächenstrukturen auf die Leinwand brachte, Einblicke in die Welt der französischen Spätimpressionisten.

Sonntag, 02.07. / 18.25 Uhr / Juan Diego Flórez & Friends in Concert for Sinfonía por El Perú
Musik, Spanien, 2015, ARTE F        43 Min.
Regie: Agnes Méth
Dirigent: Andriy Yurkevych
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Jules Massenet, Giacomo Puccini, Jacques Offenbach, Gioachino Rossini, Giuseppe Verdi
Orchester: Harmonia Symphony Orchestra, Wiener Philharmoniker

Mit: Luca Pisaroni (Bassbariton), Ildar Abdrazakov (Bass), Valentina Nafornita (Sopran), Aida Garifullina (Sopran), Vittorio Grigolo (Tenor), Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Anna Bonitatibus (Mezzosopran), Anna Netrebko (Sopran), Celso Albelo (Tenor), Alessio Arduini (Bariton), Juan Diego Flórez (Tenor), Michele Pertusi (Bass), Clemens Unterreiner (Bariton)

Online verfügbar von 02/07 bis 10/07

Musik als Mittel für Entwicklung und soziale Integration: Für dieses Anliegen konnte der peruanisch-österreichische Tenor Künstler gewinnen, die wie er selbst internationalen Ruhm genießen: In dieser Sendung singen Luca Pisaroni, Ildar Abdrazakov, Valentina Nafornita, Aida Garifullina und Vittorio Grigolo, begleitet vom Harmonia Symphony Orchestra unter der Leitung von Andriy Yurkevych. Das Ensemble – es vereint junge Musiker aus Peru, Kolumbien, der Türkei und Südafrika – spielt zusammen mit Musikern aus den Reihen der Wiener Philharmoniker. Auf der Benefiz-Gala im April erklangen beliebte Arien von Mozart, Massenet, Puccini, Offenbach und Rossini. Mit Perlen aus dem französischen, deutschen und italienischen Opernrepertoire vermittelt das Programm eine Botschaft der Zuwendung und der Solidarität. Die Einnahmen des Benefiz-Galakonzertes kamen zur Gänze der Organisation Sinfonía por El Perú zugute, einem umfassenden, von Juan Diego Flórez gegründeten Sozialprojekt. Es unterstützt benachteiligte Kinder in Peru – dem Heimatland des Tenors – durch die Schaffung von Zentren, in denen Orchester- und Chorpraxis ausgeübt werden. Bereits in 15 verschiedenen Städten wurden musikalische Zentren errichtet, in denen Jungen und Mädchen aus schwierigen Lebensverhältnissen kostenlosen Musikunterricht bekommen. Juan Diego Flórez selbst begann seine Musikausbildung in seiner Heimatstadt Lima. Später setzte er seine Studien in den USA und Italien fort und gab 1996 sein Operndebüt beim Rossini Opera Festival in Pesaro. Heute gilt Flórez als einer der international renommiertesten Tenöre weltweit.

Sonntag, 02.07. / 23.50 Uhr / Durch die Nacht mit ....Martina Gedeck und Navid Kermani in Neapel
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF        52 Min.
Regie: Niloufar Taghizadeh Toussi
Online verfügbar von 02/07 bis 30/09
Erstausstrahlung

Der Schriftsteller Navid Kermani und die Schauspielerin Martina Gedeck verbringen einen Abend voller Gegensätze in Neapel. Sie treffen Pater Don Antonio Loffredo in der Katakombe von San Gaudioso und den Tangolehrer Ali Namazi, der Martina Gedeck das Tangotanzen beibringt. Sie sprechen über Liebe, Leidenschaft, Literatur und über die Magie der Kamera.

Auf der Piazza del Plebiscito wird klar, dass Navid Kermani und Martina Gedeck unterschiedliche Erinnerungen an ihr erstes Treffen haben, denn beide können sich nicht mehr genau an die Gespräche mit viel Alkohol erinnern. Kermani will nun den Rat einer Freundin befolgen und während des Drehs keinen Alkohol trinken. Im sozialen Brennpunkt Sanità besuchen sie die Basilica Santa Maria della Sanità und treffen Pater Don Antonio Loffredo, der mit Jugendlichen aus armen Familien die Katakomben San Gaudioso wieder zu einem attraktiven Ort für Touristen gemacht hat. Die Geschichte der Katakomben zeigt, dass es eine lange Tradition von nordafrikanischen Einwanderern in Neapel gibt. In einem Restaurant versuchen Gedeck und Kermani, weiter herauszufinden, wie ihr zweites Treffen im Deutschen Bundestag war. Gedeck will zunächst nicht glauben, dass Kermani sich bewusst neben sie setzen ließ. Sie besuchen die Gallerie d'Italia mit dem berühmten Gemälde der heiligen Ursula von Caravaggio – ein Bild, das Kermani liebt und in dem er eine feministische Legende sieht. Sie lernen den Iraner Ali Namazi kennen, der vor 43 Jahren als Architekturstudent nach Italien kam und die erste Tangoschule Italiens gründete. Nach einigen Gläsern Wein sind die guten Vorsätze vergessen: Das Kamerateam wird nach dem Blick über Neapel weggeschickt.

Sonntag, 02.07. / 00.45 Uhr / G. Mahler – Auferstehungssymphonie
J.C. Casadesus & Orchestre National de Lille
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        91 Min.
Regie: Laurent Colin
Dirigent: Jean-Claude Casadesus
Chor: Choeur Philarmonique Tchèque de Brno
Komponist: Gustav Mahler
Orchester: Orchestre National de Lille
Online verfügbar von 02/07 bis 09/07

In der Saison 2015/16 feierte das Orchestre national de Lille gleich zwei bedeutende Jubiläen: das 40-jährige Bestehen des Orchesters und den 80. Geburtstag des Gründers und musikalischen Leiters, Jean-Claude Casadesus. Für diesen festlichen Anlass wurde eigens ein komplettes Wochenendprogramm geplant, in dessen Mittelpunkt der Lieblingskomponist des Orchesters und des Maestros steht: Gustav Mahler. ARTE zeigt die Aufführung von Mahlers zweiter Symphonie, die auch als „Auferstehungssymphonie“ bekannt ist. Es singt der Tschechische Philharmonische Chor Brünn unter der Leitung von Petr Fiala. Die in der Ukraine geborene Sopranistin Olena Tokar und die österreichische Mezzosopranistin Hermine Haselböck übernahmen die Soloparts. Das von Jean-Claude Casadesus gegründete Orchestre national de Lille gab sein erstes Konzert im Januar 1976, mit der Cellisten-Legende Mstislaw Rostropowitsch als Solisten. Seitdem hat es sich unter Führung seines visionären Leiters zu einem Orchester entwickelt, das nicht nur auf nationaler Ebene musikalische Maßstäbe setzt und hervorragende Qualität mit größter Nähe zum Publikum verbindet. Jedes Jahr tritt das Orchester in seinem Konzertsaal in Lille auf. Die Stadt Lille liegt im Norden Frankreichs, an der Grenze zu Belgien und ist die Hauptstadt der Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie. Der Konzertsaal befindet sich inmitten des Gebäudekomplexes Nouveau Siècle.

Zusatzinfo:
Jean-Claude Casadesus gehört einer der bekanntesten Künstlerfamilien Frankreichs an. Seine Mutter Gisèle Casadesus ist eine bekannte Schauspielerin, sein Großonkel, der Pianist Robert Casadesus, arbeitete mit Maurice Ravel zusammen und spielte als Erster die gesamten Klavierwerke Ravels auf Schallplatte ein. Der Gründer des Orchestre national de Lille will trotz seines Alters seinem Orchester weiterhin die Treue halten, solange es noch keinen würdigen Nachfolger gibt. In einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP versicherte er: „Es hat mich niemand gebeten zu gehen! Ich bin bestens in Form und dirigiere in der ganzen Welt. Das Haus floriert, und der neue Konzertsaal hat eine wunderbare Akustik. Der neue musikalische Leiter wird im Laufe des Jahres 2016 ernannt.“ Der Chefdirigent des Orchesters widmete das Konzert den Opfern der Anschläge von Paris, die sich kurz vor der Aufzeichnung im November 2015 ereignet hatten. Die Sendung ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv

Donnerstag, 06.07. / 20.15 Uhr / Live aus Aix-en-Provence, Carmen von Bizet
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F        180 Min.
Regie: Andy Sommer
Dirigent: Pablo Heras-Casado
Kostüme: Elena Zaitseva
Chor: Choeur Aedes, Maîtrise des Bouches-du-Rhône
Komponist: Georges Bizet
Libretto: Henri Meilhac & Ludovic Halévy
Licht: Gleb Filshtinsky
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Orchester: Orchestre de Paris

Mit: Stéphanie d'Oustrac (Carmen), Michael Fabiano (Don José), Elsa Dreisig (Micaëla), Michael Todd Simpson (Escamillo), Gabrielle Philiponet (Frasquita), Virginie Verrez (Mercédès), Christian Helmer (Zuniga), Pierre Doyen (Moralès), Guillaume Andrieux (Le Dancaïre), Mathias Vidal (Le Remendado)
Erstausstrahlung


Archivaufnahme aus dem Hof des Erzbischöflichen Palais, dem Théâtre de l’'Archevêché
2017 überträgt ARTE die Inszenierung von „Carmen“ live vom Internationalen Opernfestival in Aix-en-Provence
© Vincent Pontet

Live vom Internationalen Opernfestival in Aix-en-Provence: Bizets „Carmen” bildgewaltig inszeniert von Dmitri Tcherniakov, der bereits im Jahr 2010 für seine Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni” von Publikum und Kritik gefeiert wurde. Tcherniakov ist bekannt für seine ausgefallenen dramaturgischen Ideen und so bietet er dem Publikum auch den Klassiker „Carmen“ in einer ganz eigenen, unverwechselbaren Lesart. Es spielt das Orchestre de Paris unter der musikalischen Leitung des spanischen Dirigenten Pablo-Heras Casado, der schon 2014 mit einer viel beachteten „Zauberflöte“ in Aix-en-Provence von sich reden machte.

Die Inszenierungen des Russen Dmitri Tcherniakov tragen eine ganz eigene Handschrift: Wenn Dmitri Tcherniakov beim Festival von Aix-en-Provence 2017 zum ersten Mal Bizets „Carmen“ inszeniert, darf man wieder mit einer sehr originellen Lesart rechnen. Um die im Libretto etwas klischeehaft gezeichneten Figuren stärker greifbar zu machen, erzählt Tcherniakov Carmens Geschichte aus der Perspektive von Don José. Damit knüpft er an die literarische Vorlage von Prosper Mérimée an. Don José und Micaëla sind einander versprochen, doch wie gleich zu Beginn deutlich wird, begehrt er sie nicht mehr. Deshalb bringt ihn Micaëla zu einer Therapie, bei der mit Rollenspielen versucht wird, die Libido des Soldaten wieder zu erwecken. Das Geschehen spielt an einem einzigen weitläufigen Schauplatz: Der Raum ist mit Fenstern und Eingängen versehen, die im ersten Stock auf eine Galerie führen. An diesem Ort spielen sich die Garnisonsszenen, der Flirt mit den Arbeiterinnen in der Zigarettenfabrik und vor allem der Auftritt der erotischen Carmen ab. Alle Szenen des Stücks erscheinen imaginär, und auch Carmen ist als fiktive Figur angelegt, die versuchen soll, Don José mit ihren Verführungskünsten und Tänzen zu heilen. Aber dieser versteht nicht, dass ihm diese Szenen nur vorgespielt werden, und entbrennt in ungezügelter Leidenschaft für Carmen. Durch seine Eifersucht und Aggressivität wird aus dem Spiel bitterer Ernst, bis es zum tragischen Ende kommt. Aber vielleicht ist ja auch der Showdown nur Fiktion …

Zusatzinfo:
Diese originelle Auslegung von „Carmen“ verleiht den beiden Figuren Micaëla und Escamillo eine besondere dramaturgische Tiefe. Dmitri Tcherniakov knüpft in seiner Inszenierung auch an die Faszination an, die viele französische Künstler und Zuschauer im 19. und frühen 20. Jahrhundert für Spanien hegten. Tcherniakov arbeitet mit sehr realistischen Bildern, Untertiteln und Zitaten aus Filmen. Dabei sind seine Operninszenierungen nie ganz textgetreu in Szene gesetzt, denn es kommt ihm vor allem darauf an, dem Publikum Figuren und Situationen glaubhaft nahezubringen.

Freitag, 06.07 . / 23.15 Uhr / Berlin Live: Blondie
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Online verfügbar von 07/07 bis 06/08
Erstausstrahlung

Legenden-Alarm bei „Berlin Live“: die Rock-Ikonen Blondie geben sich die Ehre! Eigentlich muss man zu der Combo um Sängerin Debbie Harry und Gitarrist Christ Stein nichts mehr sagen – die Band ist von Erfolg gekrönt und hat sich dennoch nie dem Kommerz verschrieben. Mittlerweile sind sie über 40 Jahre im Geschäft und können unzählige wegweisende Hits vorweisen. Und diese Songs, ob „Atomic“, „Heart of Glass“, „Call Me“, „Rapture“ oder „Denis“, werden heute immer noch auf der Tanzfläche abgefeiert. Punkrock? Disco? Rap? Pop? Blondie ließen sich nie einem Genre zuordnen. Die Band entsagte seit jeher gängigem Schubladendenken. Zum einen, weil sie Musik immer vielfältig verstand. Zum anderen aber auch, weil Debbie Harry und Chris Stein, eines der außergewöhnlichsten musikalischen Paare überhaupt, vielseitig interessierte Köpfe sind. Sie haben 40 Millionen Alben verkauft und zahllose Preise (Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 2006, NME Godlike Genius Award 2014) gewonnen – Blondies Präsenz ist immer noch so intensiv, dass es niemand wagt, aus ihrer Kunst Nutzen zu ziehen. Genau das fordert ihr elftes Studioalbum „Pollinator“ ein, das zwei Jahre in der Mache war. „Pollinator“ ist ein gigantischer Resonanzkörper. Einer, den Blondie geschaffen haben und von dem sich jüngere Musikerkollegen inspirieren ließen. Im Zusammenschluss entstand das Album, auf dem etwas gänzlich Neues geschaffen wurde – durchzogen von den Spuren, die Blondie mit ihrem eigenen Sound hinterließen. Bei „Berlin Live“ geben sie eine exklusive Kostprobe der brandneuen Songs sowie All-time Favourites zum Besten.

Freitag, 06.07. / 00.20 Uhr / Berlin Live: Kaiser Chiefs
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        61 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 07/07 bis 06/08
Erstausstrahlung

Für Fans der Kaiser Chiefs gab es im Oktober 2016 allen Grund zur Freude: Die fünf Herren brachten ihr sechstes Studioalbum „Stay Together“ heraus und bewiesen damit einmal mehr, dass sie zu den wichtigsten Vertretern des Indierock gehören. Songs wie „I Predict a Riot“, „Modern Way“ und vor allem „Ruby“ sind Klassiker des Genres geworden, und auch die Band selbst gehört mittlerweile zur Spitze der Indieszene. Ihr Debütalbum „Employment“ schoss 2005 gleich auf Platz zwei der britischen Charts und die Kaiser Chiefs wurden praktisch über Nacht zu Stars. Mit ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum „Stay Together“ wollen die Kaiser Chiefs ihre Erfolgsserie nun fortsetzen und natürlich auch Fans und Kritiker musikalisch überzeugen – eine Mission, die ihnen sicher gelingen wird. Ihr Auftritt bei „Berlin Live“ bringt das Publikum jedenfalls schon mal richtig zum Kochen

Freitag, 06.07 . / 01.25 Uhr / Finnisches Blut, schwedisches Herz
Dokumentarfilm, Finnland, Frankreich, 2012, ARTE, YLE        90 Min.
Regie: Mika Ronkainen
Online verfügbar von 07/07 bis 14/07

Der 40-jährige Kai Latvalehto und sein Vater Tauno fahren von der nordfinnischen Stadt Oulu nach Göteborg. Dort lebten sie in den 70er Jahren zehn Jahre lang. In dieser Zeit emigrierten zahlreiche Finnen aus ökonomischen Gründen nach Schweden. Auf ihrer Reise kehren Kai und Tauno an Orte zurück, in denen Kai seine Kindheit verbrachte. Es werden Erinnerungen wach, die die Beziehung zwischen Vater und Sohn geprägt haben. Die Kompositionen, die die Reise der beiden musikalisch begleiten, geben die Stimmung und die Gefühle einer ganzen Generation wieder, die sich weder Finnland noch Schweden wirklich zugehörig fühlt.

Kai Latvalehto, ehemaliger Musiker der Band Aknestik, möchte mit seinem Vater Tauno von Oulu in Nordfinnland nach Göteborg in Südschweden fahren, um an die Orte zurückzukehren, an denen er in den 70er Jahren einen Teil seiner Kindheit verbracht hat. Auf ihrer Reise treffen sie alte Freunde und skurrile Bekannte. Erinnerungen werden wach; und Vater und Sohn schienen sich so nah zu sein wie nie zuvor. Zunächst unfähig über ihre innersten Gefühle zu reden, entladen sich auf ihrer Fahrt angestaute Schuld- und Schamgefühle und Familiengeheimnisse kommen ans Licht. Der 40-jährige Kai spürt, dass er sich weder in Finnland noch in Schweden richtig zu Hause fühlt. So wird die Reise mit seinem Vater für ihn zu einer Suche nach seiner kulturellen Identität, aber auch nach seiner binationalen Prägung. Was hatte Kais Familie damals eigentlich dazu bewegt, nach Schweden auszuwandern? Und warum ist sie nach zehn Jahren wieder nach Finnland zurückgekehrt? Filmemacher Mika Ronkainen geht diesen Fragen nach, indem er sich der persönlichen Geschichte von Vater und Sohn widmet, die beispielhaft für eine Vielzahl von Finnen ist, die in den 70er Jahren mit der Hoffnung nach Schweden emigrierten, der Arbeitslosigkeit in ihrem Heimatland zu entfliehen und sich ein neues Leben aufzubauen. Die Gefühle und Gedanken, die diese Generation nachhaltig geprägt haben, werden besonders in den Liedern der finnischen Rockmusiker ausgedrückt, die in diesem Dokumentarfilm auftreten. Diese Musik stammt von gebürtigen Finnen, die mit ihren schwedischen Herzen sprechen und die damit zum Ausdruck bringen, dass sie ihre dritte Heimat in der Welt der Musik gefunden haben.

Zusatzinfo:
"Finnisches Blut, schwedisches Herz" verbindet verschiedene Filmgenres, wie Roadmovie und Musical. Die musikalischen Einlagen strukturieren den Dokumentarfilm und lassen den Zuschauer in die Stimmung der 70er Jahre in Finnland und Schweden eintauchen. Die Lieder, die von finnischen Immigranten in Schweden geschrieben wurden, werden von Musikern der nachfolgenden schwedisch-finnischen Generation live im Film präsentiert. Der finnische Dokumentarfilmer und Drehbuchautor Mika Ronkainen, geboren 1970, ist bekannt für seinen unkonventionellen Stil. Er hat bereits mehrere Dokumentarfilme realisiert, unter anderem "Schreiende Männer" (2003), "Meän kesä" (2004) und "Freetime Machos" (2009), der im Dezember 2012 auf ARTE zu sehen war. Mit "Finnisches Blut, schwedisches Herz" greift er, beeinflusst von seinen eigenen persönlichen Erfahrungen, auf die gemeinsame Geschichte von Finnland und Schweden zurück, die in Europa bis heute kaum Beachtung findet. Der Dokumentarfilm wurde auf mehreren Festivals gezeigt, unter anderem auf dem Nordisk Panorama Film Festival 2012.

Samstag, 08.07. / 05.00 Uhr / "Orlando oder die Ungeduld", Olivier Py in Avignon
Theater, Frankreich, 2014, ARTE F        201 Min.
Kostüme: Pierre-André Weitz
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Pierre-André Weitz
Licht: Bertrand Killy
Maske: Pierre-André Weitz
Inszenierung: Olivier Py
Musik: Stéphane Leach
Fernsehregie: Julien Bechara

Mit: Jean-Damien Barbin, Laure Calamy (Ambre), Eddie Chignara (Der Minister), Matthieu Dessertine (Orlando), Philippe Girard, Mireille Herbstmeyer (Die große Schauespielerin), Stéphane Leach (Der Pianist), François Michonneau

Online verfügbar von 08/07 bis 16/07

Zwischen Gottsuche und Theater-Ekstase: Olivier Py schreibt, führt Regie, steht oft selbst auf der Bühne und leitet auch noch das Theaterfestival von Avignon. Nach der Premiere seines Stückes „Orlando oder die Ungeduld“ schrieb der Kritiker der „Welt“, Py sei „eine Stimme, die auf zeitgenössischen Bühnen einzigartig ist“, seine Inszenierung eine „irritierende, vibrierende Hymne an das Theater in allen seinen Formen“. ARTE zeigt die Produktion vom Festival d’Avignon, die 2014 aufgezeichnet wurde, im Rahmen des Festival-Sommers.

Orlando, der Name allein bestimmt schon sein Schicksal. Ob bei Shakespeare, bei Virginia Woolf oder nun bei Py: Orlando ist immer der romantisch verwirrte Held, der auf der Suche ist. Er fragt die Mutter nach dem Vater: „Wer ist mein Vater?“ Seine Mutter ist Schauspielerin, sie lenkt seine Suche zur Welt des Theaters. Die Männer, denen Orlando begegnet und die er, unerschütterlich und unbeirrt, immer wieder für den Vater hält, verkörpern, jeder für sich, eine bestimmte Facette des Theaters: politische Tragödie, erotische Komödie, religiöse Poesie, historisches Heldenepos, philosophische Farce. „Orlando oder die Ungeduld“ ist somit ein Meta-Stück über das Theater selbst. „Orlando oder die Ungeduld“ ist wie ein Kaleidoskop, das sich dreht und dreht und dreht und ständig changiert zwischen pessimistischen und optimistischen Prismen und dabei die Themen berührt, die sich in allen Arbeiten von Oliver Py wiederfinden lassen: Politik, Sexualität, Philosophie, Religion, Theater und Kunst. „Orlando oder die Ungeduld“ ist ein monumentales Manifest über das Theater als Schmelztiegel von Poesie, Metapher und Extravaganz. „Olivier Py inszeniert seinen Text mit der für ihn typischen Bilderflut von vor- und zurückfahrenden Podesten, bombastischen Verkleidungen, allegorischen Spiegeln, Schminktischen, Totenschädeln, Drehbühnen. Theater wird hier gefeiert als die einzigartige Kunstform des Spiels mit dem Spiel“, schrieb Joseph Hanimann in der „Süddeutschen Zeitung“.

Samstag, 08.07. / 17.35 Uhr / Die großen Mythen ~ Die Schöne und das Biest: Psyche
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 08/07 bis 16/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Die Legende der Psyche hat die Zeiten überdauert und wird in zahlreichen Fassungen erzählt. Psyche ist eine Schönheit, jedoch ohne Mann an ihrer Seite. Ihr Vater sieht den Mangel an Verehrern mit Sorge und befragt das Orakel von Delphi. Die Antwort der Priesterin Pythia ist schrecklich: Psyche soll auf einen Hügel steigen, wo ein grässliches Ungeheuer sie heiraten wird. Doch stattdessen erwartet Psyche ein prächtiger Palast. Die abscheuliche Kreatur – ihr Ehemann – ist zärtlich und gütig zu ihr. Ihr Gatte sucht sie bei Nacht auf, doch tagsüber verschwindet er, ohne dass sie ihn zu Gesicht bekommt. Natürlich versucht sie, das Geheimnis um seine Identität zu lüften und bringt mit ihrer Neugier die junge Liebe in Gefahr. Hinter den Kulissen hat Aphrodite, die neidisch auf Psyches Schönheit ist, die Fäden in der Hand. Psyche muss gefährliche Prüfungen meistern, um ihren unbekannten Gemahl wiederzufinden …

Samstag, 08.07. / 18.00 Uhr / Die großen Mythen ~ Der von Göttern stammt: Perseus
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Gaëtan Chabanol
Online verfügbar von 08/07 bis 16/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Perseus hätte eigentlich nie geboren werden sollen. Akrisios, dem König von Argos, wurde prophezeit, dass ihm ein Sohn seiner Tochter Danaë zum Verhängnis werden würde, weshalb er sie in einen Turm sperrt. Doch Zeus verliebt sich in Danaë. Um sie zu erobern, verwandelt sich der Göttervater in einen Goldregen. Aus der Verbindung geht Perseus hervor. Als junger Mann erhält Perseus die Aufgabe, dem Tyrannen Polydektes, der seine Mutter in seiner Gewalt hat, den Kopf der Gorgo Medusa zu bringen. Dies ist der Ausgangspunkt eines großen Abenteuers, das allen nachfolgenden griechischen Helden als Vorbild dient. Von Perseus wird schier Unmögliches verlangt, denn jeder, den Medusas Blick trifft, erstarrt augenblicklich zu Stein. Unterstützt von Hermes und der Göttin Athene macht sich Perseus auf die Suche nach der Gorgo, einer der furchteinflößendsten aller Kreaturen.

Sonntag, 09.07. / 11.15 Uhr / Kunst lieben Kunst hassen ... bei Künstlern
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2015, ZDF        27 Min.
Regie: Nicole Zepter, Nicola Graef
Online verfügbar von 09/07 bis 07/10

Kunst ist zu einem Lifestyle geworden, Kunst verkauft sich global mit schwindelerregenden Preisen, Künstler sind zu Helden und Superstars der Neuzeit geworden. Doch was bedeutet das für die Kunst und vor allem für die Künstler? Das will Nicole Zepter in „Kunst lieben, Kunst hassen ... bei Künstlern“ von Jonathan Meese, Norbert Bisky, Jonas Burgert, Alicja Kwade, Jorinde Voigt und Björn Wallbaum wissen. „Kennt dich keiner, will dich keiner.“ Die Aussagen sind ernüchternd, erfrischend und ehrlich.

Der Kunstmarkt hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Kunst ist zu einem Lifestyle geworden, Kunst verkauft sich global zu schwindelerregenden Preisen, Künstler sind zu Helden und Superstars der Neuzeit geworden. Doch was bedeutet das für die Kunst? Das fragt sich auch die Berliner Journalistin Nicole Zepter im Buch „Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe“ und sucht in der Kunstszene nach Antworten. In „Kunst lieben, Kunst hassen ... bei Künstlern“ besucht Nicole Zepter Künstler und will von ihnen wissen, wie sie diese Entwicklung wahrnehmen. „Bei einem Bild hat mein Galerist gefragt, ob ich das noch 30 Mal malen könnte. Dann hab ich sofort ganz anders gemalt“, erinnert sich Norbert Bisky lachend. Auch Jorinde Voigt, die mit ihren filigranen, intellektuellen Zeichnungen derzeit sehr gefragt ist, zeigt sich oft irritiert: „Nach Eröffnungen redet niemand über Kunst. Schwierig für mich ist es, permanent mit den Enttäuschungen umzugehen. Dass man nicht mehr liefert, dass es Bilder nicht mehr gibt, dass man Ausstellungen absagen muss.“ Nicole Zepter besucht auch Jonathan Meese, den berühmten Agitator der Szene. „Die Künstler sollen einfach nur arbeiten, dann stellt sich der Erfolg von selbst ein.“ „Das Schlimme ist ja heute, dass sich Erfolg in unserer Gesellschaft nur noch über Geld definiert. Gleichzeitig kann ich auch nicht so tun, als würde ich mich nicht darüber freuen.“ So beschreibt Jonas Burgert die Ambivalenz des Künstlers. Er hat Erfolg und Wartelisten, doch die meisten Künstler können nicht von ihren Werken leben. „Kennt dich keiner, will dich keiner“, fasst es Björn Wallbaum zusammen, der nebenbei arbeiten muss, um sich sein Leben als Künstler zu finanzieren.

Sonntag, 09.07. / 11.40 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Online verfügbar von 09/07 bis 08/08

Block 1: Musik
Block 2: Kino
Block 3: Malerei

Block 1: Musik
(1): Story: Les Trois Baudets
Am Fuße des berühmten Pariser Montmartre-Hügels befindet sich „Les Trois Baudets“, eine in den 40er Jahren vom Musikproduzenten Jacques Canetti eröffnete Bar. Ein kultiger Ort, wo sich viele später berühmt gewordene französische Autoren, Komponisten oder Schauspieler trafen. Françoise Canetti und Alain Poulange nehmen die legendäre Adresse genauer unter die Lupe.

(2): Jukebox: „Lady Marmelade“
Vor mittlerweile 16 Jahren haben die vier amerikanischen Popstars Christina Aguilera, Lil’ Kim, Mya und Pink ihr Gesangstalent vereint und den Soundtrack zum Film „Moulin Rouge“ von Baz Luhrmann aufgenommen. Dafür haben sie Patti Labelles bekannten Hit aus dem Jahr 1974 neu vertont, der jedermann vor allem wegen der Textzeile „Voulez-vous coucher avec moi?“ im Gedächtnis geblieben ist.

(3): Starsystem: Montmartre als Kulisse in Musikvideos
Das Kultviertel rund um den Montmartre-Hügel mit all seinen Gassen, Mühlen und Akkordeonspielern strahlt noch immer die Atmosphäre des Paris von früher aus. Die Nostalgie und der stadttypische Chic ziehen besonders Künstler magisch an. Wer berühmt werden oder bleiben will, sollte sich unbedingt an altbewährte Montmartre-Methode halten …

Block 2: Kino
(1): Story: French Cancan
Nach einem mehrjährigen Aufenthalt Hollywood kam Jean Renoir nach Frankreich zurück – und drehte „French Can-Can“ (1954). Trotz dem bewusst gewählten typisch französischen Thema ließ der Regisseur doch etwas von der amerikanischen Musicalszene einfließen. Die Kritikerin Charlotte Garson beleuchtet den Kultfilm etwas genauer.

(2): Garderobe: Der Rüschenrock
Das Pariser Moulin Rouge, die absolute Hochburg des French Cancan, ist bekannt für seine Tänzerinnen, die endlos lange Beine in die Luft werfen und dabei heftig die Unterröcke schütteln. Derlei Rüschenröcke wurden früher als Unterröcke getragen, heute sind sie ein selbstständiges Modestück.

(3): Skandal: Amélie
Als 2001 der Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ in die Kinos kam, waren Kritiker und Zuschauer gleichermaßen aus dem Häuschen. Die französischen Journalisten Serge Kaganski und Frédéric Bonnaud setzten der Begeisterung einen Dämpfer auf, als sie in der französischen Zeitung Libération einen provokanten Artikel veröffentlichen, der das Bild des im Film vermittelten Frankreichs mit seiner „Saubermann“-Gesellschaft verreißt. Skandal!


Block 3: Malerei

(1): Ikone: Toulouse-Lautrec
Der französische Maler Henri de Toulouse-Lautrec zählt mit zu den größten Ikonen von Montmartre. Seine Bilder halten eine Epoche ebenso wie dieses legendäre Pariser Stadtviertel auf ewig fest. Der Romanschriftsteller Franck Maubert erzählt die Lebensgeschichte des beeindruckenden Künstlers.

(2): Listomania: 10 Dinge, die man nicht unbedingt über die Montmartre-Maler weiß
Jeder weiß, dass Montmartre früher das Künstlerviertel schlechthin war, dass Picasso hier im Bateau Lavoir sein Bild „Demoiselles d’Avignon“ präsentierte und dass die Place du Tertre zu bestimmten Zeiten hoffnungslos überlaufen ist. Hier jetzt aber zehn Infos zu den Malern von Montmartre, die weniger geläufig sind …

(3): Rare Perle: Jean Renoir und Montmartre
Am 27. Oktober 1968 war Jean Renoir bei der französischen Fernsehsendung „L’invité du dimanche“ eingeladen. Eine Reportage zeigt den Regisseur in seinem Viertel. Renoir führt eine amerikanische Journalistin durch Montmartre, berichtet, wie es sich in diesem Viertel zu Zeiten seines Vaters lebte und wie es für seinen Film „French Cancan“ zur Inspiration wurde.

Sonntag, 09.07. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Best of Documenta
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 09/07 bis 07/10
Erstausstrahlung

(1): Best of Documenta

(1): Best of Documenta In diesem Sommer ist es endlich wieder so weit: Die Documenta, die weltweit wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst, findet traditionell nur alle fünf Jahre in Kassel statt. 2017 ist die Documenta 14 zum ersten Mal auch an einem zweiten Schauplatz vertreten: Am 8. April wurde die Ausstellung unter dem Motto „Von Athen lernen“ in der griechischen Hauptstadt eröffnet. „Metropolis“ stellt in seiner Sonderausgabe einige der diesjährigen Documenta-Künstler und ihre Werke vor.

Sonntag, 09.07. / 17.30 Uhr / Iranparadox
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Nathalie Masduraud, Valérie Urréa
Online verfügbar von 09/07 bis 16/07
Erstausstrahlung

Der Iran fasziniert – und bleibt doch ein Land voller Kontraste. Zwischen Tradition und Moderne begeben sich kreative und mutige junge Fotografen auf eine künstlerische Gratwanderung zwischen Erlaubtem und Verbotenem. Von Teheran bis zum Urmiasee begleitet der Film fünf dieser Fotografen bei der Arbeit und taucht ein in die islamische Republik jenseits der Klischees.

Die Fotografen Daryani, Shadi Ghadirian, Tahmineh Monzavi, Newsha Tavakolian und Abbas Kowsari werfen einen ganz eigenen, geradezu radikalen Blick auf ihr Land: den Iran. Obwohl Kunst und Kultur unter staatlicher Aufsicht stehen, haben sich die Fotografen aus der Generation nach der Islamischen Revolution von 1979 dafür entschieden, zu bleiben – aus Stolz und Verbundenheit mit ihrer Kultur. Mit Kreativität, Mut und nicht zuletzt jeder Menge Leidenschaft fotografieren sie an der Zensur vorbei und zeigen die unerwartete Realität eines komplexen Landes zwischen Moderne und Tradition. Durch ihre Linse werden bislang kaum bekannte Aspekte des iranischen Alltags sichtbar gemacht und Stereotype aufgebrochen. Daryani, Shadi Ghadirian, Tahmineh Monzavi, Newsha Tavakolian setzen sich in ihren Werken insbesondere mit dem Status und der Rolle der Frau in der iranischen Gesellschaft auseinander. Spiegelbildlich dazu hinterfragt Abbas Kowsari die Bedeutung von Männlichkeit im Iran. Von Teheran über Kaschan bis zum Urmiasee begleitet der Film die Fotografen auf ihrer künstlerischen Gratwanderung zwischen Erlaubtem und Verbotenem und enthüllt dabei völlig neue Facetten eines kontroversen und faszinierenden Landes.

Sonntag, 09.07. / 18.25 Uhr / Puccini, Gershwin und Massenet in Baden-Baden
Musik, Deutschland, 2013, SWR        44 Min.
Regie: Torben Schmidt Jacobsen
Dirigent: François-Xavier Roth
Komponist: Jules Massenet, Charles Gounod, George Gershwin, Giacomo Puccini, Luigi Arditi
Orchester: SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

Mit: Olga Peretyatko (Sopran), Gabriela Montero (Klavier)

Online verfügbar von 09/07 bis 16/07

Zwei junge Solistinnen von Weltrang treffen sich auf der Bühne des Baden-Badener Festspielhauses und entführen das Publikum nach Frankreich und in die Neue Welt. Die russische Sopranistin Olga Peretyatko singt Arien von Charles Gounod und Jules Massenet. Die venezolanische Ausnahmepianistin Gabriela Montero gibt George Gershwins "Rhapsody in Blue" zum Besten. Für die "Canzone di Doretta" aus Puccinis "La Rondine" stehen sie gemeinsam auf der Bühne.

Olga Peretyatko studierte in ihrer Heimatstadt Sankt Petersburg und in Berlin. Sie verbindet in ihrem Gesang lyrischen Ausdruck mit technischer Brillanz und Intensität, verfügt also über die Talente, die für einen wahrhaftigen Ausdruck auch bei halsbrecherischen Koloraturen nötig sind. ARTE-Zuschauer konnten sie bereits bei der Folle Journée von Nantes 2011 erleben, und im Sommer darauf war sie die Nachtigall in Strawinskys gleichnamiger Oper („Le Rossignol“) in Aix-en-Provence. In Baden-Baden gab sie ihr umjubeltes Debüt bei den Pfingstfestspielen 2012, als sie kurzfristig als Adina in Rolando Villazóns Inszenierung von "Der Liebestrank" einsprang. Und auch sonst singt sie Belcanto- und Koloraturpartien in großen Häusern auf der ganzen Welt. Die aus Caracas stammende Gabriela Montero hat sich, flankiert von großen Orchestern und Dirigenten, ein breites Klavier-Repertoire erspielt und ist dazu eine in aller Welt anerkannte Meisterin der Improvisation. Regelmäßig gibt sie Konzerte, bei denen Sie auf Zuruf des Publikums über bestimmte Themen frei improvisiert. In diesem Konzert hat ihr der Konzertmeister eine Melodie aus Bernsteins "West Side Story" vorgeschlagen. Montero hat daraus ein Glanzstück gezaubert. Der Komponist der "Rhapsody in Blue", George Gershwin, soll als Pianist der Uraufführung seines Stückes 1924 seinen Part auch teilweise improvisiert haben. Montero befindet sich also in bester Gesellschaft.

Sonntag, 09.07. / 21.50 Uhr / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg
Oper, Deutschland, 2017, BR        210 Min.
Regie: Tilo Krause
Dirigent: Kirill Petrenko
Chorleitung: Sören Eckhoff
Kostüme: Romeo Castellucci
Chor: Chor der Bayerischen Staatsoper
Choreographie: Cindy Van Acker
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Romeo Castellucci
Licht: Romeo Castellucci
Inszenierung: Romeo Castellucci
Orchester: Bayerisches Staatsorchester

Mit: Georg Zeppenfeld (Hermann, Landgraf von Thüringen), Klaus Florian Vogt (Tannhäuser), Christian Gerhaher (Wolfram von Eschenbach), Dean Power (Walther von der Vogelweide), Peter Lobert (Biterolf), Ulrich Reß (Heinrich der Schreiber), Ralf Lukas (Reinmar von Zweter), Anja Harteros (Elisabeth, Nichte des Landgrafen), Elena Pankratova (Venus), Elsa Benoit (Ein junger Hirt)

Erstausstrahlung

Im Rahmen der Münchner Opernfestspiele 2017 „Oper für alle“ zeigt ARTE Wagners „Tannhäuser“ live unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper und designierter Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Solisten sind Klaus Florian Vogt in der Titelrolle und Anja Harteros als Elisabeth. Für die Inszenierung zeichnet der italienische Regisseur Romeo Castellucci verantwortlich, der für seine bild- und klanggewaltige Bühnenästhetik bekannt ist.

„Tannhäuser ist Außenseiter in einer Welt, die sich in den besinnungs- und zeitlosen Rausch des immer Gleichen sowie der irrationalen Emotion und in eine nicht mehr veränderungsfähige geregelte Rationalität aufgespalten hat“, so beschreibt Richard Wagner den Zwiespalt seines Titelhelden. Auf der Suche nach Originalität gibt sich Tannhäuser dem Rausch des Venusbergs hin und sucht gleichzeitig nach Halt in der streng reglementierten Welt der ritterlichen Gesellschaft. Einzig der Tod der treu liebenden Elisabeth, ein Ausstieg aus der irdischen Struktur, bringt Tannhäuser Erlösung. Wagners Oper thematisiert im „Sängerkrieg auf der Wartburg“, bei dem mittelalterliche Minnesänger wie Wolfram von Eschenbach oder Walther von der Vogelweide vertreten sind, die Suche des zerrissenen Künstlers nach Hingabe und Liebe. In einer Inszenierung des für seine suggestiven Bildwelten bekannten Regisseurs Romeo Castellucci singt die Sopranistin Anja Harteros als Elisabeth unter anderem neben dem Tenor Klaus Florian Vogt in der Titelpartie, dem Bariton Christian Gerhaher als Wolfram, der Sopranistin Elena Pankratova als Venus und Georg Zeppenfeld als Landgraf. Kirill Petrenko, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper und designierter Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, hat die musikalische Leitung der Neuproduktion inne.

Freitag, 14.07. / 22.10 Uhr / United Kingdom of Pop - Die Geschichte von Europas Popnation Nr. 1 (½): Wie alles begann
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Jobst Knigge, Nicole Kraack, Matthias Reitze
Online verfügbar von 14/07 bis 13/08
Erstausstrahlung

Die Briten haben der Welt die Beatles, Led Zeppelin, Coldplay und Adele geschenkt, James Bond, Harry Potter, Monty Python, Mr. Bean und Eddie Izzard. "United Kingdom of Pop" würdigt die innovativste Pop-Großmacht Europas und feiert die Genres, ihre Stars und Subkulturen. Akteure und Zeitzeugen lassen die letzten sechs Jahrzehnte Revue passieren – und beschwören den einzigartigen offenen und multikulturellen Geist der britischen Popkultur. Der erste Teil beleuchtet die Anfänge der eigenständigen britischen Popkultur von den 50er Jahren bis zur Entstehung des Punk.

Großbritannien ist definitiv Europas Popnation Nummer eins! Von dort kommen nicht nur die Beatles, die Rolling Stones, Led Zeppelin, Coldplay und Adele, sondern die Briten haben Europa und der Welt auch James Bond und Harry Potter sowie Monty Python, Mr. Bean und Eddie Izzard geschenkt. Musik, Mode und Humor aus Großbritannien gehören zum Kern der europäischen Leitkultur. Der erste Teil der Dokumentation beleuchtet die ersten Jahrzehnte eigenständiger britischer Popkultur – angefangen beim Einfluss von Jazz und R'n'B der 50er Jahre über die Swinging Sixties mit den Beatles und den Rolling Stones, der "British Invasion", weiter bis zum Punk, zu Glam und Metal und zieht dann Verbindungen in die Gegenwart.

Zusatzinfo:
Die zweiteilige Kulturdokumentation "United Kingdom of Pop" würdigt die innovativste Pop-Großmacht Europas und feiert die wegweisenden Genres, ihre Stars und Subkulturen. Mit bedeutenden Akteuren und Zeitzeugen lässt sie die großen Entwicklungslinien der letzten sechs Jahrzehnte Revue passieren und hat dabei auch die zentralen politischen, kulturellen und ökonomischen Ereignisse im Blick, die sich in der Popkultur des Landes spiegeln. Vor allem verneigt sich "United Kingdom of Pop" vor dem offenen und multikulturellen Geist, der die britische Popkultur so groß und einzigartig gemacht hat.

Freitag, 14.07. / 23.05 Uhr / United Kingdom of Pop - Die Geschichte von Europas Popnation Nr. 1 (2/2): Der britische Weg
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Nicole Kraack, Matthias Reitze, Jobst Knigge
Online verfügbar von 14/07 bis 13/08
Erstausstrahlung

Die Briten haben der Welt die Beatles, Led Zeppelin, Coldplay und Adele geschenkt, James Bond, Harry Potter, Monty Python, Mr. Bean und Eddie Izzard. "United Kingdom of Pop" würdigt die innovativste Pop-Großmacht Europas und feiert die Genres, ihre Stars und Subkulturen. Akteure und Zeitzeugen lassen die letzten sechs Jahrzehnte Revue passieren – und beschwören den einzigartigen offenen und multikulturellen Geist der britischen Popkultur. Teil zwei der Dokumentation beginnt in den tristen 80er Jahren und zeigt die Entwicklung der britischen Popkultur bis in die Gegenwart.

Der zweite Teil der Kulturdokumentation "United Kingdom of Pop" beschreibt unter der Überschrift "Der britische Weg" die Entwicklung der Popkultur auf der Insel aus den tristen 80er Jahren hin zu "Cool Britannia", der Zeit des Labour-Aufsteigers Tony Blair Ende der 90er Jahre bis hin zu seinem Fall. Dabei wirft der Film einem Blick darauf, wie sich in dieser Zeit die Musik-und Lebensstile auseinander bewegen: vom Fließband-Pop zu Elektro, von diversen Boy- und Girlgroups zu "Pop Idol", vom Hip-Hop zu Grime. "Der britische Weg" scheint in der Jetztzeit im Brexit zu enden, eine Entscheidung, deren Folgen derzeit weder politisch noch ökonomisch noch kulturell abzusehen sind.

Freitag, 14.07. / 23.55 Uhr / Monty Python live (Mostly) ~ One Down Five to Go
Varieté, Großbritannien, 2014, ZDF        90 Min.
Regie: Aubrey Powell
Online verfügbar von 14/07 bis 28/08

In weniger als einer Minute waren die 20.000 Tickets für die Reunion-Show von Monty Python in der Londoner O2-Arena ausverkauft. Aufgrund der überwältigenden Nachfrage wurden neun weitere Auftritte der Komiker-Gruppe um John Cleese geplant. ARTE überträgt die letzte dieser Shows, nach der sich Monty Python definitiv trennen werden – eine Mischung aus alten Sketchen und neuem Material mit spektakulären Spezialeffekten.

Die Pressekonferenz im Jahr 2013 war ein Vorgeschmack auf den Hype, den diese Versammlung auslösen würde. Journalisten aus aller Welt waren nach London gekommen, um vom ersten gemeinsamen Auftritt von John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin seit Jahrzehnten zu berichten. Es fehlte lediglich der 1989 verstorbene Graham Chapman. Zehn Shows wurden zwischen dem 1. und dem 20. Juli 2014 angesetzt, die letzte davon wurde weltweit live in Kinosäle übertragen und war im Online-Stream auf ARTE Concert zu sehen. Die Erwartungshaltung der Fans war riesig. Deshalb setzten Monty Python auf eine Mischung aus alten Sketchen und neuem Material. „Wenn man eine Band sagen hört, jetzt spielen wir unsere neuen Songs, weiß man, es ist Zeit, auf die Toilette zu gehen“, sagt Eric Idle. „Monty Python's Flying Circus“ begann 1969 als BBC-Fernsehserie. Bis 1974 entstanden 45 Folgen. Zahlreiche Sketche sind in das kollektive Gedächtnis der Fans rund um den Globus eingegangen. In den 70er Jahren kamen sie auch mit mehreren legendären Filmen wie „Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft“, „Die Ritter der Kokosnuss“ oder „Das Leben des Brian“ in die Kinos. Der bisher letzte gemeinsame Auftritt, damals noch mit Graham Chapman, fand 1982 in Los Angeles statt.

Zusatzinfo: Die Show ist auch auf ARTE Concert zu sehen: http://concert.arte.tv/de

Samstag, 15.07. / 17.35 Uhr / Die großen Mythen: Felsen weinen: Orpheus
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 15/07 bis 23/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Orpheus war der größte Sänger und Dichter der griechischen Mythologie, seine Stimme war von unglaublicher Kraft. Orpheus musste nur über die Saiten seiner Lyra streichen, schon trabte der Wolf friedlich neben dem Lamm und der Fuchs folgte dem Hasen. Die Flüsse an seinem Weg änderten ihren Lauf, um ihm zu lauschen, selbst Felsen und Steine erhoben sich vom Boden. An manchen Abenden, so heißt es, traten selbst die Götter oben auf dem Olymp heraus, um ihn besser singen zu hören. Dabei ist Orpheus kein Gott, sondern vielmehr ein Halbgott. Er ist zwar der Sohn von Kalliope, der Muse der epischen Dichtung und der Redegewandtheit, aber sein Vater ist ein Sterblicher: Oiagros, der König von Thrakien. Bei seiner Geburt legt Apollon, der Gott des Lichts und der Künste, eine Lyra an das Fußende seiner Wiege. Eine besondere Lyra, die jeden verzaubert. Wer in klaren Herbstnächten die Augen hebt, erblickt das Sternbild der Lyra. Das Instrument wurde nach Orpheus' Tod von Zeus an den Himmel genagelt – in Erinnerung an das strahlende Musikgenie. Orpheus wurde nach seiner Geburt von Musen umsorgt. Mit Iasons Team schiffte sich der mutige Jüngling auf der Argo ein, um das Goldene Vlies zu rauben. Am bekanntesten ist jedoch seine leidenschaftliche Liebe zur schönen Eurydike: Diese wird eines Tages von einer Schlange gebissen und stirbt. Orpheus ist tief getroffen und folgt ihr ins Totenreich. Mithilfe seiner Lyra überredet er Hades und Persephone, das Götterpaar der Unterwelt, ihm seine Frau zurückzugeben. Sie willigen ein – unter der Bedingung, dass Orpheus sich auf dem Weg aus der Hölle niemals umdrehen darf, um seine Gemahlin anzusehen. Eine unheimlich schwere Prüfung …

Zusatzinfo: Mehr Informationen im Internet unter: http://sites.arte.tv/grossen-mythen/de/home-grossen-mythen

Samstag, 15.07. / 18.00 Uhr / Die großen Mythen: Rache und Kindermord: Medea
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Juliette Garcia
Online verfügbar von 15/07 bis 23/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Jason ist auf der Suche nach dem wundertätigen Goldenen Vlies. Doch um es zu erlangen, muss er drei Prüfungen bestehen: Als erstes soll er zwei Feuer schnaubende Stiere mit bronzenen Hörnern und Hufen vor einen Pflug spannen. Damit soll er dann vier Morgen Land umpflügen und dort die Zähne eines Drachen aussäen, wohl wissend, dass aus dieser ungewöhnlichen Saat furchterregende Krieger erwachsen werden, die er dann besiegen muss. Jason bittet den grausamen König von Kolchis und dessen wunderschöne Tochter Medea um Beistand. Die mächtige Zauberin wird sich durch Eros in Jason verlieben und beteuert ihm, bei den Prüfungen beizustehen. Sie macht allerdings zur Bedingung, dass er sie vom ungeliebten Vater fortbringt und verspricht, sie zu heiraten. Schließlich gelingt es Jason, das Goldene Vlies zu erbeuten. Die anschließende gemeinsame Flucht hält für Jason und Medea viele Abenteuer, aber auch unglückselige Momente bereit, an denen Medea nicht unschuldig scheint. Das junge Paar flieht nach Griechenland und heiratet. Medea gebiert zwei Söhne. Doch dann erliegt Jason der Versuchung der Macht: Er verlässt Medea und vermählt sich mit der Tochter des korinthischen Königs. Medea ist untröstlich und ersinnt eine grausame Rache.

Zusatzinfo: Mehr Informationen im Internet unter: http://sites.arte.tv/grossen-mythen/de/home-grossen-mythen

Samstag, 15.07. / 22.45 Uhr / Pulp, A Film about Life, Death and Supermarkets
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2014, ARTE F        86 Min.
Regie: Florian HABICHT
Autor: Florian HABICHT
Verleiher: Zed, Larris Dubois-Flavien
Erstausstrahlung
Im Rahmen des Schwerpunkts: Summer of Fish 'n' Chips:
Großbritannien ist das Mutterland des Pop. Zum einen ist das Vereinigte Königreich neben den USA das einzige Land, das internationale Popgrößen über Jahrzehnte quasi fließbandartig produziert hat: Adele, Coldplay, One Direction, Radiohead heute – früher die Beatles, die Rolling Stones, Pink Floyd, Led Zeppelin oder The Who, irgendwo dazwischen Depeche Mode, Robbie Williams, George Michael, Sting oder Queen. Zum anderen bildet Großbritannien für das Musikgeschäft seit jeher den Brückenkopf zwischen den USA und Europa: Erst wer den hart umkämpften englischen Markt knackt und erobert, hat Chancen auf einen wahren Welterfolg. ARTE wagt sich nun – im Jahr, in dem die historischen Verhandlungen über den Brexit beginnen – mit dem Summer of Fish 'n' Chips daran, sechs Jahrzehnte reichhaltigster britischer Popkultur an sechs Wochenenden zu feiern und zu würdigen. Der Programmschwerpunkt bietet markante und kultige Spielfilme wie "Highlander", "Notting Hill", den visionären Horror-Klassiker "Peeping Tom" oder Michael Winterbottoms ikonoklastisches Werk "24 Hour Party People", das die New Wave und Rave-Szene Manchesters wiederauferstehen lässt. Natürlich ist auch dieser "Summer of" wieder reich an hochkarätigen Konzertaufzeichnungen, die von Pink Floyd über Depeche Mode und The Cure hin zu einem aktuellen Konzert von Deep Purple reichen, die in diesem Jahr ihren Bühnenabschied verkündet haben. Eine besondere Perle ist die Ausstrahlung vom Isle of Wight Festival, das 1968 erstmals stattfand und als das europäische Woodstock in die Pop-Annalen einging. Im Programm findet sich außerdem eine neue, unveröffentlichte Dokumentation über das Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", das in diesem Sommer 50 Jahre jung wird. Als zeitgenössisches Gegenstück zeigt ARTE in deutscher Erstaufführung mit "Bunch of Kunst" einen Film über das Musikduo Sleaford Mods, das die Wut und Energie des frühen Punk in sich bündelt, ins Heute transportiert und damit wie keine andere Band die aktuelle Stimmungslage im Land beschreibt. Präsentiert wird der "Summer of Fish 'n' Chips" von dem Mann, der als Sänger der Sex Pistols vor 40 Jahren den Punk miterfand und für gehörig "Anarchy in the UK" sorgte: John Lydon, besser bekannt als Johnny Rotten. Ein Mann, der vielen schon zu Lebzeiten als Legende gilt. Bis zum heutigen Tag mischt er mit seiner Band Public Image Ltd. (PiL) und Hits wie "This is not a love song" weltweit die Musikszene auf. In diesem Frühjahr veröffentlichte er seine gesammelten Texte in dem vielbeachteten Werk "Mr. Rotten's Songbook". Dem beschlossenen Brexit zum Trotz: Die britische Popmusik wird uns sicher auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch erhalten bleiben und uns weiterhin inspirieren, unterhalten und prägen. Ja, überhaupt: Als die Beatles und die Rolling Stones in den Sechzigern auch die kontinentaleuropäischen Hitparaden jahrelang besetzt hielten, war Großbritannien auch (noch) kein Mitglied der Europäischen Union ... Daher gilt bis auf weiteres: Keep cool und – never mind the Brits!

Samstag, 15.07. / 00.15 Uhr / Radiohead in Concert
Lollapalooza Berlin 2016
Musik, Deutschland, 2016, RBB        72 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 15/07 bis 22/07

Im September 2016 spielten Radiohead eines ihrer seltenen Konzerte in Europa, beim Lollapalooza Festival in Berlin. ARTE zeigt exklusiv die Höhepunkte des schon jetzt legendären Auftritts vor 70.000 Besuchern im Treptower Park. Die Altmeister des Alternative Rock starteten mit der Bandgründung 1985 im englischen Oxford eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Kennzeichnend ist ihr Oszillieren zwischen Alternative Rock, Britpop, New Prog und Art-Rock. Umwerfend ist ihr Erfolg: Weltweit verkauften sie mehr als 30 Millionen Tonträger! Neun Studioalben legten die Briten bislang vor, darunter 2007 das Album „In Rainbows“, das die Band für einen frei wählbaren Betrag im Internet zum Download freigab – seinerzeit ein absolutes Novum. 2016 veröffentlichten sie ihr bisher letztes Studioalbum „A Moon Shaped Pool“. Neben Titeln aus diesem Album standen beim Lollapalooza Berlin vor allem die All-Time Favourites aus 30 Jahren Bandgeschichte auf dem Programm: „No Surprises“, „Creep“, „Karma Police“ und viele weitere Songs, für die Radiohead weltweit gefeiert wird. Denn ob auf Solokonzerten oder Festivals: Thom Yorke, Ed O’Brien, Phil Selway sowie Jonny und Colin Greenwood verstehen es immer wieder, ihre Fans mitzunehmen auf eine Reise voller Energie. Das von Perry Farrell gegründete Lollapalooza Festival gibt es in den USA bereits seit 1991. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr fand es im Sommer 2016 zum zweiten Mal in Europa statt – im Treptower Park in Berlin.

Sonntag, 16.07. / 11.30 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        90 Min.
Erstausstrahlung

(1): Story: Die Swinging Sixties
(2): Sinnloser Tod: John Bonham
(3): Story: Englische Komödien
(4): Starsystem: James Bond
(5): Skandal: A Clockwork Orange
(6): Interview: Paul Smith - So british!
(7): Garderobe: Bowie, das Chamäleon
(8): Rare Perle: George Michael

Musik, Kino, Lifestyle und London – das Retropop-Magazin „Abgedreht!“ taucht tief ein in das Herz des Britpop und eröffnet damit gewohnt frech die ARTE-Sommerreihe „Summer of Fish 'n' Chips“. Mit englischem Humor streift die Sendung die Swinging Sixties, Monty Python, „A Clockwork Orange“, Paul Smith und natürlich James Bond als Inkarnation des Londoner Spirits, auch wenn der heute nach dem Brexit ein wenig anders daherkommt.

(1): Story: Die Swinging Sixties Die Geschichte der wilden Sechziger ist die einer Jugend, die leben und gerade durch ihre Musik die Gesellschaft revolutionieren wollte. Der Journalist und herausragende britische Pop-Musikkritiker Jon Savage erzählt die verrückte Geschichte des Jahrzehnts, das unter anderem Musikgrößen wie die Beatles hervorbrachte.

(2): Sinnloser Tod: John Bonham Ein Champion-Frühstück kann für den ganzen Tag fit machen – das Frühstück eines Rockband-Drummers kann hingegen lebensgefährlich werden. Dies musste John Bonham, der legendäre Schlagzeuger der britischen Rockband Led Zeppelin, leider am eigenen Leib erfahren.

(3): Story: Englische Komödien Mit ihrem einzigartigen Sinn für Humor haben die Engländer das Genre der Filmkomödie nicht nur zu einem generellen Must-see gemacht, sondern auch verschiedene Untergenres kreiert: von sozialkritisch bis hin zu humorvoll-grotesk. Man denke an die Monty-Python-Filme, den unvergesslichen Mr. Bean, aber auch an Richard Curtis. Der großartige Ken Loach ließ sich für „Abgedreht!“ auf ein exklusives Interview über die Bandbreite des Genres ein.

(4): Starsystem: James Bond Den berühmtesten aller Spione im Dienste seiner Majestät auf der Leinwand darzustellen, ist eine Ehre, kann aber leicht auch zur Karrierefalle werden. Deshalb muss jeder neue James Bond die Figur ganz individuell für sich neu interpretieren. „Abgedreht!“ entdeckt die James-Bond-Methode.

(5): Skandal: A Clockwork Orange In seinem Roman „A Clockwork Orange“ aus dem Jahr 1962 stellte sich der Autor Anthony Burgess das England der Zukunft vor. Er porträtierte darin einen Helden, der zu extremer Gewalt neigt. Im Gefängnis muss er eine Reihe von Aversionstherapien durchlaufen, die ihn ein für alle Mal von Gewalthandlungen abschrecken sollen. Das Werk wurde von Stanley Kubrick verfilmt, und kam bereits 1972 in die Kinos – Der Film wurde zum wahren Skandal! Trotz der sehr hohen Besucherzahlen und des Erfolgs musste Kubrick den Film nach kurzer Zeit aus den englischen Kinos nehmen.

(6): Interview: Paul Smith - So british! In London öffnet Designer Paul Smith die Türen zu seinem Büro: ein heilloses Durcheinander und zugleich ein wunderbarer Ort für ein Exklusivinterview mit dem exzentrischen Dandy. Hunderte von Sammelobjekten erscheinen wie eine Zusammenfassung seines künstlerischen Lebens – eine endlose Inspirationsquelle. Sir Paul Smith blickt zurück auf seine Anfänge und erzählt von den außergewöhnlichen Freundschaften, die er im Verlauf seiner Karriere geschlossen hat. Ein persönliches Zeugnis über die britische Modewelt.

(7): Garderobe: Bowie, das Chamäleon David Bowie war nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein Mode-Genie: Jede von ihm geschaffene Figur hatte ihre eigene Kultgarderobe. „Abgedreht!“ analysiert die teilweise höchst ausgeflippten Outfits: von Glamrock und Plateauschuhen bis hin zu Zoot Suits und Glitter-Overalls.

(8): Rare Perle: George Michael George Michael im Interview mit Sir Michael Parkinson von der BBC.

Sonntag, 16.07. / 17.20 Uhr / David Hockney - Die wiedergefundene Zeit
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Michael Trabitzsch
Online verfügbar von 16/07 bis 15/08
Erstausstrahlung

David Hockney ist einer der weltweit bekanntesten und populärsten Künstler der Gegenwart. Seine Bilder prägen seit den 60er Jahren die Vorstellungen von Licht und Landschaft Kaliforniens. Seine Swimmingpool-Bilder sind Ikonen der Pop-Art. Im Juli dieses Jahres feiert Hockney seinen 80. Geburtstag. Die Tate Britain richtet ihm eine große Retrospektive aus, das Centre Pompidou ebenfalls. Das Porträt zeigt einen Künstler, bei dem das Maximum an Leben, an Bild, an Realität das Schaffen prägen, bei dem das Naheliegende – Landschaften und Freunde – das Werk bestimmen.

Im Juli dieses Jahres feiert David Hockney, einer der bekanntesten Künstler der Gegenwart, seinen 80. Geburtstag. Die Tate Britain richtet ihm eine große Retrospektive aus. Das Centre Pompidou übernimmt diese Schau, macht sie doppelt so groß und damit zur größten Retrospektive seiner Werke überhaupt. David Hockney, dessen Bilder seit den 60er Jahren die Vorstellungen von Licht und Landschaft Kaliforniens prägen, war Rebell, Dandy, Pop-Artist und Bohemien. Er studierte zusammen mit dem Regisseur Ridley Scott. Neben Francis Bacon und Lucien Freud ist er der letzte der drei großen englischen "Söhne Picassos". In den Swinging Sixties ging er nach Amerika, in das ebenso rebellische wie für einen unbekümmerten Lebensstil bekannte Kalifornien. Da war er schon ein berühmter Künstler, zu seinen Freunden zählten die "Wilden": Dennis Hopper, Andy Warhol und Jack Nicholson. Seine sexuell aufgeladenen Swimmingpool-Bilder aus Los Angeles, wo er sich Haus und Atelier gekauft hatte, machten ihn weltweit bekannt: "A Bigger Splash". Er zog sich nach Santa Monica und Malibu zurück und suchte die Unendlichkeit an Aussichtspunkten des Grand Canyon: "A Bigger Grand Canyon". Hockney adaptierte alle möglichen Techniken, um Realität neu, schnell, zusammengesetzt und seriell wiedergeben zu können, und er blieb immer hungrig, wissensdurstig, innovativ und intensiv. Das Maximum an Leben und Realität prägen sein Schaffen, das Naheliegende – Landschaften und Freunde – machen sein Werk aus, das die Landschaften von Yorkshire und Kalifornien, die Hockneys Leben und Arbeit geprägt haben, in Beziehung zueinander setzen.

Sonntag, 16.07. / 18.15 Uhr / Englands heimliche Hymne ~ Land of Hope and Glory
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR        52 Min.
Regie: Axel Fuhrmann
Online verfügbar von 16/07 bis 23/07

Für die Thronbesteigung von Edward VII. im Jahr 1902 schrieb Edward Elgar den Mittelteil seines ersten der “Pomp and Circumstance Marches” zur Krönungshymne um. Daraus wurde “Land of Hope and Glory”, eines der meistaufgeführten Werke des Commonwealth und fester Bestandteil der “Last Night of the Proms”. Die Dokumentation erzählt die Wirkungsgeschichte des bekannten Werks und beleuchtet die wenig bekannte Biografie des Komponisten, dessen größter Triumph das Werk war, aber zugleich auch Auslöser der größten Tragödie seines Lebens.

Am 8. Mai 1945 tritt die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft, ganz England feiert den Victory in Europe Day. Auch die Londoner Bevölkerung bejubelt den Sieg der Alliierten. Menschenmassen versammeln sich vor dem Gesundheitsministerium, um ihren Premierminister Winston Churchill zu sehen. Als er zum zweiten Mal den Balkon betritt, dirigiert Churchill “Land of Hope and Glory”, die heimliche Nationalhymne der Briten – und Tausende Londoner singen mit. Der prachtvoll instrumentierte Marsch „Pomp and Circumstance“ mit seinem erhabenen Mittelteil „Land of Hope and Glory“ wird nicht nur im Commonwealth zu fast jedem feierlichen Anlass gespielt. 1902 erklingt der Marsch erstmals bei den Londoner Promenade Concerts, dirigiert von deren Gründer Sir Henry Wood. Seitdem ist er fester Bestandteil der „Last Night of the Proms“ – bis heute. Er wurde auch als Englands Hymne bei den Commonwealth Games gespielt, für die sich alle vier Jahre die besten Sportler aus den Ländern des Commonwealth zu Wettkämpfen in verschiedenen Sportarten treffen. Auch deutsche Fußballclubs wie Bayern München haben die Melodie zu Fangesängen gemacht. In Italien hielt das Werk unter dem Titel „Santa Chiesa di Dio“ sogar Einzug in die Kirchenmusik. Axel Brüggemann und Axel Fuhrmann zeigen in ihrem Film, wo das Werk heute gespielt und gesungen wird. Dabei gehen sie der Frage nach, was Dirigenten, Musiker und das Publikum aller Schichten bis heute daran fasziniert. Aber die Dokumentation erzählt auch davon, wie der Komponist Edward Elgar am frühen Tod seiner Freunde und seiner Ehefrau zerbrach.

Zusatzinfo:
Entlang der weltweiten Wirkungsgeschichte seines bekanntesten Werkes, von seiner Entstehung bis heute, beleuchtet der Film in reduzierten Reenactments mit Szenen aus dem Leben des Komponisten, dokumentarischen Neudrehs an Originalschauplätzen und selten gezeigten historischen Filmaufnahmen auch die bis heute der breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Biografie Edward Elgars. Die Sendung ist auch auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv

Sonntag, 16.07. / 20.15 Uhr / Radio Rock Revolution
(The Boat that Rocked)
Spielfilm, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, 2009, ARTE        130 Min.
Regie: Richard Curtis
Kamera: Danny Cohen
Schnitt: Emma E. Hickox
Musik: Nick Angel, Hans Zimmer
Produktion: Working Title Films, Medienproduktion Prometheus Filmgesellschaft, Universal Pictures, StudioCanal
Produzent: Hilary Bevan Jones, Eric Fellner, Tim Bevan
Drehbuch: Richard Curtis

Mit: Emma Thompson (Charlotte), Bill Nighy (Quentin), Tom Sturridge (Carl), Philip Seymour Hoffman (der Graf), Charlie Rowe (James), Kenneth Branagh (Sir Alistair Dormandy), Rhys Darby (Angus Nutsford), Katherine Parkinson (Felicity)

Es ist das Jahr 1966, und fast jeder Brite hört den einen Radiosender: Radio Rock. Ein Piratensender, der von einem Schiff in der Nordsee aus sein Programm sendet. Unzensiert und völlig frei sprechen die DJs über Sex, Drogen und Rock 'n' Roll. Der 18-jährige Carl besucht dort auf dem Meer seinen Patenonkel, nachdem er von der Schule geflogen ist. Quentin ist der Boss des chaotischen Haufens. Was sich seine Mutter dabei gedacht hat, bleibt erst einmal ein Rätsel, denn Disziplin lernt Carl hier nicht. Stattdessen wird er von den Männern und der lesbischen Köchin mit allen Freiheiten und allem Spaß verwöhnt, den sich ein Jugendlicher nur wünschen könnte. Carl lernt die Liebe, Gemeinschaft und viele neue Dinge kennen – dank der Radio Rock Crew. Als seine Mutter zu Besuch kommt, wird Carls Welt ganz auf den Kopf gestellt. Gleichzeitig versucht die britische Regierung, den vorlauten Musikliebhabern einen Maulkorb zu verpassen und den Piratensender untergehen zu lassen.

Zusatzinfo:
Der erste private britische Radiosender funkte in den 60er Jahren von einem Schiff in der Nordsee aus. Radio Caroline war der britischen Regierung lange ein Schmerz im Ohr, denn als Piratensender spielten sie den ganzen Tag die neueste Musik – statt klassischer Werke und staatlich geprüfter Inhalte wie die BBC. Inspiriert von dieser wahren Begebenheit hat Regisseur Richard Curtis („Tatsächlich … Liebe“, 2003; „Alles eine Frage der Zeit“, 2013) eine fiktive Geschichte um Rock und Pop, Rebellion und freie Liebe auf hoher See gedreht. Mit dem wunderbaren Philip Seymour Hoffman als schnoddrigem amerikanischen DJ und Bill Nighy als coolem Chef.

Sonntag, 16.07. / 22.25 Uhr / The Rolling Stones: Havana Moon
Musik, Großbritannien, 2016, ZDF        59 Min.
Regie: Paul Dugdale
Online verfügbar von 16/07 bis 15/08

Zuerst kam Barack Obama, dann kamen die Rolling Stones. Kurz nach dem historischen Besuch des US-Präsidenten im März 2016 kam es auch zu einem historischen Popkonzert: als erste britische Band überhaupt spielten die Rolling Stones ein Open-Air-Konzert in Havanna. Bei freiem Eintritt feierten eine halbe Million begeisterter kubanischer Fans die Rocklegenden, die all ihre großen Hits spielten. Und die dabei selbst auch sichtbar bewegt waren – denn auch für die britischen Altmeister war es ein ganz besonderes Konzert, aus dem ARTE die Highlights zeigt.

Sonntag, 16.07. / 23.25 Uhr / The Life and Death of Peter Sellers
Spielfilm, USA, Großbritannien, 2004, ZDF        120 Min.
Regie: Stephen Hopkins
Autor: Roger Lewis
Kamera: Peter Levy
Schnitt: John Smith
Musik: Richard Hartley
Produktion: De Mann Entertainment, Labrador Films, BBC, Company Pictures, HBO Films, HD Visions Studios
Produzent: Simon Bosanquet
Drehbuch: Stephen McFeely, Christopher Markus

Mit: Geoffrey Rush (Peter Sellers), Charlize Theron (Britt Ekland), Emily Watson (Anne Sellers), John Lithgow (Blake Edwards), Miriam Margolyes (Peg Sellers), Peter Vaughan (Bill Sellers), Sonia Aquino (Sophia Loren), Stanley Tucci (Stanley Kubrick), Stephen Fry (Maurice Woodruff), Harry Goodman (Dennis Selinger), Alison Steadman (Casting-Agentin)
Erstausstrahlung

Zu Beginn der 1960er Jahre gelingt dem beliebten BBC-Radiosprecher Peter Sellers als trotteliger Kino-Gendarm Jacques Clouseau unter der Regie von Blake Edwards der große Durchbruch. Den Weg zum Ruhm hat Sellers auch der verschrobene Regisseur Stanley Kubrick bereitet, mit Rollen in „Lolita“ (1962) und mehr noch in „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964). Mit überdrehten Komödien, Fortsetzungen und Variationen des ersten Inspektor-Clouseau-Hits „Der rosarote Panther“ (1963) nährt Sellers seinen Erfolg. Dabei plagen ihn unablässig Selbsthass und Unsicherheiten. Mehrere Ehen scheitern, auch mit der hübschen Schwedin Britt Ekland. Ein gestörtes Verhältnis zur autoritären Mutter macht Sellers schwer zu schaffen. Sein exzentrischer wie exzessiver Lebensstil lässt ihn zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit werden, bereitet ihm aber auch genug Probleme. Stephen Hopkins hat mit „The Life and Death of Peter Sellers“ eine bunte Revue über das faszinierende Schicksal eines britischen Künstlers gefertigt, der zu den bestbezahlten Schauspielern seiner Zeit zählte und häufig als einer der größten englischen Komiker nach Charlie Chaplin bezeichnet wurde. Mit vielen Stars, einer aufwendigen Ausstattung und einem stimmigen Dekor nimmt der Film den Zuschauer mit auf eine wunderbare Zeitreise, eröffnet unterhaltsame Einblicke in die Filmgeschichte und den gesellschaftlichen Wandel. Der Film nahm 2004 am Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes teil, war Golden-Globe- und neunfacher Emmy-Gewinner und erhielt weitere nationale wie internationale Preise.
[Zusatzinfo]:
    Wenn das Leben eines Schauspielers verfilmt wird, entsteht meist eine Metaebene. Regisseur Stephen Hopkins hat sich mit diesem launischen Filmdrama dem großen britischen Komiker und Schauspieler Peter Sellers gewidmet. Bekannt ist Sellers für sein unendliches Repertoire der Verkleidung und Stimmen. Seine berühmteste Rolle bleibt die des tollpatschigen Inspektors Clouseau in „Der rosarote Panther“. Peter Sellers wird virtuos von Geoffrey Rush gespielt, den man als exzentrischen Schauspieler durch all seine Phasen und Rollen begleitet. Was bleibt, ist das Bild eines unnahbaren Mannes.

Sonntag, 16.07. / 01.40 Uhr / Edward Elgar: Konzert für Violine und Orchester
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Musik, Deutschland, 2017, RBB        53 Min.
Regie: N.N.
Komponist: Ravel, Maurice
Mit: Robin Ticciati, Renaud Capucon, Frang, Vilde
Erstausstrahlung

Der britische Dirigent Robin Ticciati übernimmt im Sommer die Leitung des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Kurz vor der offiziellen Amtsübergabe war er bereits bei seinem neuen Orchester zu Gast. Auf dem Programm des Konzertabends in der Berliner Philharmonie: Edward Elgars Violinkonzert h-Moll mit dem französischen Geigenvirtuosen Renaud Capuçon. Robin Ticciati wurde 1983 in London geboren und lernte früh das Musizieren am Klavier, Schlagzeug und der Violine. Als Jugendlicher entwickelte er dann eine Vorliebe fürs Dirigieren und debütierte 2005 in der Mailänder Scala als jüngster je dort aufgetretener Dirigent. 2014 wurde er zum Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera ernannt. Der Violinist und Kammermusiker Renaud Capuçon lernte unter anderem bei Gérard Poulet, Thomas Brandis und Isaac Stern. Neben seinen Soloauftritten ist er auch regelmäßig gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Gautier in den Kammermusik- und Konzertsälen der Welt zu Gast. Er hat eine Professur für Violine an der Haute Ecole de Musique in Lausanne und ist künstlerischer Leiter des Osterfestivals in Aix-en-Provence.

Sonntag, 16.07. / 03.15 Uhr / Elegie einer Reise
Dokumentation, Frankreich, 2000, ARTE F        47 Min.
Regie: Alexander Sokurow
Online verfügbar von 16/07 bis 24/07

Der Russe Alexander Sokurow, einer der bedeutendsten Autorenfilmer der Gegenwart und Regisseur des vielfach ausgezeichneten Meisterwerks „Russian Ark“, unternimmt eine nostalgische Reise von Sankt Petersburg über Finnland und Deutschland nach Rotterdam. Er sucht bei denjenigen, die ihm unterwegs begegnen, nach Zeichen von Zufriedenheit und Ruhe. Doch dieses verlorene Glück findet er nur in der Malerei. „Während der gesamten Fahrt im Auto von Russland bis ans Ende Westeuropas suche ich bei den Menschen, die mir begegnen, nach etwas in den Augen, das Freude, Glück und Trost ausdrückt. Doch was ich wirklich suche, finde ich nur in zwei alten Gemälden ...“. (Alexander Sokurow)

Von einer übermächtigen Kraft getrieben, unternimmt ein Mann allein eine Reise. Nachdem er weite verschneite Landschaften, Grenzen und ein Meer überquert hat, kommt er in ein fremdes Land. In seinem Tagebuch schreibt er ganz genau auf, was er sieht und wem er auf seinem Weg begegnet. Auf der Suche nach einem erträumten Europa begibt sich Alexander Sokurow auf eine Fahrt von Sankt Petersburg nach Rotterdam. In den schwierigen postkommunistischen Zeiten setzen sich die russischen Intellektuellen und Künstler mit der quälenden Frage auseinander, was ihr Land mit Europa verbindet. Als Pendler zwischen dem klassischen Europa und dem Fernen Osten nimmt Alexander Sokurow eine Sonderstellung ein. Auf seine sehr persönliche Art fragt er sich: Tragen die Gesichter unserer Zeitgenossen, die europäischen Landschaften des beginnenden 21. Jahrhunderts noch die lebendige Spur der „Idee von Europa“, eines Europas, das für Sokurow Gleichgewicht und Harmonie verkörpert? „Elegie einer Reise“, ein nächtlich-traumhaftes Poem, antwortet voller Nostalgie: Nur die Kunst zeugt noch von dem, was unwiederbringlich begraben ist. Das bringen die Gemälde von Hercules Pietersz Seghers „Flusstal mit Häusern“ und Pieter Jansz. Saenredam „Marienplatz in Utrecht“ zum Ausdruck.

Donnerstag, 20.07. / 01.40 Uhr / Drei Schwestern
(Les trois soeurs)
Fernsehfilm, Frankreich, 2015, ARTE F        110 Min.
Regie: Valeria Bruni Tedeschi
Autor: Anton Tschechow
Kostüme: Caroline de Vivaise
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Emmanuelle Duplay
Kamera: Simon Beaufils
Schnitt: Anne Weil
Produktion: ARTE F, La Comédie-Française, AGAT Films & Cie, Ad Vitam
Produzent: Alexandra Henochsberg, Marie Balducchi, Patrick Sobelman
Redaktion: Adrienne Fréjacques
Drehbuch: Noémie Lvovsky, Valeria Bruni Tedeschi, Caroline Deruas
Ton: François Waledisch
Übersetzung: André Markowicz, Françoise Morvan

Mit: Eric Ruf (Vassili), Bruno Raffaelli (Ivan), Florence Viala (Olga), Coraly Zahonero (Natalja), Laurent Stocker (Nikolai), Michel Vuillermoz (Alexandre), Elsa Lepoivre (Macha), Gilles David (Fjodor), Georgia Scalliet (Irina), Stéphane Varupenne (Andrej), Danièle Lebrun (Anfissa), Michel Robin (Feraponte), Bernard Nissile (Rodé)

Online verfügbar von 20/07 bis 28/07

Die drei Schwestern Irina, Macha und Olga leben mit ihrem Bruder Andrej auf einem abgeschiedenen russischen Landgut und träumen von einem aufregenden Leben in Moskau. Vorübergehend stationierte Soldaten bringen Abwechslung in ihr eintöniges Leben und verwandeln ihr Wohnzimmer in einen Salon der wilden Feiern und philosophischen Gespräche. Zwischen Liebestragödien und Arbeitsalltag bleibt die Erfüllung der Träume der Geschwister ungewiss. Film unter der Regie von Valeria Bruni Tedeschi nach dem gleichnamigen Theaterstück von Anton Tschechow.


Nach dem Tod ihres Vaters, eines Generals, träumen die drei Schwestern Irina, Macha und Olga vom Ausbruch aus ihrem ländlichen Leben und der weiten Welt von Moskau. Doch sie sind Gefangene ihres Alltags. Olga hält ihre Position als Lehrerin im Dorf, Macha vergrämt in ihrer Ehe mit Fjodor, und der Freigeist Irina verliert sich in Tagträumen über eine erfüllende Arbeit. Auch ihr Bruder Andrej sehnt sich nach einem Leben als Professor in Moskau, nimmt stattdessen jedoch eine ländliche Verwaltungsposition an und heiratet. Nur der ältere Militärarzt Ivan Romanowitsch hat keine Träume mehr. Er sehnt sich nach seiner großen Liebe, der toten Mutter der Geschwister. Einzig die im Dorf stationierten Soldaten bringen Leben in den trägen Alltag der Familie. So wird das Anwesen zu einem Salon des Philosophierens, des wilden Feierns und des Zusammenseins in kalten Winternächten. Mascha und der verheiratete Offizier Alexandre verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Während Olga von einer Heirat träumt, wird sie zur Schuldirektorin befördert. Ihre jüngere Schwester Irina hofft unterdessen auf eine erfüllende Arbeit und interessiert sich wenig für die zwei Männer, die sie umwerben. Weder der Baron Nikolai noch der Offizier Vassili können ihr Herz gewinnen. Andrej verspielt derweil aus Langeweile das Vermögen der Familie, während seine Frau Natalja die Macht im Haus der Geschwister ergreift. Als die Soldaten abziehen, enden die wilden Feiern und leidenschaftlichen Abenteuer. Werden die Geschwister nun ihren Traum von Moskau verwirklichen?

Zusatzinfo:
Valeria Bruni Tedeschis „Drei Schwestern“ basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Anton Tschechow (1860-1904). Bruni Tedeschi selbst stand bereits als Schauspielerin in Stücken des berühmten Autors auf der Bühne. Für ihren Film engagierte sie das prestigeträchtige Ensemble der Comédie-Française, welches das Stück in gleicher Besetzung inszeniert hatte. Bruni Tedeschi lag viel daran, die vorrevolutionäre Stimmung in Russland um das Jahr 1900 einzufangen. Bruni Tedeschis Film „Ein Schloss in Italien“ (2013) wurde unter anderem für die Goldene Palme in Cannes nominiert. ARTE zeigt ihren und Yann Coridians Dokumentarfilm „90 Jahre sind kein Alter“ (2016) im Juni dieses Jahres.

Freitag, 21.07 / 20.15 Uhr / Ich und Kaminski
(Ich und Kaminski)
Fernsehfilm, Deutschland, Belgien, 2015, WDR        115 Min.
Regie: Wolfgang Becker
Autor: Daniel Kehlmann
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: Peter R. Adam
Musik: Lorenz Dangel
Produktion: X-Filme, ED Prod., Les Films du Losange, WDR
Produzent: Uwe Schott, Wolfgang Becker, Michael Scheel, Franz Esterhàzy
Drehbuch: Wolfgang Becker, Thomas Wendrich

Mit: Daniel Brühl (Sebastian Zöllner), Jesper Christensen (Manuel Kaminski), Amira Casar (Miriam Kaminski), Denis Lavant (Karl-Ludwig), Jördis Triebel (Elke), Geraldine Chaplin (Therese Lessing), Jan Decleir (Holm), Lucie Aron (Jana), Viviane de Muynck (Anna), Josef Hader (Zugbegleiter), Jacques Herlin (Dominik Silva), Bruno Cathomas (Golo Moser)
Online verfügbar von 21/07 bis 28/07

Mit halblegalen Tricks überredet der Kunstkritiker Sebastian Zöllner den blinden und kranken alten Maler Manuel Kaminski zu einer Reise zu dessen totgeglaubter Jugendliebe Therese, um die Szene in seiner geplanten Kaminski-Biografie zu benutzen. Die Reise bringt aber vor allem Zöllner an seine finanziellen und emotionalen Grenzen. Zur Krönung muss er nach einem enttäuschenden Zusammentreffen mit Therese feststellen, dass Kaminski ihn die ganze Zeit benutzt hat.

Der profilneurotische bis unverschämte, geltungssüchtige junge Kunstkritiker Sebastian Zöllner verspricht sich von einer Biografie über den ehemals weltberühmten Maler Manuel Kaminski, der zurückgezogen in einem bayerischen Bergdorf wohnt, Ruhm und Anerkennung. Kaminski ist alt und wird, so hofft Zöllner, bald – aber nicht zu bald – sterben, damit das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt gebracht werden kann. Mit Hilfe von Bestechung der Hausangestellten und Dreistigkeit durchstöbert Zöllner erst das ganze Haus, um dann den blinden und kranken Kaminski mit der Tatsache zu konfrontieren, dass dessen totgeglaubte große Jugendliebe Therese Lessing noch am Leben sei und in Norddeutschland an der Küste lebe. Ohne Kaminskis Tochter Miriam, die Kaminski pflegt, zu informieren, begeben sich die beiden auf die Reise zu Therese, die sie quer durch Deutschland führt. Kaminski lässt sich die ganze Zeit von Zöllner aushalten, obwohl der finanziell ziemlich schwach auf der Brust ist, und fordert stets das Teuerste und Beste, was Zöllner teilweise durch das Ausnutzen von Kaminskis Blindheit zu verhindern weiß. Schließlich bringt Zöllner Kaminski endlich zu Therese, einer kleinbürgerlichen älteren Frau, für die die Begegnung mit Kaminski keine sonderlich große Bedeutung hatte. Außerdem erfährt Zöllner, dass sein ärgster Konkurrent, der Kunstkritiker Golo Moser, bereits alle wichtigen Interviews mit Kaminski geführt hat und auch die Verträge bereits unterschrieben sind. Zöllner wird klar, dass er von Kaminski benutzt worden ist. Er fährt mit Kaminski ans Meer, wo er sich vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben frei fühlt.


Zusatzinfo:
Regisseur Wolfgang Becker („Good Bye, Lenin!“, 2003) bietet mit dieser Literaturverfilmung dem Schauspieler Daniel Brühl eine Gelegenheit, sich als unverschämter Journalist zu zeigen. In der Satire auf den Kunstmarkt wird mit Überblendungen gearbeitet, die aus einzelnen Filmausschnitten Gemälde werden lassen. So wird aus einer witzigen Literaturverfilmung am Ende ein feinfühliges Porträt über die Vergänglichkeit, die im Ruhm und in der Kunst zu verschwinden versucht.

Freitag, 21.07 / 22.10 Uhr / 101 - Depeche Mode
Musik, USA, 1988, BR        120 Min.
Regie: Donn Alan Pennebaker

Ihnen gelang, was zuvor nur Pink Floyd und den Rolling Stones geglückt war: Am 18. Juni 1988 spielte die britische Band Depeche Mode vor mehr als 80.000 Fans – für die Mitglieder bis heute ein aufwühlendes, unvergessenes Erlebnis. Dieses emotionsgeladene Konzert im völlig ausverkauften Rose Bowl Stadion in Pasadena, Kalifornien, bildete den vorläufigen Höhepunkt der Band und begründete ihren weltweiten Kultstatus. Regisseur D. A. Pennebaker begleitete Depeche Mode auf ihrer damaligen Tournee und filmte den fulminanten Auftritt.

An den 18. Juni 1988 erinnert sich Andrew Fletcher, Keyboarder der britischen Band Depeche Mode, als sei es erst gestern gewesen: „Es war eine der erstaunlichsten Tourneen, die ich je erlebt habe, und ein Wendepunkt für die alternative Musik in den USA. Dieses Konzert im Rose Bowl war das Erste, bei dem einem alternativen Radiosender der Ausverkauf einer großen Show gelang.” „Die Tournee und der Film waren unheimlich wichtig, gerade für die Art und Weise, wie die Band wahrgenommen wird”, meint auch der kreative Kopf der Band, Martin Gore, „wir waren ja schon eine Weile nah am Durchbruch, gerade in Amerika. Bei der Tournee 1988 spielten wir zum ersten Mal in den ganz großen Stadien, und da hob die Band dann so richtig ab.” Und Frontmann Dave Gahan bestätigt: „Ich kann mich noch erinnern, wie ich nach diesem Konzert in der Garderobe saß und einfach losheulte. Es war alles so emotional.” Mit dem 101. und letzten Konzert ihrer „Music for the Masses”-Tournee schrieben Depeche Mode Musikgeschichte. Das Ereignis wurde vom bekannten Dokumentarfilmer D. A. Pennebaker filmisch festgehalten und gelangte später in die Kinos – mit mäßigem Erfolg. Der Livemitschnitt „101“ avanciert dagegen zum Klassiker. Pennebakers meisterhaft inszenierter Film erlaubt rare Einblicke in das Tourgeschehen und zeigt die ganz besondere Beziehung von Depeche Mode zu ihren Fans.

Zusatzinfo:
Regisseur D. A. Pennebaker wurde mit seinem innovativen Bob-Dylan-Film „Don’t Look Back” bekannt. Er filmte auch zahlreiche andere Rock- und Popgrößen wie Jimi Hendrix und John Lennon. Die Synthiepop-Band Depeche Mode porträtiert er offen und ungeschminkt in „101”. „Es waren bis dato meine interessantesten und amüsantesten Dreharbeiten”, so Pennebaker. 1979 gründen die drei Schulfreunde Martin Gore, Andrew Fletcher und Vince Clarke im englischen Basildon die Band Composition of Sound. Ihr Stil: elektronische Musik. Ein Jahr später stößt Dave Gahan dazu und übernimmt die Rolle des Sängers. Als neuen Bandnamen schlägt er den Titel eines französischen Modemagazins vor: Depeche Mode. Im gleichen Jahr spielen Depeche Mode im Vorprogramm von Fad Gadget. Dort werden sie von Daniel Miller entdeckt. Miller nimmt die Band per Handschlag bei seinem neu gegründetem Label Mute unter Vertrag. Schon mit einer ihrer ersten Singles „Just Can't Get Enough“ schaffen Depeche Mode 1981 einen Charterfolg und zugleich einen Klassiker der Popmusik. Nach dem ersten Album „Speak & Spell“ verlässt Vince Clarke die Band. Martin Gore übernimmt die Aufgabe des Songwriters. Auf eine Anzeige im „Melody Maker“ meldet sich Alan Wilder und wird neuer Keyboarder. 1983 revolutionieren Depeche Mode mit dem Album „Construction Time Again“ die Musikwelt. Erstmals verbindet eine Band erfolgreich die gerade aufkommende Samplingtechnik mit melodiöser Popmusik. Ein Jahr später gelingt ihnen mit „People Are People“ aus dem Album „Some Great Reward“ der internationale Durchbruch. Es folgen die erfolgreichen Alben „Black Celebration” (1986) und „Music for the Masses” (1987), in dessen Rahmen das spektakuläre 101. Konzert veranstaltet wurde. 1989 nehmen Depeche Mode die LP „Violator“ auf. Mit mehr als sieben Millionen verkauften Exemplaren ist es das bisher erfolgreichste Album der Band. Die Singleauskopplung „Enjoy the Silence“ wurde zu einem der erfolgreichsten Hits der Band. Die folgenden 15 Jahre sind von musikalischer und persönlicher Neuorientierung, (Drogen-)Problemen und Soloprojekten der Musiker geprägt. Im Januar 2005 gehen Depeche Mode ins Studio, um zusammen mit dem Produzenten Ben Hillier neues Material einzuspielen. Im Herbst erscheint das elfte Studioalbum der Band: „Playing the Angel“ stürmt in Deutschland die Spitze der Albumcharts. Anfang November geht das Trio auf Welttournee, die sie 2006 auch nach Deutschland führt, wo sie vor ausverkauften Hallen spielen. 2007 veröffentlicht Dave Gahan sein zweites Soloalbum „Hourglass“. Auf eine Tour verzichtet er jedoch und macht damit den Weg frei für die Aufnahmen der Band für ein neues Album. Depeche Mode arbeiten von März bis Dezember 2008 an „Sounds of the Universe“, das im Frühjahr 2009 veröffentlicht wird. Im Februar 2009 feierte die erste Singleauskopplung „Wrong“ ihre Premiere bei der Echo-Verleihung in Berlin.

Freitag, 21.07 / 00.15 Uhr / 24 Hour Party People
Spielfilm, Großbritannien, 2002, BR        117 Min.
Regie: Michael Winterbottom
Kamera: Robby Müller
Schnitt: Trevor Waite
Musik: Sex Pistols, Happy Mondays, The Buzzcocks, New Order, Marshall Jefferson
Produktion: Revolution Films, The Film Consortium, WAVEPictures, Baby Cow Prod., Channel Four Films
Produzent: Andrew Eaton
Drehbuch: Frank Cottrell Boyce, Andrew Eaton

Mit: Steve Coogan (Tony Wilson), John Thomson (Charles), Lennie James (Alan Erasmus), Shirley Henderson (Lindsay Wilson), Sean Harris (Ian Curtis), Paddy Considine (Rob Gretton), Andy Serkis (Martin Hannett)
Erstausstrahlung

Der Lokalreporter Tony Wilson versucht sich in einer Art Gleitschirmfliegen ohne eine einzige Übungsstunde. Er segelt wie Ikarus euphorisch durch die Luft und landet mit dem avantgardistischen Projekt, dem er sich verschrieben hat, oft unsanft: der Musikszene Manchesters zu einem Höhenflug zu verhelfen. So beginnt es damals mit einem mickrigen Publikum von 42 Zuschauern. Auf einer kleinen Bühne spielen zum ersten Mal die Sex Pistols, die aus ihrem überschaubaren Kosmos in Manchester heraus die Welt erobern werden. Tony sieht in der neuen Musik großes Potenzial – von Punk und Rock über Brit Pop bis zur elektronischen Tanzmusik. Erst präsentiert er die neuen britischen Bands nur in seiner Sendung, irgendwann begleitet er sie auf ihren Reisen im Tourbus, bei Sex- und Drogenexzessen. So kommt es, dass er Manager wird und den ganzen Wahnsinn der jungen Musiker mitfinanziert. Er sieht sein Label Factory Records als menschliches Experiment an, nicht als Goldgrube, und lässt den Musikern ihre künstlerische Freiheit. Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander in diesen Zeiten. So wie Ikarus zu nah an die Sonne flog, war auch Manchesters Musikszene im Höhenrausch. Eine spannende Dokumentation mit alten Originalaufnahmen und teilweise fiktiven Elementen aus der Sicht des 2007 verstorbenen Tony Wilson, herrlich gespielt von Steve Coogan.

Zusatzinfo:
Zwischen Drogen, Sex und Euphorie entstehen zwischen 1976 und 1992 in Manchester Bands, die heute legendär sind: die Sex Pistols, Joy Division oder die Happy Mondays. Regisseur Michael Winterbottom erzählt halbfiktional von der britischen Musikszene in Manchester und verausgabt sich mit einer Kanonade filmischer Mittel. Für Furore hat auch gesorgt, dass der heutige Kultfilm über Manchesters Popmusik zwischen Punk und „Rav-o-lution“ in den deutschen Kinos nicht zu sehen war. Nur auf Festivals und später auf DVD ist die volle Dröhnung britischer Musikgeschichte zu haben gewesen – und jetzt auf ARTE
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Samstag, 22.07. / 17.45 Uhr / Die großen Mythen: Der Pferdeversteher ~ Bellerophontes
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Alexandra Willot-Beaufils
Online verfügbar von 22/07 bis 30/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Hipponoos, der Enkel von Sisyphos, träumt davon, einmal zu den größten Helden zu gehören und zu den Göttern aufzusteigen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm. In jungen Jahren tötet er seinen Bruder Belleros versehentlich mit einem Pfeil und wird aus seiner Geburtsstadt Korinth verbannt. Von nun an hieß er nicht mehr Hipponoos, sondern Bellerophontes – „ Mörder von Belleros”. Nachdem er seinen Bruder beerdigt hat, legt sich Bellerophontes auf das Grab und starrt zu Boden. Was kann er tun, damit die Götter ihm vergeben? Ein Mörder ist so lange verbannt umherzuirren, bis ein König einer anderen Stadt ihn aufnimmt und durch seine Gastfreundschaft reinigt. Bellerophontes macht sich auf den Weg nach Tiryns, wo Proitos lebt, der als ein König mit großen Herzen gilt. Doch dort wird die Tragödie fortgeschrieben: Eines nachts schleicht sich die perfide Königin Stheneboia in Bellerophontes' Zimmer und gesteht ihm ihr Verlangen. Bellerophontes weist sie ab, doch am nächsten Tag beschuldigt ihn die gedemütigte Königin, sie vergewaltigt zu haben. Bellerophontes sucht nach diesem Eklat Zuflucht bei Iobates, dem König von Lykien. Der König erlegt ihm gefährliche Prüfungen auf, um sich seiner zu entledigen: So soll Bellerophontes ein furchterregendes Monster töten, das seit Jahren sein Königreich heimsucht. Mit Hilfe des geflügelten Pferdes Pegasos meistert Bellerophontes die scheinbar unlösbare Aufgabe. Voller Stolz prahlt er vor den Priestern, den Sieg alleine errungen zu haben. Zeus kann ihm diesen Hochmut, sich den Göttern ebenbürtig zu fühlen, nicht vergeben und beschließt, Bellerophontes zu bestrafen …

Samstag, 22.07. / 18.15 Uhr / Die großen Mythen: Der Unglückssegler ~ Theseus
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère
Online verfügbar von 22/07 bis 30/07

Die 20-teilige Dokumentationsreihe über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Deren poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Die einzelnen Beiträge erzählen mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Theseus entstand aus einer Doppelverbindung, er ist zugleich ein Gottessohn und ein Königssohn: Der athenische König Aigeus vereinigte sich mit Aithra, die zuvor von Poseidon, dem Gott der Meere und Ozeane und einem der gefürchtetsten Liebhaber des Olymp, vergewaltigt wurde. Durch die doppelte Abstammung ist Theseus nahezu perfekt. Die göttliche Seite erklärt seine übernatürliche Kraft, die Heldentaten, die er bald vollbringt, und seinen Werdegang. Andererseits verleihen ihm seine königlichen Wurzeln eine politische Legitimität. Theseus wächst so zu einem starken, mutigen Mann heran. Als er das Kampfesalter erreicht hat, reist er nach Kreta, um den Minotauros zu töten. Der Minotauros ist eine der bekanntesten Figuren der griechischen Mythologie mit menschlichem Körper und einem Stierkopf. Das Ungeheuer ging aus einer verbotenen Liebe zwischen Minos' Gattin Pasiphaë und einem weißen Stier hervor, den Poseidon dem Meer entsteigen ließ. Minos möchte den skandalösen Ehebruch seiner Frau verheimlichen. Dazu sperrt er den Minotauros in ein Labyrinth, in dem er zugleich Gefangener und dessen Herr ist. Der abscheulichen Kreatur muss der kretische König Minos jedes Jahr sieben Athener Jünglinge und sieben Jungfrauen opfern. Theseus schwört, Athen von dieser Plage zu befreien. Theseus siegt dank seines Mutes über den Minotauros und findet mit Hilfe des Fadens, den ihm Minos' hinreißende Tochter Ariadne mit auf den Weg gibt, wieder aus dem Labyrinth heraus. Doch sein Sieg macht ihn übermütig und das Drama nimmt seinen Lauf …

Samstag, 22.07. / 23.25 Uhr / Pink Floyd "P.U.L.S.E" ~ The Dark Side of the Moon Live
Musik, Großbritannien, 1994, ARTE        47 Min.
Regie: David Mallet
Musik: Pink Floyd
Online verfügbar von 22/07 bis 20/10

Am 13. Mai 2017 wurde im Victoria & Albert Museum in London mit „Their Mortal Remains“ die erste internationale Retrospektive über die britische Kultband Pink Floyd eröffnet, die mit zeitlosen Alben wie „The Wall“ Musikgeschichte geschrieben hat. Die Rockgruppe Pink Floyd, deren legendäres Album „The Dark Side of the Moon“ 1973 erschien, ist längst ein Mythos geworden. Ihr Einfluss auf die elektronische Musik ist unbestritten. Auch die innovative Gestaltung ihrer Bühnenauftritte war Vorbild für viele Künstler. Ein gutes Beispiel dafür ist ihr letzter Liveauftritt, das „Pulse“-Konzert vom Oktober 1994.

Nach der Veröffentlichung des Albums „The Division Bell“ ging die legendäre progressiv-psychedelische Band Pink Floyd 1994 auf eine riesige weltweite Promotion-Tournee. Teil des Sets war die erstmalige und vollständige Live-Performance des Kultalbums „The Dark Side of the Moon“ (1973). Aus den Konzertmitschnitten entstanden ein Live-Doppel-Album und ein Live-Video mit dem Titel „Pulse“. Pink-Floyd-Konzerte waren schon immer bekannt für spektakuläre Spezial- und Lichteffekte – und auch diese mit 20 Kameras aufgezeichnete Show enttäuscht die Erwartungen nicht. Für das am 20. Oktober 1994 im Londoner Earls Court gefilmte Konzert wurden sogar spezielle zusätzliche Laser- und Lightshows eingebaut. Die 50-minütige Konzertaufzeichnung unter der Regie von David Mallet zeigt die faszinierende und beeindruckende Aufführung von „The Dark Side of the Moon“ in voller Länge.

Samstag, 22.07. / 00.15 Uhr / Berlin Live: Mungo Jerry
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        61 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 22/07 bis 21/08

Die Musik von Mungo Jerry ist mehr als nur Pop: Fast alle anderen Musikstile sind im Repertoire der britischen Band vertreten. Die einmalige Mischung aus Rock, Blues, Boogie und Skiffle prägt ihren unverkennbaren Sound. In den 70er und 80er Jahren machte sich die Band nicht nur durch Singleerfolge einen Namen, sie überzeugte auch durch großartige Liveshows. Und bei Festivals teilten Mungo Jerry sich die Bühne unter anderem mit Musiklegenden wie Jimi Hendrix, Elton John, Rod Stewart & The Faces, Genesis, Status Quo, Canned Heat und Free. In den 80ern betätigte sich der Komponist, Gitarrist, Sänger und Bandleader Ray Dorset mit Erfolg als Produzent für andere Künstler. Seine Komposition "Feels Like I'm in Love" feierte in der Disco-Interpretation von Kelly Marie europaweite Erfolge. Doch auch die Idee Mungo Jerry stirbt nicht. Ray veröffentlicht unter verschiedenen Namen wie „Mungo Jerry Bluesband“ weiterhin stilistisch unterschiedlich angelegte Alben. In erster Linie steht die Band für handgemachte Musik, die aufgrund Dorsets Stimme und seinem Mundharmonikaspiel den unverwechselbaren Mungo-Jerry-Sound ergeben. Nicht zuletzt deshalb erschien 2016 die Doppel-CD „Rewind“, die das Gesamtwerk der Band betrachtet. Auf der „Berlin Live“-Bühne spielen Mungo Jerry ihre größten Hits und beweisen, dass sie auch nach mehr als 40 Jahren Erfolg im Musikgeschäft nichts verlernt haben.

Zusatzinfo: Die Sendung ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Sonntag, 23.07. / 17.30 Uhr / Akrobaten unter freiem Himmel
Zirkus, Frankreich, 2016, ARTE F        53 Min.
Regie: Nicos Argillet, Netty Radvanyi
Online verfügbar von 23/07 bis 21/09
Erstausstrahlung

Spektakuläre Akrobatik und atemberaubende Shows: Acht außergewöhnliche Artisten, die sich und den Zirkus täglich neu erfinden, präsentieren atemberaubende Performances unter freiem Himmel. Inspiriert von Tanz, Theater und Gegenwartskunst haben sie jenseits von Zirkuszelten und ausgetretener Pfade einen neuen, kreativen Raum geschaffen. Gleichgewicht und Schwerkraft, Chaos und Leere, Balance und Bewegung sind der Stoff, aus dem ihre Zirkusnummern gemacht werden: Filmemacher Nicos Argillet und Netty Radvanyi, selbst Pferdeakrobatin, laden ein zu einer Reise durch die faszinierende Welt des Nouveau Cirque.

Der Nouveau Cirque entstand in den 80er Jahren in Frankreich und setzte sich allmählich in der französischen und dann auch europäischen Kulturszene durch. Die Publikumsgemeinde wächst stetig, neue Zirkustruppen und neue Schulen entstehen. Der Nouveau Cirque kombiniert traditionelle Zirkuskunst mit Tanz, Theater und bildender Kunst; die oft komplexen Inszenierungen gehen weit über klassische Zirkusnummern hinaus. Die Filmemacher Netty Radvanyi und Nicos Argillet stellen acht Vertreter dieser neuen Generation von Zirkuskünstlern vor: Yoann Bourgeois, Sanja Kosonen, Alexandre Fray, Chloé Moglia, Jörg Müller, Camille Boitel, Tatiana-Mosio Bongonga und Johann Le Guillerm fordern täglich die Gesetze der Physik heraus und gehen an die Grenzen dessen, was Gleichgewicht, Bewegung und Schwerkraft zulassen. Dabei spielen sie auch mit menschlichen Empfindungen, mit Gewissheiten und Ängsten. Ihre Shows entstehen fernab vom Zirkuszelt, etwa in der Stadt oder mitten in der Natur. Die ungewöhnlichen Settings bringen die Originalität ihrer Kunst noch stärker zum Ausdruck. „Akrobaten unter freiem Himmel“ zeigt Zirkus als eine Kunstform, die auf reiner Körperlichkeit beruht. Meist bleiben die Zirkuskünstler in ihren Performances stumm; in der Dokumentation haben sie das Wort und gewähren spannende und erhellende Einblicke in ihre Kunst.

Sonntag, 23.07. / 18.25 Uhr / Smetanas "Mein Vaterland"
Musik, Tschechische Republik, Deutschland, 2014, ZDF        42 Min.
Regie: Tomas Simerda
Dirigent: Jiri Belohlavek
Komponist: Bedrich Smetana
Orchester: Tschechische Philharmonie
Online verfügbar von 23/07 bis 22/08

Traditionell wird das tschechische Festival „Prager Frühling“ am 12. Mai, dem Todestag von Bedrich Smetana, mit dessen Zyklus „Mein Vaterland“ (Ma vlast) eröffnet. Im prunkvollen Smetana-Saal des Prager Gemeindehauses spielt die Tschechische Philharmonie unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jiri Belohlavek. ARTE zeigt die Höhepunkte aus dem Konzert des Jahres 2014.

Das tschechische Kultur- und Musikfestival „Prager Frühling“ wird traditionell am 12. Mai, dem Todestag von Bedrich Smetana, mit dessen Zyklus „Mein Vaterland“ (Ma vlast) eröffnet. Das bekannteste Stück daraus ist zugleich eines der populärsten der Klassik überhaupt: die symphonische Dichtung „Die Moldau“. 2014 war das Eröffnungskonzert ein besonderes musikalisches Erlebnis: Im prunkvollen Smetana-Saal des Prager Gemeindehauses spielte die Tschechische Philharmonie unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jiri Belohlavek. Belohlavek, der bei Sergiu Celibidache studierte, hatte diese Position bereits von 1990 bis 1992 inne, leitete dann unter anderem die Slowakische Philharmonie und das BBC Symphony Orchestra, bevor er 2012 als Chefdirigent zur Tschechischen Philharmonie zurückkehrte. Die Tschechische Philharmonie wurde von Mitgliedern des Orchesters des Prager Nationaltheaters gegründet und gab ihr erstes Konzert im Jahr 1896, bei dem Antonin Dvorak eigene Kompositionen dirigierte. Heute zählt sie zu den führenden Orchestern Europas und ist für ihren runden, weichen Klang bekannt. Aus dem Konzert des letzten Jahres zeigt ARTE neben der „Moldau“ als weitere Höhepunkte die symphonische Dichtung „Sarka“ über die gleichnamige männermordende Amazonenkönigin sowie „Blanik“, das Finale des Zyklus. Der Blanik ist ein sagenumwobener Berg, in dem verborgen ein Ritterheer des heiligen Wenzels schläft, bis es eines Tages dem tschechischen Land in schlechtesten Zeiten zu Hilfe kommt.

Sonntag, 23.07. / 00.30 Uhr / Von den BBC Proms 2015: A Tribute to Leonard Bernstein
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        58 Min.
Regie: N.N.
Dirigent: John Wilson
Chor: Maida Vale Singers
Orchester: John Wilson Orchestra

Mit: Louise Dearman, Scarlett Strallen, Julian Ovenden, Lucy Schaufer, Scarlett Strallen
Online verfügbar von 23/07 bis 21/10
Erstausstrahlung

It’s Showtime: John Wilson und sein Orchester, alljährliches Highlight bei den BBC Proms, bringen die Musik Leonard Bernsteins mit all der Power und dem Glamour der Londoner Musicalszene in die altehrwürdige Royal Albert Hall.

In seiner Hommage an Leonard Bernstein als Bühnen- und Filmkomponisten fährt John Wilson einige der gefeiertsten Stars der Londoner Musicalszene auf und bringt einen mitreißenden Querschnitt durch das Werk des amerikanischen Dirigenten, Pianisten und Komponisten auf die Bühne. Von den Hits aus „West Side Story“ bis zu symphonischen Meisterwerken wie der „Candide“-Ouvertüre reicht die Palette, die das ebenso virtuose wie spielfreudige Orchester zusammen mit den showerprobten Solisten und dem Chor der Maida Vale Singers auf dem Programm haben. Der Dirigent und Arrangeur John Wilson gründete sein Orchester 1994, ein Ensemble von handverlesenen Musikern aus aller Herren Länder. Eine Spezialität des Orchesters sind Aufnahmen und Konzerte mit zeitgenössischen und aktuellen Filmmusiken, was ihm 2007 eine Grammy-Nominierung für den Soundtrack von „Beyond the Sea - Musik war sein Leben“ (2004) einbrachte. Seit 2009 sind sie regelmäßiger Gast und Publikumsliebling bei den BBC Proms.

Samstag, 29.07. / 22.55 Uhr / Deep Purple Au Hellfest 2017
Frankreich, 2017, ARTE F        60 Min.
Regie: Thierry Villeneuve
Erstausstrahlung

Fast 50 Jahre nach ihrer Gründung bringen „Deep Purple“ mit „Infinite“ ihr 20. Studioalbum heraus. Obwohl die Hard-Rock-Legenden noch immer nichts von ihrer Energie verloren haben, gehen Ian Gillan, Roger Glover, Ian Paice, Steve Morse und Don Airey nun ein letztes Mal auf Tour. Am 16. Juni werden sie beim Hellfest, dem größten französischen Metal-Treff, auftreten. Mat Bastard moderiert dieses besondere, letzte Konzert.

Beim Namen „Deep Purple“ erklingt in den Ohren eines jeden Rockfans sofort das eingängige, wahrscheinlich berühmteste Riff der Rockgeschichte: „Smoke on the Water“ ─ wohl einer der herausragendsten Rocksongs aller Zeiten. Bands aus Großbritannien waren Ende der 1960er Jahre maßgeblich an der Erfindung des Hard Rock beteiligt: Black Sabbath, Uriah Heep, Judas Priest und Deep Purple prägten einen neuen, gitarrenlastigen und verzerrten Sound.    Nach beinahe 50 Jahren Streitereien, Dramen, Kultalben („In Rock“, „Machine Head“, „Perfect Strangers“), legendärer Rock-Hymnen („Child In Time“, „Highway Star“, „Speed King“) und triumphaler Tourneen bereiten sich die Dunkelvioletten nun auf ihren letzten Auftritt vor. Allerdings gehen die britischen Gentlemen nicht leise und auf Zehenspitzen von der Bühne, sondern getreu dem Motto „geteiltes Leid ist doppelte Freude“.    So werden sie ihre letzten Auftritte mit einer Fangemeinde teilen, die ihnen immer treu blieb und jedes Jahrzehnt neue Mitglieder dazu gewann (wie viele Hellfest-Besucher waren schon geboren, als die Band noch ihre ersten Riffs spielte?). Und sie werden sich die Zeit nehmen, ihren Abschied angemessen zu feiern. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte: „Are you fucking ready?“

Samstag, 29.07. / 00.00 Uhr / Wacken Open Air 2015 ~ A Tribute to Judas Priest
Musik, Deutschland, 2015, ARTE        60 Min.
Regie: H.C. Vetchy
Mit: Queensryche, Dream Theater, Judas Priest
Online verfügbar von 29/07 bis 28/08

Ohrenbetäubende Musik, Staub, Schlamm und 75.000 schwarz angezogene Menschen: endlich wieder Wacken Open Air! In der beschaulichen schleswig-holsteinischen Gemeinde findet jährlich das größte Heavy-Metal-Festival der Welt statt. Das Wacken Open Air ist das Ereignis – für Metal-Fans aus aller Welt. ARTE zeigt ein Highlight-Konzert mit Judas Priest und anderen Headlinern des Festivals.

Laut, dreckig, einzigartig: Metal-Fans aus aller Welt feiern jedes Jahr drei Tage lang ein ganz besonderes Festival – das Wacken Open Air. Die einmalige Stimmung und der außergewöhnliche Charme dieser Veranstaltung rund um das kleine Dorf in Schleswig-Holstein faszinieren längst nicht mehr nur die eingefleischten Fans. Wacken ist mittlerweile Kult und zieht Menschen von überall her an – weit über die Genregrenzen hinaus. Einer der Headliner: die britische Band Judas Priest. Sie gelten als Urväter des Genres, sind Ende der 1970er Jahre Mitbegründer der New Wave of British Heavy Metal, zusammen mit Bands wie Iron Maiden und Saxon. Mit eingängigen, harten Gitarrenriffs und der charakteristischen, einzigartigen Stimme ihres Frontmanns Rob Halford haben sie sich ihren Status und ihre Fanbase schon früh erspielt und über Jahrzehnte gehalten. Und nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch ihrer Optik die Szene geprägt. Unzählige nachfolgende Bands bezeichnen Judas Priest als wegweisend für ihre eigene Entwicklung – und Rob Halford als „Metal God“. ARTE zeigt in einem Judas-Priest-Tribute-Special exklusives Wacken-Material der Metal-Legenden sowie Dream Theater, Queensryche und anderen – allesamt bekennende Priest-Jünger.

Sonntag, 30.07. / 05.00 Uhr / Skulpturen - Constantin Brancusi
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F        26 Min.
Regie: Alain Fleischer
Online verfügbar von 30/07 bis 07/08

Wie kein anderer Bildhauer hat Constantin Brancusi die Brücke von Rodins Jahrhundert in das von Kandinsky geschlagen. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Klassik und Avantgarde, figürlicher und abstrakter Kunst, anatomischer Form und abstrakter Vollendung. Auf der Suche nach der reinen Form ließ sich Brancusi von den Kykladenidolen der vorhellenistischen Periode und der afrikanischen Kunst inspirieren. Vor allem aber bereitete er mit seinem konsequenten Streben nach Vereinfachung der Abstraktion den Weg. Weniger bekannt ist, dass Brancusi seine Arbeiten in seinem Atelier auch fotografierte und filmte. Schon früh begriff der Künstler, welches Potenzial Fotografie und Film für die Bildhauerei bedeuteten: die Möglichkeit, ein Werk von allen Seiten zu betrachten, die Wirkung von Licht und Schatten zu erfassen und es regelrecht in Szene zu setzen. Davon ausgehend entwickelte Brancusi einen sehr kreativen Austausch zwischen seinem plastischen und fotografischen Schaffen. Die Möglichkeiten des Films eröffnete im sein Freund Man Ray. Der Künstler Alain Fleischer filmt Brancusis Meisterwerke, zuweilen ergänzt durch Aufnahmen aus Filmen, die der Bildhauer in seinem Atelier drehte und die seine künstlerische Position veranschaulichen. Als würden die Skulpturen von jenen vergänglichen Wesen besucht, die sie einst inspirierten. Zu sehen sind unbearbeitete Plastiken, wie „Le Baiser“ (Der Kuss), oder auch bereits geschliffene, wie „La Muse endormie“ (Schlafende Muse) und die „Oiseaux“ (Vögel). Diese vollen, ovalen Formen ähneln Objekten, die bei ihrer Reise durch den Kosmos wie Meteoriten glattpoliert wurden. Brancusi gehört zu den herausragenden Vorreitern des 20. Jahrhunderts. Der Film erschließt sein Werk auf eine neue, sehr persönliche Weise, die die Skulpturen in ihrer Räumlichkeit und in ihrem Verhältnis zueinander erfasst: Wie in einem Planetensystem kreisen „Colonne sans fin“ (Endlose Säule), „Oiseau dans l’espace“ (Vogel im Raum), „Princesse X“ und seine anderen Werke aus Stein oder Bronze umeinander. Scheinbar schwerelos bewegen sie sich vor dem Auge der Kamera oder im Schein des Lichts.

Zusatzinfo: Die Dokumentation wurde auf dem Internationalen Kunstfilmfestival (FIFA) in Montréal 2013 als bester Essayfilm ausgezeichnet.

Sonntag, 30.07. / 09.00 Uhr / Wenn ich groß bin, werde ich ...Instrumentenbauer
Kindersendung, Belgien, 2014, ARTE        13 Min.
Regie: Benoît Van Wambeke
Online verfügbar von 30/07 bis 06/08

„Wenn ich groß bin, werde ich …“ Wer hat in seiner Kindheit diesen Satz nicht gesagt und von einer glanzvollen Karriere als Feuerwehrmann, Arzt, Astronaut oder Forscher geträumt? In der Serie für Kinder stellen verschiedene Personen ihre Metiers vor. Dies veranschaulicht die breite Palette beruflicher Möglichkeiten und ermutigt die jungen Zuschauer, sich bei der Wahl von ihren persönlichen Interessen und Vorlieben leiten zu lassen. Der neugierige Pieper, eine vorlaute, aber sympathische kleine Kartoffel, führt durch die Serie und vermittelt spielerische Einblicke in die Arbeitswelt.

Als Joris noch Schuhgröße 33 trug, wollte er Instrumentenbauer werden, genau wie sein Vater. An diesem Traum hat er stets festgehalten: Heute ist Joris sein eigener Chef und fertigt in seiner hauseigenen Werkstatt nicht etwa „normale“ Instrumente wie Gitarren oder Geigen an – er baut Orgeln und Klavichorde. Klavichorde sind sehr alte Saiteninstrumente, die es schon zu Zeiten der Ritter und Könige im Mittelalter gab. Ihr Bau erfordert, wie auch der von Orgeln, nicht nur echtes Fingerspitzengefühl, sondern auch ein unheimlich gutes Gehör. Joris, der früher einmal Musik studiert hat, verfügt über beides und ist ein echter Profi in seinem Metier. Und weil es so wenige Leute gibt, die Klavichorde und Orgeln bauen, verkauft Joris seine Instrumente sogar in Australien, Japan und dem Rest der Welt. Als Instrumentenbauer muss der Belgier viel Geduld und Muße mitbringen, denn ein Orgelbau kann schon mal ganze drei Jahre dauern. Doch egal ob Orgelwartung, Saitenstimmen oder Pfeifenschneiden – Joris, der „Einstein der Töne“, ist immer mit Leidenschaft am Werk.

Sonntag, 30.07. / 18.25 Uhr / Das Buch der Madrigale
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        43 Min.
Regie: Günter Atteln

Mit: Ensemble Amarcord (Gesang), Hille Perl (Viola da gamba), Lee Santana (Theorbe), Michael Metzler (Percussion)

Online verfügbar von 30/07 bis 29/08

Mit dem „Buch der Madrigale“ präsentiert das Vokalensemble Amarcord herausragende Kompositionen der europäischen Renaissance. Zur Zeit der Renaissance waren Madrigale mehrstimmige Chorkompositionen, die auf Gedichten weltlichen Inhalts basierten. Amarcord traf sich mit den Spezialisten für Alte Musik Hille Perl (Gambe), Lee Santana (Laute) und dem Percussionisten Michael Metzler im Norden Italiens, in Venetien, um dort die weltlichen Madrigale aufzuzeichnen. Atemberaubende Kulisse dafür war die im Jahr 1542 vom italienischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio erbaute Villa Godi. Auf dem abwechslungsreichen Programm stehen Werke von John Dowland, Orlando di Lasso, Carlo Gesualdo, Orazio Vecchi, Josquin des Préz, Cipriano de Rore, Juan del Encina und Adrian Willaert. Das Ensemble Amarcord überzeugt dabei nicht nur durch beeindruckende Virtuosität, Vielseitigkeit und Homogenität, sondern auch durch großes schauspielerisches Talent. Das weltliche Repertoire der Renaissance ist den fünf Sängern wie auf den Leib geschnitten: ob große Liebesgefühle oder tiefer Abschiedsschmerz, erotische Anspielungen oder derber Humor – die Texte wirken in der Interpretation von Amarcord stets zeitgemäß und aktuell. In Kombination mit dem vorantreibenden Percussionspiel von Michael Metzler sowie dem raffinierten Gamben- und Lautenspiel von Hille Perl und Lee Santana entsteht eine magische Stimmung, die mit den lyrischen Bildern der venezianischen Landschaft zu einer Einheit verschmilzt.

Sonntag, 30.07. / 00.40 Uhr / Monsieur Butterfly - Barrie Kosky, Opernmagier
Dokumentation, Deutschland, 2017, RBB        52 Min.
Regie: Felix von Boehm
Online verfügbar von 30/07 bis 29/08
Erstausstrahlung

Der Regisseur Barrie Kosky ist an allen großen Opernbühnen der Welt zu Hause und leitet zudem als Intendant die Komische Oper Berlin. Der Kunst der Oper verfiel der gebürtige Australier bereits im zarten Alter von sieben Jahren beim Besuch einer Aufführung von Puccinis „Madama Butterfly“. Heute umfasst sein künstlerisches Schaffen das gesamte Spektrum von der leichten Operettenkunst, die er am eigenen Hause wiederentdeckt hat, bis hin zum Giganten Richard Wagner, dessen „Meistersinger von Nürnberg“ er im Sommer 2017 in Bayreuth auf die Bühne bringt. So wird Kosky auch in dem Porträt nicht müde, seine Ablehnung einer Unterscheidung in ernste und unterhaltende Kultur zu betonen. Der Film folgt dem in jeder Hinsicht unterhaltsamen Ausnahmeregisseur durch ein turbulentes Jahr, in dem er sowohl den Bizet-Klassiker „Carmen“ am Opernhaus Frankfurt als auch Schostakowitschs „Nase“ im Londoner Covent Garden aufführt und sich gleichzeitig auf eine ebenso radikale wie politische „Meistersinger“-Inszenierung auf Bayreuths Grünem Hügel vorbereitet. Barrie Kosky wurde 1967 in Melbourne geboren, seine Vorfahren waren jüdische Einwanderer mit ungarischen, polnischen und russischen Wurzeln. Er startete seine Karriere bei der australischen Gilgul Theatre Company, die er von 1990 bis 1997 leitete. Seit 2012 ist Barrie Kosky Intendant der Komischen Oper Berlin, die unter seiner Leitung zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt wurde. Bühne frei für den Opernmagier Barrie Kosky!

Sonntag, 30.07. / 01.30 Uhr / Gustav Mahlers 7. Symphonie
Musik, Deutschland, 2014, MDR        83 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Riccardo Chailly
Komponist: Gustav Mahler
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Online verfügbar von 30/07 bis 06/08

Mit der 7. Symphonie e-Moll tat sich Gustav Mahler besonders schwer; die Arbeit an dem Werk stürzte ihn fast in eine Depression. Uraufgeführt wurde sie 1908 in Prag. Für den langjährigen Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters Riccardo Chailly ist Mahler einer der interessantesten Komponisten der Gegenwart, und der Klang des Orchesters passt perfekt zu Mahlers Stil.

Für Riccardo Chailly ist und bleibt Gustav Mahler einer der interessantesten und am meisten verehrten Komponisten der Gegenwart. Mahler ist wohl auch der am besten repräsentierte Komponist, sowohl in den Konzertsälen als auch auf Tonträgern. Die 7. Symphonie wird etwas seltener aufgeführt und klingt vielleicht etwas sperriger als die anderen. Mit der Fertigstellung seiner 7. Symphonie tat sich Gustav Mahler auch besonders schwer. Obwohl er Teile des Werks, die Nachtmusiken des 2. und 4. Satzes, schon 1904 während der Arbeit an der 6. Symphonie komponierte, stürzte ihn die Suche nach Ideen für den Werkanfang in eine tiefe seelische Depression, in eine regelrechte Schreibblockade. Erst ein Jahr später auf einer Rudertour über den Wörthersee soll ihm der erlösende Gedanke für den Kopfsatz gekommen sein. Die anderen Sätze flossen ihm dann leichter aus der Feder. Die Uraufführung fand schließlich im September 1908 in der Prager Konzerthalle statt, Mahler selbst dirigierte die Tschechischen Philharmoniker. Die Kritiker konstatierten dem Werk eine musikalische Zerrissenheit. Bis heute wird die Siebte im Vergleich zu den anderen Symphonien Mahlers in den Konzerthäusern relativ selten gespielt. Riccardo Chailly setzte sie 2014 im Rahmen seines Mahlerzyklus wieder auf den Spielplan des Leipziger Gewandhausorchesters. Das Konzert wurde am 28. Februar 2014 im Gewandhaus Leipzig aufgezeichnet. Die Sätze: (1): Langsam. Allegro risoluto, ma non troppo (2): Nachtmusik I. Allegro moderato (3): Scherzo. Schattenhaft. Fließend, aber nicht schnell (4): Nachtmusik II. Andante amoroso (5): Rondo-Finale. Allegro ordinario

Sonntag, 30.07. / 02.5 Uhr / Europa und seine Schriftsteller - Dänemark erzählt von ...Jonas T. Bengtsson, Jens Christian Grøndahl, Josefine Klougart und Jørn Riel
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Ivan Butel
Mit: Jonas T. Bengtsson, JJens Christian Grøndahl, Josefine Klougart, Jørn Riel
Online verfügbar von 30/07 bis 07/08

Die Dokumentationsreihe „Europa und seine Schriftsteller“ geht mit herausragenden europäischen Schriftstellern auf Erkundungstour in ihrem jeweiligen Land. Was bedeutet es, einer bestimmten Nationalität anzugehören, was macht die Kultur des Landes aus? So entsteht aus Schriftstellerinterviews an symbolträchtigen Orten und vielfältigen Archivbildern ein mosaikartiges Bild Europas. In der heutigen Folge kommen Jørn Riel, Jens Christian Grøndahl, Josefine Klougart und Jonas T. Bengtsson zu Wort. Sie zeichnen ein Bild Dänemarks jenseits der glücklichen Postkartenidylle.

Die Dänen gelten als das glücklichste Volk der Welt. In „Europa und seine Schriftsteller“ erzählen vier Autoren aus dem skandinavischen Königreich, wo nicht immer alles so märchenhaft ist, wie es scheint. Josefine Klougart gehört zu einer neuen Schriftstellergeneration, die alte Erzählmuster infrage stellt. Ihre Romane spielen in Jütland, wo die Landschaften noch die Spuren vergangener Eiszeiten tragen. Jonas T. Bengtsson enthüllt die dunkle Seite des dänischen Modells und gibt beunruhigende Einblicke in den Kopenhagener Untergrund. Jens Christian Grøndahl schreibt über das Schweigen und die Verbindungen zwischen der kleinen und der großen Geschichte. Und Jørn Riel ist nach 16 Jahren in Grönland nach Malaysia ausgewandert, um wieder „aufzutauen“. In den Berichten der Autoren und in den Filmausschnitten von Thomas Vinterberg und Lars von Trier zeigt sich ein Land, das viel komplexer ist, als es zunächst scheint. Bilder von Kirchen und ehemaligen Besetzerhäusern beschreiben ein Dänemark zwischen Konformismus und Rebellion – weit weg von jeglicher Postkartenidylle.

Montag, 31.07 / 05.00 Uhr / Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2015
Musik, Belgien, 2015, ARTE, RTBF        44 Min.
Dirigent: Christian Arming
Komponist: Camille Saint-Saëns, Jean Sibelius, Johannes Brahms
Orchester: Orchestre Philharmonique Royal de Liège
Fernsehregie: Benoît Vlietinck

Mit: Lim Ji-young (Violine), Aleksey Semenenko (Violine), William Hagen (Violine)

Online verfügbar von 31/07 bis 07/08

Sie kommen aus der ganzen Welt nach Belgien, um vielleicht den wichtigsten Tag ihrer bisherigen Karriere zu erleben. 2015 sind es junge, aufstrebende Geiger, die beim traditionellen Königin-Elisabeth-Musikwettbewerb ihr Können unter Beweis stellen. ARTE zeigt Ausschnitte des Abschlusskonzertes der ersten drei Preisträger mit Werken von Camille Saint-Saëns, Jean Sibelius und Johannes Brahms. Die Solisten werden begleitet von den Lütticher Philharmonikern unter der Leitung von Christian Arming.

Am 11. Juni 2015 fand im Brüsseler Palais des Beaux-Arts das Abschlusskonzert des Königin-Elisabeth-Musikwettbewerbs für Geiger statt. Die Preisträger Lim Ji-young, Aleksey Semenenko und William Hagen spielten jeweils ein Violinkonzert ihrer Wahl, begleitet von den Lütticher Philharmonikern unter der Leitung von Christian Arming. Der Amerikaner William Hagen (3. Preis) wählte das Violinkonzert Nr. 3 h-Moll op. 61 von Camille Saint-Saëns. Der aus Salt Lake City stammende Hagen studierte bei Robert Lipsett am Colburn Conservatory of Music in Los Angeles und bei Itzhak Perlman an der New Yorker Juilliard School. Im Anschluss an erste Wettbewerbserfolge stand er in den USA, Japan und Österreich bereits mehrfach mit Orchestern auf der Bühne. Musikalität, Eleganz und nie demonstrativ wirkende Virtuosität zeichnen sein Spiel aus. Der Zweitplatzierte, Aleksey Semenenko, spielte das Violinkonzert d-Moll op. 47 von Jean Sibelius, mit dem er auch das Finale bestritten hatte. Der junge Musiker wurde in Odessa geboren und lebt in Deutschland, wo er an der Kölner Hochschule für Musik von Harald Schoneweg und Zakhar Bron ausgebildet wurde. Der Gewinner des Moskauer Paganini-Wettbewerbs 2010 und Sieger der Young Concert Artist International Auditions 2012 in New York war 2015 auch beim Violinwettbewerb Boris Goldstein in Bern erfolgreich. Sein Spiel ist lebhaft, virtuos und gewandt. Die Siegerin Lim Ji-young entschied sich ebenfalls für ihr Stück aus der Endrunde, das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms. Die Koreanerin studierte an der Korea National University of Arts bei Nam Yun Kim. Zu ihren bisherigen Erfolgen zählen der Henri-Marteau-Wettbewerb 2011 sowie die internationalen Geigenwettbewerbe in Montréal (2013) und Indianapolis (2014). Seit 2011 konzertierte sie in Berlin, Seoul, München, Montréal und Indianapolis. Ihre Interpretationen bestechen durch persönliche Ausdruckskraft, Einfallsreichtum und einen außergewöhnlichen Sinn für Klangfarben.

Zusatzinfo: Mehr auf ARTE Concert unter: http://concert.arte.tv

Mittwoch, 02.08. / 23.35 Uhr / Die große Literatour: Erika und Klaus Manns Côte d'Azur
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2016, RBB        53 Min.
Regie: André Schäfer, Rieke Brendel
Online verfügbar von 02/08 bis 31/10

„Die große Literatour“ begibt sich auf die Spuren der spannendsten Reiseschriftsteller der Geschichte und lässt den Zuschauer die Länder durch die Augen der Dichter sehen. Eine literarische Zeitreise, die auf einzigartige Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. Die erste Folge folgt Erika und Klaus Mann an die Côte d’Azur, wo sie im Jahr 1931 den Flair und die Leichtigkeit an der südfranzösischen Küste genossen. Doch die Dokumentation spiegelt neben der noch unbeschwerten Reise von 1931 auch die Lebensreise von Erika und Klaus Mann: zwei unkonventionelle und begabte Menschen, deren Lebensaufgabe später das Aufbegehren und Schreiben gegen den Nationalsozialismus werden wird.

Im Jahr 1931 brechen Erika und Klaus Mann zu einer Reise auf, aus der sie ein Buch machen werden. Öffentliches Interesse ist ihnen gewiss, denn sie sind die Kinder von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann. Aus ihrer Fahrt an die Côte d’Azur, an die französische Riviera, entsteht „Das Buch von der Riviera“, das in der Reihe „Was nicht im Baedeker steht“ erscheint. Die Reise geht entlang der Küste von West nach Ost. Getreu dem Motto: Immer „gegen“ den traditionellen, ernsthaften Baedeker, denn der Klassiker unter den deutschen Reiseführern führt genau umgekehrt.     Mit sichtlichem Vergnügen berichten die Geschwister aus dem abenteuerlichen Marseille, den gemütlichen Hafenstädtchen entlang der Küste, dem mondänen Cannes, der Großstadt Nizza und natürlich aus Monte Carlo. Das Ziel der beiden: mit möglichst wenig Geld möglichst aufwendig leben, ein Vorhaben, das im Frankreich des Jahres 1931 scheinbar mühelos umsetzbar ist. Den Zauber und den Luxus der südfranzösischen Küste sollen Erika und Klaus im Auftrag des Piper Verlags entdecken. Ihr Reiseführer liest sich stellenweise wie eine Gebrauchsanweisung – Bohemiens und Weltbürger, die aus der Fülle ihrer Erfahrungen schöpfen. Ihr Blick hat eine fast fotografische Genauigkeit selbst dann noch, wenn aus dem Auto heraus notiert wird.    Unterhaltsam, charmant, hemmungslos subjektiv schreiben die beiden ihre Erlebnisse auf. Flink reihen sich Übernachtungs- und Ausgehtipps aneinander, Erika und Klaus geben gerne den weltgewandten Ortskundigen, den Fremdenführer. Ihr Text ist so rasant wie ihre Reise: Unterwegs sein als Zeichen der Zeit, Geschwindigkeit als Lebensmodus. Der leichte, ironische, bisweilen freche Ton ist Programm.    Gegen Ende des Buchs schwindet die heitere Gelassenheit. Klaus Mann schreibt: „Hinter Monte kommt nicht mehr viel. Wir nähern uns in bedrohlicher Eile der Grenze.“ Hinter der Grenze ist Mussolini-Land, Erika und Klaus wenden sich ab und beenden ihre Reise. Die lichten Tage sind vorbei. Nach ihrer Reise an die Côte d’Azur werden sich die Mann-Geschwister in Deutschland zunehmend unwohl fühlen, sie müssen ins Exil gehen. Im Jahr 1935 entzieht das NS-Regime Erika die Staatsbürgerschaft, zwei Jahre später ereilt Klaus das gleiche Schicksal. Das ständige Unterwegssein, das Exil wird zur Lebenswirklichkeit.

Freitag, 04.08. / 21.55 Uhr / Joe Cocker - Mad Dog with Soul
Dokumentation, Großbritannien, 2016, ZDF        55 Min.
Regie: John Edginton
Online verfügbar von 04/08 bis 18/09
Erstausstrahlung

Joe Cocker wurde mit Hits wie "Unchain My Heart" bereits zu Lebzeiten zur Legende. Drei Jahre nach seinem Tod zeigt ARTE eine umfassende Filmbiografie, die sein bewegendes Leben Revue passieren lässt – von den wilden Anfängen in Sheffield bis zu seinen späten Jahren mit seiner Frau Pam auf einer Ranch in Colorado, wo er endlich sein Glück gefunden hatte. Seine Stimme begeisterte Millionen Menschen über fünf Jahrzehnte hinweg. Joe Cocker war mit einem unfassbaren musikalischen Talent gesegnet, doch hätte der Alkohol ihn schon frühzeitig fast zerstört.

Mit Hits wie "Unchain My Heart", "You Are so Beautiful" und "You Can Leave Your Hat On" wurde Joe Cocker schon zu Lebzeiten zu einer Legende. Seine Stimme begeisterte Millionen Menschen über fünf Jahrzehnte hinweg und bewies sein unfassbares musikalisches Talent. Mitte der 1970er Jahre fiel Joe Cocker in ein tiefes Loch, aus dem er Jahre später nur mit der beharrlichen Hilfe einiger Freunde wieder herausfand. Er sagte dem Alkohol, der in fast zerstört hätte, zwar nicht ab, aber es gelang ihm, die Sucht in Bahnen zu lenken, so dass er eine zweite Karriere starten konnte. Es folgten zahlreiche Erfolge und etliche Tourneen. Er stand mit allen Größen des Showbiz auf der Bühne, er begeisterte als erster westlicher Künstler die Massen in Ost-Berlin und Dresden mit umjubelten Konzerten, und er sang für die Queen auf dem Konzert zu ihrem 50-jährigen Thronjubiläum zusammen mit Phil Collins am Schlagzeug und Bryan May an der Gitarre.

Zusatzinfo: Für die umfassende Filmbiografie, die Cockers bewegendes Leben Revue passieren lässt – von den wilden Anfängen in Sheffield bis zu seinen späten Jahren mit seiner Frau auf einer Ranch in Colorado – lässt der preisgekrönte Regisseur John Edginton zahlreiche Weggefährten Cockers vor die Kamera treten, von seinem Bruder und seiner Frau über Musikerkollegen bis hin zu Bewunderern wie Billy Joel. Außerdem hören die Zuschauer die Stimme Joe Cockers aus etlichen Interviews und sehen üppiges Archivmaterial und Konzertausschnitte, die zum Teil niemals zuvor gezeigt wurden.

Freitag, 04.08. / 22.55 Uhr / Message to Love: The Isle of Wight Festival 1970
Musik, Großbritannien, 1997, WDR        120 Min.
Fernsehregie: Murray Lerner
Online verfügbar von 04/08 bis 02/11

Das Isle of Wight Festival von 1970 war wohl die bekannteste Ausgabe der frühen Jahre dieses Treffens von Größen der Rockmusik, das erstmals 1968 stattgefunden hatte. Es gilt als das europäische Woodstock. Um ein Chaos zu verhindern, hatten die Woodstock-Organisatoren ihr Festival bereits kurz nach dem Start zum "free festival" erklärt. Auch auf der britischen Insel hatte man im August 1970 nicht mit einem solchen Ansturm von Besuchern gerechnet: Nach unbestätigten Angaben belief sich ihre Zahl auf 500.000 bis 700.000. War es in Woodstock friedlich geblieben, so kam es auf der Isle of Wight zu Auseinandersetzungen zwischen Publikum und Künstlern und zwischen Publikum und Organisatoren. Die insgesamt chaotische Situation war unter anderem der Tatsache geschuldet, dass ein Teil des Publikums verlangte, das Festival ebenfalls zum "free festival" zu erklären. Das wollte der Veranstalter aber auf keinen Fall. Der Bühnenmoderator Rikki Farr ließ sich daraufhin zu den Worten hinreißen: "We put this festival on for you bastards, with a lot of love. We worked for one year for you pigs. Now you wanna break our walls and you wanna destroy it? Well you go to hell!".

Zusatzinfo: Ähnlich wie bei Woodstock ist die Bekanntheit des Isle of Wight Festivals 1970 der Tatsache zu verdanken, dass es gefilmt wurde. Bis zum heutigen Tage sind diverse Konzertfilme erschienen. Der wohl bedeutendste Beitrag aber ist der zweistündige Dokumentarfilm von Murray Lerner: "Message to Love: The Isle of Wight Festival", der erst 25 Jahre nach dem Ereignis zum ersten Mal aufgeführt wurde.

Samstag, 05.08. / 17.45 Uhr / Die großen Mythen: Rätsel und Prophezeiungen: Ödipus
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Juliette Garcia
Online verfügbar von 05/08 bis 04/10

Die 20-teilige Serie über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Alle großen Zivilisationen gründen sich auf Erzählungen vom Ursprung der Welt und vom unausweichlichen Tod. Ihre poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Diese 20-teilige Serie erzählt mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Keinem Sterblichen wurde ein so tragisches Schicksal zuteil wie Ödipus. Sein Vater war Laios, der König von Theben, der als junger Mann Chrysippos, den Sohn von König Pelops, vergewaltigt hatte. Geschändet erhängte sich dieser daraufhin. Die Götter belegten Laios und seine Nachkommen mit einem Fluch, auf dass er sich niemals fortpflanze und seine Stammlinie mit ihm untergehe. Sollte er dennoch einen Sohn bekommen, würde dieser seinen Vater töten. Als Laios rechtmäßiger Nachfolger König von Theben wurde, heiratete er Iokaste. Schließlich schenkte ihm diese ein Kind: Ödipus. Aus Angst, eines Tages durch die Hand seines Sohnes zu sterben, ließ Laios einen Hirten kommen und übergab ihm das Neugeborene, damit er es in die Berge bringe und den wilden Tieren zum Fraß überlasse. Doch der Hirte brachte es nicht übers Herz, das Baby auszusetzen. Ein Mann, der des Weges kam, nahm das Kind mit nach Korinth. Dort wuchs Ödipus bei König Polybos und Merope auf. Eines Tages begab er sich nach Delphi und befragte das Orakel, wessen Sohn er sei. Die Hohepriesterin Pythia gab ihm keine Antwort und sagte ihm stattdessen ein schreckliches, beklagenswertes Schicksal voraus: „Du wirst deinen Vater töten und dich mit deiner Mutter vereinigen!” Entsetzt brach er in die Ferne auf, damit sich die Prophezeiung an seinen vermeintlichen Eltern in Korinth nicht bewahrheite. Er irrte umher und traf an einer engen Weggabelung auf einen Wagen. Polyphontes, der Fahrer des Wagens, forderte Ödipus auf, sofort Platz zu machen. Da ihm das zu langsam ging, tötete er eines von Ödipus’ Pferden, woraufhin Ödipus sowohl Polyphontes als auch, nichtsahnend, seinen leiblichen Vater Laios tötete. Damit erfüllte sich sich der erste Teil der Vorhersage des Orakels. Nach Laios’ Tod übernahm dessen Schwager Kreon die Herrschaft über Theben. Zu dieser Zeit belagerte eine schreckliche Kreatur, eine Sphinx, die Stadt. Kreon versprach jenem den Thron von Theben und zudem seine Schwester zur Frau, der das Rätsel der Sphinx lösen konnte. Ödipus beschloss, sich der Sphinx zu stellen, um seinem Umherirren ein Ende zu bereiten. Und Ödipus schaffte es, das Ungeheuer zu besiegen.

Samstag, 05.08. / 18.10 Uhr / Die großen Mythen: Zwischen Leben und Tod: Antigone
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Sylvain Bergère, Juliette Garcia
Online verfügbar von 05/08 bis 04/10

Die 20-teilige Serie über das antike Griechenland begibt sich auf eine spannende Suche nach den Gründungsmythen unserer Zivilisation. Alle großen Zivilisationen gründen sich auf Erzählungen vom Ursprung der Welt und vom unausweichlichen Tod. Ihre poetische Kraft überdauerte die Jahrhunderte und ist bis heute gegenwärtig. Diese 20-teilige Serie erzählt mit originellen Animationen und ausgewählten kunsthistorischen Darstellungen von den griechischen Mythen, wie sie in den ältesten Schriftzeugnissen überliefert wurden. Ein visuelles Abenteuer rund um die Schicksale von Göttern, Helden und anderen bedeutenden Gestalten der Mythologie.

Ödipus hatte unwissentlich seinen Vater getötet und anschließend seine eigene Mutter Iokaste geheiratet. Aus dieser inzestuösen Vereinigung gingen vier Kinder hervor: zwei Jungen, Eteokles und Polyneikes, und zwei Mädchen, Antigone und Ismene. Als sie die schreckliche Wahrheit erfuhr, erhängte sich die unglückliche Iokaste. Außer sich riss Ödipus daraufhin die goldenen Spangen von ihrem Kleid und stach sich die Augen aus. So würde er nie mehr den Tag sehen, die Nacht und die Menschen. Thebens Thron war wieder vakant. Da Ödipus' Söhne noch zu jung waren, trat ihr Onkel Kreon die Regentschaft an. Doch Eteokles und Polyneikes waren zwei junge Heißsporne und nahmen diese Entscheidung nicht hin; sie sperrten Ödipus in ein Gefängnis, erklärten ihren Vater für tot und forderten die Herrschaft für sich. Von ihrer Schwester Ismene erfuhr Antigone eines Tages, was sich in Theben zuletzt abgespielt hatte: Die Brüder, die sich auf dem Thron von Theben jeweils für ein Jahr abgewechselt hatten, waren zu Feinden geworden: Der Erstgeborene Eteokles weigerte sich, die Krone wie vereinbart an Polyneikes zurückzugeben. Der Krieg war unvermeidlich. Vergeblich versuchte Antigone, die beiden zur Vernunft zu bringen. Am Ende einer unerbittlichen Schlacht töteten sich die Brüder gegenseitig. Antigones Onkel Kreon übernahm schließlich die Herrschaft. Er befahl, Polyneikes eine ordentliche Bestattung zu verweigern; sein Leichnam sollte auf dem Schlachtfeld liegenbleiben. Antigone war entsetzt und beschloss, sich über das Verbot ihres Onkels hinwegzusetzen und ihren Bruder würdig zu bestatten, um ihm den Einzug ins Totenreich zu sichern.

Samstag, 05.08. / 20.15 Uhr / Zeitenwende - Die Renaissance (1/2)
Dokumentation, Deutschland, Italien, Frankreich, 2015, WDR        53 Min.
Regie: Martin Papirowski
Online verfügbar von 05/08 bis 03/11
Erstausstrahlung

Die Renaissance ist eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse, soziale und kulturelle Entwicklung, die einzigartig in der Geschichte ist. Doch was genau löste sie aus? Die Renaissance ist nicht nur ein einmaliges historisches Phänomen – auf ihren Errungenschaften baut unsere Gegenwart auf. Die Kulturepoche brachte Künstler-Gelehrte wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo hervor, die für einen neuen Typus Mensch stehen, der nicht mehr nur glauben will, sondern den Dingen auf den Grund geht.

Im 14. Jahrhundert setzt eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Entwicklung ein, die in der Geschichte einzigartig ist: die Renaissance. Sie schafft einen neuen Typus Mensch, der nicht mehr bereit ist nur zu glauben, sondern den Dingen auf den Grund geht und sich selbst als ein göttliches Wesen begreift. Die zweiteilige Dokumentation begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Epoche: Oströmische Gelehrte bringen das verlorene Wissen der Antike in den Westen, lösen Innovationsschübe in allen Fakultäten aus – doch die Renaissance ist mehr als die Wiedergeburt der Antike, denn sie wird die Kenntnisse der Antike überflügeln. Die beiden Dokumentationen analysieren die Kettenreaktion des Fortschritts und ihre Auswirkung auf die Gegenwart. Sie wagen den Brückenschlag von der (Wieder-)Erfindung der Zentralperspektive zu CAD-Systemen, von Leonardos Maschinenmensch zu autonomen Roboterkickern. Bereits in der Renaissance existieren Global Player, Großbanken oder Massenkommunikation. Der Zweiteiler erzählt Geschichte phänomenologisch, erweitert die visuellen Instrumente der Dokumentation durch szenische Zeitreisen zu den Wendepunkten der Geschichte und verbindet Zeitraffung und Zeitdehnung mit einer cineastischen Optik. Man kann sagen, dass unsere moderne Welt ohne das, was die Renaissance erdacht und erfunden hat, unvorstellbar wäre.

Samstag, 05.08. / 21.10 Uhr / Zeitenwende - Die Renaissance (2/2)
Dokumentation, Deutschland, Italien, Frankreich, 2015, WDR        53 Min.
Regie: Martin Papirowski
Online verfügbar von 05/08 bis 03/11
Erstausstrahlung

Die Renaissance ist eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse, soziale und kulturelle Entwicklung, die einzigartig in der Geschichte ist. Doch was genau löste sie aus? Die Renaissance ist nicht nur ein einmaliges historisches Phänomen – auf ihren Errungenschaften baut unsere Gegenwart auf. Die Kulturepoche brachte Künstler-Gelehrte wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo hervor, die für einen neuen Typus Mensch stehen, der nicht mehr nur glauben will, sondern den Dingen auf den Grund geht.

Im 14. Jahrhundert setzt eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Entwicklung ein, die in der Geschichte einzigartig ist: die Renaissance. Sie schafft einen neuen Typus Mensch, der nicht mehr bereit ist nur zu glauben, sondern den Dingen auf den Grund geht und sich selbst als ein göttliches Wesen begreift. Die zweiteilige Dokumentation begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Epoche: Oströmische Gelehrte bringen das verlorene Wissen der Antike in den Westen, lösen Innovationsschübe in allen Fakultäten aus – doch die Renaissance ist mehr als die Wiedergeburt der Antike, denn sie wird die Kenntnisse der Antike überflügeln. Die beiden Dokumentationen analysieren die Kettenreaktion des Fortschritts und ihre Auswirkung auf die Gegenwart. Sie wagen den Brückenschlag von der (Wieder-)Erfindung der Zentralperspektive zu CAD-Systemen, von Leonardos Maschinenmensch zu autonomen Roboterkickern. Bereits in der Renaissance existieren Global Player, Großbanken oder Massenkommunikation. Der Zweiteiler erzählt Geschichte phänomenologisch, erweitert die visuellen Instrumente der Dokumentation durch szenische Zeitreisen zu den Wendepunkten der Geschichte und verbindet Zeitraffung und Zeitdehnung mit einer cineastischen Optik. Man kann sagen, dass unsere moderne Welt ohne das, was die Renaissance erdacht und erfunden hat, unvorstellbar wäre.

Samstag, 05.08. / 23.50 Uhr / The Cure live in Paris
Musik, Frankreich, 2008, ARTE        60 Min.
Regie: Laurent Hasse, Thierry Villeneuve
Mit: The Cure
Erstausstrahlung

Samstag, 05.08. / 00.50 Uhr / Berlin Live: Editors
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        61 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 05/08 bis 04/09

Bühne frei für Großbritanniens coolsten Exportschlager: Editors! Die vierköpfige Rockband gehört mittlerweile zur Spitze der britischen Indieszene und das zu Recht: Fünf grandiose Studioalben, unzählige, mitreißende Livekonzerte und Songs wie „An End Has a Start“, „Papillon“ und „A Ton of Love“ beweisen, wie leidenschaftlich Editors für ihre Musik leben. Mal rockig, mal mit elektronischen Klängen, aber immer mit der einzigartigen Baritonstimme von Tom Smith performen sie ihre Songs im Studio oder auf der Bühne, jedes Mal bemüht, sich etwas neu zu erfinden. Mit ihrem aktuellen Album „In Dream“ waren sie jetzt auf großer Europatournee und haben ihr Publikum zum Kochen gebracht – auch auf der „Berlin Live“-Bühne. Gänsehautfeeling garantiert!

Zusatzinfo:     Die Sendung ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Sonntag, 06.08. / 18.25 Uhr / Barenboim bei den Proms 2014
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        43 Min.
Regie: Peter Maniura
Dirigent: Daniel Barenboim
Komponist: Maurice Ravel, Georges Bizet
Orchester: West-Eastern Divan Orchestra
Online verfügbar von 06/08 bis 13/08

1999 wurde das West-Eastern Divan Orchestra in Weimar vom Dirigenten Daniel Barenboim und dem Literaten Edward Said gegründet. Mittlerweile ist es eine feste Größe in der internationalen Musikwelt. Mit seinen jungen jüdischen, muslimischen und christlichen Musikern will das Orchester ein Modell dafür sein, dass ein friedliches Zusammenleben der Völker im Nahen Osten möglich ist. Bei den alljährlichen Sommer-Workshops bereiten sich die Musiker auf ihre Konzerttourneen vor. Die musikalischen Proben werden dabei durch Seminare, Vorlesungen und Diskussionen ergänzt. Durch ihre gemeinsamen Auftritte, bei denen Israelis und Palästinenser vor demselben Orchesterpult sitzen, demonstrieren die jungen Menschen, dass gegenseitiges Verständnis und Versöhnung den permanenten Hass und die nicht enden wollende Gewalt überwinden können. Bei den BBC-Proms 2014 in London feiern Daniel Barenboim und sein Ensemble nun ihr 15-jähriges Jubiläum. Im Mittelpunkt des Programms stehen bekannte Orchesterwerke von Maurice Ravel, allesamt mit spanischem Flair. Die „Rapsodie espagnole“, entstanden zwischen 1907 und 1908, zählt zu Ravels frühen Kompositionen für Orchester. Das virtuose „Alborada del gracioso“ und die elegische „Pavane pour une infante défunte“ waren ursprünglich Klavierstücke, die er später orchestrierte. Der „Boléro“ schließlich zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Werken der Klassik überhaupt.

Zusatzinfo:
Auf dem Programm stehen folgende Werke von Maurice Ravel: - „Rapsodie espagnole“ - „Alborada del gracioso“ - „Pavane pour une infante défunte“ - „Boléro“

Sonntag, 06.08. / 00.35 Uhr / Die Berliner Philharmoniker spielen Brahms' 2. Sinfonie
Vom Lucerne Festival 2016
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        45 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Sir Simon Rattle
Komponist: Johannes Brahms
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 06/08 bis 05/09
Erstausstrahlung

Sie gehörte immer zum Kernrepertoire der Berliner Philharmoniker: die zweite Sinfonie von Johannes Brahms, eines der populärsten Werke der deutschen Romantik. Beim Lucerne Festival 2016 gelingt den Berlinern unter der Leitung ihres Chefdirigenten Simon Rattle eine überwältigende Interpretation.

Die im Jahr 1877 entstandene Sinfonie genoss lange den Ruf einer „pastoralen Idylle“ und wurde von ihren Zeitgenossen als eine Rückkehr zu „lieblicher Verständlichkeit“ empfunden. Fälschlicherweise, denn ihr wahrer Charakter entspricht keineswegs dieser einseitigen Wahrnehmung. Selten gelingt es wie hier bei der Aufführung der Berliner Philharmoniker im Luzerner Kongresshaus, derart deutlich die Komplexität dieser Partitur zu beleuchten. „Brahms hätte sich vermutlich sehr verstanden gefühlt von Rattles durchhörbarer Interpretation, die Gegensätze formte anstatt sie zu scheuen, die Idylle mit Leidenschaft färbte, Ausdruck von wilder Lebensfreude mit tiefem Weltschmerz vereinte“, so beschreibt die Musikkritikerin Waltraut Anna Kautz Rattles Deutung des Werkes. Die Konzerte der Berliner Philharmoniker sind seit Jahren musikalische Höhepunkte, Fixsterne der Festspiele in Luzern: Nach einem Auftritt bei den Salzburger Festspielen gehört alljährlich auch der Stopp in Luzern zum traditionellen Pflichtprogramm dieses Weltklasse-Ensembles.

Freitag, 11.08. / 21.55 Uhr / Yeah! Yeah! Yeah! (A Hard Day's Night)
Spielfilm, Großbritannien, 1964, ARD        84 Min.
Regie: Richard Lester
Kamera: Gilbert Taylor
Schnitt: John Jympson
Musik: Paul McCartney, John Lennon
Produktion: Proscenium Films
Produzent: Walter Shenson
Drehbuch: Alun Owen

Mit: John Lennon (John), Paul McCartney (Paul), Ringo Starr (Ringo), Wilfrid Brambell (Großvater), George Harrison (George), Norman Rossington (Norm), John Junkin (Shake), Victor Spinetti (Fernsehregisseur), Anna Quayle (Millie), Deryck Guyler (Polizeiinspektor), Richard Vernon (Mann im Zug), Edward Malin (Hotelangestellter), Lionel Blair (Choreograph), Alison Seebohm (Sekretärin), David Janson (Junge)

Vor einem Londoner Fernsehstudio ist die Hölle los: Die vier Liverpooler Musiker John, Paul, George und Ringo sind in einer Live-Show zu Gast. Als der Countdown zur Sendung läuft, packt den Schlagzeuger Ringo eine Sinnkrise und er lässt die Band kurz vor dem großen Auftritt im Stich. John, Paul und George müssen sich nun etwas einfallen lassen ...

Der Arbeitstag von John, Paul, George und Ringo beginnt wie gewöhnlich mit Hektik. Auf dem Weg ins Fernsehstudio, wo sie in einer Live-Show auftreten sollen, entkommen die vier Musiker nur mit knapper Not einer Meute schreiender Fans. Paul hat seinen Großvater im Schlepptau, auf den er aufpassen muss. Im Zug kommt es prompt zum Disput mit dem spießigen Besitzer eines Erste-Klasse-Tickets. Unter Protest verlassen die Beatles das Abteil und vertreiben sich die Zeit mit einer lockeren Session im Gepäckwagen. In London angekommen, erwartet der leidgeprüfte Roadmanager Norm, dass die Jungs den Abend im Hotel mit der Beantwortung der Fanpost verbringen. Doch angesichts der Waschkörbe voller Briefe ergreifen die vier Freunde spontan die Flucht und vergnügen sich in einem Tanzlokal. Tags darauf mischen die Pilzköpfe das Fernsehstudio auf: Pressekonferenzen, Interviews und Kostümproben wechseln einander ab. Eine halbe Stunde vor Beginn der Sendung bekommt der neurotische Fernsehregisseur fast einen Herzinfarkt, denn Schlagzeuger Ringo ist spurlos verschwunden. Der Großvater, auf den wieder einmal niemand achtete, hat ihm eingeredet, die anderen drei würden ihn ausnutzen und sein Leben sei verpfuscht, falls er sich nicht sofort aufmache, um sich ein nettes Mädchen zu suchen. Ringo zieht durch London und wird prompt verhaftet: wegen Landstreicherei und Erregung öffentlichen Ärgernisses ... Richard Lesters stilbildender Musikfilm "A Hard Day's Night" ist eine erfrischende Mixtur aus dokumentarischen Musikmitschnitten, albernen Slapstick-Gags und einer fragmentarischen Spielhandlung, in deren Rahmen die Beatles ihr eigenes Image als Stars gegen den Strich bürsten.

Zusatzinfo:
Regisseur Richard Lesters "A Hard Day's Night" war ein großer Erfolg. Von dem Drehbuch zum Film und insbesondere den Dialogen waren die Beatles jedoch zunächst gar nicht begeistert, woraufhin das Skript komplett umgeschrieben wurde. Die temporeiche, witzige Machart, mit der Lester den Rock-'n'-Roll-Lebensstil im London der 60er Jahre authentisch einfing und zugleich augenzwinkernd parodierte, gilt als Vorwegnahme des gut 20 Jahre später aufkommenden Musikvideo-Genres – und so erhielt der Regisseur Jahrzehnte später einen MTV-Award für die Erfindung des Musikvideos. Weitere erfolgreiche Filme wie der in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete "The Knack ... and How to Get It" und der zweite Beatles-Film "Help!" (beide 1965) folgten. "Help!" reichte nicht an den Erfolg des Oscar-nominierten "A Hard Day's Night" (für Drehbuch und Musik) heran, aber Lester hatte die einmalige Gelegenheit, ein bis dahin noch nie dagewesenes Starleben, wie die Beatles es mit Drogen, Girls und Glamour führten, hautnah mitzuerleben.
Freitag, 11.08. / 23.25 Uhr / Sgt. Pepper's Musical Revolution
Dokumentation, Großbritannien, 2017, BR        58 Min.
Regie: Francis Hanly
Erstausstrahlung

So haben Sie Sergeant Pepper mit Sicherheit noch nie gesehen: optisch faszinierende Projektionen, Requisiten und Bühnendekor inklusive der Originaltore der von John Lennon besungenen und von der Heilsarmee als Waisenhaus genutzten Liverpooler Villa namens Strawberry Field. ARTE feiert diesen Sommer den 50. Geburtstag des legendären Beatles-Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. In Großbritannien wurde es am 26. Mai 1967 veröffentlicht, kurz darauf auch in Deutschland und den USA. Das Album, eines der bis heute meistverkauften Alben in Großbritannien überhaupt, gilt als Meilenstein der Musikgeschichte, das den Wandel der Popmusik einleitete. Zum ersten Mal wurde ein Album mit so großem Aufwand produziert. Musikalisch wurde Paul McCartney vom Album „Pet Sounds“ der Beach Boys stark beeinflusst und inspiriert, wie er später immer wieder betonte. Die Dokumentation präsentiert nur selten gespielte Audioaufnahmen aus dem Originalalbum der Beatles. Hier wird die kunterbunte Fantasiewelt von Sergeant Pepper wieder heraufbeschworen, von der guten alten Music Hall über indische Ashrams und Zirkuszelte bis ins Vorstadtambiente.

Freitag, 11.08. / 00.25 Uhr / John Lennon: Live in New York City
Dokumentation, Großbritannien, 1972, ARTE        55 Min.
Regie: Steve Gebhardt, Carol Dysinger
Interpret: John Lennon
Online verfügbar von 11/08 bis 09/11
Erstausstrahlung

Zwischen der Beatles-Tour 1966 und seinem Tod im Jahr 1980 gab John Lennon nur ein Konzert in Amerika: am 30. August 1972. Yoko Onos Plastic Ono Elephant’s Memory Band begleitete ihn im Madison Square Garden bei unvergessenen Songs wie „Imagine“, „Instant Karma“ und „Power of the People“.

Am 30. August 1972 spielte John Lennon im Madison Square Garden in New York. Der Auftritt wurde sein letztes und einziges großes US-Konzert zwischen der Beatles-Tour 1966 und seinem tragischen Tod im Jahr 1980. Zusammen mit seiner Frau Yoko Ono und ihrer Plastic Ono Elephant’s Memory Band präsentierte er Klassiker aus seiner Feder, darunter „Imagine”, „Instant Karma” und „Power to the People.”

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