Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Samstag, 16.12. / 00.15 Uhr / Square Artiste ~ Carte Blanche für Wladimir Kaminer
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Online verfügbar von 16/12 bis 23/12
Erstausstrahlung

Sonntag, 17.12. (3. Advent) / 08.00 Uhr / Große Oper für kleine Leute: Aida
Kindersendung, Südkorea, 2011, ARTE        13 Min.
Regie: Lee Yong-Jun
Online verfügbar von 17/12 bis 16/01

Papageno, Aida, Don José – das sind Namen, die viele Kinder kennen. Doch wer verbirgt sich hinter den Figuren? Die Serie „Große Oper für kleine Leute“ führt Kinder auf märchenhafte Weise an bekannte Opern und deren berühmten Geschichten heran. Die in poetischen Bildern gezeichnete Animationsserie lädt junge Zuschauer auf eine wunderbare Reise ein: Zu erleben sind dabei Tamino und seine Zauberflöte, Carmens und Aidas tragisches Schicksal sowie die Liebesgeschichte zwischen dem Fürsten Almaviva und der schönen Rosina.

Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Ägypten und Äthiopien sind verfeindet. Aida, die Tochter des äthiopischen Königs, lebt als Sklavin am Hof des Pharaos. Die Liebe zu dem ägyptischen Heerführer Radames stürzt sie in tiefe Bedrängnis. Auch die Tochter des Pharaos, Prinzessin Amneris, ist in Radames verliebt. Als sie in Aida die Rivalin erkennt, will sie diese aus dem Weg räumen …

Zusatzinfo: Für Kinder sind Opern oft ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei sind doch, so schon Rousseau „die konstitutiven Elemente einer Oper das Gedicht, die Musik und das Bühnenbild“, Dinge, die Kinder kennen, verstehen und mögen. Warum sind Kindern Opern trotzdem so schwer zugänglich? Die Animationsserie erzählt die Handlung berühmter Opern mit viel Musik und in poetisch gezeichneten Bildern. Die unterhaltsamen Filme machen die Kinder mit den Charakteren vertraut und wecken so vielleicht die Lust, diese Werke später auch einmal auf einer richtigen Opernbühne anzusehen.

Sonntag, 17.12. (3. Advent) / 17.35 Uhr / César ~ Objektkünstler & Bildhauer
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Stéphane Ghez
Online verfügbar von 17/12 bis 16/01
Erstausstrahlung

Unter dem Namen César Baldaccini wird im Jahr 1921 einer der bedeutendsten Künstler des Nouveau Réalisme in Marseille geboren. International berühmt werden die bildhauerischen Objekte des Künstlers, etwa die überdimensionalen goldenen Skulpturen seines eigenen Daumens. Mit diesen betont ironischen Werken steht er der Pop Art nahe. Doch zuvor, ab 1960, konzentriert César seine Arbeit auf die Technik der sogenannten gelenkten Kompressionen, die bald schon zu seinem Markenzeichen werden und die Grundfesten der klassischen Bildhauerei erschüttern. Mit Hilfe einer hydraulischen Presse komprimiert er Metallteile wie Autokarosserien, Getränkedosen, Gabeln. Anlässlich seines 20. Todestages und einer großen Retrospektive im Pariser Centre Pompidou (13. Dezember 2017 bis 26. März 2018) wirft die Dokumentation einen Blick auf das Leben und Werk des nonkonformistischen Bildhauers und Objektkünstlers.

Er schrieb mit seinen innovativen Grenzerweiterungen der bildhauerischen Techniken Kunstgeschichte: César (1921-1998), einer der bedeutendsten Künstler des Nouveau Réalisme. Er schaffte Werke aus Gips und Eisen, aus getriebenen Bleifolien und Draht, er nutzte Industrieabfälle und Schrotteile für seine Skulpturen. In seinen wegweisenden Werken, den "Compressions dirigées", die César zu internationaler Bekanntheit verhalfen, bearbeitete er verschiedenste Metallteile und ganze Autokarosserien mit hydraulischen Schrottpressen. Für die Kunstszene waren seine provokanten Schrottplastiken anfangs ein gewalttätiger Anschlag auf die Bildhauerkunst. Die traditionelle Kunst wurde gesprengt, indem er Gegenstände der Konsumgesellschaft recycelte. Rund 20 Jahre nach dem Tod des Bildhauers hält die Dokumentation Rückschau auf eine einzigartige Karriere und beleuchtet dabei die vier Kunstformen, die César zu einem Alchimisten der modernen Bildhauerei machten: Der Film stellt seine Eisenskulpturen vor, seine Kompressionen, Abdrücke und Expansionen. Bei letzteren handelt es sich um Serien aus Polyurethan, bei denen der Künstler – auch in Form spektakulärer Happenings vor den Ausstellungsbesuchern – mit dem sich ausdehnenden, schäumenden Kunststoff spielte. César Baldaccini wurde als Sohn armer toskanischer Einwanderer im multikulturellen Viertel Belle-de-Mai in Marseille geboren. 1943 schrieb er sich in Paris an der berühmten Kunstakademie ein – in erster Linie, um dem Zwangsarbeitsdienst in Deutschland zu entgehen. Am Ende dauerte das Studium fast 15 Jahre. Die Jahre in Paris wurden prägend für César. Hier begegnete er Pablo Picasso, Germaine Richier und Alberto Giacometti. 1954 richtete César sein Atelier in Villetaneuse im Norden von Paris ein, in einer Fabrik, die dem Vater eines Freundes gehörte. Mit Metallabfällen entwickelte der junge Bildhauer eine neue plastische Sprache. Mit einer Fischskulptur feierte César 1954 seinen ersten großen Erfolg. In Paris, London und Brüssel sorgten seine Ausstellungen für Furore und brachten den Durchbruch mit 33 Jahren als Eisenbildhauer. Besonders seine Tierfiguren und sinnlichen Frauenbüsten werden von der Kritik bejubelt. Berühmt werden später neben seinen Kompressionen vor allem auch die vergrößerten Abdrücke von Körperteilen, wie etwa die riesigen goldenen Skulpturen seines eigenen Daumens oder die auf fünf Meter vergrößerte Brust einer Tänzerin des Variétés „Crazy Horse“. Mit diesen betont ironischen Werken steht er auch der Pop-Art nahe.

Zusatzinfo: Verwandte, Freunde und Experten für zeitgenössische Kunst zeichnen das Porträt des nonkonformistischen Künstlers und blicken zurück auf ein spielerisch-provokantes Lebenswerk: Bernard Blistène, Direktor des Centre Pompidou; Catherine Millet, Gründerin von „Art Press“ und große Bewunderin von César; Jean Nouvel, Architekt und Freund von César; Césars Frau Rosine; Stéphanie Busuttil, die letzte Weggefährtin des Künstlers und heute Vorsitzende der Fondation César. Nicht zu vergessen Régis Bocquel, Césars Eisengießer, in dessen Kunstgießerei in der Normandie César ein Atelier hatte und dessen Präsenz zwischen all den Werken, die er hinterlassen hat, noch immer zu spüren ist.

Sonntag, 17.12. (3. Advent) / 18.25 Uhr / Schwerpunkt: Festtagsprogramm: Wiener Abend mit dem Orchestre de Paris
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Julien Condemine
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johann Strauss
Orchester: Orchestre de Paris

Mit: Cyrille Dubois (Tenor), Annette Dasch (Sopran)

Online verfügbar von 17/12 bis 24/12

Erstausstrahlung

ARTE lädt ein zu einem Wiener Abend in die Philharmonie de Paris: Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock präsentiert das Orchestre de Paris ein unterhaltsames Programm mit den schönsten Walzern aus dem deutschen und französischen Operetten-Repertoire. Begleitet werden die Musiker von der Sopranistin Annette Dasch und dem Tenor Cyrille Dubois, die das Publikum sogar dazu einluden, in festlichen Walzer-Rhythmen auf einer Tanzfläche zu schwelgen.

Musikalischer Streifzug durch das deutsch-französische Operetten-Repertoire: Am 8. Juni 2017 wurde in der Philharmonie de Paris ein besonderes Konzertprogramm geboten: Nach dem Vorbild der berühmten Londoner Proms stellte der Dirigent Thomas Hengelbrock ein unterhaltsames Programm zusammen, das einen leichten Zugang zur klassischen Werken bietet. Gemeinsam mit zwei wunderbaren Solisten – der Sopranistin Annette Dasch und dem Tenor Cyrille Dubois – spielt das Orchestre de Paris die beliebtesten Walzer aus berühmten Operetten. Der Zuschauerraum der Philharmonie verwandelte sich in einen Ballsaal, als Thomas Hengelbrock das Publikum mit Klängen von Strauss-Walzern vor die Bühne lockte und zum Tanzen animierte. Anschließend traten die beiden Sänger abwechselnd auf die Bühne und gaben mal solo, mal im Duett Operettenlieder von Franz Lehár, Emmerich Kálmán und Jacques Offenbach zum Besten.

Das Programm im Überblick: - Johann Strauss (Sohn): „Die Fledermaus“ – Ouvertüre - Emmerich Kálmán: Auszug aus „Das Veilchen von Montmartre“ – Heut' Nacht hab' ich geträumt von Dir - Emmerich Kálmán: Auszug aus „Gräfin Mariza“ – Sag ja, mein Lieb, sag ja - Johann Strauss (Sohn): Auszug aus „Ritter Pásmán“ – Csárdás - Charles Lecocq: Auszug aus „Les Cent Vierges“ – O Paris, gai séjour de plaisir - Jacques Offenbach: Auszug aus „Orphée aux enfers“ – Ballet des mouches: Galop - Jacques Offenbach: Auszug aus „La Belle Hélène“ – C'est le ciel qui m'envoie … Ce n'est qu'un rêve - Franz Lehár: Auszug aus „Die lustige Witwe“ – L'heure exquise - Jacques Offenbach: Auszug aus „Orphée aux enfers“ – Galop Infernal

Montag, 18.12. / 18.35 Uhr / Kulissen des Kultkinos: Auf den Spuren von "Herr der Ringe"
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 18/12 bis 17/01
Erstausstrahlung

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? In Neuseeland hat Peter Jackson die komplette Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ gedreht, nach dem gleichnamigen Werk von J. R. R. Tolkien. Der britische Autor schöpfte seine Inspiration zwar aus dem mittelalterlichen England, doch die Waikato-Region auf der Nordinsel Neuseelands entsprach perfekt der grünen Hügellandschaft Mittelerdes. In Tolkiens Saga bricht die Gemeinschaft des Ringes zu einer langen und gefährlichen Reise auf, die sie durch viele faszinierende Landschaften führt. Von dem erhalten gebliebenen und inzwischen gut besuchten Filmset des Dörfchens Hobbingen aus unternimmt die Dokumentation einen abenteuerlichen Streifzug durch das Neuseeland, das Schauplatz von Peter Jacksons Mittelerde geworden ist.

Vor vielen, vielen Jahren, in einer lange vergessenen Fantasiewelt, schuf der Herrscher des Bösen den einen Ring. Um diesen zu zerstören, müssen die unter dem Ring geknechteten Gefährten eine lange und gefährliche Reise auf sich nehmen, bei der sie eine Vielfalt an fantastischen Landschaften durchqueren. In Neuseeland, das aus zwei Hauptinseln besteht, der Nord- und der Südinsel, hat Regisseur Peter Jackson die komplette Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ gedreht, nach dem gleichnamigen Werk von J. R. R. Tolkien. Der britische Autor schöpfte seine Inspiration zwar aus dem mittelalterlichen England, doch die Waikato-Region auf der Nordinsel entspricht perfekt der grünen Hügellandschaft Mittelerdes. Es ist die reichste Agrarregion Neuseelands. Ein Engländer erwarb dieses Land im 19. Jahrhundert von den Maori, um dort Pferde und Schafe zu züchten. Im Film dient es als Kulisse für das Auenland, ein kleines Paradies inmitten des verwüsteten Kontinents Mittelerde. Hinter grünen Hügeln verbirgt sich Hobbingen, das Hobbit-Dorf, das auf der Farm von Russel Alexander errichtet wurde. Die Geschichte beginnt im kleinen Haus eines Hobbits. Der Ursprung dieses Volks reicht weit in lang vergessene Zeiten zurück. Diese kleinen Kreaturen bauen ihre Häuser traditionell in Höhlen und Erdlöchern, wo sie sich am wohlsten fühlen. Die Filmkulisse von Hobbingen mit 44 Häusern ist erhalten geblieben. Sie wird jeden Morgen von Dutzenden Gärtnern mit viel Liebe gepflegt, um die Besucher zu erfreuen, die jedes Jahr zu Hunderttausenden hierherkommen. Die Dokumentation führt von Hobbingen aus zu den unterirdischen Höhlen des Owen’s Cliff, zum Mount Sunday mitsamt den Neuseeländischen Alpen im Hintergrund, ins feuchte und geheimnisvolle Fiordland und schließlich über die Vulkanregion Tongariro bis hin zur faszinierenden Vulkaninsel White Island vor der Küste der Nordinsel.

Dienstag, 19.12. / 18.35 Uhr / Kulissen des Kultkinos: Auf den Spuren von Harry Potter
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 19/12 bis 18/01
Erstausstrahlung

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? Anfang 1994 besucht die damals noch unbekannte J. K. Rowling regelmäßig einen Teesalon in der Altstadt Edinburghs. Hier schreibt sie den ersten Band der Harry-Potter-Saga. Die Schlüsselmomente der Geschichte spielen sich im nebligen und feuchten Norden Großbritanniens ab. Das dramatische Licht, das schroffe Gebirge, die engen Täler und nebelumhüllten Bergkämme hatte J. K. Rowling im Kopf, als sie ihre Geschichte hier ansiedelte. Die Dokumentation begibt sich vom Ausgangspunkt Edinburgh aus auf eine Reise durch ein sagenhaftes Schottland, von der die Fantasy-Welt des weltberühmten Zauberlehrlings inspiriert ist.

Die Geschichte von Harry Potter beginnt in Edinburgh. Anfang 1994 besucht die damals noch unbekannte J. K. Rowling regelmäßig einen Teesalon in der Altstadt. Hier schreibt sie den ersten Band einer Fantasy-Saga, die zu einem Bestseller wird. Sie bringt viele Stunden damit zu, Charaktere zu entwerfen, Zauberer, Landschaften und fantastische Kreaturen zu beschreiben, die die Welt von Harry Potter bevölkern. Für die Fans, die von überall her kommen, ist dieses Café der Ausgangspunkt einer Harry-Potter-Pilgerreise. Die Autorin von „Harry Potter“ schlenderte gerne über den Greyfriars Kirkyard, den berühmtesten Friedhof Schottlands. Auf diesem Friedhof soll J. K. Rowling den Namen gefunden haben, dessen Anagramm „Lord Voldemort“ ergibt. London und Wales haben zwar in vielen Szenen der Harry-Potter-Filme als Kulisse gedient, doch die Schlüsselmomente der Geschichte spielen sich im nebligen und feuchten Norden Großbritanniens ab. Das dramatische Licht, das schroffe Gebirge, die engen Täler und nebelumhüllten Bergkämme hatte J. K. Rowling im Kopf, als sie das tödliche Duell zwischen dem Zauberlehrling Harry Potter und dem mächtigen schwarzen Magier Lord Voldemort hier ansiedelte. Im Westen Schottlands lieferte die Region Glenfinnan zahlreiche Kulissen für die Harry-Potter-Filme. Hier fährt der berühmte Hogwarts Express – in Wahrheit der Jacobite Steam Train – vorbei, der Dampfzug, der Harry zu seiner Zauberschule bringt. Nach einem Abstecher an den Süßwassersee Loch Shiel geht es zurück nach Edinburgh ins renommierte Fettes College. J. K. Rowling ließ sich für die Beschreibung der Zauberschule von dieser berühmten Einrichtung und ihrem Pensionat inspirieren. Dann lädt der mystische Zauberwald Faskally Forest mit seinen Lichtinstallationen zu einem einmaligen nächtlichen Spaziergang ein. Loch Eilt mitsamt der kleinen bewaldeten Insel an seiner Spitze ist ein weiterer charakteristischer Schauplatz der Harry-Potter-Filme. Und nicht zuletzt auch die unbewohnte kleine Insel Bass Rock, die wie das Zauberergefängnis Askaban ein berüchtigtes Gefängnis war. Edinburgh und Schottland stecken voller Legenden und Mythen. Kein Wunder, dass diese geheimnisvollen Orte die Autorin der berühmten Harry-Potter-Romane inspiriert haben.

Mittwoch, 20.12. / 18.35 Uhr / Kulissen des Kultkinos: Auf den Spuren von Amélie Poulain
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 20/12 bis 19/01
Erstausstrahlung

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? Von Abbesses bis Sacré-Cœur, vom Canal Saint-Martin bis zum Gare de l’Est – die Welt von Amélie Poulain steckt voller Fantasie, Nostalgie und einem Hauch Magie. Eines Tages beschließt die schüchterne Kellnerin, anderen Menschen zu helfen, und verändert damit ihr Schicksal. Das gebrochene Herz ihrer Concierge heilen oder die Spur ihres Traumprinzen aufstöbern, Amélie widmet sich heimlich zahlreichen Aufgaben, die ein wenig Glück und Poesie um sie herum verbreiten. Die Figuren aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ scheinen einem Technicolor-Märchen entsprungen zu sein, doch man kann sie tatsächlich in den versteckten Winkeln von Paris treffen, sofern man nur weiß, wo man suchen muss.

Von Abbesses bis Sacré-Cœur, vom Canal Saint-Martin bis zum Gare de l’Est – die Welt von Amélie Poulain steckt voller Fantasie, Nostalgie und einem Hauch Magie. Eines Tages beschließt die schüchterne Kellnerin, anderen Menschen zu helfen, und verändert damit ihr Schicksal. Das gebrochene Herz ihrer Concierge heilen oder die Spur ihres Traumprinzen aufstöbern, Amélie widmet sich heimlich zahlreichen Aufgaben, die ein wenig Glück und Poesie um sie herum verbreiten. Die Figuren aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ scheinen einem Technicolor-Märchen entsprungen zu sein, doch man kann sie tatsächlich in den versteckten Winkeln von Paris treffen, sofern man nur weiß, wo man suchen muss. Der Streifzug durch die französische Hauptstadt folgt Menschen durch Paris, die anderen den Alltag verschönern und auf ihre Weise positiv zum großen Ganzen beitragen möchten. Er führt in ein nostalgisches Schneekugel-Paris, das nichts mit dem echten, modernen Paris zu tun zu haben scheint. Die Spurensuche beginnt in Montmartre im Bistro „La Midinette“, einer wahren Pariser Institution, wo die Concierge Sonia, eine Zugehfrau für über 90-Jährige, regelmäßig zu Mittag isst. Im Anschluss geht es mit einer Vélosolex, mittlerweile einem Sammlerobjekt, das Nostalgiker schwärmen lässt, auf Erkundungstour – mit Halt am Gare de l’Est, der mit seiner faszinierenden Architektur lange Zeit als einer der schönsten Bahnhöfe der Welt galt. Nachts, wenn der Eiffelturm zu einem Leuchtturm wird und sich im Canal Saint-Martin die Sterne spiegeln, senkt sich Ruhe über die Stadt. Jetzt gibt es frische Ware im größten Lebensmittelgroßmarkt der Welt – Rungis. Hier kaufen Restaurantbesitzer wie Stéphane vom Bistro „La Midinette“ am frühen Morgen ganz besondere Produkte ein. Auch im Viertel Sèvres-Babylone legt der Trubel manchmal eine Pause ein – wie im Deyrolle, einem zauberhaften Kuriositätenkabinett in der Rue du Bac 46, das auf ausgestopfte Tiere spezialisiert ist. Weiter geht es mit dem Streetart-Künstler Thoma Vuille, der seit 2000 die Fassaden in Metropolen wie New York, Tokio oder Hongkong mit einer optimistisch lachenden Katze verziert. 2002 verlieh er seiner gelben Katze zwei Flügel, damit sie, ähnlich wie die Taube, die Freiheit verkörpert. Alain Bonhomme wiederum kümmert sich um die alten Schleusen am Canal Saint-Martin; er lebt in seiner eigenen stillen und entschleunigten Welt. Wie bei Amélie Poulain herrscht bei Alain eine andere Zeitdimension. Und dann wäre da noch Christelle, die den Bürgern von Paris per Boot lokales Obst und Gemüse aus dem Umland bringt. Und nicht zuletzt Oscar Comtet, der in einer versteckten grünen Oase ein romantisches kleines Hotel am Montmartre führt, wo er sogar eigene Hühner hält. Und es gibt noch andere unbeugsame Bewohner, die es vorziehen, versteckt zu leben: Im Herzen von Montmartre trainieren die Mitglieder eines Pétanque-Clubs an einem geheimen Ort. Paris gefällt Amélie Poulain deshalb so gut, weil die Stadt genau wie sie voller Geheimnisse und Wunder steckt. Einige der Menschen, die diese Stadt bewohnen, haben wie die Filmcharaktere eine besondere Wesensart, dieses gewisse Etwas, das dem Leben einen Hauch Poesie, Witz und Magie verleiht.

Donnerstag, 21.12: / 18.35 Uhr / Kulissen des Kultkinos: Auf den Spuren von Bridget Jones
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 21/12 bis 20/01
Erstausstrahlung

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China - die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? London – die Stadt, in der große Liebesgeschichten geschrieben wurden: Romeo und Julia, Charles und Diana, Bridget Jones. Stadt der Theater und Musicals, mächtige Hauptstadt des British Empire, Sitz der Königsfamilie, die einen wahr gewordenen Traum lebt; kosmopolitische Megastadt, Wiege der Popmusik. Mit über fünf Millionen Singles – könnte London da nicht die ideale Kulisse für romantische Komödien sein? In „Auf den Spuren von Bridget Jones“ stellen einige Londoner, die auf der Suche nach der großen Liebe sind, ihre Stadt vor.

London, die Stadt, in der große Liebesgeschichten geschrieben wurden: Romeo und Julia, Charles und Diana, Bridget Jones. In ihrem Tagebuch erzählt Bridget ungeniert von ihrem Vorsatz, den perfekten Mann zu finden und damit aufzuhören, von ihrem Chef zu fantasieren. Sie hat ein Talent dafür, in peinliche Situationen zu geraten. Im turbulenten Herzen von London bewahrt Bridget die Ruhe und gibt die Suche nach einem „netten und charmanten“ Freund nicht auf. London ist eine kosmopolitische, brodelnde, schöpferische Megacity. In „Auf den Spuren von Bridget Jones“ stellen einige Londoner, die auf der Suche nach der großen Liebe sind, ihre Stadt vor. Darunter ist auch Philippa Sitters, Assistentin eines Literaturagenten, in Seven Dials, einem Viertel unweit vom Piccadilly Circus. Im 18. Jahrhundert war dies das verrufenste Viertel Londons. Heute wechseln sich hier Läden für Alternativmedizin, Restaurant-Terrassen und Cafés mit hübschen Boutiquen ab. Der Innenhof Neal's Yard ist ein idealer Ort für ein romantisches Rendezvous. Piccadilly ist Londons Theaterviertel. Schon seit Jahrhunderten werden dort die größten Werke aufgeführt, die zum Träumen einladen, Mut machen und den Alltag versüßen. In London scheint es leichter zu sein, von der großen Liebe zu träumen als sie zu erleben, denn auch Bridget Jones sucht die große Liebe. Bis 1945 war Großbritannien die größte Seemacht der Welt. An diese ruhmreiche Zeit erinnert der Kreuzer „HMS Belfast“, der im Herzen der Stadt dort vor Anker liegt, wo Bridget von ihrem Prinzen träumte. Ed Livett, ein junger Mann, gehört zur sechsten Generation einer Familie von Seeleuten. Er arbeitet auf der Themse und bringt im Anschluss sein Boot zur Anlegestelle am Fuß der Tower Bridge. Die Tower Bridge wurde 1894 fertiggestellt. Bridget Jones und Tausende Londoner überqueren jeden Morgen diese Brücke. Eine Gelegenheit, um gute Vorsätze zu fassen, wie zum Beispiel den Avancen seines Chefs zu widerstehen oder nachzugeben. Der romantische Spaziergang geht am Südufer der Themse weiter, am Borough Market. In „Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück“ wohnt die Protagonistin direkt über dem Pub „The Globe“. Dann geht es zu dem Viertel Shoreditch, das sich im Lauf der Zeit stark verändert hat. Heute ist es zu einem angesagten Viertel geworden, in dem die hippe Jugend feiern geht. Hier würde heute auch Bridget Jones ausgehen. London ist eine Stadt, die niemals schläft. Die Nacht endet, wenn man selbst seine eigenen Grenzen erreicht hat oder wenn man sich wie Bridget schwört, nie wieder Alkohol zu trinken. Bei Sonnenaufgang bietet nach einer durchfeierten Nacht der Hyde Park Erholung. Am italienischen Springbrunnen des Parks duellierten sich Bridget Jones’ Verehrer. Das Viertel Islington ist das Zuhause des jungen Ehepaars Ish und Julian. Die beiden stehen für die soziale Vielfalt in der Stadt, und bei beiden war es Liebe auf den ersten Blick. Bridget Jones ist ein Spiegelbild der britischen Mentalität: ruhig bleiben und weitermachen, auch in peinlichen Situationen. So ist es kein Wunder, dass die Geschichte über die Abenteuer der jungen Londoner Singlefrau so erfolgreich war.

Freitag, 22.12. / 18.35 Uhr / Kulissen des Kultkinos: Auf den Spuren von "Tiger & Dragon"
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Jean Froment
Online verfügbar von 22/12 bis 21/01
Erstausstrahlung

Ob auf den Spuren des Herrn der Ringe in Neuseeland, von Harry Potter in Schottland oder von „Tiger & Dragon“ in China – die fünfteilige Dokumentationsreihe „Kulissen des Kultkinos“ macht sich anhand legendärer Filme auf zu spektakulären Drehorten, deren Kulissen teils erhalten geblieben sind. Wie haben sich die Filmemacher dieser Schauplätze bedient, inwiefern boten sie sich als Inspirationsquelle an und was machte gerade sie so einzigartig? Die Heldensaga „Tiger & Dragon“ spielt im China des 18. Jahrhunderts, das auch „Himmlisches Königreich“ genannt wurde. Von den schwindelerregenden Höhen des Huang-Shan-Gebirges über die Bambushaine von Anhui bis hin zu den Pforten der Taklamakan-Wüste: Li Mu Bai und Yu Xiu Lian, zwei Virtuosen der Kampfkunst, vereinen ihre Kräfte, um das Grüne Schwert der Unterwelt zurückzuerobern, das Jen Yu gestohlen hat. Auf den Spuren dieser Geschichte, in der es um Werte wie Ehre und Gerechtigkeit, Liebe und Mut geht, unternimmt die Dokumentation eine faszinierende Entdeckungsreise quer durch China.

Die Heldensaga „Tiger & Dragon“, die von Ehre, Liebe und Verrat handelt, spielt im China des 18. Jahrhunderts, das auch „Himmlisches Königreich“ genannt wurde. Li Mu Bai und Yu Xiu Lian, zwei Virtuosen der Kampfkunst, vereinen ihre Kräfte, um das Grüne Schwert der Unterwelt zurückzuerobern, das Jen Yu gestohlen hat. Die junge Diebin will auf diese Weise einer Zwangsheirat entkommen. Sie träumt von einem Leben als freie Kämpferin. Bei diesem mythischen Abenteuer überwinden die zwei Helden, die ihre Gefühle füreinander verbergen, viele Hindernisse und Gegner, während sie ganz China durchqueren, vom Bambusmeer von Anhui über die Gipfel des Huang-Shan-Gebirges bis zu den Toren der Taklamakan-Wüste. Für den Anfang von „Tiger & Dragon“ eignet sich kein Ort besser als die Wudang-Shan-Berge, die Wiege des Kung Fu. In dieser Region im Osten Chinas bilden die drei Ebenen Himmel, Erde und Mensch eine Einheit. Diese Philosophie spielt eine zentrale Rolle in der Kampfkunst namens Wushu. Der imposante Blaue Tempel, der über dem Tal thront, verkörpert auf eindrucksvolle Weise die Prinzipien des Wushu: Ehre und Gerechtigkeit. Wie in „Tiger & Dragon“ werden die Kampfszenen im Wuxia Pian, dem chinesischen Schwertkampffilm, als eine durchgetaktete Choreographie dargestellt, in der die Kämpfer zu Tänzern werden und eine Reihe von eleganten Figuren in den Schwertkampf einbauen. Um ein hohes Maß an Exzellenz und technischer Finesse zu erreichen, wie in „Tiger & Dragon“, müssen die Schüler von Meister Gu vor allem lernen, ihren Körper und ihre Emotionen perfekt zu beherrschen. In Anhui vermischen sich die Elemente Wasser und Erde und bilden kleine Oasen inmitten der Berge. Zwischen den Kiefern, Buchen und Bambushainen sprudeln im Wald von Mukeng Wasserfälle und klare Gebirgsquellen. Diese Provinz wird auch die Region des „grünen Wassers und Gebirges“ genannt. In „Tiger & Dragon“ wirft an diesem Ort Li Mu Bai das Grüne Schwert der Unterwelt einen tiefen Wasserfall hinunter, um es vor Jen Yu zu schützen. Weiter im Osten weichen die Wasserfälle und die aus einem Wolkenmeer ragenden Berggipfel einem riesigen, sanft wogenden Bambuswald, der in einer legendären Filmszene als Kulisse gedient hat: dem Luftkampf zwischen Li Mu Bai und der jungen Jen Yu. Das Dorf Hongcun, das nach Feng-Shui-Prinzipien erbaut wurde, diente ebenfalls als filmische Inspirationsquelle. In dem Gewirr aus engen Gassen und Wasserflächen wurden einige Szenen von „Tiger & Dragon“ gedreht. Etwas weiter südlich, in der ländlichen Region der Provinz Sichuan, zieht eine Operntruppe von Dorf zu Dorf. Sie spielen Abenteuerstücke, seichte Liebesgeschichten und Legenden wie die von „Tiger & Dragon“. Im Westen Chinas, in der Wüste Gobi, wo ebenfalls einige Szenen gedreht wurden, gilt die Stadt Jiayuguan als das Ende der Großen Mauer – aber sie könnte genauso gut ihr Anfang sein. Ihr imposantes Tor öffnet sich zur riesigen Wüste. Über die Seidenstraße gelangten Nomaden, Abenteurer und Hausierer in die Stadt. In „Tiger & Dragon“ erlebt eine der jungen Heldinnen im Traum noch einmal die Begegnung mit ihrem Geliebten "Schwarze Wolke" in der angrenzenden Taklamakan-Wüste.

Freitag, 22.12. / 21.45 Uhr / Freedom: George Michael
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, ARTE F        75 Min.
Regie: David Austin, George Michael
Erstausstrahlung

Mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern, zwei Grammy Awards und Popklassikern wie „Careless Whisper“, „Wake Me Up Before You Go-Go“ und „Last Christmas“ ist George Michael einer der erfolgreichsten Musiker der 20. Jahrhunderts. Der britische Sänger, Komponist, Songwriter und Musikproduzent, der die 80er und 90er Jahre in musikalischer wie ästhetischer Hinsicht prägte, arbeitete bis zu seinem unerwarteten Tod im Dezember 2016 an diesem Dokumentarfilm über sich selbst. Anlässlich seines Todestages zeigt ARTE den sehr persönlichen Rückblick auf George Michaels turbulentes Leben.

Der Dokumentarfilm deckt die gesamte Karriere und das Leben des verstorbenen Musikers und Grammy-Preisträgers ab, konzentriert sich aber auf die prägenden Jahre vor und nach dem Erscheinen seines Bestseller-Albums „Listen Without Prejudice Vol. 1“ und das darauf folgende berühmt-berüchtigte Gerichtsverfahren mit seinem damaligen Plattenlabel Sony. Die Dokumentation thematisiert außerdem in berührender Weise den Tod von Michaels erster großer Liebe, Anselmo Feleppa, der an Aids verstarb. Erzählt wird der Film vom Musiker selbst. Er arbeitete bis zu seinem überraschenden, frühen Tod an dem Projekt, das nun wie eine Art letztes Vermächtnis erscheint. Material aus Michaels umfangreichen und bislang unveröffentlichten Privatarchiven gewährt dem Zuschauer einen sehr persönlichen Einblick in diese dramatische Phase seines Lebens. Zu Wort kommen auch die fünf Supermodels aus dem Videoclip „Freedom! ’90“ des oscarnominierten Regisseurs David Fincher sowie zahlreiche Freunde, Wegbegleiter und Musiklegenden, darunter Stevie Wonder, Elton John, Ricky Gervais, Nile Rodgers, Mark Ronson, Tracey Emin, Liam Gallagher, Mary J. Blige, Jean Paul Gaultier, James Corden und Tony Bennett.

Freitag, 22.12. / 23.00 Uhr / David Gilmour Live at Pompeii
Musik, Italien, Frankreich, 2017, ARTE        50 Min.
Regie: Gavin Elder
Erstausstrahlung

Freitag, 22.12. / 23.50 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 22.12. / 00.30 Uhr / Paleo Festival 2015 - Robbie Williams, Joan Baez , Johnny Haliday - Sting – Arno
Nneka, Triggerfinger, The Do, Kings of Leon, Christine & the Queens, Ben Harper
Frankreich, Schweiz, 2015, ARTE F        71 Min.
Regie: Yvan Benedetti
Online verfügbar von 22/12 bis 30/12
Erstausstrahlung

Samstag, 23.12. / 17.05 Uhr / Pavarotti Memorial Concert aus der Arena di Verona
Schwerpunkt: Festtagsprogramm
Zum 10. Todestag von Luciano Pavarotti
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        90 Min.

Mit: Plácido Domingo, Eros Ramazzotti, José Carreras
Online verfügbar von 23/12 bis 22/01
Erstausstrahlung

Zum 10. Todestag des Jahrhunderttenors Luciano Pavarotti treffen sich seine Freunde und Weggefährten aus Klassik und Pop in der Arena di Verona zu einem spektakulären Gedenkkonzert. Emotionale Höhepunkte dieser Gala der Stars sind die „virtuellen Duette“, in denen unter anderem Plácido Domingo, José Carreras und Italo-Pop-Urgestein Zucchero per Video-Zuspielung gemeinsam mit dem verstorbenen Freund singen. Das Konzert wurde am 6. September 2017 in der Arena di Verona für ARTE aufgezeichnet.

Am 6. September 2007 verstarb in Modena der wohl bekannteste und beliebteste Opernstar der vorangegangenen Jahrzehnte. Von Herbert von Karajan als „Jahrhundertsänger“ geadelt, war er auch der erste Klassikkünstler, dessen CD-Aufnahmen sogar die Pop-Hitparaden stürmten. Zu Luciano Pavarottis 10. Todestag treffen sich in der Arena di Verona seine Freunde und ehemaligen Weggefährten bei einem Gedenkkonzert in sensationeller Besetzung. Zu seinen „Drei Tenöre“-Partnern Plácido Domingo und José Carreras gesellen sich die aktuellen italienischen Tenor-Weltstars Vittorio Grigolo, Francesco Meli und Andrea Bocelli – und das Trio Il Volo, von ihren Fans auch gerne „die jungen drei Tenöre“ genannt. Doch auf der spektakulären Bühne in der Arena di Verona stehen nicht nur Klassik-Größen, sondern auch die Topstars der italienischen Popszene, mit denen „Big P.“ in seinen legendären „Pavarotti & Friends“-Konzerten weltweit Erfolge gefeiert hatte: von Italo-Pop-Urgestein Zucchero bis zu den Hitparaden-Stürmern Nek und Eros Ramazzotti. ARTE zeigt die Höhepunkte dieser ebenso bewegenden wie facettenreichen Gala. Besondere emotionale Momente sind dabei die „virtuellen Duette“, in denen unter anderem Plácido Domingo, José Carreras und Italo-Pop-Urgestein Zucchero per Video-Zuspielung gemeinsam mit dem verstorbenen Freund singen.

Samstag, 23.12. / 22:35 Uhr / Welcome to the 90s ~ Boygroups und Girlbands
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Katharina Vollmeyer
Online verfügbar von 23/12 bis 30/12

Die 90er Jahre – ein faszinierendes und vor allem buntes Pop-Jahrzehnt. Mit viel Musik, ausgewählten Archivmaterialien und pointierten Kommentaren der wichtigsten Köpfe, erweckt „Welcome to the 90s“ die Popkultur der 90er Jahre zum Leben. In vier Teilen blickt die Dokumentation nicht nur auf die wichtigsten Künstler und die zentralen musikalischen Entwicklungen, sondern auch auf die zeitgeschichtlichen Kontexte, in denen sie sich entfalteten. „Welcome to the 90s“ garantiert nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern auch Orientierung in einem ebenso aufregenden wie verwirrenden Musikjahrzehnt. „Ich find‘ dich scheiße“, „I Want It That Way“ und „Wannabe“ – jeder hat die Hits von Tic Tac Toe, den Backstreet Boys oder den Spice Girls noch im Ohr. Das liegt zum einen an ihrer übermäßigen Kommerzialisierung, zum anderen an den eingängigen, fast schon zu einfachen Songtexten. Der zweite Teil der Dokumentationsreihe erzählt die Geschichte der Boygroup- und Girlband-Kultur, die, ähnlich der New Economy an den Börsen, im Pop für Furore und satte Umsätze sorgt. Dabei bringt sie die bis dato geltenden Geschlechterrollen ordentlich ins Wanken. Doch kann Emanzipation über Konsum funktionieren?

Boygroups und Girlbands gehören seit der Doo-Wop- und Soul-Ära zum festen Inventar der Popkultur. Doch der Hype, der mit den New Kids on The Block in den 80ern seinen Anfang nimmt, wird ein Jahrzehnt später auf die Spitze getrieben. Spezialeffekte, riesige Leinwände, perfekt choreographierte Shows, Fotostrecken und jede Menge Merchandise-Produkte – das Angebot ist reichhaltig und genau auf die junge, vorwiegend weibliche Zielgruppe abgestimmt: Take That, East 17 aus England, Boyzone und Westlife aus Irland, Backstreet Boys und NSYNC aus den USA – und noch unzählige weitere, die auf die Erfolgswelle aufspringen wie Caught in the Act in Holland, Alliage in Frankreich oder Bed & Breakfast in Deutschland. Frustriert von so viel Männerüberschuss auf der Bühne und kreischenden Mädchen davor, gründet Manager Simon Fuller in England eine Mädchenband. Das Ergebnis: die Spice Girls! Es ist wie Feminismus, nur dass man seinen BH nicht verbrennen muss, so sagt Mel C: „Ich liebe meinen Wonderbra.“ Emanzipation funktioniert jetzt über Konsum. B*Witched eifern ihnen im Double-Denim-Look nach. All Saints hingegen etablieren ihren düsteren „Never Ever“-Look aus Baggypants und Flanellhemd. Tic Tac Toe geben die deutsche Antwort auf TLC. Während das Feuilleton die Nase rümpft, kann die Jugendpresse von den Boy- und Girlbands nicht genug kriegen. Zeitschriften und Musiksender wie MTV, VH1 und Viva heizen die Teenie-Bopper-Welle gehörig an. Immer mehr Kids haben einen Fernseher in den eigenen vier Wänden, zappen zwischen „Beverly Hills, 90210“, „Melrose Place“ und „Bravo TV“ hin und her.

Zusatzinfo: Die Grenzen zwischen den politischen Machtblöcken in Ost und West öffnen sich, moderne Kommunikationsmittel erschließen neue Wege der Verständigung, und das Internet bringt eine fast grenzenlose Freiheit der Information. Die 90er Jahre werden zu einer Zeit der radikalen Globalisierung. Die Welt rückt enger zusammen, jeder kann sich mit jedem verständigen. Doch die Akteure der Rockmusik besinnen sich auf nationale Qualitäten. Die Dokumentationsreihe präsentiert die unterschiedlichen Strömungen der zeitgenössischen Musik in Amerika und Europa.

Samstag, 23.12. / 23:30 Uhr / Welcome to the 90s ~ Come as you are: Grunge, Riot Grrrl, Britpop, Nu Metal
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Stefanie Schäfer
Online verfügbar von 23/12 bis 30/12

Die 90er Jahre – ein faszinierendes und vor allem buntes Pop-Jahrzehnt. Mit viel Musik, ausgewählten Archivmaterialien und pointierten Kommentaren der wichtigsten Köpfe, erweckt „Welcome to the 90s“ die Popkultur der 90er Jahre zum Leben. In vier Teilen blickt die Dokumentation nicht nur auf die wichtigsten Künstler und die zentralen musikalischen Entwicklungen, sondern auch auf die zeitgeschichtlichen Kontexte, in denen sie sich entfalteten. „Welcome to the 90s“ garantiert nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern auch Orientierung in einem ebenso aufregenden wie verwirrenden Musikjahrzehnt. Offene Grenzen, Internet, moderne Kommunikation: Die 90er sind die Zeit der radikalen Globalisierung, die Welt rückt enger zusammen, doch die Rockmusik besinnt sich auf nationale Qualitäten. Dieser Teil der Reihe erzählt von neuen Blüten des Genres: Grunge, Riot Grrrl, Crossover und Nu Metal feiern in den USA, Britpop in England und Deutschrock und die Hamburger Schule hierzulande ihren Durchbruch und beeinflussen die internationale Musikkultur bis heute.

Als Kurt Cobain am 5. April 1994 Selbstmord begeht, sterben nicht nur Nirvana, sondern auch die Hoffnungen der sogenannten Generation X. Musiker wie Beady Eye, Andy Bell oder Skunk Anansies Frontfrau Skin erinnern sich heute noch daran, wie sein Tod sie erschüttert hat. Während Pearl Jam weiterhin Erfolg haben, ist die Karriere von anderen Grunge-Bands beendet – das letzte Aufbäumen einer weißen und männlich geprägten Rockform findet mit einer Schrotflinte ein brutales Ende. Der Kampf gegen die männliche Definitionshoheit von Musik allerdings geht weiter: Die Riot Grrrls finden sich zusammen, ändern die feministische Kultur auf lange Sicht radikal und stellen alte Rollenbilder im Pop auf den Kopf. Bands wie Bratmobile, L7 oder Bikini Kill fordern „Revolution Girl Style Now!“ und stoßen der maskulinen Welt mit leidenschaftlichen Gitarrenriffs und rotzigen Beats vor den Kopf. In England heißt es plötzlich „buy british“, worüber sich Franz Ferdinands Sänger Alex Kapranos heute noch wundert. Suede-Frontmann Brett Anderson fordert auf dem Cover des „Select“-Magazines „Yanks Go Home!“ und ruft den „Battle for Britain“ aus. Angelehnt an die glorreichen 60er Jahre entsteht der Britpop und gibt den Briten ein neues Selbstbewusstsein. Hierzulande wird deutsch gesungen: Tocotronic, Marius Müller-Westernhagen oder Die Ärzte setzen in Zeiten der Brände in Asylbewerberheimen musikalische Zeichen gegen Rechtsradikalismus. Die Reaktion folgt prompt: Rechtsrockbands wollen das Land nach nationalsozialistischen Vorstellungen formen – und nehmen der Musik ihre Unschuld.

Samstag, 23.12. / 00.20 Uhr / Welcome to the 90s ~ Dance Culture
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Frank Ilgener
Online verfügbar von 23/12 bis 30/12

Die 90er Jahre – ein faszinierendes und vor allem buntes Pop-Jahrzehnt. Mit viel Musik, ausgewählten Archivmaterialien und pointierten Kommentaren der wichtigsten Köpfe erweckt „Welcome to the 90s“ die Popkultur der 90er Jahre zum Leben. In vier Teilen blickt die Dokumentation nicht nur auf die wichtigsten Künstler und die zentralen musikalischen Entwicklungen, sondern auch auf die zeitgeschichtlichen Kontexte, in denen sie sich entfalteten. „Welcome to the 90s“ garantiert nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern auch Orientierung in einem ebenso aufregenden wie verwirrenden Musikjahrzehnt. Eine Revolution der Raves und Rhythmen – kaum eine Spielart des Pop entwickelt in den 90ern solch eine Dynamik und Wirkungsmacht wie die elektronische Tanzmusik. Der aktuelle Teil der Dokumentationsreihe entführt in die erblühende Dancekultur der 90er und erzählt die Erfolgsgeschichte der wichtigsten Charaktere, Clubs, Styles, Moves und Dance-Genres. Zunächst ist die Dancekultur nur in der Gay Community bekannt, doch dann absorbiert der Mainstream die Musik: Auf Ibiza beginnen sich erste Techno-Clubs zu etablieren, und auch Madonna oder Janet Jackson entdecken die Housebeats für ihre Songs.

Was Ende der 80er mit Acid House und Smiley-Logo beginnt und gerne belächelt wird, entwickelt sich in den 90ern zu einem kulturellen Massenphänomen. Die Loveparade im wiedervereinigten Berlin lockt Millionen und steht am Anfang einer ganzen Welle von Events, auf denen die Raving Society in Neonkleidung, mit bunten Haaren und jeder Menge Ecstasy bis spät in die Morgenstunden feiert. Der Club The Haçienda in Manchester wird zum Synonym für schweißtreibende Clubnächte. Superclubs wie Ministry of Sound vermarkten sich mit eigenem Merchandise, mit Compilations und Außenstellen auf der Party-Insel Ibiza. Vollpension inklusive. Feiern, dem Alltag entfliehen, sich völlig gehen lassen – der Eskapismus der Dancekultur, einst in den Clubs der Gay Community geboren, schwappt in den 90ern über in den heterosexuellen Mainstream. Auch die House Music. Videos von Acts wie C+C Music Factory und Deee-Lite laufen bei MTV rauf und runter. Madonna und Janet Jackson benutzen clubbige Housebeats für ihre Songs. Adeva und Robin S. singen sich die Seele aus dem Leib und werden als House-Diven verehrt. Mit dem Erfolg von Drag Queens wie Ru Paul hält die Ästhetik des „Camp“ endgültig Einzug in den Massengeschmack. Auch im Gewand des vielgeschmähten Eurodance erobert die Dancemusic mit Gruppen wie Snap!, Dr. Alban oder La Bouche die breiten Massen. Derzeit erlebt der Eurodance-Sound eine beachtliche Renaissance. Künstler wie Stromae, Usher, Lady Gaga oder Pitbull zitieren lustvoll das Erbe des vermeintlichen Trash-Sounds der 90er.

Samstag, 23.12. / 01.15 Uhr / Welcome to the 90s ~ Das goldene Jahrzehnt der Hip-Hop-Kultur
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Matthias Reitze
Online verfügbar von 23/12 bis 30/12

Die 90er Jahre – ein faszinierendes und vor allem buntes Pop-Jahrzehnt. Mit viel Musik, ausgewählten Archivmaterialien und pointierten Kommentaren der wichtigsten Köpfe, erweckt „Welcome to the 90s“ die Popkultur der 90er Jahre zum Leben. In vier Teilen blickt die Dokumentation nicht nur auf die wichtigsten Künstler und die zentralen musikalischen Entwicklungen, sondern auch auf die zeitgeschichtlichen Kontexte, in denen sie sich entfalteten. „Welcome to the 90s“ garantiert nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern auch Orientierung in einem ebenso aufregenden wie verwirrenden Musikjahrzehnt. Offene Grenzen, Internet und moderne Kommunikation: Die 90er sind die Zeit der radikalen Globalisierung, die Welt rückt enger zusammen, doch die Rockmusik besinnt sich auf nationale Qualitäten. Der aktuelle Teil der Reihe erzählt die Geschichte der Rap-Musik. Ausgehend von den USA, entwickelte sich der Hip-Hop innerhalb von nur zehn Jahren auch in Deutschland und Frankreich zu einer der populärsten Jugendkulturen und stieg zum kommerziell erfolgreichsten Genre der Musikindustrie auf.

Die Saat der Hip-Hop-Kultur, die in den 80er Jahren in New York so eindrucksvoll aufgegangen war, wuchs in den 90ern in den Himmel. Der Erfolg des Gangsta-Raps schockierte und spaltete die amerikanische Gesellschaft. Während US-Soldaten zur Befreiung Kuwaits in den zweiten Golfkrieg zogen, herrschten im eigenen Land Ausnahmezustände. Der Terror der Drogen-Gangs und die rassistische Polizeigewalt bestimmten den Alltag in den amerikanischen Innenstädten. Der Hip-Hop rückte die frustrierenden Lebensumstände weiter Teile der schwarzen Bevölkerung mit drastischen Worten in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Den Gegenpol zum Gangsta-Rap bildete die sozialkritische Perspektive des New Yorker Hip-Hop-Kollektivs Native Tongues. In der Tradition des Conscious-Rap flowten unter anderem De La Soul und A Tribe Called Quest im Plauderton über alten Jazz- und Soulsamples und überzeugen damit alle Kritiker. In Frankreich entstand derweil die größte Hip-Hop-Szene Europas. Mc Solaar, IAM und NTM verkauften ihre Alben millionenfach und waren die Gesichter des französischen Hip-Hop-Booms. Rap wurde auch in Frankreich zum Sprachrohr des Protests, zumeist von afrikanischen Migranten, die in den Vorstädten ein Leben am Rande der Gesellschaft führten. In Deutschland stürmten deutschsprachige Hip-Hop-Künstler wie Die Fantastischen 4, Freundeskreis, Absolute Beginner und Fettes Brot die Musikcharts. Ihre Musikvideos rotierten erfolgreich beim deutschen Musik-TV-Sender VIVA und lösten Ende der 90er Jahre einen regelrechten Nachfrage-Hype in der Musikindustrie aus.[Zusatzinfo]:    Die Grenzen zwischen den politischen Machtblöcken in Ost und West öffnen sich, moderne Kommunikationsmittel erschließen neue Wege der Verständigung, und das Internet bringt eine fast grenzenlose Freiheit der Information. - Die 90er Jahre werden zu einer Zeit der radikalen Globalisierung. Die Welt rückt enger zusammen, jeder kann sich mit jedem verständigen. Doch die Akteure der Rockmusik besinnen sich auf nationale Qualitäten.    Die Dokumentationsreihe präsentiert die unterschiedlichen Strömungen der zeitgenössischen Musik in Amerika und Europa.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 11.50 Uhr / Freedom: George Michael
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2016, ARTE F        75 Min.
Regie: David Austin, George Michael
Wiederholung vom 22.12.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 17.30 Uhr / Fred Astaire, Poet der tanzenden Füße
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Yves Riou, Philippe Pouchain
Online verfügbar von 24/12 bis 31/12
Erstausstrahlung

Der Charme und die Eleganz von Frederick Austerlitz – alias Fred Astaire – haben das amerikanische Musical salonfähig gemacht. Die größten Tänzer beneideten dieses Genie des Walzers und Stepptanzes um sein Talent und darum, dass er die schönsten Frauen Hollywoods herumwirbeln durfte. Mit Ginger Rogers, Cyd Charisse, Judy Garland, Rita Hayworth und Leslie Caron an seiner Seite kam er so auch in der Welt des Films ganz nach oben.

Fred Astaire: Als leichtfüßigster Tänzer seiner Zeit begeisterte er Generationen und wurde darüber hinaus auch noch zum Hollywoodstar. Der große Balletttänzer Rudolf Nurejew sagte einst, es seien seine Musikalität und Beweglichkeit, die Astaire besonders auszeichneten. Mikhail Baryshnikov, ebenfalls ein begnadeter Tänzer, formulierte seine Bewunderung so: „Ich hasse ihn. Niemand tanzt wie er. Man kann sich einfach nicht mit ihm messen. Schauen Sie nur, wie ich neben ihm aussehe!“ Tausendsassa Astaire tanzte und schauspielerte, beherrschte Klavier und Schlagzeug und legte mit den Großen des Jazz auch gerne mal einen Swing ein. Darüber hinaus war er ein begnadeter Choreograph, der Stepptanz mit vielen modernen Elementen kombinierte. Tanzen, tanzen und nochmal tanzen war seine Leidenschaft – als Vierjähriger auf Varietébühnen und bis ins hohe Alter von 80 Jahren für die ganze Welt. Wie haben dabei seine Mutter und seine Schwester die berufliche Laufbahn dieses Ausnahmetalents beeinflusst? In welchem Verhältnis stand das weltberühmte Leinwandpaar Fred Astaire und Ginger Rogers zueinander, über das Katharine Hepburn einmal sagte: „Sie macht ihn sexy, er gibt ihr Stil“? Wie kann man seine Freundschaft und künstlerische Verbundenheit mit dem Komponisten George Gershwin beschreiben? Wer weiß noch, dass der „Poet der tanzenden Füße“ im Zweiten Weltkrieg als großer Patriot im Rahmen eines Militärtheaters vor den US-amerikanischen Truppen auftrat? Die Dokumentation wirft einen Blick auf das Leben der großen Tanz- und Filmlegende.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 18.25 Uhr / Fred Astaire gibt den Ton an
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        43 Min.
Regie: Philippe Pouchain, Yves Riou
Online verfügbar von 24/12 bis 23/01
Erstausstrahlung

Erfolg ist vorprogrammiert bei einem Musical, in dem Fred Astaire auftritt – wenn es zudem von einem der begabtesten Komponisten seiner Zeit für ihn beziehungsweise mit ihm geschrieben wurde. Irving Berlin, Jerome Kern, George Gershwin – all diese genialen Komponisten wussten damit umzugehen, dass nicht nur die Beine von Fred Astaire einem Instrument gleichkommen, sondern sein ganzes Wesen von Musik erfüllt ist. Die Dokumentation wirft einen Blick auf die besonderen Beziehungen zwischen dem Tänzer und Musiker Astaire und den großen Komponisten, mit denen er zusammenarbeitete.

Nur wenige wissen, dass Fred Astaire nicht nur ein genialer Tänzer, sondern auch ein herausragender Musiker war. Er konnte mit seinen Beinen ein Percussion-Solo hinlegen – und war zugleich ein äußert talentierter Klavier- und Schlagzeugspieler, der mit den größten Komponisten seiner Zeit spielte. Bei seinen Musicals arbeitete er meist schon vorab mit Irving Berlin, Jerome Kern oder George Gershwin an den Partituren. So entwickelte sich zwischen dem Tänzer und seinen Komponisten eine ganz besondere Beziehung. Fred erarbeitete seine Choreographien zur gleichen Zeit wie die Komponisten die Musik dazu – und als Team sprudelten sie nur so vor Ideen und Melodien. In den 30er Jahren machte der Ausnahmetänzer mit seinem magischen Komponistentrio so das Musical salonfähig. Was ursprünglich nur als eine Abfolge netter Tänze mit seichter Rahmenhandlung angesehen wurde, wurde damit zu einer ganz neuen Kunstform.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 19.30 Uhr / 360° Geo Reportage: Der Thomanerchor - Leben für die Musik
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Hilde Bechert
Online verfügbar von 24/12 bis 23/01
Erstausstrahlung

Der Leipziger Thomanerchor ist ein weltberühmter Knabenchor mit einer mehr als 800-jährigen Chortradition. 1212 wurde der Thomaskirche eine Schule angegliedert, auf der Knaben dafür ausgebildet wurden, den musikalischen Gottesdienst anstelle der Chorherren zu übernehmen. Bekanntester Kantor des Chores war Johann Sebastian Bach. Der Alltag der 93 Thomaner im Alter von neun bis 19 Jahren ist auch heute von Musik und Disziplin geprägt.    "360° GEO-Reportage" begleitet drei Schüler und ihre Lehrer in ihrem Alltag bis hin zum festlichen Höhepunkt des Chorjahres – dem Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche. Was macht diesen Chor über Jahrhunderte hinweg bis heute für junge Menschen so attraktiv, dass sie für ihn ins Internat ziehen? Dass sie sich tagtäglich einer strengen musikalischen Disziplin unterwerfen? Dass sie ihm den größten Teil der kostbaren Freizeit und Freiheit opfern? Ist es die Liebe zur Musik und deren Wirkungsmacht? Ist es auch die religiöse Anbindung, die diese jungen Sänger prägt? Wie erlebt ein Neuling, wie der erst 9-jährige Leif sein erstes Jahr im Chor? Wie lebt ein fortgeschrittener Routinier, wie der 12-jährigen Nathanael, die Einrichtung? Und wie schaut einer wie der 17-jährige Jasper zurück auf seine Zeit im Thomanerchor? Erfolg und Applaus sind den Thomanern jedenfalls sichere Belohnung, wo immer sie mit ihrer Musik die Herzen des Publikums erreichen. Das Jahr der Thomaner findet seinen musikalische Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit, wenn, nur wenige Schritte vom Weihnachtsmarkt entfernt, die Thomaner, die Musiker des Leipziger Gewandhausorchesters und die Besucher zur festlichen Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium in die Thomaskirche strömen.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 20.15 Uhr / The Sound of Music
Spielfilm, USA, 1965, ARTE        174 Min.
Regie: Robert Wise
Autor: Maria von Trapp
Kamera: Ted McCord
Schnitt: William Reynolds
Musik: Richard Rodgers, Oscar Hammerstein II.
Produktion: Robert Wise Productions, Argyle Enterprises
Produzent: Robert Wise
Drehbuch: Ernest Lehman, George Hurdalek

Mit: Richard Haydn (Max Detweiler), Julie Andrews (Maria Rainer), Christopher Plummer (Kapitän Georg von Trapp), Eleanor Parker (Baronin Elsa Schraeder), Anna Lee (Schwester Margaretta), Peggy Wood (Äbtissin), Portia Nelson (Schwester Berthe), Charmian Carr (Liesl von Trapp), Nicholas Hammond (Friedrich von Trapp), Heather Menzies-Urich (Louisa von Trapp), Duane Chase (Kurt von Trapp), Angela Cartwright (Brigitta von Trapp), Debbie Turner (Marta von Trapp), Kym Karath (Gretl von Trapp)

„The Sound of Music“ des US-amerikanischen Regisseurs Robert Wise ist ein absoluter Kultfilm des Musical-Genres. Das Schicksal der wohlhabenden Familie Trapp, welches sich einerseits durch die Ankunft der lebensfreudigen Erzieherin Maria, andererseits durch den Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland völlig ändert, vereint Idylle, Liebe, Drama und Geschichte in einem. Zauberhafte Unterhaltung zum Mitsingen für Heiligabend.

Salzburg, in den letzten goldenen Tagen der 30er Jahre: Die Novizin Maria ist eine junge Frau von besonders fröhlichem Gemüt. Sie scheint alles andere als geeignet für das Leben im Kloster, weshalb die Äbtissin sie als Erzieherin zu der wohlhabenden Familie Trapp schickt. Seit dem Tod seiner Frau ist Kapitän Georg von Trapp sehr streng und erzieht seine sieben Kinder mit Militärmethoden. Kurz nach der Ankunft der neuen Erzieherin reist der Kapitän nach Wien, um dort seine Geliebte, die Baronin Elsa Schraeder, zu besuchen. Maria bleibt allein mit den Kindern zurück und gewinnt sehr schnell deren Freundschaft und Vertrauen. Eine fröhliche Zeit beginnt. Eines Tages, während eines Ausflugs in den Bergen, bringt sie den Kindern bei zu singen. Der Kapitän hatte es zwar verboten, aber als er nach seiner Rückkehr die Kinder ein Willkommenslied singen hört, ist er ganz ergriffen. Neues Leben kommt durch den Gesang ins Haus. Alles wäre gut, wäre nicht die Baronin Elsa zu Besuch. Eigentlich möchte der Kapitän sie heiraten, doch sie beobachtet eifersüchtig, wie dieser sich immer mehr für Maria interessiert …

Zusatzinfo: „The Sound of Music“ beruht tatsächlich auf einer wahren Geschichte: Die Trapp-Kinder waren während ihres amerikanischen Exil als Chor berühmt. Grundlage für den Film waren die Erinnerungen von Maria Augusta Trapp welche sie in ihrem Buch „Vom Kloster zum Welterfolg“ niederschrieb. Zunächst wollte Komponist Richard Rodgers sogar die Original- Lieder der Trapps für den Film verwenden, doch schließlich, hauptsätzlich aus urheberrechtlichen Gründen, schrieb er neue Lieder welche wesentlich zum Erfolg des Filmes beitrugen.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 23.10 Uhr / Christmas Songs ~ Jüdische Songwriter und Weihnachten
Dokumentation, Deutschland, 2015, NDR        52 Min.
Regie: Larry Weinstein
Online verfügbar von 24/12 bis 24/03
Erstausstrahlung

„The Christmas Song (Chestnuts Roasting)“, „Silver Bells“, „Do You Hear What I Hear“, „White Christmas“ und „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ – längst sind diese amerikanischen Weihnachtslieder auch hierzulande fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Doch: Wer hat sie eigentlich geschrieben? „Christmas Songs - Jüdische Songwriter und Weihnachten“ ist eine Reise in das Amerika des 20. Jahrhunderts, zu den jüdischen Einwanderern, die wie keine andere Gruppe den amerikanischen Popkultur-Mainstream prägten. Diese neue Generation ließ das europäische Erbe ihrer Eltern hinter sich und tauchte ein in die Welten von Tin Pan Alley, Broadway und Hollywood. Sie schrieben den Soundtrack für den kollektiven amerikanischen Traum und machten auch vor dem heiligsten Fest der Christenheit nicht halt: Weihnachten. Sie verfassten die meisten der legendären Weihnachtslieder, die wir jedes Jahr immer wieder gern hören. Dabei gelang es Ihnen, die Vorfreude auf Weihnachten wie niemand sonst in Worte zu fassen. Und: Ihre Lieder verzichten weitgehend auf Bezüge zur christlichen Weihnachtsgeschichte. Wie ist eigentlich das Verhältnis des christlichen Weihnachten und des jüdischen Chanukka-Fests, die beide zur gleichen Zeit stattfinden? Wie fühlt es sich an, wenn am 25. Dezember die meisten Familien Weihnachten feiern, die eigene Familie aber nicht? Der Film liefert spannende Einsichten in die jüdische Auseinandersetzung mit dem christlichen Weihnachtsfest. Die Rahmenhandlung spielt in einem chinesischen Restaurant, denn traditionsgemäß ist das der Ort, an dem viele amerikanische und kanadische Juden den Weihnachtsabend verbringen. Lange Zeit waren an Weihnachten keine anderen Restaurants geöffnet, und die lebensfrohe Ungezwungenheit der großen, runden chinesischen Tische lud zum fröhlichen Verweilen ein. „Christmas Songs - Jüdische Songwriter und Weihnachten“ ist eine beschwingte Kombination aus selten gesehenem Archivmaterial, Musicalauftritten und Interviews mit zeitgenössischen Schriftstellern, Darstellern sowie Kennern der nordamerikanischen Popkultur.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 00.05 Uhr / Bach: Weihnachtskantaten in Saint Roch - Paris
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        84 Min.
Regie: Nathan Benisty
Dirigent: Philippe Herreweghe
Chor: Collegium Vocale Gent
Online verfügbar von 24/12 bis 31/12

Es ist als tue sich der Himmel auf, alles Leid auf dieser Erde scheint vergessen, man wähnt sich im Elysium: Dirigent und Experte für Alte Musik Philippe Herreweghe und sein Collegium Vocale Gent führen mit den Weihnachtskantaten von Johann Sebastian Bach in eine andere Welt. Aufführungsort ist die wunderschöne Barockkirche Saint-Roch im Zentrum von Paris. Johann Sebastian Bach hatte die festlichen Werke für die Aufführung in einer Kirche und durch ein kleines Ensemble vorgesehen. Sie sollten die Gläubigen dazu anregen, über die Bedeutung der Weihnachtsfeier nachzudenken.

Das Collegium Vocale Gent ist im Laufe der Jahre zu einem der renommiertesten Chöre weltweit geworden. Das von Philippe Herreweghe gegründete Vokalensemble präsentiert Musik lebhaft und zeitgemäß, aber auch an der historischen Aufführungspraxis orientiert. Die ARTE-Zuschauer können das Collegium Vocale bei einem Konzert erleben, das am 23. Dezember 2015 in der Pariser Barockkirche Saint-Roch aufgezeichnet wurde. Auf dem Programm standen vier Kantaten von Johann Sebastian Bach (1685-1750). In seiner Funktion als Thomaskantor in Leipzig komponierte Bach zahlreiche Kantaten für den lutherischen Gottesdienst, die für die Aufführung in einer Kirche durch ein kleines Ensemble gedacht waren. Mit den Weihnachtskantaten sollten die Gläubigen dazu angeregt werden, über die Bedeutung der Weihnachtsfeier nachzudenken. Die Orchestrierung spiegelt die feierliche Stimmung wider, die Singstimmen werden zu Boten der religiösen Erbauung. Die Zusammenstellung des Programms (BWV 40, 62, 63 und 91) ermöglicht eine elegante und behutsame Lesart der Bach-Kantaten. Das Collegium Vocale Gent unter Leitung von Philippe Herreweghe interpretiert sie voller Hingabe und Demut, ohne jegliche Übertreibung. Ein glanzvolles Festtagskonzert, das der Tradition und dem Geist des Weihnachtsfestes vollauf gerecht wird.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 01.30 Uhr / Weihnachtsoratorium I- III (Hamburg-Ballett)
Ballett, Deutschland, 2015, ZDF        84 Min.
Regie: Thomas Grimm
Komponist und Autor: Johann Sebastian Bach
Dirigent: Alessandro De Marchi
Chorleitung: Eberhard Friedrich
Kostüme: John Neumeier
Tanzkompagnie: Hamburg Ballett John Neumeier
Chor: Chor der Hamburgischen Staatsoper
Choreographie: John Neumeier
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Ferdinand Wögerbauer
Licht: John Neumeier
Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Mit: Mélissa Petit (Sopran), Julian Prégardien (Tenor), Katja Pieweck (Alt), Manuel Günther (Tenor), Wilhelm Schwinghammer (Bass)

Online verfügbar von 24/12 bis 31/12

Nicht selten, wenn Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit den Worten „Jauchzet, frohlocket“ ansetzt, erliegt man bereitwillig der Illusion zu schweben. Die mitreißende Fröhlichkeit dieses Chores, sein ansteckender Optimismus scheinen grenzenlos. Damit setzte Bach seinerzeit auch einen Kontrapunkt zur einfacheren Musik, die in der Adventszeit erklang – den ganzen Jubel und die musikalische Pracht hob er sich für die Musik an den Weihnachtstagen auf. John Neumeier hat sich mitreißen lassen und mit seinem Ballett eine Choreographie zu der Musik von Johann Sebastian Bach geschaffen. „In ihm brodelt eine unaufhaltsame Freude, die noch nichts weiß von der menschlichen Ursünde“, so John Neumeier über den alles überstrahlenden Eingangschor des mehrteiligen Oratoriums. Dieser Chor singt von Hoffnung, nicht von einer bereits vollbrachten Erlösung. Neumeier versteht sein Ballett indes nicht als neutestamentliche Auslegung des weihnachtlichen Geschehens: „Ich will mit meiner Choreographie keinen sakralen Tanz schaffen, sondern theatrale Bewegungen generieren, die einer inspirierten, uns noch heute berührenden Musik entsprungen sind.“ ARTE zeigt den ersten Teil der Choreographie, welche die Kantaten eins bis drei umfasst.

Sonntag, 24.12. (Heiligabend) / 02.55 Uhr / Wiener Abend mit dem Orchestre de Paris
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        44 Min.
Regie: Julien Condemine
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johann Strauss
Orchester: Orchestre de Paris
Mit: Cyrille Dubois (Tenor), Annette Dasch (Sopran)
Wiederholung vom 17.12.

Montag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 16.45 Uhr / Frank Sinatra - Die Stimme Amerikas
Dokumentarfilm, Deutschland, USA, 2015, ZDF        90 Min.

Regie: Annette Baumeister
Online verfügbar von 25/12 bis 01/01

Die Dokumentation „Frank Sinatra - Die Stimme Amerikas“ porträtiert einen Künstler mit epochaler Wucht. Bis heute bewegt und inspiriert er Menschen. Im Dezember 2015 wäre Frank Sinatra 100 Jahre alt geworden. Ein guter Grund zurückzublicken und zu ergründen, wie der Junge mit italienischen Wurzeln seinen Traum lebte und zur Stimme Amerikas wurde. Als Frank Sinatra am 14. Mai 1998 starb, ging mit seinem Tod eine ganze Ära zu Ende.

Zur Welt gekommen als italienisches Einwandererkind, jobbte er zunächst als Boxer, war dann als Journalist tätig, avancierte weiter zum Sänger und Entertainer, gewann als Schauspieler einen Oscar, bis er letztendlich zum Inbegriff des „All-American Man“ wurde. Marlene Dietrich nannte ihn einmal den „Mercedes-Benz unter den Männern“: Frank Sinatra war viel mehr als nur der Charmeur mit dem Gewinnerlächeln, wie ihn die meisten kennen. Er war ein Mensch mit genauso vielen Schatten- wie Sonnenseiten. Dabei sah es Anfang der 50er Jahre zwischenzeitlich gar nicht gut aus für Sinatras Karriere: Seine eigene TV-Show floppte, seine Plattenfirma kündigte ihm den Plattenvertrag und auch Hollywood wollte ihn nicht mehr. Doch wenig später war Sinatra zurück und triumphierte: Als Angelo Maggio überzeugte er in dem Antikriegsfilm „Verdammt in alle Ewigkeit“ und kassierte einen Oscar. Das Gerücht, dass er die Rolle nur auf Drängen seiner Mafiakontakte ergattert hatte, tat seiner Karriere kaum einen Abbruch; im Gegenteil – es trug lediglich zur Mystifizierung seiner Person bei. Strahlte Sinatra nach außen beispiellose Lässigkeit und Stärke aus – Whiskey und Zigaretten waren seine Markenzeichen –, traf ihn im Privaten hingegen dasselbe Schicksal wie so viele Berühmtheiten nach ihm: Einsamkeit, Depression und folglich ein zerstörerischer Hang zum Alkoholismus und zur Spielsucht. Begleitend dokumentierten unzählige Affären und drei gescheiterte Ehen sein emotionales Chaos. Ein bewegtes Leben fand an jenem Maitag 1998 schließlich sein Ende und mit ihm auch ein Stück weit das 20. Jahrhundert. Knapp 70 Jahre stand er auf der Bühne und durchlebte auf ihr amerikanische Geschichte.

Montag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 18.15 Uhr / Christmas in Vienna 2017
Musik, Frankreich, Österreich, 2017, ARTE, ORF        60 Min.
Regie: Felix Breisach
Dirigent: Stefan Gottfried
Chor: Wiener Singakademie, Wiener Sängerknaben
Orchester: ORF Radio Symphonie Orchester Wien

Mit: Anne Sofie von Otter (Mezzosopran), Juan Diego Flórez (Tenor), Olga Peretyatko (Sopran), Günter Haumer (Bariton)
Erstausstrahlung

Montag, 25.12. (1. Weihnachtsfeiertag) / 01.45 Uhr / Anna Karina - Ikone der Nouvelle Vague
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        55 Min.
Regie: Dennis Berry
Online verfügbar von 25/12 bis 23/02
Erstausstrahlung

Dienstag, 26.12. (2. Weihnachtsfeiertag) / 00.10 Uhr / Die Diva von Kairo, Oum Kalthoum
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Xavier Villetard
Online verfügbar von 26/12 bis 02/01

Durch ihre unvergleichliche Stimme und Ausstrahlung wurde die ägyptische Sängerin Oum Kalthoum zum Mythos in der arabischen Welt, wo ihr Ruhm mit dem der Maria Callas vergleichbar ist. Sie hatte die Gabe, ihre aus unterschiedlichsten sozialen Schichten stammenden Zuhörer mit unglaublichen Improvisationen in Trance zu versetzen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu schaffen. Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebte sie in den 40er und 50er Jahren und fand auch international Anerkennung. Bis heute steht sie für Frieden und Völkerverständigung, aber auch für eine Frau, die in der islamischen Welt unbeirrbar und gegen alle Widerstände ihren Weg ging. Dieser Film erzählt in kostbaren Archiven die Lebensgeschichte der Diva und reist auf ihren Spuren durch das Ägypten des 20. Jahrhunderts, für das sie in ihrer fast 60-jährigen Bühnenkarriere zum nationalen Symbol wurde.

Oum Kalthoum war eine Diva, wie es in der arabischen Welt keine zweite gibt. Bereits als Kind lernte sie von ihrem Vater, einem strenggläubigen Imam, das Singen. Als dieser ihren Auftritt vor männlichem Publikum nicht mehr mit seinen religiösen Werten vereinbaren konnte, trat sie in Jungenkleidung auf. In den 20er Jahren verschaffte ihr der Scheich Zakariyya Ahmad erste Engagements in Kairo, wo sie Gesangsunterricht nahm und das Spiel der Oud erlernte. Die 40er und 50er Jahre wurden ihr goldenes Zeitalter. Ihr Tod am 3. Februar 1975 wurde weltweit betrauert und erlangte sogar politische Bedeutung. Oum Kalthoum wurde bereits zu Lebzeiten als Künstlerin vergöttert, und das nicht nur in ihrer Heimat Ägypten. „Über ihr steht nur der Koran“, befand der Journalist Mustafa Amin. Durch die Kraft ihrer Stimme und ihres Gesangs in arabischer Sprache gelang es ihr, die Grenzen zwischen den Völkern zu überwinden. Vom ägyptischen Straßenkehrer bis zu Präsident Nasser, von arabischen Gastarbeitern in Frankreich bis zum Präsidenten de Gaulle, von Maria Callas bis Maurice Chevalier, arabischen Prinzessinnen und Bäuerinnen ebenso wie den Arbeitern bei Renault – sie vermittelte allen, die ihr zuhörten, mit der ihr eigenen Mischung aus Anmut und Leidenschaft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Stolzes. Ihr Gesang von Gott, Liebe und Heimat war der Kitt für die nationale Einheit des ägyptischen Volkes. Oum Kalthoum war eine Pionierin, die sich als Frau und Künstlerin in der orientalischen Welt durchsetzte und deren unvergessliche Stimme so auch im Westen gehört wird.

Mittwoch, 27.12. / ab 13.55 Uhr / Thementag: Zirkus
ARTE 133 Min.

Der Zirkus hat im Weihnachtsprogramm von ARTE seit langem Tradition. Auch in diesem Jahr ist die Manege frei für atemberaubende Artisten aus der ganzen Welt sowie für einen Spielfilmklassiker und einen Zirkustraum, wie ihn das Leben schrieb. Der Abend eröffnet mit der erfolgreichsten Show des kanadischen Cirque du Soleil, die seit 20 Jahren im legendären Bellagio in Las Vegas Millionen von Zuschauern fasziniert. Nun erstmals für das Fernsehen verfilmt, erleben die Zuschauer die Weltpremiere von „O“ auf ARTE. Eine Bühne mit über 5.000 Kubikmetern Wasser und 85 außerordentliche Athleten, die über und unter Wasser ein einzigartiges Fest des Zirkus feiern. Das Ensemble aus Akrobaten, Synchronschwimmern, Tauchern und Schauspielern von Weltklasse agiert dabei in, auf und über dem kühlen Nass und entführt den Zuschauer in eine atemberaubende Wasserwelt. Es folgen die Höhepunkte des 38. Weltfestivals des Zirkus von Morgen aus dem Cirque Phénix in Paris. Wie jedes Jahr treten Clowns, Jongleure, Akrobaten, Seiltänzer und Trapezkünstler aus der ganzen Welt mit ihren spektakulären Darbietungen vor einer internationalen Jury und einem enthusiastischen Publikum auf. Welche der talentierten Nachwuchskünstler haben in diesem Jahr die begehrten Medaillen mit nach Hause genommen? Das französische Zirkuskollektiv „Les 7 doigts de la main“ verzaubert sodann in seiner virtuosen Performance „Reversibel“ mit burlesker und zugleich tiefgründiger Zirkuskunst. Die acht jungen Künstler tauchen diesmal in Familiengeschichten ein und präsentieren auf sehr poetische sowie unglaublich moderne Weise eine ungewöhnliche Zeitreise und packende Achterbahnfahrt der Gefühle. Zum Ausklang des Zirkustags auf ARTE erzählt die Dokumentation „Der Traum vom Zirkus“ von der Entstehung des berühmten Circus Roncalli, und bereits am Nachmittag entführen John Wayne, Claudia Cardinale und Rita Hayworth in das faszinierende Universum der „Zirkuswelt“.

Mittwoch, 27.12. / 13.55 Uhr / Zirkuswelt
(Circus World)
Spielfilm, USA, 1964, ARTE        132 Min.
Regie: Henry Hathaway
Autor: Philip Yordan, Nicholas Ray
Kamera: Jack Hildyard
Schnitt: Dorothy Spencer
Musik: Dimitri Tiomkin
Produktion: Samuel Bronston Productions
Produzent: Samuel Bronston
Drehbuch: Ben Hecht, James Edward Grant, Julian Halevy

Mit: Claudia Cardinale (Toni Alfredo), John Wayne (Matt Masters), Rita Hayworth (Lili Alfredo), Lloyd Nolan (Cap Carson), Richard Conte (Aldo Alfredo, Clown Tojo), John Smith (Steve McCabe), Katharyna (Giovana)

Online verfügbar von 27/12 bis 26/01

„Zirkuswelt“ ist die Geschichte eines Familiendramas in der verzauberten Welt des Zirkus. Vor 14 Jahren nahm sich der beste Trapezkünstler des Zirkus das Leben, als er erfuhr, dass seine Frau Lili den Direktor Matt Masters liebte. Nach dem Tod ihres Mannes verschwand Lili spurlos und hinterließ Matt ihre kleine Tochter Toni. Nun möchte Matt mit seinem Zirkus nach Europa reisen, um seine große Liebe wiederzufinden. Ein spannendes und lustiges Abenteuer beginnt.

Matt Masters ist der Direktor eines berühmten Zirkus in den USA. Eines Tages beschließt er, seine Show „Wild West“ in den Städten Europas vorzuführen. Insgeheim hofft er, seine Geliebte Lili wiederzufinden. Sie ist vor 14 Jahren, nach dem tödlichen Unfall ihres Mannes Alfredo, des besten Trapezkünstlers des Zirkus, spurlos verschwunden. Alfredo hatte sich damals voller Eifersucht willig in den Tod gestürzt, als er erfuhr, dass seine Frau einen anderen liebt. Voller Schuldgefühle ließ Lili ihre Tochter Toni zurück, welche von Matt erzogen wurde wie sein eigenes Kind. Bei der Ankunft des Zirkus in Barcelona geschieht eine Katastrophe: Das Boot sinkt mitsamt des Zirkuszelts. Matt Masters ist ruiniert und beschließt mit seinem Partner Steve McCabe, einen neuen Zirkus zu gründen. Gemeinsam wollen sie die besten zeitgenössischen Künstler rekrutieren. Eine Reise durch Europa beginnt. Als Erstes stellen sie die junge Seilkünstlerin Giovana und den Clown Tojo ein, der niemand anderes ist als Aldo Alfredo, der Bruder des verstorbenen Trapezkünstlers. Er meint, Lili hielte sich zur Zeit in Hamburg auf …

Zusatzinfo: Besonders bemerkenswert an dem Film „Zirkuswelt“ ist das starbesetzte Casting. In den Hauptrollen sind drei der größten Schauspieler ihrer Zeit zu sehen: Rita Hayworth als Lili Alfredo, Claudia Cardinale als Toni Alfredo und John Wayne als Zirkusdirektor Matt Masters. Der Dreh war nicht ganz ungefährlich und hätte beinah John Wayne das Leben gekostet, als er bei der Feuerszene gerade noch rechtzeitig den Flammen entsprang.

Mittwoch, 27.12. / 20.15 Uhr / Cirque du Soleil: O
Zirkus, Kanada, 2017, ZDF        100 Min.
Regie: Benoit Giguère
Erstausstrahlung


Nach fast 20 Jahren Laufzeit im legendären Bellagio in Las Vegas mit Millionen Zuschauern wird die erfolgreichste Show des Cirque du Soleil endlich verfilmt und ins Fernsehen gebracht – mit der Weltpremiere auf ARTE. Eine Bühne mit über 5.000 Kubikmetern Wasser aus dem Bellagio Lake, bei der 150 Techniker für den reibungslosen Ablauf der Show sorgen, und 85 außerordentliche Athleten, die über und unter Wasser ein einzigartiges Fest des Theaters und des Zirkus feiern – dies sind die Zutaten, die in mittlerweile fast 10.000 Aufführungen jeden Abend aufs Neue das Publikum faszinieren. Die wundersame Geschichte von „O“ dreht sich um Guifà, einen Theaterliebhaber, dem zunächst nicht klar ist, dass er unfreiwillig durch die Welt von „O“ führen würde. Kaum taucht er auf der Bühne auf, wird er buchstäblich vom Gedächtnis der Zeit fortgetragen. Und während sein Lachen durch das Theater hallt, verwandelt sich diese Bühne in ein Universum des Wassers, in dem amphibische Kreaturen ihr Unwesen treiben. In diesem Moment beginnt eine Reise ans Ende des Lebens – und eine Hommage an das Theater. Die Zuschauer werden Gefangene dieses bunten Zaubers und treffen dabei auf zahlreiche außergewöhnliche Figuren, die in dieser Welt unter, auf oder über dem Wasser leben. Die Zuschauer sind auf diese Art auch Gäste einer faszinierenden Kreuzfahrt durch die Zeit. „O“ verkörpert den unendlichen Kreislauf des Lebens, dort, wo der Tod nicht das Ende ist, sondern vielmehr ein Anfang. Jenseits der reinen Performance ist „O“ auch eine Hommage an die Magie des Theaters, dieser grenzenlosen Kunst, die es immer wieder schafft uns zu berühren, indem es uns die Geschichte unseres Lebens erzählt. In seiner einzigartigen Art unterscheidet sich „O“ von allen anderen Zirkusshows durch die Omnipräsenz des Wassers und der Tatsache, dass sie sich eher dem Theater nähert als dem traditionellen Zirkus. Es ist eine sich ständig wandelnde Welt in 13 wechselnden Tableaus der Freude, des Staunens, der Erregung, der Angst und der Traurigkeit. Die Show verschiebt die Grenzen des Zusammenspiels von Akrobatik, Musik, Theater und Tanz, weil „O“ komplexer ist als jede andere Zirkusproduktion mit seinen Artisten, die sich in so unterschiedlichen Disziplinen wie Wassersprung, Gymnastik, Synchronschwimmen, Trapez, Akrobatik, dramatischem Spiel, Musik und Tanz – für jeden Zuschauer ein unvergessliches Rendezvous mit dem Staunen.

Mittwoch, 27.12. / 21.55 Uhr / 38. Weltfestival des Zirkus von Morgen
Zirkus, Frankreich, 2016, ARTE F        90 Min.
Regie: François-René Martin
Online verfügbar von 27/12 bis 03/01
Erstausstrahlung

Junge Akrobaten, Seiltänzer, Clowns, Jongleure und Trapezkünstler – jedes Jahr messen sich die besten Nachwuchs-Zirkuskünstler beim „Festival Mondial du Cirque de Demain“. Spannung und Unterhaltung sind bei dieser hochkarätigen Show garantiert und machen das Festival zu einem absoluten Muss für alle Zirkusliebhaber.

Jedes Jahr treffen sich beim „Festival Mondial du Cirque de Demain“ Dutzende junge Akrobaten, Seiltänzer, Clowns, Jongleure und Trapezkünstler, um ihr Können vor einem erwartungsvollen Publikum und einer internationalen Jury unter Beweis zu stellen. Bei der 38. Ausgabe sind erstmals iranische Artisten mit von der Partie und stellen gemeinsam mit 15 anderen Nationen die kreative Schaffensfreude der Zirkuswelt zur Schau. Allein, zu zweit oder in der Gruppe präsentieren die jungen Talente ihre heutige Sicht auf den Zirkus in all seiner Vielfalt. Spannung und Unterhaltung sind bei dieser hochkarätigen Show garantiert und machen das „Festival Mondial du Cirque de Demain“ zu einem absoluten Muss für alle Zirkusliebhaber: Artisten, ehemalige Preisträger, Agenten, Produzenten, Medienteams und Publikum kommen im Pariser Cirque Phénix zusammen, um gemeinsam einige der schönsten Momente der diesjährigen Zirkussaison zu erleben. Die 38. Ausgabe des internationalen Wettbewerbs wurde im Januar 2017 veranstaltet.

Mittwoch, 27.12. / 23.25 Uhr / Reversibel
Zirkus, Frankreich, 2017, ARTE F        83 Min.
Regie: Yvan Benedetti
Mit: Gypsie Snider, Les 7 doigts de la main
Online verfügbar von 27/12 bis 25/06
Erstausstrahlung

„Stellen Sie sich das Leben Ihrer Großeltern vor und wie es wohl war, als diese in Ihrem Alter waren.“ Die acht Künstler des Kollektivs „Les 7 doigts de la main“ tauchen in ihre Familiengeschichten ein und machen sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Diese ungewöhnliche Zeitreise durch mehrere Leben mündet in „Reversibel“, einer modernen, sehr persönlichen und ebenso virtuosen Zirkusperformance.

Was wissen wir wirklich über unsere Großeltern? Erinnern wir uns nur an das, was Oma und Opa uns erzählten – oder war da mehr? Die acht Künstler des Kollektivs „Les 7 doigts de la main“ tauchen in ihre Familiengeschichten ein und machen sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit, ihren Wurzeln, ihren Ahnen. Diese ungewöhnliche Zeitreise durch mehrere Leben mündet in eine Performance namens „Reversibel“, einer packenden Mischung aus Zirkus, Musik, Tanz und Theater. Es ist eine Welt voller Emotion und Hoffnung, die sich hier auftut, frei von Nostalgie, leicht, fließend und unglaublich modern. Die acht Künstler sind jung, talentiert, demütig, rührend, lustig, poetisch. Ihre Performance gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Einmal mehr gelingt es dem Kollektiv „Les 7 doigts de la main“, sein Publikum mit seiner burlesken und zugleich tiefgründigen Zirkuskunst zu verzaubern und diese jahrhundertealte Bühnentradition durch ihre Anmut und ihr Können zu modernisieren.

Mittwoch, 27.12. / 00.50 Uhr / Der Traum vom Zirkus ~ Bernhard Paul und der Circus Roncalli
Dokumentation, Deutschland, 2014, WDR        53 Min.
Regie: Martin Uhrmeister
Online verfügbar von 27/12 bis 03/01

Was mit einem Kindheitstraum begann, ist heute ein phänomenaler Erfolg: Bernhard Paul wurde 1947 in Lilienfeld in Österreich geboren, und schon als Kind träumte er davon, beim Zirkus zu arbeiten. 1975 gründete er gemeinsam mit André Heller den Circus Roncalli. Die Dokumentation von Martin Uhrmeister erzählt, wie es Bernhard Paul auch nach dem Zerwürfnis mit Heller gelang, seine erste eigene Show zu kreieren und die Herzen des Publikums zu erobern. Ein Weg voller Hindernisse, aber immer begleitet von guten Freunden und Menschen, die an das einzigartige Zirkusprojekt glaubten.

Bernhard Paul, aufgewachsen in der österreichischen Kleinstadt Wilhelmsburg, hatte einen Kindheitstraum: Noch im Grundschulalter sieht er dort zum ersten Mal eine Zirkusaufführung und ist seitdem von der Zirkuswelt besessen. Die schillernde Welt der Manege überstrahlt für ihn das Grau der kleinen Industriestadt, in der er seine Kindheit verbringt. Noch am gleichen Abend baut er aus Konserven und Laubsägeholz ein Modell des Zirkus Krone nach. Dieser Abend ist wegweisend für Bernhard Pauls Zukunft. Jahre später, 1975, sinniert Bernhard Paul über die Idee eines eigenen Zirkus in seinem ersten Zirkuswagen in Wien. Gemeinsam mit dem befreundeten André Heller entwickelt er das Konzept für das erste Programm: „Die größte Poesie des Universums“ – eine damals völlig neue Art von Zirkusprogramm. Derzeit war gerade vom großen Zirkussterben die Rede. Bernhard Paul will dem etwas entgegensetzen – eine romantisch-nostalgische Zirkuswelt, in der die Zuschauer beim Eintritt ins Zelt mit Konfetti überhäuft werden und mit einem roten Punkt auf der Nase selbst zum Clown werden können. Sobald die Zuschauer das Zelt des Circus Roncalli betreten, tauchen sie ein in eine Welt, die vom Kind bis zum Intellektuellen jeden verzaubert. Nach dem Zerwürfnis mit Heller entschließt sich Paul, allein weiterzumachen. Er will seinen eigenen Zirkus gründen. Im April 1978 landet der junge Österreicher mit nur einem Koffer in Köln. Hier möchte er seinen Lebenstraum verwirklichen. 1980 ist es dann soweit: Der Circus Roncalli feiert mit dem Programm „Reise zum Regenbogen“ Premiere in Köln. Das Publikum ist begeistert. Bis heute enden Roncalli-Vorstellungen mit Standing Ovations. Nach dem Motto „The Show must go on“ stehen heute die Kinder Bernhard Pauls sowie weitere Roncalli-Sprösslinge in der Manege und führen fort, was mit einem Kindheitstraum begann.

Donnerstag, 28.12./ 20.15 Uhr / Doktor Schiwago
(Doctor Zhivago)
Spielfilm, Italien, Großbritannien, USA, 1965, ARTE F        185 Min.
Regie: David Lean
Autor: Boris Pasternak
Kamera: Freddie Young
Schnitt: Norman Savage
Musik: Maurice Jarre
Produktion: MGM
Produzent: Carlo Ponti
Drehbuch: Robert Bolt

Mit: Omar Sharif (Dr. Jurij Schiwago), Geraldine Chaplin (Tonja), Julie Christie (Lara), Tom Courtenay (Pawel, genannt Pascha/Strelnikow), Alec Guinness (Jewgraf), Siobhan McKenna (Anna Gromeko), Ralph Richardson (Alexander Gromeko), Klaus Kinski (Kostojed), Rod Steiger (Komarowski)

Jurij Schiwago wächst als Waise bei reichen Verwandten auf, dem Ehepaar Gromeko mit Tochter Tonja. Für Tonja und ihre Eltern ist es nur selbstverständlich, dass sie und Jurij einmal heiraten. Doch der Zufall führt ihn immer wieder mit der jungen Lara zusammen, die ihrerseits mit dem Revolutionär Pascha verheiratet ist. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, muss Jurij Schiwago, mittlerweile ausgebildeter Arzt, an die Front. Dort trifft er Lara wieder, die als Krankenschwester tätig ist. Das Kriegsende trennt die Liebenden wieder. Jurij Schiwago kehrt zu seiner Familie ins zerstörte Moskau zurück. Die Situation wird täglich kritischer. So beschließen die Schiwagos, mit dem Schwiegervater auf dessen Gut Warikinow hinter dem Ural überzusiedeln. Durch Zufall erfährt Jurij, dass es auch Lara in die Nähe verschlagen hat. Gerade deshalb wagt er nicht, dorthin zu reiten. Doch seine Frau Tonja, die ihr zweites Kind erwartet, schickt ihn eines Tages zur Zerstreuung in die Stadt. Dort besucht Jurij die Bücherei und steht Lara gegenüber, die dort als Bibliothekarin arbeitet. Sie lebt mittlerweile allein mit ihrer kleinen Tochter. Die Leidenschaft zwischen Lara und Jurij flammt wieder auf. Fortan besucht er sie regelmäßig, ohne dass Tonja davon weiß …

Zusatzinfo: Regisseur David Lean, dem die Filmwelt eine stattliche Reihe eindrucksvoller Leinwandwerke verdankt, gelang es mit Hilfe des Drehbuchautors Robert Bolt, die weit über 600 Seiten füllende epische Romanhandlung und einen geschichtsträchtigen Zeitraum von rund 30 Jahren in einen dreistündigen Film zu packen. Der mit monumentalem Aufwand im CinemaScope-Format gedrehte Spielfilm wurde ein großer Publikumserfolg, nicht zuletzt dank der ausgezeichneten Besetzung und der mit einem Oscar bedachten Musik von Maurice Jarre.

Freitag, 29,12. / 21.45 Uhr / Der Barbier von Sevilla
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F        160 Min.
Regie: François Roussillon
Dirigent: Jérémie Rhorer
Chorleitung: Gaël Darchen
Kostüme: Laurent Pelly
Chor: Choeur Unikanti
Komponist: Gioachino Rossini
Licht: Joël Adam
Inszenierung: Laurent Pelly
Orchester: Le Cercle de l’Harmonie

Mit: Michele Angelini (Il Conte Almaviva), Florian Sempey (Figaro), Catherine Trottmann (Rosina), Peter Kálmán (Bartolo), Robert Gleadow (Basilio), Annunziata Vestri (Berta), Guillaume Andrieux (Fiorello)

Erstausstrahlung

In einer mit Spannung erwarteten neuen Produktion bringt der französische Regisseur Laurent Pelly den „Barbier von Sevilla“, Rossinis berühmteste Oper, die sich durch Witz und Einfallsreichtum auszeichnet, auf die Bühne des Pariser Théâtre des Champs-Elysées.

Die Uraufführung 1816 war ein Fiasko – dafür sorgten schon die zahlreichen Gegner Rossinis –, doch schon bald wurde „Der Barbier von Sevilla“ zu einem Riesenerfolg. Rossini war erst 23, als er diese fröhliche Oper nach einem Libretto von Cesare Sterbini komponierte, das wiederum auf einem Theaterstück von de Beaumarchais basierte. Die Handlung: Graf Almaviva hat sich in das junge Waisenmädchen Rosina verliebt. Mit allen Mitteln versucht er, sie ihrem alten Vormund Bartolo zu entreißen – der seinerseits Rosina heiraten möchte. Doch dank der Hilfe seines ehemaligen Dieners Figaro gelingt es dem Grafen, Rosina für sich zu gewinnen … Rossinis „Barbier“ erfordert jugendlichen Schwung und Einfallsreichtum. Beides dürfte die neue Produktion des Théâtre des Champs-Elysées zur Genüge mitbringen. Dafür sorgen der Dirigent Jérémie Rhorer mit seinem Orchester Cercle de l'Harmonie und nicht zuletzt die wunderbare, poetische und heitere Regie von Laurent Pelly. Eine virtuose Besetzung mit Florian Sempey als Figaro, Michele Angelini als elegantem Grafen, Catherine Trottmann als rebellischer Rosina und Robert Gleadow als Basilio rundet diesen besonderen Opernabend zum Jahresausklang ab.

Freitag, 29,12. / 00.25 Uhr / Pavarotti Memorial Concert aus der Arena di Verona
Zum 10. Todestag von Luciano Pavarotti
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        90 Min.
Mit: Plácido Domingo, Eros Ramazzotti, José Carreras
Wiederholung

Samstag, 30.12. / 05.10 Uhr / Rockrebell Jacques Higelin ~ Geschenke der Zeit
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        53 Min.
Regie: Sandrine Bonnaire
Online verfügbar von 30/12 bis 07/01
Jacques Higelin ist nicht nur ein in vielen Stilen bewanderter französischer Sänger und Pianist, sondern er hat auch eine clowneske Begabung, die über Stunden hinweg seine Fans unterhalten kann. Die Schauspielerin Sandrine Bonnaire, die eng mit ihm befreundet ist, beleuchtet in ihrem sehr persönlichen Porträt eine bisher wenig bekannte Seite des Rockpoeten Jacques Higelin, der am 18. Oktober seinen 75. Geburtstag feierte. Neben Stationen seiner Karriere zeigt sie auch den nachdenklichen, sensiblen Menschen, der sich hinter dem gut gelaunten Entertainer verbirgt.

Als man Sandrine Bonnaire vorschlug, ein Porträt über Jacques Higelin zu drehen, war sie sofort begeistert. „Ich weiß, warum ich diesen Film machen wollte“, erzählt sie. Weil Higelin einmal geschrieben hatte: „Mauern machen nur denen Angst, die davor stehen bleiben. Wenn man gar nichts tut, weil einem die Mauer zu hoch scheint, weil man denkt, das wird man nie schaffen – kann man sich gleich die Kugel geben.“

Für Sandrine Bonnaire verkörpert dieser Satz genau das, was den Musiker und sein Leben ausmacht. Sie traf ihn vor einigen Jahren zufällig im Zug. Aus der flüchtigen, aber intensiven Begegnung wurde eine wunderbare Freundschaft. So spielten Sandrine Bonnaire und Jacques Higelin im Duo einen Song für sein letztes Album „Beau Repaire“ ein und gaben gemeinsam Konzerte.

Bei den ersten Proben für den Chanson „Duo d’anges heureux“ ist sofort eine ungewöhnliche Verbundenheit und Vertrautheit zu spüren. Sandrine Bonnaire stellt einen genialen, großherzigen Künstler mit zahlreichen Talenten vor, einen Sänger, Poeten, Schauspieler und Geschichtenerzähler voller Lebensfreude. Doch sie entdeckt auch seine verborgene Seite, den sensiblen und nachdenklichen Menschen hinter dem Künstler Jacques Higelin.
Das Porträt lässt seine Karriere noch einmal Revue passieren. Sandrine Bonnaire begleitete ihn während seiner Tournee 2013/2014 und zeigt ihn ganz privat oder mit Freunden und Musiker-Kollegen.
Entstanden ist ein sehr persönliches und authentisches Porträt von Jacques Higelin. Es zeigt die Schlüsselmomente seines Lebens, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist: ein faszinierender Künstler und Mensch mit nie nachlassender Energie, dem die Musik seit seiner Kindheit immer Freiheit gegeben hat.

Sonntag, 31.12. (Silvester)/ 05.55 Uhr / Im Lauf der Zeit ~ Rock - Der Sound der Freiheit
Kindersendung, Frankreich, 2016, ARTE        26 Min.
Regie: Pierre Lergenmüller

Wie stünde es um die Gesellschaft, hätte es Kopernikus und Darwin nicht gegeben? Wie sähe Europa aus, wäre Churchill nicht so entschlossen gegen die Nazis vorgegangen? Und was wäre Deutschland ohne den Fall der Mauer? Die Menschheitsgeschichte ist eine Verkettung unglaublicher Ereignisse. Von der Geburt eines Genies bis zum Untergang eines Imperiums, von technologischen Fortschritten zu sozialen Revolutionen die meisten großen Umwälzungen gehen auf scheinbar bedeutungslose Entscheidungen zurück. Die Reihe „Im Lauf der Zeit” bietet einen originellen Blick auf die Geschichte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kleinen Ereignissen, die bedeutsame Folgen für die ganze Weltgeschichte hatten.

Diese Folge zeigt, wie ein anfangs völlig unbedeutendes Ereignis zu Beginn der 50er Jahre die Erfolgsgeschichte des Rock 'n' Roll einläutete. 1954 betritt Elvis Presley das Studio des Plattenlabels Sun Records im US-Bundesstaat Tennessee. Zehn Jahre später warten Hunderte hysterische Fans ungeduldig auf den Beginn des allerersten Beatles-Konzerts. Mitte November 1976 veröffentlichen die Sex Pistols den Song „Anarchy in the U.K.“, der einem anarchistischen Manifest gleichkommt. Diese eng verbundenen Ereignisse sind Meilensteine, die der Rockmusik den Weg geebnet haben. Historischer Zusammenhang USA, in den 50er Jahren: Der Rassismus ist in der Gesellschaft allgegenwärtig. Insbesondere im Süden des Landes, wo es undenkbar ist, dass Weiße die gleiche Musik hören wie Schwarze. Vor diesem Hintergrund entsteht ein neuer Musikstil, der Rhythmen des afroamerikanischen Blues aufgreift. Es ist die Geburtsstunde des Rock 'n' Roll – eine schlichte, gut tanzbare und vor allem mitreißende Musik. Zunächst wird diese jedoch überwiegend von schwarzen Musikern für schwarze Zuhörer gespielt. Das entscheidende Ereignis 1954 nimmt Elvis Presley im Studio des Plattenlabels Sun Records eine Version des Songs „That’s All Right (Mama)“ auf. Die Folgen des Ereignisses Nachdem der Eigentümer von Sun Records auf den jungen Lkw-Fahrer aufmerksam wird, der ursprünglich seiner Mutter eine selbst aufgenommene Platte schenken wollte, legt dieser eine steile Karriere hin. Durch ihn lernt nun auch das weiße Publikum der USA den Rock 'n' Roll kennen und lieben. Nach den Anfängen in den USA bekommt der Musikstil dann in England weiter Aufwind, unter anderem dank der Beatles und Rolling Stones. Und später auch in den Varianten Hardrock und Punk. Der Rock wächst über das rein Musikalische hinaus und wird zu einem treuen Begleiter der unterschiedlichen Protestbewegungen der Jugend. Und all das ist auf einen jungen Lkw-Fahrer zurückzuführen, der ursprünglich seiner Mutter ein ganz besonderes Geschenk machen wollte.

Sonntag, 31.12. (Silvester)/ 12.405 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse ~ Blick auf Warschau von der Terrasse des königlichen Schlosses, Bernardo Bellotto
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Carlos Franklin
Online verfügbar von 31/12 bis 01/03
Erstausstrahlung

Im späten 18. Jahrhundert lebte Polen noch sehr ländlich, weitab vom aufklärerischen Gedankengut, das sich Westeuropa auszubreiten begann. Traditionen und Machtkämpfe ließen das Land in einer Bewegungslosigkeit verharren, von der nur wenige Adelsfamilien profitierten – denn diese teilten sich mit dem Klerus den Grund und Boden, auf dem der Rest der Bevölkerung in Leibeigenschaft schuftete. Russland, Österreich und Preußen nutzten die Schwächen des polnischen Systems aus, um das Land unter ihrer Kontrolle zu halten, und übernahmen sogar die Ernennung der polnischen Monarchen. 1764 verhalf Katharina die Große ihrer Jugendliebe Stanislaus August Poniatowski auf den polnischen Thron – doch er machte sich von ihrer Vormundschaft frei und beschloss, das Land gründlich zu reformieren. Er entwickelte die Wirtschaft und den Handel, startete urbanistische Großprojekte und verschaffte dem Volk Zugang zu Bildung. Angeregt von einer früheren Reise nach Paris lud er ausländische Denker und Künstler nach Art der französischen Salons nach Warschau ein, um das kulturelle Leben in der Hauptstadt zu fördern. Manche von ihnen holte er sogar an seinen Hof – so etwa Bernardo Bellotto, einen venezianischen Meister der Vedutenmalerei. Bellotto schuf im Auftrag des Königs 27 Ansichten von Warschau aus jeweils anderer Perspektive – eine davon, im Jahr 1773, von der Terrasse des königlichen Schlosses. Das Panoramabild vermittelt nicht nur einen interessanten Eindruck von der Architektur der Stadt, sondern auch von einem bedeutenden Wendepunkt in der polnischen Geschichte. Das Werk von Bernardo Bellotto diente dem König seinerzeit als Propagandamittel. Rund 150 Jahre später halfen Bellottos Ansichten der Sowjetunion beim Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt.

Sonntag, 31.12. (Silvester)/ 14.00 Uhr / Die Elbphilharmonie ~ Hamburgs neues Wahrzeichen
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR        53 Min.
Regie: Thorsten Mack, Annette Schmaltz
Online verfügbar von 31/12 bis 31/03

Es war eine Idee, die die sonst so gesetzten Hamburger begeisterte: Ein Konzertsaal von Weltniveau sollte inmitten der HafenCity entstehen, die Elbphilharmonie. Eine neue Attraktion, ein Statement, eine Vision. Aber wie baut man dieses Konzerthaus, und was darf das alles kosten? Die Elbphilharmonie war als neues Wahrzeichen gedacht, als kulturelles und architektonisches Flaggschiff. Sie drohte ein Millionengrab zu werden und den Ruf aller Beteiligten zu zerstören. Eine Geschichte von Klängen und Katastrophen, von Enttäuschung und Begeisterung. Und die ungewisse Frage, ob sich all das gelohnt hat.

Der japanische Architekt Yasuhisa Toyota hatte den Auftrag, einen der zehn besten Konzertsäle der Welt zu schaffen. Toyotas Saal ist das Herzstück der neuen Elbphilharmonie, einer Kathedrale des Klangs, die wie ein gigantischer Schiffsbug im Hamburger Hafen thront. Zu Beginn herrschte viel Euphorie. Die Elbphilharmonie begeisterte die meisten der sonst so gesetzten Hamburger: Ein Konzertsaal von Weltniveau, ein neues Wahrzeichen für Hamburg sollte das Gebäude werden – das Flaggschiff der neu entstandenen HafenCity. Doch im Rausch ging dann jedes Maß verloren. Durch Fehlplanung und Unfähigkeit kostete der Bau am Ende unfassbare 800 Millionen Euro. Die Beteiligten waren heillos zerstritten und bangten gleichzeitig kollektiv um ihren Ruf. Die Vision drohte zur Bauruine zu werden und wurde erst mit mehrjähriger Verspätung fertiggestellt. Vom Prestigeprojekt war der Bau zum öffentlichen Skandal geworden. Die Dokumentation begleitet den gesamten Entstehungsprozess des Jahrhundertbauwerks hautnah, von den ersten Planskizzen bis zu den Proben kurz vor der feierlichen Eröffnung. Sie zeigt den immensen Aufwand, der für das optimale Klangerlebnis betrieben wurde: von der Federlagerung des gesamten Konzertsaals bis zu den letzten akustikbedingten Änderungen am Bezug der Stühle. Denn: Toyotas Saal muss nun aller Kritik mit Exzellenz begegnen. Aber wie erschafft man den idealen Klang, wie entsteht ein Saal von Weltrang? Und werden die Hamburger das Gebäude annehmen? Die Elbphilharmonie – eine Geschichte von Klängen und Katastrophen, von Enttäuschung und Begeisterung.

Zusatzinfo:
Als das Filmteam im April 2005 die ersten Bilder für eine Dokumentation über den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg dreht, gehen alle noch davon aus, dass der Konzertsaal nach spätestens vier Jahren fertiggestellt sein würde. Doch die Filmproduktion dauert deutlich länger als geplant. Über einen Zeitraum von elfeinhalb Jahren wird in diesem Film die größte Baustelle Hamburgs durch alle Höhen und Tiefen dokumentiert.

Sonntag, 31.12. (Silvester)/ 14.55 Uhr / Wie die Kunst in die Wüste kam ~ Der Louvre in Abu Dhabi
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Bernard George
Erstausstrahlung

Neues Glanzstück moderner Museumsarchitektur: Am 11. November 2017 eröffnet mit dem Louvre Abu Dhabi das „erste Universalmuseum der arabischen Welt“, wie es Jean-Luc Martinez, Chef des Pariser Louvre, formuliert. Entworfen wurde der spektakuläre Bau vom französischen Architekten Jean Nouvel, der sich von der arabischen Medina hat inspirieren lassen. Die Dokumentation beleuchtet den Entstehungsprozess des neuen Museums und hat dazu die Akteure begleitet, dank derer nach zehn Jahren voller Rückschlägen, Hoffnungen und Erfolge dieser einzigartige Ort des kulturellen Austauschs zwischen Orient und Okzident fertiggestellt werden konnte.


Am 11. November 2017 öffnet auf der Insel Saadijat – arabisch für „Insel des Glücks“ – der Louvre Abu Dhabi seine Türen für Besucher. Wo vor zehn Jahren nichts als Wüste war, haben die Vereinigten Arabischen Emirate in Zusammenarbeit mit französischen Architekten unter der Leitung von Jean Nouvel eine an die Medina angelehnte Museumsstadt mit 55 unterschiedlichen Gebäuden errichtet. Mit einem enormen kreisförmigen Stahldach, das mit einem Durchmesser von 180 Metern über den Bauten schwebt, hat der Louvre Abu Dhabi sowohl in architektonischer als auch in musealer Hinsicht viel zu bieten. Das Dach besteht aus sieben Schichten, die ein sternförmiges Gitter bilden, durch das sich das Licht wie durch Palmenblätter bricht, wodurch ein poetisches Lichtspiel entsteht. Welche Aufgabe haben Museen im 21. Jahrhundert? Wie sollen sie gestaltet werden? Die Dokumentation beleuchtet den Entstehungsprozess des Louvre Abu Dhabi. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, weit entfernte Welten miteinander zu verbinden und mit Hilfe von alter und moderner Kunst aus aller Welt die Entwicklung der Zivilisationen zu veranschaulichen. Zu den Glanzstücken der Sammlung zählen eine bisher kaum bekannte Collage von Picasso, eine kleine Figur einer baktrischen Prinzessin – ein zentralasiatisches Meisterwerk aus dem dritten Jahrtausend vor Christus – sowie Gemälde von Jordaens, Caillebotte, Manet, Gauguin und Magritte. Durch die Werkauswahl ebenso wie durch die Zusammenarbeit von Architekten und Ausstellungsmachern aus Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten gelingt diesem beeindruckenden Museum der Brückenschlag zwischen Orient und Okzident. ARTE blickt zudem hinter die Kulissen und begegnet den engagierten Akteuren, die an der Umsetzung des Projekts seit 2006 beteiligt waren.

Sonntag, 31.12. (Silvester)/ 15.45 Uhr / Vermeer - Die Revanche
Dokumentarfilm, Frankreich, 2015, ARTE F        95 Min.
Regie: Jean-Pierre Cottet, Guillaume Cottet
Online verfügbar von 31/12 bis 07/01

Obwohl seine Bilder wie „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ oder „Dienstmagd mit Milchkrug“ heute Teil des kollektiven Gedächtnisses sind, geriet der niederländische Maler Jan Vermeer van Delft (1632-1675) 300 Jahre lang in Vergessenheit. 2017 beleuchten drei große internationale Ausstellungen Leben und Werk dieses Malers, der der Nachwelt nur 37 Gemälde hinterließ. Der Dokumentarfilm begibt sich auf Spurensuche: Wer war das geheimnisvolle Genie mit dem Beinamen „Sphinx von Delft“? Warum hat Vermeer so wenige Bilder gemalt? Wie sah sein Alltag aus? Und inwiefern unterschied sich sein Werk von dem der vielen anderen Genremaler, die sich im Goldenen Zeitalter der Vereinigten Niederlande Konkurrenz machten?

Am 15. Dezember 1675 starb Jan Vermeer im Alter von nur 43 Jahren in Delft. Nach seinem plötzlichen Tod bemächtigten sich skrupellose Kunsthändler seines Werks: So verschwand sein Name zunehmend aus dem Gedächtnis der Nachwelt. Erst im 20. Jahrhundert wurde Vermeer wiederentdeckt. Zu seinen berühmtesten Gemälden gehören „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ oder „Dienstmagd mit Milchkrug“. Ihre Gesichter sind heute Teil der kollektiven Vorstellungswelt. Die Ikonen des niederländischen Meisters inspirieren Künstler aller Gattungen bis heute. Jan Vermeer wurde am 31. Oktober 1632 in Delft in geboren. Er lebte zurückgezogen, außer seinen Bildern sind kaum Zeugnisse seines Lebens überliefert. Die Häuser, die Vermeer in Delft bewohnte, stehen heute nicht mehr. Auch werden dem Maler weder Lehrer noch Schüler zugeschrieben, und er hinterließ keine Schriften. Daher sind viele Aspekte seines Lebens unbekannt und zahlreiche Fragen noch immer unbeantwortet. Vermeers Vermächtnis besteht lediglich aus 37 Gemälden. Das Werk eines ganzen Lebens findet Platz in einem einzigen Ausstellungssaal. Warum hat Vermeer so wenige Bilder gemalt? Und das zu einer Zeit, da in Holland bereits mit Kunst gehandelt wurde und die meisten Maler überaus produktiv waren, nicht zuletzt Rembrandt, der Hunderte von Gemälden schuf. Auch bezüglich seines Privatlebens sind viele Fragen offen: Ging Vermeer eine Liebes- oder eine Vernunftehe ein? Trat er wirklich aus Überzeugung zum katholischen Glauben über? Und wie sah sein Alltag aus? Auf Vermeers Spuren erkundet der Dokumentarfilm eine bewegte Periode der holländischen Geschichte, in der die Niederlande in einem 80-jährigen Befreiungskrieg ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone erkämpften.

Sonntag, 31.12. (Silvester)/ 18.40 Uhr / Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker 2017
Mit Sir Simon Rattle und Joyce DiDonato
Musik, Deutschland, 2017, RBB        90 Min.
Regie: Torben Schmidt-Jacobsen
Dirigent: Sir Simon Rattle
Komponist: Antonín Dvořák, Richard Strauss, Igor Strawinsky, Leonard Bernstein, Dmitri Schostakowitsch
Orchester: Berliner Philharmoniker

Mit: Joyce DiDonato (Mezzosopran)

Erstausstrahlung

Bevor zum Jahreswechsel die Korken knallen, wird in der Berliner Philharmonie musikalisch vorgefeiert – mit den Berliner Philharmonikern, ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle und einem dritten Superstar: der US-amerikanischen Mezzosopranistin Joyce DiDonato. Auf dem Programm stehen Lieder von Richard Strauss, Antonin Dvoraks feurige Ouvertüre "Karneval" und die Suite aus Dimitri Schostakowitschs Ballettmusik "Das goldene Zeitalter". Außerdem gibt es eine kleine Hommage an Leonard Bernstein, dessen Geburtstag sich 2018 zum 100. Male jährt, mit Tänzen aus seinem jazzigen Musical "On the Town".

Bevor zum Jahreswechsel die Korken knallen, wird musikalisch vorgefeiert – mit den Berliner Philharmonikern, ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle und einem dritten Superstar: der Sängerin Joyce DiDonato. Die US-amerikanische Mezzosopranistin ist auf allen großen Opernbühnen und Konzertpodien der Welt zu Hause; auch als Filmschauspielerin war sie kürzlich zu bewundern, als sie furchtlos in die Rolle der unmusikalischen Möchtegern-Diva Florence Foster Jenkins schlüpfte. In der Berliner Philharmonie wird DiDonato Lieder von Richard Strauss singen, darunter so berühmte wie das "Wiegenlied" und "Zueignung". Umrahmt werden die Lieder von Antonin Dvoraks feuriger Ouvertüre "Karneval" und der Suite aus Dimitri Schostakowitschs witzig-sarkastischer Ballettmusik "Das goldene Zeitalter". Eine kleine Hommage an Leonard Bernstein, dessen Geburtstag sich 2018 zum 100. Male jährt, gibt es auch: mit Tänzen aus seinem jazzigen Musical "On the Town". Für Sir Simon Rattle wird es das letzte Silvesterkonzert als Chefdirigent der Philharmoniker sein. Die Amtszeit des britischen Dirigenten, der 2002 in Berlin die Nachfolge von Claudio Abbado antrat, endet im Juni 2018. Auf ihn folgt Kirill Petrenko, zurzeit Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Joyce DiDonato startete ihre Karriere in den 1990er Jahren an der Santa Fe Opera in New Mexico und ist heute eine der bekanntesten Mezzosopranistinnen weltweit. Die zweifache Grammy-Preisträgerin wurde beim Echo Klassik vor kurzem – bereits zum vierten Mal – als Sängerin des Jahres ausgezeichnet.

Montag, 01.01. (Neujahr)/ 18.15 Uhr / Neujahrskonzert 2018 aus dem Teatro La Fenice in Venedig
Musik, Italien, 2018, WDR        60 Min.
Dirigent: Myung-Whun Chung
Chorleitung: Claudio Marino Moretti
Chor: Coro del Teatro La Fenice
Orchester: Orchestra del Teatro La Fenice
Mit: Michael Fabiano (Tenor), Maria Agresta (Sopran)
Erstausstrahlung

Zum 15. Mal wird im Teatro La Fenice in Venedig das traditionelle Neujahrskonzert gegeben und seit 2009 können die Zuschauer bei ARTE den zweiten Teil des Konzertes, der dem großen Opernrepertoire gewidmet ist, live miterleben. 2018 wird der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Koreaner Myung Whun Chung Orchester und Chor des Teatro La Fenice leiten. Als Solisten konnten die Sopranistin Maria Agresta und der Tenor Michael Fabiano gewonnen werden. Die Einstudierung des Chores obliegt Claudio Marino Moretti. Die weltweit gefeierte italienische Sopranistin Maria Agresta ist dem Publikum des Teatro La Fenice bereits aus ihren Rollen in Verdis „I Masnadieri“ und Puccinis „La Bohème“ bekannt. Und nicht nur das: Auch beim Neujahrskonzert 2015 wirkte sie mit. Der Amerikaner Michael Fabiano, der an allen großen Opernhäusern der Welt gastiert, singt dort sehr erfolgreich die wichtigen Tenorpartien des italienischen Fachs. Zu seinen Lieblingsstücken zählen die großen Belcanto-Opern von Komponisten wie Donizetti oder Bellini. Die Atmosphäre des Gran Teatro La Fenice ist wie geschaffen für die festliche Stimmung, die durch Tanzeinlagen unterstrichen wird. Das Gebäude zählt zu den schönsten und bedeutendsten Opernhäusern in Europa. Ab 1790 wurde es unter der Leitung des Architekten Gian Antonio Selba im klassizistischen Stil erbaut und im Jahr 1792 eröffnet. Nach einem Brand Mitte der 1990er Jahre gewann der Architekt Aldo Rossi den Wettbewerb für den Neubau. Dabei hielt er sich an eine weitestgehend originalgetreue Rekonstruktion, ergänzt um notwendige Funktionserweiterungen und Modernisierungen der Technik.

Montag, 01.01. (Neujahr)/ 20.15 Uhr / West Side Story
Spielfilm, USA, 1961, ARTE F        146 Min.
Regie: Robert Wise
Autor: Arthur Laurents, William Shakespeare
Kamera: Daniel L. Fapp
Schnitt: Thomas Stanford
Musik: Irwin Kostal, Leonard Bernstein
Produktion: The Mirisch Corporation, Seven Arts Productions
Produzent: Robert Wise
Drehbuch: Ernest Lehman

Mit: Natalie Wood (Maria), Richard Beymer (Tony), Russ Tamblyn (Riff), George Chakiris (Bernardo), Simon Oakland (Schrank), Ned Glass (Doc), William Bramley (Officer Krupke)

Die West Side von New York. Zwei verfeindete Banden: die Jets, weiße Amerikaner, angeführt von Riff, und die Sharks, zugewanderte Puerto Ricaner, mit Bernardo als Boss. Als Tony, ehemaliger Anführer der Jets, sich auf einem Ball in Bernardos Schwester Maria verliebt, verschärfen sich die Spannungen zwischen den beiden Clans. ARTE präsentiert zu Beginn des neuen Jahres das Kultmusical nach dem Drama „Romeo und Julia“ in einer Verfilmung von Robert Wise.

Die „West Side Story“ ist eine Übertragung von Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ in das New York der 50er Jahre. Zwei verfeindete Banden streiten sich um das Straßenpflaster ihrer Stadt; die Jets, weiße Amerikaner, angeführt von Riff, und die Sharks, zugewanderte Puerto Ricaner, mit Bernardo als Boss. Als die beiden Gangs sich eines Tages auf dem Basketballplatz begegnen, kommt es zu einer Auseinandersetzung, die gerade rechtzeitig von Officer Krupke unterbrochen wird. Daraufhin schlägt Riff seiner Gang einen wahren Kampf gegen die Sharks vor. Er überzeugt seinen Freund Tony, den früheren Anführer der Jets, mitzumachen. Abends auf einem Ball treffen die Jets und die Sharks wieder aufeinander. Bernardo hat seine jüngere Schwester, die hübsche Maria, mitgebracht, die erst vor kurzem aus Puerto Rico nach New York kam. Als Maria und Tony sich erblicken, verlieben sie sich auf der Stelle ineinander. Noch am selben Abend gestehen sie sich ihre Liebe. Gleichzeitig aber planen die Jets und die Sharks ihren Kampf: Der Treffpunkt wird für den folgenden Abend unter der Autobahnbrücke festgelegt. Tony versucht zwar, das Gefecht zu verhindern, doch ohne Erfolg. Als Bernardo Riff tötet, rächt Tony seinen Freund und bringt Bernardo um, den Bruder von Maria. Die Feindschaft zwischen den Jets und den Sharks ist auf dem Höhepunkt, und die Liebe zwischen Maria und Tony wird zu einem noch größeren Verhängnis.

Zusatzinfo:
Diese berühmte Interpretation der Geschichte von “Romeo und Julia“ stellt die Konflikte einer Einwanderergesellschaft in den Vordergrund: Die Puerto Ricaner fühlen sich nicht willkommen, und die Amerikaner fühlen sich in ihrer Heimat bedroht. Komponist Leonard Bernstein charakterisierte die Rivalität zwischen Jets und Sharks mit einer Mischung aus Jazz, klassischer Oper und lateinamerikanischer Tanzmusik.

Montag, 01.01. (Neujahr)/ 22.40 Uhr / American Epic ~ Eine Reise zu den Wurzeln der Popmusik
Dokumentarfilm, USA, 2016, ZDF        86 Min.
Regie: Bernard MacMahon
Online verfügbar von 01/01 bis 31/01
Erstausstrahlung

"American Epic" – das ist die großangelegte Erzählung über die Geschichte und Herkunft der amerikanischen Musik und ihrer Rezeption durch das neue Medium Schallplatte. Der Typus des Popsongs als wenige Minuten kurzes Stück ist eng mit der frühen Aufnahmetechnik verbunden. Die Dokumentation ist ein Kaleidoskop mit Anekdoten von Zeitzeugen, Musikpionieren und ihren Familien, die von ihrem Leben erzählen und davon, was Schallplatten für sie bedeuten. Mit emotionalen Storys, erzählt von Leuten, die dabei waren. Und mit bestechenden Landschaftsaufnahmen, die die Vielfältigkeit des Landes einfangen – künstlerisch, ethnisch, geografisch und ökonomisch mit dem Ziel, zurück zum "Urknall" der modernen Popmusik zu reisen. Gleichzeitig ist der Film eine Odyssee, die zeigt, wie Amerika sich selbst zum ersten Mal gehört hat. Es wird ein Bogen gespannt von der Carter Family über die Gospelmusik in den Südstaaten zu den Wurzeln des Rhythm 'n' Blues bis hinein in die Neuzeit. Durch jahrelange Recherche, nie gesehene Filmausschnitte, Fotos und wunderbare Musik werden diese Geschichten wieder zum Leben erweckt.

Mittwoch, 03.01. / 13.50 Uhr / The Sound of Music
Spielfilm, USA, 1965, ARTE        174 Min.
Regie: Robert Wise
Autor: Maria von Trapp
Kamera: Ted McCord
Schnitt: William Reynolds
Musik: Richard Rodgers, Oscar Hammerstein II.
Produktion: Robert Wise Productions, Argyle Enterprises
Produzent: Robert Wise
Drehbuch: Ernest Lehman, George Hurdalek

Mit: Richard Haydn (Max Detweiler), Julie Andrews (Maria Rainer), Christopher Plummer (Kapitän Georg von Trapp), Eleanor Parker (Baronin Elsa Schraeder), Anna Lee (Schwester Margaretta), Peggy Wood (Äbtissin), Portia Nelson (Schwester Berthe), Charmian Carr (Liesl von Trapp), Nicholas Hammond (Friedrich von Trapp), Heather Menzies-Urich (Louisa von Trapp), Duane Chase (Kurt von Trapp), Angela Cartwright (Brigitta von Trapp), Debbie Turner (Marta von Trapp), Kym Karath (Gretl von Trapp)

Wiederholung vom 24.12.

Mittwoch, 03.01. / 22.05 Uhr / Die Florence Foster Jenkins Story
Dokudrama, Deutschland, 2015, ZDF        52 Min.
Regie: Ralf Pfleger
Online verfügbar von 03/01 bis 10/01
Erstausstrahlung

Florence Foster Jenkins gilt als die schlechteste Sängerin aller Zeiten. Dennoch ist sie eine Kultfigur, deren Schallplattenaufnahmen sich besser verkaufen als die vieler anderer Sänger. Als selbst ernannte Operndiva machte sie im New York der 20er Jahre unaufhaltsam Karriere. Ihr legendärer Auftritt in der Carnegie Hall 1944 brach sämtliche Verkaufsrekorde. „Die Florence Foster Jenkins Story“ – der erste umfassende Dokumentarfilm über die „Königin der Dissonanzen“ – taucht in den skurrilen Kosmos der Möchtegern-Diva ein, die durch ihre phänomenale Talentlosigkeit und exzentrische Selbstüberschätzung zur Kultfigur und frühen Camp-Vertreterin wurde. Joyce DiDonatos Virtuosität entfaltet sich vor allem in einer Reihe prachtvoller Tableaux vivants. In diesen extravagant ausgestatteten Fantasiebildern treffen zwei Klangwelten aufeinander: zum einen die Wunschvorstellung, die Florence Foster Jenkins von ihrer Stimme hatte, und zum anderen das eigentliche Desaster ihrer Gesangskunst, das ihr Publikum zum Toben brachte. Auf der dokumentarischen Ebene präsentiert der Film sensationelle Archivfunde und lässt namhafte Experten zu Wort kommen, die auch die dunklen Seiten von Jenkins' turbulentem Leben beleuchten. Virtuos verknüpft Regisseur Ralf Pleger sein vielschichtiges Dokumentarfilmmaterial mit eleganten Spielszenen, die allesamt auf originalen Quellen beruhen. Schritt für Schritt enthüllt der Film so die tragische Tiefe einer schillernden Figur.

Freitag, 05.01. / 21.45 Uhr / Janis: Little Girl Blue
Dokumentarfilm, USA, 2015, BR, ARTE F        99 Min.
Regie: Amy J. Berg
Online verfügbar von 05/01 bis 12/01
Erstausstrahlung

Janis Joplin ist eine der am meisten verehrten Rock-'n'-Roll-Sängerinnen aller Zeiten, eine tragische und missverstandene Gestalt, die Millionen Zuhörer begeisterte und vor ihrem Tod 1970 mit 27 Jahren ganz neue kreative Wege fand. Janis war ein Star der aufkommenden musikalischen und kulturellen Revolution der 1960er Jahre. Ihr Auftritt beim Monterey Pop Festival war ihr Durchbruch, und sie war einer der denkwürdigeren Acts in Woodstock. Ihr musikalisches Erbe hat sich seit ihrem Tod vermehrt. Doch Janis erholte sich niemals ganz von dem Gefühl der Außenseiterin. Als sie den Blues entdeckte, fand sie ein Ventil für ihren Schmerz und ihre Einsamkeit. Janis Joplin erzählt ihre Geschichte mit ihren eigenen Worten, mittels einer Reihe von Briefen, die sie ihren Eltern über die Jahre schrieb, von denen viele zum ersten Mal veröffentlicht werden (gelesen von der Südstaaten-Rockkünstlerin und Schauspielerin Chan Marshall, bekannt als Cat Power). Interviews mit Joplins Familie, Kindheitsfreunden, musikalischen Gefährten, TV-Moderator Dick Cavett und so berühmten Kollegen wie Bob Weir von The Grateful Dead vermitteln ein vollständiges Gefühl für eine Frau, die so darum kämpfte, sowohl zu einzelnen Menschen als auch zu einem großen Publikum eine Verbindung herzustellen, und die glücklich war, wenn das klappte. Joplin war wie ein Kraftwerk, wenn sie sang, und ihre Aufnahmen fanden ins Radio und direkt in die Herzen der Rockfans weltweit. Bergs Film schafft ein neues Verständnis dieser klugen, komplexen Frau, deren überraschender Erfolg und plötzlicher Abgang die Musik für immer veränderte.

Freitag, 05.01. / 23.25 Uhr / Joan Baez - Live in New York
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        76 Min.
Regie: David Horn

Mit: Dirk Powell (Klavier, Gitarre, Bassgitarre, Violine), Gabe Harris (Schlagzeug)
Online verfügbar von 05/01 bis 04/02

Joan Baez – die Ikone der Folkmusik und der Friedensbewegung, feierte im Januar 2016 ihren 75. Geburtstag standesgemäß mit einem hochkarätig besetzten Konzert im New Yorker Beacon Theatre. Zu ihren musikalischen Gästen zählten unter anderem Paul Simon und Mavis Staples. Eine musikalische Sternstunde für alle Folk- und Joan Baez-Fans! Seit fast sechs Jahrzehnten ist die legendäre Musikerin aktiv, auch als Menschenrechtlerin. In den 60ern gehörte sie zum Umfeld von so bedeutenden Aktivisten wie Pete Seeger und Bob Dylan – und brachte mit ihrem Feminismus frischen Wind in die Folkmusik, die sie bis heute prägt.

Im Januar 2016 feierte Joan Baez ihren 75. Geburtstag – natürlich mit einem Konzert, zu dem sie hochkarätige Gäste geladen hatte: Mit der Folk-Ikone stehen unter anderem David Crosby, Paul Simon, Jackson Browne, Mary Chapin Carpenter, Judy Collins, Emmylou Harris, die Indigo Girls, Damien Rice, Mavis Staples und Nano Stern auf der Bühne des schmucken Beacon Theatre in New York. Ein Stelldichein der Großen des Genres und eine musikalische Sternstunde für alle Fans von Joan Baez. Seit fast sechs Jahrzehnten ist die legendäre Folksängerin nicht nur in der Musikindustrie aktiv, sondern auch als Menschenrechtlerin. In den 60ern gehörte sie zum Umfeld von so bedeutenden musikalischen und politischen Aktivisten wie Pete Seeger und Bob Dylan – und brachte mit ihrem Feminismus frischen Wind in die Folkmusik. Bis heute fühlt sie sich politischen und sozialen Aspekten ebenso verbunden wie Menschenrechts- und Umweltthemen. Außerdem unterstützt und fördert sie seit Jahrzehnten jüngere Kolleginnen und Kollegen – einige von ihnen stehen mit ihr bei diesem Konzert auf der Bühne.

Sonntag, 07.01. / 17.30 Uhr / Die Karikatur: Kunst und Provokation!
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        54 Min.
Regie: Laurence Thiriat
Online verfügbar von 07/01 bis 15/01

Was waren die Vorbilder der französischen Cartoonisten Cabu, Wolinski und Charb, die bei dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 ums Leben kamen? Die Dokumentation geht ins späte 18. Jahrhundert und das 19. Jahrhundert zurück, eine Blütezeit der Satire-Zeichnung in Europa. Von Pionieren wie James Gillray, Honoré Daumier und Heinrich Heine wurde die Karikatur salonfähig gemacht und so zu einer eigenen provokativen Kunstform erhoben.

Satire und Karikaturen haben einen hohen Stellenwert auch in Frankreich. Die bedeutendste satirische Wochenzeitung ist der 1915 gegründete „Canard enchaîné“. Die Tageszeitung „Le Monde“ druckt täglich eine Karikatur des Zeichners Plantu auf ihrer Titelseite. Auch „Charlie Hebdo“ ist zum Symbol geworden, für Pressefreiheit, für Aufklärung und Menschenrechte. Ob Pamphlet oder Zeichnung, Malerei oder Skulptur – die Karikatur ist so alt wie die Menschheitsgeschichte, wurde aufgrund ihrer geringen Verbreitung und der allgegenwärtigen Zensur in Europa lange als „niedere Kunst“ betrachtet. Erst im späten 19. Jahrhundert erhielt sie ihren festen Platz in der englischen, französischen und deutschen Presse und wurde von Pionieren wie James Gillray, Honoré Daumier und Heinrich Heine salonfähig gemacht. Provokant, respektlos, gnadenlos: Karikaturen üben Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen, haben aber durchaus immer auch eine künstlerische Dimension. Sie machen auf Missstände aufmerksam, indem sie Situationen, Ereignisse und Personen überzeichnen und lächerlich machen. Die Dokumentation zeichnet die Geschichte der Karikatur nach und sucht nach den Vorbildern der Redakteure von „Charlie Hebdo“. Eine Hommage an alle Zeichner, die das Genre vor mehreren Hundert Jahren in den Rang der Kunst erhoben. Mehr Informationen auf ARTE Info unter: info.arte.tv

Sonntag, 07.01. / 18.25 Uhr / Max Raabe & Palast Orchester: Eine Nacht in Berlin
Musik, Deutschland, 2014, RBB        42 Min.
Regie: Daniel Lwowski
Orchester: Palast Orchester
Mit: Max Raabe
Online verfügbar von 07/01 bis 14/01

Mit einer besonderen Mischung aus eleganter Steifheit, Charisma und leiser Ironie begeistern sie ihr Publikum. Im Berliner Admiralspalast präsentieren Max Raabe und das Palast Orchester ihr Programm "Eine Nacht in Berlin" – mit Highlights wie "Küssen kann man nicht alleine" und "Für Frauen ist das kein Problem". Eine gelungene Mischung aus wiederentdeckten Klassikern und modernen Neukompositionen.

Berlin ist seit vielen Jahren die Heimatstadt von Max Raabe und dem Palast Orchester. Hier begannen sie ihre Karriere, und hier wurden nicht nur die neuen, sondern auch ein Großteil der alten Stücke ihres Konzertrepertoires erstmals aufgeführt. Im Berliner Admiralspalast präsentieren sie nun die Höhepunkte ihres aktuellen Bühnenprogramms. „Eine Nacht in Berlin“ ist eine gelungene Mischung aus wiederentdeckten Klassikern und modernen Neukompositionen, vom renommierten Videoregisseur Daniel Lwowski außergewöhnlich bildstark und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Titel "Für Frauen ist das kein Problem", "Mir kann nichts passieren" und "Du passt auf mich auf", die Max Raabe in den letzten Jahren zusammen mit Annette Humpe und Christoph Israel komponiert hat. Und natürlich spielen Max Raabe und das Palast Orchester auch viele Klassiker aus den 20er und 30er Jahren, mit denen unter anderem schon die Comedian Harmonists vor fast 90 Jahren das Publikum in Berlin begeistern konnten und die im Programm des Palast Orchesters ihren festen Platz haben. Das Konzert wurde am 23. und 24. Mai 2014 im Berliner Admiralspalast für ARTE aufgezeichnet.

Sonntag, 07.01. / 23.45 Uhr / Franz Lehár: Das Land des Lächelns
Operette, Deutschland, 2017, ZDF        103 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Fabio Luisi
Chorleitung: Ernst Raffelsberger
Kostüme: Wolfgang Gussmann, Susana Mendoza
Chor: Chor der Oper Zürich
Choreographie: Arturo Gama
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Wolfgang Gussmann
Licht: Franck Evin
Inszenierung: Andreas Homoki
Orchester: Philharmonia Zürich

Mit: Piotr Beczala (Prinz Sou-Chong), Julia Kleiter (Lisa), Rebeca Olvera (Mi), Spencer Lang (Graf Gustav von Pottenstein), Cheyne Davidson (Tschang), Martin Zysset (Obereunuch)

Online verfügbar von 07/01 bis 06/02
Erstausstrahlung

Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“ ist eine der populärsten Operetten und zugleich eine der anspruchsvollsten. Die Neuproduktion am Opernhaus Zürich bietet eine exzellente Besetzung, angeführt von Piotr Beczala als Sou-Chong. Regisseur Andreas Homoki inszeniert das Werk als Revue und arbeitet gleichzeitig die Traurigkeit der Liebenden heraus, die nicht zusammenkommen können.

„Immer nur lächeln und immer vergnügt, immer zufrieden, wie’s immer sich fügt, lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen“, singt Prinz Sou-Chong und stimmt damit einen melancholischen Grundton an. „Das Land des Lächelns“ ist stilistisch weit entfernt von der frivolen Wiener Operette der Jahrhundertwende und erinnert in seiner symphonischen Dichte an die großen Partituren des Tonfilms. Zwei junge Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen lernen sich in Wien kennen und verlieben sich: der chinesische Diplomat Sou-Chong und die aus einer adeligen Familie stammende Lisa. Als er zum Ministerpräsidenten ernannt wird, folgt sie ihm nach Peking. Dort wird Lisa mit fremden Sitten und uralten Traditionen konfrontiert, die ihre Liebe zu Sou-Chong auf den Prüfstand stellen. Am Ende zeigt sich: Die beiden Welten sind miteinander unvereinbar und lassen eine gemeinsame Zukunft nicht zu. Ihre Popularität verdankt Lehárs Operette besonders einem Lied: „Dein ist mein ganzes Herz“, mit dem sich Richard Tauber in die Herzen eines Millionenpublikums sang. Für die Neuproduktion kehrt Weltstar Piotr Beczala als Sou-Chong ans Opernhaus Zürich zurück, mit Julia Kleiter als Lisa hat er eine ebenbürtige Partnerin. Dass das Genre der Operette besonderer Sorgfalt bedarf, wissen auch Dirigent Fabio Luisi und Regisseur Andreas Homoki und erklären diese Produktion zur Chefsache. Homoki hat die Dialoge massiv gekürzt und alles für die Haupthandlung Überflüssige gestrichen. Sein Fokus liegt auf dieser Zweiergeschichte, einer in seiner Inszenierung ernst genommenen Beziehung – umgeben von einer maskenhaften Welt.

Sonntag, 07.01. / 02.50 Uhr / Die Pariser Philharmonie ~ Ein Meisterwerk von Jean Nouvel
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        51 Min.
Regie: Thomas Briat
Online verfügbar von 07/01 bis 15/01

Die Pariser Philharmonie ist aus einem Traum geboren – dem Traum des Dirigenten Pierre Boulez von einem Pariser Konzertsaal, der sich mit den größten Häusern dieser Welt messen kann: der Berliner Philharmonie, der Suntory Hall in Tokio oder der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles. Mit der Eröffnung der Philharmonie im Januar 2015 soll Boulez‘ Traum endgültig Realität werden. Die Dokumentation wirft einen Blick auf den Entstehungsprozess des einzigartigen Konzerthauses von Architekt Jean Nouvel.

Mit dem Bau der Pariser Philharmonie sollte ein echtes Zeichen gesetzt werden: ein Konzertsaal, der mit den allerneuesten akustischen Errungenschaften ausgestattet ist, als Stammsitz des Orchestre de Paris genutzt werden kann und den größten Orchestern der Welt optimale Aufführungsbedingungen bietet. 2006 beschlossen der französische Staat und die Stadt Paris, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Die Philharmonie de Paris wurde in idealer Lage zwischen der Seine-Metropole und dem Pariser Umland im Herzen des Parc de la Villette errichtet und gilt seither als Tempel der klassischen Musik für ein breites Publikum. Der architektonische Entwurf basiert ganz auf dem Konzept der Harmonie: der Harmonie der Klänge, die in diesem neuen Konzertsaal perfekt zur Geltung kommen, der Harmonie mit Stadt und Umland, und nicht zuletzt der Harmonie mit dem Standort – dem Parc de la Villette, der Spaziergänger ebenso willkommen heißt wie Musikfreunde, die der Cité de la Musique oder der Veranstaltungshalle Zénith einen Besuch abstatten möchten. Das Bauprojekt rief allerdings auch zahlreiche Kritiker auf den Plan, die es für zu groß, zu kostspielig und zu abgelegen hielten, um Musikliebhaber aus den bürgerlichen Stadtvierteln im Pariser Osten ans andere Ende der Stadt zu locken. Die Dokumentation wirft einen Blick hinter die Kulissen dieses Großprojekts, von den architektonischen Herausforderungen über die Entwicklung einer ehrgeizigen Strategie zur Erschließung neuer Zuschauerschichten bis zur Eröffnung des Hauses im Januar 2015.

Zusatzinfo:
Die Eröffnungskonzerte der Pariser Philharmonie sind in voller Länge auf ARTE Concert abrufbar: concert.arte.tv

Mittwoch, 10.01. / 22.15 Uhr / Rudolf Nurejew ~ Der Sprung in die Freiheit
Dokumentation, Großbritannien, 2015, ZDF        60 Min.
Regie: Richard Curson Smith
Online verfügbar von 10/01 bis 10/04

Die Dokumentation „Rudolf Nurejew - Der Sprung in die Freiheit” stellt ein außergewöhnliches Ereignis im Leben des weltberühmten Balletttänzers in den Mittelpunkt: Nurejews Flucht in den Westen während einer Paris-Tournee des Kirow-Balletts, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Mit neuen Erkenntnissen werden die entscheidenden Wochen in den Fokus einer kriminalistischen und dramatischen Erzählung genommen.

Im Mai 1961, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, ging das weltberühmte russische Kirow-Ballett auf Europatournee. Mit dabei: Rudolf Nurejew, ein Newcomer und der neue Stern am Balletthimmel. Der Tänzer war ein einmaliges Talent, besaß aber auch einen temperamentvollen und wankelmütigen Charakter. Eine gefährliche Mischung, nicht nur für das Ensemble, sondern vor allem auch für den KGB. Dass sich Nurejew auf der Tour in der Pariser Gesellschaft Freunde gemacht hatte, war nicht gerne gesehen. Kein Wunder also, dass Nurejew gegen seinen Willen unverzüglich nach Moskau zurückgeschickt werden sollte. Das als Propagandacoup gedachte Gastspiel endete also als PR-Desaster: Nurejew bat am Flughafen in Paris um Asyl, unter höchst brisanten und dramatischen Umständen. Er war der erste Künstler überhaupt, der sich in den Westen absetzte. Die Dokumentation „Rudolf Nurejew - Der Sprung in die Freiheit” erzählt die entscheidenden Wochen dieser spannenden Geschichte anhand von exklusiven Zeitzeugen-Interviews und neuen, hochwertig inszenierten Spiel- und Tanzszenen eines der größten Balletttänzer des 20. Jahrhunderts.

Donnerstag, 11.01. / 16.45 Uhr / Xenius: Saiteninstrumente ~ Verbesserungen durch Hightech?
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF        26 Min.
Moderation: Emilie Langlade, Adrian Pflug
Online verfügbar von 11/01 bis 10/02

Die Sendung „Xenius“ ist das werktägliche Wissensmagazin auf ARTE. 26 Minuten Sendezeit sind einem besonderen Thema aus dem Alltagsleben und der großen Welt der Naturwissenschaft und Forschung gewidmet. Mit ihrem Wissensmobil touren die Moderatoren durch Europa, immer auf der Suche nach dem Wissen, das die Welt bewegt. Unorthodoxe Fragestellungen sind dabei ebenso zu erwarten wie spannende Begegnungen mit den führenden Köpfen der Wissenschaft. „Xenius“ ist Roadmovie, Schatzsuche und Wissenssendung zugleich.

Hochwertige Saiteninstrumente gelten als Meisterwerke. Heute sollen neue Techniken Geigen und Co. noch besser machen. Kann Hightech die Tradition schlagen? Vor etwa 300 Jahren widmete sich Antonio Stradivari der Herstellung seiner berühmten Saiteninstrumente – seitdem hat sich im Geigenbau nicht mehr viel verändert. Kein Wunder, denn klassische Musiker reagieren häufig schon auf die kleinsten Abweichungen traditioneller Modelle sehr empfindlich. Der Instrumentenbauer Jörg Kleinalstede wagte die Revolution: Statt ganz klassisch nur Holz zu verwenden, baut er Geigen aus Carbonfasern – und hat Erfolg. Eine andere Idee haben die Wissenschaftler der Uni Dresden: Sie modifizieren Holz, das zunächst nicht für den Instrumentenbau geeignet ist, bis es die Eigenschaften von gutem Klangholz aufweist. Und ein Potsdamer Geigenbauer wagt etwas Ungewöhnliches: Er fügt der Geige eine fünfte Saite hinzu. Obwohl er lediglich eine alte Idee wiederbelebt, avanciert er dadurch zum Geheimtipp für innovative Violinisten wie Alex Stolze. Für ihn ist die zusätzliche Saite der Schlüssel, dem Instrument mit dem etwas angestaubten Image einen Weg in die Zukunft zu weisen. Gemeinsam mit dem Berliner Geigenbauer Jakob Motter gehen die beiden „Xenius“-Reporter Emilie Langlade und Adrian Pflug der Frage nach, ob die innovativen Geigenbauer den alten Meistern das Wasser reichen können.

Zusatzinfo: Mehr zu den einzelnen Themen unter: www.arte.tv/xenius

Donnerstag, 11.01. / 23.05 Uhr / Die Räuber
Spielfilm, Deutschland, Luxemburg, 2012, ZDF        77 Min.
Regie: Frank Hoffmann, Pol Cruchten
Autor: Frank Hoffmann, Eric Malabry

Mit: Eric Caravaca (Karl), Isild Le Besco (Amalia), Maximilian Schell (Vater), Georg Marin (Field), Tchéky Karyo (Der Alte), Robinson Stévenin (Franz)

Online verfügbar von 11/01 bis 18/01
Erstausstrahlung

Maximilian Schell in seiner letzten Rolle: Die Handlung von Friedrich Schillers „Die Räuber“ wurde in die Gegenwart geholt und dem Stoff eine ganz aktuelle Relevanz verliehen. Eine Bankiers-Familie gerät durch eine familiäre Intrige in die Krise. Karl, der ältere der beiden Söhne, saß wegen Urkundenfälschung und Veruntreuung drei Jahre lang im Gefängnis. Er ist unschuldig, aber er hatte die Tat gestanden, um zu verhindern, dass sie seinem Vater angelastet wird. Doch Karl ist sich sicher, dass sein Bruder Franz hinter den illegalen Machenschaften steckt. Er begibt sich auf einen Rachefeldzug …

Drei Jahre lang saß Karl Escher im Gefängnis. Unschuldig. Um seinen Vater einen einflussreichen Bankier, zu schützen, hatte er die Vorwürfe der Urkundenfälschung und Unterschlagung von großen Geldsummen auf sich genommen. Doch Karl ist sich sicher, dass sein Bruder Franz hinter den illegalen Machenschaften steckt. Das Vertrauen innerhalb der Familie ist erschüttert. Einzig auf seine Schwester Amalia kann Karl sich noch verlassen und weiht sie in seine Verdächtigungen ein. Karl befürchtet, dass künftig die Geldwäsche in einem noch größeren Stil betrieben werden soll. Er sinnt auf Rache. Karl will seinen Bruder zur Strecke bringen und seinen eigenen Namen wieder rein waschen. Um seinen Verdacht zu belegen, schließt sich Karl einem Gangsterboss an. Seine Bande ist hinter dem Schwarzgeld her, Karl braucht lediglich die geheimen Dokumente, die seine Unschuld beweisen. Doch als sein Bruder Franz von der Sache Wind bekommt und ihn an die Polizei verrät, ist plötzlich die ganze Familie in Gefahr. Karl, ein idealistischer Rebell, wird zum Verbrecher, als er sich vom Vater zu Unrecht verstoßen fühlt. Dabei muss er aber auch die Skrupellosigkeit seiner neuen Freunde erkennen, die nur um das eigene Wohl besorgt sind und auch vor Verrat nicht zurückschrecken. In Schillers Drama war Amalia Karls Verlobte, der Franz Avancen macht. In der Filmversion ist sie nun die Schwester der beiden Brüder, was den familiären Konflikt und die strukturellen Parallelen zwischen den Bankiersdynastien sowie der Räuberbande noch verstärkt. Anders als in Schillers Vorlage, liefert sich Karl am Ende aber nicht selbstlos der Justiz aus, sondern macht sich seinerseits schuldig. Angesiedelt im internationalen Finanzmilieu inszenieren die Regisseure Frank Hoffmann und Pol Cruchten Schillers „Räuber“ als modernen Film noir, in dem Geld der Motor ist, der alles antreibt. Geld und Macht waren schon bei Schiller zentrale Motive und sind heute so aktuell wie nie zuvor. Der Zuschauer wird in zwei Welten des Verbrechens geführt – die korrupte Finanzbranche und die schwere Kriminalität – und entdeckt immer mehr, dass keine einzige Figur darin unschuldig handelt.

Donnerstag, 11.01. / 04.05 Uhr / Bilder allein zuhaus ~ Im Wintergarten, Edouard Manet: "Rückenschmerzen"
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F        3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 11/01 bis 06/01
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ – werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Das Bild „Dans la serre“ aus dem Jahr 1879 zeigt ein Ehepaar in einem Wintergarten. Die elegant gekleidete, selbstbewusste Frau sitzt im Vordergrund auf einer Bank. Ihr Mann steht im Hintergrund und stützt sich mit den Unterarmen auf die Lehne der Bank. Die Blicke der beiden treffen sich nicht. Manets Gemälde, das im Wintergarten des Malers Otto Rosen in Paris entstand, zeigt das Ehepaar Guillemet, das ein Modehaus in Paris führte und zu Manets Freundeskreis gehörte. Monsieur Guillemet klagt über Rückenschmerzen und irgendwie auch über das Frauenbild in der aufkommenden Moderne …

Zusatzinfo: Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und „Evariste de Valernes“ von Edgar Degas.
    Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“ erhielt den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Freitag, 12.01. / 21.45 Uhr / Black Sabbath: The End of the End
Musik, Großbritannien, 2017, WDR        95 Min.
Regie: Dick Carruthers
Online verfügbar von 12/01 bis 26/02
Erstausstrahlung

„The End of the End“ erzählt von der letzten Tour der Band, die den Sound des Heavy Metal geprägt hat wie kaum eine andere: Black Sabbath. Am 4. Februar 2017 betreten Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler zum letzten Mal die Bühne in Birmingham, auf der für sie alles begonnen hat. Mit ihrem letzten Konzert fällt der Vorhang einer Karriere, die fast ein halbes Jahrhundert andauerte. Die ausverkaufte Show war der Höhepunkt einer Tour, die über eine Million Fans weltweit verfolgt hatten. „The End of the End“ ist die Geschichte dieses letzten, sehr emotionalen Konzerts.

„The End of the End“ erzählt von der letzten Tour der Band, die den Sound des Heavy Metal geprägt hat wie kaum eine andere: Black Sabbath. Am 4. Februar 2017 betreten Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler zum letzten Mal die Bühne in Birmingham, auf der für sie alles begonnen hat. Mit ihrem letzten Konzert fällt der Vorhang einer Karriere, die fast ein halbes Jahrhundert andauerte. Die ausverkaufte Show war der Höhepunkt einer Tour, die über eine Million Fans weltweit verfolgt hatten. „The End of the End“ ist die Geschichte dieses letzten, sehr emotionalen Konzerts. Die Fans werden selbst Teil der Handlung, ganz nah an der Band, während diese zeitlose Meisterwerke wie „Iron Man“, „Paranoid“ oder „War Pigs“ performt. Osbourne, Iommi und Butler erzählen in Interviews von ihrer Bandgeschichte. Ein Film als Testament der größten Metalband aller Zeiten.

Zusatzinfo: Am 28. September 2017 wurde „The End of the End“ zeitgleich in 1.500 Kinos weltweit uraufgeführt.

Freitag, 12.01. / 23.20 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

    (1): Tekashi69
    (2): Nascondino
    (3): Maryl Meisler

(1): Tekashi69
Der US-amerikanische Rapper Tekashi69 mit seinen regenbogenfarbigen Zahnkronen und über 200 Tattoos ist immer wieder ein echter Hingucker für seine 600.000 Instagram-Follower.

(2): Nascondino
Jedes Jahr im September treffen sich 50 Kilometer von Mailand entfernt 400 Teilnehmer zwischen 18 und 62 Jahren zum „Nascondino World Championship", der Weltmeisterschaft für Versteckspielen ...

(3): Maryl Meisler
Ende der Siebzigerjahre durchstreifte Meryl Meisler jeden Abend die legendären New Yorker Clubs wie Les Mouche, Paradise Garage und Studio 54 und dokumentierte das wilde Nachtleben dieser Ära.

Freitag, 12.01. / 00.05 Uhr / Berlin Live: Asgeir
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Mit: Asgeir
Online verfügbar von 12/01 bis 11/02
Erstausstrahlung

Mit seinem mit Hochspannung erwarteten Album „Afterglow“ meldet sich der isländische Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist aus Laugarbakki zurück: Drei Jahre lang hat Asgeir an den elf Tracks dieses außergewöhnlichen und zutiefst berührenden Werks gefeilt. Inspiriert von anderen isländischen Musikern wie Sigur Rós und Mugison ist ihm ein kleines Meisterwerk gelungen, das er bei „Berlin Live“ in Begleitung seiner Band spielt.

Asgeir ist derzeit einer der angesagtesten und talentiertesten Singer-Songwriter Islands. Sein Debütalbum „Dýrð í dauðaþögn“ wurde zum am schnellsten verkauften einheimischen Debütalbum, sprengte sämtliche Rekorde und stellte sogar die Verkaufszahlen von Björk und Sigur Rós in den Schatten. Wie man nach so einem Knüller weitermacht? Noch ein weiteres sensationelles Album veröffentlichen – eines wie „Afterglow“. Wie schon bei „Dýrð í dauðaþögn“ sind sämtliche Texte von Asgeirs Vater, dem Dichter Einar Georg Einarsson, geschrieben; sonst hat sich bei den neuen Songs aber einiges geändert. Der poppige Folk und die klaren Klavierklänge treten auf der neuen Platte eher in den Hintergrund und weichen Elektro-, R’n’B- und Keyboard-Sounds. Dabei schafft es der Musiker so angenehm und gekonnt Genregrenzen zu überschreiten wie kaum ein anderer Künstler. Das macht „Afterglow“ melancholischer und vielleicht sogar noch spannender als Asgeirs Erstlingswerk. Dass er mit den neuen Tracks und vor allem der ersten Singleauskopplung „Unbound“ erneut einen wahren Wirbel entfacht hat und weiter fleißig die musikalische Karriereleiter erklimmt, ist damit kein Wunder. In heimeliger Atmosphäre und begleitet von seiner Band spielt Asgeir das komplette Album vor dem begeisterten Publikum von „Berlin Live“.

Freitag, 12.01. / 01.10 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Autor: Philippe Collin, Frédéric BONNAUD
Erstausstrahlung

    (1): Story: Céline Dions Laufbahn
    (2): Skandal!: Renés Staatsbegräbnis
    (3): Starsystem: Weltstar mit kanadischem Akzent
    (4): Ikone: „Titanic“
    (5): Jukebox: Céline, die Schwulenikone
    (6): Rare Perle: Céline mit 15

    (1): Story: Céline Dions Laufbahn
    Eine bombastische Karriere, 39 Studioalben, mehr als 200 Millionen verkaufte Tonträger, zahllose Fans und volle Stadien rund um die Welt: Céline Dion macht einfach alles richtig. Rückblick auf ihre sagenhafte Laufbahn.

   (2): Skandal!: Renés Staatsbegräbnis
    Als der Mann ihres Lebens, René Angélil, seinem Krebsleiden erliegt, organisiert Céline Dion ein Staatsbegräbnis. Doch das hat einen Haken: Die Kosten für Staatsbegräbnisse trägt nämlich der Steuerzahler. Als die Kanadier zwei Monate nach der Beisetzung die Rechnung über 700.000 CAD präsentiert bekommen, ist der Skandal perfekt.

    (3): Starsystem: Weltstar mit kanadischem Akzent
    Céline Dions Karriere ist umso bewundernswerter, als die Diva mit einem gewaltigen Handicap ins Rennen um den Ruhm ging: ihrem kanadischen Akzent. Doch Céline ist nicht der einzige Weltstar aus Québec. Wer berühmt werden oder bleiben will, sollte die Masche mit dem kanadischen Akzent probieren!

   (4): Ikone: „Titanic“
    Vor 20 Jahren eroberte der wohl berühmteste Ozeandampfer der Geschichte die Leinwand und machte Kate Winslet und Leonardo DiCaprio zu Megastars. Den Titelsong zu dem Monumentalschinken schrieb und sang Céline Dion. „My Heart Will Go On“ ist bis heute der weltweit am häufigsten in Radio und TV ausgestrahlte Song.

    (5): Jukebox: Céline, die Schwulenikone
    1993 coverte Céline Dion einen Titel aus der Rockoper „Starmania“, den vor ihr mit Fabienne Thibeault bereits eine andere Sängerin aus Québec interpretiert hatte. Mit dem ziemlich kitschigen „Ziggy“ wurde Céline zur neuen Schwulenikone.

    (6): Rare Perle: Céline mit 15
    Beim Stöbern in den Archiven des TV-Senders TF1 ist das „Abgedreht!“-Team auf eine Perle von 1983 gestoßen: Moderatorin Annik Beauchamps empfängt in ihrer Sendung Céline Dion, 15 Jahre jung und mit Föhnwelle! In Kanada ist sie bereits ein Star, in Frankreich kennt sie noch keiner. Schon damals mit von der Partie: Manager René.

Freitag, 12.01. / 03.40 Uhr / Bilder allein zuhaus
Degas und Evariste de Valernes, Edgar Degas: "Zum Davonlaufen"
Fernsehserie, Frankreich, 2016, ARTE F        3 Min.
Regie: Fabrice Maruca
Online verfügbar von 12/01 bis 07/01
Erstausstrahlung

„Bilder allein zuhaus“ nimmt zehn Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ bis hin zu Norman Rockwells „The Problem We All Live With“ – werden in der 30-teiligen Kurzfilmserie Bilder von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.

Diese Folge von „Bilder allein zuhaus“ lässt die Figuren auf Edgar Degas' Selbstporträt mit Evariste de Valernes lebendig werden. Das Gemälde entstand um 1865 und zeigt Edgar Degas zusammen mit seinem Freund Evariste de Valernes, der augenscheinlich mit einem sehr ausgefallenen Vornamen bedacht wurde …

Zusatzinfo:
Die in der Reihe betrachteten Gemälde sind „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, „American Gothic“ von Grant Wood, „Arlequin et Pierrot“ von André Derain, „Le tricheur à l’as de carreau“ von Georges de La Tour, „Dans la serre“ von Edouard Manet, „Triple portrait du Cardinal de Richelieu“ von Philippe de Champaigne, „Les Amants III“ von René Magritte, „Les raboteurs de parquet“ von Gustave Caillebotte, „The Problem We All Live With“ von Norman Rockwell und „Evariste de Valernes“ von Edgar Degas.
    Beim 19. TV-Film-Festival von La Rochelle 2017 wurde ARTE mit vier Preisen geehrt. „Bilder allein zuhaus“ erhielt den Preis für das beste Kurzprogramm. Die Idee zu der 30-teiligen Serie stammt von Fouzia Kechkech; ihr Regisseur, Fabrice Maruca, hat sich auf ARTE bereits mit der Reihe „Alte Schachteln“ einen Namen gemacht.

Samstag, 13.01. / 23.55 Uhr / Square Artiste  ~ Carte Blanche für Samir Nasr
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        27 Min.
Online verfügbar von 13/01 bis 20/01
Erstausstrahlung

Sonntag, 14.01. / 11.20 Uhr / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!
Die Maxi-Single "Octopus" von Syd Barrett
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Joëlle Oosterlinck
Online verfügbar von 14/01 bis 21/01
Erstausstrahlung

Jedes Jahr werden in Auktionshäusern Tausende Kunstgegenstände und Kunstwerke versteigert. Einige Objekte heben sich durch ihre Machart, ihre Nutzung, ihre früheren Besitzer oder ihre Umwidmung – also durch ihr „Vorleben“ – von den übrigen ab und wecken dadurch das Interesse und zuweilen auch die Gier der Auktionatoren. Mit Unterstützung von Auktionatoren und Experten wurden auffällige, seltene und faszinierende Gegenstände ausgewählt. Ein echter Kunstkrimi, der mit der Versteigerung im Auktionshaus seinen Anfang nimmt und weit in die Geschichte zurückführt. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die gigantische Plattensammlung des Pariser Funkhauses „Maison de la Radio“ und die legendäre Maxi-Single „Octopus“ von Syd Barrett.

Im Pariser Funkhaus „Maison de la Radio“ findet eine ganz besondere Auktion statt. 8.000 Vinylplatten kommen unter den Hammer. Teils ungewöhnliche Tonaufzeichnungen, Pop der 60er Jahre, Originaltonspuren von Filmen, aber auch Weltmusik, die großen Klassiker – und ein Highlight: „Octopus“, eine 45er-Maxi-Single des britischen Musikers Syd Barrett. Sie stammt aus dem Tonträgerarchiv von Radio France, einem magischen Ort mit 4.000 Quadratmetern Fläche. Das Plattenarchiv von Radio France ist eines der größten in Europa; es existiert seit den Anfängen der Maison de la Radio. Dieses Archiv besteht vom ersten Tag an, an dem Charles de Gaulle dieses Rundfunkhaus einweihte. Zunächst scheint die „Octopus“-Single durch nichts dafür prädestiniert zu sein, zum Topstar der Versteigerung zu werden. Wer ist dieser Syd Barrett, der die Gebote in die Höhe treibt? Und was ist das Besondere an dieser Platte? Es gibt sie nur ein einziges Mal. Die Platte wurde mit einem Gerät gekennzeichnet, das man damals Locher nannte. Erkennbar ist das Kürzel „ORTF“ (Office de Radiodiffusion-Télévision Française) und dazu die kuriose Ziffer 4. Die 45er-Single hatte eine sehr niedrige Auflage. Es gibt unterschiedliche Zahlenangaben, aber die meisten liegen unter der üblichen Mindestauflage. Man weiß nur, dass etwa zehn Exemplare dieser Single in Sammlungen bekannt sind.

Sonntag, 14.01. / 16.45 Uhr / Metropolis~ Sarajevo
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Erstausstrahlung

Vergessen am Rande Europas. 25 Jahre nach Beginn der Belagerung Sarajevos offenbaren sich heute in der kriegsgescholtenen Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas die Versäumnisse der EU. Enttäuscht vom unverbindlichen Westen verlagern sich die Hoffnungen der Menschen nun gen Osten, wo Russland und China mit Investitionen locken. „Metropolis“ trifft Künstler und will wissen, in welche Richtung die Waage kippen wird.

Sonntag, 14.01. / 17.35 Uhr / Museum zu verkaufen? Das Detroit Institute of Arts
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Marc de Guerre
Online verfügbar von 14/01 bis 22/01

Detroit, das einstige Herz der Industriellen Revolution und Symbol für den wirtschaftlichen Erfolg Nordamerikas, befindet sich seit Jahrzehnten in einem stetigen Niedergang. 2013 ist die baufällige Geisterstadt schließlich pleite und muss Insolvenz anmelden. Zu diesem Zeitpunkt schuldet Detroit seinen Gläubigern über 18 Milliarden US-Dollar. Wie steht es um das Detroit Institute of Arts, das eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der USA besitzt? Im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Museen, deren Sammlungen aus privaten Schenkungen stammen, sind die Exponate des DIA von der Stadt selbst angekauft worden. Nun droht diesen Meisterwerken der Ausverkauf.

Das Detroit Institute of Arts (DIA) beherbergt eine der sagenhaftesten Kunstsammlungen der USA, darunter Meisterwerke von Vincent van Gogh, Tizian, Jan van Eyck, Pieter Bruegel dem Älteren und Fra Angelico. Die rund 65.000 Exponate wurden zwischen dem frühen 20. Jahrhundert, dem Beginn des Industriezeitalters, und der Blütezeit der gigantischen Detroiter Automobilindustrie zusammengetragen.

Das prächtige Museum gehört zu den wenigen Bauwerken, die noch heute von der einstigen Blüte der Stadt zeugen. Mit dem Niedergang der amerikanischen Autoindustrie war Detroit dem Verfall geweiht. 2013 musste die Stadt Insolvenz anmelden. Die Stadtverwaltung stellte sämtliche Zahlungen ein. Der republikanische Gouverneur des Bundesstaates Michigan setzte den Insolvenzverwalter Kevyn Orr ein, einen Anwalt aus Washington, der mit harter Hand versuchte, die Stadt bestmöglich „auszupressen” und sich dabei vor allem auf die kostbare Sammlung des DIA konzentrierte.

Die Insolvenz hat die Stadt in die größte Krise ihrer Geschichte gestürzt. Das Museum und seine Fürsprecher verteidigen das Museum vehement, doch die Gegenseite hat ein gewichtiges Argument: Die Renten Tausender städtischer Angestellter im Ruhestand sind durch die Pleite der Stadt ebenfalls bedroht. Muss die Stadt ihre Kunstwerke veräußern, um die leeren Rentenkassen zu füllen? Die Dokumentation veranschaulicht anhand dieses denkwürdigen Kampfes die allgemeine Bedeutung von Kunst für die Bürger und die Stadt, in der sie leben.

Sonntag, 14.01. / 18.25 Uhr / Die Mozart-Session
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        44 Min.
Regie: Michael Beyer
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Orchester: Kammerakademie Potsdam
Mit: Andreas Ottensamer (Klarinette), Anna Prohaska (Sopran), Caspar Frantz (Klavier)
Online verfügbar von 14/01 bis 13/02
Erstausstrahlung

Drei Musiker – ein Komponist: Darum geht es beim Treffen dreier renommierter klassischer Musiker im Säälchen in Berlin. Anna Prohaska, Andreas Ottensamer und Caspar Frantz kommen zusammen, um sich in Wort und Musik einen freundschaftlichen Wettstreit um einen Komponisten zu liefern und dem Publikum ihre Sicht auf Mozart zu präsentieren.

Drei Musiker – ein Komponist: Darum geht es beim Treffen dreier renommierter klassischer Musiker im Säälchen in Berlin. Anna Prohaska, Andreas Ottensamer und Caspar Frantz kommen zusammen, um sich in Wort und Musik einen freundschaftlichen Wettstreit um einen Komponisten zu liefern und dem Publikum ihre Sicht auf Mozart zu präsentieren. Dafür interpretieren die drei Freunde Werke, Ausschnitte und Bearbeitungen, die zum Teil eigens für diesen Event arrangiert wurden. Ziel der Musiker ist es, das Publikum für die eigene Perspektive auf den Komponisten zu begeistern. Die drei Freunde machen Musik und diskutieren anschließend über den Komponisten, seine Werke sowie die Zeit, in der er lebte. Begleitet werden sie dabei von der Kammerakademie Potsdam. Produziert wird im Säälchen, einer fast schon „klassisch“ zu nennenden Berliner Location. Hier wird die Distanz zwischen Bühne und Publikum aufgehoben. Musiker und Publikum sitzen und spielen auf der gleichen Ebene und auf engstem Raum. In dieser Atmosphäre spielen die drei Musiker in unterschiedlichen Konstellationen und widmen den Abend Mozarts Musik und Leben. Mit ihrer Musik und in Gesprächen zeigen sie spielerisch, wie zeitlos, schön und relevant Mozart bis heute ist.

Sonntag, 14.01. / 19.30 Uhr / 360° Geo Reportage ~ Friaul, Benvenuti im Musiktal
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE        43 Min.
Regie: Gordian Arneth
Online verfügbar von 14/01 bis 13/02
Erstausstrahlung

Das Resiatal in den julischen Alpen ist die Heimat einer der kleinsten Minderheiten Europas. Bis heute haben die Resianer eine eigene Kultur bewahrt, die sich hauptsächlich in ihren Liedern und Tänzen ausdrückt. Doch der Fortschritt hält auch hier Einzug, Traditionen gehen verloren. Weil im Resiatal nichts verschriftlicht wurde, ist die Kultur massiv bedroht. Inzwischen haben das auch die Einwohner begriffen und den Kampf gegen das Vergessen aufgenommen. „360° - Geo Reportage“ hat das Tal und seine Menschen besucht.

Federico Lonardi ist vor einem Jahr ins Resiatal gekommen. Damit ist er einer der wenigen Neuankömmlinge – normalerweise geht der Trend den umgekehrten Weg: Menschen verlassen die Gegend auf der Suche nach Arbeit und Fortschritt. Damit sinkt auch die Zahl der Einwohner, welche die Sprache sprechen und die speziellen Gesänge und Tänze der Region beherrschen. Was besonders schwer wiegt: Über Jahrhunderte wurde die Kultur des Resiatals ausschließlich mündlich weiter gegeben.

Ein Brauch, der den Einwohnern nun zum Nachteil gereichen könnte. Neuankömmlinge wie Federico sind deshalb gern gesehen. Noch dazu, wenn er sich für die Musik des Tales interessiert und zum erklärten Ziel hat, Geige spielen zu können wie die großen Musiker des Tales. Ein Unterfangen, welches anspruchsvoll ist. Denn die Musikanten konnten etwa tausend Tänze aus dem Kopf spielen, Federico bisher gerade mal fünf.
    Er ist nicht der einzige, die auf seine Art versucht, die Kultur des Tals zu bewahren. Während an den Schulen die Sprache und Musik wieder gelehrt und gelebt werden, versucht der Musikwissenschaftler Roberto Frisano dem Ursprung der Musik auf den Grund zu kommen. Fündig wurde er in Ljubljana, der Hauptstadt der benachbarten Republik Slowenien.
    Nicht alle Resianer sind die mit seiner Entdeckung glücklich – Sprachwissenschaftler vermuten seit einiger Zeit eine Verwandtschaft zwischen dem Resianischen und dem Slowenischen. Was bei vielen Einwohnern Angst vor einer Vereinnahmung durch den slowenischen Staat schürt. So droht dem Tal neben dem Verschwinden der Traditionen ein Kulturkampf. Federico indes hält weiter an seiner Vision der überdauernden Musik fest. Im August findet das Scherenschleiferfest, die bedeutendste Feierlichkeit der Region, statt. Dort will er seine Geigenkünste erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

Zusatzinfo: "360° Geo Reportage" präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Sonntag, 14.01. / 23.15 Uhr / Pure Love - The Voice of Ella Fitzgerald
Dokumentation, Deutschland, 2016, SWR        53 Min.
Regie: Katja Duregger
Online verfügbar von 14/01 bis 13/02

Ella Fitzgeralds Stimme ist ein Phänomen und bis heute unerreicht. Sie hatte ein absolutes Gehör und eine perfekte Intonation. Ihre Stimme umfasste drei Oktaven, sie hatte eine scheinbare Mühelosigkeit in der Phrasierung und es gibt nahezu keinen Musikstil, in dem sie nicht brillieren konnte. Ihre heute legendären „Great American Songbook“-Einspielungen von US-amerikanischen Komponisten haben für Generationen von Sängern entscheidende Maßstäbe gesetzt.

Am 25. April 2017 hätte Ella Fitzgerald ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Karriere dieses Stimmwunders begann sehr früh, mit 17 Jahren, und schon kurze Zeit danach wurde sie zu einer der gefragtesten Swing-Sängerinnen, dann zur Be-Bop-Meisterin und Scat-Königin und Jahrzehnte später zu einer Musiklegende. „First Lady of Song“ oder “First Lady of Jazz” wurde Ella Fitzgerald genannt. Neben zahlreichem Archiv- und Fotomaterial, das Ella auf den Bühnen dieser Welt in verschiedenen Schaffensphasen zeigt, kommen Musiker und Sänger zu Wort, die sich mit Ella Fitzgeralds Stimme besonders beschäftigt haben. Aber auch Musik- und Jazzforscher, Psychologen und Neurologen sollen auf einer ganz anderen Ebene Einblicke in das Wunder ihrer Stimme geben und neue Perspektiven eröffnen. Daneben werden Schriftsteller, Journalisten, Freunde und Fans zitiert, die ihre Erfahrungen mit Ella Fitzgeralds Stimme zu Papier gebracht haben. Auf diese Weise beschäftigt sich die Dokumentation auf einer sehr sinnlichen Ebene mit der Kunst von Ella Fitzgerald, mit dem, wofür sie bis heute verehrt und bewundert wird und was sie zu einer Legende hat werden lassen: ihrer einmaligen Stimme.

Sonntag, 14.01. / 00.10 Uhr / Ella Fitzgerald & Trio - Live auf dem Montreux Jazz Festival 1975
Musik, Schweiz, 1975, ARTE F        47 Min.
Regie: Norman Granz
Online verfügbar von 14/01 bis 13/02
Erstausstrahlung

Ella Fitzgerald war die Stimme des Jazz: Im Alter von 17 Jahren gewinnt sie einen Amateur-Wettbewerb im Apollo Theatre in Harlem. In den 30er Jahren wird sie im Orchester von Chick Webb zur jugendlichen Ikone der Swing-Ära. 1938 komponiert sie gemeinsam mit Chick Webb ihren ersten großen Platten-Erfolg „A-Tisket, A-Tasket“. Nach dessen Tod 1939 übernimmt Ella Fitzgerald für einige Zeit die Leitung seines Orchesters. Sie arbeitet dann während des Krieges mit mehreren Big Bands und Gruppen, bis Norman Granz, der mit seiner Konzertreihe „Jazz at the Philharmonic“ berühmt geworden war, sie endgültig über praktisch alle anderen Jazz-Sängerinnen hinaushebt. Ihr Repertoire scheint fast unendlich: neben allen Spielarten des Jazz singt sie Balladen, Calypso, Pop und ihre Spezialität Scat, bei der sie Musik einfach aus Silben ohne Texte schöpft. Bei diesem Auftritt auf dem Montreux Jazz Festival 1975 hatte Ella Fitzgerald schon eine 40-jährige Jazzkarriere hinter sich und wusste ganz genau, wie man mit dem richtigen Swing das Publikum aus der Reserve lockt. In Begleitung von Pianist Tommy Flanagan, Bassist Keter Betts und Schlagzeuger Bobby Durham begeistert die Sängerin bei diesem Konzert mit einer Mischung aus Jazz-Klassikern, Volksweisen und Balladen in ganz eigener, meisterhafter Interpretation. Auch wenn sie die Noten am Ende der Phrasen mit etwas mehr Vibrato als früher hält, geht ihr Gesang immer noch unter die Haut. Flottere Stücke spickt sie mit ihrem schelmischem Scat und fesselt ihr Publikum mit ihrer unglaublichen Energie – so wie bei dem Klassiker „How High the Moon“, der auch an diesem Konzertabend ewig jugendlich wirkt. Der Auftritt in Montreux gehört unumstritten zu den schönsten aus der Spätzeit der Sängerin. Ella Fitzgerald tourte anschließend noch bis in die 90er Jahre über die Bühnen der Welt, bevor sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Musikbusiness zurückzog. Die Musiktitel des Konzerts im Überblick: - Teach Me Tonight (Sammy Cahn, Gene De Paul) - Wave (Antônio Carlos Jobim) - It's All Right with Me (Cole Porter) - Let's Do It, Let's Fall in Love (Cole Porter) - How High the Moon (Nancy Hamilton, Morgan Lewis) - The Girl from Ipanema (Vinícius de Moraes, A. C. Jobim)

Sonntag, 14.01. / 01.00 Uhr / Janis: Little Girl Blue
Dokumentarfilm, USA, 2015, BR, ARTE F        99 Min.
Regie: Amy J. Berg
Wiederholung vom 05.01.

Dienstag, 16.01. / 05.00 Uhr / ARTE Lounge  Asaf Avidan, Jean-Yves Thibaudet, Salut Salon
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Axel Ludewig
Moderation: Daniel Hope, Alice Tumler
Mit: Asaf Avidan, Jean-Yves Thibaudet, Salut Salon
Online verfügbar von 16/01 bis 15/02

Der Stargeiger Daniel Hope und Alice Tumler laden zur „ARTE Lounge“ mit zahlreichen hochkarätigen Künstlern aus Klassik und Pop. Wie immer stehen musikalische Unterhaltung der Spitzenklasse und die Leidenschaft für alle Spielarten der Musik im Mittelpunkt. Zu Gast in dieser Sendung: der Pianist Jean-Yves Thibaudet, das Quartett Salut Salon und der Folk-Rock-Musiker Asaf Avidan.

(1): Jean-Yves Thibaudet Der 1961 in Lyon geborene Pianist, einer der begehrtesten unserer Zeit, wurde bereits früh am Pariser Konservatorium entdeckt, wo er als Teenager mit dem Premier Prix du Conservatoire ausgezeichnet wurde. Thibaudet arbeitet seitdem mit allen namhaften Orchestern und Dirigenten zusammen und hat bereits mehr als 50 Alben aufgenommen. Sein Repertoire umfasst sowohl bekannte als auch unbekannte Literatur, Filmmusik und Jazz. Thibaudet hat sich auch abseits der traditionellen Konzertbühne sowohl in der Mode- und Filmwelt als auch im karitativen Bereich einen Namen gemacht.

(2): Asaf Avidan Der israelische Singer-Songwriter Asaf Avidan wollte als Kind eigentlich Schlagzeug spielen. Er bekommt aber aus Platzgründen eine E-Gitarre geschenkt. Er entschließt sich allerdings erst nach seinem Filmstudium, sich gänzlich der Musik zu widmen. Im Jahr 2006 veröffentlicht er unter seinem eigenen Label die ersten Stücke und zwei Jahre später zusammen mit der Band The Mojos das Album „The Reckoning“. Im Sommer 2012 erscheint ein Remix seines „Reckoning Song“ mit dem Titel „One Day“ aus der Hand des Berliner DJs Wankelmut. Das Stück erreicht erst in Deutschland, dann auch in einigen Nachbarländern Platz eins der Charts. Avidan begeistert in der „ARTE Lounge“ nicht nur mit seiner markanten Stimme, die zuweilen falsettartig und androgyn erklingt, sondern auch mit seiner Vielseitigkeit in Form einer One-Man-Band.

(3): Salut Salon Der Kern des Kammermusikensembles Salut Salon sind Angelika Bachmann und Iris Siegfried. Bereits im Schulorchester saßen und spielten die beiden Violinistinnen zusammen. Im Laufe der Jahre traten sie schließlich auch regelmäßig im Salon einer befreundeten Pianistin auf. Mittlerweile haben sie ihren Weg auf die großen internationalen Bühnen gefunden. Warner Classics hat sie unter Vertrag genommen und ihre CD „Christmas with Salut Salon“ veröffentlicht. Das Video zu ihrem „Wettstreit zu viert“, den sie auch in der „ARTE Lounge“ zeigen, entwickelte sich schnell zu einem weltweiten Renner mit Millionen Klicks.

Freitag, 19.01. / 00.50 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Erstausstrahlung
Freitag, 19.01. / 01.30 Uhr / Melt! 2016: M83, Disclosure & Tame Impala
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        61 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 19/01 bis 18/02

ARTE zeigt exklusiv Highlights aus den Auftritten der französischen Electronic/Dreampop-Band M83, der australischen Band Tame Impala und dem UK Garage-Duo Disclosure vom diesjährigen Melt!, einem der größten Indie-Festivals Deutschlands. Zahlreiche weitere Konzerte des Festivals sind auf der Internet-Plattform ARTE Concert in voller Länge abrufbar.

Eigentlich sind M83 alte Hasen im Musikgeschäft. Bereits 2001 haben sie ihr Debütalbum veröffentlicht. Der große Durchbruch kam allerdings erst zehn Jahre später mit dem Album „Hurry Up, We're Dreaming” und der Hitsingle „Midnight City”. Die Fans fingen an, für die Elektrogruppe zu schwärmen, mussten danach allerdings fünf Jahre auf neues Material der Franzosen warten. Die Geduld hat sich gelohnt: „Junk” ist ein grandioses Synthie-Rock-Album, bei dem niemand das Tanzbein stillhalten kann.

Bühne frei für Tame Impala! Die australische Band aus Perth beeindruckt mit ihrer unverwechselbaren Musik: Hier wird Psychedelic Rock mit Elektropop gekonnt vermischt. Drei Alben hat die Band seit ihrer Gründung veröffentlicht, für die sich allesamt Bandleader Kevin Parker verantwortlich zeigen darf: Während er sich live von seinen Bandkollegen unterstützen lässt, übernimmt er im Studio fast die komplette Arbeit im Alleingang. Heraus kommen sommerliche Sounds und eingängige Melodien. Eine Show, die man sich beim Melt! 2016 auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Disclosure machen tanzbare Housetracks, die so ziemlich jeden Elektrofan zum Jubeln bringen. Schnelle Drum'n'Bass- oder Dancehall-Beats gehören genauso zu ihrem Sound wie der typische UK Garage-Klang. Nachdem ihr zweites Studioalbum „Caracal” erfolgsmäßig sogar ihr Debüt „Settle” überholte, zeigen sich Disclosure wieder bei einigen Festivals in Europa – ein Gastspiel beim Melt! 2016 gehört natürlich auch dazu.

Zusatzinfo:
Die Sendung ist auch auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Freitag, 19.01. / 02.35 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Erstausstrahlung
(1): Story: Asterix (2): Listomania: Der kleine Nick (3): Starsystem: In einem Asterix-Film mitspielen (4): Story: Lucky Luke (5): Skandal!: Goscinny, der Alt-68er! (6): Rare Perle: Goscinny und seine Frau

(1): Story: AsterixIn den frühen 60er Jahren verfiel das ganze gaullistische Frankreich einer kleinen Horde ebenso tapferer wie hitzköpfiger Gallier. Mit der Veröffentlichung der ersten Asterix-Comics im Jahr 1959 begann ein ungewöhnlich langlebiges soziokulturelles Phänomen. Keine Frage: der französische Comic war den Kinderschuhen entwachsen.

(2): Listomania: Der kleine NickDer kleine Nick ist schon 61. Wer erinnert sich an die beiden Verfilmungen seiner Abenteuer? Warum verkaufte sich die lateinische Übersetzung so gut? Und wie hießen nochmal die seltsamen Vornamen seiner Schulfreunde? Sieben unbekannte Faken über den ABC-Schützen im roten Pulli.

(3): Starsystem: In einem Asterix-Film mitspielen Mit der deutsch-französisch-italienischen Superproduktion „Asterix und Obelix gegen Cäsar“ wollte Claude Zidi 1999 beweisen, dass es das europäische Kino durchaus mit Hollywood aufnehmen kann. Seither sind Asterix-Verfilmungen bei Schauspielern sehr beliebt – auch wenn sie leider nicht immer geglückt sind. Berühmt werden oder bleiben? Mit der Asterix-Methode!

(4): Story: Lucky LukeLucky Luke ist seit 1947 der Star ganzer 79 Comicbände. Jean-Pierre Mercier, Schriftsteller und Lucky-Luke-Spezialist, erzählt aus dem Leben des einsamen Cowboys, der schneller zieht als sein Schatten.(5): Skandal!: Goscinny, der Alt-68er!Die Revolution des Mai '68 erreichte in Frankreich gerade ihren Höhepunkt, als René Goscinny, seit 1963 Herausgeber des Jugendmagazins „Pilote“, von seinen Autoren „vorgeladen“ wird. Sie fordern die Selbstverwaltung des Magazins und wollen Goscinny kurzerhand entmachten. Skandal!(6): Rare Perle: Goscinny und seine Frau Im Juli 1972 besuchte das Drehteam von „Dimanche en trois manches“ den Zeichner René Goscinny und dessen Frau in ihrer Wohnung in Paris und hielt einige Szenen ihrer Ehe für die Nachwelt fest.

Samstag, 20.01. / 02:45 Uhr / Applaus!
Dokumentation, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Datenstrudel

Mit: Charles Ramond, Sébastien Tellier, Carolin Eichhorst, Marco Laufenberg, Michael Bohne, Jan Engelman, Clémentine Margaine, Bernd Schwab, Ulrich Niemsch, Bettina Brandl-Risi, Alexander Kürth, Petra Pau, Jürgen Kuttner, Christian Spuck, Karin Bayer
Online verfügbar von 20/01 bis 20/04

Das „Brot des Künstlers“ ist der Applaus. Politiker werden genauso beklatscht wie Sonnenuntergänge und Leinwände. Auch im Tierreich ist das Klatschen verbreitet. Ist der Applaus ein abgenutztes Ritual oder notwendige Form nonverbaler Kommunikation? Die Dokumentation befragt Künstler, Anthropologen und Medienphilosophen, um das Phänomen Applaus zu ergründen.

Wir applaudieren aus Gewohnheit, aus Respekt und Begeisterung. Seitdem der Mensch auf zwei Beinen läuft, hat er die Hände frei, um zu klatschen. Applaus ist überall. Im Stadion, im Theater, im Parlament. Aber wann und wieso hat das alles angefangen? Und was passiert eigentlich, wenn keiner klatscht? In einem Experiment am Schauspielhaus Hannover fordern die Filmemacher Jörn Hintzer und Jakob Hüfner das Publikum auf, den Schlussapplaus zu verweigern. Erst in diesem bleiernen Schweigen der Hände wird klar, was der Applaus bedeutet und was er mit uns macht.

Die essayistische Dokumentation „Applaus!“ deckt verblüffende Details über die scheinbar selbstverständliche Geste auf. Mit Protagonisten aus Pop und Politik, Sport, Fernsehshow und Oper erlebt der Zuschauer eine sowohl tiefgehende als auch humorvolle Spektralanalyse des Klatschens. Wissenschaftlich, kulturgeschichtlich, philosophisch und mit vielen Anekdoten kreist der Film in Interviews und Experimenten, Beobachtungen und Animationen das Phänomen Applaus ein.

Zu Wort kommen unter anderem der französische Popstar Sébastien Tellier, die Opernsängerin Clémentine Margaine, der Berliner Kult-Performer Jürgen Kuttner, die Politikerin Petra Pau sowie weitere Experten und Darsteller an namhaften Bühnen. „Applaus!“ ist der dritte dokumentarische Essayfilm von Jörn Hintzer und Jakob Hüfner, die sich gemeinsam „Datenstrudel“ nennen. Neben ihrer praktischen Tätigkeit lehren sie das Fach Experimentelle Television an der Bauhaus-Universität Weimar.

Sonntag, 21.01. / 05.05 Uhr / Lernen von Lang Lang (1/2)
Dokumentation, Deutschland, 2014, WDR        26 Min.
Regie: Nicola Graef, Susanne Brand
Online verfügbar von 21/01 bis 28/01

Matthias Hegemann ist anders als viele Jugendliche in seinem Alter. Der 16-Jährige gilt als Wunderkind, obwohl er selbst diesen Begriff nicht besonders mag. Der Junge aus Mülheim an der Ruhr wurde zusammen mit einem weiteren deutschen Jugendlichen für ein Stipendium des chinesischen Starpianisten Lang Lang ausgewählt. So oft es geht, trifft er seinen Lehrer, meist wenn Lang Lang auf Konzerttournee in Deutschland ist.

Seit er fünf Jahre alt ist, bekommt Matthias Klavierunterricht. Dass seine Begabung früh erkannt wurde, hat er seinen Eltern zu verdanken. Beide sind sehr musikalisch, spielen mehrere Instrumente. Der Vater hat das Management des Sohnes übernommen, denn Matthias möchte Pianist werden. Erstmal muss er allerdings sein Abitur machen. Nach der Schule übt er jeden Tag mehrere Stunden am Flügel. Matthias‘ ganze Liebe gilt klassischen Werken von großen Komponisten wie Brahms, Mozart und Chopin. Viel Zeit für Freundschaften und andere Hobbys bleibt dem 16-Jährigen nicht. Neben der Schule absolviert Matthias zusätzlich ein Musikstudium an der Hochschule für Musik und Tanz in Aachen.

Die Dokumentation begleitet Matthias ein Jahr lang auf verschiedenen Stationen seines Werdegangs. In Oxford trifft er bei einem Workshop den 90-jährigen Pianisten Menahem Pressler, der als Jugendlicher vor den Nazis fliehen konnte und in den USA Karriere machte. Solche Begegnungen sind für Matthias wertvolle Bausteine, um noch besser zu werden. Der Höhepunkt allerdings ist ein Auftritt zusammen mit seinem Vorbild Lang Lang vierhändig auf der ganz großen Bühne im Gewandhaus in Leipzig.

Sonntag, 21.01. / 05.30 Uhr / Lernen von Lang Lang (2/2)
siehe 05.05 Uhr

Sonntag, 21.01. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Regensburg
Magazin, Deutschland, 2018, WDR        43 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 21.01. / 17.30 Uhr / Pure Love - The Voice of Ella Fitzgerald
Dokumentation, Deutschland, 2016, SWR        53 Min.
Regie: Katja Duregger
Wiederholung vom 14.01.

Sonntag, 21.01. / 18.25 Uhr / Le Sacre du Printemps von Igor Strawinsky
Andris Nelsons und das Gewandhausorchester zu Leipzig
Musik, Deutschland, 2016, MDR        43 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Andris Nelsons
Komponist: Igor Strawinsky
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Online verfügbar von 21/01 bis 28/01
Erstausstrahlung

Die Uraufführung von Igor Strawinskys "Le sacre du printemps" geriet 1913 in Paris zu einem Skandal, der der neuen Musik ungeahnte Horizonte jenseits spätromantischer Konventionen öffnete. "Das Frühlingsopfer", in dem ein Ritual im heidnischen Russland inszeniert wird und das Igor Strawinsky für die "Ballets Russes" von Sergej Djagilew komponierte, ist mit seinen scharfen Dissonanzen und seinen wuchtig synkopierten Rhythmen eines der Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts. Der Komponist spricht selbst von der "Vision einer großen heidnischen Feier: Alte, angesehene Männer ('Die Weisen') sitzen im Kreis und schauen dem Todestanz eines jungen Mädchens zu, das zufällig ausgewählt wurde und geopfert werden soll, um den Gott des Frühlings günstig zu stimmen," so der Komponist. Andris Nelsons ist der designierte Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses. Seit der Spielzeit 2014/15 ist er Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra und wird es voraussichtlich bis 2022 bleiben. Mit beiden Engagements wird der Dirigent, der 1978 im lettischen Riga geboren wurde und als ausgesprochener Schostakowitsch- und Mahler-Spezialist gilt, zum Wanderer zwischen den Welten, was sich durchaus fruchtbringend auf das Repertoire auswirken könnte.

Sonntag, 21.01. / 23.00 Uhr / Mythos Carmen
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Axel Brüggemann
Autor: Lena Kupatz, Axel Brüggemann
Produktion: Signed Media
Online verfügbar von 21/01 bis 20/02
Erstausstrahlung

„Mythos Carmen“ erzählt Oper auf eine vollkommen neue Art und Weise. Die Dokumentation vereint fiktive Spielszenen und Ausschnitte aus unterschiedlichen Inszenierungen mit Erklärungen von Sängern, darunter Elina Garanca, Roberto Alagna und Plácido Domingo. Regisseur Axel Brüggemann fragt: Wer wäre Carmen in unserer Zeit? Eine Suche nach der Seele der großen Opernfigur.

George Bizets Opernheldin Carmen ist Femme fatale und emanzipierte Frau zugleich – eine Opernheldin, die sterben muss, weil „normale“ Menschen ihre Freiheit nicht ertragen können. Die Dokumentation „Mythos Carmen“ von Axel Brüggemann stellt neue Fragen an eine der bekanntesten Opern der Welt. Herausgekommen ist ein radikal anderer Film, der mit dramatisch-psychologischen Reenactments Carmen in die Gegenwart stellt: in Schmugglerspelunken, auf die Autobahn und in Disco-Toiletten. Gleichzeitig erzählt der Film eine Annäherung berühmter Interpreten an den Mythos Carmen. Für die Mezzosopranistin Elina Garanca ist sie als Frau eine „Reflexionsfläche für notgeile Männer“, für Opernregisseur Calixto Bieito dreht sich alles um Carmens Vorgeschichte: Wurde sie missbraucht? Und ist ihr Freiheitsdrang ebenso aussichtslos wie die Situation eines Bullen beim Stierkampf? Ganz unterschiedlich fallen die Urteile der beiden Startenöre Roberto Alagna und Plácido Domingo aus: Ist Don José nur Carmens Spielzeug oder liebt sie ihn wirklich? „Mythos Carmen“ greift auf die moderne Inszenierung Calixto Bieitos und eine traditionelle Lesart von der Metropolitan Opera in New York zurück, sie schaut hinter die Kulissen und lässt den Solo-Repetitor der Bayerischen Staatsoper, Wolf-Michael Storz, die Zusammenhänge der Musik erklären. Ein Film, der Oper für alle zugänglich macht, ohne ihren Zauber und ihre Größe zu verraten.

Sonntag, 21.01. / 23.45 Uhr / Lucio Silla au Grand Théâtre de la Monnaie
‘Oper, Belgien, Frankreich, 2017, ARTE, RTBF        180 Min.
Regie: Myriam Hoyer
Dirigent: Antonello Manacorda
Kostüme: Rainer Sellmaier
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Inszenierung: Tobias Kratzer
Orchester: Orchestre symphonique de la Monnaie
Mit: Lenneke Ruiten, Ilse Eerens, Anna Bonitatibus, Carlo Allemano
Online verfügbar von 21/01 bis 28/01
Erstausstrahlung

Der römische Herrscher Lucio Silla hat alle Macht an sich gerissen und sämtliche Gegner ausgeschaltet. Um die schöne Guinia zu erobern, lässt er sogar ihren Vater töten und verbannt ihren Geliebten Cecilio, den die junge Frau zunächst für tot hält. Als sie verzweifelt Selbstmord begehen will, wird sie von Cecilio gerettet. Doch hat ihre Liebe eine Chance gegen den Tyrannen? ARTE zeigt Mozarts Opera seria „Lucio Silla“ in einer Inszenierung des Brüsseler Opernhauses La Monnaie/De Munt. Regie führte Tobias Kratzer. Die Hauptrollen bieten der Tenor Jeremy Ovenden und die Sopranistin Lenneke Ruiten dar.

„Lucio Silla“ ist das Meisterwerk eines Genies: Mozart komponierte das Liebes- und Politdrama mit gerade einmal 16 Jahren – vermutlich unter dem Eindruck der eigenen Pubertät. Nach „Mitridate, re di Ponto“ und der Serenata teatrale „Ascanio in Alba“ ist „Lucio Silla“ Mozarts letzte Opera seria. Obwohl sie im Wechsel von Arie und Rezitativ noch den Geist des Barock atmet, gibt die Musik den Duetten und dem Chor deutlich mehr Raum. Auch die Partitur ist federleicht und von vollendeter Grazie.

Mozarts imaginärer Charakter erinnert an Titus aus „La clemenza di Tito“, einen anderen Opernhelden des Komponisten. Silla beweist in dem Moment, als er die Feinde strafen soll, die in seine Gewalt geraten sind, außergewöhnliche Seelengröße – eine unerwartete Wendung. Seine vergebliche Suche nach Liebe in einem Netz von Verschwörungen treibt ihn dazu, der Macht zu entsagen und alle erlittenen Verletzungen zu vergeben.

Für diese Inszenierung am Brüsseler Opernhaus La Monnaie/De Munt hat der deutsche Regisseur Tobias Kratzer ein zeitgenössisches und düsteres Bühnenbild gewählt, das nichts mit dem antiken Rom zu tun hat, um gemeinsam mit Dirigent Antonello Manacorda die Universalität der Beziehungen zwischen den Figuren herauszuarbeiten. Der Tenor Jeremy Ovenden verkörpert den römischen Diktator Lucio Silla, die Rolle der von ihm umworbenen Giunia wird von der talentierten Sopranistin Lenneke Ruiten übernommen, die Stammgast am De Munt ist.

Montag, 22.01 / 21.45 Uhr / Showgirls
Spielfilm, USA, 1995, ARTE F        121 Min.
Regie: Paul Verhoeven
Kamera: Jost Vacano
Schnitt: Mark Goldblatt, Mark Helfrich
Musik: David A. Stewart
Produktion: Chargeurs, Carolco Pictures
Produzent: Alan Marshall, Charles Evans
Drehbuch: Joe Eszterhas

Mit: Elizabeth Berkley (Nomi Malone), Kyle MacLachlan (Zack Carey), Gina Gershon (Cristal Connors), Glenn Plummer (James Smith), Robert Davi (Al Torres), Alan Rachins (Tony Moss), Gina Ravera (Molly Abrams)

Nomi ist jung, schön und will als Tänzerin in Las Vegas Karriere machen. Doch hinter der Fassade scheint eine aggressive, vom Leben enttäuschte Persönlichkeit durch. Man ahnt, dass Nomi im Leben schon viel durchgemacht hat.

In Las Vegas trifft sie schließlich auf Molly, die der verzweifelten Nomi anbietet, bis auf weiteres bei ihr unterzukommen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft. Nomi beginnt als Tänzerin in einem Stripclub. Als sich schließlich die Möglichkeit ergibt, in einer großen Show in Las Vegas zu tanzen, zögert sie nicht lange, auch wenn ihr der Star der Show, Cristal, suspekt ist. Sie muss zwar auch hier ihren Körper verkaufen, kommt ihrem ursprünglichen Traum, Tänzerin zu werden, aber immerhin näher. Auf dem Weg nach oben muss sich Nomi gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen und schreckt schließlich vor nichts mehr zurück.

„Showgirls“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, was es heißt, sich im Dschungel des Showbusiness durchzuschlagen. Da ist einerseits die fehlende Solidarität zwischen den Frauen, die miteinander konkurrieren. Die Beziehungen zu den Männern sind immer hierarchisch geprägt und hinter jedem sich andeutenden Vertrauensverhältnis lauert eine Enttäuschung oder Schlimmeres. Letztlich sind die „Showgirls“ der Willkür der Manager hilflos ausgeliefert. Wie sehr die Figuren auch versuchen, Grenzen zwischen ihrer Tätigkeit als erotischer Tänzerin und sexuellen Dienstleistungen zu ziehen, sie werden von ihrem Umfeld immer wieder in diese Rolle gedrängt. Die Sexszenen an sich entsprechen auch dieser von Männern dominierten Welt und ihren Fantasien.

Zusatzinfo:
„Showgirls“ wurde nach seinem Erscheinen von sämtlichen Kritikern zerrissen. Der Hauptdarstellerin Elizabeth Berkley wurde von ihrem Agenten gekündigt. Der Film wurde 1996 mit sieben Goldenen Himbeeren ausgezeichnet und war für sechs weitere nominiert, womit er bis heute einen Rekord hält. Verhoeven stellte sich der Schmach und nahm seinen Preis persönlich entgegen. Inzwischen haben Trash-Fans den Film für sich entdeckt, wodurch er heute einen gewissen Kultstatus genießt.

Mittwoch, 24.01. / 05.00 Uht / Rain
Ballett, Frankreich, 2014, ARTE F        74 Min.
Regie: Louise Narboni
Dirigent: Georges-Elie Octors
Kostüme: Dries Van Noten
Choreographie: Anne Teresa De Keersmaeker
Komponist: Steve Reich
Künstlerischer Leiter: Anne Van Aerschot
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Jan Versweyveld
Licht: Jan Versweyveld
Musik: Synergy Vocals, Ensemble Ictus

Mit: Ballet de l'Opéra national de Paris, Valentine Colasante, Muriel Zusperreguy, Christelle Granier, Sae Eun Park, Léonore Baulac, Amélie Lamoureux, Laura Bachman, Vincent Chaillet, Nicolas Paul, Daniel Stokes

Online verfügbar von 24/01 bis 01/02

Die belgische Starchoreographin Anne Teresa De Keersmaeker ist bekannt für ihren geradezu analytischen Umgang mit Musik. Ein zentrales Element der Arbeiten von Anne Teresa de Keersmaeker war von Anfang an die Beziehung zwischen Musik und Tanz. Als musikalischer Stoff dienen ihr dabei Kompositionen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Sie griff auf Werke von George Benjamin, Toshio Hosokawa und Thierry De Mey sowie auf Jazz, traditionelle indische Musik und Pop zurück und arbeitete mit verschiedenen Ensembles und Musikern zusammen. Eine besondere Vorliebe hegt sie für die Kompositionen von Steve Reich, die sie in ihren Werken „Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich“ (1982), „Drumming“ (1998) und „Rain“ (2001) verarbeitete.
   
Das Ballett „Rain“ gilt als eines der Hauptwerke der belgischen Choreographin. Es wurde am 10. Januar 2001 am Brüsseler Théâtre Royal de La Monnaie von ihrem Ensemble Rosas uraufgeführt. Das Stück, von dem eine hypnotische Intensität ausgeht, hat zwei Inspirationsquellen: die minimalistische Musik von Steve Reich – „Music for 18 Musicians“ aus dem Jahr 1976 – und Kirsty Gunns Roman „Rain“ (1994).

Formensprache, Rhythmus und Klang sind in „Rain“ von besonders hoher Präzision, denn sie unterliegen einer zweifachen Vorgabe: der Komposition von Steve Reich, der das Ballett in all ihren Variationen folgt, und den streng geometrisch, ja geradezu mathematisch konstruierten Bewegungsabläufen der zehn Tänzerinnen und Tänzer, deren wichtigste Verläufe auf der Bühne markiert sind. So entsteht der faszinierende Eindruck, dass sie Bestandteil des Dekors sind. Jan Versweyvelds Raum ist wie die Musik minimalistisch gehalten. Das Bühnenbild besteht aus einem schlichten grauen Seilvorhang, der ein Halbrund bildet. Die Beleuchtung changiert zwischen gold-gelb, pink und blau und korrespondiert mit den von Dries Van Noten entworfenen Kostümen.

In „Rain“ verschmelzen Tanz und Musik zu einem beglückenden, scheinbar nie stillstehenden Ganzen, bei dem Geometrie und Gefühl, Wandel und Beständigkeit, Einheit und Vielfalt Hand in Hand gehen.
Zusatzinfo:
Das Ballett wurde am 18., 20., 28. und 31. Oktober 2014 in der Pariser Opéra Garnier aufgezeichnet.
Anne Teresa De Keersmaeker, geboren 1960 in Mechelen, gehört zu den bedeutendsten Choreographinnen der Gegenwart. Ihre erste Produktion „Asch“ präsentierte sie 1980 in Brüssel, 1982 folgte „Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich“. Sie gründete 1983 ihre eigene Tanzcompagnie Rosas, die sie mit „Rosas danst Rosas“ vorstellte – einem ihrer bis heute größten Erfolge. Anne Teresa De Keersmaeker gastiert mit ihren Stücken in der ganzen Welt. Einige ihrer Ballette wurden von Thierry De Mey, Peter Greenaway und ihr selbst verfilmt. 2015 wurde die Choreographin auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk geehrt.

Die Sendung ist auch auf ARTE Concert abrufbar: concert.arte.tv

Freitag, 26.01. / 23.10 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

Freitag, 26.01. / 23.55 Uhr / Cody ChesnuTT und Irma live
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        73 Min.
Online verfügbar von 26/01 bis 25/02
Erstausstrahlung

Freitag, 26.01. / 01.10 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Autor: Philippe Collin, Frédéric BONNAUD
Erstausstrahlung

Samstag, 27.01. / 17.30 Uhr / Matéo Maximoff, Romancier
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F        26 Min.
Regie: Jacques Malaterre

Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für sein Volk – die Roma – und ein glühender Förderer ihrer Kultur: der Schriftsteller Matéo Maximoff. Er konnte sich als erster Schriftsteller unter den Roma in Frankreich in der europäischen Literaturszene durchsetzen. Seine Werke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt. Der Roman „Die Ursitory“ war sein erster Roman, der 1946 erschien und auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Später übersetzte er das gesamte Neue Testament ins Kalderasch-Romani. 1917 kommt Matéo Maximoff im Spanien König Alfons‘ XIII. zur Welt, der als vehementer Kriegsgegner sein Land für neutral erklärt hat. Vier Jahre lang ist sein Königreich Zufluchtsort für viele, die vor den Kämpfen in Europa fliehen. Unter den Migranten ist 1915 ein junges Roma-Paar, das am 17. Januar 1917 im sogenannten Zigeunerviertel von Barcelona sein erstes Kind bekommt: Matéo Maximoff. Die Roma gehören je nach Herkunftsland verschiedenen Gemeinschaften an. Matéos Mutter kommt aus einer Familie der französischstämmigen Manouches, während der Vater zu den aus Russland eingewanderten Kalderasch gehört, die überwiegend Kesselbauer sind. In dieser vom Metallhandwerk komfortabel lebenden Familie macht Matéo seine ersten Schritte. Doch nach dem Ersten Weltkrieg werden die gesetzlichen Bestimmungen für Roma schärfer. Von 1920 an werden sie in ganz Europa registriert, überwacht und als Nomaden klassifiziert. Diese neuen Gesetze stigmatisieren sie, behindern ihre Handwerksausübung und schränken ihre Bewegungsfreiheit ein. Während des Zweiten Weltkriegs wird Matéo Maximoff in ein Lager in Lannemezan interniert, da ihm die Flucht vor den Nationalsozialisten nach Spanien nicht gelingt. Er überlebt und beschließt nach dem Krieg zu schreiben, um den Völkermord zu schildern, der während des Krieges an den Roma verübt worden war. Bis zu seinem Lebensende bleibt er Romancier und wird für seine Verdienste im Pariser Kulturministerium mit dem Ordre des Arts et des Lettres bedacht. Dennoch geriet er in Vergessenheit und wird 1999 auf einem kleinen Friedhof in Romainville beigesetzt wie ein Namenloser.

Zusatzinfo:
An historischen Wendepunkten waren häufig Menschen beteiligt, deren eigenes Schicksal dadurch eine bestimmte Richtung nahm, die später jedoch schnell in Vergessenheit gerieten. Das Englische hat für solche Helden, deren Taten nie besungen wurden, den Begriff „Unsung Heroes“. Die Reihe schildert 20 solcher Schicksale und stellt die damit verbundenen Ereignisse in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Mit umfangreichem historischem Archivmaterial, aktuellen Aufnahmen an Originalschauplätzen und zahlreichen O-Tönen vermittelt die Reihe bewegte Momente der Geschichte hautnah.

Sonntag, 28.01. / 16.10 Uhr / Metropolis
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 28.01. / 16.55 Uhr / Ludwig XIV. - König der Künste
Dokumentarfilm, Frankreich, 2015, ARTE F        87 Min.
Regie: Priscilla Pizzato
Online verfügbar von 28/01 bis 05/02

Mehr als 300 Jahre nach dem Tod Ludwigs XIV. (5.9.1638-1.9.1715) hinterfragt „Louis XIV. – König der Künste“ die Beziehung des Sonnenkönigs zu den Künsten und ihren führenden zeitgenössischen Vertretern. Der Dokumentarfilm zeigt, wie Ludwig XIV. sämtliche Kunstgattungen zur Verherrlichung der eigenen Person nutzte, im Gegenzug aber auch seine ganze Macht in den Dienst der Kunst stellte und so die Ästhetik der damaligen Epoche nachhaltig beeinflusste. Ein ebenso persönliches wie politisches Porträt eines Herrschers und Kunstliebhabers

„Man kann durchaus von Propaganda sprechen“, urteilt der Historiker Joël Cornette, wenn er erzählt, wie Colbert damit beauftragt wurde, ein regelrechtes Image-Ministerium ins Leben zu rufen, unter dessen Obhut die besten Maler, Schriftsteller, Bildhauer und Architekten der damaligen Zeit in den königlichen Akademien dem Ruhm des Königs dienten. Der Spiegelsaal im Schloss von Versailles illustriert dies wohl am deutlichsten – einige fremde Herrscher weigerten sich sogar, auch nur einen Fuß in diesen Raum zu setzen.
    Dennoch sind sich die Historiker einig, dass die Beziehung Ludwigs XIV. zu Kunst und Künstlern nicht auf diese zentralistische, utilitaristische und politische Dimension reduziert werden sollte. Der König liebte den Tanz über alles, und ihm ist es zu verdanken, dass in allen Ballettschulen der Welt bis heute auf Französisch unterrichtet wird. Er adelte die Gitarre als klassisches Instrument und regte die Zusammenarbeit von Lully und Molière an, wodurch ein neues Genre geschaffen wurde: die Ballettkomödie, aus der später das Musical entstand. Ob Architektur, Musik oder Tanz, Ludwig XIV. war nicht nur ein Mäzen, PR-Genie oder Kunstliebhaber, sondern auch Akteur und Initiator wichtiger künstlerischer Strömungen seiner Epoche.
 
Betrachtet man den Sonnenkönig aus dem Blickwinkel der Künste, entdeckt man einen ganz anderen Ludwig XIV. – nicht mehr nur den kalten und berechnenden Herrscher. Der Sonnenkönig war ein Mann, der vom künstlerischen Schöpfungsprozess fasziniert war, mit den Künstlern diskutierte, bei den Rekrutierungen für den Chor der königlichen Kapelle selbst die Leitung übernahm und bei der Aufführung von Racines Theaterstück „Esther“ in Saint-Cyr in die Rolle des Platzanweisers schlüpfte.

Zusatzinfo:
Der Dokumentarfilm spielt in Versailles, das selbst ein großartiges künstlerisches Manifest ist und zugleich der Schauplatz absolutistischer Herrschaft und überwältigender künstlerischer Zerstreuungen war. Auch die Schüler der Ballettschule der Opéra de Paris, die vor 300 Jahren von Ludwig XIV. ins Leben gerufen wurde, kommen zu Wort. Außerdem wirft der Film einen Blick hinter die Kulissen einer Aufführung von „Der Bürger als Edelmann“ sowie eines Konzerts von Les Arts Florissants im Schloss von Versailles, dem Barockmusik-Ensemble von William Christie.

Sonntag, 28.01. / 18.25 Uhr / Tim Mead singt Vivaldi in der Sainte-Chapelle
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Don Kent
Dirigent: Thibault Noally
Komponist: Antonio Vivaldi
Orchester: Les Accents
Mit: Tim Mead (Countertenor)
Online verfügbar von 28/01 bis 27/02

Der britische Countertenor Tim Mead gilt als eines der größten Zukunftsversprechen des lyrischen Gesangs. Im Januar 2018 gibt er sein Debüt an der Pariser Oper in einer Interpretation von Georg Friedrich Händels Oratorium „Jephtha“.

In diesem Konzert des Festival de Paris 2017 verzaubert Mead das Publikum mit zwei Werken von Antonio Vivaldi: „Nisi Dominus“ und „Stabat Mater“. Das erste Stück ist eine heitere Kantate, im zweiten bringt Maria all ihren Schmerz ob der Qualen ihres Sohnes zum Ausdruck. Einen idealen Rahmen finden diese beiden häufig zusammen gespielten, höchst spirituellen Kompositionen in der Pariser Sainte-Chapelle, die mit ihren einzigartigen Buntglasfenstern und der in den Himmel strebenden hochgotischen Architektur zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Begleitet wird Tim Mead vom Ensemble Les Accents mit Dirigent Thibault Noally, einem ausgewiesenen Kenner des Barock-Repertoires.

Das Konzert wurde am 29. Juni 2017 für ARTE aufgezeichnet.

Sonntag, 28.01. / 23.30 Uhr / Louise Lecavalier: Kriegerin des Tanzes
Dokumentation, Kanada, 2016, ZDF        53 Min.
Regie: Raymond St-Jean
Online verfügbar von 28/01 bis 27/02
Erstausstrahlung

Porträt über Louise Lecavalier, die es als Teil des Tanzensembles „La La La Human Steps“ vor über 30 Jahren zu Weltruhm brachte und als Vorreiterin des modernen Tanzes gilt. Die Kanadierin gehört heute zu den international anerkanntesten Choreographinnen und zeitgenössischen Tänzerinnen.

Vor drei Jahrzehnten schlug in der Montréaler Tanzszene ein Wesen von einem anderen Stern ein – explosiv, rätselhaft, androgyn. Louise Lecavalier war das wichtigste Mosaik in den detailgenauen Hochgeschwindigkeits-Choreographien von Edouard Lock und seiner Truppe „La La La Human Steps“. Geradezu über Nacht wurde Lecavalier ein weltweiter Superstar und die Ikone des neuen weiblichen Tanzes der 80er und 90er Jahre. Auch David Bowie war begeistert von ihr und nahm sie mit auf Welttournee.

Louise Lecavalier arbeitet seit Jahren als selbständige Choreographin und außerdem noch immer als Tänzerin – und das mit Ende 50. Und sie denkt noch lange nicht ans Aufhören. Sie hat in den letzten Jahren ein präzises Instrument aus ihrem Körper gemacht und widmet ihr Leben der Vervollkommnung ihrer Bewegungskunst und künstlerischen Kreativität. Sie zeigt, dass – egal in welcher Situation wir uns befinden oder wo unsere Grenzen liegen – es immer möglich ist, sich zu überwinden und zu verbessern. Sie ist die Kriegerin des Tanzes.

Die Dokumentation zeichnet ein intimes Porträt der Ausnahmekünstlerin Louise Lecavalier und verbindet ihren früheren Erfolg mit ihrer Weiterentwicklung und heutigen Arbeit als international erfolgreiche Choreographin und Tänzerin.

Sonntag, 28.01. / 00.25 Uhr / Barock-Nacht mit William Christie
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        82 Min.
Regie: Louise Narboni
Dirigent: William Christie
Chor: Les Arts Florissants
Choreographie: Nicolas Paul
Orchester: Les Arts Florissants
Moderation: Denis Podalydès

Mit: Elodie Fonnard (Sopran), Emilie Renard (Mezzosopran), Reinoud Van Mechelen (Altstimme), Victor Sicard (Bariton)
Online verfügbar von 28/01 bis 05/02

2015 jährte sich der Todestag von Ludwig XIV. zum 300. Mal. Ihm zu Ehren lädt das Orchester Les Arts Florissants unter der musikalischen Leitung von William Christie zu einem Wandelkonzert ins Schloss von Versailles ein. Das renommierte Ensemble für Alte Musik bringt an verschiedenen Orten der prunkvollen Palastanlage herausragende Werke der französischen Barockmusik zum Erklingen: Arien im Opernhaus, Sakralmusik in der Schlosskapelle und Hofmusik in der Spiegelgalerie. Durch den Abend führt der bekannte französische Schauspieler Denis Podalydès.

William Christie und sein renommiertes Ensemble Les Arts Florissants bieten bei einem Wandelkonzert im Schloss von Versailles eine Auswahl der schönsten Werke der französischen Barockmusik. Einen Abend lang erlebt die Palastanlage wieder den prunkvollen Glanz und die Festlichkeiten aus der Zeit des Sonnenkönigs.
Kompositionen von Lully, Charpentier, Delalande, Couperin, Desmarest und Visée finden zurück an die historischen Orte, wo sie einst für Ludwig XIV. uraufgeführt wurden. Der absolutistische Herrscher war Musikliebhaber und ein großer Förderer der Kunst, die für ihn auch politische Zwecke erfüllte. Im Opernhaus erklingt „Atys“ von Lully, die Schlosskapelle ist der Aufführungsort für „Te Deum“ und in der Spiegelgalerie werden höfische Tänze dargeboten. Nicolas Paul, Choreograph und Tänzer an der Pariser Oper, hat sie eigens für diesen Raum kreiert. In dem prunkvollen Rahmen kommen die wunderschönen Stimmen der Solisten Elodie Fonnard, Emilie Renard, Reinoud Van Mechelen und Victor Sicard besonders zur Geltung – ein Ausnahmekonzert, das die Zeit Ludwigs des XIV. auf ganz besondere Weise wieder aufleben lässt. Die Barock-Nacht wurde am 25. und 26. Juni 2015 mit aufwendiger Technik für ARTE aufgezeichnet.

Dienstag, 30.01. / 05.05. Uhr / MC Fitti - Das Hauskonzert
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 30/01 bis 01/03

Hauskonzert – MC Fitti konfettisiert die Pfalz! Bei einem bimedialen Experiment des Senders ARTE hatten die kreativsten Fans des deutschen Rappers per Online-Bewerbung die Chance auf ein exklusives Hauskonzert inklusive ausschweifender Konfetti-Orgie. #Staubsaugerkollaps!

Wie immer schickt ARTE die „Hauskonzert“-Bands dorthin, wo es am meisten wehtut – zu ihren Fans nach Hause. Nach den denkwürdigen Auftritten von Panda-Rapper Cro in einer kleinen Gärtnerei in Schwaben und den Indie-Helden Maxïmo Park in einer Studenten-WG musste dieses Mal der Berliner Rapper MC Fitti beweisen, dass er mit Überraschungen, WG-Wahnsinn und jeder Menge ungenierter Fragen umgehen kann.
Vollbart-Brillen-Basecap-Träger MC Fitti katapultierte sich mit seinem Miami-Vice-Verschnitt-Hit „30° Grad“ und gehöriger Verbreitung via Internet schlagartig in die Wahrnehmung der Hashtag-Generation. Irgendwo zwischen Kunst und Kunstfigur, getreu seinem Lebensmotto: Kleben und kleben lassen!
Vier Wochen lang bewarben sich seine treuesten Fans per Videobotschaft bei ARTE Creative, um ein exklusives Hauskonzert ihres Helden zu gewinnen – samt Chaos, Konfetti und durchknallenden Sicherungen. Am Ende setzte sich mit über tausend Stimmen eine höchst wirr-kreative Elf-Personen-WG aus Landau-Nußdorf in der Pfalz durch. Und für den 23-jährigen Studenten Mattis, Fitti-Fan der ersten Stunde, ging ein großer Traum in Erfüllung.
Und dann? Papierschnipsel schnippeln, Haftpflichtversicherung abschließen und vorsorglich die Türen aushängen. Denn wenn MC Fitti samt Crew bei seinen Fans aufläuft, bleibt keine Ritze vom Konfetti-Gestöber verschont! #Staubsaugerkollaps!

Donnerstag, 01.12. / 23.10 Uhr / Die Musik meines Lebens ~ Alive Inside
Dokumentarfilm, USA, 2014, ZDF        73 Min.
Regie: Michael Rossato-Bennett
Autor: Michael Rossato-Bennett
Online verfügbar von 01/02 bis 18/03
Erstausstrahlung

„Die Musik meines Lebens - Alive Inside“ ist ein zutiefst berührender Dokumentarfilm über die heilende Kraft der Musik. Filmemacher Rossato-Bennett begleitet über mehrere Jahre die Arbeit von Dan Cohen, Gründer des Programms „Music & Memory“, das mit Hilfe von personalisierter Musik Menschen mit Alzheimer für kurze Momente aus ihrer Isolation holt.

Henry ist 94, dement und erkennt die eigene Tochter nicht mehr. Doch wenn er die Musik seiner Jugend hört, beginnt er zu erzählen. Die Schmerzen der bipolaren Denise scheinen verschwunden, wenn sie tanzt. Und die an Alzheimer erkrankte Marylou, die nicht mehr weiß, was ein Löffel ist, kann das Leben wieder genießen, wenn sie ihre Lieblingsmusik hört.

Der Dokumentarfilm „Die Musik meines Lebens“ erzählt von der heilenden Kraft der Musik. Filmemacher Michael Rossato-Bennett begleitet über einen Zeitraum von über drei Jahren den Gründer der Initiative „Music & Memory“ Dan Cohen bei seinem Kampf für ein Altern in Würde. Cohen besucht alte und demenzkranke Menschen in Pflegeheimen und zu Hause. Seine Idee ist so einfach wie genial: Mit Hilfe von Angehörigen oder Pflegern wird für den Kranken eine personalisierte Musikliste zusammengestellt, die dabei hilft, dass sich Menschen wie Henry, die eigentlich keinen Kontakt mehr zu ihrer Außenwelt haben, wieder an ihr altes Selbst und an die Zeit vor ihrer Krankheit erinnern können.

Der Film dokumentiert zutiefst anrührende Momente, die belegen, wie tief die heilende Wirkung der Musik reicht. Der Filmemacher begleitet zahlreiche Familien, Pflegekräfte und Sozialarbeiter und ordnet mit Hilfe von Experten, dem Neurologen Oliver Sacks und dem Musiker Bobby McFerrin das Gezeigte in einen wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Kontext ein. „Die Musik meines Lebens“ ist eine ebenso emotionale wie heitere Reise ins Innere der Musik, deren Kraft die Menschen berührt – selbst wenn ihre Persönlichkeit von Krankheit überdeckt zu sein scheint.

Freitag, 02.02. / 05.00 Uhr / Splash! 2016: The Roots & Beginner
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        61 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Produzent: Gemeinsame Sache
Mit: The Roots, Beginner
Online verfügbar von 02/02 bis 04/03

ARTE zeigt exklusiv die Highlights der Konzerte von Beginner und The Roots vom Splash! 2016, dem größten deutschen Hip-Hop-Festival.

The Roots: Drums, Percussions, eine Gitarre, ein Bass, ein Keyboard, ein Sousaphon und ein Rapper. Klingt abgefahren? Ist es auch! The Roots sind definitiv eines der Highlights auf dem Splash! Festival 2016. In 25 Jahren schaffte es die Gruppe um Rapper Black Thought und Drummer Questlove vom Geheimtipp in Philly und New York City zum Millionenpublikum im amerikanischen Fernsehen. Ihr allabendlicher Auftritt in Jimmy Fallons „Tonight Show” hält die „beste Hip-Hop-Band der Welt” jedoch nicht davon ab, weiter fleißig Alben zu produzieren und mit der Crème de la Crème der Musikszene zusammenzuarbeiten.

Ob John Legend, Eminem oder Madonna, so manch ein Künstler durfte sich schon glücklich schätzen, mit den Kings des Organic Hip Hop auf der Bühne zu stehen: Beginner. Vier Jahre ließ uns das Hamburger Trio warten, bis sie nun endlich wieder gemeinsam als Beginner auf die Splash!-Bühne zurückkehren.

Eißfeldt, Denyo und DJ Mad sind wieder da und liefern ganz großes Kino. Eine ganze Weile waren die Hamburger solo unterwegs, doch im Frühjahr gab es dann die Überraschung: Eine neue Tour und nach 13 Jahren endlich wieder ein neues Album. Neben ihren Megahits wie „Hammerhart” oder „Liebeslied” wird das Publikum beim Splash! noch die ein oder andere Kostprobe zu hören bekommen.

Freitag, 02.02. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 02.02. / 23.25 Uhr / Foo Fighters in Concert ~ Lollapalooza Berlin 2017
Musik, Deutschland, 2017, RBB        58 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Online verfügbar von 02/02 bis 04/03
Erstausstrahlung

Im September 2017 spielten die Foo Fighters beim Lollapalooza Berlin zum Abschluss des Festivalsommers ein rasantes Konzert. ARTE zeigt exklusiv die Höhepunkte des umjubelten Auftritts vor 85.000 Besuchern der Rennbahn Hoppegarten. Seit Bandgründung im Jahr 1994 treffen sie stets den Nerv ihrer Fans: Die Band um den früheren Nirvana-Drummer und heutigen Frontmann Dave Grohl gibt gerne Vollgas und oszilliert zwischen entschlossenem Hardrock und knackigen Rockballaden. Für gute Stimmung ist gesorgt: Mit alten und neuen Songs wie „I'll Stick Around“, „Big Me“, „Learn To Fly“, „Walk“ oder „Run“ elektrisieren die Heißblüter aus Seattle ihr Publikum. Dass sie mittlerweile zum globalen Inventar des Hardrock gehören, müssen sie niemandem mehr beweisen. Der Erfolg ihrer neun Studioalben spricht eine deutliche Sprache: Fast immer spielen sie Gold oder Platin ein und verweilen mehrere Wochen auf Platz eins der Charts. Für ihr Publikum geben sie alles und stürmen nie ohne die nötige Energie den Olymp der bebenden Rockmusik. Das von Perry Farrell gegründete Lollapalooza-Festival gibt es in den USA bereits seit 1991. Nach dem großen Erfolg der Vorjahre fand das Festival 2017 zum dritten Mal in Europa statt – auf der Berliner Pferderennbahn Hoppegarten.

Freitag, 02.02. / 00.25 Uhr / Abgedreht! Jacques Dutronc
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 02/02 bis 04/03

(1): Story: Der Sänger Dutronc
(2): Skandal: „L’Opportuniste“
(3): Listomania: Acht Dinge, die niemand über Dutronc weiß
(4): Story: Der Schauspieler Dutronc
(5): Starsystem: Die Dutronc-Methode
(6): Rare Perle: Dutronc bei Denise Glaser

(1): Story: Der Sänger Dutronc„Et moi, et moi, et moi“ – mit diesem Hit wurde der dynamische Autodidakt schlagartig berühmt: Jacques Dutronc. Als Jugendlicher lernte er während einer schweren Krankheit zur Ablenkung Gitarre. So begann seine musikalische Karriere. Ein Rückblick, unter anderem mit Dutroncs langjährigem Freund Jean-Marie Périer.

(2): Skandal: „L’Opportuniste“Einige Monate nach den Ereignissen vom Mai 1968 wandte sich Dutronc – der auf seine lässig-charmante Art alles und jeden verspottete – gegen jene Politiker, die die Bewegung skandalöserweise für sich instrumentalisieren wollten. Mit seinem Lied „L'Opportuniste“ schrieb sich Dutronc seine Sympathie für die Linke auf die Fahnen.

(3): Listomania: Acht Dinge, die niemand über Dutronc weißEs ist kein Geheimnis, dass Jacques Dutronc ein Katzenliebhaber ist und dass er drei Mal den französischen Orden der Künste und der Literatur ablehnte. Weniger bekannt ist, dass der Schauspieler ein Angebot des großen Steven Spielberg ausschlug. Hier sind acht unbekannte Fakten über Jacques Dutronc.

(4): Story: Der Schauspieler DutroncDer Schauspieler Dutronc drehte in über 40 Jahren 40 Filme. Es spielte häufig geheimnisvolle Figuren. Der Journalist Alain Kruger und Dutroncs Filmbruder aus „Van Gogh“, Bernard Le Coq, berichten.

(5): Starsystem: Die Dutronc-MethodeMit seinem leichten Akzent, seinen witzigen Liedern und seinem verschmitzten Blick gehört Jacques Dutronc zu den Stars des französischen Chansons. Zwar wirkt der Sänger stets so, als schüttele er alles aus dem Ärmel, doch sein Erfolg ist nicht ohne Grund so dauerhaft. Berühmt werden oder bleiben – mit der Dutronc-Methode.

(6): Rare Perle: Dutronc bei Denise Glaser1972 zeigte sich Jacques Dutronc in der Sendung „Discorama“ mit einem schicken Schnurrbart. Im Interview mit Denise Glaser beichtet der Chansonnier Erstaunliches

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