Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Samstag, 24.02. / 17.35 Uhr / Vergissmeinnicht ~ Sylvin Rubinstein, Tänzer des Lebens
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Lorenz Findeisen
Online verfügbar von 24/02 bis 03/03

Das 20. Jahrhundert ist reich an Ereignissen, die Europa nachhaltig prägten. Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Jede Folge schildert eines dieser besonderen Schicksale und setzt es in den jeweiligen historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang.

Die Flamencotänzerin Sylvin Rubinstein war in Wirklichkeit keine Frau. Unter ihrem Kostüm und ihrer Perücke verbarg sich ein Mann. In den 30er Jahren tanzten er und seine Schwester als Flamenco-Paar Dolores & Imperio auf den größten Bühnen Europas. Sie waren Juden und wurden von den Nazis für immer getrennt. Sylvin und Maria waren Zwillinge. Am 10. Juni 1914 kamen sie in Moskau als uneheliche Kinder des Fürsten Pjetr Dodorow und der jüdischen Tänzerin Rachel Rubinstein zur Welt. Der Erste Weltkrieg begann zu toben, und 1917 brach das Zarenreich unter der Revolution zusammen. Zum Schutz schickte der Fürst seine Familie über die Grenze nach Galizien. Sie waren zehn, als ihre Mutter mit ihnen nach Riga zog und sie in die Ballettschule von Frau Litwinowa schickte, einer ehemaligen Primaballerina der Oper des russischen Zaren. Mit 16 Jahren verließen sie Riga und bekamen sofort ein Engagement im „Adria“, dem großen Varietétheater von Warschau. Während die Zwillinge auf der Erfolgswelle schwammen, ergriffen die Nazis die Macht. Im Holocaust verlor Rubinstein nahezu seine gesamte jüdische Familie: Schwester, Mutter und seine Ehefrau, die er wegen ihrer zwei unehelichen Kinder auf Bitten seiner Mutter geheiratet hatte. Sylvin schloss sich dem Widerstand an und entkam dem Warschauer Ghetto. Im Hamburg der Nachkriegszeit baute sich Rubinstein als Travestietänzer ein neues Leben auf.

Zusatzinfo: An historischen Wendepunkten waren häufig Menschen beteiligt, deren eigenes Schicksal dadurch eine bestimmte Richtung nahm, die später jedoch schnell in Vergessenheit gerieten. Das Englische hat für solche Helden, deren Taten nie besungen wurden, den Begriff „Unsung Heroes“. Die Reihe schildert 20 solcher Schicksale und stellt die damit verbundenen Ereignisse in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Mit umfangreichem historischem Archivmaterial, aktuellen Aufnahmen an Originalschauplätzen und zahlreichen O-Tönen vermittelt die Reihe bewegte Momente der Geschichte hautnah.

Samstag, 24.02. / 00.15 Uhr / Square für Künstler
Magazin, Frankreich, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 25.02. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Babelsberg
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 25.02. / 17.30 Uhr / Basquiat - Popstar der Kunstwelt
Dokumentation, Großbritannien, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: David Shulman
Erstausstrahlung

Jean-Michel Basquiat, der mit Warhol befreundet war und Madonna datete, war der Star in der Kunstszene der frühen 1980er Jahre in New York. Er lebte schnell, starb jung und schuf Tausende von Zeichnungen und Malereien, die heute für bis zu 50 Millionen US-Dollar pro Werk verkauft werden.    In nicht mal einem Jahrzehnt stieg der Sohn eines Buchhalters aus Brooklyn vom unbekannten Graffitikünstler zu einem bahnbrechenden Kunststar auf. Nach seinem Tod wurde er zu einem der wichtigsten Künstler seiner Generation und zählt heute zu den einflussreichsten amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts.

Jean-Michel Basquiat war die Personifikation der ultra-hippen Subkultur der Post-Punk-Ära Manhattans. Er hing mit Warhol ab, ging mit Madonna aus und veröffentlichte bahnbrechende Kunstwerke. Basquiat mischte die New Yorker Kunstwelt mit Arbeiten auf, die das Leben der Straße in die Hochkunst brachte. Rau, provokativ, schön, kindlich, spontan und voller Anspielungen: Seine Malereien und Zeichnungen – eine Kombination aus gekritzelten Formen und durchgestrichenen Wörtern – erschienen chaotisch, waren aber äußerst zweckorientiert.    Kunst war sein Mittel, seine Erlebnisse als schwarzer Mann in einer weißen Welt zu verarbeiten. Das Porträt zeigt seine ambivalente Freundschaft mit Andy Warhol, taucht unter die Oberfläche und geht einigen Mythen auf den Grund. War Basquiat das gepeinigte, selbstverletzende Genie, ähnlich wie Vincent van Gogh? Oder war sein Schicksal ähnlicher dem eines Stars, der sich in einem Strudel aus Ruhm und Drogen verliert? Oder war er einfach das Opfer habgieriger Dealer, der Wall-Street-Gier und des Kunstmarkt-Hypes?

Sonntag, 25.02. / 18.20 Uhr / Andris Nelsons dirigiert Antonin Dvorák
Musik, Deutschland, 2017, MDR        44 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Andris Nelsons
Komponist: Antonin Dvorak
Orchester: Gewandhausorchester Leipzig
Mit: Kristine Opolais (Sopran)
Online verfügbar von 25/02 bis 04/03
Erstausstrahlung


Andris Nelsons und die Sopranistin Kristine Opolais
© Gert Mothes

2018 wird Andris Nelsons – nach Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy – als jüngster Gewandhauskapellmeister in sein Amt eingeführt. Bereits im Mai 2017 stellte er mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Kristine Opolais ein Programm vor, das fast ausschließlich Werke von Antonin Dvorak enthielt.

Andris Nelsons ist kein Unbekannter in Leipzig. Seit 2011 dirigierte er das Gewandhausorchester in acht Konzerten. 2018 wird er schließlich – nach Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy – als jüngster Gewandhauskapellmeister in sein Amt eingeführt. Bereits im Mai 2017 stellte er ein Programm vor, das fast ausschließlich Werke von Antonin Dvorak enthielt.    Der junge Dvorak hielt sich mühsam als Bratscher in Prager Tanzkapellen und Theaterorchestern über Wasser. Hautnah erlebte Dvorak den Opernkomponisten und Kapellmeister Smetana, der eine zentrale Figur im Prager Musikleben der 1860er und 70er-Jahre war, und spielte unter seinem Dirigat beispielsweise die Uraufführung der Oper „Dalibor“ (1868). Unter diesen Eindrücken begann Dvorak Volksliedsammlungen zu studieren. Darauf gründend entwickelte er seine eigene musikalische Sprache, die wesentlich zum Erfolg der tschechischen Nationalmusik beitrug.    Im Programm folgen der Konzertouvertüre „Otello” Ausschnitte aus Dvoraks Oper „Rusalka” und eine der „Zigeunermelodien“ sowie eine Arie aus Smetanas „Dalibor“. Den Vokalpart übernimmt Nelsons‘ Ehefrau Kristine Opolais. Sie gilt als ausgewiesene Expertin im slawischen Opernrepertoire, seit sie 2010 bei Martin Kusejs Münchner „Rusalka“-Inszenierung für die erkrankte Anna Netrebko einsprang und von da an als ultimative Sängerdarstellerin für die Partie der „Rusalka“ erkannt wurde. Mit diesem Konzert gibt sie ihr Leipziger Debüt.

Sonntag, 25.02. / 23.35 Uhr / Patrice Chéreau inszeniert Elektra ~ Aix-en-Provence
Oper, Frankreich, 2013, ARTE F        111 Min.
Regie: Stéphane Metge
Dirigent: Esa-Pekka Salonen
Kostüme: Caroline de Vivaise
Chor: Coro Gulbenkian
Komponist: Richard Strauss
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Richard Peduzzi
Libretto: Hugo von Hofmannsthal
Licht: Dominique Bruguière
Inszenierung: Patrice Chéreau
Orchester: Orchestre de Paris

Mit: Evelyn Herlitzius (Elektra), Waltraud Meier (Klytämnestra), Adrianne Pieczonka (Chrysothemis), Mikhail Petrenko (Orest), Tom Randle (Aegisth)

Online verfügbar von 25/02 bis 05/03


Elektra (Evelyn Herlitzius, li.) und Klytämnestra (Waltraud Meier)
© Pascal Victor/ArtComArt

Mit „Elektra“, dem Höhepunkt des Opernfestivals von Aix-en-Provence im Sommer 2013, ehrt ARTE heute Abend gleich zwei große Künstler: den am 7. Oktober 2013 verstorbenen französischen Regisseur Patrice Chéreau und den deutschen Komponisten Richard Strauss, dessen Geburtstag sich 2014 zum 150. Mal jährte. In der eindrucksvollen Inszenierung, die Chéreaus letztes künstlerisches Vermächtnis sein sollte, sind Evelyn Herlitzius als Elektra, Waltraud Meier als ihre Mutter Klytämnestra und Mikhail Petrenko als ihr Bruder Orest zu erleben. Esa-Pekka Salonen dirigiert das Orchestre de Paris.

Im Juli 2013 boten Patrice Chéreau und Esa-Pekka Salonen dem Publikum des Grand Théâtre d’Aix-en-Provence eine atemberaubende Interpretation der „Elektra“. Chéreaus Inszenierung darf als eine der besten Versionen der Oper des Komponisten Richard Strauss (1864-1949) angesehen werden. Das Orchestre de Paris glänzte unter der virtuosen Leitung des finnischen Stardirigenten Esa-Pekka Salonen. Ein Meisterwerk, zu dessen Gelingen auch das sagenhafte Bühnenbild von Richard Peduzzi sowie die erstklassigen Solisten beitrugen: Evelyn Herlitzius als Elektra, Waltraud Meier als ihre Mutter Klytämnestra und Mikhail Petrenko als ihr Bruder Orest.    Zur Handlung: „Agamemnon!“ – der Name des verstorbenen Königs von Mykene entweicht dem Munde seiner Tochter wie eine brennende Wehklage. Seit ihre Mutter den Vater ermordet hat, ruft sie immer wieder seinen Namen, als könne sie nur so den Schmerz ertragen. Sie lebt nur noch für ein Ziel: Rache. Elektra sehnt die Rückkehr ihres Bruders Orest herbei, denn nur er kann ihr bei diesem Vergeltungsschlag helfen, den das Schicksal fordert, die Natur aber verbietet …    Die Einsamkeit des Individuums und die ureigene Gewalt des Menschen standen im Mittelpunkt von Patrice Chéreaus Theaterarbeit. Es überrascht deshalb nicht, dass er sich für den Rachefeldzug der Elektra begeisterte – einer Frau, deren rasendes Wutgeheul in jener Oper zum Gesang erhoben wird.

Zusatzinfo: Das Opernfestival von Aix-en-Provence bot 2013 ein hochkarätiges Programm, von dem „Elektra“ ein unumstrittener Höhepunkt war. Patrice Chéreau starb nur drei Monate nach der Premiere; die Inszenierung sollte das letzte Werk des Regisseurs sein.    Eine Produktion des Festival d’Aix-en-Provence in Zusammenarbeit mit dem Teatro alla Scala Mailand, der Metropolitan Opera New York, der Finnischen Nationaloper Helsinki, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona und der Deutschen Staatsoper Berlin Unter den Linden.

Montag, 26.02. / 05.00 Uhr / Stars von morgen mit Rolando Villazón ~ Kristina Mkhitaryan, Hwayoon Lee, Andreas Ottensamer, German Hornsound
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        43 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Patrick Lange
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Rolando Villazón, Kristina Mkhitaryan (Sopran), Hwayoon Lee (Bratsche), Andreas Ottensamer (Klarinette), German Hornsound

Online verfügbar von 26/02 bis 28/03

Rolando Villazón präsentiert auf ARTE seine „Stars von morgen“. Der mexikanische Tenor und Publikumsliebling begrüßt in der Berliner Kulturbrauerei junge Künstler, die auf dem Sprung zu einer internationalen Karriere in der Klassikwelt sind. Begleitet werden sie bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Patrick Lange.

Rolando Villazón begrüßt bei den „Stars von morgen“ in der Berliner Kulturbrauerei junge Klassikkünstler, die am Beginn einer vielversprechenden Karriere stehen. Zu Gast in dieser Folge sind die Sopranistin Kristina Mkhitaryan, die Bratschistin Hwayoon Lee, der Klarinettist Andreas Ottensamer und das Ensemble German Hornsound. Als Preisträgerin des renommierten Wettbewerbs „Neue Stimmen“ 2013 hat Kristina Mkhitaryan in der Opernwelt auf sich aufmerksam gemacht. Bei den „Stars von morgen“ singt die russische Sopranistin vom Moskauer Bolschoi-Theater eine Arie aus Vincenzo Bellinis Oper „La Sonnambula“.    Mit 25 Jahren hat Andreas Ottensamer schon außergewöhnlich viel erreicht: Er ist Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker und gibt als Solist weltweit Konzerte. Bei Rolando Villazón beweist er, dass er nicht nur ein fantastischer Musiker, sondern auch ein virtuoser Fußballspieler ist.    Sie ist eine der jüngsten Künstlerinnen, die bei den „Stars von morgen“ aufgetreten sind: Hwayoon Lee. Die koreanische Bratschistin ist Stipendiatin der Anne-Sophie Mutter Stiftung und hat mit erst 18 Jahren schon viele bedeutende Wettbewerbe gewonnen. In der Kulturbrauerei spielt sie Musik des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann.     Dass bekannte „Klassiker“ auch ganz anders klingen können, zeigen mit fantasievollen und virtuosen Arrangements die vier sympathischen Musiker des Bläser-Ensembles German Hornsound.     Das Orchester bei den „Stars von morgen“ ist einmal mehr die Junge Sinfonie Berlin unter der Leitung von Patrick Lange.

Freitag, 02.03. / 05.00 Uhr / Introducing: Kiesza in Concert
Musik, Deutschland, 2014, RBB        59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 02/03 bis 09/03

Die Singer-Songwriterin Kiesza zählt zu den Shootingstars des Jahres 2014. Ihre Debütsingle „Hideaway“ schaffte es bis auf Platz eins der britischen Charts und war weltweiter Sommerhit. Auch das dazugehörige Video ist jeden Blick wert – ohne einen einzigen Schnitt tanzt die junge Kanadierin durch die Straßen Brooklyns und übernahm die Regie des Videos auch gleich selbst. Als Songwriterin hat Kiesza bereits mit Rihanna, Kylie Minogue und Icona Pop zusammengearbeitet. Nun startet sie ihre eigene Karriere – mit Songs, die stark an die 90er Jahre erinnern.    Eigentlich wollte Kiesza Ballerina werden, doch die Ausbildung zur Tänzerin musste sie nach einer Knieverletzung abbrechen. Stattdessen ging sie zur kanadischen Marine, wo man sie nach einiger Zeit sogar als Scharfschützin gewinnen wollte. Aber Kiesza entschied sich für die Musik und für ein Studium am renommierten Berklee College of Music in Boston. Mit Erfolg, wie sie in Berlin beweist. ARTE zeigt das erste Deutschlandkonzert von Kiesza, aufgezeichnet im Bi Nuu in Berlin-Kreuzberg.

Freitag, 02.03. / 22.00 Uhr / Marianne Faithfull ~ Der raue Glanz der Seele
Schwerpunkt: Women's Voices
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F        62 Min.
Regie: Sandrine Bonnaire
Online verfügbar von 02/03 bis 09/03
Erstausstrahlung

Marianne Faithfull war schon als 17-Jährige ein Star und avancierte in den 60er Jahren zur Ikone des Swinging London und zur Muse der Rolling Stones. Auf die ausschweifenden Jahre folgte ein tiefer Fall – doch die Künstlerin bewahrte sich stets ihre Eleganz und eine unverbrüchliche Freiheitsliebe. Die Sängerin mit der rauchigen Stimme schwebte mehrmals in Lebensgefahr, überwand das Chaos aber immer wieder mit unglaublich schöpferischer Energie. Sandrine Bonnaire, die schon den französischen Sänger Jacques Higelin einfühlsam porträtierte, zeichnet den Lebensweg der Rock-'n'-Roll-Ikone nach. Natürlich mit den Rolling Stones, Damon Albarn, Brian Eno, Jean-Luc Godard, Alain Delon und vielen mehr!

Marianne Faithfull ist eine jener seltenen Künstlerinnen, die mit Fug und Recht als Ikone oder Legende bezeichnet werden dürfen. Kaum hatte die Tochter aus gutem Hause die katholische Schule beendet, an die ihre Eltern sie nach ihrer Scheidung geschickt hatten, wurde sie 1964 vom Manager der Rolling Stones entdeckt. Der von Mick Jagger und Keith Richards geschriebene Song "As Tears Go By" machte Marianne Faithfull mit kaum 17 Jahren zum Rock-'n'-Roll-Star und zur Ikone des Swinging London. Als Jaggers Freundin teilte sie das Bandleben mit seinen Ausschweifungen, Skandalen und Drogenexzessen.    Einige Jahre später kehrte sie der Musik vorübergehend den Rücken und widmete sich ihrer ersten Leidenschaft, der Schauspielerei. Ihr skandalumwittertes Image verhalf ihr zu erfolgreichen Filmauftritten bei Jean-Luc Godard und an der Seite von Alain Delon, doch die Drogensucht trieb sie an den Abgrund. Nach ihrer Trennung von Mick Jagger im Jahr 1970 war sie so gut wie obdachlos; zwischen 1972 und 1979 folgten auf Perioden der Erholung mit kurzzeitigen Erfolgen erneute Einbrüche und Drogenexzesse. Schließlich rettete sie ihre Liebe zur Musik. Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Werk von Kurt Weill brachte ihr endlich künstlerische Anerkennung.    Die Schauspielerin und Filmemacherin Sandrine Bonnaire schildert in einem sehr persönlichen Porträt den Werdegang Marianne Faithfulls, eines Mädchens aus gutem Hause, das sich mutig völlig neuen künstlerischen Ausdrucksformen öffnete und ein freies, unkonventionelles Leben führte. Dank ihrer Intelligenz und ihrem Interesse an Literatur und Kunst gelang es ihr, sich von den damals gängigen frauenfeindlichen Modellen freizumachen, die sie nur allzu gern auf die Rolle des Sexsymbols reduziert hätten.

Zusatzinfo: Sandrine Bonnaire ging es in ihrem Porträt vor allem darum, die Frau hinter der Ikone einzufangen und zu zeigen, wie diese freiheitsliebende Künstlerin mit rauer Anmut, Zartgefühl und einem unverwüstlichen Sinn für Humor allen Widrigkeiten trotzte. In der Dokumentation wird deutlich, dass jede Etappe, jede Prüfung im Leben von Marianne Faithfull letztlich Stationen auf dem Weg zu ihrer Wiedergeburt waren, bis hin zu der vollendeten Künstlerin und Frau, die sie heute ist.

Freitag, 02.03. / 23.05 Uhr / Marianne Faithfull - Live in Hollywood 2005
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, USA, 2005, ARTE F        110 Min.
Regie: Mark Lucas
Online verfügbar von 02/03 bis 10/03
Erstausstrahlung

Auf diesem Konzert in Hollywood aus dem Frühjahr 2005 präsentierte Marianne Faithfull nicht nur die besten Stücke ihres kurz zuvor erschienenen Albums „Before the Poison“, sondern auch ihre größten Hits wie „The Ballad of Lucy Jordan“ oder „As Tears Go By“ sowie Rock-Klassiker wie „Sister Morphine“ und „Broken English“.

Marianne Faithfull gehört zu den größten Ikonen der 60er Jahre. Fans der ersten Stunde hielten der Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme und den so leidenschaftlichen wie poetischen Texten die Treue, und im Laufe der Jahre wuchs ihre Anhängerschaft immer weiter an. Auf diesem Hauskonzert in Hollywood wird zwei Stunden lang eine 40-jährige Ausnahmekarriere gefeiert. Marianne Faithfull gibt die beliebtesten Stücke ihres 2005 erschienenen Albums „Before The Poison“, aber auch Hits wie „The Ballad of Lucy Jordan“, „Guilt“, „As Tears Go By“, „Broken English“ und viele weitere zum Besten.

Freitag, 02.03. / 00.55 Uhr / Abgedreht! Meryl Streep
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 02/03 bis 01/04
Erstausstrahlung

(1): Story: Meryl Streep im Porträt   
(2): Wochenliste: 10 unbekannte Fakten über Meryl Streep   
(3): Skandal!: Streep / Trump   
(4): Ikone: Der Teufel trägt Prada   
(5): Star-System: Wie geht man damit um, wenn man mit Preisen überhäuft wird?   
(6): Rare Perle: Meryl Streep bei Parkinson

(1): Story: Meryl Streep im Porträt    Ihre Filmkarriere begann in den 70er Jahren. 40 Jahre später gehört Meryl Streep immer noch zu den gefragtesten Schauspielerinnen weltweit. Wie wurde sie zur Filmikone? Antworten mit Ariane Allard und Ava Cahen.   

(2): Wochenliste: Zehn unbekannte Fakten über Meryl Streep    Dass keine Schauspielerin so oft für einen Golden Globe nominiert wurde wie Meryl Streep, ist bekannt. Auch dass sie Feministin ist und im Connecticut lebt. Aber dass sie an dem Abend, als ihr der erste Oscar verliehen wurde, den Goldjungen auf der Damentoilette vergessen hat? "Abgedreht!" deckt auf!   

(3): Skandal!: Streep / Trump    Am 8. Januar 2017 kommt Meryl Streep bei der Verleihung der Golden Globes auf die Bühne, um den Preis für ihr Lebenswerk in Empfang zu nehmen. Sie nutzt die Gelegenheit für einen Seitenhieb gegen Trump. Im Wahlkampf hatte sich der Präsidentschaftskandidat über einen behinderten Journalisten der New York Times lustig gemacht. Skandal!   

(4): Ikone: Der Teufel trägt Prada    2003 kommt „Der Teufel trägt Prada" heraus. Der Roman erzählt vom Martyrium einer jungen Assistentin, die von der tyrannischen Chefredakteurin einer einflussreichen Modezeitschrift („Runway“) schikaniert wird. Drei Jahre später bringt David Frankel das Buch von Lauren Weisberger auf die Leinwand. Die Teufelin spielt Meryl Streep. Rückblick mit Marie Colmant.   

(5): Star-System: Wie geht man damit um, wenn man mit Preisen überhäuft wird?    20 Mal wurde sie für den Oscar nominiert, drei Mal hat sie ihn gewonnen. Hinzu kommen ein César, eine Auszeichnung als beste Schauspielerin in Cannes und acht Golden Globes. Bei Preisverleihungen gilt Meryl Streep als Abräumerin. Doch irgendwann schaden die zahlreichen Ehrungen vielleicht dem Ruf. Berühmt werden oder bleiben mit der Auszeichnungs-Overkill-Methode.   

(6): Rare Perle: Meryl Streep bei Parkinson    Am 14. Oktober 1981 ist die Amerikanerin Meryl Streep zu Gast bei BBC-Moderator Michael Parkinson. Im Interview plaudert Streep über "Die Geliebte des französischen Leutnants", ein britisches Filmdrama von Regisseur Karel Reisz nach einem Drehbuch von Harold Pinter. Meryl Streep ist 32 und zeigt ihre typische unaufdringliche Zurückhaltung.

Freitag, 02.03. / 01.35 Uhr / Berlin Live: Petula Clark
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        60 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 02/03 bis 01/04

Sängerin, Schauspielerin und Komponistin: Petula Clark ist nicht nur Allroundtalent, sondern eine lebende Legende. Mit knapp 160 Liedern erreichte sie die Top 40 der britischen Singlecharts. Darüber hinaus hat sie in 30 Spielfilmen mitgewirkt und eine riesige Anzahl von Fans rund um den Globus. Es war also bloß eine Frage der Zeit, bis diese Ikone des Pop auf die „Berlin Live”-Bühne geholt wird – ein besonders sehenswerter Auftritt.

30 Spielfilme, knapp 160 Lieder in den Top 40 der britischen Singlecharts, mehr als 68 Millionen verkaufte Platten und eine einzigartige Stimme – Petula Clark hat einiges vorzuweisen. Seit bereits fast acht Jahrzehnten begeistert sie Fans rund um den Globus, und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Grande Dame des britischen Schlagers begeistert aber nicht nur mit ihrer gefühlvollen Stimme, sondern auch als Komponistin eigener Songs. Darüber hinaus hat sie in ihrer Laufbahn mit Dean Martin, Tom Jones und Andy Williams zusammengearbeitet, außerdem gehörten Größen wie John Lennon und Serge Gainsbourg zu ihren Bewunderern. Kein Wunder also, dass sie bis heute zu den größten Stars der Insel gehört.    Was sie live vor Publikum noch zu bieten hat, beweist sie auf der „Berlin Live“-Bühne: Hits wie „Downtown”, aber auch Neues vom aktuellen Album dürfen dabei nicht fehlen. Ein besonders sehens- und hörenswerter Auftritt der Pop-Ikone.

Samstag, 03.03. / 05.25 Uhr / Retromania! - Sehnsucht nach gestern
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Matthieu Jaubert, Sophie Peyrard
Online verfügbar von 03/03 bis 11/03

Schallplatten, Tellerröcke, „Der große Gatsby“ und Electroswing zeigen: Mode und Artefakte aus vergangener Zeit sind beliebter denn je. Doch was macht Retro so beliebt? Ist es die Einfallslosigkeit der heutigen Generationen, die das Zurückgreifen auf die Vergangenheit erfordert? Ist es ein Nostalgiegefühl, das uns dazu bewegt, die Mode einer früheren Epoche aufleben zu lassen? Oder ist Retro ein Lebensgefühl? Diesen Fragen geht „Retromania!“ auf den Grund und wird dabei vom Autor des gleichnamigen Romans Simon Reynolds und Persönlichkeiten der Retro-Szene wie Dita von Teese begleitet.

Ob beim „Großen Gatsby“ auf den Kinoleinwänden, „Mad Men“ im Fernsehen, Parov Stelar im Radio oder auf den Laufstegen der Welt: Retro ist überall, Retro ist Popkultur. Schon seit Beginn der Nullerjahre scheint die Zeit verrückt zu spielen – überall in unserer Gegenwart stoßen wir auf Anleihen aus der Vergangenheit. Der Vintage-Hype lässt nicht nur die Schallplatte ihr Comeback feiern, für immer mehr junge Menschen ist Retro viel mehr als das. Retro ist Einstellungssache oder gar eine Lebensweise.    So zum Beispiel für Dandy Wellington aus New York und Lady Flo aus Antwerpen. Für die beiden sind die Allüren der wilden Zwanziger ein Muss. Doch nicht nur das: Auch die Manieren der damaligen Epoche sind für sie zum Teil Vorbild in Sachen Höflichkeit, Etikette und Eleganz.    In „Retromania!“ kommen neben Dandy Wellington und Lady Flo erstmals Persönlichkeiten wie Dita von Teese aus Los Angeles, Gustav Temple aus London, Alice Francis aus Köln oder Massimiliano Mocchia di Coggiola aus Paris zusammen, um über ihre Leidenschaft zum Retro zu sprechen und darüber, was es in unserer schnelllebigen Zeit bedeutet, im Zeichen der Vergangenheit zu leben. Was ist überhaupt Retro-Kultur? An welchen Merkmalen erkennt man sie? Welche Werte vermittelt sie? Und was sagt sie über unsere heutige Gesellschaft aus?    In der Dokumentation kommen neben bekannten Vertretern der Retro-Szene auch „Retromania!“-Autor Simon Reynolds, Journalist und Autor Kurt Anderson sowie „Mad Men“-Autorin Nathalie Azoulai zu Wort. Sie versuchen, eine soziologische Erklärung für das Retro-Phänomen zu finden, das so häufig eine bessere Lebensweise in der Gegenwart zu versprechen scheint.

Samstag, 03.03. / 17.30 Uhr / Vergissmeinnicht ~ Théo Sarapo, Chansonsänger
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Jacques Malaterre
Online verfügbar von 03/03 bis 10/03

Das 20. Jahrhundert ist reich an Ereignissen, die Europa nachhaltig prägten. Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Jede Folge schildert eines dieser besonderen Schicksale und setzt es in den jeweiligen historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang.

Théo Sarapo wurde als Märchenprinz der Königin des Chansons bekannt; Edith Piaf gab ihm auch den Namen Sarapo, der aus dem Griechischen für „Ich liebe Dich“ abgeleitet ist. Eigentlich hieß der Sohn griechisch-orthodoxer Eltern Theophánis Lamboukas. 1936 wurde er in Paris geboren. Er begann schon früh zu singen und bestritt mit 18 Jahren seinen ersten Gesangswettbewerb. Doch seinem Vater zuliebe wurde Théo Friseur. Der junge Mann träumte weiterhin von den USA, Chansons und einer Bühnenkarriere, als er nach Algerien in den Krieg ziehen musste. Traumatisiert kehrte er nach seinem Kriegseinsatz nach Paris zurück, wo er in einer Kellerbar den Freund kennenlernte, der ihn im Jahr 1962 Edith Piaf vorstellte. Zunächst wurde Théo offiziell der Sekretär der 20 Jahre älteren Ikone des französischen Chansons, die ihm auch Gesangsunterricht gab. Doch bald wurden sie ein Paar, trotz des großen Altersunterschieds. Die Liebe gab der ausgebrannten Edith Piaf neue Energie. Sie heirateten und Théo wurde an ihrer Seite berühmt. Mit Liebe, Hingabe und Aufopferung kümmerte sich Théo um die kranke Edith Piaf. Ihr Tod machte ihn untröstlich und ließ ihn verschuldet und ohne erfolgreiche Gesangskarriere zurück. Auch nach seinem eigenen Tod wurde Théo vom Mythos seiner Frau, neben der er begraben ist, überschattet. Am Ende geriet er wieder in Vergessenheit.

Zusatzinfo: An historischen Wendepunkten waren häufig Menschen beteiligt, deren eigenes Schicksal dadurch eine bestimmte Richtung nahm, die später jedoch schnell in Vergessenheit gerieten. Das Englische hat für solche Helden, deren Taten nie besungen wurden, den Begriff „Unsung Heroes“. Die Reihe schildert 20 solcher Schicksale und stellt die damit verbundenen Ereignisse in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Mit umfangreichem historischem Archivmaterial, aktuellen Aufnahmen an Originalschauplätzen und zahlreichen O-Tönen vermittelt die Reihe bewegte Momente der Geschichte hautnah. Mehr im Internet unter: http://sites.arte.tv/vergissmeinnicht/de

Sonntag, 04.03. / 16.40 Uhr / Metropolis: Barcelona
Magazin, Deutschland, 2018, HR        43 Min.
Online verfügbar von 04/03 bis 02/06
Erstausstrahlung

(1.): Metropolenreport: Barcelona im Aufruhr
(2.): Der Saxofonist Émile Parisien

(1.): Metropolenreport: Barcelona im AufruhrEine Stadt vor der Zerreißprobe: Wie die Unabhängigkeits-Bestrebungen die katalanische Mittelmeer-Metropole spalten.Barcelona ist eine der schönsten Städte Europas und Zentrum der Künste. Doch der Streit um die Unabhängigkeit spaltet die Millionenmetropole am Mittelmeer.   Wie wirken sich die dramatischen Konfrontationen auf die Kulturszene aus? Wie positionieren sich die Künstler? „Metropolis“ porträtiert die Kultur-Metropole Barcelona in einem historisch entscheidenden Moment.

(2.): Der Saxofonist Émile ParisienWie einer der aufregendsten Jazz-Musiker Europas mit seiner Musik Geschichten erzählt.Der 35-jährige Émile Parisien gilt bereits als einer der Großen in der europäischen Jazz-Szene. 2017 wurde er mit dem Echo Jazz geehrt, das französische „Jazz Magazine“ kürte ihn zum Künstler des Jahres 2017. Im März 2018 erscheint das neue Album „Wartburg“, das er gemeinsam mit dem Michael Wollny Trio eingespielt hat. „Metropolis“ trifft Émile Parisien bei einem Konzert in Paris.

Sonntag, 04.03. / 17.25 Uhr / Elmyr de Hory ~ Der Jahrhundertfälscher
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        54 Min.
Regie: Dimitri Pailhe
Online verfügbar von 04/03 bis 12/03

Er war der Meisterfälscher des 20. Jahrhunderts: der ungarische Maler Elmyr de Hory, geboren 1906 in Budapest. Wie viele Werke von Picasso, Matisse und Modigliani noch von de Hory in Museen und Privatsammlungen hängen, wird man wohl nie erfahren. Nach bewegten Jahren auf der Flucht vor der Justiz saß er zuletzt, von Interpol gesucht, auf Ibiza fest. Die Dokumentation folgt neben der Lebensgeschichte von de Hory auch den Wegen der beiden Kunstbetrüger Fernand Legros und Réal Lessard. Das Trio brachte nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt mehr als tausend gefälschte Gemälde auf den Kunstmarkt.

Im Stil einer spannenden Ermittlung zeichnet die Dokumentation die Lebenswege dreier schillernder Figuren nach: Die des ungarischen Malers und Kunstfälschers Elmyr de Hory, des Franzosen Fernand Legros, ebenfalls berühmter Kunstbetrüger, und des Kanadiers Réal Lessard, ebenfalls Kunstfälscher und Liebhaber von Legros. Legros war eine Figur wie aus einem Roman: Millionär im Alter von 25 Jahren und homosexueller Dandy, der Luxuslimousinen, Pelzmäntel, Zigarren, rauschende Feste und einen lockeren Lebensstil liebte. Er ging ein Verhältnis mit Legros ein, doch auch Elmyr de Hory dürfte sich in ihn verliebt haben.Das Trio, das eine komplizierte Dreiecksbeziehung führte, mischte nach dem Zweiten Weltkrieg den internationalen Kunstmarkt auf, indem sie ihn mit mehr als tausend gefälschten Gemälden überschwemmten. Picasso, Derain, Matisse, Chagall – alle großen Maler des 20. Jahrhunderts wurden von den Kunstfälschern kopiert. Sammler, renommierte Auktionshäuser und Museen weltweit ließen sich von den perfekt imitierten Meisterwerken hinters Licht führen. Sogar die Künstler selbst fielen darauf herein: Wie Kees van Dongen, der Authentizitätszertifikate für Gemälde unterzeichnete, bei denen kein einziger Pinselstrich von ihm selbst stammte - was wiederum für das Talent des Imitators spricht.Die besondere Begabung von Elmyr de Hory, der in München und Paris Kunst studiert hatte, bestand darin, dass er Gemälde nicht einfach fälschte, sondern Bilder „in der Manier von“ malen konnte. Er besaß die geniale Gabe, sich in andere Maler einzufühlen, bis er genauso malte wie sie. Er glaubte, alle seine Fälschungen wären eigene Schöpfungen und er hätte die Originale durchaus verbessert.Stets auf der Flucht vor der Justiz führt die Fährte des Fälscher-Trios von Rio de Janeiro nach New York und von Los Angeles über Paris nach Ibiza. Die Dokumentation ist eine abenteuerliche Verfolgungsjagd auf der Spur der faszinierendsten Kunstbetrüger aller Zeiten.

Sonntag, 04.03. / 18.25 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (1/4)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Giedre Slekyte
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón

Mit: Thomas Leleu (Tuba), Aris Quartett, Kian Soltani (Cello), Fatma Said (Sopran)

Online verfügbar von 04/03 bis 03/04
Erstausstrahlung


Startenor Rolando Villazón präsentiert die Stars von morgen
© Thomas Ernst

In der ersten von vier neuen Folgen "Stars von morgen" lädt Rolando Villazón wieder junge internationale Künstler nach Berlin ein. Begleitet werden die Sopranistin Fatma Said, der Cellist Kian Soltani, der Tubaspieler Thomas Leleu und das Aris Quartett bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin, die zum Auftakt von Giedre Slekyte dirigiert wird.


Im ehemaligen Stummfilmkino "„Delphi"“ in Berlin präsentiert
Startenor Rolando Villazón die Stars von morgen -– begleitet von der Jungen Sinfonie Berlin

© Thomas Ernst

In der ersten von vier neuen Folgen "Stars von morgen" lädt Rolando Villazón wieder junge internationale Künstler nach Berlin ein. Im ehemaligen Stummfilmkino Delphi begrüßt er die Sopranistin Fatma Said, den Cellisten Kian Soltani, den Tubisten Thomas Leleu und das Aris Quartett.    

Fatma Said wuchs in Kairo auf, wo sie mit 14 Jahren ihren ersten Gesangsunterricht erhielt. Nach dem Studium in Berlin wurde sie 2013 Mitglied im Opernstudio der Scala in Mailand. Mittlerweile singt sie mit großem Erfolg auf vielen internationalen Bühnen.    


Der Cellist Kian Soltani wird bereits als einer der aufregendsten Musiker seiner Generation gefeiert;
Giedre Slekyte dirigiert die Junge Sinfonie Berlin.

© Thomas Ernst

Er spielt ein Stradivari-Cello und ist seit 2014 Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung – beste Voraussetzungen für eine internationale Karriere. Und Kian Soltani ist auf dem besten Weg dazu, denn nach Konzerten unter anderem in London, Salzburg und Berlin, bei denen auch Daniel Barenboim sein Partner war, wird er als einer der aufregendsten Musiker seiner Generation gefeiert.    


Die französische Presse feiert ihn als „"Paganini der Tuba"“: Thomas Leleu

© Thomas Ernst

Über die Online-Plattform bei ARTE Concert hat sich Thomas Leleu für die "Stars von morgen" beworben und mit seinem virtuosen Spiel auf der Tuba das Berliner Publikum begeistert. Die französische Presse hat ihn schon als „Paganini der Tuba“ bezeichnet.    

Sie haben gleich fünf Preise beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD gewonnen: die Musiker vom Aris Quartett. 2009 in Frankfurt am Main gegründet, tritt das Streichquartett inzwischen weltweit in den großen Konzerthäusern und bei renommierten Festivals auf.

Zusatzinfo: In vier neuen Folgen der Reihe "Stars von morgen" präsentiert Rolando Villazón wieder junge Musiker, die am Beginn einer außergewöhnlichen Karriere stehen. Schauplatz der Sendung ist das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Berlin. Begleitet werden die Künstler bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin.

Sonntag, 04.03. / 23.50 Uhr / Die Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla
Schwerpunkt: Weltfrauentag - Der Kampf geht weiter
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Daniela Schmidt-Langels
Autor: Daniela Schmidt-Langels
Online verfügbar von 04/03 bis 03/04
Erstausstrahlung

Sie gilt als eine der ungewöhnlichsten Dirigentinnen unserer Zeit: Mirga Grazinyte-Tyla. 2016 wurde die damals 29-jährige Litauerin als erste Frau zur Chefdirigentin des renommierten City of Birmingham Symphony Orchestra gewählt. Ihr Umgang mit Musik und Musikern steht für einen Kulturwandel in der klassischen Musik. ARTE begleitet die außergewöhnliche junge Frau zu verschiedenen Stationen ihrer ersten eineinhalb Jahre beim CBSO.

„Die Dirigentin - Mirga Grazinyte-Tyla“ führt auf eine Entdeckungsreise in die Welt der vielleicht ungewöhnlichsten Dirigentin unserer Zeit. Im Jahr 2016 wird die damals erst 29-jährige Litauerin Mirga Grazinyte-Tyla Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO). Als Nachfolgerin von Sir Simon Rattle und Andris Nelsons ist sie die erste Frau an der Spitze des renommierten Orchesters.    Mirga Grazinyte-Tyla ist eine Ausnahmeerscheinung und widerspricht gänzlich dem traditionellen Bild eines „Maestro“. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie, war ihre Welt immer voller Musik. Von klein auf war sie mit ihren Eltern auf Konzertreisen unterwegs. Trotz rascher internationaler Erfolge als klassische Musikerin passt sie in keine Tradition und Konvention. Sie versteht sich als gleichberechtigten Teil des Orchesters, nicht nur dadurch entwickelt sie Berufsbild und Position des Dirigenten vollkommen neu.    Daniela Schmidt-Langels versucht, dem Erfolgsgeheimnis des jungen Talents auf die Spur zu kommen und begleitet in ihrem Porträt die Künstlerin eineinhalb Jahre lang. Die Kamera begleitet sie bei ihrem Antrittskonzert mit dem CBSO in Birmingham, mit dem Star-Geiger Gidon Kremer in der Berliner Philharmonie oder in ihrer Heimat Litauen beim Unterricht des Dirigenten-Nachwuchses. Beobachtet man sie bei den Proben, wie sie zuhört, Ideen und Anregungen setzt, scheint es, als sei sie mit jeder Faser ihres Körpers Teil der Musik. Ihre forschende wie fordernde Konzentration wirkt offensichtlich ansteckend und versetzt Orchester und Publikum in höchste Erwartung. Mirga Grazinyte-Tyla selbst sieht sich auf einer Reise: Angetrieben von ihren Träumen, sucht sie stets das Neue, das Ungewöhnliche und vermag mit ihrer Begeisterungsfähigkeit alle mitzureißen.

Sonntag, 04.03. / 00.40 Uhr / Oberon, König der Elfen
Oper, Frankreich, 2017, ZDF        178 Min.
Regie: Andy Sommer
Kostüme: Denise Heschl
Komponist: Carl Maria Von Weber
Mit: Ivor Bolton, Nikolaus Habjan
Online verfügbar von 04/03 bis 03/04
Erstausstrahlung


Theatermacher Nikolaus Habjan inszenierte Carl Maria von Webers romantische Oper „"Oberon"“ mit gigantischen Puppen
© Wilfried Hösl

Die Münchner Opernfestspiele bringen Carl Maria von Webers romantische Oper "Oberon, König der Elfen" in einer poetischen Neuinszenierung auf die Bühne des Prinzregententheaters. Dabei steht Regisseur Nikolaus Habjan für sein Münchener Debüt eine hochrangige Sängergarde zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem Annette Dasch und Julian Prégardien.

Carl Maria von Webers romantische Oper "Oberon, König der Elfen" stellt eine ebenso unterhaltsame wie höchst dramatische Geschichte auf die Bühne: Der Feenkönig Oberon und seine Königin Titania streiten darüber, ob nun der Mann oder die Frau unbeständiger sei. Oberon will Titania erst wieder lieben, wenn sich ein Menschenpaar gefunden hat, das trotz aller irdischen Gefahren einander Treue beweist. Puck, der Elf, findet auch gleich ein (europäisch-arabisches!) Menschenpaar, das den Liebestest bestehen soll – und in der Folge die wildesten Abenteuer durchleben muss. Natürlich stehen die Liebenden auch in größter Gefahr zueinander, und Elfen wie auch Menschen können ein glückliches Ende feiern.     Der österreichische Regisseur Nikolaus Habjan war schon als Kind fasziniert vom berühmten Salzburger Marionettentheater. Bei seinem Münchener Regiedebüt setzt er das Puppenspiel als poetisch-romantisches Element seiner Inszenierung ein. Als Carl Maria von Weber "Oberon" schrieb, litt er an Tuberkulose und ahnte, dass er bald sterben müsste. Um seine Familie finanziell abzusichern, nahm er den Auftrag des damaligen Direktors von Covent Garden, eine Oper für London zu schreiben, trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustandes an. An einen Freund schrieb Weber: "Lieber Freund, ich erwerbe in England ein gut Stück Geld, das bin ich meiner Familie schuldig, aber ich weiß sehr gut – ich gehe nach London, um da zu sterben." Ungefähr zwei Monate nachdem er die Uraufführung seiner "Feenoper" am 12. April 1826 im Royal Opera House Covent Garden dirigiert hatte, starb Carl Maria von Weber in London.

Freitag, 09.03 / 21:40 Uhr / Betty Davis ~ The Queen of Funk
Schwerpunkt: Women's Voices
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Phil Cox
Online verfügbar von 09/03 bis 16/03
Erstausstrahlung

Die legendäre Funk-Diva Betty Davis war ihrer Zeit voraus und hat das Frauenbild ihrer Zeit komplett umgekrempelt. Mit ihren provokanten Auftritten, die sie bisweilen im Negligé bestritt, und ihrer gesanglichen Radikalität sprengte sie alle Grenzen. Das Multitalent war sowohl Model als auch Singer-Songwriterin. Sie verkehrte mit den größten Stars des Musikgeschäfts, damals noch einer anerkannten Männerdomäne. Sie heiratete Miles Davis, freundete sich mit Jimi Hendrix und Sly Stone an, schrieb Songs für die Chambers Brothers und die Commodores, die Band von Lionel Richie. In den 70er Jahren begeisterte sie das Publikum mit ihrem sinnlichen Stil und ihrem wilden Hard-Funk-Blues. Davis gilt bis heute als Inspirationsquelle für unzählige Künstler, von Prince über Erykah Badu und Peaches bis hin zu Alicia Keys. Sie war eine Vorkämpferin für moderne Pop-Diven von Madonna bis Beyoncé.    Carlos Santana nannte sie „Black Panther Woman“, denn Davis wollte nicht „brav“ sein, wie man es von schwarzen Sängerinnen damals häufig verlangte. Sie verabscheute Tabus, unterstützte die „Black is Beautiful“-Bewegung und kultivierte den Afrolook als das Coolness-Element schlechthin für das afroamerikanische Publikum.    Plötzlich jedoch trat sie aus dem Scheinwerferlicht, brach den Kontakt zu ihrem Umfeld ab und verschwand in den 80er Jahren von der Bildfläche. Seither ranken sich Legenden um ihren unerwarteten Abschied von der Bühne. Zum ersten Mal seit 35 Jahren bricht sie nun ihr Schweigen. Das Porträt erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte der 70er-Jahre-Ikone.

Freitag, 09.03 / 22.35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

(1): Joey le Soldat
(2): Brain Hackers
(3): Trepaneringsritualen
(4): Nobuhiko Obayashi
(5): Eric Pougeau
(6): Marco Dutra & Juliana Rojas

(1): Joey le Soldat Er ist Enkel eines Freischärlers und Sohn eines Unabhängigkeitsaktivisten, doch außer dem Namen hat Joey le Soldat nichts Soldatisches. Dafür sind seine auf Französisch bzw. in der Mòoré-Sprache verfassten Texte echte Munition. Womit der Rapper, der im Viertel Tanghin am Stadtrand von Ouagadougou seine Basis hat, bei der burkinischen Jugend zündet.

(2): Brain HackersNach dem Bodybuilding nun das Brainbuilding: Wie lässt sich unser Gehirn durch Training boosten? In seine Geheimnisse einzudringen, war bislang Sache der Medizin – und der Fantasy-Filmstudios. Doch inzwischen machen sich Neurohacker auf, die Codes der menschlichen Festplatte zu knacken.

(3): TrepaneringsritualenThomas Martin Ekelund aka Trepaneringsritualen gründelt in den Untiefen der „Dark Music“. Er gilt als der König der schwedischen Noise-Szene, die er selbst die „Post-Avantgarde des Pop für die präapokalyptische Welt“ nennt.

(4): Nobuhiko ObayashiNobuhiko Obayashi, der japanische Tim Burton? Sein 1977 entstandener Erstling „Hausu“ („House“), eine Mischung aus Animation, Komödie und ausgeflipptem Horror, erlangte sofort Kultstatus. Heute gilt der Regisseur als Leitfigur des japanischen Experimentalfilms.

(5): Eric PougeauSein erstes Werk war ein Grabstein mit der Inschrift „Fils de Pute" (Deutsch: „Hurensohn“). Neben Fußball und Rock’n’Roll interessiert sich Eric Pougeau seit 2001 für die Kunst der Beleidigung. Diese sei, so der Künstler, wie keine andere verbale Äußerung imstande, physische Gewalt auszulösen.

(6): Marco Dutra & Juliana RojasNach „Trabalhar cansa“ (Deutsch: „Arbeit macht müde“), der 2011 auf den Filmfestspielen von Cannes lief, inszeniert das brasilianische Regie-Duo mit „As Boas maneiras“ (Englisch: „Good Manners“) nun eine schauerlich-phantastische Hommage an die Disney-Produktionen der 40er Jahre mit ihren in die reale Zweiklassengesellschaft versetzten Märchenwelten.

Freitag, 09.03 / 23:20 Uhr / Dee Dee Bridgewater - Konzert in Paris
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        73 Min.
Regie: Gautier & Leduc
Online verfügbar von 09/03 bis 05/04
Erstausstrahlung

Für Dee Dee Bridgewater heißt es: „Back to the roots!“ Geboren wurde sie in Memphis, Tennessee, und begeisterte sich von Kindesbeinen an für afroamerikanische Musik. Das Konzert im November 2017 im Pariser Konzertsaal „La Cigale“ bedeutet für sie eine Rückkehr zu diesen Wurzeln, denn sie interpretiert Blues-, Soul- und R&B-Klassiker neu. Mit ihren drei Grammys ist Dee Dee Bridgewater eine Legende der amerikanischen Musikgeschichte.

Die amerikanische Stadt Memphis in Tennessee hat eine lange Geschichte, was Musik und den Kampf für Bürgerrechte angeht. Von diesem Erbe war Dee Dee Bridgewaters Karriere von Beginn an geprägt. In ihrer Kindheit hing sie unzählige Stunden vor dem Radio und lauschte dem Lokalsender WDIA, der als Erster in den USA ausschließlich afroamerikanische Musik spielte. Ihr Vater legte dort unter dem Pseudonym „Matt the Platter Cat“ als DJ auf. Das Konzert in „La Cigale“ bietet nicht nur eine Rückkehr zu den Wurzeln dieser außergewöhnlichen Künstlerin, sondern auch eine wunderbare, persönliche und kreative Neuinterpretation großer Blues- und R&B-Klassiker.    Das Programm kann sich sehen lassen, unter anderem mit „Try a Little Tenderness“ von Otis Redding, „The Thrill is Gone“ von B. B. King, „Why? (Am I Treated So Bad)“ von den Staple Singers, „Hound Dog“ und „Don’t Be Cruel“. Dee Dee Bridgewater hat sich auch an Lieder herangetraut, die den Puristen hoch und heilig sind. Ihre Version ist jedoch keine einfache Kopie, sondern immer ein Stück Eigeninterpretation. Nach einer 40 Jahre langen Karriere und drei Grammy Awards ist die Frau eine Legende der amerikanischen Musikgeschichte.

Freitag, 09.03 / 00.35 Uhr / Abgedreht! Bruce Springsteen
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Erstausstrahlung

(1): Auf den Spuren von  … : Das New Jersey des jungen Bruce Springsteen
(2): Story: Bruce Springsteen – Er ist der Boss!
(3): Ikone: Born in the USA
(4): Rare Perle: Springsteen bei der BBC

(1): Auf den Spuren von  … : Das New Jersey des jungen Bruce SpringsteenIn Freehold (New Jersey), einer kleinen Arbeiterstadt rund eineinhalb Fahrtstunden südlich von New York, lebte Bruce Springsteen bis zu seinem achten Lebensjahr. Sein kleines Elternhaus steht heute nicht mehr, doch der Musiker ist der Stadt seiner Kindheit nach wie vor sehr verbunden. Und es scheint fast, als könne er jederzeit um die Straßenecke kommen …

(2): Story: Bruce Springsteen – Er ist der Boss! Bruce Springsteen ist seit  40 Jahren der „Boss“ der amerikanischen Rockkultur; eine amerikanische Ikone in engen Jeans und Hemdsärmeln. Wie alles begann und warum er sich ausgerechnet von Bob Dylan inspirieren ließ, erzählen Judith Perrignon (Radiojournalistin), Mikaël Ollivier (Schriftsteller) und Elliott Murphy (Musiker und seit  30 Jahren ein enger Freund von Bruce Springsteen).

(3): Ikone: Born in the USAMit  „Born in the U.S.A.“   legte der damals 35-jährige Bruce Springsteen den Grundstein seiner Karriere. Der Mega-Hit wurde unversehens zur oft vereinnahmten und bisweilen missverstanden politischen Hymne auf die komplexe Geschichte der US-amerikanischen Nation.   

(4): Rare Perle: Springsteen bei der BBC  Am Abend des 22. Dezember 1984 tobte sich der 35-jährige Bruce Springsteen in Philadelphia bei einem dreieinhalbstündigen Konzert vor 20.000 Zuschauern so richtig aus – und beantwortete dann in aller Ruhe die Fragen des BBC-Journalisten David Hepworth.

Freitag, 09.03 / 01.10 Uhr / Melody Gardot Live at the Olympia Paris
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        64 Min.
Regie: Thierry Villeneuve
Online verfügbar von 09/03 bis 17/03

Mit ihrem Nachnamen, einer Kombination aus Garbo und Bardot, wäre Melody Gardot eigentlich zum Filmstar prädestiniert gewesen – letztendlich gab aber ihr Vorname Melody die Richtung für ihre Karriere als Jazz-Sängerin vor. Die Diva des Jazz-Blues leidet seit einem Unfall an extremer Lichtempfindlichkeit und trittdeshalbnie ohne getönte Brille auf.    Melody Gardot sagt, dass sie nie daran gedacht hatte, Profimusikerin zu werden – obwohl sie in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen ist. Erst nach einem schweren Verkehrsunfall im Alter von 18 Jahren fand die US-Amerikanerin über eine Musiktherapie zu ihrer Leidenschaft. Zehn Jahre und vier Alben später hat sich die Wahlpariserin einen Namen in Europa gemacht, vor allem in Frankreich hat sie viele Fans.    Ende Mai 2015 brachte Gardot ihr Album „Currency of Man“ heraus und ging auf Tour. Die Songs handeln im Gegensatz zu früheren „smoothen“ Alben von harten, sozialkritischen Themen und beschreiben das Leben von Menschen am Rande der Gesellschaft.    2015 stand sie bereits fünfmal im Pariser Olympia auf der Bühne, unter anderem für das Konzert am 26. und 27. Oktober, das ARTE nun zeigt.     ARTE gibt seinen Zuschauern die Möglichkeit, das Konzert der Sängerin, Gitarristin und Pianistin zusammen mit herausragenden Musikern wie dem Schlagzeuger Chuck Staab und dem Saxophonisten Irwin Hall im Fernsehen zu genießen.

Zusatzinfo: Bereits zweimal wurde Melody Gardot mit dem Echo Jazz ausgezeichnet, einem der international renommiertesten Musikpreise: 2010 als „Sängerin des Jahres international“ und 2013 in der Kategorie „Bestseller des Jahres“ für ihr Album „The Absence“.

Samstag, 10.03. / 23.40 Uhr / Square für Künstler
Carte Blanche für Kerstin Polte, Filmemacherin
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 11.03. / 10.50 Uhr / Auf den Spuren der Hobbits ~ Das verlorene Rheingold
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, WDR        26 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Online verfügbar von 11/03 bis 18/03

Die Geschichten um den kleinen Hobbit und den Herrn der Ringe kennt heutzutage jedes Kind. Weniger bekannt sind dagegen die Landschaften und Legenden, die den Autor bei der Erschaffung seiner einmaligen Welt inspirierten. John Howe, der als Illustrator der Werke Tolkiens und als Concept Artist bei den Verfilmungen von Peter Jackson bekanntwurde, wollte es genau wissen. Er hat sich auf die Suche nach diesen Orten und Geschichten gemacht. „Auf den Spuren der Hobbits“ führt vom sagenumwobenen Wald von Brocéliande bis in neuseeländische Filmkulissen. Eine Reise zu den Wurzeln unserer Fantasie.

Die Welt von Mittelerde, wo insbesondere Tolkiens Romane „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ spielen, hat die Fantasie von Millionen Menschen beflügelt. Doch wer weiß, welche Sagen und Legenden diesen Geschichten zugrunde liegen? Der kanadische Zeichner John Howe gehört zu den berühmtesten Tolkien-Illustratoren und arbeitete auch als Concept Artist für Peter Jacksons Filme „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Er gab Kultfiguren wie Gandalf, Bilbo und Frodo ein Gesicht und prägte mit seinen Bildern die kollektive Vorstellungswelt vieler Generationen.    Aber woher stammen die Hobbits eigentlich? Sind sie von europäischen Märchen und Legenden inspiriert oder entsprangen sie allein der Fantasie ihres Schöpfers? Die Reise führt John Howe nach Deutschland – ins Rheintal,  – in die Heimat des Nibelungenhelden Siegfried. Er könnte Tolkiens Inspirationsquelle für die Figur des Aragorn gewesen sein.    Ein kauziger Führer geleitet John von einer Burg zur anderen, enthüllt die Geheimnisse der Nibelungensaga und erzählt von deren Held Siegfried, der dem Zwerg Alberich die Tarnkappe klaut, König Gunther zur Heirat mit der Walküre verhilft und nebenbei einen Ring aufsammelt, der für mancherlei Unglück sorgt.    Begleitet wird John Howe von David Day, einem kanadischen Schriftsteller, der mehrere Werke zu J.R.R. Tolkien verfasst hat. Die beiden entdecken zahlreiche Ähnlichkeiten zwischen der Nibelungensaga und den Hobbitgeschichten – darunter den Ring als Symbol der Macht. Sind die beiden Entdecker endlich auf der richtigen Spur?

Zusatzinfo: Die fünfteilige Doku-Serie „Auf den Spuren der Hobbits" gibt Einblick in die verborgenen Inspirationsquellen von Tolkiens Welt und trägt zur Erklärung ihrer Faszination bei. Durch die Verschmelzung von John Howes Originalzeichnungen mit Aufnahmen von den realen Filmkulissen entstehen lebendige Bilder, in denen sich die uralten Legenden mit Tolkiens fiktionalen Welten verbinden.

Sonntag, 11.03. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Berlin und Paris
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 11/03 bis 09/06
Erstausstrahlung

Sprengt mit Eurem Samen den bürgerlichen Rahmen! 50 Jahre danach: Was blieb von der 68er-Revolte? Wie lebt sie weiter? Ein Geburtstagstusch aus zwei Metropolen

Berlin und Paris waren vor einem halben Jahrhundert Zentren eines legendären Aufbegehrens. Dutschke, Cohn-Bendit und Co. versetzten an der Spree und an der Seine in aufmüpfiger Allianz die Bürger in Schrecken, predigten politische Revolte und die Wonnen unverklemmter Sexualität. Eine lustvoll-rebellische Schwerpunktausgabe von „Metropolis“ entdeckt hier wie dort lebendige Spuren.

Sonntag, 11.03. / 17.30 Uhr / Nadar ~ Ein Fotograf verändert die Welt
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Michèle Dominici
Online verfügbar von 11/03 bis 18/03
Erstausstrahlung

Nadar (1820-1910), eigentlich Gaspard-Félix Tournachon, verstand sich wie kein zweiter Porträtfotograf auf die Kunst der Fotografie. Bis heute haben seine Bilder kaum an Aussagekraft und Faszination eingebüßt. In seinem Fotoatelier am Boulevard des Capucines gab sich die Pariser Bohème des 19. Jahrhunderts die Klinke in die Hand. Ob Victor Hugo, Sarah Bernhardt, Charles Baudelaire, Alexandre Dumas, George Sand oder Jules Verne – sie alle hielt Nadar in der ihm eigenen Art für die Nachwelt fest. Nadar war von ständiger Neugier getrieben und musste alles ausprobieren: So entstanden die ersten Luftaufnahmen von einem Heißluftballon aus und die ersten Kunstlichtaufnahmen in der gespenstischen Unterwelt der Pariser Katakomben. In seiner Begeisterung für das technisch Neue war Nadar ein typischer Sohn seiner fortschrittsgläubigen Zeit.

Ob in der Luft oder unter der Erde – für die noch junge Fotografie erschloss der französische Fotografie-Pionier Nadar (1820-1910), eigentlich Gaspard-Félix Tournachon, immer wieder neue Wirkungsfelder. Zudem war er einer der bedeutendsten Porträtfotografen seiner Zeit. Ob Politiker, Philosophen, Dichter und Musiker, Damen von Welt und Halbwelt – die Prominenz des 19. Jahrhunderts stand vor seiner Kamera: Das Bild von Victor Hugo als altem, müden Herrn stammt ebenso von ihm wie das Porträt Baudelaires mit dem für die Ewigkeit dokumentierten abwesenden, träumerischen Blick. Auch Alexandre Dumas‘ gutmütiges Antlitz mit dem zerzausten Haarschopf und die Schönheit der 20-jährigen Sarah Bernhardt verewigte er in seinen später weltberühmt gewordenen Fotografien. Nadar hatte zunächst als Karikaturist Karriere gemacht, verdiente seinen Lebensunterhalt als Buchhändlergehilfe, Torfverkäufer, Bildhauer und Sekretär. Als Journalist und Autor war er mit allen großen Persönlichkeiten seiner Zeit auf Du und Du. Nadar war wie das Jahrhundert, in dem er lebte: revolutionär und innovativ. Nadar interessierte sich nicht nur für den technischen Fortschritt, er prägte ihn mit. Er war ein unermüdlicher Erfinder – und obendrein ein Flugpionier. Bevor es den Begriff der Luftfahrt überhaupt gab, bestieg Nadar im Jahr 1863 unter der großen Anteilnahme der Pariser einen Heißluftballon und fotografierte die französische Hauptstadt aus der Vogelperspektive. Der Ballon trug ihn bis in die Nähe von Hannover, wo er gerade noch notlanden konnte. Die Ballonfahrt hätte ihn nicht nur beinahe das Leben gekostet, sondern ruinierte ihn auch finanziell. Seiner Fotografenneugier schienen dennoch keine Grenzen gesetzt. Kaum war die Elektrizität erfunden, tüftelte er ein System aus, mit dem er sich für seine Arbeit als Fotograf vom Tageslicht unabhängig machte: Er stieg mit der Kamera in das gespenstische Labyrinth der Pariser Katakomben hinab und machte dort die ersten Kunstlichtaufnahmen mit Magnesium. Nadar starb im Jahr 1910, kurz vor seinem 90. Geburtstag. Bis heute haben seine Bilder nichts von ihrer Modernität eingebüßt.

Sonntag, 11.03. / 18.25 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (2/4)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Giedre Slekyte
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Dmitry Masleev (Klavier), Konu Kim (Tenor), Adrien La Marca (Bratsche), Lucie Horsch (Blockflöte)

Online verfügbar von 11/03 bis 10/04
Erstausstrahlung

In der zweiten von vier neuen Folgen „Stars von morgen“ lädt Publikumsliebling Rolando Villazón in das ehemalige Berliner Stummfilmkino Delphi ein. Vier junge Musiker, die am Beginn einer internationalen Karriere stehen, werden bei ihrem Fernsehauftritt von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Giedre Slekyte begleitet.

Im ehemaligen Berliner Stummfilmkino Delphi begrüßt Rolando Villazón diesmal bei den „Stars von morgen“ die Flötistin Lucie Horsch, den Pianisten Dmitry Masleev, den Tenor Konu Kim und den Bratschisten Adrien La Marca.   


Sechs Jahre nach einem sensationellen Fernsehauftritt mit gerade neun Jahren vertrat die Blockflötistin Lucie Horsch 2014 die Niederlande beim Wettbewerb Eurovision Young Musician und wurde 2016 mit dem Concertgebouw Young Talent Award ausgezeichnet
© Thomas Ernst

Mit gerade neun Jahren sorgte ihr Fernsehauftritt bei einem Konzert am Prinsengracht-Kanal in Amsterdam für eine Sensation. 2014 vertrat die junge virtuose Blockflötistin Lucie Horsch die Niederlande beim Wettbewerb Eurovision Young Musician und wurde 2016 mit dem Concertgebouw Young Talent Award ausgezeichnet.   


Dmitry Masleev wurde am Moskauer Konservatorium und an der Internationalen Musikakademie am Comer See ausgebildet
© Thomas Ernst

Dmitry Masleev wurde am Moskauer Konservatorium und an der Internationalen Musikakademie am Comer See ausgebildet. Neben zahlreichen ersten Plätzen in verschiedenen Wettbewerben überzeugte er 2015 die Jury eines der wichtigsten Musikwettbewerbe überhaupt und gewann den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau.   


Im Jahr 2016 hat Konu Kim Plácido Domingos Wettbewerb Operalia gewonnen - –
beste Voraussetzungen für den südkoreanischen Tenor, eine internationale Karriere zu machen

© Thomas Ernst

Einen anderen bedeutenden Wettbewerb hat der südkoreanische Tenor Konu Kim 2016 gewonnen: Plácido Domingos Operalia Competition, der jungen Sängern die Türen der großen Opernhäuser in der ganzen Welt öffnet – beste Voraussetzungen für Konu Kim, eine internationale Karriere zu machen.   


Der französische Bratschist Adrien La Marca nahm 2005 sein Studium am Pariser Konservatorium auf,
das er mit Auszeichnung abschloss und dann in Berlin bei Tabea Zimmermann fortsetzte
© Thomas Ernst

Der französische Bratschist Adrien La Marca nahm 2005 sein Studium am Pariser Konservatorium auf, das er mit Auszeichnung abschloss und dann in Berlin bei Tabea Zimmermann fortsetzte. Er erhielt zahlreiche Preise und hat schon mit Künstlern wie Seiji Ozawa, Gidon Kremer und András Schiff zusammen musiziert.  


Die vier jungen Musiker, die am Beginn einer internationalen Karriere stehen, werden bei ihrem Fernsehauftritt
von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Giedre Slekyte begleitet

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Das „Stars von morgen“-Orchester ist einmal mehr die Junge Sinfonie Berlin unter der Leitung der litauischen Dirigentin Giedre Slekyte.

Sonntag, 11.03. / 22.40 Uhr / Mission Mozart ~ Lang Lang & Nikolaus Harnoncourt
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Christian Berger
Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
Orchester: Wiener Philharmoniker
Mit: Lang Lang (Klavier)

Online verfügbar von 11/03 bis 10/04

Zwei Klassik-Künstler, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, nahmen eine gemeinsame Mozart-CD auf: der glamouröse Superstar Lang Lang und Nikolaus Harnoncourt, der kürzlich verstorbene Pionier der historischen Aufführungspraxis, der jeden Starrummel mied. Was sie verband, war ihre künstlerische Neugier und ihre tiefe Verehrung von Mozarts Musik.

Im Frühjahr 2014 wurde der berühmte Goldene Saal des Wiener Musikvereins vier Tage lang zum Tonstudio: Lang Lang und die Wiener Philharmoniker nahmen unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt zwei Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart für eine CD auf. Für Lang Lang war Nikolaus Harnoncourt schlicht Mozarts idealer Botschafter, er empfindet die Aufnahmesession als einen mehrtägigen Meisterkurs. Lang Langs künstlerische Offenheit begeisterte wiederum Harnoncourt. Gemeinsam entdeckten die beiden Künstler Mozarts Klavierkonzerte Nr. 17 und 24.    Das 17. Klavierkonzert in G-Dur entstand 1784 in Wien. Die meisten Konzerte schrieb Mozart für sich selbst, dieses allerdings komponierte er für seine Schülerin Barbara Ployer. Sie muss eine gute Pianistin gewesen sein, denn auch wenn das Konzert ausgelassen und verspielt klingt, ist es technisch doch sehr anspruchsvoll.    Nur zwei der Klavierkonzerte Mozarts stehen in einer Moll-Tonart. Das Konzert Nummer 24 in c-Moll von 1786 gehört zu den intensivsten und dramatischsten Werken des Komponisten – das Orchester ist entsprechend groß besetzt. Besonders der erste Satz ist ungewöhnlich: Mozart reiht eine Fülle musikalischer Themen aneinander, die er virtuos bis zu einer imposanten Solistenkadenz weiterspinnt – und ganz leise verklingen lässt. Während der Proben und in Gesprächen erläutern Nikolaus Harnoncourt und Lang Lang ihr Verständnis und ihre Interpretation der beiden Klavierkonzerte – ein anregendes Erlebnis!

Sonntag, 11.03. / 23.35 Uhr / Höhepunkte Young Euro Classic 2017: Asian Youth Orchestra spielt Mahler
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        61 Min.
Regie: Torben Schmidt-Jacobsen, Anais Spiro
Dirigent: James Judd
Online verfügbar von 11/03 bis 10/04
Erstausstrahlung

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Für einen absoluten Höhepunkt beim Young Euro Classic in Berlin sorgte das Asian Youth Orchestra
mit Gustav Mahlers erster Symphonie -– einem zeitlos populären Werk der klassischen Musik

© Kai Bienert

Seit bald 18 Jahren treffen sich junge klassische Orchester aus aller Welt beim Young Euro Classic in Berlin und präsentieren sich im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. So auch im Spätsommer 2017. Für einen absoluten Höhepunkt sorgte das Asian Youth Orchestra mit Gustav Mahlers erster Symphonie – einem zeitlos populären Werk der klassischen Musik. ARTE zeigt das ganze Konzert.

Die Musikerinnen und Musiker vom Asian Youth Orchestra haben in den letzten 25 Jahren schon oft bewiesen, wie gut sie sind – nicht nur im Fernen Osten, sondern auch auf Tourneen in den USA und Europa. 2017 waren sie zum ersten Mal beim Young Euro Classic in Berlin: etwa 100 hervorragend ausgebildete Studierende aus zehn ostasiatischen Ländern wie China, Japan, Korea, Thailand und Malaysia. Wer das enorme Interesse der Asiaten an klassischer Musik kennt, wundert sich nicht über das Programm, mit dem sie in Berlin angetreten sind.    Im Mittelpunkt steht Gustav Mahlers erste Symphonie von 1888, ein einstündiger musikalischer Roman, in dem sich Märsche, Walzer und Volkslied, Triviales und Pathetisches miteinander mischen. Ein so beliebtes wie zeitloses Meisterwerk der klassischen Musik, dessen Modernität sich nicht durch schräge Töne zeigt, sondern im Gegenteil in der damals für viele schockierenden Verwendung populärer Themen und Tanzrhythmen.

Freitag, 16.03. / 05.00 Uhr / Salzburger Festspiele 2014: Gustavo Dudamel dirigiert die Wiener Philharmoniker
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        63 Min.
Regie: Henning Kasten
Dirigent: Gustavo Dudamel
Komponist: Richard Strauss
Orchester: Wiener Philharmoniker
Online verfügbar von 16/03 bis 23/03

Das Konzerthighlight der Salzburger Festspiele 2014 – zum 150. Geburtstag von Richard Strauss: Am Pult der Wiener Philharmoniker steht der venezolanische Stardirigent Gustavo Dudamel und leitet die Aufführung zweier der bekanntesten symphonischen Dichtungen des Komponisten: „Also sprach Zarathustra“ mit der weltbekannten Anfangsfanfare sowie „Tod und Verklärung“, ein Stück, das Strauss in noch jungen Jahren schrieb und das eins seiner meistgespielten ist. ARTE zeigt eine Aufzeichnung vom 23. und 24. August 2014 aus dem Großen Festspielhaus in Salzburg.

Als „weitaus das bedeutendste, formvollendetste, interessanteste und eigentümlichste meiner Stücke“ empfand Richard Strauss 1896 nach der Generalprobe sein Stück „Also sprach Zarathustra“. Die Anfangsfanfare gehört zu den bekanntesten klassischen Signets überhaupt und entwickelte in den vergangenen Jahrzehnten in Film und Fernsehen ein markantes Eigenleben, am nachhaltigsten in Stanley Kubricks Science-Fiction-Meisterwerk „2001 - Odyssee im Weltraum“. Strauss hatte sich von dem wohl meistdiskutierten Buch seiner Zeit inspirieren lassen und – frei nach Nietzsche – ein Werk komponiert, das um das Verhältnis von Individuum und Welt, von Mensch und Natur kreist.    Bereits sechs Jahre zuvor, 1890, war „Tod und Verklärung“ in Eisenach uraufgeführt worden. Das einsätzige Werk sollte rasch zu einem der meistgespielten Orchesterstücke von Richard Strauss werden. In der spätromantischen Tonsprache ist der Einfluss Richard Wagners deutlich erkennbar. Das Stück, das die letzten Lebenserinnerungen eines Sterbenden zum Programm hat, gilt als eines der persönlichsten des Komponisten.    Gustavo Dudamel ist eine Symbolfigur der Klassikbegeisterung seines Heimatlandes Venezuela. Bereits im Alter von 18 Jahren übernahm Dudamel 1999 die Leitung des venezolanischen Jugendorchesters. Zu seinen Förderern gehörten unter anderem Sir Simon Rattle und Daniel Barenboim. Seit 2009 ist Dudamel Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra.

Freitag, 16.03. / 23.15 Uhr / Tracks: Badbadnotgood Live / Wobbling Art Esteban Diácono / Rap Aus Lesotho
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 16/03 bis 14/06
Erstausstrahlung

Die „Tracks“-Themenpalette diese Woche: Jazz mal ganz anders mit Badbadnotgood, Rap aus Lesotho und bis zur Schmerzgrenze verformte Körper.

0(1): Wobbling Art Esteban Diácono Der Motion-Graphics-Designer Esteban Diácono erkundet in seinen Animationen, wie weit er den menschlichen Körper verdrehen, durchlöchern und manipulieren kann. Seine Werke werden von Zigtausenden Followern auf Instagram und in Kunst-Magazinen gefeiert. (2): Rap aus Lesotho Im südafrikanischen Königreich Lesotho werden die Männer normalerweise Hirten. Das war auch bei Morena Leraba so – bis er Rapper wurde und Lesothos traditionelle Musik Famo mit Elektrobeats und Texten über das Leben seines Bergvolks aufmischte. (3): Badbadnotgood live Für Badbadnotgood ist es kein Widerspruch, Songs für Rihanna, Kendrick Lamar oder Drake zu produzieren und im nächsten Moment ein instrumentales Jazz-Album zu veröffentlichen. Bei ihren Konzerten geht es außerdem ordentlich ab – inklusive ausverkaufter Hallen, Moshpits und Crowdsurfing.

Freitag, 16.03. / ab 00.00 Uhr / Schwerpunkt: Women's Voices
Schwerpunkt, ARTE60 Min.
Starke Stimmen, starke Frauen: Mit dem Schwerpunkt "Women's Voices" widmet sich ARTE im März 2018 an vier Freitagabenden in Porträts und Konzerten Ausnahmekünstlerinnen wie Marianne Faithfull, Beth Ditto, den Savages oder der Soul-Legende Betty Davis.

Freitag, 16.03. / 00.00 Uhr /  Berlin Live: Blondie
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Mit: Blondie
Online verfügbar von 16/03 bis 15/04

Legenden-Alarm bei „Berlin Live“: die Rock-Ikonen Blondie geben sich die Ehre! Eigentlich muss man zu der Combo um Sängerin Debbie Harry und Gitarrist Christ Stein nichts mehr sagen – die Band ist von Erfolg gekrönt und hat sich dennoch nie dem Kommerz verschrieben. Mittlerweile sind sie über 40 Jahre im Geschäft und können unzählige wegweisende Hits vorweisen. Und diese Songs, ob „Atomic“, „Heart of Glass“, „Call Me“, „Rapture“ oder „Denis“, werden heute immer noch auf der Tanzfläche gefeiert. Punkrock? Disco? Rap? Pop? Blondie ließen sich nie einem Genre zuordnen. Die Band entsagte seit jeher gängigem Schubladendenken. Zum einen, weil sie Musik immer vielfältig verstand. Zum anderen aber auch, weil Debbie Harry und Chris Stein, eines der außergewöhnlichsten musikalischen Paare überhaupt, vielseitig interessierte Köpfe sind. Sie haben 40 Millionen Alben verkauft und zahllose Preise (Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 2006, NME Godlike Genius Award 2014) gewonnen – Blondies Präsenz ist immer noch so intensiv, dass es niemand wagt, aus ihrer Kunst Nutzen zu ziehen. Genau das fordert ihr elftes Studioalbum „Pollinator“ ein, das zwei Jahre in der Mache war. „Pollinator“ ist ein gigantischer Resonanzkörper. Einer, den Blondie geschaffen haben und von dem sich jüngere Musikerkollegen inspirieren ließen. Im Zusammenschluss entstand das Album, auf dem etwas gänzlich Neues geschaffen wurde – durchzogen von den Spuren, die Blondie mit ihrem eigenen Sound hinterließen. Bei „Berlin Live“ geben sie eine exklusive Kostprobe der brandneuen Songs sowie All-time Favourites zum Besten.

Freitag, 16.03. / 01.00 Uhr / Abgedreht! Françoise Sagan
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Erstausstrahlung

(1) Story: Françoise Sagan
(2) Ikone: „Bonjour Tristesse“ in der Verfilmung von Preminger
(3) Story: Sagan und Mitterrand, der Schriftstellerfreund
(4) Rare Perle: Pierre Desproges interviewt Françoise Sagan

(1) Story: Françoise SaganFrançoise Sagan veröffentlichte mit 18 Jahren ihren ersten Roman – und landete einen internationalen Bestseller! Doch nicht nur ihr literarisches Schaffen erregte Aufsehen, sondern auch ihr unkonventioneller Lebenswandel. Die Schriftstellerin führte ein Dasein in Saus und Braus und war dennoch produktiv: Sie hinterließ rund 50 Werke, darunter 20 Romane und ein knappes Dutzend Theaterstücke. „Abgedreht“ beleuchtet den Mythos Françoise Sagan.

(2) Ikone: „Bonjour Tristesse“ in der Verfilmung von PremingerOtto Premingers „Bonjour Tristesse“ ist die erste, aber bei Weitem nicht letzte Verfilmung eines Sagan-Romans. Das oft verkannte Werk des amerikanischen Regisseurs besticht durch spektakuläre Bilder. Marie Sauvion erläutert, warum Stilfragen bei der Kinofassung von „Bonjour Tristesse“ eine so große Rolle spielen.

(3) Story: Sagan und Mitterrand, der SchriftstellerfreundAls Schriftstellerin, deren politische Sympathien der Linken galten, weckte Françoise Sagan zwangsläufig die Aufmerksamkeit von François Mitterrand. Die beiden lernten sich Anfang der 80er Jahre auf einem gemeinsamen Flug kennen – der Beginn einer langjährigen treuen Freundschaft.

(4) Rare Perle: Pierre Desproges interviewt Françoise Sagan1975 interviewte der Humorist Pierre Desproges Françoise Sagan für die satirische Fernsehsendung „Le petit Rapporteur“. Gegenüber dem Star der französischen Literaturszene spielte Desproges einen dilettantischen Anfänger-Journalisten. Der Loser-Auftritt ist heute Kult!

Freitag, 16.03. / 01.35 Uhr / Berlin Live: Heather Nova
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        59 Min.
Regie: Hannes Rossacher, Stefan Mathieu
Online verfügbar von 16/03 bis 15/04

Heather Nova geht seit den frühen 90ern konsequent ihren eigenen musikalischen Weg. Der speziellen Atmosphäre ihrer selbst geschriebenen Songs kann sich kaum ein Hörer entziehen. Und auch wenn sie mittlerweile problemlos große Hallen verkaufen kann, bevorzugt sie kleinere Bühnen mit engem Kontakt zum Publikum. So verzauberte sie auch die Zuschauer bei ihrem Auftritt auf der „Berlin Live“-Bühne – ein intensives emotionales Erlebnis.

Ihre Live-Performances sind intensive und außergewöhnliche Erlebnisse und sorgen allerorten für Begeisterung. Bereits in den 90er Jahren etablierte sich Heather Nova fest in der Welt des Alternative Rock. Darüber hinaus verfestigte die Musikerin ihren Ruf, ein genialer Live-Act zu sein, mit Touren, die zum Teil über ein halbes Jahr gingen. Es folgen weltweite Chartplatzierungen ihrer Singles und Einladungen auf die größten Festivals in Europa und den USA. Zudem werden ihre Songs für Filmsoundtracks und TV-Shows verwendet.    Bei ihrem Auftritt auf der „Berlin Live“-Bühne spielte sie neben ihren Klassikern vor allem Songs aus ihrem neuen Album „The Way It Feels“. Oft nur von einem Musiker begleitet wirken die Songs in ihrer Konzentration auf Heather Novas Stimme und Gitarre besonders intensiv.

Samstag, 17.03. / 05.20 Uhr / Made in Art ~ Die Hände der modernen Kunst
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F        53 Min.
Regie: Luc Riolon & Rachel Seddoh
Online verfügbar von 17/03 bis 16/05

Wie entsteht ein Kunstwerk? Die Regisseure Rachel Seddoh und Luc Riolon begleiten drei bedeutende zeitgenössische Künstler – Lee Ufan, Daniel Buren und Marianne Heske – bei ihrer Arbeit und werfen einen Blick hinter die Kulissen.Mit seiner Ausstellung „Comme un jeu d’fenfant – travaux in situ“ brach Daniel Buren 2014 alle bisherigen Besucherrekorde des Museums für zeitgenössische Kunst in Straßburg. Scharenweise pilgerten die Menschen auch nach Versailles, um im Schlossgarten die minimalistischen Riesenskulpturen des international bekannten Koreaners Lee Ufan zu bewundern – genau wie 2008 für Jeff Koons. Und in Oslo wurde feierlich die sieben Meter hohe Bronzestatue „Head N.N.“ der Norwegerin Marianne Heske enthüllt.Während die Idee zu den Kunstwerken der Vorstellungskraft der Künstler entspringt, übernehmen die konkrete Ausführung häufig andere. Ein ganzes Team steht im Dienst der Kreativen: Metallgießer, Schmiede, Designer, Ingenieure, Techniker, Ausstellungkuratoren und viele weitere Helfer. Die Dokumentation zeigt sie bei der Arbeit und spricht zahlreiche Fragen an, die sich aus dieser Vorgehensweise ergeben. Über welchen Status verfügt der Künstler? Wer ist der eigentliche Schöpfer eines Werks, und welche Rolle spielt heute noch das Atelier als Entstehungsort von Kunst?

Samstag, 17.03. / 00.25 Uhr/ Kurzschluss - Das Magazin
Schwerpunkt "Das Kurzfilmfest in Frankreich"
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F        152 Min.
Online verfügbar von 17/03 bis 24/03
Erstausstrahlung

„Kurzschluss - Das Magazin“g zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Negative Space Animationsfilm von Max Porter und Ru Kuwahata, Frankreich 2017 Sams Vater ist eigentlich nie zu Hause, ständig ist er auf irgendeiner Geschäftsreise. Aber eine Sache gibt es, die Vater und Sohn auf verschwörerische Weise miteinander verbindet: Der Vater hat Sam beigebracht, wie man perfekt seinen Koffer packt, so dass möglichst viele Kleider und Gegenstände auf möglichst wenig Raum Platz finden. Ru Kuwahata ist Japanerin, Max Porter ist US-Amerikaner. Seit über zehn Jahren realisieren die beiden zusammen Animationsfilme, die schon auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet wurden. Sie kombinieren gerne verschiedene Animationstechniken wie zum Beispiel Zeichentrick, Stop Motion und Pixilation. 2008 haben sie ihr gemeinsames Animationsstudio Tiny Inventions gegründet.

(2): Kurz-Info – Das französische Kurzfilmfest in Zahlen Nachdem das französische Kurzfilmfest 2011 ins Leben gerufen und zunächst im Dezember gefeiert wurde, findet es mittlerweile im März statt. "Kurzschluss - Das Magazin" erläutert seine wichtigsten Zahlen anhand von Illustrationen.

(3): Kapitalistis Kurzfilm von Pablo Munoz Gomez, Belgien/Frankreich 2017 „Der Weihnachtsmann ist Kapitalist. Er bringt reichen Kindern Geschenke und armen Kindern Pullover“g, sagt der fünfjährige Nikos. Sein Vater möchte ihn vom Gegenteil überzeugen und ihm eine teure Schultasche kaufen, obwohl er gerade absolut kein Geld hat. Pablo Munoz Gomez‘e dritter Kurzfilm ist ein berührendes Drama. Nach einem kurzen Abstecher in die Welt des Dokumentarfilms widmet er sich wieder dem Fiktionalen. Beim Filmfestival von Locarno 2017 gewann „Kapitalistis“ den Preis der Medien Patent Verwaltung AG.

(4): Short Cuts – Mein Onkel Der Animationsfilmemacher Antoine Bieber fasst „Mein Onkel“, das Meisterwerk von Jacques Tati, in 60 Sekunden und als Animation zusammen.

(5): Das schwache Geschlecht Animationsfilm von Nicolas Jacquet, Frankreich 2017, Erstausstrahlung „Mann vermietet reife Frau, 47 Jahre, 1,65 m, 50 kg, pflegeleicht, offen, ruhig, anhänglich, tapfer, aufmerksam, loyal, für gemütliche und gesellige Zusammentreffen, allein oder zu mehreren.“ Die schier unerträgliche Brutalität, die sich hinter dieser Kleinanzeige verbirgt, setzt Regisseur Nicolas Jacquet in verstörende Bilder um. Nicolas Jacquet, geboren am 25. April 1967 in Carcassonne, studierte nach dem Abitur an der Kunsthochschule in Nantes. Anschließend wechselte er an die Pariser Hochschule für Gestaltung Les Gobelins, wo er seinen Abschluss in der Fachrichtung Animationsfilm machte. Nachdem er mehrjährige Erfahrungen als Regisseur von Kurzfilmen gesammelt hatte, gründete er seine eigene Produktionsfirma Joseph.

(6): Porträt – Nicolas Jacquet Nicolas Jacquet arbeitet seit zehn Jahren als Fotograf und Filmemacher. In seinen Filmen vermischt er verschiedene Animationstechniken und Realaufnahmen. "Kurzschluss - Das Magazin" hat ihn getroffen und zu seinem neuesten Kurzfilm „Das schwache Geschlecht“g befragt.

(7): Zeugen Kurzfilm von David Koch, Frankreich/Libanon 2016 Die unabhängige Kriegsreporterin Stéphane ist in Syrien im Einsatz. Während der blutigen Kampfhandlungen fotografiert sie Omar, einen jungen Arzt. Die Aufnahme geht als Schock-Bild durch sämtliche Medien und ist folgenschwer – nicht nur für den fotografierten Arzt, sondern auch für die Fotografin selbst. David Koch wurde 1974 als Sohn einer Französin und eines Deutschen in Berlin geboren. Er studierte Wirtschaft in Frankreich, wo er gleichzeitig auch als Drehbuchautor für Theaterstücke der Kompanie A Tempo tätig war. Ab 2002 begann er seine Karriere als Regie-Assistent. Er war für zahlreiche Regisseure tätig, darunter ab 2008 für alle Filme von Olivier Marchal. Bestärkt durch diese Erfahrung fing David Koch 2011 an, eigene Filmprojekte zu entwickeln. 2013 drehte er den Kurzfilm „Une visite“g. „Zeugen“g ist sein neuestes Projekt.

(8): Begegnung – Virginie Ledoyen Anlässlich der Ausstrahlung des Kurzfilms „Zeugen“ hat "Kurzschluss - Das Magazin" die Hauptdarstellerin Virginie Ledoyen getroffen.

(9): No-Go Zone Animationsfilm von Atelier Collectif, Belgien 2016 Die Geschichte des letzten Menschen, der sich nach dem Reaktorunglück von Fukushima der Evakuierung widersetzt hat und in der verseuchten Gefahrenzone geblieben ist. William Henne, Jahrgang 1969, ist ein belgischer Autor und Comiczeichner. Er ist außerdem als Verleger und Produzent tätig und koordiniert den Filmkunst-Verband Atelier Collectif. Zusammen mit der Regisseurin Delphine Renard hat er das Animationsfilm-Studio Zorobabel gegründet. Er ist der Regisseur zahlreicher weiterer Animationsfilme, darunter „L’faffaire Ginzhu“ (2010), „Kin“ (2011), „Quand j’fétais petit, je croyais que“ (2013) und „Die Hülle“ (2014).

(10): Marie unerhört Kurzfilm von Jordi Perino, Frankreich 2016 An einem grauen Tag verlässt Marie ohne die Erlaubnis ihrer Mutter das elterliche Haus in einer Stadt am Meer. Unterwegs trifft sie Karim, der mit seinem Großvater zum Fischen angereist ist. Sie lädt ihn zu sich ein und er errät schnell, was in Maries Leben nicht stimmt. Gemeinsam mit dem Großvater verlassen die beiden die Stadt. Als Karim ihr schließlich die Wahrheit an den Kopf wirft, versucht Marie stark zu bleiben …
Jordi Perino, Jahrgang 1985, studierte an der Toulouser Filmhochschule ESAV, wo er vier Kurzfilme realisierte. Während seines Studiums wurde er Mitglied des Kollektivs Ciné 2000, mit dem er die Filme „Contresens“ (2012) und „Castagne“ (2013) produzierte. „Marie unerhört“ entstand in Koproduktion mit ARTE und ist bereits sein siebter Kurzfilm.

(11): Begegnung – Jordi Perino „Kurzschlus - Das Magazin" hat Jordi Perino getroffen, den Regisseur von „Marie unerhört“. Er kommentiert und erläutert seinen Film.

(12): Das Wildschwein Animationsfilm von Bella Szederkényi, Frankreich/Deutschland 2015 Nachdem es beim Klauen erwischt wurde, flieht ein Straßenkind wie wild aus der Stadt und läuft immer tiefer in einen dunklen Wald. Das Kind, das sich als Mädchen entpuppt, steht plötzlich einem riesigen Wildschwein gegenüber: die wilde Inkarnation seiner selbst. Als das Tier von Jägern erschossen wird, wendet sich das Mädchen – voll Misstrauen und Hoffnung zugleich – wieder den Menschen zu …c Die ungarische Regisseurin Bella Szederkényi studierte Animationsfilm in Budapest (MOME Anim), Paris (Les Gobelins) und Ludwigsburg (Filmakademie Baden-Württemberg). Ihr Abschlussfilm „Orsolya” wurde 2009 mit zahlreichen Preisen internationaler Filmfestivals ausgezeichnet. Ihr inzwischen fünfter Animationsfilm „Das Wildschein”h brachte ihr 2015 den Filmförderpreis der Robert Bosch Stiftung für internationale Zusammenarbeit ein.

(13): Pazifik Kurzfilm von Bertrand Dezoteux, Frankreich 2016 Der 18-jährige Simon leidet unter seinem Übergewicht und darunter, dass seine Mutter Marie, die es ja nur gut meint, ihn mit ihrer Fürsorge erstickt. Eines Tages trifft er im Supermarkt auf Marjorie, in die er verliebt ist, als seine Mutter ihm gerade einen lächerlichen Nicki-Schlafanzug anprobiert. Als Marie dann noch eine alte Bekannte trifft und über Simon redet, als könne er sich nicht allein die Schuhe binden, wird es Simon einfach zu viel. Unbemerkt von seiner Mutter setzt er sich ab. Als diese sein Fehlen bemerkt, ist sie plötzlich allein und völlig aufgeschmissen. Bertrand Dezoteux wurde 1982 im französischen Bayonne geboren. Er studierte zunächst an der Hochschule für dekorative Kunst in Straßburg und im Anschluss am Studio für zeitgenössische Kunst Le Fresnoy, wo er 2008 seinen Abschluss machte. Weitere Filme von ihm sind unter anderem „Zaldiaren Orena” („Die Stunde des Pferdes”, 2010), „Cloud Berry” (2014) und „Animal Glisse” (2015).

Sonntag, 18.03. / 16.45 Uhr / Metropolis: Metropole St. Moritz
Magazin, Deutschland, 2018, NDR        43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole St. Moritz
Metropole St. MoritzAlpenidylle und Kulturraum. St. Moritz ist einer der bekanntesten Wintersportorte. Hier treffen sich Prominente und Künstler, aber viele haben dort auch außerhalb der Saison ihren Wohnsitz. Sir Norman Foster setzt sich für die lokale Architektur ein, ergänzt den Bestand mit zeitgenössischen Bauten. Bewohner und Teilzeitbewohner wehren sich gegen Immobilienspekulanten, die sich um die letzten lukrativen Quadratmeter streiten. Es gibt renommierte Kunstsammlungen, Stiftungen, Galerien und Kulturveranstaltungen - aktuell die erste Kunstmesse NOMAD. "Metropolis" trifft den weltbekannten Engadiner Künstler Not Vital.

Sonntag, 18.03. / 17.30 Uhr / Fürst Pückler ~ Playboy, Pascha, Visionär
Dokumentation, Deutschland, 2014, ZDF        53 Min.
Regie: Eike Schmitz
Online verfügbar von 18/03 bis 25/03

Sein Name steht für eine Eiskreation, doch sein Lebenswerk geriet in Vergessenheit. Er war Dandy und Orientreisender und gilt als einer der einflussreichsten Parkgestalter weltweit. Seine Ländereien verwandelte er in grandiose Naturgemälde und begeisterte als Reiseschriftsteller ein Millionenpublikum: Fürst Pückler – der exzentrischste Preuße des 19. Jahrhunderts.    Als reicher Playboy ist der „tolle Pückler“ der Mittelpunkt des aufkommenden Boulevardjournalismus. 1817 heiratet er die Tochter des mächtigen preußischen Staatskanzlers Hardenberg. Aus der Zweckheirat entwickelt sich eine Seelenverwandtschaft, das Ehepaar teilt die Leidenschaft zur Parkgestaltung. Als den beiden „Parkomanen“ das Geld ausgeht, sieht Pücklers Frau nur einen Ausweg: Sie lässt sich scheiden und schickt ihn nach England, um eine reiche Frau zu finden. Die Suche des „Fortune Hunters“ scheitert, aber die Briefe an seine Ex-Gattin machen Pückler zum meistgelesenen Reiseschriftsteller seiner Zeit.    Sechs Jahre durchstreift Fürst Pückler später den Orient, reist unter Lebensgefahr den Nil hinauf bis in den heutigen Sudan, auf der Suche nach den Quellen des Nils. Mit ethnologischem Blick und spitzer Feder entdeckt er für sein Publikum eine exotische Welt, die das Orientbild der Deutschen bis heute prägt.    Fürst Pücklers wichtigstes Vermächtnis aber sind seine Parks. Er führt die englischen Landschaftsparks des 19. Jahrhunderts zu einem letzten Höhepunkt. Inspiriert von den Ideen der Romantik erschafft er in jahrzehntelanger Arbeit künstliche Bilderwelten enormen Ausmaßes. Seine Vision ist heute, fast 150 Jahre nach seinem Tod, in seinen Parks in Muskau und Branitz in Vollendung zu bewundern.

Sonntag, 18.03. / 18.20 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón (3/4)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin

Mit: Emmanuel Tjeknavorian (Violine), Louise Alder (Sopran), Marie Hauzel (Klavier), Ilker Arcayürek (Tenor)

Online verfügbar von 18/03 bis 17/04
Erstausstrahlung

Das ehemalige Berliner Stummfilmkino Delphi ist einmal mehr Schauplatz für eine neue Folge der "Stars von morgen". Gastgeber Rolando Villazón präsentiert vier junge Musiker, dieses Mal mit einem reinen Mozart-Programm.


Die vier jungen Musiker werden von der Jungen Sinfonie Berlin unter der Leitung von Elias Grandy begleitet

© Thomas Ernst

Mozart-Botschafter Rolando Villazón präsentiert eine neue Folge der "Stars von morgen", die sich ausschließlich der Musik des österreichischen Genies widmet. Im ehemaligen Berliner Stummfilmkino Delphi treten der Geiger Emmanuel Tjeknavorian, die Sopranistin Louise Alder, die Pianistin Marie Sophie Hauzel und der Tenor Ilker Arcayürek auf.


Emmanuel Tjeknavorian
© Thomas Ernst

Der in Wien geborene Geiger Emmanuel Tjeknavorian zog durch die Auszeichnung beim Jean-Sibelius-Wettbewerb 2015 große Aufmerksamkeit auf sich. Seither feiert er erfolgreiche Debüts in den großen Konzerthäusern Europas.


Gastgeber Rolando Villazón mit der herausragenden Sopranistin Louise Alder

© Thomas Erns

Louise Alder zählt zu den herausragenden jungen Sopranistinnen. Nach der Auszeichnung mit dem Young Singer Award bei den International Opera Awards 2017 wurde ihr bei der BBC Cardiff Singer of the World Competition der Publikumspreis verliehen. Seit 2014 ist sie Ensemblemitglied der Oper Frankfurt.

Die Pianistin Marie Sophie Hauzel wurde 2009 als Jungstudentin am Leopold Mozart Institut in Salzburg aufgenommen. 2011 nahm sie erstmals erfolgreich an "Jugend musiziert" teil, mit dem ersten Preis auf Landesebene und 2014 auch auf Bundesebene. Sie macht auch international auf sich aufmerksam und ist bei renommierten Veranstaltungen zu Gast.

Der türkischstämmige Tenor Ilker Arcayürek wuchs in Wien auf. Dort sammelte er erste Erfahrungen an der Volksoper und an der Staatsoper. Engagements an zahlreichen Bühnen und Konzerthäusern folgten. Seit 2015 ist Ilker Arcayürek Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg.

Die Junge Sinfonie Berlin, die in dieser Folge von Elias Grandy geleitet wird, begleitet die "Stars von morgen".

Zusatzinfo: In vier neuen Folgen der Reihe "Stars von morgen" präsentiert Rolando Villazón wieder junge Musiker, die am Beginn einer außergewöhnlichen Karriere stehen. Schauplatz der Sendung ist das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Berlin. Begleitet werden die Künstler bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin.

Sonntag, 18.03. / 00.25 Uhr / Höhepunkte der Young Euro Classic 2017 (2/2)
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        53 Min.
Regie: Torben Schmidt-Jacobsen, Anais Spiro

Komponist: Guiseppe Verdi, Ludwig van Beethoven, Piotr Tschaikowski, Rkinash Khoji, Mieczyslaw Weinberg, Chun-Wei Wong
Interpret: Diverse
Online verfügbar von 18/03 bis 17/04
Erstausstrahlung

Im Spätsommer 2017 trafen sich in Berlin zum 17. Mal die besten Jugendorchester aus der ganzen Welt beim Festival Young Euro Classic. Die Orchester geben eine Kostprobe ihres Könnens – mit zum Teil ungewöhnlichem Repertoire und der Unterstützung etablierter Größen der klassischen Musik. ARTE zeigt die Höhepunkte des Musikfestivals, das im Zeichen von Begegnung, von Austausch, von einem Miteinander in friedlicher Koexistenz steht.

Jugendorchester aus aller Welt treffen sich jedes Jahr im Spätsommer in Berlin zum Festival Young Euro Classic – 2017 bereits zum 17. Mal. Im Konzerthaus am Gendarmenmarkt erklingen dann bekannte und weniger bekannte, alte oder eigens für diesen Anlass komponierte Werke der klassischen Musik. Für die jungen Musiker ist das eine Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und ihr Können vor einem Publikum zum Besten zu geben. Ungezwungener und lebhafter als beim Young Euro Classic geht es in der Welt der klassischen Musik selten zu.    ARTE zeigt Höhepunkte des Young Euro Classic 2017. Mit dabei: Das Internationale Tschaikowsky-Jugendorchester Jekaterinburg mit Tschaikowskys populärem ersten Klavierkonzert. Dmitry Masleev spielt das Finale – für viele ist der junge Pianist bereits der Star von morgen. Ungewöhnlich der Auftritt des bekannten Jazz-Posaunisten Nils Landgren, dessen Band teils aus georgischen Musikern besteht, darunter ein Vokal-Trio.    Stark vertreten sind auch Orchester aus Asien – das Orchester der Musikhochschule von Hiroshima tritt mit Chor an. Auf dem Programm ein Klassiker: Beethovens „Meeresstille und glückliche Fahrt“g. Das Asian Youth Orchestra hingegen führt mit Chun-Wai Wongs „As the Heart Soars“ ein sinnliches, modernes Werk auf, das einen großartigen Kino-Soundtrack abgeben würde.    Das Jugendorchester Moldawiens schließlich zeigt mit Mieczyslaw Weinbergs „Rhapsodie über moldawische Themen“, wie mitreißend die Musik des 20. Jahrhunderts sein kann. Den Auftakt der Sendung spielt die Nationale Jugendphilharmonie der Türkei – ein Statement für ein weltoffenes Land am Bosporus.

Freitag, 23.03. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

Freitag, 23.03. / 23.25 Uhr / Beth Ditto - Lille 2017
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        75 Min.
Regie: Adeline Chahin
Online verfügbar von 23/03 bis 30/03
Erstausstrahlung

Gossip-Fans dürfen sich freuen: Beth Ditto ist wieder da! Die temperamentvolle Sängerin widmet sich nun voll und ganz ihrer Solokarriere und hat ein neues Album herausgebracht. Energiegeladen und humorvoll wie immer präsentierte die US-Amerikanerin im Herbst 2017 in Lille ihre brandneuen Stücke, aber auch Gossip-Hits wie „Heavy Cross“g, „Love Long Distance“ und „Standing in the Way of Control“.

Als Sängerin, Sprachrohr der LGBT-Community und Muse von Stella McCartney und Jean-Paul Gaultier ist Beth Ditto aus der Popkultur nicht wegzudenken. Als Frontfrau von Gossip wurde sie von 1999 bis 2016 durch explosive Live-Gigs und amüsante Interviews bekannt: Ein punkiger Style, der maßgeblich zu ihrer Beliebtheit beitrug.    Im Juni 2017 brachte Beth Ditto mit der Produzentin Jennifer Decilveo ihr erstes Soloalbum „Fake Sugar“ heraus. In den zwölf Songs verfeinert sie das Gossip-Erfolgsrezept durch persönliche Zutaten und mixt dabei Blues, Pop, Country und Rock. Eine würdige Hommage an ihre Heimat Arkansas!

Freitag, 23.03. / 00.40 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 23.03. / 01.20 Uhr / Savages - Live in Paris
Schwerpunkt: Women's Voices
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        79 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 23/03 bis 25/04

Kantige Riffs, messerscharfe Drumläufe und aufrüttelnde Lyrics: Die in London gegründete Frauen-Punkrock-Gruppe Savages machte bei ihrem Konzert im Pariser Konzertsaal La Cigale keinerlei Kompromisse: Die vier Musikerinnen liefern einen energiegeladenen Gig, getragen von Jehnny Beths magischer Stimme. Die Dokumentation ist mehr als nur ein Konzertmitschnitt, sie ist ein emotionsgeladenes Rock-Movie, das die Präsenz der Gruppe, ihre Radikalität und ihre Experimentierfreude von der Bühne auf den Bildschirm transportiert – bis hin zur totalen Trance beim gemeinsamen Finale mit der Band Bo Ningen.

Die Definition von „hybrid”h lautet „durch Kreuzung verschiedener Dinge entstanden”h. Auf die Band Savages trifft das sehr gut zu, sowohl in puncto Vorleben ihrer Mitglieder – eine Schauspielerin, eine Pilotin, eine Angestellte in einer psychiatrischen Klinik – als auch deren Herkunftsländer: Frontfrau Jehnny Beth alias Camille Berthomier ist Französin, die drei anderen Bandmitglieder stammen aus London.    Die Gruppe mit dem vom Roman „Herr der Fliegen”h inspirierten Namen eroberte 2013 mit ihrem Debütalbum „Silence Yourself”h die weltweite Punkrock-Szene im Sturm. Aber die Band auf die Punk-Schublade zu beschränken, hieße sie zu beschneiden, denn ihre Musik lässt zahlreiche Einflüsse heraushören, vom Macho-Charisma eines Nick Cave bis hin zur Explosionskraft von PJ Harvey. Hier kommen Rockfans jeder Couleur auf ihre Kosten.    Auch wenn die Band seit ihrem zweiten Album „Adore Life”h die gesamte Fachpresse in der Tasche hat, gibt sie in ihren Live-Performances nach wie vor alles. Nach einer schönen Privatsession im Studio 204 treffen sie ihre alten Kumpels von Bo Ningen in La Cigale. Denn wie sie dem „New Musical Express”h sagten: „Ihr könnt nicht verstehen, wer wir sind, solange ihr uns nicht live gesehen habt.”h

Zusatzinfo: Das Konzert ist auch auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Samstag, 24.03. / 05.20 Uhr / Die Roma und Sinti Philharmoniker ~ Ein Dirigent und sein Traum
Dokumentation, Deutschland, 2014, RBB        52 Min.
Regie: Margarete Kreuzer
Online verfügbar von 24/03 bis 31/03

Es gibt viele Symphonieorchester, aber weltweit kein einziges wie dieses: Alle Mitglieder sind Sinti oder Roma, und alle sind Profis – klassisch ausgebildete Musiker, die in Berufsorchestern in Deutschland, Polen, Frankreich, Russland, Ungarn, Tschechien und Rumänien spielen. So oft wie möglich finden sie sich zu gemeinsamen Konzerten zusammen, um als Botschafter ihres Volkes gegen Vorurteile und Klischees, gegen Vertreibung und gegen das Vergessen anzuspielen.    Die Dokumentation begleitet das Orchester während der Vorbereitungen zu einem Konzert und verlässt mit einzelnen Musikern immer wieder den musikalischen Kosmos, um einen Einblick ihr privates Leben zu gewinnen. Im Mittelpunkt des Films steht der Dirigent Riccardo Sahiti, Gründer des Orchesters und sein leidenschaftlicher Spiritus Rector. Sein Traum: Er möchte die Roma und Sinti Philharmoniker zu einer festen Institution machen, um nicht länger um ihre Existenz bangen zu müssen.    Ob Auswärtiges Amt, Zentralrat deutscher Sinti und Roma oder Europäisches Parlament – Riccardo Sahiti, unfreiwillig auch Manager des Orchesters, spricht überall vor. ARTE begleitet ihn aber auch auf einer sehr emotionalen Reise in seine Heimat, den Kosovo, wo er Krieg und Vertreibung erlebt hat; bei den Überresten seines Geburtshauses und am Grab seiner Mutter erzählt Sahiti die Geschichte seiner Familie, die für viele Kosovo-Roma steht.    So entsteht das Porträt eines ungewöhnlichen Orchesters, das sich zugleich aus ungewöhnlicher Perspektive einem ernsten Thema nähert. Dank der sympathischen und leidenschaftlichen Protagonisten gelingt dies mit überraschender Leichtigkeit.

Samstag, 24.03. / 00.05 Uhr / Square für Künstler ~ Frieden Schaffen: Ein Porträt von Ofer Bronstein
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Online verfügbar von 24/03 bis 31/03

Samstag, 24.03. / 00:35 Uhr / Kurzschluss - Das Magazin ~ Das Festival von Aubagne - Musik im Film
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F        56 Min.
Produzent: Caimans Productions
Online verfügbar von 24/03 bis 31/03
Erstausstrahlung

„Kurzschluss - Das Magazin“g zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Kalte Herzen    Kurzfilm von Arnaud Khayadjanian, Frankreich 2017    In einer trostlosen Vorstadtsiedlung irgendwo im Nirgendwo leben die fünf Jugendlichen Baptiste, Mathilde, Jørgen, Yulya und Jeanne. Sie sind typische Teenager, die grausam und verletzlich zugleich sind. Der Reihe nach berichten sie davon, was ihnen durch den Kopf geht, was sie bewegt. Sie alle kämpfen mit Worten und Taten gegen ihre Einsamkeit in einer Welt, in der Erwachsene nicht vorkommen.    Filmemacher Arnaud Khayadjanian wurde 1987 im französischen Valence geboren, hat aber armenische Wurzeln. Er studierte in Paris an der Sorbonne. Seine Karriere als Regisseur begann er 2012 mit dem Kurzfilm „Lost Horizons“. Zwei Jahre später folgte sein hochgelobter und vom Sundance Channel ausgezeichneter Kurzfilm „Bad Girl“. In seiner Dokumentation „Arid Paths“ (2015) erzählt er die Geschichte seiner Großeltern, die den armenischen Genozid überlebten. Seine neuesten Kurzfilme sind „Kalte Herzen“ und „Bienvenue en Anatolie“ („Willkommen in Anatolien“).   

(2): Porträt – Gabriel Yared    "Kurzschluss - Das Magazin" hat den libanesischen Komponisten Gabriel Yared getroffen, der die Soundtracks zahlreicher Filme geschrieben hat – insbesondere für „Der Liebhaber“g von Jean-Jacques Annaud und „Der englische Patient“ von Anthony Minghella.   

(3) Unruhen    Animationsfilm von Frank Ternier, Frankreich 2017, Erstausstrahlung    „Riot“, so der Originaltitel, bedeutet Unruhen. Ein junger schwarzer Mann kommt ums Leben, als er in eine Auseinandersetzung mit einem Mitglied einer Nachbarschaftswache gerät und die Polizei alarmiert wird. Dies führt zu heftigen Reaktionen unter Teilen der Bevölkerung, die sich ungerecht behandelt fühlen und dazu mobilisiert, zurückzuschlagen. Die Gefühle beherrschen die Menge, die kurz vor einem Aufstand steht.    Frank Ternier wurde 1975 in Tours geboren und ist als Regisseur, Cutter und Grafiker tätig. 2008 gründete er das Kollektiv Idéal Crash, um neue Projekte im Filmbereich verwirklichen zu können. Sein Animationsfilm „8 Kugeln“ (2014) war ebenfalls in „Kurzschluss - Das Magazin“ zu sehen.   

(4): Die Einladung – Frédéric Duzan    Der Animationsfilmemacher Frank Ternier lädt den Musiker Frédéric Duzan ein, der die Musik für seinen Film „Unruhen“ komponiert hat, über ihre Zusammenarbeit zu sprechen.  

(5): Buddy Joe    Animationsfilm von Julien David, Frankreich 2016    Hilton ist 70 Jahre alt und war lange als Dekorateur tätig. Eines Nachmittags vertraut er sich dem Mikrofon seines Schwiegersohnes Julien an: Seit er 40 ist, leidet er an Parkinson und kennt alle Aspekte der Krankheit. Mit Humor berichtet er, dass sie ihm in Form von Joe erscheint, einem Eishockey-Spieler, der seine Neuronen zerschlägt. Nach 30 Jahren mit der Krankheit zieht Hilton Bilanz.    Julien David, Jahrgang 1978, lebt und arbeitet in Paris. Er studierte an der Staatlichen Kunsthochschule EnsAD. Sein Einstieg ins Filmgeschäft gelang ihm, als er seine Videos an die Sendung „Les films faits à la maison“ schickte und zehn davon im französischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. 2005 realisierte er die sechsteilige Animationsfilm-Reihe „Les Multiples“, die sich satirisch mit der Globalisierung auseinandersetzt. In „Kurzschluss - Das Magazin“ war bereits sein Kurzfilm „Der Python“ (2012) zu sehen.

Sonntag, 25.03. / 10.50 Uhr / Der Film noir
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Juliette Garcias
Online verfügbar von 25/03 bis 24/05
Erstausstrahlung

Schwarz wie die Nacht, wie die Finsternis, Tod und Verbrechen – es ist eine Farbe, aber auch eine Stimmung, die den Film noir charakterisiert. Doch auf künstlerischer und technischer Ebene setzen sich Regisseure auf ganz unterschiedliche Weise mit dem schwarzen Genre auseinander. Dieser Entwicklung geht die Dokumentation „Der Film noir“ auf den Grund, indem die Eröffnungsszenen zweier bedeutender Werke einander gegenübergestellt werden: „Rattennest“ von Robert Aldrich und „Mulholland Drive - Straße der Finsternis“ von David Lynch.    Obwohl die beiden Filme in einem Abstand von fast 50 Jahren entstanden sind, bilden sie zwei merkwürdig aufeinander bezogene und reagierende Facetten des Film noir ab. Erstaunlicherweise hat sich die Sprache der Bilder dieses faszinierenden Genres seit den Anfängen in den 30er und 40er Jahren nur wenig verändert. Auch die typischen Motive des Film noir erscheinen über die einzelnen Werke und Epochen hinweg sehr ähnlich. Man könnte von einer zeitgenössischen Angst sprechen, die das Genre widerspiegelt.    Dennoch bestechen die unterschiedlichen Phasen des Genres durch ihre Modernität und Atmosphäre. So bedeutenden Regisseuren wie Robert Aldrich und David Lynch gelang es, unter dem Zwang der genretypischen Stilmerkmale ihre eigene Persönlichkeit und letztendlich ihre eigene Handschrift herauszuarbeiten. Dies zeigen Juliette Garcias und Nicolas Saada in ihrer erstaunlichen Gegenüberstellung.

Sonntag, 25.03. / 16.40 Uhr / Metropolis: Temeswar
Magazin, Deutschland, 2018, WDR        43 Min.
Online verfügbar von 25/03 bis 23/06
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport Temeswar    
(2): Stéphane Thidet flutet die berüchtigte Conciergerie in Paris

(1): Metropolenreport Temeswar    Die drittgrößte Stadt Rumäniens, die im Westen an der Grenze zu Serbien liegt, boomt: wirtschaftlich und kulturell. Man spricht hier sogar von Vollbeschäftigung. 2021 wird Temeswar Kulturhauptstadt Europas sein. Weite Teile der historischen Altstadt sind bereits frisch renoviert. Zahlreiche Altbauten erinnern an die Zeit, als Temeswar Teil der K.-u.-k.- Monarchie war. Doch das ist nur ein Kapitel in der Geschichte der Stadt. Genauso wie die Demonstrationen, die 1989 hier begannen, sich über ganz Rumänien ausbreiteten und zum Sturz Ceausescus führten. Doch die Stadt blickt nach vorne, der Aufbruch ist in vollem Gang. „Metropolis“ besucht die Künstler und Kulturschaffenden der Stadt und fragt sie nach ihren Visionen und der Zukunft von Temeswar.  

(2): Stéphane Thidet flutet die berüchtigte Conciergerie in Paris    Er ist ein Dompteur der Naturgewalten: Stéphane Thidet versteinert Pflanzen, lässt Felsbrocken durch alte Gemäuer rutschen und leitet Regen in das Innere eines Hauses. Der französische Künstler fühlt sich vom nassen Element angezogen: Bei ihm fließt ein Bach durch ein Krankenhausfoyer und Baumstümpfe schweben auf dem Wasserspiegel. In diesem Frühjahr will er die alte Conciergerie in Paris fluten. Wasser aus der Seine soll auf einer achterbahnartigen Konstruktion in das Innere des alten Gefängnisses strömen.

Sonntag, 25.03. / 17.25 Uhr / Kupka ~ Pionier der abstrakten Kunst
Dokumentation, Frankreich, 2016, CT, ARTE        53 Min.
Regie: Jacques Loeuille
Online verfügbar von 25/03 bis 24/04
Erstausstrahlung

Neben Kandinsky, Mondrian oder Malewitsch führte er maßgeblich die moderne Kunst in das Zeitalter der Abstraktion: Der tschechische Maler Frantisek Kupka (1871-1957) lebte in einer Zeit, in der zahlreiche avantgardistische Kunstrichtungen aufeinandertrafen. Dennoch hat er sich nie zu einer bestimmten Bewegung bekannt. Sein künstlerischer Alleingang inspirierte ihn 1912 zu „Amorpha, Fuge in zwei Farben“g, das in der Kunstwelt für Aufsehen sorgte, da es das erste nichtgegenständliche Werk war, das im Pariser Herbstsalon öffentlich ausgestellt wurde. ARTE zeigt die Dokumentation anlässlich der Ausstellung im Pariser Grand Palais, die vom 21. März bis 30. Juli 2018 zu sehen ist.

In seinen langen Lebensjahren sah Frantisek Kupka (1871-1957), wie sich zahlreiche moderne Kunstrichtungen wie Impressionismus, Futurismus, Kubismus, Dadaismus und Suprematismus einander ablösten. Er selbst bekannte sich allerdings nie zu einer Strömung; sein bahnbrechendes Werk schuf er im Alleingang. 1912 sorgte er mit „Amorpha, Fuge in zwei Farben“g für Aufsehen, das als erstes öffentlich ausgestelltes, nichtgegenständliches Werk in die Kunstgeschichte einging. Ein Einzelgänger, gebildet, engagiert – die ihm gebührende Anerkennung ist Kupka lange vorenthalten worden. Und doch ist er einer der bedeutendsten und maßgeblichen Maler unserer Moderne.    Die Inspiration für sein künstlerisches Vokabular schöpfte er aus Bereichen wie der Stilisierung von Naturlandschaften, den Parallelen von Farbe und Musik, aus dekonstruierten Bewegungsabläufen und der künstlerischen Interpretation des Sternenhimmels. Aus der Verbindung all dieser Sinneswahrnehmungen entstand eine neue, universelle Sprache, die der tschechische Maler fortwährend weiterentwickelte.    Erstaunlich ist, dass Kupka auch ein talentierter Karikaturist war, der sich gesellschaftlich engagierte und mit seinen bissigen Zeichnungen in französischen Satirezeitschriften wie „L’fAssiette au beurre“g das Bürgertum auf die Schippe nahm; er verurteilte Religion, Krieg und Kapitalismus. Was ihn nicht daran hinderte, 1914 trotz seines fortgeschrittenen Alters für Frankreich in den Ersten Weltkrieg zu ziehen.    Wie andere Pioniere der abstrakten Kunst interessierte sich Kupka stark für Theosophie und Spiritualität. Er dachte viel über metaphysische Fragen, aber auch über die Schöpfung nach und darüber, welchen Platz der Mensch im Zentrum des Universums einnimmt. Für die Theosophen ist klar, dass der Mensch mit Hilfe von Meditations- und Versenkungstechniken seine körperliche Hülle verlassen kann, um nur noch reiner Geist zu sein. Die Abstraktion war für Kupka nur ein Schritt auf dem Weg zu einer rein geistigen Ausdrucksweise, um die Seele der Betrachter unmittelbar zu erreichen.

Sonntag, 25.03. / 18.20 Uhr / Stars von morgen präsentiert von Rolando Villazón
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        44 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Elias Grandy
Orchester: Junge Sinfonie Berlin
Moderation: Rolando Villazón
Mit: Salaputia Brass, Julia Lange (Gitarre), Gaëlle Arquez (Mezzosopran), Asya Fateyeva (Saxophon)

Online verfügbar von 25/03 bis 24/04
Erstausstrahlung

In der letzten Folgen dieser "Stars von morgen"-Staffel präsentiert Publikumsliebling Rolando Villazón einmal mehr junge Musiker, die am Beginn einer internationalen Karriere stehen. Im ehemaligen Stummfilmkino Delphi begrüßt er die Mezzosopranistin Gaëlle Arquez, die Gitarristin Julia Lange, die Saxophonistin Asya Fateyeva und das Ensemble Salaputia Brass.    

Gaëlle Arquez
Gaëlle Arquez
© Thomas Ernst

Gaëlle Arquez war der Star bei den Bregenzer Festspielen 2017 und schlug als Carmen das Publikum in ihren Bann. Die französische Mezzosopranistin hat in Paris studiert, wo sie 2013 ihr Debüt an der Opéra Bastille gab. Mittlerweile singt sie mit großem Erfolg an den großen Opernhäusern in Wien, München, Madrid und Frankfurt.    

Julia Lange und Rolando Villazón
Im ehemaligen Stummfilmkino Delphi begrüßt Rolando Villazón die Gitarristin Julia Lange
© Thomas Ernst

Sie ist mit Hunderttausenden Aufrufen ihrer Videos auf ihrem eigenen Channel schon ein YouTube-Star: Julia Lange, die auf Bundesebene bereits dreimal den Wettbewerb "Jugend musiziert" gewann. Dass sie nicht nur meisterhaft klassische Gitarre, sondern genauso virtuos Westerngitarre spielt, zeigt sie eindrucksvoll bei den "Stars von morgen".    

Asya Fateyeva
Asya Fateyeva

© Thomas Ernst

Asya Fateyeva ist bereits ECHO Klassik-Preisträgerin und wurde von der Presse als "Sensation für die Musikwelt" gefeiert. Die junge auf der Krim geborene Saxophonistin hat sich zum Ziel gesetzt, dem klassischen Saxophon seinen selbstverständlichen Platz im Musikleben zu geben.    

Salaputia Brass
Salaputia Brass
© Thomas Ernst

Sie waren alle im Bundesjugendorchester, bevor sie 2011 ein neues Blechbläserensemble gründeten. Inzwischen nehmen die Musiker von Salaputia Brass CDs auf und überraschen bei ihren Auftritten mit fetzigen eigenen Arrangements.     Das "Stars von morgen"-Orchester, die Junge Sinfonie Berlin, spielt dieses Mal unter der Leitung von Elias Grandy.

Zusatzinfo: In vier neuen Folgen der Reihe "Stars von morgen" präsentiert Rolando Villazón wieder junge Musiker, die am Beginn einer außergewöhnlichen Karriere stehen. Schauplatz der Sendung ist das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Berlin. Begleitet werden die Künstler bei ihren Auftritten von der Jungen Sinfonie Berlin.

Sonntag, 25.03. / 22.15 Uhr / Jayne Mansfield - Glanz und Elend einer Blondine
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F        53 Min.
Regie: Patrick Jeudy

Sie war wie Marilyn Monroe eines der Sexsymbole der 50er Jahre und die meistfotografierte Darstellerin in Hollywood: Jayne Mansfield. Die US-Schauspielerin mit der großzügigen Oberweite kämpfte ihr Leben lang gegen ihr Image als dummes Blondchen. Sie gewinnt immer wieder bei Misswahlen, später lässt sie sich als vollbusiges Playmate vermarkten. In ihrem ersten Film „Female Jungle“ spielt sie eine Nymphomanin. Im Alter von nur 34 Jahren verstarb die fünffache Mutter bei einem Autounfall. Die Dokumentation taucht in das Hollywood der 50er Jahre ein und erzählt die wahre Geschichte der Jayne Mansfield.

Am 29. Juni 1967 verstarb Jayne Mansfield im Alter von 34 Jahren bei einem Autounfall. Sie war mit ihrem Verlobten Sam Brody und drei ihrer fünf Kinder auf der Heimreise, als der Chauffeur Ronnie Harrison mit dem blauen Buick Electra in einen Lkw fuhr. Nur die Kinder überlebten. Die Hollywoodschauspielerin, die das Leben so sehr liebte, starb einen frühen Tod. Doch Schlagzeilen machte Jayne, mit richtigem Namen Vera Jayne Palmer, schon lange nicht mehr.    Die Schauspielerin mit dem großzügigen Dekolleté und dem hübschen Gesicht setzt alles daran, ein Star zu werden. Sie versteht es, sich in Szene zu setzen und wird schließlich die meistfotografierte Darstellerin in Hollywood: Zwischen 1956 und 1957 werden mehr als 2.500 Fotos in Zeitschriften veröffentlicht. Von der Presse wird sie bald als „blonde Sexbombe“ gefeiert. In ihrem ersten Film „Female Jungle“ spielt sie eine Nymphomanin.    Sie leidet darunter, dass Hollywood sie nur wegen ihrer Kurven zu schätzen weiß und kämpft ein Leben lang gegen ihr Image als dummes Blondchen: Sie will die Heldin eines Films sein, der die wahre Jayne Mansfield zeigt. Dennoch akzeptiert Jayne Mansfield den Schritt von der Filmikone zum Playmate. Sie beschreitet den klassischen Casting-Parcours der Stars und Sternchen und nimmt auch kleine Rollen in der Hoffnung an, endlich entdeckt zu werden. Obwohl ihr schließlich der große Durchbruch gelingt, ist ihr Leben ein ständiger Wettbewerb. Sie liebt Misswahlen und sie verdient damit ihr Geld – genau wie ihr zweiter Ehemann, der zum Mister Universum gekürt wurde. Jayne Mansfield lehnt kein Angebot ab.    Marilyn Monroe und Jayne Mansfield – zwei Seiten derselben Medaille. Beide ereilt das Schicksal eines tragischen Todes. Monroe steht auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs als Schauspielerin, wird von allen vergöttert, gilt als klug und nimmt sich trotzdem das Leben. Die fünffache Mutter Jayne Mansfield stirbt bei einem Autounfall, als sie noch um Anerkennung kämpft. Zuletzt nimmt sie LSD, hat selbstzerstörerische Panikattacken und verkörpert auf der Bühne nur noch das Wahrzeichen eines alten Hollywoods. Ihr Leben endet auf den schäbigen Klatschseiten einer Provinzzeitung.

Zusatzinfo:  Wer würde heute in der Lage sein, Jayne Mansfield auf der Leinwand zu verkörpern? Wie damals Jayne antworteten im Jahr 2014 zahlreiche Frauen auf die Anzeige des Regisseurs Patrick Jeudy, um in Los Angeles bei einem Casting für eine Reality-Show mitzumachen. Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus dem Casting, daneben Filmausschnitte und Archivaufnahmen der echten Jayne Mansfield. Ausgehend von ihrer Biografie gewährt das Porträt auch Einblicke in die Traumfabrik Hollywood der 50er Jahre, die der heutigen in vielem ähnelt. Mehr im Internet unter: cinema.arte.tv

Sonntag, 25.03. / 23.05 Uhr / Überlebenskünstler
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF        52 Min.
Regie: Holger Preuße, Claus Wischmann
Online verfügbar von 25/03 bis 24/04

Sie leben zwei Leben. Den Job brauchen sie fürs Geld, die Musik für ihr Seelenheil. Sie stehen abends umjubelt auf der Bühne und putzen am nächsten Morgen die Toiletten. Sie greifen in die Tasten und sortieren anschließend den Müll. Sie interpretieren Beethoven und reparieren dann den Auspuff. Sie sind Überlebenskünstler. Der Dokumentarfilm porträtiert professionelle Musiker aus Israel, der Ukraine und Deutschland, die mit großer Leidenschaft und Können ihrer Kunst nachgehen, die aber alle zudem einen Brotjob haben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

„Kann man davon leben?“, wird ein Musiker gefragt. „Die einen ja, die anderen nein“, ist die Antwort. In dieser Geschichte geht es um die anderen: professionelle Musiker, die mit großer Leidenschaft und Können ihrer Kunst nachgehen und die dennoch nebenher arbeiten müssen. Entweder um über die Runden zu kommen oder weil ihnen sonst etwas Lebensnotwendiges fehlen würde: als Hausdame in einem Hotel, als Müllmann, Automechaniker oder als Arzt.    Die Protagonisten dieses Filmes leben zwei Leben: Sie stehen abends umjubelt auf der Bühne und putzen am nächsten Morgen die Toiletten. Sie greifen in die Tasten und sortieren anschließend den Müll. Sie interpretieren Beethoven und reparieren dann den Auspuff. Mit Selbstverständlichkeit und Würde meistern sie ihr Leben, begeistern sich für ihre Musik und sehen ihr zweites Leben eher nüchtern. Ihren Beruf betreiben sie, weil er ihnen ihr eigentliches Leben ermöglicht, eines für die Musik. Wie bekommen sie diesen Spagat hin? Wie sieht der Alltag dieser Überlebenskünstler aus? Diese Geschichte spielt an ganz unterschiedlichen Orten: in Israel, in der Ukraine und Deutschland.    Roman Krasnovsky spielt auf den berühmtesten Orgeln weltweit. Er konzertiert in New York, Paris und Berlin. In seiner Heimat Israel arbeitet er als Müllmann. Andrej Kulischko ist Oboist in der Staatlichen Philharmonie der Ukraine in Kiew. Seitdem im Osten der Ukraine Krieg herrscht, müssen die Menschen mehr als je zuvor ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Er tut es als Automechaniker.    Nach ihrer Gesangsausbildung in Griechenland kam Melina Paschalidou nach Deutschland. Bis es mit einem festen Engagement als Sopranistin klappt, hält sie sich als Hausmädchen in einem Hotel über Wasser. Ein Casting bei der Künstlervermittlung und Vorstellungstermine in London und in Griechenland geben ihr Hoffnung. Wird sie es von den kleinen Bühnen an große Konzerthäuser schaffen?

Sonntag, 25.03. / 00.00 Uhr / Die Musketiere im Damenstifte
Eine Operette von Louis Varney
Operette, Frankreich, 2015, ARTE F        119 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Laurent Campellone
Chorleitung: Geoffroy Jourdain
Kostüme: Vanessa Sannino
Chor: Les Cris de Paris
Choreographie: Glyslein Lefever
Komponist: Louis Varney
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Laurent Peduzzi
Libretto: Jules Prével, Paul Ferrier
Licht: Marie-Christine Soma
Inszenierung: Jérôme Deschamps
Orchester: Orchestre Symphonique de l’fOpéra de Toulon

Mit: Marc Canturri (Narcisse de Brissac), Sébastien Guèze (Gontran de Solanges), Franck Leguérinel (Der Abbé Bridaine), Anne-Catherine Gillet (Simone), Anne-Marine Suire (Marie de Pontcourlay), Antoinette Dennefeld (Louise de Pontcourlay), Nicole Monestier (Die Oberin), Doris Lamprecht (Schwester Opportuna), Jérôme Deschamps (Der Gouverneur)

Online verfügbar von 25/03 bis 24/05
Zwischen Oper und Boulevardkomödie: Vorwitzige Klosterschülerinnen, gutgläubige Nonnen, ein durchgeknallter Abt und ein schräger Gouverneur sorgen in dieser mitreißenden Operette aus der Belle Epoque für Stimmung. Unter dem schwungvollen Dirigat von Laurent Campellone lassen Musiker, Solisten und Choristen fast vergessen, dass dieses Stück bereits 135 Jahre alt ist. Jérôme Deschamps‘e Neuinszenierung des selten gespielten Werks wurde an der Pariser Opéra Comique mit großem Beifall aufgenommen.

Die Opéra Comique in Paris zeigt jedes Jahr ein verkanntes – oder zumindest selten gespieltes – Juwel des französischen Repertoires. Zum Abschluss der Spielzeit 2014/15 war das Louis Varneys großartige Operette „Les Mousquetaires au Couvent“g (1880), einer der größten Erfolge der Belle Epoque.    Die Liebesgeschichte spielt im 17. Jahrhundert, zur Zeit der Herrschaft Ludwigs XIII., in der Provinz Touraine. Während Kardinal Richelieu eine neue Verschwörung fürchtet, schleichen sich zwei durchtriebene Musketiere als Pilger verkleidet in das Kloster ein, wo ihre Herzensdamen, die Ordensschwestern, festgehalten werden …c    Doch hinter der fröhlich-frechen Oberfläche des Textes verbirgt sich auch eine ernste Aussage: Louis Varney stellt die Religion als Zwang wider die menschliche Natur dar. Ein für die damalige Zeit gewagtes Stück, dessen Uraufführung im Pariser Théâtre des Bouffes-Parisiens ein rauschender Erfolg war.    Für die musikalische Untermalung sorgen das Orchestre Symphonique de l’fOpéra de Toulon unter der Leitung von Laurent Campellone und der Chor Les Cris de Paris, dirigiert von Geoffroy Jourdain. Die schwungvolle Musik von Louis Varney wird von amüsanten Zwischenspielen unterbrochen. Unter den Solisten ist Anne-Catherine Gillet als Simone mit ihrem zauberhaften Timbre und meisterhafter Technik die unbestrittene Königin des Abends. Anne-Marine Suire gibt als Marie de Pontcourlay ein glänzendes Debüt an der Pariser Opéra Comique.    Jérôme Deschamps‘e Inszenierung – seine letzte als Intendant der Opéra Comique (2007-2015) – bleibt ebenso wie Bühnenbild und Kostüme der Entstehungszeit des Werkes treu; zeitgenössisches Vokabular und moderne Requisiten bilden dazu einen subtilen, aber deshalb nicht minder komischen sprachlichen und optischen Kontrast.[Zusatzinfo]:    Die Inszenierung wurde am 15. und 17. Juni 2015 an der Pariser Opéra Comique für ARTE aufgezeichnet.    Jérôme Deschamps ist in Frankreich in den 90er Jahren durch die TV-Serie „Les Deschiens“g bekanntgeworden, die er gemeinsam mit Macha Makeïeff nach dem Theaterstück „La Famille Deschiens“g schuf. Sie begeisterten ihr Publikum mit einem bunten Potpourri an Sketchen mit allerlei losem Nonsens, die den Alltag und die Ansichten des Durchschnittsfranzosen ins Absurde verkehrten; heute sind die vergnüglichen Auftritte der Deschiens fester Bestandteil des französischen Satire-Kanons.

Dienstag, 27.03. / 05.00 Uhr / The Editors in Concert
Berlin Festival 2014
Musik, Deutschland, 2014, RBB        57 Min.
Regie: Paul Hauptmann
Mit: Editors
Online verfügbar von 27/03 bis 26/04

Das Berlin Festival ist fester Bestandteil der Berlin Music Week. 2014 fand es erstmals an einem neuen Ort statt: Vom Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist das Festival nun in den Arena Park umgezogen. ARTE präsentiert eines der Highlights vom Berlin Festival 2014: das Konzert der britischen Indierock-Band Editors.

Das Berlin Festival ist seit einigen Jahren fester Bestandteil der Berlin Music Week. 2014 fand es erstmals an einem neuen Ort statt: Vom Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist das Festival nun in den Arena Park umgezogen und damit näher an die Berliner Clubszene in Kreuzberg und Friedrichshain herangerückt. Mit dem Konzert der britischen Indierock-Band Editors präsentiert ARTE eines der Festival-Highlights.    Die Editors, vier Musiker um Frontmann Tom Smith, lernten sich während des Musikstudiums an der Staffordshire University kennen. 2005 veröffentlichten sie ihr Debütalbum „The Back Room“g, das insbesondere in Großbritannien und den USA große Erfolge feiern konnte. 2007 folgte das zweite Album „An End Has A Start” und 2009 das dritte Album „In This Light and on This Evening“.    Vier Jahre mussten die Fans dann warten, bis die Editors 2013 „The Weight of Your Love“g herausbrachten. In Berlin brachten sie das Publikum mit alten und neuen Songs in Stimmung, von den 2005 erschienenen Debütsingles „Bullets“g und „Munich“g bis zu den 2013 geschriebenen Titeln „Honesty“ und „Formaldehyde“.

Karfreitag, 30.03. / 21.45 Uhr / Queen - Rock the World
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2017, RB        60 Min.
Regie: Christopher Bird
Online verfügbar von 30/03 bis 06/04
Erstausstrahlung

Die Dokumentation „Queen - Rock the World“g begleitet Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon bei der Entstehung ihres sechsten Studioalbums „News of the World“ im Jahr 1977. Mit diesem Album wollten die vier Briten den amerikanischen Markt erobern und starteten ihre bahnbrechende US-Tour. Begleitet wurden sie vom BBC-Reporter Bob Harris, der die Band ganz persönlich getroffen hat und einen Blick hinter die Kulissen der Tour werfen konnte. Jedoch wurde der Film nie fertiggestellt.    Zum 40-jährigen Jubiläum des Albums wurde das alte Material restauriert und neu geschnitten. Der Zuschauer sieht die vier Queen-Mitglieder zwischen den Auftritten, beim Proben und auf der Bühne. Mit dieser Tour gelang der Band der Durchbruch auf dem amerikanischen Markt und machte sie zu den beliebtesten Superstars der Welt. Neben der Tour erhält der Zuschauer auch einen Einblick in die Entstehung der Singles „We Are the Champions“ und „We Will Rock You“, die später zu den größten Hits der Rockgeschichte zählen sollten.

Karfreitag, 30.03. / 22.45 Uhr / Bob Dylan: Trouble No More
Dokumentation, USA, 2017, ZDF        59 Min.
Regie: Jennifer Lebeau
Online verfügbar von 30/03 bis 29/04
Erstausstrahlung

1979, in einer Zeit, als die Welt scheinbar aus den Fugen geriet, entdeckte der 2016 zum Literatur-Nobelpreisträger ernannte Bob Dylan Gott und die christliche Religion für sich. In dieser bis 1981 andauernden "born again"-Periode brachte er drei vom Glauben inspirierte Alben heraus und ging mit einer Reihe großartiger Musiker auf Tournee. In ihrem Dokumentarfilm wechselt Regisseurin Jennifer Lebeau seltene oder nie gesehene Konzert- sowie Probenaufnahmen mit christlichen "Predigten" ab, die von Hollywoodschauspieler Michael Shannon gesprochen werden. Diese spirituelle Periode im Schaffen des Sängers von Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre ist in der öffentlichen Wahrnehmung etwas in Vergessenheit geraten. Nun wird diese Zeit erstmals auch im Film wieder lebendig. Das Archivmaterial dazu war jahrzehntelang verschollen und stammt zum Teil aus den gefeierten "Bootleg Series", die Dylan mit seinem Team aus Proben und Auftritten zusammengestellt hat. Das Konzept zu diesem Dokumentarfilm geht auf Bob Dylan selbst zurück. Er wollte diese Verbindung der zwei dramaturgischen Elemente, die sich durch den Film ziehen: Das eine sollte durch den Prediger verkörpert werden, das andere durch seine Musik. Die Texte von Luc Sante sind als eine emotionale Reise zu verstehen – von Wut über Empörung und Traurigkeit zu Hoffnung. Zur gleichen Zeit sind die Songs von Dylan so kombiniert, dass sie den Zuschauer ebenfalls mit auf eine Reise nehmen: Begeisterung, Beobachtung einer erkrankten Welt, absolute religiöse Hingabe, die Ausdruck findet in der unglaublichen Musik, die Dylan mit seiner Band zu schaffen imstande ist

Ostersonntag, 01.04. / 16.05 Uhr / Eugène Delacroix ~ Ein Maler im Farbenrausch
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F        91 Min.
Regie: Arnaud Xainte
Online verfügbar von 01/04 bis 08/04
Erstausstrahlung

Die Doku-Fiktion schildert die sechsmonatige Reise des Malers Eugène Delacroix nach Marokko und Algerien im Jahr 1832. Auf dieser Reise füllte Delacroix sieben Skizzenhefte mit Zeichnungen, Aquarellen und Notizen. Das gesamte Material diente ihm als Basis für seine anhaltende Beschäftigung mit dem Orient bis zu seinem Tod im Jahr 1863. Aus den rund tausend Skizzen entstanden 80 Meisterwerke der Orientmalerei. Einige davon sind die heute bekanntesten Werke des französischen Malers, wie etwa „Die Frauen von Algier“.

    In der Woche vom 17. bis zum 29. Februar 1864 fand im Auktionshaus Drouot in Paris eine große Versteigerung statt, bei der unter anderem das Atelier des französischen Malers Eugène Delacroix unter den Hammer kam. Veranlasst worden war die Veranstaltung von dem Maler selbst, der engen Freunden und Verwandten am Vorabend seines Todes einige Gegenstände vermacht und dann entschieden hatte, sein gesamtes Atelier öffentlich versteigern zu lassen.

    Unter den Gemälden, Aquarellen, Skizzen, Zeichnungen und Objekten des Künstlers, die zwölf Tage lang an die Meistbietenden gingen, waren auch die Skizzenhefte, die der Maler im Alter von 34 Jahren während einer Reise nach Marokko und Algerien mit Inspirationen gefüllt hatte. Aus den Zeichnungen, Aquarellen und Notizen in den insgesamt sieben Heften entstanden später rund 80 Meisterwerke, von denen einige bis heute zu den bekanntesten Werken des französischen Malers zählen, wie etwa „Die Frauen von Algier“.

    Heute gilt Eugène Delacroix als Begründer der Orientmalerei – dabei hatte seine Reise ursprünglich ein ganz anderes Ziel: Delacroix sollte dem marokkanischen Sultan Moulay Abd er-Rahman und den kommerziell stark in Marokko tätigen Briten eine Friedensbotschaft überbringen und nach der französischen Invasion in Algerien einige Wogen glätten.

    Die Doku-Fiktion schildert die sechsmonatige Reise des französischen Malers von Ende Januar bis Juli 1832. Sie zeigt, wie sich Delacroix im frühen 19. Jahrhundert von der Exotik, der kulturellen Vielfalt und den üppigen Farben in Marokko inspirieren ließ, und wie aus den im Skizzenbuch festgehaltenen Lebens- und Alltagsmomenten seine großen Orientbilder sowie die flächige Farbenmalerei entstanden sind.

Ostersonntag, 01.04. / 17.35 Uhr / Sir Simon Rattle, Elina Garanca und die Berliner Philharmoniker
Konzert von den Osterfestspielen Baden-Baden 2018

Musik, Deutschland, 2018, SWR        90 Min.
Regie: Nele Münchmeyer
Dirigent: Sir Simon Rattle
Komponist: Maurice Ravel, Alban Berg, Igor Strawinsky, Maurice Ravel
Orchester: Berliner Philharmoniker
Mit: Elīna Garanča (Mezzosopran)
Erstausstrahlung


Eines der letzten Konzerte von Sir Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker: Nach fruchtbaren 16 Jahren wird er zum Ende dieser Saison sein Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker niederlegen. Der Konzertabend vereint den britischen Charakterkopf und eine großartige Sängerin, die Mezzosopranistin Elina Garanca, mit Jugendwerken von Alban Berg und Maurice Ravel.

Die Stücke sind in der Zeit des Jugendstils entstanden, als Kunst, Musik und Luxus Hand in Hand gingen: Gustav Klimt verwendete Goldgrund für seine Industriellengattinnen-Porträts, Berg und Ravel schrieben Musik für Luxusstimmen. Bergs "Sieben frühe Lieder" gleichen Jugendsünden: Drei von ihnen hat er 22-jährig bei einem Kompositionsabend uraufgeführt. Später hat er dann sieben seiner frühen Lieder zu diesem Zyklus zusammengefasst. Der junge Ravel vereinte drei Gedichte aus einer von "Tausendundeiner Nacht" inspirierten Gedichtsammlung von Tristan Klingsor zu seinen "Shéhérazade"-Liedern. Shéhérazade erzählt Geschichten aus fernen Ländern, gespickt mit orientalischem Flair, Erotik und Sinnlichkeit. Elina Garancas ausdrucksvoller Mezzo scheint für solche behutsamen Tauchgänge ins menschliche Gefühl wie gemacht.

Hauptwerk des Abends ist Igor Strawinskys Ballettmusik "Petruschka", die 1911 uraufgeführt wurde und zusammen mit "Le Sacre du Printemps" und "Der Feuervogel" seinen Weltruhm begründete. Die Handlung spielt 1830 auf einem Jahrmarkt in Sankt Petersburg. Hauptfiguren sind drei Puppen eines Gauklers, die auf geheimnisvolle Weise zum Leben erwachen: Petruschka, die Ballerina und der Mohr.

Ostersonntag, 01.04. / 01.00 Uhr / Der Messias von G. F. Händel
Musik, Deutschland, 2014, BR        146 Min.
Regie: Hans Hadulla
Dirigent: Peter Dijkstra
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Komponist: Georg Friedrich Händel
Orchester: B'Rock - Belgian Baroque Orchestra Ghent

Mit: Steve Davislim (Tenor), Lawrence Zazzo (Countertenor), Neal Davies (Bassbariton), Julia Doyle (Sopran)
Online verfügbar von 01/04 bis 08/04

In Georg Friedrich Händels geistlichem Oratorium „Messiah“ („Der Messias“) spannt sich der inhaltliche Bogen von der Christusverheißung über die Geburt, Passion, Auferstehung und Himmelfahrt Christi bis hin zum Pfingstgeschehen. Händel selbst hat die Texte für dieses umfassende Werk aus der Bibel zusammengestellt und sie auf erhabene, seelenvolle und anrührende Weise vertont. Mehr noch: Der Komponist hat seinen 1742 in Dublin erstmals aufgeführten „Messiah“ von Anfang an mit einer Geste der Mitmenschlichkeit verknüpft und die Einnahmen der Uraufführung für wohltätige Zwecke gespendet.

Der Chor des Bayerischen Rundfunks zusammen mit dem belgischen Barockensemble B’Rock und herausragenden englischsprachigen Solisten führen Händels bekanntestes Oratorium unter der Leitung von Peter Dijkstra in der Originalsprache auf. Die Solisten sind Julia Doyle (Sopran), Lawrence Zazzo (Countertenor), Steve Davislim (Tenor) und Neal Davies (Bassbariton).

Ostermontag, 02.04. / 23.35 Uhr / Jeanne Moreau - Die Selbstbestimmte
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        54 Min.
Regie: Virginie Linhart
Online verfügbar von 02/04 bis 01/06
Erstausstrahlung

Die französische Schauspielerin war einer der beliebtesten Filmstars der 50er und 60er Jahre und galt als Ikone der Nouvelle Vague: Jeanne Moreau. Am 31. Juli 2017 verstarb sie im Alter von 89 Jahren in Paris. Um ihre Laufbahn zu verstehen, muss man die bedeutendsten der mehr als 100 Filme, in denen sie mitwirkte, Revue passieren lassen: von „Fahrstuhl zum Schafott“ (1958) über „Jules und Jim“ (1961), „Die Nacht“ (1961) und „Die blonde Sünderin“ (1962) bis zu „Tagebuch einer Kammerzofe“ (1964).

„Sobald irgendwo eine ‚Nouvelle Vague‘ auftaucht, klingelt es an meiner Tür, und mein Typ wird verlangt“, pflegte Jeanne Moreau zu sagen. In der Tat kann man ihr Verhältnis zum Kino nicht treffender beschreiben. In der Blütezeit der Nouvelle Vague – ab Ende der 50er und in den 60er Jahren – wurde Jeanne Moreau zur Muse so bedeutender Regisseure wie Louis Malle, Michelangelo Antonioni, François Truffaut, Jacques Demy, Orson Welles und Luis Buñuel. Sie alle verstanden es, das raue Timbre ihrer Stimme und ihr unverwechselbares Spiel auf der Leinwand zur Geltung zu bringen.Jeanne Moreau war bereits vor der Neuen Frauenbewegung eine freie Frau, die sich als Schauspielerin in einer normativen Gesellschaft über Tabus hinwegsetzte und sich auch privat nicht von Konventionen einengen ließ. Für sie gab es keine festen Grenzen zwischen Leben und Bühne; entscheidend für beides waren Begegnungen.Daraus ergab sich eine unglaubliche Karriere mit mehr als 100 Film- und 50 Theaterrollen sowie einer Vielzahl unvergesslicher Chansons. Die Dokumentation zeigt sie in ihren bedeutendsten Rollen: von „Fahrstuhl zum Schafott“ (1958) über „Jules und Jim“ (1961), „Die Nacht“ (1961) und „Die blonde Sünderin“ (1962) bis zu „Tagebuch einer Kammerzofe“ (1964). In ihrer mehr als 50-jährigen Karriere hat sie sich ihre Popularität bei Publikum und Filmemachern in der ganzen Welt bewahrt. Neben der Auszeichnung als beste Darstellerin in Cannes verlieh ihr das Filmfestival 2004 auch die Goldene Palme für ihr Lebenswerk.

Mittwoch, 04.04. / 22.50 Uhr / Pasolini
Spielfilm, Frankreich, Italien, Belgien, 2013, ARTE F        78 Min.
Regie: Abel Ferrara
Kamera: Stefano Falivene
Schnitt: Fabio Nunziata
Musik: Johann Sebastian Bach
Produktion: Capricci Films, Urania Pictures, Tarantula, Dublin Films, ARTE France
Produzent: Thierry Lounas, Fabio Massimo Cacciatori, Joseph Rouschop, Conchita Airoldi, Olivier Père

Drehbuch: Abel Ferrara, Maurizio Braucci

Mit: Willem Dafoe (Pier Paolo Pasolini), Riccardo Scamarcio (Ninetto Davoli), Ninetto Davoli (Epifanio), Maria de Medeiros (Laura Betti), Adriana Asti (Susanna Pasolini), Valerio Mastandrea (Nico Naldini), Roberto Zibetti (Carlo), Giada Colagrande (Graziella Chiarcossi)
Online verfügbar von 04/04 bis 12/04
Erstausstrahlung

„Pasolini“ eröffnet mit Ausschnitten aus „Die 120 Tage von Sodom“, Pasolinis skandalträchtigem letzten Film. Die Szenen zeigen die Erniedrigung von Frauen und Männern, wirken faschistoid. Bei einer Pressevorführung in Stockholm beantwortet Pasolini die Fragen eines Reporters. Schockiert zu werden sei ein Vergnügen, dem sich nur Moralisten entzögen.

Abel Ferrara zeichnet ein treffendes Porträt des kompromisslosen Künstlers. Raffiniert verwebt er Briefe, Buchprojekte und Interviews in die Erzählung von Pasolinis letzten Stunden. Die Fragmente seines neuen Projekts „Petrolio“ sind im Original zu hören. Neben Pasolinis letztem Tag evoziert Ferrara Elemente aus Pasolinis Leben: seine Homosexualität, seine Vorliebe für das einfache Leben, die Vorstadtjugend. Er zeigt einen politischen Aktivisten und kompromisslosen Künstler, dessen „Stab“ aus Familie besteht: Mutter und Cousine wohnen im Haus, umsorgen ihn, machen seine Termine.

In das Porträt des Künstlers mischt sich eine weitere Erzählebene: Pasolinis neues Filmprojekt. Epifanio und Ninetto folgen dem Stern der Weisen. Diese Fiktionsebene vermischt sich in der Folge mit der Darstellung von Pasolinis letzten Stunden. Die lebensbejahende Grundstimmung dieser Erzählebene kontrastiert mit der brutalen und niederträchtigen Ermordung Pasolinis.

Willem Dafoe gelingt eine geradezu mimetische Anverwandlung an seine Rolle. Der Film spielt nicht nur an originalen Schauplätzen, sondern Dafoe trägt tatsächlich Pasolinis Anzüge (oder Kopien davon), die die Pasolini-Erbin Laura Betti zur Verfügung gestellt hat.

Ein untypischer, leiser Ferrara-Film – für die Fans eine Überraschung.

Zusatzinfo:
Abel Ferrara wurde in den 80er Jahren bekannt mit Filmen wie „Die Frau mit der 45er Magnum“ (1981), in dem die Hauptfigur vergewaltigt wird und sich dann mit einem Blutbad an der Männerwelt rächt, oder „Krieg in Chinatown“ (1987). Auch „Bad Lieutenant“ (1992) zählt zu seinen erfolgreicheren Filmen. In seinen Filmen inszeniert er oft Gewaltexzesse und schreckt auch vor Geschmacklosigkeiten nicht zurück. Generell bewegt sich Ferrara zwischen Independent-Film und Hollywood, konnte für seine Projekte aber oft Charakter-Darsteller gewinnen wie Harvey Keitel oder für „Pasolini“ Willem Dafoe.

Freitag, 06.04. / 21:40 Uhr / Michael Jackson's Journey from Motown to Off the Wall
Dokumentarfilm, USA, 2015, ARTE F, ZDF        89 Min.
Regie: Spike Lee
Online verfügbar von 06/04 bis 14/04

Im Februar 2016, mitten im Black History Month, kam Spike Lees Dokumentarfilm „Michael Jackson's Journey from Motown to Off the Wall“ gemeinsam mit einer exklusiven Fassung des Erfolgsalbums „Off The Wall“ in die Läden. Mit „Off the Wall“, einem der meistverkauften Alben aller Zeiten, schuf Michael Jackson einen Meilenstein in der Geschichte des Pop und bewies im Alter von nur 20 Jahren bereits seine herausragende Begabung als Musiker und kreativer Visionär.

Vor allem aber hatte Jackson ein Werk geschaffen, dessen perfekte Symbiose aus Entertainment und großartigem Songwriting seinen um soziale Anerkennung kämpfenden schwarzen Musikerkollegen der späten 70er Jahre als Vorbild diente. So unterschiedliche Künstler wie Beyoncé, Pharrel Williams, Kendrick Lamar oder The Weeknd wurden durch „Off the Wall“ dazu inspiriert, es dem „King of Pop“ gleichzutun und in die Riege der Weltstars aufzusteigen.

Für seinen Dokumentarfilm verarbeitete Regisseur Spike Lee eine Fülle von Material aus Jacksons persönlichen Archiven sowie Interviews mit Musikern und Familienmitgliedern. Er lädt ein zu einer Reise auf den Spuren des „King“: von den Jahren bei Motown, wo alles begann, über seine Vertragsunterzeichnung bei CBS bis hin zur Partnerschaft mit Produzentenlegende Quincy Jones. Ein mitreißender Blick auf die Entwicklung eines ebenso ernsthaften wie leidenschaftlichen Jungen zum „King of Pop“.

Interviewpartner sind unter anderem Lee Daniels, The Weeknd, Pharrell Williams, Misty Copeland, Kobe Bryant, Mark Ronson, John Legend, Questlove, Katherine, Joe, Marlon und Jackie Jackson sowie L.A. Reid.

Zusatzinfo:
    „Michael Jackson's Journey from Motown to Off the Wall“ wurde erstmals im Januar 2016 beim Sundance Festival als Preview gezeigt. Am 5. Februar 2016 feierte der Dokumentarfilm TV-Premiere im US-Fernsehen.
Freitag, 06.04. / 23.10 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 06/04 bis 05/07
Erstausstrahlung

    (1): Der Afro-Trap-Star MHD – Live und Plattencheck
    (2): Food Porn
    (3): Wildes Herz

Diese Woche in „Tracks“: Die Protagonisten des Food-Porn-Trends stellen ihre Arbeiten vor; der französische Afro-Trap-Star MHD durchwühlt alte Plattenkisten und stellt seine Live-Qualitäten unter Beweis; außerdem hat „Tracks“ den Film „Wildes Herz“ über Monchi, den Sänger der chartstürmenden Punkband Feine Sahne Fischfilet, vorab gesehen.

(1): Der Afro-Trap-Star MHD – Live und Plattencheck
MHD ist nicht dem Zeitgeist hinterhergelaufen, sondern hat ihn selbst geprägt. Indem er seine afrikanischen Wurzeln auch musikalisch würdigt, ohne seine französische Seite zu verleugnen, hat er mit Afro Trap den Sound der Gegenwart kreiert: international, frisch und tanzbar!

(2): Food Porn
Wurde Instagram eigentlich für Food Porn erfunden? Oder doch umgekehrt? Auf jeden Fall wimmelt es dort von Bildern, auf denen Essbares zu sehen ist. Einige Künstler treiben diesen Trend nun auf die Spitze und schaffen ganze Bilderwelten aus Essen.

(3): Wildes Herz
Während das neue Album der Punkband Feine Sahne Fischfilet seit Anfang dieses Jahres die Charts erobert, erscheint im April in Deutschland mit „Wildes Herz“ ein filmisches Porträt ihres Sängers Monchi. Fazit: absolut sehenswert.

Freitag, 06.04. / 23.55 Uhr / Owen Pallett & stargaze @ Reeperbahnfestival 2017
Elbphilharmonie Hamburg
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        61 Min.
Regie: Silke Stubenvoll
Mit: Owen Pallett
Online verfügbar von 06/04 bis 06/05
Erstausstrahlung

Wahlweise als "Paganini des Pop" oder "The World's Most Popular Gay Postmodern Harpsichord Nerd" bezeichnet, ist Owen Pallett ganz klar eine der zentralen Figuren der kanadischen Indie-Szene. Pallett, der schon seit seinem dritten Lebensjahr Violine spielt, wurde vor allem mit seinem Projekt Final Fantasy bekannt. Darüber hinaus unterstützte er schon einige der besten Indie-Bands, wie Arcade Fire oder The Last Shadow Puppets. Seit ein paar Jahren veröffentlicht der Vorzeigemusiker nun auch unter eigenem Namen einige großartige Soloprojekte, so auch sein letztes Studioalbum "In Conflict". Rhythmische Streicher, orchestraler Sound und darüber die einfühlsame Stimme des Multitalents – seine Lieder gehen definitiv unter die Haut. Außerdem wurde Owen Pallett auch schon für den Oscar nominiert: Zusammen mit Will Butler von Arcade Fire komponierte er den brillanten Soundtrack zum Film "Her". Zum Abschluss des Reeperbahn Festivals, dessen Partnerland in diesem Jahr auch Owens Heimat Kanada war, begab sich der Vorzeigemusiker nun in die heiligen Hallen der Elbphilharmonie. Gemeinsam mit dem Berliner Künstlerkollektiv stargaze, das vor allem für die Zusammenarbeit mit Musikern wie Lee Ranaldo (Sonic Youth), The Notwist und Nils Frahm bekannt ist, interpretiert der Kanadier seine Songs in einem völlig neuen Gewand.

Freitag, 06.04. / 00.55 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Erstausstrahlung

Freitag, 06.04. / 01.35 / Follow Me: Arabische Videostars
Dokumentation, Deutschland, 2017, SWR        51 Min.
Regie: Farid Eslam
Wiederholung vom 27.03.

Samstag, 07.04. / 23.25 Uhr / Streetphilosophy ~ Hedonismus: Maximiere die Lust!
Magazin, Deutschland, 2016, RBB        26 Min.
Regie: Simon Hufeisen, Dominik Bretsch
Moderation: Jonas Bosslet

In dieser Folge begleitet „Streetphilosophy”h Jonas durch Berlin, die Hauptstadt des Hedonismus. Nach maximaler Lust und Glück zu streben ist hier oberstes Gebot. Kann ein Leben, das auf den Moment ausgerichtet ist, wirklich auf Dauer zufrieden und glücklich machen? Oder lebt es sich besser, wenn der Exzess eine Ausnahme bleibt?

In der Hauptstadt trifft Jonas den Hedonisten Thomas Tänzer. Dieser besitzt zwei Hotels in Berlin-Mitte und hat sich auf die Bedürfnisse von seinesgleichen spezialisiert. Maximale Lust heißt für ihn: alles mitnehmen – am besten links neben der Überhohlspur.

Danach streift Jonas mit Glücksforscherin und Psychologin Anna Pohlmeyer durch ein Discounter-Möbelhaus in Berlin-Marzahn. Mit ihr spricht er darüber, wie Dinge gestaltet sein müssen, damit sie uns glücklich machen, und wie man in eine „hedonistische Tretmühle”h gerät.

Am nächsten Mittag geht Jonas mit Rapper Yung Hurn ins Freibad: baden und Bier, während andere arbeiten – ein perfekter Tag für beide. Sie sprechen darüber, welche Vorzüge es hat, immer ganz frei im Moment zu leben, sich auf nichts festzulegen.

Anschließend trifft Jonas auf die Philosophin Svenja Flaßpöhler. Sie erzählt Jonas, dass Hedonismus in der Philosophie viel mehr bedeutet den Schmerz zu vermeiden als allein die Lust zu maximieren.

Abends geht Jonas in Clärchens Ballhaus. Dort arbeitet Ilka Eichler bereits seit 25 Jahren an der Garderobe. Für sie bedeutet Glück nicht Whirlpool und Champagner, sondern zufrieden zu sein mit dem, was man hat.

Samstag, 07.04. / 23.55 Uhr /  Square für Künstler ~ Carte Blanche für Philippe Claudel
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung

Samstag, 07.04. / 00.20 Uhr / Kurzschluss - Das Magazin ~ Animationsfilmfestival Rennes
Magazin, Frankreich, 2018, ARTE F        52 Min.
Online verfügbar von 07/04 bis 14/04
Erstausstrahlung

„Kurzschluss - Das Magazin“g zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt – und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Mehr Infos unter: arte.tv/kurzschluss

(1): Charles
Animationsfilm von Dominic Etienne Simard, Frankreich 2017
Charles ist anders als die anderen. Er ist ein kleiner Junge mit erwachsenen Problemen. Zuhause muss er sich um seine bewegungsunfähige Mutter kümmern, die ihn sehr vernachlässigt. In der Schule wird er wegen seiner Andersartigkeit ausgegrenzt. Um den Hänseleien zu entkommen, flüchtet er sich in eine von Fröschen bevölkerte Parallelwelt.

(2): Privatvorführung – Charles
Ein Erzieher schaut sich den Animationsfilm „Charles“g an und kommentiert ihn.

(3): Böses Mädchen
Animationsfilm von Ayce Kartal, Türkei 2016
S. ist acht Jahre alt und lebt in der Türkei. Sie hat eine blühende Fantasie und liebt Tiere und die Natur. S. wirkt wie ein fröhliches, aufgewecktes Kind. Aber in ihre Erinnerungen an glückliche Kindertage, zum Beispiel die Ferien bei den Großeltern, mischen sich oft dunkle Gedanken: solche an Monster, die sie bedrohen und ihr sagen, dass sie ein böses Mädchen sei. Nach und nach erzählt S. immer mehr von sich und es wird klar, dass sie sich im Krankenhaus aufhält – und allmählich wird auch klar, weshalb. Mit den Gedanken an unbeschwerte Tage versucht sie, sich etwas vom Krankenhausalltag und den wiederkehrenden, schrecklichen Erinnerungen abzulenken.
„Böses Mädchen“g gewann 2018 den Grand Prix des nationalen Wettbewerbs auf dem Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand. Mit einer bedrückenden Leichtigkeit erzählt er die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte eines Kindesmissbrauchs. Nach seinem vielfach prämierten Kurzfilm „Backward Run“g (2013) über die Proteste im Istanbuler Gezi-Park zeichnete Ayce Kartal nun ein gefühlvoll-subtiles Porträt einer gebrochenen Kinderseele – erstellt aus 10.000 Einzelzeichnungen. Der 1977 in Istanbul geborene Filmemacher studierte in seiner Heimat Animationsfilm und schloss ein Studium an der New York Film Academy an.

(4): Begegnung – Ayce Kartal
Der Animationsfilmemacher Ayce Kartal spricht über seinen Film „Böses Mädchen“g.

(5): Der alte Bär
Animationsfilm von Chen Chen, Frankreich 2016
Eine junge Frau lebt in ihrer Stadtwohnung zusammen mit einem alten Bären, um den sie sich wie um einen Senioren kümmert. Täglich kocht sie für ihn und badet ihn. Aber je älter der Bär wird, desto verwirrter wird er und desto stärker wird seine Sehnsucht nach dem Wald. Die junge Frau muss einsehen, dass es so nicht weitergehen kann.
Chen Chen, Jahrgang 1982, hat an der Volksuniversität in Peking studiert, wo er 2004 seinen Abschluss im Fach Animation machte. Einige Jahre lang arbeitete er als Grafiker und Illustrator für Comics und Animationsfilme. Schließlich zog er 2007 nach Frankreich und nahm ein Studium an der Hochschule für Animationsfilm La Poudrière auf. Dort entstanden die Filme „La fin d’fune histoire“g (2009), „Un cadeau très très spécial“g und sein Abschlussfilm „M’féchapper de son regard“g (beide 2010). 2012 schuf er als Artist in Residence in der Maison des Auteurs den Animationsfilm „Carrefour“g. „Der alte Bär“g ist sein neuester Film.

(6): Porträt – Sébastien Laudenbach
Sébastien Laudenbach, der Regisseur von „Das Mädchen ohne Hände“g, spricht über seine ersten Kurzfilme und über die Videoclips, die er für den Sänger Dominique A hergestellt hat.

(7): Die Geister der Vergangenheit
Animationsfilm von Adrienne Nowak, Frankreich 2016
Adrienne fährt nach Polen zurück, um herauszufinden, wie ihre Familie dort während des Kommunismus und des Eisernen Vorhangs gelebt hat. In gelöster Stimmung und ein wenig wehmütig erzählen ihre Verwandten von der Vergangenheit. Dabei entdeckt Adrienne, dass auch Geister das Haus bewohnen, und einige davon sind sogar kommunistisch!
Adrienne Nowak studierte an der staatlichen Hochschule der dekorativen Künste (ENSAD) in Paris. Weitere Animationsfilme, die sie im Laufe ihres Studiums schuf, sind „Milie“g (2010) und „Ma maison“g (2011).

Sonntag, 08.04. / 05.05 Uhr / Thin Skin ~ Der Choreograph Marco Goecke
Dokumentation, Niederlande, 2016, WDR        52 Min.
Regie: Manon Lichtveld, Bas Westerhof
Online verfügbar von 08/04 bis 07/07

Angst liegt in der Luft. Marco Goeckes Tänzer wirken zerbrechlich, dann wieder stark und unaufhaltbar. Das Ausreizen ästhetischer Grenzen, das Spiel mit unbehaglichen Gefühlen wie Angst lassen Goeckes Choreographie für das Nederlands Dans Theater „Thin Skin“g unter die Haut gehen. Das Stück, in dem er Songs von Patti Smith verarbeitet hat, ist zugleich eine Hommage an die Godmother of Punk und ein intimer Einblick in das Seelenleben des deutschen Choreographen selbst, eines einzigartigen Künstlers, der keine Scheu hat, seine Schwächen zu zeigen und diese im Tanz in Stärke umzukehren.

Marco Goecke ist einer der bedeutendsten Choreographen unserer Zeit. Seine kontrovers diskutierten Werke sind dunkel, evokativ und magisch. „Thin Skin“g, das er für das Nederlands Dans Theater schuf, ist ein intimer Einblick in das Seelenleben des kompromisslosen Choreographen. Zugleich ist es eine Hommage an die Punkrock-Ikone Patti Smith, deren poetische Songs Goecke seit vielen Jahren begleiten. In „Ickyucky“g choreographierte er mit „Godspeed“g erstmals einen Song von ihr.

In „Thin Skin“g inszeniert er nun dieses und fünf weitere Stücke der der Godmother of Punk. Die teils atemlos klingenden Lyrics der Sängerin verschmelzen mit Goeckes unbändiger Bewegungssprache zu einer klang- und bildgewaltigen Synthese. Seine Tänzer wirken zerbrechlich, dann wieder stark und unaufhaltbar. Das Ausreizen und Sprengen ästhetischer Grenzen, das Spiel mit unangenehmen und tabuisierten Gefühlen wie Angst lassen eine musikalische und tänzerische Intensität entstehen, die unter die Haut geht.

Die Dokumentation zeigt eine Tournee Goeckes auf europäischen Bühnen. Auf der Reise werden seine Ängste mehr und mehr sichtbar. Diese Ängste und Panikattacken, mit denen er schon ein Leben lang zu kämpfen hat, sind jedoch die treibende Kraft hinter seiner einzigartigen choreographischen Sprache. Er wolle seine Dämonen im Tanz sicht- und spürbar machen und sie so in Schönheit verwandeln, sagt Goecke.

„Thin Skin – Der Choreograph Marco Goecke“g ist ein sehr persönliches Porträt über einen außergewöhnlichen Künstler, der keine Scheu hat, seine persönlichen Abgründe und Schwächen zu offenbaren und diese im Tanz in Stärke zu verwandeln.

Zusatzinfo:
Goecke schuf innerhalb weniger Jahre mehr als 40 Choreographien, die weltweit im Repertoire vieler renommierter Kompanien zu finden sind. 2004 lud ihn Pina Bausch mit seinen Werken „Mopey“g und „Blushing“g zu ihrem alljährlichen Tanztheater-Festival ein. 2015 wurde Goecke vom Fachmagazin „Tanz“g zum Choreographen des Jahres gewählt. „Er hat das, was einen Tanzkünstler einzigartig macht“g, heißt es in der Kritikerbegründung. „Er hat eine unverwechselbare Signatur. Sie kennzeichnet seine surreal vibrierenden Wunderwerke – der Zeit, des Raums, des Körpers.“g

Sonntag, 08.04. / 08.24 Uhr / Kinoköpfe: Was macht ein Drehbuchautor?
Kindersendung, Belgien, 2014, ARTE        5 Min.
Regie: David Mathy
Online verfügbar von 08/04 bis 08/05

Was ein Film ist, das weiß jeder – aber wie er entsteht, können sich viele nicht genau vorstellen. In der Kindersendung „Kinoköpfe“g werden die 15 wichtigsten Filmberufe in jeweils einer kurzen, spannenden Folge vorgestellt. Drei Filmschauspieler treffen Menschen, die in interessanten Berufen in der Filmbranche arbeiten.

Vom Schreiben des Drehbuchs bis zur Vorführung eines Films – jede der kurzen Vorstellungen der verschiedenen Filmberufe behandelt eine Phase im Entstehungsprozess eines Films. Sie beleuchten, welche Etappen Filme bei ihrer Herstellung generell durchlaufen müssen. Dabei stehen nach und nach der Drehbuchautor, der Produzent, der Produktionsassistent, der Caster, der Schauspieler, der Kameramann, der Tontechniker und der Maskenbildner im Scheinwerferlicht. Auch erfahren wir, wie der Berufsalltag eines Regisseurs, eines Cutters, eines Tonmischers, eines Trickspezialisten, eines Coloristen sowie eines Komponisten und schließlich auch eines Kinobetreibers aussieht.

Der Kinder-Kurzfilm „Der Neue“g wird in der ersten Folge von „Kinoköpfe“g in voller Länge gezeigt: In den darauffolgenden Sendungen der Reihe werden die verschiedenen Berufsgruppen aus dem Filmbereich vorgestellt, die an der Entstehung dieses Kurzfilms beteiligt waren. „Der Neue“g erzählt von der Ankunft eines neuen Schülers in einer Klasse. Er zeigt, wie der Neuankömmling Gaston die bereits bestehenden Beziehungen in der Schulklasse verändert und wie neue Freundschaften entstehen.

Sonntag, 08.04. / 08.30 Uhr / Kinoköpfe: Was macht ein Regisseur?
Kindersendung, Belgien, 2014, ARTE        6 Min.
Regie: David Mathy
Online verfügbar von 08/04 bis 08/05

Was ein Film ist, das weiß jeder – aber wie er entsteht, können sich viele nicht genau vorstellen. In der Kindersendung "Kinoköpfe" werden die 15 wichtigsten Filmberufe in jeweils einer kurzen, spannenden Folge vorgestellt. Drei Filmschauspieler treffen Menschen, die in interessanten Berufen in der Filmbranche arbeiten.

Vom Schreiben des Drehbuchs bis zur Vorführung eines Films – jede der kurzen Vorstellungen der verschiedenen Filmberufe behandelt eine Phase im Entstehungsprozess eines Films. Sie beleuchten, welche Etappen Filme bei ihrer Herstellung generell durchlaufen müssen. Dabei stehen nach und nach der Drehbuchautor, der Produzent, der Produktionsassistent, der Caster, der Schauspieler, der Kameramann, der Tontechniker und der Maskenbildner im Scheinwerferlicht. Auch erfahren wir, wie der Berufsalltag eines Regisseurs, eines Cutters, eines Tonmischers, eines Trickspezialisten, eines Coloristen sowie eines Komponisten und schließlich auch eines Kinobetreibers aussieht.

Der Kinder-Kurzfilm "Der Neue" wird in der ersten Folge von "Kinoköpfe" in voller Länge gezeigt: In den darauffolgenden Sendungen der Reihe werden die verschiedenen Berufsgruppen aus dem Filmbereich vorgestellt, die an der Entstehung dieses Kurzfilms beteiligt waren. "Der Neue" erzählt von der Ankunft eines neuen Schülers in einer Klasse. Er zeigt, wie der Neuankömmling Gaston die bereits bestehenden Beziehungen in der Schulklasse verändert und wie neue Freundschaften entstehen.

Sonntag, 08.04. / 11.05 Uhr / Augenschmaus: Renoir, Bal du Moulin de la Galette
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F        26 Min.
Regie: Chantal Allès
Online verfügbar von 08/04 bis 16/04
Erstausstrahlung

1876 und 1881 vollendete Auguste Renoir zwei seiner berühmtesten Bilder: „Bal du Moulin de la Galette“g und „Das Frühstück der Ruderer“g. Die beiden Ölgemälde auf Leinwand sind wahre Hymnen an die Lebensfreude. In ersterem Werk fing der Künstler die heitere, unbeschwerte Stimmung eines Sommertages in einem Tanzlokal auf dem Montmartre ein. Der Pariser Chefkoch Thierry Marx stellt ganz im Geist jener Epoche ein farbenfrohes Menü zusammen.

1876 und 1881 vollendete Auguste Renoir zwei seiner berühmtesten Bilder: „Bal du Moulin de la Galette“g und „Das Frühstück der Ruderer“g. Die beiden Ölgemälde auf Leinwand sind wahre Hymnen an die Lebensfreude. Im „Bal du Moulin de la Galette“g fing der Künstler die heitere, unbeschwerte Stimmung eines Sommertages in einem Tanzlokal auf dem Montmartre ein.

Der Pariser Chefkoch Thierry Marx stellt ganz im Geist jener Epoche ein farbenfrohes Mahl zusammen. Ein Essen, wie es beim „Frühstück der Ruderer“g hätte serviert werden können, im bis heute berühmten Restaurant Fournaise direkt am Ufer der Seine.

Im Moulin de la Galette gab es dagegen keine Menüs, sondern nur Fladenbrot – eben die Galette, deren Rezept der Pariser Bäcker Christophe Vasseur vor dem Vergessen bewahrt hat. 

Renoir spielt in seinen Bildern mit Licht und Schatten und setzt weiche, mitunter fast verschwimmende Konturen. Nicht umsonst wird er auch der „Maler des Glücks“g genannt, denn er hielt gern die kleinen, flüchtigen Momente des Wohlbefindens jenseits des Alltags fest. Ein Gemälde musste für ihn etwas Angenehmes, Freundliches und Schönes sein.

Sonntag, 08.04. / 16.45 Uhr / Metropolis: Salamanca
Magazin, Deutschland, 2018, SWR        43 Min.
Regie: Diverse
Online verfügbar von 08/04 bis 07/07
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Salamanca
(2): Debatte: Streit um koloniales Kulturerbe
(3): Tanz: Wayne McGregor
(4): Kunst: Bruce Nauman

(1): Metropolenreport: Salamanca
Salamanca, die alte Universitätsstadt in der Region Kastilien und Léon, gilt mit ihren goldfarbenen historischen Fassaden und Plätzen als schönste Stadt Spaniens. Die 160.000-Einwohner-Metropole ist seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe. „Metropolis“g taucht ein ins lebendige Kulturleben von Salamanca.

2): Debatte: Streit um koloniales Kulturerbe
Die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, innerhalb von fünf Jahren die Bedingungen für eine Rückgabe des kolonialen Kulturerbes zu schaffen, löste eine hitzige Debatte aus. Auch das geplante Berliner Humboldt Forum gerät immer mehr unter Druck. „Metropolis“g über einen Streit um Restitution, Interessen und Identität.

3): Tanz: Wayne McGregor
Er gilt als experimentierfreudiger Bewegungsforscher, der einen ganz eigenen Tanzstil kreiert hat. Technologische Entwicklungen integriert der Brite gerne in seine Choreographien, um herauszufinden, wie sie unser Leben verändern. Für das Bayerische Staatsballett München hat McGregor eine neue „Kreation“g geschaffen.

4): Kunst: Bruce Nauman
Fragen der menschlichen Sinneswahrnehmung behandelt Bruce Nauman oft verstörend in Videos, Skulpturen oder Installationen. Die große Retrospektive „Bruce Nauman: Disappearing Acts“g im Schaulager Basel spannt den Bogen über die gesamte Laufbahn des 76-jährigen Konzeptkünstlers von den 60er Jahren bis heute.

Sonntag, 08.04. / ab 17.30 Uhr / Schwerpunkt: Black Pop Power!
Schwerpunkt, ARTE53 Min.

Anlässlich des 50. Jahrs der Ermordung Martin Luther Kings, der am 4. April 1968 erschossen wurde, widmet sich ARTE in dem Programmschwerpunkt „Black Pop Power!“g mit zahlreichen Musiksendungen und Dokumentationen dem enormen Einfluss der schwarzen Diaspora auf die Populärkultur.

50 Jahre nach seiner Ermordung ist Martin Luther Kings Traum noch nicht Wirklichkeit geworden. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu bisweilen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze. Und nach der Ära Obama sitzt mit Donald Trump ein Präsident im Weißen Haus, der rassistische Denkmäler in den Südstaaten verteidigt und sich öffentlich mit farbigen Football-Spielern wie Colin Kaepernick anlegt, als dieser gegen Rassendiskriminierung protestiert.Doch die Dinge wandeln sich: Im Kino haben Kritiker längst eine Renaissance des Black Cinema ausgemacht mit Filmen wie „Hidden Figures“g, „Get Out“g, vor allem aber „Moonlight“g, der „La La La Land“g im vergangenen Jahr den Oscar entriss. Und nach jahrelangen Bauarbeiten konnte schließlich auch das „National Museum of African American History & Culture“g in Washington fertiggestellt werden. Ein Museum, das die Rolle der Afroamerikaner in der Geschichte Vereinigten Staaten anerkennt und würdigt.Im Pop gibt die schwarze Community ohnehin seit jeher den Ton an: Vom Blues über Gospel und Jazz hin zu Rock’fn’fRoll, Funk, Soul, Hip-Hop und R’fn’fB: Immer ist die schwarze Musikszene Impuls- und Taktgeber, Ideenlieferant und Talentschmiede. Im 50. Jahr der Ermordung Martin Luther Kings, der am 4. April 1968 erschossen wurde, widmet sich ARTE in dem Programmschwerpunkt „Black Pop Power!“g dem enormen Einfluss der schwarzen Diaspora auf die Populärkultur.

Sonntag, 08.04. / 17.30 Uhr / Schwarz ist eine Farbe
Die Ausgrenzung afroamerikanischer Künstler
Schwerpunkt: Black Pop Power!
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Jacques Goldstein
Online verfügbar von 08/04 bis 15/04

Die Dokumentation „Schwarz ist eine Farbe" schildert das lange Ringen afroamerikanischer Künstler um Anerkennung zeitgleich zur Bürgerrechtsbewegung in den USA. Wie konnten sich diese Künstler ein neues Selbstverständnis aufbauen und ihr Image hinter sich lassen, der in einer Gesellschaft der Rassentrennung so lange von diskriminierenden Blicken der Weißen geprägt gewesen war?

Mehr als 150 Jahre nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA hat das Museum of Modern Art in New York einen afroamerikanischen Kurator eingestellt, um eine klaffende Lücke zu schließen: das Fehlen afroamerikanischer Kunstwerke in seiner Sammlung. Über ein Jahrhundert nach Erfindung des Ausdrucks „Color Line”h – jener Linie, die Schwarz von Weiß trennte – muss die Segregation, die die schwarze Kunst aus den amerikanischen Museen fernhielt und an den Rand des Kunstmarkts drängte, nun ein definitives Ende finden.

Doch der Weg dahin war nicht leicht. In „Schwarz ist eine Farbe”h schildern Regisseur Jacques Goldstein und Autor Daniel Soutif mit Hilfe von Kunstwerken, Künstlern, Kunsthistorikern, Sammlern und Galeristen das lange Ringen afroamerikanischer Künstler um Anerkennung, zeitgleich zur Bürgerrechtsbewegung in den USA.

Wie konnten sich diese Künstler ein neues Selbstverständnis aufbauen und das Image hinter sich lassen, das in einer Gesellschaft der Rassentrennung so lange von den diskriminierenden Blicken der Weißen geprägt war?

Sonntag, 08.04. / ab 18.25 Uhr / Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Schwerpunkt, ARTE42 Min.

Von Maurice Béjart bis John Neumeier, von Angelin Preljocaj bis Ohad Naharin – im April steht das ARTE-Programm mit zahlreichen Choreographien und Porträts ganz im Zeichen des Tanzes. Außerdem zeigt ARTE „Move!“g, eine neue Dokumentationsreihe, in der die luxemburgische Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda für ARTE den zeitgenössischen Tanz in all seinen aktuellen Formen entdeckt.

Im April steht das ARTE-Programm ganz im Zeichen des Tanzes, mit zahlreichen Stücken unter der Leitung eminenter Choreographen, von Maurice Béjart bis John Neumeier, von Angelin Preljocaj bis Ohad Naharin. Außerdem entdeckt die luxemburgische Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda in der Dokumentationsreihe „Move!“g zahlreiche Facetten und Themen des zeitgenössischen Tanzes.

Maurice Béjart, mit bürgerlichem Namen Maurice-Jean Berger, befreite das klassische Ballett von Tutu und klassizistischem Beiwerk. Seine Umsetzungen von Pierre Henris‘e konkreter Musik oder von so populären Stücken wie dem „Boléro“g von Ravel oder Strawinskys „Sacre du printemps“g brachten ein breites Publikum zum Ballett. Die jungen Wilden der 68er waren begeistert und strömten in seine Aufführungen in Brüssel und später in Lausanne. ARTE widmet dem Tanzrevolutionär ein filmisches Porträt und zeigt seine getanzte Fassung von Beethovens 9. Symphonie.

Hamburgs langjähriger Ballettdirektor John Neumeier erzählt in „Nijinsky“g die tragische Geschichte des legendären Tänzers der Ballets Russes, jener Truppe, die Anfang des 20. Jahrhunderts die Pariser Ballett-Szene aufmischte. Waslaw Nijinsky wurde von Sergej Djagilew, dem Gründer und Leiter der Ballets Russes, entdeckt und zum Star gemacht. Doch seine Geschichte endet tragisch, er erlitt 1919 einen Nervenzusammenbruch und verbrachte den Rest seines Lebens in psychiatrischen Anstalten.

Angelin Preljocaj hat sich für sein Stück „La Fresque - Das Fresko“g von einem Märchen aus dem alten China inspirieren lassen. Es geht um ein Wandgemälde, das eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf einen Besucher ausübt: Er verliebt sich unsterblich in eine der darauf dargestellten Frauen. Die Geschichte steht für die Beziehung zwischen der Realität und ihrer Repräsentation in der Kunst, doch auch Platons Höhlengleichnis klingt in ihr an.

Und zu guter Letzt zeigt ARTE ein Stück des gefeierten israelischen Choreographen Ohad Naharin. Mit seinen Tänzern der Truppe Batsheva Dance Company lotet er in „Last Work“g den eigenen Körper und dessen Bewegungsmuster aus, jenseits der Grammatik des klassischen Tanzes.

Dazu gibt es „Move!“g, eine Dokumentationsreihe über den Tanz, diese universelle Sprache, die dem Menschen innewohnt. Das tänzerische Multitalent Sylvia Camarda entdeckt für ARTE die Aktualität und die Relevanz der Tanz- und Bewegungssprache, findet die Kunst im Alltag und das Alltägliche im Tanz.

Sonntag, 08.04. / 18.25 Uhr / Volkstänze in der klassischen Musik
Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        42 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Andris Poga
Komponist: Camille Saint-Saëns, Aram Chatschaturjan, Johannes Brahms, Alexander Borodin, Carl Orff
Orchester: Latvian National Symphony Orchestra
Mit: Alexandra Conunova (Violine)
Online verfügbar von 08/04 bis 15/04

Sonntag, 08.04. / 23.00 Uhr / Maurice Béjart, ein Leben für den Tanz
Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Dokumentarfilm, Schweiz, Belgien, Frankreich, 2017, ARTE, SSR, RTBF        65 Min.
Regie: Henri de Gerlache, Jean de Garrigues
Online verfügbar von 08/04 bis 08/05
Erstausstrahlung

Er revolutionierte das klassische Ballett und ließ das Tutu von der Bühne verschwinden: Der Franzose Maurice Béjart (1927-2007) gilt als einer der weltweit bekanntesten Choreographen. Er wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine spektakulären Inszenierungen bekannt, darunter "Le sacre du printemps" und "Boléro". Mit unveröffentlichtem Archivmaterial, Bühnenmitschnitten und Interviews nähert sich das Porträt dem Schaffensprozess des vielschichtigen Künstlers, der mehr als 100 Meisterwerke schuf.

Maurice Béjarts Œuvre bewegt sich musikalisch und tänzerisch zwischen Klassik und Avantgarde. Als Tänzer debütierte Béjart – eigentlich Maurice-Jean Berger – 1945 in seiner Heimatstadt Marseille. Den Durchbruch als Choreograph schaffte er 1959 mit der legendären Brüsseler Inszenierung von Igor Strawinskys "Le sacre du printemps". Fünf Jahre zuvor hatte er seine erste eigene Balletttruppe in Paris gegründet. 1960 ging er ganz nach Brüssel und rief hier das Ballet du XXe Siècle ins Leben. Er unterhielt von 1970 bis 1988 in Brüssel die berühmte Mudra-Schule, aus der Maguy Marin und Anne Teresa De Keersmaeker hervorgingen.

Mit dem Ballet du XXe siècle entwickelte er sein "Totaltheater", in dem Sprache, Musik, Tanz und Regie zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Im Sommer 1987 verließ Béjart Brüssel und ließ sich mit seiner weltberühmten Compagnie in Lausanne in der Schweiz nieder. In Lausanne gründete er die Ecole-Atelier Rudra.

Die Dokumentation nähert sich mit unveröffentlichtem Archivmaterial, zahlreichen Bühnenmitschnitten und Einschätzungen aus heutiger Sicht dem Schaffensprozess eines der produktivsten Choreographen des 20. Jahrhunderts. Unermüdlich experimentierte er mit Tänzern, beseelt von dem Wunsch, seine Kunst auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Béjart schuf mehr als 100 Meisterwerke. Der Dokumentarfilm zeigt die faszinierendsten Szenen aus seinen bedeutendsten Balletten, darunter Ausschnitte aus „Le sacre du printemps“g (Uraufführung 1959 anlässlich der Weltausstellung in Brüssel), „Messe pour le temps présent“g (Messe für die Gegenwart, 1966), mit der der Tanz in das Theaterfestival von Avignon Einzug hielt, „Le presbytère“g (Das Pfarrhaus, 1997) und „Boléro“g (1960) sowie weitere Kreationen aus den 70er Jahren, in denen Béjart männliche Solisten in den Mittelpunkt stellte.

Aufnahmen von Proben im Tanzstudio offenbaren Maurice Béjarts vielschichtige Persönlichkeit und seinen Willen, die Grenzen des choreographisch Möglichen immer weiter auszuloten. Dabei wird deutlich, wie es ihm gelang, mit kraftvollen und bilderstarken Inszenierungen und ständigem Streben nach Selbsterneuerung ein neues Kapitel in der Tanzgeschichte zu schreiben.

Sonntag, 08.04. / 00.05 Uhr / Die Neunte von Maurice Béjart
Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Ballett, Deutschland, 2014, WDR        84 Min.
Regie: Mari Inamasu
Dirigent: Zubin Mehta
Chor: Ritsuyukai Choir
Choreographie: Maurice Béjart
Komponist: Ludwig van Beethoven
Künstlerischer Leiter: Gil Roman
Tanz: Béjart Ballet Lausanne, The Tokyo Ballet
Orchester: Israel Philharmonic Orchestra

Mit: Mihoko Fujimura (Mezzosopran), Kristin Lewis (Sopran), Kei Fukui (Tenor), Alexander Vinogradov (Bass), Thierry Hochstätter (Percussions), Jean-Bruno Meier (Percussions)

Online verfügbar von 08/04 bis 07/07

Ein bravourvoll getanztes Konzert, vielfach mit Standing Ovations bedacht: Maurice Béjarts großartige Inszenierung der Neunten Symphonie von Beethoven hat in ihrer langen Geschichte ein großes Publikum begeistert. „Alle Menschen werden Brüder“g – das ist der Verdienst und die kraftvolle Botschaft, die von dieser Musik und Choreographie, die 1964 uraufgeführt wurde, ausgeht. 250 Tänzer und Musiker auf der Bühne der Tokioter NHK Hall haben diese Botschaft an die Welt vermittelt. ARTE zeigt eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2014, in dem das Tanzstück in der Originalchoreographie erstmals fürs Fernsehen aufgezeichnet wurde. Es spielt das Israel Philharmonic Orchestra unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta.

Maurice Béjarts großartige Inszenierung der Neunten Symphonie von Beethoven hat in ihrer langen Geschichte seit ihrer Uraufführung im Jahr 1964 ein großes Publikum begeistert. Die Neunte und die Anrufung der Brüderlichkeit aller Menschen, wie sie von Schiller in der „Ode an die Freude“g beschworen hat, ist heute immer noch hochaktuell. „Alle Menschen werden Brüder“g – das ist der Verdienst und die kraftvolle Botschaft, die von dieser Musik und Choreographie ausgeht. 250 Tänzer und Musiker auf der Bühne der Tokioter NHK Hall haben diese Botschaft an die Welt vermittelt. In Worten von Béjart ist es „eine ‚Manifestation’f, im tiefsten Sinne des Wortes“g. Die Wiederaufführung von Maurice Béjarts Inszenierung der Neunten Symphonie wurde in der Tokioter NHK Hall am 8. und 9. November 2014 erstmalig fürs Fernsehen aufgezeichnet. Piotr Nardelli, ein ehemaliger Tänzer aus Béjarts Kompanie und langjähriger Freund und Wegbegleiter, studierte die Choreographie so originalgetreu ein, wie sie von Béjart ursprünglich erdacht war. Es spielt das Israel Philharmonic Orchestra unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta. Als Sänger sind Kristin Lewis, Mihoko Fujimura, Kei Fukui und Alexander Vinogradov zu hören. Die beiden Kompanien, das Tokyo Ballet und das Béjart Ballet Lausanne, treten in der einzigartigen Produktion gemeinsam auf. Die Inszenierung ist ein emotional bewegendes und bravourvoll getanztes Gesamtkunstwerk, das Künstler aus verschiedenen Ländern vereint. Ein Plädoyer für Frieden und Brüderlichkeit.

Montag, 09.04 / 05.00 Uhr / Sinfonieorchester mit Bach, Berg und Beethoven
Musik, Deutschland, 2014, NDR        92 Min.
Regie: Roland Mayer
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Komponist: Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Alban Berg
Orchester: NDR Sinfonieorchester
Mit: Arabella Steinbacher (Violine)
Online verfügbar von 09/04 bis 08/07

Die herausragende Geigerin Arabella Steinbacher tritt in der Hamburger Laeiszhalle gemeinsam mit dem NDR Sinfonieorchester auf: Sie spielt Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“g in einem von Thomas Hengelbrock dramaturgisch ausgefeilten Programm, dessen interpretatorische Experimentierfreude zu seinen Markenzeichen gehört. Zu hören sind zudem Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 4 und Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 7.

„Eine souverän und ausgereift interpretierende Künstlerin, deren Tonschönheit überwältigend ist“g, schrieb die Presse im Jahr 2004, als der damals 23-jährigen Arabella Steinbacher der internationale Durchbruch in Paris gelang. Heute gehört sie längst zur Weltspitze. Alban Bergs Violinkonzert ist das einzige atonale Solo-Konzert, das weltweit zum Standardrepertoire gehört. Grund dafür ist nicht nur der so klangschöne und harmonische Umgang mit der sonst als unzugänglich verschrienen Zwölftontechnik, sondern gewiss auch der berührende Hintergrund des Werks. Hinter dem „Engel“g, dessen Andenken Berg sein Konzert widmete, verbirgt sich Manon Gropius, die 1935 im jungen Alter von 18 Jahren verstarb. Im ersten Satz zeichnete Berg ein musikalisches Porträt des Mädchens, während der zweite Satz durch das Zitat des Bach-Chorals „Es ist genug!“g gleichsam die Tür zum Himmel öffnet.

Bergs Klassiker der Moderne hat Thomas Hengelbrock sinnfällig zwischen zwei Werken des frühen 18. beziehungsweise 19. Jahrhunderts platziert: Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 4 stellt nicht nur den Bezug zu Bergs tröstender Bach-Reminiszenz her, sondern hat in ihrer strahlenden Daseinsfreude auch schon etwas von jener ausgelassenen „Apotheose des Tanzes“g, die Richard Wagner im Finale von Beethovens 7. Symphonie erkannte. Auch hier aber geht der verklärende Freudentaumel erst aus der Überwindung beklemmender Trauer im zweiten Satz hervor.

Freitag, 13.04. / 22.00 Uhr / "Show Me Your Soul"
Schwerpunkt: Black Pop Power!
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE        55 Min.
Regie: Pascal Forneri
Online verfügbar von 13/04 bis 20/04

Die Sendung „Soul Train“g ist nicht nur wegen ihrer langen Lebensdauer von 35 Jahren, sondern vor allem wegen ihres Inhalts und ihrer gesellschaftlichen Wirkung zur Legende geworden. Die hervorragend gecastete Dokumentation erzählt die Geschichte dieser Musiksendung, die wesentlich dazu beitrug, dass sich bedeutende musikalische Stilrichtungen weltweit verbreiten konnten und einen starken gesellschaftlichen Widerhall fanden. Sie lässt Historiker, damalige Tänzer, Choreographen und inzwischen weltberühmte Künstler zu Wort kommen. Am Projekt von Don Cornelius und durch das Prisma der afroamerikanischen Musik beleuchtet sie zugleich auch ein Stück US-amerikanische Geschichte.

Als der Produzent und Moderator Don Cornelius „Soul Train“g ins Leben rief, schwebte ihm eine Show vor, in der die größten Stars der afroamerikanischen Musik auftreten sollten. Damals ahnte niemand, welche kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung „Soul Train“g – ursprünglich als reine Musiksendung gedacht und von den immer zahlreicheren Zuschauern auch zunächst so wahrgenommen – erlangen würde. Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Stevie Wonder, Michael Jackson und Snoop Dogg interpretierten unveröffentlichte Songs, die später zu Hits wurden.

Mit der Zeit avancierte die Sendung zur Vitrine der afroamerikanischen Kultur. Zunehmend spielte bei den Studiogesprächen auch politisches Engagement eine Rolle. So kam es, dass im Rampenlicht der Show ein bedeutender Teil der amerikanischen Bevölkerung seinen Stolz wiederfand und nach langjähriger Ausgrenzung plötzlich umjubelt wurde.

Freitag, 13.04. / 23.00 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Erstausstrahlung

Freitag, 13.04. / 23.45 Uhr / ARTE Concert Festival 2017 ~ Grandaddy in Concert
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        61 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 13/04 bis 01/05
Erstausstrahlung

Grandaddy is back! Zwar spielen die fünf Kalifornier bereits seit einigen Jahren wieder zusammen, doch neue Stücke ließen lange auf sich warten. 2016 war die Band dann in Frankreich beim Festival du Cabaret Vert zu hören, und im März 2017 erschien das von den Rockfans sehnlichst erwartete neue Album, „Last Place“g. Beim ARTE Concert Festival stellt Grandaddy das Album erstmals in Frankreich vor.

Es ist tatsächlich soweit: Grandaddy is back! Zwar spielen die fünf Kalifornier bereits seit einigen Jahren wieder zusammen, doch neue Stücke ließen lange auf sich warten. 2016 war die Band dann in Frankreich beim Festival du Cabaret Vert zu hören, und im März 2017 erschien das von den Rockfans sehnlichst erwartete neue Album.Kopf der Band ist Jason Lytle, der eigentlich eine Skaterkarriere anstrebte. Zum Glück für die Rockmusik überlegte er es sich anders! 2000 wurden Lytle und Konsorten durch „The Sophtware Slump“g bekannt – dem britischen Musikmagazin NME zufolge eines der besten Alben des Jahrzehnts. 17 Jahre später wollen sie mit „Last Place“g an diesen Erfolg anknüpfen. Beim ARTE Concert Festival stellt Grandaddy das Album erstmals in Frankreich vor.

Freitag, 13.04. / 00.45 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 13/04 bis 13/05
Erstausstrahlung

Samstag, 14.04. / 23.20 Uhr / Streetphilosophy ~ Alles für die Liebe!
Magazin, Deutschland, 2016, RBB        26 Min.
Regie: Swantje Cichowlas
Moderation: Jonas Bosslet

In dieser Folge von „Streetphilosophy“ versucht Jonas das Geheimnis der Liebe zu ergründen: In den Zeiten von Social Media, Tinder und Online-Singlebörsen scheint romantische Liebe häufig ein Konzept von gestern zu sein – oder doch nicht? Was ist das für ein Bild von Liebe, das unsere komplexe Gesellschaft heute bestimmt? Und ist es eins, dem wir nachrennen sollten?

Auf der Suche nach Antworten trifft Straßenphilosoph Jonas in Berlin auf Menschen, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Liebe verwirklichen: Die beiden Jungs Sven und Flo zum Beispiel. Sie lieben sich – und das darf die ganze Welt sehen. Zusammen hat das bekannteste schwule Instagram-Pärchen Deutschlands gut 120.000 Follower. Egal ob morgens beim Frühstück im Bett, mittags beim gegenseitigen Bodypainting, abends in der Sauna mit Handtuch um die Hüften oder knutschend unter Palmen – für ihre intimen und romantischen Einblicke werden sie von ihren Fans gefeiert. Mit der Philosophin Nora Kreft trifft sich Jonas im Hochzeitsladen. Sie erzählt ihm vom bekannten Philosophen Harry Frankfurt, der sagt, dass Liebe unserem Leben und der Welt eine Bedeutung gibt. Und von Erich Fromm, der zwischen reifer und unreifer Liebe unterscheidet. Danach trifft sich Jonas mit Daniel Hellmann. Der Künstler, Sänger und Performer hat das Projekt „Full Service“ ins Leben gerufen: Man darf sich alles von Daniel wünschen, solange man sich auf Preis und Bedingungen festlegen kann. So kann man ein Liebesgedicht, eine sexuelle Handlung, eine Arie, eine Partie Schach oder einen Tanz von ihm kaufen. Jonas entscheidet sich für einen echten Buddy-Nachmittag und findet heraus, was sich die Leute von Daniel am meisten wünschen. Zuneigung etwa?

Samstag, 14.04. / 23.45 Uhr / Square Idee
Magazin, Frankreich, 2015, ARTE        26 Min.
Online verfügbar von 14/04 bis 14/05
Erstausstrahlung

Sonntag, 15.04. / 05.05 Uhr / Europa und seine Schriftsteller: Rumänien erzählt von ...Norman Manea, Gabriela Adamesteanu, Mircea Cartarescu, Florin Lazarescu
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        53 Min.
Regie: Alexandru Solomon
Online verfügbar von 15/04 bis 14/06


Rumänien ist wie seine Bewohner noch auf der Suche nach sich selbst: unruhig, vergleichsweise jung, enttäuscht über sein schlechtes Image im Ausland, deprimiert von seiner Vergangenheit oder einfach nur verwirrt über seine jüngste Geschichte – doch manchmal auch begeistert von seinen Gründungsmythen.

Als Fünfjähriger wurde Norman Manea in ein Konzentrationslager deportiert, aus dem er vier Jahre später zurückkehrte. Als er 50 Jahre alt war, in der Endphase des Ceausescu-Regimes, ging er ins Exil in die USA. Doch der politische Flüchtling schrieb stets über sein Heimatland, dem er nach wie vor verbunden ist.

Florin Lazarescu setzt sich in Iasi in der Region Moldau für die Wiederbelebung der kulturellen Tradition ein: Er gründete eine Zeitschrift und das größte Literaturfestival des Landes.

Gabriela Adamesteanu verzichtete lange auf eigenes belletristisches Schaffen, um sich dem politischen Journalismus zu widmen. Auf die Frage, ob sie dies bedaure, antwortet sie, durch den Journalismus habe sie viel über Rumänien gelernt.

Mircea Cartarescu spricht von einem anderen Rumänien, aber vor allem von einem anderen Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Literatur: „Als ich jung war, litt ich unter Hunger und Kälte, doch das störte mich nicht. Den Hunger vergaß ich beim Kafka-Lesen, die Kälte bei der Thomas-Mann-Lektüre. Mein wahres Vaterland ist nicht Rumänien, sondern Kastalien. Dort gab es nie einen Ceausescu und wird es nie einen geben.“ Er spricht vom imaginären Land der Gelehrten in Hermann Hesses Roman „Das Glasperlenspiel“.

Vier Schriftsteller beschreiben ihr Vaterland im Spannungsfeld von Rumänien und Kastalien.

Sonntag, 15.04. / 08.24 Uhr / Kinoköpfe: Was macht ein Produzent?
Kindersendung, Belgien, 2014, ARTE        4 Min.
Regie: David Mathy
Online verfügbar von 15/04 bis 15/05

Was ein Film ist, das weiß jeder – aber wie er entsteht, können sich viele nicht genau vorstellen. In der Kindersendung "Kinoköpfe" werden die 15 wichtigsten Filmberufe in jeweils einer kurzen, spannenden Folge vorgestellt. Drei Filmschauspieler treffen Menschen, die in interessanten Berufen in der Filmbranche arbeiten.

Vom Schreiben des Drehbuchs bis zur Vorführung eines Films – jede der kurzen Vorstellungen der verschiedenen Filmberufe behandelt eine Phase im Entstehungsprozess eines Films. Sie beleuchten, welche Etappen Filme bei ihrer Herstellung generell durchlaufen müssen. Dabei stehen nach und nach der Drehbuchautor, der Produzent, der Produktionsassistent, der Caster, der Schauspieler, der Kameramann, der Tontechniker und der Maskenbildner im Scheinwerferlicht. Auch erfahren wir, wie der Berufsalltag eines Regisseurs, eines Cutters, eines Tonmischers, eines Trickspezialisten, eines Coloristen sowie eines Komponisten und schließlich auch eines Kinobetreibers aussieht.

Der Kinder-Kurzfilm "Der Neue" wird in der ersten Folge von "Kinoköpfe" in voller Länge gezeigt: In den darauffolgenden Sendungen der Reihe werden die verschiedenen Berufsgruppen aus dem Filmbereich vorgestellt, die an der Entstehung dieses Kurzfilms beteiligt waren. "Der Neue" erzählt von der Ankunft eines neuen Schülers in einer Klasse. Er zeigt, wie der Neuankömmling Gaston die bereits bestehenden Beziehungen in der Schulklasse verändert und wie neue Freundschaften entstehen.

Sonntag, 15.04. / 08.27 Uhr / Kinoköpfe: Was macht eine Produktionsassistentin?
Kindersendung, Belgien, 2014, ARTE        3 Min.
Regie: David Mathy
Online verfügbar von 15/04 bis 15/05

Was ein Film ist, das weiß jeder – aber wie er entsteht, können sich viele nicht genau vorstellen. In der Kindersendung "Kinoköpfe" werden die 15 wichtigsten Filmberufe in jeweils einer kurzen, spannenden Folge vorgestellt. Drei Filmschauspieler treffen Menschen, die in interessanten Berufen in der Filmbranche arbeiten.

Vom Schreiben des Drehbuchs bis zur Vorführung eines Films – jede der kurzen Vorstellungen der verschiedenen Filmberufe behandelt eine Phase im Entstehungsprozess eines Films. Sie beleuchten, welche Etappen Filme bei ihrer Herstellung generell durchlaufen müssen. Dabei stehen nach und nach der Drehbuchautor, der Produzent, der Produktionsassistent, der Caster, der Schauspieler, der Kameramann, der Tontechniker und der Maskenbildner im Scheinwerferlicht. Auch erfahren wir, wie der Berufsalltag eines Regisseurs, eines Cutters, eines Tonmischers, eines Trickspezialisten, eines Coloristen sowie eines Komponisten und schließlich auch eines Kinobetreibers aussieht.

Der Kinder-Kurzfilm "Der Neue" wird in der ersten Folge von "Kinoköpfe" in voller Länge gezeigt: In den darauffolgenden Sendungen der Reihe werden die verschiedenen Berufsgruppen aus dem Filmbereich vorgestellt, die an der Entstehung dieses Kurzfilms beteiligt waren. "Der Neue" erzählt von der Ankunft eines neuen Schülers in einer Klasse. Er zeigt, wie der Neuankömmling Gaston die bereits bestehenden Beziehungen in der Schulklasse verändert und wie neue Freundschaften entstehen.

Sonntag, 15.04. / 16.10 Uhr / Metropolis ~ London
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 15/04 bis 14/07
Erstausstrahlung

(1): Metropole London – Wie weiter nach dem Brexit?

Im Juni 2016 beschlossen die Briten, die EU zu verlassen. Inzwischen steckt ihr Land in einer tiefen Krise: Die Brexit-Verhandlungen kommen nicht vom Fleck, die Regierung ist zerstritten und die Bevölkerung verunsichert. Vor allem im weltoffenen und multikulturellen London haben viele gegen den Brexit gestimmt. „Metropolis“ fährt in die britische Hauptstadt und trifft Künstler, die auch zwei Jahre nach dem fatalen Entscheid immer noch an Europa glauben. Aber können sie überhaupt etwas bewirken?

Sonntag, 15.04. / 16.55 Uhr / Michael Jackson's Journey from Motown to Off the Wall
Dokumentarfilm, USA, 2015, ARTE F, ZDF        89 Min.
Regie: Spike Lee
Wiederholung vom 06.04.

Sonntag, 15.04. / 18.25 Uhr / Die Berliner Philharmoniker spielen Dvoraks Slawische Tänze Opus 46
Vom Lucerne Festival 2016
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        40 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Sir Simon Rattle
Komponist: Antonin Dvorák
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 15/04 bis 15/05

Seit Jahren gehören die Auftritte der Berliner Philharmoniker zu den Höhepunkten der Luzerner Festspiele. Unter der Leitung von Simon Rattle stehen die bekannten und beliebten Slawischen Tänze op. 46 von Antonin Dvorak auf dem Programm.

Im vielseitigen Werk des böhmischen Komponisten Antonin Dvorak spielen die zwei Bände seiner Slawischen Tänze Opus 46 und Opus 72 eine wichtige, prägende Rolle. Paradoxerweise auf Anregung zweier Deutscher hin entstanden – des Komponisten Johannes Brahms und dessen Verlegers Simrock drücken diese Werke unverwechselbar böhmische nationale Identität aus. Mit größter Meisterschaft verbindet Dvorak in diesen 16 Tänzen Einflüsse der Klassik und Romantik mit Elementen der Volksmusik. „Vor dem Jahr 1878 wurde in der Musikwelt nicht von mir geredet“, bekannte ehrlich und bescheiden Antonin Dvorak 1886 in einem Interview. Dann erschienen seine Slawischen Tänze op. 46 – wofür er angeblich auch sein erstes richtiges Honorar bekommen haben soll – und er wurde schlagartig berühmt. Neben seinen neun Symphonien haben sich auch die Tänze auf dem internationalen Musikmarkt etabliert. Diese große kompositorische Könnerschaft, diese subtile Mischung von Heimatliebe und rauschhaft-berauschender Lebensfreude, überzeugt nicht nur die Musikkenner, sondern überträgt sich vor allem auf die Zuhörer. Das ist der Grund, warum auch heute noch alle großen Dirigenten diese frischen, rhythmisch und melodisch lebhaften Stücke in ihren Konzertprogrammen haben wollen. Simon Rattles kluge Interpretation betont dabei die kompositorische Raffinesse dieser bekannten und beliebten Werke, ohne in Effekthascherei zu verfallen. Unter seiner Leitung und mit der Bravour und Präzision der Berliner Philharmoniker finden die böhmischen Tänze den richtigen schmissigen Sound und beweisen, dass diese Musik auch heute noch ihre Wirkung nicht verfehlt.

Zusatzinfo:
Seit Jahren gehören die Auftritte der Berliner Philharmoniker zu den Höhepunkten der Luzerner Festspiele. Schon unter Herbert von Karajan machte das Orchester alljährlich hier am Vierwaldstättersee am Ende der Sommertournee Halt, um in einem der besten Konzertsäle der Welt, im Kultur- und Kongresszentrum Luzern, aufzutreten. Eine Konzert- und Tourneetradition, die auch heute noch gepflegt wird. Denn neben den Salzburger Festspielen zählen diese schweizerischen Festspiele zu den renommiertesten Musikadressen weltweit. Vor allem seit der französische Stararchitekt Jean Nouvel auch eine angemessene neue Kulisse für diese Musikveranstaltungen gebaut hat, das 1998 eröffnete Kultur- und Kongresszentrum Luzern KKL.

Die Sendung ist auch auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Sonntag, 15.04. / 23.50 Uhr / Move! Der Traum vom Fliegen
Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        26 Min.
Regie: Lena Kupatz
Moderation: Sylvia Camarda
Online verfügbar von 15/04 bis 15/05
Erstausstrahlung

Kaum ein Traum bewegt die Menschheit so sehr wie der des Fliegens. Daher widmet sich diese Folge von „Move!“ dieser Sehnsucht. Vom Drachenfliegen, der Flugindustrie, dem Raketenstart bis hin zum Fallschirmsprung – Sylvia Camarda erforscht die Bewegung des fliegenden Körpers in Tanz, Traum und Alltag und deckt auf, wie vielseitig der Traum vom Fliegen den Tanz bis heute prägte.


Nirgends ist der „fliegende Mensch“ so physisch und lebendig wie in der Artistik: Der Aerial-Straps-Künstler Jonathan Fortin fliegt in seinen sinnlichen Shows durch den Bühnenraum und verbindet den inneren Traum mit seiner faszinierenden Körperlichkeit. Gelingt es Sylvia, die Sicherheit des Bodens aufzugeben und durch Muskelkraft und Ausdauer ihren Körper in den Zustand des Fliegens zu versetzen?

„Frog Jump”, „Crunch Toss”, „Trip Flip” – sogenannte Aerial Moves finden wir auch im Lindy Hop. Doch was hat dieser Tanz mit der Bewegung des Fliegens zu tun? Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Lindy Hop nach dem Flugpionier Charles Lindbergh benannt, da die Tänzer förmlich flogen. Auf dem Turiner Lindy-Hop-Festival trifft Sylvia Camarda die Tänzer Hector und Sonia, um von ihnen in die Kunst des Swings eingeführt zu werden.

Doch wie ist es, wenn der Körper wirklich schwebt? Die finnische Skydiverin Inka Tiitto lädt Sylvia in einen Windtunnel ein, um dem Traum vom Fliegen so nahe zu kommen wie möglich.

Sonntag, 15.04. / 00.15 Uhr / Move! Der digitale Mensch
Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        26 Min.
Regie: Lena Kupatz
Moderation: Sylvia Camarda
Online verfügbar von 15/04 bis 15/05
Erstausstrahlung

In dieser Folge der Sendereihe „Move!“ erforscht Sylvia Camarda, wie die digitale Welt unsere Bewegungen verändert. Unser Körper hat sich an den Umgang mit Technik gewöhnt, seine Bewegungen angepasst, alte durch neue ersetzt. Ist unser Körper bald nur noch ein analoges Beiwerk unserer Bewegungen? „Move!“ folgt den digitalen Abdrücken unserer Gewohnheiten.

In Berlin trifft Sylvia Camarda Scott deLahunta. Gemeinsam mit der Forsythe Company erforscht er den digitalen Tanz, indem er analoge Bewegungsabläufe aus dem Tanz sammelt und in digitale Bewegungen übersetzt. Wie sieht die Zukunft der Choreographie aus? Wo hören analoge Bewegungen auf, wo beginnen digitale?

Ist ein Hologramm die Zukunft unserer digitalen Bewegung? Sylvia Camarda reist nach Italien in ein Hightech-Studio, um gemeinsam mit dem Hologrammproduzenten Giovanni Palma der beeindruckenden Technologie auf den Grund zu gehen. Sylvia Camarda fordert ihr eigenes Hologramm zum Tanz heraus.

Werden unsere Körper im Zeitalter der Globalisierung wirklich überflüssig? Kann ein digitales Gegenüber auch den analogen Tanz bereichern? Der Medienkünstler Christian „Mio“ Loclair untersucht die Choreographie der Zukunft. In seinem Projekt „Pathfinder“ verbindet er Tanz und technische Innovation und lädt Sylvia Camarda zu einem Duett zwischen Mensch und Maschine ein.

Sonntag, 15.04. / 00.45 Uhr / Nijinsky ~ Ballett von John Neumeier
Ballett, Deutschland, 2017, NDR        130 Min.
Regie: Thomas Grimm
Kostüme: John Neumeier
Choreographie: John Neumeier
Komponist: Frédéric Chopin, Nikolaj Rimskij-Korsakow, Dmitri Schostakowitsch, Robert Schumann
Licht: John Neumeier
Inszenierung: John Neumeier

Mit: Hamburg Ballett, Alexandre Riabko (Vaslaw Nijinsky), Carolina Agüero (Romola Nijinsky, die Frau), Patricia Friza (Bronislava Nijinska, die Schwester), Aleix Martínez (Stanislaw Nijinsky), Ivan Urban (Serge Diaghilew, Impresario und Mentor), Anna Laudere (Eleonora Bereda, die Mutter), Carsten Jung (Thomas Nijinsky, der Vater), Silvia Azzoni (Tamara Karsavina, die Ballerina), Alexandr Trusch (Nijinsky als Harlekin und Der Geist der Rose), Marc Jubete (Nijinsky als Goldener Sklave und Faun), Jacopo Bellussi (Leonid Massine, der neue Tänzer)

Online verfügbar von 15/04 bis 22/04
Erstausstrahlung

Das Wirken und Leben des Jahrhunderttänzers Nijinsky ist für John Neumeier ein Thema, mit dem er sich, seit seiner Jugend intensiv befasst hat. Am 19. Januar 1919 um fünf Uhr nachmittags tanzte Waslaw Nijinsky im Ballsaal des Suvretta House in St. Moritz zum letzten Male öffentlich. Er nannte seine Vorstellung „Hochzeit mit Gott“. John Neumeiers Ballett „Nijinsky“ beginnt mit einer realistischen Wiedergabe dieser Szene. Die folgende Choreographie erzählt von Nijinskys Gedanken, Erinnerungen und Wahnvorstellungen während seines letzten Auftrittes.

Hervorgerufen durch das Trugbild seines ehemaligen Mentors, Impresarios und Liebhabers Sergej Djagilew ruft sich Nijinsky Bilder seiner sensationellen Karriere mit den Ballets Russes ins Gedächtnis zurück. Seine Schwester Bronislawa, sein älterer Bruder Stanislaw und seine Mutter Eleonora Bereda erscheinen in seiner traumdurchwebten Fantasie. Romola de Pulszky, Nijinskys spätere Frau, durchkreuzt ebenfalls seine verworrenen Erinnerungen.

Im zweiten Teil führt Nijinskys Wahnsinn den Zuschauer tiefer in sein inneres Wesen. Erinnerungen an Kindheit, Familie, Schule und Mariinski-Theater vermischen sich mit alptraumhaften Kriegsvisionen und der Untreue seiner Frau. Die skandalträchtige Premiere seines Balletts „Le Sacre du Printemps“ wird der Brutalität des Ersten Weltkrieges und dem Tod seines Bruders Stanislaw gegenübergestellt. In Nijinskys Wahrnehmung ist es zunehmend die Welt um ihn herum, die „geisteskrank“ ist – nicht er selbst.

Sonntag, 15.04. / 02.55 Uhr / Move! Angst
Schwerpunkt: Lasst uns tanzen!
Magazin, Deutschland, 2016, ZDF        26 Min.
Regie: Lena Kupatz
Moderation: Sylvia Camarda
Online verfügbar von 15/04 bis 15/05

Angst – kaum ein Gefühl hat uns in den letzten Jahren so eindringlich geprägt und verändert. Für diese Folge von „Move!“ ist Sylvia Camarda nach Paris gefahren, in die Stadt, die wie keine andere westliche Stadt in der jüngeren Vergangenheit von Terroranschlägen erschüttert worden ist. Hier trifft sie den belgischen Choreographen Sidi Larbi Cherkaoui und erforscht, wie er als Choreograph und Tänzer auf eines der wichtigsten Themen unserer Zeit reagiert.


„Move!“ erobert mit den internationalen Tänzern seiner Kompanie den öffentlichen Raum von Saint-Denis. Fernab der Bühne und vor der Kathedrale in Saint-Denis montieren die Tänzer die Schlüsselszenen des Stücks „Fractus V“ inmitten der Passanten.

Mit der Neuropsychologin Camille Voisin dringt Sylvia Camarda in die Keimzelle der Angst ein: den Körper und sein Nervensystem. Er ist die Schaltzentrale aller menschlichen Angst und lässt uns diese in Bewegung umsetzen. Wie hat sich die Bewegung in Paris nach den Anschlägen verändert? Warum lässt der „Charlie Hebdo“-Zeichner Luz die Attentäter in seinen Karikaturen tanzen?

Welche Tanzformen übersetzen die Angst zu einem Stilmittel? Sylvia Camarda wagt es, zwei französische Hip-Hop-Tänzer herauszufordern, denn der Hip-Hop ist die Tanzform, die die Angst und den Kampf auf den Straßen New Yorks einst in Tanz-Battles überführte: Im Pariser LAX Studio trifft Sylvia Camarda die beiden B-Boys Shaun und Tonio. Wie spielt der Hip-Hop tänzerisch mit der Angst? Nehmen die beiden Hip-Hop-Profis überhaupt die Battle der Luxemburgerin an?

Montag, 16.04. / 05.00 Uhr / Klassik Open Air aus Riga
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        44 Min.
Regie: Peter Maniura
Dirigent: Andris Poga
Chor: The State Choir Latvija, The Latvian Radio Choir
Komponist: Richard Wagner, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Tanz: Latvian National Ballet
Orchester: Riga Festival Orchestra

Mit: Gidon Kremer (Geige), Mischa Maisky (Violoncello), Baiba Skride (Geige), Iveta Apkalna (Orgel), Ksenija Sidorova (Akkordeon), Inese Galante (Sopran), Aleksandrs Antonenko (Tenor)
Online verfügbar von 16/04 bis 16/05

Als einer der Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres 2014 stand in der lettischen Hauptstadt ein spektakuläres Open-Air-Konzert auf dem Programm. Unter dem Titel „Born in Riga“ spielten einige der prominentesten Musiker des Baltenstaates wie der Cellist Mischa Maisky, die Geigerin Baiba Skride, die Organistin Iveta Apkalna und die Akkordeon-Virtuosin Ksenija Sidorova.


Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Klassikstars ihre Heimat in den baltischen Staaten haben. Mariss Jansons, Gidon Kremer, Elina Garanca oder auch die Ballettlegende Mikhail Baryshnikov: Sie alle sind in Riga, der Hauptstadt Lettlands, geboren. Da lag das Motto nur nahe, unter dem ein spektakuläres Open-Air-Konzert als einer der Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres 2014 in der lettischen Hauptstadt stand: „Born in Riga“ brachte einige der prominentesten und beliebtesten Musiker des Baltenstaats auf die Bühne, unter ihnen Weltstars wie der Cellist Mischa Maisky, die Geigerin Baiba Skride, die Organistin Iveta Apkalna und die Akkordeon-Virtuosin Ksenija Sidorova.

Riga, die alte Hansestadt, blickt als ein Kreuzungspunkt der Kulturen im Spannungsfeld zwischen Deutschland, Schweden, Polen und Russland auf eine bewegte Geschichte zurück. Hier ist die Musik zu Hause: Schon im 17. Jahrhundert galt Riga als Musikzentrum von europäischem Rang, zwei Jahrhunderte später war von 1837 bis 1839 Richard Wagner Kapellmeister am international renommierten Opernhaus der Stadt.

Das musikalische Programm von „Born in Riga“ spiegelt die reiche Musiktradition des Baltenstaates wider – von Richard Wagner bis zur lettischen Volksmusik, von wuchtig-emotionalen Chorkompositionen bis zum mitreißenden Tango. Schauplatz des Open-Air-Events ist der Park vor dem Opernhaus. Orchester, Chöre, Solisten und Ballett spielen und tanzen vor der klassizistischen Kulisse auf mehreren Bühnen mit Video-Wänden und aufwendiger Lichtshow.

Zusatzinfo: Das Konzert ist auch auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Mittwoch, 18.04 / 05.00 Uhr / Introducing: Say Lou Lou in Concert
Musik, Deutschland, 2014, RBB        59 Min.
Regie: Stefan Mathieu
Online verfügbar von 18/04 bis 25/04

Die Reihe „Introducing“ präsentiert aus Berlin Konzerte von Newcomer-Bands aus aller Welt. Diesmal am Start: Say Lou Lou.

Das australisch-schwedische Popduo Say Lou Lou besteht aus den Zwillingsschwestern Elektra und Miranda Kilbey-Jansson. Mit Vater Steve Kilbey, dem langjährigen Sänger der australischen Band The Church, und Mutter Karin Jansson, ehemaliges Mitglied der schwedischen New Wave-Band Pink Champagne, wurde den beiden Schwestern der Hang zur Musik gewissermaßen in die Wiege gelegt. Doch während die Eltern sich hauptsächlich in Rock- und New-Wave-Kreisen bewegten, sind Say Lou Lou eher dem Dream- und Elektropop zuzuordnen. Bei aller Schwerelosigkeit und Luftigkeit, die ihre Musik ausstrahlt, besitzt sie auch einen leicht kühlen, mysteriösen Beigeschmack – Dream-Pop mit Substanz sozusagen. 2014 veröffentlichten Say Lou Lou insgesamt fünf Singles, darunter „Julian“, „Better in The Dark“ und „Everything We Touch“. Mit eigenem Blog, buntem Instagram-Account, stylishen Musikvideos und Konzerten für diverse Designer und Modekonzerne präsentieren sich die Schwestern als hippe Trendsetter. Bis jetzt scheint ihr Plan aufzugehen. Ihr Debüt-Album „Lucid Dreaming“ erschien 2015.

Freitag, 20.04. / 21.45 Uhr / Palace of Groove ~ James Brown
Schwerpunkt: Black Pop Power!
Musik, Frankreich, 2013, ARTE        28 Min.
Regie: Joel Carvalho

Online verfügbar von 20/04 bis 27/04

„Soul Train“: Fast 40 Jahre lang bot die amerikanische TV-Show nicht nur Unterhaltung, sondern auch Musik vom Feinsten. Vor einem erlesenen Publikum, das fester Bestandteil der Show war, interpretierten großartige Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Stevie Wonder, Michael Jackson und Snoop Dogg unveröffentlichte Songs, die später zu Hits wurden. Mit der Zeit avancierte die Sendung zur Ausstellungsvitrine der afroamerikanischen Kultur.

„Palace of Groove“ zeigt in acht 26-minütigen Folgen Highlights der weltweit einzigartigen Fernsehshow, die den prägenden Musikströmungen der letzten Jahrzehnte von Soul über Funk und Disco bis hin zum Hip-Hop eine Bühne bot. Mitreißende Liveauftritte, Künstlerinterviews, spektakuläre Tanzmedleys und vieles mehr fügen sich zu einer spannenden Zeitreise und zu einem Feuerwerk an Emotionen, Witz und Glamour. Präsentiert wird die Sendereihe „Palace of Groove“ von der Journalistin und DJane Hadnet Tesfai.

Die erste Folge von „Palace of Groove“ blickt auf James Browns Auftritte in „Soul Train“ zurück, an denen sich seine künstlerische Entwicklung ablesen lässt. Patti LaBelle und Sly & the Family Stone geben ein ebenso exklusives wie explosives Livekonzert. Außerdem wird der Musikstil unter die Lupe genommen, der zur Entstehung und Blüte von „Soul Train“ führte: die Soulmusik.

Zusatzinfo:
Am 15. Juli startet auf www.arte.tv./summer die „ARTE Soul Dance Line“, ein wöchentlicher Tanzkurs, bei dem typische Soul-Tanzschritte erlernt werden können. Ziel ist es, einen Kollektiv-Clip der ARTE Community à la „Harlem Shake“ zu produzieren.Daneben gibt es exklusive Reportagen, die den Themenschwerpunkt begleiten und durch die sechs Programmwochen führen. Weitere Special-Features kommen von „Summer of Soul“-Moderator Samy Deluxe mit einem exklusiv für ARTE realisierten Clip im Stil seiner „One Take Wonder“ und der deutschen Soul-Sängerin Ayo, die mit ihrer Neueinspielung des Soul-Klassikers „Sunny“ den Soundtrack zum „Summer of Soul“ liefert. Der Song wird, neben vielen anderen Hits, auf einer von ARTE zusammengestellten Playlist für die richtige Soul-Stimmung sorgen.

Freitag, 20.04. / 22.15 Uhr / Palace of Groove ~ Aretha Franklin
Schwerpunkt: Black Pop Power!
Musik, Frankreich, 2013, ARTE        27 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 20/04 bis 27/04

„Soul Train“: Fast 40 Jahre lang bot die amerikanische TV-Show nicht nur Unterhaltung, sondern auch Musik vom Feinsten. Vor einem erlesenen Publikum, das fester Bestandteil der Show war, interpretierten großartige Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Stevie Wonder, Michael Jackson und Snoop Dogg unveröffentlichte Songs, die später zu Hits wurden. Mit der Zeit avancierte die Sendung zur Ausstellungsvitrine der afroamerikanischen Kultur.

„Palace of Groove“ zeigt in acht 26-minütigen Folgen Highlights der weltweit einzigartigen Fernsehshow, die den prägenden Musikströmungen der letzten Jahrzehnte von Soul über Funk und Disco bis hin zum Hip-Hop eine Bühne bot. Mitreißende Liveauftritte, Künstlerinterviews, spektakuläre Tanzmedleys und vieles mehr fügen sich zu einer spannenden Zeitreise und zu einem Feuerwerk an Emotionen, Witz und Glamour. Präsentiert wird die Sendereihe „Palace of Groove“ von der Journalistin und DJane Hadnet Tesfai.

Bühne frei für die Queen of Soul: Aretha Franklin. Mit von der Partie sind auch Stevie Wonder und Boney M. Ein Interview von Seltenheitswert zeigt Michael Jackson am Anfang seiner Solokarriere. Außerdem widmet sich diese Folge den verschiedenen Facetten des Slow.
Freitag, 20.04. / 23.00 Uhr / ARTE Concert Festival
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F        90 Min.
Regie: David Ctiborsky
Erstausstrahlung

Nach zwei komplett ausverkauften Ausgaben mit prominenten Line-ups wie Jarvis Cocker, Chilly Gonzales, Grandaddy, The Divine Comedy und Carl Craig sowie vielversprechenden Newcomern wie Ought, Noga Erez und Sarah McCoy findet das „ARTE Concert Festival“ auch in diesem Jahr wieder im Pariser Kulturzentrum La Gaîté Lyrique statt. Vom 19. bis zum 21. April steht dort Livemusik in all ihren Formen rund um die drei großen Themen Pop-Rock, Klavier und Electro auf dem Programm.

Drei Tage Livemusik mitten in Paris: Das „ARTE Concert Festival“ wird im dritten Jahr in Folge vom 19. bis zum 21. April in La Gaîté Lyrique veranstaltet, dem angesagten Pariser Kulturzentrum für digitale Künste und zeitgenössische Musik. Nach den beiden komplett ausverkauften Ausgaben von 2016 und 2017 mit prominenten Line-ups (Grandaddy, Nada Surf, Patrick Watson, Carl Craig, Miss Kittin, The Divine Comedy), vielversprechenden Newcomern und exklusiven Projekt-Previews gibt es auch dieses Jahr wieder „ARTE Concert“ zum Anfassen. Denn genau das ist dieses Festival: eine Plattform, die sämtliche musikalische Genres, große internationale Stars und die Nachwuchskünstler von morgen zusammenführt.

In den neun Jahren, die es das Streaming-Angebot „ARTE Concert“ bereits gibt, gelang es dem Online-Auftritt von ARTE, sich einen anerkannten Platz in der europäischen Musikverbreitung zu sichern. Genau wie das Web-Angebot im Internet zelebriert auch das „ARTE Concert Festival“ die Vielseitigkeit der Livemusik – und bietet eine einzigartige Gelegenheit, ARTE einmal völlig anders zu erleben.

Freitag, 20.04. / 00.30 Uhr / Palace of Groove ~ Marvin Gaye
Schwerpunkt: Black Pop Power!
Musik, Frankreich, 2013, ARTE        27 Min.
Regie: Joel Carvalho
Online verfügbar von 20/04 bis 27/04

„Soul Train“: Fast 40 Jahre lang bot die amerikanische TV-Show nicht nur Unterhaltung, sondern auch Musik vom Feinsten. Vor einem erlesenen Publikum, das fester Bestandteil der Show war, interpretierten großartige Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Stevie Wonder, Michael Jackson und Snoop Dogg unveröffentlichte Songs, die später zu Hits wurden. Mit der Zeit avancierte die Sendung zur Ausstellungsvitrine der afroamerikanischen Kultur.

„Palace of Groove“ zeigt in acht 26-minütigen Folgen Highlights der weltweit einzigartigen Fernsehshow, die den prägenden Musikströmungen der letzten Jahrzehnte von Soul über Funk und Disco bis hin zum Hip-Hop eine Bühne bot. Mitreißende Liveauftritte, Künstlerinterviews, spektakuläre Tanzmedleys und vieles mehr fügen sich zu einer spannenden Zeitreise und zu einem Feuerwerk an Emotionen, Witz und Glamour. Präsentiert wird die Sendereihe „Palace of Groove“ von der Journalistin und DJane Hadnet Tesfai.

Im Mittelpunkt dieser Folge des „Palace of Groove“ steht Marvin Gaye, Serial Lover der 70er Jahre. Für Stimmung im Soul Train sorgen außerdem Billy Preston und die Sugarhill Gang. Daneben verrät die Sendung alles, was man über die damals aufkommende Discomusik wissen muss.

Freitag, 20.04. / 01.00 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 20/04 bis 20/05
Erstausstrahlung

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