Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Samstag, 14.10. / ab 20.15 Uhr: Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Schwerpunkt, ARTE86 Min.

ARTE-typischer kann es nicht sein: Frankreich ist Ehrengast der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt. Fünf Tage lang trifft sich die Welt der Bücher in der Main-Metropole, und ARTE widmet diesem Event einen Programm-Schwerpunkt. Der Leitspruch „Francfort en français“ steht als Titel und Symbol für einen neuen Aufschwung zwischen Frankreich und Deutschland und ist Zeugnis einer starken Öffnung in Richtung eines Europas der Gastfreundschaft. Rund 130 französischsprachige Autoren und Künstler – aus Frankreich, der französischen Schweiz, Belgien, Luxemburg, Kanada sowie aus Afrika, Asien und dem Maghreb – werden ihre Werke auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen.

Die Programme, darunter zahlreiche Erstausstrahlungen, im Überblick: „Die Macht der Bücher - Französischsprachige Literatur heute“ ist eine filmische Reflexion, die Einblick in die französische Literaturlandschaft bietet und deren Vision für die Zukunft entwirft. „Empört Euch! Engagiert Euch! - Stéphane Hessel“ ist ein vielschichtiges Porträt, das auf die biografischen und politischen Facetten Stéphane Hessels eingeht und zeigt, wie ein Diplomat im hohen Alter zur Ikone einer Jugendbewegung in ganz Europa und Nordafrika wurde. Eine Hommage zu Ehren des 100. Geburtstages von Stéphane Hessel am 20. Oktober 2017. In „Durch die Nacht mit …“ entführen Leïla Slimani und Kamel Daoud nach Paris. Slimani, in Marokko geboren, ist seit ihrem Prix Goncourt eine wichtige Stimme der französischen Literaturszene, und Daoud ist einer der bekanntesten algerischen Journalisten, der sich heute ganz seinem schriftstellerischem Schaffen widmet. Das wöchentliche Magazin „Metropolis“ widmet sich den ganzen Herbst hindurch zeitgenössischen französischen Autoren. In der fünfteiligen Doku-Serie „Mordsidyll“ schickt der deutsch-französische Schauspieler Mehdi Nebbou den Zuschauer mit fünf Krimis auf Reisen in die französische Provinz. Auch zahlreiche Literaturverfilmungen gehören zu den Highlights des ARTE-Schwerpunkts: Der Film „Elementarteilchen“ von Oskar Roehler basiert auf dem gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq, jedoch verlegt Roehler die Handlung von Paris nach Berlin. „Germinal“ ist die aufwendige und detailgenaue Verfilmung des gleichnamigen Romans von Emile Zola durch Claude Berri aus dem Jahr 1993 mit Gérard Depardieu, Miou-Miou, Renaud und Jean-Roger Milo. „Die Tage unter Null“, ein Fernsehfilm von Philippe Harel, ist eine filmische Adaptation des Romans „Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin“ von Delphine de Vigan. Die Aufzeichnung des Eröffnungskonzerts zur Frankfurter Buchmesse flankiert musikalisch das filmische Programm: Das Orchestre Philharmonique de Strasbourg wird unter der Leitung des slowenischen Dirigenten Marko Letonja das Doppelkonzert von Johannes Brahms spielen, mit der deutschen Solistin Veronika Eberle (Geige) und dem französischen Solisten Gautier Capuçon (Cello). Außerdem zählen zwei Webproduktionen zu den Highlights: Die zehnteilige Webproduktion „Die Welt im Comic“, die aktuelle Tendenzen und relevante Autoren der französischsprachigen Comicszene vorstellt. Die Frankfurter Buchmesse wird der Comicszene eine 300 Quadratmeter große Ausstellung im Französischen Pavillon widmen. Die Webserie „Cult Fiction“ zeichnet 15 Porträts der großen Kultromane der Literaturgeschichte – ohne zu spoilern!

Samstag, 14.10. / 20.15 Uhr / Gutenberg - Genie und Geschäftsmann
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ZDF, ARTE F        85 Min.
Regie: Marc Jampolsky
Online verfügbar von 14/10 bis 13/11
Erstausstrahlung

Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks hat die Welt unumkehrbar verändert. Das Gedankengut der Reformatoren hätte ohne ihn und den Druck mit beweglichen Lettern keine so rasche Verbreitung finden können. Was hat ihn angetrieben, waren es künstlerische Interessen oder ging es ihm eher ums Geschäft? Welche technischen Detailprobleme musste er lösen, bevor er seine 42-zeilige Bibel drucken konnte?

Den Mann des Jahrtausends nannte man ihn: Johannes Gutenberg steht für eine Erfindung, die die Welt unumkehrbar verändert hat. Nicht nur die Schriften der Reformation hätten ohne ihn und den Druck mit beweglichen Lettern nicht so rasch Verbreitung gefunden, auch die Weitergabe von Wissen hat sich durch die neue Technik in ungeahntem Maße beschleunigt. Die Aufklärung und das Zeitalter der Wissenschaft sind ohne Johannes Gutenberg schwer denkbar. Doch was trieb ihn an? Waren es künstlerische Interessen oder ging es ihm eher ums Geschäft? Und welche technischen Detailprobleme musste er lösen, bevor er die 42-zeilige Bibel drucken konnte? Das deutsch-französische Doku-Drama zeichnet den langwierigen, von Versuchen und Rückschlägen geprägten Entstehungsprozess einer epochemachenden Erfindung nach. Die Druckpresse, der Guss der Lettern, die Qualität der Druckerschwärze – Gutenberg musste zahlreiche Detailprobleme lösen, bevor er die ersten Schriften vervielfältigen konnte. In Mainz geboren, ging er früh nach Straßburg, wo er vermutlich seine Versuche startete. Prozesse, die er führte, belegen das. Erst nach seiner Rückkehr nach Mainz erscheinen seine ersten Drucke. In Mainz tut er sich mit Johannes Fust und Peter Schöffer zusammen, um sein schönstes Werk zu drucken: die 42-zeilige Bibel. Das filmische Porträt von Marc Jampolsky zeigt den genialen Erfinder in einem neuen Licht: als einen Mann am Vorabend einer neuen Zeit, der sich nach und nach als hartnäckiger Querulant, wagemutiger und gerissener Geschäftsmann, enthusiastischer Erfinder und genussfreudiger Lebemann entpuppt.

Samstag, 14.10. / 21.40 Uhr / Die Bücherjäger ~ Kampf um das Wissen der Welt
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Dokumentation, Deutschland, 2017, RB        52 Min.
Regie: Susanne Brahms
Erstausstrahlung

Ohne Bücherjäger wäre das Wissen der Antike oder des Mittelalters heute verloren. Sie sammelten und kopierten Bücher in einem Wettlauf gegen die Zeit. Bücherjäger stemmten sich gegen die Barbarei, und sie tun das bis heute. Dafür riskierten sie Kopf und Kragen. Sie sind die heimlichen Helden der Geschichte, so wie der Dominikanermönch Najeeb Michael, der seine Bibliothek bereits zweimal vor radikalen Islamisten in Sicherheit gebracht hat.

Seit über 30 Jahren reist der Benediktinermönch Columba Stewart aus Minnesota, USA, durch die Krisenregionen der Welt. Er sucht alte Manuskripte, zum Beispiel im Irak, wo es ihm gelungen ist, eine uralte Klosterbibliothek digitalisieren zu lassen. Im Irak unterstützt er auch den Dominikanermönch Najeeb Michael, der seine Bibliothek bereits zweimal unter dramatischen Umständen vor dem Zugriff radikaler Islamisten gerettet hat. Moderne Bücherjäger haben es ihren mittelalterlichen Vorgängern zu verdanken, dass sie überhaupt noch etwas zu erforschen haben. Kirchenväter warnten vor der Lektüre antiker Autoren oder verboten sie gleich ganz. Wozu wissen, wenn man doch glauben soll? Trotzdem waren es Mönche, die dafür sorgten, dass Bücher bewahrt wurden. Auch im 20. Jahrhundert wurde Kulturgut zum Kriegsziel. In der Vielvölkerstadt Sarajevo bestand eines der Kriegsziele in den 1990er Jahren darin, die Erinnerung an das Zusammenleben der Ethnien auszulöschen. Die Armee der bosnischen Serben schoss deshalb die Nationalbibliothek und das Orient-Institut in Brand. Mustafa Jahic war damals Bibliothekar der letzten Handschriftensammlung Sarajevos. Er rettete 20.000 Manuskripte aus dem Mittelalter in Bananenkartons, die er achtmal unter Lebensgefahr durch die eingekesselte Stadt trug. Der Bestsellerautor Stephen Greenblatt würdigt die Bedeutung der Bücherjäger der Renaissance und fragt: Sophokles hat mit "König Ödipus" auf einem antiken Literaturwettbewerb den zweiten Platz errungen. Würden Sie nicht auch gern wissen, wer den ersten Platz gemacht hat? Doch dieses Manuskript ging verloren.

Samstag, 14.10. / 22.35 Uhr / Zukunft aus dem Drucker ~ Wie 3D-Druck unsere Welt verändert
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF        52 Min.
Regie: Martin Gronemeyer, Michaela Kirst
Online verfügbar von 14/10 bis 13/11
Erstausstrahlung

Mit dem 3D-Druck kann man jede beliebige Form an jedem Ort und zu jeder Zeit herstellen. Einige Forscher sehen darin die nächste Industrielle Revolution. Doch wie realistisch ist das? Wie werden die Fabriken dank der neuen Technik zukünftig aussehen? Und welchen Einfluss hat das auf die globalen Warenströme? Die Dokumentation zeigt eine spannende Reise zu den Erfindern, Produzenten und Verbrauchern dieser ungewöhnlichen Technik.

Dampf, Stahl, Erfindergeist und Fortschrittswelle – durch die Industrielle Revolution wurde in Europa seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Moderne eingeläutet. Nun soll ganz still und leise bereits die nächste Revolution begonnen haben, ausgelöst durch den 3D-Druck. Denn der ermöglicht es problemlos, jede beliebige Form an jedem Ort und zu jeder Zeit herzustellen. Doch wie realistisch ist das? Wie werden die Fabriken dank der neuen Technik in der Zukunft aussehen? Und welchen Einfluss wird die neue Technik auf die globalen Warenströme ausüben? Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit auf eine spannende Reise zu den Erfindern, Produzenten und Verbrauchern dieser ungewöhnlichen und revolutionären Technik.

Samstag, 14.10. / 00.40 Uhr / Square Idee
Magazin, Frankreich, 2015, ARTE        26 Min.
Online verfügbar von 14/10 bis 13/11
Erstausstrahlung

Anlässlich der angespannten politischen Lage zwischen der Türkei und der EU, insbesondere Deutschland, zeichnet „Square“ ein aktuelles Porträt der Türkei. Im Studio zu Gast sind die türkische, im kroatischen Exil lebende Journalistin und Schriftstellerin Ece Temelkuran und der Türkei-Spezialist Professor Jean Marcou.

Unlängst häufen sich die Spannungen zwischen der Türkei und Europa, insbesondere Deutschland. „Square“ nimmt die Missstimmungen zum Anlass, um ein aktuelles Porträt des Landes zu zeichnen. Das am 30. Oktober 1961 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnete Anwerbeabkommen stellte die Weichen für eine verstärkte Einwanderung sogenannter Gastarbeiter. Heute leben in Deutschland drei Millionen Einwohner mit türkischem Migrationshintergrund. Im März vergangenen Jahres unterzeichneten die Türkei und die EU ein Flüchtlingsabkommen, das die Massenflucht syrischer, irakischer, afghanischer und nordafrikanischer Flüchtlinge über die Ägäis stoppen und die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und der EU in der Flüchtlingskrise und darüber hinaus stärken sollte. Doch Recep Tayyip Erdogan, erst Ministerpräsident, dann erster direkt gewählter Staatspräsident der Türkei, hat ein – milde ausgedrückt – autoritäres Verständnis von politischer Machtausübung. Innenpolitisch setzt die Türkei auf Verbote und die Repression Andersdenkender, außenpolitisch auf Provokationen und ungewöhnliche diplomatische Bündnisse. Ist die bestehende Brücke zwischen Abend- und Morgenland vermint? Studiogäste zu diesem Thema sind die im kroatischen Exil lebende türkische Journalistin und Schriftstellerin Ece Temelkuran und der französische Professor für Politikwissenschaften und Türkei-Spezialist Jean Marcou.

Sonntag, 15.10. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Metropole Paris
Magazin, Deutschland, 2017, HR        43 Min.
Online verfügbar von 15/10 bis 13/01
Erstausstrahlung

(1): Metropole: „Literatur-Wunder“ Paris
(2): Stefan Draschan

(1): Metropole: „Literatur-Wunder“ Paris Paris ist eine der schönsten Städte und die Literatur-Metropole Europas! Pariser Autoren präsentieren sich auch während der Frankfurter Buchmesse mit dem diesjährigen Gastlandauftritt Frankreichs. Was macht die heutige Literaturszene in Paris so spannend? Viele literarische „Hochkaräter“ mit Migrationshintergrund wie Alain Mabanckou oder Gaël Faye leuchten die aktuelle politische Situation aus.

(2): Stefan Draschan Er ist ein Sammler und Jäger, der seine Beute im Museum findet: Der Wiener Fotograf Stefan Draschan stellt in Berlin ein Fotoprojekt vor, das Mensch und Kunst wirklich zusammenbringt!

Sonntag, 15.10. / 17.30 Uhr / Antoine de Saint-Exupéry ~ Flieger, Schriftsteller und Romantiker
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        54 Min.

Regie: Marie Brunet-Debaines

Online verfügbar von 15/10 bis 22/10

Sie ist das wohltuende Erbe eines Fliegers, Schriftstellers und Romantikers: die weltberühmte philosophische Fabel „Der kleine Prinz“, die 1943 in den Vereinigten Staaten erschien. „Der kleine Prinz“ wurde in mehr als 150 Sprachen und Dialekte übersetzt und ist heute das meistgelesene Buch nach der Bibel. Dessen Urheber, Antoine de Saint-Exupéry, kam bei einem Flugzeugabsturz nahe der Mittelmeerstadt Marseille ums Leben. Trotz seiner Bekanntheit wurde Saint-Exupéry nur wenig gefilmt. Mit teils unveröffentlichten Aufnahmen zeichnet Marie Brunet-Debaines ein sehr persönliches Porträt des Autors und Abenteurers und geht dabei auch dem Seelenleben eines äußerst sensiblen Menschen auf den Grund.

Unter seinen Zeitgenossen galt Antoine de Saint-Exupéry als Pionier der Luftfahrt; als Schriftsteller erhielt er zahlreiche renommierte Preise wie etwa den Grand Prix du Roman der Académie française. 1943 wurde er mit seiner selbstillustrierten philosophischen Erzählung „Der kleine Prinz“ weltberühmt. Den „Kleinen Prinzen“, heute das meistübersetzte und -verkaufte Buch überhaupt, schrieb Saint-Exupéry während des Zweiten Weltkriegs im amerikanischen Exil. Es sollte nach Werken wie „Nachtflug“, „Wind, Sand und Sterne“ und „Flug nach Arras“ sein letztes Buch werden; kurz nach dessen Veröffentlichung stürzte er am 31. Juli 1944 bei seiner Mission, einen möglichen Ort für eine amerikanische Landung an der Mittelmeerküste ausfindig zu machen, nahe Marseille mit seinem Flugzeug ins Meer. Die genauen Umstände seines Todes sind noch immer ungeklärt. Während seiner Langstreckenflüge und seiner Wüstenaufenthalte hatte der Schriftsteller viel Zeit, über den Zustand der Welt, die Menschen und sich selbst nachzudenken. Dank Meditation und Schreiben überstand er Einsamkeit und Langeweile. Doch was faszinierte Saint-Exupéry so am Fliegen? Was trieb ihn bei seinen häufig nicht ungefährlichen Einsätzen an? Und was war er für ein Mensch? Marie Brunet-Debaines beleuchtet in ihrer Biografie neben dem erfolgreichen Piloten und Autor vor allem wenig bekannte Seiten von Saint-Exupérys Persönlichkeit. Er schwankte zwischen Melancholie, Verträumtheit, starkem Idealismus und gleichzeitig Leichtlebigkeit: Antoine de Saint-Exupéry war auch Bonvivant und Frauenheld und trotz seiner Einsilbigkeit ein Unterhalter, der eine Unzahl an Kartentricks beherrschte. Anhand von Auszügen aus seinen bekanntesten Werken und Briefen ergründet die Dokumentation sein Seelenleben und zeichnet so das Porträt von einem intuitiven Propheten und dem vielleicht letzten Romantiker des 20. Jahrhunderts. „Ich bereue nichts. Ich habe gespielt und verloren. Das gehört zur Regel meines Berufs. Aber ich habe den Wind auf freier See atmen dürfen“, schreibt Saint-Exupéry in „Wind, Sand und Sterne“, „ … ich suche nicht die Gefahr; ich weiß, was ich suche: Ich suche das Leben.“

Sonntag, 15.10. / 18.25 Uhr / Eröffnungskonzert zur Frankfurter Buchmesse 2017
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Musik, Deutschland, 2017, HR        43 Min.
Dirigent: Marko Letonja
Komponist: Johannes Brahms
Orchester: Orchestre philharmonique de Strasbourg

Mit: Venonika Eberle (Violine), Gautier Capuçon (Violoncello)
Erstausstrahlung

Sonntag, 15.10. / 20.15 Uhr / Germinal
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Spielfilm, Frankreich, 1993, ARTE F        151 Min.
Regie: Claude Berri
Autor: Emile Zola
Kamera: Yves Angelo
Schnitt: Hervé de Luze
Musik: Jean-Louis Roques
Produktion: Alternative Films, Renn Productions, D.D. Productions, France 2 Cinéma, Nuova Artisti Associati
Produzent: Claude Berri
Drehbuch: Claude Berri, Arlette Langmann

Mit: Miou-Miou (Maheude), Renaud (Etienne Lantier), Jean Carmet (Vincent Maheu/Bonnemort), Judith Henry (Catherine Maheu), Jean-Roger Milo (Chaval), Gérard Depardieu (Toussaint Maheu), Laurent Terzieff (Souvarine), Bernard Fresson (Victor Deneulin), Jacques Dacqmine (Philippe Hennebeau), Anny Duperey (Madame Hennebeau), Gérard Croce (Maigrat), Frédéric van den Driessche (Paul Négrel), Annick Alane (Madame Grégoire), Pierre Lafont (Léon Grégoire), Thierry Levaret (Zacharie Maheu), Fred Personne (Pluchart), Cécile Bois (Cécile Grégoire), Yolande Moreau (La Levaque), Bruno Tuchszer (Hauptmann), Fred Ulysse (Dansaert), Philippe Desboeuf (Doktor), Maximilien Regiani (Pierron)

Der arbeitslose Mechaniker Lantier nimmt in einem nordfranzösischen Kohlerevier eine Stelle an. Durch die Freundschaft mit dem Grubenarbeiter Maheu erlebt er den Hunger und das soziale Elend der Bergleute und ihrer Familien hautnah. Nach einer verdeckten Lohnsenkung organisieren Lantier und Maheu einen Arbeiteraufstand. Doch der wird blutig niedergeschlagen.

Hungrig und müde durchstreift der arbeitslose Mechaniker Lantier die winterliche Kälte des nordfranzösischen Kohlereviers. In den Gruben von Voreux nimmt er eine beschwerliche und schlecht bezahlte Arbeit unter Tage an. Lantier schließt Freundschaft mit dem altgedienten Bergmann Maheu, der den Neuen bei sich wohnen lässt. Die unmenschliche Arbeit in den Kohlegruben bringt trotz des Einsatzes fast aller Familienmitglieder nicht genug Geld in die Kasse, um Maheus Frau und seine sieben Kinder satt werden zu lassen. Der Hunger überschattet auch Lantiers stille Liebe zu Maheus Tochter Catherine. Trotz ihrer Zuneigung zu dem Mechaniker entscheidet Catherine sich für den besser situierten Bergarbeiter Chaval, der es sich leisten kann, die Gefühle einer Frau zu kaufen. Unter den argwöhnischen Augen der Grubenleitung überredet der von sozialistischen Idealen bewegte Lantier die Arbeiter dazu, eine Streikkasse zu gründen. Nach einer verdeckten Lohnkürzung wiegeln Lantier und Maheu gemeinsam die Bergmänner zur Niederlegung der Arbeit auf. Die erbitterten Auseinandersetzungen mit den Streikbrechern eskalieren in einer offenen Arbeiterrevolte, die von Gendarmen blutig niedergeschlagen wird. Wie es mit den zermürbten Bergleuten weitergehen wird, wissen sie selbst noch nicht ...[Zusatzinfo]:    Claude Berris aufwendige und detailgenaue Verfilmung von Emile Zolas gleichnamigem, naturalistischen Roman „Germinal" zählt zu den herausragenden europäischen Kinoereignissen der 90er Jahre. Sowohl Gérard Depardieu als auch die seit ihrem César 1980 weltbekannte Miou-Miou sowie Renaud und Jean-Roger Milo beeindrucken mit ihrem überzeugenden Spiel und machen aus dem Arbeiterdrama ein Meisterwerk. „Germinal“ wird 1994 in zwölf Kategorien für den César nominiert, unter anderem für das beste Drehbuch und die beste Regiearbeit, und gewinnt die Auszeichnung für die beste Kamera und das beste Kostümbild.

Sonntag, 15.10. / 22.45 Uhr / Empört Euch! Engagiert Euch! - Stéphane Hessel
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Dokumentation, Deutschland, 2017, WDR        52 Min.
Regie: Hans Helmut Grotjahn, Antje Starost
Online verfügbar von 15/10 bis 13/01
Erstausstrahlung

Mit seinem im Oktober 2010 veröffentlichten Pamphlet „Empört Euch!“ wird der Buchenwald-Überlebende und ehemalige UNO-Diplomat Stéphane Hessel im Alter von 93 Jahren überraschend zur Leitfigur der jungen Generation. Auch sieben Jahre später, zum diesjährigen G20-Gipfel in Hamburg, ist Hessel noch in aller Munde, als ein Autoren- und Künstlerensemble, darunter Auma Obama und der Journalist Günter Wallraff, das Pamphlet gemeinsam als Statement gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft vorträgt. „Empört Euch! Engagiert Euch! - Stéphane Hessel“ beleuchtet die Lebensstationen des Menschenrechtlers und geht der Frage nach, wie man im hohen Alter noch zum Held der Jugend wird.

Im Oktober 2010 erscheint Stéphane Hessels Pamphlet „Empört Euch!“ und wird zum gänzlich unerwarteten Welterfolg. Fast zwei Millionen verkaufte Exemplare. In viele Sprachen übersetzt, trifft es den Nerv der Zeit. Besonders bei jungen Menschen und nicht nur in Europa, sondern gerade auch in der arabischen Welt. Mit 93 Jahren wird Stéphane Hessel etwas, was er, der aus einem literarischen Elternhaus kommt, nie werden wollte: ein berühmter Schriftsteller. Hessel, der als Nachkomme jener Dreiecksbeziehung zur Welt kommt, die später François Truffaut zu seinem Klassiker „Jules und Jim“ inspirieren soll, wandert mit sieben Jahren mit der Mutter von Berlin nach Paris aus, ist Résistance-Kämpfer, Buchenwald-Überlebender und UNO-Diplomat und bis dato vor allem in Insiderkreisen bekannt. Mit seinem Pamphlet wird er 2010 plötzlich zur Ikone der Protest- und Jugendbewegung in ganz Europa und Nordafrika und zum Kronzeugen der Occupy-Bewegung an der Wall Street. Auch sieben Jahre später ist Stéphane Hessel noch immer in aller Munde. Im Juli 2017, kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg, trägt ein einzigartiges Autoren- und Künstlerensemble den vollständigen Text von „Empört Euch!“ vor. Unter ihnen Barack Obamas Schwester Auma Obama, der Journalist Günter Wallraff, Liedermacher Konstantin Wecker und Schauspieler Mathieu Carrière. Es geht um nichts weniger als die Rebellion gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, um Menschenrechte und die Zerstörung der Umwelt. Der Dokumentarfilm „Empört Euch! Engagiert Euch! - Stéphane Hessel“ sucht nach Antworten auf die Frage, wie jemand im hohen Alter zum Held der Jugend wird. Ein Geheimnis seiner Anziehung ist seine Wahrhaftigkeit und sein Optimismus, sein Charme und seine Persönlichkeit.
Sonntag, 15.10. / 23.40 Uhr / Durch die Nacht mit ...Leïla Slimani und Kamel Daoud
Schwerpunkt: Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Andreas Nickel, Matthias Schellenberg
Online verfügbar von 15/10 bis 13/01
Erstausstrahlung

Auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt vertreten die Marokkanerin Leïla Slimani und der Algerier Kamel Daoud das Gastland Frankreich. Slimani hat mit ihrem Buch "Chanson douce" den Prix Goncourt gewonnen. Kamel Daoud hat für seine Kritik am Islam eine Fatwa gegen sich provoziert und die Kritik französischer Intellektueller, die ihm Islamophobie vorwerfen. ARTE hat die beiden in Paris zusammengebracht. Paris ist für beide ein Ort der Freiheit. Sie sprechen über Politik und Sexualität, singen zu Jacques Brel und lassen sich in Pigalle von der marokkanischen Sängerin Hindi Zahra verzaubern.

Auf der Frankfurter Buchmesse 2017 vertreten die Marokkanerin Leïla Slimani und der Algerier Kamel Daoud das Gastland Frankreich. Slimani hat mit "Chanson douce", einem psychologischen Thriller über eine moderne Familie, deren Kindermädchen die ihr anvertrauten Babys ermordet, den Prix Goncourt gewonnen. Daoud provozierte mit seiner Islamkritik sowohl die Fatwa eines algerischen Imams als auch ein Tribunal französischer Intellektueller, die ihm Islamophobie vorwerfen. Mit "Der Fall Meursault - Eine Gegendarstellung" hatte er dem erschossenen Araber aus "Der Fremde" von Albert Camus Gesicht und Stimme gegeben. Beim Essen auf einer Dachterrasse mit Blick auf Notre Dame und das dunkel werdende Paris erzählen sie von persönlichen Erlebnissen, die sie zu Schriftstellern gemacht haben: die Gewalt im Maghreb sowie die Heuchelei und der Aufstieg der Islamisten. Schreiben ist für beide ein Weg, das Dunkel auf Distanz zu halten. Sie tauschen sich aus über das Aufgeregtsein beim Schreiben und über Strategien, sich auf dem westlichen Markt zu behaupten. Sie fragen sich: Sind wir die Araber, wie man sie liebt? Lassen wir uns instrumentalisieren oder instrumentalisieren wir unsere Herkunft? Sie gehen in den Jardin du Luxembourg, ins Institut du Monde Arabe, zum Pont Neuf und ins Pigalle. Sie treffen den Filmemacher Lyes Salem, die Sängerin Hindi Zahra und singen im Auto "Les vieux amants" von Jacques Brel. "Hast Du Angst?" fragt Leïla. "Immer, aber es gibt keinen anderen Weg. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern mit der Angst zu leben und ihr einen Sinn zu geben", lautet Kamels Antwort.

Sonntag, 15.10. / 00.35 Uhr / Beethoven: Tripelkonzert mit I. Faust, J.-G. Queyras und M. Helmchen
Musik, Deutschland, 2017, MDR        40 Min.
Regie: Ute Feudel
Komponist: Ludwig van Beethoven

Mit: Jean-Guihen Queyras (Cello), Isabella Faust (Violine), Martin Helmchen (Klavier)
Online verfügbar von 15/10 bis 22/10
Erstausstrahlung

Das Tripelkonzert gehört zu Beethovens seltener aufgeführten Werken – wohl auch, weil es gleich drei Solisten benötigt und diese gehörig fordert. Die Kombination eines Klaviertrios mit Orchester war lange Zeit ein Einzelfall der musikalischen Gattungsgeschichte. ARTE präsentiert das Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester in C-Dur im Gewandhaus zu Leipzig, gespielt von einem exzellenten Solistentrio bestehend aus der Violinistin Isabelle Faust, dem Cellisten Jean-Guihen Queyras und dem Pianisten Martin Helmchen, begleitet vom Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Herbert Blomstedt.

Ludwig van Beethoven gehört zu den meistgespielten Komponisten weltweit, wobei insbesondere seine 5. Symphonie als Klassiker ihrer Gattung von idealer Form, Ausgewogenheit und Reichtum an melodischer und harmonischer Erfindung gilt. Zu den unbekannteren und eher selten aufgeführten Werken des Komponisten gehört das Tripelkonzert – quasi eine Sinfonia concertante oder ein Klaviertrio in Form eines Konzertes. Es fordert gleich drei Solisten, die zudem „mit kaum besiegbaren und zum Theil doch unwürksamen Schwierigkeiten konfrontiert“ werden. Das Tripelkonzert, das dem solistischen „Klaviertrio“ vielfältige Interaktionen mit dem Orchester bietet und trotzdem eine kammermusikalische Intimität bewahrt, entstand im Umfeld seiner Werke „Eroica“ und der „Appassionata“. Interessanterweise blieb die Kombination eines Klaviertrios mit dem Orchester über nahezu 100 Jahre ein Einzelfall in der musikalischen Gattungsgeschichte, ehe sich im 20. Jahrhundert die Komponisten Tscherepnin und Casella wieder daran versuchten. Die erste Leipziger Aufführung des Werks spielten am 18. Februar 1808 Heinrich August Matthäi, Konzertmeister des Gewandhausorchesters, und sein Cello-Kollege Justus Friedrich Dotzauer gemeinsam mit der Pianistin Elisabeth Catharina Müller im Leipziger Gewandhaus. Danach und bis weit ins 20. Jahrhundert wurde es ruhig um das Konzert. ARTE präsentiert nun über 200 Jahre später eine weitere Aufführung des Tripelkonzerts im Gewandhaus zu Leipzig: nun mit dem exzellenten Solistentrio Isabelle Faust (Violine), Jean-Guihen Queyras (Violoncello) und Martin Helmchen (Klavier). Ein musikalisches Heimspiel für das Leipziger Gewandhausorchester unter der Leistung seines ehemaligen Kapellmeisters Herbert Blomstedt.

Sonntag, 15.10. / 02.50 Uhr / Europa und seine Schriftsteller - Österreich erzählt von …Arno Geiger, Robert Menasse und Josef Winkler
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Michaël Gaumnitz, Nils Ahl
Online verfügbar von 15/10 bis 14/12

Drei zeitgenössische Schriftsteller sprechen über eine Nation, die gefangen ist in den Widersprüchen ihrer jüngsten Geschichte: hier die Sehnsucht nach dem Glanz vergangener Zeiten, dort das Europa von heute. Die Dokumentation von Michael Gaumnitz und Nils Ahl beleuchtet die komplexe Identität des heutigen Österreichs und befragt dazu einige der herausragenden literarischen Köpfe des Landes: Josef Winkler, Robert Menasse und Arno Geiger. Vom kosmopolitischen Wien bis ins erzkonservative Kärnten zeichnen sie in ihren Werken das Porträt eines von Widersprüchen zerrissenen, zutiefst europäischen Landes.

Das im Herzen des Kontinents gelegene Österreich trägt noch die Narben der brutalen jüngeren Vergangenheit Europas und ist zugleich Reliquie des Ruhms und Niedergangs seiner Kaiserreiche. In der europäischen Literatur ist die heute auf ein kleines Territorium geschrumpfte einstige Großmacht von überproportionaler Bedeutung: Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Arthur Schnitzler zur Jahrhundertwende, Stefan Zweig, Robert Musil, Joseph Roth, Elias Canetti, Hermann Broch in der Zwischenkriegszeit, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Gert Jonke in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, heute Peter Handke und Elfriede Jelinek. Werk und Biografie dieser Schriftsteller zeugen häufig vom besonderen Schicksal Österreichs in Europa: früher Kaiserreich, heute ein im Westen verankerter kleiner Staat in Mitteleuropa, deutschsprachig und an der Schnittstelle zu anderen Kulturen. Als Grenzland im Osten war Österreich Vorläufer eines Bundes der europäischen Völker und Kulturen. Die Identitätsfrage ist in Österreich sehr präsent, und zahlreiche Schriftsteller setzen sich mit der nationalen und politischen Sonderstellung auseinander – wenn sie nicht gerade ihrem Unmut über die österreichische Mentalität oder die Geschichte ihres Landes Luft machen. Von Robert Musil über Joseph Roth bis hin zu Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek ist bei den österreichischen Schriftstellern des 20. und 21. Jahrhunderts eine breite Palette widersprüchlicher Heimatgefühle herauszulesen. Auch die drei zeitgenössischen Autoren, die im Film zu Wort kommen – Josef Winkler, Robert Menasse und Arno Geiger – setzen sich kritisch mit ihrem Land auseinander und spiegeln den aktuellen europäischen Kontext auf besondere Weise. Bei Geiger und vor allem Menasse ist das Interesse für die Geschichte und Politik Österreichs allgegenwärtig. Sehr aussagekräftig ist auch Josef Winklers persönlicher Werdegang im Spannungsfeld zwischen hier und anderswo.

Dienstag, 17.10. / 05.00 Uhr /  Introducing We Were Evergreen in Concert
Musik, Deutschland, 2014, RBB        59 Min.
Regie: Stefan Mathieu

Mit: We Were Evergreen, Crystal Antlers, Linkoban
Online verfügbar von 17/10 bis 24/10

„Introducing“ steht für Live-Konzerte vielversprechender Newcomer-Bands, unbekannte Talente und Musik jenseits des Mainstreams. Dieses Mal auf der Bühne: das Pariser Indietronic-Trio We Were Evergreen, die kalifornische Rockband Crystal Antlers und die dänisch-chinesische Elektro-Rap-Künstlerin Linkoban. Sie alle spielen für „Introducing“ im Bi Nuu, einem kleinen Club in Berlin-Kreuzberg.


Fröhlich-rhythmischer Folk gemischt mit ideenreichen Elektrosounds – das ist das Konzept von We Were Evergreen. Die Bandmitglieder Michael Liot, Fabienne Débarre und William Serfass haben sich in Paris kennengelernt, leben aber mittlerweile in London. Bei ARTE „Introducing“ stellen sie ihr Debütalbum „Towards“ vor. Die zweite Band dieser Ausgabe kommt aus Los Angeles. Punkrock und Grunge – das ist der Sound, mit dem die Crystal Antlers gute Stimmung machen. Jonny Bell, Andrew King und Kevin Stuart haben das Trio 2006 in Kalifornien gegründet. In Berlin präsentieren sie die Songs ihres Albums „Nothing is Real“. Die exzentrische Linkoban aus Kopenhagen, die sich dem Elektro-Rap verschrieben hat, ist ein Phänomen, denn selten war Grime so energiegeladen und tanzbar. Mit „Super Into On It“ konnte sie vor allem in Dänemark, Schweden und Großbritannien erste Erfolge feiern. Zu ihren Fans gehört auch die Modedesignerin Stella McCartney, die Linkobans Single „Like This“ schon auf einer ihrer Modenschauen in Paris einsetzte. 2012 und 2013 trat Linkoban beim Musikfestival von Roskilde auf.

Donnerstag, 19.10. / 20.15 Uhr / Verdi: Don Carlos
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F        240 Min.
Regie: Stéphane Metge
Dirigent: Philippe Jordan
Chorleitung: José Luis Basso
Kostüme: Małgorzata Szczęśniak
Chor: Choeurs de l'Orchestre National de Paris
Komponist: Giuseppe Verdi
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Małgorzata Szczęśniak
Libretto: Joseph Méry ; Camille du Locle
Licht: Felice Ross
Inszenierung: Krzysztof Warlikowski
Orchester: Orchestre National de Paris

Mit: Jonas Kaufmann (Don Carlos), Elina Garanča (La princesse Eboli), Sonya Yoncheva (Élisabeth de Valois), Ludovic Tézier (Rodrigue), Dmitry Belosselskiy, Ildar Abdrazakov, Eve-Maud Hubeaux (Thibault), Julien Dran, Krzysztof Baczyk, Hyun-Jong Roh

Erstausstrahlung

Die Pariser Bastille-Oper eröffnet die Spielzeit 2017/2018 mit der französischen Fassung der Verdi-Oper „Don Carlos“ und schenkt dem Kulturherbst der französischen Hauptstadt damit in mehrfacher Hinsicht ein echtes Highlight. Zum einen versammelt die großartige Besetzung, die mit Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Ludovic Tézier, Elina Garanca und Ildar Abdrazakov fünf herausragende Stimmen, die in dem packenden Operndrama mit wunderschönen Partien glänzen können. Zum anderen hält sich die Inszenierung von Krzysztof Warlikowski an das ursprüngliche französische Original, verzichtet also auf die Ballettszenen. Diese Fassung von „Don Carlos“ war seit über zwanzig Jahren nicht zu sehen, zuletzt hatte sie Luc Bondy 1996 im Théâtre du Châtelet auf die Bühne gebracht. Spanien und Frankreich stehen seit Jahrzehnten im Krieg. Die Verlobung von Don Carlos, dem spanischen Thronfolger und Sohn des Königs Philipp II., mit Elisabeth de Valois, der Tochter Heinrichs II. und Katharinas von Medici, soll den Frieden herbeiführen. Bei einem heimlichen Treffen im Wald von Fontainebleau hatten sich die beiden jungen Leute ineinander verliebt. Doch König Philipp II. beschließt, Elisabeth selbst zu heiraten… Krzysztof Warlikowski verschlankt die Tragödie auf das Wesentliche und lässt Raum für intime Gefühle inmitten eines imaginären Freskos, das letztlich näher an der Wahrheit ist als die Geschichtsschreibung. Mit Philippe Jordan am Dirigentenpult entdeckt das Publikum diese große Oper in fünf Akten in ihrer allerersten Fassung, deren französische Textvorlage Verdi für die Uraufführung im Jahr 1867 selbst bearbeitete. ARTE überträgt das Spektakel live aus der Pariser Oper.

Freitag, 20.10. / 23.35 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 20/10 bis 19/12
Erstausstrahlung

Freitag, 20.10. / 00.20 Uhr / Berlin Live: Erasure
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        60 Min.
Regie: Stefan Mathieu, Hannes Rossacher
Online verfügbar von 20/10 bis 19/11
Erstausstrahlung

„World Be Gone“ ist eine der heiß herbeigesehnten Neuerscheinungen des Jahres: Die neue Platte von Erasure beschäftigt sich wie kaum ein anderes Werk des Duos mit der aktuellen Weltlage. Es ist ein faszinierendes Album geworden, das trotz der ernsten Texte zum Tanzen anregt – nicht zuletzt dank Erasures Markenzeichen, dem poppigen Elektrosound. Bei ihrem „Berlin Live“-Auftritt wird das britische Synthpop-Duo allerdings nicht nur neue Tracks raushauen, sondern auch Klassiker wie „Always“ oder „Sometimes“ zum Besten geben. ARTE zeigt das komplette Konzert, das sich kein Fan entgehen lassen sollte.

Vor knapp 30 Jahren stürmten Vince Clark und sein Freund Andy Bell als Erasure das erste Mal die Charts. Ihr knallig-poppiger Sound traf damals genau den Nerv der Zeit. Nachdem es in den späten Neunzigern etwas stiller um die beiden wurde, verbuchten sie im neuen Jahrtausend mit ihrer Greatest-Hits-Platte und Alben wie „Other People’s Songs“ und „Nightbird“ auch in Deutschland wieder größere Erfolge. Aktuell ist die Band mit ihrem heiß herbeigesehnten Album „World Be Gone“ auf Tour – eine Platte, die sich wie kaum ein anderes Werk des Duos intensiv mit der aktuellen Weltlage befasst und trotzdem hoffnungsvoll in die Zukunft blickt. Es ist ein mitreißendes Album geworden, das trotz der ernsten Themen viel Freude macht und zum Tanzen anregt – nicht zuletzt dank Erasures poppigem Elektrosound. Gewohnt glamourös bis trashig und mit der bis ins Falsett hinaufreichenden Stimme Andy Bells wissen die beiden auch heute noch, wie sie ihr Publikum in Ekstase versetzen können. Bei „Berlin Live“ im Neuköllner SchwuZ wird das Synthpop-Duo allerdings nicht nur neue Tracks raushauen, sondern auch Klassiker wie „Always“ oder „Sometimes“ zum Besten geben. ARTE zeigt das komplette Konzert, das sich kein Fan entgehen lassen sollte.

Freitag, 20.10. / 01.20 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 20/10 bis 19/11
Erstausstrahlung

Samstag, 21.10. / 20.15 Uhr / Die Rettung Palmyras
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        50 Min.
Regie: Martin Papirowski
Online verfügbar von 21/10 bis 20/11

Die Dokumentation stellt Palmyra als ein globales Handelszentrum der Antike vor und dokumentiert die Zerstörungen durch die Terrorgruppe IS. Weltweit entwickeln Forscher heute Pläne für einen Wiederaufbau der Stadt. Erstmals schildert der Film den Angriff des IS auf eine Kulturstätte im Detail und wirft die Frage auf, wie wir in Zukunft unser kulturelles Erbe bewahren wollen.

Die Dokumentation erzählt von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der syrischen UNESCO-Weltkulturstätte Palmyra. In der Antike war Palmyra ein globales Handelszentrum im Grenzgebiet zwischen Römischem Imperium und Persischem Reich. Dort trafen Orient und Okzident aufeinander, die Metropole war ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen.

Im syrischen Bürgerkrieg geriet Palmyra als ein Symbol der Vielfalt und Toleranz in das Visier der fanatischen Gotteskrieger des sogenannten Islamischen Staates. Die Terrormiliz zerstörte die wichtigsten Bauwerke. Forscher in Syrien, Deutschland und anderen Ländern arbeiten zurzeit an einer genauen Bestandsaufnahme der Schäden in Palmyra. Auf Grundlage dieser Daten entwickeln sie Pläne für einen möglichen Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg.

Erstmals schildert der Film den Angriff des ISIS auf eine bedeutende Kulturstätte der Antike im Detail. Die Dokumentation zeigt, welche Bauwerke bei den Kämpfen beschädigt wurden und welche nach der Eroberung systematisch gesprengt wurden. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass sich die Terrormiliz darüber hinaus am illegalen Handel mit antiken Kulturgütern beteiligt. Der Film liefert einen wichtigen Beitrag zu der Diskussion, welche Bedeutung die Rettung von Kulturgütern im Angesicht von Not und Leid haben kann. Gerade in einem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land wie Syrien stellt die Bewahrung und Wiederherstellung des kulturellen Erbes für die Menschen ein wichtiges Zeichen der Hoffnung dar. Die Rettung Palmyras könnte ein Symbol für den Neuanfang in Syrien werden.

Samstag, 21.10. / 00.05 Uhr / Square für Künstler ~ Carte Blanche für Olivier Rollinger
Magazin, Frankreich, 2017
Sonntag, 22.10. / 16.45 Uhr / Metropolis ~Lanzarote
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 22/10 bis 20/01
Erstausstrahlung

(1): Metropole Lanzarote: Kunst und Klima

(1): Metropole Lanzarote: Kunst und Klima Wind, Sonne und Lava: Lanzarote bietet ideale Bedingungen für erneuerbare Energien – und Inspirationsquellen für viele Künstler. Die Vulkaninsel wurde 1993 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt. Ihr allgegenwärtiger Pate: Universalkünstler César Manrique. Die Landschaft entdecken, ohne sie zu zerstören – das war seine Vision. Wie sehen die Kreativen heute ihre Insel?

Sonntag, 22.10. / 17.30 Uhr / Pierre Soulages
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Stéphane Berthomieux
Online verfügbar von 22/10 bis 29/10
Erstausstrahlung

Der französische Künstler Pierre Soulages ist eine der letzten lebenden Legenden der abstrakten Kunst und mit 97 Jahren noch immer voller Schaffensdrang. Die Dokumentation schildert das Leben und Werk des Malers, dessen Vorliebe bis heute der Farbe Schwarz gilt. Neben Soulages‘ langjährigem Freund Pierre Encrevé kommen unter anderem auch sein Assistent Dan McEnroe und der Philosoph Alain Badiou zu Wort. Regisseur Stéphane Berthomieux lässt mit seinem filmischen Werk einen Funken überspringen, der Lust macht, noch tiefer in die Welt des Künstlers einzudringen.

Ein Hüne mit wachem Geist und festem Pinselstrich: Der 97-jährige Pierre Soulages gehört zu den letzten lebenden Legenden der abstrakten Malerei. Regisseur Stéphane Berthomieux gelingt mit seiner Dokumentation eine besondere Leistung: Er zeigt, wie aus Schwarz Licht entsteht und welche Energie dem speziellen Schwarz von Soulages innewohnt. Denn Soulages will Papier zum Leuchten bringen und bedient sich dafür des, wie er es nennt, „Outrenoir“, des „jenseitigen Schwarz“. Neben Archivaufnahmen und einem Off-Kommentar nähern sich Soulages-Kenner dem Leben und Werk des Künstlers, darunter sein langjähriger Freund, der Sprachwissenschaftler und „Soulages-Experte“ Pierre Encrevé, der Astrophysiker Daniel Kunth, Soulages‘ Assistent Dan McEnroe, der Philosoph Alain Badiou, der Musiker Jean-Michel Jarre und der Rektor der Kathedrale von Rodez Jean-Luc Barrié. Soulages‘ Malerei ist Handwerk und Poesie – und sie ist das Ergebnis eines Werdegangs. Der fast zwei Meter große Künstler wurde 1919 im französischen Rodez geboren. Im Zweiten Weltkrieg unterbrach er sein Kunststudium, 1946 kehrte er dann nach Paris zurück, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. Ab 1948 stellt er seine Werke in Paris, Europa und darüber hinaus aus. Seit 1979 arbeitet er ausschließlich mit der Farbe Schwarz und legt den Fokus auf das Zusammenwirken von Furchen, Kerben und Reliefs mit dem Einfall des Lichts. Mit hohem ästhetischen Anspruch und pädagogischem Feingefühl zeigt die Dokumentation Soulages‘ Rang in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie ist die Hommage an einen zeitlosen Künstler und an die kraftvolle Modernität seines Schaffens.

Sonntag, 22.10. / 18.20 Uhr / Daniil Trifonov spielt Chopins Klavierkonzerte
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Helmut Hadulla
Dirigent: Mikhail Pletnev
Komponist: Frédéric Chopin, Robert Schumann
Orchester: Mahler Chamber Orchestra
Mit: Daniil Trifonov (Klavier)
Erstausstrahlung

Chopins Klavierkonzerte gelten als Kleinod Chopin’scher Poesie und als Prüfstein für Technik und Ausdrucksvermögen eines jeden Pianisten. Doch die Unausgeglichenheit zwischen simplem Orchestersatz und dem vergleichsweise ungeheuer komplexen Klavierpart stießen immer wieder auf Kritik. Diese Diskrepanz ließ der Dirigent Mikhail Pletnev nicht auf sich ruhen und überarbeitete die Partitur. ARTE zeigt das Resultat: Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll in einer neuen Orchesterfassung des Dirigenten Mikhail Pletnev aus dem Konzerthaus Dortmund vom 30. April 2017. Am Piano einer der faszinierendsten und spirituellsten jungen Pianisten unserer Zeit: Daniil Trifonov.

Der 26-jährige Daniil Trifonov ist einer der faszinierendsten und spirituellsten jungen Pianisten unserer Zeit. In einem umjubelten Konzert im Konzerthaus Dortmund am 30. April 2017 spielte er Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll in einer neuen Orchesterfassung des Dirigenten Mikhail Pletnev, der an diesem Abend selbst am Pult des Mahler Chamber Orchestra stand. Chopins Klavierkonzerte gelten als Kleinod Chopin’scher Poesie und als Prüfstein für Technik und Ausdrucksvermögen eines jeden Pianisten. Allein der Orchestersatz gab immer wieder Anlass zur Kritik, denn hinter der ungeheuren Komplexität des Klavierparts bleibt er deutlich zurück. Er gleicht eher einer Instrumentierungsskizze, in der die Klangmöglichkeiten des Orchesters nur angedeutet, aber nicht wirklich ausgearbeitet sind. Einige Wissenschaftler bezweifeln sogar, dass die Instrumentierung tatsächlich von Chopin selbst stammt. Die Diskrepanz zwischen pianistischer Raffinesse und orchestraler Simplizität ließ den Dirigenten Mikhail Pletnev, selbst ein ausgewiesener Meister am Klavier, nicht ruhen. Er überarbeitete die Partitur behutsam und erzielte dabei sehr viel reichere Farben allein dadurch, dass er charakteristische melodische Phrasen nach klanglichen Gesichtspunkten neu unter den Orchesterinstrumenten aufteilte. Eigentlich nur für eigene Aufführungen der Konzerte gedacht, fand Pletnevs Arrangement bald auch bei anderen Pianisten sehr viel Zustimmung. Auch Ausnahmepianist Daniil Trifonov weiß den ebenbürtigen Gegenpart im Orchester zu schätzen. Mit seinem exzessiven Spiel schuf er in Dortmund Momente ungeheurer Intensität und Spannung und zelebrierte einen Chopin, wie man ihn so noch nicht gehört hat.

Sonntag, 22.10. / 00.20 Uhr / A New Chopin: Daniil Trifonov & Mikhail Pletnev
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Christian Berger
Orchester: Mahler Chamber Orchestra
Mit: Daniil Trifonov (Pianist), Mikhail Pletnev (Dirigent)
Erstausstrahlung

Sonntag, 22.10. / 01.10 Uhr / Festkonzert zur Eröffnung des Kulturpalasts Dresden
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        86 Min.
Regie: Ute Feudel
Dirigent: Michael Sanderling
Orchester: Dresdner Philharmonie
Mit: Julia Fischer (Violine)
Online verfügbar von 22/10 bis 21/11
Erstausstrahlung

Montag, 23.10. / 09.25 Uhr / 360° Geo Reportage: Sansibars erstes Frauenorchester
Reportage, Deutschland, 2015, ARTE        52 Min.
Regie: Lutz Gregor
Online verfügbar von 23/10 bis 22/11

Sansibar, ein tropischer Sehnsuchtsort im Indischen Ozean vor der Küste Tansanias und ein buntes Gemisch von Ethnien, Religionen und Kulturen. Das Musikgenre dieses afrikanisch-arabisch-indischen Völkermixes nennt sich Taarab. Zwar durften bisher auch Frauen in den zahlreichen Musikgruppen und Clubs singen, Instrumente zu spielen wurde ihnen allerdings verwehrt. „360° Geo Reportage“ hat das Tausi Women’s Taarab Orchestra, das erste reine Frauenorchester Sansibars, begleitet.

Taarab ist ein Stilmix, der die verschiedenen Kulturen Sansibars widerspiegelt, die Musik vereint europäische und afrikanische Instrumente wie Violine, Akkordeon und Trommeln mit der arabischen Kanun. Es ist Ramadan, und in einigen Wochen sollen die Frauen des Tausi Orchestra unter der Leitung von Mariam Hamdani beim wichtigsten Filmfestival Afrikas, dem Zanzibar International Film Festival (ZIFF), auftreten. Doch die Frauen sind müde, die muslimische Fastenzeit zehrt an den Kräften der Frauen und auch ihr musikalisches Können ist noch auf sehr unterschiedlichem Niveau. Viele von ihnen mussten persönlich einen hohen Preis dafür zahlen, Musik machen zu dürfen: wie Amina Omar, die sich sogar scheiden ließ, weil ihr Mann das Musizieren seiner Ehefrau nicht tolerieren wollte.

Bis vor ein paar Jahren durften Frauen in der muslimisch geprägten Kultur Sansibars öffentlich keine Instrumente spielen und höchstens als Sängerinnen in Männerorchestern auftreten. Mariam Hamdani, die erste weibliche Journalistin Sansibars, wollte das ändern und gründete vor acht Jahren das Tausi Women’s Taarab Orchestra. Sie setzt sich mit ihrem Orchester erfolgreich für die Emanzipation von Frauen ein, von denen einige inzwischen sogar an der Musikakademie Sansibars studieren. Das stößt nicht bei allen Männern auf Begeisterung.

Manche Imame, Väter oder Ehemänner meinen, Frauen, die öffentlich Musik machen, verstoßen gegen die Gesetze des Korans. Der Islam hat tatsächlich in den letzten Jahrzehnten immer mehr Einfluss auf das multikulturelle Leben Sansibars gewonnen. Und so ist der Fortbestand des Tausi Orchestra längst noch keine Selbstverständlichkeit.

Zusatzinfo: "360° Geo Reportage" präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Dienstag, 24.10. / 23.50 Uhr / Country Roads - Der Herzschlag Amerikas
Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, BR        89 Min.
Regie: Marieke Schroeder
Online verfügbar von 24/10 bis 31/10

Countrymusik ist die Musik, in der sich das Ur-amerikanische ausdrückt. Sie öffnet den Blick auf die Seele der amerikanischen Nation und macht es möglich, das Land und die Musik neu zu entdecken. Der Dokumentarfilm begibt sich auf die Suche nach dem authentischen Amerika jenseits von Hollywood und Wall Street. Es ist die Suche nach dem Substanziellen, nach dem speziellen Spirit, dem Pioniergeist, der das Land und seine Menschen in der Krise zusammenhält, aus dem sie ihre Kraft schöpfen und der sich in der aktuellen Countrymusik von Justin Townes Earle, John Carter Cash jr. sowie Caitlin Rose finden lässt.

Die junge amerikanische Singer-Songwriter-Generation versteht sich als Erbe von Country-Rebellen wie Johnny Cash, Willie Nelson und Steve Earle. Ihre Musik steht heute wie damals für ein wertekonservatives Amerika, das mit Mitgefühl auf seine Mitmenschen blickt. Die Musiker verzweifeln an sich und dem Land und sind gleichzeitig voller Hoffnung und Glauben. Vor 30 Jahren erfand Steve Earle das schlechte Gewissen in der Countrymusik. Er prangerte Gefängnisse an, sprach über Armut und sang den Drogensüchtigen aus der Seele. Irgendwann entfremdete sich Countrymusik von den Menschen. Statt echter Menschlichkeit wurde in Nashville die heile Welt besungen. Die reale Welt sieht anders aus. 15 Prozent der Amerikaner leben unter der Armutsgrenze, überall entstehen Zeltstädte wie einst während der Großen Depression. Es trifft Angehörige aller Schichten. Die Zeit ist reif, die Dinge wieder zu vermenschlichen. Die Amerikaner müssen sich wieder auf ihre Stärken besinnen: Organisationstalent und Solidarität. Der Dokumentarfilm rankt sich um die Singer-Songwriter Justin Townes Earle, John Carter Cash jr. und Caitlin Rose als Vertreter der neuen Generation, die sich von der Feelgood-Musik aus Nashville abwenden. Er zeigt Amerika zwischen den Küsten, die wilden Berge der Appalachen, die verarmten Landstriche Alabamas und natürlich Tennessee, die Heimat der Country-Industrie. Die neue, ehrliche Countrymusik dient als Aufhänger, um von einem ungeschminkten, authentischen Amerika zu erzählen und von den Menschen, die im Land von Hollywood und Wall Street ums tägliche Überleben kämpfen und doch nicht den Glauben an ihre Nation verlieren.

Mittwoch, 25.10. / 05.00 Uhr / ARTE Lounge
Mit Adam Cohen, Avi Avital, Ksenija Sidorova, Thomas Hampson & Anne Sofie von Otter
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Axel Ludewig

Mit: Avi Avital, Adam Cohen, Anne Sofie von Otter, Ksenija Sidorova, Thomas Hampson
Online verfügbar von 25/10 bis 24/11

Daniel Hope und Alice Tumler öffnen die Tore der ARTE Lounge, und diesmal folgen einige langjährige Weggefährten des Stargeigers der Einladung: der US-amerikanische Bariton Thomas Hampson und die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter. Außerdem dabei in dieser wahrhaft internationalen Ausgabe: der kanadische Singer-Songwriter Adam Cohen, der israelische Mandolinist Avi Avital und die lettische Akkordeonistin Ksenija Sidorova.

Thomas Hampson Der US-amerikanische Bariton Thomas Hampson wurde von der Metropolitan Opera Guild als Met Mastersinger ausgezeichnet und ist einer der bedeutendsten, innovativsten und gefragtesten Gesangssolisten der Gegenwart. Er wurde mehrfach mit dem Echo Klassik geehrt und erhielt 2011 den berühmten Concertgebouw-Preis. Anne Sofie von Otter Seit ihrem Solo-Debüt 1985 im Royal Opera House Covent Garden begeistert die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter die großen Konzertsäle Europas und Nordamerikas, wo sie bereits mit allen großen Dirigenten und Orchestern die Bühne teilte. In der ARTE Lounge tritt sie gemeinsam mit dem Pianisten Bengt Forsberg auf, der seit 1980 ihr ständiger Begleiter bei Liedinterpretationen ist. Avi Avital Der junge israelische Musiker Avi Avital, einer der herausragenden Solisten weltweit an der Mandoline, verhilft diesem lange vergessenen Instrument auf eindrucksvolle Art und Weise zur Rückkehr in den klassischen Konzertsaal. Avital trat unter anderem auch mit Giora Feidman und Mstislaw Rostropowitsch auf. Ksenija Sidorova Die 1988 geborene und aus Lettland stammende Akkordeonistin Ksenija Sidorova verzaubert mit klassischen Werken auf meisterhafte Art ihr Publikum und erobert so die Herzen der Kritiker. Sidorova ist Absolventin der Londoner Royal Academy of Music und Gewinnerin zahlreicher Preise. 2013 veröffentlichte sie bereits ihr zweites Soloalbum. In der ARTE Lounge zeigt sie ihre ganze Vielseitigkeit nicht nur als Solistin, sondern sie begleitet auch Anne Sofie von Otter und spielt gemeinsam mit Avi Avital. Adam Cohen Der in Montréal geborene Singer-Songwriter Adam Cohen veröffentlichte er sein erstes Album „Adam Cohen“ bereits 1998, gefolgt von „Mélancolista“ in französischer Sprache im Jahre 2004. Adam Cohen ist auch Bandleader der kanadischen Band Low Millions, die im gleichen Jahr ihr Debüt-Album „Ex-Girlfriends“ herausbrachte. Immer wieder spielte der Sohn von Leonard Cohen mit dem Gedanken, einen Schlussstrich unter seine Musikkarriere zu setzen. Doch zum Glück erschien 2014 sein Solo-Album „We Go Home“, das er nicht wie gewöhnlich in einem Studio aufnahm, sondern dafür die beiden Häuser wählte, in denen er aufwuchs.

Zusatzinfo: Die Konzerte sind auch auf ARTE Concert abrufbar: concert.arte.tv

Donnerstag, 26.10. / 21.50 Uhr / Der Teufelsgeiger
Spielfilm, Deutschland, 2013, BR        116 Min.
Regie: Bernard Rose
Kamera: Bernard Rose
Schnitt: Britta Nahler

Musik: David Garrett, Franck van der Heijden

Produktion: Summerstorm Entertainment, Dor Film, Construction Film, BR, ARTE
Produzent: Rosilyn Heller, Gabriela Bacher, Danny Krausz, Christian Angermayer
Drehbuch: Bernard Rose

Mit: David Garrett (Niccolò Paganini), Jared Harris (Urbani), Joely Richardson (Ethel Langham), Christian McKay (John Watson), Veronica Ferres (Elisabeth Wells), Helmut Berger (Lord Burghersh), Olivia d’Abo (Primrose Blackstone), Andrea Deck (Charlotte Watson)
Online verfügbar von 26/10 bis 02/11

Niccolò Paganini ist auf der Höhe seines Könnens. Wie der Teufel geigt er - und erfindet Harmonien, die bisher noch kein Europäer gehört hat. In der Pause eines Konzerthauses gibt er seine Stücke zum Besten, doch das Publikum kann mit dem Genie nichts anfangen. Noch nicht - denn eines Abends sitzt der geheimnisvolle Urbani im Parkett. Der ahnt, dass er mit dem passionierten Geiger einen wahren Goldesel vor sich hat, den man nur richtig verkaufen muss. Er unterbreitet dem Geiger einen einzigartigen Vorschlag: Er wird Paganini zu weltweitem Ruhm verhelfen, wenn dieser ihm sein Leben nach dem Tod opfert.

Nachdem Paganini die Bühnen in Italien im Sturm erobert hat, bittet ihn der Londoner Konzertmeister John Watson für ein einzigartiges Konzert nach England. Er verspricht sich eine wertvolle finanzielle Spritze von Paganinis Auftritt. Doch in London läuft nicht alles nach Plan. Nicht nur ein Verband von Frauenrechtlerinnen und eine einflussreiche Journalistin machen Probleme, sondern auch eine unbedarfte junge Sängerin, in deren natürliche Singstimme sich der Geiger sofort verliebt. Um seinen Einfluss nicht zu verlieren und die Macht über Erfolg, Ruhm und Reichtum zu wahren, schmiedet Urbani einen "teuflischen" Plan.

Ein unterhaltsamer und temporeicher Film, der den sagenumwobenen Paganini zwischen Genie und Gaukler zum Leben erweckt und augenzwinkernd die Frage aufgreift: Ist dieser Paganini ein Anwalt des Teufels oder der Geigengott?

Freitag, 27.10. / ab 21.45 Uhr: Schwerpunkt: Metal ist für alle da
ARTE98 Min.
Spätestens seit Metallicas gleichnamigem Album mit dem schwarzen Cover aus dem Jahr 1991 ist Heavy Metal Mainstream geworden. Haben in den Jahren und Jahrzehnten davor Bands wie Black Sabbath, Iron Maiden oder Slayer mit satanistischen Anspielungen, Ekelplattencovern oder extremer Lautstärke zu schockieren gewusst, sind schwere Gitarrenklänge längst in der breiten Gesellschaft angekommen. Selbst Rammstein sind längst nicht mehr die Provokateure vom Dienst, sondern haben sich zu einem der größten deutschen Musikexporte entwickelt, die es verstehen, den gesamten Pariser Veranstaltungsort Zénith zum Singen – oder je nach Ansichtssache: Grölen – zu bringen. ARTE zeigt „Rammstein: Paris“, einen spektakulären Musikfilm über die monumentale „Made in Germany 1995-2011“-Tour der Band, der erst im März 2017, knapp fünf Jahre nach der Tournee, in die Kinos kam. Die Dokumentation „Rock’n’Religion: Pop und Glauben“ fühlt der komplizierten Beziehung zwischen Rock und Religion auf den Zahn.

Freitag, 27.10. / 21.45 Uhr/ Rammstein: Paris
Schwerpunkt: Metal ist für alle da
Musik, Deutschland, 2017, ZDF        98 Min.
Regie: Jonas Åkerlund
Online verfügbar von 27/10 bis 26/11
Erstausstrahlung

Die "Made in Germany 1995–2011"-Tour, auf die Rammstein im November 2011 ging, war ein monumentales Unternehmen: Die Band absolvierte 78 Konzerte in Europa und 21 in Nordamerika. Im Gepäck hatte sie eine Bühnenkonstruktion aus Stahl, 24 Meter breit, 15 Meter hoch, 100 Lautsprecherboxen, eine Soundanlage mit 380.000 Watt Leistung, insgesamt 25 Trucks und 125 Crewmitglieder. Der Musikfilm "Rammstein: Paris" kam erst gut fünf Jahre nach den Paris-Konzerten, bei denen er im März 2012 gedreht wurde, im März 2017 in die Kinos. Regisseur Jonas Åkerlund betrieb den größtmöglichen Aufwand, um diese Show angemessen porträtieren zu können. Der Film, der daraus entstanden ist, ist mit 16 Songs aus dem gesamten Repertoire nicht nur das bislang spektakulärste Bilddokument über die derzeit erfolgreichste deutsche Rock-Band, sondern er ist auch ein Meisterwerk des Musikkinos! Åkerlund ist berüchtigt für die radikalen, stilbildenden Videos. Durch seine Musikinszenierungen flackern irrwitzige Details, umgestülpte Perspektiven, Kontrast-Schocks, Sinnesverwirrungen. In "Rammstein: Paris" zelebriert er das von der ersten Minute an. 16 Songs in knapp 100 Minuten spielen Rammstein im Film, die Skala reicht von "Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?", dem ersten Song der allerersten Platte, bis zu "Frühling in Paris" vom letzten Studioalbum "Liebe ist für alle da".

Freitag, 27.10. / 23.25 Uhr / Rock’n’Religion: Pop und Glauben
Schwerpunkt: Metal ist für alle da
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        51 Min.
Regie: Nicolas Lévy-Beff
Online verfügbar von 27/10 bis 03/11
Erstausstrahlung

Religiöse Moralprediger und subversive Rocker liefern sich seit über 60 Jahren eine erbarmungslose Schlacht. Rock soll Religion werden, und Religion soll rocken: Jeder versucht, sich der jeweils anderen Seite zu bemächtigen. Von Elvis über Marilyn Manson bis hin zu Christ-Rock – bisweilen kommt es dabei auch zu Vermengungen der ganz anderen Art. Mit Archivaufnahmen und Zeitzeugen ist „Rock’n’Religion: Pop und Glauben“ ganz nah dran und illustriert den erbitterten Zweikampf als prächtiges Stück der jüngeren Zeitgeschichte.

Die Beziehung von Rockmusik und Religion ist lang und kompliziert: Rockmusik stellt schon seit ihren Anfängen die Autorität und die Moralvorstellungen der christlichen Kirche infrage, was für viele gleichbedeutend damit war, selbst im Dienste des Bösen zu stehen. Beweise für einen solchen Bund mit dem Teufel entdeckten die klerikalen Kritiker in allem, was Rockmusik ausmacht: in ihrer afroamerikanischen Herkunft, ihren sündigen Rhythmen, ihren gotteslästerlichen Texten und sogar in angeblich subliminalen Botschaften. Was folgte, war ein fundamentalistischer Kreuzzug gegen die Rockmusik. Doch obwohl in den Südstaaten der USA schon die Scheiterhaufen brannten, gewann der musikalische Feind immer mehr Zulauf: Die Konzertsäle füllten sich ebenso schnell, wie sich die Kirchen leerten. Nachdem John Lennon den Niedergang des Christentums verkündet hatte, nahm der Rock selbst immer religiösere Züge an – und bediente sich dabei religiöser Codes: Einige Künstler wollten die Seelen ihres Publikums erlösen, während Fans für ihre Idole Elvis Presley und Lemmy von Motörhead regelrechte Altare errichteten. Mittlerweile lassen sich Vermengungen der ehemaligen Erzfeinde der ganz anderen Art beobachten: Christliche Rockmusik begeistert die fromme Jugend, und Patti Smith, die Frau, die einst erklärte, ihre einzige Religion sei der Rock ’n’ Roll, wird 2014 gar von Papst Franziskus eingeladen, beim Weihnachtskonzert zu singen! Mit Archivbildern und Zeitzeugen ganz nah dran, blickt „Rock’n’Religion: Pop und Glauben“ zurück auf 60 Jahre des erbitterten Zweikampfs, in dem sich Gott, Teufel und Rock ’n’ Roll scheinbar unversöhnlich gegenüberstanden.

Freitag, 27.10. / 00.15 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 27/10 bis 26/12
Erstausstrahlung

Freitag, 27.10. / 01.05 Uhr / Hellfest 2015 - Masters of Rock
Schwerpunkt: Metal ist für alle da
Scorpions, Limp Bizkit, Airbourne, Slash, Korn
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        73 Min.
Regie: Thierry Villeneuve

Mit: Scorpions, Airbourne, Limp Bizkit, Slash, Providence, The Exploited, Five Finger Death Punch, Arch Enemy, Korn, Arkona, Obituary, Cavalera Conspiracy, Butcher Babies
Online verfügbar von 27/10 bis 04/11

Jeden Sommer pilgern Zehntausende Metal-Fans in das französische Städtchen Clisson in der Nähe von Nantes, um auf dem Hellfest Größen aus der Metal- und Hardcore-Szene zu erleben. 2015 feierte das Festival sein zehnjähriges Jubiläum. ARTE war mit dabei und hat die explosive Stimmung auf dem Festival mit der Kamera eingefangen. Neben zahlreichen bewährten Konzert-Highlights – unter anderem den Scorpions und Limp Bizkit – zeigt der Film auch weniger bekannte Künstler und Spielarten des Metal für Neugierige und eingeschworene Fans.

Das Hellfest feierte 2015 ein rundes Jubiläum und blickte zurück auf zehn Jahre voller Heavy, Speed, Thrash, Death, Doom, Black, Hardcore und anderen Spielarten der Metal-Musik. Metalheads aus der ganzen Welt kamen wieder in das kleine französische Städtchen Clisson in der Nähe von Nantes. Sie tauchten drei Tage lang ein in die Welt des Hellfest Open Air Festivals, das von über 100.000 Fans besucht wurde. 2015 gab es unter anderem Konzerte von den Scorpions, Limp Bizkit mit ihrem korrosiven Nu Metal und Airbourne aus Australien. Neben den zahlreichen Konzert-Highlights bieten einige Künstler Einblicke in die Besonderheiten des Metal: Die Schlagzeuger von Obituary und Nuclear Assault geben einen Kurs im Thrash-Metal-Beat; Irish Bob von The Exploited demonstriert eine punkige Basslinie, und der ehemalige Alice-Cooper-Gitarrist Jason Hook zeigt seine Künste bei einer Guitar-Hero-Session, bevor er mit Five Finger Death Punch auf die Bühne steigt. Und last but not least erzählen die zwei hinreißenden Butcher Babies, wie man eine echte Metal-Sängerin wird. Die Dokumentation zeigt die Welt des Metal jenseits von Klischees und bietet Fans und Neugierigen die Gelegenheit, dieses ganz besondere Festival hautnah zu erleben.

Zusatzinfo:
    Auf dem Programm: - Sodom / Thrash Metal / Deutschland - Arkona / Pagan Metal / Russland - Five Finger Death Punch / Alternative Metal / USA - Butcher Babies / Thrash Metal / Metalcore / USA - The Answer / Hard Rock / Classic Rock / Großbritannien - Obituary / Death Metal / USA - The Exploited / Punk / Großbritannien - Arch Enemy / Melodic Death Metal / Schweden - Providence / Hardcore Beatdown / Frankreich - Nuclear Assault / Crossover Thrash / USA

Freitag, 27.10. / 02.20 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 27/10 bis 26/11
Erstausstrahlung

Samstag, 28.10. / 18.00 Uhr / Verschollene Filmschätze: 1970. Rock-Festival auf der Isle of Wight
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Serge Viallet
Online verfügbar von 28/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

„Verschollene Filmschätze" ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. Heute : 1970. Rock-Festival auf der Isle of Wight

Im August 1970 kamen Hunderttausende junge Leute zum dritten Isle of Wight Festival auf der Kanalinsel vor dem britischen Festland. Jimi Hendrix, Joan Baez, Leonard Cohen und The Doors standen auf der Bühne des damals größten europäischen Rockfestivals, das oft auch als „europäisches Woodstock“ bezeichnet wurde. Mit über vierzig Bands an fünf Tagen und fünf Nächten wurde das Isle of Wight Festival so legendär wie seine amerikanische Vorlage von 1969 und stand bald symbolhaft für das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Doch die Organisation einer solchen Massenveranstaltung war logistisch eine enorme Herausforderung … Leider war die dritte Ausgabe des erfolgreichen Festivals schließlich auch schon die letzte. Warum? „Verschollene Filmschätze“ geht der Sache auf den Grund.

Samstag, 28.10. / 18.50 Uhr / Karambolage ~ Sondersendung: 500 Jahre Reformation
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        11 Min.
Regie: Claire Doutriaux
Online verfügbar von 28/10 bis 12/10
Erstausstrahlung

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther – der Überlieferung nach – an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Auch „Karambolage“ widmet dem 500. Reformationsjubiläum eine Sonderausgabe aus der für die Sendung typisch deutsch-französischen Perspektive.

(1): Der Gegenstand Luisa Jendrek stellt eine Spezialität aus ihrer Heimat vor, die ihr den Reformationstag versüßt.
(2): Die Reformation Das „Karambolage“-Team hat deutsche und französische Passanten gefragt, was die Reformation war.
(3): Das Porträt Nikola Obermann porträtiert Martin Luther à la „Karambolage“.
(4): Das Rätsel Und zum Schluss der Sendung wie immer ein Rätsel – wie auch die Lösung des Rätsels der vorangegangenen Woche.

Sonntag, 29.10. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Bari
Magazin, Deutschland, 2017, WDR        43 Min.
Online verfügbar von 29/10 bis 27/01
Erstausstrahlung

(1): Metropolenreport: Bari – Eine weltoffene Stadt?

(1): Metropolenreport: Bari – Eine weltoffene Stadt? Was Neapel und Palermo bieten, hat die süditalienische Stadt Bari allemal: pittoreske Bauten, das Meer und die Mafia. Und „hätte Paris das Meer, wäre es Bari". An Selbstbewusstsein fehlt es in der Hauptstadt Apuliens nicht, versteht sie sich doch als weltoffener Brückenkopf zum Nahen Osten. Kulturelle Vielfalt hat in Bari Tradition. Über Jahrhunderte haben griechische, römische, arabische, normannische und französische Herren ihre Spuren hinterlassen. Als aber 1991 ein schrottreifer Frachter mit 10.000 Flüchtlingen aus dem 80 Kilometer entfernten Albanien im Hafen von Bari strandet, steht es um die Weltoffenheit schlecht, willkommen sind die albanischen Nachbarn nicht. Dennoch ist die adriatische Küstenstadt bis heute eine Anlaufstelle für Migranten aus aller Welt. Umgekehrt haben Armut und Hoffnungslosigkeit auch viele aus Bari vertrieben. Zurückgekehrt oder einfach hängengeblieben sind die Unerbittlichen, die Künstler. „Metropolis“ trifft sie: den Mafiajäger und Bestsellerautor Gianrico Carofiglio, den Fotografen Antonio Ottomanelli, die Künstlerin Claudia Giannuli und die Musikgruppe Bari Jungle Brothers – lustvoll und kritisch schauen sie auf ihre Stadt.

Sonntag, 29.10. / 17.30 Uhr / Gauguin ~ Ich bin ein Wilder
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Marie-Christine Courtès
Online verfügbar von 29/10 bis 28/11
Erstausstrahlung

Im Oktober 2017 eröffnet im Pariser Grand Palais die Ausstellung „Gauguin - L’alchimiste“. Zu diesem Anlass zeigt ARTE die Dokumentation „Gauguin - Ich bin ein Wilder“, in der das ungewöhnliche Leben des autodidaktischen Künstlers geschildert wird. Paul Gauguin verließ seine Familie und gab seinen Beruf auf, um sich ganz der Kunst zu widmen. Seine „barbarische“ Kunst sah er als Anknüpfungspunkt an die Kultur der indigenen Völker – doch die Ideen des selbst ernannten „Wilden“ wurden missverstanden; seine Kunst und sein Lebensstil als unverschämt angesehen. Erst nach seinem Tod wurde der „Vater der Moderne“ von Sammlern und Nachfolgern gewürdigt.

Anlässlich der Ausstellung „Gauguin - L’alchimiste“, die ab Oktober 2017 im Pariser Grand Palais zu sehen ist, zeigt ARTE die Dokumentation „Gauguin - Ich bin ein Wilder“, die den Zuschauer in das ungewöhnliche Leben des Künstlers Paul Gauguin eintauchen lässt. Der postimpressionistische Maler, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne gilt, arbeitete zunächst erfolgreich als Börsenmakler in Paris. Als ihm das enge Familienleben und die Scheinheiligkeit der bürgerlichen Gesellschaft unerträglich wurden, verließ er Frau und Kinder, um sich ganz seiner Kunst zu widmen. Erst zog es ihn in die Bretagne, wo er gemeinsam mit seinem Schüler Emile Bernard den Stil des Synthetismus erarbeitete. Schließlich wanderte er nach Polynesien aus. Gauguin träumte vom Leben eines „Wilden“ in der reinen, üppigen und schönen Welt der indigenen Völker, deren ursprünglicher Lebensstil ihm von modernen Verirrungen und christlichen Tabus unberührt erschien. Doch bei seiner Ankunft am anderen Ende der Welt musste er feststellen, dass die ersehnte Ursprünglichkeit auch hier längst verloren war. Also erfand er sie kurzerhand neu … Die Dokumentation zeigt die schmerzhafte Diskrepanz zwischen einer enttäuschenden Realität und dem geradezu existenziellen Drang, anhand der Kunst eine ideale Welt zu schaffen. Sie öffnet mit einem Vorgriff auf Gauguins Todesnacht vom 7. auf den 8. Mai 1903 und schildert dann Leben und Laufbahn des Malers anhand von Archivmaterial und einer Vielzahl seiner Gemälde. Animierte Sequenzen veranschaulichen die Obsessionen des Künstlers, seine Fantasien und ästhetischen Inspirationen und stellen sie in Zusammenhang mit seinen Werken.

Sonntag, 29.10. / 18.25 Uhr / Prokofjew : "Romeo und Julia"
Musik, Frankreich, Finnland, 2017, YLE, ARTE        43 Min.
Regie: Tiina Siniketo
Dirigent: Hannu Lintu
Komponist: Sergej Prokofjew
Orchester: Finnish Radio Symphony Orchestra
Erstausstrahlung

Sonntag, 29.10. / 22.40 Uhr / Die wahren Abenteuer des André Heller
Dokumentation, Österreich, 2017, BR        52 Min.
Regie: Andrea Morgenthaler,
Online verfügbar von 29/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

André Heller polarisiert: Für die einen ist er ein größenwahnsinniger Impresario, für die anderen einer der letzten Universalkünstler unserer Zeit. In „Die wahren Abenteuer des André Heller“ begibt sich der österreichische Chansonnier, Autor, Dichter, Aktionskünstler, Filmemacher und Mitbegründer des Zirkus Roncalli auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit. Ernsthaft, fantasievoll und witzig setzt Heller sich mit seinem jüngeren Ich, seiner Gedankenwelt, seiner Kunst, seinen Fehlern und Schwächen auseinander und beweist, dass er immer den Mut hatte, einen Schritt weiter zu gehen als andere.

Die einen halten ihn für einen größenwahnsinnigen Impresario, für die anderen verkörpert er einen der letzten Universalkünstler unserer Zeit: André Heller. Der 1947 als Sohn eines jüdischen Großindustriellen zur Welt gekommene Österreicher ist ein dandyhafter Egozentriker, der, getrieben von einer überbordenden Fantasie, massentaugliche, bildgewaltige Großereignisse wie den Zirkus Roncalli schafft, Musik macht, Bücher schreibt, Filme dreht und Gärten entwirft. Daneben steht ein ernsthaftes politisches Engagement für die Friedensbewegung, für die Umwelt, für Flüchtlinge. Ausgehend von seinem Gartendomizil in Marrakesch begibt sich Heller auf eine virtuelle Reise in seine eigene Vergangenheit. Er unterhält einen Dialog mit dem jungen, aufstrebenden, frechen André Heller, den er selbst recht kritisch einen „Rotzpipn" schimpft, sieht sich Ausschnitte aus den unterschiedlichen Stationen seines Lebens an und versucht den jungen Mann, der er damals war, zu verstehen. Die Geschichte seiner Familie, die schwierige Beziehung zu seinen Eltern, der Drogenkonsum und die Depressionen werden in dieser Selbstreflexion nicht ausgespart. Die Wahrheit über André Heller wird der Zuschauer auch in diesem filmischen Porträt nicht bekommen. Dafür bekommt er das schillernde Bild einer außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit, eines Menschen, der bereit ist, sich ernsthaft, fantasievoll und witzig mit sich selbst auseinanderzusetzen. Mit seiner Vergangenheit, seiner Gedankenwelt, seiner Kunst, seinen Fehlern und Schwächen. Teilweise widersprüchlich und polarisierend, zeichnet der Film dennoch das versöhnliche Bild eines Mannes, der immer Mut bewiesen hat, einen Schritt weiter zu gehen als andere.

Sonntag, 29.10. / 23.35 Uhr / Luthers Lieder
Dokumentation, Deutschland, 2017, ZDF        53 Min.
Regie: Günther Klein
Online verfügbar von 29/10 bis 27/01
Erstausstrahlung

Luthers Lieder
Luthers Lieder
Ben Becker als Martin Luther

© Ralf A. Gemmecke

Die 95 Thesen, der Kampf gegen das Papsttum, die Reformation: Fällt der Name Luther, dann sind die Assoziation zahlreich. Doch kaum jemandem ist bewusst, dass Luther neben alledem auch einer der erfolgreichsten Liedkomponisten Deutschlands war! 38 Lieder hat er gedichtet und komponiert, die auch jetzt noch, nach 500 Jahren, bekannt sind – wie etwa „Ein feste Burg ist unser Gott“, die sogenannte Marseillaise der Reformation. Der deutsche Schauspieler und Sänger Ben Becker begibt sich in die Welt des Reformators und sucht nach den Ursprüngen von Luthers Liedern.

Wenn von Martin Luther die Rede ist, dann denkt man zunächst an seinen legendären Thesenanschlag, seine Bibelübersetzung und seinen Kampf gegen das Papsttum. Aber wer denkt schon daran, dass Luther einer der erfolgreichsten Liedkomponisten Deutschlands war, der 38 Lieder nicht nur gedichtet, sondern auch komponiert hat? Lieder die noch heute, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag, so populär sind, dass sie fast jeder kennt: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder „Ein feste Burg ist unser Gott“, das schon Heinrich Heine als „Marseillaise der Reformation“ bezeichnet hat. Dass Luther ein guter Sänger und passabler Lautenspieler war, ist bekannt. Wieso aber hat er sich auf dem Höhepunkt seines aufreibenden theologischen Kampfes ausgerechnet der Komposition von Gesängen gewidmet? Was trieb den Reformator an, im Alter von bereits 40 Jahren ganz plötzlich Lieder wie am Fließband zu produzieren? Worin lag die geniale und zeitlose Qualität seiner Melodien, die inzwischen sogar von Pop- und Jazzmusikern interpretiert werden? Und warum gab es vor Luther überhaupt keine Gesangbücher? Der Schauspieler Ben Becker begibt sich in die Welt Martin Luthers und sucht an bedeutenden Orten der Reformation, in Musikmuseen und Archiven nach den Quellen und Motiven für „Luthers Lieder“. Dabei erklingen die Kompositionen auf historischen Instrumenten in der überraschenden Urfassung – und Ben Becker entdeckt, dass Luther nicht nur christliche Kampflieder und mitreißende Choräle komponiert hat, sondern auch ein gefühlvolles Liebeslied.

Sonntag, 29.10. / 00.30 Uhr / SWR Symphonieorchester spielt Beethoven und Schumann
Dirigent Philippe Herreweghe, Solist Thomas Zehetmair
Musik, Deutschland, 2017, SWR        95 Min.
Regie: Nanna Schmidt
Dirigent: Philippe Herreweghe
Komponist: Robert Schumann, Ludwig van Beethoven
Orchester: SWR Symphonieorchester
Mit: Thomas Zehetmair (Violine)
Online verfügbar von 29/10 bis 05/11
Erstausstrahlung

Sonntag, 29.10. / 02.05 Uhr / Michel Audiard: "Ich red' nicht mit Idioten, was hab' ich denn davon?"
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        53 Min.
Regie: Philippe Pouchain, Yves Riou
Online verfügbar von 29/10 bis 06/11

Der Film ist eine Hommage an Michel Audiard, der mit seiner Volksnähe, seiner Eloquenz und seiner blühenden Fantasie die Filmwelt der 50er und 60er Jahre prägte. „Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war“, hat der französische Drehbuchautor und Regisseur einmal gesagt. 30 Jahre nach seinem Tod beleuchtet der Film Audiards Facettenreichtum – auch mit den weniger bekannten Seiten. Zu Wort kommen sein Sohn Jacques Audiard, Audiards Muse Mireille Darc und Venantino Venantini, der letzte noch lebende „Gangsteronkel“. Seine Verve, seine Schlagfertigkeit und sein Sinn für spritzige Dialoge, die sich in der Zusammenarbeit mit seinem Freund und Mentor Jean Gabin, seinem Koautor Albert Simonin und seinen Lieblingsschauspielern Bernard Blier, Lino Ventura und Michel Serrault entfalten konnten, wurden zum Markenzeichen des französischen Films. Ob Eleganz, Spott, Zynismus oder Zärtlichkeit – wie kein anderer verstand er sich auf alle Hebel des Sprachregisters. Toren und Dummköpfe waren Michel Audiard besonders sympathisch. Doch er selbst war hochgebildet, in klassischer Prosa und Lyrik belesen und stilistisch brillant. Er ärgerte sich, wenn man ihn mit seinen sprechenden Protagonisten verwechselte. Zutiefst vertraut mit der französischen Kultur, polierte Audiard saftige, vom Bistro-Tresen abgelauschte Redewendungen zu blitzenden Repliken auf. Ähnlich wie Jacques Prévert und Henri Jeanson brachte er einen unverwechselbaren Stil hervor, der ihn in eine Reihe mit den größten Dialogautoren des französischen Kinos rückt.

Freitag, 03.11 / 21:50 Uhr / Leonard Cohen - Bird on a Wire
Dokumentarfilm, USA, 2010, ZDF        106 Min.
Regie: Tony Palmer
Mit: Leonard Cohen
Online verfügbar von 03/11 bis 03/12

Als Hommage an den am 7. November 2016 verstorbenen kanadischen Sänger und Songwriter Leonard Cohen zeigt ARTE Tony Palmers Dokumentation "Leonard Cohen - Bird on a Wire" aus dem Jahr 2010.

Der Kanadier Leonard Cohen galt als einer der größten Singer-Songwriter aller Zeiten, der mit Songs wie "Suzanne", "Who by Fire" und vor allem "Hallelujah" Klassiker der Popgeschichte schuf. 1972 begleitete der berühmte britische Filmemacher Tony Palmer den damals 37-Jährigen auf seiner Welttournee durch 20 Städte. Der Film über die Tour, die in Dublin begann und in Jerusalem endete, sollte ursprünglich ein reiner Promotionfilm für Cohen werden, dessen Plattenverkäufe zu dem Zeitpunkt eher gering waren. Tony Palmer fing die Tour ein, wie sie war, mit allen Peinlichkeiten, technischen Problemen und dem emotionalen Auf und Ab. Der Film zeigt Cohen und seine Band backstage, auf der Bühne und im Tourbus. Außerdem werden Begegnungen mit Fans und Prominenten während der Tournee eingefangen. Das Ergebnis war ein so eindringliches und wahrhaftiges Portrait, dass es Cohens Management zunächst sperren und umschneiden ließ; erst 2009 konnte Palmer die ursprüngliche Fassung des Films wiederherstellen, den die BBC darüber hinaus aufwendig restaurieren ließ. Auch damals schon, das macht der Film klar, war Cohen der große Melancholiker: "Alle meine Songs haben eine politische Bedeutung, weil Einsamkeit der politische Status Quo ist. Und wir sind einsam, weil wir es nicht schaffen zueinanderzufinden." Hinter seinen eingängigen Melodien verbergen sich tiefgründige, häufig düstere Texte. Und doch war Leonard Cohen bis zu seinem Lebensende aktiv: So schrieb er 2014 den einprägsamen Titelsong "Nevermind" für die zweite Staffel der Erfolgsserie "True Detective". Und nur wenige Tage vor seinem Tod veröffentlichte er das Album "You Want It Darker". Ähnlich wie die im Januar erschienene LP "Blackstar" von David Bowie liefert uns Cohen mit diesem Album sein musikalisches Testament. So long, Leonard!

Freitag, 03.11 /23:40 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Jean-Alexander Ntivyhabwa
Online verfügbar von 03/11 bis 01/02
Erstausstrahlung

Das Magazin für Musik, Pop- und Gegenkultur im europäischen Fernsehen. Die „Tracks“-Themenpalette diese Woche: Die britische Band Skunk Anansie, Low- bis No-Budget-Filme aus Deutschland und ein spektakulärer Fotoband über die Hip-Hop-Realität zwischen Bronx und Johannesburg.

(1): Snapshot Stories Eigentlich wollte Pascal Kerouche eine Doku über den Rap-Underground New Yorks drehen. Stattdessen fing er an zu fotografieren und bildet seither die Höhen und Tiefen der Hip-Hop-Kultur zwischen New York und Johannesburg authentischer ab als jeder andere.

(2): Filme machen ohne Kohle Qualität geht auch günstig. Dem Regisseur Klaus Lemke folgend, hat sich in Deutschland eine ganze Szene entwickelt, die mit viel Hingabe und Improvisation Filme auf die Leinwand bringt.

(3): Skunk Anansie Die Band, die bereits vor 20 Jahren bei der ersten Ausgabe von „Tracks“ in Erscheinung trat, hat nach wie vor einiges zu sagen: Rassismus, Sexismus, Brexit und natürlich Musik – das sind die Themen von Skunk Anansie.

Freitag, 03.11 / 00:25 Uhr / Bryan Ferry in Concert
Baloise Session 2014
Musik, Schweiz, 2014, SSR, ARTE        60 Min.
Regie: Roli Barlocher

Freitag, 03.11 / 01:30 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Autor: Philippe Collin, Frédéric BONNAUD

Samstag, 04.11. / 00.05 Uhr / Square für Künstler
Carte Blanche für Martin Middlebrook, Fotograf
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 05.11. / 15.55 Uhr / Metropolis ~ Danzig
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 05/11 bis 03/02

Eine umstrittene Justizreform, die Abholzung eines Weltkulturerbes und Proteste in der Zivilgesellschaft: In Polen herrschen unruhige Zeiten und die Demokratie scheint in Gefahr. Aber vor allem viele junge Polen wollen das nicht auf sich sitzen lassen und gehen auf die Straße. So auch in Danzig, wo die Proteste eine ganz besondere Tradition haben. Denn hier entstand 1980 aus einer Streikbewegung von Arbeitern die Gewerkschaft Solidarnosc, die maßgeblich am Ende der kommunistischen Diktatur beteiligt war. Kann Danzig auch heute wieder zur Keimzelle des Widerstands gegen autoritäre Tendenzen werden?

Sonntag, 05.11. / 16.40 Uhr / Sergei Schtschukin ~ Kunstsammler aus Leidenschaft
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        53 Min.
Regie: Tania Rakhmanova
Online verfügbar von 05/11 bis 04/01

Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Textilhändlers Sergei Schtschukin, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Moskau eine bedeutende Sammlung moderner Kunst begründete. Sie umfasste unter anderem 37 Werke von Matisse und 49 von Picasso. Doch bald wurde die Sammlung beschlagnahmt und von den neuen sowjetischen Machthabern aufgeteilt, der Name Schtschukin aus dem kollektiven Gedächtnis ausgelöscht. „Sergei Schtschukin - Kunstsammler aus Leidenschaft” beleuchtet knapp ein Jahrhundert später das Leben des Mäzens und das tragische Schicksal seiner heute wiederentdeckten Sammlung.

Wie kommt es, dass die Eremitage in Sankt Petersburg, die seit hundert Jahren kein Gemälde mehr angekauft hat, eine der weltweit umfassendsten Sammlungen französischer Impressionisten besitzt? Wieso brachte Russland, das Anfang des 20. Jahrhunderts nur eine Nebenrolle im internationalen Kunstmarkt spielte, plötzlich innovative Maler wie Kandinsky und Malewitsch hervor? Der Grund dafür ist Sergei Schtschukin. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts kannte in Paris jeder Maler und Kunsthändler den reichen russischen Geschäftsmann und leidenschaftlichen Sammler. Von 1898 bis 1914 baute Schtschukin in Moskau eine Sammlung aus rund 250 Werken von Künstlern auf, die später zu Klassikern des 20. Jahrhunderts wurden. Sie zählte unter anderem 37 Gemälde von Matisse und 49 von Picasso sowie Bilder von Gaugin, Van Gogh, Cézanne und Monet. Mit der Öffnung seiner privaten Kollektion für das breite Publikum gründete Schtschukin das erste Museum für moderne Kunst der Welt. Doch nach der Revolution von 1917 musste er aus Moskau fliehen und sein Museum zurücklassen. Die Regierung beschlagnahmte die Werke und teilte sie später auf. 70 Jahre lang setzten die sowjetischen Machthaber alles daran, Schtschukin aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen. Fast hundert Jahre danach befasst sich die Dokumentation mit seinem von den Wechselfällen der Geschichte geprägten Leben und beleuchtet das tragische Schicksal der einzigartigen Kunstsammlung. Über die heute wiederentdeckte Kollektion lernt der Zuschauer den Mäzen Sergei Schtschukin kennen, der die Kunst seiner Epoche entscheidend beeinflusst hat.

Sonntag, 05.11. / 17.35 Uhr / Antonín Dvořák: Stabat Mater
Kristine Opolais, René Pape, Richard Samek, Jana Kurucová
Musik, Tschechische Republik, Frankreich, 2017, CT, ARTE        90 Min.
Regie: Adam Rezek
Dirigent: Emmanuele Villaume
Chorleitung: Petr Fiala
Chor: Czech Philharmonia Choir Brno
Komponist: Antonín Dvořák
Orchester: PKF Prague Philharmonia

Mit: Kristine Opolais (Sopran), Jana Kurucová (Mezzosopran), Richard Samek (Tenor), René Pape (Bass)
Online verfügbar von 05/11 bis 12/11
Erstausstrahlung

Zum  10. Jubiläum hat das Dvořák Festival Prag mit „Stabat Mater“ ein Eröffnungskonzert vorbereitet, das Dvořáks Geist und den seiner Heimat vermittelt, zugleich aber von globaler Tragweite ist. Es treten internationale Opernstars auf: Kristine Opolais - die unlängst Dvořáks „Rusalka“ in einer neuen Inszenierung an der Metropolitan Opera sang - Jana Kurucová, Richard Samek und René Pape werden von der PKF – Prague Philharmonia unter Leitung von Emmanuel Villaume und dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn (Brno) unter musikalischen Leitung von Petr Fiala begleitet. Die Aufführung dieses monumentalen und doch zutiefst menschlichen beziehungsweise demütigen Werks, die Harmonie aus Gesangssolopartien, Chören und warmen, reichen Orchesterklängen verspricht den Zuhörern gleich zum Auftakt des Festivals ein einmaliges Erlebnis.
    Dvořák gehörte nicht zu den Künstlern, für die der Tod ein Hauptmotiv ist. Doch die wenigen Kompositionen, in denen er ihn thematisiert, sind von außergewöhnlicher musikalischer und psychologischer Ausdruckskraft. Ein Musterbeispiel hierfür ist „Stabat Mater“, ein kompositorisches Meisterwerk. Die Entstehung wird für gewöhnlich mit dem Tod von Dvořáks drei ersten Kindern in Verbindung gebracht. Tatsächlich aber komponierte er das Werk nach dem Tod seiner erstgeborenen Tochter. Er vollendete die überarbeitete und erweiterte Fassung am 13. November 1877. Die Welturaufführung fand 1880 in Prag statt, gefolgt von einer weiteren Aufführung in Brünn unter Leitung von Janáček. Das Eröffnungskonzert des Dvořák Festivals Prag wird im Rudolfinum gegeben, einem der bedeutendsten Neorenaissance-Gebäude der Tschechischen Republik.

Sonntag, 05.11. / ab 00.05 Uhr / Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult
Schwerpunkt, ARTE48 Min.

Was machen Klangsprache und Können eines Dirigenten aus? ARTE zeigt Nachwuchstalente beim Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti in der Alten Oper Frankfurt und Stars wie Christoph Eschenbach im Porträt; der ARTE-Schwerpunkt „Stars und Newcomer am Dirigentenpult“ begleitet außerdem Kent Nagano bei seiner Arbeit an der Umsetzung seines Traumes, allen Menschen Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen, sowie Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker zum Lucerne Festival, wo sie Igor Strawinskys „Feuervogel“ zur Aufführung bringen.

Vom großen ungarisch-britischen Dirigenten Sir Georg Solti stammt die Feststellung, dass es letztlich ein Geheimnis bleibe, warum die einen dirigieren können und die anderen nicht. Nach ihm ist der renommierte Dirigentenwettbewerb benannt, den die Alte Oper Frankfurt alle zwei Jahre ausrichtet. „Dirigenten - Jede Bewegung zählt“ zeigt den Wettbewerb 2015 aus der Perspektive der Jury und begleitet fünf jungen Nachwuchsdirigenten durch Halbfinale und Finale. Der Beruf des Dirigenten ist relativ jung. Ab dem 19. Jahrhundert gab es immer komplexere Kompositionen, die eine immer größere Besetzung erforderten. Da reichte es nicht mehr, dass der Konzertmeister oder ein anderer Orchestermusiker die Einsätze einfach mit dem Geigenbogen vorgibt. Für Symphonien von Anton Bruckner oder Gustav Mahler mit oft mehreren Hundert Musikern auf der Bühne oder Wagners monumentale Opern braucht es einen Kapitän mit außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten, damit eine Aufführung nicht im akustischen Chaos versinkt. Kent Nagano, Sir Simon Rattle und Christoph Eschenbach gehören zu diesen Ausnahmemusikern und sind international seit vielen Jahren für den guten Klang von Weltklasseorchestern verantwortlich. ARTE zeigt Christoph Eschenbach im Porträt, begleitet Kent Nagano bei seiner Arbeit an der Umsetzung seines Traumes, allen Menschen Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen, und Sir Simon Ratte und die Berliner Philharmoniker zum Lucerne Festival, wo sie Igor Strawinskys „Feuervogel“ auf die Bühne bringen. Neben ihren fixen Engagements, oft auch mehrere gleichzeitig, sind die großen Dirigenten zusätzlich auf der ganzen Welt für Gastauftritte unterwegs, engagieren sich für den Nachwuchs, die Demokratisierung der klassischen Musik oder leiten Festivals. Einige der jungen Dirigenten, die in Frankfurt zum Wettbewerb antreten, haben bereits erfolgreichen Karrieren, so Alondra de la Parra aus New York. Sie, der Deutsche Andreas Hotz, Shizuo Z Kuwahara aus Tokio, Aziz Shokhakimov aus Taschkent und James Lowe aus Edinburgh stellen sich im Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti der Jury. So nahe wie in Götz Schauders Film kommt man Dirigenten nur selten. Der Zuschauer erlebt ihre Ängste, die Einsamkeit vor dem Auftritt, die Enttäuschungen und die Freude an der Arbeit. Und so nahe kommt man auch einer Jury nur selten. Jurymitglieder beobachten und kommentieren die Arbeit der Kandidaten. An ihrer Seite wird vielleicht ein Teil des Geheimnisses gelüftet, von dem Sir Georg Solti gesprochen hat, und wir verstehen vielleicht, warum diese jungen Leute dirigieren können und andere nicht.

Sonntag, 05.11. / 00.05 Uhr / E. Krivine dirigiert Rachmaninow
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        47 Min.
Regie: Olivier Simonnet
Dirigent: Emmanuel Krivine
Komponist: Sergej Rachmaninow
Musiker: Denis Mazujew
Orchester: Orchestre National de France
Online verfügbar von 05/11 bis 12/11
Erstausstrahlung

Unter der Leitung von Emmanuel Krivine bringt das Orchestre National de France ein Programm mit Werken von Sergej Rachmaninow zu Gehör. Ein Konzert mit Symbolkraft, denn der französische Dirigent steht dem Orchester seit September 2017 als musikalischer Direktor vor. Rachmaninows 1909 entstandenes Klavierkonzert Nr. 3 gilt als eine der schwersten Kompositionen des Pianorepertoires. Bei dem glanzvollen Konzert, das für ARTE am 12. Januar 2017 im Pariser Maison de la Radio aufgezeichnet wurde, interpretiert der russische Pianist Denis Mazujew dieses ausdrucksstarke Werk.

Mittwoch, 08.11. / 05.00 Uhr / ARTE Lounge: Laing, Piotr Beczala, Edgar Moreau & Some Handsome Hands
Musik, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Axel Ludewig
Moderation: Daniel Hope, Alice Tumler

Mit: Laing, Piotr Beczala, Edgar Moreau, Some Handsome Hands

Online verfügbar von 08/11 bis 08/12

In dieser Ausgabe von ARTE Lounge haben Daniel Hope und Alice Tumler wieder ein großartiges und vielseitiges Programm zusammengestellt: der polnische Tenor Piotr Beczala erklärt, warum er auf der Bühne so gerne stirbt, die Berliner Gruppe Laing, die auch ihre Muskeln zeigt, das Klaviertrio Some Handsome Hands, das tatsächlich mit nur einem Flügel auskommt, und der junge Cellist Edgar Moreau, der so schnell spielt, wie er spricht.

Piotr Beczala: Piotr Beczala ist einer der Hauptrepräsentanten im lyrischen Tenorfach; er feierte Erfolge an der New Yorker Met, in Chicago und San Francisco, an der Münchner Staatsoper, am Londoner Covent Garden, an der Pariser Opéra National, der Mailänder Scala, der Berliner Staatsoper sowie bei den Festspielen in Salzburg, Baden-Baden und Montpellier. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1996 mit Anton Bruckners „Te Deum“ und war hier in der Folge auch als Tamino, Belmonte, Alfredo, Faust, Rodolfo, Roméo und Edgardo zu hören. In der ARTE Lounge begleitet ihn Sarah Tysman zu Arien aus „Werther“ und „Carmen“. Laing: Mit ihrer Multimedia-Performance aus Bühnenchoreographie und dem außergewöhnlichen Crossover aus Minimal-Elektro, Pop und R'n'B, verbunden mit einer einzigartig filigranen Sprachästhetik, demonstriert das Berliner Damenquartett eine Art von Neuer Deutscher Unverkrampftheit, die Laing in der Folgezeit ausverkaufte Konzerthäuser sowie eine absolute Ausnahmestellung innerhalb der heimischen Szene bescherte. Und in der ARTE Lounge zeigt die Gruppe um Leadsängerin, Songwriterin und Produzentin Nicola Rost auch noch ihre Muskeln. Some Handsome Hands: Anne Salié, Alina Pronina und Alyana Abitova bilden das außergewöhnliche Klaviertrio Some Handsome Hands. Die drei studierten und mehrfach ausgezeichneten Pianistinnen schauen über den Tellerrand des einsamen klassischen Konzertpianisten und finden Wege, Klassik, Moderne und Unterhaltungsmusik zu verbinden – und das sechshändig an einem einzigen Flügel. Damit sind sie wie prädestiniert für die ARTE Lounge … Edgar Moreau: Der erst 20-jährige aufstrebende Cellist Edgar Moreau hat bereits zahlreiche Preise gewonnen. Er konzertierte als Solist mit verschiedenen großen Orchestern und war zu Gast auf zahlreichen Festivals wie dem Verbier Festival, dem Colmar Festival, dem Acathes Festival in Metz oder dem Festival de la Roque d'Anthéron. In der ARTE Lounge zeigt er mit seinem Auftritt, warum Kritiker ihm eine große Zukunft voraussagen.

Donnerstag, 09.11. / 02.20 Uhr / Durch die Nacht mit ... Joann Sfar und Javier Mariscal
Magazin, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Ilka Franzmann
Online verfügbar von 09/11 bis 16/11

Fantasievoll, rasant, pulsierend: Mit dem französischen Comic-Künstler Joann Sfar und dem spanischen Designer Javier Mariscal wird der Streifzug durch das nächtliche Barcelona zu einem wilden Comic-Strip. Es geht um fantastische Literatur und Vampirsagen, sprechende Lampen oder die Poesie einer Gartenbank. Die motivhungrigen Zeichner tauchen ein in das Universum Mirós, schwelgen im Retro-Design, lassen sich von einer Klezmer-Band inspirieren und schweben in den Sonnenuntergang hoch über dem Hafen der Metropole. Von Mariscals Kreativlabor in einem alten Industriepark ziehen sie zu Barcelonas Special-Effect-Gurus. Leidenschaftlich diskutieren sie die gefühlvollen Filmfiguren aus Mariscals „Chico & Rita“ und die surrealen Animationen von Sfars „Gainsbourg“. In einer kubanischen Bar lassen sie mit Regisseur Fernando Trueba die wilde, extrovertierte Zeit des kubanischen Jazz wieder aufleben. Es geht um kulturelle Klischees, Symbole, Visionen, und Sfar, dessen populärstes Werk sich um das Judentum dreht, bekennt, „kein bisschen religiös“ zu sein. Vor allem aber wird gezeichnet. Immerzu und überall. Auf Tischdecken, Fenster, Telefonhörer. Das pulsierende Barcelona ist ein unerschöpflicher Quell an Motiven. Wo das Zeichnen für Sfar ein Weg ist, an die Realität heranzukommen und den Fluss der Zeit anzuhalten, macht Mariscal ein Spiel daraus, jedem Ding ein kleines Lächeln zu verleihen. So entsteht im Lauf dieser spanischen Nacht ein heiteres, visuell opulentes Portfolio, das von einer Stadt erzählt, die vor Lebenslust und Modernität vibriert und in der man sich zu vergnügen versteht.

Freitag, 10.11. / 21.45 Uhr / Rumble: The Indians Who Rocked the World
Dokumentarfilm, Kanada, 2017, ARTE        90 Min.
Regie: Catherine Bainbridge, Alfonso Maiorana
Online verfügbar von 10/11 bis 17/11
Erstausstrahlung

Was haben der „Vater des Delta Blues“ Charley Patton, die einflussreiche Jazzinterpretin Mildred Bailey, der Ausnahmegitarrist Jimi Hendrix und die Folk-Ikone Buffy Sainte-Marie gemeinsam? Sie alle zählen zu den großen Namen, die das Erbe der nordamerikanischen Ureinwohner in der Musikgeschichte der Vereinigten Staaten verankern. Doch ihre indianische Herkunft ist weitgehend unbekannt. An ihrem Beispiel begibt sich der fesselnde Dokumentarfilm auf die Spurensuche nach einem völlig vernachlässigten Aspekt der US-amerikanischen Musikgeschichte: wie autochthone Musiker der USA die nordamerikanische Unterhaltungsmusik geprägt haben.

Bei der Entstehung der Rockmusik standen zahlreiche Künstler und Musikstile Pate. Kaum ein Musikstück war allerdings einflussreicher als der Instrumentaltitel „Rumble“ des indianischen Rockgitarristen und Singer-Songwriters Link Wray aus dem Jahr 1958. „Rumble“ war das erste Musikstück, das mit Verzerrung und Rückkopplung arbeitete. Doch nicht nur Link Wray, viele der frühen Blues-Pioniere hatten neben afroamerikanischen auch indianische Wurzeln. „Rumble: The Indians Who Rocked the World“ zeigt, wie wichtig die indigene Bevölkerung für die US-amerikanische Musikgeschichte war – trotz aller Bemühungen, ihre Kultur zu unterdrücken und auszulöschen. Von Charley Patton über Mildred Bailey, Jimi Hendrix und Buffy Sainte-Marie: Nordamerikanische Indianer leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Folkrock-Bewegung in den 60er und 70er Jahren. Mit Hilfe von nachgespielten Szenen, Konzertmitschnitten, Archivmaterial und Interviews mit Zeitzeugen erzählt der mitreißende Dokumentarfilm die Geschichte eines für die längste Zeit ignorierten Einflussfaktors der Musikgeschichte. Es kommen einige der größten US-amerikanischen Musiklegenden zu Wort, die die Protagonisten persönlich kannten, mit ihnen gespielt haben und von ihnen inspiriert wurden, von Buddy Guy und Quincy Jones über Tony Bennett, Iggy Pop und Steven Tyler bis zu Stevie Van Zandt. Dabei wird deutlich, welchen essenziellen Beitrag indianische Musiker zur Entstehung der US-amerikanischen Unterhaltungsmusik geleistet haben und wie dieser Beitrag systematisch totgeschwiegen wurde – bis heute.

Freitag, 10.11. / 23.15 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 10/11 bis 09/01
Erstausstrahlung

Freitag, 10.11. / 00.00 Uhr / ARTE Sessions @ Château d’Herouville
Gregory Porter & Metronomy
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        72 Min.
Regie: Gaetan Chataignier
Online verfügbar von 10/11 bis 17/11
Erstausstrahlung

Für die ARTE Session gaben der US-amerikanische Souljazz-Musiker Gregory Porter und die britische Indietronics-Band Metronomy ein ungewöhnliches Livekonzert im Château d'Hérouville, dem legendären Aufnahmestudio der 70er Jahre vor den Toren von Paris. Der historische Ort, an den sich schon Elton John, David Bowie, Iggy Pop, Pink Floyd und Marvin Gaye zurückzogen, um einige ihrer größten Alben aufzunehmen, gibt der Begegnung der beiden Künstler, die sich hier austauschen und gemeinsam musizieren, einen ganz besonderen Rahmen.

In den späten 60ern gründete der berühmte Komponist und Produzent Michel Magne im Château d’Hérouville, rund dreißig Kilometer vor den Toren von Paris, das erste Aufnahmestudio für Residenzkünstler. In Hérouville sollten sich die Musiker wie zu Hause fühlen – hier konnten sie in Ruhe komponieren, das einzigartige Umfeld genießen und die legendären Partys des Schlossbesitzers besuchen. So kam es, dass Iggy Pop, David Bowie, Pink Floyd, T. Rex, Elton John, Rod Steward, Marvin Gaye und viele andere Künstler einige der wichtigsten Kapitel der Rock- und Popgeschichte in Frankreich schrieben. In den frühen 80ern schloss Hérouville seine Pforten und öffnete sie erst dreißig Jahre später wieder, um einer neuen Künstlergeneration die Gelegenheit zu geben, im legendären George-Sand-Studio ihre Songs einzuspielen. Die ARTE Session zeigt heute die Begegnung der englischen Elektropop-Musiker von Metronomy und des amerikanische Souljazz-Sänger Gregory Porter im Château d’Hérouville. ARTE hat die Künstler bei ihrer Ankunft an dem historischen Ort begleitet und sie bei den Proben und der Studioarbeit gefilmt. Gregory Porter und Metronomy interpretieren rund zehn Songs, darunter ihre schönsten Stücke, ein Duett und mehrere Songs von Künstlern, die einst in Hérouville residierten. Diese Konzerte stehen im Mittelpunkt der ARTE Session, ergänzt durch Anekdoten, kurze Interviews und spontane Akustiksessions im Park. Ungewöhnliche Momente rund um die schönste Protagonistin: die Musik!

Freitag, 10.11. / 01.15 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 10/11 bis 10/12
Erstausstrahlung

Samstag, 11.11. / 05.00 Uhr / Isabelle Adjani – Hautnah
Dokumentarfilm, Frankreich, 2010, ARTE F        69 Min.
Regie: Frank Dalmat
Online verfügbar von 11/11 bis 19/11

Isabelle Adjanis schauspielerische Begabung wurde bereits früh entdeckt. Sie war blutjung, als sie die Agnès in Molières "Die Schule der Frauen" an der Comédie-Française verkörperte. Die Kritik war voll des Lobes über Adjanis Talent und ihr natürliches Spiel. Noch größere Bekanntheit brachte ihr in Frankreich der Film "Die Ohrfeige" von Claude Pinoteau. Es folgten verschiedene Fernsehauftritte, bei denen sie die Gunst des Publikums eroberte, obwohl ihre nationale und internationale Karriere als Filmschauspielerin erst noch beginnen sollte. Sie arbeitete mit einigen der ganz großen Regisseure zusammen, darunter François Truffaut, der sie für die Rolle der liebesbesessenen Hauptfigur in "Die Geschichte der Adèle H." gewann, sowie mit André Téchiné, Benoît Jacquot und Werner Herzog. Ihr bedingungsloses Aufgehen in ihren Rollen befähigte sie zu schauspielerischen Höchstleistungen. 2008 bestach sie in der Rolle einer Lehrerin in "Heute trage ich Rock!". Der Dokumentarfilm zeigt Isabelle Adjani im Gespräch vor laufender Kamera. Sie kommentiert Fotos, Filmausschnitte und Archivbilder über ihre Laufbahn und ihr Leben. Dazu gehört auch ein amüsierter Rückblick auf die empfindsame, zerbrechliche und hochintelligente junge Schauspielerin von damals, die sich unschuldig und selbstbewusst den Fragen der Journalisten stellte.

Samstag, 11.11. / 17.35 Uhr / Verschollene Filmschätze: 1940. Charlie Chaplin dreht "Der große Diktator"
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F        26 Min.
Regie: Serge Viallet, Pierre Catalan
Online verfügbar von 11/11 bis 19/11

"Verschollene Filmschätze" ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. Heute: 1940. Charlie Chaplin dreht „Der große Diktator“

Die Dreharbeiten zu Charlie Chaplins „Der große Diktator“ beginnen im September 1939 in Hollywood, nur wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Arbeit am Film dauert an, während Hitler immer größere Teile Europas verwüstet. Die Handlung spielt in einem imaginären Land, das unschwer als das Dritte Reich erkennbar ist. Der Film soll auf die Gefahren des Nationalsozialismus und die entsetzliche Judenverfolgung durch das Hitler-Regime aufmerksam machen. In seiner Wahlheimat, den USA, stößt Charlie Chaplin mit seinem Projekt zunächst auf Skepsis. Er erhält zunächst keine große Unterstützung für seinen Film. Viele Amerikaner sind gegen den Kriegseintritt der USA. Was hat Chaplin bewogen, den Film dennoch fertigzustellen und sogar selbst zu finanzieren? Und wer filmte die farbigen Amateuraufnahmen von den Dreharbeiten am Set? Was verraten die Bilder über die Arbeitsmethoden des Regisseurs, Schauspielers und Produzenten Charlie Chaplin?

Sonntag, 12.11. / 16.50 Uhr / Metropolis: Metropole Tiflis
Magazin, Deutschland, 2017, NDR        43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Metropole Tiflis

(1): Metropole Tiflis Tiflis ist eine Metropole im Umbruch zwischen sowjetischem Erbe und westlicher Moderne: Die Technoclubs sind internationale Anziehungspunkte, wo die jungen Georgier den Muff und die Unfreiheit wegtanzen. Vor 200 Jahren trafen deutsche Siedler in Georgien ein, schwäbische Pietisten, mit der Hoffnung auf religiöse Freiheit. Die Tradition lebt fort. „Metropolis“ trifft Tamta Melaschwili, die in ihrem neuen Buch die unerzählten Geschichten der deutschen Communitys erzählt und Naja Orashvili, den Mitbegründer des angesagten Clubs Bassiani.

Sonntag, 12.11. / 17.30 Uhr / Starke Frauen in der Kunst
Dokumentation, Deutschland, 2016, BR        52 Min.
Regie: Marieke Schroeder
Erstausstrahlung

Am Ende des 20. Jahrhunderts hatten Künstlerinnen es schwer. „Malweiber“ wurden sie genannt. Der Zugang zu den Akademien war verschlossen. Gabriele Münter gehörte zur ersten Generation von Frauen, die selbstbewusst sagten: Mein Beruf ist Künstlerin. Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieser Frauen und ihrer Kunst. Es sind Geschichten voller Selbstzweifel und Ängste, aber auch voller Stärke und Kraft. Geschichten von Frauen, die Konventionen gesprengt haben. Am 31. Oktober 2017 wird die Ausstellung „Gabriele Münter: Malen ohne Umschweife“ im Münchner Lenbachhaus eröffnet. Es ist die erste Ausstellung, in der ihr Werk für sich steht. Der Film nimmt die Ausstellung zum Anlass, sich mit Münters Leben und Werk auseinanderzusetzen.

„Ich war in vieler Augen doch nur eine unnötige Beigabe zu Kandinsky. Dass eine Frau ein ursprüngliches, echtes Talent haben, ein schöpferischer Mensch sein kann, das wird gern vergessen“, schrieb Gabriele Münter im Jahr 1926 in ihr Tagebuch. Das Leben von Gabriele Münter und ihre Kunst sind untrennbar miteinander verbunden. Die Dokumentation zeigt die Entwicklung dieser modernen Frau. Münter (1877-1962) wurde geprägt von einer Mutter, die in Amerika gelebt hatte und das steife Korsett der deutschen Gesellschaft nicht aushalten konnte. Früh wird sie Waise und reist im Alter von 19 Jahren durch die Vereinigten Staaten. Sie fotografiert und das ist so etwas wie der Urknall ihres künstlerischen Daseins. Der Film zeigt diese unbekannten Aufnahmen. Und dabei lernt man einiges über die Künstlerin Münter. Sie wusste genau, was sie fotografierte. So wie sie auch später immer genau wusste, was sie malte. Münter zog es anschließend nach München, das damals als fortschrittliches Kunstmekka galt. Sie meldete sich in der Kunstschule Phalanx an. Ihr Lehrer hieß Wassily Kandinsky. Er war von ihrem großen Talent hingerissen. Kurze Zeit später begann die Liebe. Der Film erzählt vom Leben in Schwabing, vom Künstlerleben in Murnau, dem blauen Land, vom Blauen Reiter und den Streitereien, von Künstlerkolleginnen, die das Malen aufgeben, um ihrem Mann den Vortritt zu lassen. Nach der Trennung braucht sie lange, um wieder auf die Beine zu kommen. Aber sie stellt aus. Und sie malt weiter. Sie stirbt 1962. Es gibt wenige Tage, an denen sie nicht gemalt hat. Der Film zeigt ihre Kunst, darunter Gemälde, die das erste Mal aus den Lagern des Lenbachhauses geholt werden, und Restauratoren, die sie kriminologisch rekonstruieren. Er zeigt das Leben einer Frau, die sich der Kunst verschrieben hat. Und er zeigt, was diese Pionierin der Kunst an Vorarbeiten für die nächsten Generationen geleistet hat. Mit den Künstlerinnen Isa Genzken und Carolee Schneemann begegnet der Zuschauer außerdem zwei Künstlerinnen, die diese Fackel weitertragen.

Sonntag, 12.11. / 18.25 Uhr / Schostakowitsch: Cellokonzert Nr.1
Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2017
Musik, Belgien, Frankreich, 2017, ARTE, RTBF        41 Min.
Regie: Benoît Vlietinck
Dirigent: Stéphane Denève
Komponist: Dmitri Schastokowitsch
Orchester: Brussels Philharmonic

Mit: Victor Julien-Laferrière (Cello)

Online verfügbar von 12/11 bis 12/12
Erstausstrahlung

3. Juni 2017, kurz vor Mitternacht: Als erster Cellist gewinnt der Franzose Victor Julien-Laferrière den renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerb. Ein persönlicher Erfolg, aber auch eine Auszeichnung für die dynamische französische Celloschule. Der Jury-Favorit Julien-Laferrière überzeugte im Finale mit seiner Interpretation von Dmitri Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 op. 107. Begleitet wurde er von den Brüsseler Philharmonikern unter Leitung von Stéphane Denève.

Vier der insgesamt zwölf Finalisten des diesjährigen Königin-Elisabeth-Wettbewerbs kamen aus Frankreich: Aurélien Pascal, Bruno Philippe, Yan Levionnois und Victor Julien-Laferrière. Der Jury-Favorit Julien-Laferrière überzeugte im Finale mit Dmitri Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 op. 107. Begleitet wurde er von den Brüsseler Philharmonikern unter Leitung von Stéphane Denève. Der Cellist wurde am 25. Juni 1990 in Paris als Sohn einer Klarinettisten-Familie geboren. Mit vier Jahren bekam er ersten Musikunterricht. Als Siebenjähriger begann er das Cellospiel bei René Benedetti, mit 13 Jahren ging er an das Pariser Konservatorium, das er 2008 mit dem ersten Preis abschloss. Von 2009 bis 2014 war er zudem Schüler von Heinrich Schiff an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien, bis 2016 lernte er bei Clemens Hagen am Salzburger Mozarteum. Von 2005 bis 2011 nahm er an der Seiji Ozawa International Music Academy Switzerland teil. Im Jahr 2012 gewann er den ersten Preis sowie zwei Sonderpreise beim internationalen Wettbewerb Prager Frühling. 2013 wurde er bei den französischen Victoires de la Musique Classique in der Kategorie „Entdeckung Instrumentalsolist“ ausgezeichnet. Der versierte Musiker interessiert sich auch für Kammermusik. 2012 gründete er mit der Violinistin Mi-Sa Yang und dem Pianisten Adam Laloum das Trio Les Esprits, eine Anspielung auf Beethovens Geister-Trio op. 70 Nr. 1. Ihr erstes Album erschien 2014 bei Mirare und umfasst unter anderem Beethovens Trio Nr. 6 und Schumanns Trio Nr. 3. Beim gleichen Label erschien ein Sonatenalbum mit Adam Laloum, das 2016 mit dem französischen Musikpreis Diapason d'Or ausgezeichnet wurde.

Zusatzinfo: Victor Julien-Laferrière spielt ein italienisches Cello Baujahr 1720 von einem unbekannten Geigenbauer. Er spielte bereits mit so renommierten Orchestern wie dem Orchestre Philharmonique de Radio France und dem Orchestre National d'Île-de-France sowie mit Solisten wie Augustin Dumay, Renaud Capuçon, David Grimal und Antoine Tamestit.

Sonntag, 12.11. / ab 20.15 Uhr / Schwerpunkt: Ein Abend mit Emma Thompson
Schwerpunkt, ARTE137 Min.

Die am 15. April 1959 in London geborene Schauspielerin, Produzentin und Drehbuchautorin Emma Thompson ist bekannt für ihr anspruchsvolles, raffiniertes Schauspiel und ihr gewitztes, geistreiches Auftreten. Im Laufe ihrer Karriere wurde sie mit mehreren Oscars und Golden Globes ausgezeichnet. ARTE widmet der Schauspielerin einen Abend und zeigt „Wiedersehen in Howards End” sowie im Anschluss das Porträt „Die vielen Gesichter der Emma Thompson”.

Die 1959 geborene Britin Emma Thompson zählt zu den gefragtesten Charakterdarstellerinnen. Für ihre Rolle in „Wiedersehen in Howards End” wurde sie mit dem Oscar ausgezeichnet. Geistvoll, witzig und strahlend – in über 40 Filmen war sie zu sehen, in den unterschiedlichsten Rollen: an der Seite von Anthony Hopkins, Tom Hanks, Alan Rickman und Meryl Streep. Auf dem Walk of Fame strahlt ein Stern mit ihrem Namen, doch nach Hollywood wollte Emma Thompson nie ziehen. ARTE widmet der Schauspielerin einen Abend, der mit dem Spielfilm „Wiedersehen in Howards End” (1991) beginnt. Der Film basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von E.M. Forster und spielt zur Zeit der Jahrhundertwende im viktorianischen England. Hierin kollidieren Gesellschafts- und Sittenbilder zweier Familien mit erzkonservativen Auffassungen und emanzipatorischen Idealen, die Liebesschicksale und Lebenskrisen aller Art auslösen. Emma Thompson spielt darin die intelligente und kultivierte Margaret Schlegel aus bürgerlichem Hause. Trotz der am Standesunterschied gescheiterten Hochzeit ihrer Schwester mit dem jüngsten Sohn der Familie Wilcox verbindet sie eine innige Freundschaft zur um Jahre älteren, adligen Ruth Wilcox. Direkt im Anschluss wird aus der ARTE-Serie „Documania” das Feature „Die vielen Gesichter der Emma Thompson” ausgestrahlt, das sich mit der Frau hinter der Schauspielerin und Autorin Emma Thompson beschäftigt. Viele originale TV- und Filmausschnitte zeigen die Vielseitigkeit der Künstlerin. Anekdoten von Freunden, Schauspielkollegen und Produzenten ergänzen das Bild der Ausnahmeschauspielerin.

Sonntag, 12.11. / 20.15 Uhr / Wiedersehen in Howards End
(Howards End)
Schwerpunkt: Ein Abend mit Emma Thompson
Spielfilm, Japan, Großbritannien, 1991, ARTE F        137 Min.
Regie: James Ivory
Autor: E.M. Forster
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Schnitt: Andrew Marcus
Musik: Richard Robbins
Produktion: Merchant Ivory Productions, Sumitomo Corporation, Cinema Ten Corporation, JBS Japan Satellite Broadcasting, Ide Productions, Film Four International, Imagica Corporation
Produzent: Ismail Merchant
Drehbuch: Ruth Prawer Jhabvala

Mit: Anthony Hopkins (Henry J. Wilcox), Emma Thompson (Margaret Schlegel), Vanessa Redgrave (Ruth Wilcox), Helena Bonham Carter (Helen Schlegel), James Wilby (Charles Wilcox), Joseph Bennett (Paul Wilcox), Prunella Scales (Tante Juley), Samuel West (Leonard Bast), Jemma Redgrave (Evie Wilcox), Nicola Duffett (Jacky Bast)

England im viktorianischen Zeitalter: Die adlige Ruth Wilcox verbindet eine enge Freundschaft mit der um Jahre jüngeren Margaret Schlegel aus bürgerlichem Hause. Ruths Angehörige beäugen die Verbundenheit der Frauen kritisch. Als Ruth stirbt, erwartet die Familie eine Überraschung: Margaret erbt ganz allein den Familienbesitz Howards End.

Margaret und Helen Schlegel sind zwei intelligente, kultivierte und für ihre Zeit emanzipierte Frauen. Bei ihrer Begegnung mit der reichen, adligen Familie Wilcox verliebt sich Helen in den jüngsten Sohn Paul. Ihre Liebe scheitert jedoch am Standesunterschied, und die Wege der Familien trennen sich. Bei einer erneuten Begegnung Jahre später entwickelt sich zwischen Margaret und Mrs. Wilcox eine innige Freundschaft. Nach ihrem Tod überlässt Mrs. Wilcox ihrer Freundin Margaret als Alleinerbin ihr Anwesen Howards End. Das wäre Anlass genug für einen endgültigen Bruch zwischen beiden Familien, wenn da nicht der frisch verwitwete Mr. Wilcox wäre, der mehr als Sympathie für Margaret hegt. Da Margaret seine Liebe erwidert, heiraten sie gegen den Willen ihrer Verwandten. Es kommt zu weiteren Spannungen, als Helen nach einem One-Night-Stand mit dem verheirateten Leonard Blast, einem engen Vertrauten der Familie Wilcox, schwanger wird. Margaret möchte ihre Schwester bei sich aufnehmen, doch Henry duldet sie nicht in seinem Haus. Auch Margarets Einwand, dass Henry selbst vor zehn Jahren eine Affäre mit Leonards Frau Jacky hatte, kann ihn nicht umstimmen. Als sich Leonard nach Howards End begibt, um zu beichten, dass er der Vater des ungeborenen Kindes ist, kommt es zur Auseinandersetzung zwischen ihm und Henrys Sohn Charles.

Zusatzinfo: Nach „Zimmer mit Aussicht“ (1985) und „Maurice“ (1987) adaptierte James Ivory mit „Wiedersehen in Howards End“ (1991) einen weiteren Roman von E.M. Forster. Einmal mehr zeichnet der Regisseur kunstvoll ein Porträt der Gesellschaft im viktorianischen England, stellt erzkonservative Auffassungen emanzipatorischen Idealen gegenüber und lässt seine liebevoll beschriebenen Figuren durch ein Labyrinth von Höhen und Tiefen des Lebens wandeln, bevor alles ein friedliches Ende nimmt. Der dreifach mit dem Oscar prämierte Film ist ein schwelgerisch inszeniertes Familiendrama und zugleich großes Kino.

Sonntag, 12.11. / 22.35 Uhr / Die vielen Gesichter der Emma Thompson
Schwerpunkt: Ein Abend mit Emma Thompson
Dokumentation, Deutschland, 2016, RBB        52 Min.
Regie: Sabine Lidl
Online verfügbar von 12/11 bis 19/11

Sie ist Europas Antwort auf Hollywood: die britische Schauspielerin Emma Thompson. Sie erhielt sowohl einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „Wiedersehen in Howards End” wie auch als Drehbuchautorin für die Jane-Austen-Verfilmung „Sinn und Sinnlichkeit”. Das ist bislang noch niemandem in der Branche gelungen. Die Dokumentation zeigt viele TV- und Filmausschnitte und beleuchtet auch die Frau hinter der gefragten Schauspielerin und Autorin.

Geistvoll, witzig und strahlend – so kennt man sie. In mehr als 40 Filmen schlüpfte Emma Thompson an der Seite von Anthony Hopkins, Tom Hanks, Alan Rickman und Meryl Streep in die unterschiedlichsten Rollen. Auf dem Walk of Fame prangt ein Stern mit ihrem Namen, doch nach Hollywood ziehen wollte die Britin nie. Aufgewachsen in einer klassischen Schauspielerfamilie, scheint die berufliche Laufbahn vorbestimmt. Doch tritt Emma während ihres Studiums zunächst nur in Sketchen auf, bis sie sich dazu entschließt, tatsächlich Schauspielerin zu werden. Schnell wird das Komische zu ihrem Metier und sie begeistert im britischen Fernsehen in der ihr gewidmeten Sitcom „Thompson”. Bald folgen auch die ersten Rollen in großen Kinofilmen. Mit ihrem Vater Eric teilt Emma die Liebe zur Literatur und Sprache. Und so wird neben der Schauspielerei auch das Schreiben zu einer ihrer großen Leidenschaften – mit ungeahntem Erfolg. Auch als Drehbuchautorin hat sich die Künstlerin einen großen Namen gemacht. In all den Jahren im Blitzlichtgewitter hat sich Emma Thompson ihre Authentizität erhalten. Ob sie im blauen Overall und Gummistiefeln in einem englischen Garten ein Kinderbuch vorstellt oder auf dem roten Teppich schlagfertig Journalisten Rede und Antwort steht – ihre Botschaft lautet stets: Bleibe Dir selbst treu! Die Dokumentation „Die vielen Gesichter der Emma Thompson” fragt, welche Frau hinter der Schauspielerin und Autorin steckt. Viele TV- und Filmausschnitte zeigen die Vielseitigkeit der Künstlerin. Anekdoten von Freunden, Schauspielkollegen und Produzenten ergänzen das Bild – ein umfassendes und sehr persönliches Porträt dieser bewundernswerten Ausnahmeschauspielerin.

Sonntag, 12.11. / 23.35 Uhr / Dirigenten - Jede Bewegung zählt!
Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult
Dokumentation, Deutschland, 2015, ZDF        52 Min.
Regie: Götz Schauder
Mit: James Lowe, Aziz Shokhakimov, Alondra de la Parra, Shizuo Z Kuwahara, Andreas Hotz
Online verfügbar von 12/11 bis 12/12
Erstausstrahlung

Beim internationalen Sir Georg Solti Dirigentenwettbewerb in der Alten Oper Frankfurt traten 24 junge Dirigenten gegeneinander an. Fünf von ihnen hat der Filmemacher Götz Schauders durch die Auswahlrunden bis ins Finale begleitet. Seine empathische filmische Beobachtung ist dabei den Musikern, der Jury und dem Geheimnis des Dirigierens so nahe wie kaum ein Film zuvor.

Zwei Dutzend junge Dirigenten haben ein Ziel: Beim Internationalen Sir Georg Solti Dirigentenwettbewerb wollen sie vor einem etablierten Orchester und einer hochkarätigen Jury ihr Können und ihr Talent zu beweisen. Wer nach drei spannungsreichen Ausscheidungsrunden das Finale in der Alten Oper Frankfurt gewinnt, dem steht das Tor zu einer internationalen Karriere weit offen. Fünf Dirigenten stehen im Mittelpunkt der Dokumentation: Neben dem Deutschen Andreas Hotz und dem Engländer James Lowe will der erst 20-jährige aus Usbekistan angereiste Aziz Shokhakimov beweisen, dass er zu den Besten seines Fachs zählt. Sein Durchsetzungswille prallt auf die Vorstellungen erfahrener Orchestermusiker. Alondra de la Parra ist zum Zeitpunkt des Wettbewerbs in den USA bereits ein Star. Sie fragt sich schließlich, warum sie sich den Stress in Frankfurt antut. Shizuo Z Kuwahara ist ohne Taktstock angereist, um mit bloßen Händen Momente größter Magie zu erzeugen. Alle fünf Dirigenten haben in Frankfurt Herausforderungen zu meistern, die nicht nur zur Probe Ihres musikalischen Könnens, sondern auch ihres Charakters werden. Dank genauer Beobachtungen mit der Kamera und ungeschönter Kommentare durch die Musiker dokumentiert "Dirigenten - Jede Bewegung zählt!" das Wechselspiel von Dirigent und Orchester mit großer Authentizität. Dabei entfaltet sich ein vielschichtiges Drama um Konkurrenz und Freundschaft, Talent und Reife, Erfolge und Niederlagen.

Sonntag, 12.11. / 00.20 Uhr / Sir Simon Rattle dirigiert Strawinskys Feuervogel
Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult
Lucerne Festival 2014
Musik, Deutschland, Schweiz, 2014, ARTE, SSR        52 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Sir Simon Rattle
Komponist: Igor Strawinsky
Orchester: Berliner Philharmoniker
Online verfügbar von 12/11 bis 19/11

Beim Lucerne Festival 2014 stellten die Berliner Philharmoniker unter Chefdirigent Sir Simon Rattle zwei russische Werke einander gegenüber: Rachmaninows "Symphonische Tänze" und Strawinskys "Der Feuervogel". ARTE zeigt das Konzert in zwei Teilen.

"Märchen helfen uns bei der Erkenntnis des Lebens von innen her", so hat es der Psychoanalytiker Bruno Bettelheim einmal formuliert. Zum Beispiel die Sage vom Feuervogel – das Konzert der Berliner Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle beim Lucerne Festival 2014 verspricht eine interessante Gegenüberstellung. In diesem Jahr stehen zwei russische Werke auf dem Spielplan: Sergej Rachmaninows "Symphonische Tänze" und "Der Feuervogel" von Igor Strawinsky. Wie später "Petruschka" und "Le Sacre du Printemps" war bereits auch "Der Feuervogel" eine Auftragsarbeit für Sergej Diaghilew, den Choreographen und Leiter der berühmten Pariser Ballets Russes. Das Libretto des "Feuervogels" verknüpft zwei russische Volksmärchen miteinander: das vom guten Feuervogel und das vom finsteren Zauberer Kastschej. Igor Strawinsky hat beide 1909/10 in seiner farbprächtig schillernden Ballettmusik aufgegriffen und lässt darin die Liebe über das Böse triumphieren. Am Ende wird dem grausamen Zauberer Kastschej mitsamt seinen Dämonen alle Macht genommen. Die Uraufführung am 25. Juni 1910 in der Pariser Oper machte den damals noch unbekannten jungen Komponisten zum Star.

Freitag, 17.11. / 21.45 Uhr / Free to Rock
Schwerpunkt: Russland - Revolutionen und Revolten
Dokumentation, USA, 2017, BR        52 Min.
Regie: Jim Brown
Online verfügbar von 17/11 bis 17/12
Erstausstrahlung

„Free to Rock“ ist ein Dokumentarfilm des vierfachen Emmy-Gewinners Jim Brown. Der Film zeigt, wie der Rock ’n’ Roll den Klang der Freiheit durch den Eisernen Vorhang nach Osteuropa und in die UdSSR trug, obwohl die kommunistischen Regime versuchten, diese „Kontaminierung der Jugend“ zu unterbinden. 30 Jahre lang halfen zahlreiche Untergrundbands und Millionen Jugendliche, die sich nach einem Leben nach westlichem Vorbild sehnten, den gewaltlosen Zusammenbruch des Ostblocks vorzubereiten. In „Free to Rock“ beschreiben Ex-Präsidenten, Diplomaten, Spione und Rockstars aus West und Ost, wie der Rock ’n’ Roll zum Ende des Kalten Krieges beitrug.

Der vierfache Emmy-Gewinner Jim Brown arbeitete zehn Jahre an seinem Dokumentarfilm über Rockmusik zwischen 1955 und 1991 und ihren Einfluss auf den gesellschaftlichen Wandel hinter dem Eisernen Vorhang. Der Rock ’n’ Roll ermutigte Teenager, sich gegen die herrschenden Verhältnisse aufzulehnen. Schlüsselfiguren aus Politik, Musik und Bürgerrechtsbewegung kommen zu Wort. Sie erzählen, wie der KGB mit Verhaftungen, Prügel, Todesdrohungen und Gefängnisstrafen gegen den „Rock-Virus“ vorzugehen versuchte. 1958 trug die CIA dem Sender Radio Free Europe auf, Rock ’n’ Roll über den Eisernen Vorhang auszustrahlen. Der Kreml reagierte mit der Einrichtung von 2.500 Störsendern, um diese subversive Botschaft der Freiheit aufzuhalten. US-Präsident Jimmy Carter erkannte, dass die Entsendung von Rockbands in die UdSSR der sowjetischen Jugend ein Gefühl der Freiheit vermitteln und der amerikanischen Kulturdiplomatie nützen würde. Mit dem Beginn der Glasnost-Reformbewegung wurden Rocker wie Billy Joel eingeladen. In Westberlin fanden 1987/88 Open-Air-Konzerte statt, deren Lautsprecher die Musik über die Mauer hinweg in den Osten der Stadt trugen und für Zusammenstöße zwischen Ostberliner Jugendlichen und der Polizei sorgten. 1989 gab Gorbatschow dann grünes Licht für ein sowjetisch-amerikanisches Heavy-Metal-Konzert: Das Moscow Music Peace Festival zog mehr als 200.000 begeisterte Fans an. Nach dem Mauerfall im November 1989 entfesselte das Pink-Floyd-Konzert „The Wall“ Ost- und Westberliner. Und 1991 fand dann auf einem Rollfeld nahe Moskau eines der größten Rockkonzerte der Musikgeschichte statt. Elf Wochen später brachen der Ostblock und seine Militärmaschinerie endgültig zusammen – ohne Blutvergießen und Bürgerkrieg.

Freitag, 17.11. / 22.35 Uhr / Soviet Hippies
Schwerpunkt: Russland - Revolutionen und Revolten
Dokumentation, Deutschland, 2016, MDR        52 Min.
Regie: Terje Toomistu
Online verfügbar von 17/11 bis 24/11
Erstausstrahlung

Sex, Drugs & Rock 'n' Roll – die Hippiekultur gehört zu den festen Bestandteilen der 60er Jahre in der westlichen Welt. Was bis heute dagegen fast unbekannt ist: Auch in der Sowjetunion gab es Hippies: junge, alternative Menschen, die dem sozialistischen Alltag zum Trotz auf der Suche nach Glück und Freiheit ihren eigenen Hippiekult lebten. Der wilde Flowerpower-Trip in den psychedelischen Untergrund mit den Hippies von damals macht das Lebensgefühl dieser bunten Gruppe von Künstlern, Musikern, Freaks und anderen langhaarigen Systemverweigerern lebendig, die sich in der Sowjetunion eine eigene Subkultur geschaffen haben. Filmemacherin Terje Toomistu trifft die nun deutlich gealterten sowjetischen Hippies und lässt sie erzählen – von der Lebenslust und dem Einfallsreichtum, den es allein schon brauchte, um trotz des Eisernen Vorhangs an westliche Musik zu kommen, von Sprachschwierigkeiten, von den oft verständnislosen bis repressiven Reaktionen von Familie und Nachbarn, von wilden Reisen durch das ganze Land und heimlichen Konzerten, von Drogen, Rausch und Selbstzerstörung. Zusammen mit originalen Amateurfilmen entsteht so ein Psychogramm der sowjetischen Hippies, aber auch das eines Landes, in dem sie ihre explosive Gegenkultur lebten. „Soviet Hippies“ wirft einen Blick auf einen weitestgehend unbekannten Teil der Geschichte Osteuropas, hinterfragt das Funktionieren von Macht und stellt die noch immer aktuellen Fragen nach Freiheit und Selbsterfüllung. Vor allem aber wird aus den Erzählungen der Menschen, die damals dabei waren, der Geist dieser Zeit wieder lebendig und ein Lebensgefühl greifbar, von dessen Existenz viele noch nicht einmal etwas ahnten.

Freitag, 17.11. / 23.30 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Tita von Hardenberg
Online verfügbar von 17/11 bis 15/02
Erstausstrahlung

Das Magazin für Musik, Pop- und Gegenkultur im europäischen Fernsehen. Die „Tracks“-Themenpalette diese Woche: Geballte Girlpower aus Rio de Janeiro mit den Rapperinnen von Abronca, die 3D-Kunst des Londoner Wunderkinds Jack Sachs und die Horrorcore-Glitch-Trap-Rapper $uicideboy$.

(1): Abronca – Girlpower-Rap aus Rio de Janeiro Die Rapperinnen von Abronca aus Brasilien haben es in ihrer Heimat gleich dreifach schwer: Sie sind Frauen, schwarz und leben in einer Favela. Umso energischer sagen sie Ungleichheiten den Kampf an.

(2): Mit Links zum 3D-Kunst-Star: Jack Sachs Jack Sachs ist DAS Szene-Wunderkind, wenn es um Animation, 3D-Art und Design geht. Knallbunte Charaktere und Ironie sind seine Markenzeichen und verhalfen ihm zu Aufträgen bei MTV, der „New York Times“ und der Tate Britain.

(3): Die Horrorcore-Glitch-Trap-Rapper $uicideboy$ Die $uicideboy$ aus New Orleans rappen sich ihre Drogenerfahrungen und Selbstmordgedanken von der Seele, irgendwo zwischen Trap, Punk-Rap und Metalcore. Bislang haben sie schlappe 30+ Releases rausgehauen und sind 2017 zum ersten Mal auch in Deutschland und Frankreich live zu erleben.

Freitag, 17.11. / 00.15 Uhr / The National Live At The Cork Opera House
Frankreich, 2017, ARTE F        75 Min.
Regie: David Ctiborsky
Online verfügbar von 17/11 bis 24/11
Erstausstrahlung

Samstag, 18.11. / 23.50 Uhr / Square Artiste ~ Carte Blanche für Audrey Dana, Schauspielerin
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Erstausstrahlung

Sonntag, 19.11. / 08.00 Uhr / Große Oper für kleine Leute: Der Barbier von Sevilla
Kindersendung, Südkorea, 2011, ARTE        15 Min.
Regie: Lee Yong-Jun

Papageno, Aida, Don José – das sind Namen, die viele Kinder kennen. Doch wer verbirgt sich hinter den Figuren? Die Serie „Große Oper für kleine Leute“ führt Kinder auf märchenhafte Weise an bekannte Opern und deren berühmten Geschichten heran. Die in poetischen Bildern gezeichnete Animationsserie lädt junge Zuschauer auf eine wunderbare Reise ein: Zu erleben sind dabei Tamino und seine Zauberflöte, Carmens und Aidas tragisches Schicksal sowie die Liebesgeschichte zwischen dem Fürsten Almaviva und der schönen Rosina.

Sevilla, spätes 18. Jahrhundert: Graf Almaviva ist in die hübsche Rosina verliebt und bringt ihr unter dem Balkon ein Ständchen. Doch seine Angebetete wird von ihrem Vormund Doktor Bartolo streng bewacht – einem unsympathischen Alten, der insgeheim davon träumt, das Mädchen selbst zu heiraten. Der junge, gewitzte Barbier Figaro will Almaviva helfen, sich gegen Doktor Bartolo durchzusetzen und Rosinas Herz zu erobern. An Einfällen mangelt es Figaro nicht: Er rät dem Grafen zu verschiedenen Verkleidungen, und so entstehen die verrücktesten Situationen, in denen Almaviva und Rosina einander näherkommen. Schließlich triumphiert ihre Liebe. Natürlich erklingt dazu die Musik aus Rossinis wohl berühmtester Oper.

Zusatzinfo:
Für Kinder sind Opern oft ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei sind doch, so schon Rousseau „die konstitutiven Elemente einer Oper das Gedicht, die Musik und das Bühnenbild“, Dinge, die Kinder kennen, verstehen und mögen. Warum sind Kindern Opern trotzdem so schwer zugänglich? Die Animationsserie erzählt die Handlung berühmter Opern mit viel Musik und in poetisch gezeichneten Bildern. Die unterhaltsamen Filme machen die Kinder mit den Charakteren vertraut und wecken so vielleicht die Lust, diese Werke später auch einmal auf einer richtigen Opernbühne anzusehen.

Sonntag, 19.11. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ Der Metropolenreport Saragossa
Deutschland, 2017, WDR        43 Min.
Erstausstrahlung

(1): Der Metropolenreport Saragossa

(1): Metropolenreport Saragossa - Spaniens heimliche Hauptstadt des Hip-Hop & Rap
    „Vier Kulturen, eine Lebensart“, heißt es in Aragoniens Metropole und fünfgrößten Stadt Spaniens mit Blick auf die römische, maurische, jüdische und christliche Geschichte. Opulente Vergangenheit, gekrönt von spektakulärer Moderne, etwa dem futuristisch großartigen Brückenpavillon Zaha Hadids. Künstler der Subkultur schauen hinter die glanzvolle Fassade der hoch verschuldeten, einstigen Expo-Stadt und setzen sich kritisch mit ihrer Stadt auseinander. Lautstarke Protestsongs der jungen Generation haben Saragossa zur Hauptstadt des Hip-Hop-Rap gemacht und so den politischen Wandel mit auf den Weg gebracht. "Metropolis" trifft den Rapper Sho Hai, das Künstlerpaar Susana Ballesteros und Jano Montañés, den Architekten Joaquín Sicilia mit seinen nachhaltigen Architektur-Visionen und die Choreographin Navidad Bull, die mit zeitgenössischen Tanz die Aufbruchsstimmung in Saragossa vorantreibt.

Sonntag, 19.11. / 17.30 Uhr / Die großen Künstlerduelle: Caravaggio vs. Baglione
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Andreas Gräfenstein
Online verfügbar von 19/11 bis 10/12
Erstausstrahlung

Zwei überragende Künstler, ein Ort und eine erbitterte Rivalität: Das sind die Zutaten für "Die großen Künstlerduelle". Und es sind auch die Zutaten, aus denen große Meisterwerke und künstlerische Innovationen entstehen. 1603 treffen sich in Rom die Malerstars Caravaggio und Baglione vor Gericht. Es geht um Beleidigungen und die Frage, wer der größere Künstler ist. Auslöser des Streits waren ihre Gemälde des himmlischen und des irdischen Amor – zwei Bilder, zwei Weltanschauungen. Für Caravaggio endet die Begegnung mit Kerkerhaft und ewigem Ruhm. Giovanni Baglione wartet bis heute auf seine Rehabilitierung als großer Meister des Barock.

Rom, im Jahre 1603: Die Malerstars Caravaggio und Baglione treffen sich vor den Schranken des Gerichts. Es geht um Beleidigungen und die Frage, wer der größere Künstler ist. Baglione geht zunächst als Sieger aus dem Streit hervor, denn für Caravaggio endet die Begegnung vor Gericht mit Kerkerhaft – und erst viel später mit ewigem Ruhm. Den versucht Giovanni Baglione unbedingt zu verhindern, für ihn ist Caravaggio ein verhaltensauffälliger Verräter an der Kunst. Der Streit beginnt, als Baglione einen strahlend gerüsteten Engel malt, der einen nackten Amor niederringt. Die Zeitgenossen erkennen sofort, dass die besiegte Figur aus einem Bild seines großen Konkurrenten Michelangelo Merisi da Caravaggio stammt. Der hatte zuvor Amor als lasziven Knaben in Szene gesetzt. Es ist ein Duell, das nicht nur ästhetisch für eine Zeitenwende steht. Caravaggio entfaltet in seinen Gemälden mit lebensnah gestalteten Heiligen eine bisher nicht dagewesene Wucht und revolutioniert die Kunst, während Baglione als Maler bis heute auf seine Rehabilitierung als großer Meister des Barock wartet. In der Dokumentation widerspricht die Baglione-Expertin Maryvelma Smith O'Neil, die alte Gerichtsakten und Spottgedichte Caravaggios auf Baglione gesichtet hat, dem überlieferten Bild des "braven" Baglione. Andere Experten widersprechen Smith O'Neil. Für sie überstrahlt Caravaggio alle seine malenden Zeitgenossen.

Zusatzinfo:
„Die großen Künstlerduelle” entwerfen Psychodramen um große Kunst. Es geht um künstlerische Höhenflüge und menschliche Triebkräfte, um Neid und Ehrgeiz, um das Scheitern und den Triumph des Gelingens. Im Zentrum steht ein Konflikt, aus dem künstlerische Neuerungen hervorgehen. Es geht um Abgrenzung, Bruch mit den Konventionen und Innovation. Dabei werden die Künstlerduelle zu einem Schaufenster für die Geschichten hinter der Kunst, in denen sich gesellschaftliche Entwicklungen wie unter einem Brennglas verdichten.

Sonntag, 19.11. / ab 18.20 Uhr / Schwerpunkt: Hommage an Rostropowitsch und sein Instrument ~ Ein Monat im Zeichen des Violoncello

Sonntag, 19.11. / 18.20 Uhr / Yo-Yo Ma & Manfred Honeck
Osterfestspiele Baden-Baden
Musik, Deutschland, 2016, SWR        43 Min.
Regie: Torben Schmidt Jacobsen
Dirigent: Manfred Honeck
Komponist: Robert Schumann, Johannes Brahms, Peter Iljitsch Tschaikowsky
Orchester: Berliner Philharmoniker
Mit: Yo-Yo Ma (Violoncello)
Online verfügbar von 19/11 bis 26/11

Osterfestspiele 2016 aus dem Festspielhaus Baden-Baden: Bei seinem Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter Manfred Honeck spielt Yo-Yo Ma das Violoncello-Konzert a-Moll op. 129 von Robert Schumann. Außerdem auf dem Programm: die Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81 von Johannes Brahms und die Symphonie Nr. 6 „Pathétique“ in h-Moll von Peter Iljitsch Tschaikowsky.

Yo-Yo Ma zählt zu den besten Cellisten der Welt. Bereits als Vierjähriger begann der in Paris geborene Amerikaner chinesischer Abstammung mit dem Cellospiel. Seine Familie zog nach New York, als er sieben war, und im Alter von acht Jahren trat er bereits mit Leonard Bernstein im US-amerikanischen Fernsehen auf. Er veröffentlichte mehr als 50 Alben und erhielt zahlreiche Preise. Eine besondere Auszeichnung wurde ihm zuteil, als er 2009 die Inaugurationsfeier von Barack Obama musikalisch begleitete. Yo-Yo Ma spielt ein Cello von Stradivari aus dem Jahr 1712, das zuvor Jacqueline du Pré gehörte. Bei seinem Festspielhaus-Debüt mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Manfred Honeck spielt Yo-Yo Ma das Violoncello-Konzert a-Moll von Robert Schumann, ein Werk von einer eigenen verinnerlichten, dichten Eleganz, wie gemacht ist für Yo-Yo Ma, den Poeten unter den Cellisten. Die Symphonie Nr. 6 „Pathétique“ in h-Moll ist das letzte Werk des russischen Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky. Es wurde 1893 unter seiner eigenen Leitung in Sankt Petersburg uraufgeführt, neun Tage vor seinem Tod. Charakteristisch ist der ungewöhnlich langsame Schlusssatz, dessen Ende an ein Requiem erinnert. Man vermutet, Tschaikowsky habe in diesem Werk die Ahnung von seinem bevorstehenden Ende ausgedrückt.

Zusatzinfo:
Auf dem Konzertprogramm: - Johannes Brahms, Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81 - Robert Schumann, Violoncello-Konzert a-Moll op. 129 - Peter Iljitsch Tschaikowsky, Sinfonie Nr. 6 „Pathétique“ h-Moll op. 74 Das Konzert ist auch auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Sonntag, 19.11. / 23.40 Uhr / Christoph Eschenbach - Ein Porträt zum 75. Geburtstag
Aus der Stille in die Musik
Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult
Dokumentation, Deutschland, 2016, NDR        52 Min.
Autor: Andreas Morell
Online verfügbar von 19/11 bis 17/02
Erstausstrahlung

"Musik bedeutet alles!" In diesem einfachen Satz spiegelt sich die Lebensgeschichte des Dirigenten Christoph Eschenbach. Nach den traumatischen Erlebnissen seiner frühen Kindheit war er verstummt, und erst durch die Musik fand er die Sprache wieder. Für das Porträt kehrte er zurück in seine Geburtsstadt Breslau, an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein und in seine Wahlheimat Paris. Besonders am Herzen liegt Christoph Eschenbach die Förderung junger Talente. Zu den von ihm entdeckten Künstlern gehören heutige Stars wie der Pianist Lang Lang.

Die erste Erinnerung des Dirigenten Christoph Eschenbach an das Leben ist der Tod. Die Mutter bei seiner Geburt gestorben, der Vater in einem Strafbataillon der Wehrmacht gefallen, strandete der Fünfjährige mit seiner Großmutter in einem Flüchtlingslager, in dem er als Einziger eine Typhusepidemie überlebte. Eschenbachs spätere Adoptivmutter holte ihn aus dem Lager. Monatelang konnte der traumatisierte Junge nicht mehr sprechen. Was ihn rettete, war die Musik. Seine Retterin Wallydore Eschenbach war Pianistin und Sängerin. Über ihre Musik fand Christoph Eschenbach ins Leben und zur Sprache zurück. Was nach den traumatischen Anfängen folgte, war ein traumhafter Aufstieg: Aufgewachsen in Neustadt in Holstein gewann Eschenbach schon als Zehnjähriger beim Hamburger Steinway-Wettbewerb den ersten Preis. In den 1960er Jahren begann eine erfolgreiche Pianisten- und Dirigentenkarriere, gefördert durch Herbert von Karajan und George Szell. Von 1999-2002 war Eschenbach Künstlerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Aber viel wichtiger als die eigenen Erfolge war und ist Eschenbach die Förderung junger Talente. Eines von ihnen ist der Pianist Lang Lang. Für die Dokumentation kehrte Christoph Eschenbach in seinen Geburtsort Breslau und an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein zurück. Und er zeigt, warum Paris für ihn zur zweiten Heimat wurde. Einblicke in sein privates Archiv machen deutlich, was ihn geprägt hat und warum es ihm so wichtig ist, dies an die nächste Generation weiterzugeben.

Sonntag, 19.11. / 00.35 Uhr / Christoph Eschenbach dirigiert Tschaikowsky und Strauss
Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult
Musik, Deutschland, 2015, NDR        42 Min.
Regie: Alexander Radulescu
Dirigent: Christoph Eschenbach
Komponist: Richard Strauss, Peter Iljitsch Tschaikowsky
Orchester: Schleswig-Holstein Festival Orchester
Mit: Michaela Kaune (Sopran)
Online verfügbar von 19/11 bis 03/12

Nach seiner internationalen Karriere als Pianist etablierte sich Christoph Eschenbach als einer der renommiertesten Dirigenten weltweit. Mit der Sopranistin Michaela Kaune, deren Karriere er maßgeblich gefördert hat, interpretiert er Tschaikowskys Briefszene der Tatjana aus "Eugen Onegin" und die Rosenkavalier-Suite von Richard Strauss. Das Konzert zu Ehren des 75. Geburtstags von Christoph Eschenbach war ein Höhepunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2015 und wurde in der Holstenhalle in Neumünster aufgezeichnet.

Nach seiner internationalen Karriere als Pianist etablierte sich Christoph Eschenbach als einer der bekanntesten Dirigenten weltweit. Sein Konzertkalender ist prall gefüllt, und die Schauplätze seines Wirkens sind nach wie vor die allerersten Adressen weltweit. Jung hält ihn nicht nur seine Neugier, sondern sein unermüdlicher Einsatz für junge Musiker. Als Mentor und Ratgeber hat er vielen heutigen Stars der klassischen Musikszene zur Seite gestanden und ihnen zum Durchbruch verholfen. Das Gastspiel von Michaela Kaune ist daher kein Zufall, hat Eschenbach doch auch ihre Karriere maßgeblich begleitet und gefördert. Eschenbach bewies ein weiteres Mal, welch außerordentlicher Musiker er ist: Da Lang Lang hatte absagen müssen, setzte er sich selbst ans Klavier. Jeden Sommer kommt Christoph Eschenbach in Deutschlands nördlichstes Bundesland, um mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester zu arbeiten. Nach wie vor hat er Freude daran, seinen Erfahrungsschatz an eine junge Musikergeneration weiterzugeben. Die Musik hat ihm in der frühen Kindheit geholfen, zurück ins Leben zu finden: Der Flüchtlingsjunge war verstummt, nachdem er im Zweiten Weltkrieg zunächst die Eltern und dann auch die geliebte Großmutter verloren hatte. Eine Cousine der Mutter, Wallydore Eschenbach, kümmerte sich schließlich ab 1946 um ihn. Die Pianistin entdeckte Eschenbachs Interesse an Musik und unterrichtete ihn von 1948 bis 1959 im Klavierspiel. Schon als Zehnjähriger gewann er beim Hamburger Steinway-Wettbewerb den ersten Preis. Die Sopranistin Michaela Kaune ist eng mit der Deutschen Oper Berlin verbunden und wurde im Jahr 2011 zur Berliner Kammersängerin ernannt. 2016 singt sie unter anderem an der Opéra de Paris und an der Chinesischen Nationaloper die Marschallin im „Rosenkavalier“; als Elettra steht sie in „Idomeneo“ am Teatro La Fenice in Venedig auf der Bühne.
Zusatzinfo: Die Sendung ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen: concert.arte.tv

Freitag, 24.11. / 22.30 Uhr / Etienne Daho, Dandy des Chansons
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        53 Min.
Regie: Antoine Carlier
Online verfügbar von 24/11 bis 23/01

Seit über 30 Jahren gehört Etienne Daho zu den ganz großen Künstlern der französischen Popmusik-Szene. Einerseits begeistert er mit seinen Chansons ein breites Publikum, andererseits stellt er hohe ästhetische Ansprüche und ist immer Wege abseits des Mainstreams gegangen. Er bleibt der ewigeDandy zwischen Popkultur und Avantgarde. Das Porträt begleitet den Künstler hautnah hinter den Kulissen seiner aktuellen Tournee, blickt auf verschiedene Abschnitte seiner Karriere zurück und beleuchtet, inwiefern er mit seinem unverwechselbaren Stil die moderne Popmusik revolutioniert hat.

Etienne Daho bleibt ein Geheimnis: Obwohl er seit 30 Jahren zu den größten französischen Popmusikern gehört, hütet er sein Privatleben und lässt auch bei öffentlichen Auftritten diskrete Zurückhaltung walten. Antoine Carlier begleitete Etienne Daho hinter den Kulissen bei seiner aktuellen Diskönoir-Tour, besuchte ihn in seiner Wahlheimat London und reiste mit ihm an die Mittelmeerküste. In seinem Porträt zeigt er den Künstler hautnah und blickt mit ihm gemeinsam auf verschiedene Abschnitte seiner Karriere zurück. Archivaufnahmen enthüllen das vielseitige Werk des Musikers, das im Laufe der Jahre zunehmend an Stärke und Tiefe gewann. Von seinen ersten Auftritten in der 80er-Jahre-Rockszene von Rennes bis zur Aufführung von „Les Condamnés à Mort“ beim Theaterfestival in Avignon – das Erfolgsgeheimnis des charismatischen Sängers steckt in einer subtilen Mischung aus Avantgardismus und Populärkultur und nicht zuletzt in seiner faszinierend samtenen Stimme. In dem Porträt erzählt der „Dandy des Chansons“, wie ihm glückliche Zufälle ermöglichten, musikalisch völlig neue Wege zu gehen. Außerdem verrät er, warum Einsamkeit für ihn so wichtig ist. Berichte von Freunden und Wegbegleitern, die Etienne Daho seit seinen Anfängen in Rennes kennen, ergänzen das Porträt des großen Chansonniers, der längst in der Gegenwart angekommen zu sein scheint.

Zusatzinfo: Diese Sendung ist auch auf ARTE Concert abrufbar: concert.arte.tv

Freitag, 24.11. / 23.25 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Online verfügbar von 24/11 bis 23/01
Erstausstrahlung

Freitag, 24.11. / 00.10 Uhr / Les Inrocks Festival 2016 Paris
The Lemon Twigs - Cassius - Seratones - Lost Under Heaven - Jagwar Mar – Tinariwen
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        65 Min.
Regie: Sebastien Lefebvre, Alexandre Buisson
Mit: Jagwar Ma, Her, Seratones, Adam Naas, LUH, Lescop, The Lemon Twigs, Tinariwen, Cassius
Online verfügbar von 24/11 bis 28/12
Erstausstrahlung

„Les Inrockuptibles“, kurz „Les Inrocks“, ist der Name eines wöchentlich erscheinenden französischen Musikmagazins. Es wurde 1986 gegründet und hat auch sein eigenes Festival. Jean-Daniel Beauvallet, einer der Chefredakteure der Zeitschrift und Programmleiter des Events, stellt die Ausgabe 2016 vor: Elektropop mit der australischen Band Jagwar Ma, dazu Rock aus der Sahara mit Tinariwen. Außerdem mit dabei: Cassius, Adam Naas, Lescop und Her aus Frankreich; das britisch-niederländische Duo Lost Under Heaven sowie die amerikanischen Bands Seratones und The Lemon Twigs. ARTE zeigt die Highlights des mehrtägigen Festivals aus dem Pariser Konzertsaal La Cigale und aus dem Bataclan.

„Les Inrockuptibles“, kurz „Les Inrocks“, ist der Name eines wöchentlich erscheinenden französischen Musikmagazins. Es wurde 1986 gegründet und hat auch sein eigenes Festival. Musiker und Bands wie The Stone Roses, Blur, Pulp, PJ Harvey, Oasis, Air, Phoenix, The White Stripes, The Libertines, LCD Soundsystem, Franz Ferdinand, Arctic Monkeys und Foals verdanken dem Event ihre Entdeckung. Jean-Daniel Beauvallet, Programmleiter des Festivals, stellt das Line-up 2016 vor: Beim Eröffnungskonzert mit ausschließlich französischen Künstlern versprüht Lescop im Pariser Konzertsaal La Cigale seinen geheimnisvoll-melancholischen Charme, und das Neo-Soul-Kollektiv Her erweist sich als außergewöhnliche Entdeckung. Dann heizen die britisch-niederländische Formation Lost Under Heaven und die Australier von Jagwar Ma dem Publikum im La Cigale kräftig ein. Außerdem bietet das Pariser Duo Cassius einen House, der in die Beine geht, während der ebenfalls aus Paris stammende Adam Naas mit seiner samtweichen Stimme die Zuhörer in seinen Bann zieht. Es geht weiter mit zwei amerikanischen Bands auf der Bühne des wenige Tage zuvor wiedereröffneten Bataclan: Die beiden New Yorker Jungs von The Lemon Twigs, gefolgt von dem sensationellen Quartett Seratones aus Lousiana mit seiner temperamentvollen afroamerikanischen Leadsängerin AJ Haynes. Den krönenden Abschluss bilden Tinariwen mit Rock aus der Sahara.

Freitag, 24.11. / 01.15 Uhr / Abgedreht!
Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 24/11 bis 24/12
Erstausstrahlung

Samstag, 24.11. / 00.05 Uhr / Square Idee ~ Homosexualität: Comeback des Hasses
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Online verfügbar von 25/11 bis 25/12

Sonntag, 29.11. / 08.00 Uhr / Große Oper für kleine Leute: Der Barbier von Sevilla
Kindersendung, Südkorea, 2011, ARTE        13 Min.
Regie: Lee Yong-Jun
Online verfügbar von 26/11 bis 26/12

Papageno, Aida, Don José – das sind Namen, die viele Kinder kennen. Doch wer verbirgt sich hinter den Figuren? Die Serie „Große Oper für kleine Leute“ führt Kinder auf märchenhafte Weise an bekannte Opern und deren berühmten Geschichten heran. Die in poetischen Bildern gezeichnete Animationsserie lädt junge Zuschauer auf eine wunderbare Reise ein: Zu erleben sind dabei Tamino und seine Zauberflöte, Carmens und Aidas tragisches Schicksal sowie die Liebesgeschichte zwischen dem Fürsten Almaviva und der schönen Rosina.

Sevilla, spätes 18. Jahrhundert: Graf Almaviva ist in die hübsche Rosina verliebt und bringt ihr unter dem Balkon ein Ständchen. Doch seine Angebetete wird von ihrem Vormund Doktor Bartolo streng bewacht – einem unsympathischen Alten, der insgeheim davon träumt, das Mädchen selbst zu heiraten. Der junge, gewitzte Barbier Figaro will Almaviva helfen, sich gegen Doktor Bartolo durchzusetzen und Rosinas Herz zu erobern. An Einfällen mangelt es Figaro nicht: Er rät dem Grafen zu verschiedenen Verkleidungen, und so entstehen die verrücktesten Situationen, in denen Almaviva und Rosina einander näherkommen. Schließlich triumphiert ihre Liebe. Natürlich erklingt dazu die Musik aus Rossinis wohl berühmtester Oper.

Zusatzinfo:
Für Kinder sind Opern oft ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei sind doch, so schon Rousseau „die konstitutiven Elemente einer Oper das Gedicht, die Musik und das Bühnenbild“, Dinge, die Kinder kennen, verstehen und mögen. Warum sind Kindern Opern trotzdem so schwer zugänglich? Die Animationsserie erzählt die Handlung berühmter Opern mit viel Musik und in poetisch gezeichneten Bildern. Die unterhaltsamen Filme machen die Kinder mit den Charakteren vertraut und wecken so vielleicht die Lust, diese Werke später auch einmal auf einer richtigen Opernbühne anzusehen.

Sonntag, 29.11. / 16.15 Uhr / Metropolis ~ Metropole: Budapest
Magazin, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 26/11 bis 24/02
Erstausstrahlung

(1): Metropole: Budapest Zwischen quicklebendiger Kulturszene und Orban-Regime – „Metropolis“ besucht Ungarns Hauptstadt an der Donau.

(1): Metropole: Budapest Thermalbäder, Kaffeehauskultur und Art Nouveau – Budapest gilt als die schönste Stadt Osteuropas und ist seit jeher Inspirationsquelle für Künstler. Doch aus der Donau-Metropole kommen heute auch andere Signale: Mit der Politik Viktor Orbans isoliert sich Ungarn zunehmend von Europa. Wie gehen Budapests Kulturschaffende damit um? „Metropolis“ forscht nach.

Sonntag, 29.11. / 17.00 Uhr / Porträt Mstislaw Rostropowitsch
Schwerpunkt: Hommage an Rostropowitsch und sein Instrument
Dokumentarfilm, Frankreich, 2016, ARTE F        80 Min.
Regie: Bruno Monsaingeon
Online verfügbar von 26/11 bis 25/01
Erstausstrahlung

Zum 10. Todestag von Mstislaw Rostropowitsch widmet der französische Musiker und Regisseur Bruno Monsaingeon dem russischen Cellisten ein filmisches Porträt. Der Dokumentarfilm erzählt Rostropowitschs bewegtes Leben anhand von seltenen Archivaufnahmen und Gesprächen mit seinen Töchtern Olga und Elena, seinen Freunden Natalja und Ignat Solschenizyn, Marta Casals Istomin, Gennadi Roschdestwenski und dem jungen Cellisten Aleksey Shadrin.

Der Russe Mstislaw Rostropowitsch (1927-2007) gilt neben dem Spanier Pablo Casals (1876-1973) als wichtigster Cellist des 20. Jahrhunderts und als einer der vielseitigsten Musiker überhaupt. Rostropowitsch, der bereits in der Nachkriegszeit Bedeutung in der Musikwelt erlangte, zeigte sich solidarisch mit dem verfemten Schriftsteller Alexander Solschenizyn, der aufgrund seines Romans „Der Archipel Gulag“ aus der UdSSR verbannt wurde, und geriet so 1971 in Konflikt mit den sowjetischen Behörden. Rostropowitsch fiel bei dem Regime in Ungnade und emigrierte 1974 nach Paris. Die Sowjetunion erkannte ihm und seiner Frau 1978 die Staatsbürgerschaft ab. Rostropowitsch war auch als Dirigent international anerkannt. Von 1977 bis 1994 leitete er das National Symphony Orchestra (NSO) in Washington. 1989 feierte Mstislaw Rostropowitsch das Ende des Regimes, das ihn zur Emigration zwang, auf seine Weise: Zwei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer setzt er sich inmitten des Trubels am Checkpoint Charlie und spielte tief in sich versunken Cellostücke von Bach. Wenig später bekamen Rostropowitsch und seine Frau das Angebot, die Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes wieder zurückzuerhalten. Nach der Rückkehr nach Russland baute das Ehepaar ein Netzwerk wohltätiger Organisationen zur Förderung von Musikern und Sängern auf. Im Laufe seiner Karriere und seines bewegten Lebens begegnete Rostropowitsch so bedeutenden Musikern wie Prokofjew, Schostakowitsch und Dutilleux und inspirierte sie zu Kompositionen, die heute fester Bestandteil des Cello-Repertoires sind. Cellist, Pianist, Dirigent, Pädagoge und Humanist: Mstislaw Rostropowitsch verschrieb sein Leben der Kunst und der Politik. Solschenizyn nannte ihn den „unzähmbaren Bogen“. Der Dokumentarfilm erzählt sein bewegtes Schicksal anhand von seltenen Archivaufnahmen und Gesprächen mit seinen Töchtern Olga und Elena, seinen Freunden Natalja und Ignat Solschenizyn, Marta Casals Istomin, Gennadi Roschdestwenski und dem jungen ukrainischen Cellisten Aleksey Shadrin.

Sonntag, 29.11. / 18.25 Uhr / Mstislaw Rostropowitsch: Ein ideales Konzert
Schwerpunkt: Hommage an Rostropowitsch und sein Instrument
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Pierre-Martin Juban
Komponist: Modest Mussorgsky, Sergei Prokofjew, Ludwig van Beethoven, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Johann Sebastian Bach
Online verfügbar von 26/11 bis 26/12
Erstausstrahlung

Der Russe Mstislaw Rostropowitsch, dessen Todestag sich 2017 zum 10. Mal jährt, gilt als wichtigster Cellist des 20. Jahrhunderts. Daneben brillierte er auch als Pianist und Dirigent: Mstislaw Rostropowitsch vereinte viele Talente in sich, er war ein großer Künstler, Humanist und Freiheitskämpfer. Die Dokumentation veranschaulicht anhand von Ausschnitten aus seinen bedeutendsten Konzerten die vielen Facetten des Ausnahmemusikers. Wichtige Wegbegleiter wie Yehudi Menuhin, Swjatoslaw Richter und Rostropowitschs Frau, die Sopranistin Galina Wischnewskaja, sind ebenfalls in der Dokumentation zu erleben.

Rostropowitsch wurde 1927 in Baku, heute Aserbaidschan, in eine Musikerfamilie geboren. Seinen Vater Leopold, der ebenfalls Cellist war, bezeichnete er als seinen wichtigsten Lehrer. Rostropowitsch gab 1945 die ersten Konzerte in Moskau und begann 1964 mit einem Auftritt in der Bundesrepublik Deutschland seine weltweite Karriere. Nach seiner Emigration aus der Sowjetunion, zu der er wegen seines Engagements für den Schriftsteller Alexander Solschenizyn gedrängt wurde, begann Rostropowitsch eine zweite Karriere als Dirigent und stand von 1977 bis 1994 an der Spitze des National Symphony Orchestra (NSO) in Washington. Die Dokumentation veranschaulicht anhand von Ausschnitten aus seinen bedeutendsten Konzerten die vielen Facetten des Ausnahmemusikers. Den Anfang macht eine Archivaufnahme von Bruno Monsaingeon aus dem Jahr 1986: Rostropowitsch spielt einen Auszug aus Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“, die er gerade auf einem Album herausgebracht hatte. Weiter geht es mit der Sarabande aus Bachs Cello-Suite Nr. 2 im französischen Fernsehen 1969. Rostropowitsch als Kammermusiker erlebt der Zuschauer anhand eines Mitschnitts des UNESCO-Benefizkonzerts in Paris im Jahr 1974, wo er mit Yehudi Menuhin und Wilhelm Kempff das „Erzherzog-Trio“ von Beethoven interpretierte. Rostropowitsch war auch ein hervorragender Pianist. Mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Galina Wischnewskaja, verband ihn eine einzigartige musikalische Harmonie, wie ihre Interpretation von Mussorgskys „Wiegenlied“ beweist. Die Idee, Rostropowitsch und den Pianisten Swjatoslaw Richter zusammenzubringen, stammt von dem Komponisten Sergej Prokofjew. Das Duo trat regelmäßig im Westen auf und spielte 1964 in Edinburgh einen Auszug aus Beethovens Cello-Sonate Nr. 3. Auch die Weiterentwicklung des Repertoires für sein Instrument lag Rostropowitsch am Herzen. Prokofjews „Symphonisches Konzert“, dessen Finale im Film zu hören ist, geht auf seine Initiative zurück.

Sonntag, 29.11. / 22.30 Uhr / Yves Montand - Charme, Chanson und Schauspiel
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        59 Min.
Regie: Karl Zéro, Daisy d'Errata
Online verfügbar von 26/11 bis 03/12

Mit italienischen Wurzeln und im Arbeitermilieu von Marseille aufgewachsen, gehört er zu den berühmtesten französischen Chansonniers und Schauspielern: Yves Montand (1921-1991). Der Dokumentarfilm zeichnet ein facettenreiches Porträt des Stars und Menschen Montand durch unveröffentlichte Archivaufnahmen und Gespräche mit Wegbegleitern wie etwa dem Filmregisseur Constantin Costa-Gavras, dem Politiker Bernard Kouchner, dem TV-Moderator und Enkel von Simone Signoret, Benjamin Castaldi, sowie anderen Persönlichkeiten, die dem Künstler nahestanden.

Schauspiel, Liebe, Politik – Yves Montand ist nie irgendetwas in den Schoß gefallen: Montand musste bis zuletzt kämpfen. Der Sohn italienischer Immigranten hatte sich vom Friseurlehrling zum internationalen Star emporgearbeitet. Neben Abenteuerfilmen ("Lohn der Angst", 1952) spielte er vorwiegend in Komödien ("Machen wir's in Liebe", 1960; "Lieben Sie Brahms?", 1960) und gewann als Schauspieler auch zunehmend Anerkennung in politisch engagierten Filmen wie etwa in "Z – Anatomie eines politischen Mordes" (1969) unter der Regie von Costa-Gavras. Montand stellte seine enorme Energie und seinen ungeheuren Ehrgeiz auch in den Dienst vieler bedeutsamer politischer Anliegen des 20. Jahrhunderts. Dafür stehen seine kommunistischen Überzeugungen in den 50er Jahren, die durch die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 tief erschüttert wurden, sein pazifistisches Engagement gegen Kernwaffen oder die Moderation der neoliberalen Polit-Sendung „Vive la Crise!“ (1984). Er trat für die vietnamesischen Boatpeople ein, stritt für Dissidenten im Ostblock und gegen die Ausländerfeindlichkeit im eigenen Land. Schließlich spielte Montand sogar mit dem Gedanken, sich um das Amt des französischen Staatspräsidenten zu bewerben. Was aber wurde aus seinen politischen, gesellschaftlichen und emotionalen Gewissheiten und Illusionen? Am Ende seines Lebens zieht er seinem Freund Jorge Semprún gegenüber folgende Bilanz: „Ich habe meine Gewissheiten verloren, aber meine Illusionen bewahrt.“ Sechs Jahre nach seinem Tod wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. Seine Leiche muss exhumiert werden, da Aurore Drossart vor Gericht dafür kämpft, als uneheliche Tochter des Stars anerkannt zu werden. Den unbekannten Montand, den provozierenden Montand, den großartigen Montand, den liebenswerten Montand – all diese Facetten sind in „Yves Montand – Charme, Chanson und Schauspiel“ zu entdecken.

Zusatzinfo:
Karl Zéro ist ein bekannter französischer Journalist und Satiriker. Nach dem Erfolg des Dokumentarfilms „Frankreichs Chanson-Legende - Charles Trenet“ zeigt ARTE nun den zweiten Film der von ihm und seiner Frau Daisy d'Errata konzipierten Reihe mit Musikerbiografien. Außerdem strahlte ARTE bereits mehrere seiner Politikerporträts aus wie etwa von George W. Bush, Fidel Castro, Putin und Kim Jong Un. Für seinen Film über Jacques Chirac (2006) wurde Zéro mit dem César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Interviews und Hintergrundinformationen gibt es außerdem auf der Kino-Plattform ARTE Cinema unter www.arte.tv/cannes.

Sonntag, 29.11. / 23.30 Uhr / Der Traum des Dirigenten Kent Nagano
Schwerpunkt: Stars und Newcomer am Dirigentenpult
Dokumentation, Deutschland, 2017, NDR        55 Min.
Regie: Nadja Frenz
Online verfügbar von 26/11 bis 24/02
Erstausstrahlung

"Ich träume von einer Welt, in der jeder Zugang zur klassischen Musik finden kann", sagt Kent Nagano. In der Welt der klassischen Musik ist der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln ein Star, einer der großen Dirigenten der Gegenwart. Er tritt in der Elbphilharmonie vor den G20 Staatschefs ebenso auf wie im Kindergarten in Montréal. Die Verjüngung des Publikums, die ihm in Kanada bereits gelungen ist, will er nun auch in Hamburg umsetzen: Die Dokumentation zeigt Kent Nagano bei seiner Mission, klassische Musik in das Leben der Menschen zu tragen und gleichzeitig sein Publikum künstlerisch zu fordern.

In der Welt der klassischen Musik ist der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln ein Star, einer der ganz großen Dirigenten der Gegenwart. Seit Jahrzehnten ist Kent Nagano auf den renommierten Bühnen der Welt zu Hause. Er wuchs in dem kleinen Fischerdorf Morro Bay an der Westküste der USA auf. Dort gelang es einem einzigen Musiklehrer mit seinem Charisma, ein ganzes Dorf zum Klingen zu bringen. "Ich träume von einer Welt, in der jeder die Chance hat, Zugang zur klassischen Musik zu finden", sagt Nagano. Ohne die Erfahrung von Morro Bay ist Naganos Mission genauso wenig zu verstehen wie seine tiefe Abneigung gegen ein elitäres Kunstverständnis. 2006 übernahm Kent Nagano die Leitung des Orchestre Symphonique de Montréal, und im September 2015 begann seine Amtszeit als Generalmusikdirektor und Chefdirigent an der Hamburgischen Staatsoper. In beiden Städten hat Nagano ein Ziel: mit ungewöhnlichen Projekten ein jüngeres und breiteres Publikum anzusprechen. Kent Nagano ist ein Dirigent, der wie kaum ein anderer herausfordert und polarisiert. In außergewöhnlichen Konzertprogrammen zeigt er, dass zeitgenössische Musik die Hörer genauso berühren kann wie die großen Meisterwerke der Romantik, Klassik oder des Barocks. Seine Devise dabei lautet: Die inspirierende Erfahrung der Musik bekommt man nicht geschenkt, man muss sich für sie anstrengen. Dann aber wird das musikästhetische Erlebnis umso reicher sein. Die Dokumentation zeigt den Dirigenten Kent Nagano auf seinem Weg, die Musik zu allen Menschen zu bringen – egal wie alt, gebildet oder musikalisch sie sind.

Sonntag, 29.11. / 00.30 Uhr / Gala-Abend an der Opéra Bastille
Gala, Frankreich, 2016, ARTE F        72 Min.
Regie: François-René Martin
Dirigent: Philippe Jordan
Chorleitung: José Luis Basso
Chor: Choeurs de l’Opéra national de Paris
Orchester: Orchestre de l’Opéra national de Paris

Mit: Sondra Radvanovsky (Sopran), Anita Rachvelishvili (Mezzosopran), Aleksandrs Antonenko (Tenor)
Online verfügbar von 26/11 bis 03/12

Einmaliger Gala-Abend aus der Pariser Opéra Bastille: Die Ausnahmesolisten Sondra Radvanovsky, Anita Rachvelishvili und Aleksandrs Antonenko bieten eine Auswahl berühmter Arien aus Opern von Verdi, Bizet, Puccini, Saint-Saëns und Bellini dar. Begleitet werden sie vom Orchester und den Chören der Pariser Oper unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan.

ARTE lädt zu einem einmaligen Gala-Abend in die Pariser Opéra Bastille ein: Chefdirigent Philippe Jordan leitet das Orchester und die Chöre der Pariser Oper. Auf dem festlichen Programm stehen ausgewählte Arien von Verdi, Bellini, Puccini und Bizet. Philippe Jordan und seine Musiker eröffnen den Abend mit der wunderschönen Ouvertüre aus Verdis „Macht des Schicksals“, einem Meisterwerk der Orchestrierung. Dann erklingt die virtuose Stimme von Sondra Radvanovsky mit den unvergesslichen Arien „Vissi d’Arte“ aus „Tosca“, „O patria mia“ aus „Aida“ und „Casta Diva“ aus „Norma“. Der georgische Shootingstar Anita Rachvelishvili überzeugt mit der sinnlichen Darbietung von „L’Amour est un oiseau rebelle“ („Carmen“); für das ergreifende Duett „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ („Samson und Dalila“) von Saint-Saëns steht die vor zwei Jahren von Daniel Barenboim an der Mailänder Scala entdeckte Mezzosopranistin mit dem lettischen Tenor Aleksandrs Antonenko auf der Bühne, mit dem sie derzeit an der Pariser Oper Triumphe feiert. Auch der Chor und das Orchester der Pariser Oper tragen zum Zauber des Abends bei, insbesondere mit dem Zigeunerchor aus „Der Troubadour“ und dem Gefangenenchor „Va pensiero“ aus „Nabucco“. Den krönenden Abschluss bildet „Brindisi“ („La Traviata“) mit einer darstellerischen Glanzleistung der Solisten und des Dirigenten Philippe Jordan. Die Verfilmung des Konzerts steht diesem in seinem Anspruch in nichts nach: Die Regie ist virtuos, die Tontechnik perfekt. Um die einzigartige Konzert-Atmosphäre zu vermitteln, wurden für die TV-Aufzeichnung zwei Kamera-Kräne in der Opéra Bastille installiert.

Mittwoch, 29.11 / 20.15 Uhr / Das Piano
(The Piano)
Schwerpunkt: Jane Campion
Spielfilm, Australien, Frankreich, Neuseeland, 1993, ARTE F        114 Min.
Regie: Jane Campion
Kamera: Stuart Dryburgh
Schnitt: Veronika Jenet
Produktion: Jan Chapman Productions, Ciby 2000
Produzent: Jan Chapman
Drehbuch: Jane Campion

Mit: Holly Hunter (Ada McGrath), Harvey Keitel (George Baines), Sam Neill (Alistair Stewart), Anna Paquin (Flora McGrath), Kerry Walker (Tante Morag)

Neuseeland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die stumme Ada trifft mit ihrer Tochter bei ihrem unbekannten zukünftigen Ehemann ein. Der wichtigste Gegenstand der verschlossenen Schottin ist ihr geliebtes Piano, das sie aus Europa mitgebracht hat. Bald wird es zum Symbol der zunächst einseitig-begehrlichen, später von ihr erwiderten Leidenschaft eines Mannes in ihrer Nachbarschaft. Die grandiosen Bilder erzählen die Selbstbefreiung und -findung einer Frau durch eine verbotene Liebesbeziehung. Ein virtuoser Film mit faszinierenden Naturaufnahmen und herausragenden Schauspielern. Ausgezeichnet mit drei Oscars.

Ein Klavier, mit Brettern verkleidet, auf einem weiten dunklen Sandstrand, an dem die riesigen, schäumenden Wogen des Ozeans brechen. Es ist Mitte des 19. Jahrhunderts: Die stumme Ada wird mit ihrer neunjährigen Tochter Flora am Strand von Neuseeland abgesetzt, um eine arrangierte Ehe mit einem ihr völlig fremden Mann einzugehen. Ada ist scheu und verschlossen – der wichtigste Gegenstand in ihrem Leben ist ein Piano, das sie aus Europa mitgebracht hat. Da Ada sich der Sprache nicht bedienen will, hilft ihr das Piano, Gefühle auszudrücken. Doch ihr Gatte Stewart verkauft das Instrument an den Arbeiter Baines, der es in sein Haus schafft. Außerdem soll Ada Baines Klavierunterricht geben. Während der Übungsstunden wandelt sich Adas anfängliche Abneigung in verbotene Zuneigung. Die Kamera fängt symbolische Bilder von traumhafter Prägnanz ein, beobachtet die Handlungen der Personen aus der Nähe, aus halber Höhe, nicht aufdringlich, aber doch bald verstrickt in die Heimlichkeiten der Liebenden. Hauptdarstellerin Holly Hunters bemerkenswerte Darstellung der Selbstbefreiung und -findung einer Frau wurde in Cannes mit einer Goldenen Palme und dann mit dem Academy Award ausgezeichnet. Die bildgewaltige Inszenierung ist untermalt von der weltbekannten Musik Michael Nymans.

Zusatzinfo
Jane Campion ist die erste und einzige Frau, deren Film je mit einer Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der von ihr geschriebene und produzierte Mehrteiler „Top of the Lake“ (2013) hatte seine Premiere auf der Berlinale 2013 und lief kurze Zeit später in Cannes. ARTE strahlt diesen Winter nun nach der ersten auch die zweite Staffel der preisgekrönten Mini-Serie aus. Weiterhin gilt jedoch „Das Piano“ (1993) mit seinen drei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin und Bestes Originaldrehbuch) und der Goldenen Palme als Campions Meisterstück.

Mittwoch, 29.11 / 22.10 Uhr / Stefan Zweig ~ Ein Europäer von Welt
Dokumentation, Frankreich, 2013, ARTE F        51 Min.
Regie: Jean-Pierre Devillers, François Busnel
Online verfügbar von 29/11 bis 06/12

Stefan Zweig ist einer der weltweit meistgelesenen Schriftsteller. Er wurde 1881 in Wien geboren und beendete sein Leben vorzeitig 1942 im brasilianischen Exil in Petrópolis mit einer Überdosis Veronal. Bereits zu Lebzeiten war er ein Mensch voller Widersprüche. Mit großem psychologischem Feingefühl durchdrang er die Seelenzustände seiner Novellenfiguren und offenbarte dabei seine introvertierte, von vielen Ängsten und Zweifeln geplagte Persönlichkeit. Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines großen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts und beleuchtet sein umfangreiches Werk aus den dunkelsten Stunden seines Lebens.

Stefan Zweig ist einer der weltweit meistgelesenen Schriftsteller. Sein Werk, das 2013 gemeinfrei wurde, genießt in breiten Leserkreisen hohe Wertschätzung und verkauft sich beispielsweise in den USA, in Deutschland und Frankreich nach wie vor erfolgreich. Eine große Ausnahme für einen Novellenschreiber wie ihn, denn dieses Genre bringt normalerweise keine Bestseller hervor. Was macht diesen Schriftsteller bis heute so faszinierend?
    Zweifellos ist es der starke Zeitbezug von Person und Werk. Daher stellt die Dokumentation „Stefan Zweig - Ein Europäer von Welt“ den offenkundigen Zusammenhang zwischen Zweigs Leben und der europäischen Geschichte in den Vordergrund, fallen doch die Schlüsseldaten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit denen seiner Biografie zusammen: Der Schriftsteller war Zeuge des gewaltigen technischen und sozialen Fortschritts, der aufblühenden Kultur in Europa, erlebte aber auch die schrecklichsten Katastrophen dieser Zeit mit.
    Um Rückschlüsse auf Zweigs Persönlichkeit zu ziehen, widmet sich die Dokumentation vordergründig dem Inhalt seiner Novellen und seiner beiden Romane sowie deren durch Nazizeit und Exil erschwerten Veröffentlichungsgeschichte. In den Geschichten, die Zweig auf so meisterhafte Weise erzählt, spiegeln sich seine psychoanalytischen Kenntnisse, seine pazifistischen Überzeugungen und viele andere Dinge wider, die den Autor umtrieben.

Freitag, 01.12. / 21.45 Uhr / Abba, Bee Gees, Carpenters (1/2): Das ABC der Rock-Tabus
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        53 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 01/12 bis 08/12
Erstausstrahlung

Was haben Abba, die Bee Gees und die Carpenters gemeinsam? Mehr als 800 Millionen verkaufte Alben – Hits am laufenden Band. Trotzdem schrieb die Musikpresse anfangs abfällig über sie: Im Vergleich zum Rock galt ihr Sound als zu glatt, ihre Outfits als uncool. 40 Jahre später sind sie gefeierte Superstars. Die zweiteilige, wie ein Vorher-Nachher-Bericht aufgebaute Dokumentation erzählt die Geschichte dreier Bands, die zunächst für ihre Musik und ihre Auftritte verachtet wurden, doch, heute, Jahrzehnte später, mehr als Kult sind.

Abba, Bee Gees und Carpenters: In den 70er Jahren beherrschten die drei Bands weltweit die Musikcharts. Doch die Popmelodien dieser Beatles-Nachfolger galten als altmodisch, opportunistisch und zu kommerziell, denn sie entsprachen nicht dem, was die damaligen Kritiker unter guter Musik verstanden. Wer Rock mochte, konnte unmöglich Abba mögen. Abba, Bee Gees und Carpenters legten in den 70er Jahren ähnliche Karrieren hin. Während Led Zeppelin und die Stones als Maßstab gehandelt wurden, die für Sex, Drugs and Rock 'n' Roll standen, produzierten die drei Bands einen populären Hit nach dem anderen. Ihr einziges Ziel bestand darin, Pop zu machen, und das zu einer Zeit, in der Protest und Gegenkultur quasi zum guten Ton gehörten. Ihr „braves“ Image und der aus der Sicht der Kritiker glatte Kitsch ihrer Musik machten die drei Bands zur Zielscheibe. Die Dokumentation beleuchtet die vergleichbare Bandgeschichte der drei Gruppen. Sie zeigt Gemeinsamkeiten auf, und erzählt von deren unglaublichem Aufstieg und unvermeidlichem Absturz. Dass es damals vor allem in intellektuellen Kreisen verpönt war, sich als Fan einer der drei Formationen zu outen, zeugt von einem Kapitel in der Rockgeschichte, in dem verkannt wurde, welches Potenzial in den Bands steckt.

Freitag, 01.12. / 22.40 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Regie: Realisateurs Differents
Online verfügbar von 01/12 bis 30/01
Erstausstrahlung

Freitag, 01.12. / 23.25 Uhr / Asaf Avidan im Château d’Hérouville
ARTE Sessions im legendären Tonstudio
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Julien Faustino
Erstausstrahlung

Freitag, 01.12. / 00.20 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Autor: Philippe Collin, Frédéric BONNAUD
Online verfügbar von 01/12 bis 31/12

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