Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:

Dienstag, 19.06. / 17.10 Uhr / Bob Dylans Amerika (2/5): Woodstock
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, WDR        26 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 19/06 bis 19/07
Erstausstrahlung

Genauso wie Bob Dylan damals zieht es heute auch Wolfgang Niedecken nach Woodstock, ins Mekka der Hippie-Bewegung. Der Ort liegt nur gut zwei Autostunden nördlich von New York. Dort lässt sich der Kölner Musiker von alteingesessenen, echten Woodstockern erklären, was noch vom Hippie-Motto "Love, Peace & Happiness" und dem weltbekannten Woodstock-Festival übrig geblieben ist. Mit dabei sind alte Weggefährten von Bob Dylan und wahre Legenden, unter anderem der Rockstar-Fotograf und Woodstock-Chronist Elliot Landy. Unter Dylan-Kennern sorgt aber besonders ein Ort für leuchtende Augen: "Big Pink". In dem rosafarbenen Sommerhaus nahm Bob Dylan zusammen mit den Musikern von The Band in den 1960er Jahren die legendären "Basement Tapes" auf. Grund genug für Wolfgang Niedecken, vor Ort selbst ein Lied des großen Meisters einzuspielen – tatkräftig unterstützt von der Folklegende Happy Traum. Natürlich darf ein Ausflug zum Veranstaltungsort des Woodstock-Festivals selbst nicht fehlen. Denn auch wenn Bob Dylan damals nicht beim legendären Musikfestival aufgetreten ist, so gilt diese Veranstaltung bis heute als der Höhepunkt der amerikanischen Gegenkultur und als bedeutender Meilenstein der amerikanischen Musikgeschichte.

Mittwoch 20.06. / 05.00 Uhr / Peace X Peace - Das Konzert
Musik, Deutschland, 2016, ZDF        75 Min.
Regie: Thomas Janze
Künstlerische Leitung: Fetsum
Mit: Aloe Blacc, Seeed, Beatsteaks, Max Herre & PxP Allstars, Motrip, Cro, Namika
Online verfügbar von 20/06 bis 20/07

Ein großartiges Line-up für einen guten Zweck: Im Juni 2016 versammelt der Sänger und Songwriter Fetsum seine Freunde und musikalischen Weggefährten in der Berliner Waldbühne für ein Konzert für Kinder im Krieg und auf der Flucht.

Mit dabei: Seeed, die Beatsteaks, Aloe Blacc, Fetsum selbst sowie die eigens für das Festival gegründeten PxP Allstars bestehend aus Max Herre, Joy Denalane, Patrice, Clueso, Megaloh, Afrob und Samy Deluxe sowie Cro. Die beteiligten Künstler verzichten für den guten Zweck auf jegliche Gagen.

Ein großartiges Line-up für einen guten Zweck: Im Juni 2016 versammelt der Sänger und Songwriter Fetsum seine Freunde und musikalischen Weggefährten in der Berliner Waldbühne für ein Konzert für Kinder im Krieg und auf der Flucht.

Seeed sind der deutsche Inbegriff für Reggae-Musik. Mit ihrem lockeren und mitreißenden Mix aus Dub, Ska, Hip-Hop, Reggae und Dancehall haben sie schon so manchen Tanzmuffel zum Wackeln gebracht; die Beatsteaks gehören zu den bekanntesten und erfolgreichsten Alternative-Rockbands Deutschlands mit grandiosen Liveshows. Der amerikanische Soulsänger und Rapper Aloe Blacc wurde weltbekannt mit seinen Hits „I Need a Dollar“ und „Wake Me Up“. Max Herre, Rapper und Singer-Songwriter, lässt extra für das Festival die PxP Allstars in wechselnden Konstellationen miteinander auftreten – da werden einige Songs exklusiv für dieses Konzert interpretiert.

Die beteiligten Künstler verzichten für den guten Zweck auf jegliche Gagen. Der in Berlin lebende Sänger und Songwriter Fetsum ist kreativer Kopf und Ideengeber des Festivals. Als Sohn einer aus Eritrea geflüchteten Mutter speist sich sein Engagement auch aus seinen biografischen Wurzeln. Beim Publikum kommt seine Idee jedenfalls hervorragend an: Die Waldbühne war in kurzer Zeit ausverkauft.

Mittwoch 20.06. / 17.20 Uhr / Bob Dylans Amerika (3/5): Minnesota
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, WDR        27 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 20/06 bis 20/07
Erstausstrahlung


Inzwischen hat Wolfgang Niedecken den hohen Norden der USA erreicht. In Minnesota, an der Grenze zu Kanada, ist Bob Dylan geboren und aufgewachsen, und dort hat er auch seine Liebe und seine Faszination für die Musik entdeckt. Minnesota hat sich seit Bob Dylans Kindheit in den 1940er Jahren stark verändert. Früher boten Eisenminen, Stahlfabriken und Häfen die Lebensgrundlage – diese Zeiten sind schon lange vorbei. Doch wie geht man dort mit dem Wandel um, und wie hat diese Region im Norden der USA den jungen Bob Dylan geprägt?

Auf den Spuren Bob Dylans ist Wolfgang Niedecken mittlerweile im hohen Norden der USA angekommen. In Minnesota, an der Grenze zu Kanada, ist Bob Dylan geboren und aufgewachsen, und dort hat er auch seine Liebe und seine Faszination für die Musik entdeckt. Minnesota hat sich seit Bob Dylans Kindheit in den 1940er Jahren stark verändert. Früher lieferten Eisenminen, Stahlfabriken und Häfen den Menschen dort eine solide Lebensgrundlage, doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. Doch wie geht man dort mit dem Wandel um, und wie hat diese Region im Norden der USA den jungen Bob Dylan geprägt? In Bob Dylans Geburtsort Duluth trifft Wolfgang Niedecken Menschen, die das vergangene Amerika und auch Bob Dylan nicht vergessen haben. Unter ihnen sind die Folkmusikerin Sarah Krueger und der Produzent Tim Nelson. Sie gehören zu einem Kreis junger Musiker, die Dylan-Songs aus sämtlichen Schaffensphasen neu aufnehmen und als "Duluth Does Dylan" veröffentlichen. Anschließend geht es für Wolfgang Niedecken in das Bergbaustädtchen Hibbing. Dorthin zog Dylan im Alter von nur sechs Jahren, nachdem sein Vater an Polio erkrankt war und keine Arbeit mehr finden konnte. In Hibbing wird Wolfgang Niedecken eines klar: Ohne das Aufwachsen in Minnesota wäre aus Bob Dylan wohl niemals der Musiker und Nobelpreisträger geworden, der er heute ist.

Donnerstag, 21.06. / 17.20 Uhr / Bob Dylans Amerika (4/5): New Orleans
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, WDR        27 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 21/06 bis 21/07
Erstausstrahlung

Auf den Spuren von Bob Dylan reist Wolfgang Niedecken nach New Orleans in Louisiana, ins Mississippi-Delta. Eine Stadt, die seit jeher Sehnsuchtsort von Künstlern und Exoten ist. So zeigte sich auch Bob Dylan seit seinem ersten Besuch im Jahr 1964 stets von dem dort herrschenden einzigartigen Mix aus europäischer, afrikanischer und Latino-Kultur fasziniert, er zählte die Stadt zu seinen großen Einflüssen. Doch woher kommt der einzigartige Flair der Stadt, und wohin hat sich das kulturelle Zentrum der Südstaaten bis heute entwickelt?

Auf seiner Reise durch Bob Dylans Amerika zieht es Wolfgang Niedecken nach New Orleans in Louisiana. Die Stadt am Mississippi-Delta ist seit jeher ein Sehnsuchtsort von Künstlern und Exoten. So zeigte sich auch Bob Dylan seit seinem ersten Besuch im Jahr 1964 stets von dem dort herrschenden einzigartigen Mix aus europäischer, afrikanischer und Latino-Kultur fasziniert und zählte die Stadt zu seinen großen Einflüssen. Woher kommt der einzigartige Flair der Stadt, und wohin hat sich das kulturelle Zentrum der Südstaaten bis heute entwickelt? Wolfgang Niedecken trifft in New Orleans Autoren und Künstler, die ihm genau das erklären können. Einer von ihnen ist der Musiker und Besitzer der weltbekannten "Preservation Jazz Hall", Benjamin Jaffe. Er weiß, warum die Musik der Südstaaten bis heute so stark mit der Identität ihrer Bewohner verknüpft ist und warum eine Stadt wie New Orleans ohne Musik nicht überleben kann. Schließlich waren es auch Blues, Jazz und Gospelmusik, die den Menschen geholfen haben, die schwere Zeit nach dem Hurrikan "Katrina" zu überstehen. So wie die Band Joyful, die Wolfgang Niedecken mit einem Dylan-Klassiker im Gepäck in ihrem Studio besucht.

Donnerstag, 21.06. / 17.20 Uhr / Macbeth
Aus der Staatsoper Unter den Linden Berlin
Oper, Erstausstrahlung
Deutschland, 2018, ZDF

Autor: William Shakespeare
Dirigent: Daniel Barenboim
Chorleitung: Martin Wright
Kostüme: Yan Tax
Chor: Staatsopernchor
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Hans Schavernoch
Licht: Olaf Freese
Inszenierung: Harry Kupfer
Orchester: Staatskapelle Berlin
Moderation: Annette Gerlach
Fernsehregie: Tiziano Mancini

Mit:
Anna Netrebko (Lady Macbeth), Plácido Domingo (Macbeth), Kwangchul Youn (Banquo), Evelin Novak (Kammerfrau), Fabio Sartori (Macduff)


Anna Netrebko übernimmt die Rolle der Lady Macbeth.
© Vladimir Shirokov

Verdis Shakespeare-Drama in absoluter Starbesetzung: Anna Netrebko und Plácido Domingo, in Berlin zuletzt in der Spielzeit 2013/14 gemeinsam zu erleben, verkörpern in der Inszenierung von Harry Kupfer den düsteren Königsmörder Macbeth und seine Lady. Der Regie-Altmeister kann damit zugleich das 30-jährige Jubiläum der Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Daniel Barenboim feiern.


Plácido Domingo übernimmt die Rolle des Macbeth.

© Pedro Walker

Nach gewonnener Schlacht wird dem Feldherrn Macbeth, dem Protagonisten der Oper, von drei Hexen prophezeit, dass er einmal König von Schottland sein werde. Von den Überredungskünsten seiner Frau verleitet, geht er buchstäblich über Leichen, um an sein Ziel zu gelangen. Doch von Schuldgefühlen gepeinigt, verfallen die Macbeths bald in Wahnvorstellungen und werden zu Opfern der eigenen Herrschsucht.
Um der bewunderten Shakespeare’schen Vorlage so treu wie möglich bleiben zu können, sprengte Giuseppe Verdi mit seinem Macbeth die Opernkonventionen der Zeit und schuf eines seiner dunkelsten und abgründigsten Werke. Monumentale Chorszenen, aus denen das Aufbegehren der Unterdrückten hervorklingt, werden mit expressiv ausgestalteten Arien und Duetten, in denen Verdi die seelischen Abgründe der machtbesessenen Protagonisten klanglich durchleuchtet, kontrastiert. Seinen Darstellern verlangte er nie Dagewesenes ab: ein klarer Schritt weg vom klassischen Belcanto-Ideal und hin zu unverwechselbarer musikdramatischer Wahrhaftigkeit. Das Publikum zeigte sich nach der Uraufführung zunächst entrüstet: Wo versteckte sich die übliche Liebesszene? Un’opera senz’amore! Frustrierend.
Doch wer sich darauf einlässt, begegnet einem gewaltigen Musikdrama. Die Geschichte eines Monarchen: von Schuld, Sühne und Verfall der Gesellschaft.

Die neue Produktion der Staatsoper Berlin ist ein absoluter Publikumsmagnet: Alle Vorstellungen sind schon heute ausverkauft. Eine ähnliche Sensation stellte bereits 2015 das Rollendebüt Plácido Domingos als Macbeth dar. Der „Tagesspiegel“ schrieb damals: „Glücklicher hat man ein Publikum selten gesehen.“

Freitag, 22.06. / 05.00 Uhr / Hellfest 2016: Twisted Sister / Rammstein / The Offspring / Turbonegro
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        71 Min.
Mit: Rammstein, Turbonegro, Foreigner, Napalm Death, Twisted Sister, The Offspring, Dropkick urphys, Ghost, Korn
Online verfügbar von 22/06 bis 26/07

Einmal im Jahr verwandelt sich das verschlafene westfranzösische Dorf Clisson in die europäische Hauptstadt der Metal-Szene. ARTE ist auch dieses Jahr wieder mit dabei, zeigt aber auch die Highlights der letztjährigen Ausgabe. Die umjubelten Acts der Hellfest-Ausgabe 2016 waren Twisted Sister, Foreigner, Napalm Death, Turbonegro, The Offspring, Dropkick Murphys und nicht zuletzt Rammstein. Den krönenden Abschluss bilden die Auftritte der schwedischen Grammy-Award-Gewinner Ghost und der kalifornische Band Korn.
[Lang]:
    Für manche ist es Lärm, aber die wahren Kenner wissen: Der Olymp der Hardcore-Szene steht gleich neben einer Kuhweide. Bevor das Hellfest-Festival auch in diesem Jahr wieder das Dörfchen Clisson in der Bretagne zum Kochen bringt, bietet ARTE noch einmal die explosive Mischung der letztjährigen Ausgabe. Durch die Sendung führt Edouard Fouré Caul-Futy und kommentiert den Rückblick auf die gefeierten Acts der Hellfest-Ausgabe 2016: Twisted Sister, Foreigner, Napalm Death, Turbonegro, The Offspring, Dropkick Murphys – bis hin zum regelrechten Feuerwerk mit Rammstein.Die Sendung zeigt bisher im Fernsehen unveröffentlichte Aufnahmen großer Acts und liefert zum krönenden Abschluss die Auftritte der schwedischen Grammy-Award-Gewinner Ghost und der kalifornische Band Korn.

Freitag, 22.06. / 17.20 Uhr / Bob Dylans Amerika (5/5): Kalifornien
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2018, WDR        27 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 22/06 bis 22/07
Erstausstrahlung

Wolfgang Niedeckens Reise auf den Spuren durch Bob Dylans Amerika führt den Kölner Musiker an die Westküste, nach Kalifornien. Der "Sunshine State" gilt als der Geburtsort der Hippie- und Protestkultur. Aber nicht nur die Beatpoeten in San Francisco zogen den jungen Bob Dylan in den 1960er Jahren dort in ihren Bann. Jahre später waren es die Lebensbedingungen und die Atmosphäre, die ihn zu einem Umzug an die Westküste bewegten. Heute trifft Wolfgang Niedecken dort Autoren, Aktivisten und Musiker und lässt sich von ihnen die Faszination erklären, die Kalifornien bis heute ausübt.

In Kalifornien an der Westküste der USA beschließt Wolfgang Niedecken seine Reise durch Bob Dylans Amerika. Der "Sunshine State" gilt als der Geburtsort der Hippie- und Protestkultur. Aber nicht nur die Beatpoeten in San Francisco zogen in den 1960er Jahren den jungen Bob Dylan in ihren Bann. Jahre später bewegten ihn die dort herrschenden Lebensbedingungen und die Atmosphäre zu einem Umzug an die Westküste. Heute trifft Wolfgang Niedecken dort Autoren, Aktivisten und Musiker und lässt sich von ihnen den "Way of Life" Kaliforniens näher bringen. Einer von ihnen ist der Musiker und Produzent Dave Stewart, der viele Jahre mit Annie Lennox als Eurythmics Welterfolge feierte und in seiner Karriere mehrmals den "wahren" Bob Dylan kennenlernen durfte. Aber auch Michael Simmons kennt Dylan so gut wie kaum ein anderer. Seit den 1980er Jahren schreibt der Journalist über amerikanische Musik- und Popkultur. Vom ihm lässt sich Wolfgang Niedecken in Los Angeles erklären, wo die weltweite Faszination für den Musiker, Songwriter und Geschichtenerzähler Bob Dylan herkommt und warum sie bis heute anhält.

Freitag, 22.06. / 18.35 Uhr / Sehnsuchtsorte (5/5): (5): Barcelona und Picasso
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2017, ZDF        43 Min.
Regie: Ina Kessebohm
Online verfügbar von 22/06 bis 22/07
Erstausstrahlung

In der Hauptstadt Kataloniens, in Barcelona, verbrachte Pablo Picasso seine Jugend. Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war eine stilprägende Epoche – sowohl für die aufstrebende Kulturmetropole als auch für den jungen Künstler. Die Dokumentation folgt Picassos Spuren und präsentiert zahlreiche Motive, die in seinen Bildern verewigt sind: die Kathedrale von Barcelona, das Rotlichtviertel und die Berglandschaft Terra Alta weiter südlich in Katalonien. 1917 malte er seinen letzten Blick auf Barcelona. Es ist die Aussicht auf die Kolumbussäule am Hafen. Picasso ist längst ein berühmter Maler und genießt das Künstlerleben in Frankreich. Doch Barcelona wird immer eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen und ihn an seine Anfänge erinnern. Das Museu Picasso ist Ausdruck seiner engen Verbundenheit mit Barcelona, der Maler hat es durch Schenkungen seiner Frühwerke ermöglicht. Dort arbeitet die Kunsthistorikerin Claustre Rafart. Für sie ist Picasso ein Stadtführer durch das Barcelona seiner Zeit. Mit Hilfe alter Fotografien erforscht sie die konkreten Motive in seinen Gemälden. Die aus Málaga stammenden Picassos ziehen in die Altstadt – in die Nähe des Hafens. Seither hat sich der Strand von La Barceloneta sichtbar verändert. Die jahrhundertealte Fischereitradition des Viertels wird zunehmend vom Partytourismus verdrängt. Doch einige wenige Fischer wie Rafael Aguilera und Paco Sanchez gibt es noch in Barcelona. Auch die Baudenkmale Barcelonas erregten Picassos Aufmerksamkeit bei seinen Streifzügen durch die Altstadt. Besonders der Innenhof der gotischen Kathedrale. Seit Jahrhunderten wird er von Gänsen bewohnt. Der Tradition nach müssen es genau 13 sein.

Freitag, 22.06. / 21.55 Uhr / Pop Scandals: Der mediale Overkill
Dokumentation, Deutschland, 2016, ZDF        53 Min.
Regie: Nicole Kraack, Sonja Collison
Online verfügbar von 22/06 bis 22/07

Sex, Drugs, Rock 'n' Roll – Skandale gehören quasi per definitionem zum Pop. „Pop Scandals“ geht der „Skandalmaschine Pop“ auf den Grund, analysiert, pointiert und ordnet ein. So entwirft die Dokumentation ein Sittengemälde, das weit über die reine Popkultur hinausgeht, und liefert ganz nebenbei eine intelligente Chronik der saftigsten Skandale der Popgeschichte.

Freitag, 22.06. / 22.50 Uhr / Tracks
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 22/06 bis 20/09
Erstausstrahlung

(1): Doku „Shakedown“
(2): Radical Game Art
(3): Live: Serpentwithfeet

Diese Woche bei „Tracks“: die Weltpremiere der Doku „Shakedown“ / die wachsende Künstlerszene der Radical Game Art / Serpentwithfeet mit seinem „Pagan Gospel“.

(1): Doku „Shakedown“
Die Partyreihe „Shakedown“ war in den frühen 2000ern eine Institution der lesbischen Underground-Szene in Los Angeles – und Regisseurin Leilah Weinraub mit der Kamera dabei. Aus mehr als 400 Stunden Material in Lo-Fi-Ästhetik entstand ihr Regiedebüt, das auf der Berlinale Weltpremiere feierte und jüngst sogar im MoMA gezeigt wurde.

(2): Radical Game Art
Eine wachsende Szene internationaler Künstler erschafft ihre Werke mit sogenannten Game Engines – Programmen, die Spieleentwickler normalerweise benutzen, um interaktive Welten für Videogames zu kreieren. Was dabei herauskommt, ist ebenso Anti-Mainstream wie Avantgarde und hängt natürlich in keiner Galerie. Die Radical Game Art wird heruntergeladen und interaktiv erlebt. „Tracks“ hat sich das mal genauer erklären lassen.

(3): Live: Serpentwithfeet
Josiah Wise wuchs in einem streng religiösen Haushalt in Baltimore auf und sang im Maryland State Boychoir – zumindest so lange, bis er sich outete und nach New York ging. Heute bringt er als Serpentwithfeet Gospel, Queer-Pop und Haxan-Cloak-produzierte Beats zusammen. Er selbst nennt das „Pagan Gospel“. Und der funktioniert weltweit genauso gut in Kunstgalerien wie in Underground-Clubs.

Freitag, 22.06. / 23.35 Uhr / Hellfest 2017: Deep Purple, Apocalyptica, Sabaton & Kreator
Musik, Frankreich, 2017, ARTE F        75 Min.
Regie: Thierry Villeneuve, Adrien SOLAND, Adeline Chahin
Online verfügbar von 22/06 bis 29/06
Erstausstrahlung

Clisson - einmal jährlich erfährt das mittelalterliche Städtchen im Westen Frankreichs eine Invasion an Hardrock- und Metallfans. Das Hellfest bietet den Fans hier seit zwölf Jahren ein außerordentliches Musikfestival mit einer Bandauswahl aus den Bereichen Hard Rock, Metal und Punk/Hardcore. Die Headliner des Line-ups 2017 waren: Deep Purple, die mit ihrer letzten Tournee ihre 50-jährige Karriere beschließen, Apocalyptica und Sabaton & Kreator, die mit historischem Power Metal und trashigen Riffs einmal mehr ihr Hardcore-Handwerk unter Beweis stellten. Mat Bastard - ehemals Skip The Use - führt über das Festivalgelände und durch das Programm. Rund 30 weitere Eindrücke vom Hellfest stehen im Internet auf ARTE Concert zur Verfügung: concert.arte.tv

Extrem, übertrieben, vielfältig, exzessiv: Das Hellfest ist das zweitgrößte Musikevent in Frankreich und eine der renommiertesten Heavy-Metal-Veranstaltungen weltweit. Seit nunmehr zwölf Jahren treffen sich in der mittelalterlichen Kleinstadt Clisson in der Weinbauregion Loire-Atlantique jährlich tausende Hardrock- und Metalfans zu einer gigantischen Höllenparty. Dieses Jahr auf dem Programm: Deep Purple, die mit ihrer letzten Tournee ihre 50-jährige Karriere beschließen; Rob Zombie mit einer Ausnahmeshow rund um das legendäre Album „White Zombie - Astro Creep 2000“; Apocalyptica mit ihren Violoncelli; Sabaton mit historischem Power Metal; Behemoth mit dröhnendem Death Metal; Kreator mit trashigen Riffs und Steel Panther mit einem glamourösen Auftritt zwischen Hommage und Parodie. Außerdem zeigen Agnostic Front, warum sie als Erfinder des New-York-Hardcore gelten; und Rancid liefern Punk aus Kalifornien, während Trust und die Ramoneur de Menhirs aus Frankreich würdig das Heimatland vertreten.Vielfältige Musikgenres wie Metal, Heavy, Punk, Hard Rock, Speed, Crust, Stoner, Doom, Black und Pagan verwöhnen die anspruchsvollen Ohren des Publikums – natürlich in ganz besonderem Rahmen, mit originellen Bühnendekors und vielen Randaktivitäten wie dem Extreme Market, dem Hell City Square, dem Dark Forest, einer Panorama-Plattform, einem Tattoo-Studio und einem Riesenrad.

Freitag, 22.06. / 00.50 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 22/06 bis 22/07
Erstausstrahlung

Samstag, 23.06. / 05.20 Uhr / Grand'Art ~ Leda, Io, Danae ...
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 23/06 bis 01/07

Hector Obalk befasst sich heute mit mythologischen Gestalten, die der italienische Künstler Antonio da Correggio (1489-1534) zum Anlass nimmt, auf seinen Gemälden die Reize der weiblichen Nacktheit zu feiern. Leda wird von einem Schwan verführt, Io von einer Wolke, Venus von einem Satyr und Danae von einem Goldregen. Correggio malte in seinen letzten Gemälden Figuren der griechischen Mythologie, um vom Liebesleben der Götter zu erzählen. Obalk entdeckt jene Kunstschätze in der Galleria Borghese in Rom, in der Berliner Gemäldegalerie sowie im Kunsthistorischen Museum Wien.

Danaes Geschichte ist bekannt, da sie bereits mehrfach von Tizian dargestellt wurde. Die Prinzessin wird von ihrem Vater eingesperrt, um sie vor Jupiters Avancen zu schützen. Dieser dringt nun in Form eines Regens aus Goldstücken in sie ein und schafft es, sie zu schwängern.

Anschließend nimmt Obalk den lasziven Körper der Venus, der sich ein animalischer Satyr nähert, genauer unter die Lupe. Correggio bringt in der anmutigen Frauenfigur geballte Erotik zum Ausdruck. Auf diesem Gemälde der Venus, die ein Satyr entdeckt, kreuzt der manieristische Maler aufs Subtilste die Blickachsen von oben und von unten.

Dann filmt Obalk mit seiner Kamera die Figur der Leda bis ins kleinste Detail. Ein großer Schwan – Jupiter höchstpersönlich – versucht diese zu verführen. Da Leda hier keine von halbnackten Nymphen umgebene Göttin ist, sondern eine Königin im Kreis angezogener Dienerinnen, ist anzunehmen, dass die beiden anderen weiblichen Akte des Gemäldes ebenfalls Leda darstellen – wie sie aus dem Bad steigt, sich in ein Handtuch hüllt und sich schließlich in der Bildmitte niederlässt.

Auf dem letzten Gemälde, das Obalk bei seinem Ausflug ins Reich der Lust genauer untersucht, wird die Nymphe Io von einem als Wolke getarnten Jupiter verführt. Und sie gibt sich ganz der gewaltigen Weite des Himmels hin, der sie bei der Taille fasst.

Samstag, 23.06. / 05.´50 Uhr / Grand'Art ~ Rosso Fiorentino
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2014, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 23/06 bis 01/07

In der Basilika Santissima Annunziata in Florenz filmt Obalk eine der ersten Werke, das von Rosso Fiorentino (1494-1540) bekannt ist: ein Fresko, auf dem die Himmelfahrt Marias (1517) zu sehen ist, der auch die zwölf Apostel beiwohnen. Über Rosso Fiorentino ist wenig bekannt, außer dass er rothaarig – „rosso“ auf Italienisch – und gebürtiger Florentiner – „fiorentino“ – war und viele seiner Bildfiguren rothaarig malte. Am Anfang seiner Karriere arbeitete er im Atelier von Andrea del Sarto, wo er seinen unverwechselbaren manieristischen Stil entwickelte. Es sind von Fiorentino nur rund 25 Gemälde erhalten und etwa 15 Fresken.

Der italienische Maler des Manierismus mischte souverän und unkonventionell Stilrichtungen und Stimmungen. Unnachahmlich sind seine Darstellungen blässlich-diaphaner oder auch porzellanzarter Haut. Der Wechsel zwischen grellen Farben und sanften Beige-Tönen, zwischen Sorgfalt und Nachlässigkeit, zwischen Kitsch und Diabolik – all das wohnt Rosso Fiorentinos vielgestaltigem, zutiefst grenzüberschreitendem Werk inne und lässt Correggios Bilder daneben akademisch wirken.

Obalk untersucht die Madonnen-Darstellungen – gemalt auf einem Thron sitzend – ebenso wie die Gemälde zum Tod Christi, die „Kreuzabnahmen Christi“, die für das dramatische Thema sehr intim wirken. Im Schloss Fontainebleau entdeckt er die mythologischen Bilder Fiorentinos. In der Sendung stellt Obalk das Gesamtwerk Fiorentinos vor, wobei ihn die Reise auf den Spuren der eindrucksvollen Meisterwerke nach Florenz, Volterra, Berlin, Dresden, Paris und Boston führt.

Samstag, 23.06. / 20.15 Uhr / Marie Antoinette und die Geheimnisse von Versailles
Dokumentarfilm, Frankreich, 2018, ARTE F        90 Min.
Regie: Sylvie Faiveley, Gil Kebaili
Online verfügbar von 23/06 bis 23/07
Erstausstrahlung

Die letzte Monarchin Frankreichs: Marie Antoinette. Sie wurde vergöttert und verteufelt. Doch Marie Antoinette war zugleich Königin, Mutter, Geliebte. 230 Jahre nach seiner Errichtung erlangt Marie-Antoinettes Hameau, zu Deutsch Städtchen oder Weiler, seine alte Pracht. Marie Antoinette sah diesen Ort als Platz der Selbstverwirklichung. Die Dokumentation hält die aufwendigen Restaurierungsarbeiten mit der Kamera fest und zeichnet ein einfühlsames, vielseitiges Porträt der französischen Königin, die sich vor der erbarmungslosen Hofetikette in ihr privates Reich zurückzog und dafür mit dem Leben bezahlte.

„Hier bin ich nicht Königin, sondern ich selbst“. Mit dem Hameau, dem letzten Bauprojekt Marie Antoinettes, setzte die französische Königin ihrem kleinen Paradies am Rande des Schlosses Versailles die Krone auf. Seit sie im Alter von 14 Jahren aus Österreich nach Frankreich gekommen war, suchte sie nach Möglichkeiten, dem strengen Hofprotokoll zu entfliehen. Ihre verschiedenen Zufluchten erzählen mehr über die Königin und ihr tragisches Schicksal als jede Biografie. All diese Gebäude und Grünanlagen waren für sie eine Möglichkeit, ihren Gemütszuständen, ihrer Verletzlichkeit und ihren Hoffnungen Ausdruck zu verleihen.

Das Petit Trianon und die Gärten verwandelte sie nach ihren Vorstellungen in wahre Meisterwerke. Den Höhepunkt ihres Gestaltungswillens und ihrer Sehnsucht nach Privatsphäre bildet das tief im englischen Landschaftsgarten verborgene Hameau – von außen ein beschauliches Bauerndörfchen, doch im Inneren ein echtes Schmuckstück. In gerade einmal 20 Jahren hat Marie Antoinette Versailles ihre ganz persönliche Prägung verliehen: Zwar wurde das Schloss von Ludwig XIV. erbaut, doch die Innenarchitektur trägt die Handschrift der Königin.

Nach der Revolution begann der Zahn der Zeit am Hameau de la Reine zu nagen. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist er nun in alter Pracht wiedererstanden und erstmals seit dem 18. Jahrhundert der Öffentlichkeit zugänglich.

Kunsthandwerker legen im restaurierten Hameau letzte Hand an, Möbel und Nippes finden ihren ursprünglichen Platz. Aus dem Halbdunkel beobachtet eine einsame Marie Antoinette das Geschehen. Der letzten Königin von Frankreich wurde zum Verhängnis, dass sie ihrer Zeit voraus war und für sich das Recht auf Glück in Anspruch nahm.

Samstag, 23.06. / 21.45 Uhr / Das Mobiliar von Versailles
Vom Sonnenkönig bis zur Revolution
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Fabrice Hourlier

Die Dokumentation stellt sechs Meisterwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert vor, die für die französischen Herrscher Ludwig XIV., XV. und XVI. sowie für Königin Marie Antoinette angefertigt wurden, darunter eine Kommode mit Einlegearbeiten aus Schildpatt und Messing und eine astronomische Uhr. Die Antiquitäten vermitteln einen Eindruck vom Talent der Kunsthandwerker jener Zeit, aber auch vom persönlichen Geschmack der Monarchen.

Versailles – bei diesem Namen denkt man an die französischen Könige Ludwig XIV., XV. und XVI. sowie an Marie Antoinette. Doch wer kennt schon Claude Ballin, André-Charles Boulle, Claude-Siméon Passemant, Jean-François Oeben, Johann Heinrich Riesener, Georges Jacob oder Johann Ferdinand Josef Schwerdfeger? Dabei sind auch ihre Namen untrennbar mit der Geschichte des Schlosses verbunden, denn diese Goldschmiede, Uhrmacher und Kunsttischler schufen das prachtvolle Mobiliar von Versailles. Die Dokumentation stellt sechs Meisterwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert vor, darunter eine Kommode mit Einlegearbeiten aus Schildpatt und Messing aus der Zeit Ludwigs XIV. sowie eine astronomische Uhr, die als wahres Wunderwerk der Wissenschaft gelten kann. Zu sehen ist auch einer der berühmtesten Kunstgegenstände der französischen Geschichte, der "Bureau du Roi", der Schreibtisch Ludwigs XV., außerdem der prachtvolle Schmuckschrank und die reich verzierten Möbel, die für Königin Marie Antoinette angefertigt wurden. Mit Hilfe von Computergrafiken wird sogar das schon lange eingeschmolzene, legendäre silberne Mobiliar des Sonnenkönigs zu neuem Leben erweckt. Eine Reise in die Glanzzeit des französischen Absolutismus, die einen Eindruck vom Talent der Künstler vermittelt, aber auch vom Geschmack und den persönlichen Vorlieben der illustren Auftraggeber erzählt.

Samstag, 23.06. / 23.30 Uhr / Hellfest 2018
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F        100 Min.
Regie: Adrien Soland, Thierry Villeneuve, Adeline Chahin, Samuel Petit
Moderation: Francis Zégut
Mit: Avenged Sevenfold, Stone Sour, Oarkway Drive, Napalm Death, Body Count, Children of Bodom
Erstausstrahlung

Von Heavy Metal, Hard Rock, über Punk und Hardcore – das Hellfest hat seinem Namen als "Extreme Music Festival" in den letzten Jahren bereits alle Ehre gemacht. Vom 22. bis 24. Juni 2018 verwandelt sich das verschlafene westfranzösische Dorf Clisson zum 13. Mal in die europäische Hauptstadt der Metal-Szene. Auch diesmal fahren die Veranstalter wieder ordentliche Geschütze auf. Unter anderem sorgen Top-Acts wie Judas Priest, Stone Sour, Avenged Sevenfold und Children of Bodom für Stimmung. Francis Zégut führt über das Festivalgelände und durch das Programm des alljährlichen Treffens einer eingeschworenen Heavy-Metal-Fangemeinde. Rund 30 weitere Konzerte werden auf ARTE Concert live übertragen und als Stream verfügbar sein: concert.arte.tv

Metal-Mekka Europas: In 13 Jahren entwickelte sich das Hellfest zu einem der bedeutendsten Metal-Festivals der Welt. Schlamm, Staub, Chaos – für drei Tage pilgern 180.000 Fans nach Clisson, um auf sechs Bühnen schwarze Messen und harte Musik zu feiern. Auch 2018 scheint das Hellfest seinem Ruf wieder gerecht zu werden: Die Besten aus Metal, Punk, Heavy, Black, Death, Fusion, Grind, Hard-Rock und andere Gottlose treffen sich zu einer grandiosen Höllenparty.

Metal-Urväter wie Judas Priest spielen neben jüngeren Kollegen, darunter die Heavy-Metal-Formation Avenged Sevenfolds oder die Alternative-Metal-Band Stone Sour. Vor den Mainstages kann das Publikum zu australischem Metalcore von Parkway Drive, walisischem Heavy Metal von Bullet For My Valentine und Fusion von Body Count abzappeln und sich in Mosh Pits, Circle Pits, Walls of Death und anderen wilden, genretypischen Tänzen üben.

Auf den Bühnen Altar und Warzone erklingen der melodische Death Metal der Finnen von Children Of Bodom, der zerstörerische Grindcore der unverwüstlichen Napalm Death, der legendäre Punk von Bad Religion sowie die Hardcore-Riffs der US-Amerikaner von Hatebreed. Präsentiert wird das Spektakel von dem französischen Radiomoderator Francis Zégut.

Sonntag, 24.06. / 11.00 Uhr / Grand' Art: Tintoretto
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2016, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 24/06 bis 02/07
Erstausstrahlung

Der italienische Maler Jacopo Tintoretto gilt als einer der bedeutendsten Maler im Venedig des späten 16. Jahrhunderts. Neben seinen großformatigen Bildern und einer eigens entwickelten Hell-Dunkel-Technik entwickelte er ab 1540 den Manierismus weiter – eine Kunstform, bei der ungewohnte Körperproportionen und Verzerrungen von räumlichen Perspektiven im Fokus der Gestaltung stehen.

Nach einer langen Periode der florentinischen Malerei, die die Schönheit und Sinnlichkeit des menschlichen Körpers feierte, mit prächtigen Farben spielte und die Zentralperspektive einführte, wurde im späten 16. Jahrhundert die Venezianische Schule zur Vorreiterin eines monumentalen Manierismus. Ihr unumstrittener Meister ist Tintoretto, dessen Fresken im Dogenpalast, in der Scuola Grande und in zahlreichen Kirchen Venedigs zu bewundern sind. Seine Vorliebe für gigantische Formate und seine Virtuosität machten ihn zu einem der produktivsten Künstler seiner Zeit und kündeten bereits vom Können eines Rubens oder Fragonard. Bei der Darstellung von Gesichtern und Körpern arbeitete Tintoretto bewusst mit Hell-Dunkel-Effekten, einer revolutionären Technik, die später die lichtdurchfluteten Gemälde Veroneses und Rembrandts inspirierte und selbst in Renoirs Porträts – etwa den von einer Hutkrempe überschatteten Gesichtern – fortwirkte. Effektvolle Schatten werfen in Tintorettos Gemälden Blattwerk, Laubengänge, Masten, Wolken oder auch schwebende Engel. Neu war ebenfalls die vertikale, den üblichen Bildraum sprengende Komposition. Ihren Höhepunkt erreichte Tintorettos Experimentierfreude mit dem Kolossalgemälde „Das Paradies“ für den Saal des Großen Rates im Dogenpalast: Die um Christus und Maria versammelten Auserwählten schweben auf einer Wolkenspirale, die sich zum ewigen Licht hin verjüngt.

Sonntag, 24.06. / 16.45 Uhr / Metropolis: St. Petersburg
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 24/06 bis 22/09
Erstausstrahlung

(1): Metropole: St. Petersburg
Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind an einem vorläufigen Tiefpunkt angelangt. Schon sprechen die Ersten von einem neuen Kalten Krieg. Und das pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft, die Putin eigentlich nutzen wollte, um Russland als weltoffenes Land zu präsentieren. "Metropolis" reist nach St. Petersburg, ein Austragungsort der WM und die liberalste, kultursinnigste und europäischste Stadt des Riesenreichs. Gibt es hier noch Widerstand gegen Putins nationalistischen Kurs?

Sonntag, 24.06. / 18.25 Uhr / Die Musik der Alhambra
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        43 Min.
Regie: Corentin Leconte
Mit: Javier Perianes (Klavier)
Online verfügbar von 24/06 bis 23/08
Erstausstrahlung

Spanien, am Tor zur arabischen Welt: Durch Kriege und Frieden ist sie Zeugin der Epochen und Ereignisse geworden – die Alhambra, die ehrfürchtig „die Rote“ genannt wurde. Sie ist Zeugnis der arabisch-andalusischen Kultur und UNESCO-Weltkulturerbe. Die maurische Stadtburg wurde im Laufe der Jahrhunderte zur Inspiration für unzählige Künstler. Im 19. Jahrhundert entdeckten sie die Alhambra als romantische Oase der Glückseligkeit. Komponisten wie Claude Debussy, Manuel da Falla und Isaac Albéniz widmeten ihr einige ihrer schönsten Werke. Im Myrtenhof der Alhambra interpretiert der Andalusier Javier Perianes ausgewählte Werke und lässt die Geschichte des legendären Ortes wieder aufleben, der aufgrund seines Zaubers zu vielerlei Träumen einlädt.

Alhambra – eine Einladung zur Reise, so beschrieb sie Charles Baudelaire, ein tiefer Bewunderer der arabischen Kunst. Die Alhambra ist ein Zeugnis der arabisch-andalusischen Kultur und heute UNESCO-Weltkulturerbe. Das Wahrzeichen der spanischen Geschichte hat im Laufe der Jahrhunderte Schriftstellern, Malern, Bildhauern und Musikern als Inspirationsquelle gedient. Die Komponisten Manuel da Falla, Isaac Albéniz und Claude Debussy nahmen die Anmut und Sinnlichkeit der maurischen Stadtburg als Anregung für einige ihrer schönsten Werke.

Anhand ausgewählter Kompositionen begibt sich die Dokumentation auf eine musikalische Entdeckungsreise. Die Sultane von Granada machten die Alhambra zu einem Ort des Austauschs. In einer Atmosphäre relativer Toleranz trafen hier die drei Religionsgemeinschaften aufeinander. Das Zusammenleben ist zum Symbol eines friedlichen Miteinanders der Kulturen geworden, die das Dekor der Alhambra widerzuspiegeln scheint. Die Alhambra spiegelt die Blütezeit des Islam wider, verbunden mit dem goldenen Zeitalter Spaniens und wurde für die Romantiker zum Inbegriff aller Mythen, Fantasien und verlorenen Paradiese.

Die barocken Chorgesänge von Juan Vásquez, die im Palast von Karl V. erklingen, lassen das goldene Zeitalter Spaniens wieder aufleben. In den Gärten des Palacio de Generalife wird „Nächte in spanischen Gärten“ von Manuel da Falla gespielt. Der spanische Komponist Isaac Albéniz benannte eines seiner Werke nach dem ältesten Stadtviertel Granadas „El Albaicín“; Claude Debussy wiederum schrieb seine Klavierstücke „Estampes“, ohne jemals in Granada gewesen zu sein.

Javier Perianes, der im legendären Myrtenhof die Werke all dieser Künstler interpretiert, lässt mit seinem Klavierspiel die Alhambra in ihrer großen musikalischen Vielfalt erklingen, die zu vielerlei Träumen einlädt.

Sonntag, 24.06. / 22.05 Uhr / Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.
Dokumentation, USA, 2017, ZDF        52 Min.
Regie: Sam Pollard
Online verfügbar von 24/06 bis 24/07
Erstausstrahlung

Sammy Davis Jr. war einer der größten Entertainer des 20. Jahrhunderts. Er war Musiker, Tänzer, Sänger, Schauspieler und begeisterte ein Millionenpublikum. Als Schwarzer wollte er in einem weißen Showbiz er selbst bleiben und nutzte sein ungestümes Talent, um gegen Bigotterie, Rassismus und Antisemitismus zu kämpfen. Seine Karriere begann in einem Amerika der Apartheid und war voller Fallstricke. Der preisgekrönte Regisseur Sam Pollard zeichnet das schillernde Bild des „Schwarzen, Juden und Puerto Ricaners“, wie Sammy sich selbst bezeichnete.

„I’ve gotta be me“ – „Ich muss ich selbst sein“ war einer der Erfolgstitel von Sammy Davis Jr. Doch wer war dieser „Schwarze, Jude und Puerto Ricaner“, wie er sich selbst bezeichnete? Der ein Millionenpublikum vor den Fernsehgeräten versammelte, sich in keine Schublade einsperren lassen wollte, rassistische und religiöse Vorurteile gerne mit Humor konterte – und dabei doch einen Kampf kämpfte, den die farbige Bevölkerung der USA bis heute nicht gewonnen hat. Der amerikanische Regisseur Sam Pollard erzählt in „Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.“ von den vielen Talenten des einstigen Kinderstars, der von seinen Eltern als Stepptänzer früh gefördert wurde, so sehr, dass er selbst nie Kind sein durfte. Davis kämpfte derartig um Anerkennung als schwarzer Künstler im weißen amerikanischen Showbiz, dass er manchmal vergaß, dass die Zeit dafür noch nicht reif war. Nicht reif für einen Schwarzen, der als Erster eine Weiße auf der Bühne küsste und auch eine Weiße heiratete, und der sich andererseits im Prozess der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA des 20. Jahrhunderts nicht immer politisch korrekt verhielt. Die Karriere von Sammy Davis Jr. war legendär, doch sein Leben kompliziert und widersprüchlich. Bei einem Autounfall verlor er ein Auge. Mit Hilfe von Frank Sinatra fand er wieder zurück auf die Bühne, er konvertierte zum Judentum und spaltete durch politische Aktionen seine Anhänger. Er war ein Veteran des Show Business. Aber er wollte nicht wahrhaben, dass es sich radikal veränderte, und er versuchte mit Macht und einigen Peinlichkeiten an seiner lange erfolgreichen Rolle festzuhalten. Jerry Lewis, Kim Novak, Whoopi Goldberg und viele andere, die mit Sammy Davis Jr. gearbeitet haben oder mit ihm befreundet waren, erzählen neben faszinierendem Archivmaterial und persönlichen Fotografien von den vielen Rollen, die er in seinem Leben gespielt hat und bei denen er doch sich selbst immer treu geblieben ist.

Sonntag, 24.06. / 22.50 Uhr / 50 Jahre Montreux Jazz Festival
More than Jazz
Dokumentation, Frankreich, Schweiz, 2016, ARTE, SSR        59 Min.
Regie: Guillaume Delaperrière
Mit: Nina Simone, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Marvin Gaye, Gilberto Gil, Bobby McFerrin
Online verfügbar von 24/06 bis 24/07

Am Ufer des Genfer Sees liegt wieder Jazz in der Luft:  2016 feierte das legendäre Montreux Jazz Festival sein 50-jähriges Jubiläum und vereint in einer Sondersendung zahlreiche musikalischen Perlen der Festivalgeschichte sowie ausgewählte Programmhöhepunkte. Auf der Bühne des weltweit einzigartigen Musikevents waren bereits Größen wie Ella Fitzgerald, Nina Simone, Miles Davis, Aretha Franklin und B. B. King zu erleben. Für die Geburtstagsdokumentation wurden Mitschnitte aus dem einzigartigen Konzertarchiv des Festivalgründers Claude Nobs zur Verfügung gestellt. Zudem geben sich Herbie Hancock, Quincy Jones, Monty Alexander, Charles Bradley und viele weitere Stars der Szene die Ehre.

Seit über 50 Jahren treffen sich in der idyllischen Stadt Montreux am Genfer See jeden Sommer internationale Musikstars auf der Bühne eines weltweit einzigartigen Festivals. Ella Fitzgerald, Nina Simone, Miles Davis, Herbie Hancock, Gilberto Gil, Aretha Franklin, B. B. King, Elis Regina, Dizzy Gillespie, Leonard Cohen, Michael Beck, Carlos Santana, Rickie Lee Jones, D’Angelo und Pharrell Williams – sie alle kamen zum Montreux Jazz Festival, die meisten sogar mehrmals.

Festivalgründer Claude Nobs verschrieb sein Leben dem Ziel, Musik weiterzugeben und zum Kulturerbe zu erheben. Aus seinen rund 5.000 Stunden umfassenden Audio- und Videomitschnitten des Festivals entstand die erste audiovisuelle Bibliothek, die von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde und die zurzeit digitalisiert wird.

Mit diesem einzigartigen Ton- und Bildmaterial hebt der Dokumentarfilm die Zeit auf und verschmilzt Begegnungen zwischen Epochen und Künstlern zum „Konzert der Konzerte“. In einem lebendigen Zusammenschnitt wird das Live-Material ergänzt durch Interviews mit früheren Festivalorganisatoren, die die historischen Aufnahmen kommentieren.

Mit den Aufnahmen aus dem unvergleichlichen Fundus des Montreux-Jazz-Archivs verdeutlicht der Dokumentarfilm den Beitrag dieses Festivals zu einem halben Jahrhundert moderner Musik.

Das Programm wartet mit vielen Stars der Szene auf wie Herbie Hancock, Quincy Jones, Monty Alexander und Charles Bradley. Zudem kommen Mathieu Jaton, Direktor des Montreux Jazz Festivals, und Thierry Amsallem, Präsident der Claude Nobs Foundation, zu Wort. Außerdem mit Archivaufnahmen von Nina Simone, Miles Davis, Herbie Hancock, Gilberto Gil, Etta James, Pharrell Williams, Al Jarreau, Les McCann & Eddie Harris, Ray Charles, Alabama Shakes und vielen anderen.

Sonntag, 24.06. / 23.55 Uhr / Toots & The Maytals
Konzert vom Rudolstadt Festival 2017
Musik, Deutschland, 2017, MDR        77 Min.
Regie: Axel Ludewig
Mit: Toots & The Maytals
Online verfügbar von 24/06 bis 01/07
Erstausstrahlung

Lebende Legende: Frederick „Toots“ Hibbert, der die Stilrichtung des Reggae maßgeblich prägte. Der mittlerweile in die Jahre gekommene Leadsänger des jamaikanischen Vokal-Trios Toots & The Maytals tourt für seine Fans und sich weiterhin um die Welt. Die Band – seit über 40 Jahren im Musikgeschäft – ist Rekordhalter: 31 Nummer-eins-Singles in Jamaika. Keine andere hätte das Folk-Roots-Weltmusik-Festival 2017 in Rudolstadt zu einem besseren Ende führen können. Eine laue Sommernacht, ein großes Publikum, das tanzt, singt und Jamaika-Flaggen schwenkt. Ein mitreißendes Musikerlebnis.

Mitbegründer des Reggae: Die legendäre Band Toots & The Maytals hält in ihrer jamaikanischen Heimat den Rekord – mit 31 Nummer-eins-Singles. Sie ist von Beginn an dabei, seit über 40 Jahren im Musikgeschäft. Noch immer touren Leadsänger Frederick „Toots“ Hibbert und seine beiden Bandmitglieder um die Welt.

Mit ihrer Single „Do The Reggay“ im Jahr 1968 verwendeten sie als erste bekannte Band das Wort „Reggae“ und verliehen damit dem sich entwickelnden Genre seinen Namen. Mit ihren Texten und Inhalten, die auch religiöse oder sozialkritische Themen behandeln, hoben sie sich seit jeher von den durchschnittlichen Reggae-Inhalten ab. Als rau und dynamisch lässt sich ihre Musik beschreiben. Hibberts Gesang erinnert an Soul und Rhythm & Blues, die Vokalsätze wecken Assoziationen an die Anfänge des Ska und Rocksteady.

Frontmann Toots ist gefragt unter seinen Musikkollegen: Gemeinsame Bühnenauftritte mit Keith Richards, Eric Clapton und Willie Nelson bieten nur eine kleinen Einblick. Dennoch hatte er seine Live-Karriere vor zwei Jahren als beendet erklärt, aber für ihn ist das Spiel auf der Bühne nun mal wie die Luft zum Atmen: Auf einigen ausgewählten Konzerten spielt er deshalb wieder.

Beim größten deutschen Folk-Roots-Weltmusik-Festival 2017 im thüringischen Rudolstadt boten Toots & The Maytals ein spektakuläres Finale: ein buntes Meisterwerk, das von der Spielfreude des über 70 Jahre alten Leadsängers nur so strotzte. Die Mischung aus Reggae, Ska, Soul und Rhythm & Blues begeisterte die rund 7.000 Zuschauer. Auch 2017 konnte das Festival in Rudolstadt einen Besucherrekord verzeichnen.

Sonntag, 24.06. / 01.15 Uhr / Paul Simon ~ Under African Skies
Dokumentarfilm, USA, 2011, ARTE F        83 Min.
Regie: Joe Berlinger
Wiederholung vom 01.06.

Montag, 25.06. / 22.15 Uhr / Ava Gardner, die Flamenco-Diva Hollywoods
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.

Regie: Sergio G. Mondelo
Online verfügbar von 25/06 bis 12/07
Erstausstrahlung

Sie ist die Verkörperung von Freiheit, Glamour und zügelloser Sexualität. Doch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wagt Ava Gardner einen überraschenden Schritt: Sie kehrt Hollywood den Rücken und geht nach Spanien – ein Land, das unter Franco mit eiserner Hand von Militärs und Erzkatholiken regiert wird. Warum isoliert sich eine der begehrtesten, meistfotografierten und -gefilmten Frauen 15 Jahre lang in einem von der freien Welt abgeschotteten Land? Die Dokumentation, die auf Ava Gardners Memoiren „The Secret Conversations“ basiert, erinnert an ihre spanischen Jahre. Bis heute gilt sie als Femme fatale des Hollywoodkinos der Nachkriegszeit.

Im Jahr 1953 befindet sich Ava Gardner auf dem Höhepunkt ihrer Karriere: Rollen in Filmen wie „Rächer der Unterwelt“, „Pandora und der Fliegende Holländer“ oder „Mogambo“, zwei Blitzehen und zahlreiche schlagzeilenträchtige Liebschaften machen den MGM-Star zur lebenden Leinwandlegende. Genau zu diesem Zeitpunkt beschließt sie, Hollywood – und ihrem Geliebten Frank Sinatra – den Rücken zu kehren, um sich in der spanischen Hauptstadt Madrid niederzulassen. Spanien ist zu diesem Zeitpunkt eine Diktatur, die Menschen leiden unter Not und Unterdrückung. Die freiheitliche Welt der Hollywood-Diva kollidiert mit der Realität des faschistischen Franco-Regimes, Glamour und Technicolor treffen auf den schwarz-weißen Alltag eines nach dem Spanischen Bürgerkrieg ausgebluteten Landes. Ava Gardner lebt 15 Jahre lang in Spanien, feiert, tanzt, lebt wie im Rausch. „Ich weiß nicht, ob es das Klima war, die Männer oder die Musik, aber als ich Spanien entdeckte, habe ich mich sofort in dieses Land verliebt“, sagt sie. Doch sie findet zunehmend Zuflucht im Alkohol. Ihre Ehe mit Frank Sinatra zerbricht. Dann lässt sie sich auf eine leidenschaftliche Beziehung mit dem spanischen Playboy, Nationalhelden und Torero Luis Miguel Dominguín ein. Sie nimmt nur noch Verträge in Europa an. Im Januar 1954 fliegt sie nach Rom, um mit Humphrey Bogart "Die barfüßige Gräfin" zu drehen, unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz. Darin spielt sie die Rolle der María Vargas, einer spanischen Bartänzerin, die zum Hollywood-Star wird. "Die barfüßige Gräfin" erscheint wie eine Allegorie einer neu entdeckten südländischen Ava Gardner. Die Dokumentation spannt den Bogen von ihrer Kindheit im ländlichen North Carolina, dem frühen Tod ihres Vaters, über den ersten Vertrag der 19-Jährigen mit der MGM, ihr Leinwanddebüt und ihren kometenhaften Aufstieg zum Weltstar bis hin zu den schicksalhaften Jahren in Spanien. Nach einem Reitunfall, der eine bleibende Schwellung auf ihrer Wange hinterlässt, kommt es langsam zum Wendepunkt in ihrer Karriere; sie verlässt Spanien und geht nach London. „Ich verlasse Spanien, aber es ist der einzige Ort, an dem ich mich in Frieden gefühlt habe, der einzige Ort auf der Welt, an dem ich so etwas wie Glück empfinden konnte“, schreibt sie in ihren Memoiren. Ava Gardner stirbt 1990 einsam in London, ohne jemals nach Spanien zurückgekehrt zu sein.

Mittwoch, 27.06. / 22.00 Uhr / Spoleto - Ein Fest für die Künste
Dokumentation, Frankreich, Italien, 2017, ARTE, RAI        55 Min.
Regie: Benoît Jaquot, Gérald Caillat
Online verfügbar von 27/06 bis 27/07
Erstausstrahlung

Das malerische umbrische Städtchen Spoleto mit seinen engen Gassen, kleinen Plätzen, unzähligen Kirchen, seinen zwei Theatern und dem eindrucksvollen Domplatz ist alljährlich Bühne eines der bedeutendsten Kulturspektakel Italiens. Seit 60 Jahren versammelt das genreübergreifende „Festival dei due Mondi” internationale Künstler aus Musik, Theater, Literatur, Film, Tanz, Performing Arts, Skulptur und Malerei. Der französische Filmemacher Benoît Jacquot unternimmt anhand von kostbaren Archiven mit unter anderem Luchino Visconti, Rudolf Nurejew, Alexandre Calder und Ken Russell eine filmische Reise zu den Höhepunkten der Festivalgeschichte entlang der europäischen und amerikanischen Kulturszene der letzten sechs Jahrzehnte.

2017 feierte das „Festival dei due Mondi“ in Spoleto sein 60-jähriges Bestehen. Es wurde 1958 vom italoamerikanischen Komponisten Gian Carlo Menotti in der malerischen umbrischen Stadt gegründet und zeigte von Anfang an das Beste der internationalen Kulturszene: von Europa - mit besonderem Schwerpunkt auf Italien - bis nach Amerika. Seit 60 Jahren treten die größten Künstler aus allen Bereichen der darstellenden Künste dort auf, von Musik über Oper und Tanz bis hin zu Theater: Luchino Visconti, Rudolf Nurejew, Louis Malle, Patrice Chéreau, Allen Ginsberg, Ezra Pound, Thomas Schippers und viele andere.Nach Menottis Tod wurde 2007 der italienische Regisseur Giorgio Ferrara, ehemaliger Direktor des italienischen Kulturinstituts in Paris, zum künstlerischen Leiter ernannt. Mit einer Riege treuer Künstler, darunter Bob Wilson, Mikhail Baryshnikov, Benoît Jacquot, Isabelle Huppert und John Malkovich, hat er das Festival seither auf seine eigene Weise geprägt.Jedes Jahr im Juli verwandelt sich Spoleto für mehr als zwei Wochen in eine gigantische Bühne und versammelt Regisseure, Choreografen, Schauspieler, Musiker und Sänger der ganzen Welt.Im Film von Benoît Jacquot stellen faszinierende Archivbilder und aktuelle Aufnahmen eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart her. Jacquot erzählt keine Geschichte im herkömmlichen Sinn, sondern liefert einen „dokumentierten Standpunkt“, wie einst Jean Vigo mit seinem Dokumentarfilm „A propos de Nice“. Das Ergebnis ist ein musikalisch-poetisches Kaleidoskop, das Lust darauf macht, nächstes Jahr im Juli einmal selbst nach Spoleto zu reisen.

Mittwoch, 27.06. / 02.10 Uhr / Kunst sammeln mit ... Julia Stoschek
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, WDR        26 Min.
Regie: Jörg Jung
Online verfügbar von 27/06 bis 04/07

Was andere nur in Galerien betrachten, gehört für sie zum festen Alltag: die Kunstsammler. In kaum einem anderen Land gibt es so viele von ihnen wie in Deutschland. Einige Sammlungen haben sich bereits einen internationalen Namen gemacht und stehen nicht selten in Konkurrenz zu Museen. Die Reihe begleitet die wichtigsten Sammler bei ihrer Suche nach dem besten Bild, dem neuesten Künstler-Hype und der eindrucksvollsten Skulptur auf Kunstpartys und Messen, zeigt aber auch ihre ganz privaten vier Wände.

Mit ihr hatte keiner gerechnet. Und eigentlich war ein ganz anderer Weg für sie vorgesehen. Trotzdem schaffte es Julia Stoschek in kaum zehn Jahren, eine Kunstsammlung von Weltrang aufzubauen. Julia Stoschek gilt weltweit als eine der wichtigsten Sammlerinnen für Medien- und Videokunst und Performance. Das erste Videokunstwerk kaufte sie 2003 – nur vier Jahre später eröffnete sie bereits ein eigenes Ausstellungshaus in Düsseldorf, die Julia Stoschek Collection. Mit hochkarätigen Gruppenausstellungen und namhaften Soloschauen hat sie ihr Haus zu einer Institution ersten Ranges geformt. Weltweit buhlen Künstler darum, bei ihr ausstellen zu dürfen.

Eigentlich war für Julia Stoschek eine vollkommen andere Karriere vorgesehen: Sie sollte die Führung des Unternehmens ihrer Familie übernehmen, eines Autozulieferers mit 22.000 Mitarbeitern weltweit und Milliardenumsatz. Doch dem unvermeidlichen betriebswirtschaftlichen Studium ließ sie eine kunsthistorische Ausbildung folgen – und legte den Pfad für ein eigenes Lebenswerk.

Heute besitzt sie mehr als 600 Arbeiten international einflussreicher Künstler und kann mit ihren Einkäufen selbst dazu beitragen, Talente zu Stars zu machen. Sie schickt ihre Sammlung in Ausstellungen weltweit und kann dank finanzieller Unabhängigkeit öffentlichen Museen Arbeiten schenken. Die Dokumentation begleitet die zielstrebige Frau, die mit Leidenschaft und unternehmerischer Effizienz ihrem Weg folgt. In knapp zehn Jahren hat sie schon viel bewegt, doch sie ist noch lange nicht am Ziel.

Mittwoch, 27.06. / 04.17 Uhr / (Fast) die ganze Wahrheit: Metallica
Fernsehserie, Frankreich, 2018, ARTE F        3 Min.
Regie: Nicolas Rendu
Online verfügbar von 27/06 bis 04/07
Erstausstrahlung

(Fast) die ganze Wahrheit – in drei Minuten alles über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. Mit Ironie und Absurdität skizziert jede Folge eine Person des Zeitgeschehens, die Schlagzeilen machte.
Bei dieser Metal-Band schnellte das Tempo in die Höhe … und die Verkaufszahlen auch.

Donnerstag, 28.06. / 05.00 Uhr / Igor Levit spielt Haydn und Schostakowitsch
Musik, Deutschland, RB        45 Min.
Regie: Henning van Lil
Komponist: Dmitri Schostakowitsch, Joseph Haydn
Orchester: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Mit: Florian Donderer (Konzertmeister), Igor Levit (Klavier), Jeroen Berwaerts (Trompete)
Online verfügbar von 28/06 bis 05/07

Die Presse feiert ihn als faszinierendsten jungen Pianisten der heutigen Klassikszene: den 1987 geborenen Igor Levit. Er interpretiert das D-Dur Klavierkonzert op 21. (Hob XVIII) von Haydn sowie das erste Klavierkonzert von Schostakowitsch in c-Moll, ein Doppelkonzert für Klavier, Trompete und Streichorchester.

Joseph Haydn gehört zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Sein Schaffen wird weltweit geliebt und geschätzt. Das D-Dur Klavierkonzert wurde stolz als „einziges gedrucktes Klavierkonzert Joseph Haydns“ angekündigt und stammt aus einer Tradition, die Geschmack über Virtuosität stellt.

Schostakowitsch ist neben Strawinsky, Prokofjew, Rachmaninow und Skrjabin einer der bedeutendsten Komponisten Russlands im 20. Jahrhundert und war außerordentlich produktiv und vielseitig. Sein Leben spiegelt die Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion wider. Er schrieb Hymnen auf Josef Stalin und blieb gleichzeitig auf Distanz zum stalinistischen Regime. „Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Symphonien von Schostakowitsch zu hören“, schrieb die Wochenzeitung „Moskowskije Nowosti“.

Sein erstes Klavierkonzert, 1933 entstanden, gehört zu Schostakowitschs Frühwerk und ist im Grunde genommen ein Doppelkonzert für Klavier, Trompete und Streichorchester. Das Werk ist geprägt von einem etwas jugendlich schelmenhaften Humor und kann als Herausforderung an die russische Solokonzertform verstanden werden.

Der Solist Igor Levit ist mit Sicherheit eine der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der jüngeren Generation. Keine geringere als Eleonore Büning bezeichnete ihn schon vor Jahren als einen der großen Pianisten des Jahrhunderts. Seit seinem Debüt mit der Deutschen Kammerphilharmonie 2013 verbindet ihn und das Orchester eine enge musikalische Freundschaft, die mit diesem Projekt ohne Dirigent eine besondere Fortsetzung findet: Kammermusik in Orchesterbesetzung.

Zusatzinfo:
Florian Donderer ist für sein energisches Spiel und seine durchdachten Interpretationen bekannt. Als Konzertmeister ist er wegen seiner dynamischen, brillanten und pointierten Spielweise ein gerngesehener Gast bei diversen europäischen Ensembles von Weltrang. Er konzertiert regelmäßig mit Lisa Batiashvili, Christiane Oelze, Hélène Grimaud, Lars Vogt, David Fray, Olli Mustonen, Sergio Azzolini, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Gustav Rivinius, Tanja Tetzlaff, Gunilla Süssmann, Pekka Kuusisto, Alban Gerhardt, Hanna Weinmeister, Ingo Goritzki, Jacques Zoon und anderen.

Das Konzert wurde im Bremer Konzerthaus „Die Glocke“ am 23. Juni 2014 für ARTE aufgezeichnet.

Freitag, 29.06. / 23.50 Uhr / Ben Harper & Charlie Musselwhite ~ ~Konzert in Paris
Musik, Frankreich, 2018, ARTE F        75 Min.
Regie: Laurent Hasse
Ton: Louise Bardet, Benoît Gilg
Erstausstrahlung

Kräftige Riffs, raues Timbre und ausgelassene Stimmung garantiert: Der Autodidakt Ben Harper stellt im Pariser Konzertsaal La Cigale sein jüngstes Album vor. Begleitet wird der US-amerikanische Sänger und Komponist von seinem Mentor und Kollegen Charlie Musselwhite an der Mundharmonika. Auf seinem neuen Album widmet sich Ben Harper, der für seine vielen musikalischen Einflüsse bekannt ist, ganz dem Blues.

Rock, Folk, Pop, Reggae, Gospel, Blues … Seit den frühen 90ern experimentiert der virtuose Kalifornier Ben Harper mit verschiedenen Musikstilen, was ihm bereits Vergleiche mit Bob Marley, Bob Dylan und sogar Jimi Hendrix einbrachte. Sein Erfolgsrezept? Eine charismatische Stimme und eine musikalische Stilmischung, die ihn seit Beginn der 2000er Jahre zu einer festen Größe des amerikanischen Folk-Rock werden ließ. Auf seinem neuen Album „No Mercy In This Land“ kehrt der 48-jährige Star zu den Ursprüngen des Blues zurück. Begleitet wird er dabei von seinem Kollegen und Mentor, dem Mundharmonikaspieler Charlie Musselwhite. Bereits eine frühere Zusammenarbeit der beiden war von Erfolg gekrönt: 2013 wurden sie mit einem Grammy Award für „Get Up“ ausgezeichnet. Schon auf diesem Album vereinte sich Harpers gebrochenes Timbre mit Musselwhites unbändigen, aufbäumenden Mundharmonika-Klängen.In Paris präsentiert der Sänger die intensiven Songs seines neuen Albums: kräftige Riffs, raues Timbre und ausgelassene Stimmung garantiert!

Freitag, 29.06. / 01.05 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 29/06 bis 29/07
Erstausstrahlung

Samstag, 30.06. / 23.55 Uhr / Square für Künstler: Salzburg: Hinter den Kulissen  - Carte Blanche für Peters Sellars
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE        26 Min.
Online verfügbar von 30/06 bis 07/07

"Square" ist das bimediale Magazin auf ARTE. Die Sendung stellt die philosophischen, literarischen, künstlerischen und technischen Innovationen unserer heutigen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Es geht um neue Ideen in allen Bereichen – nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern weltweit. "Square" befasst sich vor allem mit dem Blick der Kreativen und Künstler auf eine Welt, die sich rasant bewegt.

Der amerikanische Theaterregisseur Peter Sellars zeigt bei den Salzburger Sommerfestspielen 2017 seine Neuinszenierung von Mozarts Oper "La Clemenza di Tito" – mit einer Besetzung, die es so noch nie gab. Gemeinsam mit vier Weltklasse-Sängern der Hauptrollen drehte Peter Sellars einen Film für "Square": Jeanine De Bique aus Trinidad-Tobago, Golda Schultz aus Südafrika, Sir Willard White aus Jamaika und Russell Thomas aus den USA. Ein Zeitdokument, entstanden in Mozarts Geburts-Stadt, im 21. Jahrhundert!

Wenn Peter Sellars sich zusammen mit Dirigent Teodor Currentzis einer Mozart-Oper annimmt, dann wird das garantiert nicht langweilig. Sie schrieben Mozarts "La Clemenza di Tito" fort, versetzten die Oper in eine andere Epoche, machten den Terrorismus zum Thema ihres Musiktheaters. Peter Sellars zieht Parallelen zu einer rationalen Humanität, die sich das zivilisierte und aufgeklärte Europa auf die Fahnen geschrieben hat. Und der Amerikaner fragt: „Wie können wir in diesen konfliktreichen Zeiten zusammenleben?" Auch in seinem Film "Voices of change" geht es um Fragen, von denen man annehmen sollte, dass sie 2017 nicht mehr gestellt werden müssen. Von wegen!

Sonntag, 01.07. / 07.05 Uhr / Kunst sammeln mit ... Karen & Christian Boros
Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014, RBB        26 Min.
Regie: Nicola Graef
Autor: Nicola Graef
Online verfügbar von 01/07 bis 08/07

Kaum eine Zeitung hat nicht über den Kunstsammler Christian Boros berichtet, denn er plante Großes: Ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sollte in Berlin zu einem privaten Museum samt Penthouse werden. Als der Umbau nach vier Jahren abgeschlossen war, ging ein Raunen durch die internationale Kunstwelt. So etwas hatte bislang niemand gesehen, so etwas hatte sich bislang niemand getraut. Es ist der auffälligste Ort für zeitgenössische Kunst in Berlin. Er zieht Kunstinteressierte aus aller Welt an und sorgt immer wieder für Erstaunen, Begeisterung und Ungläubigkeit.Der Bunker wurde für das Ehepaar Boros schnell zur Heimat für die Kunst. Vielen der Künstler, die die beiden entdeckten, gelang später der große Durchbruch: Wolfgang Tillmans, Elizabeth Peyton und Damien Hirst sind nur einige davon. Die sicher ungewöhnlichste Geschichte erlebte das Sammlerpaar mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Über ein halbes Jahr lang überlegten sie, ob sie eine Arbeit des zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannten Künstlers kaufen sollten und griffen schließlich zu. Einen Tag nach dem Kauf wurde Ai Weiwei verhaftet. Innerhalb von 24 Stunden rissen sich Museen und Sammler um die erworbene Baumskulptur, der Preis stieg in Millionenhöhe.Die Dokumentation begleitet das Paar ins Atelier von Shootingstar Alicja Kwade, auf die Art Basel und ist bei Gesprächen mit Galeristen und anderen Großsammlern dabei. Die Boros geben zudem einen tiefen Einblick in ihre Sammlung, die Leidenschaft des Sammelns und was es bedeutet, wenn man sich als Paar der Kunst verschrieben hat.

Sonntag, 01.07. / 11.20 Uhr / Grand'Art ~ Manieristische Beine bei Primaticcio
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 01/07 bis 09/07
Erstausstrahlung

Nach den „manieristischen Händen“ geht es in dieser Folge von „Grand'Art“ um die „manieristischen Beine“, die für die Künstler der Spätrenaissance zum weiblichen Schönheitsideal gehörten. Die typisch komplizierte Körperhaltung findet sich bereits in einem Spätwerk Michelangelos, dem Skulpturenschmuck der Medici-Kapelle in Florenz, und erreichte ihren Höhepunkt in den etwa einhundert atemberaubenden Fresken, die der Maler Primaticcio für Schloss Fontainebleau entwarf
und von denen bis auf einige beeindruckende Zeichnungen leider kaum noch etwas erhalten ist. Sie zeigten die Götter des Olymp aus dem Blickwinkel der Irdischen, wie sie auf unsichtbaren Stühlen zu sitzen scheinen oder sich in Kutschen von walfischähnlichen Pferden durch die Wasser des Himmels tragen lassen. Die Zeichnungen sind Zeugnis einer der poetischsten und fantasievollsten Epochen der Kunstgeschichte.
Außerdem bietet diese Folge einen unterhaltsamen Überblick über die griechische Mythologie und erklärt spielerisch, wie man auf einen Blick Mars von Minerva, Neptun von Pluto und Saturn von einem beliebigen Greis unterscheiden kann.

Sonntag, 01.07. / 16.45 Uhr / Metropolis: Metropolenreport Lissabon
Magazin, Deutschland, 2018, HR        43 Min.
Online verfügbar von 01/07 bis 29/09
Erstausstrahlung

Sonntag, 01.07. / 18.25 Uhr / Der Orchesterflug ~ Johannes Brahms, Symphonie Nr. 2 op. 73
Musik, Deutschland, 2015, RBB        43 Min.
Regie: Henning Kasten
Dirigent: Tugan Sokhiev
Komponist: Johannes Brahms
Orchester: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Online verfügbar von 01/07 bis 29/09


Der Ort der Aufzeichnung des "Orchesterflugs" ist kein Konzertsaal,
sondern ein stillgelegtes Kraftwerk im Osten Berlins.

© Holger Kettner 2015

Der „Orchesterflug“ bietet ein exklusives Erlebnis: Die zweite Symphonie von Brahms, gefilmt in einer einzigen, nie unterbrochen Bewegung. Es gibt nur eine auf einem 13 Meter langen Kran angebrachte Kamera, die über jede beliebige Position innerhalb und außerhalb des Orchesters schweben und dabei alle Blickachsen der beteiligten Musiker einnehmen kann.

Im Laufe des Konzerts schaut die Kamera über die Schulter des Dirigenten ins Orchester hinein, bewegt sich zu den Violinen, gleitet an einem Instrument entlang, nähert sich dem Gesicht eines Musikers, dreht sich zum Dirigenten zurück, beobachtet ihn eine Weile, um sich anschließend noch über das Orchester zu erheben. Der Fluss der visuellen Eindrücke wird durch keinen Bildschnitt gestört, erst mit dem Ende eines Satzes kommt auch die Kamerafahrt zum Abschluss. So erfahren die Zuschauer, wie das Orchester mit einem schweifenden, ständig suchenden Blick „abgetastet" wird; es wird nicht von außen fotografiert, sondern kann „von innen“ erlebt werden. Und: Die Kamerabewegung findet sogar eine akustische Entsprechung, denn der Orchesterklang ändert sich mit dem jeweils gezeigten Bildausschnitt.

Der Ort der Aufzeichnung ist eigentlich gar kein Konzertsaal, sondern ein stillgelegtes Kraftwerk im Osten Berlins. 1907 in Betrieb genommen, gleicht es im Inneren einer riesigen Industriekathedrale.

Der 1977 in Nordossetien geborene Dirigent Tugan Sokhiev war von 2012 bis 2016 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und ist seit 2014 Musikdirektor des Bolschoi-Theaters in Moskau.
[Zusatzinfo]:
Die Sendung ist auch im Internet auf ARTE Concert zu sehen unter: concert.arte.tv

Sonntag, 01.07. / 23.25 Uhr / Cary Grant - Der smarte Gentleman aus Hollywood
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Mark Kidel
Online verfügbar von 01/07 bis 08/07

Er zählte zu Hollywoods erster Garde: Cary Grant. Mark Kidel lässt ihn in seinem Porträt zum Teil selbst seine Lebensgeschichte erzählen und enthüllt eine wenig bekannte Seite des smarten Superstars: Um seine Kindheitstraumata zu überwinden, nahm Cary Grant unter Aufsicht seines Psychiaters lange Jahre LSD, da er unter Ängsten und mangelndem Selbstvertrauen litt. Die Dokumentation zeichnet den Werdegang des Schauspielers anhand seiner bisher noch nicht veröffentlichten Autobiografie nach.

Der Dokumentarfilmer Mark Kidel zeigt eine neue Facette von Hollywoodlegende Cary Grant. Hinter der Fassade des smarten Superstars verbarg sich ein innerlich zutiefst verstörter Mensch. In seiner Autobiografie bekennt Cary Grant, eine Maske zu tragen und sich nie ganz der Welt preisgeben zu können. Cary Grant wurde 1904 als Archibald Alexander Leach in Bristol, England, geboren. Er war elf Jahre alt, als sein Vater seine Mutter in eine psychiatrische Klinik einweisen ließ, ohne es ihm zu sagen. Das Kind fühlte sich verlassen; in ihm breitete sich zunehmend eine Leere aus, die Cary Grant erst dank einer Therapie mit LSD in der Mitte seines Lebens wieder in den Griff bekam. In mehr als hundert Sitzungen bei einem Psychiater in Beverly Hills ließ Grant zur Überwindung seiner Neurose sein Leben Revue passieren – und tatsächlich mit Erfolg. Am Ende seiner Therapie erklärte er, „endlich fast glücklich“ zu sein. Die Dokumentation stützt sich auf Gedanken, die Cary Grant für seine bislang noch nicht veröffentlichte Autobiografie zu Papier brachte, und erzählt so seine Geschichte in Grants eigenen Worten. Die visuelle Untermalung des Porträts bilden Amateurfilme, bei denen Grant selbst hinter der Kamera stand. Sein außergewöhnlicher filmischer Blick, seine Art und Weise, Landschaften, Verwandte und Freunde ebenso wie Unbekannte zu filmen, erlauben interessante Rückschlüsse auf seine Psyche. Die Therapiesitzungen bilden den roten Faden des Porträts. Der Zuschauer begleitet Cary Grant durch seine schwierige Kindheit und 30 Jahre Hollywoodruhm bis hin zu den Jahren der Reife, der späten Vaterfreude und einer erfüllten Ehe mit seiner fünften Frau, Barbara Harris.

Sonntag, 01.07. / 00.20 Uhr / Orchester für einen Sommer
Dokumentation, Deutschland, 2014, NDR        53 Min.
Regie: Frank Papenbroock
Online verfügbar von 01/07 bis 08/07

1.500 Bewerber in 28 Städten – die Juroren des Schleswig-Holstein Musik Festivals machen es sich nicht leicht. Schon frühmorgens geht es mit dem Flieger nach Paris oder Madrid, dann am nächsten Tag weiter nach New York, Tel Aviv oder Shanghai. Wochenlang. Immer auf der Suche nach jungen Musikertalenten. Doch die Mühe lohnt sich, denn das jährlich neu zusammengestellte Orchester des Festivals genießt schon lange unbestrittenen Weltruf.

Die Idee einer Orchesterakademie, die alljährlich im Sommer die besten jungen Musiker der Welt vereint, stammt noch von Leonard Bernstein. „Warum nur drei Prozent Potenzial nutzen, wenn man auch die restlichen 97 Prozent haben kann?“ lautete die Devise des charismatischen Dirigenten, die seit 1987 alljährlich in die Tat umgesetzt wird. Es ist ein gigantischer Aufwand, den das größte Klassikfestival Europas betreibt. Kann es gelingen, aus 130 einzelnen Musikerpersönlichkeiten, die zum Teil noch nie in einem Orchester gespielt haben, einen einzigen Klangkörper zu formen?

Regisseur Frank Papenbroock ist mit den Juroren um die Welt gereist und hat die Nervosität beim Vorspielen hautnah mit der Kamera eingefangen. Die Dokumentation „Orchester für einen Sommer“ begleitet die 130 Musiker aus aller Welt während ihrer Probenzeit im schleswig-holsteinischen Rendsburg. Dort verschmelzen sie über Wochen unter wechselnden Dozenten und Dirigenten zu einer Einheit. Der Lohn der Mühen ist ein Jugendorchester aus hoch talentierten Musikern, das eine enorme Spielfreude ausstrahlt und das schon nach kurzer Probenzeit auch komplexeste Werke der Klassik zur Aufführung bringt.

„Es macht sehr viel Spaß, diese offenen Augen, Ohren und Geister zu beobachten. Das ist auch für mich ein Klangrausch!“, schwärmt Chefdirigent Christoph Eschenbach. Schließlich, nach nur sechs Wochen und zahlreichen Konzerten, ist alles vorbei und die Wege der jungen Menschen trennen sich wieder. Zurück bleiben die anhaftenden Impressionen eines intensiven musikalischen Sommers.

Sonntag, 01.07. / 01.15 Uhr / Edgar Moreau interpretiert Saint-Saëns
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        62 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Dirigent: Kazuki Yamada
Komponist: Camille Saint-Saëns, Thierry Escaich, Maurice Ravel
Orchester: Orchestre National du Capitol de Toulouse
Mit: Edgar Moreau (Cello)
Online verfügbar von 01/07 bis 08/07

Seine Musik mache süchtig, schrieb die deutsche Presse begeistert: Der junge französische Cellist Edgar Moreau ist ein neuer Star in der internationalen Klassikszene. Im vorliegenden Konzert unter der Leitung des japanischen Dirigenten Kazuki Yamada und in Begleitung des Orchestre National du Capitole de Toulouse interpretiert er das Cellokonzert Nr. 1 von Camille Saint-Saëns. Außerdem stehen Thierry Escaichs symphonische Suite aus der Oper „Claude“ auf dem Programm sowie zwei Kompositionen von Maurice Ravel, darunter der berühmte „Boléro“ in einer ganz besonders gelungenen Interpretation.

Der japanische Dirigent Kazuki Yamada, Preisträger beim Internationalen Dirigierwettbewerb in Besançon, ist ein häufiger Gast des Orchestre National du Capitole de Toulouse und dirigiert das Orchester hier zum ersten Mal mit einem rein französischen Programm. Als Schüler von Seiji Ozawa, den er schon häufig vertreten hat, leitet er das Konzert mit einzigartiger Präzision. Er dirigiert Camille Saint-Saëns‘ Cellokonzert Nr. 1, interpretiert vom französischen Nachwuchsstar Edgar Moreau. Der junge Pariser wurde bei den renommierten Victoires de la Musique bereits als „Entdeckung des Jahres“ und schließlich als „Instrumentalist des Jahres“ ausgezeichnet. 2011 schaffte er es beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb bis ins Finale. Die Intensität seines Spiels scheint aus einem inneren Impuls zu erwachsen. In Saint-Saëns‘ Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 bringt er alle Nuancen des Werks hervorragend zur Geltung. In diesem Stück, dessen Sätze nahtlos ineinander übergehen, übernimmt das Cello die Führung und wechselt zwischen virtuosen und sehr zarten Motiven. Im Anschluss steht ein Werk von Thierry Escaich auf dem Programm, die symphonische Suite aus seiner 2014 in Lyon uraufgeführten Oper „Claude“. Das Libretto stammt von Robert Badinter, dessen bewegender Humanismus in jedem Satz mitschwingt. Zum Abschluss des Konzerts sind zwei Werke von Maurice Ravel zu hören, die Konzertsuite Nr. 2 aus „Daphnis und Chloé“, eine impressionistische Komposition, sowie der kraftvolle „Boléro“ in einer besonders gelungenen Interpretation.

Zusatzinfo:
Edgar Moreau beeindruckt sowohl im Bereich Kammermusik als auch bei größeren Konzerten unter der Leitung namhafter Dirigenten. Er vereint jugendliches Temperament mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen. Dabei sind es nicht seine technischen Fertigkeiten, die am meisten begeistern, sondern es ist vor allem die Natürlichkeit seines Spiels und die Palette an Klangfarben, über die er bereits verfügt.

Sonntag, 01.07. / 02.20 Uhr / Europa und seine Schriftsteller - Belgien erzählt von ... Caroline Lamarche, Tom Lanoye, Jean-Philippe Toussaint und David Van Reybrouck
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2015, ARTE F        52 Min.
Regie: Ivan Butel
Online verfügbar von 01/07 bis 30/08

Belgien ist das politische Herz Europas und hat eine vielseitige Identität. Das kleine Land ist in drei Sprachgemeinschaften – die niederländische, französische und deutsche – aufgeteilt. Viele Belgier erleben es als Paradox, dass sie in einem Land zu Hause sind, in dem sie eine der gesprochenen Sprachen eventuell nicht verstehen. Der anhaltende flämisch-wallonische Konflikt und die daraus erwachsenden separatistischen Bestrebungen belasten immer wieder die Zukunft des Landes. Kann man vor diesem Hintergrund von einer „belgischen“ Literatur sprechen? Mit dieser Frage setzen sich vier belgische Schriftsteller auseinander.

Der Autor und Regisseur Jean-Philippe Toussaint fährt jedes Jahr zum Schreiben nach Ostende an die belgische Nordseeküste. Er arbeitet zwar in Belgien, aber seine Romane spielen sich häufig am anderen Ende der Welt wie in Japan ab. Als wäre Belgien ein Tabu, das man nicht mit Worten benennen darf.

Der flämische Romancier und Theaterautor Tom Lanoye berichtet über ein buntes, lebendiges Land. In einer Art kabarettistischer One-Man-Show trägt er seine Texte gerne auf der Bühne vor. Lanoye vertritt eine gewisse belgische Extravaganz.

David Van Reybrouck wiederum zeichnet in seinem Buch „Kongo: Eine Geschichte“ ein sehr genaues Porträt von Belgien als ehemaliger Kolonialmacht. Die französischsprachige Autorin Caroline Lamarche lebt genau an der Sprachgrenze zwischen Wallonien und Flandern.

Die vier Schriftsteller erleben die Tatsache, Belgier zu sein, auf sehr unterschiedliche Weise. Sie führen den Zuschauer quer durchs Land: von den Nordseestränden über das Diamantenviertel in Antwerpen zur Schwerindustrie im Lütticher Becken. Über das Trennende hinaus haben sie alle den Wunsch, einen Dialog zu eröffnen und eine gemeinsame Zukunft für ihr Land aufzuzeigen.

Montag, 02.07. / 23.25 Uhr / Anna Karina - Ikone der Nouvelle Vague
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        55 Min.
Regie: Dennis Berry

Sie verkörpert eine Kultfigur und eine große Ikone der Nouvelle Vague: Anna Karina. In diesem eleganten und vielschichtig aufbereiteten Porträt erzählt sie aus ihrem bewegten Leben: von der schwierigen Kindheit im von den Nazis besetzten Dänemark bis zu den Begegnungen und Filmen, die ihr Leben prägten. Die zeitweilige Ehefrau und Muse von Jean-Luc Godard war damals der Inbegriff von Schönheit und Modernität, Freiheit und Sinnlichkeit. In den 60er Jahren galt sie als einer der Stars der neuen Weiblichkeit, wobei sie wohl weniger provozierte als Brigitte Bardot …

Anna Karina, eine der wichtigsten Schauspielerinnen der Nouvelle Vague, blickt auf eine internationale Karriere als Filmstar zurück. Schon in jungen Jahren – noch während des Zweiten Weltkrieges in Dänemark – lässt sich die kleine Anna von der amerikanischen Musik im Radio mitreißen. Bald darauf entdeckt sie den Film und das Musical. Mit 17 Jahren ahnt sie noch nicht, dass sie in mehr als 60 Filmen mitspielen wird. Ihre Karriere beginnt in Paris als Fotomodell. Sie arbeitet sogar für Coco Chanel. Schließlich ist es Jean-Luc Godard, ihr späterer Ehemann, der sie in einem Werbefilm entdeckt. Sie erhält die Hauptrolle in „Der kleine Soldat“. Aufgrund der im Film dargestellten brutalen Handlungen im Algerienkrieg unterliegt der Film der Zensur. Nach kurzer Wartezeit folgen weitere Filme, darunter „Cleo - Mittwoch zwischen 5 und 7“, „Eine Frau ist eine Frau“ und „Die Außenseiterbande“.

Renommierte Regisseure wie Fassbinder und Schlöndorff, aber auch George Cukor, mit dem sie später eine enge Freundschaft verband, Visconti und Tony Richardson waren von der Dänin fasziniert und wollten mit ihr arbeiten. Serge Gainsbourg widmete ihr sogar das Musical „Anna“, dessen Song „Sous le soleil exactement“ auch heute noch im Radio läuft und sich mehr als eine Million Mal verkaufte.

Kultfigur und Mode-, Gesangs- und Filmikone: Anna Karina setzte sich mit ihrem zeitlosen Stil durch und regte zahlreiche Generationen zum Träumen an. In diesem raffinierten, mit zahlreichen Archivaufnahmen ausgestatteten Porträt blickt Anna Karina auf die Meilensteine ihres Lebens zurück.

Dienstag, 03.07. / 05.00 Uhr / Berlin Live: Dieter Meier
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        60 Min.
Regie: Hannes Rossacher
Online verfügbar von 03/07 bis 02/08

„Berlin Live“ ist eine Konzertreihe, die internationale Pop-Künstler auf die Bühne nach Berlin bringt und ins Fernsehen holt. Eine feste Location in Berlin wird zum Spielort von „Berlin Live“ und zum neuen Geheimtipp für großartige Popmusik. Den Auftakt macht Dieter Meier, Schweizer Urgestein, Künstler und internationaler Popstar (Yello) mit seinem Soloprojekt „Out of Chaos“.
    Ein Solo-Debüt mit 69 Jahren ist ungewöhnlich wie so vieles in Dieter Meiers Leben: Bankierssohn, Performance-Künstler, Popstar mit Yello, Rinderzüchter und Winzer – alles ist möglich, Hauptsache keine Routine. Der Sänger, der, wie er selbst sagt, nicht singen kann, revolutionierte mit Boris Blank als Yello die Popmusik und leistete Pionierarbeit für die elektronische Musik.
    Aber während er mit Yello außer bei zwei Ausnahmen in London und New York nie live aufgetreten ist, ist nun alles anders: Meier ist immer noch ein cooler Hund und rockt die Bühne mit seiner „Out of Chaos“-Band, bestehend aus dem Jazzgeiger Tobias Preisig, dem Gitarristen Nicolas Rüttimann, dem Kontrabassisten Ralph Sonderegger, dem Bad-Seeds-Schlagzeuger Thomas Wydler und dem Pianisten Ephrem Lüchinger – sie kreieren eine Sound-Alchemie aus Chanson, Electro und Dub.

Freitag, 06.07. / 22.00 Uhr / Barbra Streisand - Geburt einer Diva
1942-1984
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        58 Min.
Regie: Nicolas Maupied
Online verfügbar von 06/07 bis 13/07


Mit ihrer Mezzosopran-Stimme und ihrem Aussehen, das nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht,
schreibt sie ein ganz eigenes Kapitel in der Unterhaltungsgeschichte.
© Steve Shapiro

Mit ihren Filmen und ihrer Musik begeistert sie ein Millionenpublikum: Barbra Streisand. Der Durchbruch gelang ihr mit dem Oscar für „Funny Girl“ und für den Filmsong „Evergreen“ in „A Star Is Born“. ARTE widmet der letzten großen „American Songbook“-Diva ein Porträt. Sie war die Königin des Broadway, der Musikindustrie und des New Hollywood, lange vor Pop-Größen wie Madonna, Beyoncé und Lady Gaga. Der Dokumentarfilm schildert die Karriere des Weltstars, angefangen von den frühen Jahren in Hollywood bis zu ihrem politischen Engagement für Frauenrechte: Dieses hat sie jüngst bei den Protesten der „Women's Marches“ gegen Präsident Donald Trump wieder eindrucksvoll bewiesen.

Sie ist die Königin der Musikindustrie, des Broadways und des New Hollywood: Barbra Streisand. Die letzte große „American Songbook“-Diva hat viele Künstlerinnen nach ihr wie Madonna, Beyoncé oder Lady Gaga geprägt. Als perfektionistisches Multitalent steht sie in der Tradition der singenden, tanzenden und schauspielenden Hollywoodstars. Barbara Joan Streisand kommt am 24. April 1942 in New York zur Welt. Ihr Vater, ein jüdischer Lehrer, stirbt 15 Monate nach ihrer Geburt. Nachdem sie versucht hat, als Sängerin in New Yorker Nachtclubs Fuß zu fassen, bekommt sie mit 19 ihre erste Rolle im Broadway-Musical „I Can Get It for You Wholesale“. Mit 21 veröffentlicht sie ihr erstes Studioalbum – „The Barbra Streisand Album“. Auch im Filmgeschäft kann sie beispiellose Erfolge feiern: Filmmusicals wie „Hello, Dolly!“, Screwball-Komödien wie „Is’ was, Doc?“ und Dramen wie „So wie wir waren“ werden dank ihr zu großen Publikumserfolgen. Mit eigenen Regiearbeiten wie „Yentl“ und „Der Herr der Gezeiten“ etabliert sich Streisand als Regisseurin auch hinter der Kamera. Mit ihrer Mezzosopran-Stimme und ihrem Aussehen, das nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, schreibt sie ein ganz eigenes Kapitel in der Unterhaltungsgeschichte. Streisand verkörpert eine neue Art von Attraktivität und vor allem ein neues Bild des weiblichen Stars: frei, unangepasst und stark. Damit ebnet sie den Weg für die Künstlerinnen der Girl-Power-Bewegung. Barbra Streisand gehört heute längst zu den etablierten Größen des amerikanischen Showbiz: Als sie ein junges Mädchen war, meinten ihre Mutter und ihr Stiefvater, sie sei nicht hübsch genug für die Bühne. Doch sie ließ sich nicht beirren und setzte sich auch später in einer Männerdomäne durch. Ihre Großmutter nannte sie wegen ihres Dickkopfs schon als Kind „farbrent“, was auf Jiddisch so viel wie „brennend“ bedeutet. Die Bilanz sind mehr als 60 Alben, 20 Filme als Schauspielerin, drei Spielfilme als Regisseurin und unzählige Shows in der ganzen Welt. Die Dokumentation verfolgt ihren Lebensweg bis zum Höhepunkt ihrer Karriere in den 80er Jahren, als Barbra Streisand zum ersten weiblichen Megastar wird. Er beleuchtet den Werdegang einer Ikone, die sich bis heute für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt.

Freitag, 06.07. / 23.00 Uhr / Marvin Gaye - Greatest Hits
Musik, Niederlande, 1976, ARTE        51 Min.
Regie: Charles Leeuvenhanp
Dirigent: Leslie Drayton
Orchester: The Alan Peters Orchestra
Mit: Marvin Gaye, Florency Lyles
Online verfügbar von 06/07 bis 04/09

Er gilt als König des Souls: Marvin Gaye. Mit seiner facettenreichen Persönlichkeit zog er die Welt in seinen Bann. Der musikalisch hochtalentierte Künstler galt als „original love man“: Er galt als Sexsymbol, war aber dennoch tanzscheu und drogenabhängig. Ihm war das Touren zuwider, nur wenige seiner Auftritte sind dokumentiert.

Seine erste Europatournee im Jahr 1976: Der Mitschnitt in der ausverkauften Jaap Edenhal in Amsterdam zeigt 23 seiner Songs, darunter die Klassiker „You’re A Wonderful One”, „You“, „It Takes Two“, und „Ain’t No Mountain High Enough“. ARTE lässt den legendären Marvin Gaye in die Ohren der Menschen zurückkehren.

1976: Marvin Gaye, der König des Souls, befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ein musikalisches Wunderkind, das es nicht immer leicht im Leben hatte. Der Kampf mit den zu erfüllenden Erwartungen als „original love man“, die Angst und Komplexe vor Tourneen und dem Tanzen, das schwierige Verhältnis zum gewalttätigen Vater und seine Kokainabhängigkeit. Trotzdem schaffte er Anfang der 80er Jahre das Comeback mit „Sexual Healing“ und seinem Album „Midnight Love“. Er kehrte aus Brüssel nach Amerika zurück und stand wieder auf der Bühne – aus Leidenschaft, aber auch des Geldes wegen.
Sein Auftritt in der ausverkauften Jaap Edenhal in Amsterdam gehört damit zu den wenigen filmisch festgehaltenen Konzerten. Der Mitschnitt seiner ersten Europatournee im Jahr 1976 zeigt 23 Lieder des legendären Soulsängers, darunter die Klassiker „You’re A Wonderful One”, „You“, „It Takes Two“, und „Ain’t No Mountain High Enough“.
Um seine monatelange „Sexual Healing“-Tour durchzustehen, nahm Gaye Unmengen an Kokain zu sich und nährte damit eine sich entwickelnde Paranoia: Der Mann mit dem unvergleichlichen Gesang begann, Stimmen zu hören. Wenige Monate später dann die Eskalation: Der eigene Vater erschoss ihn im Streit mit einer Waffe, die Marvin Gaye ihm zum Schutz selbst geschenkt hatte …
ARTE zeigt einen Konzertmitschnitt, der eine unvergleichliche Kostprobe des musikalischen Talents von Marvin Gaye bietet. Er ist wieder lebendig: Seine Stimme versetzt das Blut in Wallung und lädt zum Tanzen ein.

Freitag, 06.07. / 23.55 Uhr / Tracks
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        43 Min.
Online verfügbar von 06/07 bis 04/09
Erstausstrahlung

Freitag, 06.07. / 00.40 Uhr / Abgedreht!
Magazin, Frankreich, 2017, ARTE F        35 Min.
Online verfügbar von 06/07 bis 05/08
Erstausstrahlung

Samstag, 07.07. / 05.20 Uhr / Soundhunters ~ Töne machen die Musik
Dokumentation, Luxemburg, Frankreich, 2015, SWR        52 Min.
Regie: Beryl Koltz
Online verfügbar von 07/07 bis 06/08

Musik aus Geräuschen erlebt einen neuen Boom. Was schon in den späten 1940er Jahren mit der Musique Concrète und experimenteller Musik rund um Klangpioniere wie Pierre Schaeffer, Karlheinz Stockhausen oder John Cage begann, wurde in den folgenden Jahrzehnten von zahlreichen Musikern wie Blixa Bargeld und Jean-Michel Jarre weiterentwickelt. Wer sind die Klangkünstler heute? Woher nehmen sie ihre unerhörten Ideen? Und wie haben sie ihre Kunstform vorangetrieben? Der Dokumentarfilm besucht Musiker aus den verschiedenen Generationen, etablierte Künstler ebenso wie Newcomer. Sie sind in unterschiedlichsten Stilen zu Hause – von Pop und Jazz über Noise bis hin zur elektronischen Musik mit faszinierenden Sound-Installationen. Die erste Station von KIZ liegt in London, bei Cosmo Sheldrake, dem jüngsten der acht Soundhunter: ein Multi-Instrumentalist, der, ausgestattet mit Aufnahmegerät und Laptop, die Geräusche um sich herum einfängt und mit viel Witz in seine Musik einbaut. Weiter geht es zu Matthew Herbert. Vor einigen Jahren begleitete er das Leben eines Schweines von der Geburt bis zum Tod und machte aus den Geräuschen ein ganzes Album. In Paris erzählt Christophe Chassol, wie er Sprache und Musik vereint. Und in Berlin treffen KIZ sich mit Blixa Bargeld, Gründer und Kopf der experimentellen Band Einstürzende Neubauten. In Schweden schließlich stellt sich Magnus Börjeson vor, Mitglied der Six Drummers, die mit ihrem Spielfilm „Sound of Noise“ die Musik der Soundhunter mit großem Erfolg auf die Leinwand brachten. In den USA lebt das Duo Matmos, auch bekannt für ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit Björk. Anschließend führt die Reise zu Joseph Bertolozzi nach New York, der gleich ganze Wahrzeichen wie den Eiffelturm zu seinen Instrumenten macht. Und zum Abschluss erzählt Jean-Michel Jarre, Urvater und bis heute einer der ganz Großen der elektronischen Popmusik, wie er begann, mit Geräuschen und Stimmen zu arbeiten.

Zusatzinfo:
Eingebettet ist die Dokumentation in ein interaktives Web-Projekt auf ARTE Creative: Hier können die Zuschauer selbst zum Soundhunter werden und selbst komponieren. Werden Sie Teil der Fernseh-Dokumentationen und machen Sie mit beim großen Wettbewerb um die Abspannmusik: arte.tv/soundhunters

Sonntag, 11.07. / 11.50 Uhr / Grand'Art ~ Pontormo versus Michelangelo
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 08/07 bis 15/07
Erstausstrahlung

Diese Folge von „Grand'Art“ befasst sich mit dem zweiten Teil der Karriere Pontormos, von 1528 – d. h. nach Fertigstellung seiner berühmten, in leuchtenden Farben erstrahlenden „Deposizione“ in der Kirche Santa Felicità – bis 1556. Aus dieser Epoche stammen einige seiner Meisterwerke: viele Porträts, aber auch sein berühmtestes Werk, „La Visitazione“ in der Kirche der toskanischen Gemeinde Carmignano. Das Ölgemälde zeigt Mariä Heimsuchung – die Stelle aus dem Evangelium, als die mit Jesus schwangere Maria ihre Verwandte Elisabeth besucht, die selbst mit Johannes dem Täufer schwanger ist. Die Heilige Jungfrau und Elisabeth sind zwei Mal im selben Bild dargestellt: ein erstes Mal in Frontalansicht, wie Theaterschauspielerinnen, die auf ihren Einsatz warten, und ein zweites Mal im Profil, in der tatsächlichen Verkündigungsszene. Das Bild erinnert in seiner Komposition an eine Inszenierung von Bob Wilson. Die aktuelle Folge zeigt auch eine große Anzahl männlicher Aktdarstellungen, die beweisen, dass Pontormo und Michelangelo in der Kunst des Zeichnens und Malens mindestens ebenbürtig waren.

Sonntag, 11.07. / 16.45 Uhr / Metropolis ~ New York
Magazin, Deutschland, 2018, ZDF        43 Min.
Online verfügbar von 08/07 bis 06/10
Erstausstrahlung
(1): Metropole: New York
Das Sternenbanner in der Identitätskrise? Ein „Metropolis"-Best-of zum amerikanischen Unabhängigkeitstag.
Der Ausgang der letzten Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten hat die Kulturschaffenden des Landes in das größte kollektive Trauma seit 9/11 gestürzt. Amerikas moralischer Führungsanspruch gilt nicht mehr. Zum amerikanischen Unabhängigkeitstag blickt „Metropolis“ auf eine gespaltene Nation. „E pluribus unum“ – „Aus vielen eins“ statuiert das Siegel der Vereinigten Staaten. Wie blicken Künstler und Schriftsteller auf ihr Land?

Sonntag, 11.07. / 18.25 Uhr / L. v. Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 - L. Vondracek
Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2016
Musik, Belgien, 2016, ARTE, RTBF        43 Min.
Regie: Benoît Vlietinck
Dirigent: Stéphane Denève
Komponist: Ludwig van Beethoven
Orchester: Orchestre National de Belgique
Mit: Lukás Vondrácek (Klavier)
Online verfügbar von 08/07 bis 07/08

Am 28. Mai 2016 ging im Brüsseler Palais des Beaux Arts der Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2016 für Klavier zu Ende. Der Hauptpreisträger war Lukas Vondracek. Publikum und Jury feierten das Ausnahmetalent mit begeisterten Ovationen. Der junge Tscheche überzeugte in seinem brillanten Finalauftritt durch Virtuosität, Ausdruckskraft und tadellose Technik. Neben dem Pflichtstück „A Butterfly's Dream” von Claude Ledoux brachte der begnadete Musiker im Wettbewerb das berühmte Klavierkonzert Nr. 3 von Rachmaninow zu Gehör. ARTE zeigt das Preisträgerkonzert, das er mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 gab.

Lukas Vondracek gilt als Wunderkind. Er gab mit vier Jahren sein erstes Konzert, ging sechs Jahre später auf seine erste internationale Tournee und spielte bereits mit 16 Jahren in der Carnegie Hall in New York. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, gab gefeierte Konzerte im In- und Ausland und trat mit großen Dirigenten auf, unter anderem mit Wladimir Aschkenasi, Christoph Eschenbach, Paavo Järvi und Marin Alsop.

Er studierte am New England Conservatory bei Hung-Kuan Chen, gewann die internationalen Klavierwettbewerbe von Hilton Head, San Marino und Unisa sowie den Sonderpreis der Van Cliburn International Piano Competition. Lukas Vondracek hat bereits in zahlreichen renommierten Konzerthäusern gespielt, unter anderem im Kennedy Center (Washington), im Palais des Beaux-Arts (Brüssel), in der Victoria Hall (Singapur), in der Suntory Hall (Tokio) und an der Oper von Sydney. Er spielte mit namhaften Orchestern, wie dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Hong Kong Philharmonic Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra, dem Belgischen Nationalorchester und dem Baltimore Symphony Orchestra.

Beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb 2016 erhielt Lukas Vondracek den ersten Preis sowie den Publikumspreis des flämischen Rundfunksenders VRT.

Sonntag, 11.07. / 23.40 Uhr / Ganz große Oper
Dokumentation, Deutschland, 2017, BR        52 Min.
Regie: Toni Schmid
Online verfügbar von 08/07 bis 15/07
Erstausstrahlung

Seit Jahrzehnten wird die Bayerische Staatsoper mit internationalen Preisen bedacht. In dem Münchener Haus sind bekannte Größen wie Jonas Kaufmann und Anja Harteros auf und hinter der Bühne zu erleben. Die Dokumentation stellt unter anderem den amtierenden Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und seinen Vorgänger Zubin Mehta vor und präsentiert den gesamten Kosmos der Bayerischen Staatsoper, zu dem rund 800 Festangestellte und 400 freie Mitarbeiter aus 47 Nationen zählen, die diese große "Familie" im Orchestergraben, hinter den Kulissen und in den unterschiedlichsten Opernwerkstätten prägen.

Seit Jahrzehnten wird die Bayerische Staatsoper mit internationalen Preisen überschüttet: "Bestes Opernhaus", "Bestes Orchester", "Bester Dirigent", "Beste Opernproduktion", "Beste Nachwuchssänger" gingen bereits an das Münchner Opernhaus. Die Dokumentation zeigt bekannte Größen wie Jonas Kaufmann und Anja Harteros auf und hinter der Bühne, stellt den amtierenden Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, seinen Vorgänger Zubin Mehta, den Dirigenten Ivor Bolton sowie den amtierenden Intendanten Nikolaus Bachler und dessen Vorgänger Sir Peter Jonas vor. Zum Kosmos der Bayerischen Staatsoper zählen rund 800 Festangestellte und 400 freie Mitarbeiter aus 47 Nationen. Sie prägen diese große "Familie" im Orchestergraben, hinter den Kulissen und in den unterschiedlichsten Opernwerkstätten mit. Der Zuschauer wird Zeuge, wie drei Operninszenierungen – Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg", Jean-Philippe Rameaus "Les Indes galantes" und Giuseppe Verdis "Un ballo in maschera" – entstehen. Auch das Bayerische Staatsballett und sein neuer Direktor Igor Zelensky werden bei den Proben zu Ludwig Minkus’ "La Bayadère" vorgestellt. Die Bayerische Staatsoper, die fast immer ausverkauft ist, ist nicht nur eines der ältesten Opernhäuser der Welt – sie hat auch ein Publikum, das schon seit dem 19. Jahrhundert als ausgesprochen "verrückt" nach Oper gilt. Die Dokumentation will auf unterhaltsame und humorvolle Weise auch die Zuschauer erreichen, die noch keine Opernexperten sind – eine Liebeserklärung an diese oft zu Unrecht als elitär charakterisierte Kunstgattung und die Menschen, die sie mit Leidenschaft ausüben.

Sonntag, 11.07. / 00.35 Uhr / Stravinski, The Rake's Progress - Festival d'Aix 2017
Oper, Frankreich, 2017, ARTE F        149 Min.
Regie: Francois Roussillon
Dirigent: Eivind Gullberg Jensen
Komponist: Igor Stravinski
Inszenierung: SIMON McBURNEY
Orchester: Orchestre De Paris
Online verfügbar von 08/07 bis 15/07
Erstausstrahlung

"The Rake's Progress" (zu Deutsch: "Die Laufbahn eines Wüstlings") entstand zwischen 1948 und 1951 und ist eine von Igor Strawinskys wenigen traditionellen Opern. Sie gilt als der Schlusspunkt der neoklassizistischen Periode des Komponisten. In freier Anlehnung an eine Bildserie des englischen Malers William Hogarth zeichnet sie in acht Bildern Aufstieg und Fall eines jungen Erben nach. Das Libretto stammt von dem Dichter W. H. Auden und dem Dramatiker Chester Kallman. Sie gaben nicht nur der Hauptfigur, dem Libertin Tom Rakewell (‚rake’ ist die englische Bezeichnung für Lebemann), sondern auch zwei weiteren Protagonisten vielsagende Namen: dem teuflischen Nick Shadow und der Liebenden Ann Trulove. Der von Nick Shadow vorgeschlagene Faustsche Pakt verspricht Rakewell Reichtum und ein sorgenfreies Leben, das jedoch von Ausschweifungen und Betrügereien geprägt ist: Der von dieser zügellosen Existenz zugrunde gerichtete Libertin endet in der Psychiatrie. Simon McBurney, einer der herausragenden Theatermänner der Gegenwart, siedelt Strawinskys Werk für das Festival von Aix-en-Provence in der heutigen Zeit an: Tom Rakewell erliegt den Illusionen der Finanzspekulation und des schnellen Reichtums. Das zu Anfang völlig weiße Bühnenbild entwickelt sich im Verlauf der Oper zu einer virtuosen Multimedia-Inszenierung, von der Videoprojektion bis hin zur Smartphone-Aufnahme. Die Aufführung ist mit jungen Sängerinnen und Sängern besetzt, allen voran Paul Appleby als naiver Lebemann, Kyle Ketelsen als düsterer Mentor und Julia Bullock als die Liebende. Der Norweger Eivind Gullberg Jensen dirigiert mit großer Eleganz den feurigen Chor English Voices und das Orchestre de Paris.

Montag, 09.07. / 01.05 Uhr / Carmen

Stummfilm, Deutschland, 1933, ZDF        10 Min.
Regie: Lotte Reiniger
Kamera: Carl Koch
Musik: Georges Bizet, Peter Gellhorn
Produktion: Lotte Reiniger Film
Drehbuch: Lotte Reiniger
Online verfügbar von 09/07 bis 08/08
Erstausstrahlung

In Lotte Reinigers Silhouettentheater ist Carmen ein burschikoses Mädchen mit Zigarre, das den eitlen Hauptmann Don José ins Zigeunerlager lockt. Während er schläft, stiehlt sie seine Uniform und versetzt diese in der Stadt gegen ein neues Kleid. Stolz trägt sie es beim Stierkampf zur Schau und beginnt ein aufreizendes Spiel mit dem Stier, der für sie akrobatische Kunststücke vollführt. So besiegt sie in dieser heiteren Parodie der Bizet-Oper nicht nur den Stier, sondern gewinnt auch die Liebe des Toreros. Das Publikum ist begeistert, und Carmen reitet auf dem Rücken des Stiers aus der Arena.

Der Film wurde im Mai 1934 in Berlin uraufgeführt. In der zeitgenössischen Kritik hieß es: "Diesmal standen der freche Einfall, die muntere Laune Pate. Eine Carmenfigur hat sie [Lotte Reiniger] diesmal geschnitten. Kesse Göhre ... Ein wildes, doch süßes Zigarrenmädelgesicht. Der Offizier und Sergeant sind in einer Person verschmolzen, wie José buchstäblich ausgezogen wird – das ist eine tolle Szene. Die kühne Dame Carmen packt schließlich sogar den Stier von Sevilla bei den Hörnern – eine bei aller Tollheit anmutig geführte Parodie nimmt ihr Ende. Wie unsüß, wie ungeziert Silhouetten sein können, beweist dieser Film, mit dem Lotte Reiniger die Erweiterung ihres Könnens in beifallswürdigster Weise dargetan hat." („Film-Kurier“, 31.5.1934)

Lotte Reiniger (1899-1981) begeisterte sich schon früh für Schattentheater. Nach einer Schauspielausbildung bei Max Reinhardt arbeitete sie in den 1920er Jahren als Ausstatterin an der Volksbühne Berlin. Ihr erster Trickfilm "Das Ornament des verliebten Herzens" entstand 1919. Ein Leben lang verband sie eine enge Arbeitsgemeinschaft mit ihrem Ehemann Carl Koch, der bei ihren zahlreichen Trickfilmen als Kameramann oder Aufnahmeleiter mitwirkte. 1935 verließen die beiden Deutschland, London wird ihre Heimat. Erst in den 1980er Jahren kehrt Reiniger, inzwischen verwitwet, nach Deutschland zurück.

Montag, 09.07. / 01.20 Uhr / Papageno
Stummfilm, Deutschland, 1935, ZDF        11 Min.
Regie: Lotte Reiniger
Kamera: Carl Koch
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart, Peter Gellhorn
Produktion: Lotte Reiniger Film
Drehbuch: Lotte Reiniger
Online verfügbar von 09/07 bis 08/08
Erstausstrahlung

In Lotte Reinigers Filmfantasie ist Papageno ein einsamer Vogelfänger, der sich sehnlichst wünscht, dass die Vögel zu schönen Mädchen werden. Für einen Moment sieht es so aus, als ginge sein Wunsch in Erfüllung – Papagena ist endlich da. Doch sie ist schnell wieder verschwunden. Papageno sucht sie vergeblich und will sich aus Verzweiflung das Leben nehmen. Da erinnern ihn drei Papageien an sein Glockenspiel. Mit seiner Melodie kann er die Geliebte zurückholen. Die beiden werden von den Vögeln reich beschenkt, und aus den Eiern schlüpfen kleine Papagenos und Papagenas.

Lotte Reiniger war ein Märchen-Fan und hatte eine große Mozart-Passion. Bereits 1930 näherte sie sich in dem Silhouettenfilm "Zehn Minuten Mozart" der Welt ihres Lieblingskomponisten und unterlegte den Film mit "Eine kleine Nachtmusik" und "Così fan tutte". Vier Jahre später schuf sie mit "Papageno" einen Musikfilm, der zum Mitsingen und Mitpfeifen einlädt. Nicht anders war es zu Mozarts Zeiten, als die Lieblingsstückchen aus der "Zauberflöte" auf Straßen und Jahrmärkten zu hören waren. Papagenos fünftöniges Flötenmotiv ist eine Erkennungsmelodie, die man mühelos singen und pfeifen kann.

In ihrer Filmfantasie verewigte Lotte Reiniger den Vogelfänger und seine Geschichte für die Nachwelt. Es geht nicht nur um Vogelfang, sondern auch ums Lieben, Heiraten und Kinderkriegen. In Papagenos singspielhafter Welt gerät es zu wolkenlosem Glück. Lotte Reiniger fühlte sich so wohl in dieser Papageno-Welt, dass sie sich nicht mehr dafür interessierte, was sich sonst noch im Zauberflöten-Kosmos von Mozarts Oper abspielt. Sie verwandelte die drei schutzengelhaften Knaben der Oper in Vögel: Drei Papageien werden im Film zur helfenden und rettenden Instanz für den Vogelfänger Papageno.

Montag, 09.07. / 01.30 Uhr / Lotte Reiniger: Tanz der Schatten
Dokumentation, Deutschland, 2012, ARTE        59 Min.
Regie: Susanne Marschall, Rada Bieberstein, Kurt Schneider

Nicht Walt Disney, sondern der deutschen Filmkünstlerin Lotte Reiniger ist der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte zu verdanken. 1926 zauberte die Virtuosin des Scherenschnitts „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ auf die Stummfilmleinwand und erfand damit eine neue Spielart des Kunstfilms zwischen Jugendstilästhetik, Expressionismus und Zaubermärchen. Während ihr Mann Carl Koch die Multiplankamera und den Tricktisch perfektionierte, entwickelte Lotte Reiniger Figur um Figur und inszenierte deren Bewegungen mit äußerster Geduld und „asiatischem Fleiß“ (Bertolt Brecht).

Die 1899 in Berlin geborene und 1981 im Dettenhausen bei Tübingen verstorbene Lotte Reiniger gilt heute als die bedeutendste Pionierin des Animationsfilms. Sie hinterlässt ein gewaltiges Werk mit 44 Filmen, Scherenschnitten, Zeichnungen, Fotos und Schattenrissen berühmter Filmpersönlichkeiten. Mit "Das Ornament des verliebten Herzens" entsteht 1919 ihr erster Film: Auf einem selbst gebauten Tisch fotografiert Reiniger ihre Silhouetten und setzt sie so in Bewegtbild um. Die Dokumentation "Tanz der Schatten" nimmt die Aktualität des Werks Reinigers zum Anlass einer neuen Auseinandersetzung mit dem Silhouettenfilm und dem Schattentheater, zu deren Entwicklung die Berlinerin entscheidend beigetragen hat.

So wird sie von zeitgenössischen Filmemachern und Animationskünstlern in Filmen wie „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (2010) oder „Tales of the Night“ (2011) zitiert. Ausgangspunkt der Dokumentation ist der umfangreiche Nachlass im Stadtmuseum Tübingen, wo die Filmrecherche ihren Anfang nimmt, bis hin nach Berlin und London, den wichtigsten Stationen im Leben der Lotte Reiniger. Ihre narrative und ästhetische Kreativität, die mit Hilfe von Schere und Papier zeitlose Märchenwelten für Jung und Alt schafft, lohnen diese Ausnahmekünstlerin neu zu entdecken.

Zusatzinfo:
Das flackernde Schattenspiel an der Wand kann als Urszene des Kinos verstanden werden. Zwei Hände, eine Lichtquelle und eine Projektionsfläche genügen, um Kindern eine spannende Schattengeschichte vorzuführen, die ihre Fantasie anregt. Der Schatten als lediglich andeutendes Bild öffnet einen Imaginationsraum zwischen Text und Bild, den der Beobachter mit eigenen Ideen und Gefühlen füllen kann. Liest ein Leser einen Text, entstehen die dazugehörigen visuellen und akustischen Eindrücke vor seinem inneren Auge und Ohr. Betrachtet er ein Bild, öffnen sich – in Abhängigkeit von dessen Gestaltung – andere Leerstellen für die Fantasie. Die Bandbreite des Bildlichen reicht vom geheimnisvollen Schatten über die andeutende Silhouette zur skizzenhaften Karikatur bis hin zur fein ausgearbeiteten Bildkomposition, deren Reiz im Zeigen statt im Verbergen besteht. Allerdings besitzt die visuelle Andeutung eine ganz besondere Macht über die Fantasie des Menschen. Dessen Wahrnehmung ist konstruktiv, das heißt, dass er aus wenigen Elementen Simultanformen, "Bezugsfiguren des Sehens" (Johannes Itten) bilden und mit Bedeutung anreichern kann.

Das Spiel mit dem Schatten und dessen Animation im Film gehören jedoch nicht der Vergangenheit an; ganz im Gegenteil, sie sind hochaktuell! Im ersten Teil des Films „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes I“ (2010) gestaltete Ben Hibon, ein Animationskünstler aus der Schweiz, das "Märchen der drei Brüder", in Hommage an Lotte Reinigers Schatten- und Silhouettenkunst als 3D-Animation. Die Produktion der dreiminütigen Sequenz dauerte ein halbes Jahr, weil eine technische Transformation und Integration der zweidimensionalen Schatten- und Silhouettenästhetik in die dreidimensionale Raumillusion des Realfilms erreicht werden musste. Die Kamera sollte durch die transparente Welt der Papiersilhouetten und Schatten hindurch fliegen, in eine körperlos schwebende Traumwelt, der Allegorie über Leben und Tod. Der Franzose Michel Ocelot ist ein Vertreter des aktuellen internationalen Animationskinos. Ocelot hat mit fast allen Techniken des Animationsfilms gearbeitet, von Zeichnungen bis hin zu Computeranimationen. Sein Film, das Märchen „Tales of the Night“ widmet sich wieder der Silhouettentechnik im Stil Lotte Reinigers.

Donnerstag, 12.07. / 23.25 Uhr / Purcell: Dido und Aeneas (Festival d'Aix-en-Provence 2018)
Oper, Frankreich, 2018, ARTE F        90 Min.
Regie: Andy Sommer
Dirigent: Vaclav Luks
Kostüme: Caroline de Vivaise
Chor: Ensemble Pygmalion
Komponist: Henry Purcell
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Aurélie Maestre
Libretto: Nahum Tate
Licht: Bertrand Couderc
Inszenierung: Vincent Huguet
Orchester: Ensemble Pygmalion

Mit: Kelebogile Pearl Besong (Dido), Tobias Greenhalgh (Aeneas), Sophia Burgos (Belinda), Lucile Richardot (Zauberin/Geist), Fleur Barron (Erste Hexe), Majdouline Zerari (Zweite Hexe), Peter Kirk (Seemann), Rachel Redmond (Hofdame), Rokia Traoré (Frau aus Zypern)

Erstausstrahlung

Karthago, nach Ende des Trojanischen Krieges: Der trojanische Held und Überlebende des Krieges Aeneas sucht Zuflucht im neu gegründeten Karthago der Königin Dido. Die beiden verlieben sich ineinander. Doch das hohe Glück wird durch die böse Absicht einer Zauberin und zweier Hexen getrübt. Überstürzt zieht Aeneas mit seinen Gefolgsleuten weiter nach Italien, um dort das neue Weltreich zu gründen. Zutiefst verletzt sieht Dido nur einen Ausweg: den Freitod. „Dido und Aeneas“, das barocke Opernmeisterwerk von Henry Purcell aus dem Jahr 1689 beruht auf Vergils Epos „Aeneis“.

„Dido und Aeneas“: Schauplatz von Purcells Oper ist Karthago. Der Trojanische Krieg ist vorüber. Aeneas, als Trojaner im Exil, sucht Schutz in der von Königin Dido gegründeten Stadt. Die beiden treffen aufeinander und verlieben sich für die Dauer einer Jagdpartie unsterblich ineinander. Doch Purcell lässt – von Shakespeare inspiriert – eine Zauberin und zwei Hexen dieses Glück zerstören: Für die Dauer eines Rezitativs streiten sich Aeneas und Dido bis aufs Blut. Also bricht Aeneas mit seinen Anhängern nach Italien auf, um dort seine Aufgabe zu vollbringen und ein neues Weltreich gründen. Zutiefst getroffen und verletzt wählt Dido den ihr als einzig wahr erscheinenden Ausweg: den Freitod. Das Scheitern der Protagonisten scheint weniger durch Götterwillkür begründet, als vielmehr durch ein zwischenmenschliches, aber auch persönliches Ringen um Schuld, Begierde und Pflichtbewusstsein.

Aufbauend auf dieser an Vergils Epos „Aeneis“ angelehnten Handlung komponierte Henry Purcell eine der ersten englischen Opern und ein wahres Schmuckstück des Genres.

Das Schicksal schlägt hart zu in dem nur einstündigen Drama. Bühnenregisseur Vincent Huguet erweiterte die Perspektive: Der Prolog der französischen Schriftstellerin Maylis de Kerangal beschreibt Didos Reisen vor ihrer Niederlassung in Karthago. Dieser lyrische Zusatz beleuchtet die Widersprüche, die Licht- und Schattenseiten, im Inneren jedes Wesens.

Auf der Bühne im Innenhof des Erzbischöflichen Palais in Aix-en-Provence werden diese dann durch die junge Besetzung und die Musiker des erstmals von Vaclav Luks dirigierten Ensembles Pygmalion lebendig – eine perfekte Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit.

Freitag, 13.07. / 05.00 Uhr / Hollywood Sounds mit Daniel Hope
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        58 Min.
Regie: Johannes Spiecker
Dirigent: Andrew Manze
Komponist: Erich Wolfgang Korngold, Kurt Weill, Miklós Rózsa
Orchester: NDR Radiophilharmonie
Moderation: Daniel Hope
Online verfügbar von 13/07 bis 20/07

Hollywood ist der Ort unserer Träume, seine Studios produzieren Geschichten, die Menschen auf der ganzen Welt bewegen. Ohne die emotionale Kraft der Musik hätte es diese Erfolgsgeschichte aber nicht gegeben. In seinem Konzert begleitet Stargeiger Daniel Hope sein Publikum zu den Anfängen der "Hollywood Sounds", wobei Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert von 1945 im Mittelpunkt steht.

An seiner üppigen Orchestrierung und den schwelgerischen Klängen lässt sich sofort erkennen, dass Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert von 1945 aus der Feder eines äußerst erfolgreichen und mit zwei Oscars ausgezeichneten Filmmusik-Komponisten stammt.

Daniel Hopes Programm wird ergänzt mit zwei Stücken, die eigens für ihn arrangiert wurden: "Prelude" und "Love Theme" aus Alfred Hitchcocks Film "Spellbound" ("Ich kämpfe um dich"), komponiert von Miklós Rózsa.

Außerdem eine Suite für Violine und Orchester mit Songs von Kurt Weill, darunter Klassiker wie "Mack the Knife", "Speak Low" und "September Song". All diese Komponisten verbindet, dass sie ursprünglich aus Europa stammten, ihre große Karriere aber in Amerika machten. Korngold und Weill waren Juden und verließen ihre Heimat, um sich vor den Nazis in Sicherheit zu bringen. Rózsa arbeitete als Filmmusik-Komponist zunächst in London und siedelte später nach Hollywood über. Einer der ersten Filme, für die er dort die Musik schrieb, war "Spellbound", wofür er auch den ersten seiner drei Oscars erhielt. Fast 100 weitere Soundtracks folgten, darunter zu Klassikern wie "Ben Hur".

Anders als Korngold und Rózsa arbeitete Weill nicht für den Film, sondern für die Bühne. Am Broadway schrieb er Hits wie "Lady in the Dark" oder "One Touch of Venus", die Hollywood-Verfilmungen ließen nicht lange auf sich warten.

Daniel Hope gehört zu den profiliertesten Geigern der Gegenwart. Er ist ein inspirierender Musiker und setzt mit seiner klugen Programmgestaltung immer wieder Akzente, die weit über die Musik hinausweisen.

Freitag, 13.07. / 21.45 Uhr / Ich bin Steve McQueen
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentarfilm, USA, 2014, ARTE        90 Min.
Regie: Jeff Renfroe
Online verfügbar von 13/07 bis 12/08
Erstausstrahlung

Kultstar, Rennfahrer und Herzensbrecher: Steve McQueen gilt als der „King of Cool“ des amerikanischen Kinos der 60er und 70er Jahre.

„I Am Steve McQueen“ dokumentiert die außerordentliche Karriere des Ausnahmeschauspielers und beleuchtet dabei insbesondere die Wechselbeziehung zwischen seinen persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Der Film kombiniert nie gezeigte Interviews von Familienmitgliedern, Weggefährten und Steve McQueen selbst mit seltenen Archivaufnahmen und Auszügen aus seinen bekanntesten Filmen. „I Am Steve McQueen“ richtet den Fokus dabei auf die eher unbekannten Seiten der aufregenden Lebensgeschichte des Schauspielstars.

"I live for myself and I answer to nobody.” Steve McQueen ist unbestrittenermaßen einer der kultigsten Hollywood-Schauspieler aller Zeiten. Ein Leinwandstar mit kernig-männlicher Erscheinung, Sexappeal und Ausstrahlungskraft. Aus dem schwer erziehbaren Jungen und kleinstadtkriminellen Jugendlichen wurde einer der bestbezahlten und gefragtesten Schauspieler seiner Generation. Steve McQueen alias „King of Cool“ genoss den Ruf eines ehrgeizigen Individualisten, der sich nichts sagen ließ. Oft spielte er rastlose und doch zielstrebige Antihelden – Charaktermerkmale, die seine Filmfiguren ebenso auszeichneten wie sein wahres Ich. In einer Epoche des gesellschaftlichen Aufruhrs waren seine Filmrollen quasi ein Spiegelbild seines echten Lebens. Privat ein leidenschaftlicher Rennfahrer, brachte er seine Vorliebe für schnelle Flitzer durch bahnbrechende Stunts und Verfolgungsszenen in Filmklassikern wie „Gesprengte Ketten“ und „Bullitt“ auf die Leinwand. Dieser filmische Ausdruck seiner wahren Persönlichkeit machte Steve McQueen zum amerikanischen Symbol für Freiheit und Individualität. Schon immer wollte er berühmt werden; in späteren Jahren strebte er ironischerweise jedoch wieder nach einem authentischeren und einfacheren Lebensstil. Sein Leben verflog wie eine schnelle Motorradfahrt: 1980 erlag er im Alter von 50 Jahren dem frühen Krebstod.

„I Am Steve McQueen“ dokumentiert die außerordentliche Karriere des Ausnahmeschauspielers und erforscht dabei insbesondere die Wechselbeziehung zwischen seinen persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Der Film kombiniert nie gezeigte Interviews von Familienmitgliedern, Weggefährten und Steve McQueen selbst mit seltenen Archivaufnahmen und Auszügen aus seinen bekanntesten Filmen. Er beleuchtet Aspekte des aufregenden Lebens von Steve McQueen, die bisher nur wenigen Menschen bekannt waren.

Freitag, 13.07. / 23.20 Uhr / Michael Bublé in Concert
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Musik, Großbritannien, 2016, ARTE        59 Min.
Produktion: Eagle Rock
Fernsehregie: Simon Staffurth
Mit: Michael Bublé
Online verfügbar von 13/07 bis 11/09
Erstausstrahlung

Michael Bublé is back! Der mit Platin-Schallplatte und Grammy-Award ausgezeichnete kanadische Künstler bringt exklusiv mit der BBC ein brandneues Studioalbum heraus. Fans können sich auf den gewohnt frechen Ton und die Schlagfertigkeit des Künstlers freuen, und auch die Glitzer-und-Glamour-Atmosphäre passt perfekt zu seiner Persönlichkeit und zu seiner Musik. Michael Bublé singt Evergreens wie „Cry Me A River“ und „Feeling Good“ und stellt Songs aus seinem neuen Album vor, darunter „Nobody But Me“.

Samstag, 14.07. / 21.45 Uhr / Iphigenie
Schwerpunkt: ARTE Festivalsommer
Theater, Frankreich, 2018, ARTE F        150 Min.
Regie: Dominique Thiel
Inszenierung: Chloé Dabert
Erstausstrahlung

Im Juli 2018 jährt sich zum 72. Mal das „Festival d’Avignon“, ein Theater-, Gesangs- und Tanzfestival. Die Spielorte wechseln zwischen öffentlichen Einrichtungen, dem Papstpalast, dem Karmeliterkloster und kleinen Hinterhöfen und Straßen. ARTE zeigt Chloé Daberts „Iphigenie“ nach Jean Racine: Die Tochter des griechischen Königs Agamemnon soll nach einem Orakelspruch geopfert werden, die Soldaten Agamemnons sind kraftlos und niedergeschlagen. Der Tod der Prinzessin soll die Götter besänftigen und somit das Heer dazu bringen, gestärkt in den Krieg zu ziehen. Daberts Inszenierung entführt den Zuschauer in die griechische Mythologie.

Mit „Iphigenie“ verleiht Chloé Dabert Racines Alexandrinern wieder Gehör. Die Handlung in „Iphigenie“ nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Die Tragödie spielt nicht hinter den Mauern eines Palasts, sondern in einem Truppenlager am Meeresstrand. Griechische Soldaten unter der Heerführung des Königs Agamemnon warten hier schon seit Wochen auf ausreichenden Wind für den Angriff auf Troja. Sie fühlen sich zermürbt und machtlos – ein Klima, in dem die grausamen Worte eines Orakels auf fruchtbaren Boden fallen. Dieses behauptet, die Götter würden erst wieder Wind senden, wenn der Heerführer Agamemnon seine Tochter Iphigenie geopfert habe.

Agamemnon ist derjenige, um den die Handlung letztlich kreist: Wird er seine eigene Tochter opfern, um die Götter zu besänftigen? Damit der Wind sich hebt und die Soldaten in den Krieg ziehen können? Einen Krieg um die Frau eines anderen Mannes … Iphigenie als Opfer der Machtstreitereien der anderen.

Chloé Dabert arbeitete als Schauspielerin unter der Leitung von Joël Jouanneau, Jeanne Champagne und Madeleine Louarn. Als Regisseurin erarbeitet und hinterfragt sie die Theatersprache auf methodische, fast mathematische Weise, um so die poetischen Strukturen der Werke sichtbar zu machen. ARTE zeigt ihre Version von „Iphigenie“ vom „Festival d’Avignon“ im Juli 2018.

Sonntag, 15.07. / 17.30 Uhr / China - Deine neuen Künstler
Dokumentation, Frankreich, 2014, ARTE F        52 Min.
Regie: Jean-Michel Carré
Online verfügbar von 15/07 bis 23/07
Erstausstrahlung

China ist verrückt nach zeitgenössischer Kunst! Die Zahl chinesischer Künstler wächst rasant und macht inzwischen 40 Prozent des globalen Kunstmarktes aus: Ihre Ateliers haben gigantische Ausmaße, Ausstellungsflächen schießen wie Pilze aus dem Boden, die Kunstschulen sind überfüllt. Wie kommt das? Welche neuen Kunstformen entstehen in diesem Land, das gestern noch als „Werkbank der Welt“ galt und heute Künstlerwerkstatt der Welt ist?

Als China 2012 zur Nummer eins auf dem globalen Kunstmarkt wurde, löste das in den USA ein regelrechtes Psychodrama aus. Wie konnten die Chinesen seit der Mao-Ära derartiges erreichen?

Im Zuge der Kulturrevolution wollte Mao Zedong mit dem „alten Plunder“ der vergangenen Jahrtausende aufräumen und die Kunst dem Volk zugänglich machen. Unter seiner Herrschaft veränderte sich der chinesische Kunstbetrieb grundlegend. Angesagt waren fortan Ölgemälde, knallbunte Farben und allegorische Darstellungen der Arbeiterklasse in einer Ästhetik, die dem Sozialistischen Realismus nahestand. Sehr schnell wurde Kunst von links zur Kunst der Partei, weit entfernt von jeglicher menschlichen Komplexität oder künstlerischen Einzigartigkeit.

Mit der Reform- und Öffnungspolitik unter Deng Xiaoping bekamen die chinesischen Künstler Lust auf Veränderung. Einige interpretierten westliche Kunstwerke neu, die sie in den Museen rund um die Welt entdeckten. Andere verfremdeten die heimische Propaganda und übten gleichzeitig Kritik am Konsumismus, der über ihr Land schwappte. Nach und nach wurden die zeitgenössischen chinesischen Künstler zu unabhängigen Beobachtern der neuen Gesellschaft und ihrer Auswüchse, fanden Bilder und Symbole für offene Wunden, die Schwierigkeiten des Lebens und die Gewalt des Staates. Sie ließen die alten Dämonen wiederauferstehen: von der Hegemonie versunkener Dynastien über die Kulturrevolution bis hin zu den Toten auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

Diese allen Chinesen gemeinsame Geschichte wird seit mehreren Künstlergenerationen wiederaufgearbeitet. Sie suchen nach einer neuen Identität und werden mit der Vermarktung der Kunst konfrontiert, die dem globalen Trend entspricht, alles als Ware zu betrachten.

Sonntag, 15.07. / 18.25 Uhr / Pergolesis Stabat Mater in der Sainte Chapelle
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        42 Min.
Regie: Victor Cohen Hadria
Chorleitung: Gaël Darchen
Chor: Maîtrise des Hauts-de-Seine
Komponist: Giovanni Battista Pergolesi
Orchester: Orchestre Paris-Classik
Online verfügbar von 15/07 bis 23/07
Erstausstrahlung

Pergolesis Fassung des „Stabat Mater“, aufgeführt in einer der schönsten Kirchen von Paris, der Sainte-Chapelle. Die ehemalige Palastkapelle im hochgotischen Stil mit ihren prachtvollen Fenstern ist der ideale Ort für dieses Werk, das den Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn beschreibt. Es singt der Kinderchor Maîtrise des Hauts-de-Seine.

1736 verfasste Giovanni Battista Pergolesi seine Version des „Stabat Mater“, des Gedichts über den Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn. Das für Sopran- und Altstimmen komponierte geistliche Musikwerk besteht aus zwölf Teilen. In diesem Konzert, das im Juni 2016 in Paris stattfand, übernimmt den Gesangspart die Maîtrise des Hauts-de-Seine, der offizielle Kinderchor der Pariser Oper. Es spielt das Orchestre Paris-Classik unter Leitung von Gaël Darchen. Aufführungsort ist die Pariser Sainte-Chapelle.

Die Sainte-Chapelle liegt im historischen Zentrum von Paris, nur einen Steinwurf entfernt von der Kathedrale Notre-Dame. Sie ist ein Meisterwerk der Hochgotik und wurde auf Wunsch Ludwigs des Heiligen erbaut, um die Dornenkrone Christi aufzunehmen. Die Sainte-Chapelle ist vor allem berühmt für ihre prächtigen Fenster, die auf einer Gesamtoberfläche von 600 Quadratmetern und auf mehr als tausend Tafeln Szenen aus der Bibel abbilden. Diese „Bibel aus Glas“ taucht das Innere der Kapelle in ein ganz spezielles buntes Licht. Eine perfekte Kulisse für Pergolesis Musik, die – losgelöst von jedem religiösen Kontext – den tiefen Schmerz einer trauernden Mutter beschreibt.

Sonntag, 15.07. / 22.25 Uhr / Lauren Bacall - Die diskrete Verführerin
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Pierre-Henry Salfati
Online verfügbar von 15/07 bis 22/07

Sie verzauberte und betörte ihr Publikum wie keine andere: Lauren Bacall. Sie vermochte Menschen um sich herum allein mit ihrem Blick in ihren Bann zu schlagen, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Das Porträt schildert Lauren Bacalls Kindheit und Jugend in Brooklyn, wo sie 1924 als Tochter eines Verkäufers und einer Sekretärin jüdischer Abstammung auf die Welt kommt. Lauren Bacall ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie den 44-jährigen Humphrey Bogart kennenlernt, den sie später heiratet. An seiner Seite dreht Bacall zwischen 1944 und 1948 vier legendäre Filme. Mit Bogarts frühem Tod endet auch der Traum von Hollywood, als sich die Studios von ihr abwenden. Doch bald liegt Lauren Bacall der Broadway zu Füßen. Die Schauspielerin kommt in dem Porträt in zahlreichen Archivaufnahmen selbst zu Wort, in denen sie offen über ihre inneren Verletzungen und ihr Gefühlsleben spricht.

Lauren Bacalls Memoiren, die sie „By Myself“ nannte, wirken wie ein Making-of ihres intimsten Gefühlslebens. Auch in der Dokumentation kehrt sie offen ihr Inneres nach außen: „Ich habe einen Großteil meines Lebens damit verbracht, herauszufinden, wer ich wirklich bin. Und das war nicht leicht. Das ist es nie“, gesteht sie. Lauren Bacall hat immer wieder auf diese tiefe Verletzung hingewiesen, einen Bruch, der ihre Persönlichkeit prägte und den der Film begreiflich machen will. Wer war diese Frau, die mit ihrem unverwechselbaren Blick die ganze Welt verzauberte? Lauren Bacalls Geschichte ist die eines armen jüdischen Mädchens aus Brooklyn, dessen Familie aus Rumänien und Polen in die USA eingewandert war und dessen Leben sich in den von vielen Exilanten geträumten „American Dream“ verwandelte. Mit 19 Jahren erregte das junge Mannequin auf der Titelseite des Magazins „Harper's Bazaar“ die Aufmerksamkeit von Howard Hawks, der sie für seine Hemingway-Verfilmung „Haben und Nichthaben“ (1944) mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle engagierte. Der damals 44-jährige Bogart wurde ihre große Liebe, der Mann ihres Lebens. In Erinnerung an ihre erfüllte Ehe, die durch Bogarts frühen Krebstod ein tragisches Ende fand, wird sie später sagen: „Ich war elf Jahre glücklich. Das reicht für ein ganzes Leben.“ Mit Bogart ist Lauren Bacall in drei weiteren gemeinsamen Filmen verewigt, den Krimis „Tote schlafen fest“ (1946) ebenfalls unter Hawks Regie, „Das unbekannte Gesicht“ (1947) im Jahr darauf und dem John-Huston-Klassiker „Gangster in Key Largo“ (1948). Noch heute gelten Bacall und Bogart als das glamouröseste Liebespaar der Filmgeschichte und das Traumpaar Hollywoods. Als Bogart starb, war Bacall gerade einmal 32 Jahre alt und hatte zwei kleine Kinder. Als sich die Hollywoodstudios allmählich von ihr abwandten, ging sie nach New York zurück, wo ihr schon bald der Broadway zu Füßen lag. Unvergesslich ist ihre Rolle in „Applause“, der Bühnenversion eines Betty-Davis-Films. Insgesamt spielte sie in fast 50 Filmen mit, später sind es eher kurze Auftritte als richtige Rollen. Erst 2009 verleiht ihr Hollywood – reichlich spät und wohl aus schlechtem Gewissen – einen Ehren-Oscar.

Sonntag, 15.07. / 23.20 Uhr / Joël Pommerat - Theater total
Dokumentation, Frankreich, 2018, ARTE F        60 Min.
Regie: Blandine Armand
Online verfügbar von 15/07 bis 13/09
Erstausstrahlung

„Ich suche nach Wirklichkeit. Die Welt der Kunst, besonders das Theater, hat die Möglichkeit zu rekonstruieren, was Wirklichkeit sein könnte.“ Autodidakt und Genie vereint: Der Franzose Joël Pommerat zählt zu den bei Publikum und Kritikern beliebtesten Dramatikern und Theaterregisseuren der Gegenwart. Die 1990 von ihm gegründete Compagnie Louis Brouillard verfügt mittlerweile über ein Repertoire von mehr als 20 Stücken aus seiner Feder, mit denen sie in Frankreich und der ganzen Welt auftritt. Eindringlich reflektieren seine Bühnenwerke unsere Zeit. Filmemacherin Blandine Armand stellt den außergewöhnlichen Künstler in einem Porträt vor.

Joël Pommerat schreibt, um denken zu können. Aus seiner Feder stammen mehr als zwanzig Theaterstücke, die international Anklang finden und die renommiertesten Theaterpreise gewinnen. Ob Kindermärchen oder monumentale sowie minimalistische Stücke oder Opern: Pommerat ergründet in seinem Werk die menschliche Natur in ihrer ganzen Komplexität und findet dabei stets neue Erzählformen und Strukturen. Pommerat wird gefeiert, weit über Frankreich hinaus.

Grundlage seiner Stücke – wie beispielsweise in „La Révolution #1 - Wir schaffen das schon“ – ist oft die Improvisationsarbeit der Schauspieler, gespeist aus Archivmaterial und vorangegangenen Anweisungen des Theaterregisseurs. Pommerat hinterfragt die Grundfesten der Gesellschaft sowie unser Verhältnis zu politischem Handeln.

Der Film von Blandine Armand stellt Joël Pommerat und die 1990 von ihm gegründete Compagnie Louis Brouillard vor, deren Mitglieder ihn seit mehr als 20 Jahren begleiten. Anlässlich der Neuaufführung von „Ça ira (1) Fin de Louis“ und der Uraufführung der Oper „Pinocchio“ beim Festival in Aix-en-Provence konnte die Regisseurin Joël Pommerat mehrere Monate lang mit der Kamera begleiten. Erstmals nähert sich dieses filmische Porträt somit einem Künstler, der das Rampenlicht scheut und jeden Moment seines Lebens der Arbeit widmet.

Proben, Auszüge aus Pommerats Stücken, Interviews mit seinen Schauspielern, Radiointerviews mit Pommerat selbst, Theaterworkshops mit Insassen der Haftanstalt in Arles: ein Bühnenkünstler bei der Arbeit, der sich und die Welt ständig hinterfragt. Ein beeindruckendes Porträt eines der wichtigsten europäischen Theatermacher.

Sonntag, 15.07. / 00.25 Uhr / Händel: Feuerwerksmusik beim Château de Chambord
Georg Friedrich Händel, Marc-Antoine Charpentier
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        83 Min.
Regie: Nathan Benisty
Dirigent: Hervé Niquet
Komponist: Georg Friedrich Haendel, Marc-Antoine Charpentier
Orchester: Le Concert Spirituel
Online verfügbar von 15/07 bis 22/07
Erstausstrahlung

Hervé Niquet und das Ensemble Concert Spirituel im Park von Schloss Chambord mit einem erlesenen Programm. Vor einem Publikum von über 4.000 Personen interpretieren sie das weltberühmte „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier – dessen Präludium zur Kennmelodie für die Eurovision wurde – und zwei der berühmtesten Werke von Georg Friedrich Händel: die Suiten der Wasser- und der Feuerwerksmusik. Als Bouquet final gibt es ein echtes Feuerwerk parallel zur Musik.

Das Schloss Chambord ist das größte und wohl auch schönste der Loire-Schlösser. Erbaut wurde es im 16. Jahrhundert von König Franz I. Über 4.000 Besucher picknicken zum Konzert im Schlossgarten vor der weltberühmten Schlossfassade.

Hervé Niquet und das Ensemble Concert Spirituel bieten ein königliches Programm. Das berühmte „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier, dessen Präludium als Eurovisionsmelodie verwendet wird. Anschließend werden die Suiten der Wasser- und der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel gegeben.
Als Bouquet final gibt es zu Händels Feuerwerksmusik ein echtes, knapp 17 Minuten dauerndes Feuerwerk, fein zur Musik abgestimmt.

Sonntag, 15.07. / 01.45 Uhr / Thomas Ostermeier ~ Auf der Bühne wie im echten Leben
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        56 Min.
Regie: Jérémie Cuvillier
Online verfügbar von 15/07 bis 13/09

Thomas Ostermeier, seit 1999 künstlerischer Leiter der Berliner Schaubühne, zählt zu den wichtigsten deutschen Theaterregisseuren der Gegenwart. Seit vielen Jahren ist er mit seinen Inszenierungen auch an französischsprachigen Bühnen sehr präsent. So feierte im Februar 2016 seine Neuinszenierung von Anton Tschechows Meisterwerk „Die Möwe“ am Théâtre Vidy in Lausanne Premiere. ARTE konnte Thomas Ostermeier bei den Proben mit der Kamera begleiten. Entstanden ist dabei ein tiefer Einblick in seine einzigartige und intensive Schauspielerführung und die Visionen des begnadeten Theatermachers.

Thomas Ostermeier ist ein rastloser Künstler. An der Bühnenarbeit interessiert ihn die wahre Begegnung zwischen den Schauspielern. Dafür hat er diesmal Tschechows „Möwe“ gewählt: „Eine Komödie, drei Frauenrollen, sechs Männerrollen, vier Akte, eine Landschaft (Blick auf einen See), wenig Handlung, ein Pud Liebe.“ So beschrieb Tschechow damals sein Drama. Ostermeier bedient sich des Stoffs, um seine Schauspieler miteinander interagieren zu lassen und ihre intimsten Empfindungen freizulegen.

Dabei setzt er eine von ihm selbst entwickelte Schauspielmethode ein, die er Storytelling nennt. Sie basiert auf den Schauspieltheorien von Stanislawski und Meyerhold und bringt die Darsteller dazu, eigene Erinnerungen in die Probenarbeit einzubringen. Im Probenraum nähern sich die Schauspieler unter Ostermeiers Leitung auf sehr persönliche und authentische Art ihren Figuren an. Der Zuschauer ist hautnah dabei und erlebt, wie Theater entsteht.

Die Dokumentation erzählt von Theaterleidenschaft, indem sie zwischen den Proben und der Handlung des Stücks hin- und herschwenkt, inszeniert von einem der prägendsten Regisseure unserer Zeit. Nach und nach wird Ostermeiers Vision von Theater lebendig, durch die Art, wie die Schauspieler ihre Rollen im Widerhall mit der Realität verkörpern. Der Regisseur, der sonst keine Zuschauer bei seinen Proben zulässt, gibt sehr persönliche Einblicke in sein Theaterschaffen. Inmitten der Darsteller nimmt die Kamera am Entstehungsprozess des Stücks Teil. Selten war Theater so greifbar, so nah am Leben.

Zusatzinfo:
Thomas Ostermeier ist seit 1999 künstlerischer Leiter und Regisseur an der Schaubühne Berlin. Von 2010 bis 2018 war er Ko-Präsident des Deutsch-Französischen Kulturrates. Ostermeier wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2003 mit dem Wiener Theaterpreis Nestroy, 2009 mit der Ernennung zum „Officier de l‘ordre des Arts et des Lettres“, 2011 mit dem Friedrich-Luft-Preis sowie dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig und 2015 als „Commandant de L'ordre des Arts et des Lettres“, dem höchsten Rang des vom französischen Kulturministerium verliehenen Ordens für besondere kulturelle Verdienste. ARTE zeigte auch seine gefeierte Inszenierung von Shakespeares „Richard III.“ (2015) mit Lars Eidinger in der Titelrolle.

Sonntag, 15.07. / 02.45 Uhr / Durch die Nacht mit ...Sibel Kekilli & George R.R. Martin
Magazin, Deutschland, 2014, ZDF        52 Min.
Regie: Hasko Baumann
Online verfügbar von 15/07 bis 22/07

Mit seiner Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ schuf der Autor George R.R. Martin die Vorlage für die weltweit erfolgreiche Serie „Game of Thrones“. Für „Durch die Nacht mit …“ hat er nun die deutsche Schauspielerin Sibel Kekilli, die in „Game of Thrones“ seine Romanfigur Shae spielt, in seine Wahlheimat Santa Fe eingeladen, um mit ihr einen spannenden Abend zu verbringen.

Mit seiner Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ liefert der Autor George R.R. Martin die Vorlage für die weltweit erfolgreichste Fernsehserie „Game of Thrones“. Für „Durch die Nacht mit …“ hat er nun die deutsche Schauspielerin Sibel Kekilli in seine Wahlheimat Santa Fe eingeladen. Es ist ein freudiges Wiedersehen, denn Kekilli spielt in „Game of Thrones“ seine Romanfigur Shae.
    Ihr gewährt der Schriftsteller seltene Einblicke in sein Privatleben und beeindruckt dabei nicht nur mit einer gigantischen Privatsammlung an Fantasy- und Science-Fiction-Figuren. Auch geht es um die Geschichte der kleinen Stadt und die besondere Welt der Comicläden und Fantasy-Galerien. Das leibliche Wohl ist für George R.R. Martin eine Herzensangelegenheit. Es gibt Margaritas, Chili con Queso und Quesadillas in rauen Mengen – etwas zum Leidwesen der zierlichen Schauspielerin.

Am späteren Abend hat der Autor in sein Kino eingeladen, das „Jean Cocteau-Filmtheater“. Gezeigt wird in dieser Woche Fatih Akins Film „Gegen die Wand“, in dem Sibel Kekilli die Hauptrolle spielte. In der daran anschließenden Diskussionsrunde beantwortet die Schauspielerin bereitwillig die Fragen des Publikums. Die Gespräche der beiden drehen sich um Schreiben, Schauspiel, Fans und die Verantwortung als Künstler. Auch tauschen sie sich über Sibel Kekillis türkische Wurzeln und ihr politisches Engagement aus. Vor allem zeigt dieser Abend eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden Künstlern. Herzlich und leicht beschwipst lassen die beiden den Abend bei Margaritas und Live-Musik ausklingen. Nur Tanzen will Martin nicht …

Mittwoch, 18.07. / 06.45 Uhr / Klimpern mit Anna ~ Hin zur Musik!
Kindersendung, Frankreich, 2013, ARTE        13 Min.
Regie: Philippe Le Dem
Online verfügbar von 18/07 bis 25/07

Eddy liebt Musik, hat aber im Prinzip keine Ahnung, wie man Musik macht, geschweige denn davon, was Musik überhaupt ist. Deshalb beschließt er, Musikunterricht zu nehmen – und zwar bei der erfahrenen Klavierlehrerin Anna. Die Serie eröffnet Kindern spielerisch die nicht immer leicht zugängliche Welt der Musik: Welche Instrumente gibt es? Welche Rolle spielten sie in der Geschichte? Und welche Berufe und Musikrichtungen gibt es? Die amüsante Kindersendung führt die Zuschauer in kleinen Schritten und mit viel Humor an die Musiklehre heran.

Was kann man eigentlich als Musik bezeichnen? Sicher ist, Musik hat es schon immer gegeben, selbst bei den ersten Menschen, die in der Steinzeit unsere Erde bevölkerten. Zu den ersten Instrumenten, derer sich der Mensch bediente, gehörten die Trommel und die eigene Stimme. Es folgte die Harfe und die Flöte. Streichinstrumente, Blasinstrumente und Perkussionsinstrumente sind also die drei wichtigsten Instrumentengruppen.

Die zwei sympathischen Hauptfiguren – die erfahrene Musiklehrerin Anna und ihr völlig unbedarfter, witziger Schüler Eddy – vermitteln Kindern mit viel Leichtigkeit und Humor erste musikalische Grundkenntnisse. Darüber hinaus unternimmt die Sendung einen spielerischen Streifzug durch das weite Feld der Musik, so dass die Zuschauer verschiedene Instrumente und Berufe in der Musik kennenlernen. So begleitet Anna in der ersten Folge Eddy beispielsweise zu einem Klavierstimmer, der ihm zeigt, was man machen muss, damit ein Klavier richtig klingt.

Zusatzinfo:
Nach einer klassischen Klavierausbildung am Pariser Konservatorium studierte Anna-Zofia Borowiec Musikpädagogik und erforscht seitdem immer wieder neue Wege der Musikvermittlung. Auf ihrer 2012 von der Académie Charles Cros ausgezeichneten Doppel-CD „Pianotine“ spielte sie selbstkomponierte Neuinterpretationen bekannter Kinderlieder und klassische Stücke für Kinder ein. Seit mehr als 15 Jahren unterrichtet Anna-Zofia Borowiec Kinder und Erwachsene im Fach Klavier.

Mittwoch, 18.07. / 01.50 Uhr / Bettina Rheims - In der Ikonen-Schmiede
Dokumentation, Frankreich, 2015, ARTE F        50 Min.
Regie: Michèle Dominici
Online verfügbar von 18/07 bis 26/07

Die französische Starfotografin Bettina Rheims, die früher selbst Model war, weiß, wie man Ikonen schafft. Seit den 70er Jahren hat sie so gut wie alle weiblichen Stars abgelichtet; ihre Fotos zierten Titelseiten von Magazinen, LP-Cover und Kinoplakate. Die Dokumentation will herausfinden, wie es ihr gelingt, mit ihren Werken immer genau den Zeitgeist zu treffen.

Die aus einer deutsch-französischen Familie stammende Starfotografin Bettina Rheims ist vor allem für ihre erotischen Frauenfotos bekannt. Rheims schafft mit ihrer virtuosen Lichtführung, der sicheren Wahl des Ambientes und mit den perfekten Körpern ihrer Models eine glitzernde, lustvolle Kunstwelt, die fast ganz von Bettina Rheims' Hauptsujet – selbstbewussten Frauen – eingenommen und bestimmt wird.

Für die Dokumentation war die Regisseurin Michèle Dominici acht Monate lang mit ihr unterwegs. Sie begleitete die Künstlerin auf eine Vernissage nach London, zum Shooting mit Monica Bellucci und Paz de la Huerta, in ein Museum und bei der Arbeit an einer Werkschau. Sie erzählt ihre Erlebnisse und zeichnet so das Porträt einer modernen „Hofmalerin in der Instagram-Ära“.

Bettina Rheims sorgt mit ihren spektakulären Fotoprojekten immer wieder für Furore. Ihre umstrittenen Jesus-Fotos riefen heftige Proteste hervor. Doch ungeachtet der Tatsache, dass ihre kunstvoll arrangierten Aktfotos die Öffentlichkeit provozierten, berief sie der Elysée-Palast 1995, um das offizielle Präsidentenfoto Jacques Chiracs aufzunehmen.

Wer Ikonen schaffen will, muss Trends bedienen; kritische Blicke und ironische Distanz sind fehl am Platz. Ikonen konfrontieren die Gesellschaft mit ihren Modeerscheinungen sowie kulturellen Codes. Nicht jeder hält dieser Konfrontation stand. Die Dokumentation zeigt, wie die Fotografin mit Eifer und Opportunismus zum Mythos ihrer Epoche beiträgt. Der Film reiht Momentaufnahmen aneinander, folgt aber auch einer klaren Linie, die erklärt, wie Bettina Rheims Frauen betrachtet – und damit auch, welches Frauenbild in unserer Gesellschaft vorherrscht.

Freitag, 20.07. / 22.35 Uhr / Prince - Sexy Mother F*****
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentation, Deutschland, 2018, WDR        52 Min.
Regie: Oliver Schwabe
Erstausstrahlung

Der Film „Prince - Sexy Mother F*****“ zeichnet die Karriere des Ausnahmekünstlers nach. Prince war Sänger, Songwriter, Multiinstrumentalist, Arrangeur, Produzent und Schauspieler, der die populäre Musik über Jahrzehnte hinweg mitbestimmte und sie bereicherte. Prince war ein männlicher Verführer, der sich nicht zierte, weiblich zu sein. Er dekonstruierte gängige Geschlechterrollen, spielte gar damit. Als Grenzüberschreiter legte er sich nicht auf eine Stilrichtung fest. Er tat das, was er selbst wollte, ohne dabei leichtfertig zu sein. Völlig überraschend verstarb Prince im April 2016. Oliver Schwabe präsentiert ein Porträt des außergewöhnlichen Musikers.

Die ganze Welt ist fassungslos, als Prince – und damit eine Legende der Musikgeschichte – im Frühjahr 2016 plötzlich stirbt. „Die Moderne hat keinen großartigeren Pop-Star hervorgebracht als Prince“, so die „Washington Post“. Prince galt als Grenzüberschreiter, für den es keine Vorschriften gab: Er ließ sich von nichts und niemandem einschränken, weder in seinem Handeln oder seinen Ideen noch in seinem Stil, der von R&B, Funk, Pop, Rock, Soul über Blues bis hin zum Jazz reichte. Der Workaholic veröffentlichte in fast 40 Jahren 34 Alben, die sich über 100 Millionen Mal verkauften, darunter die weltbekannten Hits „Purple Rain“ (im gleichnamigen Film spielte Prince die Hauptrolle), „When Doves Cry“, „Kiss“, „Sign O‘ The Times“ und viele weitere.

Bei Prince kam alles aus der Hüfte: sein Gesang mit einer Stimme, die zwischen Bariton und flehendem Falsett oszillierte, seine geschmeidige androgyne Männlichkeit, sein Humor und sein erotisches Charisma. Ausgesuchtes Archivmaterial, Konzertausschnitte und Videoclips zeigen die Höhepunkte seines Schaffens. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Musik, sondern auch auf der Selbstinszenierung des Künstlers als unwiderstehliches Sexsymbol und nahbare Kunstfigur. In Interviews sprechen Freunde, Kollegen und Bewunderer über die Karriere des Superstars – immer wieder versehen mit ihren eigenen Geschichten, die belegen, was sie mit Prince verbunden und was sie zum Fan gemacht hat. Es entsteht ein atemberaubender, fiebriger und pulsierender Mix aus Bildern und Musik, ergänzt um einen Interviewchor aus Erinnerungen von Zeitzeugen und Fans, der Prince als einzigartige Popikone feiert.

Freitag, 20.07. / 23.25 Uhr / Prince: Sign O' The Times
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Musik, Niederlande, 1987, ARTE        81 Min.
Regie: Tim Clawson
Mit: Prince
Online verfügbar von 20/07 bis 19/08

1987 – Superstar Prince gibt drei legendäre Konzerte im Sportpaleis Ahoy in Rotterdam. Es sind die letzten Shows seiner Europatournee. Aus den Zusammenschnitten dieser Konzerte, kombiniert mit später aufgezeichneten Szenen und Choreographien, entsteht der Konzertfilm „Sign O‘ The Times“, der noch im selben Jahr in den amerikanischen Kinos anläuft. Obwohl die Musik definitiv im Vordergrund steht, spielt sich im Film die Handlung einer problematischen Dreiecksbeziehung ab – dargestellt durch Prince, die Tänzerin Cat und den Tänzer Wally Safford.

Zum Abschluss seiner Europatournee im Jahr 1987 gibt der US-amerikanische Superstar Prince drei Konzerte im Rotterdamer Sportpaleis Ahoy. Vor begeistertem Publikum spielen er und seine Band 13 Stücke, von denen elf aus seinem Doppelalbum „Sign O' The Times“ und alle Titel außer „Now's The Time“ aus seiner eigenen Feder stammen. Blinkende Leuchtreklame auf der Bühne erweckt das Flair eines Kneipenviertels in einer imaginären Großstadt. Die Konzertmitschnitte wechseln sich ab mit später ergänzten Szenen und Choreographien, die auf der Straße vor dieser städtischen Kulisse spielen. Aufgeheizt wird das Ganze durch die kaum steigerungsfähige Performance von Sheila E., Boni Boyer und Cat. Zwischendurch erscheint Sheena Easton im Rockvideo „U Got the Look“. Prince ist in ständiger Bewegung und zeigt sich als schillernder, charismatischer Meister der Show.

Die Pariser Tageszeitung „Le Matin“ bescheinigt der Show „zwei Stunden entfesselter Perfektion“, die holländische Zeitung „Trouw“ meint, der Auftritt von Prince stelle „alles bisher auf Pop-Bühnen Gezeigte in den Schatten“, und die Münchener „Abendzeitung“ nennt Prince den „Mozart des Rock“.

Sonntag, 22.07. / 05.05 Uhr / John Williams Gala aus der Walt Disney Concert Hall
Musik, Deutschland, 2014, WDR        100 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Gustavo Dudamel
Chor: Los Angeles Children's Chorus
Orchester: Los Angeles Philharmonic

Mit: Itzhak Perlman (Violine), U.S. Army Herald Trumpets, Dan Higgins (Saxophon), Glenn Paulson (Vibrafon), Michael Valerio (Kontrabass)

Online verfügbar von 22/07 bis 20/10

John Williams gehört zu den berühmtesten Filmkomponisten unserer Zeit. In seiner langen Karriere hat er die Musik für unzählige Filme komponiert, unter anderem für „Schindlers Liste“ und „Star Wars“. Im September 2014 feierte ihn das Galakonzert zur Eröffnung der Konzertsaison des Los Angeles Philharmonic Orchesters unter der Leitung von Gustavo Dudamel.

John Williams zählt zu den weltweit populärsten und erfolgreichsten Filmkomponisten unserer Zeit. Besondere Berühmtheit hat er vor allem durch seine Arbeit für die Regisseure Steven Spielberg und George Lucas erlangt. In seiner Arbeit für Hollywood ist Williams nie auf ein Genre festgelegt, wobei seine Musik zumeist ausladend und üppig orchestriert ist und sich durch einen hohen Wiedererkennungswert auszeichnet. Neben seinen unzähligen Filmmusiken komponierte Williams auch Symphonien und Solokonzerte sowie kürzere Stücke für Orchester beziehungsweise Ensembles. Im Laufe seiner Karriere wurde Williams mit mindestens zwölf Grammys, drei Emmys, vier Golden Globes, fünf Oscars, sieben BAFTA-Awards und zig weiteren internationalen Preisen ausgezeichnet. Das Repertoire dieses Konzertabends umfasst neben einer Reihe bekannter Filmmelodien auch ein Solo des Stargeigers Itzhak Perlman, dessen Zusammenarbeit mit John Williams die Musik zu „Schindlers Liste“ unvergesslich werden ließ. Darüber hinaus gibt es zwischen den einzelnen Musikstücken Interview-Passagen, in denen John Williams mit Gustavo Dudamel über seine Arbeit spricht. Weitere musikalische Glanzpunkte bilden die Themen aus den Filmen „Amistad“, „Anatevka“ („Fiddler on the Roof“) oder „Catch Me If You Can“ und die Kultmelodien aus „Star Wars“.

Sonntag, 22.07. / 06.50 Uhr / Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse
"Das Martyrium der Heiligen Apollonia", 1461 - Jean Fouquet
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F        26 Min.
Regie: Carlos Franklin
Online verfügbar von 22/07 bis 12/10

Um 1450 ging der Hundertjährige Krieg seinem Ende entgegen, aber das Königreich Frankreich war noch gespalten. Die Kämpfe, die Pest und die Hungersnot hatten die Bevölkerung fast um die Hälfte dezimiert. König Karl VII. und sein Hof ließen sich in Tours nieder. Im Stadtzentrum hatte der hoch angesehene Maler Jean Fouquet sein Atelier.

Von dort stammt seine Miniatur im Format 16 x 12 Zentimeter, die den Titel „Das Martyrium der Heiligen Apollonia“ trägt. Bei dem religiösen Werk handelt es sich um eine der 47 noch erhaltenen Bilderhandschriften, die Fouquet für das Stundenbuch Etienne Chevaliers, eines reichen Auftraggebers, ausführte. Wie alle Buchmaler schuf Fouquet das sehr behutsam gemalte Werk mit Hilfe einer Lupe. Er ließ sich von einer der Geschichten der „Legenda aurea“ anregen, die um 1260 von dem Dominikaner Jacobus de Voragine verfasst wurde. Diese „goldene Legende“ beschreibt die Folterungen der ersten Christen im Römischen Reich.

Der Maler zeigt, wie die Henker der auf einem Folterbett gefesselten heiligen Apollonia die Zähne ausreißen, damit sie ihrem Glauben abschwört. Eine undisziplinierte Menge drängt sich indes auf den Zuschauerrängen, um dem Schauspiel zuzusehen, als handle es sich um ein Mysterienspiel, eine theatralische Darstellung des Martyriums der Heiligen.

Fouquets Werk fordert den Betrachter auf, dieser Entfaltung von Schmerz und Gewalt beizuwohnen, die in der mittelalterlichen Vorstellungswelt kein Einzelfall ist. Durch die Einbettung in eine Theaterszenerie verharmlost der Künstler jedoch das Dargestellte. Er setzt das Theatralische als eine Art Filter ein und erzwingt damit eine Distanzierung, die bereits die Anfänge der Renaissance ankündigt.

Sonntag, 22.07. / 11.30 Uhr / Grand'Art ~ Caravaggio (1/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2017, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Online verfügbar von 22/07 bis 30/07
Erstausstrahlung

Hector Obalk ist Filmemacher und Kunstkritiker aus Leidenschaft. In drei Folgen zeichnet er diesmal den künstlerischen Werdegang des italienischen Renaissancemalers Caravaggio nach. Anhand seiner Gemälde bringt Obalk, untermalt von Bach-Klängen, dem Zuschauer die Kunstrichtung der Renaissance nahe und führt aus seiner ganz persönlichen Sicht an die Besonderheiten von Caravaggios Meisterwerken heran.

In seinem Jugendwerk dokumentierte Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, vor allem den Genuss irdischer Freuden („Knabe mit Früchtekorb“), urwüchsige Alltagsszenen voll listiger Buben und verzehrender Blicke („Die Falschspieler“, „Die Wahrsagerin), die Zeitvertreibe der hohen Gesellschaft („Das Konzert“) und das Leben im Einklang mit der Natur („Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“).

Das Thema des Bildes „Knabe mit Früchtekorb“, eines der ersten bekannten Werke des Meisters, ist typisch für die Bilder, auf die die Sammler Caravaggios damals versessen waren, um damit ihre römischen Palazzi oder Villen zu dekorieren: Es handelt sich gewissermaßen um eine Gabe von Früchten, die der Auftraggeber symbolisch seinen Gästen als Willkommensgeste anbietet.

Vermutlich entstand das Bildnis eines jungen Mannes mit blassem Teint, das den Titel „Kleiner kranker Bacchus“ trägt, während einer längeren Krankheit. Bei diesem nur mit einem locker drapierten Tuch bekleideten Jüngling mit Efeu im Haar und Weintrauben in den Händen handelt es sich offensichtlich um ein Selbstporträt Caravaggios als melancholisch leidender Dandy.

Hector Obalk beleuchtet die Themen und die Bildkomposition der unterschiedlichen Gemälde aus der Frühphase von Caravaggios Schaffen – von der Lichtführung, den theatralischen Gesten und Posen der dargestellten Figuren bis hin zu Details, die oft mit einer symbolischen Bedeutung aufgeladen sind. Dabei verzichtet Hector Obalk immer wieder auf einen Kommentar und lässt die Bilder für sich sprechen.

Sonntag, 22.07. / 18.25 Uhr / Nemanja Radulovic spielt Bach
Musik, Frankreich, 2016, ARTE F        43 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Komponist: Johann Sebastian Bach
Orchester: Ensemble Double Sens
Mit: Nemanja Radulovic (Violine), Tijana Milosevic (Violine)
Online verfügbar von 22/07 bis 12/08

Das Programm des französisch-serbischen Violinisten Nemanja Radulovic steht ganz im Zeichen von Johann Sebastian Bach. Mit seiner schwarzen Mähne, T-Shirt, gut sitzender Jacke, Kette und Lederstiefeln fällt der temperamentvolle Geiger aus Serbien auf. Er gibt sich wie ein Rockstar. Doch hinter der wilden Erscheinung verbirgt sich wahre Virtuosität und eine Leidenschaft für die großen klassischen Komponisten, wie sein Konzert im Pariser Théâtre des Champs-Elysées, bei dem sich alles um Bach dreht, eindrucksvoll beweist.

Technisch und virtuos beeindruckend wie außergewöhnlich ist das Geigenspiel von Nemanja Radulovic. Der französisch-serbische Violinist verbindet die Tradition der sogenannten Zigeunergeiger mit der französischen Violinschule und wirbelt mit seinen wilden Locken, Rockerklamotten und Temperament über die Bühnen der Welt. Nemanja Radulovic wurde 2005 zum ersten Mal bei der französischen Klassik-Musikpreisverleihung Victoires de la Musique Classique ausgezeichnet und hat sich seitdem zu einem der gefragtesten Musiker der Branche entwickelt. Er fühlt sich im virtuosen Repertoire Paganinis ebenso zu Hause wie bei den großen Romantikern Beethoven oder Mendelssohn sowie in der Kammermusik. Auf dem Programm seines Konzertes im November 2016 im Pariser Théâtre des Champs-Elysées steht Johann Sebastian Bach. Radulovic beschäftigt sich schon lange mit dem Werk des Leipziger Thomaskantors. Präzise und scheinbar mühelos wechselt er zwischen vibrierenden Adagios und lebhaften Allegros. In Harmonie mit seiner Musikpartnerin Tijana Milosevic gelingt ihm bei Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen eine packende, ausdrucksstarke Interpretation. Mit seinem Ensemble Double Sens gestaltet Nemanja Radulovic einen mitreißenden und fantasievollen Abend. Zu den Höhepunkten gehören eine Transkription der berühmten, ursprünglich für Orgel komponierten Toccata und Fuge und als Zugabe ein Stück aus der musikalischen Tradition des Balkans.

Sonntag, 22.07. / 22.15 Uhr / Ryan Gosling
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentation, Deutschland, 2018, ARTE        52 Min.
Regie: Jana Buchholz
Online verfügbar von 22/07 bis 21/08

Die einen feiern ihn als Sexsymbol und als interessantesten Schauspieler unserer Zeit. Neider lästern über sein glattes Gesicht, seinen Waschbrettbauch und erklären damit seinen Ruhm. Unstrittig ist, dass Ryan Gosling einer der erfolgreichsten Schauspieler unserer Dekade ist.
In der Dokumentation beleuchtet Jana Buchholz die persönliche Geschichte des Schauspielers. Der Kanadier hat sich etwas bewahrt, das im Multimedia-Zeitalter rar ist: eine Privatsphäre. Es gibt kaum private Fotos, kaum einer weiß, dass er in der Schule gemobbt und dann zu Hause unterrichtet wurde, dass er Bandauftritte in Altersheimen hat und Produzent eines Films über Albino-Kinder in Afrika ist. Auch das Popkultur-Phänomen Gosling wird betrachtet. Massenweise Fanartikel und Webseiten sind ihm gewidmet. Er gilt nicht nur als Sexsymbol, sondern auch als Feminist.

Wichtige Szenen aus seinen Filmen zeigen die Bandbreite seines Spiels und seiner Rollenauswahl. Mit 19 tritt er als Neonazi in „Inside a Skinhead“ auf und erntet dafür großen Respekt. Der große Durchbruch gelingt ihm jedoch als romantischer Einzelgänger in „Wie ein einziger Tag“. Seit dem Film „Drive“ ist er zudem einer der coolsten und seit „Crazy, Stupid, Love“ einer der sexiesten Stars. Bis heute legt er sich auf keinen Rollentyp fest und geht bei jedem Film ein Risiko ein.

Interviews mit Freunden, Kollegen und Experten bringen einem den wahren Gosling näher. Es entsteht ein überraschendes Porträt eines vielschichtigen Mannes, der sich bewusst hinter seinem glatten Image versteckt.

Sonntag, 22.07. / 23.10 Uhr / Hinter die Welt - Tokio Hotel
Dokumentation, Deutschland, 2017, RBB        59 Min.
Regie: Oliver Schwabe
Online verfügbar von 22/07 bis 29/07
Erstausstrahlung

„Ich muss durch den Monsun, hinter die Welt ...“ Mit diesen Zeilen sangen sich vier Jungs aus Magdeburg 2005 in die Ohren der Musikwelt. Mit nur neun Jahren beschließen die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz aus Magdeburg, berühmt zu werden. Mit zwölf Jahren gründen sie gemeinsam mit Gustav Schäfer und Georg Listing eine Band, die unter dem Namen Tokio Hotel die Welt erobert. Sie werden bestaunt, belächelt, gehasst und verehrt ... Der Film taucht ein in das Leben der Band, begleitet Bill und Tom durch einsame Wüsten Kaliforniens und Gustav und Georg an die Ufer der Elbe.

Mit nur neun Jahren beschließen die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz aus Magdeburg, berühmt zu werden. Mit zwölf Jahren gründen sie gemeinsam mit Gustav Schäfer und Georg Listing eine Band, die ab 2005 unter dem Namen Tokio Hotel die Welt erobert. Sie werden bestaunt, belächelt, gehasst und verehrt ... Der Erfolg ist gigantisch: Platin in 68 Ländern, ausverkaufte Konzerte und der androgyne Bill wird zur Stilikone. Mit Anfang 20 fliehen die Zwillinge – reich und berühmt – im Privatjet nach Los Angeles und lassen Tausende von begeisterten Fans und ein Leben hinter Schutzmauern hinter sich. Sie möchten ihre Freiheit zurück und wissen nicht, wie und ob es weitergeht.

Der Film taucht ein in das Leben der Band, begleitet Bill und Tom durch einsame Wüsten Kaliforniens und Gustav und Georg an die Ufer der Elbe. Sie sprechen über den Preis des Erfolgs, die Unzertrennlichkeit der Zwillinge, über Liebe, Sexualität, Heimat und Musik. Zur Albumproduktion kommt die Band im Studio in Berlin zusammen und bereitet Welttourneen durch Südamerika, Europa und Russland vor. Unbeirrt verfolgt die Band, die schon alles erlebt hat, ihren in der Kindheit begonnenen Traum weiter.

Sonntag, 22.07. / 00.20 Uhr / Die Blockflöte - Ein Comeback ~ Der neue Sound von Maurice Steger
Musik, Deutschland, 2017, HR        53 Min.
Regie: Natascha Pflaumbaum
Online verfügbar von 22/07 bis 29/07
Erstausstrahlung

Die Blockflöte erlebt derzeit eine Renaissance. Sie ist auf dem besten Weg, Kultstatus zu erlangen. Der Film erzählt Geschichten über die Blockflöte: bizarr, exotisch, extraordinär und überraschend. Ganze Generationen sind in der Schule von der Blockflöte gepiesackt worden. Fast jeder musste sie lernen, die wenigsten blieben allerdings dabei. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Blockflötenvirtuosen: Der Schweizer Blockflötist Maurice Steger gehört mittlerweile zu den Weltstars. Er hat den Klang revolutioniert und so groß und tragfähig gemacht, dass man damit große Konzertsäle füllen kann.

Ganze Generationen sind in Deutschland mit der Blockflöte aufgewachsen. Die Blockflöte ist das Schulmusikinstrument schlechthin, denn sie ist einfach zu erlernen. Doch seltsam ist, dass sehr viele junge Menschen das Instrument erlernen, aber fast niemand dabei bleibt.

Dabei ist die Blockflöte viel besser als ihr Ruf. Seit mindestens zwei Jahrzehnten kann man sie immer öfter in Konzertsälen hören. Auch weil einer der besten Flötisten der Welt, der Schweizer Blockflötist Maurice Steger, maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Blockflöte heute ihr großes Comeback erlebt. Er hat die Blockflöte konzertsaalfähig gemacht, längst vergessene Werke wiederentdeckt und so das Repertoire maßgeblich erweitert, und er hat das Blockflötenspiel technisch revolutioniert, indem er einen besonderen Klang mit riesigem Volumen entwickelte.

Der Film folgt dem Virtuosen Maurice Steger für eine Zeit lang durch seine Welt – begleitet ihn zu Konzerten nach London, zu Meisterkursen an die Gstaad Baroque Academy, zu einer CD-Aufnahme ins elsässische Guebwiller, zu seinen Blockflötenbauern, zu den Meyer-Brüdern, tief in die Schweizer Berge, und nach Taiwan, das sich gerade zur Blockflötennation entwickelt. Darüber hinaus erzählt der Film einige bizarre, wenig bekannte Geschichten über das Instrument: Denn wer glaubt, dass die Blockflöte allein der Barockmusik und dem klassischen Konzertsaal vorbehalten ist, der irrt gewaltig. „Die Blockflöte – Ein Comeback. Der neue Sound von Maurice Steger“ ist ein Film über die Renaissance der Blockflöte, die auf dem besten Wege ist, Kultstatus zu erreichen.

Sonntag, 22.07. / 01.10 Uhr / Thomas Hengelbrock dirigiert Bachs Magnificat
Musik, Frankreich, 2015, ARTE F        87 Min.
Regie: Jean-Pierre Loisil
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Chorleitung: Lionel Sow
Gesang: Anna Lucia Richter, Marianne Crebassa, Wiebke Lehmkuhl, Werner Güra, Christian Immler
Komponist: Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn
Orchester: Orchestre de Paris
Online verfügbar von 22/07 bis 29/07

Die erste Fassung seines „Magnificat“ in Es-Dur komponierte Bach zum Fest Mariä Heimsuchung am 2. Juli 1723. Es wurde zum Weihnachtsfest am 25. Dezember 1723 in Leipzig in erweiterter Form erneut aufgeführt. Thema ist die Freude Marias nach der Verkündigung des Herrn. Auch Felix Mendelssohn Bartholdys Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“, die rund hundert Jahre später komponiert wurde, handelt von Christi Geburt und erinnert stark an Bach. Dirigent Thomas Hengelbrock erkennt eine Wahlverwandtschaft zwischen den beiden Kompositionen, die er in einem eindrucksvollen Konzert in der Pariser Philharmonie an der Spitze des Orchestre de Paris zur Aufführung brachte.

Im Lukas-Evangelium heißt es, nach der Verkündigung habe Maria ihre Cousine Elisabeth besucht. Diese rief aus: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen.“ Auf den Lobpreis der Elisabeth antwortete die Jungfrau Maria mit ihrem „Magnificat“. Zu Johann Sebastian Bachs Zeiten existierte der Text dieses Gesangs in der lutherischen Liturgie als deutsche Adaption und in lateinischer Fassung. 1723 vertonte Bach den lateinischen Text und überarbeitete seine Komposition im Jahre 1733 zum heute bekannten „Magnificat“. Beinahe hundert Jahre später, im Jahr 1831, vertonte Felix Mendelssohn Bartholdy mit „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ die Worte des Psalms 42. Als Schlussfuge fügte er den Vers „Preis sei dem Herrn, dem Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit“ hinzu. Die Einführung neuer Chorsätze verlieh dem Werk eine Erhabenheit und einen Glanz, die mit der Intimität und Besinnlichkeit der ursprünglichen Fassung im Widerspruch standen. Mendelssohn erwies sich damit als würdiger Fortführer von Bachs Erbe. Die Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“, eine Choralkantate aus dem Jahr 1831 über das gleichnamige Weihnachtslied von Martin Luther, ist ebenfalls auf die Beschäftigung mit Bachs Werk zurückzuführen. Die Eleganz und Leichtigkeit, mit der Thomas Hengelbrock durch vielfältigste Klanglandschaften führt, wird von Publikum und Kritik immer wieder gelobt. Jedes Konzert des Dirigenten eröffnet neue musikhistorische Horizonte. In Hamburg beendete er unlängst eine Zusammenschau aus Beethoven-Symphonien und dem Werk Jörg Widmanns. Seine „Magnificat“-Interpretation in der Pariser Philharmonie erinnert daran, dass die Wiederentdeckung dieses Werks von Bach letztendlich Mendelssohn Bartholdy zu verdanken ist, der sich intensiv mit dem Werk Bachs auseinandersetzte.

Mittwoch, 25.07. / 22.00 Uhr / Das Auge Indiens ~ Raghu Rai, Meisterfotograf
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        55 Min.
Regie: Avani Rai
Online verfügbar von 25/07 bis 23/09
Erstausstrahlung

Raghu Rai ist einer der einflussreichsten Fotografen Indiens. Seit über 50 Jahren reist er mit seinem Fotoapparat quer durch sein Heimatland, dokumentiert politische Konflikte, Völkermorde und Flüchtlingsschicksale ebenso wie das gewöhnliche Alltagsleben der Menschen. In „Das Auge Indiens - Raghu Rai, Meisterfotograf“ erzählt seine Tochter, die Regisseurin Avani Rai, vom Leben und Arbeiten ihres Vaters, der bereits mit 29 Jahren zum Mitglied der renommierten Agentur Magnum Photos wurde.

Die Dokumentation schildert anhand der prägenden fotografischen Arbeiten von Raghu Rai auch die Geschichte Indiens, etwa tragische Ereignisse wie das Unglück von Bhopal oder den Aufstieg und Fall Indira Gandhis. Raghu Rai porträtierte bedeutende Persönlichkeiten wie Mutter Teresa und den Dalai Lama, außerdem Berühmtheiten der indischen Kulturszene wie Regisseur Satyajit Ray und Schriftsteller Vikram Seth sowie viele weitere politische Figuren seines Landes.
    Während des Unabhängigkeitskriegs in Bangladesch im Jahr 1971 dokumentierte Raghu Rai den Weg von zehn Millionen Flüchtlingen nach Indien. Doch nicht minder interessiert ihn das Leben der „einfachen Leute“ in Indien: „Alles, was uns umgibt – die großen wie die kleinen Dinge – verdient unsere Aufmerksamkeit, eine Verbindung ... Wenn man lernt, mit den einfachsten, konkretesten Dingen in Verbindung zu treten, entsteht daraus etwas Besonderes“, sagt er.

Die Regisseurin Avani Rai hat ihren Vater vier Jahre lang mit der Kamera begleitet, um das Bild einer außergewöhnlichen Persönlichkeit zu zeichnen. Raghu Rai begann seine Karriere 1965 und ist einer der berühmtesten Fotografen Indiens. Die begehrteste Auszeichnung – die Aufnahme in die berühmte Magnum-Agentur von Henri Cartier-Bresson – erhielt er bereits 1971, mit 29 Jahren, für seine Berichte über die Befreiung von Bangladesch. Mit über 70 ist Raghu Rai noch immer voller Energie: Der Autor von rund 40 Büchern stellt in der ganzen Welt aus und seine Kamera ist noch immer überall dabei, als sei sie ein Teil von ihm.

Freitag, 27.07. / 22.10 Uhr / John Travolta - Rückkehr nach Hollywood
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentation, Frankreich, 2016, ARTE F        52 Min.
Regie: Clélia Cohen, Antoine Coursat
Online verfügbar von 27/07 bis 10/08

Er war der Schauspieler mit dem größten Sex-Appeal der 70er Jahre, der beste Tänzer der Welt und der King of Cool, der schon mit seinem ersten Film zur Legende wurde: John Travolta. Mit „Saturday Night Fever“ (1977) und „Grease“ (1978) wurde John Travolta im goldenen Disco-Zeitalter quasi über Nacht bekannt. Er löst eine wahre Travolta-Mania aus. Nach zahlreichen beruflichen Misserfolgen wurde er mit Tarantinos „Pulp Fiction“ (1994) in den 90er Jahren als Kultschauspieler wiederentdeckt – es war das unglaublichste Comeback der Filmgeschichte. ARTE präsentiert eine neue, faszinierende Sichtweise auf das Phänomen Travolta – und auf das Stehaufmännchen Hollywoods, wie er von der Presse auch genannt wurde.

Travolta spielte im Laufe seiner Karriere in mehr als 50 Filmen. Sein Charme ist bis heute entwaffnend. Er kannte dabei Höhen und Tiefen. Zunächst spielte er am Theater und am Broadway, bevor sich durch seinen Auftritt in der Sitcom „Welcome Back, Kotter“, das Blatt wendete. Seine Figur Vinnie Barbarino, ein witziger, respektloser, unverbesserlicher Aufreißer, der jeden Abend ein anderes Mädchen abschleppt, stiehlt mit Sätzen, die Kult werden, allen die Show. Millionen junger Mädchen verlieben sich in ihn, und alle Jungs träumen davon, so zu sein wie er. Und so wird aus Travolta, dem schüchternen, zurückhaltenden Knaben, plötzlich das neue Idol der amerikanischen Teenager. Mit nur 22 Jahren muss Travolta darum kämpfen, nicht völlig hinter dieser Figur zu verschwinden. „Saturday Night Fever“ (1977) sollte dann die Popkultur für immer verändern und Travolta im Alter von 23 Jahren schlagartig berühmt machen: Er löst eine wahre Travolta-Mania aus. Sein außerordentliches tänzerisches Talent beeindruckt Fred Astaire und beeinflusst Michael Jackson. Im Mai 1978, keine sechs Monate nach „Saturday Night Fever“, startet „Grease“, und die Begeisterung für den Schauspieler wird sogar noch größer. Ende der 70er Jahre erreicht die Travolta-Mania ihren Höhepunkt, und es ist, als könne sie nie abebben. „Grease“ avanciert schnell zum erfolgreichsten Musicalfilm aller Zeiten. Aber Travolta lässt sich nicht auf eine Rolle beschränken: In den 70er Jahren träumten die Jugendlichen davon, Tony Manero aus „Saturday Night Fever“ zu sein; die Popcorn-Kids der 80er sahen in Travolta nach seiner Rolle in „Kuck’ mal, wer da spricht!“ den idealen Vater; und die desillusionierte Generation der 90er Jahre vergötterte den lässigen Killer aus „Pulp Fiction“. Ein Schauspieler, der die Jugend dreier Generationen begeisterte – ein absolutes Phänomen. Travolta hört nicht auf, sich neu zu erfinden. ARTE präsentiert eine neue, faszinierende Sichtweise auf das Phänomen Travolta, blickt dabei aber auch auf berufliche Misserfolge und private Rückschläge – wie den Tod seiner Lebensgefährtin Diana Hyland, die im Alter von kaum 41 Jahren an Krebs stirbt, und den tragischen Tod seines Sohnes Jett.

Sonntag, 29.07. / 11.25 Uhr /  Grand'Art: Caravaggio (2/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Erstausstrahlung

Hector Obalk ist Filmemacher und Kunstkritiker aus Leidenschaft. In drei Folgen zeichnet er diesmal den künstlerischen Werdegang des italienischen Renaissancemalers Caravaggio nach. Anhand seiner Gemälde bringt Obalk, untermalt von Bach-Klängen, dem Zuschauer die Kunstrichtung der Renaissance nahe und führt aus seiner ganz persönlichen Sicht an die Besonderheiten von Caravaggios Meisterwerken heran.

Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, war einer der bedeutendsten italienischen Maler der Renaissance. Im zweiten Teil der Dokumentationsreihe über Caravaggio widmet sich Hector Obalk dem Schaffen des Künstlers von 1595 bis 1599: „Die Falschspieler“ (1595) ist eines der bekanntesten Werke dieser Periode. Es zeigt drei Kartenspieler, zwei davon sind Kumpanen und überlisten den Dritten, der Kleidung nach einen jungen Adeligen. Das Bild ist eine neue Variation über das Motiv eines durch Arglist getäuschten naiven Menschen. Auf dem Gemälde hat Caravaggio ein Wechselspiel von sich kreuzenden Blicken dargestellt. Die Frage dabei ist nicht, wer was gesehen hat, sondern wer wessen Blick gesehen hat – und das ist durchaus subtiler. Auf diese Art und Weise beschrieb Caravaggio detailgenau, wie ein Betrug vonstatten geht.

Als zweites Bild betrachtet Hector Obalk die Bacchus-Darstellung von 1595 aus den Uffizien in Florenz genauer, wahrscheinlich das bekannteste Bild Caravaggios überhaupt. Es dreht sich wieder um einen Jüngling, diesmal als gesitteter junger Bacchus gekleidet. Er sitzt zu Tisch vor einer Weinkaraffe und einer Obstschale und stützt sich auf die Seitenlehne eines behelfsmäßigen Kanapees. Es ist frappierend und ziemlich revolutionär, dass es sich nicht um ein Porträt von Bacchus handelt, sondern um das eines Jünglings, eines Zeitgenossen Caravaggios, der Modell stand.

Caravaggios folgende Gemälde verkörpern fortan zahlreiche Enthauptungsszenen – der Nachwelt als archetypisch für den Künstler bekannt, zwischen Splatter und Schönheit. So beispielsweise „Judith und Holofernes“ (1597-98), „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ (1607-08), „David mit dem Haupt des Goliath“ (1599) und „Haupt der Medusa“ (1597-98).

Hector Obalk beleuchtet die Themen und die Bildkomposition der unterschiedlichen Gemälde aus verschiedenen Schaffensphasen Caravaggios – von der Lichtführung, den theatralischen Gesten und Posen der dargestellten Figuren bis hin zu Details, die oft mit einer symbolischen Bedeutung aufgeladen sind. Dabei verzichtet Hector Obalk immer wieder auf einen Kommentar und lässt die Bilder für sich sprechen.

Sonntag, 29.07. / 11.50 Uhr / Grand'Art: Caravaggio (3/3)
Dokumentationsreihe, Frankreich, 2018, ARTE F        26 Min.
Regie: Hector Obalk
Erstausstrahlung

Hector Obalk ist Filmemacher und Kunstkritiker aus Leidenschaft. In drei Folgen zeichnet er diesmal den künstlerischen Werdegang des italienischen Renaissancemalers Caravaggio nach. Anhand seiner Gemälde bringt Obalk, untermalt von Bach-Klängen, dem Zuschauer die Kunstrichtung der Renaissance nahe und führt aus seiner ganz persönlichen Sicht an die Besonderheiten von Caravaggios Meisterwerken heran.

Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, war einer der bedeutendsten italienischen Maler der Renaissance. Im dritten Teil der Dokumentationsreihe über Caravaggio widmet sich Hector Obalk dem Schaffen des Künstlers von 1599 bis 1602.

Mit 27 Jahren, im Juli 1599, erhält Caravaggio seinen ersten religiösen Auftrag, der ihn international bekannt macht: Er gestaltet drei Wände der Kirche San Luigi dei Francesi in Rom mit seiner Malerei. Darunter befindet sich das weltberühmte Werk „Die Berufung des heiligen Matthäus“: Der Zöllner Matthäus wird inmitten einer Arbeitsbesprechung von Jesus selbst heiliggesprochen.

Ab sofort verortet Caravaggio seine dargestellten Szenen deutlich subtiler als noch zu Zeiten seiner Enthauptungsszenen. Das berühmte Gemälde „Das Abendmahl in Emmaus“, ausgestellt in der National Gallery in London, repräsentiert den Augenblick, als Jesus nach seiner Auferstehung endlich von zwei Jüngern erkannt wurde. Dieses Werk verkörpert den entscheidenden Augenblick der Einsicht.

Weitere Werke Caravaggios in dieser Folge sind „Der Früchtekorb“ ausgestellt in der Pinacoteca Ambrosiana in Mailand und „Die heilige Katharina von Alexandrien“ aus dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid.

Hector Obalk beleuchtet die facettenreichen Themen und die Bildkomposition der unterschiedlichen Gemälde aus Caravaggios Schaffen – von der Lichtführung, den theatralischen Gesten und Posen der dargestellten Figuren bis hin zu Details, die oft mit einer symbolischen Bedeutung aufgeladen sind. Dabei verzichtet Hector Obalk immer wieder auf einen Kommentar und lässt die Bilder für sich sprechen.

Sonntag, 29.07. / 14.25 Uhr / Frank Sinatra "All or Nothing at All" (1/2)
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, BR        113 Min.
Regie: Alex Gibney
Online verfügbar von 29/07 bis 05/08

Mit seinem Charme, seiner unvergleichlichen Stimme und seinem lässig-eleganten Auftreten galt der Sänger und Schauspieler als einer der größten Entertainer aller Zeiten: Die Rede ist von Frank Sinatra. Die Dokumentation „Frank Sinatra ‚All or Nothing at All‘“ beleuchtet aus nächster Nähe das Leben, das Werk und die Karriere des legendären Entertainers. Regie führte der oscarprämierte Filmemacher Alex Gibney, der sich mit Filmen wie „Taxi zur Hölle“ oder „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“ einen Namen gemacht hat.

Mit „My Way“ (1968), „Strangers in the Night“ (1966), „New York, New York“ (1979) hat er Millionen von Fans in aller Welt begeistert: Die Dokumentation lässt Frank Sinatra in Ausschnitten aus Stunden von archivierten Interviews persönlich zu Wort kommen und befragt diejenigen, die ihm am nächsten standen. Die Musik und Bilder aus dem Leben des Künstlers werden verbunden mit selten gezeigten Aufnahmen von seinem berühmten „Abschiedskonzert“ im Jahr 1971 in Los Angeles. Der Aufbau der Dokumentation ist von Sinatras Songauswahl für dieses Konzert geprägt, die Alex Gibney zu einer persönlichen Reise durch das Leben des Sängers gemacht hat.

Der Fokus liegt auf Sinatras ersten 60 Lebensjahren, beginnend mit seiner Geburt am 12. Dezember 1915 in Hoboken, New Jersey, und seinem beginnenden Erfolg mit Mitte 20. Als Sohn italienischer Einwanderer in ärmsten Verhältnissen an der US-Ostküste geboren, wollte Sinatra ursprünglich Journalist werden. Nachdem er jedoch bei einem Gesangswettbewerb den ersten Preis gewann, entschied er sich, einen anderen Weg einzuschlagen. In den 40er Jahren wurde er mit seinen zahllosen Hits zum Star der US-Unterhaltungsindustrie.

Angereichert mit Kommentaren von Freunden und Angehörigen sowie bisher unveröffentlichtem Material aus Privatvideos und Konzertmitschnitten, folgt diese beispiellose Hommage an den beliebten Unterhaltungskünstler Sinatras Werdegang vom Barsänger zur weltweiten Berühmtheit. Insgesamt verkaufte er rund 800 Millionen Platten und spielte in fast 60 Filmen mit. Für seine Rolle als Soldat Maggio in dem Antikriegsfilm „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1953) wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet.

Auf der Bühne war er stets Charmeur, im echten Leben aber auch für Ausfälle und Turbulenzen bekannt. Unter Mitwirkung des Frank Sinatra Estate, von Familienmitgliedern und Archivaren gibt „Frank Sinatra ‚All or Nothing at All‘“ einen unverstellten Einblick in das Leben des Sängers, Schauspielers, Vaters und Ehemanns Frank Sinatra.

Sonntag, 29.07. / 16.20 Uhr / Frank Sinatra "All or Nothing at All"  (2/2)
Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, BR        122 Min.
Regie: Alex Gibney
Online verfügbar von 29/07 bis 05/08

Mit seinem Charme, seiner unvergleichlichen Stimme und seinem lässig-eleganten Auftreten galt der Sänger und Schauspieler als einer der größten Entertainer aller Zeiten: Die Rede ist von Frank Sinatra, dessen Geburtstag sich am 12. Dezember zum 100. Mal jährt. Die zweiteilige Dokumentation „Frank Sinatra ‚All or Nothing at All‘“ beleuchtet aus nächster Nähe das Leben, das Werk und die Karriere des legendären Entertainers. Regie führte der oscarprämierte Filmemacher Alex Gibney, der sich mit Filmen wie „Taxi zur Hölle“ oder zuletzt „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“ einen Namen gemacht hat.

Mit „My Way“ (1968), „Strangers in the Night“ (1966), „New York, New York“ (1979) hat er Millionen von Fans in aller Welt begeistert: Die Dokumentation lässt Frank Sinatra in Ausschnitten aus Stunden von archivierten Interviews persönlich zu Wort kommen und befragt diejenigen, die ihm am nächsten standen. Die Musik und Bilder aus dem Leben des Künstlers werden verbunden mit selten gezeigten Aufnahmen von seinem berühmten „Abschiedskonzert“ im Jahr 1971 in Los Angeles. Der Aufbau der zweiteiligen Dokumentation ist von Sinatras Songauswahl für dieses Konzert geprägt, die Alex Gibney zu einer persönlichen Reise durch das Leben des Sängers gemacht hat.Der Fokus liegt auf Sinatras ersten 60 Lebensjahren, beginnend mit seiner Geburt am 12. Dezember 1915 in Hoboken, New Jersey, und seinem beginnenden Erfolg mit Mitte 20. Als Sohn italienischer Einwanderer in ärmsten Verhältnissen an der US-Ostküste geboren, wollte Sinatra ursprünglich Journalist werden. Nachdem er jedoch bei einem Gesangswettbewerb einen ersten Preis gewann, entschied er sich, einen anderen Weg einzuschlagen. In den 40er Jahren wurde er mit seinen zahllosen Hits zum Star der US-Unterhaltungsindustrie.Angereichert mit Kommentaren von Freunden und Angehörigen sowie bisher unveröffentlichtem Material aus Privatvideos und Konzertmitschnitten, folgt diese beispiellose Hommage an den beliebten Unterhaltungskünstler Sinatras Werdegang vom Barsänger zur weltweiten Berühmtheit. Insgesamt verkaufte er rund 800 Millionen Platten und spielte in fast 60 Filmen mit. Für seine Rolle als Soldat Maggio in dem Antikriegsfilm „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1953) wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet.Auf der Bühne war er stets Charmeur, im echten Leben aber auch für Ausfälle und Turbulenzen bekannt. Unter Mitwirkung des Frank Sinatra Estate, von Familienmitgliedern und Archivaren gibt „Frank Sinatra ‚All or Nothing at All‘“ einen unverstellten Einblick in das Leben des Sängers, Schauspielers, Vaters und Ehemanns Frank Sinatra.

Sonntag, 29.07. / 18.20 Uhr / Mozart in der Gläsernen Manufaktur ~ Rudolf Buchbinder und die Staatskapelle Dresden
Musik, Deutschland, 2015, ZDF        44 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Rudolf Buchbinder
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
Mit: Rudolf Buchbinder (Klavier)
Online verfügbar von 29/07 bis 28/08

Rudolf Buchbinder, einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit, feierte 2016 seinen 70. Geburtstag. Sein vielfältiges Repertoire umschließt das gesamte Spektrum von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten und Werken. ARTE würdigt den Künstler mit einem Konzert aus der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden spielt er Mozarts Klavierkonzert in d-Moll und Auszüge aus dem C-Dur Konzert des großen Komponisten. Die einzigartige Musik Mozarts inmitten der außergewöhnlichen Architektur der Gläsernen Manufaktur verspricht ein Konzerterlebnis der besonderen Art.

Seit mehr als 50 Jahren konzertiert Rudolf Buchbinder mit den renommiertesten Orchestern und Dirigenten weltweit. Sein vielfältiges Repertoire umschließt das gesamte Spektrum von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten und Werken. Über 100 Aufnahmen, viele von ihnen preisgekrönt, dokumentieren Buchbinders umfangreiches Schaffen. Ein gern gesehener Gast ist Rudolf Buchbinder auch in Dresden. Während der Saison 2010/2011 trug er als erster Künstler den Titel des Capell-Virtuosen und war als „Artist in residence“ der Staatskapelle Dresden besonders eng verbunden. Eine Verbundenheit, die bis heute anhält und regelmäßig bei gemeinsamen Konzerten und Tourneen zu erleben ist. So auch im Juni 2015, als Buchbinder mit der Staatskapelle Mozarts berühmtes Klavierkonzert in d-Moll und Auszüge aus dem C-Dur Konzert des Stars der Wiener Klassik interpretierte.

Das Zusammenspiel von Pianist und Orchester ist von großer gegenseitiger Wertschätzung getragen, was man bei diesem exklusiven Konzert, das Buchbinder nicht nur als Solisten, sondern auch als musikalischen Leiter zeigt, mit jeder Note verspürt. Die einzigartige Musik Mozarts inmitten der außergewöhnlichen Architektur der Gläsernen Manufaktur verspricht ein Konzerterlebnis der besonderen Art.

Sonntag, 29.07. / 22.05 Uhr / Saturday Night Fever
Spielfilm, USA, 1977, ARTE        114 Min.
Regie: John Badham
Autor: Nik Cohn
Kamera: Ralf D. Bode
Schnitt: David Rawlins
Musik: Barry Gibb, Maurice Gibb, Robin Gibb
Produktion: Robert Stigwood Organization
Produzent: Robert Stigwood
Drehbuch: Norman Wexler
Mit: Barry Miller (Bobby C.), John Travolta (Tony Manero), Karen Lynn Gorney (Stephanie Mangano), Donna Pescow (Annette), Joseph Cali (Joey), Paul Pape (Double J.), Bruce Ornstein (Gus), Julie Bovasso (Flo Manero)

Der 19-jährige Tony Manero aus dem italienischen Viertel von Brooklyn hält sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser. Nur samstags nachts lebt er auf. Wenn er in der Disco auf der Tanzfläche seine Show abzieht, liegen ihm die Mädchen zu Füßen. Er selbst hat nur Augen für die schöne Aufsteigerin Stephanie aus Manhattan. Als Tony von einem Tanzwettbewerb hört, glaubt er, dass seine große Chance auf ein besseres Leben gekommen ist. Er möchte mit Stephanie am Wettbewerb teilnehmen, um das Preisgeld zu bekommen. Doch dann wird er sich seiner perspektivlosen Existenz bewusst …

Tony Manero ist 19 Jahre alt. Er lebt in Brooklyn bei seinen arbeitslosen Eltern und jobbt als Verkäufer in einem Farbengeschäft. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der Priester geworden ist, ist Tony der Loser der Familie. Er ist ständig pleite und zieht mit seiner Gang auf der Suche nach Abenteuern um die Häuser. Doch zu mehr als Schlägereien und Frauengeschichten führt das nicht.

Keine rosigen Aussichten für den jungen Italo-Amerikaner, wäre da nicht der Samstagabend im "Odyssee 2001 Club". Tony ist der König der Tanzfläche. Die Mädchen stehen Schlange, um mit ihm zu den Disco-Hits der Bee Gees zu tanzen. Aber Tony hat nur Augen für Stephanie, die es geschafft hat, in Manhattan Fuß zu fassen, und außerdem gut tanzen kann. Er möchte mit ihr an einem Tanzwettbewerb teilnehmen und 500 Dollar Preisgeld gewinnen. Doch die Proben gestalten sich komplizierter als erwartet. Stephanie hat kein Interesse an einem Verlierer wie Tony. Dieser wird sich nach und nach seiner perspektivlosen Existenz bewusst und erkennt, dass er in einer Illusion lebt. Daran ändert auch der Gewinn des Tanzwettbewerbs nichts. Als dann auch noch ein Freund aus Tonys Gang ums Leben kommt, beschließt er, das Milieu hinter sich zu lassen. Und er folgt Stephanie nach Manhattan, um sich dort ein neues Leben aufzubauen.

"Saturday Night Fever" ist mehr als nur eine Werbemaßnahme für Diskotheken. Der Tanzfilm zeichnet ein stimmungsvolles Lebensbild der Jugend im Brooklyn der 70er Jahre. Der Film machte John Travolta zum Star und setzte Trends in Mode und Musik.

Zusatzinfo:
"Saturday Night Fever" kommt 1977, zur Blütezeit der Disco-Musik, in die Kinos. Die heute legendäre Musik der Bee Gees begeistert die jungen Zuschauer. Sie erkennen sich in den Protagonisten wieder, kopieren Tanzschritte, Frisur und Gangart von John Travolta.

1977 ist aber auch eine Zeit der tiefen sozialen und wirtschaftlichen Krise und der Orientierungslosigkeit. Wie Tony Manero halten sich viele junge Leute mit Gelegenheitsjobs über Wasser und schaffen nicht den Sprung in die Unabhängigkeit.

John Travolta erhielt für "Saturday Night Fever" 1978 eine Oscarnominierung als bester Hauptdarsteller.

Sonntag, 29.07. / 02.05 Uhr / Durch die Nacht mit ...Mauer Spezial
Magazin, Deutschland, 2014, ZDF        91 Min.
Regie: Edda Baumann-von Broen
Online verfügbar von 29/07 bis 05/08

"Durch die Nacht mit …“ feiert den Berliner Mauerfall mit einer Folge der Superlative: 18 national und international bekannte Künstler, Persönlichkeiten und Stars begegnen sich an diesem Tag an besonderen Orten entlang des einstigen „Antifaschistischen Schutzwalls“. Patti Smith, Udo Lindenberg, Slavoj Zizek, Peter Maffay, Miklós Németh, Ken Follett, Asa, Clueso, Mieze, Matthias Lilienthal, Wladimir Kaminer, Friedrich Liechtenstein und viele andere treffen sich mitten im Getümmel der Feierlichkeiten in Berlin. Im Mittelpunkt steht die ehemalige Mauerstrecke, Grenzen und Menschen, die sie in ihrer Arbeit überschreiten.

"Durch die Nacht mit …“ feiert den Berliner Mauerfall mit einer Folge der Superlative: 18 national und international bekannte Persönlichkeiten begegnen sich an diesem Tag an besonderen Orten entlang des einstigen „Antifaschistischen Schutzwalls“. Im Mittelpunkt steht die ehemalige Mauerstrecke, Grenzen und Menschen, die sie in ihrer Arbeit überschreiten. An der Bernauer Straße begegnen sich der britische Bestseller-Autor Ken Follett und der ehemalige Ministerpräsident Ungarns Miklós Németh. Der berichtet, wie Sachzwänge und Mut dazu führten, im Mai 1989 mit dem Abbau der Grenzanlagen zu Österreich zu beginnen, was schließlich den Fall der Mauer nach sich zog. Am Potsdamer Platz entdecken der britische Architekt David Chipperfield und der Schriftsteller Daniel Kehlmann den letzten verbliebenen Grenzwachturm. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett und der slowenische Philosoph Slavoj Zizek treffen sich zu einem intellektuellen Schlagabtausch an den Rändern der Stadt am ehemals britischen Flughafen Gatow. Gemeinsam mit dem französischen Mauer-Künstler Thierry Noir sprayen die nigerianische Sängerin Asa und die in Ost-Berlin geborene Sängerin Mieze Graffiti im Hinterhof eines ehemaligen DDR-Bürogebäudes, das heute Kreativen als Atelier dient. Auf der überfüllten Oberbaumbrücke treffen der russische Schriftsteller Wladimir Kaminer und die in Rumänien geborene Sängerin Miss Platnum aufeinander und stellen fest, dass ihnen die DDR während ihrer Kindheit wie ein Warenhaus-Paradies vorkam. Der Star-Geiger Daniel Hope und der Sänger Peter Maffay besuchen den Checkpoint Charlie. Beide erzählen, wie die Erfahrung von politischer Zwangsherrschaft ihr Leben und ihre künstlerische Arbeit beeinflussen. Udo Lindenberg und der in Erfurt geborene Musiker Clueso können es immer noch nicht fassen, dass sie in zwei verfeindeten Staaten aufwuchsen und heute gemeinsam vor 400.000 Fans am Brandenburger Tor auftreten. Weniger bombastisch, doch ein absoluter Höhepunkt des Abends, ist das spontane Konzert der US-amerikanischen Sängerin Patti Smith in Kreuzberg, die ihr Publikum am Straßenrand verzaubert. Ihr Begleiter, der in Westdeutschland aufgewachsene Fotograf Wolfgang Tillmans ist immer noch erstaunt darüber, wie sehr sich die westdeutsche Jugend an die Teilung gewöhnt hat. Der in der DDR geborene Sänger Friedrich Liechtenstein und der West-Berliner Theatermacher Matthias Lilienthal bringen den Wahnwitz der Mauer am Ende der Nacht auf den Punkt: An einer unscheinbaren, in den Boden eingelassenen Messingmarkierung stehen sie sich an der Sonnenallee gegenüber. Ein Schritt weiter und die beiden wären erschossen worden. Alle erzählen aus persönlicher Perspektive von zementierten Zuständen und deren Überwindung. Dabei wird eines klar: Nichts muss bleiben wie es ist, und auch das Heute könnte morgen ganz anders sein.

Montag, 30.07. / 05.00 Uhr / Frank Peter Zimmermann und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Musik, Deutschland, 2015, BR        42 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Mariss Jansons
Komponist: Johannes Brahms
Orchester: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Mit: Frank Peter Zimmermann (Violine)
Online verfügbar von 30/07 bis 06/08

Johannes Brahms‘ Violinkonzert D-Dur op. 77 ist das Violinkonzert der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am 17. April 2015 spielten Frank Peter Zimmermann und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks das Werk unter der Leitung von Mariss Jansons in der Münchner Philharmonie im Gasteig.

Sich im symphonischen Gewebe des Violinkonzerts von Johannes Brahms gegen das große Orchester zu behaupten, sei nicht immer einfach, oft auch ein Kampf, sagt Frank Peter Zimmermann, einer der bedeutendsten Violinisten unserer Zeit. Aber genau darin liegt auch ein Reiz des Stückes, im gegenseitigen Geben und Nehmen, Zuhören und Vorantreiben.

So war es am 17. April 2015 mit Zimmermann und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Chefdirigent Mariss Jansons zu erleben. In der Münchner Philharmonie im Gasteig brillierte der Solist, schwang sich gemeinsam mit dem Orchester in immer neue Höhen auf oder ließ sich lauschend auf die Szenerie ein, so zum Beispiel bei der Oboen-Einleitung des zweiten Satzes, für Zimmermann immer aufs Neue eine Stelle „zum Niederknien“.

Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms wäre sicherlich undenkbar ohne den großen Vorgänger, das Violinkonzert von Beethoven, ist aber seinerseits Vorbild für eine ganze Reihe symphonisch angelegter Violinkonzerte der Spätromantik und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Es markiert eine ganz andere Tradition als die Werke von Geigenakrobaten wie Niccolò Paganini, Henryk Wieniawski oder Henri Vieuxtemps.

Der erste Satz ist einer der längsten Eröffnungssätze der Violinliteratur. Das Werk strotzt vor technischen Schwierigkeiten, die schon Joseph Joachim, Geigenlegende und enger Freund von Brahms, bedenklich stimmten. Joachim war es, der das Konzert uraufführte und die von ihm komponierte Solokadenz zum ersten Satz wurde fast schon zum Standard für dieses Werk. Diese Kadenz wählte auch Frank Peter Zimmermann für seine Aufführung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Montag, 30.07. / 11.20 Uhr / 360° Geo Reportage: Kuba, Meister der Drehorgeln
Reportage, Deutschland, 2017, ARTE        52 Min.
Regie: Stefan Richts
Online verfügbar von 30/07 bis 29/08

Kuba – berühmt für Rum, Zigarren und Musik. Einer der wichtigsten traditionellen Musikstile Kubas ist jedoch bis heute kaum bekannt: die sogenannte Música molida, die „gemahlene Musik“. Erzeugt wird sie von riesigen Lochstreifenorgeln im Zusammenspiel mit einer kompletten Begleitband. Regelmäßig treten sie in abgelegenen Dörfern im Südosten der Insel auf. „360° Geo Reportage“ hat sich unter die Fiesta-Gäste gemischt. Während an den kulturellen und landschaftlichen Hotspots – wie in Havanna, Santiago de Cuba oder Varadero – der Tourismus boomt, verschlägt es kaum jemanden in diese vergessene Region weitab der Touristenrouten: Die Provinz Granma ist zwar historisch bedeutend – hier landete Fidel Castro aus dem mexikanischen Exil kommend mit der Jacht „Granma“ und startete die Revolution –, doch heute ist die Gegend zwischen den Bergen der Sierra Maestra und dem Golf von Guacanayabo wirtschaftlich nur noch bedeutend für den Anbau von Zuckerrohr und die Verarbeitung zu Rohrzucker sowie für Fischfang. Fast vergessen ist die Rolle der Region für die Musikkultur Kubas: Die Lochkartendrehorgeln, zunächst aus Frankreich importiert, heißen in ganz Kuba „órganos orientales“, weil sie hier im Osten der Insel ihre Blüte erlebt haben und in einigen Orten die Straßen-Fiestas noch immer prägen. 1,5 Tonnen schwer ist die Orgel „El Mulato Oriental“. Wenn das Ungetüm auf Reisen geht, bedeutet das für die Musiker um Direktor Roberto Luis Ramos, genannt Luisito, harte körperliche Arbeit. Leichtfüßig wird es dann später, wenn die Musik erklingt, die die Menschen hier, fernab der Touristenzentren, so sehr lieben.

Zusatzinfo:
„360° Geo Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

Montag, 30.07. / 22.00 Uhr / Pierre Richard - Komiker par excellence
Filmreihe: Soirée Pierre Richard
Dokumentation, Frankreich, 2017, ARTE F        52 Min.
Regie: Gregory Monro
Online verfügbar von 30/07 bis 28/09
Erstausstrahlung

Pierre Richard, der am 16. August seinen 84. Geburtstag feiert, das war der sympathisch-zerstreute Tollpatsch aus der "Große Blonde mit dem schwarzen Schuh". Weniger bekannt ist, dass der französische Schauspieler in den 70er Jahren politische Slapstick-Komödien gedreht hat, die er selbst geschrieben und in denen er auch gespielt hat. Nun wurden diese zeitkritischen Filme wiederentdeckt – und mit ihnen eine unbekannte Facette des letzten großen französischen Komödianten.

Pierre Richard kennt man als ewigen Tollpatsch aus „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“. Er spielte darin einen zerstreuten Geiger, der aus Versehen ins Visier von Geheimdiensten gerät. Wie viele Komiker, auch die amerikanischen Slapstick-Komiker, trat er von Anfang an als eine ganz bestimmte Figur auf. Harold Lloyd war der Durchschnittsamerikaner, der nach Unterhaltung, nach Neuerung und Modernität gierte. Chaplin war der Vagabund, der gesellschaftliche Außenseiter. Pierre Richard verkörperte auf ganz klassische Weise den zerstreuten Anti-Helden, der unverschuldet in die Bredouille gerät.Weniger bekannt ist, dass Pierre Richard beispielsweise beinahe der Ballett-Truppe von Maurice Béjart beigetreten wäre, der ihn vortanzen ließ und seine Gelenkigkeit und seine Sprungkraft so überzeugend fand, dass er ihn engagieren wollte. Außerdem war Pierre Richard Theaterschauspieler, Sänger, Drehbuchautor und Regisseur von sechs kreativen, sehr persönlichen und politischen Filmen, die davon zeugen, dass er sich – wie er selbst sagt – „immer empören muss“.In „Der Zerstreute“ kritisierte Pierre Richard die Überflutung durch Werbung, in „Alfred, die Knallerbse“ die Massenverblödung durch Gameshows im Fernsehen und in „Ich weiß von nichts und sage alles“ den Handel mit Waffen. Als letzter großer Komödiant nach Jerry Lewis, Tati und Etaix litt auch Pierre Richard unter dem Fluch des Genres, mit dem er berühmt geworden war. Gute Komödien sind anspruchsvoll, aber oft unverstanden; populär beim Publikum, aber verkannt von der Kritik, die sie auf Aneinanderreihungen von Gags reduzierte und die zeitkritische Dimension übersah.„Pierre Richard – Komiker par excellence“ zeigt den französischen Starschauspieler als leisen Poeten, dessen vielschichtige Persönlichkeit, künstlerischen Ambitionen und gesellschaftliches Engagement oft hinter seinem Image als Erfolgskomiker verschwand. Neben zahlreichen Filmausschnitten und Interviews ist Pierre Richard in aktuellen Aufnahmen zu sehen, die auf faszinierende Art und Weise zeigen, dass er bis heute nichts an schauspielerischer Begabung und Spielfreude verloren hat. Pierre Richard lebt heute auf einem Weingut in der Nähe des südfranzösischen Örtchens Gruissan. Zuletzt war er in Filmen wie „Monsieur Pierre geht online“, „Barfuß in Paris“ und „Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen“ (2018) zu sehen.

Donnerstag, 02.08. / 02.30 Uhr / Durch die Nacht mit ...Til Schweiger und Fahri Yardim
Magazin, Deutschland, 2015, ZDF        52 Min.
Regie: Hasko Baumann
Online verfügbar von 02/08 bis 09/08
„Das Genuschel ist ja unerträglich, wir müssen mal mit dir zum Logopäden!“ Fahri Yardim kennt keine Gnade mit Til Schweiger, und so sitzen die beiden Schauspieler bald in einer Sprachschule und stolpern über Zungenbrecher. Schweigers „Tatort“-Partner Yardim jagt ihn von einer Herausforderung zur nächsten – bei der Polizei ballern und ringen die zwei Männer um die Wette, im Fußballstadion treten sie beim Elfmeterschießen gegeneinander an. In der Kulturredaktion der „Zeit“ wird auch nicht um den heißen Brei herum geredet: „Warum sind denn Tils Filme nun so schlecht?“, will Fahri wissen. Und am Ende besucht er mit Til auch noch seine alte Hamburger Wohngemeinschaft. Ein extrem lustiger Männerabend in Hamburg ist das, mit so manchen überraschenden Einsichten in das Leben zweier Schauspieler.

Der Regisseur, Produzent und international erfolgreiche Schauspieler Til Schweiger trifft in Hamburg auf seinen Kollegen Fahri Yardim („Der Medicus“, „Almanya – Willkommen in Deutschland“).„Das Genuschel ist ja unerträglich, wir müssen mal mit dir zum Logopäden!“ – Fahri Yardim kennt keine Gnade mit seinem Begleiter Til Schweiger, und so sitzen die beiden Schauspieler bald in einer Sprachschule und stolpern über Zungenbrecher. Spätestens jetzt wird klar: Dies ist kein Spaziergang für Deutschlands größten Filmstar. Schweigers Kumpel und „Tatort“-Partner Fahri jagt ihn von einer Herausforderung zur nächsten – bei der Polizei schießen und ringen die zwei Männer um die Wette, bis sich Yardim sogar von einem Hund anfallen lässt. Im Fußballstadion „Hohe Luft“ treten sie beim Elfmeterschießen gegeneinander an. In der Kulturredaktion der „Zeit“ wird auch nicht um den heißen Brei herum geredet: „Warum sind denn Tils Filme nun so schlecht?“, will Fahri wissen. Und am Ende besucht er mit Til auch noch seine alte Hamburger Wohngemeinschaft, wo Fahris Freunde ihren prominenten Besuch auf WG-Tauglichkeit abklopfen. So hat man Til Schweiger noch nie gesehen: Sympathisch gelassen steckt er Fahris Provokationen weg und teilt bestens gelaunt selbst aus. Beim Abendessen mit den „Kitchen Guerillas“ oder beim Absacker in Niendorf wird deutlich, wie sehr sich diese zwei mögen und schätzen – bis wieder ein Baumstamm zum Wettnageln herausgeholt wird … Ein extrem lustiger Männerabend in Hamburg ist das, mit viel Action und viel Gelächter, aber auch so manchen überraschenden Einsichten in das Leben zweier Schauspieler. Eine der unterhaltsamsten „Durch die Nacht mit“-Folgen überhaupt!

Freitag, 03.08. / 21.45 Uhr / Freddie Mercury ~ The Great Pretender
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentarfilm, USA, 2012, RBB        84 Min.
Regie: Rhys Thomas

Die Geschichte von Queen ist bereits oft erzählt worden. Doch diesmal steht Leadsänger Freddie Mercury im Mittelpunkt. Er gilt als eine der charismatischsten, facettenreichsten und faszinierendsten Figuren des britischen Rock und verfolgte außerhalb der Band eine erfolgreiche Solokarriere. Umfassende, bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen – Interviews, Konzertmitschnitte, Videos und privates Filmmaterial – sowie jüngere Interviews mit Freunden und Künstlerkollegen zeigen den Menschen Mercury hinter dem schillernden Superstar.

Freddie Mercury war mysteriös und rätselhaft, ein Mensch, der über die Grenzen hinausging. Er liebte die Promiskuität, hasste Interviews und Songtexte zu schreiben. Er war „The Great Pretender“: ein fast schüchterner Mann, der auf der Bühne zum Orkan wurde. Vor allem aber war er eine der schillerndsten und facettenreichsten Figuren des britischen Rock. Der Dokumentarfilm zeigt den vielseitigen Künstler, der viel mehr war als der Leadsänger der erfolgreichen Band Queen. Mercury machte nicht einfach Rockmusik. Er tanzte 1979 für ein Wohltätigkeitskonzert mit dem Royal Ballet, sang 1987 das Lied „Barcelona“ mit der spanischen Operndiva Montserrat Caballé und arbeitete an einem Album mit dem zwölf Jahre jüngeren Michael Jackson, das nie veröffentlicht wurde. In München nahm er sein Solo-Album „Mr. Bad Guy“ auf, das sich zu seiner großen Enttäuschung schlecht verkaufte. Seine Fans liebten ihn mit Queen – ohne Queen liebten sie ihn ein bisschen weniger. Doch mit seinen Bandkollegen kämpfte er mehr, als dass er sich ihnen anvertraute. Er hatte nicht viele Freunde und machte viel mit sich alleine aus. Seine Musik war vielleicht einer seiner besten Freunde. In einem Interview sagte er einmal, dass er kein John Lennon sei, der eine Message für die Menschheit habe. Er habe nur ein Gefühl, aus dem heraus er seine Songs schreibe: Liebe.

Freitag, 03.08. / 23.15 Uhr / In Bed with Madonna
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentarfilm, USA, 1991, ARTE        114 Min.
Regie: Alek Keshishian

„Madonna: Truth or Dare - In Bed with Madonna“ nimmt den Zuschauer mit auf die dritte Welttournee der US-amerikanischen Sängerin. Die „Blond Ambition Tour“ sorgt 1990 von Tokio bis Nizza für ausverkaufte Konzerte. Immer wieder unterbrochen durch farbige Einblendungen von Konzertausschnitten, wirft die Schwarz-Weiß-Verfilmung einen sehr privaten Blick auf Madonnas Leben – sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen.

Filmemacher Alek Keshishian und sein Team begleiten die charismatische Pop-Ikone Madonna auf ihrer spektakulären "Blond Ambition Tour", der skandalumwitterten Konzertreise im Jahr 1990, die der Promotion der Alben "Like a Prayer" und "I'm Breathless" diente. Weil Madonna auf der Bühne zu "Like a Virgin" eine Masturbation simulierte, wurde ihr Konzert in Italien durch den Vatikan verboten, und die Polizei im kanadischen Toronto plante, die Sängerin wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaften zu lassen.

Zusatzinfo:
Die Dokumentation wurde 1991 außerhalb des Wettbewerbs auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes in Anwesenheit von Madonna und Regisseur Alek Keshishian vorgestellt. Mehr auf: www.arte.tv/summer

Samstag, 04.08./ 20.15 Uhr / Salzburger Festspiele 2018: Die Zauberflöte
Schwerpunkt: ARTE Festivalsommer
Oper, Deutschland, 2018, ZDF        180 Min.
Regie: Michael Beyer
Dirigent: Constantinos Carydis
Chorleitung: Ernst Raffelsberger
Kostüme: Ursula Kudrna
Chor: Wiener Sängerknaben, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Bühnenbild / Ausstattung / Bauten: Katharina Schlipf
Dramaturgie: Ina Karr
Libretto: Emanuel Schikaneder
Licht: Olaf Freese
Inszenierung: Lydia Steier
Orchester: Wiener Philharmoniker, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor

Mit:
Matthias Goerne (Sarastro), Mauro Peter (Tamino), Albina Shagimuratova (Königin der Nacht), Christiane Karg (Pamina), Ilse Eerens (Erste Dame), Paula Murrihy (Zweite Dame), Bruno Ganz (Großvater), Tareq Nazmi (Sprecher), Michael Porter (Monostatos), Simon Bode (Zweiter Priester), Geneviève King (Dritte Dame), Adam Plachetka (Papageno), Maria Nazarova (Papagena)

Erstausstrahlung

„Die Zauberflöte“ von den Salzburger Festspielen: Regisseurin Lydia Steier hat sich für ihr Salzburg-Debüt eine ganz besondere Regie-Variante einfallen lassen: Durch das Singspiel führt der Schauspieler Bruno Ganz als Großvater, der seinen Enkeln – den drei Knaben – eine Gutenachtgeschichte erzählt. Diese Mischung aus prominenter Präsentation und zahlreichen bekannten Arien verspricht ein ganz besonderes Highlight bei den diesjährigen Salzburger Festspielen zu werden. ARTE sendet die Oper live-zeitversetzt.

Längst ein Klassiker: „Die Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen! Dieses Jahr wird sie inszeniert von der jungen US-amerikanischen Regisseurin Lydia Steier, die sich mit ihren eindrucksvollen Operninszenierungen bereits weltweit einen Namen gemacht hat. Für ihr Salzburg-Debüt setzt sie nun einen besonderen Regieeinfall um. Der renommierte Schauspieler Bruno Ganz führt durch das Singspiel und schlüpft dafür in die Rolle eines Großvaters, der seinen Enkeln – den drei Knaben – die „Zauberflöte“ als Gutenachtgeschichte erzählt. Die vier Personen sind eng miteinander verknüpft und fast durchgängig auf der Bühne präsent. Diese Auflösung verleiht der Geschichte einen noch märchenhafteren Charme.    Aber was wäre die „Zauberflöte“ ohne ihre Musik. Unter der musikalischen Leitung von Constantinos Carydis singen unter anderem Stars wie Matthias Goerne (Sarastro), Christiane Karg (Pamina), Mauro Peter (Tamino) und Albina Shagimuratova (Königin der Nacht) die populären Arien der „Mutter aller Singspiele“. Die Mischung aus prominenter Präsentation und populären Arien verspricht ein ganz besonderes Highlight der diesjährigen Salzburger Festspiele zu werden. ARTE sendet die Oper live-zeitversetzt.

Sonntag, 05.08. / 17.35 Uhr / Andris Nelsons dirigiert Mahlers "Auferstehungssymphonie"
Musik, Deutschland, 2018, BR        90 Min.
Regie: Elisabeth Malzer
Dirigent: Andris Nelsons
Chor: Chor des Bayerischen Rundfunks
Komponist: Gustav Mahler
Orchester: Wiener Philharmoniker
Mit: Lucy Crowe (Sopran), Bernarda Fink (Alt)
Erstausstrahlung

Die Salzburger Festspiele sind berühmt für die hier auftretende Vielzahl an Spitzenorchestern der ganzen Welt. Dennoch bleiben die Wiener Philharmoniker beständig: Sie sind der traditionsreiche Publikumsmagnet dieses musikalisch hochkarätigen Kultur- und Kunstspektakels. Einer der Höhepunkte: Andris Nelsons dirigiert Mahlers 2. Symphonie. Als Solisten sind neben den Wiener Philharmonikern Lucy Crowe (Sopran) und Bernarda Fink (Alt) zu erleben.

Die Dichte an Spitzenorchestern bei den Salzburger Festspielen ist wohl weltweit einzigartig. Traditionsreichster Anzugspunkt waren und sind bei diesem olympischen Festival der Künste aber nach wie vor die Wiener Philharmoniker. In diesem Jahr sind sie im Sommer mit fünf Opern-Neuinszenierungen zu erleben und ebenso in fünf Konzertprogrammen.    Eröffnet wird das Konzertprogramm mit Mahlers monumentaler „Auferstehungssymphonie“. Am Pult steht mit Andris Nelsons einer der derzeit gefragtesten Dirigenten. Im Februar 2018 ist Nelsons neben seiner Chefposition beim Boston Symphony Orchestra zum Gewandhauskapellmeister in Leipzig ernannt worden.    Mahlers Werk präsentiert seine tiefgreifenden Fragen nach menschlichem Handeln, Zweifeln und Irren. Gerade während der Komposition dieser Symphonie musste Mahler seine Energien immer wieder neu fassen.    Sechs Jahre dauert es, von 1988 bis 1894, bis Mahler allen Kritikern und auch allen anderen beruflichen Anstrengungen seines Alltags als Dirigent zum Trotz seine 2. Symphonie vollenden konnte, die ebenso bei der Presse zunächst durchfällt und unter anderem als „Lärm und Unfug“ beschrieben wird. Als Visionär setzt Mahler sich über Selbstzweifel und externe Kritik hinweg. Für sein monumental besetztes Werk sprengt er das damals übliche Formschema einer Symphonie. Die diversen Gattungen innerhalb der Symphonie, wie zum Beispiel die Symphonische Dichtung, bilden das „Mahler‘sche Universalkunstwerk“. Wie kein Zweites geht es dem menschlichen Irren, dem Grotesken, dem Abgründigen, aber auch dem inniglich Schönen nach.

Sonntag, 05.08. / 00.10 Uhr / Mozart in Prag ~ Rolando Villazón trifft Don Giovanni
Dokumentation, Tschechische Republik, 2016, ARTE, CT        51 Min.
Regie: Guy Evans
Moderation: Rolando Villazón
Online verfügbar von 05/08 bis 04/09

Am 29. Oktober 1787 wurde in Prag ein bis dahin einmaliges Musikereignis auf die Bühne gebracht, die Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Don Giovanni“, dirigiert vom Meister persönlich. Opernstar Rolando Villazón führt an historische Schauplätze und lädt auf eine musikalische Zeitreise ins Prag des 18. Jahrhunderts ein.

„Sollten Sie in Ihrem Leben nur eine Oper sehen, dann den 'Don Giovanni'“, so der weltberühmte Opernstar Rolando Villazón auf seiner Zeitreise durch das Prag des 18. Jahrhunderts auf den Spuren Mozarts. Denn hier wurde 1787 „Don Giovanni“ uraufgeführt, dirigiert vom Meister persönlich. Diese Premiere war ein enormer Erfolg und Mozart eroberte die Herzen des Prager Publikums im Sturm.    Doch wie wurde der „Don Giovanni“ zu Mozarts Lebzeiten inszeniert? Wie hatte Mozart selbst sich seinen Don Giovanni vorgestellt? Rolando Villazón führt durch die „Oper aller Opern“, erzählt Details ihrer spannenden Entstehungsgeschichte. So war Mozart, wie fast immer, im Verzug mit der Arbeit und gab die Noten der Ouvertüre erst unmittelbar vor der Premiere an das Orchester weiter. Villazón, dessen Liebe zu „Don Giovanni“ in seine Kindheit zurückreicht, als sein Vater ihm die Oper auf einer Schallplatte vorspielte, überrascht außerdem mit Einzelheiten über Komposition, Libretto, die damals mit Kerzen beleuchtete Bühne, Kostüme und Ausstattung – das gesamte faszinierende Ambiente.    Warum aber wurde die Oper ausgerechnet in Prag uraufgeführt und nicht in Wien? Mozart war zwar zufrieden mit dem Erfolg seiner Oper „Die Hochzeit des Figaro“ in Wien und schrieb einem Freund: „Hier sprechen sie über nichts anderes als den 'Figaro'. Nichts anderes wird gespielt, gesungen oder gepfiffen als 'Figaro.'“    Dennoch war die Resonanz des Publikums verhalten und der „Figaro“ verschwand bald vom Spielplan. Ganz anders in Prag. Dort wurde „Figaros Hochzeit“ bejubelt und Mozart wurde beauftragt, eine neue Oper zu schreiben, um diesen Erfolg fortzusetzen.    Rolando Villazóns Führung auf den Spuren von Mozarts erfolgreichster Oper endet mit der eigens für diese Dokumentation inszenierte Wiederaufführung des dramatischen Finales, ganz so, wie es bei der Prager Premiere im Oktober 1787 stattgefunden haben mag: mit dem Originaldekor, den Spezialeffekten und den Instrumenten der damaligen Zeit.

Sonntag, 05.08. / 01.05 Uhr / Zum 230. Jubiläum der Uraufführung: Don Giovanni - dramma giocoso von W. A. Mozart
Oper, Österreich, 2017, ZDF        182 Min.
Komponist und Autor: Wolfgang Amadeus Mozart
Dirigent: Plácido Domingo
Chorleitung: Pavel Vaněk
Kostüme: Theodor Pistěk
Chor: Chor des Prager Nationaltheaters
Orchester: Orchester des Prager Nationaltheaters

Mit: Adrian Sampetrean (Leporello), Irina Lungu (Donna Anna), Katherina Knezikova (Donna Elvira), Julia Novikova (Zerlina), Simone Alberghini (Don Giovianni)

Online verfügbar von 05/08 bis 04/09
Erstausstrahlung

Zum 230. Jubiläum der Uraufführung des „Don Giovanni“ bringt Opern-Weltstar Plácido Domingo Mozarts Meisterwerk zurück an den Ort der Premiere: Das Prager Ständetheater ist nicht nur einer der bezauberndsten Theaterbauten des Rokoko, sondern auch das einzige erhaltene Theater, in dem Mozart selbst Vorstellungen gegeben hat.

Nach genau 230 Jahren kommt Mozarts „Don Giovanni“ wieder an den Ort seiner Uraufführung: Das Prager Ständetheater ist nicht nur einer der bezauberndsten Theaterbauten des Rokoko, sondern auch das einzige erhaltene Theater, in dem Mozart selbst Vorstellungen gegeben hat.    Mozart knüpfte mit dem „Don Giovanni“ an den Prager Erfolg seines „Figaro“ an. Die Uraufführung am 29. Oktober 1787 erhielt „lautesten beyfall“ und wurde schon kurz danach auf ausdrücklichen Wunsch von Kaiser Joseph II. auch in Wien gespielt.    Für seine 230-jährige Jubiläums-Produktion des „Don Giovanni“ übernimmt Plácido Domingo nicht nur die musikalische und künstlerische Leitung, sondern hat auch als Solisten einige der Gewinner seines Operalia-Wettbewerbs eingeladen: Die Top-Garde junger Sängerinnen und Sänger trifft auf den Charme der historischen Spielstätte. Regie, Bühnenbild und Kostüme orientieren sich stilgerecht an den originalen Bühnenanweisungen von 1787.

Zusatzinfo:
Die Inszenierung wurde am 27. und 29. Oktober 2017 für ARTE aufgezeichnet.

Montag, 06.08. / 09.35 Uhr / 360° Geo Reportage: Die Tango-Spelunken von Buenos Aires
Reportage, Deutschland, Frankreich, 2014, ARTE        52 Min.
Regie: German Kral
Online verfügbar von 06/08 bis 13/08

Auf der ganzen Welt, von New York bis Tokio, von Buenos Aires bis Finnland, wird Tango leidenschaftlich getanzt, ernsthaft gelehrt und gelernt und sehnsüchtig geliebt. Dabei steht der Tango auf den ersten Blick im Widerspruch zu unserer emanzipierten Zeit, denn die wichtigste Regel des Tangos ist: Der Mann führt, die Frau lässt sich führen. Diese Klarheit der Rollenverteilung scheint einen Teil der Faszination für den Tanz auszumachen. „360° Geo Reportage“ fängt die Faszination des Tangos ein, mit Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Jung und Alt, Träumer und Realisten.  

Buenos Aires - die berühmte Stadt am Ufer des Río de la Plata. Sie ist auch bekannt als das Paris Südamerikas, als eine Stadt, die niemals schläft. Und auch die Kultur des Tangos ist hier nie wirklich eingeschlafen. Bis heute gibt es in Buenos Aires mehr Tangoveranstaltungen als irgendwo sonst auf der Welt und viele Menschen, deren Alltag, Denken und Fühlen vom Tango bestimmt wird, obwohl sie damit weder reich noch berühmt werden. Barbetreiber, Tänzer, Lehrer, Sänger und Musiker tun alles dafür, dass ihre Tradition Nacht für Nacht in den Tanzlokalen, den Milongas, weiterleben kann.Es ist Freitagabend in Buenos Aires und die ganze Stadt bereitet sich auf das Wochenende vor. In Barracas, einem traditionsreichen Viertel im Süden von Buenos Aires, befindet sich die Bar „Los Laureles“. Eröffnet wurde sie vor mehr als 120 Jahren – und sie ist bis heute eine Institution im Viertel. Doris Bennan betreibt die Bar erst seit einigen Jahren: eine Herausforderung in einer Männerdomäne und ein täglicher Kampf, die berühmte Tangobar wirtschaftlich am Leben zu halten. Jeden Freitagabend wird hier Tango getanzt und gesungen. Die Sänger – berühmte und unbekannte - kommen von überall her, um hier aufzutreten. Die Reporter tauchen tief in die Tangoszene von Buenos Aires ein, folgen dem jungen Ehepaar Marcelo und Lucila, dem Tango–DJ Mariano sowie den weltberühmten Tango-Maestros Carlos und Rosita Pérez in ihre Welten. Sie zeigen ihren Alltag in dieser verrückten, lauten Stadt und ihre leidenschaftlichen, nächtlichen Milongas in den Tango-Bars „El Floreal“ oder „Los Laureles“.   

Zusatzinfo:
„360° Geo Reportage" präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.   

Mittwoch, 08.07. / 21.55 Uhr / Lachen, um zu überleben. Ephraim Kishon
Dokumentation, Österreich, Israel, 2017, RBB        52 Min.
Regie: Dominik Wessely
Online verfügbar von 08/08 bis 15/08
Erstausstrahlung

Ephraim Kishon lebte niemals in Deutschland. Die Nationalsozialisten töteten den Großteil seiner Familie. Und ausgerechnet in Deutschland hatte er seinen größten Erfolg. Seine ironischen Beschreibungen der Bürokratie und Kleingeistigkeit des Alltags der Mittelklasse wurden zu einer kulturellen Konstante. Autor und Regisseur Dominik Wessely folgt in der Dokumentation „Lachen, um zu überleben. Ephraim Kishon“ Kishons Weg vom ungarischen Vertriebenen bis hin zum gefeierten Autoren. Interviews mit Familienmitgliedern und Wegbegleitern geben Einblicke in die Gedankenwelt des Satirikers.

Ephraim Kishon: Satiriker, Autor, Regisseur, Ehemann und Vater. Kishon lebte niemals in Deutschland. Die Nationalsozialisten töteten den Großteil seiner Familie. Nach seiner Lebensgeschichte ist einem eher zum Weinen als zum Lachen zumute. Doch der berühmte israelische Satiriker aus Ungarn, der den Holocaust überlebte, wählte das Lachen und schrieb seine Geschichten – selbstironisch und schwarzhumorig. Kishon bemerkte einmal lakonisch: „Ich verspüre Genugtuung darüber, dass die Enkel meiner Henker in meinen Lesungen Schlange stehen.“    Seine ironischen Beschreibungen der Bürokratie und Kleingeistigkeit des Alltags der Mittelklasse wurden zu einer kulturellen Konstante. Und besonders Deutsche konnten sich mit seinen Geschichten über das belanglose Philistertum und die Art, wie ihnen in einer humorvollen und satirischen Weise das Leben der Nachkriegszeit beschrieben wurde, sehr gut identifizieren.    Autor und Regisseur Dominik Wessely folgt in der Dokumentation „Lachen, um zu überleben. Ephraim Kishon“ Kishons Weg vom ungarischen Vertriebenen bis hin zum gefeierten Autoren und Filmemacher. Interviews mit Familienmitgliedern und Wegbegleitern geben Einblicke in die Gedankenwelt des Satirikers.   

Kishons Leben gleicht beinahe einem satirischen Roman. Die Geschichte, wie er das „Dritte Reich“ überlebte und sogar fliehen konnte, ist beinahe unglaublich. Um aber dann Israeli zu werden, hatte er große Hürden zu überwinden: Binnen eines Jahres musste er in einem mühsamen Studium Hebräisch lernen. Und dann verwandelte er sich langsam von Ferenc Hoffmann in Ephraim Kishon.   

Der alltägliche Wahnsinn ist der Steinbruch, aus dem er seine Schätze birgt. Dabei entblößt er gerne menschliche Charaktereigenschaften und Schwächen, nicht aber deren Träger.    Über Kishon zu erzählen, ist der Versuch, einen Lebensweg nachzuzeichnen und ihn überdies in seiner historischen Bedingtheit zu verstehen. Kishon als der "klassische" Deutsche, der gar kein Deutscher war, der unterhaltsame Vorzeigejude der Nachkriegszeit, und dahinter: der durch Sarkasmus und Ironie nie ganz verdeckte Schrecken des Holocaust.

Mittwoch, 08.07. / 22.45 Uhr / Chanson d'amour
(Quand j'étais chanteur)
Spielfilm, Frankreich, 2006, ARTE        108 Min.
Regie: Xavier Giannoli
Kamera: Yorick Le Saux
Schnitt: Martine Giordano
Musik: Alexandre Desplat
Produktion: EuropaCorp, Rectangle Productions, France 3 Cinéma
Produzent: Edouard Weil, Pierre-Ange Le Pogam
Drehbuch: Xavier Giannoli

Mit: Gérard Depardieu (Alain Moreau), Cécile de France (Marion), Mathieu Amalric (Bruno), Patrick Pineau (Daniel), Jean-Pierre Gos (Philippe Chevalier), Christine Citti (Michèle), Alain Chanone (Philippe Mariani)

Schlagersänger Alain Moreau tritt seit vielen Jahren als Alleinunterhalter in Provinzdiscos auf. Obwohl seine schnulzigen Lieder – wie er selbst – in die Jahre gekommen sind, denkt er nicht ans Aufhören. Der notorische Schwerenöter lebt für seine Musik, neben der es keinen Platz für eine dauerhafte Beziehung gibt. Das ändert sich, als Alain die attraktive, wesentlich jüngere Immobilienmaklerin Marion kennenlernt. Nach einer gemeinsamen Nacht zeigt sie ihm jedoch die kalte Schulter. Alain lässt nicht locker, und ausgerechnet seine kitschigen Liebeslieder öffnen ihm allmählich den Weg in ihr Herz.

Alain Moreau ist ein in die Jahre gekommener Schlagersänger. Seit einer Ewigkeit beglückt er mit seiner Band in Clermont-Ferrand Tanzveranstaltungen, Firmenfeiern und Seniorenheime. In die Hitparaden schaffte er es nie, doch Alain singt seine unmodisch gewordenen Schnulzen noch immer mit Herz und Hingabe. Nur in letzter Zeit wirkt er etwas steif und routiniert, wie seine Managerin und Exfrau Michèle anmerkt.

Als er eines Abends von der Bühne aus ein hübsches, neues Gesicht erblickt, erwacht er aus seiner Lethargie: Marion, eine Maklerin und alleinerziehende Mutter, hat es erst kürzlich in die Provinz verschlagen. Dass sie im Büro seines Freundes Bruno arbeitet, ist ein willkommener Anlass für den Charmeur, die attraktive junge Frau zwischen zwei Auftritten anzuquatschen.

Alain verbringt die Nacht mit der schönen Blondine. Am Morgen danach macht sich Marion schnell aus dem Staub. Doch Alain lässt nicht locker, und mit seiner entwaffnenden Ehrlichkeit und liebenswürdigen Extravaganz macht der schrullige Sänger bald einen tiefen Eindruck auf die zerbrechliche Marion.

Zusatzinfo:
Als alternder Schlagersänger, der sein Haus mit einer Ziege teilt, wirkt Gérard Depardieu so charismatisch wie zuvor länger nicht mehr. Mit instinktivem Understatement spielt der französische Kinostar einen liebenswürdigen Charakter, der jegliches Gockelgehabe hinter sich gelassen hat und einer jungen Frau furchtlos seine Verletzlichkeit offenbart. Das Vorbild für Alain war ein authentischer „chanteur de bal“, Lokalgröße Alain Chanone, der einen Kurzauftritt hat und dessen Orchester sein filmisches Alter Ego begleitet. Dieser sehr französische Liebesfilm ist eine Hommage an die Auvergne sowie an die Schlager von Aznavour bis Gainsbourg, die von Gérard Depardieu selbst gesungen werden.

Donnerstag, 09.08. / 05.00 Uhr / Augustin Dumay spielt Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert in d-Moll  (1822)
Musik, Belgien, 2008, ARTE, RTBF        41 Min.
Regie: Benoît Vlietinck
Dirigent: Augustin Dumay
Komponist: Felix Mendelssohn Bartholdy
Orchester: Orchestre Royal de Chambre de Wallonie

Am 3. Februar 2009 feierte alle Welt den 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Orchestre Royal de Chambre de Wallonie feierte mit Mendelssohn gleichzeitig sein eigenes 50-jähriges Jubiläum. Chefdirigent Augustin Dumay übernahm nicht nur die musikalische Leitung, sondern auch den Solopart des Violinkonzertes in d-Moll, das Mendelssohn 1822 mit nur 13 Jahren komponierte.

Der französische Geigenvirtuose Augustin Dumay interpretiert das erste Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. Begleitet wird er vom Orchestre Royal de Chambre de Wallonie. Mendelssohn schrieb sein Violinkonzert in d-Moll im Jahr 1822. Es ist nicht so bekannt wie das Konzert in e-Moll, dennoch nicht weniger beeindruckend; Mendelssohn war gerade einmal 13 Jahre alt, als er das Werk komponierte.     Außerdem interpretiert das Königliche Kammerorchester der Wallonie „Die Hebriden“, eine Konzert-Ouvertüre zu der sich Mendelssohn von seinen Eindrücken während einer Reise nach Schottland inspirieren ließ.

Zusatzinfo: Das Orchestre Royal de Chambre de Wallonie spielt nicht nur im musikalischen Leben Belgiens eine herausragende Rolle. Seit einigen Jahren erobert das Orchester aus Mons auch die internationalen Bühnen wie Paris und Peking. Diesen Erfolg hat es der Professionalität seiner Musiker und dem künstlerischen Wagemut seines ehemaligen Chefdirigenten Augustin Dumay zu verdanken. Der renommierte französische Violinist leitete das Orchester von 2003 bis 2013 und erweiterte dessen Repertoire, indem er es mal als kleines Ensemble, mal als großen Klangkörper einsetzte. Dumay gilt als einer der besten Kammermusiker seiner Generation. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent betreut er junge Berufsmusiker an der Queen Elisabeth Music Chapel in Brüssel und lehrt dort Violine. Außerdem engagiert er sich sehr für den alljährlich stattfindenden Musikwettbewerb Concours Reine Elisabeth.

Freitag, 10.08. / 05.00 Uhr / Highlights vom Festival Musiq'3 in Brüssel 2013
Musik, Belgien, 2013, ARTE, RTBF        62 Min.
Regie: Benoît Vlietinck
Dirigent: Peter van Heyghen, Alan Brind
Orchester: The Ricercar Consort, Ensemble Gli Incogniti, Les Muffatti, Orchestre du festival Musiq'3

Mit: Céline Scheen (Sopran), Amandine Beyer (Violine), Khatia Buniatishvili (Klavier), Stefanie True (Sopran), Hugo Oliveira (Baryton-basse), Ensemble Voces8, Emmanuel Laporte (Oboe)
Online verfügbar von 10/08 bis 17/08

Das Brüsseler Klassikfestival Musiq‘3 – das sind 50 Konzerte auf fünf Bühnen sowie über 150 Künstler. ARTE überträgt die Höhepunkte des Programms aus dem Jahr 2013, das ganz im Zeichen des Themas „Liebe“ stand, unter anderem mit Klassikstars wie Gli Incogniti, Amandine Beyer, Khatia Buniatishvili, The Ricercar Consort und Céline Scheen.

Wer die Liebe liebt, für den dürfte das Festival Musiq’3 (28. bis 30. Juni 2013) in Brüssel genau das Richtige sein: Es geht um Liebe auf den ersten Blick, Trennungen und verzehrende Leidenschaften. Nicht umsonst haben sich Komponisten aller Epochen mit der Liebe in all ihren Spielarten befasst.    Zu erleben sind Künstler wie Gli Incogniti, Amandine Beyer, Khatia Buniatishvili, The Ricercar Consort und Céline Scheen. Sie alle liefern eine musikalische Liebeserklärung an das Publikum. ARTE zeigt Auszüge der Highlights aus dem Jahr 2013.

Freitag, 10.08. / 22.00 Uhr / Die sieben Leben des Elvis Presley
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Dokumentarfilm, Großbritannien, 2017, ARTE F        90 Min.
Regie: David Upshal
Online verfügbar von 10/08 bis 09/09
Erstausstrahlung

Unverfälscht und rebellisch: Elvis alias der „King“ war in der Nachkriegszeit die absolute Ikone der beginnenden Popkultur. Er prägte den Rock ’n’ Roll als erste reine Jugendkultur maßgeblich mit; viele seiner Songs wie „Jailhouse Rock“, „In the Ghetto“ oder „Love Me Tender“ wurden zu echten Evergreens. Die Dokumentation zeichnet anhand von umfangreichem Archivmaterial ein hautnahes Porträt von Elvis Aaron Presley (1935-1977) aus der Sicht seiner künstlerischen und persönlichen Wegbegleiter.

Mit „Jailhouse Rock“, „In the Ghetto“ oder „Love Me Tender“ hat Elvis Presley Musikgeschichte geschrieben. Bis heute ist er der King of Rock ’n’ Roll, eine unvergängliche Ikone der Popkultur. Presley wurde in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi als Sohn eines Gelegenheitsarbeiters und einer Näherin in ärmlichen Verhältnissen geboren. Als er zehn Jahre alt wurde, schenkten ihm die Eltern statt des erhofften Fahrrads eine Gitarre. Die Familie wohnte trotz strenger Rassentrennungsgesetze zeitweise in einem Stadtviertel Tupelos, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft viele Afroamerikaner lebten. Als Evis‘ Familie nach Memphis gezogen war, kam er in der East Trigg Baptist Church in Kontakt mit Gospelmusik und machte heimliche Ausflüge in die Beale Street – bekannt für ihre Bars, Bordelle und Kneipen für Afroamerikaner.   

Bei seinem allerersten öffentlichen Auftritt sang Elvis „Old Shep“ bei der jährlichen Landwirtschaftsausstellung von Mississippi im Oktober 1945. 1954 erscheint mit „That's All Right“ seine erste erfolgreiche Platte. Sein Song „Heartbreak Hotel“ katapultierte ihn 1956 ins brandneue Medium Fernsehen; er schoss direkt auf Platz eins der Charts und blieb dort sieben Wochen lang.    Presley wird im Laufe seiner Karriere in mehr als 30 Filmen mitspielen, mit drei Grammys ausgezeichnet werden und insgesamt mehr als eine Milliarde Platten verkaufen. Nach seinem Tod wird er dreimal so viele Platten verkaufen wie zu Lebzeiten.   

Die Dokumentation folgt den Etappen von Elvis‘ Laufbahn von der schwierigen Südstaaten-Kindheit während der Wirtschaftskrise über seinen rasanten Aufstieg zum internationalen Megastar und die verheerenden Jahre unablässiger Auftritte in Las Vegas – über 600 Konzerte zwischen 1969 und 1976 – bis hin zum Einbruch seiner Karriere und dem tragischen Tod im August 1977. Er starb mit nur 42 Jahren an Herzversagen in Folge von Fettsucht und jahrelangem Medikamentenmissbrauch.    Archivaufnahmen und Erinnerungen von Weggefährten betten die Figur des King in ihren historischen Zusammenhang: So prägte der frühe Kontakt mit der afroamerikanischen Kultur Presleys Werk entscheidend. Die Mischung aus weißer Country-Musik und schwarzem Rhythm and Blues war völlig neu und sollte die Musikwelt für immer verändern.

Freitag, 10.08. / 23.30 Uhr / Elvis: Aloha from Hawaii
Schwerpunkt: Summer of Lovers
Musik, USA, 1973, BR        63 Min.
Regie: Marty Pasetta
Online verfügbar von 10/08 bis 17/08

Auf dem Höhepunkt seines Ruhms gab Rock-'n'-Roll-Star Elvis Presley am 14. Januar 1973 in Honolulu sein legendäres Konzert "Aloha from Hawaii". Das Event wurde in zahlreichen Ländern live im Fernsehen gezeigt und erreichte sensationelle Einschaltquoten, die weit über der 50-Prozent-Marke lagen. Während heute Konzertübertragungen zum TV-Alltag gehören, waren der Auftritt des "King" und sein Riesenerfolg seinerzeit ein spektakuläres Medienereignis. Direkt im Anschluss zeigt ARTE den Dokumentarfilm „Elvis in Las Vegas“, der Ausschnitte aus einer Elvis gewidmeten Show des Cirque du Soleil zeigt.

Am 14. Januar 1973 gab Elvis Presley in Honolulu sein Konzert "Aloha from Hawaii". Die Show begann um 12.30 Uhr Ortszeit in Honolulu und wurde live nach Australien, Südkorea, Japan, Thailand, Südvietnam, auf die Philippinen und in zahlreiche andere Länder übertragen. Mit diesem TV-Event setzte der "King" auf dem Höhepunkt seines Ruhms einen Meilenstein in der Fernseh- und Unterhaltungsgeschichte. Die Übertragung brachte es auf 37,8 Prozent Marktanteil in Japan, 91,8 Prozent auf den Philippinen, 70 Prozent in der damaligen britischen Kronkolonie Hongkong und 70 bis 80 Prozent in Korea. Zeitversetzt konnte das Konzert kurz danach auch in rund 30 europäischen Ländern gesehen werden. In den USA wurde es erst am 4. April von NBC in einer Schnittfassung mit zusätzlichen Songs, die am Ende des Livekonzerts aufgezeichnet und eingebaut wurden, ausgestrahlt. Auch hier sprengte die Show sämtliche Quotenrekorde und zog 51 Prozent der amerikanischen Fernsehzuschauer vor den Bildschirm. Alles in allem sahen das Konzert rund 1,5 Milliarden Menschen in rund 40 Ländern. Diese Beachtung war seinerzeit ein bahnbrechender Welterfolg. Heute sind via Satellit live übertragene Shows gang und gäbe, aber 1973 war das Elvis-Konzert "Aloha from Hawaii" eine absolute Weltpremiere.

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