kulturfreak

Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf 3sat:

Regelmäßige Kultursendungen

Montags bis freitags (außer Feiertage), 19.20 Uhr: Kulturzeit
Samstags, 09.05 Uhr: Kulturplatz

Samstags, 19.30 Uhr: Kulturpalast ~ Fachmagazin für E- und U-Kultur

Montag, 24.04. / 13.20 Uhr / Gräfin Mariza
Spielfilm, BRD 1958
ORF

Michael: Rudolf Schock
Mariza: Christine Görner
Lisa: Renate Ewert
Koloman Zupan: Gunther Philipp
Ferdinand: Hans Moser
u. a.
Regie: Rudolf Schündler
Länge: 104 Minuten

Um ihren Verehrern in Budapest zu entkommen, besucht die schöne Gräfin Mariza nach langer Zeit ihr Stammgut. Dort bringt der neue Verwalter Michael den maroden Besitz wieder in Schwung.

"Gräfin Mariza" ist die Verfilmung der gleichnamigen Operette von Emmerich Kálmán. Die Stars des Films sind Rudolf Schock und Christine Görner. Für Humor und Späße sorgen Gunther Philipp und Hans Moser.

Gräfin Mariza ärgert, wie selbstständig Michael agiert. Als Gutsnachbar Dragomir ihr einen Heiratsantrag macht, verbreitet sie in Wien das Gerücht, sie habe sich mit einem gewissen Koloman Zupan verlobt. Sie glaubt, diesen Namen gäbe es nur in der Operette "Der Zigeunerbaron". Tatsächlich ist Zupan ein Schnorrerkönig in Wien und stiftet als "Verlobter" der Gräfin einige Verwirrung. Als Michaels Schwester Lisa auftaucht, glaubt Mariza, sie sei seine Geliebte. Aus Eifersucht lässt sie Zupan seine Rolle als Verlobten spielen, und Michael kündigt. Doch dann entdeckt Mariza ihren Irrtum.

Samstag, 29.04. / 16.25 Uhr / Les Misérables
Spielfilm, Großbritannien 2012
ZDF
Jean Valjean: Hugh Jackman
Inspektor Javert: Russell Crowe
Fantine: Anne Hathaway
Cosette: Amanda Seyfried
Thénardier: Sacha Baron Cohen
Madame Thénardier: Helena Bonham Carter
u. a.

Regie: Tom Hooper
Länge: 152 Minuten


Jean Valjean (Hugh Jackman) tröstet die sterbende Fantine (Anne Hathaway)
© ZDF und Laurie Sparham

Das Musical zum Roman von Victor Hugo: Der frühere Häftling Jean Valjean wird auch als wohlhabender Bürger von der Vergangenheit eingeholt - und seinem langjährigen Peiniger Inspektor Javert.

Schauplatz ist Frankreich zwischen 1815 und 1832, wo Valjean seinen gesellschaftlichen Aufstieg mit ständiger Angst vor Entlarvung bezahlt. Trost ist ihm seine Ziehtochter, die er nach dem traurigen Tod ihrer Mutter bei sich aufgenommen und liebevoll erzogen hat.

Als Jean Valjean (Hugh Jackman) nach 19 grausamen Jahren von Inspektor Javert (Russell Crowe) endlich aus dem Zuchthaus entlassen wird, stößt er als ehemaliger Häftling überall auf Ablehnung. Einst verurteilt für den Diebstahl von etwas Brot, beschließt er, sich an der Gesellschaft zu rächen.

Valjean findet zum Glauben und baut sich unter falschem Namen ein neues Leben als Bürgermeister einer Kleinstadt auf. Dort lebt auch die junge Fantine (Anne Hathaway), die sich und ihre kleine Tochter Cosette mühsam als Näherin durchbringt. Bis sie ihre Arbeit verliert und als schwer misshandelte Prostituierte bald auch ihr Leben. Valjean verspricht der Sterbenden, sich um Cosette zu kümmern. Als Inspektor Javert in die Stadt versetzt wird, flieht Valjean aus Angst, sein alter Feind könnte seine neue Identität doch irgendwann durchschauen, mit Cosette nach Paris.

Neun Jahre später herrscht in der Hauptstadt revolutionäre Stimmung. Junge Studenten planen den Juni-Aufstand, unter ihnen der freundliche Marius (Eddie Redmayne), der sich bei einer zufälligen Begegnung auf den ersten Blick in die erwachsene Cosette (Amanda Seyfried) verliebt. Zuerst noch unterstützt von der hungernden Bevölkerung versuchen die Rebellen, eine neue Revolution zu entfachen. Doch schon bald stehen sie allein auf den Barrikaden - ihnen gegenüber ein Heer von Soldaten und Javert, der inzwischen ebenfalls in der Hauptstadt lebt. Es dauert nicht lange, bis sich Javert und Valjean in einer letzten Konfrontation gegenüber stehen.

Nach unzähligen Adaptionen des Klassikers von Victor Hugo für Bühne, Film und Fernsehen entstand 2012 die Hollywood-Verfilmung des Musicals. Nur wenige gesprochene Sätze in einer nahezu durchgesungenen Handlung: eine echte Herausforderung für die illustre Besetzung, die dafür unterschiedliche Voraussetzungen mitbrachte. Regisseur Tom Hooper ("The King's Speech") bestand nämlich darauf, dass die Schauspieler live singen sollten - Nachsynchronisationen im Studio waren nicht vorgesehen.


Die kleine Cosette (Isabelle Allen, M.) wird von ihren geldgierigen Pflegeeltern
(Helena Bonham Carter als Madame Thénardier und Sacha Baron Cohen als Thénardier) ausgebeutet

© ZDF/Laurie Sparham

Während Hauptdarsteller Hugh Jackman ("Wolverine") bereits auf eine längere Musical-Karriere zurückschauen konnte, hatte Russell Crowe ("Gladiator") allenfalls spärliche Erfahrungen als Rockabilly-Sänger unter dem Namen Russ Le Roq. Ganz anders die versierte, vor ihrer Filmkarriere in etlichen Musicals aufgetretene Sopranistin Anne Hathaway ("Der Teufel trägt Prada"), die 2012 für ihre Darstellung der leidenden Fantine den Oscar als Beste Nebendarstellerin erhielt. Amanda Seyfried ("Lovelace"), die bereits in "Mamma Mia!" bewiesen hatte, dass ihre zweijährige Opernausbildung alles andere als vergeblich war, passte ausgezeichnet zu ihrem britischen Kollegen Eddie Redmayne ("Die Entdeckung der Unendlichkeit"), der sich in der Rolle des Marius hervorragend schlägt.

Samstag, 29.04. / 19.30 Uhr / Bauerfeind assistiert ... Dunja Hayali
Moderation: Katrin Bauerfeind
(Erstsendung: 26.11.2016)
3sat

Früh aufgestanden wird in dieser Folge: Katrin Bauerfeind assistiert der Journalistin Dunja Hayali an einem Tag im "ZDF-Morgenmagazin".

Wer kümmert sich um Hayalis Hund Emma, wenn Frauchen schon vor Tagesanbruch das Haus verlässt – Assistentin Katrin Bauerfeind! Wer sorgt für Stullen und frischen Kaffee – Katrin Bauerfeind! Wer bereitet die Presseschau vor – die Tagesassistentin Katrin Bauerfeind.

Während der aufregenden Live-Sendung übernimmt Katrin Bauerfeind Handy samt Twitter-Account ihrer Chefin und bringt sie anschließend nach Hause. Doch da endet der Tag noch längst nicht: Ein ausgedehnter Hundespaziergang durch den Wrangelkiez inklusive Besuch der Änderungsschneiderin gehören auch noch dazu.

Samstag, 29.04. / 20.15 Uhr / Sommernachtskonzert Schönbrunn 2014 mit Lang Lang
Solist: Lang Lang (Piano)
Programm:
- Hector Berlioz: Ouvertüre zu "Carnaval Romain"
- Franz Liszt: Mazeppa
- Richard Strauss: Burleske
- Hector Berlioz: Ouvertüre zu "Benvenuto Cellini"
- Richard Strauss: Till Eulenspiegel
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Christoph Eschenbach
Fernsehregie: Henning Kasten


Die Wiener Philharmoniker bieten jedes Jahr ein besonderes Open-Air-Konzert
im barocken Ambiente des Schlossparks Schönbrunn

© ZDF/Richard Schuster

Ein ganz besonderes Open-Air-Konzert fand am Abend des 29. Mai 2014 im barocken Ambiente des Schönbrunner Schlossparks statt: Die Wiener Philharmoniker boten bei freiem Eintritt stimmungsvolle Musik unter der Leitung des weltberühmten Dirigenten Christoph Eschenbach. Der Gastdirigent vieler großen Orchester und Opernhäuser der Welt hat seit September 2010 die doppelte Leitung des John F. Kennedy Center for the Performing Arts sowie des National Symphony Orchestra in Washington D.C. Seit seiner Berufung im Jahr 2008 hat er eine Schlüsselrolle bei der Planung der Spielzeiten, der internationalen Festivals und besonderen Projekte für diese beiden renommierten Institutionen.

Ein weiteres Highlight des Schönbrunnkonzertes war der Solist Lang Lang. Mit weltweit ausverkauften Konzerthäusern gilt der chinesische Pianist als einer der einflussreichsten Musiker der Welt. Mit dem Sommernachtskonzert Schönbrunn knüpften die Wiener Philharmoniker an die Vorjahre an, denn seit 2004 ist dieses Event sehr erfolgreich. Etwa 100.000 Besucher waren es allein im Vorjahr.

Samstag, 29.04. / 21.45 Uhr / Virtuosity
Film von Christopher Wilkinson
Erstausstrahlung
3sat

Der Van-Cliburn-Klavierwettbewerb zählt zu den schwierigsten Musikwettbewerben der Welt. Alle vier Jahre spielen die besten jungen Konzertpianisten im texanischen Fort Worth um die Goldmedaille.

Auf den Gewinner wartet eine professionell ausgearbeitete Infrastruktur aus Künstlermanagement, Konzertreisen und Studioaufnahmen - der perfekte Grundstock für eine internationale Karriere. Der Film „Virtuosity“ zeigt den Wettbewerb aus der Sicht der Halbfinalisten.

Auf sehr berührende und äußerst unterhaltsame Weise erzählt der Film vom Mut den es erfordert, im Alter von 19 Jahren eine Bühne zu besteigen um vor mehreren tausend Menschen zu spielen. Doch überragende Musikalität und technische Perfektion sind nicht alles. Um die wochenlang andauernden Auswahlrunden zu überstehen, wird von jedem Teilnehmer eine unerschütterliche psychische Stabilität verlangt. Das Wettbewerbsprogramm besteht aus den schwierigsten Werken, die jemals für das Klavier geschrieben worden sind. So wird der „Cliburn“ zum Charaktertest und zur musikalischen Gipfelbesteigung.

Samstag, 29.04. / 02.10 Uhr / Du KUNST mich (3/4): Fotografie
Film von Tanja Lesowsky und Jenny Rezny
(Erstsendung: 31.10.2016)
ORF

In der Reihe "Du KUNST mich" fühlt Musiker und Stand-up-Comedian Aleksey Igudesman anderen Kreativen charmant und zugleich provokant mal auf den Zahn.

Diesmal rät er der recht unbekannten, jungen Musiktruppe "Trio Klavis", bestehend aus einer Pianistin, einer Violinistin und einem Saxophonisten, zwecks effektiver medialer Vermarktung zu einem professionellen Fotoshooting.

Er bringt sie zu Julia Wesely, einer Wiener Berufsfotografin, die sich auf Porträtfotografie spezialisiert hat und sich immer wieder Kurioses für ihre Fotos einfallen lässt. Was die jungen Künstler und Künstlerinnen noch nicht wissen: Sie müssen mit bloßen Händen einen Flügel zu einem burgenländischen Kreidesteinbruch schleppen und erleben dort merkwürdige Dinge.

Samstag, 29.04. / 02.35 Uhr / Du KUNST mich (4/4): Tanz
Film von Tanja Lesowsky und Jenny Rezny
(Erstsendung: 05.12.2016)
ORF


In der Reihe "Du KUNST mich" fühlt Musiker und Stand-up-Comedian Aleksey Igudesman anderen Kreativen charmant und zugleich provokant mal auf den Zahn.

Er probt mit Rusanda Panfili, eine rumänisch-moldawische Geigerin, für einen Auftritt, bei dem beide gleichzeitig musizieren und tanzen sollen. Um ihre Choreografie zu verbessern, schlägt Aleksey Unterricht bei der Profitänzerin Manaho Shimokawa in Wien vor.

Womit Aleksey nicht gerechnet hat: Manaho arbeitet sehr unkonventionell und lässt ihn bei den Proben etwas ungelenk aussehen. Aleksey ist sehr angetan von ihrer Energie, bemüht sich sehr, erfährt jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Die beiden Frauen hingegen verstehen sich blendend.

Samstag, 29.04. / 04.45 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Fehlfarben
Erstausstrahlung
3sat

Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe "zdf@bauhaus", präsentiert von Jo Schück. Diesmal zu Gast: Fehlfarben.

„Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran“: Den Text kennt fast jeder. Als Fehlfarben 1980 ihr längst zur Legende gewordenes Debüt veröffentlichten, verunsicherten sie als eine der ersten deutschsprachigen Punkrockbands das das Establishment.

Aber damit nicht genug: Mit "Monarchie und Alltag" setzten Fehlfarben ungewollt den Startpunkt für eine ganz neue Musikbewegung, die wenig später kommerzialisiert und weichgespült als Neue Deutsche Welle mit ungeahnter Wucht über das Land rollen sollte.

Der Rolling Stone hat "Monarchie und Alltag" später zu Recht als wichtigstes deutschsprachiges Album aller Zeiten eingestuft. Die Fehlfarben haben mit diesem Album nicht nur die deutsche, sondern auch die internationale Musikszene nachhaltig beeinflusst. Jetzt gehen Fehlfarben auf Tournee und spielen erstmals alle elf Songs von "Monarchie und Alltag" in einem Konzert! Das Bauhaus in Dessau ist ein würdiger Rahmen für diesen Event.

Sonntag, 30.04. / Wilde Western - Ein Thementag in 3sat

Montag, 01.05. / Pop around the Clock - Ein Thementag in 3sat

      06.40 Uhr / B. B. King: Live at Montreux 1993
      Auditorium Stravinski, Montreux, Schweiz, 1993
      Regie: Gavin Taylor
      3sat

      Am 14. Mai 2015 stirbt der Gitarrist und Sänger B.B. King mit 89 Jahren in Las Vegas. Für den "Rolling Stone" war er der fünftbeste Gitarrist aller Zeiten, für viele Bluesfans die Nummer 1.

      1925 als Riley B. King in Berclair, Mississippi geboren, singt er als Jugendlicher im Gospelchor und macht beim Hören der Schellackplatten seiner Tante Bekanntschaft mit Blues und Jazz. T-Bone Walker, Charlie Christian und Django Reinhardt werden seine Vorbilder.

      1949 tritt B.B. King zum ersten Mal im Radio auf, erhält 1950 seinen ersten Plattenvertrag und landet 1951 mit dem "3 o'Clock Blues" seinen ersten Hit in den Rhythm & Blues Charts. Als der Rock 'n' Roll der 1950er-Jahre und der Folk-Boom der 1960er-Jahre den Blues in den Hintergrund drängen, bleibt sich B.B. King treu und tritt unbeirrt mit seiner 13-köpfigen Band auf. Doch sein neuer Manager Sidney Seidenberg will B.B. King einem breiterem Publikum bekannt machen. B.B. King tritt nun auf Rockfestivals auf, landet 1969 mit "The Thrill Is Gone" auf Platz 15 in den US-Popcharts und spielt neben Ike & Tina Turner bei der US-Tournee der Rolling Stones im Vorprogramm. B.B. King wird zum Popstar des Blues, tritt als erster Bluesmusiker in der Ed Sullivan TV-Show auf, unternimmt regelmäßig ausgedehnte Tourneen und arbeitet später mit Eric Clapton und U2 zusammen.

      Sein Markenzeichen ist seine Gibson-Gitarre, der er den Namen "Lucille" gibt, nachdem er 1949 seine Gitarre gerade noch vor einem Brand in einem Musikclub retten kann. Der Grund für den Brand war der Streit zweier Männer um eine Frau mit Namen Lucille. "Abgesehen von richtigem Sex mit einer richtigen Frau gibt es nichts, was mir solch eine innere Ruhe gibt wie Lucille," sagt er später einmal während eines Interviews.

      Wenige Tage nach B.B. Kings Tod kommt der Verdacht auf, er sei vergiftet worden. Doch im Juli 2015 stellt die Gerichtsmedizin im US-Staat Nevada fest, dass B.B. King an den Folgen seiner Alzheimererkrankung im Zusammenhang mit Diabetes, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck verstorben ist.

      07.10 Uhr / Eric Clapton: Live in San Diego
      iPayOne Center, San Diego, USA, 2007
      3sat

      Am 15. März 2007 tritt Eric Clapton mit JJ Cale, Robert Cray und vielen anderen musikalischen Gästen in San Diego auf. Es ist Claptons 13. Livealbum, das 2016 als CD veröffentlicht wird.

      3sat zeigt die Höhepunkte des Konzerts, über das Clapton in Bezug auf die Mitwirkung von JJ Cale sagt: „Das ist die Verwirklichung dessen, was ich mir immer gewünscht habe: Mit dem Mann auf der Bühne zu stehen, dessen Musik mich inspiriert, so lange ich denken kann.“

      08.10 Uhr / George Fest: A Night to Celebrate the Music of George Harrison
      Fonda Theatre, Los Angeles, USA, 2014
      3sat

      Am 28. September 2014 treffen sich viele Prominente auf Einladung von Dhani Harrison im Fonda Theatre in Los Angeles, um die Musik des 2001 verstorbenen George Harrison zu würdigen.

      Ein weiterer Anlass für das Festkonzert ist die Veröffentlichung von George Harrisons Solo-Alben „The Apple Years 1968 – 1975“. Auf der Bühne stehen unter anderen Brian Wilson, Norah Jones, Brandon Flowers, Ben Harper, Dhani Harrison und Moderator Conan O'Brien.

      08.55 Uhr / Dire Straits: Alchemy Live
      Hammersmith Odeon London, Großbritannien, 1983
      Regie: Peter Sinclair
      3sat

      "Alchemy Live", das erste live aufgenommene Album der Dire Straits, ist ein Meilenstein der Popmusik. Aufgezeichnet wird es am 22. und 23. Juli 1983 im Anschluss an die "Love Over Gold Tour".

      Im November 1982 reisen die Dire Straits durch Europa, Australien, Neuseeland und Japan. Aber alle Konzertmitschnitte misslingen, die Band entschließt sich, zwei zusätzliche Konzerte im Londoner Hammersmith Odeon zu geben und schreibt Musikgeschichte.

      Gitarrist, Sänger und Komponist Mark Knopfler ist inzwischen alleiniger Produzent und macht mit diesem Konzert aus den Dire Straits ein Megaevent, das weltweit große Stadien füllen wird. Finanzielle Schieflagen, wie es die Übersetzung von "in dire straits" erklärt, wird es nicht mehr geben. Für "Alchemy Live" und die "Love Over Gold Tour", hat Mark Knopfler die Band erneuert. Sein Bruder David wird durch den Gitarristen Hal Lindes ersetzt, Terry Williams trommelt jetzt an Stelle von Pick Withers und Keyboarder Alan Clark wird als festes Mitglied aufgenommen. Nie haben die Dire Straits den Megahit "Sultans of Swing" besser gespielt als an diesen zwei Juliabenden in London, nie waren die Songs wie "Once Upon a Time" oder das epische "Telegraph Road" geheimnisvoller und betörender zu erleben als damals.

      10.10 Uhr / Aerosmith: Rocks Donington
      Download Festival, Castle Donington, Großbritannien, 2014
      Regie: Dick Carruthers, Jeff Claire
      3sat

      Am 15. Juni 2014 rocken Aerosmith England. Im Rahmen ihrer Europatour spielen sie als Headliner des dreitägigen Download Festivals und begeistern das Publikum mit ihren großen Hits.

      Gitarrist Joe Perry: "Gegen Ende unserer Tour spielten wir in Donington. Das Wetter war ordentlich, das richtige Publikum war am richtigen Platz und wir waren gut aufeinander eingespielt. Es war eine besondere Show." Schwarzmarkt-Tickets kosten über 600 Euro.

      Seit 45 Jahren im Geschäft, sind Aerosmith neben den Rolling Stones die letzten Rock-Dinosaurier. Ihre Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame und Hits wie "Dream On" oder "I Don´t Want to Miss a Thing" haben sie unsterblich gemacht, obwohl der nachgesagte exzessive Drogenkonsum von Sänger Steven Tyler und Gitarrist Joe Perry, den sogenannten "Toxic Twins", immer Gefahr bedeutet.

      "Ich setze mich mindestens vier Stunden am Tag hin und denke über neue Songs nach", verriet Steven Tyler unlängst der "Bild"-Zeitung. "Da ist nichts Glamouröses dran. Wenn die Scheinwerfer aus sind, hat der Rockstar Pause. Dann sitze ich nach dem Songschreiben am liebsten mit Freunden auf der Terrasse und rede Unsinn. Also ganz normal." Angesprochen auf seine Vorbilder räumt Tyler ein: "Ich bin ein klassischer Abgucker! Was Erfolg hat, wird uns täglich von den Medien vorexerziert. Das habe ich schon als kleiner Junge begriffen. Ich habe die Körpersprache berühmter Leadsänger im TV studiert, bis ich jeden Ausraster vor dem Spiegel perfekt drauf hatte. Das ziehe ich bis heute durch. Aerosmith sind ein Ballett, ich bin die Ballerina. Und ich mache weiter, bis ich umfalle, denn ich bin mit der Bühne verheiratet."

      11.05 Uhr / Kiss: Rocks Vegas
      Hard Rock Hotel, Las Vegas, USA, 2014
      3sat

      Im November 2014 spielen Kiss neun Konzerte im "Hard Rock Hotel" in Las Vegas. Kiss sind im Rahmen ihres 40. Geburtstags auf Welttournee, die im Juni 2014 beginnt und im Oktober 2015 endet.

      Im Mai 2016 läuft der Konzertfilm in den Kinos und zeigt Kiss in der 4000 Fans fassenden "The Joint Showhall" im Inneren des Hotels in Topform. Mit dabei sind die Gründungsmitglieder Bassist Gene Simmons und Gitarrist Paul Stanley, beide über 60 und topfit.

      12.05 Uhr / Ed Sheeran: Live at Wembley Stadium
      Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2015
      3sat

      Im Juli 2015 spielt Ed Sheeran im Rahmen seiner „x Tour“ vor über 240 000 Fans im Londoner Wembley Stadium. Er ist der erste Solo-Künstler, der Wembley an drei Abenden in Folge füllt.

      „Ich bin stolz auf ihn“, sagt Sir Elton John, der als Überraschungsgast mit Ed den Hit „Don´t Go Breaking my Heart“ interpretiert und mit Respekt über Eds Show sagt: „Große Hallen habe ich solo mit dem Klavier gespielt, aber für Wembley brauchte ich eine Band."

      13.05 Uhr / The Alan Parsons Symphonic Project: Live in Colombia
      Parque Pies Descalzos, Medellin, Kolumbien, 2013
      3sat

      Im August 2013 präsentiert Alan Parsons seine großen Hits Open Air mit seiner Tour-Band und dem Medellín Philharmonic Orchestra: die perfekte Verschmelzung von Synthie-Sound und Orchesterklang.

      Als Tontechniker des Pink-Floyd-Jahrhundertalbums „The Dark Side of the Moon“ beginnt die Karriere von Alan Parsons. Als Produzent und Komponist großer Popsongs wie „Eye in the Sky“ steht er auf einer Stufe mit Sir Paul McCartney, Brian Wilson und Jeff Lynne.

      14.05 Uhr / Coldplay: Ghost Stories
      Ghost Stories Arena, Los Angeles, USA, 2014
      Regie: Paul Dugdale
      3sat

      Mit ihrem sechsten Studioalbum markiert die britische Band Coldplay einen radikalen Stilwechsel. Im Mai 2014 zeichnen sie drei Konzerte in einem dafür gebauten Studio in Los Angeles auf.

      Nach den luxuriösen Pop-Hymnen des vorangegangenen Albums, mit denen die Band eine triumphale Welttournee absolviert, ziehen sich Coldplay ab Ende 2012 für ein Jahr nach London zurück. "Ghost Stories" soll ein zurückgenommenes, akustisches Album werden.

      Schlagzeuger Will Champion sagt dazu: "Das kann wirklich gut werden. Wir werden sehr vorsichtig sein, um nicht pompös und überladen zu klingen. Es ist ein Neustart, eine Neuorientierung." Die Singleauskopplung "A Sky Full of Stars" vom neuen Album beweist, dass Coldplay auf dem richtigen Weg ist: In 86 Ländern schafft es die Band im Mai 2014 auf Platz eins der iTunes-Charts. Bereits im März 2014 hat die Band unter großer Geheimhaltung drei Konzerte in einem extra dafür gebauten Studio in Los Angeles aufgezeichnet. Regisseur Paul Dugdale stellt die Band in die Mitte des Raums, umgeben von 800 Zuschauern, und inszeniert einen Konzertfilm zwischen Traum und Wirklichkeit. Alles bewegt sich um 360 Grad, Videoprojektionen und Lichtinstallationen unterstützen den noch nie da gewesenen Ansatz einer Konzertaufzeichnung, die eher an einen Film erinnert als an ein gängiges Konzert.

      15.00 Uhr / Jeff Lynne's ELO: Hyde Park 2014
      Hyde Park, London, Großbritannien, 2014
      Regie: Janet Fraser Crook
      3sat

      Nach 28 Jahren steht Jeff Lynne am 14. September 2014 wieder live auf einer Bühne. Mit seinem Electric Light Orchestra begeistert er das Publikum im Londoner Hyde Park mit seinen großen Hits.

      "Ich bin schon lange nicht mehr live aufgetreten und weiß, dass sich viele Fans einen Auftritt wünschen", sagt Jeff Lynne, der im Dezember 2015 68 Jahre alt wird. 50 000 Fans bereiten dem britischen Komponisten, Sänger und Gitarristen ein triumphales Comeback.

      Fast ein wenig schüchtern, fast ungläubig, steht Jeff Lynne mit Vollbart, Sonnenbrille und prächtigem Lockenkopf auf der gigantischen Bühne, die im Hintergrund immer wieder vom weltbekannten Raumschifflogo dominiert wird, dessen Vorlage der bunte Lautsprecher einer Wurlitzer Jukebox ist. In 15 Minuten verkaufen sich die Eintrittskarten zu diesem Konzert, das auf eine Idee des BBC DJs Chris Evans zurückgeht: Er fragt seine Zuhörer nach einem Wohltätigkeitskonzert von Jeff Lynne, ob sie ELO wieder live sehen wollten und die Reaktionen sind überwältigend.

      1970 gründet Jeff Lynne das Electric Light Orchestra, das mit einer Mischung aus Klassik und Rock dort weitermachen will, wo die Beatles mit "I Am the Walrus" aufgehört haben. Dieser großen Ansage folgen über ein Jahrzehnt lang große Melodien im üppigen, orchestralen Sound. ELO bestimmen den Sound der 1970er Jahre und landen 1980 mit "Xanadu", gesungen von Olivia Newton-John, einen weiteren Welthit, der bis heute in den Radios gespielt wird. 1987 beendet Jeff Lynne das Kapitel ELO. Er ist froh, nicht mehr auf Tournee gehen zu müssen, und sagt: "Damals war es mörderisch, die Celli und die Violinen einigermaßen einzurichten. Es klang nie so wie wir es wollten."

      Jeff Lynne zieht sich wieder in sein geliebtes Studio zurück und lässt sich 1988 auf die Gründung einer Supergroup ein: Zusammen mit George Harrison, Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan gründet er die Travelling Wilburys. 2001 missglückt ein ELO–Comeback und Jeff Lynne scheint in Vergessenheit zu geraten. Doch Lynnes keyboardlastiger Kompositionsstil erfährt durch Coldplay und Daft Punk eine Renaissance. 2012 erreicht er mit zwei ELO-Alben und einem Solo-Werk die Top 10 in Großbritannien und willigt schließlich ein, wieder live mit ELO auf der Bühne zu stehen. "Es fühlte sich bei den ersten Proben an, als ob ich ein Paar alte Stiefel angezogen hätte, aber bald fühlte es sich an wie ein Paar bequemer Schlappen," freut sich Jeff Lynne über das gelungene Comeback mit den großen Hits wie "Evil Woman", "Livin' Thing", "Turn to Stone", "Telephone Line" und natürlich "Mr. Blue Sky". Eine Welttournee schließt Jeff Lynne nicht aus: "Sag' niemals nie, aber es wäre schön, wenn man einen Weg finden würde es zu tun, aber ohne irgendwo hingehen zu müssen."

      16.00 Uhr / Phil Collins: Live in Paris
      Palais de Omnisports de Paris-Bercy, Frankreich, 1997
      3sat

      Am 8. und 9. Dezember 1997 begeistert Phil Collins seine Fans am Ufer der Seine im Pariser Palais Omnisports im Rahmen seiner „Dance Into the Light Tour“ mit einem legendären Konzert.

      Der Abschied von Genesis liegt ein Jahr zurück. Mit neuem Album und einer neuen Bühnenidee erobert Phil Collins die Konzertsäle: Er spielt auf einer runden Bühne, die einem Musikdampfer nachempfunden ist, und spielt die großen Hits wie „Easy Lover“ und „Separate Lives“.

      17.15 Uhr / Peter Maffay & Band: Niemals war es besser
      Olympiahalle München, Deutschland, 2015
      Regie: Hannes Rossacher
      3sat

      Am 17. Januar 2014 erscheint Peter Maffays 35. Studioalbum. Der harte Deutschrock erreicht Platz 1 der Hitparade und die "Niemals war es besser – Tour" sorgt für ausverkaufte Hallen.

      "Es ist teilweise echt heftig, es ist Rock´n´Roll", sagt Peter Maffay, der damit mühelos zum deutschen Bruce Springsteen avanciert. Kraftvoll füllt seine Stimme auch nach über 40 Bühnenjahren jede Arena. Am 30. Januar 2015 gastiert die Show in München.

      Peter Maffay präsentiert auf der 30 Meter langen, ringförmig angelegten Bühne in der Olympiahalle eine gelungene Mischung aus seinen neuen Songs, den alten Hits und gelungenen Coversongs aus seiner Jugendzeit, begeistert gefeiert von den 10 000 Zuschauern. Begleitet wird Peter Maffay von seiner Band mit den Gitarristen Carl Carlton und Peter Keller, dem Schlagzeuger Bertram Engel, Bassist Ken Taylor, dem Multiinstrumentalisten Pascal Kravetz und Everette Harp am Saxophon. "Schon nach den ersten Konzerten war mir und auch der Band klar: Niemals war es besser!", sagt Peter Maffay, für den die "unvergleichliche Stimmung in den Hallen, die begeisterten Fans und die erstklassige Band die Tour zu etwas Einzigartigem haben werden lassen."

      18.30 Uhr / Niedeckens BAP: Live im Heimathafen
      Heimathafen Neukölln, Berlin, Deutschland, 2016
      3sat

      Im Juni 1976 treffen sich ein paar Jungs aus der Kölner Südstadt zum Musikmachen. Was als Coverband mit Songs der Stones und der Kinks beginnt, wird später zum deutschlandweiten Erfolg.

      Es sind die selbstgetexteten kölschen Lieder von Sänger Wolfgang Niedecken, mit denen die noch namenlose Band in Köln von sich reden macht. Die Chance für einen ersten Auftritt bietet 1977 eine Protestveranstaltung gegen den Bau der geplanten Stadtautobahn.

      19.30 Uhr / Bruce Springsteen: Thrill Hill Vault - The River Tour
      Arizona State University, Tempe, USA, 1980
      3sat

      Am 5. November 1980 spielt Bruce Springsteen im Rahmen seiner "River Tour" in Tempe. Nur vier Kameras filmen das Konzert, das als eines der besten Springsteen-Konzerte überhaupt gilt.

      Im Oktober 1980 veröffentlicht Bruce Springsteen mit „The River“ sein fünftes Album, mit dem er in Deutschland den Durchbruch schafft. Die anschließende Tour beginnt in Michigan, macht einen Abstecher nach Europa und endet im September 1981 in Cincinatti.

      20.15 Uhr / Bruce Springsteen & Friends: A MusiCares Tribute
      Los Angeles Convention Center, USA, 2013
      Regie: Leon Knoles
      3sat

      2013 ehrt die National Academy of Recording Arts and Sciences Bruce Springsteen für sein künstlerisches Schaffen und sein soziales Engagement mit dem "MusiCares of the Year"-Award.

      3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzerts mit den Songs von Bruce Springsteen, interpretiert von Stars wie Elton John, Sting, Patti Smith und dem "Boss" persönlich, der die Show mit "Death to My Hometown" und "Born to Run" grandios beschließt.

      Eröffnet wird das Konzert mit dem Song "Because the Night", gesungen von Patti Smith. Bruce war 1977 mit dem Song bei der Aufnahme im Studio nicht zufrieden und Patti Smith, die im Studio nebenan arbeitete, nahm sich des Songs an und machte ihn zum Hit. Die britische Folk-Rock-Band Mumford & Sons interpretiert danach "I'm on Fire", gefolgt von Countrystar Kenny Chesney mit "One Step Up" und Elton John, der sich "Streets of Philadelphia" ausgesucht hat. Bevor dann der "Boss" auf die Bühne kommt, präsentiert Sting seine soulige Version von "Lonesome Day" und Neil Young entfesselt mit "Born in the USA" ein Klanggewitter.

      21.10 Uhr / Queen: Rock Montreal
      Montreal Forum, Montreal, Quebec, Kanada, 1981
      3sat

      Im November 1981 dreht Regisseur Saul Swimmer während zweier Queen-Konzerte vor über 36 000 Fans in Montreal den legendären Film „Queen – We Will Rock You“, der 1983 Premiere feiert.

      Die Konzerte werden nur für die Verfilmung angesetzt. Es sind die letzten Auftritte in der Vierer-Besetzung ohne zusätzlichen Keyboarder. Zum ersten Mal spielen Queen ihre neue Single „Under Pressure“, die 1981 gerade die Spitze der britischen Charts belegt.

      22.20 Uhr / The Rolling Stones: Havana Moon
      Coliseo de la Ciudad Deportiva, Havanna, Kuba, 2016
      3sat

      Am Karfreitag 2016 schreiben die Rolling Stones Musikgeschichte: Vor 450 000 Fans spielen die Musiker bei Vollmond und freiem Eintritt in Havanna als Zeichen der kulturellen Öffnung.

      "Es gibt die Sonne, den Mond, Sterne - und es gibt die Rolling Stones. Es war etwas Besonderes zu sehen, wie Kuba die Möglichkeit bekam, abzurocken", sagt Keith Richards. Mick Jagger meint: "Die Kuba-Show war großartig. Ein Riesenmeer an Leuten, so weit das Auge reichte."

      00.05 Uhr / U2: iNNOCENCE + eXPERIENCE - Live in Paris
      AccorHotels Arena, Paris, Frankreich, 2015
      3sat

      Nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 sagen U2 die Konzerte am 14. und 15. November ab und kehren drei Wochen später zurück, um ein Zeichen gegen den Terror zu setzen.

      Die "Daily News" schreibt: „Das wird niemanden überraschen: Die Band aus Dublin, entstanden im Schmelztiegel der Gewalt in Irland, die lange gegen Armut und Ungerechtigkeit gekämpft hat, stellt sich nun dem Terrorismus.“

      02.30 Uhr / Depeche Mode: Live in Berlin
      O2 World, Berlin, Deutschland, 2013
      Regie: Anton Corbijn
      3sat

      Im November 2013 präsentieren Depeche Mode die Songs ihres 13. Studioalbums "Delta Machine" und natürlich ihre großen Hits an zwei Abenden in der ausverkauften Berliner O2-World-Arena.

      In eng geschnittenen Glitzerwesten zeigen sich die beiden Kreativköpfe Dave Gahan und Martin Gore als sehnige "Fiftysomethings", die sichtlich Spaß daran haben, ihre eingeschworene Fangemeinde zu immer neuen Jubelstürmen zu bewegen.

      Während Martin Gore gewohnt bescheiden im Hintergrund wirkt, gibt Dave Gahan lust- und kunstvoll den expressiven Entertainer.

      03.45 Uhr / Mötley Crüe: The End - The Final Tour
      Los Angeles Staples Centre, USA, 2015
      3sat

      Am 31. Dezember 2015 beendet die amerikanische Heavy-Metal-Glam-Rock-Band Mötley Crüe ihre 35-jährige Karriere mit einem Konzert vor 18 000 Fans in L. A., der Heimat der „Bad Boys of Rock".

      Nachdem die Band im Januar 2014 das Ende in einer Pressekonferenz verkündet, beginnt in den USA am 2. Juli 2014 die Abschiedstournee, und der „Kunterbunte Haufen“ alias Mötley Crüe begeistert weltweit Fans in Japan, Australien, Europa und Südamerika in 164 Konzerten.

      04.50 Uhr / Def Leppard: And there will be a next time
      DTE Energy Music Theatre, Detroit, USA, 2016
      3sat

      Am 17. Juli 2015 spielen Def Leppard in Detroit: Sänger Joe Elliott, die Gitarristen Vivian Campbell und Phil Collen, Bassist Rick Savage und Drummer Rick Allen präsentieren ihre großen Hits.

      Gegründet 1977 in England, schaffen Def Leppard 1983 mit dem Studioalbum „Pyromania“ den internationalen Durchbruch und erhalten für den zehnfachen Platinverkauf des Albums in den USA den Diamond Award. Ihr viertes Album „Hysteria“ (1987) übertrifft diesen Erfolg.

Samstag, 06.05. / 19.30 Uhr / Bauerfeind assistiert ... Johannes Strate
Moderation: Katrin Bauerfeind
(Erstsendung: 14.05.2016)
3sat

Während der aktuellen Tour von Revolverheld blieb einfach zu viel liegen, deshalb muss Katrin Bauerfeind diesmal der Band und Sänger Johannes Strate unter die Arme greifen.

Die alte Lieblingsklampfe muss dringend zum Gitarrenbauer, im Studiokeller sieht's aus wie bei Hempels und jemanden, der im Garten Hand anlegt, kann Herr Strate auch gut brauchen. Außerdem will er unbedingt noch den Frühjahrs-Dom seiner Wahlheimat Hamburg besuchen.

Katrin Bauerfeind scheut wie immer keine Herausforderung, wenn es darum geht, ungewohnte Einblicke in das Leben ihrer Vorgesetzten für einen Tag zu bekommen.

Samstag, 06.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Drei Schwestern
nach Anton Tschechow
3sat

Olga: Barbara Horvath
Mascha: Franziska Hackl
Irina: Liliane Amuat
Andrej: Nicola Mastroberardino
Natascha: Cathrin Störmer
Theodor: Michael Wächter
Alexander: Elias Eilinghoff
Viktor: Simon Zagermann
Nikolai: Max Rothbart
Roman: Roland Koch
Herbert: Florian von Manteuffel

Bühnenbild: Lizzie Clachan
Kostüme: Mel Page
Musik: Stefan Gregory
Inszenierung: Simon Stone
Fernsehregie: Catharina Kleber
Erstausstrahlung

Ein Wochenende mit Freunden und Familie. Der Wunsch nach Harmonie ist groß, die Chancen darauf gering. - Erstes von drei "Starken Stücken" in 3sat.

Der Australier mit Basler Wurzeln, Simon Stone, erschafft eine radikal zeitgenössische Version von Tschechows Klassiker "Drei Schwestern". Wie in einer Fernsehserie wechselt die Inszenierung nahtlos von einer Szene zur nächsten.

Ein modernistisches Holzhäuschen ist das Feriendomizil, indem sich die drei Schwestern mit Bruder Andrej, Partnern und Freunden treffen. Irina, die Jüngste, will ihren Geburtstag feiern. Kein Landgut in den Weiten Russlands, sondern eine großflächig verglaste Holzhütte wird zum Terrarium, in dem sich die Versuchstiere um Kopf und Kragen reden, Lebenslügen entlarven und die profane Hülle, die bisher alles notdürftig zusammengehalten hat, platzen sehen. Ehebruch, Verrat, Gewalt und Sucht verdichtet in einem Setting, das alltäglicher nicht sein könnte. Regisseur Simon Stone lässt kein Wort von Tschechow übrig, selbst der Sehnsuchtsort Moskau wird zu Berlin, wo aber auch keiner mehr hin will, weil man ohnehin schon alles erlebt hat. Doch Tschechows großes Thema der unerfüllten Liebe bleibt auch im heutigen Gewand erschütternd schmerzhaft. Es endet in einer Katastrophe, die den Verlust des Hauses zu einer Lappalie werden lässt.

Das kleine Haus scheint auf der Bühne ständig in Bewegung zu sein. Jede Drehung rückt einen neuen Konflikt in den Fokus, die Fenster gewähren neue Einblicke und Einsichten in die verworrenen Gefühle einer zerrütteten Familie. Das Spiel des Baseler Ensembles wird immer mehr zum Furor und lässt Schmerz und Verzweiflung am Ende selbst durch Fensterglas lebhaft spürbar werden.

Redaktionshinweis: Simon Stones Tschechow-Inszenierung ist das erste von drei "Starken Stücken" vom 54. Theatertreffen Berlin (6.-21.5.2017), das 3sat als Medienpartner auf die TV-Bühne holt. Es folgen am Samstag, 13. Mai, um 20.15 Uhr "Traurige Zauberer" und am Samstag, 20. Mai, ebenfalls um 20.15 Uhr "89/90".

Samstag, 06.05. / 22.25 Uhr / Khatia - Das Waldkonzert
Khatia Buniatishvili im Berliner Forst, Dezember 2013

Khatia Buniatishvili stammt aus Georgien und ist ein Star am Klavier. Sie konzertiert mit den großen Orchestern der Welt und hat bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen.

Für dieses besondere Konzert hat Kathia Buniatishvili ihren Flügel mitten im Wald platziert und spielt vor einem kleinen Publikum Stücke von Chopin, Liszt, Ravel, Schubert und erzählt von ihrer Leidenschaft für das Leben und von ihrer Begeisterung für die Musik.

Sonntag, 07.05. / 11.30 Uhr / Wolf Biermann - ein deutsch-deutsches Leben
(aus der Reihe "NZZ Standpunkte")
(Erstsendung: 11.02.2017)
SRF

Der Liedermacher und Poet Wolf Biermann ist ein eminenter Zeuge des 20. Jahrhunderts. Der bekennende Kommunist war lange der Barde der DDR und wirkungsmächtigster Poet der deutschen Teilung.

In Berlin wie in Bonn hielt man den Atem an, als der aufsässige Regimekritiker 1976 auf einer West-Konzertreise von der DDR ausgebürgert wurde. In Biermanns Autobiografie lassen sich die Irrungen und Wirrungen des Realsozialismus aus nächster Nähe verfolgen.

Noch einmal wird offenbar, welche Faszination vom Kommunismus ausging und welche Abgründe sich mit ihm verbanden.

Mit Wolf Biermann unterhalten sich "NZZ"-Chefredakteur Eric Gujer und die Politikphilosophin Katja Gentinetta über seine prägende Hamburger Kindheit, sein Leben in der DDR zwischen Anpassung und Widerstand sowie seine geistige Befreiung nach 1989.

Sonntag, 07.05. / 12.30 Uhr / Ayzit Bostan Palast
Film von Armin Kratzert
(Erstsendung: 07.09.2016)
ARD/BR

Ayzit Bostan ist Künstlerin und Modedesignerin, geboren 1968 in der Türkei, aufgewachsen in München. Ihren modernen, so minimalistischen wie poetischen Entwürfe erregen viel Aufmerksamkeit.

Bostan macht Kleider, die oft schwarz sind, entwirft Taschen, die auch schwefelgelb sein können, stattet Theater und Kino aus, dreht Videos, hat eine Professur an der Kunsthochschule Kassel, gestaltete für einen Sommer den Münchner Hofgarten um.

Sie sitzt manchmal im "Schumann‘s" bei japanischem Whisky und radelt gern durchs Bahnhofsviertel: Filmautor Armin Kratzert schaut einen Tag lang zu, besucht sie im Atelier, dem "Ayzit Bostan Palast", begleitet sie in eine Kunsthalle und in ein türkisches Café.

Der Bildhauer Martin Wöhrl, die Schmuckdesignerin Rike Bartels, der Journalist Thomas Bärnthaler und der Unternehmer Philip Bree erzählen, was ihnen an der Mode Ayzit Bostans am besten gefällt.

Montag, 08.05. / 03.20 Uhr / Crossroads (1/8): The Temperance Movement
Mit Phil Campbell (Gesang), Paul Sayer (Gitarre), Nick Fyffe (Bass) und Damon Wilson (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

The Temperance Movement wurde 2011 vom Glasgower Sänger Phil Campbell - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Motörhead-Gitarristen - und dem Gitarristen Paul Sayer gegründet. Mit ihrer unglamourösen, lakonischen Rock-'n'-Roll-Haltung, verführerischen Harmonien und erdigen, britischen Einflüssen katapultierte sich die Band über Nacht in die britischen Album-Charts - und darüber hinaus in das Vorprogramm der Rival Sons und tatsächlich der Rolling Stones. Im Jahr ihrer Gründung erhält das Quartett aus London den "Best New Band"-Award des britischen Szene-Magazins "Classic Rock" und spielt eine komplett ausverkaufte UK-Tour. Ihre Liveshows werden von der Presse einhellig gelobt: "Authentischer Blues-Rock mit Verve, Spielfreude und einer selbstbewussten Unaufgeregtheit, fernab von jedem Pomp und Ego". The Temperance Movement werden als Großbritanniens neue Classic Rock-Hoffnung gehandelt.

Montag, 08.05. / 04.05 Uhr / Crossroads (2/8): Birth of Joy
Mit Kevin Stunnenberg (Gitarre, Gesang), Gertjan Gutman (Orgel) und Bob Hogenelst (Schlagzeug, Gesang)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat


Sie kombinieren Psychedelic Rock, Blues, Grunge und harten Rock, erinnern gleichzeitig an The Doors wie auch an MC5: Birth of Joy.

Das ist großes Rock-Getöse, das sich an den 1960er- und 1970er-Jahren orientiert - und doch derart zeitlos brachial und mitreißend ist, dass man sich fragt, warum dieses niederländische Trio nicht längst im Pantheon angesagten Rock-Hipstertums thront.

Gitarre, Orgel und Schlagzeug sind die Waffen ihrer Wahl - wie sie diese benutzen, mit großer Geste und körperlicher Hingabe, ist beeindruckend. Davon konnten sich die Besucher vieler Festivals rund um den Globus bereits ein Bild machen: 450 Shows spielten Birth Of Joy in den vergangenen drei Jahren, auf drei Kontinenten.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert. Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Montag, 08.05. / 04.50 Uhr / Crossroads (3/8): Jane Lee Hocker
Mit Dana "Danger" Athens (Gesang), Tracy "High Top" (Gitarre), Tina "T-Bone" Gorin (Gitarre), "Hail Mary" Zadroga (Bass) und Melissa "Cool Whip" Houston (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Jane Lee Hooker ist eine fünfköpfige Frauenband aus New York City. Sie beziehen sich musikalisch auf Muddy Waters, Howlin' Wolf, Johnny Winter, Big Mama Thornton und andere Bluesgrößen.

Zwei Leadgitarren und genretypisch rauer Gesang sind ihre Markenzeichen. Seit 2013 existiert die Band in dieser Besetzung - zuvor haben alle jahrelange Bühnenerfahrung in den unterschiedlichsten Rock- und Punkformationen gesammelt.

Bei Nashville Pussy etwa, bei Bad Wizard oder den Wives. Live gelten Jane Lee Hooker als "Blues-Monster, das es versteht zuerst in dein Ohr zu flüstern bevor es kräftig auf deinem Herz herumtrampelt", sind auf der Bühne sehr dynamisch und unterhaltsam.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert. Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Redaktionshinweis: Die weiteren fünf Folgen der achtteiligen "Crossroads"-Reihe zeigt 3sat am Montag, 15. Mai, ab 2.00 Uhr.

Donnerstag, 11.05. / 22.25 Uhr / Cloud Atlas - Der Wolkenatlas
Spielfilm, USA/Deutschland/Hongkong 2012
ARD

Dermot Hoggins/Zachry: Tom Hanks
Jocasta/Luisa Rey/Dr. Ovid: Halle Berry
Timothy Cavendish: Jim Broadbent
Gilles Horrox/Lloyd Hooks: Hugh Grant
Madame Horrox/Ursula/Abbess: Susan Sarandon
Robert Frobisher/Georgette: Ben Whishaw
u. a.

Regie: Tom Tykwer, Lana Wachowski, Andy Wachowski
Länge: 159 Minuten

Die Tagebuchnotizen des jungen Notars Adam Ewing auf einer entlegenen Pazifikinsel werden in diesem Film zum Ausgangspunkt einer Reise durch verschiedene Zeitebenen.

Nach dem Bestseller von David Mitchell sind unter der Regie von Tom Tykwer, Lana und Andy Wachowski berauschende Bilder entstanden, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem Epos über die unendlichen Möglichkeiten des Schicksals verbinden.

Im Jahr 1846 wird der junge Notar Adam Ewing auf einer entlegenen Pazifikinsel mit den Schrecken der Sklaverei konfrontiert. Er vertraut die schockierende Erfahrung seinem Tagebuch an, nicht ahnend, dass seine bewegenden Schilderungen knapp 100 Jahre später den talentierten Komponisten Robert Frobisher zu seinem Opus Magnum inspirieren: Das Cloud Atlas Sextett. In leidenschaftlichen Briefen an seinen Liebhaber Rufus Sixsmith beschreibt er seine künstlerische Vision einer niemals endenden Seelenwanderung. 1973 übergibt Sixsmith, inzwischen ein alter Mann, die Briefe seines Geliebten an die Journalistin Luisa Rey, die über einen Atomskandal recherchiert. Ihr aufgeweckter junger Nachbar schreibt die abenteuerliche Geschichte nieder, doch erst 2012 verarbeitet der Autor Dermot Hoggins sie zu einem Bestseller. Der Erfolg des Buches verwickelt den Verleger Timothy Cavendish in eine teuflische Intrige: Gegen seinen Willen landet er in einem Sanatorium, das sich als heimtückisches Privatgefängnis entpuppt. Ein Video von seiner Flucht ermutigt im Jahr 2144 die geklonte Kellnerin Sonmi-451 zu einer Rebellion gegen das totalitäre Regime der Zukunft. In der postapokalyptischen Welt des Jahres 2346 ist Sonmis Botschaft vom friedlichen Zusammenleben der Menschen zu einer tröstlichen Religion geworden.

Gemeinsam mit den "Matrix"-Machern Andy und Lana Wachowski sprengt Tom Tykwer in diesem Film die Grenzen des Kinos. Gemäß dem verbindenden Motiv der Seelenwanderung verkörpern Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent und Ben Whishaw sechs verschiedene Rollen in jeweils anderen Zeitebenen. Dabei verknüpft "Cloud Atlas" mit spielerischer Leichtigkeit Genres wie Abenteuerfilm, Thriller, Fantasy und Endzeitdrama. Schöpferischer Höhepunkt dieses filmischen Wunderwerks ist jedoch die Science-Fiction-Episode, die Erinnerungen an "Blade Runner" wachruft.

Freitag, 12.05. / 21.20 Uhr / Live vom Wiener Rathausplatz: Eröffnung der Wiener Festwochen 2017
ORF/3sat

Die bereits zur Tradition gewordene feierliche Eröffnung der Wiener Festwochen wird 2017 am 12. Mai am Wiener Rathausplatz über die Bühne gehen.

Das Programm sorgt dabei für die eine oder andere musikalische Überraschung.
2017 zeichnet der neue Intendant Tomas Zierhofer-Kin erstmals für die programmatische Ausrichtung der Wiener Festwochen verantwortlich.

Samstag, 13.05. / 19.30 Uhr / Kulturpalast
Fachmagazin für E- und U-Kultur
Moderation: Nina Fiva Sonnenberg
Erstausstrahlung
3sat

In dem Fachmagazin für E- und U-Kultur werden strittige Fragen der Kunstwelt originell und charmant beleuchtet. "Kulturpalast" verspricht überraschend neue Perspektiven.

Die Moderatorin und Musikerin Nina Fiva Sonnenberg lädt sich Gäste ein, um gemeinsam mit ihnen Kultur vom Kern aus zu betrachten: Was treibt Künstler an? Und wie beantworten Kulturschaffende Lebensfragen, die uns alle umtreiben?

Samstag, 13.05. / 19.30 Uhr / Starke Stücke: Traurige Zauberer
von Thom Luz

Mit Ulrike Beerbaum, Antonia Labs, Leonhard Dering, Vincent Doddema, Denis Larisch und Graham F. Valentine

Ausstattung: Lisa Maline Busse
Musik: Mathias Weibel
Inszenierung: Thom Luz
Fernsehregie: Hannes Rossacher
Erstausstrahlung
3sat


Traurige Zauberer
Staatstheater Mainz
Antonia Labs, Ulrike Beerbaum
© Andreas Etter

Eine veränderte Perspektive. Das Theaterhaus selbst als einer der Hauptakteure. In „Traurige Zauberer“ sitzt das Publikum auf der Bühne und blickt in den Zuschauerraum.

In der Ferne spielt ein Mann Klavier. Auf hohen Leitern stehen Tonbänder und geben in monotonem Rhythmus Applaus und Gelächter wieder. Wenn sich der Vorhang schließt beginnen die Vorbereitungen zu einem letzten großen Gefecht, einem Kräftemessen zwischen Magiern.

Zwischen Alexander und dem großen Nicola, der eine der Schüler des anderen, der seinen Meister nun zu überflügeln droht. Die Zauberer und ihre Assistentinnen bereiten sich vor, von geheimnisvollen Tricks ist die Rede, dem Jungfrauenrätsel, der Münzvermehrung, doch bis zu deren Ausführung kommt es nie. Die traurigen Zauberer buhlen um ihre Partnerinnen und versuchen sich gegenseitig auf jede nur erdenkliche Weise zu sabotieren. Magisch wird es aber dennoch, wenn die Illusionsmaschine Theater alles auffährt, was sie zu bieten hat. Das Licht mehrerer Schminkspiegel taucht die Bühne in warmes Orange, der Bühnennebel breitet sich aus, hauchzarte Stoffbahnen verschleiern dem Zuschauer nach und nach den Blick und die Sinne. Und dazu immer Musik, vom Klavier, von der Orgel, vom Grammophon. Ein Abend über das Theater und warum man es einfach lieben muss.

Der Schweizer Regisseur Thom Luz ist ein großer Nostalgiker und Freund der abseitigen Heldinnen und Helden, der sich mit Vorliebe auf die B-Seiten der Geschichte stürzt. In seinem Stück „Traurige Zauberer“ am Staatstheater Mainz vereint er Magie, Theater und Musik zu einem romantisch-poetischen Abend voll absurder Komik.

Samstag, 13.05. / 21.45 Uhr / SWR-Symphonieorchester in Concert
Konzert aus der Liederhalle Stuttgart, September 2016
Orchester: SWR Symphonieorchester
Musikalische Leitung: Peter Eötvös
ARD/SWR

Mit Spannung wurde das Eröffnungskonzert des neuen SWR-Symphonieorchesters erwartet. Dirigent war Peter Eötvös. Die Violinistin Patricia Kopatchinskaja spielte seine Komposition "DoReMi".

Das SWR-Symphonieorchester geht aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervor.

Am Anfang des Programms standen Werke von Kaija Saariaho und Gustav Mahler, die sich wie ein roter Faden durch die erste Saison des SWR-Symphonieorchesters zogen. Zwischen ihnen liegt ein ganzes Jahrhundert, in dem die Musikgeschichte neu geschrieben wurde. Die 2001 komponierten "Cinq reflets" der finnischen Komponistin Saariaho sind melancholische Reflektionen über Liebe und Sehnsucht, mit denen sie in den Dialog mit der Musik von Gustav Mahler tritt. Sein Adagio aus der zehnten Sinfonie ist eine Liebeserklärung an seine Frau Alma und zugleich der ergreifende Abschied vom Leben und der Kunst. Mahler starb, bevor die Sinfonie vollendet war. Einen neuen Beginn signalisierte "DoReMi".

Peter Eötvös bezieht sich in seinem zweiten Violinkonzert auf den Anfang der Tonleiter. Was geordnet beginnt, wird bald wieder deformiert, verzerrt und verfremdet und bringt zum Ausdruck, wie sich aus einfachen kleinen Bausteinen die Komplexität der Welt aufbaut. Schlussendlich die Suite aus dem Ballett "Der wunderbare Mandarin", Bartoks letztem Bühnenwerk, mit dem er den für die Jahrhundertwende typischen künstlerischen Bestrebungen den Rücken kehrt. Alt und neu, Abschied und Anfang: Symbolhaft standen diese Werke für das erste Konzert des neuen SWR-Symphonieorchesters.

Sonntag, 14.05.: Mythos Habsburg - Ein Thementag in 3sat

Montag, 15.05. / 02.00 Uhr / Crossroads (4/8): Adam Angst
Mit Felix Schönfuß (Gesang), David Frings (Gitarre, Gesang), Roman Hartmann (Gitarre), Christian Kruse (Bass) und Johannes Koster (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Adam Angst ist eine Band und eine Kunstfigur. Sie besteht aus Mitgliedern von Frau Potz, Blackmail, Fjort und Monopeople und flankiert deutliche Worte mit verzerrten Gitarren.

Also doch wieder deutschsprachiger Punkrock? Nein, zumindest nicht nur. Adam Angst beweist, dass Sozialkritik und antifaschistische Haltung nicht gleichbedeutend sein muss mit plumpen Parolen, die dem Staat vielleicht mal verbal ans Bein pinkeln.

Hier wird mit unmissverständlicher, präziser Wortwahl hantiert, da gibt es kein "vielleicht", kein "beinahe", keine poetische Überhöhung. Hier kotzt sich das Leben noch selbst aus. Das hat leider mehr und mehr Bedeutung und so ist Adam Angst der Musik gewordene Arschtritt, der vertonte Hass auf die beschränkte und biedere Welt, die Punk gewordene Abscheu der eigenen Existenz. Nie waren im Stakkato herausgehauene und mit mal fetten, mal nervösen Sounds einhergehende Beobachtungen zur erbärmlichen Lage der Welt so relevant wie heute.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert. Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Montag, 15.05. / 02.45 Uhr / Crossroads (5/8): Sate
Mit Sate (Gesang), Geoff Torm (Gitarre), Wade Brown (Keyboards), Alex St. Kitts (Bass) und Tony Rabalao (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Unter anderen mit dabei waren Sate, eine musikalische Urgewalt aus hartem Rock und Funk.

Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Montag, 15.05. / 03.30 Uhr / Crossroads (6/8): The Sigourney Weavers
Mit Robert Jansson (Gesang & Gitarre),Thomas Liljekvist (Gitarre) Erik Arnberg (Orgel & Percussion), Johan Hjelm (Bass) und Peter Larsson (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Seit 2008 verstehen sich The Sigourney Weavers aus der kleinen Industriestadt Ludvika, Schweden, auf schnelle, rhythmisch-rockige Pop-Punk-Hits mit Ohrwurm-Qualitäten.

Mit der Energie des Punk und dem Talent, prägnante Refrains aus dem Ärmel zu schütteln, leben ihre Live-Konzerte von Unmittelbarkeit und Direktheit. Ihr fast fröhlich wirkender Power-Pop hat zuletzt allerdings einige reifere, dunklere Nuancen bekommen.

Da verschaffen sich plötzlich fette Riffs und verhallte Hymnen opulent Gehör, da klingt teils breitbeiniger Stadionrock durch, hier und da wird auch textlich mal Nabelschau betrieben. Zwischen The Knack, Cheap Trick, The Cars, Franz Ferdinand und den frühen Killers platziert sich ihr Rock'n'Roll mit Mitgröhl-Potenzial.

"Wir sagen immer: ein guter Song ist ein guter Song - egal in welchen musikalischen Stil er einzuordnen ist" meint die Band selbst. Recht haben sie. Und mitreißend sind sie.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert. Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Montag, 15.05. / 04.15 Uhr / Crossroads (7/8): Owls by Nature
Mit Ian McIntosh (Gitarre, Gesang)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Owls By Nature aus dem kanadischen Edmonton muss man fast lieben: Ihr Power-Indie-Folk geht in die Beine, ihre Refrains sind allgegenwärtig, ihre Songs schnörkellos und hymnisch.

Mal stehen der Rock-'n'-Roll-Einfluss, mal der betörende hinterwäldlerische Folk-Charme im Vordergrund. Auch nach diversen personellen Umbesetzungen, Rechtsstreitigkeiten und zerbrochenen Freundschaften haben Owls By Nature enorme Energie und Bühnenpräsenz.

Robust und ausdrucksstark, pausenlos unter Volldampf und inhaltlich nah am Publikum. Selbst wenn man mit ihrer Musik zuvor noch nicht vertraut ist: Zeilen wie "they say all my friends are alcoholics" werden sofort kollektiv mitgesungen.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert. Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Montag, 15.05. / 05.00 Uhr / Crossroads (8/8): Josh Hoyer & Soul Colossal
Mit Josh Hoyer (Gesang, Keyboards), Benjamin Kushner (Gitarre), James Fleege (Bass), Mike Dee (Saxophon) und Larell Ware (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Soul, Funk und R&B werden vom Sextett aus Lincoln, Nebraska auf eine Art kombiniert, die die Motown- und Stax-Vorbilder würdigt, ohn sich unnötige musikalischen Daumenschrauben anzulegen.

Musikalische Stile und Epochen werden fröhlich bereist, ob New Orleans, Philly oder San Francisco - alles wird in einem stilvollen, verschwitzten Mix dem Ziel der Band untergeordnet: das Publikum zum Tanzen zu bringen.

"Wenn James Brown und Otis Redding ein Kind der Liebe gezeugt hätten, wäre es Josh Hoyer", schreibt das amerikanische Magazin "No Depression". Der Sound von Hoyer und seiner Band Soul Colossal sei "so groß und so funky und verschwitzt energetisch, dass er durch die Lautsprecher kriecht, nach dir greift und dich schüttelt, bis du dich nicht mehr widersetzen kannst und dich zu diesem einnehmenden Groove bewegst". Das geht weit über eine bloße Soul-Revue hinaus.

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 22. bis 25. März 2017 wurden internationale Acts präsentiert.

Wie umfassend der "Rockpalast" alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die "Crossroads" auch in dieser Staffel steht: Eine spannende Mischung aus verlässlichen Größen und interessanten Newcomern.

Freitag, 19.05. / 19.00 Uhr / Bayerischer Fernsehpreis 2017 ~ Der Blaue Panther
Live aus dem Prinzregententheater München
Regie: Martin Keiffenheim
Moderation: Steven Gätjen

3sat

Der Blaue Panther gilt als einer der renommiertesten Fernsehpreise Deutschlands und als ganz besonderes Event der hiesigen Fernsehlandschaft.

Auch 2017 lockt die Veranstaltung die ganz Großen der Branche nach München. Bereits zum 29. Mal lässt sie das traditionsreiche Prinzregententheater nochmal heller erstrahlen.

Die besten Schauspielerinnen und Schauspieler, die herausragendsten Fernsehfilme und Serien, die spannendsten Unterhaltungsprogramme, das Beste aus den Bereichen Kultur und Bildung, die hochkarätigsten Informationssendungen und ihre Macher – sie alle werden in diesem Jahr mit dem Bayerischen Fernsehpreis für hervorragende Leistungen in der deutschen Fernsehlandschaft ausgezeichnet. Dazu kommen der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten sowie der begehrte Nachwuchsförderpreis.

Durch den feierlichen Abend führt Moderator Steven Gätjen, die Münchner Brass-Band Moop Mama und die deutsche Soulgröße Joy Denalane sorgen für musikalische Highlights. Um den kritischen Blick auf die TV-Branche kümmert sich der bayerische Kabarettist Hannes Ringlstetter.

3sat ist live dabei, wenn die Blauen Panther im Rahmen einer festlichen Gala im Prinzregententheater in München verliehen werden.

Redaktionshinweis: Auf 3sat.de wird bereits die Ankunft der Gäste auf dem roten Teppich live gestreamt.

Samstag, 20.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: 89/90
Nach dem Roman von Peter Richter

Mit Wenzel Banneyer, Andreas Dyszewski, Roman Kanonik, Anna Keil, Tilo Krügel, Denis Petkovic, Annett Sawallisch und Bettina Schmidt
Bühnenbild: Andreas Auerbach
Kostüme: Andreas Auerbach, Doreen Winkler
Musikalische Leitung: Peer Baierlein
Inszenierung: Claudia Bauer
Fernsehregie: Andreas Morell
Erstausstrahlung
3sat

Leben, die sich verlaufen, verirrte Biografien: Regisseurin Claudia Bauer erzählt von einer Gruppe von Jugendlichen in Ostdeutschland in den Wendejahren, am Übergang von zwei Systemen.

Niemand glaubt wirklich an das, woran man vom Staat verordnet glauben soll, bis auf eine. Es zeigt sich, für jeden wird der Wechsel von Sozialismus zu Kapitalismus andere Herausforderungen bereithalten. Wer wird Nazi und wer "Zecke"?

Wer schafft es, sich an das neue System anzupassen, wer wird von ihm zerrieben und scheitert?

Nachts wird das Freibad zum Sehnsuchtsort, zum Treffpunkt für die Clique und alle anderen Jugendlichen der Stadt. Wärme und Geborgenheit, erkämpfte Freiheiten, eine ganz normale Jugend einerseits, in der Schule die Absurdität der politischen Indoktrination, militärischer Drill und Konformität andererseits.

Hinter einer großen Leinwand befindet sich ein Raum, der nur halb einsichtig ist, Projektion und Realität überlagern sich. Zwei Männer lesen immer wieder die gleichen Sätze vor, die schon zu Beginn der Romanadaption "89/90" die Entwicklung der Protagonisten vorwegnehmen.

Regisseurin Claudia Bauer gelingt am Schauspiel Leipzig ein Geniestreich. Neben einem fulminanten Ensemble stemmt, in einem an Marthaler und Viebrock erinnernden Bühnenbild, ein Chor den Großteil des Abends. Von Parteihymne bis Punk bringt er alles auf die Bühne, was die DDR zu bieten hatte. Die Inszenierung blickt liebevoll auf die Wendejahre, die wohl aufregendsten der deutsch-deutschen Geschichte, ebenso wie auf die Protagonisten des Romans von Peter Richter. Mit viel Ernst und dennoch überaus humorvoll zeigt "89/90" Biografien am Scheidepunkt, ohne dabei jemals in Ostalgie abzudriften.

Samstag, 20.05. / 22.50 Uhr / Dieter Hildebrandt: Ich kann doch auch nichts dafür
Sein letztes Programm, Soest, Februar 2013
3sat

Er war einer der bedeutendsten Kabarettisten Deutschlands und bleibt auch nach seinem Tod im November 2013 unvergessen: Dieter Hildebrandt.

Hildebrandt war Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Buchautor und Schauspieler, komisch-kritischer Begleiter deutscher Nachkriegsgeschichte weit über ein halbes Jahrhundert lang.

Mit den "Notizen aus der Provinz" und dem "Scheibenwischer" brachte er das Kabarett ins Fernsehen, kämpfte mit Witz und Charme für eine etwas bessere Welt und gegen die ewig Gestrigen. Bis ins hohe Alter blieb er hellwach und rotzfrech, niemand konnte beißende Kritik charmanter verpacken als er. Im Februar 2013 ließ Hildebrandt sein Soloprogramm "Ich kann doch auch nichts dafür" von einem befreundeten Fernsehmacher aufzeichnen. Es war ein scheinbar gewöhnlicher Abend in einem kleinen Theater in Soest. Was vielleicht nur der Künstler ahnte: Es sollte sein letztes Programm sein und die Aufzeichnung in Soest das letzte Dokument eines Hildebrandt-Abends.

3sat zeigt mit "Dieter Hildebrandt: Ich kann doch auch nichts dafür" 45 Minuten aus dem Vermächtnis des großen Dieter Hildebrandt, der auch nach fast 60 Jahren auf der Bühne noch ganz der Alte war: böse und witzig, bissig und charmant, sehr persönlich und mit der Weisheit von 85 bewegten Jahren.

Sonntag, 21.05. / 10.25 Uhr / lesenswert sachbuch
mit Zana Ramadani
(Erstsendung: 11.05.2017)
ARD/SWR

Walter Janson begrüßt in seiner Sendung die bekannte Frauenrechtlerin Zana Ramadani. Sie ist eine der meinungsstärksten islamkritischen Stimmen in Deutschland.

Für die Menschenrechtsaktivistin ist klar: Ein Islam, der den Koran wortwörtlich nimmt, Regeln aus dem Mittelalter einfordert und junge Männer radikalisiert, gehört nicht nach Deutschland. Dies ist auch Thema ihres aktuellen Buchs "Die verschleierte Gefahr".

In "Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen" macht Zana Ramadani deutlich, dass die Integration von Muslimen in unsere Gesellschaft nicht gelingen kann, solange muslimische Mütter ihre Söhne zu verwöhnten Machos und ihre Töchter zu Gehorsam und Anpassung erziehen. Gleichzeitig stellt sie klar: "Der politische Islam und die fortdauernde Diskriminierung der muslimischen Frau darf nicht weiter als kulturelle Eigenart verharmlost werden, wenn wir die freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigen wollen." Ramadani geht diesem Thema in ihrem Buch auf den Grund und versucht zu erklären, wie es dazu kommt.

Zana Ramadani ist Mitbegründerin von FEMEN Deutschland und ist heute Mitglied der CDU. Ramadani studierte Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie. Sie setzt sich für Menschen- und besonders Frauenrechte ein, dreht Reportagen und Dokumentarfilme und ist Landesvorsitzende Berlin des "Deutschen Staatsbürgerinnen-Verband" sowie aktives Mitglied bei Terre des Femmes.

Sonntag, 21.05. / 10.55 Uhr / Das Kunstimperium ~ 40 Jahre Museum Ludwig
Film von Andreas Ammer
(Erstsendung: 22.08.2016)
ARD/WDR

Das "Museum Ludwig" in Köln wurde 2016 40 Jahre alt. Der Film begibt sich auf die Spuren von Museumsgründer Peter Ludwig und gewährt Einblicke hinter die Kulissen des Kunstbetriebs.

Es ist das größte und berühmteste Museum, das der Schokoladenfabrikant Peter Ludwig und seine Frau Irene gemeinsam gegründet haben. Es ging ihnen nicht um den Besitz: Die Ludwigs wollten Museen gründen, die ihren Namen tragen sollten.

Weltweit heißen heute elf Museen nach dem Ehepaar. 1976 unterzeichneten Peter und Irene Ludwig mit der Stadt Köln einen Schenkungsvertrag. Das Ehepaar stiftete 350 Werke zeitgenössischer Kunst, im Gegenzug erklärte sich die Stadt bereit, ein eigenes Museum für die Exponate zu erschaffen. Vor 30 Jahren wurde zwischen Kölner Dom und Rheinufer das extra gebaute, inzwischen weltbekannte "Museum Ludwig" eröffnet. Es hat Köln zu einer Weltmetropole der Kunst des 20. Jahrhunderts gemacht. Kunsthändler schätzen den Wert der Sammlung auf mindestens vier Milliarden Euro.

Der mehrfach ausgezeichnete Filmemacher Andreas Ammer hat sich auf die Spuren von Peter Ludwig begeben: Er lässt sich von dem Kabarettisten Jürgen Becker durch das Museum führen. Kunstsammler Rudolf Zwirner erzählt Ammer, wie er Peter Ludwig die berühmtesten Werke der Pop-Art verkaufte. Außerdem spricht Amman mit Museumsmachern wie Kasper König oder Künstlern wie Candida Höfer über das "Phänomen Ludwig".

Der Film gewährt auch Einblicke in das sonst nicht zugängliche Privathaus der Ludwigs und hinter die Kulissen des Kunstbetriebs. Darüber hinaus geht der Film dem Phänomen nach, wieso der größte Kunstmäzen der Republik zu Lebzeiten für seine Stiftertätigkeit nicht nur Dankbarkeit erntete, sondern früh schon zu einer umstrittenen Figur wurde, die die Bevölkerung und Künstler auch gegen sich aufbrachte.

Nur eines ist sicher: Ohne Peter Ludwig sähe die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts sicherlich anders aus.

Sonntag, 21.05. / 12.05 Uhr / Kunst sammeln mit ... (1/4): Karen und Christian Boros
Film von Nicola Graef
(Erstsendung: 03.05.2015)
ARD/RBB

Kaum eine Zeitung hat nicht über Kunstsammler Christian Boros und seine Pläne berichtet: Ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sollte in Berlin zu einem privaten Museum samt Penthouse werden.

Als der Umbau fertig war, ging ein Raunen durch die internationale Kunstwelt und der Bunker wurde schnell zur Heimat für die Kunst. Vielen der Künstler, die Boros und seine Frau entdeckten, gelang später der große Durchbruch, darunter Damien Hirst und Ai Weiwei.

Der Bunker des Ehepaares Boros ist der auffälligste Ort für zeitgenössische Kunst in Berlin. Er zieht Kunstinteressierte aus aller Welt an und sorgt immer wieder für Erstaunen, Begeisterung und Ungläubigkeit. Die sicher ungewöhnlichste Geschichte erlebte das Sammlerpaar mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Über ein halbes Jahr lang überlegten sie, ob sie eine Arbeit des zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannten Künstlers kaufen sollten und griffen schließlich zu. Einen Tag nach dem Kauf wurde Ai Weiwei verhaftet. Innerhalb von 24 Stunden rissen sich Museen und Sammler um die erworbene Baumskulptur, der Preis stieg in Millionenhöhe.

Die Dokumentation begleitet das Paar ins Atelier von Shootingstar Alicja Kwade, auf die Art Basel und ist bei Gesprächen mit Galeristen und anderen Großsammlern dabei. Die Boros geben zudem einen tiefen Einblick in ihre Sammlung, die Leidenschaft des Sammelns und was es bedeutet, wenn man sich als Paar der Kunst verschrieben hat.

Sonntag, 21.05. / 12.30 Uhr / Kunst sammeln mit ... (2/4): Julia Stoschek
Film von Jörg Jung
(Erstsendung: 10.05.2015)
ARD/RBB

Eigentlich war ein ganz anderer Weg für sie vorgesehen. Trotzdem schaffte es Julia Stoschek in kaum zehn Jahren, in Düsseldorf eine Kunstsammlung von Weltrang aufzubauen.

Sie gilt weltweit als eine der wichtigsten Sammlerinnen für Medien- und Videokunst und Performance. Das erste Videokunstwerk kaufte sie 2003 – und schon 2007 eröffnete sie in Düsseldorf ein eigenes Ausstellungshaus, die "Julia Stoschek Collection".

Mit hochkarätigen Gruppenausstellungen und namhaften Soloschauen hat sie ihr Haus zu einer Institution ersten Ranges geformt. Weltweit buhlen Künstler darum, bei ihr ausstellen zu dürfen.

Eigentlich war für Julia Stoschek eine andere Karriere vorgesehen: Sie sollte die Führung des Unternehmens ihrer Familie übernehmen, eines Autozulieferers mit 22 000 Mitarbeitern weltweit und Milliardenumsatz. Doch dem unvermeidlichen betriebswirtschaftlichen Studium ließ sie eine kunsthistorische Ausbildung folgen - und legte den Pfad für ein eigenes Lebenswerk: "Sammlerin ist bei mir eine sehr leidenschaftliche Berufung, die sich aus einer inneren Notwendigkeit entwickelt hat. Ich bin groß geworden in einem sehr strukturierten Unternehmerhaushalt, aber dieser Kreativitätswunsch ist nicht so gestillt worden in jungen Jahren", sagt sie im Interview.

Ihre Spezialität: Medienkunst und Performance. Sie selbst spricht lieber von zeitbasierter Kunst, weil diese Werke - etwa Videoarbeiten - zum Betrachten Zeit einfordern. Heute besitzt sie mehr als 600 Arbeiten international einflussreicher Künstler und kann selbst mit ihren Einkäufen dazu beitragen, Talente zu Stars zu machen. Sie schickt ihre Sammlung in Ausstellungen weltweit und kann dank ihrer finanziellen Unabhängigkeit öffentlichen Museen Arbeiten schenken: "Ich sammele nicht aus monetären Gesichtspunkten oder aus Investitionsgesichtspunkten. Da könnte man deutlich erfolgreicher und effektiver sammeln, als ich das tue - sondern es geht mir darum, Arbeiten an eine nächste Generation zu geben."

Die Dokumentation zeigt Julia Stoschek als zielstrebige Frau, die mit Leidenschaft und unternehmerischer Effizienz ihrem Weg folgt. In Gesprächen mit ihr, Künstlern, Freunden und dem Vater wird das Profil einer Sammlerin deutlich, die alles gibt für die Kunst.

Redaktionshinweis: Die dritte und vierte Folge der vierteiligen Reihe "Kunst sammeln mit ..." zeigt 3sat am Sonntag, 28. Mai, ab 12.05 Uhr.

Sonntag, 21.05. / 18.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Europäisches Hansemuseum Lübeck
(Erstsendung: 22.05.2016)
ARD/SWR

Einst war Lübeck einer der bedeutendsten Handelshäfen Europas. Heute erinnert daran das Europäische Hansemuseum. Markus Brock besucht es mit dem Autor und Journalisten Bastian Sick.

Ein moderner Museumsneubau bildet zusammen mit dem mittelalterlichen Burgkloster Lübecks das Museumsareal. Originale Exponate und nachgebaute Szenen wie zwei Koggen, mit denen man damals über die Meere segelte, erzählen vom Wandel der Hanse.

Ein Ziel der Ausstellung ist es, zu verdeutlichen, wie komplex das Wirtschaftssystem war und wie der alles Handeln bestimmende Glaube das Leben beeinflusste. Sie zeigt Aufstieg, Blüte und Niedergang des mächtigen Wirtschaftsverbundes des nordeuropäischen und baltischen Raums, in dem sich Kaufleute und später Städte für den See- und Fernhandel zusammenschlossen und so die heutige Globalisierung vorweg nahmen. Man erfährt vom Wagemut der Kaufleute, vom Leben in der Fremde, von abenteuerlichen Überfahrten, Reichtum, Mythen und Legenden. Mit einer interaktiven Eintrittskarte begibt sich der Besucher auf eine Reise durch 600 Jahre Hansegeschichte.

In seiner amüsanten Buchreihe „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, die seit 2004 erscheint, und in der Kolumne „Zwiebelfisch“ auf Spiegel online entlarvt Markus Brocks Gast Sebastian Sick schonungslos den oft allzu lässigen Umgang mit Sprache und Schrift. Weil er das nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern stets mit Humor macht, steht er auch als Unterhaltungskünstler „im Auftrag der deutschen Sprache“ auf der Bühne. Der historisch interessierte Lübecker, der heute in Niendorf an der Ostsee lebt, schlendert mit Markus Brock nicht nur durch das Europäische Hansemuseum: Er zeigt dem Moderator auch seine Lieblingsplätze in der alten Hansestadt an der Trave.

Montag, 22.05. / 02.05 Uhr / Musikhelden - Westernhagen und Sido
Film von Markus Daschner und Silvia Palmigiano
(Erstsendung: 22.11.2014)
ARD/RB

2014 trafen sich Westernhagen und Sido bei einem Konzert in Berlin. Westernhagen spielte Sido, Sido Westernhagen. - Schon 36 Stunden vorher begleitet der Film das musikalische Experiment.

Er zeigt nicht nur die Highlights des Konzerts, sondern beobachtet die Künstler auch vor ihrem Auftritt: Er begleitet die Proben und fängt ein, wie die beiden Musiker aufeinander und auf das Werk des anderen zugehen.

Sido und Westernhagen, Westernhagen und Sido: Die beiden haben bei aller Unterschiedlichkeit viel gemeinsam. Der Rebell, den Westernhagen Ende der 1970er-Jahre gibt, ist nah am Image des "Rüpel-Rappers" Sido Anfang 2000. Westernhagen, der "Stinker" mit Lederjacke und losem Mundwerk, ist nicht so weit weg vom Straßenjargon des Berliner Rappers Sido.

Was denken die beiden übereinander, wie denken sie über ihre Musik, über Provokation und auch über Rollenwechsel: Marius Müller-Westernhagen verwandelte sein Image immer schon lange, bevor es sich totlaufen konnte, und auch Sido hat einen markanten Imagewechsel hinter sich - vom "Rüpel-Rapper" zum bekennenden Familienvater.

Montag, 22.05. / 03.05 Uhr / Musikhelden - Westernhagen und Sido
Black Box Music-Halle Berlin, Oktober 2014
ARD/RB

Zwei Generationen Musik, zwei Karrieren, zwei Künstler mit Profil: Westernhagen spielt Songs von Sido, Sido spielt Songs Westernhagen. - Eine Aufzeichnung des Konzerts aus Berlin.

Es war die musikalische Begegnung des Jahres 2014: Am 5. Oktober traten Deutschrocker Marius Müller-Westernhagen und Rapper Sido gemeinsam in einem außergewöhnlichen musikalischen Experiment auf.

Montag, 22.05. / 04.20 Uhr / Best of PULS Open Air 2016: BOY
Schloss Kaltenberg Geltendorf, Juni 2016
ARD/BR

Auf Schloss Kaltenberg in Oberbayern spielten im Juni 2016 zwei Tage lang auf drei Bühnen insgesamt 35 Musik-Acts vor ausverkauften Rängen. - 3sat zeigt das Konzert mit BOY.

BOY, das sind Valeska Steiner und Sonja Glass. Sie machen lebensbejahenden Pop, der einen mitreißt, der manchmal melancholisch ist, aber immer auch bunte Glühwürmchen fliegen lässt.

2016 lud "PULS", das junge Programm des Bayerischen Rundfunks, zum ersten Mal zum "PULS Open Air" auf Schloss Kaltenberg in Oberbayern ein. Im Sommer 2016 spielten hier Bands aus Bayern, Deutschland und der Welt. Insgesamt feierten mehr als 7000 Menschen auf Schloss Kaltenberg die Premiere des PULS Open Air. Mit großartigen Künstlern wie Milky Chance, Crystal Fighters, BOY, OK KID, MØ und vielen mehr sorgte das PULS Open Air in Bayerns wohl außergewöhnlichster Festival-Location für ganz besondere Konzertmomente.

Donnerstag, 25.05. (Christi Himmelfahrt): Weltstadt Wien - Ein Thementag in 3sat

Donnerstag, 25.05. (Christi Himmelfahrt):/ 21.45 Uhr / Sommernachtskonzert Schönbrunn 2017
Live zeitversetzt ~ Festspielsommer

Mit der Solistin Reneée Fleming (Sopran)

Programm:
- Antonin Dvorák
 Karneval-Ouvertüre, op. 92 Nr. 2
 "Za tíhlou gazelou" aus "Armida"
 "Song to the moon" aus "Rusalka"
- Peter I. Tschaikowsky "Dornröschen" op. 66a
 Adagio. Pas d'action – Valse
- Sergej Rachmaninoff
 "The Water Lily", op. 8, Nr. 1
 "Sing not to me, beautiful maiden", op. 4, Nr. 4
 "Spring Waters", op. 14, Nr. 11
- Engelbert Humperdinck "Hänsel und Gretel"
 Ouvertüre
- John Williams Filmmusik zu "Harry Potter"
 Hedwigs Thema
- Igor Stravinsky "Der Feuervogel"
 Höllentanz - Wiegenlied – Finale

Musikalische Leitung: Christoph Eschenbach
Erstausstrahlung


Die Wiener Philharmoniker bieten jedes Jahr ein besonderes Open-Air-Konzert
im barocken Ambiente des Schlossparks Schönbrunn

© ZDF/Richard Schuster

Ein besonderes Open-Air-Konzert findet am Abend des 25. Mai im barocken Ambiente des Schönbrunner Schlossparks statt: das Sommernachtskonzert Schönbrunn 2017.

Die Wiener Philharmoniker bieten bei freiem Eintritt stimmungsvolle Musik unter der Leitung des weltberühmten Dirigenten Christoph Eschenbach. Dieses Jahr wird das zusätzliche Highlight die Sopranistin Renée Fleming sein.

Der hoch geschätzte Gastdirigent großer Orchester und Opernhäuser der Welt, Christoph Eschenbach, ist in Breslau geboren. Seit 2010 leitet er das John F. Kennedy Center for the Performing Arts sowie das National Symphony Orchestra in Washington D.C. Im Laufe seiner Karriere leitete Christoph Eschenbach auch das Tonhalle-Orchester Zürich (1982 - 1986), das Houston Symphony Orchestra (1988 - 1999), das Ravinia Festival (1994 - 2003) und das Philadelphia Orchestra (2003 - 2008).

Die Amerikanerin Solistin Renée Fleming gehört zu den begehrtesten Sopranistinnen der Welt. Renée Fleming, deren Eltern als Gesangslehrer arbeiteten, verbrachte ihre Kindheit in Rochester, New York. Ihre erste Gesangsausbildung erhielt sie an der Crane School of Music der State University of New York (SUNY) in Potsdam, unter anderem bei der Gesangslehrerin Patricia Misslin. Von 1983 bis 1987 studierte sie weiter an der Eastman School of Music und an der renommierten Juilliard School in New York.

Die Wiener Philharmoniker gelten zu Recht als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester möchte allen Gästen der Stadt genauso wie den Wienern ein musikalisches Live-Erlebnis bieten und knüpft damit an die letzten Jahre an, denn seit 2004 ist dieses Event sehr erfolgreich: Etwa 100 000 Besucher waren es allein 2016, die dieses Konzert-Highlight im Schlosspark genossen. Einen stimmungsvolleren Rahmen als die prächtige Kulisse des Schönbrunner Schlosses und seiner barocken Parkanlage, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, könnte man sich wohl kaum vorstellen.

Das Besondere an diesem Konzert ist auch die weltweite Fernseh-Übertragung in über 70 Länder - wenn auch nicht überall live.

Redaktionshinweis: Mit dem "Sommernachtskonzert Schönbrunn 2017" beginnt der diesjährige "Festivalsommer" in 3sat. Bis zum September reist 3sat zu den großen Festivals in den 3sat-Ländern und zeigt herausragende Konzerte, Opern-Highlights und auch rockige Musik-Events.

Als nächster Beitrag des Festivalsommers folgt am Samstag, 17. Juni, um 20.15 Uhr "Anna Netrebko und Yusif Eyvazov".

Samstag, 27.05. / 19.30 Uhr / Kulturpalast
Fachmagazin für E- und U-Kultur
Moderation: Pegah Ferydoni
Erstausstrahlung
3sat

Was treibt Künstler an? Und wie beantworten Kulturschaffende Lebensfragen, die uns alle umtreiben?

Schauspielerin Pegah Ferydoni kehrt vertretungsweise für eine Staffel zurück zum "Kulturpalast" und lädt sich prominente Gäste ein, um mit ihnen gemeinsam nach origineller Kunst und überraschenden Perspektiven zu suchen.

Samstag, 27.05. / 20.15 Uhr / Jukka-Pekka Saraste dirigiert "Grand Messe des Mort"
Kölner Dom, Mai 2017

Mit Andrew Staples (Tenor)

Programm:
Hector Berlioz: "Grand Messe des Mort" Requiem für Tenor, gemischten Chor und Orchester op. 5
Chor: Dortmunder Chorakademie
Orchester: WDR Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Jukka-Pekka Saraste
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Hector Berlioz’ "Grand Messe des Morts" ist keine stille Totenklage, sondern ein tönender Staatsakt: Folgt man den Vorgaben der Partitur, ergibt sich eine Zahl von mindestens 400 Mitwirkenden.

Diese scheinbare Gigantomanie hat das Werk zu Unrecht in Verruf gebracht. Hier formt sich eine erschütterte Trauergemeinde, deren tonloses Flüstern und angsterfülltes Stocken stärker wirken als die Posaunen des Jüngsten Gerichts. Jukka-Pekka Saraste dirigiert.

Samstag, 27.05. / 22.10 Uhr / Mythos Tenor - Die Helden der Opernbühne
Film von Astrid Bscher
Erstsendung: 10.05.2015)
ARD/WDR

Wilder Schrei der Seele - so nennen die Italiener das hohe C eines Tenors. Seit Jahrhunderten sind Sänger, die hohe Töne mit der Bruststimme singen, Mittelpunkt der Opernwelt.

Entstanden ist ein Porträt von Männern, die das Gleiche tun, aber ganz unterschiedliche Wege im Leben gehen. Gleichzeitig dokumentiert der Film die Opernwelt der 1950er-Jahre, in denen Mario del Monaco ein Star war, und der heutigen Zeit.

Enrico Caruso oder auch Mario del Monaco wurden zu ihren Zeiten gefeiert wie Popstars. Tenöre sind Stimmakrobaten. Doch geht es um mehr, als den Körper auf die Produktion von unnatürlichen, beinahe femininen Tonhöhen zu trainieren. Die Persönlichkeit zählt. So wird der Tenor erst vergöttert, wenn er gleichzeitig den Habitus eines Drachentöters hat. Der Tenor-Mythos hat viel mit der Sehnsucht nach scheinbar Unvereinbarem zu tun, zum Beispiel der Gegensätze Mitgefühl und Kämpfergeist, Weichheit und Härte.

Samstag, 27.05. / 23.05 Uhr / Kulturzeit extra: Das Filmfestival Cannes 2017
Erstausstrahlung
3sat

Vom 17. bis zum 28. Mai 2017 finden in Cannes wieder die Internationalen Filmfestspiele statt. Dieses Jahr zum 70. Mal. "Kulturzeit extra" berichtet über die Höhepunkte.

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar wird der Jury-Präsident sein: Er ist einer der bedeutendsten Autorenfilmer der Gegenwart. Der zweifache Oscar-Preisträger ist auch in Cannes mehrfach ausgezeichnet worden.

Im Mai steht Cannes wieder im Zeichen des Films: Stars auf dem roten Teppich, begeisterte Fans, Cineasten aus aller Welt. Cannes, das ist immer ein Brennpunkt des internationalen Films, aber auch ein Fest der Begegnung mit Glamour und Kunst und mit der Goldenen Palme als einem der begehrtesten Preise des Autorenkinos weltweit.

Samstag, 27.05. / 04.00 Uhr / zdf@bauhaus ~ Live-Musik mit Jack Savoretti
Erstausstrahlung
3sat

Jack Savoretti ist ein englischer Singer-Songwriter mit italienischen Wurzeln. Im Bauhaus spielt er die besten Songs aus seinen mittlerweile fünf Studioalben.

Jack Savoretti klingt wie er aussieht: Rehaugen, Wuschelkopf und ein rauchiges Timbre. Live zieht der gut aussehende und charmante Brite sofort die Menge in seinen Bann und lässt die Frauenherzen höher schlagen.

Als Jack Savoretti mit 26 Jahren Familienvater wurde, beschloss er, das bis dahin erfolglose Song-Schreiben und die Musik insgesamt an den Nagel zu hängen. Interessanterweise ging es ab diesem Zeitpunkt bergauf, denn er konnte nicht mehr aufhören, Songs zu schreiben - ehrliche, zum Teil wütende, aber vor allem sehr persönliche Songs. Dann kam der Erfolg. Die poetischen Werke des Italo-Briten kennt man aus TV-Serien wie "The Vampire Diaries" und "Grey's Anatomy". Mit der US-Sängerin Sienna Miller produzierte und sang er ein Duett.

Internationale Künstler geben in "ZDF@bauhaus" exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück. Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe.

Samstag, 27.05. / 05.00 Uhr / zdf@bauhaus ~ Live-Musik mit Wincent Weiss
Erstausstrahlung
3sat

Nach der Hitsingle "Musik sein" kommt jetzt das Debütalbum von Wincent Weiss. Auf der Bauhaus-Bühne in Dessau offenbart Wincent verblüffende Entertainmentqualitäten und trockenen Humor.

Es ist eine Karriere, die gewachsen ist. Vom Traum eines Teenagers im Städtchen Eutin zu Auftritten mit eigener Band vor mehreren zehntausend Menschen im vergangenen Jahr. Wincents musikalische Qualität zeigt sich besonders, wenn er live auf der Bühne steht.

"Da müsste Musik sein, überall wo du bist!" - mit seiner Single "Musik Sein" hat Wincent Weiss 2016 viel mehr als eine künstlerische "Duftmarke" gesetzt. Die Liebeshymne avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Hits dieses Jahres. Der Song hielt sich monatelang in den Charts und auf den Playlisten der Radiostationen. Top 10 der iTunes-Charts, zeitweise über 1500 Plays pro Woche im Radio, fast zwölf Millionen Streams bei Spotify. Die aktuelle Single "Feuerwerk" schickt sich an, nahtlos in die Erfolgs-Fußstapfen des Vorgängers zu treten.

Am 14. April 2017 erscheint das Albumdebüt mit dem Titel "Irgendwas gegen die Stille". Die insgesamt 13 Songs auf diesem Album beweisen, in welch großer Vielfalt Wincent Weiss sein Metier beherrscht: Mal euphorisch laut, mal nachdenklich leise, aber immer unter die Haut gehend.

Internationale Künstler geben in "ZDF@bauhaus" exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Moderator Jo Schück. Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau ist gleichzeitig Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe.

Sonntag, 28.05. / 10.05 Uhr / lesArt
Moderation: Christian Ankowitsch
(Erstsendung: 22.05.2017)
ORF

Christian Ankowitsch stellt Neuerscheinungen vor, begrüßt bekannte Autorinnen und Autoren und gibt Tipps für Lesende und Lesemuffel.

Das Lesemagazin will beweisen, dass Niveau und Unterhaltung einander nicht ausschließen müssen.

Sonntag, 28.05. / 10.45 Uhr / Thomas Quasthoff im A-Trane Berlin
Jazzclub A-Trane, Berlin
Mit Thomas Quasthoff (Gesang), Bruno Müller (Gitarre), Frank Chastenier (Keyboards), Dieter Ilg (Bass) und Wolfgang Haffner (Schlagzeug)
(Erstsendung: 16.10.2010)
3sat

Was passiert, wenn ein Bassbariton die Welt der Klassik verlässt? In seinem Album "Tell It Like It Is" bewegt sich Thomas Quasthoff virtuos zwischen Klassik, Jazz und Soul.

Quasthoff hat für seine Tour über deutsche und österreichische Bühnen die namhaftesten deutschen Jazzgrößen um sich versammelt. 3sat zeigt den Tour-Auftakt im legendären Berliner Jazzclub "A-Trane" vom Februar 2010.

Gleich mit seiner ersten Veröffentlichung "Watch What Happens" war Thomas Quasthoff 2007 mit dem begehrten "ECHO"-Award ausgezeichnet worden. Das Musikmagazin "Crescendo" schrieb: "Die Aufnahme ist eine Entdeckung für jeden, der meint, den Künstler und seinen Ton zu kennen. Verblüffend, wie der Sänger seinen Ton verändern kann, zu welchen Spielen er mit seiner Stimme im Stande ist - und: Das schönste, alles wirkt zu jeder Sekunde zutiefst authentisch und empfunden."

Für Thomas Quasthoff ist die Beschäftigung mit seinem neuen Programm nicht bloß ein "Seitensprung", beweist er doch, dass er beide Genres perfekt beherrscht. Die Freunde von Jazz und Soul danken es ihm mit regem Zuspruch. Mit "einer Truppe guter Freunde und außerordentlicher Musiker", nämlich mit dem Gitarristen Bruno Müller, dem Pianisten und Hammond-B3-Organisten Frank Chastenier, dem Bassisten Dieter Ilg und dem Schlagzeuger Wolfgang Haffner, hat Thomas Quasthoff für seine Tour über deutsche und österreichische Bühnen die namhaftesten deutschen Jazzgrößen um sich versammelt.

Sonntag, 28.05. / 12.05 Uhr / Kunst sammeln mit ... (3/4): Reinhold Würth
Film von Nicola Graef
(Erstsendung: 17.05.2015)
ARD/SWR

Die Sammlung Würth ist die größte Privatsammlung Europas. Sie umfasst mehr als 16 000 Kunstwerke, darunter die wichtigsten Vertreter der klassischen Moderne von Picasso, Chagall bis Munch.

Aber auch Meisterwerke aus dem Mittelalter und Klassiker der zeitgenössischen Kunst zählen dazu. Reinhold Würth, der einen Weltkonzern mit Milliardenumsatz führt, ist ein leidenschaftlicher Sammler und engagierter Mäzen.

"Die Beschäftigung mit der Kunst war für mich immer ein Kontrapunkt zum beruflichen Tun. Es hat unglaublich bereichert, weil man einen Blick hatte in eine ganz andere Welt", sagt der 80-jährige Reinhold Würth und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Er hält Vorträge, kümmert sich ums Unternehmen, fliegt seinen eigenen Jet von Termin zu Termin - und sammelt weiter. Und das bereits seit den 1960er-Jahren.

Viele Künstler kennt Reinhold Würth persönlich, er begleitet sie und ihre Werke ihn. Der Verpackungskünstler Christo und der englische Bildhauer Anthony Caro gehören dazu. Er kaufte schon früh die Skulpturen der Bildhauerin Niki de Saint Phalle. "Vor 20 Jahren war das noch gar keine Kunst. Da wurde das noch als Tinnef, als handwerklicher Spaß bezeichnet." Reinhold Würth folgt bei der Wahl für ein Werk meist seinem Bauchgefühl: "Die Passion fängt an, wenn Sie ein Kunstwerk sehen. Dann macht es Klick - das gefällt mir besonders gut." Aber die Intuition wird bei Würth auch immer von Strategie flankiert - mit Blick auf die Investitionen, lässt er sich mittlerweile von einem international und hochkarätig besetzten Kunstbeirat beraten.

Die Autorinnen Nicola Graef und Julia Zinke begleiten den Sammler zu Ausstellungseröffnungen in seine Kunstdependancen - 16 sind es mittlerweile. Sie sind dabei, wenn er sich mit dem Illustrator Tomi Ungerer trifft oder mit der Witwe des Künstlers Rudolf Hausner. Sie zeigen, wie eine Region von kulturellem Engagement profitiert. Mit dem spektakulären Kauf der "Schutzmantelmadonna" von Hans Holbein hat Würth Weltkunst nach Schwäbisch Hall geholt. Würth sagt es im Film so: "Die Sammlung ist lebendig, die Sammlung ist bunt. Kunst muss nicht nur schön sein, sondern für mich ist es eben auch ein Teil des menschlichen Panoptikums."

Sonntag, 28.05. / 12.30 Uhr / Kunst sammeln mit ... (4/4): Artur Walther
Film von Sabine Willkop
(Erstsendung: 24.05.2015)
ARD/SWR


Die international bedeutende Fotokunst-Sammlung aus Deutschland - die "Walther Collection" - ist ausgerechnet in dem kleinen schwäbischen Dorf Burlafingen bei Neu-Ulm beheimatet.

Dieses Museum besteht aus gleich drei Häusern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: ein moderner "Weißer Kubus", ein mit Efeu umranktes "Grünes Haus" und ein minimalistischer "Schwarzer Bungalow" - ein Museums-Ensemble für eine einzigartige Sammlung.

Schwerpunkt ist Fotografie aus Afrika, eine fotografische Welt, die Artur Walther für sich entdeckt hat. Über 2500 Fotos besitzt er inzwischen. Verkauft hat er noch kein einziges Bild, denn für ihn ist jedes einzelne Foto ein Kunst- und kein Wert-Objekt. Neben Afrika hat er auch Europa, Amerika und Asien gesammelt, etwa die berühmten Typologien des Fotografen-Paares Bernd und Hilla Becher, Arbeiten von Ai Weiwei, dokumentarische Porträtreihen von August Sander. Artur Walther bespielt mit seiner Foto-Sammlung nicht nur das eigene Museumsareal in Burlafingen mit Wechselausstellungen, sondern auch internationale Fotofestivals wie das renommierte "Rencontres d'Arles".

Als gebürtiger Burlafinger ist Artur Walther in den 1970er-Jahren nach Amerika ausgewandert und hat als Investmentbanker an der Wall Street ein Vermögen verdient. 1994 kam der Ausstieg, das Foto-Sammeln wurde seine wahre Leidenschaft. Seitdem trägt der 66-Jährige ganze Werkzyklen zusammen, umfangreiche Serien. Dutzende, manchmal auch Hunderte Werke eines einzelnen Künstlers beziehungsweise einer Künstlerin.

Der Film ist mit Artur Walter in seinem Burlafinger Museum unterwegs, begleitet ihn nach Arles, wo er auf Fotokünstler trifft, und bei der Begegnung mit dem Göttinger Verleger Gerhard Steidl, den er für seine Fotobuchkunst bewundert. Wenn Artur Walther voller Enthusiasmus Geschichten über das Sammeln und über seine Fotoschätze erzählt, dann wird es lebendig und persönlich: Ein Leben ohne Sammeln ist denkbar, aber nicht sinnvoll. Nicht für Artur Walther.

Montag, 29.05. / 02.05 Uhr / Queen: Live at the Rainbow
Rainbow Theatre, London, Großbritannien, 1974
Regie: Bruce Gowers
3sat

1974 werden Freddie Mercurys "Queen" zur Band des Jahres in England gekürt und stehen auf der Schwelle zum großen Erfolg. 1974 geben sie ihr legendäres Konzert im Rainbow Theatre in London.

3sat zeigt das Konzert in restaurierter Fassung. Noch im Herbst 1973 touren sie als Vorgruppe von "Mott the Hoople". Mit ihrer Single "Seven Seas of Rhye" aus dem Debütalbum "Queen" (1973) schaffen sie es im Februar 1974 auf Platz zehn der britischen Charts.

Mit der Single "Killer Queen" aus dem Album "Queen II" (1974) landen sie ihren ersten internationalen Hit. Im November 1974 demonstriert die Band mit dem dritten Album "Sheer Heart Attack" eindrucksvoll ihre Schaffenskraft. Noch klingen "Queen" rau und hart. Sie sind eine Hard-Rock-Band, die schnelle Songs und Balladen im Programm hat und erst 1975 mit Kompositionen wie "Bohemian Rhapsody" ihren Stil wesentlich erweitert. Am 20. November 1974 stehen Queen im Londoner Rainbow Theatre vor 3000 Fans auf der Bühne. Freddie Mercury liefert zusammen mit Gitarrist Brian May, Drummer Roger Taylor und Bassist John Deacon eine historische Show ab, die von Filmkameras aufgezeichnet wird und in den Archiven verschwindet.

Montag, 29.05. / 02.50 Uhr / Queen: A Night at the Odeon
Hammersmith Odeon, London, Großbritannien, 1975
3sat
Regie: Tom Corcoran

Am 24. Dezember 1975 spielen Queen im Rahmen ihrer "A Night at the Opera Tour" im Londoner Hammersmith Odeon. Es wird ein legendäres Konzert, das den Beginn ihrer Weltkarriere markiert.

Live übertragen im englischen Fernsehen spielt die Band zum ersten Mal "Bohemian Rhapsody". Es ist ein Song des neuen Albums "A Night at the Opera", das am 21. November 1975 veröffentlicht wird und laut "Rolling Stone" zu den 500 besten Alben aller Zeiten gehört.

Nach den Konzerten in England präsentiert sich die Band ab Januar 1976 in den USA. "Bohemian Rhapsody" hat längst Platz 1 der englischen Hitparade erreicht und steht in den USA auf Platz 9. Alle Konzerte in den USA sind ausverkauft und Ende März 1976 spielen Queen noch einige Konzerte in Japan und im April in Australien. Brian May sagt damals über "Bohemian Rhapsody": "Das ist nun wirklich kein Song für die Bühne. Viele Zuschauer mögen es nicht, dass wir die Bühne verlassen wenn die Chorpassage kommt. Aber ganz ehrlich, das ist mir lieber als zu einem Playback zu spielen." Im Rahmen ihres legendären Konzerts im Londoner Hammersmith Odeon spielen Queen "Bohemian Rhapsody" in einem Medley zusammen mit "Killer Queen" und "March of the Black Queen".

Montag, 29.05. / 03.35 Uhr / The Rolling Stones: From the Vault - Marquee 1971
Marquee Club, London, Großbritannien, 1971
Regie: Bruce Gowers
3sat

Am 26. März 1971 präsentieren die Rolling Stones im Londoner Marquee Club einige Songs aus ihrem wenig später erscheinenden Album "Sticky Fingers". Für viele ist es die beste Zeit der Stones.

Die Aufnahmen des Auftritts waren verschollen und erscheinen erstmals 2015 in restaurierter Fassung. Aufgenommen für das amerikanische Fernsehen präsentieren die Stones Songs wie "Brown Sugar" und "Dead Flowers", die wenig später weltweit für Furore sorgen.

Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Mick Taylor und Bill Wyman beenden mit diesem Auftritt ihre dreiwöchige Kurz-Tournee durch England und Schottland im März 1971. Es ist die erste Tour seit 1966 in ihrem Heimatland, die als "Good-Bye Britain Tour" in die Geschichte eingehen wird.

In diesen Tagen steht die Band am Wendepunkt ihrer Karriere. Nach dem Tod des Gitarristen Brian Jones im Juli 1969, dem Tod von vier Menschen während des Auftritts beim Altamont Festival im Dezember 1969, dem Ende ihres Plattenvertrags mit Decca Records 1970 und der Trennung von ihrem Manager Allen Klein, verlegen die Stones kurze Zeit nach dem Auftritt im Marquee Club ihren Wohnsitz nach Südfrankreich.

Finanzielle Probleme und die hohe Steuerlast in England zwingen die Band zu diesem Schritt, dem die Gründung eines eigenen Plattenlabels folgt: Rolling Stones Records mit der weltbekannten roten Zunge, die zum ersten Mal am 23. April 1971 auf der Innenhülle des Albums "Sticky Fingers" zu sehen ist. Auf dem Album, das zwischen 1969 und 1971 in verschiedenen Studios entsteht, wirkt Mick Taylor als neuer Gitarrist für den verstorbenen Brian Jones mit und bestimmt mit seinem bluesigen Gitarrenspiel den Sound der Band, die mit "Sticky Fingers" Platz 1 der britischen und amerikanischen Pop-Alben erreicht.

Montag, 29.05. / 04.10 Uhr / The Rolling Stones: From the Vault - Live in 1981
Hampton Coliseum, Hampton, USA, 1981
Regie: Hal Ashby, Tom Trbovich
3sat

Im August 1981 erscheint das Studioalbum "Tattoo You" der Rolling Stones mit dem Welthit "Start Me Up". Ab September des gleichen Jahres geht die Band mit dem Album auf USA-Tournee.

3sat zeigt das Hampton-Konzert der Tournee, die den Musikern Rekordeinnahmen von 50 Millionen Dollar einbringt und neue Maßstäbe in Sachen Firmensponsoring setzt: Ein Parfümhersteller darf für eine Million Dollar seinen Markennamen auf die Eintrittskarten drucken.

Das vorletzte Konzert der Tour in Hampton am 18. Dezember 1981 wird weltweit als erstes Pay-Per-View-Konzert im amerikanischen Fernsehen und in ausgewählten Kinos gezeigt. Designt vom Japaner Kazuhide Yamazaki, überrascht die Bühne mit bunten Farben und großflächiger Architektur. Keith Richards, der bei diesem Konzert seinen 38. Geburtstag feiert, hat seine Heroinabhängigkeit überwunden und zeigt sich in bester Spiellaune. "Er sieht gesund aus, er spielt brillant und sein Backgroundgesang ist kräftig", schreibt die "New York Times".

Montag, 29.05. / 05.10 Uhr / Deep Purple: Perfect Strangers
Sydney Entertainment Centre, Australien, 1984
Regie: Gavin Taylor
3sat

1968 schaffen Deep Purple mit ihrem Album "Shades of Deep Purple" die Grundlage für Hard Rock und Heavy Metal. 1984 begeben sie sich mit dem Album "Perfect Strangers" auf Welttournee.

3sat zeigt die Aufzeichnung des Konzerts, dass Deep Purple im Rahmen dieser Tournee im australischen Sydney gaben. Nicht mehr jung und nicht mehr ganz schlank, zeigt sich die Altherrenmannschaft in Bestform.

1969 kommen der Sänger Ian Gillan und der Bassist Roger Glover in die Band. Zusammen mit den Gründungsmitgliedern Ritchie Blackmore, John Lord und Ian Paice ist das legendäre Quintett komplett. Die Songs erinnern an die Beatles, doch der Sound ist hart und neu.1970 erscheint das Erfolgsalbum "Deep Purple in Rock" mit den Hits "Speed King" und "Child in Time". Ein Jahr später schreibt die Band mit dem Album "Machine Head" und den Klassikern "Highway Star" und "Smoke on the Water" Musikgeschichte. Ritchie Blackmores markante Gitarrenriffs, John Lords klassisch orientiertes Hammondorgelspiel und Gillans ekstatischer Gesang machen die Band weltberühmt.

Nach dem Ausstieg von Ian Gillan und Roger Glover 1973 und zwei Jahre später auch von Ritchie Blackmore, verlieren Deep Purple wegen wechselnden Besetzungen und mäßigem Erfolg ihren großen Ruf. 1983 greift die Plattenfirma PolyGram ein: Sie bietet den Mitgliedern der legendären sogenannten "Mark-II" Besetzung angeblich jeweils zwei Millionen Dollar für eine Wiedervereinigung. Gillan, Glover, Blackmore, Lord und Paice stimmen zu, gehen im August 1984 ins Studio und veröffentlichen das Album "Perfect Strangers" mit brandneuen Songs. Im gleichen Jahr gehen Deep Purple mit dem Album auf Welttournee. Bis 1989 sollte die "Mark II"-Besetzung halten.

Samstag, 03.06. / 19.30 Uhr / Kulturpalast
Fachmagazin für E- und U-Kultur
Moderation: Pegah Ferydoni
Erstausstrahlung
3sat

Was treibt Künstler an? Und wie beantworten Kulturschaffende Lebensfragen, die uns alle umtreiben?

Schauspielerin Pegah Ferydoni kehrt vertretungsweise für eine Staffel zurück zum "Kulturpalast" und lädt sich prominente Gäste ein, um mit ihnen gemeinsam nach origineller Kunst und überraschenden Perspektiven zu suchen.

Samstag, 03.06. / 20.15 Uhr / Rock am Ring 2017: Die Toten Hosen live und andere Highlights
Erstausstrahlung
3sat

3sat überträgt das Konzert der "Toten Hosen" live vom Festival "Rock am Ring" 2017. Bis zum Auftritt der Band ab circa 22 Uhr werden Highlights von Auftritten weiterer Top-Acts übertragen.

Die "Mutter" der deutschen Open-Air-Festivals geht in eine neue Runde: "Rock am Ring" ist das größte und bekannteste Festival Deutschlands und mittlerweile Kult geworden. 2017 findet es zum 32. Mal und wie gewohnt mit einem sensationellen Lineup statt.

Drei Tage Live-Musik auf vier Bühnen mit unterschiedlichsten Musikgenres. Darunter in diesem Jahr: Airbourne, AnnenMayKantereit, Bastille, Beatsteaks, Broilers, Donots, Genetikk, Kraftklub, Liam Gallagher, Macklemore & Ryan Lewis, Marteria, Rag'n'Bone Man sowie die Headliner: Die Toten Hosen, Rammstein und System of a Down.

Erstmals 1985 veranstaltet, war "Rock am Ring" ursprünglich als ein einmaliges Ereignis geplant. Aber der große Erfolg - bereits im ersten Jahr kamen unglaubliche 75 000 Besucher - sorgte dafür, dass "Rock am Ring" zum alljährlich stattfindenden Event wurde. 2015 wanderte der Open-Air-Zirkus vom Nürburgring auf den Flugplatz Mendig, was der Beliebtheit keinen Abbruch tat: Mit über 90 000 verkauften 3-Tages-Tickets verzeichnete das Festival einen neuen Zuschauerrekord. Doch 2017 heißt es: Back to the roots! "Rock am Ring" kehrt wieder zurück zum Nürburgring, an seinen Originalschauplatz.

Samstag, 03.06. / 00.15 Uhr / Cum on feel the Noize ~ Als der Rock zum Metal wurde
Film von Jörg Sonntag und Thore Vollert
ARD/RB/3sat
Erstausstrahlung

Heavy Metal und Hard Rock sind seit Ende der 1960er-Jahre die dominierende, kommerziell erfolgreichste Variante der Rock-Musik – ein Milliardengeschäft, aber auch Lifestyle und Leidenschaft.

Der Film dokumentiert, warum das Genre bis heute so lebendig ist. Zu sehen sind unter anderem Interviews mit den Stars der internationalen Szene, Konzertausschnitte und zum Teil nie veröffentlichtes Live-Material aus dem "Beat-Club" und dem "Musikladen".

In den von 1965 bis 1984 von Radio Bremen produzierten Sendungen traten Musiker und Bands auf, die Geschichte geschrieben haben. Hier hatten Led Zeppelin, Deep Purple, Black Sabbath, MC5 und viele andere, die als Gründerväter des Hard Rock gelten, bis 1972 ihre ersten TV-Auftritte.

Ende der 1960er-Jahre kreierten diese und andere Bands einen neuen Sound. Als Urväter gefeiert, als einflussreiche Idole von Generationen verehrt, gehören sie weiterhin zu den erfolgreichsten Bands der Rock-Geschichte und stehen am Anfang einer Bewegung, die sich in den 1980er-Jahren zum Welterfolg aufschwingt. In dieser Zeit starten mit dem "New Wave of Britisch Heavy Metal" Bands wie Iron Maiden, Judas Priest, Def Leppard und Motörhead. Ihr Einfluss hallt bis heute nach, wo junge Bands wie Ghost, Avenge Sevenfold und Airbourne mit klassischem Heavy Metal in modernem Soundgewand den Stil frisch definieren und neue Helden für die beständig wachsende Schar an Metal-Jüngern sind.

Mitte der 1970er-Jahre entwickelte sich aus dem Hard Rock der Heavy Metal, der bis Ende der 1980er-Jahre seine Blütezeit erlebte, zur Weltmarke reifte, bevor ihm Anfang der 1990er-Jahre Nirvana und die Grunge-Bewegung kommerziell den Rang abliefen. Heavy Metal jedoch zeigt sich standhaft, erfindet sich mit technoiden Spielweisen wie dem Industrial-Metal und Crossover-Trends mit Anleihen im Rap und Elektro neu - und erlebt seit den 2000er-Jahren seine "Wiedergeburt": Größer und erfolgreicher als je zuvor füllen die "alten Helden" weltweit die Stadien, während junge wilde Bands, von ihnen maßgeblich beeinflusst, regelmäßig die obersten Chart-Positionen stürmen.

Der Erfolg begründet sich aus dem perfekten Zusammenspiel von Band-Identität, Image, Style, visuellem Design und einer intensiven Beziehung der Fans wie auch der Künstler untereinander. Das beweisen zum Beispiel Powerwolf, die die lateinische Sprache und die katholische Messe (!) in die Szene eingebracht haben und in Europa die größten Hallen und Festivals bespielen, ähnlich wie die "Feldherren des Metal", die schwedischen Chart-Stürmer Sabaton, oder der Grammy-prämierte Glam-Rock-Tribut von Steel Panther, die dem Hedonismus vergangener Tage, dem sprichwörtlichen Credo von "Sex, Drugs and Rock 'n' Roll", augenzwinkernd-ironisch nachhängen.

Der Film zeigt exklusive Interviews und Live-Musik von und mit: Alice Cooper, Ozzy Osbourne/Black Sabbath, Jimmy Page/Led Zeppelin, Motörhead, Ian Gillan, Roger Glover und Ian Pace/Deep Purple, Scorpions, Rammstein, Campino/Tote Hosen, Suzi Quatro, KISS, Andy Scott/Sweet, James Hetfield/Metallica, Joakim Broden/Sabaton, Debbie Harry und Chris Stein/Blondie, Mick Box/Uriah Heep, New York Dolls, Twisted Sister, MC5, Nikki Sixx/Mötley Crue, Joel O´Keeffe/Airbourne, Biff Byford/Saxon, Michael Monroe/Hanoi Rocks, Jennifer Haben/Beyond the Black, John Corabi/Dead Daisies, Hansi Kürsch/Blind Guardian, Rolf Kasparek/Running Wild, Kim Mc Auliffe/Girlschool, Dee Snider/Twisted Sister, Doro Pesch/Warlock, Michael Starr und Lexxi Foxx/Steel Panther, Falk Maria Schlegel, Attila Dorn/Powerwolf, Nameless Ghoul/Ghost, David Draimann/Disturbed, Michael Schenker/Michael Schenker Group, Scott Ian/Anthrax, Mina Caputo sowie Alan Robert/Life of Agony.

Pfingstmontag, 05.06. / 20.15 Uhr / Ludwig II.
Spielfilm. Deutschland 2012
ARD/BR/WDR/SWR/DEG

Ludwig II.: Sabin Tambra
Ludwig II. (alt): Sebastin Schipper
Elisabeth von Österreich: Hannah Herzsprung
Richard Wagner: Edgar Selge
Richard Hornig: Friedrich Mücke
Johann von Lutz: Justus von Dohnányi
Sophie in Bayern: Paula Beer
Lorenz Mayr: Samuel Finzi
u. a.

Regie: Peter Sehr, Marie Noëlle
Länge: 133 Minuten

Voller Idealismus besteigt Ludwig II. im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron. In einer Zeit, in der Krieg und Armut allgegenwärtig sind, träumt er von einer besseren Welt.

Peter Sehrs und Marie Noëlles Historienverfilmung von 2012 bietet eine deutsche Starbesetzung auf - mit Sabin Tambra, Hannah Herzsprung, Edgar Selge, Tom Schilling, Uwe Ochsenknecht, Katharina Thalbach und vielen mehr.

Ludwig II. möchte seine Macht dafür einsetzen, dass sein Volk in Frieden und Glück leben kann. Sein Reich soll zum Mittelpunkt der Schönheit werden, Kunst und Kultur sollen aufblühen, statt in Waffen möchte Ludwig die Staatsgelder in Theater, Musik und Bildung investieren. Er liebt die Opern Richard Wagners, seine Leidenschaft und Bewunderung für seine Werke und deren Sagenwelten sind so groß, dass er den umstrittenen Komponisten an seinen Hof holt.

Er stürzt sich mit anfänglich großem Interesse ins politische Geschäft, besetzt mit den Jahren wichtige Posten des Hofstaats mit Vertrauten und schmiedet Allianzen. Doch die Umstände seiner Zeit sind gegen ihn. Und den Frieden, den er sich für sein Volk wünscht, findet er für sich selbst nicht, zu tief sind die Abgründe seiner Seele, die ihn quälen und verzweifeln lassen. So wird sein geliebtes Reich in Kriege mit Preußen und Frankreich gedrängt und erleidet bittere Niederlagen.

Seine Minister versagen ihm die kostspielige Förderung Wagners. Seine schon fest geplante, vom Volk ersehnte Hochzeit sagt er wieder ab, weil er sich eingestehen muss, dass seine Liebe dafür nicht die richtige ist. Desillusioniert flüchtet Ludwig aus einer Welt, die nicht die seine ist, erbaut sich mit seinen Schlössern ein Traumreich der Fantasie, und zieht sich immer weiter zurück - bis zu seinem tragischen Tod, der - wie Ludwig selbst - bis heute "ein ewig Rätsel" bleibt.

Freitag, 09.06. / 19.20 Uhr / Kulturzeit extra: documenta 14 - Kunst trifft Kassel
Erstausstrahlung
3sat

Sie soll ganz anders werden, als alle anderen vor ihr: Die documenta 14 wird an zwei Orten gleichzeitig ausgerichtet, in Athen und in Kassel.

Zum Start in Kassel am 10. Juni sendet "Kulturzeit" eine "extra"-Sendung. Moderatorin Cécile Schortmann geht vor Ort auf Erkundungstour und spricht mit Künstlern und dem Museumsmann Udo Kittelmann.

"Kulturzeit extra" untersucht, ob sich wirklich eine Beziehung herstellen lässt zwischen Kassel und Athen. Sichtbares Zeichen der documenta 14 wird der Parthenon of Books sein, ein in Originalgröße nachgebauter griechischer Tempel, den die argentinische Künstlerin Marta Minujin aus verbotenen Büchern auf dem Friedrichsplatz errichtet.

Auch wenn diesmal die Kasseler Nordstadt als Ort für Kunst neu entdeckt wird, wird die documenta vor allem in den klassischen Ausstellungsräumen stattfinden. Dazu gehören das Fridericianum, die Neue Galerie, das Ottoneum sowie die Orangerie.

"Kulturzeit extra" befasst sich außerdem mit Perfomances und Musik der documenta 14 und geht der Frage nach, welche Akzente der Kurator Adam Szymczyk setzen wird - auch im Unterschied zu früheren künstlerischen Leitern der documenta.

Welche Antworten findet die zeitgenössische Kunst auf die drängenden Probleme der Gegenwart? Die Flüchtlingskrise, das Auseinanderbrechen von Europa und die Debatte um den Kapitalismus zeichnen sich schon im Vorfeld der documenta als die zentralen Themen ab.

Schon zur Eröffnung der documenta in Athen am 8. April war "Kulturzeit" unterwegs: Reporterin Nil Varol hat die Spielstätten des ersten Teils in Athen besucht und die interessantesten Kunstwerke und Aktionen vorgestellt - mit einem besonderen Augenmerk auf die Kunstwerke, die sich in Athen und in Kassel aufeinander beziehen.

Redaktionshinweis: Alle fünf Jahre wird in Kassel die documenta veranstaltet. Für 100 Tage versammelt die größte Kunstschau der Welt alle Tendenzen der zeitgenössischen Kunst. 3sat begleitet die 14. documenta, die in diesem Jahr vom 10. Juni bis 17. September in Kassel und vom 8. April bis 16. Juli in Athen als konzeptuell gleichberechtigtem Standort stattfindet, in seinem Programm. Als nächster Beitrag folgt am Montag, 12. Juni, um 22.25 Uhr der Dokumentarfilm "Eine Oper der Welt".

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