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Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf 3sat:

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Montag, 24.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
(Erstsendung: 23.04.2017)
ARD/SWR

Markus Brock besucht die Sonderausstellung "100 Gründe rot zu werden" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, das zu den spannendsten Wissenschaftsmuseen Europas zählt.

Außerdem erkundet er in der Dauerausstellung das "Abenteuer Mensch" in all seinen Facetten von der Geburt bis zum Tod. Begleitet wird er von der vielfach preisgekrönten Sängerin und Kabarettistin Anna Mateur.

Welche Rolle spielt Schamgefühl heute? Und haben wir in Zeiten, in denen viele Menschen in sozialen Medien alles über sich preisgeben oder hemmungslos pöbeln und mobben, überhaupt noch Schamgefühl? Dieser Frage geht Markus Brock im Hygiene-Museum nach.

Auch die Dresdnerin Anna Mateur befasst sich in ihren Liedern und Bühnenshows mit der Schamlosigkeit der Nabelschau im Netz und nimmt diese ironisch auf die Schippe. Und sie karikiert in ihrem selbstgezeichneten Buch "WehWehchen-Atlas" (2015) den allgegenwärtigen Schönheits- und Selbstoptimierungswahn.

Um "Schönheit, Haut und Haar" geht es auch in einem der sieben Themenräume in der Dauerausstellung des Museums. Wie hat sich das Schönheitsideal im Laufe der Geschichte verändert, und wie pflegte man sein Äußeres früher? Das zeigen unter anderem kosmetikhistorische Exponate der Firma Schwarzkopf. Sie sind Teil der rund 50 000 Objekte umfassenden Sammlung des Museums, zu der auch ein einzigartiges Wachsfigurenkabinett aus dem 19. Jahrhundert zählt, detailgetreue anatomische Modelle des Menschen - "Körperwelten" anno dazumal.

Im eigens konzipierten Kindermuseum kann auch der Nachwuchs spielerisch auf eine Erlebnisreise zum eigenen Körper gehen. Im Zentrum stehen die fünf Sinne: Hören, Sehen, Fühlen, Riechen und Schmecken.

Wie Kinder sprechen lernen, erfährt Markus Brock in einer weiteren Sonderausstellung, die sich der Sprache, den Worten und Gesten widmet. Ob gesprochen, geschrieben oder gebärdet, Sprache ist grundlegend für das menschliche Miteinander. Aber wie stellt man Sprache aus? Welchen Einfluss hat das Thema Migration auf die Sprache? Und wie viele Sprachen kann ein Mensch erlernen? Die interaktive Schau vereint Wissenschaft und Kunst, Texte von Erich Kästner und Stefan Zweig ebenso wie Werke von Kurt Schwitters und Bill Viola. Auch hier ist Anfassen und Mitmachen ausdrücklich erwünscht. So kann der Besucher seine eigene Stimme aufnehmen und selbst Teil der Ausstellung werden.

Markus Brock macht den Selbstversuch und zieht sein Fazit zum Deutschen Hygiene-Museum Dresden, dessen antiquiert klingender Name historisch begründet ist: Initiator des Museums war der Odol-Fabrikant Karl August Lingner, ein Pionier in Sachen Gesundheit und Hygiene Anfang des 20. Jahrhunderts.

Montag, 24.07. / 02.20 Uhr / Muse: Live at Rome
Stadio Olimpico, Rom, Italien, 2013
Regie: Matt Askem
3sat

Muse gilt als eine der innovativsten Rockbands aller Zeiten. Seit fast 20 Jahren stehen Muse für eine Mischung aus progressivem Rock und Elementen der klassischen Musik.

Am 6. Juli 2013 spielen Muse im Rahmen ihrer "Unsustainable"-Tour im ausverkauften Stadio Olimpici in Rom vor über 60 000 Fans. 3sat präsentiert das Konzert, das durch seine atemberaubende Show für Gänsehaut sorgte.

Im Mittelpunkt des Trios steht der Sänger, Gitarrist und Pianist Matthew Bellamy. Bellamys Stimme hielt man in den Etagen der Plattenfirmen zunächst nicht für radiotauglich. Mittlerweile gelten Muse als eine der innovativsten Rockbands aller Zeiten. Sie haben 15 Millionen Alben verkauft, fünf MTV Europe Awards, zwei BRIT Awards, acht NME Awards, fünf Q Awards, vier Kerrang Awards und den Grammy 2011 gewonnen.

2012 veröffentlicht die Band ihr sechstes Studioalbum "The 2nd Law" mit dem Song "Survival", der es gleich zum offiziellen Song der Olympischen Sommerspiele schafft. Auch hier pendelt die Gruppe zwischen Oper und Filmmusik, zwischen Grunge und Metal.

Montag, 24.07. / 03.20 Uhr / Depeche Mode: Live in Berlin
O2 World, Berlin, Deutschland, 2013
Regie: Anton Corbijn
3sat

Im November 2013 präsentieren Depeche Mode die Songs ihres 13. Studioalbums "Delta Machine" und natürlich ihre großen Hits an zwei Abenden in der ausverkauften Berliner O2-World-Arena.

In eng geschnittenen Glitzerwesten zeigen sich die beiden Kreativköpfe Dave Gahan und Martin Gore als sehnige "Fiftysomethings", die sichtlich Spaß daran haben, ihre eingeschworene Fangemeinde zu immer neuen Jubelstürmen zu bewegen.

Während Martin Gore gewohnt bescheiden im Hintergrund wirkt, gibt Dave Gahan lust- und kunstvoll den expressiven Entertainer.

Montag, 24.07. / 04.35 Uhr / Simple Minds: Celebrate
SSE Hydro Glasgow, Schottland, 2013
Regie: Matt Askem
3sat

Die 1978 in Glasgow gegründete Band Simple Minds leistete mit ihren ersten Alben von 1979 bis 1982 einen entscheidenden Beitrag zum britischen Post-Punk und Wave.

Wer sie auf ihre Hits "Don't You" und "Alive and Kicking" reduziert, tut ihnen Unrecht. Sie inspirierten unter anderen Bands wie Ultravox und Depeche Mode. 1989 sind Simple Minds mit ihrem Album "Street Fighting Years" auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Mit der Verbindung von Popmusik und politischen Texten schaffen sie ihren eigenen Stil. Die Single "Belfast Child" wird Nummer eins der britischen Hitparade. 24 Jahre später ist die neuerbaute SSE Hydro in Glasgow der Schauplatz ihres Konzertfilms vor 13 000 begeisterten Fans. Sänger Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill, die beiden Schulfreunde aus der Urbesetzung, präsentieren zusammen mit ihrer Band die größten Hits ihrer 36-jährigen Karriere. Dabei dürfen Songs wie "Waterfront", "Mandela Day", "Don't You" und "Alive and Kicking" nicht fehlen. 3sat präsentiert das Konzert der Simple Minds aus dem Jahr 2013.

Dienstag, 25.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig
(Erstsendung: 12.03.2017)
ARD/SWR

Markus Brock checkt diesmal den "Louvre des Nordens", das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig. Bei seinem Streifzug wird er von Peter Prange begleitet.

Nach siebenjährigem "Dornröschenschlaf" öffnete das Museum im Oktober 2016 wieder seine Pforten. Das Universalmuseum beherbergt Kunst verschiedener Gattungen aus drei Jahrtausenden.

Wie der Louvre - wenn auch in geringerer Zahl - kann es mit den ganz großen Meistern aufwarten: Rubens, van Dyck, Tintoretto, Veronese, Picasso. Es beherbergt einmalige Schätze wie Vermeers "Mädchen mit dem Weinglas" oder Giorgiones "Selbstporträt als David".

Der Historiker und Bestsellerautor Peter Prange verarbeitet in seinen Romanen bevorzugt historische Stoffe. In "Die Principessa" (2003), das im barocken Rom spielt, sind die Künstler Bernini und Borromini die Hauptfiguren.

Mittwoch, 26.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Skulptur Projekte Münster
(Erstsendung: 18.06.2017)
ARD/SWR

Alle zehn Jahre blickt die Kunstwelt nach Münster zur Ausstellung "Skulptur Projekte": Auch ab 10. Juni 2017 verwandelt sich die Stadt wieder 114 Tage lang in einen öffentlichen Kunstraum.

Veranstalter ist das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Markus Brock besucht das Museum und geht in Münster auf Skulpturen-Entdeckungstour. Begleitet wird er von der Schauspielerin Friederike Kempter.

Das 1908 am historischen Domplatz eröffnete LWL-Museum für Kunst und Kultur erhielt 2014 einen postmodernen Neubau mit einem lichtdurchfluteten Foyer. 1000 Jahre Kunst, vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart, vereint die mehr als 300 000 Objekte zählende Sammlung: Grafiken, Fotografien und Kunsthandwerk. Gemälde von August Macke und Gerhard Richter gehören ebenso dazu wie Videoarbeiten von Pipilotti Rist und Nam June Paik.

Jüngst entstanden im Museum einige der neuen Werke für die "Skulptur Projekte Münster 2017". 35 Künstlerinnen und Künstler aus 19 Ländern sind dazu eingeladen. Sie suchen sich im Vorfeld einen Platz aus und realisieren ihre Ideen. Unter einer Bedingung: Das Werk ist nur auf Zeit hier, wird danach wieder abgebaut.

1977 rief der Kunstprofessor und Kurator Kasper König die "Skulptur Projekte Münster" gemeinsam mit dem Kunsthistoriker und Kurator Klaus Bußmann ins Leben. Was anfangs Kritik und Protest erntete, ist zum kulturellen Highlight avanciert. Und auch 2017 ist Kasper König als Kurator mit dabei. Markus Brock spricht mit ihm über die aktuellen Trends und fragt nach, welche Funktion die Skulptur im digitalen Zeitalter hat.

Die Themen der teilnehmenden Künstler sind vielfältig und reichen von politischen und ästhetischen Fragen bis zur Identitätssuche in unserer globalisierten Gegenwart.

Der in Bremen geborene Künstler Aram Bartholl verbindet Skulptur und Internet so aufregend, dass er weltweit zu Ausstellungen eingeladen wird. Seine Teilnahme in Münster kennzeichnet das künstlerische Profil der "Skulptur Projekte 2017", die den Begriff Skulptur und öffentlicher Raum noch einmal weiter ausloten.

Neben klassischer Bildhauerei sind Installationen und Performances zu sehen. Ein Beispiel dafür ist die Langzeit-Performance der Rumänin Alexandra Piricis zum Thema "Nationales Gedächtnis" für den Friedenssaal im historischen Rathaus. Der Westfälische Frieden gilt als erster Friedensschluss, der ohne Waffengewalt, allein durch Kommunikation zustande kam.

Zum wiederholten Mal wird auch Thomas Schütte dabei sein. Seine knallrote "Kirschensäule", die er für die "Skulptur Projekte 1987" realisierte, gehört heute zum Stadtbild von Münster.

Friederike Kempter kennt die sympathische Studentenstadt Münster ziemlich gut, und die Münsteraner kennen die Schauspielerin: Seit 2002 ermittelt sie als Nadeshda Krusenstern im Münsteraner "Tatort" an der Seite von Axel Prahl und Jan Josef Liefers. Bei ihrem neuesten Fall war die Fernsehkommissarin in eine wilde Verfolgungsjagd im LWL-Museum für Kunst und Kultur verwickelt.

Donnerstag, 27.07. / 11.00 Uhr / Festspielsommer - Live aus Salzburg: Eröffnung Salzburger Festspiele 2017
Aus der Felsenreitschule
Orchester: Mozarteum Orchester
Musikalische Leitung: Riccardo Minasi
Regie: Kurt Liewehr
Moderation: Christoph Takacs
ORF/3sat

Der Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2017 unter der Intendanz von Markus Hinterhäuser findet traditionell in der Felsenreitschule statt. Festredner ist Ferdinand von Schirach.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird die Festspiele mit 195 Aufführungen in 41 Tagen an 15 Spielstätten offiziell eröffnen. Musikalisch steht der Festakt im Zeichen von Dimitri Schostakowitsch. Riccardo Minasi dirigiert das Mozarteum Orchester.

Zum ersten Mal verantwortet Intendant Markus Hinterhäuser in diesem Jahr das Festspielprogramm. Viele Stücke widmen sich den Themen Macht und Ohnmacht.

Mit Ferdinand von Schirach holt die Festspielleitung einen bekannten Autor als Festredner nach Salzburg. Schirach, der 1964 in München geboren wurde und heute in Berlin lebt, arbeitete 20 Jahre als Strafverteidiger. Mit 45 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. Seither wurde er vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Kleist-Preis und 2014 dem Los Angeles Times Book Prize. Mit seinem Werk "Terror - Ihr Urteil" (2015) sorgte er weltweit für Schlagzeilen. Seine Erzählbände "Verbrechen" (2009) und "Schuld" (2010) sowie die Romane "Der Fall Collini" (2011) und "Tabu" (2013) wurden millionenfach verkauft. Sie erschienen bisher in mehr als 40 Ländern.

Von Schirach werde bei seiner Rede existenzielle Fragen aufwerfen und zum Denken anregen, so Intendant Hinterhäuser und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Schirach selbst plädiert für den anstrengenden und langwierigen "Ausgleich von Interessen", den nur demokratische Abläufe garantieren könnten. Der Macht müsse das Recht entgegengesetzt werden, sagt er. Die Prozessordnungen der Rechtsstaaten sind seines Erachtens eine der bedeutendsten Errungenschaften der Aufklärung.

Donnerstag, 27.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Museum der bildenden Künste, Leipzig
(Erstsendung: 20.03.2016)
ARD/SWR

Viele berühmte Künstler wurden in Leipzig geboren: etwa der zeitgenössische Maler-Star Neo Rauch, Max Beckmann und Max Klinger. Sie alle versammelt das Museum der bildenden Künste in Leipzig.

Das "Bildermuseum" wird es von den Leipzigern genannt. Hier sind aber nicht nur Gemälde aus sechs Jahrhunderten zu sehen, sondern auch eine große Anzahl an Skulpturen. Markus Brock und sein Gast, die Sopranistin Simone Kermes, "checken" das Museum.

Das Spektrum reicht von der altniederländischen Malerei über Meisterwerke der "Schule von Barbizon" bis hin zur DDR-Kunst, die lange Jahre wenig beachtet und für unbedeutend gehalten wurde. Den Grundstein für das Museum legten um 1858 Leipziger Kaufleute, Verleger und der Kunstliebhaber Maximilian Speck von Sternburg. Seitdem sind zahlreiche Sammler ihrem Beispiel gefolgt und haben das Museum mit Schenkungen und Stiftungen bedacht.

2004 erhielt das Kunsthaus, das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde, einen spektakulären Neubau: ein gläserner Kubus mit meterhohen Räumen und Panoramafenstern. Aber ist die hallenartige Architektur für die Präsentation von Kunst tatsächlich geeignet? Markus Brock spricht mit Museumsmitarbeitern und macht sich sein eigenes Bild vom "Bildermuseum".

Simone Kermes, die sich selbst süffisant ein Gesamtkunstwerk nennt, weil auch "Augenfutter" für sie wichtig ist, begleitet Markus Brock gerne beim "Augenschmaus" im Museum. Die extrovertierte Sängerin wird gern als "Crazy Queen of Baroque" tituliert und gastiert weltweit an renommierten Opernbühnen. Sie beherrscht nicht nur Opernarien und Belcanto perfekt, sondern bringt auch schon mal eine barocke Version des Abba-Hits "Gimme! Gimme! Gimme!" auf die Bühne.

Freitag, 28.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Kunstmuseum Stuttgart und Museum Haus Dix
(Erstsendung: 04.10.2015)
ARD/SWR

Seit seiner Eröffnung im März 2005 ist das Kunstmuseum Stuttgart ein Publikumsmagnet, auch wegen der einzigartigen Otto-Dix-Sammlung. Markus Brock "checkt" das Museum.

Als Gäste trifft Brock einen echten Dix-Fan, den Schauspieler Walter Sittler, bekannt aus der Fernsehserie "Der Kommissar und das Meer", sowie Jan Dix, den Sohn von Otto Dix, der einige Anekdoten aus dem Leben seines Vaters zu erzählen weiß.

"Würfele" nennen die Stuttgarter liebevoll das Kunstmuseum, das schon von außen durch seine minimalistische Architektur besticht. Das Museum wurde in einen stillgelegten Autotunnel gebaut und bietet mit 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche viel Platz für die Kunst. Insgesamt 15 000 Werke umfasst der Bestand. Mit rund 250 Arbeiten von Otto Dix besitzt das Kunstmuseum die wohl wichtigste Sammlung weltweit.

"Die Neue Sachlichkeit, das habe ich erfunden", meinte Otto Dix (1891 - 1969) ganz selbstbewusst. Aber stimmt das wirklich? Tatsache ist, dass der Starmaler der Weimarer Republik ein großes Gespür für seine Zeit hatte und Menschen porträtierte wie kein Zweiter. Genau das fasziniert auch den Schauspieler Walter Sittler an Dix: dass er nichts beschönigte, sondern schonungslos malte, vom Kriegskrüppel bis zur Prostituierten. Mit detektivischem Gespür entdeckt er interessante Details auf Gemälden wie etwa dem "Großstadt-Triptychon" (1927/28), einem der Hauptwerke von Otto Dix.

Neben den Ikonen von Dix versammelt das Kunstmuseum abstrakte Werke von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, darunter Gemälde von Emil Nolde bis Dieter Roth. Einer der Pioniere der Abstrakten Kunst war Willi Baumeister. Auch sein Nachlass, das Archiv Baumeister, befindet sich im Kunstmuseum Stuttgart.

Seit 2013 ist dem Kunstmuseum Stuttgart das Haus Dix in Hemmenhofen am Bodensee angegliedert. Die Zimmer des ehemaligen Wohnhauses von Otto Dix wurden authentisch restauriert, sogar im Keller findet sich Kunst: Wandmalereien von einer Faschingsparty im Jahr 1966. Bis zu seinem Tod 1969 hat Otto Dix auf der Bodensee-Halbinsel Höri gelebt, ein Großteil seines Werks ist dort entstanden. In dem heutigen Museum trifft Markus Brock auf Otto Dix' jüngsten Sohn Jan und fragt ihn: Wie war Otto Dix als Vater? Wie hat sich das Leben im Künstlerhaus abgespielt? Jan Dix weiß so manche Anekdote aus seiner Kindheit zu erzählen.

Freitag, 28.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Die Meistersinger von Nürnberg (Bayreuther Festspiele, Juli 2017)
ARD/BR/3sat
Musiktheater

Hans Sachs, Schuster: Michael Volle
Veit Pogner, Goldschmied: Günther Groissböck
Kunz Vogelgesang, Kürschner: Tansel Akzeybek
Konrad Nachtigal, Spengler: Armin Kolarczyk
Sixtus Beckmesser, Stadtschreiber: Johannes Martin Kränzle
Fritz Kothner, Bäcker: Daniel Schmutzhard
Balthasar Zorn, Zinngießer: Paul Kaufmann
Ulrich Eisslinger, Würzkrämer: Christopher Kaplan
Augustin Moser, Schneider: Stefan Heibach
Hermann Ortel, Seifensieder: Raimund Nolte
Hans Schwarz, Strumpfwirker: Andreas Hörl
Hans Foltz, Kupferschmied: Timo Riihonen
Walther von Stolzing: Klaus Florian Vogt
David, Sachsens Lehrbube: Daniel Behle
Eva, Pogners Tochter: Anne Schwanewilms
Magdalene, Evas Amme: Wiebke Lehmkuhl
Ein Nachtwächter: Karl-Heinz Lehner

Bühnenbild: Rebecca Ringst
Kostüme: Klaus Bruns
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Regie: Barrie Kosky
Erstausstrahlung

Der renommierte Opernregisseur Barrie Kosky, bekannt als großer Wagner-Skeptiker, inszeniert in Bayreuth die Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg".

3sat zeigt eine Aufzeichnung der fast fünfstündigen Aufführung von den Bayreuther Festspielen 2017.

Samstag, 29.07. / 19.45 Uhr / Sami-Künstler auf der documenta 14
Vom Polarkreis an die Weltöffentlichkeit
Film von Marion Skalski
Erstausstrahlung
3sat

400 Rentierschädel, zusammengefügt zu einem Vorhang des Protestes: Diese Installation ist das Werk der samischen Künstlerin Máret Ánne Sara auf der documenta 14 in Kassel.

Máret Ánne Sara und andere Sami-Künstler machen dort weltweit darauf aufmerksam, dass die norwegische Regierung per Dekret große Teile der samischen Rentierherden abschlachten lässt. Eine Bestandsdezimierung zwänge die Samen, ihr traditionelles Leben aufzugeben.

Dass koloniale Unterdrückung auch in Europa - noch dazu im liberalen Norwegen -stattfindet, überrascht. Umso wichtiger ist es, die internationale Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Es geht um Tradition und Identität und was wir voneinander lernen können: Migranten von Nomaden, Nordeuropäer von Südeuropäern - eine frische Brise in der politischen Debatte.

Samstag, 29.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: "L'Orfeo" - Oper von Claudio Monteverdi
Favola in musica in einem Prolog und fünf Akten
Aus dem Gran Teatro La Fenice, Venedig 2017
ORF/3sat

Orfeo: Krystian Adam
Mit: Hana Blazíková, Lucile Richardot, Anna Dennis, Justin Kim, Francesca Boncompagni, Gianluca Buratto, Furio Zanasi, Gareth Treseder, John Taylor Ward, Michal Czerniawski, Zachary Wilder
English Baroque Solisten

Halbszenische Aufführung
Libretto: Alessandro Striggio, dem Jüngeren
Chor: Monteverdi Chor
Orchester: Monteverdi Orchester
Musikalische Leitung: Sir John Eliot Gardiner
Regie: Elsa Rooke, Sir John Eliot Gardiner
Erstausstrahlung

Zum 450. Geburtstag des italienischen Komponisten Claudio Monteverdi geht der britische Dirigent John Eliot Gardiner mit drei Monteverdi-Opern auf Tournee, darunter auch "L'Orfeo".

Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2017 wird "L'Orfeo" am 26. Juli in gleicher Besetzung aufgeführt. In seinem ersten musikdramatischen Werk mutet Monteverdi seinem Titelhelden bittere Qualen zu, doch Orpheus wächst an der Grausamkeit seines Schmerzes.

Er verliert sich in seinem Leid, bis er am Ende zu einem tieferen Verständnis seiner selbst gelangt.

Seine Faszination von Monteverdi beschreibt Gardiner folgendermaßen: "Für mich ist Monteverdi das musikalische Gegenstück zu William Shakespeare: Er hat es als erster Komponist in der Geschichte der abendländischen Musik verstanden, die ganze Bandbreite der menschlichen Empfindungen einzufangen und darzustellen."

Samstag, 29.07. / 22.05 Uhr / Festspielsommer: Verbier Festival 2016: Daniil Trifonov
Gautier Capuçon und Leonidas Kavakos spielen Schumann, Rachmaninoff und Smetana

Mit Daniil Trifonov (Klavier), Gautier Capuçon (Cello) und Leonidas Kavakos (Violine)

Programm:
- Robert Schumann: Fantasiestücke für Piano und Cello op. 73
- Sergej Rachmaninoff: Cello-Sonate op. 19
- Bedrich Smetana: Klaviertrio g-Moll op. 15

Erstausstrahlung
SRF/3sat
Es ist ein Gipfeltreffen der Supersolisten: Daniil Trifonov (Klavier), Gautier Capuçon (Cello) und Leonidas Kavakos (Violine) spielen Schumann, Rachmaninoff und Smetana.

Jeder der drei Musiker ist ein Weltstar und absoluter Meister auf seinem Instrument. Die pure Lust am Musizieren bringt dieses Trio in Verbier zusammen. Ein Hochgenuss an Klang und Virtuosität.

Samstag, 29.07. / 23.25 Uhr / Fassbinder
Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel,
Deutschland 2015
Länge: 91 Minuten
ARD/SWR/BR/WDR/RBB

Kaum ein deutscher Filmregisseur war umstrittener, produktiver und besessener als Rainer Werner Fassbinder. Als er 1982 mit nur 37 Jahren stirbt, hat er das Theater revolutioniert.

Der Dokumentarfilm "Fassbinder" verknüpft zahlreiche autobiografische Elemente von Fassbinders Spielfilmen mit bisher unveröffentlichten Passagen aus seinem schriftstellerischen Frühwerk und Selbstzeugnissen seltener Interviews.

Keiner vor oder nach ihm hat in einer so kurzen Schaffensphase die deutsche Gesellschaft derart schmerzhaft und wahrhaft porträtiert und polarisiert. Er war Motor und Kraftzentrum seiner Generation und hat mit rasender Energie die deutsche Kulturlandschaft seiner Zeit umgepflügt. Er hat ein Gesamtwerk von 44 Filmen und Fernsehserien hinterlassen.

Mehr als 30 Jahre nach seinem Tod gewährt der Dokumentarfilm "Fassbinder" einen neuen Blick auf die zerstörerischen und die unbekannten, sensiblen Seiten des Regisseurs. Um dem Phänomen Fassbinder nahezu kommen, liegt ein Augenmerk auf seinen ersten künstlerischen Ambitionen als Internatsschüler, den Zeiten der Unruhe und des Aufbruchs, bevor die skandalöse Lebensweise zu einem ebenso skandalösen Tod führte.

Fassbinder sagt in einer seltenen Tonbandaufnahme: "Ich wusste, ich werde Filme machen, das wusste ich seit ich zwölf war. Es war nur eine Frage der Zeit". Sein Film "Liebe ist kälter als der Tod" wird wegen seiner langen Einstellungen auf der Berlinale 1969 noch ausgepfiffen. "Die Ehe der Maria Braun" erzählt von Kriegsheimkehrern und Verdrängung und wird ein Welterfolg. "Angst essen Seele auf" handelt vom Hass der Deutschen auf Ausländer. Die düstere Geschichte des aufkeimenden Faschismus in dem Roman "Berlin Alexanderplatz" lässt Fassbinder nicht los, seit er 19 ist. Mit Mitte 30 macht er daraus die bis dahin teuerste deutsche Fernsehserie. Sein vorletzter Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" beschreibt gleichzeitig seinen eigenen beginnenden Absturz und gewinnt 1982 den langersehnten Goldenen Bären.

Wie Fassbinder mit seinen Mitarbeitern, Schauspielern, Rivalen und Liebesabenteuern, den Machtkämpfen und seiner offen zur Schau gestellten Bisexualität umging, ist in der Begegnung mit seinen Stars zu erfahren - Hanna Schygulla, Irm Hermann und Margit Carstensen. Sie und seine Weggefährten, Freunde und Förderer wie Harry Baer, Günter Rohrbach, Thomas Schühly, Fritz Müller-Scherz und Juliane Lorenz erzählen von Ihren Erlebnissen mit Fassbinder, als sei es gestern gewesen. Hanna Schygulla: "Er hatte was Rührendes, Verletzliches und was Raubtierhaftes", Irm Herman: "In dem Moment, als gedreht wurde, war ich ihm total verfallen. Eine Intimität der Sonderklasse." Margit Carstensen: "Er hat sich mit jedem von uns so existenziell auseinandergesetzt, dass das in das eigene Leben eingriff. Er hatte seine eigene Last zu tragen, musste mit irgendetwas fertig werden."

"Fassbinder" - ein Porträt, eine Symbiose zwischen Film und Leben - lässt ahnen, woher das Enfant Terrible des neuen deutschen Films den Willen und die Kraft nahm, sich unbeirrbar durchzusetzen.

Montag, 31.07. / Uhr / 22.25 Uhr / documenta 14: Chamissos Schatten
Dokumentarfilm von Ulrike Ottinger, Deutschland 2014
Länge: 184 Minuten
Erstausstrahlung
3sat

Die Beringsee: gigantische Flächen unberührter Natur, faszinierende Kulturen unterschiedlicher Ethnien, erlebbar in einem filmischen Logbuch "Chamissos Schatten" von Ulrike Ottinger.

"Chamissos Schatten" dokumentiert die Reise der Filmemacherin nach Alaska und zu der Inselkette der Aleuten und entführt mit künstlerisch-ethnologischem Blick, angeregt von historischen Berichten berühmter Reisender, in eine andere Welt.

Ulrike Ottinger, bekannt als avantgardistische Filmemacherin, Malerin und Fotografin, führt den Zuschauer auf eine Erkundungsreise weit in den Norden, wo der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinanderstoßen. Hier finden sich spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Hier besucht Ottinger Menschen, deren Ethnien und Kulturen von einer langen Geschichte kolonialer Zwänge geprägt sind, die aber dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und hier kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.

"Was war - was ist", so bezeichnet Ulrike Ottinger die Fragestellung ihrer Reise. Die Schriften ihrer "Vorfahrer", Texte von Adelbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller und James Cook, gelesen von Hanns Zischler, Burghart Klaußner und Thomas Thieme, läsen sich wie Schauspiele einer Vergangenheit, die in der Gegenwart immer wieder aufgeführt würde, aber auch ins Repertoire des Vergessens versunken oder der unwiederbringlichen Zerstörung anheimgefallen seien, so Ottinger.

Ihr filmisches Logbuch verbindet faszinierende Naturaufnahmen, Exkurse in die Geschichte der indigenen Völker, die sie besucht, und die Erzählungen der früheren Reisenden, zu denen man die Landschaften sieht, auf die sich ihre Schilderungen beziehen.

In Adelbert von Chamissos "Peter Schlehmils wundersame Geschichte" muss Schlehmil seinen Schatten wiederfinden, er muss zur Gegenwart die Vergangenheit hinzufügen, beides gehört untrennbar zusammen.

Ulrike Ottinger, Jahrgang 1942, lebte eine Zeit lang als Malerin in München und Paris, bevor sie 1972 nach West-Berlin zog, wo sie zusammen mit der Schauspielerin und Szene-Künstlerin Tabea Blumenschein zahlreiche Filme in bizarr-surrealistischem Stil schuf, darunter "Bildnis einer Trinkerin" (1979) und "Freak Orlando" (1981).

In späteren Dokumentar- und Spielfilmproduktionen widmete sie sich ihrer Leidenschaft für fremde Kulturen und bereiste unter anderem China ("China - die Künste - der Alltag", 1985), die Mongolei ("Taiga", 1992), Osteuropa ("Südostpassage", 2002), Korea ("Die koreanische Hochzeitstruhe", 2008) und Japan ("Unter Schnee", 2011).

Sie wurde für ihre Fotografien und Filme mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und dokumentiert ihre Reisen in Ausstellungen mit Fotos, Filmen und Objekten.

"Chamissos Schatten", Ulrike Ottingers Film über ihre Reise in die Beringsee, hat insgesamt eine Dauer von zwölf Stunden. 3sat zeigt den ersten Teil des Films über Alaska und die Aleuten.

Montag, 31.07. / Uhr / 02.55 Uhr / ZZ Top: Live at Montreux
Stravinski Auditorium, Montreux, Schweiz, 2013
Regie: Romain Guélat
3sat

Beim Montreux Jazz Festival 2013 erweisen "ZZ Top" dem Festivalgründer Claude Nobs, der am 10. Januar 2013 verstarb, ihre Referenz: "Cos he keep the party goin", lässt Billy Gibbons verlauten.

On stage liefert die "Little Ol' Band from Texas" eine mitreißende Show mit den großen Hits wie "La Grange", "Sharp Dressed Man", "Gimme All Your Lovin" und viele andere mehr im gewohnt kernigen Drei-Mann-Sound und im klassischen ZZ-Top-Style.

Am 10. Februar 1970 treten "ZZ Top" erstmals in der Besetzung mit Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard öffentlich auf. "La Grange" vom 1973er Album "Tres Hombres" wird der erste Hit der Band und liefert mit seinem markanten Gitarrenriff Lernstoff für angehende Rockgitarristen weltweit. In Europa werden "ZZ Top" mit ihrem legendären Auftritt am 19. April 1980 im Rockpalast bekannt: Im Rahmen der Eurovision sendet der WDR europaweit live aus der Grugahalle in Essen und verhilft "ZZ Top" zum Durchbruch auf dem alten Kontinent.

Montag, 31.07. / Uhr / 03.40 Uhr / Roxette: Travelling the World - Roxette Live
Curitiba (Brasilien), Córdoba (Argentinien),
Santiago de Chile, 2012
Regie: Mikael Sandberg
3sat

Das schwedische Pop-Duo Roxette hat mit Hits wie "The Look" den Sound der 1980er/1990er-Jahre geprägt. Ihre "Neverending"-Welttournee führte auch nach Brasilien, Argentinien und Chile.

Ihren Erfolg verdanken Roxette einem amerikanischen Touristen, der das 1988er-Album "Look Sharp" mit "The Look" während eines Schwedenurlaubs kauft. Zurück in den USA gibt er das Album einer Radiostation. Der Song wird zur Nummer eins der Billboard Charts.

Im Herbst 2002 kollabiert Sängerin Marie Fredriksson, und die Ärzte diagnostizieren einen Gehirntumor. Trotz schlimmster Befürchtungen gewinnt sie den Kampf gegen die Krankheit und steht 2005 für einen Liveauftritt mit Per Gessle auf der Bühne des Stockholmer Cafés Opera. "Roxette" sind wieder da, nehmen 2006 neue Songs für das Greatest-Hits-Album auf und sind 2009 Stargäste der "Night of the Proms"-Konzerte.

Im Februar 2011 gehen "Roxette" auf ihre "Neverending"-Welttournee, bereisen bis September 2012 46 Länder, spielen vor 1,5 Millionen Fans und veröffentlichen die Höhepunkte der Tournee im Dezember 2013 im Rahmen ihres ersten Livealbums.

Montag, 31.07. / Uhr / 04.25 Uhr / Zucchero: La Sesión Cubana
Park of the Higher Institute of Arts, Havanna, Kuba, 2012
Regie: Cristian Biondani
3sat

Zucchero erfüllt sich mit "La Sesión Cubana" einen Traum: mit Musikern der Karibik und Südamerikas in Havanna Musik machen. 2012 gibt er ein Konzert im Park of the Higher Institute of Arts.

Eigentlich heißt er Adelmo Fornaciari. Aber er wird von allen "Zucchero" genannt, weil seine Lehrerin in der Grundschule über ihn gesagt haben soll: "Er ist süß wie Zucker". Sein bekanntester Song ist "Senza una Donna", den er 1991 mit Paul Young singt.

1983 erscheint sein erstes Album "Un po' di Zucchero", und 1989 gelingt ihm mit dem Lied "Diamante" in Erinnerung an seine Großmutter eine der emotionalsten Kompositionen der Popmusik. Sein Album "La Sesión Cubana" 2012 entsteht mit bedeutenden Musikern der Karibik und Südamerikas in der Kubanischen Hauptstadt Havanna. An seiner Seite hat Zucchero den Produzenten Don Was, auf dessen Arbeit schon Bob Dylan, die Rolling Stones und Elton John vertraut haben. Zusammen arrangieren sie Zuccheros große Hits, der stolz über sein Werk sagt: "Jeder weiß, dass sich meine Musik aus den verschiedensten Musikrichtungen zusammensetzt - Soul, Blues und Gospel. Dieses Projekt ist ein Trip von New Orleans nach Kuba, mit Zwischenstopps in Mexicali. Eine tanzende Verschmelzung von Latin-, Kuba, Tex-Mex- Sounds und Rhythmen."

Montag, 31.07. / Uhr / 05.10 Uhr / Hall & Oates: Live in Dublin
Olympia Theatre, Dublin, Irland, 2014
Regie: Joss Crowley
3sat

Im April 2014 werden Daryl Hall & John Oates in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. In diesem Jahr geben sie ein Konzert im Olympia Theatre in Dublin.

Geehrt werden sie als das Pop-Duo der 1980er Jahre mit Schnauzbart, Schulterpolster, Vokuhila-Frisur. 34 Hits, sieben Platinalben und Headliner beim Live Aid Konzert 1985 sprechen für sich. "Die 1980er waren gar nicht so lustig", sagt ein nachdenklicher John Oates.

"Die Ansprüche waren riesig. Wir lebten in einer Scheinwelt und konnten nichts mehr allein entscheiden. Da war es in den 1970ern viel besser, viel freier." 1989 wird der berühmte Schnurrbart abrasiert. Heute beschäftigt sich John Oates mit digitaler Musikveröffentlichung, während Daryl Hall eine eigene TV-Show hat: Live from Daryl's House. Die historische Bedeutung von Hall & Oates liegt darin, dass sie damals mit ihren Liedern Rassenschranken brachen und sowohl von "weißen" wie "schwarzen" Radiostationen gespielt wurden. "Wir haben die Tore geöffnet für Prince und Michael Jackson", sagt Daryl Hall.

Freitag, 04.08. / 05.10 Uhr / Wise Guys: Das Beste aus 25 Jahren
3sat-Zelt Mainz, September 2016
Regie: Volker Weicker
3sat

Die Wise Guys gelten als Deutschlands Vokal-Pop-Band Nummer eins und zählen zu den erfolgreichsten Live-Acts im deutschsprachigen Raum. Im 3sat-Zelt zeigen sie das Beste aus 25 Jahren.

Denn leider hat auch eine so erfolgreiche Ära ein Ende: Im Sommer 2017 will sich die fünfköpfige Band auflösen. Da kann man schon mal einen Rückblick wagen: Die "Wise Guys" finden, dass sie eine tolle Zeit hatten und dass man gehen soll, wenn es am schönsten ist.

Wer glaubt, dass fünf Typen ohne Instrumente auf keinen Fall einen Konzertsaal rocken können, der irrt. Die Performance der Kölner ist einzigartig und originell. Sie singen über vergangene Liebschaften, Bananen und die deutsche Bahn. Unvergesslich ihr Hit "Jetzt ist Sommer", mit dem sie den Sommerhit 2001 landeten und bis heute immer wieder im Radio zu hören sind. Die Inhalte ihrer Texte reichen von saukomisch über hintergründig bis hin zu melancholisch. Gerade auch die ernsthaftere Seite, die bei anderen A-cappella-Gruppen eher keine Rolle spielt, ist den "Wise Guys" enorm wichtig. Ihre Kompositionen haben bei aller musikalischen Vielfalt einen unverwechselbaren eigenen harmonisch-melodischen Stil und Sound.

Eigentlich hatte alles ganz harmlos angefangen, damals Mitte der 1980er im Hildegard-von-Bingen-Gymnasium Köln-Sülz. Die Jungs der Originalbesetzung besuchten damals dieselbe Klasse und gründeten eine Schüler-Rockband. Nach und nach fanden sie Gefallen daran, reine Gesangsstücke aufzunehmen und ließen allmählich die Instrumente weg, bis sie sich 1990 nach dem Abitur schließlich die "Wise Guys" nannten - zu Deutsch "Besserwisser", denn mit ihrer Klugscheißerei gingen sie ihren Lehrern gewaltig auf die Nerven. Wer hätte damals gedacht, dass die fünf Naseweise eines Tages Charthits produzieren und einen Echo für Deutschlands beste Vokal-Pop-Band überreicht bekommen würden?

Pünktlich zur Abschiedstournee, die im September 2016 startet, soll auch ein letztes Album erscheinen.

Samstag, 05.08. / 20.15 Uhr / Wacken Open Air 2017
Moderation: Rainer Maria Jilg, Markus Kavka
Erstausstrahlung
3sat

Es ist Kult, es ist laut, es ist dreckig - und es ist das größte Heavy-Metal-Festival der Welt: das "Wacken Open Air". 3sat überträgt das Konzert der Band Avantasia live in voller Länge.

Die Band steht für epische Musik und große Shows. Bis zum Auftritt von Avantasia werden Highlights von Auftritten anderer Topacts von den beiden Vortagen mit Festivalimpressionen und Moderationen kompiliert.

Seit knapp 17 Jahren gibt es das Musikprojekt Avantasia schon, Schöpfer und Mastermind von Avantasia ist Edguy-Sänger Tobias Sammet aus Fulda, der immer wieder große Stars aus der Szene um sich schart, wie Alice Cooper oder Klaus Meine von den Scorpions. Das als Rock-Oper bezeichnete Werk von Avantasia umfasst mittlerweile sechs Studioalben und wird weltweit abgefeiert. Mit etwa drei Millionen verkauften Tonträgern ist Tobias Sammets Musikprojekt eines der kommerziell erfolgreichsten. Avantasia sind in diesem Jahr auf nur zwei Festivals zu sehen, unter anderem auf dem Wacken Open Air 2017.

Faster, harder, louder: Unter diesem Motto findet in Wacken jährlich ein einzigartiges Event statt: Drei Tage lang feiern rund 75 000 Metalheads aus aller Welt ein Festival mit einer ganz besonderen Strahlkraft.

Die Stimmung und der Charme dieser Veranstaltung rund um das kleine Dorf im Norden Deutschlands faszinieren nicht nur eingefleischte Metal-Fans: Das Publikum feiert neben der Musik vor allem den Kultcharakter der Veranstaltung, weit über die Genregrenzen hinaus.

Das erste "Wacken Open Air" fand im Jahr 1990 statt, damals mit kaum 800 Besuchern. Bereits sechs Jahre später wurde eine Besucherzahl von 10 000 erreicht. Mittlerweile ist das Festival nach wenigen Stunden ausverkauft. Denn auf das Lineup ist immer Verlass. Auch 2017 versammeln sich die ganz Großen des Heavy Metal in Wacken.

Moderiert wird die Sendung von Rainer Maria Jilg und Markus Kavka.

Sonntag, 06.08. / 10.15 Uhr / Emil Nolde - Maler und Mythos
Zum 150. Geburtstag von Emil Nolde
Film von Wilfried Hauke
Erstausstrahlung
ARD/NDR/3sat

Zum 150. Geburtstag von Emil Nolde am 7. August 2017 wirft der Film einen neuen Blick auf den wohl bekanntesten und beliebtesten norddeutschen Maler.

Filmautor Wilfried Hauke zeigt einen Künstler in seiner - bis heute faszinierenden - weiten Landschaft und einen durch und durch widersprüchlichen Menschen, der keineswegs nur das "Opfer" der NS-Zeit war, als den ihn die junge Bundesrepublik gern sehen wollte.

Der Film ist keine Nacherzählung einer Biografie, sondern zunächst einmal ein Besuch in "Noldes Land". Wilfried Hauke spricht mit Zeitzeugen, die sich noch an ihre Kindheit erinnern, in der unter einem Reetdach in der Nachbarschaft ein alter, verschwiegener Maler lebte: Mit der Grundschullehrerin, die aus Begeisterung für Noldes Bilder aus Berlin nach Seebüll gezogen ist und den Kindern die großartige Farbenwelt dieses Werks nahebringen will. Mit dem Landschaftsmaler, der sich bis heute von Nolde inspirieren lässt, und mit dem Gärtner, der Noldes berühmte Blumenwelt hegt und pflegt. Sie alle stehen dafür, dass Nolde bis heute seine Anziehungskraft nicht verloren hat.

Außerdem spürt der Film den Widersprüchen und vor allem Selbststilisierungen dieses Künstlers nach, der eben alles andere war als nur der naturverliebte, unpolitische, von Meer und Weite schwärmende Naturmaler. Durch Recherchen von Kunsthistorikern und Biografen, zum Teil aktiv - und selbstkritisch - initiiert von der Nolde-Stiftung in Seebüll, hat das Lebensbild viele dunkle Stellen bekommen. In Briefen und Dokumenten werden Noldes Nähe zum Nationalsozialismus und sein Antisemitismus überdeutlich.

So schrieb er an Goebbels, er habe "von Beginn der Nationalsozialistischen Bewegung an als fast einzigster deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst, gegen das unsaubere Kunsthändlertum und gegen die Machenschaften der Liebermann- und Cassirerzeit gekämpft."

Bekenntnisse wie diese gibt es viele - Nolde bekam trotzdem Malverbot, weil Hitler seinen Kunstgeschmack gegen den von Goebbels durchsetzte, nicht aber, weil er irgendeine Art von Oppositionsfigur gewesen wäre.

Als eine solche stilisierte sich Nolde jedoch nach dem Krieg. Besuche von bundesrepublikanischer Politprominenz, die Sehnsucht der Nachkriegsgesellschaft nach "sauberen" Bildern und nicht zuletzt auch Siegfried Lenz' "Deutschstunde" haben einen Nolde-Mythos entstehen lassen, der wenig mit den Widersprüchen und Abgründen dieses Malers zu tun hat.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt "Emil Nolde - Maler und Mythos" zum 150. Geburtstag des Künstlers am 7. August. Nolde zählte zu den führenden Malern des Expressionismus.

Sonntag, 06.08. / 11.15 Uhr / Festspielsommer: Klassik Open Air Nürnberg 2017
Last Night
Mit Daniel Hope (Violine)
Chor: Hans-Sachs-Chor, Philharmonischer Chor
Orchester: Nürnberger Symphoniker
Musikalische Leitung: Alexander Shelley
ARD/BR

Der Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker, Alexander Shelley, steht nach acht erfolgreichen Jahren in Nürnberg am 5. August 2017 zum letzten Mal als Chef am Pult seines Orchesters.

Auf dem Programm steht Musik, die dem Anlass Ausdruck gibt: das g-Moll-Violinkonzert von Bruch, Wagners "Meistersinger"-Vorspiel, Ausschnitte aus Mendelssohns "Sommernachtstraum", Elgars "Pomp and Circumstances", "Mars" und "Jupiter" aus Holsts "Die Planeten".

Einzigartige Stimmungs-Momente der Nürnberger Open-Air-Festivals, ein Meer von Wunderkerzen und das Feuerwerk zum Abschluss versprechen einen Abend der Gefühle.

Die beiden Klassik-Open-Air-Konzerte am 1. August-Wochenende im Nürnberger Luitpoldhain sind für die Nürnberger ein Fixpunkt im Kalender. Doch diesmal wird über dem Abend im Luitpoldhain Abschiedsstimmung liegen, das Motto "Last Night" ist nicht zufällig gewählt: Chefdirigent Alexander Shelley verlässt die Nürnberger Symphoniker und tritt im Herbst in gleicher Funktion beim National Arts Center Orchestra im kanadischen Ottawa an. An seiner Seite bei "Picknick im Park" in Nürnberg ist ein langjähriger Weggefährte: sein Landsmann, der britische Star-Geiger Daniel Hope.

Montag, 07.08. / 22.25 Uhr / Marilyn Monroe - Ich möchte geliebt werden
Dokumentarfilm von Eckhart Schmidt, Deutschland 2010
Länge: 91 Minuten
ARD/BR

Am 5. August 1962 erschütterte der Tod der Schauspielerin Marilyn Monroe die Welt. Wer war diese "Leinwandgöttin", die ein weltweites Millionenpublikum begeisterte?

Filmemacher Eckhart Schmidt erzählt von der Kindheit, der Karriere, den Träumen und Traumata der Schauspielerin. Dazu spricht er mit Zeitzeugen, die Marilyn Monroe gekannt haben, mit ihr befreundet waren und mit ihr gearbeitet haben.

So kommen unter anderen die Schauspieler Mickey Rooney und Diana Herbert zu Wort, mit denen Marilyn Monroe ihre ersten Filme drehte, der Autor John Gilmore, der das Buch "Inside Marilyn Monroe" publiziert hat, sowie die Schauspielerin Jane Russell, die Marilyns Leinwandpartnerin in "Blondinen bevorzugt" war.

Produzent Stanley Rubin berichtet von den Konflikten zwischen Regisseur Otto Preminger und Marilyn Monroe während der Dreharbeiten zu dem Western "Fluss ohne Wiederkehr". Tony Curtis, Marilyns Leinwandpartner in "Manche mögen's heiß", erzählt, wie die Schauspielerin von Kollegen wahrgenommen wurde.

Ebenfalls zu Wort kommen der Regisseur und Autor Peter Bogdanovich, die Fotografen Murray Garrett, George Barris, Douglas Kirkland und Lawrence Schiller sowie Staatsanwalt John W. Miner, der bei der Obduktion von Marilyns Leiche anwesend war und eine eigene Theorie zum Tod der Schauspielerin vertritt.

Hunderte von Fotos, Ausschnitte aus den bedeutendsten Monroe-Filmen und Archivaufnahmen ergänzen das umfangreiche Porträt eines Stars, der an seinem eigenen Image zerbrach.

Montag, 07.08. / 19.30 Uhr / Kulturlandschaften (1/5): Allgäu
Wladimir Kaminer in der deutschen Provinz
(Erstsendung: 25.08.2016)
3sat

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer geht für 3sat wieder auf Kulturreise in die Provinz. Im Allgäu zeigt sich der enge Bezug der Menschen zur Natur auch in ihrer Kunst.

Die Allgäuer interpretieren ihre Heimatverbundenheit ganz weltoffenen. Wladimir Kaminer trifft auf gesellschaftskritische Künstler, Popmusik mit exotischem Kehlkopfgesang und Kunstwerke, die das Alltägliche neu sichtbar machen.

Der Bildhauer und Sportkletterer Christoph Finkel findet das Rohmaterial für seine spektakulären Holzschalen vor seiner Haustür in Bad Hindelang. Er kennt die Geschichte jedes Stückes Holz, das er verarbeitet. Die Alternative-Popband um Frontmann "Rainer von Vielen" aus Kempten besinnt sich auf die Natur der Stimme. Auf einem Berggasthof musizieren sie zusammen mit Wladimir Kaminer. Durch die Kunstwerke des "Porta Alpinae"-Projektes von Guenter Rauch weht ein Hauch von Tibet. Er schafft besondere Orte der Besinnung. Und schließlich versucht sich Wladimir Kaminer zusammen mit der Wollkünstlerin Corelia von Redwitz an der Kunst des Spinnens.

Abseits der Metropolen geht der russischstämmige Schriftsteller der Frage nach, wie Kunst entsteht und wie aus Kultur Heimat wird. Auf typisch lakonische Weise reflektiert er seine Begegnungen und das Thema Heimat in Briefen an seine Frau Olga. Er beschreibt dabei seine Erwartungen und neuen Erkenntnisse über die deutsche Provinz und ihre Künstler.

Redaktionshinweis: Die Folgen zwei bis vier der "Kulturlandschaften" mit Wladimir Kaminer zeigt 3sat an den kommenden Werktagen jeweils um 19.30 Uhr. Die Sendung am Freitag, 11. August (5/5), entfäll!

Dienstag, 08.08. / 19.30 Uhr / Kulturlandschaften (2/5): Lausitz
Wladimir Kaminer in der deutschen Provinz
(Erstsendung: 23.08.2016)
3sat

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer geht für 3sat wieder auf Kulturreise in die Provinz. In der Lausitz sprießt die Kultur zwischen Spreewald und den Mondlandschaften des Tagebaus.

Wladimir Kaminer trifft auf eine freche und dennoch traditionsbewusste Modeschöpferin, auf ein DDR-Künstler-Urgestein, der in Cottbus neben einem Generalmusikdirektor aus den USA wirkt, und in Hoyerswerda auf einen Choreografen, der seine Stadt zum Tanzen bringt.

Die junge Modedesignerin Sarah Gwiszcz pflegt die sorbische Tradition, und dennoch schaffen es ihre modernen Kreationen wie selbstverständlich auf die Laufstege zeitgenössischer Modeschauen. Choreograf und Dokumentarfilmer Dirk Lienig bringt die Bürger Hoyerswerdas zum Tanzen. Er öffnet ihren Einwohnern dadurch neue Perspektiven auf ihre Stadt und ihre Gemeinschaft. Zu DDR-Zeiten war der Maler und Bildhauer Hans Scheuerecker ein Enfant terrible. Heute lebt er zurückgezogen in Cottbus. Wladimir Kaminer öffnet er aber die Tür und zeigt ihm seine neuesten Gemälde. Der US-amerikanische Generalmusikdirektor Evan Christ beschreibt, wie er in der Lausitz eine neue Heimat gefunden hat. In der Probe zu Verdis "Don Carlos" lässt er Wladimir Kaminer sogar für ein paar Takte ans Pult.

Abseits der Metropolen geht der russischstämmige Schriftsteller der Frage nach, wie Kunst entsteht und wie aus Kultur Heimat wird. Auf typisch lakonische Weise reflektiert er seine Begegnungen und das Thema Heimat in Briefen an seine Frau Olga. Er beschreibt dabei seine Erwartungen und neuen Erkenntnisse über die deutsche Provinz und ihre Künstler.

Mittwoch, 09.08. / Kulturlandschaften (3/5): Offenbach am Main
Wladimir Kaminer in der deutschen Provinz
(Erstsendung: 24.08.2016)
3sat

Schriftsteller Wladimir Kaminer geht für 3sat wieder auf Kulturreise in die Provinz. In Offenbach am Main ist Kultur bei allen Traditionen immer auch eine Frage der Herkunft der Künstler.

Kaminer trifft ein türkischstämmiges Künstlerduo und lässt sich von einem Maler in die Geheimnisse der Alchemie einführen. Er erhält Einblick in die Gedanken und Wortwelten eines cleveren Gangster-Rappers und taucht mit Amateurfilmern ein in die Lokalgeschichte.

Offenbach entwickelt sich mit einer multinationalen Bevölkerung im Windschatten Frankfurts. Anny und Sibel Öztürk gehen mit ihrer Kunst auf die Suche nach überraschenden kulturellen und sozialen Beziehungen. Der junge Rapper Soufian wirft einen Blick auf die sozialen Brennpunkte seiner Stadt und stellt sich der Text-Exegese durch Wladimir Kaminer. Ein Amateurfilmclub präsentiert Super-8-Schätze aus seiner langjährigen Geschichte und diskutiert über die strukturellen Veränderungen der Stadt, die schon immer durch Zuwanderung geprägt war. Und Maler Ruben Talberg nutzt geheimnisvolle Rituale für die Anordnung der Elemente in seinen Gemälden.

Abseits der Metropolen geht Wladimir Kaminer der Frage nach, wie Kunst entsteht und wie aus Kultur Heimat wird. Auf typisch lakonische Weise reflektiert er seine Begegnungen und das Thema Heimat in Briefen an seine Frau Olga. Er beschreibt dabei seine Erwartungen und neuen Erkenntnisse über die deutsche Provinz und ihre Künstler.

Donnerstag, 10.08. / 19.30 Uhr / Kulturlandschaften (4/5): Nordfriesland
Wladimir Kaminer in der deutschen Provinz
(Erstsendung: 25.08.2016)
3sat

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer geht für 3sat wieder auf Kulturreise in die Provinz. In Nordfriesland sind die rauen Naturelemente Herausforderung und Motiv für die ansässigen Künstler.

Hier trifft Wladimir Kaminer einen Bildhauer, der Schweres leicht aussehen lässt, und eine Punkband mit Doppelleben und Heimatbewusstsein. Eine malende Surf-Weltmeisterin schickt einen Presenter aufs Wasser, und ein Dichter findet im Watt den Ursprung des Lebens.

Der Bildhauer Fabian Vogler schafft Bronzeskulpturen aus Luftballons und erklärt Wladimir Kaminer auf dem Weg zu den Halligen, was man vom Wattenmeer über Strukturen und Oberflächen lernen kann. Die Husumer Band Turbostaat führt zu den Orten ihrer musikalischen Anfänge und gibt Einblicke in das Leben von gestandenen Punkrockern. Die Sylterin Sonni Hönscheid, Malerin und Weltmeisterin im Stand-Up-Paddling, gibt Kaminer eine Lehrstunde auf dem Wasser. In der Abgeschiedenheit der Halbinsel Eiderstedt erzählen der Schriftsteller Uwe Herms und der Grafiker Manuel Knortz, warum sie ausgerechnet dem Wattwurm ein philosophisches und künstlerisches Denkmal in Buchform setzten.

Abseits der Metropolen geht Wladimir Kaminer auch in Nordfriesland der Frage nach, wie Kunst entsteht und wie aus Kultur Heimat wird. Auf typisch lakonische Weise reflektiert er seine Begegnungen und das Thema Heimat in Briefen an seine Frau Olga. Er beschreibt dabei seine Erwartungen und neuen Erkenntnisse über die deutsche Provinz und ihre Künstler.

Freitag, 11.08. / 19.20 Uhr / Kulturzeit extra: Die Höhepunkte der Salzburger Festspiele
Moderation: Peter Schneeberger
Erstausstrahlung
ORF

Die "Salzburger Festspiele" zünden im ersten Jahr der Intendanz von Markus Hinterhäuser ein opulentes Feuerwerk: "Kulturzeit extra" zieht eine erste Bilanz.

Mit Spannung wird die Neuinszenierung von Hofmannthals "Jedermann" erwartet. Der neue "Jedermann" Tobias Moretti und Stefanie Reinsperger als seine "Buhlschaft" sprechen darüber, welche Spiellust der Dauerbrenner auslöst und was ihn höchst aktuell bleiben lässt.

Einer der Superstars auf der Festspielbühne ist einmal mehr Anna Netrebko. Die Diva Assoluta absolviert ihr Rollendebüt als "Aida" in der Verdi-Oper. Für ihre erste Opernregie zeichnet die iranische Fotografin, Filmemacherin und Videokünstlerin Shirin Neshat bei "Aida" verantwortlich. Ein Beispiel dafür, dass der bildenden Kunst im Salzburger Festspielsommer 2017 eine besonders wichtige Rolle zugewiesen wird.

Gespannt sein darf das Publikum auch, welche Bilder der südafrikanische Universalkünstler William Kentridge als Regisseur für Alban Bergs Oper "Wozzeck" finden wird. Staunenswerte künstlerische Konstellationen, die frische Deutungen auf bekannte Werke versprechen, bieten auch die übrigen drei Opern-Neuinszenierungen bei den "Salzburger Festspielen": Mozarts "La clemenza di Tito", "Lady Macbeth von Mzensk" von Dimitri Schostakowitsch und Aribert Reimanns 1978 uraufgeführte Oper "Lear".

Als "Epizentrum des Besonderen" richten sich die "Salzburger Festspiele" 2017 im Konzert der internationalen Festivals aus. "Kulturzeit extra" berichtet als ihr "Seismograf" aus der Mozart-Stadt.

Samstag, 12.08. / 07.00 Uhr / nano spezial: Zirkusreif!
Reportage vom nano-camp 2016
(Erstsendung: 09.09.2016)
3sat

Das 3sat-Wissenschaftsmagazin "nano" lädt zehn Jugendliche ein, um eine Woche lang Zirkus zu machen und mit wissenschaftlichen Methoden die Leistungen des eigenen Körpers auszumessen.

Vom 25. Juni bis 1. Juli 2016 verbringen die 16 bis 18 Jahre alten Jugendlichen eine Woche auf dem Zirkusgelände des ZAK in Köln. Sie trainieren im Zelt, übernachten in Zirkuswagen und erforschen an der Ruhr-Uni-Bochum ihren Körper mit wissenschaftlichen Methoden.

Es geht um Kraft, Ausdauer und Koordination. Und am Ende der Woche steht die eigene Zirkusvorstellung.

Angeleitet werden die Jugendlichen von professionellen Artisten des ZAK – dem Zirkus- und Artistikzentrums in Köln. Es wird jongliert, geturnt und je nach Trainingsstand geht es am Ende der Woche aufs Hochseil. Immer dabei ist die Ruhr-Uni-Bochum. Die Wissenschaftler führen die Jugendlichen wie auch Profisportler an ihr persönliches Leistungslimit. Sie lernen, wie man seinen Körper beherrscht, wie man Kraft koordiniert und welche Potenziale im Gehirn schlummern.

Samstag, 12.08. / 19.30 Uhr / Kulturlandschaften (5/5): Thüringen
Wladimir Kaminer in der deutschen Provinz
(Erstsendung: 26.08.2016)
3sat

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer geht für 3sat wieder auf Kulturreise in die Provinz. In Thüringen findet sich auch jenseits der klassischen Hochkultur eine lebendige Künstlerszene.

Wladimir Kaminer trifft in Jena einen international gefragten Lichtkünstler. Er lernt, wie man mit mittelalterlichen Instrumenten erfolgreich Heavy Metal spielt. Auf der Wartburg spürt er dem Geist Martin Luthers nach und taucht in Weimar in die Welt jüdischer Musik ein.

Die Musiker der Gruppe "In Extremo" spielen Heavy Metal, aber mit zum Teil selbstgebauten mittelalterlichen Instrumenten. Warum sie gerade mit dieser Kombination erfolgreich sind, erklärt Sänger Michael Rhein, auch unter dem Künstlernamen "das letzte Einhorn" bekannt, im Umfeld eines Konzertes im ausverkauften F-Haus in Jena.

Robert Seidel hat als Lichtkünstler schon international gearbeitet. In Korea etwa hat er ganze Gebäude in besonderes Licht getaucht. Wladimir Kaminer trifft den studierten Biologen im zoologischen Museum in Jena.

Der Eisenacher Künstler Volker Hedwig hat es sich zur Aufgabe gemacht, Martin Luthers Spuren auf der Wartburg als übermalte Frottagen sichtbar zu machen. Das Ergebnis lässt sich Wladimir Kaminer nicht entgehen. Und schließlich trifft er in Weimar den frisch gekürten Träger des Weimar-Preises Alan Bern, der mit seiner "Other Music Academy" und dem "Yiddish Summer" das Kulturleben Weimars in den letzten Jahren bereichert hat.

Abseits der Metropolen geht Wladimir Kaminer auch in Thüringen der Frage nach, wie Kunst entsteht und wie aus Kultur Heimat wird. Auf typisch lakonische Weise reflektiert er seine Begegnungen und das Thema Heimat in Briefen an seine Frau Olga. Er beschreibt dabei seine Erwartungen und neuen Erkenntnisse über die deutsche Provinz und ihre Künstler.

Samstag, 12.08. / 20.15 Uhr / Der Teufelsgeiger
Spielfilm, Deutschland 2013
ARD/BR
Niccolo Paganini: David Garrett
Sein Manager Urbani: Jared Harris
John Watson: Christian McKay
Charlotte: Andrea Deck
Elisabeth Wells: Veronica Ferres
Ethel Langham: Joely Richardson
u. a.
Regie: Bernard Rose
Länge: 113 Minuten

Geigenvirtuose Niccolò Paganini ist auf der Höhe seines Könnens. Wie der Teufel geigt er, doch das Publikum kann mit seinem Genie nichts anfangen. Dann geht Paganini einen faustischen Pakt ein.

Eines Abends sitzt der geheimnisvolle Urbani im Parkett. Der ahnt, dass er mit dem passionierten Geiger einen wahren Goldesel vor sich hat, den man nur richtig verkaufen muss. Er unterbreitet dem Geiger einen einzigartigen Vorschlag.

Er wird Paganini zu weltweitem Ruhm verhelfen, wenn dieser ihm sein Leben nach dem Tod opfert.

Nachdem Paganini die Bühnen in Italien im Sturm erobert hat, bittet ihn der Londoner Konzertmeister John Watson für ein einzigartiges Konzert nach England. Er verspricht sich eine finanzielle Spritze von Paganinis Auftritt. Doch in London läuft nicht alles nach Plan. Nicht nur ein Verband von Frauenrechtlerinnen und eine einflussreiche Journalistin machen Probleme, sondern auch eine unbedarfte junge Sängerin, in deren natürliche Singstimme sich der Geiger sofort verliebt. Um seinen Einfluss nicht zu verlieren und die Macht über Erfolg, Ruhm und Reichtum zu wahren, schmiedet Urbani einen "teuflischen" Plan.

Ein unterhaltsamer und temporeicher Film, der den sagenumwobenen Niccolò Paganini zwischen Genie und Gaukler zum Leben erweckt und augenzwinkernd die Frage aufgreift: Ist dieser Paganini ein Anwalt des Teufels oder der Geigengott?

"Der Teufelsgeier" erzählt von dem faustischen Pakt, den der Violinvirtuose Niccolò Paganini eingeht, um als Superstar gefeiert zu werden - eine spannungsreiche und wohlbedacht inszenierte Sequenz aus dem Leben des legendären Maestros, der fidelte, als wäre er vom Teufel besessen. Der Violinist David Garrett spielt als Paganini um sein Leben.

Samstag, 12.08. / 22.05 Uhr / Festspielsommer: La grande danza ~ Aterballetto in Mailand
Aus dem Piccolo Teatro in Mailand
Choreografie: Jiri Pokorny, Giuseppe Spota, Philippe Kratz
Erstausstrahlung
3sat

Das Ballett-und Tanzensemble Aterballetto ist längst zum internationalen Aushängeschild Italiens geworden. 3sat zeigt eine Aufzeichnung aus dem Piccolo Teatro Mailand vom Juni 2017.

Zu sehen sind die Weltpremiere von Giuseppe Spotas "Narcissus"; die neueste Kreation von Philippe Kratz "Phoenix", die sich mit Geburt, Wachstum und Tod auseinandersetzt, und "Words and Space" von Jiri Pokorny, eine Metapher der inneren Ansprache.

Mit dem Piccolo Teatro in Mailand, eines der bekanntesten Theater in Italien, beendet Aterballetto im Jahr 2017 eine ganz besondere Beziehung: Sechs Jahre war die Compagnie dort "Artist in Residence". In 50 Vorstellungen konnten die Tänzer die Arbeiten von 13 internationalen und italienischen Choreografen zeigen, darunter etliche als Premieren. Zusammen mit Aterballetto hat es das Haus geschafft, das Publikum für Neues zu begeistern. Das Mailänder Publikum goutiert die Offenheit für andere Tanzstile und Interpretationsfreiheiten, die die klassisch ausgebildeten Tänzer von Aterballetto jede Vorstellung zeigen.

Dieses Mal wurden drei junge Choreografen beauftragt, neue Stücke für die Compagnie zu kreieren: Die Weltpremiere "Narcissus" von Giuseppe Spota beschäftigt sich mit der Evolution der Technologie, einer Welt von Selfies, sozialen Netzwerken und Snaps, und kreist um die Frage, ob wir uns aus dieser virtuellen, narzisstischen Welt überhaupt noch heraus bewegen können. Der aus Italien stammende Giuseppe Spota tanzte in verschiedenen renommierten Ensembles, darunter bei Aterballetto, Gauthier Dance und dem Staatstheater Wiesbaden. Seit 2014 arbeitet er sehr erfolgreich als Choreograf.

Der deutsche Tänzer Philippe Kratz wurde 2008 für die Compagnia Aterballetto entdeckt. Er fing schnell an, auch als Choreograf zu arbeiten. Seine Erfolge sprechen für ihn. Seine Arbeiten sind originell, tiefgründig und vielseitig. Seine neueste Kreation für Aterballetto ist das Werk "Phoenix", das im April 2017 in Cremona seine Weltpremiere feierte. Es beschäftigt sich mit der unendlichen, kreisförmigen Bewegung des Lebens: Geburt, Wachstum, Tod und Wiedergeburt. Dabei taucht stets das Fünkchen Hoffnung auf, das Licht in die oft dunkle Welt bringt.

Der 1981 in Prag geborene Choreograf Jiri Pokorny entstammt der Schmiede des NDT. Dort arbeitete er mit vielen renommierten Choreografen zusammen, bevor er sich selbstständig machte. Für die erste Zusammenarbeit mit Aterballetto wählte er berühmte Stücke aus Barockopern und schuf mit "Words and Space" - die Weltpremiere fand im Oktober 2016 in Reggio Emilia statt - eine Metapher der inneren Ansprache. Ein Mono-Dialog entsteht: sehr poetisch, intim und persönlich.

Samstag, 12.08. / 23.30 Uhr / SoulBoy - Tanz die ganze Nacht
Spielfilm, Großbritannien 2010
ARD
Joe McCain: Martin Compston
Mandy Hodgson: Felicity Jones
Russ Mountjoy: Alfie Allen
Jane: Nichola Burley
Alan: Craig Parkinson
u. a.
Regie: Shimmy Marcus
Länge: 77 Minuten

Nordengland, 1974: Der 17-jährige Joe führt ein trostloses Leben in dem Industriestädtchen Stoke on Trent. Mit der Schwärmerei für die Friseurin Jane eröffnet sich für ihn eine neue Welt.

Jane geht jedes Wochenende in das Wigan Casino, wo sie sich mit anderen Soul-Fans aberwitzige Tanzduelle zu einer neuen Musikrichtung namens "Northern Soul" liefert. Joe will der beste Tänzer werden und auf diese Weise Janes Herz gewinnen.

Mit dem sympathischen "Soul Girl" Mandy, die von einer Karriere als Künstlerin träumt, übt er seine Tanzeinlagen. Zugleich erzählt er ihr von seinen Liebesnöten, nicht ahnend, dass sie mehr als nur freundschaftliche Gefühle für ihn hegt. Indessen zieht Joe sich mit seinen Avancen den Zorn von Janes Freund Alan zu, einem brutalen Drogendealer. Aber auch die Freundschaft zu seinem besten Freund, dem lebenslustigen Russ, wird durch seine verbissenen Versuche, der neue Star des Wigan Casino zu werden, auf eine harte Probe gestellt. Schließlich muss Joe sich fragen, was er wirklich will - und wer wirklich das richtige Mädchen für ihn ist.

Regisseur Shimmy Marcus, der unter anderem Musikvideos für Gavin Friday inszeniert hat, verbindet in "Soulboy - Tanz die ganze Nacht" eine feinfühlige Coming-of-Age-Geschichte mit einem leidenschaftlichen und authentischen Porträt der "Northern Soul"-Szene der 1970er-Jahre - eine Subkultur, die sich in England zu einem Massenphänomen entwickelte, in Deutschland aber gänzlich unbekannt ist. In der Hauptrolle beeindruckt Martin Compston, bekannt geworden durch seine preisgekrönte Leistung in Ken Loachs Drama "Sweet Sixteen". "Soulboy - Tanz die ganze Nacht" wurde beim renommierten Filmfestival in Gijón mit einem Publikumspreis ausgezeichnet.

Sonntag, 13.08. / 12.30 Uhr / Locarno 2017 - Das Spezial
(Erstsendung: 09.08.2017)
SRF

Großes Kino am Lago Maggiore: "Locarno 2017 - Das Spezial" berichtet von den cineastischen Höhepunkten des Locarno Festivals (2.-12.8.), das in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum feiert.

Sonntag, 13.08. / 18.30 Uhr / Theater: Ein Fest! Sommerszene Salzburg
Moderation: Eric Mayer
Erstausstrahlung
3sat

Neue Perspektiven auf gewohnte Orte und ein kleiner Blick in die Tanzgeschichte, das alles und noch einiges mehr gibt es bei der "Sommerszene" im sonnigen Salzburg zu erleben. Ein Fest!

Bereits seit 1972 gibt es die "Sommerszene" als Störenfried in der Hochkulturstadt Salzburg und als Alternativprogramm zu den Salzburger Festspielen. Das Festival für performative Kunst zieht verstärkt den öffentlichen Raum als Spielstätte mit ein.

So zeigt der Japaner Michikazu Matsune seine irritierende Performance "What The Hell" rund um den Alten Markt, mitten zwischen Touristengruppen und Passanten. Das Salzburger Künstlerkollektiv ohnetitel bespielt den Kommunalfriedhof mit einem Stück über das Erinnern. Außerdem trifft Eric Mayer bei seinem Besuch der "Sommerszene" den katalanischen Choreografen Pere Faura, der sich in "No Dance, No Paradise" mit vier ikonischen Szenen der Tanzgeschichte beschäftigt, und die belgisch-französische Choreografin Claire Croizé, die ihre Tänzer und Tänzerinnen zu David-Bowie-Musik in "EVOL" - ein Anagramm zu LOVE - Liebe tanzen lässt.

Montag, 14.08. / 01.50 Uhr / Willy Astor – Symphonic
The Sound of Islands mit dem Münchner Rundfunkorchester
(Erstsendung: 26.06.2015)
ARD/BR

Mit seinem außergewöhnlichen Instrumental-Projekt "The Sound of Islands - Symphonic" bewies der Münchner Komödiant Willy Astor, dass er auch als Gitarrist und Komponist Qualitäten hat.

Insgesamt fünf Alben sind inzwischen mit den weltmusikalischen Klanginseln erschienen, die zum Entspannen und Entschleunigen einladen. Am 9. Juni 2015 gab es im Circus Krone München ein großes Konzert zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester.

Auf dem Programm steht dabei eine Auswahl von Nummern aus den vorausgegangenen Alben: vom verträumten "Kilimandscharo" über den rhythmisch betonten "Tango de la esperanza" bis hin zur FC-Bayern-Hymne "Stern des Südens" - und einem Auftragswerk für das Münchner Rundfunkorchester des BR vom Komponisten und Dirigenten Christian Elsässer. Diese Kombination garantiert ein fulminantes Klangerlebnis, das auf grandiose Weise musikalische Bilder entstehen lässt. Das Ganze wird durch die humorvollen Moderationen Willy Astors abgerundet.

Montag, 14.08. / 03.05 Uhr / Heimatsound Concerts ~ Wanda
(Erstsendung: 26.02.2016)
ARD/BR

Beim dritten "Heimatsound"-Festival im berühmten Passionstheater Oberammergau legte die lässige Popband Wanda im Sommer 2015 eine geniale Performance hin.

Wanda gilt in der deutschsprachigen Musikszene als die Pop-Sensation des Jahres 2015 und sorgte für einen Hype um den Wiener Lokalkolorit. Die fünfköpfige Band besteht seit 2012 und sorgte 2014 mit ihrem Debütalbum "Amore" samt dem Hit "Bologna" für Aufsehen.

Wanda stiegen von null auf Platz 13 in den österreichischen Charts ein, räumten beim Amadeus Award in der Kategorie "Alternative Pop/Rock" ab, gewannen den FM4-Award und erreichten mit dem Album Goldstatus.

Musikalisch zeigen die Wiener Einflüsse des Indie-Rock und des Rock 'n' Roll. Ihre Texte sind geprägt vom Wiener Schmäh und dem Thema "Liebe" in all seinen Facetten. Frontmann Michael Marco "Wanda" Fitzthum wirkt auf den ersten Blick nicht direkt wie ein Sexsymbol, beweist aber auf der Bühne absolute Star-Qualitäten, wenn er seine Hüften kreisen lässt und sich zum Stage-Diving in die Menge wirft. Mit dem neuen Album "Bussi" setzen Wanda ein Statement und festigen den Eindruck: Hier hat man es einfach mit einer mächtigen Rockband zu tun.

Montag, 14.08. / 03.50 Uhr / Heimatsound Concerts ~ The Moonband
(Erstsendung: 08.01.2016)

Mit ihrem Mix aus Alternative Country, Folk und Bluegrass sieht sich The Moonband in der Tradition von Bob Dylan und Ryan Adams. 2015 spielten sie beim "Heimatsound"-Festival in Oberammergau.

Ihre atmosphärisch dichten Songs erzählen poetische, skurrile und auch mal spacige Geschichten. Ihr beseelter Vortrag und ihre überschäumende Spielfreude sorgen regelmäßig für jede Menge gute Laune.

Montag, 14.08. / 04.50 Uhr / Comedy aus Hessen ~ Walter Renneisen live
Deutschland, Deine Hessen
Erstausstrahlung
ARD/HR/3sat

Walter Renneisen gibt im Comoedienhaus Wilhelmsbad literarische Fundstücke zum Besten: Anekdoten und Gedichte in allen nur erdenklichen hessischen Mundart-Variationen.

Intelligent und saukomisch, aber nie platt oder volkstümelnd: Liebevoll und in bestem Hessisch nimmt Renneisen die Hessen aufs Korn: "Nemme se des Audo, des hat brarrere Rärrer!" Das gerollte "r" aus der Wetterau ist ein Klassiker in der Dialektreise.

In eigenen oder fremden Texten lässt er Hessen - und Nichthessen - zu Wort kommen: Tacitus, Grimmelshausen, Goethe, Stolze oder Fritz Ulrich. "Wann mir gewwe, gewwe mir gern. Awwer mir gewwe nix!" oder "eh' isch misch uffresch, is mir's lieber egal" - Hessen-Comedy für Fortgeschrittene.

Seit 1967 ist Walter Renneisen, Jahrgang 1940, als Schauspieler am Theater und bei Hörfunk, Film und Fernsehen engagiert. Mitgewirkt hat er unter anderem in den TV-Serien "Der Alte", "Derrick" und "Tatort". Der gebürtige Mainzer lebt heute in Bensheim-Auerbach an der Bergstraße.

Samstag, 19.08. / 20.15 Uhr / La clemenza di Tito (Felsenreitschule, Salzburger Festspiele 2017)
Festspielsommer
ORF/3sat

Tito: Russell Thomas
Vitellia: Golda Schultz
Sesto: Marianne Crebassa
Servilia: Christina Gansch
Annio: Jeanine De Bique
Publio: Willard White
u. a.

Chor: MusicAeterna
Musikalische Leitung: Teodor Currentzis
Inszenierung: Peter Sellars
Bildregie: Agnes Méth

Nach seinen umjubelten Inszenierungen in den 1990er-Jahren kehrt Peter Sellars zu den Salzburger Festspielen zurück und inszeniert Mozarts letzte Oper "La clemenza di Tito".

Mit der vielversprechenden Premiere der Versöhnungsoper eröffnen die Salzburger Festspiele ihre Saison unter neuer Intendanz von Markus Hinterhäuser. 3sat überträgt Mozarts letzte Oper aus der Felsenreitschule in Salzburg.

Mit "La clemenza di Tito" drückt Mozart seine Vision des friedvollen Zusammenlebens musikalisch kunstvoll aus und erzählt vom Kaiser Titus, der sein Volk versöhnt, den Staat befriedet und sogar dem Attentäter Sesto verzeiht. In der Neuinszenierung schreiben Peter Sellars und der Dirigent Teodor Currentzis die Geschichte über die Güte und Milde des römischen Herrschers fort und erweitern sie um eine moderne Perspektive.

Samstag, 19.08. / 23.00 Uhr / Classic Open Air 2017
First Night - Highlights aus Film und Musical
Festspielsommer

Orchester: Deutsche Filmorchester, Babelsberg
Musikalische Leitung: Robert Reimer
Moderation: Senta Berger
(Erstsendung: 02.08.2017)
ARD/RBB

Das "Classic Open Air" bietet einen Streifzug durch die verschiedensten Musikgenres und -epochen. Die "First Night" widmet sich 2017 weltberühmten Highlights aus Film und Musical.

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg unter dem Dirigat von Robert Reimer bestreitet diesen Konzertabend mit Musik aus den erfolgreichsten Filmproduktionen, Stummfilmen, Filmoperetten, Filmmusicals und Hollywood Blockbustern.

Melodien von Chaplin-Filmen und von Komponisten wie Ennio Morricone, John Williams und Hans Zimmer werden von zahlreichen Stars wie The Dark Tenor, Tom Gaebel, Angelika Milster und Katharine Mehrling interpretiert.

Samstag, 19.08. / 00.30 Uhr / Deutschland, deine Künstler: Klaus Doldinger
Film von Antje Harries
(Erstsendung: 08.05.2016)
ARD/BR/WDR

Ob es die "Tatort"-Melodie ist, die Soundtracks zu den Kinofilmen "Das Boot" oder "Die unendliche Geschichte": Klaus Doldingers Werk durchzieht die deutsche Kulturlandschaft.

Das Porträt des Musikers zeigt zahlreiche Ausschnitte aus Konzerten und Kinofilmen, Jam-Sessions mit Musikern wie Udo Lindenberg und Helge Schneider, ergänzt durch Statements von Weggefährten wie Hans W. Geißendörfer, Volker Schlöndorff und Wolfgang Petersen.

Es ist nicht nur Deutschland, dem dieser Mann, der auf mehr als 60 Jahre Bühnenkarriere zurückblicken kann, immer wieder neue Impulse schenkt: Doldinger ist der erste deutsche Jazzmusiker, der spielerisch zu internationaler Anerkennung fand. Schon 1960 tourte er durch die USA und wurde zum Ehrenbürger der Stadt New Orleans ernannt. Bevor er 1972 seine überaus erfolgreiche Jazz-Formation "Passport" gründete, hatte Doldinger bereits in allen Teilen der Welt und an allen wichtigen Orten des Jazz gespielt.

Seine Kreativität hat bis heute ebenso wenig nachgelassen wie seine Bedeutung für die Musik - weit über den Jazz hinaus. Inzwischen kann Klaus Doldinger auf mehr als 5000 Live-Auftritte, Tourneen durch 50 Länder und über 2000 veröffentlichte Kompositionen zurückblicken.

Er wurde dafür mit drei Echos, zahllosen Jazz-Auszeichnungen und nicht zuletzt mit dem Bundesverdienstkreuz für "wichtige und unüberhörbare Impulse, die er dem deutschen Kulturleben gegeben hat", geehrt.

Sonntag, 20.08. / 18.15 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: documenta 14, Kassel
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Markus Brock begibt sich mit seinem Gast, dem Sänger und BAP-Gründer Wolfgang Niedecken, zum "Museums-Check" der documenta 14 nach Kassel. Gemeinsam stellen sie sehenswerte Kunstwerke vor.

Wolfgang Niedecken studierte in den 1970er-Jahren Kunst und machte selbst witzig-schräge Gemälde und Collagen, die bis heute in Ausstellungen gezeigt werden.

Montag, 21.08. / 01.50 Uhr / Phil Collins: No Ticket Required
Reunion Arena, Dallas, Texas, USA, 1985
Regie: Jim Yukich
3sat

1981 veröffentlicht Phil Collins mit "Face Value" und ein Jahr später mit "Hello, I Must Be Going" seine ersten beiden Soloplatten. 1985 gibt er ein Konzert in der Reunion Arena in Dallas.

3sat präsentiert die Höhepunkte des Konzerts mit den großen Hits wie "Against All Odds", "Sussudio", "Behind the Lines", "In the Air Tonight", "You Can't Hurry Love" und vielen anderen mehr.

1985 wird "No Ticket Required", das dritte Album von Phil Collins, zum Synonym für die Musik der 1980er Jahre: Die vier ausgekoppelten Singles "Sussudio", "One More Night", "Don't Lose my Number" und "Take Me Home" erreichen alle in den USA die Top-10-Charts. Im Februar 1985 geht er mit großer Band auf Welttournee, die mit den beiden Live-Aid-Auftritten an einem Tag in London und New York endet. Am 29. Mai 1985 dokumentieren Kameras den Auftritt in der Reunion Arena im texanischen Dallas. Begleitet wird Phil Collins vom "Hot Tub Club" mit dem Schlagzeuger Chester Thompson, dem Bassisten Leyland Sklar, dem Gitarristen Daryl Stuermer, dem Keyboarder Peter Robinson und den legendären Phenix Horns.

Montag, 21.08. / 02.50 Uhr / Billy Joel: A Matter of Trust - The Bridge to Russia
Moskau & Leningrad, Russland, 1987
3sat

Mitten im Kalten Krieg reist der "Piano Man" Billy Joel nach 100 Auftritten im Rahmen seiner "The Bridge"-Tour im Sommer 1987 hinter den Eisernen Vorhang. Dort schreibt er den Hit "Leningrad".

Billy Joel hat alles mitgebracht: seine Band, seine Familie und das komplette Equipment. Er kommt auf Einladung des Kreml und Michail Gorbatschows und gibt nach einem Aufwärm-Gig in Tiflis sechs Konzerte in Moskau und Leningrad. 3sat zeigt die Highlights dieser Konzerte.

Bis heute ist diese Tour für den Musiker das Wichtigste, was er je getan hat. Er ist der erste amerikanische Rockstar, der in Russland auftritt, und wird zum musikalischen Botschafter. Während seines Aufenthalts in der damaligen UdSSR komponiert Billy Joel den Song "Leningrad", der später auf dem Album "Stormfront" erscheint und zum Welthit wird.

Montag, 21.08. / 03.35 Uhr / Sting: When the Last Ship Sails
Public Theatre, New York City, USA, 2013
3sat

Am 2. Oktober 2013, seinem 62. Geburtstag, präsentierte Sting sein elftes Studioalbum "The Last Ship" im Public Theatre in New York City, begleitet von einer 14-köpfigen Band.

Das Publikum reagierte begeistert auf die einfühlsamen Songs, keltisch geprägt und akustisch instrumentiert, auf Stings Moderationen und die eingespielten historischen Filmdokumente. Zehn Jahre mussten die Fans auf dieses Album warten.

In den Songs von "The Last Ship" beschäftigt sich Sting mit dem Niedergang des Schiffbaus in den 1980er-Jahren im nordöstlichen England, seiner geliebten Heimat rund um Newcastle. Das Album lieferte auch den Soundtrack für Stings gleichnamiges Theaterstück, das nach dreijähriger Vorbereitungszeit 2014 am Broadway Premiere feierte.

Montag, 21.08. / 04.50 Uhr / Peter Gabriel: Back to Front
O2 Arena, London, Großbritannien, 2013
Regie: Hamish Hamilton
3sat

Peter Gabriels Album "So" aus dem Jahr 1986 ist für viele Fans und Kritiker sein bestes Album. 2013 gibt er ein Konzert in der O2 Arena in London mit großen Hits der 1980er-Jahre.

3sat zeigt das Konzert, bei dem Songs wie "Sledgehammer", "In Your Eyes" und "Red Rain" zu hören waren. Peter Gabriel geht mit den Musikern von damals auf seine gefeierte "Back to Front"-Tour, um die Songs von "So" noch einmal live zu spielen.

Er steht wieder mit dem Gitarristen David Rhodes, dem Bassisten Tony Levin, dem Keyboarder David Sancious und dem Schlagzeuger Manu Katché auf der Bühne und beweist, dass seine Songs keine Patina angelegt haben.

Samstag, 26.08. / 11.30 Uhr / Jedermann/Frau - Das Salzburger Festspielmagazin
Moderation: Tobias Pötzelsberger
ORF/3sat
Erstausstrahlung

Das Magazin "Jedermann/Frau" zeigt einen Rückblick auf die großen Opernpremieren wie "Aida" und "La clemenza di Tito" und andere Highlights der Salzburger Festspiele 2017.

Das Festspielmagazin will neugierig machen und schlägt den Bogen von den Festspielen als hochqualitativem Kulturevent, den Künstlerinnen und Künstlern, der Außen- und Innenwirkung über die wirtschaftliche Bedeutung bis zum Kulturstandort Salzburg.

Samstag, 26.08. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Georges Bizet ~ Carmen
Bregenzer Festspiele, 2017
3sat

Don José: Daniel Johansson
Escamillo: Scott Hendricks
Zuniga: Sébastien Soulès
Carmen: Gaëlle Arquez
Micaela: Elena Tsallagova
Frasquita: Sónia Grané
Orchester: Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Paolo Carignani
Inszenierung: Kasper Holten
Erstausstrahlung

Bizets Oper „Carmen“ erlebte bei der Uraufführung 1875 einen skandalumwobenen Misserfolg. Der Komponist starb kurz darauf, angeblich aus Kummer. Heute ist "Carmen" weltberühmt.

Die Seebühne bietet einen idealen Rahmen für die neue „Carmen“ der Bregenzer Festspiele. Die besondere Open-Air-Stimmung am Bodensee, die herausragende Sängerbesetzung und die raffinierte Inszenierung von Kasper Holten versprechen einen musikalischen Hochgenuss.

Nicht nur die Musik, auch die Handlung nach der Novelle Prosper Mérimées garantiert einen aufregenden Opernabend. „Carmen“ ist pure Dramatik, mit einer Fülle mitreißender Melodien im spanischen Kolorit, darunter Opernhits wie „Habanera“ und "Toréador, en garde“.

Die Zigeunerin Carmen, der Archetyp der Femme Fatale, verführt den bodenständigen Soldaten Don José, der nach dem Willen seiner Mutter eigentlich die ebenso bodenständige Micaela heiraten soll. Doch für Carmen desertiert er. Schließlich ermordet er sie, als sie ihn für den Stierkämpfer Escamillo verlassen will.

Samstag, 26.08. / 00.05 Uhr / lebensArt Spezial aus Aarhus
(Erstsendung: 21.08.2017)
ORF

Martin Traxl und Clarissa Stadler präsentieren Inhalte, die nicht nur vom Kulturkalender, sondern auch von gesellschaftlichen und kulturpolitischen Entwicklungen bestimmt werden.

Neue und andere Sichtweisen erleichtern den Zugang zu Literatur und Musik, Film und Theater, Architektur und bildender Kunst.

Sonntag, 27. 08.: schwarz & schräg - Ein Thementag mit Komödien aus Österreich

Samstag, 02.09. / 19.30 Uhr / 50 Jahre Summer of Love ~ Das Erbe der Hippies
Film von Cornelius Janzen
Erstausstrahlung
3sat

Im Sommer 1967 strömten Tausende junge Leute nach Haight Ashbury. Der Geist der Hippies schwebt heute noch über dem Silicon Valley. Doch hat er die Welt zu einem besseren Ort gemacht?

Nicht Öko- und Antikriegsbewegung sind ihr Vermächtnis, das Erbe der Hippie-Ära besteht vor allem darin, dass sie dem ungebremsten Fortschrittsglauben in Silicon Valley zum Durchbruch verholfen hat: Mit Technologie sich selbst und die Welt verändern, das war die Idee.

Zu Wort kommen Ex-Hippies, Computervisionäre, Kritiker und Silicon-Valley Unternehmer: die US-amerikanische Journalistin Clara Bingham, Stanford-Professor Fred Turner, Trips-Festival-Organisator und Ex-Hippie Ramon Sender, Computervisionär Howard Rheingold sowie Bewohner der Rainbow-Mansion, einer Kommune von Startup-Unternehmern im Silicon Valley.

Samstag, 02.09. / 20.15 Uhr / Die Zauberflöte (Bregenzer Festspiele 2013)
Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart
Bregenzer Festspiele 2013
ORF

Sarastro: Alfred Reiter, Bass
Tamino: Norman Reinhardt, Tenor
Königin der Nacht: Ana Durlovski, Sopran
Pamina, ihre Tochter: Bernarda Bobro, Sopran
Papageno: Daniel Schmutzhard, Bass-Bariton
Papagena: Dénise Beck, Sopran
u. a.

Libretto: Emanuel Schikaneder
Bühnenbild: Johan Engels
Orchester: Wiener Symphoniker
Musikalische Leitung: Patrick Summers
Inszenierung: David Pountney
Bildregie: Felix Breisach

Was wie ein Märchen beginnt, wird zum fantastischen Spiel zwischen Zauberposse und Freimaurer-Mystik: 3sat zeigt eine Aufzeichnung der "Zauberflöte" von den Bregenzer Festspielen 2013.

David Pountney übernahm 2013, in seinem letzten Jahr als Intendant in Bregenz, die Regie. Er präsentierte die Geschichte um die Liebespaare Tamino und Pamina, Papagena und Papageno sowie die rachsüchtige Königin der Nacht als schillerndes Fantasy-Spektakel.

"'Die Zauberflöte' ist ein wunderbar erzähltes Märchen! Sie ist charmant und unterhaltsam, bezaubernd und witzig, romantisch und geistreich - und transportiert nichtsdestotrotz eine große philosophische Botschaft", findet Pountney.

Samstag, 02.09. / 22.45 Uhr / Die drei Tenöre - Ihre verschollenen Konzerte
Mit Luciano Pavarotti, Plácido Domingo und José Carreras
Erstausstrahlung
ORF/3sat

7. Juli 1990: Anlässlich der Fußball-WM standen in Rom die drei Tenöre Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras auf der Bühne - eine Art "Urknall" der klassischen Musik.

Über eine Milliarde Menschen weltweit verfolgte diesen TV-Auftritt. Weitere sechs Konzerte wurden aufgezeichnet, doch diese Aufnahmen verschwanden für viele Jahre in einem Archiv in London. Nun ist es gelungen, die schönsten Momente dieser Konzerte zusammenzutragen.

Mit ihrem Konzert in den Caracalla-Thermen verhalfen Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras der klassischen Musik zu einer ungeahnten neuen Blüte, einem wahren Klassik-Boom. Die Aufnahme des Konzerts wurde zum meistverkauften Klassik-Album aller Zeiten.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt "Die drei Tenöre - Ihre verschollenen Konzerte" zum zehnten Todestag von Luciano Pavarotti am 6. September. Aus demselben Anlass folgt im Anschluss, um 0.00 Uhr, "Luciano Pavarotti", ein Porträt des Startenors.

Samstag, 02.09. / 23.59 Uhr / Luciano Pavarotti ~ Legenden
Film von Esther Schapira
(Erstsendung: 31.05.2011)
ARD/HR

Kein Tenor der vergangenen Jahrzehnte war populärer, keiner hatte mehr Glamour, keiner war erfolgreicher als Luciano Pavarotti. Was für ein Mensch war er - jenseits der Bühne?

Wie wurde aus dem Sohn eines Bäckers und einer Fabrikarbeiterin der erfolgreichste Tenor aller Zeiten? Wie veränderte ihn der Erfolg? Die Dokumentation aus der Reihe „Legenden“ erzählt sein Leben. Langjährige Wegefährten kommen dabei zu Wort.

Luciano Pavarotti, der "King of the High C's", der in seinen besten Jahren mühelos das Hohe C sang, habe eine Stimme, schwärmte Herbert von Karajan, "die es alle 100 Jahre nur einmal gibt". Dem Zauber dieser Stimme, aber auch seinem Charme und seiner Persönlichkeit, erlagen Millionen Menschen weltweit, darunter viele, die sich nie zuvor für Opernmusik begeistert hatten. 250 000 Fans kamen bei strömendem Regen zu seinem Open-Air-Konzert im Londoner Hyde Park, 500 000 Zuschauer versammelten sich im Central Park in New York, und 800 Millionen Menschen sahen live im Fernsehen den Auftritt der 3 Tenöre bei der Fußball-WM in Italien 1990.

"Er war und blieb ein einfacher, herzlicher Mann vom Land", urteilt Herbert Breslin, der 35 Jahre lang als sein Manager die einzigartige Karriere des Sängers aus Modena steuerte. Und er fügt hinzu: "Er war von überwältigender Herzlichkeit und Gastfreundschaft, aber er machte die Menschen um ihn herum zu Leibeigenen." Tatsächlich scheint Luciano Pavarotti stets vor dem Alleinsein geflüchtet zu sein. Er genoss das Bad in der Menge.

Aber auch wenn der Vorhang gefallen war, brauchte er den Applaus des Publikums. Je erfolgreicher er war, umso größer wurde seine Entourage, die ihn auf Tourneen begleitete. Ob nach China oder nach Australien, ob in die USA oder nach Europa, stets nahm er seine "Großfamilie" mit, für die er gern zur Entspannung nach den Konzerten selbst kochte. Dafür musste in den Hotels jeweils eine eigene Küche eingerichtet werden, denn neben der Musik war das Essen seine große Leidenschaft.

Die Liebe zur Musik, zur Pasta und zu den Frauen waren untrennbar mit dem italienischen Tenor verbunden, der nie ohne seinen blauen Koffer auf Reisen ging, in dem er verschiedene Balsamico-Essige, Parmaschinken, Parmesan und italienische Salami transportierte. Der Film blickt zurück auf die legendäre Vita des Genussmenschen: Auf den märchenhaften Aufstieg aus dem armen Elternhaus, die Liebe seines Publikums, sein öffentlich diskutiertes Liebesleben, sein Kampf gegen das Übergewicht, seine Scheidung nach 36 Jahren Ehe, die Heirat seiner sehr viel jüngeren Geliebten und Sekretärin und schließlich das tragische Ende. Am 6. September 2007 starb er, wie schon seine Eltern, an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Viele enge Weggefährten, Familienangehörige und Freunde des Maestro haben sich bereit erklärt, bei dieser Dokumentation mitzumachen, darunter die erste Ehefrau Adua Veroni, seine langjährige Sekretärin und Geliebte Judy Kovacs, die Jugendfreundin und Operndiva Mirella Freni, der Dirigent und Freund Leone Magiera, sein persönlicher Assistent Edwin Tinoco, sein langjähriger Manager Herbert Breslin, der Tenor und Freund Jose Carreras und viele andere. Entstanden ist so ein facettenreiches, eindrucksvolles, intimes Porträt mit intimen privaten Aufnahmen des legendären Sängers und leidenschaftlichem Genussmenschen Luciano Pavarotti.

Sonntag, 03.09.: Märchenhaft - Ein Thementag in 3sat

© 3sat
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