kulturfreak

Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf 3sat:

Regelmäßige Kultursendungen

Montags bis freitags (außer Feiertage), 19.20 Uhr: Kulturzeit
Samstags, 09.05 Uhr: Kulturplatz

Samstags, 19.30 Uhr: Kulturpalast ~ Fachmagazin für E- und U-Kultur

Montag, 26.06. / 02.05 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016 (1/9): Jess Glynne
(Erstsendung: 16.09.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: die Britin Jess Glynne.

Glynne landete 2014 mit "Rather Be" ihren ersten großen Hit. Den Song nahm sie mit der Band Clean Bandit auf, die im selben Jahr bereits beim "SWR3 New Pop Festival" spielten. 2015 wurde "Rather Be" mit dem Grammy ausgezeichnet.

Die Sängerin mit der kräftigen, rauen Stimme kann aber auch weichere Töne anschlagen, was sie etwa mit der Pop-Ballade "Take Me Home" beweist.

Montag, 26.06. / 02.50 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016 (2/9): Jamie Lawson
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: Jamie Lawson.

Mit seinem Song "Wasn't Expecting That" ist Lawson, einer der interessantesten britischen Singer-Songwriter-Entdeckungen der letzten Jahre, mittlerweile auch international bekannt geworden. Nicht zuletzt, weil ihn Ed Sheeran unter Vertrag genommen hat.

Der britische Musiker spielte bereits selbst auf dem "SWR3 New Pop Festival" - 2012, damals noch als Newcomer.

Montag, 26.06. / 03.35 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016 (3/9): Sigala
(Erstsendung: 30.09.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: Sigala.

Der Sommerhit "Easy Love" machte den DJ auch außerhalb Englands bekannt. Mittlerweile steht der 23-Jährige beim traditionsreichen britischen Label Ministry Of Sound unter Vertrag. 2016 ist seine vierte Single "Give Me Your Love" erschienen.

Mit auf dem Track sind kein geringerer als Sänger John Newman und der Starproduzent Nile Rodgers.

Montag, 26.06. / 04.20 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016 (4/9): Matt Simons
(Erstsendung: 07.10.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: Matt Simons.

Simons stammt aus New York, hat Jazz studiert, verehrt die Beatles und liebt die Melancholie. Er schreibt Lieder über Beziehungswirrwarr, über das Auffangen und Loslassen. Auf der Bühne spielt er entweder mit Band oder allein am Klavier.

Er singt berührend und kommentiert zwischendurch witzig-selbstironisch seinen Hang zur Ballade. In seiner Heimat Amerika ist er noch ein Unbekannter, aber mit Sicherheit nicht mehr lange.

Montag, 26.06. / 05.05 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016 (5/9): Julian Perretta
(Erstsendung: 14.10.2016)
ARD/SWR

Das SWR3 New Pop Festival in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: Julian Perretta.

Mit dem Song "Miracle" hat er seinen Durchbruch geschafft, und direkt ist er New-Pop-Act. Geboren wurde er in 1991 in London. 2010 nahm er sein Debütalbum "Stitch Me Up" auf. Perretta war schon mit Mark Ronson auf Europa-Tour und hat bei Beyoncé als Vorband gespielt.

2016 stand er auf der Bühne im Theater Baden-Baden und begeisterte seine Fans mit einem außergewöhnlichen Konzert.

Redaktionshinweis: Die weiteren Teile der neunteiligen Reihe "SWR3 New Pop Festival 2016" zeigt 3sat am Montag, 3. Juli, ab 2.20 Uhr.

Samstag, 01.07. / 19.30 Uhr / Bauerfeind assistiert ... Till Brönner
Moderation: Katrin Bauerfeind
(Erstsendung: 02.05.2015)
3sat

Katrin Bauerfeind hat sich wieder bei acht prominenten Chefs als Assistentin beworben. Diesmal assistiert sie dem Weltklasse-Trompeter Till Brönner.

Als langjährige Saxofonistin kennt sich Katrin aus mit den Anforderungen von Musikern vor ihrem Auftritt. Aber dass sie als Tour-Assistentin nicht nur den Auftritt vorbereiten, sondern auch noch einen exklusiven Schuhmacher finden muss, das hat sie dann doch überrascht.

Samstag, 01.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer live: Die Berliner Philharmoniker in der Waldbühne 2017: Rheinlegenden

Programm:
- Robert Schumann, Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 "Rheinische"
- Richard Wagner, Auszüge aus "Der Ring des Nibelungen: Einzug der Götter in Walhall"
- "Siegfrieds Rheinfahrt", "Trauermarsch" und "Waldweben"
- "Walkürenritt"
Musikalische Leitung: Gustavo Dudamel
Erstausstrahlung
ARD/RBB/3sat


Diesmal beschließen die Berliner Philharmoniker die Saison mit Musik von Robert Schumann und Richard Wagner.
Angeführt wird das Orchester von dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel.
© ZDF/rbb/Bolk/Berliner Philharmoniker

Bei seinem zweiten Waldbühnenkonzert setzt Dirigent Gustavo Dudamel ganz auf deutsche Romantik. Auf dem diesjährigen Programm stehen Werke von Robert Schumann und Richard Wagner.

Zwei Komponisten, die zwar nahezu gleich alt waren und beide aus Sachsen stammten, die in ihrer Persönlichkeit und musikalischen Konzeption jedoch nicht konträrer hätten sein können. Die beiden kannten und respektierten sich, jeder war auf seine Weise progressiv.

"Wagner hat mir gut gefallen, nur redet er ununterbrochen", soll Robert Schumann nach dem ersten Zusammentreffen bemerkt haben, während Wagner meinte: "Ein großartiger Mensch, dieser Schumann, nur schweigt er in einem fort."

Redaktionshinweis: Mit dem Konzert der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne setzt 3sat den Festspielsommer in seinem Programm fort. Als nächster Beitrag folgt am Sonntag, 2. Juli, um 20.15 Uhr das Eröffnungskonzert vom "Schleswig-Holstein Musik Festival 2017".

Samstag, 01.07. / 22.30 Uhr / Belcanto - Die Tenöre der Schelllack Zeit
Film von Jan Schmidt-Garre
Erstausstrahlung
3sat

Was macht die Tenöre der Schelllackzeit so unvergleichlich? Die Dokumentation zeigt die Entwicklung des Belcanto im 20. Jahrhundert mit den besten Ton- und Bildaufnahmen der größten Tenöre.

Ihre Namen sind legendär und auch heute noch der Inbegriff des Belcanto: Enrico Caruso, Leo Slezak und Beniamino Gigli können es, was ihren Ruhm angeht, ohne weiteres mit den Star-Tenören von heute aufnehmen.

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts verkauften sich Carusos Schallplatten in Millionenauflagen. Als in den 1930er-Jahren der Tonfilm aufkam, wurden Tenöre wie Joseph Schmidt oder Richard Tauber auch noch zu Kino-Stars.

Filmautor Jan Schmidt-Garre ist zu den Nachfahren der Sänger nach Russland, Argentinien, in die USA und viele andere Länder gereist. Er hat dort bis dato noch unbekanntes Material entdeckt und Weggefährten befragt. In ihren Erzählungen und in den gefundenen Filmdokumenten werden die Faszination und die fortdauernde Wirkung der großen Tenöre verständlich und unmittelbar erfahrbar.

Samstag, 01.07. / 04.55 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Cro
Moderation: Jo Schück
(Erstsendung: 13.06.2015)
3sat

Internationale Künstler geben im geschichtsträchtigen Bauhaus in Dessau exklusive Konzerte vor Live-Publikum. Präsentiert werden die Konzerte von Jo Schück. Zu Gast ist diesmal Cro.

Deutschlands erfolgreichster Rapper ist ein Phänomen, ein Phantom, der Mann mit der Panda-Maske. Obwohl ihn inzwischen jeder von elf bis 49 Jahren kennt, weiß man immer noch relativ wenig über den Sänger. Fest steht: Er hat Musikgeschichte geschrieben.

Er hat den Deutschrap verändert, wohlgemerkt alles Independent und ohne ein Major-Label im Rücken. In seinen Produktionen mischt er Samples aus Indie und Pop mit klassischem Rap zu etwas Neuem, Großem und vor allem Eigenem. Das Prinzip ist nicht neu, sondern so alt wie Hip Hop selbst - und damit realer als es manchen Kritikern lieb wäre.

Sein zweites Studio-Album "Melodie" stieg direkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz 1 der Charts ein. Der junge Schwabe hat ein Album gemacht, das reifer klingt als "Raop", immer noch so frisch ist wie "Meine Musik" und wieder die ganz großen Hits hat.

Sonntag, 02.07 / 10.15 Uhr / Literaturclub
SRF
„Literaturclub" diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.
 In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 02.07 / 11.30 Uhr / René Gruau ~ Modezeichner mit Eleganz
Fim von Adolfo Conti
(Erstsendung: 03.03.2013)
ARD/NDR

Der Modezeichner René Gruau (1909 - 2004) hat das Verhältnis der Frauen zur Mode revolutioniert und wie kein anderer das Bild der internationalen Haute Couture geprägt.

Seine Zeichnungen sind weltberühmt, und sein unverkennbarer Stil steht für die Mode-Illustrationen der 1950er-Jahre. Das Porträt zeigt die innovativen Aspekte von Gruaus Arbeit und beleuchtet wichtige Stationen seines Lebens.

René Gruau, geboren im Februar 1909 als Renato Zavagli Ricciardelli delle Caminate in Rimini in Italien, gilt als Naturtalent. Er besuchte weder eine Modeschule, noch absolvierte er Praktika. Seine Karriere begann er bereits im Alter von 14 Jahren. Von Anfang an bezauberte er sowohl sein Publikum als auch Modeschöpfer und die Presse. Er arbeitete in Frankreich, Großbritannien, Italien und in den USA.

Mit Christian Dior war er gut befreundet. Als dieser 1947 den "New Look" kreierte, zeichnete René Gruau diese neue Weiblichkeit: tiefer Ausschnitt, runde Schultern, schmale Taille. Außerdem illustrierte René Gruau Modelle für Schiaparelli, Fath, Balenciaga und Chanel. Führende Mode-Magazine wie "Vogue", "Elle", "Harper's Bazaar", "Marie Claire" und "Flair" buhlten um seine Illustrationen für ihre Titelseiten.

Mit dem Tod Christian Diors im Jahr 1957 begann auch der Abschied René Gruaus von der Mode-Illustration. Die großen Häuser und Verlage setzten mehr und mehr auf die Fotografie, und Gruau konzentrierte sich zunehmend auf die Werbung. Seit den 1970er-Jahren entwarf er Theaterkostüme, zeichnete Reklameplakate und Titelblätter von Zeitschriften. Bis ins hohe Alter arbeitete er unermüdlich weiter. Mit 95 Jahren starb René Gruau in Rom.

Anhand einer Fülle prägender Illustrationen, von Interviews und historischem Archivmaterial beleuchtet der Film bildstark und atmosphärisch dicht Werk und Wirkung des italienisch-französischen Modezeichners René Gruau.

Sonntag, 02.07 / 11.55 Uhr / Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke
München, 29. Juni 2017
Erstausstrahlung
ARD/BR/3sat

Am 29. Juni wird im Rahmen des 35. Filmfests München zum 16. Mal der "Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke" verliehen. 3sat zeigt eine Zusammenfassung der festlichen Gala.

Mit der vom "Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds" gestifteten und verliehenen Auszeichnung werden Filmkünstler und -künstlerinnen gewürdigt, die sich mit ihren Werken für Toleranz, Humanität und Aufklärung einsetzen.

Der Hauptpreis ist mit einem Preisgeld von 10 000 Euro dotiert, der Nachwuchspreis und der Darstellerpreis jeweils mit 5000 Euro. Die Auszeichnungen werden bei einer festlichen Gala im Münchner Cuvilliés-Theater vergeben. 

Der "Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke" geht auf das Werk des Filmemachers Bernhard Wicki zurück und ist nach dessen Meisterwerk, dem Antikriegsfilm "Die Brücke" von 1959 benannt. In den letzten Jahren wurden mit der Auszeichnung international renommierte Filmemacher wie die Oscar-Preisträgerin Susanne Bier (Hauptpreis 2011 für ihre Regiearbeit "In einer besseren Welt"), der Schauspieler Klaus Maria Brandauer (Ehrenpreis 2014) und der Regisseur Michael Verhoeven (Ehrenpreis 2012) gewürdigt. Zu den herausragenden Nachwuchsprojekten, die in den letzten Jahren prämiert wurden, zählen Deniz Gamze Ergüvens "Mustang" (2016) und Burhan Qurbanis "Wir sind jung. Wir sind stark." (2015).

Sonntag, 02.07 / 20.15 Uhr / Festspielsommer live: Schleswig-Holstein Musik Festival 2017 –Eröffnungskonzert
Thomas Hengelbrock dirigiert das NDR Elbphilharmonie Orchester
Erstausstrahlung
ARD/NDR/3sat

Schon einmal, im Jahr 2013, eröffneten Hélène Grimaud und Thomas Hengelbrock gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester das Schleswig-Holstein Musik Festival.

Nun treffen die Protagonisten von damals erneut zusammen - dieses Mal mit einem rein französischen Programm, mit Werken von Ravel und Franck.

Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur ist von einer berückenden, fast überirdischen Schönheit. Zu Herzen geht auch die spätantike Geschichte von den Findelkindern Daphnis und Chloé, die sich im Jugendalter ineinander verlieben, verlieren und letztlich doch das große Glück finden. Die ganze Farbpalette der hier beschriebenen Natur, die Lichtspiele der südlichen Sonne, aber auch die verschieden gefärbten Stimmungen der beiden Liebenden hat Ravel in seiner choreografischen Sinfonie "Daphnis et Chloé" betörend schön in Töne gefasst. César Francks Sinfonie in d-Moll gehört zu dessen bekanntesten Werken, das 1889 - nur ein Jahr vor seinem Tod in Paris - uraufgeführt wurde.

Am Samstag, 8. Juli, geht es mit dem 3sat-Festspielsommer weiter: Um 20.15 Uhr zeigt 3sat das Eröffnungskonzert vom "Rheingau Musik Festival", um 21.55 Uhr folgt "Verbier Festival 2016: Andras Schiff".

Montag, 03.07. / 02.20 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016: Dua Lipa
(Erstsendung: 21.10.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: die britische Sängerin Dua Lipa.

Die Singer-Songwriterin hat albanische Wurzeln, ist aber in London geboren und lebt mittlerweile auch dort. 2016 ist sie gerade 20 - und doch, sie scheint das Feld der populären Musik von hinten aufzurollen. Mit ihrer zweiten Single "Be The One" erlangte sie Erfolg.

Sie kam auf Platz elf der deutschen Single-Charts. 2017 folgt ein Hit im Zusammenspiel mit dem Holländer Martin Garrix "Scred To Be Lonely"

Montag, 03.07. / 03.05 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016: Walking on cars
(Erstsendung: 28.10.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: die irische Band Walking on Cars.

Die fünf Musiker von Walking on Cars kennen sich seit ihrer Schulzeit. 2016 veröffentlichten sie ihr Debüt-Album "Everything This Way". Mit Hits wie "Speeding Cars" und "Catch Me If You Can" kann die Band mit ihrem Genre-Mix zwischen Pop und Folk überzeugen.

Montag, 03.07. / 03.50 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016: The Strumbellas
(Erstsendung: 04.11.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: The Strumbellas.

Die sechs Kanadier von The Strumbellas brachten im April 2016 ihr aktuelles Album "Hope" auf den Markt. Mit ihrem Folk-Rock wollen sie nun auch Musik-Fans in Europa begeistern. Ihre aktuelle Single "Spirits" hat das Potenzial, zum großen Hit zu werden.

Montag, 03.07. / 04.35 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2016: Adesse
(Erstsendung: 11.11.2016)
ARD/SWR

Das "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden präsentiert jedes Jahr die angesagtesten Newcomer und die Stars von morgen. Diesmal mit dabei: Sänger und Exfußballer Adesse.

Der Berliner Adesse steht für tiefgründige Texte in deutscher Sprache. Bei Adesse spürt man Authentizität. Er ist kein harter Rapper, sondern schlägt eher leisere Töne an. Seine ruhige und gleichzeitig ausdrucksstarke Stimme passt perfekt dazu.

Adesse ist auch ein begnadeter Fußballspieler, hat sich aber gegen den Profifußball und für eine Musikerkarriere entschieden.

Freitag, 07.07. / 10.00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 41. Tage der deutschsprachigen Literatur ~ Ingeborg-Bachmann-Preis 2017
Lesungen und Diskussionen

Moderation: Christian Ankowitsch
ORF/3sat

Die "41. Tage der deutschsprachigen Literatur" finden von 5. bis 9. Juli 2017 in Klagenfurt statt. 14 Autoren lesen aus bisher unveröffentlichten Texten. 3sat überträgt die Lesungen live.

Bei den Lesungen um den Ingeborg-Bachmann-Preis sind ausnahmslos unveröffentlichte, original deutschsprachige Prosatexte mit einer maximalen Lesedauer von 25 Minuten gestattet. Die Auswahl der Autorinnen und Autoren obliegt ausschließlich der Jury.

Juryvorsitzender ist Hubert Winkels, zur sechsköpfigen Jury gehören Sandra Kegel, Meike Feßmann, Hildegard Elisabeth Keller, Stefan Gmünder, Klaus Kastberger und Michael Wiederstein.

Die Eröffnung des Wettbewerbs mit der Auslosung der Lesereihenfolge und der 18. Klagenfurter Rede zur Literatur von Franzobel erfolgt am Mittwoch, 5. Juli um 20.30 Uhr. Gelesen und diskutiert wird von Donnerstag, 6. Juli, bis Samstag, 8. Juli. Am Sonntag, 9. Juli, findet die Schlussdiskussion mit der Vergabe des Ingeborg-Bachmann-Preises und des mit 7500 Euro dotierten 3sat-Preises statt.

Alle Lesungen und Diskussionen aus dem ORF-Landesstudio Kärnten, die von Christian Ankowitsch geleitet werden, sind nicht nur vollständig auf dem 3sat-Bildschirm, sondern auch als Live-Stream auf 3sat.de zu sehen.

Außerdem gibt es auch 2017 eine große Social-Media-Offensive: Über die Social-Media-Dienste www.facebook.com/Bachmannwettbewerb und www.twitter.com/tddlit können die "Tage der deutschsprachigen Literatur" mit Kommentaren, Bildern, News und Videos mit verfolgt werden. Das offizielle Hashtag zum Mitdiskutieren und Mittwittern lautet in diesem Jahr: #tddl.

Auch auf Snapchat (snaps.3sat) und Instagram (instagram.com@3sat) kann man die Veranstaltung verfolgen und erhält so während des gesamten Wettbewerbs einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.

Samstag, 08.07. / 10.00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 41. Tage der deutschsprachigen Literatur
Ingeborg-Bachmann-Preis 2017
Lesungen und Diskussionen
Moderation: Christian Ankowitsch
ORF/3sat

Die "41. Tage der deutschsprachigen Literatur" finden von 5. bis 9. Juli 2017 in Klagenfurt statt. 14 Autoren lesen aus bisher unveröffentlichten Texten. 3sat überträgt die Lesungen live.

Bei den Lesungen um den Ingeborg-Bachmann-Preis sind ausnahmslos unveröffentlichte, original deutschsprachige Prosatexte mit einer maximalen Lesedauer von 25 Minuten gestattet. Die Auswahl der Autorinnen und Autoren obliegt ausschließlich der Jury.

Juryvorsitzender ist Hubert Winkels, zur sechsköpfigen Jury gehören Sandra Kegel, Meike Feßmann, Hildegard Elisabeth Keller, Stefan Gmünder, Klaus Kastberger und Michael Wiederstein.

Die Eröffnung des Wettbewerbs mit der Auslosung der Lesereihenfolge und der 18. Klagenfurter Rede zur Literatur von Franzobel erfolgt am Mittwoch, 5. Juli um 20.30 Uhr. Gelesen und diskutiert wird von Donnerstag, 6. Juli, bis Samstag, 8. Juli. Am Sonntag, 9. Juli, findet die Schlussdiskussion mit der Vergabe des Ingeborg-Bachmann-Preises und des mit 7500 Euro dotierten 3sat-Preises statt.

Alle Lesungen und Diskussionen aus dem ORF-Landesstudio Kärnten, die von Christian Ankowitsch geleitet werden, sind nicht nur vollständig auf dem 3sat-Bildschirm, sondern auch als Live-Stream auf 3sat.de zu sehen.

Außerdem gibt es auch 2017 eine große Social-Media-Offensive: Über die Social-Media-Dienste www.facebook.com/Bachmannwettbewerb und www.twitter.com/tddlit können die "Tage der deutschsprachigen Literatur" mit Kommentaren, Bildern, News und Videos mit verfolgt werden. Das offizielle Hashtag zum Mitdiskutieren und Mittwittern lautet in diesem Jahr: #tddl.
Auch auf Snapchat (snaps.3sat) und Instagram (instagram.com@3sat) kann man die Veranstaltung verfolgen und erhält so während des gesamten Wettbewerbs einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.

Samstag, 08.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Rheingau Musik Festival
Eröffnungskonzert, Basilika Kloster Eberbach, Juni 2017


Impressionen vom hr-Sinfonieorchester beim Rheingau Musik Festival

© ZDF/HR/Ansgar

Programm:
- Richard Wagner: Vorspiel 1. Akt aus "Lohengrin" WWV 75
- Ouvertüre zu "Rienzi" WWV 49
- Ouvertüre zu "Der fliegende Holländer" WWV 63
- Hector Berlioz: "Symphonie fantastique" op. 14

Orchester: hr-Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada
Erstausstrahlung
ARD/HR/3sat

2017 setzen das hr-Sinfonieorchester und Andrés Orozco-Estrada im Kloster Eberbach ihre eindrucksvolle Wagner-Vorspiel-Reihe mit drei weiteren Ouvertüren des Musikdramatikers fort.

Die Helden der beiden romantischen Opern "Lohengrin" und "Der fliegende Holländer" sowie der tragischen Oper "Rienzi" begegnen in dem Programm der "Symphonie fantastique" von Hector Berlioz.

Mit jenem epochalen Werk setzte sich der junge französische Romantiker einst über traditionelle Grenzen hinweg und erschloss der musikalischen Welt ganz neue Ausdrucksformen. Geradezu wie ein Prototyp des romantischen Künstlertums erscheint der Protagonist der quasi-autobiografischen Sinfonie, die ebenso intensiv wie subjektiv erlebte Empfindungen, Leidenschaften und Träume effektvoll und farbenreich in Szene setzt.

Samstag, 08.07. / 21.55 Uhr / Festspielsommer: Verbier Festival 2016: András Schiff
spielt und dirigiert Bach, Beethoven und Mozart

Programm:
- Johann Sebastian Bach, Klavierkonzert Nr. 1, BWV 1052
- Joseph Haydn, Symphonie No. 88
- Ludwig van Beethoven, Klavierkonzert No. 5, op. 73
- Wolfgang Amadeus Mozart, Klaviersonate No. 16, K. 545
- Johann Sebastian Bach, Italienisches Konzert, BWV 971, 1. Satz

Orchester: Verbier Festival Orchester
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Der ungarische Pianist András Schiff gehört zu den wahren Größen der heutigen Musikwelt. Seine Aufnahmen zählen zu den bedeutsamen Interpretationen der klassischen Musik.

In Verbier spielt und dirigiert die Pianisten-Legende die großen Meisterwerke der Klavierliteratur von Bach, Beethoven, Mozart und Haydn.

Sonntag, 09.07. / 10.15 Uhr / Vom Glück des Schreibens: Florjan Lipus im Porträt
Film von Katja Gasser
Erstausstrahlung
ORF/3sat

Florjan Lipus ist Kärntner Slowene und schreibt in Slowenisch. Ein zarter, vorsichtiger und doch entschiedener Mann, den die Traumata seiner jungen Jahre zum Schreiben gedrängt haben.

Lipus wurde 1937 in Lobnig/Lobnik in Kärnten geboren. Die Deportation seiner Mutter während der NS-Zeit erlebte er als Sechsjähriger. Sie kehrte nie wieder zurück. Deportation und Ermordung der Mutter sind Dreh- und Angelpunkte in den Werken von Florjan Lipus.

Anlässlich der Entgegennahme des France-Preseren-Preises, der höchsten Auszeichnung für Kunst und Kultur des Staates Slowenien, sagte Florjan Lipus 2004 in seiner mit "Freude und Wehmut" überschriebenen Rede: "Nie stand etwas anderes auf dem Spiel als die Sprache. Durch die Sprache sind wir oder sind wir nicht, durch die Sprache werden wir bestehen oder nicht." Das Schreiben in slowenischer Sprache war im Fall von Florjan Lipus von Beginn an auch ein politischer Akt, ein Zeichen des Widerstands, des Aufbegehrens.

Seine Mutter wurde im KZ Ravensbrück umgebracht - die Verfolgung der Kärntner Slowenen während des NS-Terrors ist bis heute ein wenig bekanntes Kapitel österreichischer Zeitgeschichte. Neben seiner Mutter ist es auch die Figur des Vaters, der zur Wehrmacht eingezogen wurde, nach dem Krieg zurückkehrte, noch einmal heiratete und sich vor allem durch Härte in allem und gegen alles auszeichnete, die maßgeblich das literarische Schaffen von Florjan Lipus prägt.

Katja Gasser hat sich mit Florjan Lipus auf den Weg gemacht, die landschaftlichen und biografischen Grundlagen zu erforschen, aus denen sich seine Literatur nährt. Und auch wenn Florjan Lipus stets darauf bestanden hat, dass "weder die Kärntner Landschaft und die Täler noch die Tatsache, dass ich einer nationalen Minderheit angehöre" einen Einfluss auf sein Schreiben haben, zeigt sich einem der literarische Kosmos von Florjan Lipus in hellerem, klarerem Licht, wenn man in die geografischen und biografischen Bedingungen dieser Literatur eintaucht.

Niemand sonst hat das kärntnerslowenische Dorf so akribisch auf seine Bruchstellen hin seziert wie Florjan Lipus. Es ist wohl die zentrale Figur im Werk dieses Autors. Er zeigt das Dorf als einen schauerlichen, patriarchal imprägnierten, vom Katholizismus, von der Gewalt der Natur in Schach gehaltenen Ort, an dem Zuneigung, wenn überhaupt, nur im Geheimen stattfinden kann, an dem sich Leben, wenn überhaupt, nur im Bewältigen des Alltäglichen vollzieht, an dem Mensch-Sein vor allem bedeutet, sich zu fügen, dem, was ist.

Den Glanz, den gibt allein die Religion, die dadurch grenzenlose Macht hat. Die Zartheit der Texte von Florjan Lipus ist ein Resultat der literarischen Feinmaschigkeit, der hohen formalen Kunst, die auch Ausdruck ist der großen Zugeneigtheit des Autors zu seinem Gegenstand, dem Leben, dem Leiden und Lieben an den vergessenen Rändern der Welt.

Florjan Lipus sucht mit Katja Gasser jenen entlegenen Ort in den Wäldern Südkärntens an der Grenze zu Slowenien auf, wo einst sein Zuhause stand und von wo aus die Mutter von zwei SS-Männern, die aus der Gegend stammten, weggeführt wurde, wo er als Sechsjähriger der Mutter nachblickte. Mit ihm zurück blieben sein zweijähriger Bruder und seine todkranke Großmutter, die kurz darauf starb.

Lipus hat sich mit seiner Literatur niemals vor den nationalen Karren spannen lassen, er war stets davon überzeugt, dass den Menschen, so auch den Angehörigen der slowenischen Volksgruppe in Kärnten, nur gute Kunst, nur ernsthafte - und damit meint er formbewusste - Literatur Zukunft geben kann. Er hat mit Kritik an slowenischsprachigen politischen Vertretern in Kärnten ebenso wenig gespart wie mit Kritik an ihren deutschsprachigen Kollegen. Fest steht für Florjan Lipus: "Ginge es nach dem Vorbild unserer politischen Ausschüsse, wären wir schon jetzt reif für die Museen und Archive, wenn nicht gar fürs Grab."

Zum Durchbruch im deutschsprachigen Raum verhalf Florjan Lipus die Übersetzung seines Romans "Zmote dijaka Tjaza" durch Peter Handke und Helga Mracnikar - Anfang der 1980er-Jahre erschien der Text unter dem Titel „Der Zögling Tjaz“ auf Deutsch. Alles dreht sich darin um Tjaz, die Hauptfigur, einen Jungen, der aus der tiefen Provinz in ein katholisches Internat und damit in ein Herrschaftssystem kommt, das zunehmend seine ohnehin fragilen Lebensgeister zermürbt.

Den Hintergrund dieses viel diskutierten Romans bildet die reale Internatserfahrung von Florjan Lipus: Er besuchte das legendäre Gymnasium in Tanzenberg/Plesivec, wo bereits seine erste Publikations- und Redaktionstätigkeit stattfindet. Tanzenberg war einst die katholische Kaderschmiede für Anwärter auf das Priesteramt und für Kinder aus ökonomisch schwachen Familien nicht selten die einzige Möglichkeit, zu höherer Bildung zu gelangen. Mit Katja Gasser besucht Florjan Lipus nach vielen Jahren wieder Tanzenberg, über das er einmal geschrieben hat, es sei ehemals eine "Miniatur der katholischen Kirche" gewesen: "eine Institution der Herrschsucht und Präpotenz." Seinen Text "Von der Zähigkeit in der Veränderung. Was Tanzenberg nicht lesen wollte" beschließt er folgendermaßen: "So steht Tanzenberg in meinem Bewusstsein für zweierlei: das humanistische Gymnasium für die freien und sich öffnenden geistigen Bereiche, und das Internat für die sich schließenden".

Florjan Lipus schreibt immer schon mit Bleistift, in kleinster Schrift, kaum entzifferbar. Im zweiten Schritt werden die Texte erst abgetippt. Er gewährt in diesem Film Einblicke in das Entstehen seiner Texte, man sieht ihn in seinem Arbeitszimmer in der tiefen südlichen österreichischen Provinz: umgeben von viel Stille.

Sonntag, 09.07. / 11.00 Uhr / Live aus Klagenfurt: 41. Tage der deutschsprachigen Literatur
Ingeborg-Bachmann-Preis 2017
Preisverleihung
Moderation: Christian Ankowitsch
ORF

Zum 41. Mal wird in Klagenfurt der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Am 9. Juli wählt die sechsköpfige Jury unter Vorsitz von Hubert Winkels aus 14 Autorinnen und Autoren den Preisträger.

Außerdem entscheidet die Jury auch über die Vergabe des mit 7500 Euro dotierten 3sat-Preises.
Die Preisvergabe ist nicht nur in voller Länge auf dem Bildschirm, sondern auch als Live-Stream auf 3sat.de zu sehen.

Sonntag, 09.07. / 12.00 Uhr / Montmartre - die Seele von Paris
Film von Susanne Freitag
(Erstsendung: 17.03.2013)
3sat

Montmartre ist die höchste Erhebung von Paris. Am Fuß des Hügels liegt Pigalle. "Hier ist es wie auf einem Dorf, hier ist die Seele von Paris", sagen die Menschen, die dort leben.

Das Viertel ist verrufen, schon immer. Gangster, Zuhälter und Prostituierte verkehrten einst in denselben Kneipen wie Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Henri de Toulouse-Lautrec. Heute trifft man dort auf einen Mann, der immer blau gekleidet ist: Michou.

Vor über 50 Jahren hat er ein kleines Transvestiten-Kabarett eröffnet, das zur Kultadresse wurde. Zu seinen Gästen zählten Alain Delon, Charles Aznavour und die Chiracs. Nicht weit davon entfernt trifft eine ganze Armada von Mitarbeitern Vorbereitungen für die Show des Moulin Rouge. Die berühmteste Revue der Welt verfügt über ein eigenes Federatelier, das die Kostüme ausstattet, eine eigene Schneiderei, und die Schuhe für die Tänzer werden maßgeschneidert.

Montag, 10.07. / 00.50 Uhr / Herr Ostrowski sucht das Glück - Im Showbusiness
Buch: Thomas Führhapter, Michael Ostrowski
Regie: Chris Weisz
(Erstsendung: 11.02.2014)
ORF

Michael Ostrowski sucht diesmal das Glück im Showbusiness. Dort scheint das Glück zu Hause zu sein: Auf der Bühne wird man von vielen bewundert und anerkannt.

Soziale Anerkennung wirkt bekanntlich wie eine Droge, von der man nie genug bekommen kann. Herr Ostrowski trifft in einem Kaufhaus den DJ und Discotänzer Peter Bäcker, der in einem hautengen Anzug und Badehose ekstatisch zu Hits aus den 1980er-Jahren tanzt.

Auf einer Hochzeit versucht DJ Peter Rebhahn, Herrn Ostrowski von der Notwendigkeit der genauen Planung einer Hochzeitsfeier zu überzeugen. Außerdem trifft Michael Ostrowski die Stimmbefreierin Marie-Thérèse Escribano, mit deren Hilfe er seine Stimme für den großen Auftritt aufpeppt.

Montag, 10.07. / 01.20 Uhr / Herr Ostrowski sucht das Glück - In der Einsamkeit
Buch: Thomas Führhapter, Michael Ostrowski
Regie: Chris Weisz
(Erstsendung: 18.02.2014)
ORF

Macht Einsamkeit glücklich? Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein? Ist die Einsamkeit im Weltall anders als in einem Grab, in dem man lebendig begraben wird?

Michael Ostrowski reist in den Weltraum, trifft den Raumfahrer Franz Viehböck, verbringt eine Zeitlang als Eremit im Linzer Mariendom und lässt sich lebendig begraben - immer auf der Suche nach dem Glück.

Samstag, 15.07. / 19.30 Uhr / Bauerfeind assistiert ... Sarah Connor
Moderation: Katrin Bauerfeind
(Erstsendung: 07.11.2015)
3sat
Katrin Bauerfeind assistiert diesmal der Sängerin Sarah Connor während ihrer Kurztournee in Köln und muss sich im Backstage-Bereich um das Wohlbefinden der deutschen Superstimme kümmern.

Die hasst nichts mehr als Teppiche in der Garderobe und unreife Birnen in der Obstschale. Klingt machbar. Aber um am Ende mit einem "From Sarah with Love" verabschiedet zu werden, hat Katrin dann doch alle Hände voll zu tun.

Sarah Connor hat einen erstaunlichen Stilwandel hinter sich: Vom Popsternchen, das seine Hochzeit als Doku-Soap an eine Privatsender verkaufte, über die Rolle als Jurorin in diversen Casting-Shows bis hin zur Soul-Diva, die mit 35 Jahren ihre Muttersprache musikalisch neu für sich entdeckt und damit auf Platz Eins der Album-Charts stürmt.

Samstag, 15.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer live: Klassik am Odeonsplatz 2017
Live-Übertragung des Konzerts am Odeonsplatz, München
Mit Lang Lang (Klavier)
Orchester: Symphonieorchester des, Bayerischen Rundfunks
Musikalische Leitung: Manfred Honeck
ARD/BR/3sat


Weltstar Lang Lang spielt das 1. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 3sat überträgt "Klassik am Odeonsplatz" erstmals live.

Manfred Honeck feiert 2017 sein Debüt am Dirigentenpult und tritt gleichzeitig auch als Arrangeur in Erscheinung. Aus Höhepunkten von Antonín Dvoráks beliebter Oper "Rusalka" hat er eine eigene Orchestersuite zusammengestellt, die "Rusalka-Fantasie".

Außerdem wird das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit der "Suite für Varieté-Orchester" ein heftig umstrittenes Werk von Dmitri Schostakowitsch spielen. Umstritten ist es deshalb, weil es lange Zeit für ein anderes seiner Werke gehalten wurde, nämlich für die "Suite für Jazzorchester Nr. 2". Erst 1999 tauchte ein Klavier-Auszug der "Jazzsuite" auf, nachdem die Partitur im Zweiten Weltkrieg verschollen war. Seitdem ist klar: Die "Suite für Varieté-Orchester" mit dem berühmten "Walzer Nr. 2" ist ein eigenständiges Werk, auch wenn sie auf älteren CD-Covern oder als Melodie im Film "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick unter dem irrtümlichen Namen firmiert.

Pianist Lang Lang ist bereits zum vierten Mal zu Gast bei "Klassik am Odeonsplatz" - und damit Rekordhalter unter den Solisten. Die Faszination an Münchens beliebtestem Freiluftkonzert lässt ihn nicht los. "Unglaublich und unübertrefflich" sei die Atmosphäre an diesem Ort, findet er. "Wenn man das ganze Jahr über immer drinnen übt und spielt, dann ist es einfach schön, mal rauszukommen".

Sergej Rachmaninow war erst 17 Jahre alt, als er das 1. Klavierkonzert schrieb. Viele Jahre später überarbeitete er das Konzert grundlegend. Schon über die Uraufführung des Kopfsatzes durch den Komponisten selbst im Jahr 1892 schrieb ein Zeitgenosse: "Ich erinnere mich noch an jenen stürmischen Aufschwung, der den ganzen Konzertsaal aufrüttelte (...). Das so machtvoll gepackte Publikum hielt Rachmaninow in nicht nachlassender Spannung bis zum Schluss. Ungeachtet der Tatsache, dass das Konzert sein op. 1 war, präsentierte sich uns ein Künstler von höchster Originalität."

Heute ist das Konzert eher selten auf den Spielplänen zu finden. Umso größer ist die Spannung, mit der die Auseinandersetzung Lang Langs mit diesem Frühwerk erwartet wird.

Samstag, 15.07. / 21.5 Uhr / Festspielsommer: Verbier Festival 2016: Eröffnungskonzert
Charles Dutoit und Kyung Wha Chung spielen
Brahms und Berlioz
Mit Kyung Wha Chung (Violine)

Programm:
- Johannes Brahms: Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, op. 77
- Hector Berlioz: Symphonie Fantastique op. 14

Orchester: Verbier Festival Orchester
Musikalische Leitung: Charles Dutoit
Erstausstrahlung
SRF/3sat

Charles Dutoit, seit 2009 Leiter des Verbier Festival Orchesters, und die Violinistin Kyung Wha Chung eröffnen das "Verbier Festival 2016" im Zeichen der Romantik mit Brahms und Berlioz.

Zum Auftakt des Eröffnungskonzerts interpretiert die südkoreanische Geigerin, begleitet vom Verbier Festival Orchestra, Brahms' Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 77. Es folgt die berühmte "Symphonie Fantastique" von Hector Berlioz.

Brahms Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 77 gilt als virtuoses Meisterwerk mit äußerst melodischem Reichtum. Ein Geschenk und eine Herausforderung für die Violinistin, ihre technische Meisterschaft und ihre klangliche Reife zu zeigen.

Die "Symphonie Fantastique", eines der Lieblingsstücke von Charles Dutoit, gilt als Begründung der Programmmusik und als eines der bedeutendsten Werke der Romantik. Es hat die Musikgeschichte geprägt und vor allem Richard Wagner nachhaltig beeinflusst.

Sonntag, 16.07. / 10.15 Uhr / lesenswert quartett
Denis Scheck im Gespräch mit Insa Wilke, Ijoma Mangold und Felicitas Hoppe
(Erstsendung: 13.07.2017)
ARD/SWR

Es hat bereits Tradition: Jedes Jahr im Frühsommer treffen sich vier anerkannte Literaturexperten, um im "lesenswert quartett" über die ideale Sommerlektüre zu beraten.

Denis Scheck, Insa Wilke, Ijoma Mangold und Felicitas Hoppe beschäftigen sich diesmal mit den Romanen "Die Zeit der Ruhelosen" von Karine Tuil, "Trutz" von Christoph Hein, "Die lachenden Ungeheuer" von Denis Johnson und "Freie Geister" von Ursula K. Le Guin.

Ein Gesellschaftsroman - das hört sich nach Fontane und Balzac an, nach gemütlichen Leseabenden. Aber Karine Tuil füllt diesen Begriff neu: Sie beschreibt die französische Gesellschaft der Gegenwart. Und man kann den Nachrichten fast täglich entnehmen, dass da Geld, Macht und Intrigen eine gehörige Rolle spielen. In "Die Zeit der Ruhelosen" begegnen sich ein ehemaliger Afghanistan-Kämpfer, eine Journalistin, ein reicher Unternehmer und ein Politiker. Der Roman ist rasant geschrieben, beschreibt die inneren wie die äußeren Konflikte seiner Helden und hat in Frankreich für erhebliches Aufsehen gesorgt. Karine Tuil wird manchmal mit Michel Houellebecq verglichen, dessen Erzählungen ebenfalls immer dahin führen, wo es weh tut. Ihr erster Roman "Die Gierigen" wird derzeit verfilmt.

Christoph Hein erzählt in "Trutz" die Geschichte zweier Familien, die sich zwischen Russland und Deutschland abspielt. Waldemar Gejm und Rainer Trutz begegnen sich in Moskau, ihre Kinder im wiedervereinigten Deutschland. Es geht um stalinistische Säuberungen, um faschistische Gräuel, um die ganze Katastrophe jener Zeit und um das seltsam von der Vergangenheit vernebelte Glück danach. Christoph Hein beschreibt mit freundlich einfühlsamer Lakonie, wie sich historische Ereignisse in die Lebensläufe einschreiben. Der Verlag kündigt das Buch stolz als "Jahrhundertroman" an.

In Afrika ist außer der Hitze nichts sicher. Alle spielen ein doppeltes Spiel. Zwei Agenten, die sich belauern, Geheimdienste, eine Uranlieferung, Hotels, die Sicherheit vorgaukeln: Denis Johnson tut in seinem düsteren Sierra-Leone-Roman "Die lachenden Ungeheuer" alles, um dem Leser den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Trotzdem, da ist sich die Kritik sicher, ist es mehr als ein Agententhriller - da ist auch noch ein Afrika spürbar, das an das von Joseph Conrad erinnert: "Ich wünschte, ich könnte diese Stille aufzeichnen. Sie ist wie der Grund des Meeres. Ich kann den Mond hören, ich kann die Sterne hören."

Die Erzählung um zwei Planeten, von denen einer den anderen ausplündert, ist ein festes Motiv der Science-Fiction-Literatur und von "Star Wars" bis "Avatar" immer wieder auch im Kino aufgegriffen worden. In "Freie Geister" macht Ursula K. Le Guin eine Diskussion über die richtige Gesellschaftsform daraus: Sie erzählt vom Planeten Urras und seinem Mond Annaras, auf dem sich eine scheinbar ideale und herrschaftslose Gesellschaft entwickelt hat. Und sie fragt, ob die glückliche Anarchie ein stabiler Zustand sein kann. Einer der großen klassischen Science-Fiction-Romane in neuer Übersetzung.

Sonntag, 16.07. / 11.15 Uhr / Festspielsommer: styriarte 2017 ~ La Margarita - Ein barockes Rossballett
Schloss Schielleiten, Stubenberg am See, 2017
ORF

La Musica: Julla von Landsberg (Sopran)
Herkules: Flavio Ferri-Benedetti (Countertenor)
Kaiser Leopold I.: Daniel Johannsen (Tenor)
Hesperos: Jochen Kupfer (Bariton)

Ausstattung: Lilli Hartmann
Choreografie: Dorottya Borsó
Musik: Johann Heinrich Schmelzer, Antonio Cesti
Orchester: Neue Hofkapelle Graz, Trompetenconsort Innsbruck
Musikalische Leitung: Andreas Lackner, Michael Hell
Inszenierung: Thomas Höft

Höhepunkt der styriarte, dem alljährlichen Sommer-Festival für klassische und alte Musik in Graz und der Steiermark, ist 2017 "La Margarita" auf Schloss Schielleiten.

Die Opernszenen des prachtvollen barocken Rossballetts sind aus Emilio de Cavalieris „La Pellegrina“, Antonio Cestis „Il pomo d’oro“ und „Orontea“, Francesco Cavallis „Serse“ und „Il Giasone“ sowie aus Alessandro Stradellas „San Giovanni Battista“.

Kaiser und Könige sonnten sich im Glanz des Rossballetts. Hier gehen die Hohe Schule der Klassischen Dressur, die Pracht barocker Musik und die Dramatik der Oper eine perfekte Verbindung ein. Diese Kunstform wieder lebendig zu machen, tritt die styriarte mit „La Margarita“ an, einer Geschichte um den sagenhaften Helden Herkules und die verführerischen Goldenen Äpfel der Hesperiden, inspiriert von der historischen Aufführung, die Kaiser Leopold I. im Jahr 1667 zu seiner Hochzeit in Wien ausrichten ließ.

Ganz Österreich konnte das Hochkulturereignis aus der Steiermark, die "ORF Steiermark Klangwolke", am 15. Juli wieder im Radio und Fernsehen mitverfolgen. Die "styriarte"-Aufführung wurde außerdem auch zum Klangereignis im öffentlichen Raum. Public-Viewings auf öffentlichen Plätzen im gesamten österreichischen Bundesland luden zum kostenlosen Live-Kulturgenuss ein.

Sonntag, 16.07. / 18.30 Uhr / Theater: Ein Fest! Theater der Welt Hamburg
Moderation: Eric Mayer
Erstausstrahlung
3sat

Hamburg wurde 2017 zum farbenfrohen Theaterhafen: Vom 25. Mai bis zum 11. Juni eröffnete das Festival "Theater der Welt" dort seine Schleusen für Kunst von allen fünf Kontinenten.

Nur alle drei Jahre findet das internationale Theaterfestival statt, immer an einem anderen Ort. Ausrichter waren diesmal das Thalia Theater und die Kulturfabrik Kampnagel. Moderator Eric Mayer stürzte sich in das vielfältige Programm aus 330 Veranstaltungen.

Unter anderem traf er auf Künstlerinnen und Künstler aus Spanien, Australien und den USA.

Die No-Budget-Komödie "Underground Railroad Game" des New Yorker Off-Broadway-Theaters Ars Nova unter der ägyptoamerikanischen Regisseurin Taibi Magar avancierte zu einem ausverkauften Dauererfolg. Radikal-komödiantisch fühlen darin zwei Performer der amerikanischen Gesellschaft auf den Zahn.

Die australische Kompanie Chunky Move zeigte in der Nähe der Speicherstadt ihre magische Tanzperformance "An Act of Now". Gefangen in einem Glashaus bewegten sich die Tänzer, während das Publikum außen stand und die Musik nur über Kopfhörer wahrnahm.

Eines der vielen Highlights des Festivals war "Die Schöpfung" des spanischen Kunstkollektivs La Fura dels Baus, die Haydns Komposition gemeinsam mit der Elbphilharmonie und den Ludwigsburger Schlossfestspielen in ein fulminantes Bühnenspektakel verwandelten.

Redaktionshinweis: Eric Mayer besucht für "Theater: Ein Fest!" weitere europäische Festivals: Am Sonntag, 13. August, ab 18.30 Uhr geht's zur "Sommerszene Salzburg".

Sonntag, 16.07. / 02.15 Uhr / Klassik am Odeonsplatz 2017
Odeonsplatz, München
Mit Lang Lang (Klavier)
Orchester: Symphonieorchester des, Bayerischen Rundfunks
Musikalische Leitung: Manfred Honeck
ARD/BR

Weltstar Lang Lang spielt das 1. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 3sat überträgt "Klassik am Odeonsplatz" erstmals live.

Manfred Honeck feiert 2017 sein Debüt am Dirigentenpult und tritt gleichzeitig auch als Arrangeur in Erscheinung. Aus Höhepunkten von Antonín Dvoráks beliebter Oper "Rusalka" hat er eine eigene Orchestersuite zusammengestellt, die "Rusalka-Fantasie".

Außerdem wird das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit der "Suite für Varieté-Orchester" ein heftig umstrittenes Werk von Dmitri Schostakowitsch spielen. Umstritten ist es deshalb, weil es lange Zeit für ein anderes seiner Werke gehalten wurde, nämlich für die "Suite für Jazzorchester Nr. 2". Erst 1999 tauchte ein Klavier-Auszug der "Jazzsuite" auf, nachdem die Partitur im Zweiten Weltkrieg verschollen war. Seitdem ist klar: Die "Suite für Varieté-Orchester" mit dem berühmten "Walzer Nr. 2" ist ein eigenständiges Werk, auch wenn sie auf älteren CD-Covern oder als Melodie im Film "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick unter dem irrtümlichen Namen firmiert.

Pianist Lang Lang ist bereits zum vierten Mal zu Gast bei "Klassik am Odeonsplatz" - und damit Rekordhalter unter den Solisten. Die Faszination an Münchens beliebtestem Freiluftkonzert lässt ihn nicht los. "Unglaublich und unübertrefflich" sei die Atmosphäre an diesem Ort, findet er. "Wenn man das ganze Jahr über immer drinnen übt und spielt, dann ist es einfach schön, mal rauszukommen".

Sergej Rachmaninow war erst 17 Jahre alt, als er das 1. Klavierkonzert schrieb. Viele Jahre später überarbeitete er das Konzert grundlegend. Schon über die Uraufführung des Kopfsatzes durch den Komponisten selbst im Jahr 1892 schrieb ein Zeitgenosse: "Ich erinnere mich noch an jenen stürmischen Aufschwung, der den ganzen Konzertsaal aufrüttelte (...). Das so machtvoll gepackte Publikum hielt Rachmaninow in nicht nachlassender Spannung bis zum Schluss. Ungeachtet der Tatsache, dass das Konzert sein op. 1 war, präsentierte sich uns ein Künstler von höchster Originalität."

Heute ist das Konzert eher selten auf den Spielplänen zu finden. Umso größer ist die Spannung, mit der die Auseinandersetzung Lang Langs mit diesem Frühwerk erwartet wird.

Montag, 17.07. / 06.30 Uhr / Der Meisterfälscher: Wolfgang Beltracchi porträtiert Otto Waalkes
Film von Christoph Müller
(Erstsendung: 27.02.2016)
SRF

Otto Waalkes wollte Maler werden und studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Er wurde dann aber Musiker und Komiker, so etwas wie das Urgestein der neuen deutschen Komik.

Wolfgang Beltracchi hatte keine abgeschlossene akademische Ausbildung und übertrumpfte doch alle. Zwei Tage lang sitzt Otto Waalkes dem Fälscher Modell. Der porträtiert ihn im Stile von Anthonis van Dyck und probiert sich dabei in der Schnellmalerei.


Beltracchi ist der raffinierteste Kunstfälscher der jüngeren Geschichte. 35 Jahre lang setzt er sein Talent ein, um Bilder in der Handschrift anderer Maler zu malen. Über 300 Bilder schleust er so in den Kunstmarkt. Bis er 2010 auffliegt und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wird. Nach getaner Buße Anfang 2015 zeigt der Meisterfälscher wieder, was er kann.

Die 3sat-Serie ist eine Mischung zwischen Kulturprogramm und Talk-Show. Otto Waalkes erzählt dem Maler aus seinen jungen Jahren in der Wohngemeinschaft der Villa Kunterbunt, wo sich der Kern der Hamburger Musik- und Komiker-Szene zusammenfand. Daneben reden die beiden gerne über verschiedene Arten zu malen.

Er könne jeden beliebigen Stil imitieren, behauptet Beltracchi von sich. Und dies versucht er nun zu beweisen, indem er Otto im Stile Anthonis van Dycks porträtiert. Ein gewagtes Unterfangen in derart kurzer Zeit!

Montag, 17.07. / 19.30 Uhr / Der Meisterfälscher: Wolfgang Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger
Film von Roland Huber
(Erstsendung: 18.02.2017)
SRF

Er ist der raffinierteste Kunstfälscher der jüngeren Geschichte: Wolfgang Beltracchi. 35 Jahre lang setzt er sein Talent ein, um Bilder in der Handschrift anderer Maler zu malen.

Über 300 Bilder schleust er so in den Kunstmarkt. Bis er 2010 auffliegt und für Jahre ins Gefängnis muss. Jetzt ist der König der Fälscher wieder frei und zeigt, was er kann: Beltracchi porträtiert Barbara Schöneberger im Stil von Gustav Klimt, der mit Gold malte.

Barbara Schöneberger, das ist doch die aus dem Fernsehen! Die aus der Werbung! Die mit dem eigenen Frauenmagazin! 95 Prozent aller Deutschen kennen Babsi. Beltracchi gehört zu denen, die sie nicht kennen. Aber er kokettiert ja auch damit, nicht zu wissen, wer die deutsche Kanzlerin ist.

Mit Barbara Schöneberger verbindet das Publikum Attribute wie fröhlich, witzig und locker. Ihr Job ist es, Pausen und Peinlichkeiten einfach wegzumoderieren. "Die anderen sollen glänzen", lautet ihr Geschäftsgeheimnis. Diesmal bringt Wolfgang Beltracchi Barbara Schöneberger zum Glänzen. Der Meister malt sie im Stil von Gustav Klimt. Mit richtigem Blattgold.

Maler und Modell kommen sich während der zwei Tage Modellsitzen näher, sie verraten sich Wünsche und Hoffnungen. Eine Gelegenheit für ausführliche Gespräche, in denen es nicht zuletzt um die Körperlichkeit geht. Gespräche, die um das Aussehen kreisen. Und beim Maler um die Frage, ob er den berühmten Busen der Barbara Schöneberger nackt malen darf. Der eigentlich scheue Beltracchi löst das auf meisterhafte Weise.

Dienstag, 18.07. / 19.30 Uhr / Der Meisterfälscher: Wolfgang Beltracchi porträtiert Reinhold Messner
Film von Roland Huber
(Erstsendung: 18.02.2017)
SRF

Beltracchi porträtiert den Bergsteiger Reinhold Messner im Stil von Ferdinand Hodler, dem Maler der Berge. Maler und Modell könnten nicht unterschiedlicher sein und haben doch einiges gemeinsam.

Hier kommen sich zwei Extremisten näher: Der Extrembergsteiger, der alle Achttausender der Welt ohne Sauerstoff bestiegen hat, und der Extremkünstler, der alle Maler der Moderne gefälscht hat. Auf Messners Schloss in Bozen sitzen sie sich zwei Tage lang gegenüber.

Während der Porträtsitzungen von Meisterfälscher Beltracchi und Bergsteiger Messner kommen sich über die Kunst zwei bislang fremde Welten näher. Zu Ferdinand Hodler, der mit kräftigen Farben porträtierte, hat Reinhold Messner eine große Liebe. Besonders zur dessen Blau, mit dem der Schweizer Künstler die Berge malte.

Wolfgang Beltracchi, der ewige Hippie - Reinhold Messner, der disziplinierte Alpinist. Der Maler provoziert auch gerne. "Sinnlos diese Kraxlerei auf all diese Berge", schleudert er Messner an den zu porträtierenden Kopf. Der reagiert mit buddhistischer Gelassenheit: "Sinnlos nicht - nutzlos allenfalls, darüber sollten wir uns jetzt unterhalten".

So etwas passiert Beltracchi selten. Jetzt muss er sich fragen, welchen Sinn seine Malerei hat. Denn Beltracchi ist einsam. Sein halbes Leben ist er in die Haut von großen Malern geschlüpft, aber nie durfte er die Meisterwerke als seine eigenen feiern lassen.

Mittwoch, 19.07. / 10.15 Uhr / Festspielsommer - Live aus Bregenz: Eröffnung Bregenzer Festspiele 2017
Aus dem Großen Saal, Festspielhaus
Regie: Joachim Mark
Moderation: Martina Köberle
ORF/3sat

Die diesjährige Bregenzer Festspiel-Saison wird am 19. Juli vom österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen offiziell eröffnet und von 3sat live übertragen.

Zu hören und sehen sind kleine Kostproben aus den Produktionen dieses Sommers: Georges Bizets "Carmen" wird auf der Seebühne gezeigt, Gioachino Rossinis "Moses in Ägypten" im Festspielhaus, Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" im Opernstudio am Kornmarkt.

Einen kleinen Vorgeschmack bietet auch das niederländische Theaterkollektiv "Hotel Modern", das mit fingergroßen Puppen arbeitet.

Zur Eröffnung werden rund 2000 Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft erwartet. Vor und nach dem offiziellen Eröffnungsakt zeigt 3sat Ausschnitte aus den Festspielproduktionen. Moderatorin Martina Köberle interviewt prominente Künstler aus "Carmen", "Moses in Ägypten" und "Figaro" sowie die Regisseure Kasper Holten ("Carmen") und Lotte de Beer ("Moses in Ägypten").

Mittwoch, 19.07. / 19.30 Uhr / Der Meisterfälscher: Wolfgang Beltracchi porträtiert Mario Gomez
Film von Roland Huber
(Erstsendung: 25.02.2017)
SRF

Wolfgang Beltracchi, der raffinierteste Kunstfälscher der jüngeren Geschichte, porträtiert den Fußballstar Mario Gomez im Stil von Vincent van Gogh.

Der Maler und sein Modell steigen hinab in die Katakomben der Wolfsburger VW-Arena. Dort hat Wolfgang Beltracchi für zwei Tage sein Atelier eingerichtet. Ein Heimspiel für Mario Gomez, der seit dieser Saison für den VfL Wolfsburg spielt.

Mario Gomez will von Beltracchi wissen, wie er es schaffte, so lange die ganze Kunstwelt an der Nase herumzuführen. Und was er gemacht habe, dass die gefälschten Bilder das nötige Alter erhalten haben. Beltracchi der Meister - Gomez der Weltmeister. Im "People with Money"-Magazin ist Gomez ganz oben auf der Liste der bestbezahlten Fußballer. 145 Millionen Dollar Vermögen soll er besitzen. Der Künstler van Gogh hat kein einziges Bild zu Geld machen können. Beltracchi musste nach seiner Zeit im Gefängnis auch wieder ganz unten anfangen.

Mit dem Meisterfälscher machen wir einen Ausflug an die Art Basel. Dort darf Beltracchi allerdings nicht hinein. Er wird von der etablierten Kunstwelt geächtet, denn zu lange hat er diese Welt an der Nase herumgeführt. Aber gleich neben den heiligen Hallen hat sein Galerist eine Beltracchi-Ausstellung eingerichtet. Die richtigen Beltracchis gehen weg wie frische Semmeln. Und die Preise konnte der Galerist gerade eben verdoppeln. Es scheint, dass es für Beltracchi auch ein Leben nach dem Fälschen gibt.

Donnerstag, 20.07. / 19.30 Uhr / Der Meisterfälscher: Wolfgang Beltracchi porträtiert Marie Bäumer
Film von Roland Huber
(Erstsendung: 25.02.2017)
SRF

Der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi malte 35 Jahre lang Bilder in der Handschrift anderer Künstler. In dieser Folge porträtiert er Schauspielerin Marie Bäumer im Stil von Pablo Picasso.

Während der Sitzungen zwischen Meisterfälscher und Darstellerin kommen sich Maler und Modell näher. Wolfgang Beltracchi, der ewige Hippie, und Marie Bäumer, die Romy-Schneider-Preisträgerin, haben dieselbe Liebe zur Kunst von Pablo Picasso.

Marie Bäumer wünscht sich, im Stil von Picassos Meisterwerk aus der blauen Periode gemalt zu werden.

Beltracchi malte schon als 13-Jähriger seinen ersten Picasso. Wann er den letzten gemalt hat, darüber schweigt der Fälscher. Bei seiner Verhaftung vor ein paar Jahren sind ja nur wenige seiner 300 Fälschungen entdeckt worden. Wie viele es wirklich sind und wo sie sich heute befinden, bleibt das Geheimnis des genialen Kopisten.

Marie Bäumer sitzt dem Maler zwei Tage Modell. Auge in Auge. Und wie die Farben des Regenbogens auf der Palette, liegt das ganze Spektrum zwischen Demut und Eitelkeit in der Luft. Die schöne Schauspielerin verhüllt derweil ihre weiblichen Reize, kleidet sich in einen schmucklosen Overall und will androgyn dargestellt werden. Für Beltracchi eine Herausforderung - nicht nur als Maler, mehr noch als Mann.

Während der Meisterfälscher der Frage nachgeht, welches Blau er für dieses Bild mischen muss, fragen sich die geneigten Kunstfreunde, warum um Himmels Willen Marie Bäumer so streng und ohne Rundungen in die Kunstgeschichte eingehen muss? Und sei es nur als Fälschung.

Freitag, 21.07. / 19.30 Uhr / Der Meisterfälscher: Wolfgang Beltracchi porträtiert Ina Müller
Film von Roland Huber
(Erstsendung: 04.03.2017)
SRF

Meisterfälscher Wolgang Beltracchi porträtiert in der fünfteiligen Dokumentationsreihe Prominente im Stil alter und moderner Meister. Im letzten Teil malt er Ina Müller im Stil von Matisse.

Ihre TV-Sendung "Inas Nacht" hat Kult-Status: Ina Müller wirbelt stets laut, lustig und mit losem Mundwerk durch die kleine Hamburger Hafenkneipe auf dem Kiez. Ihre Karriere begann sie als Kabarettistin und Sängerin, inzwischen ist sie auch Autorin und Moderatorin.

Beim Porträt-Sitzen bei Wolfgang Beltracchi trifft Kunst auf Kabarett, Pinsel auf Pils.

Samstag, 22.07. / 19.30 Uhr / Bauerfeind assistiert ... Sibylle Berg
Moderation: Katrin Bauerfeind
(Erstsendung: 14.01.2015)
3sat

Katrin Bauerfeind, TV-Moderatorin mit Internet-Wurzeln, assistiert als persönliche Begleiterin prominenten Menschen bei ihrer Arbeit, diesmal der Schriftstellerin Sibylle Berg.

Sibylle Berg führt erstmals Regie bei einem ihrer eigenen Stücke: "How to Sell a Murder House" am Zürcher Theater am Neumarkt. Und weil bei der Probe eine Schauspielerin ausfällt, kommt die Assistentin für einen Tag durchaus gelegen.

Aufwendige Kostümproben, tänzerische Einlagen, Monologe auf Schweizerdeutsch - am Ende stakst Katrin Bauerfeind sogar als Waldrapp verkleidet durch die Limmat. Die Assistentin gibt wie immer alles – für ihre Chefin und für die Kunst.

Samstag, 22.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Petite Messe solennelle - Ballett am Rhein tanzt Rossini
Opernhaus Düsseldorf, Juni 2017

Petite Messe solennelle von Gioacchino Rossini (Fassung 1864) für Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Klaviere, Harmonium und gemischten Chor

Mit Morenike Fadayomi (Sopran), Katarzyna Kuncio (Alt), Corby Welch (Tenor), Günes Gürle (Bass), Dagmar Thelen und Wolfgang Wiechert (Klavier) und Patrick Francis Chestnut (Harmonium)

Bühnenbild: Florian Etti
Kostüme: Florian Etti
Choreografie: Martin Schläpfer
Chor: Deutsche Oper am Rhein
Musikalische Leitung: Axel Kober
Erstausstrahlung
3sat

In Bewegung bleiben, Stillstand vermeiden – mit diesem Credo bringt Choreograf Martin Schläpfer mit jeder neuen Premiere frischen Wind in die Tanzlandschaft.

Sein Ballett am Rhein zählt zu den angesagtesten Ensembles weltweit. Für den Sommer 2017 kreiert Schläpfer ein Tanzstück auf Musik von Rossini: die Petite Messe solennelle. 1864 schrieb Rossini dieses Alterswerk und stellte ihm das Understatement "klein" voran.

Dass man von einem Unterhaltungsprofi und Bonvivant wie Rossini keine reine Sakralmusik erwarten darf, ist klar. Tatsächlich ist die Petite Messe solennelle ein Werk von unglaublicher Intensität, eine Komposition, die zutiefst Religiöses, mondäne Tanzmusik-Anklänge, Tiefgründigkeit, Opernhaftes und pure Lebenslust südlichen Couleurs miteinander verbindet.

Damit spiegelt dieses Werk - das sich vom traditionellen Charakter der Messe distanziert - auch die verwirrende Vielschichtigkeit von Glaubensfragen im 19. Jahrhundert, mit der sich Rossini auseinandergesetzt hat.

Martin Schläpfer nutzt die Komplexität der Messe als assoziatives Sprungbrett für eine Choreografie der Gegensätze, die unter die Haut geht. Über eine "Vertanzung" der kleinen Messe denkt Martin Schläpfer schon lange nach. "Das Werk ist voller Gefahren, aber auch von einer solchen Schönheit, dass es einen einfach mitnimmt", so Martin Schläpfer. "Es ist geistliche Hausmusik, zu der man beten und gläubig sein, aber auch Kuchen, Brot und wohlriechende Würste essen, flirten und sich unterhalten darf."

Seine Umsetzung des sakralen Werks mit seinem 45-köpfigen Ballettensemble bildet daher neben zutiefst Menschlichem, Lebensfreude, Komödiantisches, Poesie und die menschliche Existenz in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und Farbigkeit ab. Schließlich zeichnen das Hinterfragen und die Sensibilität für die großen Themen unserer Zeit Schläpfer-Ballette aus.

Neben zahlreichen Preisen wurde Martin Schläpfer in der "Süddeutschen Zeitung" für seine "irrwitzige Fantasie" zum Choreografen des Jahres 2016 nominiert. "Martin Schläpfer - einer der sich nicht wiederholt, der fragt und bohrt" schrieb Manuel Brug in der "Welt" über den gebürtigen Schweizer.

Florian Etti, der unter anderem Schläpfers Erfolgsballett "Ein deutsches Requiem" ausstattete, entwirft die Kostüme und das Bühnenbild für "Petite Messe solennelle". Grundlegendes Element ist eine Art "Bogenkirche", in der weltliche und sakrale Architektur, Außen und Innen, Offenheit und Geschlossenheit verschmelzen und die Schläpfers Spiel mit den verschiedenen Realitäten und Ebenen in einer eigenen Bühnenwelt konzeptionell widerspiegelt.

Samstag, 22.07. / 21.50 Uhr / Festspielsommer: Sommernachtsgala Grafenegg 2017

Mit den Solisten Aida Garifullina, Dmitri Hvorostovsky und Khatia Buniatishvili

Orchester: Tonkünstler-Orchester, Niederösterreich
Musikalische Leitung: Yutaka Sado
ORF

Gäste der Sommernachtsgala Grafenegg 2017 sind die russische Sopranisitin Aida Garifullina, der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky und die georgische Starpianistin Khatia Buniatishvili.

Natürlich ist die Gala auch in diesem Jahr Chefsache für Yutaka Sado, der seit Herbst 2015 das Amt des Chefdirigenten inne hat, und das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich.

Die Sommernachtsgala in Grafenegg ist als Auftakt des sommerlichen Musikreigens binnen weniger Jahre zum Inbegriff der festlichen Lebensfreude geworden. Sie ist der glanzvolle Höhepunkt der Saison: Die Sommernachtsgala am Wolkenturm mit internationalen Stars unter freiem Himmel.

Sonntag, 23.07. / 10.30 Uhr / Liederabend Juan Diego Flórez & Vincenzo Scalera
Salzburger Festspiele 2015

Mit Juan Diego Flórez (Tenor) und Vincenzo Scalera (Klavier)

Programm:
- Ruggero Leoncavallo ("Aprile", "Vieni, amor mio", "Mattinata")
- Francesco Paolo Tosti ("Malìa", "L'alba separa dalla  luce l'ombra", "Marechiare")
- Gioachino Rossini ("Intesi, ah tutto intesi ... Tu seconda", Rezitativ und Arie des Don Narciso aus der Oper  "Il Turco in Italia")
- Gaetano Donizetti ("Partir deggio ... T'amo qual s'ama", Rezitativ und Arie des Gennaro aus der Oper "Lucrezia Borgia")
- Henri Duparc ("Chanson triste", "Phidylé", "L'invitation au voyage", "Le Manoir de Rosemonde")
- Charles Gounod ("Salut, demeure chaste et pure", Arie des Faust aus der Oper "Faust")

ORF

Sie sind ein außergewöhnliches Duett der Klassik: der peruanisch-österreichische Startenor Juan Diego Flórez und der italienisch-amerikanische Pianist Vincenzo Scalera.

3sat zeigt den umjubelten Liederabend, den die beiden bei den Salzburger Festspielen 2015 im Großen Festspielhaus gaben. Auf dem Programm standen Stücke von Leoncavallo, Duparc, Donizetti, Gounod und Rossini. Ein Musikgenuss der Extraklasse.

Juan Diego Flórez hat es – als derzeit führender Vertreter der ebenso seltenen wie schwierigen Stimmlage "Tenore di Grazia" – bereits an die bedeutendsten Bühnen der Welt geschafft, und der Klaviervirtuose Vincenzo Scalera begleitete schon so grandiose Stimmen wie José Carreras, Montserrat Caballé, Andrea Bocelli und Raina Kabaivanska.

Sonntag, 23.07. / 12.00 Uhr / Die Nibelungen - Zwischen Seminarraum und großer Bühne
Film von Ina Fister
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Die Nibelungen sind ein deutscher Mythos, der das Selbstbild der Deutschen prägt wie kaum ein anderer. Der Film folgt zwei zeitgenössischen Nibelungen-Adaptionen.

Thomas Schadt, der Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg, und eine Gruppe von Studierenden der Ludwigsburger Kreativschulen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Nibelungen für die Wormser Festspiele 2015 ein weiteres Mal in die Gegenwart zu transportieren.

Für Thomas Schadt hing die Messlatte hoch: Nach 13 Jahren Festspielleitung unter Dieter Wedel sollte ein frischer Wind in die Wormser Festspieltradition gebracht werden. Mit Intendant Nico Hofmann und dem Erfolgsautor Albert Ostermaier übernahm er in einem Fünfjahresvertrag die künstlerische Leitung der Nibelungenfestspiele. Zur Eröffnung der neuen Ära 2015 führte Schadt selbst Regie bei der großen Inszenierung vor dem Wormser Dom. Gespielt wurde das Stück "Gemetzel". Die Dokumentation "Die Nibelungen - Zwischen Seminarraum und großer Bühne" begleitet Thomas Schadt hinter der Bühne, bei Proben und Presseterminen bis hin zur Premiere und ermöglicht einen Blick in das Innenleben des rheinland-pfälzischen Festspielbetriebs.

Parallel dazu begleitet der Film die Studierenden der Ludwigsburger Theater- und Filmakademie Annika Schäfer, Wilke Weermann, Lara Scherpinski und Paula Schwabe, die im Rahmen eines interdisziplinären Adaptionen-Seminars unter der Leitung von Film- und Theaterregisseur Andres Veiel ihre eigenen Nibelungen-Adaptionen entwickelten. Die Studierenden wurden von Thomas Schadt eingeladen, ihr Stück im Rahmenprogramm der Nibelungenfestspiele zu präsentieren. Der Film zeigt die Studierenden beim Tüfteln und Ausprobieren, bei kleinen Krisen und Erfolgen, beim Entwickeln von Visionen auf der heimischen Terrasse bis zu dem großen Tag der Premiere in Worms. Dabei gibt der Film der Dynamik Raum, die der kreative Schaffensprozess mit sich bringt.

Während die Studierenden in Ludwigsburg mit ihren Low-Budget-Produktionen von ihrem kreativen Freiraum profitieren, gerät Thomas Schadt in Worms immer stärker unter den Druck der Öffentlichkeit. In offenen situativen Interviews spricht er über seine Visionen und Ängste, die er mit dem Mammut-Projekt vor dem Wormser Dom verbindet. Werden Thomas Schadt und die Studierenden es schaffen, das Publikum bei der Premiere mit ihren Neu-Interpretationen zu erreichen?

Sonntag, 23.07. / 18.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Kunstmuseum Basel
(Erstsendung: 30.10.2016)
ARD/SWR

Das Kunstmuseum Basel zählt zur Weltspitze der Museen und hat nun noch mehr Platz für die Kunst. Im April 2016 wurde der Neubau für Sonderausstellungen eingeweiht.

Markus Brock besucht Alt- und Neubau und begrüßt als Gast den Musiker Balthasar Streiff. Der Basler ist nicht nur ausgebildeter Jazztrompeter, er hat auch Bildhauerei studiert.

Mit eigens gebauten Instrumenten wie einem verknoteten Alphorn oder dem "Wippkordeon" schafft er ungewöhnliche Klänge zwischen Avantgarde und Tradition und ist damit international erfolgreich.

Auf eine lange Tradition blickt auch das Kunstmuseum Basel zurück. Die herausragende Sammlung reicht vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Hans Holbein dem Jüngeren über Paul Cézanne bis Rosemarie Trockel. Auf drei Häuser verteilt sich heute die Fülle der Meisterwerke: das Haupthaus von 1936, das Museum für Gegenwartskunst am Rheinufer und den neu eröffneten Erweiterungsbau. Die hermetische Architektur, in der Carrara-Marmor, Kratzputz und Stahl aufeinandertreffen, wird kontrovers diskutiert. Die einen bezeichnen den beinahe fensterlosen Bau als "kraftvoll", drie anderen als "luxuriöse Grabkammer". Aber wie soll ein Kunstmuseum heute überhaupt aussehen? Markus Brock fragt nach.

Die Basler Architekten Christoph Gantenbein und Emanuel Christ hatten ganz klare Vorstellungen. Sie wollten bewusst kein gläsernes Museum. Auch auf flexible Wände haben sie verzichtet. Aber taugt die statische Raumfolge für ein zeitgemäßes Museum? Den Praxis-Test macht Markus Brock in der aktuellen Ausstellung "Der figurative Pollock". Sie zeigt weltweit zum ersten Mal das figurative Werk von Jackson Pollock. Berühmt ist der Amerikaner vor allem für seine abstrakten Gemälde. Markus Brock spricht mit Kuratorin Nina Zimmer über Pollocks wenig bekannte Seite.

Seit Anfang September 2016 hat das Kunstmuseum Basel einen neuen Direktor: Josef Helfenstein. "Ein Museum ist ein Organismus, keine Maschine", sagt er. "Echte kuratorische Arbeit bedeutet für mich, die Besucher zu verzaubern." Viele Jahre war der Kunsthistoriker und gebürtige Luzerner als Museumsleiter in Houston, Texas tätig. Markus Brock spricht mit ihm über seine Ideen und Zukunftsvisionen.

Sonntag, 23.07. / 19.00 Uhr / Festspielsommer live: Mozart-Requiem
Von den Salzburger Festspielen 2017

Mit Teodor Currentzis und MusicAeterna

Mit Anna Prohaska (Sopran), Katharina Magiera (Alt), Mauro Peter (Tenor) und Tareq Nazmi (Bass)
Musikalische Leitung: Teodor Currentzis

3sat


Teodor Currentzis, der griechische Dirigent mit russischem Pass, ist mit seinem Orchester "MusicAeterna" zu Gast bei den Salzburger Festspielen 2017.

In der Felsenreitschule in Salzburg bringt er Mozarts Requiem zur Aufführung. Die Einspielung mit ihrer packenden Dramatik und gesanglichen Perfektion hat weltweit größte Beachtung gefunden.

Currentzis gründete "MusicAeterna" in seiner Zeit als Generalmusikdirektor im sibirischen Nowosibirsk. Heute sind der Dirigent und sein Orchester 1100 Kilometer nordöstlich von Moskau zuhause: In Perm, Europas östlichster Millionenstadt, dem „Tor zum Ural“, ist Currentzis seit 2011 Musikalischer Leiter des Staatsopernhauses.

„MusicAeterna“ verwendet historische Instrumente und ermöglicht es dem leidenschaftlichen Visionär Currentzis, bekannt geglaubter Musik ein völlig neues Leben einzuhauchen. Die musikalische Arbeit mit seinem Ensemble legt er nicht darauf an, Meisterwerke der Musik mit seiner persönlichen Handschrift zu versehen. Vielmehr sucht er gemeinsam mit seinem Ensemble nach gänzlich neuen interpretatorischen Ansätzen.

„Die unbekanntesten Dinge in unserem Leben sind die, von denen wir glauben, sie komplett zu kennen“ sagt Teodor Currentzis. Das frenetische Arbeiten an einem neuen Verständnis gängiger Werke und nach neuen interpretatorischen Lösungen hat dem 44-Jährigen den Ruf eines Proben-Maniacs und Besessenen eingebracht: Tagelanges Feilen an einem einzigen Takt ist für ihn keine Ausnahme. Das Ergebnis spricht immer wieder für sich.

Montag, 24.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
(Erstsendung: 23.04.2017)
ARD/SWR

Markus Brock besucht die Sonderausstellung "100 Gründe rot zu werden" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, das zu den spannendsten Wissenschaftsmuseen Europas zählt.

Außerdem erkundet er in der Dauerausstellung das "Abenteuer Mensch" in all seinen Facetten von der Geburt bis zum Tod. Begleitet wird er von der vielfach preisgekrönten Sängerin und Kabarettistin Anna Mateur.

Welche Rolle spielt Schamgefühl heute? Und haben wir in Zeiten, in denen viele Menschen in sozialen Medien alles über sich preisgeben oder hemmungslos pöbeln und mobben, überhaupt noch Schamgefühl? Dieser Frage geht Markus Brock im Hygiene-Museum nach.

Auch die Dresdnerin Anna Mateur befasst sich in ihren Liedern und Bühnenshows mit der Schamlosigkeit der Nabelschau im Netz und nimmt diese ironisch auf die Schippe. Und sie karikiert in ihrem selbstgezeichneten Buch "WehWehchen-Atlas" (2015) den allgegenwärtigen Schönheits- und Selbstoptimierungswahn.

Um "Schönheit, Haut und Haar" geht es auch in einem der sieben Themenräume in der Dauerausstellung des Museums. Wie hat sich das Schönheitsideal im Laufe der Geschichte verändert, und wie pflegte man sein Äußeres früher? Das zeigen unter anderem kosmetikhistorische Exponate der Firma Schwarzkopf. Sie sind Teil der rund 50 000 Objekte umfassenden Sammlung des Museums, zu der auch ein einzigartiges Wachsfigurenkabinett aus dem 19. Jahrhundert zählt, detailgetreue anatomische Modelle des Menschen - "Körperwelten" anno dazumal.

Im eigens konzipierten Kindermuseum kann auch der Nachwuchs spielerisch auf eine Erlebnisreise zum eigenen Körper gehen. Im Zentrum stehen die fünf Sinne: Hören, Sehen, Fühlen, Riechen und Schmecken.

Wie Kinder sprechen lernen, erfährt Markus Brock in einer weiteren Sonderausstellung, die sich der Sprache, den Worten und Gesten widmet. Ob gesprochen, geschrieben oder gebärdet, Sprache ist grundlegend für das menschliche Miteinander. Aber wie stellt man Sprache aus? Welchen Einfluss hat das Thema Migration auf die Sprache? Und wie viele Sprachen kann ein Mensch erlernen? Die interaktive Schau vereint Wissenschaft und Kunst, Texte von Erich Kästner und Stefan Zweig ebenso wie Werke von Kurt Schwitters und Bill Viola. Auch hier ist Anfassen und Mitmachen ausdrücklich erwünscht. So kann der Besucher seine eigene Stimme aufnehmen und selbst Teil der Ausstellung werden.

Markus Brock macht den Selbstversuch und zieht sein Fazit zum Deutschen Hygiene-Museum Dresden, dessen antiquiert klingender Name historisch begründet ist: Initiator des Museums war der Odol-Fabrikant Karl August Lingner, ein Pionier in Sachen Gesundheit und Hygiene Anfang des 20. Jahrhunderts.

Montag, 24.07. / 02.20 Uhr / Muse: Live at Rome
Stadio Olimpico, Rom, Italien, 2013
Regie: Matt Askem
3sat

Muse gilt als eine der innovativsten Rockbands aller Zeiten. Seit fast 20 Jahren stehen Muse für eine Mischung aus progressivem Rock und Elementen der klassischen Musik.

Am 6. Juli 2013 spielen Muse im Rahmen ihrer "Unsustainable"-Tour im ausverkauften Stadio Olimpici in Rom vor über 60 000 Fans. 3sat präsentiert das Konzert, das durch seine atemberaubende Show für Gänsehaut sorgte.

Im Mittelpunkt des Trios steht der Sänger, Gitarrist und Pianist Matthew Bellamy. Bellamys Stimme hielt man in den Etagen der Plattenfirmen zunächst nicht für radiotauglich. Mittlerweile gelten Muse als eine der innovativsten Rockbands aller Zeiten. Sie haben 15 Millionen Alben verkauft, fünf MTV Europe Awards, zwei BRIT Awards, acht NME Awards, fünf Q Awards, vier Kerrang Awards und den Grammy 2011 gewonnen.

2012 veröffentlicht die Band ihr sechstes Studioalbum "The 2nd Law" mit dem Song "Survival", der es gleich zum offiziellen Song der Olympischen Sommerspiele schafft. Auch hier pendelt die Gruppe zwischen Oper und Filmmusik, zwischen Grunge und Metal.

Montag, 24.07. / 03.20 Uhr / Depeche Mode: Live in Berlin
O2 World, Berlin, Deutschland, 2013
Regie: Anton Corbijn
3sat

Im November 2013 präsentieren Depeche Mode die Songs ihres 13. Studioalbums "Delta Machine" und natürlich ihre großen Hits an zwei Abenden in der ausverkauften Berliner O2-World-Arena.

In eng geschnittenen Glitzerwesten zeigen sich die beiden Kreativköpfe Dave Gahan und Martin Gore als sehnige "Fiftysomethings", die sichtlich Spaß daran haben, ihre eingeschworene Fangemeinde zu immer neuen Jubelstürmen zu bewegen.

Während Martin Gore gewohnt bescheiden im Hintergrund wirkt, gibt Dave Gahan lust- und kunstvoll den expressiven Entertainer.

Montag, 24.07. / 04.35 Uhr / Simple Minds: Celebrate
SSE Hydro Glasgow, Schottland, 2013
Regie: Matt Askem
3sat

Die 1978 in Glasgow gegründete Band Simple Minds leistete mit ihren ersten Alben von 1979 bis 1982 einen entscheidenden Beitrag zum britischen Post-Punk und Wave.

Wer sie auf ihre Hits "Don't You" und "Alive and Kicking" reduziert, tut ihnen Unrecht. Sie inspirierten unter anderen Bands wie Ultravox und Depeche Mode. 1989 sind Simple Minds mit ihrem Album "Street Fighting Years" auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Mit der Verbindung von Popmusik und politischen Texten schaffen sie ihren eigenen Stil. Die Single "Belfast Child" wird Nummer eins der britischen Hitparade. 24 Jahre später ist die neuerbaute SSE Hydro in Glasgow der Schauplatz ihres Konzertfilms vor 13 000 begeisterten Fans. Sänger Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill, die beiden Schulfreunde aus der Urbesetzung, präsentieren zusammen mit ihrer Band die größten Hits ihrer 36-jährigen Karriere. Dabei dürfen Songs wie "Waterfront", "Mandela Day", "Don't You" und "Alive and Kicking" nicht fehlen. 3sat präsentiert das Konzert der Simple Minds aus dem Jahr 2013.

Dienstag, 25.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig
(Erstsendung: 12.03.2017)
ARD/SWR

Markus Brock checkt diesmal den "Louvre des Nordens", das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig. Bei seinem Streifzug wird er von Peter Prange begleitet.

Nach siebenjährigem "Dornröschenschlaf" öffnete das Museum im Oktober 2016 wieder seine Pforten. Das Universalmuseum beherbergt Kunst verschiedener Gattungen aus drei Jahrtausenden.

Wie der Louvre - wenn auch in geringerer Zahl - kann es mit den ganz großen Meistern aufwarten: Rubens, van Dyck, Tintoretto, Veronese, Picasso. Es beherbergt einmalige Schätze wie Vermeers "Mädchen mit dem Weinglas" oder Giorgiones "Selbstporträt als David".

Der Historiker und Bestsellerautor Peter Prange verarbeitet in seinen Romanen bevorzugt historische Stoffe. In "Die Principessa" (2003), das im barocken Rom spielt, sind die Künstler Bernini und Borromini die Hauptfiguren.

Mittwoch, 26.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Skulptur Projekte Münster
(Erstsendung: 18.06.2017)
ARD/SWR

Alle zehn Jahre blickt die Kunstwelt nach Münster zur Ausstellung "Skulptur Projekte": Auch ab 10. Juni 2017 verwandelt sich die Stadt wieder 114 Tage lang in einen öffentlichen Kunstraum.

Veranstalter ist das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Markus Brock besucht das Museum und geht in Münster auf Skulpturen-Entdeckungstour. Begleitet wird er von der Schauspielerin Friederike Kempter.

Das 1908 am historischen Domplatz eröffnete LWL-Museum für Kunst und Kultur erhielt 2014 einen postmodernen Neubau mit einem lichtdurchfluteten Foyer. 1000 Jahre Kunst, vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart, vereint die mehr als 300 000 Objekte zählende Sammlung: Grafiken, Fotografien und Kunsthandwerk. Gemälde von August Macke und Gerhard Richter gehören ebenso dazu wie Videoarbeiten von Pipilotti Rist und Nam June Paik.

Jüngst entstanden im Museum einige der neuen Werke für die "Skulptur Projekte Münster 2017". 35 Künstlerinnen und Künstler aus 19 Ländern sind dazu eingeladen. Sie suchen sich im Vorfeld einen Platz aus und realisieren ihre Ideen. Unter einer Bedingung: Das Werk ist nur auf Zeit hier, wird danach wieder abgebaut.

1977 rief der Kunstprofessor und Kurator Kasper König die "Skulptur Projekte Münster" gemeinsam mit dem Kunsthistoriker und Kurator Klaus Bußmann ins Leben. Was anfangs Kritik und Protest erntete, ist zum kulturellen Highlight avanciert. Und auch 2017 ist Kasper König als Kurator mit dabei. Markus Brock spricht mit ihm über die aktuellen Trends und fragt nach, welche Funktion die Skulptur im digitalen Zeitalter hat.

Die Themen der teilnehmenden Künstler sind vielfältig und reichen von politischen und ästhetischen Fragen bis zur Identitätssuche in unserer globalisierten Gegenwart.

Der in Bremen geborene Künstler Aram Bartholl verbindet Skulptur und Internet so aufregend, dass er weltweit zu Ausstellungen eingeladen wird. Seine Teilnahme in Münster kennzeichnet das künstlerische Profil der "Skulptur Projekte 2017", die den Begriff Skulptur und öffentlicher Raum noch einmal weiter ausloten.

Neben klassischer Bildhauerei sind Installationen und Performances zu sehen. Ein Beispiel dafür ist die Langzeit-Performance der Rumänin Alexandra Piricis zum Thema "Nationales Gedächtnis" für den Friedenssaal im historischen Rathaus. Der Westfälische Frieden gilt als erster Friedensschluss, der ohne Waffengewalt, allein durch Kommunikation zustande kam.

Zum wiederholten Mal wird auch Thomas Schütte dabei sein. Seine knallrote "Kirschensäule", die er für die "Skulptur Projekte 1987" realisierte, gehört heute zum Stadtbild von Münster.

Friederike Kempter kennt die sympathische Studentenstadt Münster ziemlich gut, und die Münsteraner kennen die Schauspielerin: Seit 2002 ermittelt sie als Nadeshda Krusenstern im Münsteraner "Tatort" an der Seite von Axel Prahl und Jan Josef Liefers. Bei ihrem neuesten Fall war die Fernsehkommissarin in eine wilde Verfolgungsjagd im LWL-Museum für Kunst und Kultur verwickelt.

Donnerstag, 27.07. / 11.00 Uhr / Festspielsommer - Live aus Salzburg: Eröffnung Salzburger Festspiele 2017
Aus der Felsenreitschule
Orchester: Mozarteum Orchester
Musikalische Leitung: Riccardo Minasi
Regie: Kurt Liewehr
Moderation: Christoph Takacs
ORF/3sat

Der Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2017 unter der Intendanz von Markus Hinterhäuser findet traditionell in der Felsenreitschule statt. Festredner ist Ferdinand von Schirach.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird die Festspiele mit 195 Aufführungen in 41 Tagen an 15 Spielstätten offiziell eröffnen. Musikalisch steht der Festakt im Zeichen von Dimitri Schostakowitsch. Riccardo Minasi dirigiert das Mozarteum Orchester.

Zum ersten Mal verantwortet Intendant Markus Hinterhäuser in diesem Jahr das Festspielprogramm. Viele Stücke widmen sich den Themen Macht und Ohnmacht.

Mit Ferdinand von Schirach holt die Festspielleitung einen bekannten Autor als Festredner nach Salzburg. Schirach, der 1964 in München geboren wurde und heute in Berlin lebt, arbeitete 20 Jahre als Strafverteidiger. Mit 45 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. Seither wurde er vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Kleist-Preis und 2014 dem Los Angeles Times Book Prize. Mit seinem Werk "Terror - Ihr Urteil" (2015) sorgte er weltweit für Schlagzeilen. Seine Erzählbände "Verbrechen" (2009) und "Schuld" (2010) sowie die Romane "Der Fall Collini" (2011) und "Tabu" (2013) wurden millionenfach verkauft. Sie erschienen bisher in mehr als 40 Ländern.

Von Schirach werde bei seiner Rede existenzielle Fragen aufwerfen und zum Denken anregen, so Intendant Hinterhäuser und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Schirach selbst plädiert für den anstrengenden und langwierigen "Ausgleich von Interessen", den nur demokratische Abläufe garantieren könnten. Der Macht müsse das Recht entgegengesetzt werden, sagt er. Die Prozessordnungen der Rechtsstaaten sind seines Erachtens eine der bedeutendsten Errungenschaften der Aufklärung.

Donnerstag, 27.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Museum der bildenden Künste, Leipzig
(Erstsendung: 20.03.2016)
ARD/SWR

Viele berühmte Künstler wurden in Leipzig geboren: etwa der zeitgenössische Maler-Star Neo Rauch, Max Beckmann und Max Klinger. Sie alle versammelt das Museum der bildenden Künste in Leipzig.

Das "Bildermuseum" wird es von den Leipzigern genannt. Hier sind aber nicht nur Gemälde aus sechs Jahrhunderten zu sehen, sondern auch eine große Anzahl an Skulpturen. Markus Brock und sein Gast, die Sopranistin Simone Kermes, "checken" das Museum.

Das Spektrum reicht von der altniederländischen Malerei über Meisterwerke der "Schule von Barbizon" bis hin zur DDR-Kunst, die lange Jahre wenig beachtet und für unbedeutend gehalten wurde. Den Grundstein für das Museum legten um 1858 Leipziger Kaufleute, Verleger und der Kunstliebhaber Maximilian Speck von Sternburg. Seitdem sind zahlreiche Sammler ihrem Beispiel gefolgt und haben das Museum mit Schenkungen und Stiftungen bedacht.

2004 erhielt das Kunsthaus, das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde, einen spektakulären Neubau: ein gläserner Kubus mit meterhohen Räumen und Panoramafenstern. Aber ist die hallenartige Architektur für die Präsentation von Kunst tatsächlich geeignet? Markus Brock spricht mit Museumsmitarbeitern und macht sich sein eigenes Bild vom "Bildermuseum".

Simone Kermes, die sich selbst süffisant ein Gesamtkunstwerk nennt, weil auch "Augenfutter" für sie wichtig ist, begleitet Markus Brock gerne beim "Augenschmaus" im Museum. Die extrovertierte Sängerin wird gern als "Crazy Queen of Baroque" tituliert und gastiert weltweit an renommierten Opernbühnen. Sie beherrscht nicht nur Opernarien und Belcanto perfekt, sondern bringt auch schon mal eine barocke Version des Abba-Hits "Gimme! Gimme! Gimme!" auf die Bühne.

Freitag, 28.07. / 19.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Kunstmuseum Stuttgart und Museum Haus Dix
(Erstsendung: 04.10.2015)
ARD/SWR

Seit seiner Eröffnung im März 2005 ist das Kunstmuseum Stuttgart ein Publikumsmagnet, auch wegen der einzigartigen Otto-Dix-Sammlung. Markus Brock "checkt" das Museum.

Als Gäste trifft Brock einen echten Dix-Fan, den Schauspieler Walter Sittler, bekannt aus der Fernsehserie "Der Kommissar und das Meer", sowie Jan Dix, den Sohn von Otto Dix, der einige Anekdoten aus dem Leben seines Vaters zu erzählen weiß.

"Würfele" nennen die Stuttgarter liebevoll das Kunstmuseum, das schon von außen durch seine minimalistische Architektur besticht. Das Museum wurde in einen stillgelegten Autotunnel gebaut und bietet mit 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche viel Platz für die Kunst. Insgesamt 15 000 Werke umfasst der Bestand. Mit rund 250 Arbeiten von Otto Dix besitzt das Kunstmuseum die wohl wichtigste Sammlung weltweit.

"Die Neue Sachlichkeit, das habe ich erfunden", meinte Otto Dix (1891 - 1969) ganz selbstbewusst. Aber stimmt das wirklich? Tatsache ist, dass der Starmaler der Weimarer Republik ein großes Gespür für seine Zeit hatte und Menschen porträtierte wie kein Zweiter. Genau das fasziniert auch den Schauspieler Walter Sittler an Dix: dass er nichts beschönigte, sondern schonungslos malte, vom Kriegskrüppel bis zur Prostituierten. Mit detektivischem Gespür entdeckt er interessante Details auf Gemälden wie etwa dem "Großstadt-Triptychon" (1927/28), einem der Hauptwerke von Otto Dix.

Neben den Ikonen von Dix versammelt das Kunstmuseum abstrakte Werke von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, darunter Gemälde von Emil Nolde bis Dieter Roth. Einer der Pioniere der Abstrakten Kunst war Willi Baumeister. Auch sein Nachlass, das Archiv Baumeister, befindet sich im Kunstmuseum Stuttgart.

Seit 2013 ist dem Kunstmuseum Stuttgart das Haus Dix in Hemmenhofen am Bodensee angegliedert. Die Zimmer des ehemaligen Wohnhauses von Otto Dix wurden authentisch restauriert, sogar im Keller findet sich Kunst: Wandmalereien von einer Faschingsparty im Jahr 1966. Bis zu seinem Tod 1969 hat Otto Dix auf der Bodensee-Halbinsel Höri gelebt, ein Großteil seines Werks ist dort entstanden. In dem heutigen Museum trifft Markus Brock auf Otto Dix' jüngsten Sohn Jan und fragt ihn: Wie war Otto Dix als Vater? Wie hat sich das Leben im Künstlerhaus abgespielt? Jan Dix weiß so manche Anekdote aus seiner Kindheit zu erzählen.

Freitag, 28.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Die Meistersinger von Nürnberg (Bayreuther Festspiele, Juli 2017)
ARD/BR/3sat
Musiktheater

Hans Sachs, Schuster: Michael Volle
Veit Pogner, Goldschmied: Günther Groissböck
Kunz Vogelgesang, Kürschner: Tansel Akzeybek
Konrad Nachtigal, Spengler: Armin Kolarczyk
Sixtus Beckmesser, Stadtschreiber: Johannes Martin Kränzle
Fritz Kothner, Bäcker: Daniel Schmutzhard
Balthasar Zorn, Zinngießer: Paul Kaufmann
Ulrich Eisslinger, Würzkrämer: Christopher Kaplan
Augustin Moser, Schneider: Stefan Heibach
Hermann Ortel, Seifensieder: Raimund Nolte
Hans Schwarz, Strumpfwirker: Andreas Hörl
Hans Foltz, Kupferschmied: Timo Riihonen
Walther von Stolzing: Klaus Florian Vogt
David, Sachsens Lehrbube: Daniel Behle
Eva, Pogners Tochter: Anne Schwanewilms
Magdalene, Evas Amme: Wiebke Lehmkuhl
Ein Nachtwächter: Karl-Heinz Lehner

Bühnenbild: Rebecca Ringst
Kostüme: Klaus Bruns
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Regie: Barrie Kosky
Erstausstrahlung

Der renommierte Opernregisseur Barrie Kosky, bekannt als großer Wagner-Skeptiker, inszeniert in Bayreuth die Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg".

3sat zeigt eine Aufzeichnung der fast fünfstündigen Aufführung von den Bayreuther Festspielen 2017.

Samstag, 29.07. / 19.45 Uhr / Sami-Künstler auf der documenta 14
Vom Polarkreis an die Weltöffentlichkeit
Film von Marion Skalski
Erstausstrahlung
3sat

400 Rentierschädel, zusammengefügt zu einem Vorhang des Protestes: Diese Installation ist das Werk der samischen Künstlerin Máret Ánne Sara auf der documenta 14 in Kassel.

Máret Ánne Sara und andere Sami-Künstler machen dort weltweit darauf aufmerksam, dass die norwegische Regierung per Dekret große Teile der samischen Rentierherden abschlachten lässt. Eine Bestandsdezimierung zwänge die Samen, ihr traditionelles Leben aufzugeben.

Dass koloniale Unterdrückung auch in Europa - noch dazu im liberalen Norwegen -stattfindet, überrascht. Umso wichtiger ist es, die internationale Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Es geht um Tradition und Identität und was wir voneinander lernen können: Migranten von Nomaden, Nordeuropäer von Südeuropäern - eine frische Brise in der politischen Debatte.

Samstag, 29.07. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: "L'Orfeo" - Oper von Claudio Monteverdi
Favola in musica in einem Prolog und fünf Akten
Aus dem Gran Teatro La Fenice, Venedig 2017
ORF/3sat

Orfeo: Krystian Adam
Mit: Hana Blazíková, Lucile Richardot, Anna Dennis, Justin Kim, Francesca Boncompagni, Gianluca Buratto, Furio Zanasi, Gareth Treseder, John Taylor Ward, Michal Czerniawski, Zachary Wilder
English Baroque Solisten

Halbszenische Aufführung
Libretto: Alessandro Striggio, dem Jüngeren
Chor: Monteverdi Chor
Orchester: Monteverdi Orchester
Musikalische Leitung: Sir John Eliot Gardiner
Regie: Elsa Rooke, Sir John Eliot Gardiner
Erstausstrahlung

Zum 450. Geburtstag des italienischen Komponisten Claudio Monteverdi geht der britische Dirigent John Eliot Gardiner mit drei Monteverdi-Opern auf Tournee, darunter auch "L'Orfeo".

Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2017 wird "L'Orfeo" am 26. Juli in gleicher Besetzung aufgeführt. In seinem ersten musikdramatischen Werk mutet Monteverdi seinem Titelhelden bittere Qualen zu, doch Orpheus wächst an der Grausamkeit seines Schmerzes.

Er verliert sich in seinem Leid, bis er am Ende zu einem tieferen Verständnis seiner selbst gelangt.

Seine Faszination von Monteverdi beschreibt Gardiner folgendermaßen: "Für mich ist Monteverdi das musikalische Gegenstück zu William Shakespeare: Er hat es als erster Komponist in der Geschichte der abendländischen Musik verstanden, die ganze Bandbreite der menschlichen Empfindungen einzufangen und darzustellen."

Samstag, 29.07. / 22.05 Uhr / Festspielsommer: Verbier Festival 2016: Daniil Trifonov
Gautier Capuçon und Leonidas Kavakos spielen Schumann, Rachmaninoff und Smetana

Mit Daniil Trifonov (Klavier), Gautier Capuçon (Cello) und Leonidas Kavakos (Violine)

Programm:
- Robert Schumann: Fantasiestücke für Piano und Cello op. 73
- Sergej Rachmaninoff: Cello-Sonate op. 19
- Bedrich Smetana: Klaviertrio g-Moll op. 15

Erstausstrahlung
SRF/3sat
Es ist ein Gipfeltreffen der Supersolisten: Daniil Trifonov (Klavier), Gautier Capuçon (Cello) und Leonidas Kavakos (Violine) spielen Schumann, Rachmaninoff und Smetana.

Jeder der drei Musiker ist ein Weltstar und absoluter Meister auf seinem Instrument. Die pure Lust am Musizieren bringt dieses Trio in Verbier zusammen. Ein Hochgenuss an Klang und Virtuosität.

Samstag, 29.07. / 23.25 Uhr / Fassbinder
Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel,
Deutschland 2015
Länge: 91 Minuten
ARD/SWR/BR/WDR/RBB

Kaum ein deutscher Filmregisseur war umstrittener, produktiver und besessener als Rainer Werner Fassbinder. Als er 1982 mit nur 37 Jahren stirbt, hat er das Theater revolutioniert.

Der Dokumentarfilm "Fassbinder" verknüpft zahlreiche autobiografische Elemente von Fassbinders Spielfilmen mit bisher unveröffentlichten Passagen aus seinem schriftstellerischen Frühwerk und Selbstzeugnissen seltener Interviews.

Keiner vor oder nach ihm hat in einer so kurzen Schaffensphase die deutsche Gesellschaft derart schmerzhaft und wahrhaft porträtiert und polarisiert. Er war Motor und Kraftzentrum seiner Generation und hat mit rasender Energie die deutsche Kulturlandschaft seiner Zeit umgepflügt. Er hat ein Gesamtwerk von 44 Filmen und Fernsehserien hinterlassen.

Mehr als 30 Jahre nach seinem Tod gewährt der Dokumentarfilm "Fassbinder" einen neuen Blick auf die zerstörerischen und die unbekannten, sensiblen Seiten des Regisseurs. Um dem Phänomen Fassbinder nahezu kommen, liegt ein Augenmerk auf seinen ersten künstlerischen Ambitionen als Internatsschüler, den Zeiten der Unruhe und des Aufbruchs, bevor die skandalöse Lebensweise zu einem ebenso skandalösen Tod führte.

Fassbinder sagt in einer seltenen Tonbandaufnahme: "Ich wusste, ich werde Filme machen, das wusste ich seit ich zwölf war. Es war nur eine Frage der Zeit". Sein Film "Liebe ist kälter als der Tod" wird wegen seiner langen Einstellungen auf der Berlinale 1969 noch ausgepfiffen. "Die Ehe der Maria Braun" erzählt von Kriegsheimkehrern und Verdrängung und wird ein Welterfolg. "Angst essen Seele auf" handelt vom Hass der Deutschen auf Ausländer. Die düstere Geschichte des aufkeimenden Faschismus in dem Roman "Berlin Alexanderplatz" lässt Fassbinder nicht los, seit er 19 ist. Mit Mitte 30 macht er daraus die bis dahin teuerste deutsche Fernsehserie. Sein vorletzter Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" beschreibt gleichzeitig seinen eigenen beginnenden Absturz und gewinnt 1982 den langersehnten Goldenen Bären.

Wie Fassbinder mit seinen Mitarbeitern, Schauspielern, Rivalen und Liebesabenteuern, den Machtkämpfen und seiner offen zur Schau gestellten Bisexualität umging, ist in der Begegnung mit seinen Stars zu erfahren - Hanna Schygulla, Irm Hermann und Margit Carstensen. Sie und seine Weggefährten, Freunde und Förderer wie Harry Baer, Günter Rohrbach, Thomas Schühly, Fritz Müller-Scherz und Juliane Lorenz erzählen von Ihren Erlebnissen mit Fassbinder, als sei es gestern gewesen. Hanna Schygulla: "Er hatte was Rührendes, Verletzliches und was Raubtierhaftes", Irm Herman: "In dem Moment, als gedreht wurde, war ich ihm total verfallen. Eine Intimität der Sonderklasse." Margit Carstensen: "Er hat sich mit jedem von uns so existenziell auseinandergesetzt, dass das in das eigene Leben eingriff. Er hatte seine eigene Last zu tragen, musste mit irgendetwas fertig werden."

"Fassbinder" - ein Porträt, eine Symbiose zwischen Film und Leben - lässt ahnen, woher das Enfant Terrible des neuen deutschen Films den Willen und die Kraft nahm, sich unbeirrbar durchzusetzen.

Montag, 31.07. / Uhr / 22.25 Uhr / documenta 14: Chamissos Schatten
Dokumentarfilm von Ulrike Ottinger, Deutschland 2014
Länge: 184 Minuten
Erstausstrahlung
3sat

Die Beringsee: gigantische Flächen unberührter Natur, faszinierende Kulturen unterschiedlicher Ethnien, erlebbar in einem filmischen Logbuch "Chamissos Schatten" von Ulrike Ottinger.

"Chamissos Schatten" dokumentiert die Reise der Filmemacherin nach Alaska und zu der Inselkette der Aleuten und entführt mit künstlerisch-ethnologischem Blick, angeregt von historischen Berichten berühmter Reisender, in eine andere Welt.

Ulrike Ottinger, bekannt als avantgardistische Filmemacherin, Malerin und Fotografin, führt den Zuschauer auf eine Erkundungsreise weit in den Norden, wo der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinanderstoßen. Hier finden sich spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Hier besucht Ottinger Menschen, deren Ethnien und Kulturen von einer langen Geschichte kolonialer Zwänge geprägt sind, die aber dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und hier kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.

"Was war - was ist", so bezeichnet Ulrike Ottinger die Fragestellung ihrer Reise. Die Schriften ihrer "Vorfahrer", Texte von Adelbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller und James Cook, gelesen von Hanns Zischler, Burghart Klaußner und Thomas Thieme, läsen sich wie Schauspiele einer Vergangenheit, die in der Gegenwart immer wieder aufgeführt würde, aber auch ins Repertoire des Vergessens versunken oder der unwiederbringlichen Zerstörung anheimgefallen seien, so Ottinger.

Ihr filmisches Logbuch verbindet faszinierende Naturaufnahmen, Exkurse in die Geschichte der indigenen Völker, die sie besucht, und die Erzählungen der früheren Reisenden, zu denen man die Landschaften sieht, auf die sich ihre Schilderungen beziehen.

In Adelbert von Chamissos "Peter Schlehmils wundersame Geschichte" muss Schlehmil seinen Schatten wiederfinden, er muss zur Gegenwart die Vergangenheit hinzufügen, beides gehört untrennbar zusammen.

Ulrike Ottinger, Jahrgang 1942, lebte eine Zeit lang als Malerin in München und Paris, bevor sie 1972 nach West-Berlin zog, wo sie zusammen mit der Schauspielerin und Szene-Künstlerin Tabea Blumenschein zahlreiche Filme in bizarr-surrealistischem Stil schuf, darunter "Bildnis einer Trinkerin" (1979) und "Freak Orlando" (1981).

In späteren Dokumentar- und Spielfilmproduktionen widmete sie sich ihrer Leidenschaft für fremde Kulturen und bereiste unter anderem China ("China - die Künste - der Alltag", 1985), die Mongolei ("Taiga", 1992), Osteuropa ("Südostpassage", 2002), Korea ("Die koreanische Hochzeitstruhe", 2008) und Japan ("Unter Schnee", 2011).

Sie wurde für ihre Fotografien und Filme mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und dokumentiert ihre Reisen in Ausstellungen mit Fotos, Filmen und Objekten.

"Chamissos Schatten", Ulrike Ottingers Film über ihre Reise in die Beringsee, hat insgesamt eine Dauer von zwölf Stunden. 3sat zeigt den ersten Teil des Films über Alaska und die Aleuten.

Montag, 31.07. / Uhr / 02.55 Uhr / ZZ Top: Live at Montreux
Stravinski Auditorium, Montreux, Schweiz, 2013
Regie: Romain Guélat
3sat

Beim Montreux Jazz Festival 2013 erweisen "ZZ Top" dem Festivalgründer Claude Nobs, der am 10. Januar 2013 verstarb, ihre Referenz: "Cos he keep the party goin", lässt Billy Gibbons verlauten.

On stage liefert die "Little Ol' Band from Texas" eine mitreißende Show mit den großen Hits wie "La Grange", "Sharp Dressed Man", "Gimme All Your Lovin" und viele andere mehr im gewohnt kernigen Drei-Mann-Sound und im klassischen ZZ-Top-Style.

Am 10. Februar 1970 treten "ZZ Top" erstmals in der Besetzung mit Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard öffentlich auf. "La Grange" vom 1973er Album "Tres Hombres" wird der erste Hit der Band und liefert mit seinem markanten Gitarrenriff Lernstoff für angehende Rockgitarristen weltweit. In Europa werden "ZZ Top" mit ihrem legendären Auftritt am 19. April 1980 im Rockpalast bekannt: Im Rahmen der Eurovision sendet der WDR europaweit live aus der Grugahalle in Essen und verhilft "ZZ Top" zum Durchbruch auf dem alten Kontinent.

Montag, 31.07. / Uhr / 03.40 Uhr / Roxette: Travelling the World - Roxette Live
Curitiba (Brasilien), Córdoba (Argentinien),
Santiago de Chile, 2012
Regie: Mikael Sandberg
3sat

Das schwedische Pop-Duo Roxette hat mit Hits wie "The Look" den Sound der 1980er/1990er-Jahre geprägt. Ihre "Neverending"-Welttournee führte auch nach Brasilien, Argentinien und Chile.

Ihren Erfolg verdanken Roxette einem amerikanischen Touristen, der das 1988er-Album "Look Sharp" mit "The Look" während eines Schwedenurlaubs kauft. Zurück in den USA gibt er das Album einer Radiostation. Der Song wird zur Nummer eins der Billboard Charts.

Im Herbst 2002 kollabiert Sängerin Marie Fredriksson, und die Ärzte diagnostizieren einen Gehirntumor. Trotz schlimmster Befürchtungen gewinnt sie den Kampf gegen die Krankheit und steht 2005 für einen Liveauftritt mit Per Gessle auf der Bühne des Stockholmer Cafés Opera. "Roxette" sind wieder da, nehmen 2006 neue Songs für das Greatest-Hits-Album auf und sind 2009 Stargäste der "Night of the Proms"-Konzerte.

Im Februar 2011 gehen "Roxette" auf ihre "Neverending"-Welttournee, bereisen bis September 2012 46 Länder, spielen vor 1,5 Millionen Fans und veröffentlichen die Höhepunkte der Tournee im Dezember 2013 im Rahmen ihres ersten Livealbums.

Montag, 31.07. / Uhr / 04.25 Uhr / Zucchero: La Sesión Cubana
Park of the Higher Institute of Arts, Havanna, Kuba, 2012
Regie: Cristian Biondani
3sat

Zucchero erfüllt sich mit "La Sesión Cubana" einen Traum: mit Musikern der Karibik und Südamerikas in Havanna Musik machen. 2012 gibt er ein Konzert im Park of the Higher Institute of Arts.

Eigentlich heißt er Adelmo Fornaciari. Aber er wird von allen "Zucchero" genannt, weil seine Lehrerin in der Grundschule über ihn gesagt haben soll: "Er ist süß wie Zucker". Sein bekanntester Song ist "Senza una Donna", den er 1991 mit Paul Young singt.

1983 erscheint sein erstes Album "Un po' di Zucchero", und 1989 gelingt ihm mit dem Lied "Diamante" in Erinnerung an seine Großmutter eine der emotionalsten Kompositionen der Popmusik. Sein Album "La Sesión Cubana" 2012 entsteht mit bedeutenden Musikern der Karibik und Südamerikas in der Kubanischen Hauptstadt Havanna. An seiner Seite hat Zucchero den Produzenten Don Was, auf dessen Arbeit schon Bob Dylan, die Rolling Stones und Elton John vertraut haben. Zusammen arrangieren sie Zuccheros große Hits, der stolz über sein Werk sagt: "Jeder weiß, dass sich meine Musik aus den verschiedensten Musikrichtungen zusammensetzt - Soul, Blues und Gospel. Dieses Projekt ist ein Trip von New Orleans nach Kuba, mit Zwischenstopps in Mexicali. Eine tanzende Verschmelzung von Latin-, Kuba, Tex-Mex- Sounds und Rhythmen."

Montag, 31.07. / Uhr / 05.10 Uhr / Hall & Oates: Live in Dublin
Olympia Theatre, Dublin, Irland, 2014
Regie: Joss Crowley
3sat

Im April 2014 werden Daryl Hall & John Oates in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. In diesem Jahr geben sie ein Konzert im Olympia Theatre in Dublin.

Geehrt werden sie als das Pop-Duo der 1980er Jahre mit Schnauzbart, Schulterpolster, Vokuhila-Frisur. 34 Hits, sieben Platinalben und Headliner beim Live Aid Konzert 1985 sprechen für sich. "Die 1980er waren gar nicht so lustig", sagt ein nachdenklicher John Oates.

"Die Ansprüche waren riesig. Wir lebten in einer Scheinwelt und konnten nichts mehr allein entscheiden. Da war es in den 1970ern viel besser, viel freier." 1989 wird der berühmte Schnurrbart abrasiert. Heute beschäftigt sich John Oates mit digitaler Musikveröffentlichung, während Daryl Hall eine eigene TV-Show hat: Live from Daryl's House. Die historische Bedeutung von Hall & Oates liegt darin, dass sie damals mit ihren Liedern Rassenschranken brachen und sowohl von "weißen" wie "schwarzen" Radiostationen gespielt wurden. "Wir haben die Tore geöffnet für Prince und Michael Jackson", sagt Daryl Hall.

Freitag, 04.08. / 05.10 Uhr / Wise Guys: Das Beste aus 25 Jahren
3sat-Zelt Mainz, September 2016
Regie: Volker Weicker
3sat

Die Wise Guys gelten als Deutschlands Vokal-Pop-Band Nummer eins und zählen zu den erfolgreichsten Live-Acts im deutschsprachigen Raum. Im 3sat-Zelt zeigen sie das Beste aus 25 Jahren.

Denn leider hat auch eine so erfolgreiche Ära ein Ende: Im Sommer 2017 will sich die fünfköpfige Band auflösen. Da kann man schon mal einen Rückblick wagen: Die "Wise Guys" finden, dass sie eine tolle Zeit hatten und dass man gehen soll, wenn es am schönsten ist.

Wer glaubt, dass fünf Typen ohne Instrumente auf keinen Fall einen Konzertsaal rocken können, der irrt. Die Performance der Kölner ist einzigartig und originell. Sie singen über vergangene Liebschaften, Bananen und die deutsche Bahn. Unvergesslich ihr Hit "Jetzt ist Sommer", mit dem sie den Sommerhit 2001 landeten und bis heute immer wieder im Radio zu hören sind. Die Inhalte ihrer Texte reichen von saukomisch über hintergründig bis hin zu melancholisch. Gerade auch die ernsthaftere Seite, die bei anderen A-cappella-Gruppen eher keine Rolle spielt, ist den "Wise Guys" enorm wichtig. Ihre Kompositionen haben bei aller musikalischen Vielfalt einen unverwechselbaren eigenen harmonisch-melodischen Stil und Sound.

Eigentlich hatte alles ganz harmlos angefangen, damals Mitte der 1980er im Hildegard-von-Bingen-Gymnasium Köln-Sülz. Die Jungs der Originalbesetzung besuchten damals dieselbe Klasse und gründeten eine Schüler-Rockband. Nach und nach fanden sie Gefallen daran, reine Gesangsstücke aufzunehmen und ließen allmählich die Instrumente weg, bis sie sich 1990 nach dem Abitur schließlich die "Wise Guys" nannten - zu Deutsch "Besserwisser", denn mit ihrer Klugscheißerei gingen sie ihren Lehrern gewaltig auf die Nerven. Wer hätte damals gedacht, dass die fünf Naseweise eines Tages Charthits produzieren und einen Echo für Deutschlands beste Vokal-Pop-Band überreicht bekommen würden?

Pünktlich zur Abschiedstournee, die im September 2016 startet, soll auch ein letztes Album erscheinen.

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