kulturfreak

Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf 3sat:

Regelmäßige Kultursendungen

Montags bis freitags (außer Feiertage), 19.20 Uhr: Kulturzeit
Samstags, 09.05 Uhr: Kulturplatz

Samstags, 19.30 Uhr: Kulturpalast ~ Fachmagazin für E- und U-Kultur

Montag, 18.09. / 02.45 Uhr / Heimatsound Concerts: Hubert von Goisern
Passionstheater Oberammergau, 2015
ARD/BR

Hubert von Goisern, einer der Begründer des Alpen-Rocks, bringt den Blues sowie die flirrende Energie und Vielfarbigkeit der amerikanischen Südstaaten ins Passionstheater Oberammergau.

Denn von Goisern war 2014 im Süden der USA. Was er an Inspirationen mitgebracht hat, ist auf seinem Album "Federn" zu hören: druckvolle Rocknummern, schwungvolle Country-Songs und Balladen. Alles Songs, die auch im Zentrum dieses Bühnenprogramms stehen.

Klanglich bedient sich Hubert von Goisern aus vielen unterschiedlichen Welten und setzt die Teile so verwegen zusammen, dass die Musik, die dabei herauskommt, in keine Schublade passt. Endgültig flippt das Festival-Publikum aus, wenn die Band "Brenna tuats guat" spielt, Goiserns Nummer-eins-Hit aus dem Jahr 2011.

Montag, 18.09. / 03.30 Uhr / Heimatsound Concerts: Mathias Kellner & Friends
Leerer Beutel in Regensburg, 2015
ARD/BR

Mathias Kellner berührt seine Fans immer mit seiner Bühnenpräsenz und einer großartigen Stimme. Im Oktober 2015 gab er ein Konzert mit den Songs seines Albums "Zeitmaschin'".

Einige seiner musikalischen Weggefährten hat er für diesen besonderen Abend eingeladen: Martina Schwarzmann, künstlerischer "Buddy" der ersten Stunde, hat nicht nur den Text, sondern auch den Impuls zum Song "Da seidne Faden" geliefert.

Bananafishbones-Sänger und "Heimatsound"-Moderator Sebastian Horn begleitet Mathias Kellner musikalisch und als Freund ebenfalls schon seit vielen Jahren. Er teilt immer wieder die Bühne mit ihm und singt auf seiner ersten Solo-CD "Häddidadiwari" in "Du drahst di" mit. Und dann wäre da noch San2, der neue Stern am Münchner Blues-Himmel, den Matthias Kellner - einmal gehört - unbedingt mit auf seiner Bühne haben wollte.
Allein mit seinen Gitarren, seinen Liedern und seiner sprudelnden Fantasie sorgt Mathias Kellner für eine super Stimmung. Er singt und erzählt abwechselnd aus seiner Jugend auf dem Land oder von den ersten Erfahrungen in Sachen Liebe und Freundschaft.

Montag, 18.09. / 04.30 Uhr / Heimatsound Concerts: The Pullup Orchestra
Oberammergauer Passionstheater, 2015
ARD/BR

Beim dritten Heimatsound-Festival im Sommer 2015 sorgte die zehnköpfige Formation The Pullup Orchestra im berühmten Oberammergauer Passionstheater für grandiose Stimmung.

„BRAP" nennt sich die explosive Mischung von Brassband-Sounds und Hip-Hop, mit der The Pullup Orchestra seine Zuhörer begeistert. Trompeten, Posaune, Saxofon, Snare und Pauke liefern sich mit dem schwiizerdütschen Mundart-Rap ein Battle an Rhythmen und Sounds.

Gewürzt wird das Programm mit der souligen Stimme von Sängerin Valerie Maerten.

The Pullup Orchestra wurde 2007 von Phillip Labhart gegründet. Der Schweizer Musik-Tausendsassa hat seine Finger in diversen musikalischen Projekten, was ihm den Spitznamen "Mr. Project" einbrachte. Nach einer Straßenkonzert-Tour 2008 durch Frankreich und Spanien veröffentlichte die Gruppe ihr erstes Album.

Konzertauftritte in Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz sowie drei weitere Alben brachten breitere Bekanntheit. Hits wie "OAT", und "No Matter" bringen die Fans mit euphorisierender Magie und rasanten Klängen zum Tanzen und zum Träumen.

Freitag, 22.09. / 03.05 Uhr / Club der wilden Dichter: Die Geschichte des Poetry-Slams
(Erstsendung: 05.03.2016)
3sat

Der Poetry Slam ist eine Literaturbewegung größtmöglicher Vielfalt: von Poesie bis Politik, von Komik bis Tragik ist alles dabei.

Der Film verknüpft Interviews mit aktuellen Stars der Szene wie Sebastian 23, Andy Strauß, Julia Engelmann, Jan Philipp Zymny und Torsten Sträter mit Archivmaterial aus der Entstehungszeit, als die Kunstform noch ein absoluter Insidertipp war.

Heute werden Slam-Master gefeiert wie Popstars, haben Fanclubs und reisen kreuz und quer durch Deutschland, um an Slam-Meisterschaften teilzunehmen. Eine Untergrundbewegung hat sich zum Massenphänomen entwickelt - und dabei hat sich am Ablauf und an den Regeln eines Poetry Slams seit seiner Entstehung vor über 30 Jahren so gut wie nichts verändert. So einfach wie überzeugend: Alle Texte müssen selbst geschrieben sein und innerhalb eines bestimmten Zeitlimits vorgetragen werden. Neu sind immer wieder die Themen, die Art des Vortrags, der Witz und Esprit der heutigen Dichtergeneration. Wer einen Poetry Slam besucht ist fasziniert von den tiefgründigen und mitreißenden Texten der Slammer, die sich nicht scheuen, das Publikum einen Blick in ihr Innerstes werfen zu lassen. Auf diesen Slam-Veranstaltungen, angesiedelt irgendwo zwischen Rockkonzert und Lesung, kämpfen die Bühnenpoeten mit leidenschaftlich vorgetragenen Texten um die Gunst des Publikums, das ausdrücklich aufgefordert ist, mitzuwirken und seine Meinung kundzutun.

Freitag, 22.09. / 03.50 Uhr / Marc-Uwe Kling & Lesedüne: Über Wachen und Schlafen
3sat-Zelt Mainz, September 2015
Fernsehregie: Volker Weicker
3sat

"Die Lesedüne" ist auch eine Lesebühne für einen Abend zwischen Kabarett, Poetry Slam und Anarchie. Marc-Uwe Kling und seine drei Leidenschaftsgenossen lesen, erzählen, singen, dichten.

Im 3sat-Zelt präsentieren die vier im September 2015 ein "Best of" aus einem Jahrzehnt "Lesedüne" mit satirischen Kurzgeschichten, komischen Gedichten, skurrilen Songs, systemrelevantem Humor. Ein Abend zum Nachdenken, Genießen und Erinnern.

Marc-Uwe Kling ist seit seinem Bestseller "Die Känguru-Chroniken" der wohl berühmteste Kleinkünstler Deutschlands, der mit einem kommunistischen Beuteltier zusammenlebt. Zur "Lesedüne" bringt er noch drei andere, nicht minder originelle Weggefährten mit: Julius Fischer, der mit seinem Anti-Roman "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" tapfer gegen die dunkle Seite der Macht gekämpft hat und außerdem erfolgreicher TV-Moderator und Teil des "Fuck Hornisschen Orchestra" ist. Auch Sebastian Lehmann ist Autor und Gastgeber: In Berlin organisiert und moderiert er den Kreuzberg-Slam, den größten monatlichen Poetry-Slam Europas – zusammen mit Maik Martschinkowsky, dem vierten Ensemble-Mitglied der Lesedüne. Sein literarisches Debüt heißt "Von nichts kommt was".

Seit fast zehn Jahren treffen sich Kling und seine drei Leidenschaftsgenossen regelmäßig in Berlin-Kreuzberg, um der wachsenden Fangemeinde ihre neuesten Ideen zu präsentieren: Es geht um Freiheit, Terror, Demokratie und um ein kommunistisches Känguru.

Sonntag, 24.09. / 10.15 Uhr / lesenswert sachbuch ~ Walter Janson im Gespräch mit Ursula Weidenfeld
(Erstsendung: 21.09.2017)
ARD/SWR

Die Kluft zwischen Politik und Bevölkerung wird immer größer. Noch nie war das Misstrauen gegen die etablierte Politik so groß wie heute - und das ausgerechnet im Wahljahr 2017.

Zu Gast im Studio ist die Journalistin und Buchautorin Ursula Weidenfeld. Sie beschreibt in ihrem Buch "Regierung ohne Volk. Warum unser politisches System nicht mehr funktioniert", wie unsere Demokratie sich schon seit Jahren still und leise von innen her zersetzt.

Nämlich durch eine übermächtige Präsidialkanzlerin, ein entmündigtes Parlament und durch Nebenregierungen in der Wirtschaft. Aber die kritische Beobachterin des Berliner Politikbetriebs skizziert auch mögliche Lösungen, wie unser demokratisches System wieder seine Aufgaben erfüllen kann.

Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin Ursula Weidenfeld arbeitet unter anderem als Berlin-Korrespondentin und stellvertretende Ressortleiterin der "Wirtschaftswoche" und als stellvertretende Chefredakteurin des Berliner "Tagesspiegel". Außerdem ist sie als freie Wirtschaftsjournalistin und Moderatorin für verschiedene Fernseh- und Hörfunksender tätig. 2007 wurde sie mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet.

Sonntag, 24.09. / 20.15 Uhr / Bodo Bach live: "Und ... wie war ich?"
(Erstsendung: 01.05.2014)
ARD/HR

"... und ... wie war ich?" Eine gute Frage - eigentlich zu gut, um sie nur in intimen Momenten zu stellen. Warum nicht auch auf der Bühne des Comoedienhauses in Hanau, dachte Bodo Bach.

Bodo Bachs bisher persönlichstes Programm speist sich aus dem Alltag des glücklich verheirateten Familienvaters. Frei nach Herbert Grönemeyers Motto: "Dem Jugendwahn ein Ende... Best Ager an die Macht" schlägt er eine Bresche für die Generation 50 plus.
Die wird, so viel steht für ihn fest, stark unterschätzt und weit unter Wert gehandelt

Montag, 25.09. / 01.45 Uhr / Singer-Songwriter
Videomusik – Musikvideos
Gestaltung: Anita Dollmanits
(aus der ORF/3sat-Reihe "clip")
(Erstsendung: 11.02.2013)
ORF

Selbst texten, komponieren, singen und begleiten: In Zeiten, in denen möglichst große Teams für den Erfolg eines Sängers verantwortlich sind, ist dieses Können eine Seltenheit geworden.

Ihre Musik berührt durch Authentizität. Mit sensiblen, romantischen Klängen, meist von Gitarren oder Klavier begleitet, thematisieren Singer-Songwriter mit ihren Texten politische und persönliche Inhalte, stilistisch angesiedelt zwischen Blues, Folk und Country.

Der Film aus der Reihe "Clip" zeigt die Bandbreite des Singer-Songwriter-Genres von den ersten Vorreitern der 1960er- und 1970er-Jahre (Bob Dylan, Johnny Cash, Neil Young, Leonard Cohen, John Lennon, Frank Zappa) zur Pop-lastigen Ausrichtung der 1980er-Jahre (Stevie Wonder, Phil Collins, Peter Gabriel, Madonna, Michael Jackson, Bruce Springsteen, Elton John, Eric Clapton, Bono), von den Frauen-starken 1990er-Jahren (Suzanne Vega, Tracy Chapman, Mariah Carey, Alanis Morissette) zu jüngsten Multitalenten wie Adele, Lana Del Rey, Nelly Furtado, Shakira, Lady Gaga, Bernhard Eder, Eleni Mandell, Ingrid Michaelson, Mumford & Sons und Iron & Wine.

Montag, 25.09. / 05.00 Uhr / Robbie Williams: Tripping
Videomusik – Musikvideos
Gestaltung: Michael K. Constantin
(aus der ORF/3sat-Reihe "clip")
ORF
(Erstsendung: 22.10.2005)

Mit 15 wurde Robbie Williams Sänger der Boygroup Take That. 1997 startete der 31-jährige Entertainer, der bislang weltweit mehr als 35 Millionen Alben verkaufte, seine Solokarriere.

"clip" präsentiert unter anderem "Hot Fudge", einen Live-Mitschnitt vom Auftritt des Frauenschwarms beim Konzert in Knebworth im Sommer 2003 vor mehr als 100 000 Fans, sowie "Tripping" aus dem jüngsten Album "Intensive Care".

Samstag, 30.09 / 20.15 Uhr / 3satfestival 2017: Andreas Rebers: Amen
3sat-Zelt Mainz, September 2017
3sat

Wenn ein Kabarett-Halbgott zum 3satfestival kommt, wird der Mainzer Lerchenberg zum Satire-Olymp. Kurz nach der Bundestagswahl verliert sich Andreas Rebers nicht in kleinlichen Analysen.

Vielmehr widmet er sich den ganz großen Fragen des Lebens: Woran kann man heute noch glauben? Wem darf man noch glauben? Und schadet zu viel Wissen dem Glauben an das Gute?

Andreas Rebers ist ein streitbarer Geist, der sich mit den scharfen Waffen der Satire gegen religiöse Dogmen, Doofheit und politische Manipulation zur Wehr setzt und Dinge benennt, die eigentlich niemand hören will. Wer auf moralischen Ablasshandel hofft, der ist bei "Reverend Rebers" fehl am Platze: Ein simples Weltbild von Gut und Böse, Rechts und Links, Richtig und Falsch verweigert er. Seine Satire ist überparteilich, es kann jeden treffen, der es verdient hat. Mal bitterböse und mal versöhnlich, mal ernsthaft und mal albern, vielschichtig und absurd wie das Leben selbst.

Nach "Predigt erledigt" und "Rebers muss man mögen" bildet "Amen" den vorläufigen Abschluss einer Trilogie des Glaubens. Das letzte Wort ist damit längst nicht gesprochen; dem Satiriker sind die richtigen Fragen viel wichtiger als Antworten, die nie die ganze Wahrheit erfassen. Wer sich auf die Gedankenwelt des Andreas Rebers einlässt, darf sich auf einen ebenso unterhaltsamen wie anregenden Abend freuen: Lachen ist erlaubt, Mitdenken erwünscht, Widerspruch nicht ausgeschlossen. Bloß nicht zu allem Ja und Amen sagen.

Samstag, 30.09 / 21.00 Uhr / 3satfestival 2017: Mathias Tretter: Pop
3sat-Zelt Mainz, September 2017
3sat

Pop regiert die Welt, jeder kann es schaffen: vom Amateur zum Superstar, Internet-Phänomen oder US-Präsidenten. Zeit für den Kabarett-Profi, dagegenzuhalten: Willkommen bei Mathias Tretter!

15 Minuten Ruhm sagte Andy Warhol einst jedem Menschen voraus. Längst hat die Realität seine Prophezeiung überholt. Aus den 15 Minuten sind 140 Zeichen geworden, Ruhm bemisst sich in Klicks, und jeder kann es schaffen - egal wohin.

Blogger sind die neuen Journalisten, Hipster die neuen Bierbrauer, Populisten erobern Europa, im Weißen Haus sitzt ein Selfmade-Politiker. Das Zeitalter des Amateurs ist da, oder wie Mathias Tretter sagt: Dilletanz auf dem Vulkan.

Höchste Zeit für einen Kabarett-Profi, dagegenzuhalten! Mathias Tretter stellt dabei erstaunt fest: Expertise macht verdächtig. Wer etwas weiß, hat auch etwas zu verbergen. Wer sich auskennt, gehört zum „Establishment“ oder gar zur „Lügenpresse“. Einst kaschierte man seine Mängel, heutzutage versteckt man besser seine Fähigkeiten. Für komplexe Gedanken hat niemand mehr Zeit – eine immer kompliziertere Welt schreit nach immer einfacheren Lösungen.
So leicht kommt man bei Mathias Tretter nicht davon. Der Franke mit Wahlheimat Leipzig geht gedanklich am liebsten dorthin, wo es wehtut. In seinem brandneuen Soloprogramm widmet er sich dem Irrsinn der postdemokratischen Gesellschaft von Pop bis Populismus. Polemisch, komisch, aktuell, unterhaltsam und klug.

Samstag, 30.09 / 21.45 Uhr / 3satfestival 2017: Ass-Dur: Scherzo Spirituoso
3sat-Zelt Mainz, September 2017
3sat

Ass-Dur, das ist Musik-Kabarett in Reinkultur. Benedikt Zeitner und Dominik Wagner verbinden nicht nur klassische und moderne Musik, sondern auch Comedy und Kabarettinhalte.

„Scherzo Spirituoso“ ist der vorläufige Höhepunkt ihres Schaffens. Überraschungen sind garantiert. Die jungen Herren - Jahrgang 1985 und 1983 - stürmen seit ein paar Jahren über die deutschen Bühnen. Klavier spielen sie schon mal auf dem Rücken liegend.

Oder sie ziehen sich während eines vierhändigen Satzes am Piano um.

Dominik Wagner und Benedikt Zeitner, beide mehrfach bei "Jugend musiziert" ausgezeichnet, haben sich an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin kennengelernt. Ihr Programm „Scherzo Spirituoso“ beinhaltet Klaviermusik, Gesang, klassische Musik und Popmusik, gepaart mit Dialogen, die „hochintellektuelles Kabarett“ (Benedikt) mit „weniger intellektuellem Kabarett“ (Dominik) verbinden. Neben klugscheißend-dozierenden Musikwitzen lieben die beiden auch den schlichten Humor: "Ich hab beim Bäcker angerufen. Und? Nur die Mehl-Box". Ein ungewöhnlicher Abend ist garantiert.
Der Name „Ass-Dur“ ist eine sprachliche Kombination der Tonart As-Dur mit der Spielkarte Ass und spielt darauf an, dass das Kabarettprogramm von Ass-Dur neben der Musik ursprünglich auch viele Zauberkunststücke beinhaltete.

Redaktionshinweis: Das 3satfestival 2017 ist komprimiert auf der TV-Bühne zu sehen: am Samstag 30. September, am Samstag 7. Oktober, am Sonntag 8. Oktober sowie am Samstag, 14. Oktober, jeweils ab 20.15 Uhr. Eine weitere Aufzeichnung vom diesjährigen 3satfestival folgt am Sonntag, 15. Oktober um 20.15 Uhr.

Samstag, 30.09 / 22.30 Uhr / Banjo und Bluegrass ~ Die Krüger Brothers und ihr Traum von Amerika
(Erstsendung: 16.05.2016)
SRF

Vom Aargau bis an den Broadway in die "David-Letterman-Show": Die Krüger Brothers haben das mit ihrer Bluegrass-Musik geschafft. Doch hinter dem erfolgreichen Duo liegt ein steiniger Weg.

Jahrelang tingelten Jens und Uwe Krüger als Straßenmusiker und singende Cowboys durch die Schweiz. Doch der Versuch, in der Schweizer Volksmusik-Szene Fuß zu fassen, scheitert kläglich. Es missfällt, dass die Brüder mit Banjo und Gitarre traditionelle Musik spielen.

Bis Ende der 1990er-Jahre lassen sich die Krüger Brothers in so viele musikalische Schubladen stecken, bis sie schließlich in keine mehr hinein passen. Frustriert und mit dem Gefühl, nicht verstanden zu werden, kehren die Brüder ihrer Heimat den Rücken, um sich in den USA ihren Traum von einem unabhängigen Musikerleben zu erfüllen. Seitdem gehören sie zu den ganz Großen in der amerikanischen Folkszene. Noch bekannter wurden die beiden Schweizer durch die Auftritte mit ihrem Freund, dem Hollywoodstar und Musiker Steve Martin.

Trotz des Erfolgs haben die Krüger Brothers ihre Heimat niemals vergessen. 2015 kommt es für die Auswanderer zu einem Höhepunkt in ihrer Karriere: Die beliebte Unterhaltungssendung "Viva Volksmusik" holt die Band für einen Auftritt in die Schweiz. Mit der Vergangenheit versöhnt folgen weitere Auftritte mit Volksmusik-Größen wie Carlo Brunner und Nicolas Senn.

Sonntag, 01.10.: Deutsche Geschichten - Ein Thementag in 3sat

Montag, 02.10. / 02.35 Uhr / Peter Maffay & Band: Niemals war es besser
Olympiahalle München, Deutschland, 2015
Regie: Hannes Rossacher
3sat

Am 17. Januar 2014 erscheint Peter Maffays 35. Studioalbum. Der harte Deutschrock erreicht Platz 1 der Hitparade, und die "Niemals war es besser – Tour" sorgt für ausverkaufte Hallen.

"Es ist teilweise echt heftig, es ist Rock´n´Roll", sagt Peter Maffay, der damit mühelos zum deutschen Bruce Springsteen avanciert. Kraftvoll füllt seine Stimme auch nach über 40 Bühnenjahren jede Arena. Am 30. Januar 2015 gastiert die Show in München.

Peter Maffay präsentiert auf der 30 Meter langen, ringförmig angelegten Bühne in der Olympiahalle eine gelungene Mischung aus seinen neuen Songs, den alten Hits und gelungenen Coversongs aus seiner Jugendzeit, begeistert gefeiert von den 10 000 Zuschauern.

Begleitet wird Peter Maffay von seiner Band mit den Gitarristen Carl Carlton und Peter Keller, dem Schlagzeuger Bertram Engel, Bassist Ken Taylor, dem Multiinstrumentalisten Pascal Kravetz und Everette Harp am Saxofon. "Schon nach den ersten Konzerten war mir und auch der Band klar: Niemals war es besser!", sagt Peter Maffay, für den die "unvergleichliche Stimmung in den Hallen, die begeisterten Fans und die erstklassige Band die Tour zu etwas Einzigartigem haben werden lassen."

Dienstag, 03.10.: Heiterkeit & Recht & Freiheit - Ein Thementag in 3sat

Samstag, 07.10. / 19.30 Uhr / Dich, teure Halle, grüß´ ich wieder ~ Die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper
Film von Stefan Braunshausen
Erstausstrahlung
3sat

Die Sanierung der Staatsoper ist das Berliner Großprojekt im Kulturbereich der letzten Jahre. Die Dokumentation wirft vor der Wiedereröffnung einen Blick hinter ihre Kulissen.

Teuer ist die Sanierung der Berliner Staatsoper geworden. Bei Baubeginn waren es noch 239 Millionen Euro, inzwischen sind daraus 400 Millionen geworden. Die Schlussrechnung steht noch aus. Immerhin eines ist offiziell: Das Eröffnungsdatum am 3. Oktober.

Dann hebt sich der Vorhang für die erste szenische Produktion Unter den Linden: Robert Schumanns "Faust"-Szenen. Das Ganze nennt sich "Präludium". Denn gleich danach schließt die Oper wieder für zwei Monate, um die Stücke aus dem Schillertheater ins größere Staatsopern-Format einzupassen und die letzten baulichen Nachbesserungen vorzunehmen. Der Regelbetrieb beginnt dann am 7. Dezember. Ein symbolisches Datum, denn am 7. Dezember 1742, also vor genau 275 Jahren, wurde die damalige Königliche Hofoper eröffnet.

Doch bis zum 3. Oktober gibt es noch viel zu tun. Nur wenige Wochen vor der Eröffnung kann man sich kaum vorstellen, dass diese Baustelle rechtzeitig fertig werden wird. Die Dokumentation "Dich, teure Halle, grüß' ich wieder" begleitet die letzte Bauphase und lässt Musiker, Handwerker, den künftigen Intendanten Matthias Schulz sowie den Dirigenten des Eröffnungskonzerts, Daniel Barenboim, zu Wort kommen.

Samstag, 07.10. / 19.45 Uhr / Erfurt - Cooler Sound und neue Blüte
Film von Andreas Postel
Kamera: Achim Köhler, Peter Schiemenz
(Erstsendung: 03.10.2014)
ZDF

Clueso ist eine, Yvonne Catterfeld auch: Beide sind echte Erfurter "Puffbohnen". So werden all die genannt, die in Thüringens Hauptstadt geboren sind.

Autor Andreas Postel hat einige "Puffbohnen" getroffen und zeigt in seinem Stadtporträt, was Erfurt für seine Bewohner so besonders macht. Sänger Clueso hat gerade sein neues Album in Erfurt produziert, Udo Lindenberg kommt extra vorbei.

Clueso spricht mit Andreas Postel über die Kreativräume, die eine Stadt zum Atmen braucht, und erzählt, warum er immer noch gern in Erfurt lebt. Mit der Schauspielerin Yvonne Catterfeld begibt sich der Autor auf Entdeckungstour: Zwischen mittelalterlicher Krämerbrücke und dem Blumenmeer des EGA-Parks trifft jahrhundertealte Tradition der einst reichen Handelsmetropole auf junges, modernes Leben. Kaum jemand weiß, dass Yvonne Catterfeld auf dem Roten Berg aufgewachsen ist, der größten Erfurter Plattenbausiedlung.

Der Film zeigt in beeindruckenden Bildern, wie sich Erfurt seit der Wende verändert hat: eine denkmalpflegerische Meisterleistung und ein kleines Wunder. Beinahe wären große Teile der historischen Altstadt kurz vor Ende der DDR der sozialistischen Abrissbirne zum Opfer gefallen, hätten damals nicht mutige Erfurter Bürger mit einer Menschenkette dagegen demonstriert. Auf dem Erfurter Domplatz sprach Helmut Kohl später von blühenden Landschaften im Osten. In der Dokumentation werden alte Stadtansichten mit neuen verglichen, ein überraschendes Vorher-Nachher-Spiel beginnt.

Der Film erinnert an Willy Brandts denkwürdigen DDR-Besuch, erzählt von dem Jüdischen Goldschatz und von der Gloriosa, der ältesten freischwingenden mittelalterlichen Glocke der Welt. Nicht ohne Grund wird Erfurt die Blumenstadt genannt, doch kaum jemand kennt die wechselvolle Geschichte der traditionsreichen Firma Chrestensen, die heute wieder Blumensamen in alle Welt verschickt.

Aus der Welt in seine Heimatstadt zurückgekehrt, hat sich Chocolatier Alex Kühn auf der Krämerbrücke seinen Traum erfüllt. Er stellt edle Schokoladen her und gibt der Stadt auf lukullische Art eine gehörige Portion Lebensfreude.

Samstag, 07.10. / 20.15 Uhr / 3satfestival 2017: Philip Simon: Meisenhorst
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

In seinem neuen Programm fordert Philip Simon sein Publikum auf, im Hirnstübchen mal wieder selbst die Strippen zu ziehen. Denn Reflexion ist mehr als nur ein unangenehmes Blitzen im Auge.

In welcher Welt wollen wir leben? Und was haben wir noch mit ihr zu tun? Wer sind wir, und wer kann uns das noch bestätigen? Über allem aber schwebt die Frage aller Fragen: Tun wir das Richtige? Dabei stellt Philip Simon fest: Wir haben eine Menge Meisen.

Und unser Weltbild ist ein Vogelnest. Der niederländisch-deutsche Kabarettist zieht in die entscheidende Schlacht um die Herrschaft im Meisenhorst. Denn die erste Diktatur wird im Kopf errichtet.

In einer Zeit, in der es mehr Fragen als Antworten gibt, zerlegt Philip Simon auf der Bühne sein Innerstes, um die Bausteine zu erkennen, aus denen er seine Realität zimmert und seine Weltsicht zementiert. Mit den Waffen der Sprache, des Humors und in surrealen, visuellen Momenten zeichnet Philip Simon eine Welt, in der zum Schluss das Grundgesetz buchstäblich auf den Kopf gestellt wird und der Meisenhorst in seiner ganzen Pracht erscheint. Wenn Fantasie Realität schafft und Realität die Fantasie beflügelt, dann hat das Hirn die Freiheit, die Veränderung möglich macht.

Samstag, 07.10. / 21.00 Uhr / 3satfestival 2017: Gernot Hassknecht: Jetzt wird's persönlich!
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Deutschlands beliebtester Choleriker ist zurück: Gernot Hassknecht. Die geballte Wut verteilt auf 163 Zentimeter, präsentiert er sein neues Programm. Und diesmal nimmt er’s persönlich.

Ob verkorkste Politik, platter Populismus oder gesellschaftlicher Unsinn, ihn lässt garantiert nichts kalt. Frust und Ärger über absurde Missstände in unserem Land kann man leise in sich gären lassen – oder man lässt Gernot Hassknecht da hinschreien, wo es weh tut.

Und in einem Wahljahr wie 2017 darf man das laute Feld der gebrüllten Meinung nicht nur den rechten Populisten oder den Trumps und Erdogans dieser Welt überlassen.

Wer zum Henker hat die Rechten aufgefordert, sich von ihren Stammtischen zu erheben? Wer hat sich noch gleich das G8-Abitur ausgedacht, und warum ist man bitte als gesetzlich Versicherter heutzutage im Grunde dem Tode geweiht?

Samstag, 07.10. / 21.30 Uhr / 3satfestival 2017: Hazel Brugger: Hazel Brugger passiert
3sat-Zelt Mainz, September 2017
3sat

Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung

Die "böseste Frau der Schweiz" sei sie, selbstbewusst und doch bescheiden, poetisch, lakonisch, ironisch und cool, gnadenlos schlagfertig, liebevoll-zynisch und leidenschaftlich abgebrüht.

Wer sie unterschätzt, hat schon verloren. Mit maximaler Gelassenheit zerlegt die junge Schweizerin Hazel Brugger die Welt in ihre Einzelteile und baut daraus ihr eigenes faszinierendes Universum. Verstehen kann das nur, wer dabei ist, wenn "Hazel Brugger passiert".

Dann erscheint Gott schon mal als Snackautomat, Ruhm bedeutet das Reinigen öffentlicher Toiletten, und selbst der Tod ist völlig überschätzt. Hazel Brugger kreiert wilde Geschichten scheinbar aus dem Nichts und findet schöne Worte selbst für das Hässliche. Es ist ein schmaler Grat, auf den sie ihr Publikum führt, aber die Reise lohnt sich.

Die Bilder im Kopf sind unvergessliche Souvenirs. Der Trip ins Hazel-Universum ist schwer angesagt: Noch vor Kurzem war sie vorwiegend auf Poetry Slams unterwegs, jetzt ist sie DER Shooting Star des Kabaretts. Ausgezeichnet wurde Hazel Brugger mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, dem Bayerischen Kabarettpreis und dem Salzburger Stier. Sie ist Schweizer "Kolumnistin des Jahres". Außerdem ist sie erfolgreich auf Bühnen, im Internet und Fernsehen, wo sie regelmäßiger Gast in Satiresendungen wie der "heute-show" ist. Ihr erstes Bühnenprogramm präsentiert sie beim 3satfestival 2017.

Samstag, 07.10. / 22.00 Uhr / 3satfestival 2017: Katie Freudenschuss: Bis Hollywood is eh zu weit
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Mit Mut zu Gefühl und Pathos plädiert Katie Freudenschuss für ein bisschen mehr "Hollywood im Alltag". Unterhaltsam – manchmal ein bisschen böse - und musikalisch auf höchstem Niveau.

Es beginnt ganz normal. Ein Abend mit guten Freunden, ehrlichen Gefühlen, lustigen Geschichten und guter Musik. Aber wie das nun mal so ist mit Freunden, sie sagen einem die Wahrheit. Und diese kann rührend, bewegend oder trocken und bitterböse sein.

Auch wenn ihre Themen alltäglich sind, Katies feine Beobachtungsgabe ist es nicht: Präzise nimmt sie ihre Umwelt und sich selbst wahr. Der Schritt von süßer Melancholie zu scharfer Ironie liegt eben oftmals nur einen Akkord oder eine Zeile entfernt.

Der Name Katie Freudenschuss ist kein Pseudonym oder Künstlername – die Wahl-Hamburgerin heißt tatsächlich so. In jedem Fall ist der Name Programm, denn es macht große Freude, der Künstlerin auf der Bühne zuzusehen und zuzuhören. Sie ist ein wahres Multitalent: Mal textet sie für Kinderproduktionen wie "Die wilden Hühner" oder die ARD-Serie "Das Beste aus meinem Leben", mal sitzt Katie Freudenschuss in Lena Meyer-Landruts Band am Keyboard - und mal steht sie als Solokünstlerin auf der Bühne.

Samstag, 07.10. / 22.30 Uhr / Michael Jackson's Journey from Motown to Off the Wall
Dokumentarfilm von Spike Lee, USA 2016
Länge: 90 Minuten
ZDF/ARTE

Vier Jahre nach "Bad 25", seinem ersten Dokumentarfilm über den King of Pop, legt Spike Lee mit "Michael Jackson's Journey" noch einmal nach.

Darin erzählt er den Werdegang des Wunderkindes der amerikanischen Charts bis zu seinem internationalen Durchbruch 1979 mit dem Album "Off the Wall". Fast 40 Jahre ist es nun her, dass Jackson mit diesem Werk die moderne Popmusik begründete.

Für seinen Dokumentarfilm verarbeitete Regisseur Spike Lee eine Fülle von Material aus Jacksons persönlichen Archiven sowie Interviews mit Musikern und Familienmitgliedern. Er lädt ein zu einer Reise auf den Spuren des "King": von den Jahren bei Motown, wo alles begann, über seine Vertragsunterzeichnung bei CBS bis hin zur Partnerschaft mit Produzentenlegende Quincy Jones. Ein mitreißender Blick auf die Entwicklung eines ebenso ernsthaften wie leidenschaftlichen Jungen zum "King of Pop".

Interviewpartner sind unter anderem Lee Daniels, Abel Makkonen Tesfaye alias The Weeknd, Pharrell Williams, Misty Copeland, Kobe Bryant, Mark Ronson, John Legend, Ahmir Khalib Thompson alias Questlove, L.A. Reid sowie Katherine, Joe, Marlon und Jackie Jackson.

Sonntag, 08.10. / 10.15 Uhr / lesenswert quartett ~ Denis Scheck im Gespräch mit Insa Wilke, Ijoma Mangold und Dirk Schümer
(Erstsendung: 05.10.2017)
ARD/SWR

Vier Bücher, vier Perspektiven: Das "lesenswert"-Quartett beschäftigt sich mit Neuerscheinungen des Herbstes. Politischen Anspruch haben alle in diesem Herbst. Gastgeber ist Denis Scheck.

Er diskutiert wie immer mit "ZEIT"-Literaturchef Ijoma Mangold und der freien Literaturkritikerin Insa Wilke. Als Gast ist Dirk Schümer dabei, Autor, Übersetzer, Kritiker und Redakteur für europäische Themen der Tageszeitung "DIE WELT".

Arundhati Roy, die Autorin des Welterfolgs "Der Gott der kleinen Dinge", hat ihren Ruhm lange Zeit für politisches Engagement in Indien genutzt. Jetzt hat sie, nach 20 Jahren, einen neuen Roman veröffentlicht. "Das Ministerium des äußersten Glücks" beschreibt Indien als Land voller Wunder und Wunden.

Ein international gefeierter Autor aus Frankreich, dem Gastland der Buchmesse, ist Jean Echenoz. Er überrascht mit einem Agentenroman über eine Entführung im Dienste der Feindausspähung: "Unsere Frau in Pjöngjang".

Sasha Marianna Salzmann kommt aus Russland. Sie leitet seit Längerem die Studiobühne am Berliner Gorki-Theater, ist ein sympathischer Wirbelwind und fängt in ihrem ersten Roman eine Liebe und ein Lebensgefühl in Istanbul ein: "Außer sich". Damit hat sie es bis zur Nominierung für den Deutschen Buchpreis geschafft.

Es ist leicht, sich über die Eigenheiten der Europäischen Politik lustig zu machen. Robert Menasses Anspruch ist höher. Sein Roman "Die Hauptstadt" ist ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert. Menasse ist außerdem Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels - und bekannt dafür, sich erzählend ins politische Geschäft einzumischen.

Sonntag, 08.10. / 11.15 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 01.10.2017)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 08.10. / 12.40 Uhr / Mit Milbergs im Museum: Pablo Picasso
Film von Andreas Ammer
(Erstsendung: 15.01.2012)
ARD/BR

Die erste Doku-Soap über den spanischen Ausnahmekünstler Pablo Picasso, der nicht nur Maler, sondern auch Grafiker und Bildhauer war, präsentiert von dem Ehepaar Judith und Axel Milberg.

Was ist Kunst? Wie redet man darüber? Was darf man fragen? Welche Antworten gibt es? Das muss manchmal einfach ausprobiert werden. Und zwar so, dass jeder neugierig wird und Spaß daran hat. Und vielleicht bekommt man auch Lust, mal wieder ins Museum zu gehen.

Eine schlaue Kunsthistorikerin und ein beliebter Schauspieler besuchen das eine oder andere Museum, um dort über Bilder zu reden - lebendig, nachvollziehbar und charmant.

Sonntag, 08.10. / 18.00 Uhr / Buchzeit
Talkrunde über literarische Neuerscheinungen im Szenelokal Oosten im Frankfurter Osthafen
Erstausstrahlung
3sat

Vierteljährlich, anlässlich der Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, zu Beginn der Sommerferien und zu Weihnachten, stellt "3satbuchzeit" literarische Neuerscheinungen vor.

Im Frankfurter Szenelokal "Oosten" diskutiert Gert Scobel mit der Autorin und Philologin Barbara Vinken, der Autorin und Philosophin Svenja Flaßpöhler sowie der Literaturkritikerin und Journalistin Sandra Kegel über die jeweiligen Werke.

Redaktionshinweis: 3sat ist wieder bei der weltgrößten Bücherschau in Frankfurt dabei. Am Messestand in Halle 4.1., Stand E 108, stellen von Mittwoch, 11. Oktober, bis Sonntag, 15. Oktober, zahlreiche Autorinnen und Autoren ihre neuen Werke vor.

Zum Auftakt, am Sonntag, 8. Oktober, um 18.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel in "Buchzeit" gemeinsam mit Svenja Flaßpöhler, Barbara Vinken und Sandra Kegel über neu erschienene Bücher. Am Freitag, 13. Oktober, 3.20 Uhr sowie am Samstag, 14. Oktober, 2.40 Uhr finden sich Autoren und Moderatoren zum Gespräch auf dem "blauen Sofa" ein und stellen die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen vor. Am Samstag, 14. Oktober, 22.30 Uhr, erkundet "Kulturzeit extra: Frankreich lesen" das diesjährige Ehrengastland. Ein "Best of Buchzeit extra" am Sonntag, 15. Oktober, 12.00 Uhr berichtet über Bücher und Themen am 3sat-Stand. Eine abschließende Zusammenfassung der Gespräche und Lesungen am 3sat-Stand gibt "Buchzeit extra: Frankfurter Buchmesse" am Sonntag, 15. Oktober, um 2.55 Uhr. Das 3sat-Magazin "Kulturzeit" berichtet werktäglich ab 19.20 Uhr von der Bücherschau.

Alle Gespräche und Lesungen vom 3sat-Stand auf der Frankfurter Buchmesse sind als Livestream und als Video-on-Demand unter www.3sat.de zu sehen sowie als Video-Podcast zum Download erhältlich.

Sonntag, 08.10. / 20.15 Uhr / 3satfestival 2017: Vince Ebert: Zukunft is the Future
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung

Vince Ebert, der lustigste Diplom-Physiker Deutschlands, wagt den ganz großen Blick nach vorne. Sichere Prognose: Auch sein neues Programm wird ebenso lehrreich wie unterhaltsam!

Die Welt verändert sich mit rasender Geschwindigkeit – doch technischer Fortschritt und gesunder Menschenverstand sind nicht immer im Einklang. Macht uns das Internet wirklich schlauer? Warum bestimmen kluge Telefone und vernetzte Armbanduhren unser Leben?

Und wann kommt endlich die Frauenquote im Vatikan? Wer könnte diese wichtigen Fragen besser beantworten als Vince Ebert. Er hat bereits einen weiten Weg hinter sich: Aufgewachsen im unterfränkischen Amorbach, entschied er sich für ein Physikstudium mit Nebenfach Astronomie. Ein steiler Aufstieg, der damit noch lange nicht beendet war. Als Consultant bei einer Unternehmensberatung stellte er fest, dass ihn bei seinen Vorträgen vor allem das humoristische Potenzial reizte - und probierte dies kurzerhand auf Kleinkunstbühnen aus.

Gemeinsam mit dem Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen entwickelte er bald ein Kabarettprogramm, das sich spielerisch mit Fragen der Physik befasste. Schon hatte er ein ganz neues Genre gefunden und stieß damit auf ein ebenso großes wie interessiertes Publikum. Heute tourt er über die großen Bühnen des Landes und erklärt regelmäßig auch im Fernsehen wissenschaftliche Phänomene auf unterhaltsame Weise.

In seinem letzten Bühnenprogramm "Evolution" widmete sich Vince Ebert der Geschichte vom Anfang bis heute. Nun schlägt er den großen Bogen nach vorne. Ganz zeitgemäß kommt er vernetzt auf die Bühne: Mit dabei ist VAL, ein mit den Algorithmen einer Wienerin programmierter Sidekick, der auch gerne mal ein rebellisches Eigenleben entwickelt. Aber kann man überhaupt etwas Fundiertes über die Zukunft sagen? Vince Ebert behauptet: Ja! Schließlich wird nur die Zukunft selbst seine kühnen Behauptungen widerlegen könnten. Höchst unterhaltsam sind sie schon jetzt.

Sonntag, 08.10. / 21.00 Uhr /  3satfestival 2017: Horst Evers: Der kategorische Imperativ
ist keine Stellung beim Sex
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung

Man muss keinen Flughafen bauen, um den Tücken des Alltags zu begegnen: Horst Evers erzählt Geschichten von der Schönheit des Scheiterns.

Liebevoll und entlarvend, heiter bis poetisch und gnadenlos komisch. Beim 3satfestival präsentiert der Kabarettist die schönsten, absurdesten und lustigsten Geschichten aus dem aktuellen Bühnenprogramm.

Horst Evers ist ein klassischer Vorleser: Er liest, ruft, zischt und wummert seine Geschichten heraus und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in seinen grandios überzeichneten Alltag. Er selbst nennt sich der "Geschichtenerzähler aus Berlin".

Sein Programm - viele kleine, harmlos beginnende Erzählungen rund um die Themen Anstand, Moral und was man so dafür oder auch davon hält - fasst der Künstler gleich selbst zusammen: "Das Leben ist wunderbar, macht aber leider häufig auch viel Arbeit". Vor allem aber ist es ein grandioser Spaß. Für das Publikum genauso wie für ihn selbst.

Horst Evers gibt Antworten auf die Fragen, die nie gestellt worden sind: Wie können wir den mannigfaltigen Tücken des Daseins begegnen? Er macht den Alltagstest und erzählt Geschichten mitten aus dem Hier und Jetzt. Er verbessert fremde Sprachen derart, dass man sie versteht, ohne sie zu sprechen; er entwickelt Sportarten, deren Ausübung man vor dem eigenen Körper geheim halten kann; lässt sich online massieren und findet endlich sinnvolle Kompromisse für die respektvolle Smartphone-Nutzung während persönlicher Gespräche: "Ein Stirnband mit einer Halterung für das Smartphone des Partners. Sie trägt mein Telefon vor der Stirn, ich trage ihres vor der Stirn, und so können wir gleichzeitig Mails checken und uns trotzdem innig in die Augen schauen. Ist auch für die Körperhaltung besser."

Er schlägt der NSA vor, seine Überwachung von nun an selbst zu übernehmen und regelmäßig Bericht zu erstatten, möchte aber von den eingesparten Kosten profitieren. Auch unterwirft er Kants kategorischen Imperativ und die Lehrsätze anderer großer Denker dem Test und kommt alles in allem zu dem Ergebnis: So komisch war Alltag noch nie!

Montag, 09.10. / 02.10 Uhr / Best of PULS Open Air 2016
Crystal Fighters
Schloss Kaltenberg
(Erstsendung: 16.09.2016)
ARD/BR

Bewusstseinserweiternde Melodien, hypnotische Beats und infektiöse Lyrics - der energiegeladene Sound der Crystal Fighters ist ein Trip für sich. Das beweisen sie auch auf Schloss Kaltenberg.

Die mysteriösen Engländer sind ein musikalischer Meltingpot, und auf der Bühne pushen sie sich selbst und das komplette Publikum ans absolute Maximum. Nicht umsonst haben sie den Ruf als einer der besten Live-Bands Europas.

Montag, 09.10. / 03.10 Uhr / SWR3 New Pop Festival 2017 - Das Special
Moderation: Barbara Schöneberger
(Erstsendung: 22.09.2017)
ARD/SWR

Auch 2017 ist Baden-Baden Schauplatz des "SWR3 New Pop Festivals". Barbara Schöneberger präsentiert Newcomer und internationale Weltstars im berühmten Festspielhaus in Baden-Baden.

Höhepunkt ist die Verleihung des "SWR3 Pioneer Of Pop-Awards". Ein Abend voller Überraschungen, spektakulärer Duette und unterhaltsamer Aktionen.

Montag, 09.10. / 04.55 Uhr / Bê Ignacio
SWR1 Kopfhörer live, Oktober 2016
(Erstsendung: 13.08.2017)
ARD/SWR

Bê Ignacio verbindet ihre brasilianischen Wurzeln musikalisch mit den Einflüssen ihrer vielen Reisen und ihrer Wahlheimat Deutschland zu einem mitreißenden Sound-Gemisch.

Sie ist viel unterwegs, immer auf der Suche nach Einflüssen und nach der eigenen Seele. Die gesammelten Erfahrungen fließen in ihre Musik. Was Bê Ignacio bewegt, bringt sie zu Papier - und deshalb sieht sie ihre Songs auch als Lebensbekenntnisse.

Samstag, 14.10. / 20.15 Uhr / Nico Semsrott: Freude ist nur ein Mangel an Information 2017
3satfestival 2017
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Erfolgreich scheitern mit Nico Semsrott: Der Erfinder von Standup-Tragedy und Unglückskeksen ist der wohl traurigste Komiker der Welt - ein Glücksfall für das Kabarett!

Beim 3satfestival zeigt er die aktuelle Version seines Programms "Freude ist nur ein Mangel an Information" und beweist einmal mehr, wie viel Freude schlechte Laune machen kann. Ist das noch Kabarett oder schon Katharsis?

Selbst am Scheitern ist Nico Semsrott gescheitert. Schließlich war sein Plan, ein Modellbeispiel für Erfolglosigkeit zu werden. Doch seit Nico Semsrott beschlossen hat, als staatlich nicht anerkannter Demotivationstrainer zu arbeiten, geht es für ihn steil bergauf. In den sozialen Medien bricht er die Millionen-Schallmauer, seine Auftritte werden bejubelt und 2017 wird ihm auch noch der Deutsche Kleinkunstpreis verliehen. "Unter der dunklen Kapuze steckt ein heller politischer Kopf", enttarnt ihn die Jury. Sein Misserfolgsrezept ist gründlich in die Hose gegangen.

Tatsache ist: Mit seiner Anti-Haltung zur Gute-Laune-Comedy hat Nico Semsrott eine einzigartige Humorwelt erschaffen, die kein reiner Selbstzweck ist. Hinter Selbstironie und schaurig schöner Schwarzmalerei lauern bittere Wahrheiten über den Zustand der Welt. Intelligent und relevant enttarnt er Kapitalismus, Populismus, Fanatismus – mit scheinbar naiven Fragen und hängenden Schultern statt erhobenem Zeigefinger. Gerne illustriert er seine Geschichten mit "Phasenweise Pessimistischen Power-Point-Präsentationen".

Die Rebellion liegt ihm im Blut: Als Zehntklässler eines katholischen Gymnasiums schrieb Nico ebenso wie sein Bruder Arne für die Schülerzeitung "Sophies Welt". Sie mussten allerdings jeden Artikel von der Lehrerschaft absegnen lassen. Also gründeten sie eine eigene Zeitung, "Sophies Unterwelt", die umgehend von der Schulleitung verboten wurde. Das Spiel mit der Zensur stachelte die Jungredakteure erst richtig an: "Sophies Unterwelt" wurde zur besten Schülerzeitung Hamburgs gewählt.

Mittlerweile ist Arne Journalist und engagiert sich für Informationsfreiheit – Nico war lange auf Poetry Slams unterwegs und ist längst auf den großen Kabarettbühnen angekommen. Auch in der "heute-show" oder in der "Anstalt" ist er gern gesehener Gast.

Samstag, 14.10. / 21.00 Uhr / Hennes Bender: Luft nach oben
3satfestival 2017
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Moderation: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Der "Comedy-Hobbit" Hennes Bender beweist durch Gesellschaftskritik mit Hang zum Unfug und einer gesunden popkulturellen Verstrahlung, dass Kabarett und Comedy keine Gegensätze sind. Es sind die kleinen Anekdoten, die dem alltäglichen Irrsinn einen Namen geben. Es sind aber auch die großen, politischen Gegebenheiten, die vor lauter Luft nach oben von Hennes Bender auf Augenhöhe zerlegt werden. Und natürlich darf nerdig-kindische Begeisterung für die richtig wichtigen Unwichtigkeiten filmischer Popkultur nicht fehlen.  Hennes Bender verschmilzt Kabarett mit Comedy zu einem 1,62 Meter großen Kraft-Paket voller quirliger Satz-Stakkati. Ein Kind gebliebener Fast-50-er, der den Irrsinn in der Welt nicht eliminieren, sondern sich darin baden möchte. Der nicht über den Dingen schwebt, sondern gemeinsam mit seinem Publikum gen Himmel schaut und feststellt: Da ist noch Luft nach oben.

Samstag, 14.10. / 21.30 Uhr / Simon & Jan: Halleluja!
3satfestival 2017
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Moderation: Volker Weicker
3sat

Simon & Jan kombinieren filigrane Gitarren, Harmoniegesang und bitterbös-komische Texte derart meisterhaft, dass sie in kürzester Zeit zur festen Größe der Kleinkunstszene geworden sind.

Intelligente Texte aus popkulturellen Versatzstücken, schräge Reime, deren hintergründiger Sinn sich manchmal genüsslich langsam im Gehirn entfaltet, und überraschende Wendungen, Ecken und Kanten: Das zeichnet das Liedermacher-Duo aus.

Und musikalisch bieten die zwei Gitarristen eine Ohrenweide. Feiner Harmoniegesang wechselt sich mit a-cappella-artigen Rhythmusfiguren ab, souveräne Stilwechsel jagen durch die Songs und wunderschöne Gitarrenarrangements hüllen die oft bitterbösen und skurrilen Textzeilen in einen Harmoniemantel, der dann schlagartig fallengelassen wird und das Publikum lachend aus der Genusswolke reißt.

Auch in ihrem neuen Programm "Halleluja!" wird der Erwartungshaltung des klassischen Kabarettpublikums von den beiden Mittdreißigern mit diabolischem Spaß ein Bein nach dem anderen gestellt. Hier wird dem Bürger aufs Maul, in den Kopf und in den Facebook-Account geschaut. Man fühlt sich angesprochen und gemeint, genauso wie zuweilen ertappt und entlarvt. Sie singen sich in den Kopf ihres Zuhörers, um ihn sogleich vor selbigen zu stoßen. Und wenn sie ihr Publikum doch einmal bei der Hand nehmen, dann nur, um es sanft in den nächsten Abgrund zu reißen. Dabei sind ihre Texte saukomisch, teils ins Absurde überdreht und die zeitgeistigen Grenzen der politischen Korrektheit gern mal übertretend. Sie stehen mit Riesenmagneten vor Piercing-Shops, begeben sich auf die Suche nach der Eierleckenden Wollmilchsau und das moralische Dilemma der Wohlstandsgesellschaft klingt bei ihnen in etwa so: "Mein Leben ist ein Ponyhof, doch leider find ich Ponys doof."

Ein Halleluja auf das musikalischste Himmelfahrtskommando, seit es Liedermacher gibt.

Samstag, 14.10. / 22.00 Uhr / Konrad Stöckel: Wie man mit AC/DC das Licht ausmacht
3satfestival 2017

3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
Erstausstrahlung
3sat

Wenn Konrad Stöckel auftritt, steht nicht nur das 3sat-Zelt unter Strom. Eine irre Physik-Chemie-Zauber-Unterhaltungs-Show mit Knalleffekt. Staunen, aber nicht nachmachen!

Konrad Stöckel ist Comedian, Autor, Entertainer, Moderator, Zauberkünstler – und der garantiert verrückteste Professor auf deutschen Bühnen. Endlich ist er nun auch beim 3satfestival zu Gast und verspricht "eine Show, die man nicht so schnell vergessen wird".

Dass 13-Jährige zu Experimentierfreude neigen, ist nichts Ungewöhnliches. Vor allem, wenn es dabei um Rauch und Magie, Technik und Gefahren aller Art geht. Der kleine Konrad aber ist schon immer gern einen Schritt weiter gegangen als die anderen Jungs: Ein Zauberkasten, ein Buch über Freaks und Sensationskünstler, dazu eine Überdosis Neugier und Angstfreiheit – fertig war der pubertierende Extrem-Entertainer Konrad Stöckel. Und das war erst der Anfang.

Konrad Stöckel ist nicht einmal volljährig, als er 1995 vom Magischen Zirkel Berlin für die "publikumswirksamste Darbietung" ausgezeichnet wird. Im selben Jahr verspeist er seine erste Glühbirne. Es folgen zahllose TV-Auftritte zwischen wissenschaftlichen Experimenten und grobem Unfug, eine eigene Fernseh-Show, Tourneen mit Abstechern bis in die USA und nach China. Nebenbei beteiligt er sich an Theaterproduktionen, hält Vorträge an Hochschulen und engagiert sich für sozial benachteiligte Kinder in seiner Heimatstadt Hamburg.

Konrad Stöckel ist ein echtes Multitalent mit Herz, Hirn und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Weil ein Stöckel nicht ausreicht, hat er sogar ein Alter Ego entwickelt: Als "Fat King Konrad" verbindet er regelmäßig seine gewagtesten Experimente zu nicht ganz jugendfreien "Ab 18"-Vorstellungen. Er erzeugt Bierfontänen mit Schall, wandert über Flüssigkeiten, verwandelt Glasflaschen in Flugzeugdüsen und stoppt Ventilatoren mit der Zunge – kurz: Er lässt die Grenzen zwischen Wissenschaft, Illusionskunst und reinem Quatsch spielerisch verschwinden. Hauptsache, es macht Spaß.

Für das 3satfestival hat Konrad Stöckel nun ganz exklusiv eine eigene Show entwickelt, die dem Ambiente gerecht wird: Entertainment, Humor und Erkenntnisgewinn – garantiert mit Knalleffekt. Zuschauer in den ersten Reihen seien gewarnt: Es wird nicht nur laut und lustig, sondern auch hin und wieder interaktiv.

Samstag, 14.10. / 22.30 Uhr / Kulturzeit extra: Frankreich lesen
Kulturzeit erkundet das Gastland der Frankfurter Buchmesse
Film von Susan Christely
Erstausstrahlung
3sat

Frankreich, für das Savoir-vivre bekannt, muss sich Terror, Rechtspopulismus und Migrationsproblemen stellen. "Kulturzeit" zeigt, wie sich das in der französischen Literatur widerspiegelt.

Derzeit erlebt Frankreich einen intensiven Wandel, der von vielen Menschen als Zerreißprobe für die Gesellschaft wahrgenommen wird. Die Literatur sucht nach Erklärungen und Lösungen.

"Wir befinden uns in einer totalen, beschämenden Paranoia", sagt Jérôme Ferrari und regt sich über die Franzosen auf, die Angst vor Überfremdung haben. Diese Angst und eine fehlende Willkommenskultur sind für ihn Gründe für den Erfolg des Front National. Er lebt auf Korsika, der immer noch nach Unabhängigkeit strebenden französischen Insel. Mehr als alles andere ist für Ferrari die französische Sprache das Bindeglied für die Gesellschaft. Auch sein Denken, Fühlen und Schreiben sind von ihr geprägt, genauso wie für den Algerier Kamel Daoud.

Nach dem Algerienkrieg geboren, kritisiert Daoud nicht nur die Kolonialherrschaft Frankreichs, sondern auch die selbst angenommene Opferhaltung seiner muslimischen Landsleute, weshalb er mit einer Fatwa belegt worden ist. Für den auf der Karibikinsel Martinique, im Übersee-Département, geborenen Patrick Chamoiseau sind nach wie vor "die Kinder der Kolonisation lebendig, auch wenn die koloniale Macht längst beendet ist." So ist der Blick von außen auf Frankreich für viele Autoren ebenso wichtig wie die Analyse der Gesellschaft von innen. Das kann wie bei der in Marokko geborenen Leila Slimani das tragische Aufeinandertreffen verschiedener sozialer oder ethnischer Gruppen sein, oder wie bei Tristan Garcia die Suche nach einer sinnstiftenden Identität.

Auch in den Comics, denen in Frankreich ein hoher literarischer Stellenwert eingeräumt wird, werden gesellschaftliche Probleme behandelt. Andere Comics, wie die des bekannten Autors Bastien Vivès erzählen auf poetisch eindringliche Weise eher Abenteuer, Liebes- und moderne Fantasiegeschichten.

Samstag, 14.10. / 02.40 Uhr / Das blaue Sofa ~ Gespräche von der Frankfurter Buchmesse
Erstausstrahlung

Herausragende Autoren und prominente Moderatoren finden sich zum Gespräch auf dem "blauen Sofa" ein und stellen die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen vor.

Sonntag, 15.10 / 10.15 Uhr / lesArt
Moderation: Christian Ankowitsch
(Erstsendung: 02.10.2017)
ORF

Christian Ankowitsch stellt Neuerscheinungen vor, begrüßt bekannte Autorinnen und Autoren und gibt Tipps für Lesende und Lesemuffel.

Gast ist diesmal unter anderem der junge österreichische Autor Robert Prosser, der mit seinem Roman "Phantome" auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis gelandet ist. Eine Sendung rund um die Frage: Was heißt es, "politische Literatur" zu schreiben?

Darüber hinaus eine weitere Folge der Reihe "Kleinverlage im Porträt".

Sonntag, 15.10 / 10.45 Uhr / Literaturclub
SRF

"Literaturclub" diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt.
In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 15.10 / 12.00 Uhr / Best of Buchzeit extra
Bücher und Themen am 3sat-Stand
Erstausstrahlung
3sat

Fünf Tage lang stehen Schriftsteller, Journalisten und Wissenschaftler am 3sat-Stand auf der Frankfurter Buchmesse Rede und Antwort zu ihren neuen Büchern.

"Best of Buchzeit extra" zeigt das Beste davon in ausführlichen Ausschnitten.

Sonntag, 15.10 / 20.15 Uhr / Philipp Weber: Weber N°5 - Ich liebe ihn!
3satfestival 2017
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Moderation: Volker Weicker
3sat

Er ist ein leidenschaftlicher Verbraucherschützer und weiß: Marketing ist alles und kann alles. Philipp Weber stellt sich der Totalvermarktung des Lebens entgegen.

Sein neues Programm "Weber N°5" ist eine heitere Gebrauchsanweisung für den freien Willen. Der Titel erinnert an einen Duft, der seit fast 100 Jahren erfolgreich vermarktet wird. Um die Macht des Marketings, um Werbung und Manipulation geht es darin.

Und auch um die Frage, ob sich ein Kabarettist nach allen Regeln der Kunst vermarkten lassen sollte.

Der Mensch kauft Dinge, die er nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die er nicht mag. Und warum machen wir mit? Marketing! Es vernebelt den Verstand des Menschen und regt seine wichtigsten Sinne an: den Blödsinn, den Wahnsinn und den Irrsinn. Egal, ob Manager oder Politiker, ob Terrorist oder der eigene Lebenspartner - alle wollen uns ständig irgendetwas andrehen: eine Weltanschauung, eine Wahrheit, eine Diät oder noch ein Kind.

Philipp Weber ist ein Turbo-Quassler. Er redet schnell, philosophiert, reflektiert, ereifert sich oder geht wie das legendäre HB-Männchen in die Luft. Weber wirft mit originellen Sprüchen, Kalauern und satirischen Spitzen nur so um sich und lässt pausenlos Pointen kübelweise auf das Publikum los. Der Kabarettist echauffiert sich einerseits über Zeitgeist-Idioten, bringt anderseits scharfsinnige Beobachtungen zu gesellschaftlich relevanten Themen zur Sprache.

Redaktionshinweis: Als nächste Aufzeichnung vom diesjährigen 3satfestival 2017 zeigt 3sat am Samstag, 18. November, um 21.45 Uhr "Patricia Kaas".

Montag, 16.10 / 17.00 Uhr / Elvis und Priscilla - Der King und das Mädchen
(aus der Reihe "ZDF-History")
(Erstsendung: 11.01.2015)
ZDF

Es klingt wie ein modernes Märchen: Ein Teenager erobert das Herz des King of Rock 'n' Roll. Elvis ist wie verzaubert, als er die 14-jährige Priscilla Beaulieu 1959 das erste Mal trifft.

Doch die Begegnung ist arrangiert, die Schülerin hat alles dafür getan, ihr Idol zu treffen. Alsbald findet sich die minderjährige Freundin des Superstars allein in dessen Villa in Memphis, während Elvis als vorgeblicher Junggeselle auf Tournee geht.

Erst Jahre später heiraten die beiden, obwohl ihre Liebe längst abgekühlt ist. Auch Priscilla hat Affären. Für sie gleicht die Scheidung im Oktober 1973 einem Befreiungsschlag.

Die Autorinnen Natascha Walter und Annette Baumeister blicken für "ZDF-History" hinter den Mythos dieser "Jahrhundertliebe". Ein Mythos, den Priscilla Presley als heutige Regentin des Presley-Imperiums mit allen Mitteln verteidigt: Dafür lässt sie sich 1988 sogar gerichtlich bestätigen, als Jungfrau in die Ehe gegangen zu sein.

Montag, 16.10 / 17.45 Uhr / Mordfall Marilyn? Die geheimen Monroe-Tapes
(aus der Reihe "ZDF-History")
(Erstsendung: 24.05.2015)
ZDF

Um den plötzlichen Tod Marilyn Monroes ranken sich bis heute Spekulationen. Offenbaren Tonbandaufnahmen die Wahrheit über das Ende der Film-Diva?

Liefern sie den letzten Beweis für einen Mord oder ist die Existenz der Tonbänder frei erfunden? "ZDF-History" prüft die Aussagen damaliger Ermittler und Augenzeugen, spürt zwischen Mythos und Wahrheit dem "Fall Monroe" nach.

Niemand kannte die Schattenseiten des Ruhms besser als sie: unerfüllte Liebschaften, Selbstzweifel, Drogenkonsum. Doch trotz aller Rückschläge blickte Marilyn Monroe im Sommer 1962 eigentlich optimistisch in die Zukunft. Privat stand sie kurz davor, ein viertes Mal zu heiraten. Vor diesem Hintergrund scheint ihr plötzlicher Tod bis heute rätselhaft.

Montag, 16.10 / 02.10 Uhr / Eric Clapton: Slowhand at 70
Royal Albert Hall, London, Großbritannien, 2015
Regie: Blue Leach
3sat

Eric Clapton feiert seinen 70. Geburtstag mit sieben Konzerten in der Royal Albert Hall. Über 200 Mal stand er auf Londons bekanntester Bühne, das erste Mal 1964 mit den Yardbirds.

Den Auftritt am 15. Mai 2015 widmet Eric Clapton seinem Freund und Mentor B. B. King, der am Tag zuvor verstorben ist. Begleitet wird Eric Clapton von Sänger und Pianist Paul Carrack, Schlagzeuger Steve Gadd, Bassist Nathan East und Pianist Chris Stainton.

Der 19-fache Grammy-Gewinner legt mit "Forever Man" sein neues Best-of-Album vor. 1945 im britischen Ripley in Surrey geboren, prägt sein Gitarrenspiel in den 1960er-Jahren Bands wie die Yardbirds, John Mayalls Bluesbreaker und die erste "Supergroup" der Musikgeschichte, Cream. In dieser Zeit schreiben seine Fans "Clapton is God" auf die Londoner Häuserwände. Mit Steve Winwood gründet er 1969 die Gruppe Blind Faith, bevor er 1970 mit Derek and The Dominos den Jahrhunderthit "Layla" aufnimmt. Im gleichen Jahr startet Clapton mit dem Album "Eric Clapton" seine Solokarriere und feiert 1974 mit dem US-Top-10-Album "461 Ocean Boulevard" seinen Durchbruch. Seinen Spitznamen "Mr. Slowhand" verdient er sich durch sein enorm entspanntes Gitarrenspiel, mit dem er auf dem gleichnamigen Album von 1977 brilliert.

Montag, 16.10 / 03.25 Uhr / Jeff Lynne's ELO: Hyde Park 2014
Hyde Park, London, Großbritannien, 2014
Regie: Janet Fraser Crook
3sat

Nach 28 Jahren steht Jeff Lynne am 14. September 2014 wieder live auf einer Bühne. Mit seinem Electric Light Orchestra begeistert er das Publikum im Londoner Hyde Park mit seinen großen Hits.

"Ich bin schon lange nicht mehr live aufgetreten und weiß, dass sich viele Fans einen Auftritt wünschen", sagt Jeff Lynne, der im Dezember 2015 68 Jahre alt wird. 50 000 Fans bereiten dem britischen Komponisten, Sänger und Gitarristen ein triumphales Comeback.

Fast ein wenig schüchtern, fast ungläubig, steht Jeff Lynne mit Vollbart, Sonnenbrille und prächtigem Lockenkopf auf der gigantischen Bühne, die im Hintergrund immer wieder vom weltbekannten Raumschifflogo dominiert wird, dessen Vorlage der bunte Lautsprecher einer Wurlitzer Jukebox ist. In 15 Minuten verkaufen sich die Eintrittskarten zu diesem Konzert, das auf eine Idee des BBC DJs Chris Evans zurückgeht: Er fragt seine Zuhörer nach einem Wohltätigkeitskonzert von Jeff Lynne, ob sie ELO wieder live sehen wollten und die Reaktionen sind überwältigend.

1970 gründet Jeff Lynne das Electric Light Orchestra, das mit einer Mischung aus Klassik und Rock dort weitermachen will, wo die Beatles mit "I Am the Walrus" aufgehört haben. Dieser großen Ansage folgen über ein Jahrzehnt lang große Melodien im üppigen, orchestralen Sound. ELO bestimmen den Sound der 1970er-Jahre und landen 1980 mit "Xanadu", gesungen von Olivia Newton-John, einen weiteren Welthit, der bis heute in den Radios gespielt wird. 1987 beendet Jeff Lynne das Kapitel ELO. Er ist froh, nicht mehr auf Tournee gehen zu müssen, und sagt: "Damals war es mörderisch, die Celli und die Violinen einigermaßen einzurichten. Es klang nie so wie wir es wollten."

Jeff Lynne zieht sich wieder in sein geliebtes Studio zurück und lässt sich 1988 auf die Gründung einer Supergroup ein: Zusammen mit George Harrison, Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan gründet er die Travelling Wilburys. 2001 missglückt ein ELO–Comeback und Jeff Lynne scheint in Vergessenheit zu geraten. Doch Lynnes keyboardlastiger Kompositionsstil erfährt durch Coldplay und Daft Punk eine Renaissance. 2012 erreicht er mit zwei ELO-Alben und einem Solo-Werk die Top 10 in Großbritannien und willigt schließlich ein, wieder live mit ELO auf der Bühne zu stehen. "Es fühlte sich bei den ersten Proben an, als ob ich ein Paar alte Stiefel angezogen hätte, aber bald fühlte es sich an wie ein Paar bequemer Schlappen," freut sich Jeff Lynne über das gelungene Comeback mit den großen Hits wie "Evil Woman", "Livin' Thing", "Turn to Stone", "Telephone Line" und natürlich "Mr. Blue Sky". Eine Welttournee schließt Jeff Lynne nicht aus: "Sag' niemals nie, aber es wäre schön, wenn man einen Weg finden würde es zu tun, aber ohne irgendwo hingehen zu müssen."

Montag, 16.10 / 04.20 Uhr / Tina Turner: One Last Time
Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2000
Regie: David Mallet
3sat

Am 15. und 16. Juli 2000 rockt Tina Turner das Wembley Stadium in London. Vor ausverkauftem Haus präsentiert sich die Soul-Queen in atemberaubender Form und feiert die Hit-Party des Jahres.

Es ist die achte Konzerttour und soll laut Tina auch ihre letzte sein. Die triumphale "Twenty Four Seven Millenium Tour" beginnt am 23. März 2000 im amerikanischen Minneapolis und endet nach Konzerten in Kanada und Europa am 6. Dezember 2000 in Anaheim, Kalifornien.

"Das Ganze ist wie ein Theaterstück, ein kleiner Film", verrät Tina Turner damals den CBS News. "Ich liebe diesen gigantischen Aufwand, die mehrstöckige Bühne, die Action, die 18 Kameras und das Spiel zwischen meinen Tänzerinnen und mir." Gedacht als Promotion-Tour für ihr letztes Album "Twenty Four Seven", macht Tina das Unternehmen zur Abschiedstournee: "Ich stehe seit 44 Jahren auf der Bühne und sollte meine Tanzschuhe jetzt an den Nagel hängen. Mit Janet Jackson kann ich nicht mehr mithalten und ich bin keine Diva wie Diana Ross. Ich bin Rock 'n' Roll und glücklich es noch einmal machen zu können, damit mich meine Fans in guter Erinnerung behalten."

2008 erfolgt der Rücktritt vom Rücktritt: Tina Turner steht am 1. Oktober in Kansas wieder auf der Bühne, die Tickets dafür sind binnen zwei Minuten ausverkauft.

Montag, 16.10 / 05.20 Uhr / Annie Lennox: Nostalgia
Orpheum Theatre, Los Angeles, USA, 2015
Regie: Natalie Johns
3sat

Die Stilikone des New Wave hat sich einen Herzenswunsch erfüllt: "Ich bin im Herbst meines Lebens, deshalb wollte ich ältere Lieder aufnehmen. Lieder, die mich mein ganzes Leben begleiten."

Annie Lennox, der weibliche Teil der Eurythmics, eines der erfolgreichsten Pop-Duos der letzten Jahrzehnte, entscheidet sich ganz bewusst für die Ohrwürmer, die schon hundertfach eingespielt wurden und als lästige Fahrstuhlmusik ihr Dasein fristen.

"Ich wollte versuchen, ihnen wieder etwas von ihrer Würde und ihrem Glanz zurückzugeben", sagt Annie Lennox, die sich damit in guter Gesellschaft befindet: Adele, Michael Bublé, Robbie Williams und Lady Gaga sind schon länger erfolgreich auf dem Retro-Trip, doch Annie Lennox macht es anders, sie geht weiter und befreit mit ihren eindringlichen Interpretationen die Klassiker von pomadigen Arrangements.

Schon kurz nach Erscheinen steigt das Album auf Platz 1 der Billboard Jazz Charts. "Memphis in June", "Georgia on My Mind", "Summertime" oder "Mood Indigo" erleben ihre Renaissance im Konzert vom 28. Januar 2015, das Annie Lennox im fast 100-jährigen historischen Vaudeville-Theater "The Orpheum" in Los Angeles gibt.

"Madonna, bitte ein Beispiel nehmen! Mit 'Nostalgia' kommt Annie Lennox musikalisch im Herbst des Lebens an und verhilft Jazz-Klassikern zu neuer Blüte", schreibt der "Spiegel" im Oktober 2014.

Samstag, 21.10. / 09.50 Uhr / Sommernachtskonzert 2017 mit Renée Fleming
Schlosspark Schönbrunn, Wien
Mit Renée Fleming (Sopran)
Orchester: Wiener Philharmoniker
ORF

Musikalische Leitung: Christoph Eschenbach
(Erstsendung: 25.05.2017)

Ein besonderes Open‑Air‑Konzert fand am Abend des 25. Mai im barocken Ambiente des Schönbrunner Schlossparks statt: das Sommernachtskonzert Schönbrunn 2017.

Die Wiener Philharmoniker boten bei freiem Eintritt stimmungsvolle Musik unter der Leitung des weltberühmten Dirigenten Christoph Eschenbach. Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war die Sopranistin Renée Fleming.

Der hoch geschätzte Gastdirigent großer Orchester und Opernhäuser der Welt, Christoph Eschenbach, wurde in Breslau geboren. Seit 2010 leitet er das John F. Kennedy Center for the Performing Arts sowie das National Symphony Orchestra in Washington D.C. Im Laufe seiner Karriere leitete Christoph Eschenbach auch das Tonhalle‑Orchester Zürich (1982 ‑ 1986), das Houston Symphony Orchestra (1988 ‑ 1999), das Ravinia Festival (1994 ‑ 2003) und das Philadelphia Orchestra (2003 ‑ 2008).

Die Amerikanerin und Solistin Renée Fleming gehört zu den begehrtesten Sopranistinnen der Welt. Renée Fleming, deren Eltern als Gesangslehrer arbeiteten, verbrachte ihre Kindheit in Rochester, New York. Ihre erste Gesangsausbildung erhielt sie an der Crane School of Music der State University of New York (SUNY) in Potsdam, unter anderem bei der Gesangslehrerin Patricia Misslin. Von 1983 bis 1987 studierte sie weiter an der Eastman School of Music und an der renommierten Juilliard School in New York.

Die Wiener Philharmoniker gelten zu Recht als prominenter Exportartikel Österreichs im Kulturbereich. Das Orchester möchte allen Gästen der Stadt genauso wie den Wienern ein musikalisches Live‑Erlebnis bieten und knüpft damit an die letzten Jahre an, denn seit 2004 ist dieses Event sehr erfolgreich: Etwa 100 000 Besucher waren es allein 2016, die dieses Konzert‑Highlight im Schlosspark genossen. Einen stimmungsvolleren Rahmen als die prächtige Kulisse des Schönbrunner Schlosses und seiner barocken Parkanlage, die zum UNESCO‑Weltkulturerbe zählt, könnte man sich wohl kaum vorstellen.

Das Besondere an diesem Konzert ist auch die weltweite Fernseh‑Übertragung in über 70 Länder ‑ wenn auch nicht überall live.

Samstag, 21.10. / 20.15 Uhr / Der Wagner‑Clan. Eine Familiengeschichte
Fernsehfilm, Deutschland 2013
ORF/ZDF

Cosima Wagner: Iris Berben
Cosima Wagner (jung): Friederike Becht
Richard Wagner: Justus von Dohnányi
Siegfried Wagner: Lars Eidinger
Isolde Wagner: Petra Schmidt‑Schaller
Eva Wagner: Eva Löbau
u. a.
Buch: Kai Hafemeister
Regie: Christiane Balthasar
Länge: 110 Minuten

Rivalitäten, Intrigen, Größenwahn, geheime Affären, himmelstürmende Erfolge und ergreifende Niederlagen: Der Wagner‑Clan liefert den perfekten Stoff für eine pralle Familiensaga.

1883: Cosima Wagner klammert sich an den Leichnam ihres Mannes Richard. Unfähig, seinen Tod zu akzeptieren, schwört sie ihre Kinder auf ihre "heilige Pflicht" ein: Isolde, Eva und Siegfried sollen ihr Leben ganz in den Dienst von Wagners Werk stellen.

Die Zukunft von Bayreuth steht auf dem Spiel. Zwar gelingt es Cosima, sich als neue Festspielleiterin durchzusetzen. Doch damit die Festspiele in Familienhand bleiben, muss eines der Kinder ihre Nachfolge antreten ‑ und Nachkommen in die Welt setzen. Siegfried scheint dafür nicht geeignet. Als durchsetzungsfähiger erweist sich die Älteste, Isolde. Gemeinsam mit dem jungen Dirigenten Franz Beidler träumt sie davon, Bayreuth zu erneuern. Als sie schließlich den ersehnten "Stammhalter" zur Welt bringt, scheint die Frage der Nachfolge beantwortet. Doch die Intrigen des mit Cosima befreundeten Schriftstellers Houston Chamberlain treiben einen Keil zwischen die Geschwister und ihre Mutter. Siegfried soll sich gegen Beidler behaupten ‑ woraufhin dieser den schwulen Schwager bei der Schwiegermutter denunziert. Als Isolde zu ihrem Mann hält, wird sie von Cosima enterbt. Wütend klagt sie vor Gericht ihr Recht ein: Auch wenn ihre Mutter bei ihrer Geburt noch mit Hans von Bülow verheiratet war ‑ jeder weiß, Isolde ist die leibliche Tochter Richard Wagners. Beweise gibt es dafür allerdings nicht. Isolde verliert den Prozess. Verarmt stirbt sie Jahre später an Tuberkulose. Doch die Erinnerung an Wagners Lieblingstochter, seine "Brünnhilde", lebt im Hause Wagner fort: Siegfried, von Cosima zu einer Ehe gedrängt, zeugt mit der viel jüngeren Winifred vier Kinder ‑ und in der Jüngsten erkennt er den rebellischen Geist von Isolde wieder: Friedelind lässt sich von niemandem einschüchtern, schon gar nicht von "Onkel Wolf" ‑ dem jungen Adolf Hitler, der neuerdings bei Wagners ein und aus geht.

Samstag, 21.10. / 22.05 Uhr / Der Preis der Anna‑Lena Schnabel
Film von Jan Bäumer
Erstausstrahlung
3sat

Als die hochbegabte Saxophonistin Anna‑Lena Schnabel den "Echo Jazz" 2017 erhält, erlebt sie den prinzipiellen Konflikt zwischen Authentizität und Erfolg im Musikbusiness.

Anna‑Lena Schnabel sieht die Chance, durch die Preisverleihung, die im Fernsehen übertragen wird, mehr Menschen zu erreichen. Doch stellt dies die Künstlerin auch vor eine entscheidende Frage: Muss sie Kompromisse eingehen, um von ihrer Musik leben zu können?

Anna‑Lena Schnabel wächst in einfachen Verhältnissen auf. Dank ihrer Hochbegabung überspringt sie eine Klasse, macht ihr Abitur mit Eins. Eine sichere Zukunft steht ihr offen, wäre da nicht die Leidenschaft für Musik.

Statt Psychologie, Jura oder Lehramt zu studieren, wird sie professionelle Jazzsaxophonistin und möchte nur von ihrer Musik leben. Freunde, Familie, selbst Jazzmusiker warnen sie, denn als Frau hat man es doppelt schwer, sich in der traditionell männlich geprägten Szene durchzusetzen. Dank Stipendien und Preisen läuft es jedoch erst einmal, Musiker‑Kollegen und Medien sind beeindruckt. So virtuos, facettenreich und vor allem so schonungslos ehrlich gibt sonst niemand sein Innerstes musikalisch preis.

Doch ausgerechnet dieses Markenzeichen steht Schnabel bei ihrem Ziel, vom Jazz zu leben, im Weg ‑ denn ihre Musik ist nicht gefällig, und verbiegen lässt sie sich nicht.

Samstag, 21.10. / 22.50 Uhr / Jojo Mayer ‑ Changing Time
Dokumentarfilm von Alexis Amitirigala, Schweiz 2016
Länge: 54 Minuten
SRF

Aufgewachsen ist Jojo Mayer am Zürichsee mit einem Krokodil im Wohnzimmer. Als Kind lebte er in Asien, Italien und Spanien, und Schlagzeug spielt er, seit er sitzen kann.

Sein Leben ist eine stetige Reise auf der Suche nach neuer Musik, nach Ideen und Wegen in die Zukunft. Der Dokumentarfilm spiegelt Mayers Arbeit als Musiker und Innovator und taucht ein in die schillernde Welt seiner Gedanken.

Jojo Mayer ist nach New York ausgewandert, um den Jazz zu finden ‑ und hat etwas ganz anderes gefunden: seine eigene Musik, seine Band Nerve. Er spielt Konzerte auf allen Kontinenten. Es verschlägt ihn an die skurrilsten Plätze der Welt. Er entwickelt Perkussionsinstrumente, produziert wegweisende Lernvideos über Schlagzeugtechnik und wird als Ikone verehrt, von Tokio über London bis Hongkong. Er behält alle Fäden in der Hand, organisiert seine Tourneen selbst. Und nicht selten kämpft er gegen Windmühlen ‑ auch gegen die eigenen.

Kein Geringerer als der legendäre Bowie‑Produzent Brian Eno bezeichnete kürzlich Jojo Mayer als großen Drummer, der stellvertretend für die wirklich gute Musik unserer Zeit steht. Auch ihn beeindruckt Mayers spielerischer, scheinbar grenzenloser Umgang mit Rhythmen und die Art, wie er mit der Wahrnehmung von Zeit spielt. In der Dokumentation "Jojo Mayer ‑ Changing Time" geht es um Zeit. Aber auch um andere Zeiten.

Sonntag, 22. 10.: Die Hörbigers ‑ Ein 3sat Thementag

Sonntag, 22.10 / 11.05 Uhr / Die Hörbigers ‑ Eine Schauspieldynastie (1/3): Vergangen, nicht vergessen
Film von Christian Reichhold
(Erstsendung: 25.12.2015)
ORF

Ihre Gesichter zählen zu den bekanntesten der deutschsprachigen Theater‑ und Filmgeschichte: Paul Hörbiger, Paula Wessely und Attila Hörbiger.

Im ersten Teil von Christian Reichholds Dokumentation erinnern sich ihre mittlerweile selbst berühmten Nachkommen an diese ‑ aus heutiger Sicht ‑ nicht unumstrittenen Publikumslieblinge.

Paul Hörbiger, drehte neben Klassikern wie "Hallo Dienstmann", "Hofrat Geiger" und "Der dritte Mann" nicht nur 300 weitere ‑ heute oft auch zurecht vergessene ‑ Filme, sondern pflegte auch ein Privatleben, das genug Stoff für einen eigenen Film geboten hätte. Attila Hörbiger, der seinem älteren Bruder zunächst von Theater zu Theater folgte, machte schließlich selbst Karriere ‑ und zählte als Ehrenmitglied des Burgtheaters zu den größten Bühnenkünstlern seiner Zeit. Paula Wessely schließlich hätte 1934 mit "Maskerade" beinahe eine Weltkarriere gemacht, ließ sich dann aber in die Propagandamaschinerie des Dritten Reichs einspannen, anstatt nach Hollywood zu gehen.

Bisher nie veröffentlichte Privatfilme geben Einblicke in das Familienleben der Hörbigers abseits der Bühne. In selten gezeigten Interviews blicken "die Wessely" und das ungleiche Brüderpaar Paul und Attila auf ihre Karrieren zurück. Elisabeth Orth, Christiane und Maresa Hörbiger erinnern sich an ihre Kindheit in der "Hörbiger‑Villa" in der Wiener Himmelstraße, die nach mehr als einem dreiviertel Jahrhundert im Familienbesitz 2015 verkauft wurde. Christian Tramitz ("Der Schuh des Manitu") erzählt von sehr persönlichen Erlebnissen mit seinem Großvater, Paul Hörbiger. Zu Wort kommen außerdem die Autoren Gerhard Tötschinger und Georg Markus, sowie André Heller und Mavie Hörbiger.

Sonntag, 22.10 / 11.55 Uhr / Die Hörbigers ‑ Eine Schauspieldynastie (2/3): Bewahrung des Feuers
Film von Christian Reichhold
(Erstsendung: 26.12.2015)
ORF

Chance und Bürde ‑ beides birgt der große Name Hörbiger. Während Christiane und Maresa damit leben und arbeiten, wählte Elisabeth Orth den Mädchennamen ihrer Großmutter als Künstlernamen.

Im zweiten Teil von Christian Reichholds Dokumentation erinnern sich die drei Töchter von Paula Wessely und Attila Hörbiger an ihre Kindheit im "Hörbiger‑Haus" und an ihre Anfänge als Schauspielerinnen. Die wurden ihnen nämlich nicht leicht gemacht.

Elisabeth wollte zunächst Filmcutterin werden, für Christiane hatten die berühmten Eltern eine Laufbahn als Konditorin im Sinn, und Maresa tendierte zuerst zum Journalismus, dann Richtung Oper, ehe auch die jüngste der drei Töchter ihre Ausbildung zur Schauspielerei begann. In sehr persönlichen Gesprächen beleuchtet die "Zweite Generation" nicht nur die Sonnenseiten ihrer Familiengeschichte, sondern auch von kritischen, ja, lebensgefährlichen Situationen, vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie berichtet auch von den völlig unterschiedlichen Arbeitsweisen ihrer Eltern, die sie als Kinder hautnah miterlebten, und von ihrer späteren Zusammenarbeit mit einem stets wohlwollenden Vater und einer zumeist besorgten Mutter, die auf der Bühne mitunter sogar zur Konkurrentin werden konnte. Im Alter hochgeehrt erlebten Paula Wessely und Attila Hörbiger noch mit, wie ihre Kinder ‑ jedes auf seine Weise ‑ Karriere machten: Elisabeth und Maresa vor allem auf der Bühne, Christiane beim Film ("Schtonk" bekam sogar eine Oscar‑Nominierung) und beim Fernsehen. Einblicke ins Privatleben gibt zum Beispiel ein Film über die Hochzeit von Christiane Hörbiger mit Wolfgang Glück im Jahr 1962, sowie ein Bildbericht über die Beerdigung von Paul Hörbiger, der 1981, knapp vor seinem 87. Geburtstag starb.

Sonntag, 22.10 / 12.45 Uhr / Die Hörbigers ‑ Eine Schauspieldynastie (3/3): Wir spielen immer ...
Film von Christian Reichhold
(Erstsendung: 27.12.2015)
ORF

Im letzten Teil von Christian Reichholds Dokumentation über die Hörbigers kommt die mittlerweile erfolgreiche "Dritte Generation" zu Wort.

Paul Hörbigers Enkel Mavie Hörbiger und Christian Tramitz, sowie Maresas Sohn Manuel Witting, Christianes Sohn Sascha Bigler und Elisabeth Orths Sohn Cornelius Obonya, der wie einst sein Großvater Attila als "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen begeistert.

Sie alle erinnern sich an Begegnungen mit ihren Großeltern und an die Reaktionen in der Familie, als die von ihren Berufswünschen erfuhr. Vor allem das Verhältnis der angehenden Schauspieler zu ihren Großeltern, das zwischen Ehrfurcht, Angst und Respekt pendelte, bietet interessante Einblicke in ihre Anfänge. Bis auf Mavie mussten (oder durften) alle von ihnen ohne den großen Namen Hörbiger ins Berufsleben starten. Während "die Jungen" die Karriereleiter empor kletterten, absolvierten Paula Wessely und Attila Hörbiger ihre letzten Auftritte, ehe sie sich von der Bühne des Lebens verabschiedeten. Christiane Hörbiger und Maresa Hörbiger, die nach dem Tod der Wessely aus dem Hörbiger‑Haus das "Theater zum Himmel" machten, stehen ohne Vorbehalt zu ihrem Mutterstolz, während Elisabeth Orth, inzwischen Ehrenmitglied und Doyenne des Burgtheaters, mit dem Wort "Stolz" zwar hadert, die Leistungen ihres Sohnes Cornelius Obonya aber als "phänomenal" bezeichnet. Mittlerweile spielt auch schon die "Vierte Generation": Paul Sedlmeir, 1981 (im Todesjahr seines Großvaters) geboren (und daher nach ihm benannt), wird bereits für Hauptrollen in TV‑Krimis engagiert. Cornelius Obonya, Manuel Witting und Mavie Hörbinger stellen sich schließlich noch der Frage, wie sie reagieren würden, sollten ihre Kinder dereinst den Wunsch äußern, selbst Schauspieler zu werden.

Montag, 23.10 / 03.40 Uhr / Jazzopen Stuttgart 2017
Festival der Weltstars und Wunderkinder
Moderation: Max Moor, Nicole Köster
(Erstsendung: 12.10.2017)
ARD/SWR

Exklusive Star‑Interviews, Konzert‑Highlights und Eindrücke von der Atmosphäre vor und hinter der Bühne – das bietet die Dokumentation von den 24. Jazzopen Stuttgart 2017.

Der Film präsentiert Legenden wie Quincy Jones, George Benson, Dee Dee Bridgewater, Steve Winwood, die Super‑Stars Beth Hart und Bob Geldof und Jan Delay ‑ aber auch junge Ausnahmekünstler wie das Jazz‑Wunderkind Jacob Collier oder die Bassistin Kinga Glyk.

Mit dabei sind auch die Grammy‑nominierte SWR Big Band und das Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung des Londoner Dirigenten und Arrangeurs Jules Buckley.

Das Festival wird moderiert von Max Moor und Nicole Köster. Sie geben nicht nur Einblick in die Geschichte des Jazz oder die bezaubernde Stimmung und Atmosphäre des zehntägigen Festivals, sondern sind auch Tag und Nacht mit den Stars unterwegs. In ihren Interviews entlocken sie ihnen private Botschaften über die Kraft der Musik und wie sie die Welt verbindet, aber auch Ansichten über Politik und was Musik bewirken kann.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten sind die Jazzopen zu einer hochwertigen Marke avanciert, die mit anderen großen Jazzfestivals wie Montreux oder Rotterdam in einem Atemzug genannt wird. Die Dokumentation zeigt die Vielfalt der Jazzopen und das, was Besucher und Künstler aus aller Welt jedes Jahr im Juli magisch anzieht: eine Stadt im Festivalfieber und jede Menge hochkarätige Live‑Musik von Newcomern, Weltstars und Geheimtipps.

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