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Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf 3sat:

Regelmäßige Kultursendungen

Montags bis freitags (außer Feiertage), 19.20 Uhr: Kulturzeit
Samstags, 09.05 Uhr: Kulturplatz

Samstags, 19.30 Uhr: Kulturpalast ~ Fachmagazin für E- und U-Kultur

Montag, 16.04. / 01.40 Uhr / Lieder auf Banz
Eine Sommernacht auf der Klosterwiese
(Erstsendung: 14.08.2017)
ARD/BR

Bis 2016 hieß das Liedermacher-Festival auf Kloster Banz "Songs an einem Sommerabend". Seit 2017 heißt es "Lieder auf Banz" und zeigt auch die Nachwuchskünstler im Hauptprogramm.

Der Film begleitet das komplette Festival 2017. Die Gastgeber und Moderatoren, das fünfköpfige A-cappella-Ensemble Viva Voce aus Ansbach, präsentierten hochkarätige Musiker, deren Auftritt auf Banz längst Kultstatus hat - allen voran Konstantin Wecker.

Außerdem mit dabei: Willy Astor, der Lieder aus seinem Album "ChanceSongs" spielte, Werner Schmidbauer, der als besonderes Highlight mit seinem Sohn Valentin auf der Bühne stand, Helen Schneider, die ihr Album "Collective Memory" vorstellte, Sebastian Krumbiegel - Gründungsmitglied der Prinzen - und Gert Steinbäcker, Mitglied des Austropop-Trios S.T.S. Ganz gefühlvoll zeigten sich Stefan Jürgens und Purple Schulz. Zum Nachwuchs zählten Marcel Brell, Fee Badenius und die Band Tonträger aus Berlin.

Montag, 16.04. / 03.40 Uhr / Ein irrer Hauch von Welt ~ Rudolstadt Festival 2017
ARD/MDR
Eine ganze Stadt im Musik- und Tanzrausch: Das Rudolstadt Festival gilt als das größte Weltmusikfestival Europas. Der Film zeigt die Höhepunkte vom Rudolstadt Festival 2017.

Schottland als Länderschwerpunkt, der schottische Ceilidh als Tanzschwerpunkt, auf dem Kinderfest viel Spaß zwischen Loch Wellness und Loch Loudness, dazu unzählige Konzerte und Straßenmusik auf 20 Bühnen - so lieben es die Fans.

Montag, 16.04. / 04.40 Uhr / Ein irrer Hauch von Welt ~ Rudolstadt Festival 2016
ARD/MDR

Aus dem TFF wird 2016 das Rudolstadt Festival - mit den Komponenten, die dieses Festival seit Jahren zum größten Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands machen.

Kolumbien als Länderschwerpunkt wird nicht nur die Konzert-, sondern auch die Tanzbühnen beherrschen. Die Preisverleihung für die RUTH, den Weltmusikpreis, wird Namen wie Stoppok oder Matthias Schriefl aufrufen.

Im großen Konzert- und Straßenmusikreigen wird es auf 20 Bühnen und Podien beinahe rund um die Uhr was auf die Ohren geben. So lieben es die Fans, und das Fernsehen ist wie immer mit etlichen Kamerateams dabei, um Höhepunkte, laute und leise Töne einzufangen.

Mittwoch, 18.04. / 03.10 Uhr / Im Steppenwind - Nuomin He, der fliegende mongolische Fotograf
Film von Frank Sieren
(Erstsendung: 19.02.2012)
ARD/SWR

Nuomin He ist fliegender Landschaftsfotograf und weltweit der einzige professionelle Luftbildfotograf, der für seine Aufnahmen stets selbst am Steuerknüppel sitzt.

Jahrelang war er erfolgreicher Unternehmer. Bis er sich eines Tages fragte: "Was will ich wirklich?" Seine Antwort lautete: fliegen und fotografieren. Er begann, seinen Traum zu leben. Jeden Sommer fliegt er über die Weiten der Inneren Mongolei in Nordchina.

Seine beeindruckenden Fotos zeigen mäandernde Flüsse, hügliges Grasland und grün schillernde Ebenen. Für seine Aufnahmen fliegt Nuomin He gewagte Manöver in tückischen Winden. Der 52-Jährige ist ethnischer Mongole. Die Landschaft der Inneren Mongolei steckt voller Naturwunder, doch sie wandelt sich dramatisch. Der Wirtschaftsboom hat Spuren in der ehemals unberührten Landschaft hinterlassen. Bei seinen Zwischenlandungen lernt Nuomin He die Nöte und Hoffnungen seiner Landsleute kennen.

Ganz selten nur werden einem westlichen Kamera-Team Luftaufnahmen in China erlaubt. Doch Frank Sieren und sein Team durften Nuomin He bei einigen Flügen begleiten. Täglich erleben die Filmemacher den Widerspruch zwischen mongolischen Traditionen und chinesischem Wirtschaftswunder.

Samstag, 21.04. / 20.15 Uhr / Abschied - Gustav Mahler Sinfonie Nr. 9 D-Dur
Film von Enrique Sánchez Lansch
Künstlerische Leitung: Enrique Sánchez Lansch
Musikalische Leitung: Jukka-Pekka Saraste
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat


Der Dirigent Jukka-Pekka Saraste

© ZDF/WDR/Thomas Kost

Seine neunte Sinfonie schrieb Gustav Mahler im Sommer 1909 in Toblach in Südtirol. Beinahe täglich arbeitete Mahler in seinem Komponierhäuschen mitten in der Natur an dem Werk. Den Bildern aus einem Konzert des WDR Sinfonieorchesters vom Juni 2017 hat Regisseur Enrique Sánchez Lansch Bilder des heute noch erhaltenen Komponierhäuschens und der imposanten Bergwelten hinzugefügt, die Mahler während der Kompositionsphase umgeben haben. Hinzu kommen Fotografien des Komponisten in der Natur.
Vor allem aber gibt Filmemacher Enrique Sánchez Lansch einen intimen Einblick in die emotionalsten Momente der Musiker beim Interpretieren der Sinfonie. Er zeigt sie nicht nur, während sie die Musik spielen, sondern auch immer wieder beim Innehalten und Zuhören. So spiegelt sein Film nicht nur die Emotionen wider, die jeder Musiker in die Interpretation hineingibt, sondern auch die, die ihn auch selbst ergreifen.

Sonntag, 22.04. / 11.30 Uhr / Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem
Aufzeichnung, St. Petri Dom Bremen
Mit Valentina Farcas (Sopran), Matthias Goerne (Bariton) und Koris Latvija
Orchester: Deutsche Kammerphilharmonie, Bremen
Musikalische Leitung: Paavo Järvi
Erstausstrahlung
3sat

Brahms "Deutsches Requiem" ist ein Werk für die Lebenden. Nicht das Seelenheil der Verstorbenen ist sein Anliegen, sondern Trost für die Hinterbliebenen.

150 Jahre nach der Uraufführung kehrt das "Deutsche Requiem" 2018 in den Bremer Dom zurück - mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi, dem Lettischen Staatschor sowie Valentina Farcas und Matthias Goerne in den Solopartien.

Wie viele andere Werke Brahms entstand das "Deutsche Requiem" in mehreren Etappen und über einen großen Zeitraum hinweg. Nach langwierigen Vorarbeiten wurden 1861 erste Teile schriftlich fixiert. Doch es dauerte noch sieben Jahre, bis am Karfreitag 1868 erstmals die vollständige Fassung im St. Petri Dom in Bremen erklang. Die Uraufführung wurde vom Komponisten selbst dirigiert. Sie war ein großer Erfolg und bedeutete einen entscheidenden Wendepunkt in Brahms Karriere. Vorher eher als Klaviervirtuose wahrgenommen, wurde er jetzt schnell als Komponist bekannt.

Brahms' sehr eigenständige, gewissermaßen "evangelische" Auffassung der lateinischen Totenmesse, die Adressierung des "Deutschen Requiems" an die Trauernden, ist wohl auch durch eigene Erfahrungen, etwa beim Tode Robert Schumanns, begründet.

Sonntag, 22.04. / 18.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Deutsches Historisches Museum Berlin
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Der "Museums-Check" feiert Jubiläum! Für die 50. Folge "checkt" Markus Brock das Deutsche Historische Museum in Berlin und begrüßt als Gast den Berliner Schauspieler Ulrich Matthes.

Ulrich Matthes war auch Gast in der ersten Sendung am 30. Mai 2010. Als leidenschaftlicher Museumsgänger kennt Matthes natürlich auch das Flaggschiff unter den deutschen Geschichtsmuseen gut.

Rund eine Million Objekte zählt die Sammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Beheimatet ist das Museum in einem ebenso geschichtsträchtigen Bau: im Zeughaus, dem bedeutendsten Barockbau Berlins und ältesten Gebäude Unter den Linden.

Einen anschaulichen Einblick in rund 1500 Jahre deutscher Vergangenheit vermittelt die Dauerausstellung. Die Ausstellungsstücke - darunter mittelalterliche Rüstungen, Herrscher-Büsten, technische Geräte, Textilien und historische Filme - erzählen von Menschen, Ideen und bedeutenden Ereignissen. Bei ihrem Rundgang begegnen Markus Brock und Ulrich Matthes Persönlichkeiten wie Karl dem Großen auf einem Dürer-Gemälde oder dem Reformator Martin Luther. Geschichte begeistert Ulrich Matthes nicht nur privat, auch beruflich setzt er sich gern mit historischen Stoffen auseinander. So spielte er unter anderem Joseph Goebbels in dem Film der "Der Untergang" (2004) oder verkörperte in dem ARD-Zweiteiler "Die Puppenspieler" (2017) die Rolle von Papst Alexander VI. zur Zeit der Renaissance.

Das Deutsche Historische Museum soll vor allem ein Ort sein "in dem man historische Urteilskraft entwickeln kann", sagt Direktor Raphael Gross, "dass man hier vor dem Hintergrund der Geschichte lernt nachzudenken und mit dem umzugehen, womit wir derzeit konfrontiert sind". 2017 hat der Schweizer die Leitung des Museums übernommen und steht Markus Brock im "Museums-Check" Rede und Antwort. Wie wurden die Deutschen zu dem, was sie heute sind? Verändert sich der Blick auf die Geschichte? Und kann man aus der Geschichte etwas lernen?

Die Gründung des Deutschen Historischen Museums fiel selbst mit einem geschichtlich bahnbrechenden Ereignis zusammen: Initiiert anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin am 28. Oktober 1987, sollte es eigentlich einen Museums-Neubau auf dem Gelände des heutigen Kanzleramts bekommen, im damaligen West-Berlin. 1989 veränderte der Fall der Berliner Mauer aber alle Planungen, und so wurde im Zuge der Wiedervereinigung das Zeughaus 1990 zum Sitz eines gemeinsamen Deutschen Museums.

Zwischenzeitlich wurde das Zeughaus umfangreich saniert und erhielt 2003 einen Neubau des Architekten Ieoh Ming Pei für Sonderausstelllungen. Ab 23. März 2018 ist hier die Schau "Sparen - Geschichte einer deutschen Tugend" zu sehen.

Montag, 23.04. / 17.45 Uhr / Elvis und Priscilla - Der King und das Mädchen
Film von Natascha Walter und Annette Baumeister
(aus der Reihe "ZDF-History")
(Erstsendung: 11.01.2015)
ZDF

Es klingt wie ein modernes Märchen: Ein Teenager erobert das Herz des King of Rock 'n' Roll. Elvis ist wie verzaubert, als er die 14-jährige Priscilla Beaulieu 1959 das erste Mal trifft.

Doch die Begegnung ist arrangiert, die Schülerin hat alles dafür getan, ihr Idol zu treffen. Alsbald findet sich die minderjährige Freundin des Superstars allein in dessen Villa in Memphis, während Elvis als vorgeblicher Junggeselle auf Tournee geht.

Erst Jahre später heiraten die beiden, obwohl ihre Liebe längst abgekühlt ist. Auch Priscilla hat Affären. Für sie gleicht die Scheidung im Oktober 1973 einem Befreiungsschlag.

Die Autorinnen Natascha Walter und Annette Baumeister blicken für "ZDF-History" hinter den Mythos dieser "Jahrhundertliebe". Ein Mythos, den Priscilla Presley als heutige Regentin des Presley-Imperiums mit allen Mitteln verteidigt: Dafür lässt sie sich 1988 sogar gerichtlich bestätigen, als Jungfrau in die Ehe gegangen zu sein.

Montag, 23.04. / 01.40 Uhr / The Rolling Stones: Sticky Fingers
Fonda Theatre, Hollywood, Los Angeles, USA, 2015
Regie: Paul Dugdale
3sat

Am 20. Mai 2015 spielen die Rolling Stones einen lang geheim gehaltenen Auftritt im Fonda Theatre in Los Angeles. Auf dem Programm stehen alle Songs des 1971-er Albums „Sticky Fingers“.

Dass das Konzert mit „Start Me Up“ beginnt, ein Song, der nicht auf "Sticky Fingers" zu finden ist, geht auf Mick Jagger zurück, der dem Konzert noch ein paar Umdrehungen mehr verschaffen will und gleich noch „Jumpin' Jack Flash“ von 1968 einbaut, zur Freude der Fans.

Mit „Sticky Fingers – Live“ präsentieren die Stones endlich auch die Songs, die seltener auf ihren Konzerten gespielt werden, wie das stimmungsvolle Unplugged-Juwel „Wild Horses“, den urigen Blues „You Gotta Move“ oder das jazzige „Can´t You Hear Me Knocking“. Und wenn Keith Richards auf seiner Telecaster „Brown Sugar“ anstimmt, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr.

Mit dieser Veröffentlichung präsentieren die Stones die fünfte Folge aus ihrer Serie „From the Vault“, die entsteht, als die Live-Archive der Band nach unveröffentlichten Aufnahmen durchsucht werden.

Das intime Konzert im Fonda Theatre hebt sich wohltuend von den gigantischen Open-Air-Shows der Band ab und ist zugleich der Beginn ihrer zweimonatigen „Zip Code“-Tour durch Nordamerika.

Montag, 23.04. / 02.55 Uhr / In memoriam Tom Petty: Live from Gatorville
Stephen C. O'Connell Center, Gainesville, Florida,
3sat
USA, 2006
Regie: Joe Thomas

Am 2. Oktober 2017 stirbt Tom Petty mit 66 Jahren an einem Herzstillstand in Malibu. Für den "Rolling Stone" ist er einer der 100 größten Musiker und besten Songwriter aller Zeiten.

Man bringt Tom Petty noch lebend ins Krankenhaus, doch er stirbt wenig später, umgeben von seiner Familie, seinen Band-Mitgliedern und Freunden. Wenige Tage zuvor stand er in Los Angeles noch auf der Bühne, für November waren Konzerte in New York angekündigt.

Im Dezember 2016 sagt Tom Petty dem "Rolling Stone" in einem Interview: „Wir sind alle schon in den hohen 60ern. Ich will mein Leben nicht auf Tour verbringen.“

Tom Petty und die Heartbreakers haben gerade den 40. Jahrestag ihres Debütalbums gefeiert und proben Ende 2016 für ihre neue Tour. „Wir schütteln den Rost ab“, sagt Tom Petty, „aber ich würde lügen, wenn ich nicht sage, dass es unsere letzte große Tour werden könnte. Ich habe eine Enkelin, und die will ich so oft wie möglich sehen."

Tom Petty ist einer der größten Künstler der Musikgeschichte. 2002 werden er und seine Heartbreakers in die „Rock and Hall of Fame“ aufgenommen. 1976 gründet er "Tom Petty & the Heartbreakers", geht 1987 mit Bob Dylan auf Welttournee und spielt im September als dessen Vorgruppe vor 80 000 Zuschauern in Ost-Berlin.

Im Frühjahr 1988 arbeitet George Harrison in Bob Dylans Studio. Zufällig sind Jeff Lynne, Roy Orbison und Tom Petty in der Nähe, komponieren und nehmen zusammen an einem Tag den späteren Hit „Handle with Care“ auf und gründen die Supergruppe „The Traveling Wilburys“.

Ein Jahr später ist Tom Petty auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Er komponiert Hits wie „I Won´t Back Down“, „Free Fallin'“ und eine Coverversion des Byrds-Stücks „Feel a Whole Lot Better“, die mehrfach mit Platin ausgezeichnet wird. Im gleichen Jahr wird Tom Petty für seine Arbeit mit den Traveling Wilburys mit einem Grammy-Award ausgezeichnet. Auch im Kino und im Fernsehen kann man Tom Petty erleben: An der Seite von Kevin Costner im Film „Postman“ (1997) und als Zeichentrickfigur in einer Folge der "Simpsons".

3sat präsentiert den unvergessenen Superstar in einem Konzert in seiner Heimatstadt Gainesville, Florida.

Montag, 23.04. / 03.55 Uhr / Eagles: Farewell I Tour - Live from Melbourne
Rod Laver Arena, Melbourne, Australien, 2004
Regie: Carol Dodds
3sat

Im November 2004 stehen die Eagles ohne Gitarrist Don Felder als Quartett an drei Abenden in Melbourne auf der Bühne. Die begeisterten Fans erleben alle Hits in gewohnt perfektem Sound.

Angekündigt als erste Abschiedstour, wollen die Eagles gar nicht "goodbye" sagen. „Je länger das dauert, klingen die Songs immer besser. Indem wir es 'Farewell 1' nennen, bedeutet es, dass 'Farewell 2' bald folgen wird,“ sagt damals Glenn Frey, der 2016 stirbt.

Don Felder, 2001 von den Eagles gefeuert, wird in Melbourne durch Steuart Smith ersetzt, der sich bei den Soli sehr nahe an Felder orientiert. „Mit 35 hätte ich nie geglaubt, dass wir immer noch auf der Bühne stehen würden und solche Konzerte wie dieses geben, vor so vielen Zuschauern", erzählt Don Henley in einem Interview am Ende des Auftritts.

Die Setlist bietet Songs der Supergruppe und Solostücke, die in Melbourne ein nahtloses Gesamtwerk präsentiert. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Don Henley und Glenn Frey als verbitterte Feinde gegenüberstehen.

Montag, 23.04. / 05.10 Uhr / Kenny Loggins and Friends: Live on Soundstage
WTTW Grainger Studio, Chicago, USA, 2016
Regie: Joe Thomas
3sat

Im August 2016 begeistert der amerikanische Sänger, Gitarrist und Komponist Kenny Loggins seine Fans im Rahmen eines Konzerts in Chicago. Mit seinen Gästen ist er bei „Soundstage“.

Weltweit bekannt wird Loggins 1984 mit dem Hit „Footloose“. Der Song steht drei Wochen auf Platz 1 der Billboard-Hitparade, erhält eine Oscar-Nominierung und verliert knapp gegen Stevie Wonders „I Just Called to Say I Love You“.

Neben seinen musikalischen Gästen David Foster und Michael McDonald, begrüßt Kenny Loggins auf der Bühne auch Jim Messina, seinen früheren Duo-Partner, mit dem er von 1970 bis 1976 als „Loggins and Messina“ erfolgreich zusammenarbeitet.

Ab 1977 startet Kenny Loggins seine Solokarriere und erlaubt sich immer wieder Zeit für Duette mit anderen Stars, wie dem Top-10-Hit „Whenever I Call You Friend“ mit Stevie Nicks von Fleetwood Mac und dem Hit „This Is It“ aus dem Jahr 1979 zusammen mit Michael McDonald von den Doobie Brothers. Für den Ohrwurm „What a Fool Believes“, komponiert von Kenny Loggins und Michael McDonald, erhält er 1980 den Grammy.

Freitag, 27.04. / 04.20 Uhr / Lars Reichow - Heimatabend (1/2)
(Erstsendung: 06.12.2016)
ARD/SWR

Der Mainzer Kabarettist Lars Reichow hat dem "Mainzer Volk" aufs Maul geschaut und lässt seine "Mainzer" reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. - Ein ganz besonderer Heimatabend.

Reichow präsentiert den Kardinal und den Putzteufel, den Parvenü und den Handwerker, den Weinfreund, den jungen Wilden, den Politiker. Alle sind Mainzer - und zugleich wie wir alle. Ihre Verschrobenheit ist zum Lachen - man muss sie einfach ins Herz schließen.

Reichow spielt sein Mainzer Panoptikum in einer "Weinkneipe" vor Publikum. Besonderes Bonbon der Performance: Über Einspielfilme treten eine Reihe seiner Helden auch an den authentischen Schauplätzen auf - am Rhein, in der Kirche, in der Mainzer Neustadt.

Freitag, 27.04. / 04.50 Uhr / Lars Reichow - Heimatabend (2/2)
(Erstsendung: 13.12.2016)
ARD/SWR

Der Mainzer Kabarettist Lars Reichow hat dem "Mainzer Volk" aufs Maul geschaut und lässt seine "Mainzer" reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. - Ein ganz besonderer Heimatabend.

Reichow präsentiert den Kardinal und den Putzteufel, den Parvenü und den Handwerker, den Weinfreund, den jungen Wilden, den Politiker. Alle sind Mainzer - und zugleich wie wir alle. Ihre Verschrobenheit ist zum Lachen - man muss sie einfach ins Herz schließen.

Reichow spielt sein Mainzer Panoptikum in einer "Weinkneipe" vor Publikum. Besonderes Bonbon der Performance: Über Einspielfilme treten eine Reihe seiner Helden auch an den authentischen Schauplätzen auf - am Rhein, in der Kirche, in der Mainzer Neustadt.

Freitag, 27.04. / 05.20 Uhr / Comedy aus Hessen: Manni Kreutzer and The Overhesse live
Lonesomer Wolf
(Erstsendung: 06.05.2017)
ARD/HR

Dietrich Faber präsentiert Hessens Antwort auf Johnny Cash: Manni Kreutzer & The Overhesse live - "Lonesomer Wolf".

Manni Kreutzer, Dietrich Fabers Kultfigur aus seinen Büchern und Shows, macht Ernst: Voller hessischem Charme, mit Witz, Groove und lockerer Hüfte präsentiert er, begleitetet von seiner fabelhaften Band "The Overhesse", knackige, melodische Akustik-Songs.

Diese sind irgendwo in der Prärie zwischen Country, Folk und Comedy angesiedelt. Mittelhessens Dixie Chick Manni Kreutzer rast durchs Gras, raggert und baggert, kennt keinen Schmerz, ist Grillschwenker, Kosmoprolet und Schnäppchenjägersmann - und bleibt am Ende doch ein "Lonesomer Wolf".

Samstag, 28.04. / 19.25 Uhr / Jewgeni Kissin    Das Comeback einer Pianisten Legende
Film von Hannah Kristina Friedrich
Erstausstrahlung
3sat

Jewgeni Kissin   ein Solitär unter den Pianisten. Filmemacherin Hannah Kristina Friedrich hat ihn in seiner neuen Heimat Prag zu einem seiner seltenen Interviews getroffen.

Er ist das Gegenteil eines Show Talents wie es etwa Lang Lang ist. Gerade deshalb zieht er das Publikum weltweit in den Bann wie kaum ein anderer Pianist.
Einst als Wunderkind aus der damaligen Sowjetunion von Karajan gefördert, versetzte er die Musikwelt in Verzückung.

Einer, der sich für nichts anderes interessierte als für seine 88 Tasten. Inzwischen ist Jewgeni Kissin ein anderer geworden. Er ist nicht mehr nur mit Mutter und Lehrerin unterwegs, sondern hat geheiratet und interessiert sich plötzlich auch für Politik. Vor allem für Israel, das Land seiner Vorväter. Jetzt hat er sich Beethovens Klavier Sonaten gewidmet. Und die klingen heute genauso eigenwillig wie makellos.

Samstag, 28.04. / 19.40 Uhr / „Ich nahm es mit Tumor" ~ Die rasante Autobiographie der Iron Maiden Frontfigur
Film von Gerald Giesecke
Erstausstrahlung
3sat

Selten war der Titel "Überflieger" passender: Bruce Dickinson, Kopf der Heavy Metal Band Iron Maiden, ist eigentlich Rock Musiker, berühmt seit Jahrzehnten. Nun ist er auch Autor.

Denn nach einer überwundenen Krebskrankheit hat er seine Autobiographie geschrieben: selbstironisch, unterhaltsam, voller Einblicke. Der englische Titel spielt passend mit der besonderen Neugier dieses Multi Taskers: "What Does This Button Do?"

Welcher internationale "Act" hat schon einen eigenen Piloten, einen Band Leader, der die Musiker in der bandeigenen "Ed Force One" "Boeing 747" rund um den Globus fliegt? Einen, der   passend in einer Branche, in der Exzesse zum Programm gehören   sich auch noch als Bierbrauer betätigt? Unternehmertum liegt ihm fast so am Herzen wie die Bühne und seine Band "Iron Maiden" mit ihren weltberühmten Gitarren Riffs und der dazugehörigen musicalhaften Show. Darum ist Bruce Dickinson, der Boy aus sehr einfachem britischem Elternhaus, mittlerweile auch gefragter "Keynote Speaker" bei Treffen internationaler Top Manager.

Samstag, 28.04. / 20.15 Uhr / Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker in Luzern 2017
Lucerne Festival 2017   Aus dem KKL Luzern
Erstausstrahlung
SRF

Ein letztes Mal kam Sir Simon Rattle 2017 als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker nach Luzern. Zu seinem Abschied erzählt er mit Haydns epochaler "Schöpfung", wie die Welt entstand.

Haydns Oratorium beschreibt, wie aus dem ungestalteten, formlosen Chaos Himmel und Erde hervorgingen, wie das Licht über die Finsternis triumphierte, wie Pflanzen und Tiere den Erdball zu bevölkern begannen und wie schließlich der Mensch ins Leben trat.

Haydn war schon im Rentenalter, als er dieses Oratorium zwischen 1796 und 1798 komponierte. Es enthält einige seiner kühnsten musikalischen Ideen, weit seiner Zeit voraus, mit atemberaubenden Effekten. Etwa wenn aus den verschleierten Pianissimo Klängen der Dunkelheit das Licht mit einem gleißenden C Dur Akkord im Forte hervorbricht.

Samstag, 28.04. / 22.00 Uhr / Die Brüder Humboldt und ihr Forum
Impulse für den Dialog mit den Kulturen der Welt
Film von Carola Wedel
Erstausstrahlung
3sat


Recherchen in Paris:
Die Kulturhistoriker David Blankenstein und Bénédicte Savoy auf den Spuren der Gebrüder Humboldt

© ZDF/Jürgen Dombrowski

Alexander und Wilhelm von Humboldt waren herausragende Persönlichkeiten, Forscher und Denker der Aufklärung. Doch warum sind die Brüder Namensgeber des Humboldt Forums in Berlin?

Die Dokumentation fragt nach der Aktualität der beiden   und wird zur Entdeckungsreise. Sie begleitet die Forscher Bénédicte Savoy und David Blankenstein zu entscheidenden Orten. Orte, an denen sich schon früh die großen Themen des Lebens der Brüder erkennen lassen.

Ausgehend vom Familienwohnsitz Schloss Tegel führt der Film nach Paris, ins Baskenland, nach Freiberg und lässt viele bisher noch nie gezeigte Objekte und Bezüge entdecken.

So verschieden die beiden Brüder in Charakter und Karriere auch waren   der eine Philosoph, grenzüberschreitender Sprachforscher und preußischer Minister, der andere Naturwissenschaftler, Universalgenie und Feingeist  , so haben sie doch auch zahlreiche oft überraschende Gemeinsamkeiten: Beide haben die Französische Revolution geprägt und ihre zahlreichen Reisen. Wissensdurst war für sie eine Voraussetzung, die Welt zu begreifen, um dadurch Wege zu sich selbst zu finden. Beide waren extrem freiheitsliebende Kosmopoliten, und beide sahen die Welt als Ganzes. Alexanders Credo lautete: "Alles ist Wechselwirkung". Wilhelm, der 17 Sprachen sprach und 70 erforschte, sagte: "Erst die Summe aller Sprachen bildet die Idee der Menschheit ab"   eine Überzeugung, mit der er zur Zeit der Restauration als Politiker dramatisch scheiterte.

Die antirassistischen, ökologischen und antinationalistischen Positionen von Wilhelm und Alexander Humboldt sind heute aktueller denn je. Für Deutschlands größtes Kulturprojekt, das Berliner Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss, soll das Denken der Brüder wegweisend sein, betonen die Gründungsintendanten Neil MacGregor und Hermann Parzinger.

Mit Spannung wird außerdem eine große Ausstellung über die beiden Brüder erwartet, die die Französin Bénédicte Savoy, Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin und dem renommierten College de France in Paris, und der Kunsthistoriker und Museologe David Blankenstein nach ihrer erfolgreichen Schau über die Brüder Humboldt im Jahr 2014 in Paris nun für 2019 im Deutschen Historischen Museum in Berlin vorbereiten.

Auch Koryphäen der Humboldt Forschung, unter ihnen Jürgen Trabant und Ottmar Ette, entdecken immer wieder Neues. Oder sie sind schlicht fasziniert   wie die auf Alexander von Humboldts Spuren reisende Kunsthistorikerin und Bestsellerautorin Andrea Wulf.

"Wer die Welt verstehen will, geht ins Humboldt Forum": Mit diesem Slogan werben die Macher dieses neuen Ortes für die Kulturen der Welt.

Die Dokumentation "Die Brüder Humboldt und ihr Forum" von Carola Wedel macht klar: Wer das Humboldt Forum zum Leben erwecken will, muss das Denken von Wilhelm und Alexander von Humboldt verstehen.

Der Film ist Teil der Langzeitdokumentation "Jahrhundertprojekt Museumsinsel", die im Rahmen der Medienpartnerschaft von ZDF und 3sat mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz seit 2001 entsteht. Carola Wedel berichtet seitdem jährlich mindestens einmal über die Veränderungen in Berlins historischer Stadtmitte, wo sich die Museumsinsel und das benachbarte Humboldt Forum zu einer in Europa einzigartigen Museumslandschaft entwickeln. Mehr Informationen unter www.museumsinsel.zdf.de

Sonntag, 29.04. / 10.15 Uhr / lesenswert sachbuch
Walter Janson im Gespräch mit Martin Mosebach
Erstausstrahlung
ARD/SWR/3sat

Fünf Mal im Jahr stellt Walter Janson lesenswerte Sachbücher vor. Es ist die ganz individuelle Auswahl eines leidenschaftlichen Lesers. Dazu empfängt er jeweils einen Autor.

Er spricht mit ihm über sein aktuelles Buch und stellt ihn auch persönlich vor. Daneben gibt Janson Tipps zu weiteren Büchern, die man unbedingt gelesen haben sollte. Walter Janson: "Ich spreche nur darüber, was sich meiner Meinung empfiehlt."

Sonntag, 29.04. / 10.45 Uhr / Literaturclub
SRF

"Literaturclub" diskutiert die neuesten literarischen Entdeckungen und gibt Orientierungshilfe im Buchmarkt. In der Gesprächssendung werden jeweils vier bis fünf Neuerscheinungen besprochen.

Sonntag, 29.04. / 12.00 Uhr / Der Rhein ~ Strom der Musik
Film von Axel Brüggemann
(Erstsendung: 11.06.2017)
ARD/WDR

Kein anderer Fluss ist für die Identitätsfindung der Deutschen so wichtig und hat so viele Musiker angelockt wie der Rhein. Ein Film über die Bedeutung des Rheins als Strom der Musik.

Axel Fuhrmann und Axel Brüggemann besuchen Musiker und Komponisten, deren Leben und Werk vom Rhein beeinflusst wird. Mit dabei: Heino, Wolfgang Niedecken, der Musikkabarettist Konrad Beikircher, der Komponist Wolfgang Rihm und der Musiker Markus Stockhausen.

Sie erzählen in verschiedenen miteinander verwobenen Episoden, was sie am Rhein fasziniert und wie der Strom die Musikgeschichte prägte.

Außerdem erkunden die Schriftstellerin Thea Dorn und der Maler und Fotograf Stephan Kaluza den sagenhaften Drachenfels bei Königswinter und führen die Zuschauer auf den Spuren Richard Wagners in die geheimnisvolle Welt der Rhein Mythen.

Montag, 30.04. / 12.30 Uhr / sonntags ~ Sind Schlager die neue Volksmusik?
Moderation: Andrea Ballschuh
(Erstsendung: 29.04.2018)
ZDF

Helene Fischer gehört mit über zehn Millionen Tonträgern zu den erfolgreichsten deutschen Schlagerstars. Ihre Shows sind ausverkauft und faszinieren Millionen Fans.

"sonntags" stellt Menschen vor, die diesen Musikstil lieben. Warum sind Schlager inzwischen auch bei Kindern und jungen Leuten total angesagt? Was ist das Geheimnis der Texte, und warum macht die sogenannte "leichte Musik" so viele Menschen glücklich?

Was muss man können, um als Sängerin oder Sänger erfolgreich zu werden? In einem weiteren Beitrag widmet sich die Sendung neuen Formen religiöser Musik.

Montag, 30.04. / 04.30 Uhr / David Gilmour: Live at Pompeji
Amphitheater Pompeji, Italien, 2016
Regie: Gavin Elder
3sat

Im Juli 2016 gibt Gitarrenvirtuose David Gilmour zwei umjubelte Konzerte im Amphitheater von Pompeji am Fuße des Vesuvs, 45 Jahre nach den Dreharbeiten zum Pink Floyd Film „Live at Pompeii“.

Es ist das erste Mal seit dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus, dass dort ein Konzert mit Publikum stattfindet. 3000 Zuschauer erleben in der traumhaften Kulisse ein Multimediaspektakel mit Songs von Pink Floyd bis zu David Gilmours letztem Album.

Das Konzert in Pompeji ist Teil der „Rattle that Lock“ Tour, die am 5. September 2015 in England beginnt und nach Konzerten in Europa, Nord  und Südamerika am 30. September 2016 in London zu Ende geht.

Mit dabei hat David Gilmour wieder einige seiner exquisiten Gitarren wie die berühmte „Black Strat“ mit dem originalen Gitarrengurt von Jimi Hendrix, seine 1955 er Fender Esquire, genannt „The Workmate“ und eine 1956 Les Paul Goldtop mit Bigsby Vibrato. Begleitet wird David Gilmour unter anderen vom Pink Floyd Bassisten Guy Pratt und dem Keyboarder der Rolling Stones, Chuck Leavell.

Montag, 30.04. / 05.30 Uhr / Annie Lennox: Nostalgia
Orpheum Theatre, Los Angeles, USA, 2015
Regie: Natalie Johns
3sat

Die Stilikone des New Wave hat sich einen Herzenswunsch erfüllt: "Ich bin im Herbst meines Lebens, deshalb wollte ich ältere Lieder aufnehmen. Lieder, die mich mein ganzes Leben begleiten."

Annie Lennox, der weibliche Teil der Eurythmics, eines der erfolgreichsten Pop Duos der letzten Jahrzehnte, entscheidet sich ganz bewusst für die Ohrwürmer, die schon hundertfach eingespielt wurden und als lästige Fahrstuhlmusik ihr Dasein fristen.

"Ich wollte versuchen, ihnen wieder etwas von ihrer Würde und ihrem Glanz zurückzugeben", sagt Annie Lennox, die sich damit in guter Gesellschaft befindet: Adele, Michael Bublé, Robbie Williams und Lady Gaga sind schon länger erfolgreich auf dem Retro Trip, doch Annie Lennox macht es anders, sie geht weiter und befreit mit ihren eindringlichen Interpretationen die Klassiker von pomadigen Arrangements.

Schon kurz nach Erscheinen steigt das Album auf Platz 1 der Billboard Jazz Charts. "Memphis in June", "Georgia on My Mind", "Summertime" oder "Mood Indigo" erleben ihre Renaissance im Konzert vom 28. Januar 2015, das Annie Lennox im fast 100 jährigen historischen Vaudeville Theater "The Orpheum" in Los Angeles gibt.

"Madonna, bitte ein Beispiel nehmen! Mit 'Nostalgia' kommt Annie Lennox musikalisch im Herbst des Lebens an und verhilft Jazz Klassikern zu neuer Blüte", schreibt der "Spiegel" im Oktober 2014.

    Dienstag, 01.05.: "Pop around the clock"   Ein 3sat Thementag

    06.15 Uhr: Joan Baez: Live in New York   75 Birthday Celebration
    Beacon Theatre, New York, USA, 2016
    Regie: David Horn
    3sat

    Am 27. Januar 2016 feierte Joan Baez ihren 75. Geburtstag in New Yorks historischem Beacon Theatre mit David Crosby, Paul Simon und weiteren Musik Legenden mit einem Unplugged Konzert.

    Ein Jahr zuvor würdigte Amnesty International Joan Baez mit dem höchsten Preis der Menschenrechtsorganisation, dem „Ambassador of Conscience Award“ („Botschafter des Gewissens“) in Berlin. Den Preis erhielt sie für ihren Kampf für Menschenrechte.

    07.00 Uhr: Carole King: Tapestry – Live
    Hyde Park, London, Großbritannien, 2016
    Regie: Marcus Viner
    3sat

    Am 3. Juli 2016 gibt die amerikanische Singer Songwriterin Carole King ein Konzert vor 65 000 Fans im Hyde Park. Im Mittelpunkt steht das Album „Tapestry“, 45 Jahre nach dem Erscheinen.

    1971 erscheint „Tapestry“, eines der erfolgreichsten Alben der Popgeschichte mit Evergreens wie „You´ve Got a Friend“, „It´s Too Late“ und „Natural Woman“. Mit vier Grammys ausgezeichnet, verkauft sich das Album zwischen Blues, Soul und Jazz über 25 Millionen Mal.

    Auf "Tapestry" erzählt die 1942 in Manhattan, New York, geborene Künstlerin vom Ankommen in einem neuen Jahrzehnt nach den turbulenten Sechzigern. Es geht um den Abschied von der Jugend, um zerbrochene Lieben, um Zweifel und Enttäuschungen. Carole King trifft mit ihrer Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Sicherheit, nach jemandem, auf den man sich verlassen kann, den Nerv der Zeit.

    Im Rahmen ihres Konzerts in London feiert Carole King den 45. Jahrestag des Erscheinens ihres wegbereitenden Albums und wird unter anderen von Gitarrist Danny Kortchmar begleitet, der schon auf dem Originalalbum mitgespielt hat.

    07.45 Uhr: Tina Turner: One Last Time
    Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2000
    Regie: David Mallet
    3sat

    Am 15. und 16. Juli 2000 rockt Tina Turner das Wembley Stadium in London. Vor ausverkauftem Haus präsentiert sich die Soul Queen in atemberaubender Form und feiert die Hit Party des Jahres.

    Es ist die achte Konzerttour und soll laut Tina auch ihre letzte sein. Die triumphale "Twenty Four Seven Millenium Tour" beginnt am 23. März 2000 im amerikanischen Minneapolis und endet nach Konzerten in Kanada und Europa am 6. Dezember 2000 in Anaheim, Kalifornien.

    "Das Ganze ist wie ein Theaterstück, ein kleiner Film", verrät Tina Turner damals den CBS News. "Ich liebe diesen gigantischen Aufwand, die mehrstöckige Bühne, die Action, die 18 Kameras und das Spiel zwischen meinen Tänzerinnen und mir." Gedacht als Promotion Tour für ihr letztes Album "Twenty Four Seven", macht Tina das Unternehmen zur Abschiedstournee: "Ich stehe seit 44 Jahren auf der Bühne und sollte meine Tanzschuhe jetzt an den Nagel hängen. Mit Janet Jackson kann ich nicht mehr mithalten, und ich bin keine Diva wie Diana Ross. Ich bin Rock 'n' Roll   und glücklich, es noch einmal machen zu können, damit mich meine Fans in guter Erinnerung behalten."

    2008 erfolgt der Rücktritt vom Rücktritt: Tina Turner steht am 1. Oktober in Kansas wieder auf der Bühne, die Tickets dafür sind binnen zwei Minuten ausverkauft.

    08.45 Uhr: Queen: Rock Montreal
    Montreal Forum, Montreal, Quebec, Kanada, 1981
    Regie: Saul Swimmer
    3sat

    Im November 1981 dreht Regisseur Saul Swimmer während zweier Queen Konzerte vor über 36 000 Fans in Montreal den legendären Film „Queen – We Will Rock You“, der 1983 Premiere feiert.

    Die Konzerte werden nur für die Verfilmung angesetzt. Es sind die letzten Auftritte in der Vierer Besetzung ohne zusätzlichen Keyboarder. Zum ersten Mal spielen Queen ihre neue Single „Under Pressure“, die 1981 gerade die Spitze der britischen Charts belegt.

    09.55 Uhr: The Bee Gees: One for All
    National Tennis Centre, Melbourne, Australien, 1989
    Regie: Adrian Woods
    3sat

    Im Rahmen der „One for All World Tour“, gastieren die Bee Gees am 17. und 18. November 1989 in Melbourne. Barry, Robin und Maurice präsentieren alle Hits vor ihren begeisterten Fans.

    Anfang 1988 arbeiten die Bee Gees an ihrem neuen Album „One“. Nach dem tragischen Tod ihres Bruders Andy im März 1988, stoppen die Brüder monatelang alle Aktivitäten, beenden die Aufnahmen im Frühling 1989 und starten am 10. April 1989 ihre Welttournee in Tokio.

    Aus ihrem Heimatland England wandert die Familie Gibb 1958 nach Australien aus. Barry, Robin und Maurice treten als Familientrio in Fernsehshows auf und veröffentlichen 1965 ihre erste Langspielplatte, die kein Erfolg wird.

    Im September 1966 erscheint die Single „Spicks and Specks“ und wird ein Hit in Australien. Doch Familie Gibb ist da schon zurück auf dem Weg nach England, wo die weltweite Karriere 1967 mit Songs wie „New York Mining Disaster 1941“ und „To Love Somebody“ beginnt. Mit über 220 Millionen verkauften Tonträgern gehören die Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb zu den erfolgreichsten Pop Bands der letzten 50 Jahre. Sie werden mit allen wichtigen musikalischen Ehrungen ausgezeichnet, darunter mehrere Grammy Awards und die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame.

    Nach dem Tod von Maurice Gibb im Jahr 2003 und Robin Gibb im Mai 2012, ist Barry Gibb der letzte noch lebende Bee Gee.

    11.10 Uhr: Jeff Lynne's ELO: Wembley or Bust
    Wembley Stadium, London, Großbritannien, 2017
    Regie: Paul Dugdale
    3sat

    Im Juni 2017 begeistert Jeff Lynne das ausverkaufte Wembley Stadium in London mit seinem Electric Light Orchestra und Hits auf einer futuristischen Bühne unter einem leuchtenden Raumschiff.

    60 000 Zuschauer feiern den in Birmingham geborenen 69 jährigen Musiker, der 1971 das Electric Light Orchestra gründet. Sein Ziel ist es „dort weiterzumachen, wo die Beatles mit 'I Am the Walrus' aufhörten": Er vereint klassische Musik und Unterhaltungsmusik.

    1972 hat Jeff Lynne mit „10538 Overture“ seinen ersten UK Top 10 Hit, macht sich später als Produzent einen Namen und gründet 1988 zusammen mit George Harrison, Bob Dylan, Tom Petty und Roy Orbison die Supergruppe „Traveling Wilburys“.

    Im September 2014 steht Jeff Lynne nach 28 Jahren wieder live auf einer Bühne: Im Londoner Hyde Park bereiten ihm 50 000 Fans ein triumphales Comeback. 2015 folgen sein neues Album „Alone in the Universe“ und im Juni 2017 sein großer Auftritt im Wembley Stadium   natürlich mit Sonnenbrille, die er oftmals auch innerhalb von Gebäuden trägt. Seit 2014 hat Jeff Lynne die Ehrendoktorwürde der Birmingham City University.

    12.40 Uhr: Udo Lindenberg: Live   Stärker als die Zeit
    Red Bull Arena, Leipzig, Deutschland, 2016
    Regie: Hannes Rossacher, Sven Haeusler
    3sat

    Am 26. Juni 2016 spielt Udo Lindenberg in Leipzig sein Abschlusskonzert der "Stärker als die Zeit" Tour und präsentiert eine bunte Revue mit Schiffen, Aliens, dem Panikorchester und Gästen.

    Udo ist in Topform, die Skinny Jeans sitzen, und als maritimer Kapitän begrüßt er auf der Bühne Kids on Stage, Clueso, Josephin Busch, Till Brönner, Stefanie Heinzmann und viele andere mehr. Eine Mischung aus Theater, Comic, Musical, Tanz und Rock 'n' Roll.

    "Der Dealer bringt das Udopium", schreibt die "laut" Kritik treffend, und das Publikum lässt sich vom Oberhaupt der Panikfamilie gerne in einen Rausch versetzen. Für fast zwei Stunden sind hier alle stärker als die Zeit.

    Das gleichnamige Studioalbum erscheint am 29. April 2016, rund zwei Wochen vor seinem 70. Geburtstag, und erreicht mühelos Platz 1 der Hitparade. "Lindenberg hat an diesem Album so akribisch wie lange nicht mehr an einem neuen Album gearbeitet", schreibt "Spiegel Online". Er holt sich Gasttexter wie den Pop Literaten Benjamin von Stuckrad Barre, Simon Triebel von der Band Juli und Tobias Kuhn mit ins Boot. Für das Titelstück "Stärker als die Zeit" nutzt Lindenberg das musikalische Leitthema aus dem „Paten“ und holt sich dafür die Genehmigung von den Erben des Komponisten. Aufgenommen wird der Song in den legendären Abbey Road Studios in London, zusammen mit einem 60 köpfigen Orchester.

    „'Stärker als die Zeit' ist Udos 'Casablanca', seine 'Ewige Jugend'. Er singt gravitätische Balladen und Songs mittleren Tempos, das Piano schmalzt gemütvoll, die Gitarren zerren getragen, alles ist Rückschau, Bilanz und Wehmut, man hat jede Melodie irgendwo schon gehört", schreibt der "Rolling Stone", und "Spiegel Online" konstatiert: "Sehr analog, mit sehr viel Wärme und Tiefe, werden die Songs als im besten Sinne zeitlos inszeniert. Passend zu Lindenbergs Stimme, die fast so warm und mitreißend wirkt, wie ganz am Anfang seiner Karriere. (…) Das Land hat inzwischen verstanden, dass es einen wie Udo Lindenberg kein zweites Mal geben wird – und man ihn besser feiert, solange er noch da ist."

    3sat feiert den berühmtesten Hutträger Deutschlands und präsentieret die Höhepunkte seines Konzerts in Leipzig mit Liedern wie "Mein Ding", "Cello", "Straßenfieber", "Gegen die Strömung", "Bis ans Ende der Welt", "Sonderzug nach Pankow" und vielen anderen mehr.

    14.25 Uhr: Peter Maffay: MTV Unplugged
    Steintor Varieté, Halle an der Saale, Deutschland, 2017
    Regie: Hans Pannecoucke
    3sat

    Anfang August 2017 steht Peter Maffay im Rahmen seines MTV Unplugged Konzerts an drei Abenden auf der Bühne des Steintor Varietés in Halle und präsentiert das Beste aus 40 Jahren.

    Eingeladen hat er musikalische Gäste wie die Singer Songwriter Johannes Oerding und Phillip Poisel, Jennifer Rostock Sängerin Jennifer Weist, Pop Ikone Katie Melua, den Perkussionisten Ray Cooper und die Common Linnets Frontfrau Ilse DeLange mit Gitarrist.

    Gedämpftes Licht, Teppiche auf dem Boden und ein Sternenhimmel unter der Decke des quadratischen Saals zaubern eine besondere Atmosphäre in das altehrwürdige Steintor Varieté. 1868 als Reithalle gebaut, wird das Gebäude ab 1884 bereits zeitweise vom Stadttheater genutzt und ist danach ständige Spielstätte für Varieté Programme und Operetteninszenierungen. Auch Kino  und Ringkampfvorführungen finden hier statt. Bis heute wird das Gebäude, das im Inneren weitgehend dem restaurierten Zustand von 1889 entspricht, für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

    Peter Maffay hat seine Band um sich herum versammelt, und das Publikum hat beste Sicht auf alles, was passiert. Begleitet wird er von den Gitarristen Carl Carlton, Peter Keller, JB Meijers, dem Schlagzeuger Bertram Engel, Bassist Ken Taylor, Pianist Pascal Kravetz und dem legendären Perkussionisten Ray Cooper, der sonst mit Weltstars wie Eric Clapton und Elton John auf Tour geht.

    Dazu kommen Streicher, Bläser und ein Background Chor, kurz: alles, was man braucht, um ein besonderes Konzert zu veranstalten. „Ich habe Lust, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das passt in unsere Zeit, und das passt in unser Leben. Kein Schnickschnack, keine Umwege, sondern eine klare Ausrichtung auf das, was wichtig ist,“ sagt Peter Maffay über sein Unplugged Projekt, mit dem er ab Februar 2018 auf Tour gehen wird.

    15.55 Uhr: Rea Garvey: zdf@bauhaus   Die 100ste
    Bauhaus, Dessau, Deutschland, 2018
    Regie: Volker Weicker
    3sat

    Rea Garvey präsentiert für die 100. Folge von "zdf@bauhaus" sein neues Soloalbum "NEON", das im März 2018 erscheint.

    Bereits mit seinen letzten drei Solo Alben ist es Garvey gelungen, Fans und Kritiker gleichermaßen zu überraschen und zu begeistern. Dies lag vor allem an seiner ungebrochenen Leidenschaft für Musik und an seiner Fähigkeit, sich immer wieder auf Neues einzulassen.

    Das ist dem "Irishman in Berlin" einmal mehr mit seinem neuen Album "NEON" gelungen. 13 neue Tracks hat Rea Garvey gemeinsam mit dem Hip Hop Produzenten Abaz geschrieben und produziert, der schon mit Künstlern wie Kollegah, Kontra K, Haftbefehl und Farid Bang zusammengearbeitet hat. Erneut zeigt Rea Garvey, dass er ungewöhnliche Wege geht und immer offen für andere Genres und neue Sounds ist.

    Gleich die erste Single "Is It Love?" ist thematisch aktuell, greift die #Metoo Debatte auf und legt den Fokus auf die vermeintlich stereotypische Rollenaufteilung im emotionalen Zusammenspiel von Mann und Frau. Dabei gelingt es Garvey wie gewohnt, die für ihn typische Leichtigkeit und das typische "Feelgood" Gefühl mit seiner Musik zu versprühen.

    Das geschichtsträchtige Bauhaus in Dessau dient zum 100. Mal als Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe "zdf@bauhaus". Seit 2011 geben internationale Künstler in einem intimen Rahmen exklusive Konzerte vor Live Publikum. Präsentiert wurden und werden die Konzerte von Moderator Jo Schück.

    16.40 Uhr: The Rolling Stones: Havana Moon
    Coliseo de la Ciudad Deportiva, Havanna, Kuba, 2016
    Regie: Paul Dugdale
    3sat

    Am Karfreitag 2016 schreiben die Rolling Stones Musikgeschichte: Vor 450 000 Fans spielen die Musiker bei Vollmond und freiem Eintritt in Havanna als Zeichen der kulturellen Öffnung.

    "Es gibt die Sonne, den Mond, Sterne   und es gibt die Rolling Stones. Es war etwas Besonderes zu sehen, wie Kuba die Möglichkeit bekam, abzurocken", sagt Keith Richards. Mick Jagger meint: "Die Kuba Show war großartig. Ein Riesenmeer an Leuten, so weit das Auge reichte."

    18.30 Uhr: Dixie Chicks: DCX MMXVI World Tour
    Los Angeles (USA), Hamilton (Kanada), Calgary (Kanada), Melbourne (Australien), 2016
    Regie: Sophie Muller, Max Benjamin
    3sat

    Im April 2016 gehen die berühmtesten ehemaligen Straßenmusikerinnen aus Texas auf ihre 5. Konzerttour durch Europa, USA, Australien und Neuseeland: die Dixie Chicks.

    Die Dixie Chicks haben sich verändert: Die Country Girls präsentieren sich nun moderner und viel rockiger als jemals zuvor. Doch sie vergessen nicht ihre Wurzeln und spielen einige Hits auch im vertrauten akustischen Bluegrass Sound mit perfektem mehrstimmigen Gesang.

    Die Schwestern Emily Robison und Martie Maguire gründen 1989 zusammen mit Laura Lynch und Robin Lynn Macy in Dallas, Texas, die Dixie Chicks. Mit ihrem mehrstimmigen Satzgesang, eingebettet im Mainstream Country Sound, verkauft die Band bis heute mehr als 30 Millionen Alben in den USA.

    Als sich das Quartett vom Bluegrass entfernt, verlässt erst Robin Lynn Macy 1992 die Band und drei Jahre später Laura Lynch. Die neue Leadsängerin wird Natalie Maines. Das neuformierte Trio wird zum Vorreiter des New Country. "Wide Open Spaces" und "Fly", die beiden Alben der Jahre 1998 und 1999, erreichen Spitzenplatzierungen in den Charts.

    In ihren Texten greift das Trio auch gesellschaftlich strittige Themen auf. In dem Song „Goodbye Earl“ etwa geht es um die Rache zweier Freundinnen an einem prügelnden Ehemann. Internationales Aufsehen erregt Sängerin Natalie Maines im Frühjahr 2003, als sie während eines Konzerts in London äußert, „die Band sei beschämt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stamme.“

    Konservative Country Fans boykottieren daraufhin die Band, sodass Maines sich genötigt fühlt, sich bei Präsident Bush öffentlich zu entschuldigen. Damit gehen die Diskussionen um die Band, die Beistand von Bruce Springsteen und Madonna bekommt, erst richtig los. Die Musikerinnen lassen sich den Mund nicht verbieten und gehen weiter offensiv mit ihren persönlichen Auffassungen um. Der 2006 erschienene Dokumentarfilm „Dixie Chicks: Shut Up and Sing“ beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema.

    Die Dixie Chicks gönnen sich eine Auszeit von der Musik, werden Mütter und verändern ihren musikalischen Stil, nicht zuletzt aufgrund der Blockade durch viele Country Fans: Weg vom Country, hin zu Rock und Pop, so wie es Shania Twain und LeAnn Rimes vorgemacht haben. Produzentenlegende Rick Rubin verpasst dem Trio 2006 einen neuen Sound, und das neue Album wird 2007 mit fünf Grammys ausgezeichnet.

    Auf ihrer aktuellen Tour zeigen sich die Dixie Chicks in Höchstform: Wuchtige Drums und verzerrte E Gitarren liefern die Basis für Banjo und Fiddle. Damit steht das Trio sinnbildlich für die aktuelle Country Szene, die zu einem Schmelztiegel der Stile geworden ist.

    19.30 Uhr: Shania Twain: Still the One   Live in Las Vegas
    Colosseum, Caesars Palace, Las Vegas, USA, 2014
    Regie: Mark D Allen
    3sat

    Von Dezember 2012 bis Dezember 2014 präsentiert die kanadische Sängerin und Songwriterin Shania Twain ihre aufwendig inszenierte Show "Still the One" im Caesars Palace in Las Vegas.

    Im Juli 2014 wird die Show aufgezeichnet. Sie bietet alles, was in Las Vegas erwartet wird: Kostümwechsel, Pferde, Motorräder, einen kompletten Saloon und viele bühnentechnische Überraschungen. Im Mittelpunkt steht die erfolgreichste Country Künstlerin aller Zeiten.

    1993 gibt sie mit dem Album "Shania Twain" ihr Debüt und verkauft 75 Millionen Platten. Ein Rekord in der Country Musik. 2008 gibt Shania Twain die Scheidung von ihrem untreuen Ehemann bekannt. Für Shania beginnt eine Leidenszeit, denn nach erlebter Gewalt in der Kindheit, dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern, dem Stress des Star Rummels und der privaten Enttäuschung, verliert Shania den Halt und ihre Stimme.

    Drei Jahre vergehen, bis sie am 8. Juni 2011 ankündigt, mit ihrer Las Vegas Show wieder auf die Bühne zurückzukehren: "Ich habe gelernt, zu mir zu stehen und damit meine Heilung in Gang gesetzt. Furcht und Angst liegen hinter mir, und das ist ein großer Wendepunkt für mich. Außerdem nehme ich jetzt viele Dampfbäder und befolge Bette Midlers Tipps, die einige gute Pflegeprodukte kennt." Regisseur Raj Kapoor übernimmt die Inszenierung und verspricht eine musikalische Reise durch Shanias Karriere mit viel Musik und visuellen Überraschungen für alle Sinne. Shania beweist: Sie ist "Still the One".

    Auch ihr privates Glück kommt zurück: Im Januar 2011 heiratet Shania Twain den Schweizer Nestlé Manager Frédéric Thiébaud, und im Juni des gleichen Jahres wird sie auf dem Hollywood Walk of Fame mit einem Stern geehrt.

    20.15 Uhr: Adele: Live in New York City
    Radio City Music Hall, New York, USA, 2015
    Regie: Beth McCarthy Miller
    3sat

    Am 17. November 2015 tritt Adele in New Yorks Radio City Music Hall vor begeisterten Fans und Ehrengästen auf. Anlass ist ihr Comeback mit ihrem dritten Albums „25“.

    Mit ihrer eindrucksvollen Bühnenpräsenz zieht Adele ihr Publikum nach mehrjähriger Pause mühelos in den Bann, präsentiert die aktuelle Single „Hello“, Songs des neuen Albums wie „All I Ask“ und „When We Were Young“ und die Klassiker „Someone Like You“ und „Skyfall“.

    20.55 Uhr: Kylie Minogue: Kiss Me Once
    SSE Hydro, Glasgow, Schottland, 2014
    Regie: William Baker, Markus Viner
    3sat

    Im März 2014 bringt Kylie Minogue ihr 12. Studioalbum "Kiss Me Once" heraus. Komponiert und produziert unter anderen von Pharell Williams, liefert die Pop Queen ein Luxus Dance Album ab.

    Ab September 2014 präsentiert Kylie Minogue ihr neues Album und ihre Hits im Rahmen ihrer Europa   und Australientournee. In Kostümen von Jean Paul Gaultier, Dolce & Gabbana, Julien Macdonald und Marchesa begeistert die Australierin ihr Publikum.

    Der "Guardian" schreibt: "Die Show ist groß, aber diesmal ist sie ganz auf Kylie, ihr Charisma und ihre Songs fokussiert. Kaum zu glauben, dass sie 46 Jahre alt ist, und eine Krebserkrankung hinter sich hat. Dabei ist das Geheimnis ihres Erfolgs offensichtlich: Jeder auf der Bühne, inklusive Kylie, strahlt von einem Ohr zum anderen." Und der "Independent" ergänzt: "Ihre strahlende Bühnenpräsenz wird auch in den nächsten zehn Jahren nicht verblassen."

    Für Schlagzeilen sorgt die australische Schönheit im Juni 2015, als sie bei einem romantischen Spaziergang im nächtlichen London mit Coldplay Sänger Chris Martin fotografiert wird. Kylie ist schon länger auf der Suche nach Mr. Right: Weder mit dem französischen Schauspieler Olivier Martinez noch mit dem spanischen Männermodel Andres Velencosco wurde sie dauerhaft glücklich. Auch Chris Martin ist nach der Trennung von Ehefrau Gwyneth Paltrow und einem Flirt mit Hollywood Star Jennifer Lawrence wieder auf der Suche.

    21.40 Uhr: Miley Cyrus: Bangerz Tour
    Palau Sant Jordi Arena, Barcelona, Spanien und MEO Arena, Lissabon, Portugal, 2014
    Regie: Russell Thomas, Diane Martel
    3sat

    "Wirklich alles drehte sich irgendwann um meine Tour. Sobald die Zuschauer in die Arena kommen, sollten sie Teil einer verrückten, ganz anderen Welt sein", sagt Miley Cyrus über ihre Show.

    Die "Bangerz Tour" hält, was Miley verspricht: Als "surreal" und "scharf" wird sie von der Kritik begeistert aufgenommen und spielt über 60 Millionen Dollar ein. Sie promotet das gleichnamige Album, das am 4. Oktober 2013 weltweit in die Hitparaden einsteigt.

    Für die Kostüme kann Miley die Designer The Blonds, Kenzo und Roberto Cavalli gewinnen sowie John Kricfalusi für das Artwork und die Animationen. "Ich denke, das Beste für einen Künstler ist, wenn er sieht, wie das Publikum seine Lieder mitsingt. Ich hoffe, dass meine Fans durch meine Show inspiriert werden, eigene höhere Ziele zu erreichen." Die Kritiker loben Cyrus´ Bühnenpräsenz, die ausgefallenen Kostüme und werten die Show als gelungene Musical Version des Films "Spring Breakers" (2012), wobei Miley auf provozierende Gesten verzichtet und damit ihren Ruf als ernstzunehmende Sängerin festigt. Shawn Conner von "USA Today" schreibt: "Cyrus hat das Charisma und das Zeug dazu, die Post Madonna zu werden."

    22.25 Uhr: Rammstein: Live from Madison Square Garden
    Madison Square Garden, New York, USA, 2010
    Regie: Matthew Amos
    3sat

    Am 11. Dezember 2010 spielen Rammstein im Rahmen ihrer „Liebe ist für alle da“ Tour im Madison Square Garden und begeistern 18 000 Fans. Das Konzert ist in 30 Minuten ausverkauft.

    Die aufwendig inszenierte Show präsentiert neben Feuer, Flammen, Rauch und Licht einen Querschnitt durch das Repertoire der Berliner Band. „Das sollte man gesehen haben“, urteilt „laut.de“.

    Rammstein haben ihre musikalischen Wurzeln in der DDR. Gitarrist Paul Landers, Keyboarder Flake Lorenz und Schlagzeuger Christoph Schneider spielen vor Rammstein in der Berliner Band „Feeling B“. Ihre Kunst ist der Gegenentwurf zum DDR Staat: Sie spielen Punk Musik mit systemkritischen Texten, wenden sich später auch der Mittelalter Musik zu und gehören im Gegensatz zu den braven zu den sogenannten „anderen“ Bands. 1993 wollen Landers, Lorenz und Schneider einen anderen Sound und schließen sich Ende 1993, Anfang 1994 einem neuen Projekt an, dass sich später "Rammstein" nennen wird. Bassist Oliver Riedel kommt aus der Berliner Band „Inchtabokatables“ dazu, Gitarrist Richard Z. Kruspe und Sänger Till Lindemann kennen sich aus der DDR Band „First Arsch“.

    Anders als viele Bands aus dem Berlin der frühen 1990er Jahre suchen Rammstein einen eigenen Stil, der sich vom Mainstream aus den USA und Großbritannien absetzt. Keyboarder Flake Lorenz sagt dazu in einem Interview mit dem ZDF: „Den Stil haben wir gefunden, indem wir alle genau wussten, was wir nicht wollen. Und wir wollten genau nicht amerikanische Funky Musik machen oder Punk eben oder irgend so was, was wir gar nicht können. Wir haben gemerkt, dass wir nur diese Musik können, die wir auch spielen. Und die ist halt mal sehr einfach, stumpf, monoton.“

    23.25 Uhr: U2: iNNOCENCE + eXPERIENCE   Live in Paris
    AccorHotels Arena, Paris, Frankreich, 2015
    Regie: Hamish Hamilton
    3sat

    Nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 sagen U2 die Konzerte am 14. und 15. November ab und kehren drei Wochen später zurück, um ein Zeichen gegen den Terror zu setzen.

    Die "Daily News" schreibt: „Das wird niemanden überraschen: Die Band aus Dublin, entstanden im Schmelztiegel der Gewalt in Irland, die lange gegen Armut und Ungerechtigkeit gekämpft hat, stellt sich nun dem Terrorismus.“

    01.50 Uhr: Aerosmith: Rocks Donington
    Download Festival, Castle Donington, Großbritannien, 2014
    Regie: Dick Carruthers, Jeff Claire
    3sat

    Am 15. Juni 2014 rocken Aerosmith England. Im Rahmen ihrer Europatour spielen sie als Headliner des dreitägigen "Download Festivals" und begeistern das Publikum mit ihren großen Hits.

    Gitarrist Joe Perry: "Gegen Ende unserer Tour spielten wir in Donington. Das Wetter war ordentlich, das richtige Publikum war am richtigen Platz, und wir waren gut aufeinander eingespielt. Es war eine besondere Show." Schwarzmarkt Tickets kosten über 600 Euro.

    Seit 45 Jahren im Geschäft, sind Aerosmith neben den Rolling Stones die letzten Rock Dinosaurier. Ihre Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame und Hits wie "Dream On" oder "I Don´t Want to Miss a Thing" haben sie unsterblich gemacht, obwohl der nachgesagte exzessive Drogenkonsum von Sänger Steven Tyler und Gitarrist Joe Perry, den sogenannten "Toxic Twins", immer Gefahr bedeutet.

    "Ich setze mich mindestens vier Stunden am Tag hin und denke über neue Songs nach", verriet Steven Tyler unlängst der "Bild" Zeitung. "Da ist nichts Glamouröses dran. Wenn die Scheinwerfer aus sind, hat der Rockstar Pause. Dann sitze ich nach dem Songschreiben am liebsten mit Freunden auf der Terrasse und rede Unsinn. Also ganz normal." Angesprochen auf seine Vorbilder, räumt Tyler ein: "Ich bin ein klassischer Abgucker! Was Erfolg hat, wird uns täglich von den Medien vorexerziert. Das habe ich schon als kleiner Junge begriffen. Ich habe die Körpersprache berühmter Leadsänger im TV studiert, bis ich jeden Ausraster vor dem Spiegel perfekt drauf hatte. Das ziehe ich bis heute durch. Aerosmith sind ein Ballett, ich bin die Ballerina. Und ich mache weiter, bis ich umfalle, denn ich bin mit der Bühne verheiratet."

    02.45 Uhr: Kiss: Rocks Vegas
    Hard Rock Hotel, Las Vegas, USA, 2014
    Regie: Devin DeHaven
    3sat

    Im November 2014 spielen Kiss neun Konzerte im "Hard Rock Hotel" in Las Vegas. Kiss sind im Rahmen ihres 40. Geburtstags auf Welttournee, die im Juni 2014 beginnt und im Oktober 2015 endet.

    Im Mai 2016 läuft der Konzertfilm in den Kinos und zeigt Kiss in der 4000 Fans fassenden "The Joint Showhall" im Inneren des Hotels in Topform. Mit dabei sind die Gründungsmitglieder Bassist Gene Simmons und Gitarrist Paul Stanley, beide über 60 und topfit.

    03.45 Uhr: Metallica: Français Pour Une Nuit
    Amphitheater Nîmes, Frankreich, 2009
    Regie: Don Kent
    3sat

    Am 7. Juli 2009 spielen Metallica im Rahmen ihrer "World Magnetic Tour" ein legendäres Konzert vor historischer Kulisse: Im Amphitheater im Nîmes sind die Legenden für eine Nacht Franzosen.

    1981 in Los Angeles gegründet, gehören die neunmaligen Grammy Gewinner mit über 100 Millionen verkaufter Alben zu den erfolgreichsten Metal Bands der Welt. 1990 macht das Gitarrenriff von „Enter Sandman“ und die Hymne „Nothing Else Matters“ die Band weltberühmt.

    Die aktuelle Besetzung um James Hetfield, Gesang und Gitarre, Kirk Hammett, Gitarre, Robert Trujillo, Bass, und Lars Ulrich, Schlagzeug, gehört zu den einflussreichsten Metals Bands weltweit. Für Korn Sänger Jonathan Davis ist Metallica seine Lieblingsband, da sie „immer ihren eigenen Weg gegangen und heute noch relevant ist“.

    Im Herbst 2017 passieren aber auch andere Dinge als Musik: Metallica stellen ihre erste offizielle Mode Kollektion vor, Sänger James Hetfield zieht in ein Bergdorf nach Colorado, versucht sich als Imker und geht auf die Jagd. Gitarrist Kirk Hammett hat gerade seine erste eigene Horror  und Sci Fi Art Ausstellung im Peabody Essex Museum in Salem, Massachusetts, kuratiert, und der dänische Schlagzeuger Lars Ulrich wird von Prinz Frederik von Dänemark im Juni 2017 für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen, während der zwölfjährige Sohn Tye von Bassist Robert Trujillo bei Korn als Bassist aushilft.

    05.00 Uhr: Mötley Crüe: The End   The Final Tour
    Los Angeles Staples Centre, USA, 2015
    Regie: Christian Lamb
    3sat

    Am 31. Dezember 2015 beendet die amerikanische Heavy Metal Glam Rock Band Mötley Crüe ihre 35 jährige Karriere mit einem Konzert vor 18 000 Fans in L. A., der Heimat der „Bad Boys of Rock".

    Nachdem die Band im Januar 2014 das Ende in einer Pressekonferenz verkündet, beginnt in den USA am 2. Juli 2014 die Abschiedstournee, und der „Kunterbunte Haufen“ alias Mötley Crüe begeistert weltweit Fans in Japan, Australien, Europa und Südamerika in 164 Konzerten.

Samstag, 05.04. / 19.30 Uhr / Kulturpalast
Fachmagazin für E- und U-Kultur
Moderation: Nina Sonnenberg
Erstausstrahlung
3sat

Zum Auftakt des diesjährigen Berliner Theatertreffens (4.-21.5.2018) greift sich "Kulturpalast" zwei ganz besondere Inszenierungen heraus: "Mittelreich" und "Faust".

"Mittelreich" ist eigentlich ein bayerisches Familienepos mit typisch deutscher Geschichte, aber gespielt von ausschließlich farbigen Schauspielern. Regisseurin Anta Helena Recke ist zu Gast im Studio und erklärt, was ihre "Schwarzkopie" des Stücks bewirkt.

Recke trifft mit ihrer Inszenierung einen Nerv: Die Reflektion rassistischer Vorurteile findet vielerorts statt, "Postkolonialismus" ist das Wort der Stunde.

Auch in einer weiteren Theatertreffen-Einladung wird diese Debatte geführt: In Frank Castorfs "Faust" führt die Reise bis in den kolonialen Algerienkrieg. Faust selbst erscheint als kolonialer Global Player, weniger Figur als Problemkomplex an sich.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt als Medienpartner vom Berliner Theatertreffen 2018 drei der eingeladenen Inszenierungen jeweils samstags in seinem Programm. Im Anschluss, um 20.15 Uhr, zeigt mit "Woyzeck" das erste von diesen drei "Starken Stücken".

Samstag, 05.04. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Woyzeck
von Georg Büchner
3sat / Theater Basel

Franz Woyzeck: Nicola Mastroberardino
Marie: Franziska Hackl
Hauptmann: Thiemo Strutzenberger
Doktor: Florian von Manteuffel
Tambourmajor: Michael Wächter
Andres: Max Rothbart
Margreth/Ausrufer/Der Jude: Barbara Horvath
Ausrufer/Handwerksbursche: Toni Jessen/Justus Pfankuch
u. a.

Dramaturgie: Constanze Kargl
Bühnenbild: Sabine Mäder, Ulrich Rasche
Kostüme: Sara Schwartz
Komponist: Monika Roscher
Chorleitung: Toni Jessen
Inszenierung: Ulrich Rasche
Fernsehregie: Hannes Rossacher
Erstausstrahlung

Im schwarzen Bühnenraum dreht sich eine Scheibe - unaufhörlich. Mit jeder Umdrehung scheint die Verzweiflung Franz Woyzecks unerträglicher zu werden. Immer angespannter und wütender wird er.

Von Anfang an ist klar, dass er zum Mörder werden muss. Woyzeck ist ein kleiner Soldat, der sich mit Gelegenheitsarbeit über Wasser hält. Mit Marie hat er einen unehelichen Sohn, doch die begibt sich lieber in die Arme des schneidigen Tambourmajors.

Von seinem Hauptmann und dem Doktor, der ihn für medizinische Versuche missbraucht, wird er gedemütigt, bis die Stimmen in seinem Kopf immer lauter werden. Woyzeck ist ein Wahnsinniger, ein von Eifersucht getriebener, verzweifelter Mensch, der nie eine wirkliche Chance hatte.

Regisseur Ulrich Rasche, bekannt für seine spektakulären Bühnenbilder, lässt sein Ensemble auf einer riesigen, dreh- und kippbaren Scheibe marschieren: Das Leben als Maschine - einmal angeworfen, schreitet es unaufhörlich voran. Wie das Erdenrund dreht sich die Scheibe - und damit auch Woyzecks Schicksal dem tragischen, aber unausweichlichen Ende entgegen. Büchners Sprache wird gedehnt, geradezu seziert, gelegentlich auch chorisch zum eindrücklichen Rhythmus der Musik gesprochen. Ulrich Rasche macht aus Büchners eigentümlichem Fragment ein Sprachkunstwerk. Ein gnadenloser und konsequenter Woyzeck. Ein Woyzeck, der nachhallt.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt als Medienpartner vom Berliner Theatertreffen 2018 drei der eingeladenen Inszenierungen jeweils samstags in seinem Programm. Es folgen am Samstag, 12. Mai, um 20.15 Uhr "Die Odyssee" und am Samstag, 19. Mai, ebenfalls um 20.15 Uhr, "Trommeln in der Nacht".

Samstag, 05.04. / 22.55 Uhr / Der Mann, der Udo Jürgens ist
Film von Michael Wech und Bruno Kammertöns
(Erstsendung: 18.10.2014)
SRF

Udo Jürgens (1934-2014), der größte deutschsprachige Chansonnier der Gegenwart, hat mit seinen Konzerten die ganze Welt bereist. Am 30. September 2014 feierte er seinen 80. Geburtstag.

Aus diesem Anlass entstand das Porträt "Der Mann, der Udo Jürgens ist". Es fragt: Wer war dieser Mann, den Frauen anhimmelten und Männer wegen seiner Lässigkeit beneideten?

Wie blickt Jürgens selbst auf ein Leben zurück, das ihn zum reichen Mann gemacht hat, das ihm unvergessliche Momente auf der Konzertbühne geschenkt hat?

Die Filmemacher trafen den Chansonnier zu intensiven Gesprächen und erfuhren von ihm: "Ich kann ohne Applaus leben, aber nicht, wenn ich auf der Bühne stehe." Über den hohen Preis des Erfolges sagt Udo Jürgens: "In den Stunden nach einem Konzert öffnet sich die Tür zur Einsamkeit".

Nach über 60 Jahren auf der Bühne sagte er über seine Zukunftspläne: "Wenn du ein Abschiedslied, ein richtig gutes, machst, dann muss man den Tod durchhören, durch das Lied. Und darüber kann ich jetzt nicht singen in diesem Moment".

Sonntag, 06.05. / 11.00 Uhr / Max Raabe in Israel
Film von Brigitte Bertele, Julia Willmann, Sabine Scharnagl und Bettina Hausler
(Erstsendung: 15.08.2012)
ARD/BR

Im Herbst 2010 starteten Max Raabe und das Palast Orchester als krönenden Abschluss ihrer Konzerttournee nach Israel. Vier Konzerte gab das Ensemble in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem.

Sie spielten ihr Programm "Heute Nacht oder nie" vor einem jungen Publikum, das die deutschen Lieder von damals erstmals live hören konnte - aber auch vor einer Zuhörerschaft, die sich an diese Musik erinnerte und sie aus Kindheit oder Jugend in Deutschland kannte.

In den Liedern und Schlagern dieser Künstler verdichtet sich das Lebensgefühl einer Zeit. Fast alle Textdichter waren jüdischer Herkunft, viele von ihnen wurden vom Nazi-Regime ermordet, einigen wenigen gelang die Flucht über Österreich und Frankreich in die USA.

Max Raabes Kunst besteht darin, Denken und Fühlen in seiner ganzen Vielschichtigkeit zum Klingen zu bringen: Zwischen Melancholie und Ironie, Rebellion und Resignation, Elegie und Komik liegen oft nur ein halber Takt oder ein einziges Wort. Bei ihm klingen die 80 Jahre alten Lieder nicht nostalgisch und fern, sondern ganz nah und modern.

Für Max Raabe und sein seit rund 25 Jahren bestehendes Palastorchester waren die Auftritte in Israel eine Premiere. Dass diese Tournee mit deutschen Liedern aus den 1920er-Jahren ein Politikum war, machte für die Musiker einerseits den Reiz aus, war Herausforderung, Geschenk und Chance der Konzertreise. Andererseits war man sich der menschlichen und auch politischen Dimension, die ein Auftritt mit gerade diesem Repertoire in Israel und vor einem israelisch-jüdischen Publikum hatte, voll und ganz bewusst.

Die Dokumentation zeigt, wie Max Raabe in Israel empfangen wurde und welches Echo er auf sein Konzertprogramm bekommen hat. Sie erzählt die Geschichten von Konzertbesuchern, die aus Deutschland geflohen, vertrieben und nicht mehr bereit waren, sich ihrer ursprünglichen Heimat anzunähern. Erst die Lieder aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend machten es ihnen möglich, sich wieder mit diesem Abschnitt ihrer Biografie zu befassen, der über Jahrzehnte hinweg nur mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden gewesen war.

So kam es zu Begegnungen, die für beide Seiten zutiefst bewegend waren. Neben Max Raabe selbst und einigen ausgewählten Musikern des Orchesters stehen einzelne jüdische Besucher der Konzerte im Mittelpunkt des Films: Alte Menschen, die die von Max Raabe interpretierten Lieder aus ihrem früheren Leben kannten und im Rahmen der Konzerte zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder live gehört haben. Menschen, deren Liebe für die Musik der 1920er-Jahre den Krieg überlebt hat, bei denen die alten Schellack-Platten bis zum heutigen Tag aufgelegt werden und eine Brücke in eine lang vergangene Zeit schlagen. Aber auch ein junger Hörer, dessen Familiengeschichte eng mit der Musik dieser Zeit verbunden ist und der durch Max Raabes Musik ein anderes Deutschland für sich entdeckt, das jenseits des Landes existiert, das in den Köpfen der Großeltern und Eltern nur für Leid und Schrecken stand.

Sonntag, 06.05. / 12.30 Uhr / Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck
(Erstsendung: 29.04.2018)
ARD/BR/MDR/WDR/NDR

Orientierung im Bücherdschungel verspricht Denis Scheck. Scheck besucht Schriftsteller, stellt Neuerscheinungen vor und spart dabei weder an Lob, noch an Kritik.

Seine bissigen und humorvollen Kommentare zu den Büchern der Spiegelbestenliste aus der Kölner Bücherhalle sind beliebt und gefürchtet. Im persönlichen Gespräch entlockt er Autoren aktueller Bestseller interessante Hintergründe zu ihren Werken.

Sonntag, 06.05. / 18.30 Uhr / Mit leichtem Herz und leichten Händen - Zum 90. Geburtstag von Christa Ludwig
Film von Teresa Vogl und Stephanie Holzschuster
(Erstsendung: 11.03.2018)
ORF

Mezzosopran-Sängerin Christa Ludwig feierte am 16. März 2018 ihren 90. Geburtstag. Sie blickt im niederösterreichischen Klosterneuburg zurück auf ihre spektakuläre internationale Karriere.

Im Interview erinnert sich Christa Ludwig an die Höhen und Tiefen ihrer fast 50 Jahre währenden Laufbahn als Sängerin und erzählt von den Mühen und Freuden eines fordernden Berufes, der Leben und Lieben gleichermaßen beeinflusst hat.

Die Sängerin erklärt unter anderem, warum die "Marschallin" aus dem "Rosenkavalier" von Richard Strauss für sie mehr war als nur eine Paraderolle und weshalb sie ihre drei Pinien in ihrem südfranzösischen Garten Böhm, Karajan und Bernstein taufte.

Montag, 07.05. / 01.45 Uhr / Crossroads (1/8): Chris Robinson Brotherhood
Mit Chris Robinson (Gesang, Gitarre), Neal Casal (Gitarre, Gesang), Adam MacDougall (Keyboards, Gesang), Tony Leone (Schlagzeug) und Jeff Hill (Bass)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 14. bis 17. März 2018 wurden wieder internationale Acts präsentiert.

Mit seiner früheren Band war Chris Robinson regelmäßig zu Gast in Deutschland. Nun hat Chris Robinson Brotherhood, die neue Formation des ehemaligen Black-Crowes-Sängers, bei "Crossroads" ihr Deutschland-Debüt.

Chris Robinson hat Musikgeschichte geschrieben: Nach acht Studioalben, über 30 Millionen verkauften Platten weltweit und unzähligen Touren löste sich seine Band, die Black Crowes, 2015 endgültig auf. Aber schon 2011, während der zweiten Band-Pause, baut sich Chris Robinson ein zweites Standbein auf: Er gründet Chris Robinson Brotherhood, ursprünglich geplant als reines Session-Projekt. Aus den ersten Shows werden schnell mehr, und die Band absolviert allein in ihrem Gründungsjahr 118 Konzerte in Nordamerika.

Neben Robinson gehören weitere namhafte Mitglieder der Brotherhood an: der ehemalige Black Crowes-Keyboarder Adam MacDougall, Neal Casal, Bassist Jeff Hill und Drummer Tony Leone. Wie sie sich die Freiheit nehmen, Westcoast-, Psychedelic-, Blues-, Jam- und Southern-Rock in mitreißender Songqualität und höchster musikalischer Akkuratesse aus der Zeit fallen zu lassen, ist auch live ein atemnehmendes Spektakel.

Montag, 07.05. / 02.25 Uhr / Crossroads (2/8): The Backyard Band
Mit Moritz Zergiebel (Gesang, Gitarre, Bluesharp), Sebastian Kleene (Gitarre, Gesang), Simon Jahn (Bass) und Maximilian Kleene (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Schäbige Clubs, Alkohol, Zigarettenqualm in der Luft und jede Menge Rock 'n' Roll: Diese Dinge gehen einem durch den Kopf, wenn man die Musik von The Backyard Band zu Gehör bekommt.

Klischees? Ja, sicher. Aber wenn Muddy Waters, Brian Jones, Roky Erickson und Keith Moon früher einmal zusammen gejammt hätten, wäre vielleicht etwas Ähnliches dabei herausgekommen wie diese Band. Und so klingt das Ganze auch: Rotzig, geradlinig, unbeugsam.

Die vier jungen Kölner haben ihre festen Wurzeln im englischen und amerikanischen Rock - auf der Bühne wissen sie ihre Version davon mit viel Elan überzeugend darzustellen.

Montag, 07.05. / 03.10 Uhr / Crossroads (3/8): Jessy Martens and Band
Mit Jessy Martens (Gesang), Christian Hon Adameit (Bass), Christian Kolf (Schlagzeug), Dirk Czuya (Gitarre) und Markus "Mosch" Schröder (Keyboards)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Die von der Presse gefeierte Sängerin ist live ein Phänomen: Jessy Martens explodiert auf der Bühne wie eine Naturgewalt und haucht im nächsten Moment eine ergreifende Ballade ins Mikrofon.

Sie ist das, was man gerne eine "Rampensau" nennt: Ohne inszeniertes Spektakel einfach loszulegen und sich keinerlei Beschränkungen aufzuerlegen ist ihr Ding. Ihre Stimme wird gern verglichen mit Amy Winehouse, Janis Joplin, Beth Hart und Tina Turner.

Sie swingt facettenreich, immer wieder bezieht sie sich auf den Blues. Dennoch will ihre Musik in keine Schublade passen: Mal jazzig, mal soulig, mal fast poppig, dann wieder rockig, immer groovy - kein Wunder, dass sie den German Blues Award wie auch den Deutschen Rockpreis gewinnen konnte. Dazu verfügt Jessy Martens über eine "herausragende Band" (Deutschlandfunk).

Montag, 07.05. / 03.55 Uhr / Crossroads (4/8): D/troit
Mit Toke Bo (Gesang), Klaus (Gitarre), Mads (Keyboards), Stefan (Schlagzeug) und Jackie (Bass)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Gather 'round, ladies and gentlemen - it's soul time! Völlig lässig und wie selbstverständlich verschmilzt diese fünfköpfige Band James Brown, Marvin Gaye und Garage-Rock.

Äußerst groovy, höchst suchterregend, wie Honig für die Ohren aber mit Ecken und Kanten - und mit Hingabe gespielt. Der Sound von D/troit wurzelt im ursprünglichen Northern Soul, sprüht Funken, hat Tiefe, ist authentisch und animiert zum Tanzen.

Kaum zu glauben, dass die Band, die für diesen so authentisch dargebotenen Sound verantwortlich ist, nicht aus Detroit, Memphis, Chicago oder Philadelphia kommt, sondern aus Kopenhagen.

Entstanden aus der Asche der Garage-Rock-Bands The Breakers und The Magic Bullet Theory, ist ihre Rock-'n'-Roll-Abstammung deutlich zu hören - und trotzdem sind D/troit purer Soul, seelenvoll und mitreißend. Eine echte Entdeckung!

Montag, 07.05. / 04.40 Uhr / Crossroads (5/8): Dawn Brothers
Mit Bas van Holt (Gesang, Gitarre), Levi Vis (Bass, Gesang), Rowan de Vos (Keyboards, Gesang) und Rafael Schwiddessen (Schlagzeug, Gesang)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Blutsverwandt sind die Dawn Brothers zwar nicht, durch den Rock 'n' Roll fühlen sie sich dennoch miteinander verbunden - und das hört man der Musik des Quartetts aus Rotterdam auch an.

Beeinflusst und inspiriert von Bands wie CCR, The Band, den Rolling Stones, den Beatles und Otis Redding kombinieren sie Americana und Roots-Rock mit energiegeladenem Soul und einnehmendem Sixties-Pop.

Ihr Debütalbum "Stayin' Out Late" (2017) wurde produziert von Pablo van de Poel (DeWolff), der schlichtweg begeistert ist: "'Stayin' Out Late' dürfte das beste Album sein, das ich jemals aufgenommen habe, DeWolff eingeschlossen." Live sind die Dawn Brothers ein famos eingespieltes Team, das die eigene Freude ungefiltert auf sein Publikum überträgt.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt drei weitere Folgen von "Crossroads" am Montag, 14. Mai, ab 1.45 Uhr.

Montag, 07.05. / 05.25 Uhr / Rockpalast Backstage: Clueso
(Erstsendung: 02.04.2017)
ARD/WDR

Der Singer-Songwriter aus Erfurt ist einer der gefragtesten Musiker Deutschlands. Normalerweise füllt Clueso Hallen, aber Ingo Schmoll trifft ihn im Kölner "Gloria", einem Club.

Clueso erzählt ihm, dass der Titel "Neuanfang" seines neuen Albums kein Zufall ist: Er hat seine alte Band und seinen Manager entlassen und seinen ehemaligen Wirkungsort, den Zughafen in Erfurt, komplett seinen ehemaligen Mitbetreibern überlassen.

Clueso hat mehrere Male die "1LIVE Krone" als bester Künstler gewonnen, tourt inner- und außerhalb Deutschlands, teils sogar mit Jazzformationen oder Orchester. Regelmäßig tritt er mit den "Großen" der deutschen Musikszene auf, darunter Wolfgang Niedecken und Udo Lindenberg. Seine Alben erreichen regelmäßig die obersten Chart-Platzierungen.

Donnerstag, 10.05. :"Adel verpflichtet" - Ein 3sat Thementag

Freitag, 11.05. / / 21.20 Uhr / Live vom Wiener Rathausplatz: Eröffnung der Wiener Festwochen 2018
Regie: Thomas Bogensberger
ORF/3sat

Die bereits zur Tradition gewordene Eröffnung der Wiener Festwochen findet am 11. Mai auf dem Wiener Rathausplatz statt. 2018 steht das Programm ganz im Zeichen des Wienerlieds.

Intendant Tomas Zierhofer-Kin holt in seiner zweiten Wiener-Festwochen-Ausgabe wieder viele unterschiedliche Genres und Künstler nach Wien. Die Eröffnung ist ein Fest für alle: Das Gratis-Open-Air begeistert Jahr für Jahr Tausende und wird weltweit übertragen.

Freitag, 11.05. / / 23.00 Uhr / Die Blechtrommel
(Director's Cut)
Spielfilm, Deutschland/Frankreich 2010
ARD

Alfred Matzerath: Mario Adorf
Agnes Matzerath: Angela Winkler
Oskar Matzerath: David Bennent
Jan Bronski: Daniel Olbrychski
Maria: Katharina Thalbach
Gemüsehändler Greff: Heinz Bennent
u. a.

Regie: Volker Schlöndorff
Länge: 156 Minuten

An seinem dritten Geburtstag verweigert der 1924 in Danzig geborene Oskar Matzerath weiteres Wachstum und Teilnahme an der Welt der Erwachsenen. An diesem Tag bekommt er auch seine Blechtrommel.

Auf dem geliebten Instrument artikuliert das ewige Kind seinen Protest gegen Nazis und Mitläufer, und erst nach Kriegsende fasst er den Beschluss, wieder zu wachsen, um mitzubestimmen.

Volker Schlöndorffs brillant inszeniert, weitgehend werktreue Verfilmung des Bestsellers von Günter Grass erhielt zahlreiche Preise, darunter die Goldene Palme von Cannes und einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film.

Samstag, 12.05. / 19.30 Uhr / Kulturpalast
Fachmagazin für E- und U-Kultur
Moderation: Nina Sonnenberg
Erstausstrahlung
3sat

In dem Fachmagazin für E- und U-Kultur werden strittige Fragen der Kunstwelt originell und charmant beleuchtet. "Kulturpalast" verspricht überraschend neue Perspektiven.

Die Moderatorin und Musikerin Nina Fiva Sonnenberg lädt sich Gäste ein, um gemeinsam mit ihnen Kultur vom Kern aus zu betrachten: Was treibt Künstler an? Und wie beantworten Kulturschaffende Lebensfragen, die uns alle umtreiben?

Samstag, 12.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Die Odyssee
Eine Irrfahrt nach Homer
3sat

Telemachos: Thomas Niehaus
Telegonos: Paul Schröder

Dramaturgie: Matthias Günther
Ausstattung: Jennifer Jenkins, Matthias Koch
Inszenierung: Antú Romero Nunes
Fernsehregie: Catharina Kleber
Erstausstrahlung

Was, wenn der eigene Erzeuger ein mythenschwerer Übervater ist, der nie daheim war, weil er Abenteuer zu bestehen hatte, die ihrerseits aber auch nicht ganz gesichert sind?

Dann holt man sich den Helden ins Zimmer und macht Kleinholz aus seinen unglaublichen Geschichten. Antú Romero Nunes erzählt in „Die Odyssee. Eine Irrfahrt nach Homer“g von den beiden Odysseus-Söhnen Telemachos und Telegonos.

Zwei Männer treffen sich am Sarg des Vaters, entdecken aber erst dort, dass sie Brüder sind. Zwei traurige Figuren, die irgendwie an Estragon und Wladimir aus Beckets "Warten auf Godot" erinnern, nur sind es Telegonos und Telemachos, die Söhne des Odysseus. Das griechische Heldenepos kommt aber bei Regiseur Antú Romero Nunes so gar nicht heroisch daher. Die beiden Brüder sprechen eine Fantasiesprache, die stark an Schwedisch erinnert und doch immer irgendwie verständlich bleibt. In irrwitzigen Dialogen entspinnt sich ein Bruderkampf um Gunst und Liebe des bereits toten Vaters, gespickt mit Zaubertricks, oftmals kindisch und gerade deshalb so liebenswert.

Einer der lustigsten Theaterabende seit Langem, da sind sich Publikum und Kritiker einig. Schlaglichtartig tauchen immer wieder Anspielungen an die Odyssee auf, zum Beispiel wenn einer der Männer halbnackt mit einer Schweinemaske auf dem Sarg tanzt. Odysseus hatte ein Jahr lang auf der Insel Aiaia mit der Zauberin Kirke zusammengelebt, da diese die Hälfte seiner Weggefährten in Schweine verwandelt hatte. Ergebnis dieser Liaison war Telegonos. So greift Nunes immer wieder Fäden der Odyssee auf und lässt sie genauso schnell wieder fallen. Aus Warten auf Godot wird hier Warten auf den Vater, Odysseus, doch dieser kommt nicht mehr. Die beiden Brüder müssen sich der Realität stellen und erwachsen werden. Nach dem sie ihr inneres Kind in den Selbstmord getrieben haben, sind sie bereit für den symbolischen Vatermord und zerlegen den väterlichen Sarg mit Kettensägen.

Antú Romero Nunes ist bekannt als großer Geschichtenerzähler und Theaterzauberer. Sonst eher ein Mann der großen Geste, entwickelte er dieses Zwei-Personen-Stück mit seinen Schauspielern Thomas Niehaus und Paul Schröder auf der kleinen Bühne des Thalia Theaters in Hamburg. Ein zauberhafter Abend, der mit den einfachsten Mitteln große Magie entfaltet.

Samstag, 12.05. / 21.45 Uhr / 70 Jahre Israel: Barenboim oder die Kraft der Musik
Film von Sabine Scharnagl
(Erstsendung: 07.11.2017)
ARD/BR

Daniel Barenboim ist davon überzeugt, dass klassische Musik zum friedlichen Zusammenleben der Menschen beitragen kann. - Ein Porträt des Musikers zum 70. Jahrestag der Gründung Israels.

Der Film zeichnet die wichtigsten Stationen und Begegnungen in der langen künstlerischen Laufbahn des großen Pianisten und Komponisten nach und begleitet ihn bei der Verwirklichung seiner persönlichen "Herzensprojekte".

Ausgangspunkt des Films ist die Eröffnung des Pierre Boulez Saales der Berliner Barenboim-Said-Akademie am 4. März 2017. Der nach Barenboims engem Freund Pierre Boulez benannte und von Frank Gehry für 700 Zuhörer entworfene ovale Kammermusik-Saal im Herzen von Berlin ist nicht nur eine spektakuläre, neue Spielstätte für klassische und zeitgenössische Kammermusik, sondern auch ein Ort für junge Musiker aus dem Nahen Osten - Juden, Christen und Muslime gleichermaßen -, die an der im selben Gebäude beheimateten Barenboim-Said Akademie studieren.

Außerdem begleitet der Film Barenboim und sein berühmtes West-Eastern Diwan Orchestra bei einer Konzertreise im Sommer 2017 nach Buenos Aires, der Heimatstadt des Dirigenten. Höhepunkt ist das Konzert im spektakulären Opernhaus Teatro Colón. Im Juni 2017 war das Filmteam auch dabei, als Daniel Barenboim die Berliner Staatskappelle in George Bizets Oper "Die Perlenfischer", inszeniert von Wim Wenders, dirigierte. Letzte Station des Films ist die Wiedereröffnung der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt "Barenboim oder die Kraft der Musik" anlässlich des 70. Jahrestags der Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948. Aus demselben Anlass zeigt 3sat am Sonntag, 13. Mai, ab 11.30 Uhr die zweiteilige Dokumentation "Wunde und Narbe", am Montag, 14. Mai, um 22.25 Uhr den Dokumentarfilm "Auf der Suche nach Zion" als Erstausstrahlung, am Dienstag, 15. Mai, um 22.25 Uhr die Dokumentation "Einsame Helden" sowie um 23.10 Uhr "Die Kinder der Exodus", ebenfalls zwei Erstausstrahlungen in 3sat.

Sonntag, 13.05. / 16.30 Uhr / Music of the Heart
Spielfilm, USA 1999
ARD

Roberta: Meryl Streep
Brian: Aidan Quinn
Isabelle: Gloria Estefan
Janet: Angela Bassett
Dorothea: Jane Leeves
u. a.
Regie: Wes Craven
Länge: 117 Minuten

Die ambitionierte Musiklehrerin Roberta baut mitten in einem Getto in Harlem eine Geigenklasse auf. Mit Geduld und pädagogischem Geschick vollbringt Roberta ein kleines Wunder.

Roberta Guaspari ist 51, als ihr Mann sie wegen einer anderen verlässt. Für ihre Ehe hat die hoch talentierte Violinistin ihre Karriere geopfert, jetzt steht sie vor dem Nichts. Händeringend sucht sie eine Stelle als Musiklehrerin, doch niemand gibt ihr einen Job.

Janet Williams, Rektorin einer Public School in East Harlem, würde der alleinerziehenden Mutter eine Chance geben. Doch ihre Schüler stammen aus einem sozialen Brennpunkt, ein teures Instrument wie eine Geige ist für die meisten Kinder unerschwinglich.

Roberta hat eine Idee: Nach einer gescheiterten Geschäftsgründung ist sie auf 50 Violinen sitzen geblieben - die nun zum Einsatz kommen. Die neue Lehrerin muss gegen Widerstände und Vorurteile kämpfen, denn die "Musik der Weißen" passt scheinbar gar nicht in ein schwarzes Getto. Doch allen Unkenrufen zum Trotz begeistert die resolute Lehrerin ihre Schüler für das ungewöhnliche Projekt. Kids, die normalerweise kaum eine Minute still sitzen können, entdecken bei ihr die Faszination der Musik. In zehn Jahren bringt Roberta über 1500 Kindern das Violinspiel bei. Nach einer Kürzung der öffentlichen Mittel droht ihrem erfolgreichen Programm überraschend das Aus. Doch so schnell gibt Roberta nicht auf.

Roberta Guasparis bewegende Geschichte wurde schon 1996 in dem Oscar-nominierten Dokumentarfilm "Small Wonders" erzählt. Die zweistündige Spielfilm-Version inszenierte ausgerechnet Wes Craven, der das Publikum mit seiner blutrünstigen "Scream"-Reihe das Fürchten lehrte - in "Music Of The Heart" zeigt der Horrorspezialist sich von einen ganz anderen Seite. Feinsinnig und mit überraschendem Blick für Details zeichnet Craven das Schicksal einer Frau nach, die sich aus der Fixierung auf ihren Mann löst und ihren ganz eigenen Weg findet. Dank Meryl Streeps differenziertem Spiel erhält die Figur der engagierten Musiklehrerin große Glaubhaftigkeit.

Sonntag, 13.05. / 18.30 Uhr / Museums-Check mit Markus Brock: Naturhistorisches Museum Wien
(Erstsendung: 05.11.2017)
ARD/SWR


Die berühmte Venus von Willendorf, riesige Saurier-Skelette oder die weltweit größte und älteste Meteoritenschausammlung - all das gibt es im Naturhistorischen Museum Wien zu entdecken.

Wer würde sich besser als Begleiter von Markus Brock beim "Museums-Check" eignen als der österreichische Schriftsteller und Wissenschaftler Raoul Schrott? 2016 hat er mit "Erste Erde. Epos" ein gewaltiges Werk über die Entstehung des Universums vorgelegt.

Beim Rundgang durch einige der 39 Schausäle des Museums erfahren Markus Brock und Raoul Schrott nicht nur einiges über die Entwicklung der Erde und des Menschen: Sie besuchen auch das hypermoderne "Digitale Planetarium" mit Fulldome-Projektionstechnik. Erstaunlich auch, welche neuen Erkenntnisse die Wissenschaft über "Hund und Katz", so der Titel einer interaktiven Sonderausstellung, zutage gefördert hat.

Das Fazit der beiden Museumsbesucher: Das Naturhistorische Museum Wien, eine der führenden Forschungseinrichtungen Österreichs, ist ein wahrer Kosmos der Erkenntnis.

Sonntag, 13.05. / 21.00 Uhr / Vince Ebert: Zukunft is the Future
3sat-Zelt Mainz, September 2017
Regie: Volker Weicker
3sat

Vince Ebert, der lustigste Diplom-Physiker Deutschlands, wagt den ganz großen Blick nach vorne. Sichere Prognose: Auch sein neues Programm wird ebenso lehrreich wie unterhaltsam!

Die Welt verändert sich mit rasender Geschwindigkeit – doch technischer Fortschritt und gesunder Menschenverstand sind nicht immer im Einklang. Macht uns das Internet wirklich schlauer? Warum bestimmen kluge Telefone und vernetzte Armbanduhren unser Leben?

Und wann kommt endlich die Frauenquote im Vatikan? Wer könnte diese wichtigen Fragen besser beantworten als Vince Ebert? Er hat bereits einen weiten Weg hinter sich: Aufgewachsen im unterfränkischen Amorbach, entschied er sich für ein Physikstudium mit Nebenfach Astronomie. Ein steiler Aufstieg, der damit noch lange nicht beendet war. Als Consultant bei einer Unternehmensberatung stellte er fest, dass ihn bei seinen Vorträgen vor allem das humoristische Potenzial reizte - und probierte dies kurzerhand auf Kleinkunstbühnen aus.

Gemeinsam mit dem Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen entwickelte er bald ein Kabarettprogramm, das sich spielerisch mit Fragen der Physik befasste. Schon hatte er ein ganz neues Genre gefunden - und stieß damit auf ein ebenso großes wie interessiertes Publikum. Heute tourt er über die großen Bühnen des Landes und erklärt regelmäßig auch im Fernsehen wissenschaftliche Phänomene auf unterhaltsame Weise.

In seinem Bühnenprogramm "Evolution" widmete sich Vince Ebert der Geschichte vom Anfang bis heute. Nun schlägt er den großen Bogen nach vorne. Ganz zeitgemäß kommt er vernetzt auf die Bühne: Mit dabei ist VAL, ein mit den Algorithmen einer Wienerin programmierter Sidekick, der auch gerne mal ein rebellisches Eigenleben entwickelt. Aber kann man überhaupt etwas Fundiertes über die Zukunft sagen? Vince Ebert behauptet: Ja! Schließlich wird nur die Zukunft selbst seine kühnen Behauptungen widerlegen könnten. Höchst unterhaltsam sind sie schon jetzt.

Montag, 14.05. / 01.45 Uhr / Crossroads (6/8): The New Roses
Mit Timmy Rough (Gesang, Gitarre), Norman Bites (Gitarre), Christian "Hardy" Hardt (Bass) und Urban Berz (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Zwei Mal pro Jahr präsentiert der WDR-"Rockpalast" in der "Harmonie" in Bonn-Endenich das "Crossroads"-Festival. Vom 14. bis 17. März 2018 wurden wieder internationale Acts präsentiert.

Die Geschichte von The New Roses begann in Wiesbaden. Dass ausgerechnet die Hauptstadt Hessens eine authentisch rockende Band wie diese hervorbringt, mag verwundern. Aber die Herkunft stand ihnen offensichtlich nicht im Weg.

Mit ihrem Song "Without A Trace" landeten Timmy Rough und seine Mitstreiter auf der Compilation der US Biker TV-Serie "Sons Of Anarchy" als einziger nicht-US-amerikanischer Rock-Act. Damit lieferten sie auch den Song für die "Sons of Anarchy"-Trailer-Kampagne in Deutschland.

Musikalisch orientieren sich The New Roses an Vorbildern wie Guns N'Roses, AC/DC, Kid Rock, Aerosmith, Metallica und The Black Crowes. Ihre Großbühnentauglichkeit haben sie bei zahlreichen Festivals in ganz Europa unter Beweis gestellt. Auch prestigeträchtige Support-Auftritte pflastern ihren Weg: Sie eröffneten bereits für Jon Lord, ZZ Top, Black Stone Cherry, Joe Bonamassa und die Toten Hosen.

Montag, 14.05. / 02.25 Uhr / Crossroads (7/8): Heavy Tiger
Mit Maja Linn Samuelsson (Gitarre, Gesang), Sara Frendin (Bass) und Astrid Carsbring (Schlagzeug)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Heavy Tiger ist ein Hard-Rock-Trio aus Stockholm. 2010 gründeten Sängerin und Gitarristin Maja Linn Samuelsson, Bassistin Sara Frendin und Schlagzeugerin Astrid Carsbring die Band.

Das Power-Trio spielt eine Mischung aus Hard Rock der 1970er-Jahre und Rock'n'Roll - und benennt Bands wie Thin Lizzy, AC/DC, die Rolling Stones und The Who als musikalische Vorbilder.

Auch skandinavische Rotz-Rock-Altväter wie die Backyard Babies oder Hellacopters sowie die New York Dolls und Girlschool, Suzie Quatro und Joan Jett - die Mütter allen "heavy Frauenrocks" - dürften Spuren im musikalischen Leben der drei Heavy Tiger hinterlassen haben. Ihr Sound pendelt daher zwischen eher klassischem Hard-Rock, der New Wave of British Heavy Metal, Glamrock und Straßenköter-Punkrock mit mitsingfähigen Melodien verbindet. So stilvoll und eigen klingt das dann aber, das man Heavy Tiger nicht einfach auf ihre Retro-Wurzeln reduzieren darf.

Seit zwei Jahren sind sie fast ununterbrochen auf Tour, in ganz Europa und sogar in Japan und Vietnam werden ihre Qualitäten als Live-Band geschätzt. Und ihre glitzernden Bühnenoutfits sind legendär.

Montag, 14.05. / 03.10 Uhr / Crossroads (8/8): Orango
Mit Helge Bredeli Kanck (Gitarre, Gesang), Hallvard Gaardløs (Bass, Gesang) und Trond Slåke (Schlagzeug, Gesang)
Erstausstrahlung
ARD/WDR/3sat

Orangos Einflüsse fallen eindeutig aus: guter alter Rock 'n' Roll, guter alter Blues - dazu der Wille zum Experiment und der brettharte Sound einer Stoner-Band kurz vor der Explosion.

Verschiedentlich wurde ihre Musik schon als "Southern Rock mit Pink-Floyd-vibe" bezeichnet - von der Hand zu weisen ist der Vergleich nicht. Wenn dazu noch die Namen von Lynyrd Skynyrd, ZZ Top oder Creedence Clearwater Revival fallen, sind die Koordinaten gesetzt.

Dass das Trio aus Oslo kommt, ist hingegen schwer zu glauben. Bringt doch die Assoziationsmaschinerie ihren bluesigen Fuzz-Rock, garniert mit dreistimmigen Gesangsharmonien, die dem Sixties-Westcoast-Sound entlehnt sein könnten, eher mit Staub und Wüste in Verbindung denn mit ihrer norwegischen Heimat. Bereits seit 1999 existiert die Band - aber nicht zuletzt seit der Hinzunahme des auch bei Spidergawd tätigen Bassisten Hallvard Gaardløs wurde Orango zu einer fast ständig auf Tour befindlichen Einheit mit enormen Live-Qualitäten.

Montag, 14.05. / 03.55 Uhr / Startrampe: Mit der Berliner Garagen-Pop-Band "Gurr"
Film von Frederik Kunth
(Erstsendung: 21.05.2017)
ARD/BR

Mit ihrem Sixties-inspirierten Schrammel-Pop hat Gurr geschafft, wovon die meisten deutschen Musiker träumen: den Sprung nach England und in die USA. "Startrampe" begleitet sie auf Tournee.

2012 haben Laura Lee und Andreya Casablanca ihre Band in Berlin gegründet, im Oktober 2016 ist ihr Debütalbum "In My Head" erschienen. Das Motto von Gurr lautet: Do it yourself! Laura und Andreya versuchen, so viel wie möglich selbst zu machen.

Nach wie vor verzichten sie auf ein professionelles Management, um die Kontrolle über ihre Karriere zu behalten. Und die hat gerade richtig Fahrt aufgenommen.

Der einflussreiche amerikanische Popkultur-Blog Stereogum postete im vergangenen Jahr einen Videoclip von Gurr, plötzlich hatten Indie-Fans auf der ganzen Welt die Band auf dem Schirm. Im März dieses Jahres durften Gurr mehrere Shows beim renommierten Showcase-Festival "South by Southwest" in Austin, Texas, spielen. Anschließend ging es gleich weiter nach London, wo Laura und Andreya für BBC Radio 1 eine Live-Session in den legendären Maida-Vale-Studios aufnehmen konnten, in denen auch schon Bands wie Led Zeppelin, Nirvana und The White Stripes zu Gast waren. Der Besuch bei der BBC war so etwas wie der Startschuss für die große UK-Tour, die Gurr momentan herunterreißen. Im Sommer folgen noch einige Festivals.

Diese "Startrampe"-Folge begleitet Laura und Andreya in den bisher turbulentesten Wochen ihres Bandlebens - vom Konzert in einem Münchner Club über das Festival in Austin bis zur Recording-Session in London.

"Startrampe" rückt junge Musiker ins Rampenlicht und schickt sie auf eine Reise quer durch die Republik. Eine Woche lang unterwegs im Oldtimer-Bus, Konzerte spielen, Idole treffen und neue Songs aufnehmen: Die Optionen sind so zahlreich wie die zurückgelegten Kilometer.

Montag, 14.05. / 04.30 Uhr / Startrampe: Mit der Kieler Indie-Punk-Band "Leoniden"
Film von Frederik Kunth
(Erstsendung: 28.05.2017)
ARD/BR

Die Leoniden sind sympathische und ziemlich nervöse Typen, das hört man dem experimentierfreudigen Indie-Punk-Sound der Kieler Band an. "Startrampe" begleitet sie bei ihren Auftritten.

Vor ihrem Playback-Auftritt als "Schrankband" in der TV-Show "Circus HalliGalli" und erst recht vor ihrem bisher größten Headliner-Konzert in ihrer Heimatstadt sind die Jungs noch zappeliger als sonst.

Als Mischung aus Justin Timberlake und The Mars Volta - so hatte ihm ein Kumpel den Sound der Leoniden beschrieben, bevor Jakob Amr 2015 als Sänger bei ihnen einstieg. Zwei Jahre später ist endlich das Debütalbum "Leoniden" draußen, erschienen beim bandeigenen Label "Two Peace Signs Records". Ihren Proberaum haben die Leoniden in einer ehemaligen Festungsanlage im Kieler Vorort Friedrichsort. Von ihrem Hauptquartier aus verschicken die fünf Jungs auch ihre Platten und T-Shirts an die Fans. Denn die Leoniden sind eine klassische Do-It-Yourself-Band. Sie versuchen, so viel wie möglich selbst zu erledigen.

Montag, 14.05. / 05.00 Uhr / Startrampe goes Nepal (½): Elektropunk für Trinkwasser
Film von Frederik Kunth
(Erstsendung: 09.12.2016)
ARD/BR

Reisen nach Nepal sind immer bewusstseinserweiternd, auch für die Berliner Band Frittenbude. "Startrampe hat die drei Jungs im Oktober 2016 auf einem Trip nach Nepal begleitet.

Das Filmteam hat miterlebt, wie die Musiker aus typisch nepalesischen Soundsamples einen neuen Song gebaut, nach der perfekten Sitar gesucht und einem Musikclub in Katmandu seinen allerersten Elektropunk-Moshpit beschert haben.

Doch in dem südasiatischen Backpacker-Paradies war für Strizi Streuner, Jakob Häglsperger und Martin Steer und ihren Reisebegleiter Carlos Charlemoine von der Heidelberger Band Irie Révoltés nicht nur Halligalli angesagt. Denn die Musiker waren zusammen mit Mitarbeitern der Wasserinitiative "Viva con Agua de Sankt Pauli e.V." (VcA) unterwegs. Die Non-Profit-Organisation wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, möglichst vielen Menschen weltweit den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Bekannt geworden ist VcA vor allem durch die Aktionen bei Musikfestivals und Konzerten, bei denen Besucher aufgefordert werden, ihre Pfandbecher nicht selbst zurückzugeben, sondern zu spenden. Von den Spendengeldern werden Brunnen und sanitäre Anlagen in Ländern wie Uganda, Indien und Nepal errichtet. VcA kooperiert dabei mit einer Reihe von prominenten Musikern wie Marteria und Clueso und unternimmt mit ihnen regelmäßig Reisen in die Projektgebiete. Zum Unterstützerkreis gehören auch die Bands Frittenbude und Irie Révoltés, die in der nepalesischen Region Chitwan Schulen besucht und dort mit den Kindern musiziert haben.

Ihre Reise nach Nepal werden Frittenbude nie vergessen. Oder erst "mindestens in 1000 Jahren".

Montag, 14.05. / 05.30 Uhr / Startrampe goes Nepal (2/2): Elektropunk für Trinkwasser
Film von Frederik Kunth
(Erstsendung: 16.12.2016)

Reisen nach Nepal sind immer bewusstseinserweiternd, auch für die Berliner Band Frittenbude. "Startrampe" hat die drei Jungs im Oktober 2016 auf einem Trip nach Nepal begleitet.

Das Film-Team hat miterlebt, wie die Musiker aus typisch nepalesischen Soundsamples einen neuen Song gebaut, nach der perfekten Sitar gesucht und einem Musikclub in Katmandu seinen allerersten Elektropunk-Moshpit beschert haben.

Doch in dem südasiatischen Backpacker-Paradies war für Strizi Streuner, Jakob Häglsperger, Martin Steer und ihren Reisebegleiter Carlos Charlemoine von der Heidelberger Band Irie Révoltés nicht nur Halligalli angesagt. Denn die Musiker waren zusammen mit Mitarbeitern der Wasserinitiative "Viva con Agua de Sankt Pauli e.V." (VcA) unterwegs. Die Non-Profit-Organisation wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, möglichst vielen Menschen weltweit den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Bekannt geworden ist VcA vor allem durch die Aktionen bei Musikfestivals und Konzerten, bei denen Besucher aufgefordert werden, ihre Pfandbecher nicht selbst zurückzugeben, sondern zu spenden. Von den Spendengeldern werden Brunnen und sanitäre Anlagen in Ländern wie Uganda, Indien und Nepal errichtet. VcA kooperiert dabei mit einer Reihe von prominenten Musikern wie Marteria und Clueso und unternimmt mit ihnen regelmäßig Reisen in die Projektgebiete. Zum Unterstützerkreis gehören auch die Bands Frittenbude und Irie Révoltés, die in der nepalesischen Region Chitwan Schulen besucht und dort mit den Kindern musiziert haben.

Ihre Reise nach Nepal werden Frittenbude nie vergessen. Oder erst "mindestens in 1000 Jahren".

Samstag, 19.05. / 19.30 Uhr / Kulturpalast
Fachmagazin für E- und U-Kultur
Moderation: Nina Sonnenberg
Erstausstrahlung
3sat

In dem Fachmagazin für E- und U-Kultur werden strittige Fragen der Kunstwelt originell und charmant beleuchtet. "Kulturpalast" verspricht überraschend neue Perspektiven.

Die Moderatorin und Musikerin Nina Fiva Sonnenberg lädt sich Gäste ein, um gemeinsam mit ihnen Kultur vom Kern aus zu betrachten: Was treibt Künstler an? Und wie beantworten Kulturschaffende Lebensfragen, die uns alle umtreiben?

Samstag, 19.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Trommeln in der Nacht
Schauspiel von/nach Bertolt Brecht
3sat

Andreas Kragler: Christian Löber
Babusch, Journalist: Damian Rebgetz
Karl Balicke: Hannes Hellmann
Friedrich Murk: Nils Kahnwald
Anna Balicke: Wiebke Mollenhauer
Amalie Balicke: Wiebke Puls
u. a.

Dramaturgie: Katinka Deecke
Bühnenbild: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Inszenierung: Christopher Rüping
Fernsehregie: Andreas Morell
Erstausstrahlung

Brechts Stück erlebte 1922 seine Uraufführung an den Münchner Kammerspielen. Fast 100 Jahre später lässt Christopher Rüping die Originalinszenierung in einer Art Reenactment wiederaufleben.

Bis hin zu einzelnen Bewegungen, der Anzahl von Schritten oder bestimmten Betonungen lässt der Regisseur sein Ensemble das Original nachahmen - bis sich die strenge Form immer weiter auflöst, einzelne Figuren verschwimmen und das Bühnenbild zerstört wird.

Vier Jahre nach dem Ersten Weltkrieg rechnet keiner mehr mit der Rückkehr des Artilleristen Andreas Kragler. Nur Anna, die ihn immer noch liebt, wartet auf ihn. Doch hindert sie das nicht daran, sich mit dem Kriegsgewinnler Murk einzulassen. Bald bleibt ihr kein anderer Ausweg, als ihren verschollenen Geliebten zu verraten: Sie ist schwanger von Murk, und ihre Eltern drängen auf die Verlobung. Als sich Anna endlich zu diesem Schritt durchringen kann, taucht Kragler wieder auf, kehrt heim aus der Kriegsgefangenschaft. Zu spät: Niemand will mehr etwas von ihm wissen, er stört die Idylle, die keine ist. In der Stadt tobt der Spartakusaufstand, dem sich Kragler, jede Hoffnung auf Glück verloren, anschließt.

Bei Bertolt Brecht gesteht Anna schließlich ihre Schwangerschaft, Kragler verzeiht ihr und wendet sich von den Protesten ab, um sein privates Glück zu finden. Ein Ende, das Brecht später selbst als zu rührselig empfand. Christopher Rüping bietet deshalb eine zusätzliche Schlussvariante an: Kragler lässt Anna zurück und schließt sich den Revolutionären an. Er zieht in den Kampf, das Politische siegt über das Private.

Samstag, 19.05. / 22.10 Uhr / Die Prüfung
Dokumentarfilm von Till Harms, Deutschland 2016
Länge: 97 Minuten
ZDF

Der Dokumentarfilm beobachtet das Auswahlverfahren an der Schauspielschule Hannover aus der Sicht der Prüfer, von der ersten Runde bis hin zur finalen Entscheidung.

687 Bewerber, zehn Plätze, neun Dozenten. Zehn Tage lang höchste Anspannung. Die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule ist nicht nur eine besondere Herausforderung für die Bewerber, sondern auch eine außerordentliche Belastungsprobe für das Kollegium.

Denn der Kampf um den talentierten Nachwuchs wird von den Prüfern mindestens ebenso leidenschaftlich und engagiert geführt wie der Kampf der Bewerber um einen der raren Studienplätze.

Der Film richtet den Fokus auf die unbekannte Seite: die der Prüfungskommission. Er bleibt ganz nah bei den Dozenten und Professoren. Die Zuschauer haben die Möglichkeit, sich selbst ein Urteil über die Auswahl- und Bewertungskriterien zu bilden. Konventionelle Vorstellungen über Prüfer und Prüflinge geraten ins Wanken. Die Zuschauer lernen die Kommissionsmitglieder als Menschen kennen, die sich und ihre Maßstäbe ständig hinterfragen und leidenschaftlich für ihre persönlichen Favoriten kämpfen.

Zum ersten Mal öffnet sich in Deutschland ein solches Auswahlgremium und zeigt sich unzensiert vor der Kamera. Drei Jahre Vorarbeit waren nötig, bis dem Filmemacher Till Harms alle Türen der Hochschule offenstanden.

Das Schauspielstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTM) gibt den Studierenden eine Basis für ihre spätere eigenständige künstlerische Arbeit in den verschiedensten Bereichen des Berufes und bildet die gesamte Breite heutiger Schauspielpraxis ab: von psychologisch-realistischem Spiel über formale Experimente bis hin zu zeitgenössischer Performance.

Die Unterrichtsanteile zu Körper, Stimme, Spiel und Theorie beziehen sich stark aufeinander. Sie werden durch zahlreiche eigenständige, experimentelle Arbeiten der Studierenden ergänzt. Die Lehrenden stehen selbst in der künstlerischen Praxis, und die Studierenden erhalten bereits während der Ausbildung Spielerfahrung an den großen Theatern in Niedersachsen. Gastspieleinladungen führen sie zu nationalen und internationalen Festivals.

Der Erfolg des Studiengangs spiegelt sich in den zahlreichen Auszeichnungen und Stipendien für die Studierenden, besonders aber in der Vielzahl erfolgreicher Theater- und Filmengagements der Absolventinnen und Absolventen wider. Zu diesen gehören zum Beispiel Katharina Schüttler, Matthias Brandt, Katja Riemann und Susanne Wolff.

Im Moment ist Hannover eine der Hochschulen, die neue Richtungen aufzeigt und versucht, das Studium im Spannungsfeld von umfangreicher Grundausbildung, der Beschäftigung mit neuen Tendenzen und künstlerischer Forschung innovativ weiterzuentwickeln. Die Dozenten sind um Transparenz und flache Hierarchien bemüht. Das Wesen des Studiengangs Schauspiel spiegelt sich auch in ihrem Aufnahmeverfahren wider. Dabei ist die Aufnahmeprüfung wie eine Visitenkarte der Hochschule. Es spricht sich unter den Bewerbern schnell herum, wie man wo behandelt wird, und vor allem, was die Studenten selbst von ihren Schulen erzählen. Schließlich treffen sich die Bewerberinnen und Bewerber bei den zahlreichen Aufnahmeprüfungen immer wieder und tauschen sich untereinander aus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Bewerber in Hannover kontinuierlich steigt.

Mit: Ester Berias, Carolin Eichhorst, Titus Georgi, Onno Grohmann, Stephan Hintze, Jan Konieczny, Burkhard Niggemeier, Nora Somaini, Stefan Wiefel, Benito Bause, Lucas Franken, Danijel Gavrilovic, Patrick Gees, Anna-Lena Hitzfeld, Leon Hoge, Svenja Koc, David Lau, Moritz Leu, Swantje Riechers, Isabel Tetzner, Jing Xiang und anderen.

Samstag, 19.05. / 04.10 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit Glasperlenspiel
Moderation: Jo Schück
Erstausstrahlung
3sat

Das Bauhaus in Dessau ist Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe "zdf@bauhaus". Internationale Künstler geben hier exklusive Konzerte. Diesmal zu Gast: Glasperlenspiel.

Das Elektropop-Duo, benannt nach dem großen Roman von Hermann Hesse, landete mit "Geiles Leben" einen Mega-Hit. Es kombiniert wunderbar verspielte Melodien, tanzbar treibende Beats und Refrains, die ins Ohr gehen.

Erfolgreich ist das Duo, bestehend aus der Sängerin Carolin Niemczyk und dem Sänger und Keyboarder Daniel Grunenberg, auch: Ihre Single "Geiles Leben" hielt sich mehr als ein Jahr lang ununterbrochen in den offiziellen Deutschen Single-Charts.

Der künstlerische Ansatz von Glasperlenspiel ist Popmusik mit elektronischen Einflüssen und einer klaren Message: Freude, Natürlichkeit und Authentizität.

"Wir lieben es, uns stilistisch auszuprobieren", so Daniel Grunenberg über den markanten Glasperlenspiel-Sound, den die Band 2018 um einige überraschende Facetten erweitert hat. So wie auf ihrer aktuellen Single "Royals & Kings (feat. Summer Cem)", mit der das Duo eine Hymne auf das Wesentliche im Leben veröffentlicht.

Samstag, 19.05. / 05.10 Uhr / zdf@bauhaus: Live-Musik mit My Indigo
3sat

Das Bauhaus in Dessau ist Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe "zdf@bauhaus". Internationale Künstler geben hier exklusive Konzerte. Diesmal zu Gast: My Indigo.

My Indigo – so heißt das Solo-Projekt von Sharon den Adel. Die niederländische Künstlerin ist als Frontfrau der Symphonic- und Gothic-Metal-Band "Within Temptation" international bekannt und sehr erfolgreich. Das beweisen Millionen von verkauften Tonträgern.

Jetzt veröffentlicht Sharon den Adel das Debut-Album ihres Solo-Projekts "My Indigo". Die Sängerin hat sich zwei Jahre lang zurückgezogen und an ihrem Album gearbeitet. Sie nahm sich eine Auszeit von den Strapazen des Tourens und von dem Leben als Sängerin.

Sharon hat auch vorher schon häufiger mit anderen Künstlern zusammengearbeitet und sich musikalisch anderen Genres zugewandt: zum Beispiel bei dem Song "In and Out of Love", den sie gemeinsam mit dem niederländischen DJ Armin van Buuren aufnahm. Aber auch bei den Projekten von "After Forever", "Avantasia" und "Delain" hatte sie Gastauftritte. Jetzt ist sie mit ihrer unverkennbaren und kraftvollen Stimme als Solo-Künstlerin zurück.

Sonntag, 20.05. / 10.05 Uhr / Dem Himmel so nah: Johann Sebastian Bach
Internationale Barocktage, Stift Melk, Österreich 2017
Mit den Solisten Michael Schade und Günther Groissböck
Chor: Tölzer Knabenchor
Orchester: Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Stefan Gottfried
Bildregie: Volker Werner
ORF

Seit ihrer Gründung 1992 avancierten die jährlich zu Pfingsten stattfindenden "Internationalen Barocktage Stift Melk" zu einem der renommiertesten Festivals für Alte Musik.

Unter dem Motto "Ewiges Feuer, Ursprung der Liebe" interpretierten 2017 Michael Schade, Günther Groissböck, der Tölzer Knabenchor und der Concentus Musicus Wien unter der musikalischen Leitung von Stefan Gottfried Johann Sebastian Bachs Kantaten zum Pfingstfest.

Eingebettet im atemberaubenden Ambiente des Barockstifts lag es nahe, den programmatischen Schwerpunkt auf die Pflege der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts zu fokussieren. Auch aufstrebende und junge Talente sowie selten gespielte Werke sind Jahr für Jahr Teil des Programms.

Die Musik des Barocks ist gekennzeichnet durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Verlauf des Kirchenjahres. Vertonungen rund um das Pfingstfest stellen dabei einen musikalischen Höhepunkt dar. So hat etwa der Großmeister jener Zeit, Johann Sebastian Bach, eine Vielzahl an Kantaten für kirchliche Feste komponiert, von denen sich an die 200 heute noch im Repertoire erhalten haben. Einige davon sind dem Fest des Heiligen Geistes gewidmet und wurden als finaler Höhepunkt der Internationalen Barocktage Stift Melk 2017 in Kombination mit einer Auswahl an Instrumentalwerken von Bach zum Erklingen gebracht.

Sonntag, 20.05. / 11.30. Uhr / Verbier-Festival 2015: Valerie Gergiev
dirigiert die 6. Sinfonie von Tschaikowski und spielt an der Seite von Denis Matusev und Daniil Trifonov
(Erstsendung: 10.09.2016)
SRF

Valerie Gergiev dirigiert die 6. Sinfonie von Tschaikowski und spielt an der Seite von Denis Matusev und Daniil Trifonov das Konzert für drei Klaviere von Mozart.

Die "Pathétique", seine letzte Sinfonie, betrachtete Tschaikowski als seine persönlichste und wichtigste. Mit dem Konzert für drei Klaviere von Mozart ergibt sich die einzigartige Gelegenheit, drei der derzeit wichtigsten russischen Musiker zusammen zu erleben.

Valerie Gergiev, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker und Intendant des Petersburger Mariinski-Theaters, hat auch eine Ausbildung als Pianist genossen. Daniil Trifonow gilt als "eines der erfolgreichsten und unbegreiflichsten Klaviertalente der letzten Jahrzehnte" (Süddeutsche Zeitung). Das Talent ist inzwischen zu einem gefeierten Meisterpianisten geworden und spielt auf allen großen Bühnen weltweit. Denis Matusev besticht durch die auffallende Leichtigkeit und Virtuosität seines Spiels. Er gilt vielen als Personifizierung der großen russischen Musiktradition.

Sonntag, 20.05. / 19.10. Uhr / Kulturzeit extra: Filmfestspiele Cannes 2018
Erstausstrahlung
3sat

Im Mai steht Cannes wieder im Zeichen des Films: Vom 8. bis zum 19. Mai versammelt sich die Filmwelt wieder an der Côte d'Azur. "Kulturzeit extra" berichtet über die Höhepunkte des Festivals.

Wer sind die Palmen-Gewinner, welches die Filme, über die man spricht? Was hat fasziniert? Was hat enttäuscht? Was bleibt?

Während auf dem roten Teppich die Stars flanieren, wird im Kino erlesenes Autorenkino aus aller Welt gezeigt. Hier werden Filme vorgestellt, die Furore machen, hier werden Talente entdeckt und Geschäfte gemacht.

Den Jury-Vorsitz hat 2018 die Schauspielerin Cate Blanchett. Die zweifache Oscar-Gewinnerin hat mehrfach in Filmen mitgespielt, die in Cannes im Wettbewerb liefen. Ihre Berufung kann auch als Statement gewertet werden: Cate Blanchett gehört zu den ersten Schauspielerinnen, die im Zuge des Weinstein-Skandals sexuelle Übergriffe auf Frauen anprangerten; sie ist eine der Mitbegründerinnen der Initiative "Time's Up".

Pfingstmontag, 21.05. / 09.05 Uhr / Verbier Festival 2016: András Schiff
spielt und dirigiert Bach, Haydn, Beethoven und Mozart

Programm:
- Johann Sebastian Bach, Klavierkonzert Nr. 1, BWV 1052
- Joseph Haydn, Symphonie No. 88
- Ludwig van Beethoven, Klavierkonzert No. 5, op. 73

SRF

- Wolfgang Amadeus Mozart, Klaviersonate No. 16, K. 545
- Johann Sebastian Bach, Italienisches Konzert, BWV 971, 1. Satz
Orchester: Verbier Festival Orchester

Der ungarische Pianist András Schiff gehört zu den wahren Größen der heutigen Musikwelt. Seine Aufnahmen zählen zu den bedeutsamen Interpretationen der klassischen Musik.

In Verbier spielt und dirigiert die Pianisten-Legende die großen Meisterwerke der Klavierliteratur von Bach, Haydn, Beethoven und Mozart.

© 3sat
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