kulturfreak

Operette

Ball im Savoy

Bettelstudent, Der

Blaubart
 

Candide


Csárdárfürstin, Die


Eine Frau, die weiß, was sie will

L’ Étoile (Der Stern)


Fatinitza

Fledermaus, Die


Graf von Luxemburg, Der

Gräfin Mariza

Großherzogin von Gerolstein, Die


Herzogin aus Chicago, Die

Im weißen Rössel


Land des Lächelns

lustige Witwe, Die


Madame Pompadour


Pariser Leben
Paul Bunyan
Perlen der Cleopatra, Die

Roxy und ihr Wunderteam

schöne Helena, Die
Südseetulpen

Vetter aus Dingsda, Der


Wiener Blut


Zirkusprinzessin, Die
 

Ausgewählte Operetten-Premieren in der Saison 2017/2018:

23.09.17: Die Faschingsfee (Kálmán), Theater Mönchengladbach

19.10.18: Die lustige Witwe (Lehár), Gärtnerplatztheater München
28.10.17: Ein Herbstmanöver (Kálmán), Stadttheater Giessen
28.10.17: Der Vetter aus Dingsda (Küneke), Theater Regensburg

04.11.17: Der Vetter aus Dingsda (Küneke), Landestheater Innsbruck
05.11.17: Die lustige Witwe (Lehár), Staatstheater Nürnberg
17.11.17: Der Opernball (Heuberger), Theater Zwickau
25.11.17: Eine Nacht in Venedig (Strauß), Oper Graz
25.11.17: Die schöne Galathée Operette (von Suppé ), Theater Plauen
26.11.17: Die Fledermaus (Strauss), Oper Köln

02.12.17: Die Csárdásfürstin (Kálmán), Theater Münster
02.12.17: Die Csárdásfürstin (Kálmán), Mainfrankentheater Würzburg
02.12.17: Eine Nacht in Venedig (Strauß), Landestheater Linz
02.12.17: Frau Luna (Lincke), Theater Hagen
02.12.17: Das Land des Lächelns (Lehár), Landestheater Coburg
09.12.17: Die Fledermaus (Strauss), Staatstheater Darmstadt
09.12.17: Roxy und ihr Wunderteam (Abraham), Theater Augsburg (martini-Park)
15.12.17: Die lustige Witwe (Lehár), Theater Biel Solothurn
15.12.17: Der Zigeunerbaron (Strauss), Grand Théâtre de Genève
17.12.17: Märchen im Grand-Hotel (Abraham), Komische Oper Berlin (konzertant)
22.12.17: Die Großherzogin von Gerolstein (Offenbach), Theater Hof

03.02.18: Der Graf von Luxemburg (Lehár), Landestheater Niederbayern (Passau)
09.02.18: Der Vetter aus Dingsda (Küneke), Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen
10.02.18: Eine Nacht in Venedig (Strauß), Theater Magdeburg

07.04.18: Im weißen Rössl (Benatzky; Fassung Bar jeder Vernunft), Theater Plauen
20.04.18: Die Fledermaus (Strauss), Theater Nordhausen

13.05.18: Die lustige Witwe (Lehár), Oper Frankfurt

03.06.18: Eine Nacht in Venedig (Strauß), Aalto Musiktheater Essen
14.06.18: Der tapfere Soldat (Strauss), Gärtnerplatztheater München
16.06.18: Wiener Blut (Straus), Theater Lüneburg

Ball im Savoy
Operette in einem Vorspiel und drei Akten

Von: Paul Abraham
Libretto: Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda
Uraufführung: 23. Dezember 1932 (Belrin, Großes Schauspielhaus)

Inhalt:
Nur wenige Tage nach der Hochzeit mit Madeleine erhält der Marquis Faublas einen Brief von seiner ehemaligen Geliebten Tangolita. Er schuldet ihr noch ein Souper im Hotel Savoy, das er ihr zum Abschied versprochen hat. Am Abend geht auch seine Gattin Madeleine, die von dem heimlichen Treffen erfahren hat, verkleidet auf den Ball im Savoy. Als das Fest seinen Höhepunkt erreicht, lüftet sie ihr Inkognito, verkündet öffentlich, sie habe ihren Mann betrogen und nimmt dabei die Scheidung in Kauf. Die selbstbewusste Madeleine setzt ihr Verwirrspiel bis zum Ende fort - was wirklich geschehen ist, wird auch beim Happy End nicht vollkommen klar...

Für "Ball im Savoy" komponierte Paul Abraham bekannte Melodien wie "Es ist so schön, am Abend bummeln zu geh'n", "Wenn wir Türken küssen" und "Bist du mir treu?" Die bühnenpraktische Rekonstruktion von Abrahams Musik durch Henning Hagedorn und Matthias Grimminger nähert sich dem Originalklang in drei Orchesterfassungen an, die auch die improvisatorischen Aspekte von Abrahams Partituren einbeziehen. BALL IM SAVOY bietet wunderbares Rollenfutter für ein großes Ensemble und echte Paradepartien für versierte Komödianten. Die Erstaufführung der rekonstruierten Fassung an der Komischen Oper Berlin mit Dagmar Manzel, Katharine Mehrling und Helmut Baumann im Sommer 2013 war ein rauschender Erfolg. [© Verlag Musik und Bühne, Wiesbaden]

Der Bettelstudent
Komische Oper in drei Akten

Von: Carl Millöcker
Libretto:
Camillo Walzel unter Pseudonym "F. Zell" und Richard Genée

Uraufführung: 6. Dezember 1882 (Wien, Theater an der Wien)

Krakau 1704, unter der Herrschaft August des Starken. Der sächsische Gouverneur Ollendorf betritt wütend den Gefängnishof. Die schöne Laura hat ihn auf einem Ball durch einen Fächerschlag ins Gesicht lächerlich gemacht. Dabei hat er die Spröde doch nur auf die Schulter geküsst. Sei’s drum, der Abgeblitzte sinnt auf Rache. Soll doch die adelsstolze Mutter, die polnische Gräfin Palmatica, die ihre mittellose Tochter fürstlich vermählen will, ihr sächsisches Wunder erleben. Hier im Gefängnis will er gleich einen geeigneten Heiratskandidaten aussuchen, mit finanziellen Mitteln ausstaffieren und dann auf die feine Familie Palmatica loslassen.

Der Bettelstudent Symon, der wegen Landstreicherei einsitzt und sein Freund Jan, der als Sympathisant des gestürzten polnischen Königs Stanislaus in Verwahrung genommen wurde, scheinen ihm die richtigen. Symon soll als steinreicher Fürst Wybicki auf Brautsuche gehen, Jan als sein Privatsekretär in Erscheinung treten. Der Plan scheint schneller als erwartet zu gelingen. Kaum haben sich der Fürst Wybicki alias Symon und Laura auf dem Krakauer Ringplatz kennen und lieben gelernt, ist auch schon die Verlobung beschlossene Sache.

Inzwischen hat Jan Symon über seine Identität aufgeklärt. Jan ist Offizier des Königs Stanislaus und plant gemeinsam mit Herzog Kasimir einen Aufstand gegen die Sachsen. Auch Symon will, da er Laura aufrichtig liebt, die Komödie nicht länger mitspielen und gesteht ihr alles in einem Brief. Durch Intrigen wird dieses Geständnis aber abgefangen. Als Laura dann Jan heiratet, glaubt er, dass sie über alles Bescheid wisse. Zu ihrem Entsetzen platzen nach dem Jawort Ollendorf und Jans Mitgefangene in die Feier, entlarven ihn als Schwindler und genießen ihre Rache. Jan wird aus dem Haus gejagt. Unterdessen hat Ollendorf herausbekommen, wer Symon ist und hofft, durch ihn den geheimen Aufenthaltsort Herzog Kasimirs zu erfahren. Symon geht zum Schein darauf ein und überredet Jan, zur Rettung des Vaterlandes nunmehr die Rolle des Herzogs zu übernehmen, sich ausliefern zu lassen und dadurch dem echten Herzog einen strategischen Vorteil zu verschaffen.

Nun ist Ollendorf der Betrogene. Laura aber hat - Fürst hin, Herzog her - ihre wahre Liebe zu Symon erkannt und bekennt sich zu ihm. Kanonendonner verkündet die Rettung. Der echte Kasimir hat die Stadt eingenommen, die Sachsen entwaffnet und macht Symon als Dank für seine Hilfe zum Grafen, womit einem auch standesgemäß vertretbaren glücklichen Ende nichts mehr im Wege steht. [© Felix Bloch Erben, Berlin]

Blaubart (Barbe-bleue)
opéra bouffe in 3 Akten

Von: Jacques Offenbach
Uraufführung: 5. Februar 1866 (Paris, Variétés)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 7. November 09 (Großes Haus)

Musikalische Leitung:
Thomas Dorsch
Inszenierung: Søren Schuhmacher
Bühnenbildn: Norbert Bellen
Kostüme: Carola Volles
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie:
Barbara Gräb

Besetzung:
Ritter Blaubart :
Alexander Spemann
König Bobèche:
Ks. Jürgen Rust
Graf Oscar, Kammerherr:
Axel Herrig
Popolani, Alchemist:
Patrick Pobeschin
Prinz Saphir:
Alexander Kröner
Alvarez, Höfling:
Reiner Weimerich
Boulotte:
Patricia Roach
Königin Clementine:
Katherine Marriott
Fleurette:
Inga-Britt Andersson
Heloise:
Claudia Sasse
Rosalinde:
Cornelia Langhals
Isaura:
Elisabeth Stradalski
Blanche:
Katja Ladentin
Eleonore:
Danaila Dimitrova

Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Besprechung auf kulturfreak.de


Blaubart
Staatstheater Mainz
Blaubart (Alexander Spemann), Fleurette (Inga-Britt Andersson), Königin Clementine (Katherine Marriott),
König Bobèche (Ks. Jürgen Rust), Prinz Saphir (Alexander Kröner), Chor und Statisterie des Staatstheaters Mainz

Foto: Martina Pipprich

Mit der Moral und Integrität der Herrschenden steht es nicht zum Besten: Ritter Blaubart ist froh, denn er konnte sich gerade seiner fünften Gattin entledigen. Sein Alchemist Popolani übernahm wie immer diese unfeine Aufgabe. Aber nicht nur der ehrenwerte Ritter hat eine schmutzige Weste, auch König Bobèche lässt durch seinen Minister die angeblichen Liebhaber der Königin aus dem Weg räumen. Zum Glück bringen es aber weder Popolani noch der Minister übers Herz, die Frauen zu töten. Als Blaubart nach Gattin Nummer 6 Ausschau hält, trifft er auf die resolute Boulotte, die die Revolution plant: Sie befreit die vermeintlich toten Ex-Frauen und führt sie dem Ritter vor Augen. Die berühmte „Blaubart“-Sage wurde von Jacques Offenbach in seiner 1866 uraufgeführten Opéra bouffe völlig auf den Kopf gestellt: So trifft man auf korrupte Machthaber, zwielichtige Wissenschaftler, hintergangene Kerle und fidele Mordopfer. Die bissige, von Offenbach als Gesellschaftskritik angelegte Operette besitzt großes satirisches Potential, das auch heute noch zahlreiche Anspielungen auf unsere Zeitliefert.

Thomas Dorsch studierte Germanistik sowie Komposition bei Reinhard Febel und Dirigieren bei Lutz Köhler, Karl-Heinz Bloemecke und Heinz Hennig in Hannover und Detmold. Darüber hinaus besuchte er Meisterkurse u, a. bei Jorma Panula, Neeme Järvi, Esa-Pekka Salonen und Peter Eötvös.Neben der Tätigkeit als praktisch ausübender Musiker entstanden in den letzten Jahren Kompositionen unterschiedlichster Gattungen sowie Arrangements. Lehraufträge in den Fächern Tonsatz, Arrangement, Gehörbildung, Generalbass und Partiturspiel führten ihn u. a. an die Musikhochschule Hannover und die Universität Hildesheim. Nach Engagements in Hildesheim und Wuppertal ist Thomas Dorsch seit August 2005 1. Kapellmeister am Staatstheater Mainz. Im August 2009 übernahm er die Funktion des Musikalischen Oberleiters am Staatstheater Oldenburg und wird in dieser Spielzeit als Gast am Staatstheater Mainz die musikalische Leitung von „Blaubart" und des 6. Sinfoniekonzerts - der konzertanten Aufführung von „Romeo und Julia" - übernehmen.

Søren Schuhmacher ist Oberspielleiter an der Deutschen Oper Berlin. Nach dem Studium der Musikwissenschaften an der Universität zu Köln arbeitete er zunächst als Regieassistent und Co-Regisseur für Günter Krämer, Willy Decker, Robert Carsen und Christof Loy, bevor er erste eigene Arbeiten in Szene setzte. Neben Inszenierungen an der Deutschen Oper Berlin („Carmen“, „Infinito Nero“ von Salvatore Sciarrino, Walter Braunfels’ „Jeanne d’Arc“ – gemeinsam mit Carl Hegemann und Anna-Sophie Mahler – und dem „Freischütz für Kinder“) erarbeitete Schuhmacher Produktionen u. a. für das Theater St. Gallen („Katja Kabanova“), das Theater Nordhausen („Turandot“, „Hoffmanns Erzählungen“, „un ballo in maschera“), die Komische Oper Berlin („Filemon Faltenreich“). Seine Mozart-Adaption „Türkisch für Liebhaber“ wurde nach der Premiere an der Neuköllner Oper in Berlin zum renommierten KamerOpera Festival nach Zwolle/NL eingeladen. Die Inszenierung von Jacques Offenbachs „Blaubart“ führt Søren Schuhmacher zum ersten Mal ans Staatstheater Mainz.

[© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Candide
Musical (“Comic Operetta”) in zwei Akten

Von:
Leonard Bernstein
Gesangstexte:
Richard Wilbur, John Treville La Touche und Dorothy Parker
Vorlage: „Candide où L’Optimisme" von Voltaire
Deutsche Fassung: Marcel Prawy
Uraufführung: 1. Dezember 1956 (New York, Martin Beck Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 5. August 1976 (Wien, Stadthalle)

Das Musical „Candide" geht auf den satirisch-philosophischen Roman „Candide où L’Optimisme" von Voltaire zurück. Bernstein verarbeitete das Buch zu einer ironischen Humoreske über das Leben des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz.
Die Titelfigur jagt in seiner Suche nach Glück, Wahrheit und Schönheit rund um den Erdball. Konfrontiert mit Katastrophen, Neid, Mißgunst, religiösem und weltanschaulichem Fanatismus, Prostitution und Verbrechen, kehrt er schließlich nach Westfalen zurück, um in weiser Einsicht „den eigenen Garten zu bestellen, so gut es geht".

„Glitter and be gay" ist der bekannteste Song des Musicals und kündet von einer optimistischen Einstellung, die besagt, dass die Welt gut ist und alles Geschehen unausbleiblich einen erfreulichen Ausgang nimmt. [© Musik & Bühne, Wiesbaden]

Die Csárdárfürstin
Operette in drei Akten

Von: Emmerich Kálman
Text: Leo Stein
Uaufführung: 13. November 1915 (Wien, )

Zur Inszenierung des Theater Magdeburg:
Koproduktion mit dem Theater Augsburg

Premiere: 11. März 17

Musikalische Leitung: Ewa Strusinska
Regie/Choreografie: Otto Pichler
Bühne: Jan Freese
Kostüme: Falk Bauer
Dramaturgie: Johanna Mangold, Georg Heckel, Eva Bunzel
Choreinstudierung: Martin Wagner

Besetzung:

Sylva Varescu:
Judith Kuhn/Raffaela Lintl
Edwin Ronald: Johannes Wollrab * / Mathias Schulz
Komtesse Anastasia: Eggenberg Irma Mihelic
Graf Boni Káncsiánu: Thorsten Büttner
Ferenc von Kerrekes: Markus Liske
Leopold Maria Fürst Lippert-Weylersheim: Peter Wittig
Anhilte: Ks. Undine Dreißig ** / Ulrike Baumbach

Opernchor des Theaters Magdeburg
Ballett Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

* Auf Grund einer Erkrankung von Johannes Wollrab übernimmt Mathias Schulz zur Premiere die Rolle des Edwin Ronald.
** Auf Grund einer Erkrankung von Ks. Undine Dreißig übernimmt Ulrike Baumbach zur Premiere die Rolle der Anhilte.


Die Csárdásfürstin
Theater Magdeburg»
Sylva (Judith Kuhn), Ensemble
© Andreas Lander

Mit ihren eingängigen Musiknummern und auf Grund der musikalischen Erfindungskraft wurde »Die Csárdásfürstin« nach der Uraufführung 1915 zu einem großen Erfolg, der bis heute anhält. Die in Wien uraufgeführte Operette traf den Nerv der Zeit einer Gesellschaft, die sich im Übergang befand. Nicht nur in der österreichischen Hauptstadt, sondern in ganz Europa herrschte Weltuntergangsstimmung, die sich in Zeilen wie »Hurra, hurra, man lebt nur einmal« oder »Mag die ganze Welt versinken, hab' ich dich!« widerspiegelt. Auch die gesellschaftspolitischen Veränderungen, wie der Untergang der über Jahrhunderte andauernden Habsburgischen Monarchie, thematisiert der ungarische Komponist in seinem erfolgreichsten Werk:
Edwin, Spross eines späthabsburgischen Adelsgeschlechts, möchte die Varietésängerin Sylva Varescu zur Frau nehmen. Sein Vater allerdings hat ganz andere Pläne für den Sohn und längst eine standesgemäße Ehe mit der Cousine, der Komtesse Stasi, arrangiert. Nun ist es an Edwin, für welches Leben er sich entscheidet. Indes jedoch hat auch Stasi Geheimnisse, ebenso wie die selbstbewusste Sylva, die nicht tatenlos bleibt. So braucht es etliche Intrigen und Verstellungen, bis am Ende doch die richtigen Paare zueinanderfinden. Über die Handlung legt sich die Entstehungszeit mit dem nahenden Ersten Weltkrieg wie ein dunkler Schatten. Die Partie der glamourösen Varieté-Ikone Sylva Varescu wird Raffaela Lintl übernehmen. Ehemals Mitglied des Internationalen Opernelitestudios des Theaters Lübeck und der Musikhochschule Lübeck, ist die Sopranistin seit der Spielzeit 2016/2017 Mitglied des Magdeburger Opernensembles.
Der Regisseur und Choreograf Otto Pichler konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Vater und Sohn und inszeniert damit einen zeitlosen Konflikt. Den Österreicher verbindet als Choreograf eine langjährige Zusammenarbeit mit Barrie Kosky. Als Co-Regisseur inszenierte er zusammen mit Kosky »West Side Story« an der Komischen Oper in Berlin. Weiterhin machte er sich als Regisseur unter anderem mit Inszenierungen wie »Hello, Dolly!« in Linz und »Jekyll & Hyde« in Coburg auf sich aufmerksam. Am Theater Magdeburg erarbeitete er in der Spielzeit 2014/2015 die Choreografie zu »La Bohème«.
Am Pult der Magdeburgischen Philharmonie steht Ewa Strusinska. Die freischaffende Dirigentin hat sich bereits weltweit einen Namen gemacht und dirigierte unter anderem das Johannesburg Philharmonic Orchestra, das BBC National Orchestra of Wales, das Brandenburgische Staatsorchester, die Nationalphilharmonie Warschau und das Orchester der Beethoven-Akademie Krakau. Sie ist Preisträgerin des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs der Bamberger Symphoniker.
Die Inszenierung entsteht als Koproduktion mit dem Theater Augsburg, wo »Die Csárdásfürstin« am 27. 2. 2016 Premiere feierte. Ab März ist die Inszenierung, neu besetzt und einstudiert mit dem Magdeburger Ensemble, im Opernhaus zu sehen.

www.theater-magdeburg.de

Zu den konzertanten Aufführungen der Oper Frankfurt:

Vorstellungen: 31. Dezember 14, 1., 4. und 9. Januar 15
(Frankfurter Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Eun Sun Kim
Chor: Tilman Michael

Besetzung:

Sylva Varescu:
Vida Mikneviciute
Edwin Ronald von und zu Lippert-Weylersheim: Peter Sonn
Feri von Kerekes: Peter Edelmann
Graf Boni Káncsiánu: Gideon Poppe (31. Dezember 14, 1. und 9. Januar 15) / Peter Marsh (4. Januar 15)
Komtesse Stasi, Edwins Cousine: Kateryna Kasper
Fürst Leopold Maria, Edwins Vater: Franz Mayer
Anhilte, Edwins Mutter: Margit Neubauer

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de


Die Csárdásfürstin
Oper Frankfurt
v.l.n.r. Peter Marsh (Boni), Peter Edelmann (Feri Bácsi), Eun Sun Kim (Dirigentin), Vida Mikneviciute (Sylva),
Peter Sonn (Edwin), Margit Neubauer (Anhilte) und Franz Mayer (Fürst Leopold Maria)
sowie im Hintergrund das Frankfurter Opern- und Museumsorchester und der Chor der Oper Frankfurt

© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Die Operette Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán (1882-1953) gelangte 1915 in Wien zur Uraufführung. Das Libretto wurde – in engem Austausch mit dem Komponisten – von Leo Stein und Béla Jenbach verfasst. Die Zeit des Komponierens war überschattet vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges und dem frühen Tod von Kálmáns Bruder Béla, was Kálmán so mitnahm, dass er die Arbeit mehrmals unterbrechen musste. Trotzdem gehört Die Csárdásfürstin mit ihren unsterblichen Melodien (u.a. „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht…“) zu seinen populärsten Werken.

Die Chansonette Sylva Varescu liebt den jungen Fürsten Edwin und Edwin liebt sie. Die fürstliche Familie aber wünscht sich eine standesgemäße Frau für ihren Sohn und schmiedet eine Intrige, um das Paar zu trennen und Edwin mit der Komtesse Stasi zu verheiraten. Sylva erfährt von den vermeintlichen Verlobungsplänen ihres Geliebten und flieht verletzt nach Amerika. Acht Wochen später treffen beide auf der Verlobungsfeier Edwins und Stasis wieder aufeinander. Nachdem sich die Ereignisse überschlagen und auch noch offenbar wird, dass Edwins Mutter einst selbst eine gefeierte Chansonnette war, gehen dem Fürsten die Argumente gegen die Hochzeitspläne seines Sohnes aus. Und so findet trotz Intrigen und Missverständnissen zusammen, was zusammen gehört.

Die musikalische Leitung der konzertant dargebotenen Operettenaufführung, die das Frankfurter Publikum beschwingt in das neue Jahr begleiten soll, liegt bei der Koreanerin Eun Sun Kim. Sie dirigiert hier 2014/15 zudem eine Neuproduktion von Bellinis La sonnambula sowie Repertoireaufführungen von Puccinis La Bohème.
Die litauische Sopranistin Vida Mikneviciute legt mit der Titelpartie von Kálmáns Erfolgsoperette ihr Hausdebüt in Frankfurt vor. An ihrem Mainzer Stammhaus feierte sie 2011 einen großen Erfolg mit Verdis La Traviata, weitere aktuelle Aufgaben sind die Kaiserin in Strauss‘ Die Frau ohne Schatten in Kassel und Pamina in Mozarts Die Zauberflöte an der Hamburgischen Staatsoper.
Aus einer österreichischen Sängerdynastie stammt der Bariton Peter Edelmann (Feri Bácsi), zu dessen jüngsten Engagements neben zahlreichen Operettenauftritten der Faninal in Strauss‘ Der Rosenkavalier in Linz und Innsbruck gehört.
Angeführt von Mario Chang (Edwin), Peter Marsh (Boni) und Kateryna Kasper (Stasi) sind die übrigen Partien mit Mitgliedern des Frankfurter Ensembles besetzt.  [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Eine Frau, die weiß, was sie will (Manon)
Musikalische Komödie in zwei Akten (fünf Bildern) nach Verneuil

Buch: Alfred Grünwald (Textbearbeitung von Leonard Steckel)
Musik: Oscar Straus
Uraufführung: 1. September 1932 (Berlin, Metropol-Theater)

Inhalt:
Der Junggeselle Raoul hat sich in die Operettendiva Manon Falconetti verliebt und bewundert sie allabendlich in ihrer Vorstellung. Auch die junge Lucy wird von ihrem sittenstrengen Papa ins Theater begleitet. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, Raoul zu heiraten und verlangt von ihrem Vater, dass er ein Gespräch mit der Falconetti arrangiert, damit sie die Sängerin bitten kann, Raoul freizugeben.

Dem alten Herrn bereitet dies gewisse Schwierigkeiten. Lucy weiß nicht, dass Manon ihre Mutter ist und ihr Vater den Kontakt zu ihrem gemeinsamen Kind notariell verboten hat. Er überredet Manon, Lucy zu empfangen, ohne dass diese von den Hintergründen erfährt. Lucy fordert ihre vermeintliche Rivalin auf, Raoul freizugeben, da er nur sie liebe. Schmunzelnd gewährt Manon ihrer Tochter die Bitte. Während eines intimen Diners, zu dem sie einige Freunde geladen hat, erklärt sie Raoul die Aussichtlosigkeit seiner Liebe zu ihr und führt ihn Lucy zu.

Ein Jahr später: Raoul und Lucy sind verheiratet. In Gegenwart ihres Hausfreundes Fernand erfährt Lucy von einem heimlichen Rendezvous Raouls mit der Falconetti. Nach Hause zurückgekehrt, wird Raoul verhört. Ebenso verlegen wie offen gibt er das Treffen zu. Mehr noch, er hat die Falconetti für den heutigen Abend zum Essen eingeladen. Lucy ist empört und glaubt sich betrogen. Nun will sie Gleiches mit Gleichem vergelten und Raoul endlich mit Fernand betrügen. Die briefliche Ankündigung des Ehebruchs incl. Uhrzeit, erhält Raoul postwendend nach Lucys rauschendem Abgang. Allein die bühnen- und lebenserfahrene Falconetti weiß einen Ausweg. Sie befragt Raoul nach seinem besten Freund, von dem er nie annehmen würde, dass... Es ist: Fernand. Als sie auch noch eine Visitenkarte Fernands findet, die dieser zufällig im Hause Raouls verloren hat, kombiniert sie und tippt auf ihn als "Erfüllungsgehilfen" des Ehebruchs.

Sie ruft ihn umgehend an und bittet ihn, mit verstellter Stimme Lucy nachahmend, in ein Séparée. Der überraschte Fernand findet Gefallen an der Frau, in der er bald die berühmte Sängerin erkennt. Als auch noch Lucy auf der Suche nach dem "ungetreuen" Fernand hinzukommt, gibt sich ihr die Falconetti als ihre Mutter zu erkennen und beseitigt damit endgültig alle Verdachtsmomente. Aufatmend kehrt Lucy in die Arme Raouls zurück.[© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]

L’ Étoile (Der Stern)
Opéra-bouffe in drei Akten

Von: Emmanuel Chabrier
Uraufführung: 28. November 1877 (Paris, Théâtre des Bouffes-Parisiens)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 2. Oktober 11
Wiederaufnahme in der Saison 2012/13: 9. November 12

Musikalische Leitung: Henrik Nánási / Karsten Januschke / Sebastian Zierer (9., 17. November 2012) / Karsten Januschke (24., 29. November 2012) / Hartmut Keil (März 2013)
Inszenierung: David Alden
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici / Corinna Tetzel (März 2013)
Bühnenbild und Kostüme: Gideon Davey
Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Choreografie: Beate Vollack
Chor: Michael Clark / Felix Lemke

Besetzung:

König Ouf I:
Christophe Mortagne / Christophe Mortagne
Lazuli: Paula Murrihy / Jenny Carlstedt / Paula Murrihy (März 2013)
Prinzessin Laoula: Juanita Lascarro / Anna Ryberg
Siroco: Simon Bailey / Simon Bailey
Fürst Hérisson de Porc-Epic: Michael McCown / Michael McCown
Aloès: Sharon Carty / Sharon Carty / Nina Tarandek (März 2013)
Tapioca: Julian Prégardien / Julian Prégardien
Patacha: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
Zalzal: Sebastian Geyer / Sungkon Kim
u.a.

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


grün = Wiederaufnahme Saison 2012/13

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester


Besprechung auf kulturfreak.de

Inhalt:
Wie jedes Jahr möchte König Ouf I. seine Untertanen durch eine Hinrichtung ergötzen – nur: bisher hat sich noch kein Opfer gefunden. Dieses stellt sich in der Person des Straßenhändlers Lazuli ein, welcher aus einem Missverständnis heraus den inkognito unter seinem Volk wandelnden Monarchen ohrfeigt. Da empfiehlt sein Astrologe Siroco dem König, von seinem Plan Abstand zu nehmen, denn in den Sternen stehe geschrieben, dass dieser einen Tag nach dem Hinscheiden Lazulis gleichfalls sterben müsse. Zudem hat Ouf testamentarisch festgelegt, dass in diesem Falle auch sein Astrologe daran glauben müsse. Gute Gründe, um Lazuli in den Palast zu bringen und aufs heftigste zu verwöhnen. Inzwischen hat sich der Straßenhändler in Prinzessin Laoula verliebt, die allerdings dem König versprochen ist. Lazuli will sich umbringen, sollte er nicht die Hand der Geliebten erhalten. So bleibt Ouf nichts anderes übrig, der Verbindung seinen Segen zu geben und Lazuli zu seinem Nachfolger zu ernennen.

Zur Wiederaufnahme:
Am 2. Oktober 2011 feierte die Opéra-bouffe L’Étoile (Der Stern) des von der Musikwissenschaft in der Tradition von Rossini und Offenbach gehandelten französischen Komponisten Emmanuel Chabrier (1841-1894) ihre erfolgreiche Frankfurter Erstaufführung. Das Publikum war begeistert von der revuehaften Regie des Amerikaners David Alden und der anspruchsvollen, meisterhaft instrumentierten Partitur, die schmissige Can-Cans sowie gefühlvolle Arien und Ensembles vereinigt, ohne ins Sentimentale abzugleiten. Und auch die Presse goutierte die Bemühungen der Oper Frankfurt um eine weitestgehend unbekannte Operette, die innerhalb von nur 28 Tagen entstanden sein soll und lange Zeit als das Meisterwerk des musikalischen Humors galt: „Ein kurzweiliger, grandioser Abend.“ – „Selbst wenn die sängerischen Leistungen nicht so fantastisch wären, wie sie sind – allein David Aldens ungeheuer komische, aufs Exakteste überkandidelte Regie würde den Abend lohnen.“ – „Ob schwarz bedrohlich, ob glänzend in seiner Strahlkraft, dieser Stern verschönt den Frankfurter Opernhimmel.“

Auch in der ersten Wiederaufahme dieser aus der Spielzeit 2011/12 stammenden Produktion ist der französische Charaktertenor Christophe Mortagne als König Ouf I. mit von der Partie. Erst kürzlich debütierte er an der Seite von Anna Netrebko in Massenets Manon als Guillot-Morfontaine an der New Yorker Met. Ihm zur Seite steht Ensemblemitglied Simon Bailey als trinkfreudiger Astrologe Siroco in einem wahrhaft atemberaubenden Kostüm. Neu besetzt sind aus dem Ensemble Jenny Carlstedt (Lazuli), Anna Ryberg (Prinzessin Laoula) und Sungkon Kim (Zalzal) sowie Nina Tarandek als Alternativbesetzung der Aloès. Alle weiteren Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt sind mit ihren Partien bereits seit der Premiere vertraut. Am Pult des Opern- und Museumsorchesters steht erstmals bei dieser Produktion Solorepetitor Sebastian Zierer, mit dem sein Kollege Karsten Januschke (der bereits 2011/12 Repertoirevorstellungen des Werkes dirigierte) und Kapellmeister Hartmut Keil alternieren. [© Oper Frankfurt]

Zur Premiere:
Als Intendant Bernd Loebe vor vier Jahren die Frankfurter Erstaufführung der Opéra-bouffe L’Étoile (Der Stern) von Emmanuel Chabrier (1841-1894) plante, konnte er nicht ahnen, dass auch das Grand-Théâtre de Genève (2009) und die Berliner Staatsoper (2010) Neuproduktionen dieses weitgehend unbekannten Werks des französischen Komponisten präsentieren würden. Tatsächlich lohnt der Blick auf Chabrier, der von der Musikwissenschaft als in der Tradition von Rossini und Offenbach stehender Tonsetzer gehandelt wird. Jedoch zeichnen seine Melodien weder die Routine des Vielschreibers noch der satirische Zugriff des Gesellschaftskritikers aus. Vielmehr besitzt die Operette, welche innerhalb von nur 28 Tagen entstanden sein soll und lange Zeit als das Meisterwerk des musikalischen Humors galt, eine unverwechselbare Handschrift. Die anspruchsvolle, meisterhaft instrumentierte Partitur vereinigt gefühlvolle Arien und Ensembles, ohne ins Sentimentale abzugleiten. Dies wird auch durch jene exotische Verfremdung verhindert, welche sich in der skurrilen Handlung widerspiegelt.

Der Amerikaner David Alden arbeitet an führenden Opernhäusern in den USA und Europa. In Frankfurt inszenierte er 2002/03 Schrekers Der Schatzgräber. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht Henrik Nánási, der ab 1. August 2012 an der Komischen Oper Berlin die Position des Generalmusikdirektors bekleiden wird. Zu den aktuellen Aufgaben des französischen Charaktertenors Christophe Mortagne gehören Auftritte an den Opernhäusern von Mailand, New York, London und Paris sowie beim Festival von Orange.  Aus dem Ensemble übernimmt Juanita Lascarro die Prinzessin Laoula, als die sie auch in einer Produktion von Dale Duesing an der Berliner Staatsoper gastiert. Ihr zur Seite stehen Paula Murrihy (Lazuli), Simon Bailey (Siroco) und Michael McCown (Fürst Hérisson de Porc-Epic) sowie weitere Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Fatinitza
Operette in drei Akten

Musik: Franz von Suppé
Text: Friedrich Zell und Richard Genée

Uraufführung: 5. Januar 1876 (Wien)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 2. November 12

Musikalische Leitung: Florian Csizmadia
Inszenierung: Lydia Steier
Bühne: Katharina Schlipf
Kostüme: Ursula Kudrna
Studienleitung: Michael Millard
Musikalische Assistenz: Mino Marani
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez Laverny
Dramaturgie: Carsten Jenß

Besetzung:

Graf Kantschukoff, russischer General: Ks. Hans-Otto Weiß
Fürstin Iwanowna Lydia Uschakoff: Vida Mikneviciute
Izzet Pascha: Alexander Spemann
Osipp/Wasil: Reiner Weimerich
Wache/Iwan: Patrick Hörner
Fedor/Dmitri: Agustín Sánchez Arellano
Steipann, Sergeant: Ks. Jürgen Rust
Wladimir Samoiloff (Fatinitza): Patricia Roach
Julian von Golz: Thorsten Büttner
Hassan: Ion Dimieru
Nursidah: Danaila Dimitrova
Zuleika: Katja Ladentin
Diona: Ewa Wargin
Besika: Aviva Piniane
Wuika: Hans-Helge Gerlik
Mustapha: Statisterie

Chor des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Besprechung auf kulturfreak.de


Fatinitza
Staatstheater Mainz
Besika (Aviva Piniane), Lydia (Vida Mikneviciute), Nursidah (Danaila Dimitrova),
Izzet Pascha (Alexander Spemann), Mustapha (Florian Gierlichs), Diona (Ewa Wargin)
© Martina Pipprich

Fehlinformation und Täuschung: „Fatinitza“

Wer oder was ist Fatinitza? Eine russische Wodka-Marke? Ein neuer soziologischer Begriff für die Schicksalshaftigkeit der Liebe? Oder ein türkischer Frauenname? – Das Staatstheater Mainz hat die Antwort darauf gefunden in Franz von Suppés Operette.

Dem österreichischen Komponisten gelang mit „Fatinitza“ nichts weniger als ein Geniestreich, der bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die Operettenspielpläne beherrschte. Das Staatstheater Mainz haucht nun seinem Werk neues, opulentes Leben ein und setzt damit die Reihe unbekannterer oder selten gespielter Werke der sogenannten „Leichten Muse“ fort.

Die Erfolgslibrettisten Friedrich Zell und Richard Genée, berühmt u.a. für die zwei Jahre zuvor entstandene „Fledermaus“, schrieben für Suppé eine exotische Handlung: Fatinitza ist nichts als ein erotisches Phantom zwischen den Fronten, für das sich der russische Leutnant Wladimir eines Tages ausgegeben hat. Gerade hat der Leutnant sich wieder einmal als Fatinitza verkleidet, da taucht der General Kantschukoff auf und ist an der Front entsetzt über die mangelnde Disziplin, aber verliebt in Fatinitza. Wladimir bleibt nun vorerst in seine Rolle gebannt, was dazu führt, dass Izzet Pascha – von gegnerischer osmanischer Seite – ihn und Lydia, die von Wladimir geliebte Nichte des Generals, seinem Harem zuschlägt. Ihm müssen Wladimir und Lydia entkommen und dazu noch den General außer Gefecht setzen. Lustvoll deponiert „Fatinitza“ somit eine gewaltige Sprengladung anarchischen Humors in der Festung geheiligter Werte und nationaler Identitäten.

Falschinformation und Täuschung sind das Thema dieser äußerst schwungvollen und mitreißenden Operette: Franz von Suppé besetzt nicht nur die Figur des Wladimir mit einem Mezzosopran, der einen Mann spielt, der vorgibt eine Frau zu sein, sondern erweitert das Thema noch zusätzlich um die Ebene der Medien mit der Rolle des Reporters Julian.

Zum ersten Mal am Staatstheater Mainz führt Lydia Steier bei dieser Neuinszenierung Regie. Die gebürtige Amerikanerin lebt seit 2002 in Berlin und wurde bereits in Weimar („I Pagliacci“ und Busonis „Turandot“), Oldenburg, Bremen, Stuttgart und Los Angeles („Lohengrin“) für ihre erzählstarken Inszenierungen gefeiert. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Die Fledermaus

Operette von:
Johann Strauss
Text von: Richard Genée
Uraufführung: 5. April 1874 (Wien, Theater an de
r Wien)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere: 16. September 2016 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Michael Helmrath / Lynn Kao
Inszenierung: Gabriele Rech
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Susanne Füller
Chor: Albert Horne
Licht: Andreas Frank
Choreografie: Myriam Lifka
Dramaturgie: Katja Leclerc

Besetzung:

Gabriel von Eisenstein:
Peter Bording
Rosalinde: Netta Or / Camila Ribero-Souza
Frosch: Lutz van der Horst
Frank: Stephanos Tsirakoglou
Prinz Orlofsky: Romina Boscolo / Silvia Hauer
Alfred: Aaron Cawley / Richard Furman
Dr. Falke: Benjamin Russell / Alexander Knight
Dr. Blind: Erik Biegel
Adele: Gloria Rehm / Stella An / Katharina Konradi
Ida: Felicitas Geipel / Nina Links

Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Besprechung auf kulturfreak.de

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Die Fledermaus

© Staatstheater Wiessbaden
Gabriel von Eisenstein (Peter Bording), Adele (Gloria Rehm)
© Karl und Monika Forster

In der Eröffnungspremiere der Spielzeit 2016.2017 »Die Fledermaus« wird »heute show«-Comedian Lutz van der Horst sein Bühnendebüt geben: In der Rolle des Frosch mischt er das Personal der Operette auf. Als Eisenstein ist Peter Bording in einer seiner Paraderollen (u. a. auch an der Komischen Oper Berlin, Essen, Tokio) zu erleben. Netta Or ist Rosalinde (in dieser Partie u. a. auch an der Opéra National du Rhin, Straßburg). Als Falke debütieren zwei junge Sänger des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Benjamin Russell (u. a. in »Boris Godunow« und »Die Soldaten«) und Alexander Knight (German-Australian Opera Grant-Gewinner 2016). Auch die Adele ist für Gloria Rehm (in Wiesbaden zuletzt Marie in »Die Soldaten« und Adina in »Der Liebestrank«), Stella An (Gretel, Despina in »Così fan tutte«) und Katharina Konradi (Morgana in »Alcina«, Nannetta in »Falstaff«) ein Rollendebüt. Romina Boscolo und Silvia Hauer alternieren als Prinz Orlofsky, Stephanos Tsirakoglou ist Gefängnisdirektor Frank, Erik Biegel Dr. Blind, Aaron Cawley und Richard Furman alternieren als Alfred.

Die Musikalische Leitung liegt bei Michael Helmrath (in Wiesbaden u. a. »Hänsel und Gretel«, ab 2016.2017 Generalmusikdirektor des Theaters Nordhausen) und Lynn Kao (»Der Graf von Luxemburg« und das Ballett »Weltenwanderer«). [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 6. März 11
Wiederaufnahme Saison 2012/13: 9. Februar 13
Wiederaufnahme Saison 2011/12: 17. Dezember 11


Musikalische Leitung: Sebastian Weigle / Mark Soustrot / Hartmut Keil / Eugene Tzigane / Roland Böer / Hartmut Keil / Karsten Januschke / Sebastian Zierer
Regie: Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme Saison 2012/13: Tobias Heyder
Bühnenbild und Kostüme:
Herbert Murauer
Dramaturgie:
Norbert Abels
Licht:
Olaf Winter
Chor:
Matthias Köhler

Besetzung:

Gabriel von Eisenstein:
Christian Gerhaher / Michael Kraus / Daniel Schmutzhard / Daniel Schmutzhard
Rosalinde:
Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister / Jacquelyn Wagner
Frank:
Thorsten Grümbel / Thorsten Grümbel / Thorsten Grümbel / Simon Bailey
Prinz Orlofsky / Frosch:
Martin Wölfel / Martin Wölfel / Martin Wölfel
Alfred:
Stephan Rügamer / Stephan Rügamer / Martin Mitterrutzner / Stephan Rügamer / Martin Mitterrutzner
Dr. Falke:
Michael Nagy / Sebastian Geyer / Sebastian Geyer
Dr. Blind:
Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
Adele:
Britta Stallmeister / Britta Stallmeister / Christiane Karg / Britta Stallmeister
Ida:
Andrea Dewell / Andrea M. Dewell / Andrea M. Dewell
u.a.

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

lila = Wiederaufnahme Saison 2012/13
grün = Wiederaufnahme Saison 2011/12

Besprechung der 2. Wiederaufnahme auf kulturfreak.de


Die Fledermaus
Oper Frankfurt
Im Vordergrund: Gabriel von Eisenstein (Daniel Schmutzhard) und Rosalinde (Barbara Zechmeister),
sowie im Hintergrund: Gäste auf dem Ball des Prinzen Orlofsky

© Wolfgang Runkel www.wolfgang-runkel.de

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2012/13:
Christof Loy gelingt mit seiner Version der Fledermaus von Johann Strauß an der Oper Frankfurt ein Operettenabend, der zeitgemäß, kritisch, intelligent und unterhaltsam ist.“ Soweit ein Auszug aus einer der Kritiken, die nach der Premiere am 6. März 2011 erschienen. Nicht alle Zuschauer und Rezensenten waren allerdings mit den Handlungsumstellungen, die Regisseur Christof Loy zur besseren Verständlichkeit des Plots vorgenommen hatte, einverstanden. Dennoch wurde die Neuinszenierung, die nicht nur das Publikum im Saal, sondern auch die TV-Zuschauer von 3sat herausforderte, überwiegend positiv aufgenommen. Nun steht die zweite Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2010/11 an.

Erstmals bei dieser Produktion steht Frankfurts ehemaliger Kapellmeister Roland Böer am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Abgelöst wird er im Laufe der Aufführungsserie – gleichfalls zum ersten Mal – von den Solorepetitoren Karsten Januschke und Sebastian Zierer. Mit der Produktion bereits vertraut ist Kapellmeister Hartmut Keil, der ebenfalls eine der Vorstellungen dirigiert.
Neue Namen auch bei den Sängern: Ensemblemitglied Christiane Karg zeigt nach ihrem überragenden Erfolg als Debussys Mélisande mit der Adele eine weitere Facette ihres Repertoires. Als Alternativbesetzung der Rosalinde kehrt die amerikanische Sopranistin Jacquelyn Wagner nach ihrem Hausdebüt als Figaro-Gräfin 2010/11 nach Frankfurt zurück. Dem Ensemble gehört der beliebte Bassbariton Simon Bailey an, der in zwei Vorstellungen der Serie die Partie des Gefängnisdirektors Frank verkörpert. Alle weiteren Sängerinnen und Sänger der Hauptpartien sind mit ihren Aufgaben bereits seit der Premiere bzw. der ersten Wiederaufnahme vertraut.

Zur Premiere:
Die Operette „Die Fledermaus von Johann Strauß (1825-1899) gilt als die erfolgreichste Vertreterin des Genres und hat nach ihrer Wiener Uraufführung 1874 einen unvergleichlichen Siegeszug über die Bühnen der Welt angetreten. Das Libretto von Richard Genée fußt auf der deutschen Übersetzung der Komödie Le Réveillon der Offenbach-Librettisten Meilhac und Halévy und gilt als der Musik ebenbürtige Umsetzung des Stoffes. Die letzte Inszenierung dieses Meisterwerks 1992 an der Oper Frankfurt stammte von Georges Delnon, 2005 folgte in Koproduktion mit der Alten Oper eine konzertante Aufführung unter der musikalischen Leitung des damaligen Generalmusikdirektors Paolo Carignani.

Inhalt:
Die walzerselige Handlung gibt die Atmosphäre ihrer Entstehungszeit — sozialer Aufstieg des Bürgertums in politisch sowie finanziell schwierigen Zeiten - in leuchtenden Farben wieder:
Wegen Beamtenbeleidigung soll der Wiener Rentier Gabriel von Eisenstein eine mehrtägige Arreststrafe absitzen. Doch vorher will er sich noch einmal ordentlich amüsieren und begleitet zu diesem Zweck seinen Freund Dr. Falke auf den Ball des Prinzen Orlofsky. Er ahnt nicht, dass sich Falke für einen in Feierlaune auf seine Kosten begangenen Scherz Eisensteins rächen will und daher auch Rosalinde, die Ehefrau seines Kumpans, und dessen Stubenmädchen Adele auf das Fest geladen hat, während durch ein Missverständnis Rosalindes Verehrer Alfred den Platz ihres Mannes im Gefängnis eingenommen hat. Auf dem Ball beginnt nun ein Spiel der Verstellung, in dessen Verlauf ein jeder die soziale Leiter herabrutscht oder hinaufsteigt, um sein lnkognito zu wahren. Erst am nächsten Tag werden im Gefängnis alle Verwicklungen aufgeklart und Eisenstein erkennt, dass man ihn hinters Licht geführt hat. Jeder vergibt jedem, denn ,,nur der Champagner war an allem Schuld".

Gespannt darf man sein, wie sich Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und Regisseur Christof Loy - der eine eher bekannt für seine Wagner- und Strauss-Interpretationen, der andere für seine psychologisch gefärbte Sicht auf Opernstoffe — diesem Zentralwerk der ,,leichten Muse" nähern werden. Und die Aufmerksamkeit steigt sicherlich noch um einige Grade, wenn mit Christian Gerhaher einer der gesuchtesten Liedinterpreten mit großen Erfolgen im Opernrepertoire (u.a. Wolfram in Wagners Tannhäuser in Frankfurt, Wien und London) als Eisenstein mit von der Partie ist. Angeführt von Barbara Zechmeister (Rosalinde) und Britta Stallmeister (Adele) sind aus dem Ensemble u.a. Michael Nagy (Falke) und Thorsten Grümbel (Frank) vertreten. Als Gäste komplettieren Martin Wölfel (Prinz Orlofsky / Frosch) und Stephan Rügamer (Alfred) die Besetzung; während der Erstgenannte hier kürzlich als Sorceress in Purcells Dido and Aeneas erfolgreich war, gastierte Stephan Rügamer u.a. am Main als Tamino in Mozarts Die Zauberflöte. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
24. Oktober 08

Regie: Karin Neuhäuser
Musikalische Leitung und Arrangements: Matthias Flake
Bühne und Kostüme: Franz Lehr
Licht: Frank Kraus; Korrepetitor: Ingo Martin Stadtmüller
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Regieassistenz: Benjamin Eggers
Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner
Kostümassistenz: Katharina Tasch
Souffleuse: Alexandra zu Stolberg
Inspizienz: Lisa Ahle
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Andreas Rasche
Ton: Josef Rennert, Arnim Streek, Karlheinz Amm
Maske: Patricia Dietz, Friederike Reichel, Lutz Paschke, Bernhard Springer
Requisite: Jens Schönherr, Corinna Lange
Regiehospitanz: Norma Schneider
Bühnenbildhospitanz: Jana Saxler
Kostümbildhospitanz: Tetyana Dippel, Elena Rosenau
Dramaturgieassistenz: Florian Heller


Besetzung:
Gabriel von Eisenstein:
Martin Butzke
Rosalinde, seine Frau:
Susanne Buchenberger
Frank, Gefägnisdirektor:
Victor Calero
PrinzOrlofsky:
Stefko Hanushevsky
Alfred, sein Gesangslehrer:
Özgür Karadeniz
Dr. Falke, Notar:
Matthias Redlhammer
Dr. Blind, Advokat:
Susanne Böwe
Adele, Kammermädchen Rosalindes:
Sandra Bayrhammer
Ida, Adeles Schwester:
Abak Safaei-Rad
Frosch, Gerichtsdiener:
Mechtild Großmann
Adlon, Ballgast:
Wolfgang Gorks
Kempinski, Ballgast:
Falilou Seck
Weitere Ballgäste:
Susanne Böwe und Özgür Karadeniz

Musiker: Christopher Brandt (Gitarre), Matthias Flake (Klavier), Michael Heise (Bass), Nadezhda Rousseva (Mallets), Peter Weiner (Schlagzeug), Alexander Wies (Violine)

Besprechung auf kulturfreak.de


Die Fledermaus
schauspielfrankfurt
vorne: Dr. Falke (Matthias Redlhammer), hinten: Ensemble
Foto: Alexander Paul Englert

Ein Liebhaber wird irrtümlicherweise als Ehemann verhaftet, dieser gibt sich auf einem Ball als Franzose aus, flirtet mit einer Unbekannten und merkt nicht, dass es seine eigene Gemahlin ist, deren Kammermädchen erscheint im Kostüm ihrer Herrin und behauptet, eine Schauspielerin zu sein, während ihr als Franzose getarnter Herr ihr den Hof macht. Ein melancholischer russischer Prinz kann nicht lachen, all das ist eine Folge des tückischen Plans von Dr. Falke, der sich an seinem Freund Eisenstein für einen Streich rächen will, den ihm dieser vor Jahren gespielt hatte. Betrunken und als Fledermaus verkleidet hatte er Dr. Falke dem Gespött der Öffentlichkeit preisgegeben.

Eine wilde Story, unvergängliche Melodien, Heiterkeit bis zum sarkastischen Humor zeichnen diese “Königin der Operette” aus. Doch DIE FLEDERMAUS hat mehr zu bieten als eine oberflächige Walzerseligkeit. Die auswuchernde Verwechslungskomödie zeichnet sich durch einen deutlichen sozialkritischen Unterton aus, in der Komposition steckt eine faszinierende Doppelbödigkeit. Die Klassengesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts gerät langsam aus den Fugen, die Donaumonarchie liegt in ihren letzten Zügen. Es herrscht ein übermütiger, wenngleich melancholischer Eskapismus. Parallelen zur heutigen Gesellschaft sind nicht zu übersehen

Nach DIE DREIGROSCHENOPER wird am schauspielfrankfurt auch in dieser Spielzeit musikalische Unterhaltung auf hohem künstlerischem Niveau seinen Platz erhalten. Ein blendend aufgelegtes Ensemble stürzt sich mit schauspielerischem Elan und musikalischer Verve auf DIE FLEDERMAUS, die berühmteste Operette von Johann Strauß. Regie führt Karin Neuhäuser, die als Schauspielerin in DIE DREIGROSCHENOPER brillierte. Dass sie das Regiehandwerk versteht, hat sie bereits u.a. mit NATHAN DER WEISE und mit der großartigen Inszenierung von DIE ORESTIE am schauspielfrankfurt bewiesen. Prominente Unterstützung bekommt das Ensemble durch die wunderbare Schauspielerin Mechthild Großmann, die dem Publikum als Staatsanwältin des Münsteraner Tatorts bekannt ist und imTanz-Ensemble von Pina Bausch als einzige Schauspielerin mitwirkt. In der Rolle des Gerichtsdieners Frosch präsentiert sie sich dem Frankfurter Publikum. Die musikalische Leitung übernimmt der Pianist, Komponist und Arrangeur Matthias Flake, der seit seiner Ausbildung an der Folkwang-Hochschule Essen als Theatermusiker an verschiedenen Bühnen erfolgreich gearbeitet hat.  [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Der Graf von Luxemburg
Operette in drei Akten

Musik: Franz Lehar
Text: Alfred Maria Willner, Robert Bodanzky und Leo Stein (eigtl. Rosenstein) in der Bearbeitung von Wolf Völker, nach dem Libretto von Willner und Bernhard Ludwig Buchbinder zu der Operette «Die Göttin der Vernunft» (Wien 1897) von Johann Strauss

Uraufführung: 1. Fassung: 12. November 1909 (Wien, Theater an der Wien)
2. Fassung: 4. März 1937 (Berlin, Theater des Volkes)

Inhalt:
Für eine halbe Million Francs erklärt sich ein verarmter Graf bereit, eine ihm unbekannte Opernsängerin zu heiraten und sich nach einem Vierteljahr von ihr scheiden zu lassen. Die Dame soll dann, als Aristo
kratin, Braut des Großherzogs werden können. Bei der Hochzeit kann sich das Paar nicht sehen, aber später treffen und verlieben sie sich. Da sie aber schon verheiratet sind (zwar miteinander, aber das wissen sie nicht), scheint die Romanze ohne Hoffnung zu sein. Bis zum glücklichen Schluss jedenfalls…  [© Musik & Bühne, Wiesbaden]

Zu den konzertanten Aufführungen der Oper Frankfurt:

Aufführungen: 31. Dezember 15, 1. und 3. Januar 16
Gastspiel in der Kölner Philharmonie am 5. Januar 16

Musikalische Leitung: Eun Sun Kim
Dialogfassung und szenische Einrichtung: Dorothea Kirschbaum
Chor: Tilman Michael

Mitwirkende:

René, Graf von Luxemburg:
Daniel Behle
Angèle Didier, Sängerin an der Grand Opéra in Paris: Camilla Nylund
Juliette Vermont: Louise Alder
Armand Brissard, Maler: Simon Bode
Fürst Basil Basilowitsch: Sebastian Geyer
Gräfin Stasa Kokozow: Margit Neubauer
Sergej Mentschikoff, Notar: Ludwig Mittelhammer *
Pawel von Pawlowitsch, russischer Botschaftsrat: Ingyu Hwang *
Pélégrin, Munizipalbeamter: Gurgen Baveyan *

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

* Mitglied des Opernstudios

Besprechung auf kulturfreak.de


Der Graf von Luxemburg
Oper Frankfurt
v.l.n.r. Daniel Behle (René, Graf von Luxemburg), Ludwig Mittelhammer (Sergej Mentschikoff),
Ingyu Hwang (Pawel von Pawlowitsch) und Gurgen Baveyan (Pélégrin)
sowie im Hintergrund das Frankfurter Opern- und Museumsorchester
mit Eun Sun Kim (Musikalische Leitung) und der Chor der Oper Frankfurt

© Wolfgang Runkel ~ www.wolfgang-runkel.de

Gilt Johann Strauß als Hauptvertreter der sogenannten „goldenen Operetten-Ära“, so steht der jüngere Franz Lehár (1870-1948) für deren silbernen, aber nicht minder erfolgreichen Widerschein. Den 1909 in Wien uraufgeführten Graf von Luxemburg kann man als Nachfolger seiner Lustigen Witwe (1905) sehen: Auch hier werden aus dem Aufeinandertreffen von Aristokratie und Halbwelt Funken geschlagen. Walzermelodien geben den Takt vor, und besonders das Duett „Bist du‘s, lachendes Glück?“ besticht mit allen Eigenschaften eines Ohrwurms. Die in wenigen Wochen entstandene Komposition wurde im Anschluss an die Uraufführung beinahe 300 Mal en suite gespielt.

Paris: Der einen ausgelassenen Lebensstil führende René Graf von Luxemburg stimmt nach Verlust all seiner Güter dem Angebot zu, für eine hohe Summe die Sängerin Angèle Didier zu heiraten. Der Plan besagt, dass er seine Braut nicht persönlich kennenlernen darf und sich nach drei Monaten von der durch diese Verbindung geadelten Dame scheiden lassen soll, um damit deren Ehe mit dem standesbewussten Fürsten Basil Basilowitsch zu ermöglichen. Nach Ablauf der Frist verlieben sich René und Angèle auf einem Ball und ahnen nichts von der Identität des jeweils anderen. Da verkündet der Fürst seine Verlobung mit der jungen Sängerin. Angèle und René fliehen. Erst als die Gräfin Kokozow ihren ehemaligen fürstlichen Liebhaber zwingen kann, sein ihr einstmals gegebenes Eheversprechen einzuhalten, finden sich alle zum Happy End.

Die musikalische Leitung der konzertant dargebotenen Operettenaufführung, die das Frankfurter Publikum beschwingt in das neue Jahr begleiten soll, liegt bei der Koreanerin Eun Sun Kim, deren Karriere nach eigenem Bekunden in Frankfurt an Fahrt aufnahm (La Bohème, La sonnambula, Die Csárdásfürstin / konzertant). Inzwischen gastiert die Dirigentin u.a. an den Staatsopern von Berlin und Dresden. Der Hamburger Tenor Daniel Behle (René) war von 2007 bis 2010 Frankfurter Ensemblemitglied. Unterschiedliche Aufgaben führen ihn regelmäßig zurück an sein altes Stammhaus, wo er sich kurz vorher als Erik in Der fliegende Holländer erstmals im Wagner-Fach präsentieren wird. Im Anschluss singt er Max in Webers Der Freischütz an der Staatsoper seiner Heimatstadt. Camilla Nylund (Angèle) stammt aus Finnland und war in Frankfurt zuletzt als Straussʼ Ariadne zu erleben. Elsa in Wagners Lohengrin führt sie bald an die Wiener Staatsoper. Angeführt von Louise Alder (Juliette) und Simon Bode (Armand) sind alle übrigen Partien mit Mitgliedern des Frankfurter Ensembles besetzt. [© Oper Frankfurt]

Für diejenigen Zuschauer, die auch den eigentlichen Jahreswechsel im Opernhaus verbringen wollen, besteht das Angebot einer Silvesterfeier im Foyer im Anschluss an die Vorstellung (€ 75 pro Person inkl. Buffet und Getränke; beim gleichzeitigen Kauf einer Karte für die Vorstellung 20% Rabatt auf den Eintritt zur Feier).

www.oper-frankfurt.de 

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
17. Oktober 15

Musikalische Leitung: Daniela Musca, Lynn Kao
Inszenierung: Robert Lehmeier
Bühne & Kostüme: Markus Meyer
Licht: Ralf Baars
Chor: Albert Horne
Dramaturgie: Katja Leclerc

Besetzung:

Rene, Graf von Luxemburg:
Thomas Blondelle
Fürst Basil Basilowitsch: Christoph Marti (Geschwister Pfister)
Armand Brissard: Tobias Bonn (Geschwister Pfister)
Angele Didier: Siphiwe McKenzie
Juliette Vermont: Katharina Konradi
Gräfin Stasa Kokozow: Andreja Schneider

Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Besprechung auf kulturfreak.de

In Franz Lehárs »Der Graf von Luxemburg« ist »Leichtsinn die Parole«. Es regieren das Vergnügen und – das Geld. Die Melodien des Erfolgsstücks von 1919 mit Titeln wie »Mädel klein, Mädel fein« oder »Sie geht links, er geht rechts« sind bis heute im Ohr geblieben. In der Neuinszenierung von Robert Lehmeier sorgt das Musikkabarett-Trio »Geschwister Pfister« alias Tobias Bonn, Christoph Marti und Andreja Scheider für virtuose Komik. In der Titelpartie zu Gast sind Thomas Blondelle (Deutsche Oper Berlin) und Thomas Piffka, der seit »The Turn of the Screw« und »Die Frau ohne Schatten« in Wiesbaden bekannt ist. Die südafrikanische Sopranistin Siphiwe McKenzie als Angèle und die neu am Hessischen Staatstheater Wiesbaden verpflichtete Katharina Konradi als Juliette vervollständigen das Ensemble. Am Pult alternieren Daniela Musca und Lynn Kao.
[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Gräfin Mariza
Operette in drei Akten

Musik: Emmerich Kálmán
Text:
Julius Brammer und Alfred Grünbaum

Tassilo, neuer Verwalter auf dem Gut der Gräfin Mariza, ist in Wirklichkeit ein verarmter junger Baron, der mit seiner inkognito aufgenommenen Arbeit die Ausbildung seiner jüngeren Schwester finanzieren will. Seine Arbeitgeberin fühlt sich zu ihm hingezogen, ist aber über seinen Mangel an Unterwürfigkeit irritiert. Ihre Freunde meinen, sie solle Tassillo mit Herablassung strafen. Die Wahrsagerin Manja prophezeit indessen, dass Mariza bald ihr Herz verlieren werde. Schließlich können weder Marizas Temperament noch ihr Stolz verhindern, dass sie und Tassilo ein Paar werden. (Q. & ©: Musik & Bühne, Wiesbaden)

Die Großherzogin von Gerolstein
La Grande-Duchesse de Gérolstein

Opéra bouffe

Musik: Jacques Offenbach
Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Uraufführung: 12. April 1867 (Paris, Théâtre des Variétés)
Deutsche Fassung: Josef Heinzelmann

Die Herzogin von Chicago

Musik:
Emmerich Kálmán
Libretto: Julius Brammer, Alfred Grünwald

Inhalt:
Mary, eine verwöhnte reiche Amerikanerin, besucht mit ihrem Sekretär Bondy einen Balkanstaat, um sich dort ein Königsschloss zu kaufen. Dessen Besitzer, Prinz Sandor, gibt sich als sein eigener Sekretär aus und verkauft sein Schloss, um bitter benötigte Devisen für sein Land aufzutreiben. Als Mary seine wahre Identität erfährt, schreibt sie ihrem Vater, sie werde nicht nur das Schloss, sondern auch den Prinzen kaufen.
Bondy hat sich inzwischen mit der temperamentvollen Prinzessin Rosemarie, der Cousine des Prinzen, angefreundet. Mary wird zur „Herzogin von Chicago" ernannt und erwartet eine Erklärung des Prinzen, aber dieser, verletzt durch das Schreiben Marys an ihren Vater, gibt seine Verlobung mit Rosemarie bekannt. Diese jedoch hat inzwischen Gefallen an Bondy gefunden. In einem kurzen, glücklichen Finale finden sich die „richtigen" Paare. [© Verlag Musik und Bühne, Wiesbaden].

Im Weißen Rössl
Singspiel in drei Akten

Frei nach dem Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg von Hans Müller und Erik Charell

Gesangstexte: Robert Gilbert
Musik: Ralph Benatzky
Sechs musikalische Einlagen von: Robert Gilbert, Bruno Granichstaedten und Robert Stolz
Uraufführung: 8. November 1930 (Berlin, Großes Schauspielhaus)

Inhalt:
Der Kellner Leopold bemüht sich unverdrossen um die Gunst seiner Chefin, der Wirtin Josepha Vogelhuber, die aber ein Auge auf ihren Stammgast, Rechtsanwalt Dr. Siedler, den sie noch heute erwartet, geworfen hat. Dieser wiederum interessiert sich für Ottilie, die soeben mit ihrem Vater, dem Berliner Trikotagenfabrikanten Giesecke, im "Weißen Rössl" abgestiegen ist.

Auch Sigismund Sülzheimer, der Sohn von Gieseckes Konkurrenten, ist angekommen. Er soll Ottilie heiraten, um dem Konkurrenzkampf zwischen den beiden Firmen ein Ende zu bereiten. Dr. Siedler, der Rechtsbeistand Gieseckes,verspricht seine Unterstützung, ohne ernstlich daran zu denken, Ottilie einem anderen zu überlassen. Sigismund bemüht sich indessen aber lieber um das reizende Klärchen, die Tochter des armen Professors Hinzelmann.

Leopold schließlich lässt alle Hoffnung auf Josepha fahren, als er diese bei der Ankunft des Kaisers neben Dr. Siedler stehen sieht und von ihr noch entlassen wird. Durch die Intervention des Kaisers löst sich alles in Wohlgefallen auf: Leopold erhält seine Josepha, Dr. Siedler seine Ottilie und Sigismund sein Klärchen. © Felix Bloch Erben, Berlin


Zur Inszenierung des Capitol Mannheim:

Premiere: 28. Juli 17

Musikalische Leitung: Daniel Prandl
Regie: Joerg Steve Mohr
Choreografie: Corinne Kraußer

Besetzung:

Wirtin Josepha:
Céline Bouvier
Oberkellner Leopold: Aris Sas
Prof. Dr. Hinzelmann: Dr. Markus Weber

sowie mit: Hugo Steegmüller, Rino Galiano, Bianca Todte u. v. a.


Im weißen Rössl
Capitol Mannheim
Vorabfoto
© Capitol Mannheim

Das Kult Musical erobert 2017 die Capitol Bühne Mannheim
Die besonders schwungvolle Musical Komödie wird in einer einmaligen Inszenierung von Joerg Steve Mohr, der als Regisseur im Rhein-Neckar-Raum bestens  bekannt ist, in Mannheim zu sehen sein. Eine abwechslungsreiche Dramaturgie, wunderbare Musik, eine schräge und einfallsreiche Inszenierung und abrupte Stilwechsel – so wird Mohr das Mannheimer Rössl gestalten.

Vor 87 Jahren feierte das Musical in drei Akten Premiere im Großen Schauspielhaus in Berlin. Kurz nachdem das Capitol in Mannheim seine Türen öffnete. Das  sehr junge Ensemble, viele der Darsteller sind unter 30 Jahre, zeigt, dass das Stück nichts von seiner Leichtigkeit verloren hat.
Stilistisch reicht das Stück von der Wiener Klassik über das Wienerlied und Volksmusik Anklängen bis hin zur Unterhaltungsmusik der 1920er und 1930er   Jahre. Die Inszenierung des Capitol bringt die wunderbaren Melodien, die jeder kennt, in einem modernen Gewand auf die Bühne.
Der über die Grenzen der Region hinweg bekannte, hochgelobte Jazzpianist und Komponist Daniel Prandl gibt als musikalischer Leiter der Musik einen neuen, leichten und humorvollen Anstrich.
Corinne Kraußer, dem Capitol Publikum bekannt z.B. durch ihre Arbeit bei „Sweet Dreams of the 80s“ übernimmt die Choreografie.

Ein vielseitiges Ensemble aus überregionalen Musicalstars, Chansonniers und Kabarettisten der Region nimmt das Publikum mit an den Wolfgangsee.
Céline Bouvier wird die Rolle der Wirtin Josepha übernehmen und ihr ganz bestimmt viel von ihrem gemeinen Charme einhauchen.
Aris Sas, der österreichische Musicalstar, in der Rolle des Leopold, wird diesen mit viel Schmäh und Wiener Feinsinn spielen. Er spielte in nahezu allen großen Musicalproduktionen im deutschsprachigen Raum zumeist die Hauptrolle und lies  sich doch nicht auf ein Genre festlegen. So sang er dazwischen auch immer wieder klassische Partien in Oper und Operette.
Dr. Markus Weber ist in vielen Rollen bekannt. Er ist Chansonnier, Kabarettist, gefeierter Fasnachtsstar und noch einiges mehr. Die Rolle als Prof. Dr. Hinzelmann wird er in seiner ganz eigenen Art interpretieren.
Außerdem noch mit dabei Hugo Steegmüller, Rino Galiano, Bianca Todte uva.

Die  Geschichte: Das Leben des pfiffigen Oberkellners Leopold im "Weißen Rössl" am Wolfgangsee könnte so schön sein, würde ihn die hübsche Wirtin Josepha  endlich erhören. Da die jedoch mehr Interesse an Stammgast Dr. Siedler zeigt, sieht sich Leopold gezwungen, außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen, um dem   Objekt seiner Begierde die Augen zu öffnen. Die Folge sind Turbulenzen, Verwicklungen und weitere Intrigen, die Leopold - zumindest zunächst - seinem Ziel nicht unbedingt näher bringen. Und der österreichische Kaiser ist auch auf der Bühne zu erleben.... [© Capitol Mannheim]

Weitere Termine: 30. September, 27. Oktober, 16. November und 16. Dezember 2017.

www.capitol-mannheim.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
26. November 16

Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner
Inszenierung: Peter Jordan und Leonhard Koppelmann
Bühne: Christoph Schubiger
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Dramaturgie: Lars Gebhardt

Besetzung:

Josepha Vogelhuber:
Anika Baumann
Leopold Brandmeyer: Rüdiger Hauffe
Wilhelm Giesecke: Clemens Dönicke / Ks. Jürgen Rust
Ottilie: Dorin Rahardja
Dr. Erich Siedler: Alexander Spemann
Sigismund Sülzheimer: Daniel Friedl
Prof. Dr. Hinzelmann: Erik Raskopf
Klärchen: Alexandra Samouilidou
Der Kaiser: Ks. Hans-Otto Weiß
Piccolo: Julian von Hansemann **
Zenzi: Miriam Gadatsch *

* Junges Ensemble
** Studierender in der HTA-Praxiszeit

Ensemble der Musical Arts Academy Mainz
Mainzer Schülerblaskapelle
Chor des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Besprechung auf  kulturfreak.de


Im Weißen Rössl
Staatstheater Mainz
Ensemble
© Martina Pipprich ~ www.martina-pipprich.de

In dem guten, alten Operetten-Film Im Weißen Rössl aus dem Jahr 1960 war die Welt noch in Ordnung: Die Haartolle saß, Waltraud Haas lächelte bedeutungsvoll in die Kamera und Peter Alexander durfte sich durchs Salzkammergut singen. Der Film trug sicherlich zur Popularität der ursprünglich 1930 entstandenen gleichnamigen Operette bei, er tat dem Werk und dem Genre aber auch einen Bärendienst.
Denn Im Weißen Rössl steht keineswegs für betuliche Heimatromantik und Schunkelharmonie, sondern es handelt sich um eine bitterböse, ironiegetränkte Berliner Operette. Der beginnende Massentourisınus wird hier genauso auf die Schippe genommen, wie mit alpenländischem Kolorit und Berliner-Schnauze-Klischee gespielt. Wenn Wilhelm Gieseke und der „schöne“ Sigismund über Hemdhosen-Patente streiten, die Rössl-Wirtin ihrem Stammgast Dr. Siedler hinterherschmachtet, während dieser doch Ottilie sein Herz schenken will, und die Chefin nicht bemerkt, dass die „verliebten Kuhaugen“ des Zahlkellners Leopold nur ihr gelten, dann ist alles bereit für Verwirrung, Witz und beste Unterhaltung.
Das Regieduo Peter Jordan und Leonhard Koppelmann die sich mit Pension Schöller in Mainz vorgestellt haben, werden in dieser spartenübergreifenden Produktion beweisen, dass sie Meister der doppelbödigen Unterhaltung sind. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere: 5. Juli 13

Regie: Benedikt Borrmann
Musikalische Leitung:
Stephan Ohm
Choreographie:
Stephan Brauer
Bühne:
Pia Oertel
Kostüme:
Anja Müller
Regieassistenz:
Rebekka Kosack
Chorleitung:
Benedikt Bach
Regiehospitanz:
Catharina Zukrigl 

Besetzung:

Josepha Vogelhuber:
Angelika Bartsch
Leopold Brandmeyer: Wolfram Boelzle
Wilhelm Giesecke: Axel Kraus
Ottilie: Jennifer-Julia Caron
Dr. Otto Siedler: Timo Ben Schöfer
Sigismund Sülzheimer: Martin Brücker
Professor Hinzelmann: Kai Möller
Klärchen Hinzelmann / Zenzi, Stubenmädchen: Regina Speiseder 
Kaiser Franz Joseph II., Der Reiseleiter: Ulrich Cyran
Kathi Weghalter: Stephanie Marin
Piccolo: Tino Leo

Besprechung auf kulturfreak.de


Im Weißen Rössl

Burgfestspiele Bad Vilbel
Ensemble
© Eugen Sommer

Obwohl 1930 entstanden, hat das "Rössl" nichts von seiner Frische verloren: Berliner Schnauze trifft auf österreichische Gemütlichkeit, parfümierte Großstädter auf bodenständige Alpenbewohner und am Schluss stimmen alle zu: "Im weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür!". [©Burgfestspiele Bad Vilbel]

www.kultur-bad-vilbel.de

Das Land des Lächelns

Operette von:
Franz Lehr
Text: Ludwig Herzer und Fritz Löhner-Beda nach einer Vorlage von Victor Léon.

Uraufführung: 9. Februar 1923 (Wien)

Die lustige Witwe

Musik:
Franz Lehár
Libretto: Victor Léon & Leo Stein
Uraufführung: 30. Dezember 1905 (Wien, Theater an der Wien)

Zur Inszenierung des Staatstheater Nürnberg:

Premiere: 5. November 17

Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt
Regie: Thomas Enzinger
Bühne und Kostüme: Toto
Chor: Tarmo Vaask
Dramaturgie: Christina Schmidl
Choreographie: Ann-Marie Jarvis

Besetzung:

Baron Mirko Zeta:
Richard Kindley
Valencienne: Michaela Maria Mayer
Graf Danilo Danilowitsch: Ludwig Mittelhammer
Hanna Glawari: Isabel Blechschmidt
Camille de Rosillion: Martin Platz
Njegus: Pius Maria Cüppers
Raoul de St. Brioche: Sebastian Köchig
Vicomte Cascada: Tobias Link

Staatsphilharmonie Nürnberg
Chor des Staatstheater Nürnberg

www.staatstheater-nuernberg.de

Inhalt:
Auf einem rauschenden Fest in der Pariser Vertretung des Balkankleinstaats Pontevedro erwartet der Hausherr Baron Mirko Zeta die millionenschwere lustige Witwe Hanna Glawari. Um den drohenden Bankrott des geliebten Vaterlandes abzuwenden, hat er beschlossen, den ebenso lustigen Gesandtschaftssekretär Graf Danilo mit der Witwe zu verheiraten. Leichter gedacht als getan, denn erstens muss der Graf nach mehreren durchfeierten Nächten wieder auf die Beine gebracht werden, und zweitens denkt er gar nicht daran, Hanna zu heiraten. Denn er hat seinerzeit schon einmal auf sie verzichten müssen, als sie noch ein einfaches Mädchen aus dem Volk war und Danilos Familie sich einer Verbindung widersetzte. Daraufhin hat Hanna eben den pontevedrinischen Hofbankier geheiratet, dessen Ersparnisse sie jetzt im Witwenstand in Paris verjubelt.

Mit hintergründigen Andeutungen und durchaus eindeutigen Zweideutigkeiten schwebt das balzende Paar durch die amouröse Handlung. Ist sie willens, ist er bockig, geht er auf sie zu, stößt sie ihn zurück. Erst im dritten Akt greift Danilo zu, nachdem er erfahren hat, dass die Witwe im Falle einer Wiederverheiratung ihr ganzes Geld verliert. So kann er sie heiraten, ohne als Mitgiftjäger zu gelten. Im übrigen fällt das gute Geld laut Testamentsbeschluss in die Hände des neuen Gatten. Ob es in dessen Händen zur Sanierung der pontevedrinischen Staatsfinanzen einen Beitrag leistet? [© Felix Bloch Erben, Berlin]


Franz Lehár :
Franz Lehár wurde am 30. April 1870 in Komorn (Ungarn) geboren. Sein Vater war Militärkapellmeister, seine Mutter deutschen Ursprungs. Die musikalische Begabung trat früh hervor und mit sechs Jahren begann Lehár zu komponieren. 1882 kam er auf das Prager Konservatorium, wo er mit Dvorák bekannt wurde, der ihn durch seine Anerkennung förderte. Auch Johannes Brahms äußerte sich wohlwollend über Lehárs erste Arbeiten. 1888 wurde er Kapellmeister am Stadttheater Elberfeld-Barmen, trat aber dann in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Militärkapellmeister. Mit kleineren Kompositionen weckte er schon früh das Interesse der Fachwelt.

1896 wurde in Leipzig seine Oper "Kukuschka" erfolgreich aufgeführt. In Wien begann er die zuerst mühsame Suche nach einem guten Operettenbuch, die schließlich mit dem Auftrag zur Vertonung von zwei Libretti gekrönt wurde, nämlich "Der Rastelbinder" und "Wiener Frauen" (UA im November 1902 im Theater an der Wien). 1905 kam nach anfänglich schlechten Prognosen Die lustige Witwe im Theater an der Wien heraus und wurde ein Welterfolg. Mit großem Schaffenseifer ließ Lehár anschließend Werk auf Werk folgen: Das Fürstenkind (1909) und "Der Graf von Luxemburg" (1909) wurden wieder Welterfolge. Dann schuf er "Eva" (1911), "Die ideale Gattin" (1912), eine Neufassung des "Göttergatten, endlich allein" (1914), "Der Sterngucker" (1916), "Wo die Lerche singt" (1918), "Die blaue Mazur".

Mit dem Jahre 1925 leitete Lehár eine neue Schaffensperiode ein. Der damals uraufgeführte "Paganini" war wieder ein Spitzenwerk, ebenso die Operette "Der Zarewitsch", die 1927 in Berlin uraufgeführt wurde, wohin sich nun für einige Zeit das Wirken Lehárs hauptsächlich verlegte. Einen Erfolg, der Lustigen Witwe nahekommend, errang das zarte Singspiel "Friederike" 1928 mit einer schlichten, volkstümlichen Musik im Geiste Schuberts. Lehárs Neigung, Werke mit geringer Wirkung umzuarbeiten, veranlasste ihn zu einer Neufassung der "Gelben Jacke". So entstand 1929 "Das Land des Lächelns". 1922 wurde "Frasquita" uraufgeführt, 1934 die Premiere von GIUDITTA weltweit im Rundfunk übertragen. 1946 übersiedelte Lehár nach Zürich und beschäftigte sich mit einem großen historischen Stoff, einer Operette um den ungarischen Freiheitshelden Kossuth Lajos. Er konnte sie nicht mehr vollenden, denn kurz nach seiner Rückkehr nach Bad Ischl, wo er seit Jahrzehnten seinen Sommersitz hatte, starb Franz Lehár, von der ganzen Welt betrauert, am 24. Oktober 1948. [© Felix Bloch Erben, Berlin]

Madame Pompadour
Operette in drei Akten

V
on:
Leo Fall
Libretto: Rudolf Schanzer und Ernst Welisch (nach einer Pseudo-Biographie der Maitresse Ludwigs XV.)
Uraufführung: 9. September 1922 (Berlin, Berliner Theater)

Auf einem Kostümball gibt der Dichter Calicot eines seiner beliebten Spottlieder zum Besten, das die Geliebte des Königs, Madame Pompadour, trifft. Dabei wäre heute besondere Vorsicht geraten, da sich der Polizeiminister Maurepas incognito unter den Gästen befindet, um die Pompadour bei einem Liebesabenteuer zu überraschen und damit ihre Stellung beim König zu erschüttern. Diese trifft in der Tat in Begleitung ihrer Kammerfrau Belotte ein und findet Gefallen an Calicots Freund René, der in Paris zur "Erholung" von seiner Ehe ein Abenteuer erleben will, während Calicot Belotte umwirbt. Rechtzeitig entdeckt die Pompadour den Polizeiminister, gibt vor, zur Beobachtung von Aufrührern hier zu sein, und rät ihm, diese zu verhaften. Bei dieser Aktion gibt sie sich zu erkennen und bestimmt die Strafen: Calicot soll ein Festspiel schreiben, René muss in ihrem Leibregiment dienen.

Inzwischen ist Madeleine, Renés besorgte Frau, nach Paris gekommen und erlangt mit Hilfe eines Schreibens ihres Vaters Zugang bei der Pompadour, die dem Brief entnimmt, dass Madeleine ihre Stiefschwester ist. Dass René ihr Gatte ist, ahnt sie noch nicht. Maurepas hat es immer noch nicht aufgegeben, die Pompadour bei einem Stelldichein bloßzustellen, hält aber irrtümlich Calicot für den Liebhaber. Der ängstliche Hofpoet bittet die Pompadour, auf seine Liebesdienste zu verzichten. Diese freut sich über das Missverständnis und bittet René in ihr Schlafzimmer. Auf dem Weg dorthin begegnet ihr Madeleine, zeigt ihr ein Bild ihres Gatten und verhindert damit die Beziehung.

Überraschend erscheint der König, findet René im Schlafzimmer seiner Geliebten und lässt ihn verhaften. Die Pompadour übergibt ihm aus Trotz die lästigen Staatsgeschäfte und schickt eine Truhe voller Akten ins königliche Arbeitszimmer. Leider befindet sich darin Calicot, der sich aus Angst vor dem herannahenden König in der Truhe versteckt hat. Der König bereitet das Todesurteil gegen Calicot vor, der nach Angaben des Polizeiministers der Liebhaber der Pompadour ist. Aus der Truhe gezogen, kann der Dichter beide jedoch von seiner Unschuld überzeugen.

Da die Pompadour den zweiten Verdächtigen als Mann ihrer Schwester vorstellt, sind alle Zweifel wieder einmal beseitigt. Der versöhnte König lässt seine Favoritin von einem jungen Leutnant in ihr Schloss begleiten. Wie unvorsichtig... [© Felix Bloch Erben, Berlin]

Pariser Leben
Operette in fünf Akten

Von: Jacques Offenbach
Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Deutsch von: Karl Treumann und Michael Wallner Musikalische Leitung Hermann Dukek

Zur Inszenierung des Theater Magdeburg:

Premiere: 29. November 15

Regie:
Michael Wallner
Bühne: Heinz Hauser
Kostüme: Tanja Liebermann
Choreografie: Lynne Hockney
Dramaturgie: Thomas Schmidt-Ehrenberg

Besetzung:

Raoul de Gardefeu:
Johannes Wollrab
Bobinet/Frick: Philippe Clark Hall
Métella: Sylvia Rena Ziegler
Baron von Gondremarck: Manfred Wulfert
Baronin von Gondremarck: Christine Buffle
Gabrielle: Julie Martin du Theil
Der Brasilianer/Prosper: Markus Liske
Urbain/Gontran: Thomas Matz
Joseph/Alphonse: Peter Wittig
Pauline: Ks. Ute Bachmaier
Madame de Quimper-Karadec: Regina Most

Opernchor des Theaters Magdeburg
Ballett Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

 Vom Sein und Schein –  Offenbachs schwungvolle Operette »Pariser Leben« feiert Premiere am Theater Magdeburg
Das Theater Magdeburg zeigt Jacques Offenbachs Operette »Pariser Leben« in der Inszenierung von Michael Wallner. Die Premiere findet am Samstag, 14. November 2015 19.30 Uhr im Opernhaus statt.

Neben »Orpheus in der Unterwelt« und »Die schöne Helena« zählt »Pariser Leben« zu Offenbachs erfolgreichsten Werken. Die spritzige Musik, der sprudelnde Melodienreichtum sowie die flinken Couplets machten die Operette bei ihrer Uraufführung 1866 zu einem grandiosen Publikumserfolg. Anlässlich der Pariser Weltausstellung hatte der Theaterdirektor des Théâtre du Palais-Royal Offenbach und die Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy mit dem Werk beauftragt. Paris, die Stadt der Liebe, ist ein Anlaufpunkt für Menschen mit den unterschiedlichsten Wünschen und Sehnsüchten, so auch für den Baron von Gondremarck und seine Frau. Sie möchte die Pariser Hochkultur erkunden, er sucht nach amourösen Abenteuern (wovon Sie natürlich nichts ahnen darf). Der Modeschöpfer Raoul de Gardefeu, dessen Geschäfte nicht so gut laufen, sieht in dem Ehepaar eine ideale Gelegenheit zu Geld zu kommen. Er verspricht die beiden in die vornehme Pariser Gesellschaft einzuführen. Dem Baron will Gardefeu zu der einen oder anderen Romanze verhelfen, während er selbst ein Auge auf die Baronin geworfen hat. Es beginnt ein Spiel der Oberflächlichkeiten und Maskeraden: So ist die Abendgesellschaft zu der Gardefeu einlädt nicht das, was sie vorgibt zu sein. Die Handschuhmacherin Gabrielle und der Schuhmacher Frick verkleiden sich als Mitglieder der Hautevolee und der Plan geht auf: Der Baron und seine Frau glauben Gardefeu. Auch der absurde Auftritt von Gabrielles Verwandten, einer Gruppe von Tirolern, säht keine Zweifel, selbst als die Handschuhmacherin zu jodeln beginnt. Ein rauschendes Fest folgt dem nächsten und fast jeder Akt endet mit einem feucht-fröhlichen Finale. Beim dritten und letzten Gelage, veranstaltet von einem schwerreichen Brasilianer, deckt die Baronin, die selbst vorgibt jemand anderes zu sein, den ganzen Schwindel auf. Michael Wallner und sein Team verlegen das Geschehen aus dem Paris der 1860er Jahre in die heutige Modewelt, in der Wallner dieselben Spiele aus Sein und Schein, Verwandlung und Dekadenz erkennt. Das Bühnenbild von Heinz Hauer spielt mit Pariser Klischeebildern. Ein weiteres zentrales Element ist der Fächer, als Sinnbild der Erotik. Offenbach hat für seine Operette aus der Vollen geschöpft und eine Vielfalt musikalischer Formen kreiert. Die mitreißenden Chorszenen, Walzer, Galopp und Cancan und sogar eine Jodeleinlage versprechen einen großen Operettenabend. Die musikalische Leitung übernimmt Hermann Dukek. Als Gast wurde der Bariton Johannes Wollrab für die Rolle des Raoul de Gardefeu engagiert. Weitere Gäste sind der Amerikaner Philippe Clark Hall (Tenor) in der Partie des Bobinet/Frick und die Schweizerin Christine Buffle (Sopran), die die Rolle der Baronin von Gondremarck singt. [© Theater Magdeburg]

www.theater-magdeburg.de

Paul Bunyan
Operette in zwei Akten und einem Prolog

Von: Benjamin Britten
Uraufführung: 5. Mai 1941 (New York, Columbia University)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 9. Oktober 16 (im Bockenheimer Depot, Frankfurter Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Nikolai Petersen
Regie: Brigitte Fassbaender
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Bettina Munzer
Licht: Joachim Klein
Choreografie: Marie Stockhausen
Video: Bibi Abel
Choreinstudierung: Ines Kaun
Dramaturgie: Mareike Wink

Besetzung:

Erzähler:
Biber Herrmann
Paul Bunyans Stimme: Nathaniel Webster
Johnny Inkslinger, Buchhalter: Michael McCown
Tiny, Paul Bunyans Tochter: Elizabeth Sutphen *
Hot Biscuit Slim, ein guter Koch: Michael Porter
Sam Sharkey, ein schlechter Koch: Ingyu Hwang *
Ben Benny, ein schlechter Koch:
Jeremy Bowes
Hel Helson, Vorarbeiter: Sebastian Geyer
John Shears, ein Farmer: Mikołaj Trąbka *
Fido, ein Hund: Sydney Mancasola
Moppet, Poppet, zwei Katzen: Julia Dawson *, Cecelia Hall
Drei Wildgänse: Sydney Mancasola,  Julia Dawson *, Cecelia Hall
Western Union Boy: Ludwig Mittelhammer *
Vier Schweden: Isaac Lee, Julian Habermann, Mikolaj Trabka *, Miroslav Stricevic
Quartett der Geschlagenen: Sarah Mehnert, Ingyu Hwang *, Ludwig Mittelhammer *, Jeremy Bowes
Vier Kumpane von Hel Helson: Miroslav Stricevic, Hanqi Jiao, Xiao Feng Cai, Riccardo Romeo
Vier junge Bäume: Julia Slavikova, Maren Schwier, Ingyu Hwang *, Isaac Lee

Chor: **
Soprani: Julie grutzka, Penelope Mason, Andrea Cueva Molnar, florentine Schumacher, Maren Schwier, Julie Sekinger, Jolana Slavikova
Alti: Ekaterina Aleksandrova, Merit Eiermann, Ahreum Stella Han, Martha Jordan, Sarah Mehnert, Andreja Savic
Tenöre: Julian Habermann, Sehun Jin, Isaac Lee, Daewoo Park, Steffen Schwendner, Tae Hwan Yun
Bässe: Jeremy Bowes, Xiao Feng Cai, Harald Hein, Ke Jiang, Hanqi Jiao, Jinwook Jeong, Riccardo Romeo, Miroslav Stricevic


* Mitglied des Opernstudio
** Chor aus Mitgliedern der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim sowie Gäste

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de


Paul Bunyan
Oper Frankfurt
Ensemble (Holzfäller und ihre Frauen)
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges verließen der Komponist Benjamin Britten (1913-1976) und sein Lebensgefährte Peter Pears ihre englische Heimat in Richtung Amerika. Dort trafen sie auf einen ihnen bereits aus der Heimat bekannten Landsmann, den Dichter W.H. Auden, späterer Librettist von Brittens erstem Werk für die Opernbühne. Die Uraufführung am 5. Mai 1941 an der New Yorker Columbia University war relativ erfolglos; erst als Britten kurz vor seinem Tod 1976 die Partitur des längst vergessenen Werkes wieder in die Hände fiel, animierte ihn der Erfolg einiger beim Aldeburgh Festival gegebenen Passagen zu einer Überarbeitung. Schnell wurde klar, dass in diesem Frühwerk mit seiner unbeschwerten, an Copland, Gershwin und Weill erinnernden Partitur und eines sich im Countrystil auf der Gitarre selbst begleitenden und das Geschehen in Zwischenspielen kommentierenden Erzählers bereits musikalische Stilmittel des Komponisten angelegt waren, die den Erfolg seiner späteren Werke ausmachen sollten.

Die Handlung dieser „Choroperette“ geht auf die amerikanische Legende um den riesenhaften Holzfäller Paul Bunyan zurück, der zusammen mit seinem blauen Ochsen Babe durch die Lande zog und durch seine Fußspuren die Seen Minnesotas sowie mit der Axt, welche er hinter sich herzog, quasi im Vorübergehen den Grand Canyon schuf. Die sich um Paul Bunyan in einem Holzfällercamp scharenden Personen der Opernhandlung folgen der „uramerikanischen“ Einstellung, dass jedes einzelne Mitglied der Gemeinschaft – selbst wenn es diese später wieder verlässt – ihr etwas zurückgibt, frei nach der Librettozeile „Amerika ist, was ihr tut. Amerika ist ich und du.“

Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung im Bockenheimer Depot hat Nikolai Petersen, ab 2016/17 Kapellmeister der Oper Frankfurt.
Für die Inszenierung kehrt nach dem großen Erfolg ihrer Sicht auf Straussʼ Ariadne auf Naxos 2013/14 im Opernhaus Brigitte Fassbaender zurück an die Oper Frankfurt.
Die Besetzung besteht aus neuen und bereits bekannten Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt, angeführt von Michael McCown (Johnny Inkslinger). Zurück an sein altes Stammhaus, dem er bis 2008 angehörte, kehrt der amerikanische Bariton Nathaniel Webster und leiht damit seine Stimme dem Titelhelden, ohne selbst auf der Bühne zu erscheinen. Der aus dem Rheingau stammende Folk- und Bluesgitarrist Biber Herrmann übernimmt die Rolle des Erzählers, der amerikanische Bass Jeremy Bowes gibt mit der Partie des Ben Benny sein Debüt an der Oper Frankfurt.  [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Die Perlen der Cleopatra
Operette in zwei Akten

Von: Oscar Straus
Libretto: Julius Brammer und Alfred Grünwald
Uraufführung: 17. November 1923 (Wien, Theater an der Wien)

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere: 3. Dezember 16

Musikalische Leitung: Adam Benzwi
Inszenierung: Barrie Kosky
Choreographie: Otto Pichler
Bühnenbild: Rufus Didwiszus
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Simon Berger
Chöre: David Cavelius
Licht: Diego Leetz

Besetzung:

Cleopatra, Königin von Ägypten:
Dagmar Manzel
Pampylos, Erster Minister: Dominique Horwitz
Silvius, ein römischer Offizier: Dominik Köninger/Peter Bording
Beladonis, Prinz von Persien: Johannes Dunz
Marcus Antonius, Triumvir des römischen Reiches/Kophra: Peter Renz
Charmian, Hofdame der Cleopatra: Talya Lieberman*
u.a.

Lindenquintett
Tanzensemble
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin
Orchester der Komischen Oper Berlin

*Mitglied des Opernstudios der Komischen Oper Berlin


Die Perlen der Cleopatra
Komische Oper Berlin
Vorabbild mit Dagmar Manzel (Cleopatra) im Zuschauerraum der Komischen Oper Berlin
© Jan Windszus Photography

Komische Oper Berlin: Barrie Kosky inszeniert Oscar Straus’ Die Perlen der Cleopatra mit Dagmar Manzel in der Titelrolle
Nach dem Erfolg von Paul Abrahams Ball im Savoy und Oscar Straus’ Eine Frau, die weiß, was sie will! arbeiten Chefregisseur Barrie Kosky und Dirigent Adam Benzwi erneut an einem Werk aus der Blütezeit der Berliner Operette zusammen: Oscar Straus’ Die Perlen der Cleopatra. Als waschechte Berliner Pharaonin, die ihre Liebhaber mithilfe rätselhafter Perlen, dem Geheimnis ihrer Macht, betört, gibt sich Dagmar Manzel bereits zum sechsten Mal die Ehre an der Komischen Oper Berlin. Als diensteifriger Minister Pampylos umhegt und umpflegt Schauspieler und Chansonnier Dominique Horwitz die liebestolle Herrscherin – und gibt damit sein szenisches Debüt am Haus. Umworben wird Ihre Hoheit indes von einer Liebhaberschar aus dem hauseigenen Ensemble: Dominik Köninger, Johannes Dunz und Peter Renz.

Die mächtigste Frau der antiken Welt hätte eigentlich alle Hände voll zu tun. Zur drohenden Hungerkatastrophe durch das Ausbleiben des Nilhochwassers tritt eine veritable Staatskrise: Aufruhr im Volk, Putschisten wollen an die Macht. Und aus der Ferne nähern sich römische Heere, es droht die Invasion! Doch für Cleopatra zählt einzig der nächste »kleine ägyptische Flirt« – gern auch ein römischer, aber auf jeden Fall »wohl gebaut« und mit »kleiner Liebesflöte«…

Tempo und Timing des skurril-frivolen, von Pointen überquellenden Bühnenspaßes liegen bei Barrie Koskys vierter Operettenarbeit in bewährten Händen. Für die Berliner Produktion macht Dirigent und Arrangeur Adam Benzwi Straus’ Partitur in nie gehörtem Facettenreichtum erlebbar, von Chansons mit kammermusikalischer Begleitung, die den Wortwitz des Librettos in den Mittelpunkt stellen, bis hin zu zahlreichen großen, dynamischen Tanz- und Chornummern, choreographiert von Otto Pichler. Musikalisch trifft die Exotismusbegeisterung der 1920er-Jahre auf Jazz, Kabarett auf Wiener Walzerseligkeit und Spätromantik auf Revuetanz-Nummern. Und Rufus Didwiszus’ schwarz-weißes Art-Deco-Bühnenbild und die ebenso extravaganten wie farbenfrohen Kostüme von Viktoria Behr sorgen für ein in jeder Hinsicht exotisches und garantiert historisch inkorrektes Ägypten auf der Bühne. [© Komische Oper Berlin]

Die Premiere am 3. Dezember 16 war auch als  Livestream auf www.komische-oper-berlin.de zu sehen.

www.komische-oper-berlin.de

Roxy und ihr Wunderteam
Vaudeville-Operette

Von: Paul Abraham

Zur Inszenierung des Theater Augsburg:

Premiere: 9. Dezember 17 (martini-Park)

Musikalische Leitung: Lancelot Fuhry
Inszenierung: Martin G. Berger
Choreografie: Marie-Christin Zeisset
Bühnenbild: Sarah-Katharina Karl
Kostüme: Silke Bornkamp
Einstudierung der Chöre: Katsiaryna Ihnatsyeva-Cadek
Dramaturgie: Johanna Mangold

Besetzung:
Rosy Müller, genannt Roxy:
Katja Berg
Bobby Cheswick: Wiard Witholt
Sam Cheswick: Markus Hauser
Aranka Tötössy: Eva Kuperion / Cathrin Lange
Franz Szatmary, genannt  »Der Baron«: Jimmy Hartwig
Philipp Gjurka: Thaisen Rusch
Christiano Hatschek: Uli Scherbel
Pepe Tactico: Gerhard Werlitz 
Maier-Gutlauf, Teamarzt: Joe Monaghan

Das Wunderteam:

Benedikt Dödeles:
Julian Bender
Manuel Alter: Christian Bindert
Miroslav Knödel: Arne David
Philipp Schwach: Joshua Hien
Thomas Maier: Konstantin Krisch
Joshua Kornich: Stephan Luethy
Mats Bienel: Max Menendez Vazquez
André Brennle: Florian Weigel
Basti Saulieger: Dennis Weißert

Orchester Augsburger Philharmoniker
Chor Opernchor des Theaters Augsburg

»Roxy und ihr Wunderteam« – Fußball meets Operette
Nein, das »Wunderteam« ist keine Erfindung eines tüchtigen Operettenlibrettisten, sondern existierte wirklich: Die österreichische Nationalmannschaft kämpfte sich in der Saison 1931/32 an die Spitze des Fußballs und wurde bis heute zum Mythos.

Der Berliner Regisseur Martin G. Berger erweckt diesen mit Paul Abrahams Vaudeville-Operette »Roxy und ihr Wunderteam« in Augsburg wieder zum Leben, die am 9. Dezember Premiere im martini-Park feiert. Das Publikum erwartet ein abwechslungsreicher Mix aus musikalischer Revue, Sportgala und Satire, eingebettet in ein spannungsgeladenes WM-Finale inklusive Fan-Gesängen, »Live«-Übertragungen, Ballzauber und wilden Steppeinlagen. Mit dabei sind unter anderem die Ensemblemitglieder Thaisen Rusch, Wiard Withold sowie die Gäste Katja Berg und Fußballlegende Jimmy Hartwig.

Vor dem Hintergrund der olympischen Spiele 1936 in Berlin hat der ungarisch-deutsche Komponist Paul Abraham (1892 – 1960) das Wunderteam zum Anlass genommen, den Profi-Sport in seiner Operette »Roxy und ihr Wunderteam« (1937) aufs Korn zu nehmen: Während man sich auf dem Platz diszipliniert und vorbildlich gibt, hauen sich die Protagonisten backstage mit Gerüchten, Intrigen und unvorhergesehenen Winkelzügen gegenseitig in die Pfanne. Mittendrin steckt die kesse Roxy, die gemeinsam mit ihrer Freundin Aranka Tötössy, einer investigativen Journalistin, die Mannschaft zusätzlich aufmischt. Die titelgebende Roxy erlebt viele Höhen und Tiefen auf und neben dem Spielfeld. Am Ende steht jedoch der Sieg auf dem Rasen und in der Liebe.

Der junge Regisseur Martin G. Berger, der u. a. bereits am Deutschen Theater Berlin und der Staatsoper Hannover Erfolge feierte sowie beim »Deutschen Musical Theater Preis 2016« in der Kategorie »Beste Regie« ausgezeichnet wurde, erstellte eine eigene Fassung für »Roxy und ihr Wunderteam«. Mit dem Stück will er Augsburger Operetten- und Fußballfans gleichermaßen begeistern. [© Theater Augsburg]
 
www.theater-augsburg.de

Die schöne Helena (La Belle Hélène)
Opéra-bouffe in drei Akten

Von: Jacques Offenbach
Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Uraufführung: 17. Dezember 1865 (Paris)

Deutschsprachige Erstaufführung: 17. März 1865 (Wien, Theater an der Wien)

Südseetulpen
Operette in zwei Akten

Von: Benjamin Schweitzer
Libretto: Constantin von Castenstein
Uraufführung: 14. Januar 17 (Chemnitz, Oper Chemnitz)
Auftragswerk der Oper Chemnitz

Zur Inszenierung der Oper Chemnitz:

Musikalische Leitung: Ekkehard Klemm
Inszenierung: Robert Lehmeier
Choreografie: Danny Costello
Bühne: Tom Musch
Mitarbeit Bühnenbild: Jule Heidelbach
Kostüme: Ingeborg Bernerth
Chor: Stefan Bilz
Assistenz Choreinstudierung: Pietro Numico
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden / Lena Normann

Besetzung:

Das Glück / Pandora 1: Elisabeth Holmer
Pandora 2: Sylvia Rena Ziegler
Lady Margaret Hamilton (szenisch): Sylvia Schramm-Heilfort
Lady Margaret Hamilton (musikalisch): Sophia Maeno
George Caswall: Andreas Kindschuh
John Blunt, Finanzjongleur: Reto Rosin
Sir Robert Harley, Schatzkanzler / Pieter Stuyvesant: Hans Gröning
Der Zufall / Queen Anne / Mrs. Hutchinson / Frl. Antje / Königin Amalie: Franziska Krötenheerdt
Zollbeamter Smith / Marktleiter Koopman: Edward Randall
Sir Isaac Newton / Mr. Woodgate: André Riemer
Gouverneur Hamilton / John Gay / Biemoto, Stuyvesants  Diener / Frederik, Amalies Gemahl: Andreas Beinhauer
Kapitän Bragwater / Immobilienhändler van Wucheren / Georg Friedrich Händel: Thomas Mäthger
Die Tulpe: Patrick Pudwell
Der Hund Harriett: Harriett

Chor der Oper Chemnitz
Ballett Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie


Südseetulpen
Oper Chemnitz
Ensemble
© Die Theater Chemnitz

Am Samstag, 14. Januar 2017, 19.00 Uhr feiert die Operette „Südseetulpen“ von Benjamin Schweitzer und Constantin von Castenstein im Opernhaus Chemnitz ihre weltweite Uraufführung. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Ekkehard Klemm, die Inszenierung verantworten Regisseur Robert Lehmeier, Bühnenbildner Tom Musch, Kostümbildnerin Ingeborg Bernerth und Choreograf Danny Costello.

„Südseetulpen“ ist ein Auftragswerk der Theater Chemnitz an den Komponisten Benjamin Schweitzer und den Librettisten Constantin von Castenstein. Mit dem genretypischen Personal einer Operette – in der Bandbreite von Königin bis zum Vagabunden – eröffnet dieses moderne und heitere Musiktheater anhand zweier historischer Spekulationsskandale einen skurrilen Blick in die Geschehnisse und Prozesse der Finanzbranche. Die „Große Tulpenmanie“ in Holland von 1637 und die englische „Südseeblase“ von 1720 lieferten die Konstellationen für dieses Szenario par excellence – tagesaktuelle Wirklichkeiten nicht ausgeschlossen. Die Musik kombiniert Eingängiges mit der Klangwelt des 21. Jahrhunderts, behält dabei mit Tanzszenen, schmachtenden Arien und ironischen Chansons stets den Charme der Operette im Blick.

Im Mittelpunkt der Story stehen John Blunt und George Caswall, zwei Finanzgenies im England des frühen 18. Jahrhunderts. Sie bekommen von Queen Anne das Monopol für den Handel mit den Südseekolonien geschenkt, wenn sie dafür im Austausch die Kriegsschulden der Krone begleichen. Flugs gründen sie die South Sea Company und machen sich auf die Reise, um einen schwunghaften Handel mit den Kolonien anzukurbeln. Doch sie kommen nur bis Jamaika und haben außer der pfiffigen Gouverneursgattin Margaret Hamilton, der exotischen Schönheit Pandora und einer Blumenzwiebel nichts zu importieren. Durch geschickt gestreute Gerüchte und die Überzeugungskraft von Blunt und Caswall glaubt das englische Volk an märchenhafte Schätze und investiert immer weiter in die neuen Aktien der South Sea Company. Doch als die Queen den Erbfolgekrieg mit Spanien überraschend beendet, fliegt der ganze Schwindel auf und die zornigen Investoren fordern ihr Geld zurück. Damit haben Blunt und Caswall jedoch die Schulden der Krone beglichen … Gemeinsam mit Lady Margaret und Pandora flüchten sie in Richtung Holland. Doch was tun – mit nichts im Gepäck als einer einzigen Blumenzwiebel?

In den Hauptpartien sind Reto Rosin und Andreas Kindschuh als die beiden Finanzjongleure Blunt und Caswall, Elisabeth Holmer und Sylvia Rena Ziegler als Pandora sowie Sylvia Schramm-Heilfort und Sophia Maeno als Lady Margaret zu erleben.  [© Die Theater Chemnitz]

www.theater-chemnitz.de

Der Vetter aus Dingsda
Operette in drei Akten

Von: Eduard Künneke (1885-1953)
Libretto : Hermann Haller und Rideamus

Uraufführung: 15. April 1921 (Berlin)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 31. März 07

Musikalische Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny
Inszenierung: Philip Tiedemann
Bühne: Paul
Lerchbaumer
Kostüme: Stefan von Wedel

Mit:
Tatjana Charalgina
Edith
Fuhr
Kerrie Sheppard
Lothar Berberich
Martin Erhard
Patrick Pobeschin
Pohl, Ks.
Jürgen Rust
Alexander Spemann
Reiner Weimerich

Philharmonisches
Staatsorchester Mainz

Besprechung auf kulturfreak.de

„Onkel und Tante, ja das sind Verwandte, die man am liebsten nur von hinten sieht!" Dieser Ausspruch ist in Bezug auf Onkel Josse nur allzu verständlich, denn er nutzt die Vormundschaft für seine Nichte Julia schamlos aus und lässt es sich auf deren Kosten gut gehen. Als er merkt, dass Landratssohn Egon Julia nachstellt, schmiedet er einen Plan gegen den Mitgiftjäger: Er lädt seinen Neffen August ein, dem er unbesehen zutraut, Julia zu verführen. Doch Julia interessiert sich nur für ihren vor sieben Jahren nach „Dingsda" ausgewanderten Vetter Roderich, dem sie ewige Treue schwor. Als Julia einen Fremden - niemand anderen als August - im Haus einquartiert und der von Julias einstigem Treueschwur erfährt, gibt sich August als zurückgekehrter Vetter Roderich aus. Doch auch der erscheint bald darauf...

Der 1921 uraufgef
ührte Vetter aus Dingsda ist Eduard Künnekes beliebteste Operette, die mit so bekannten Melodien wie „Strahlender Mond" oder „Ich bin nur ein armer Wandergesell" aufwartet. Das Libretto stammt von dem Theaterroutinier Hermann Haller und dem als Feuilletonist und Chansonschreiber bekannten Rideamus. Der Text und die komödiantische Handlung bestechen mit hintersinniger Situationskomik und schlüssigen Spannungskurven. Künneke komponierte auf das spritzige Libretto eine Musik von unbefangener Frische, in die er damals moderne Tanzformen wie Shimmy, Onestep und Tango einfließen ließ.

Der Regisseur Philip Tiedemann, 1969 in Gießen geboren, trat mit ersten Inszenierungen am Wiener Burgtheater hervor und war drei Jahre Oberspielleiter am Berliner Ensemble, wo er unter der Intendanz von Claus Peymann Stücke von Brecht, Turrini, Bernhard, Heiner Müller u. a. inszenierte. Es folgten Regiearbeiten an den Theatern in Stuttgart, Leipzig, Düsseldorf und Graz. Am Staatstheater Mainz inszenierte er mit Oberen die Eröffnungspremiere der laufenden Spielzeit. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Wiener Blut

Operette in drei Akten

Von:
Victor Léon und Leo Stein
Musik von: Johann Strauß (1825-1899)
Uraufführung: 26. Oktober 1899 (Wien, Carltheater)

Die Zirkusprinzessin
Operette in drei Akten

Von: Emmerich Kálmán
Text von: Julius Brammer und Alfred Grünwald
Uraufführung: 26. März 1926 (Wien, Theater an der Wien)
Deutsche Erstaufführung: 25. Dezember 1926 (Berlin)

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