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Oper, Stückeinfo: I

Der Idiot
Oper in vier Akten
Nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

Von: Mieczysław Weinberg
Libretto: Alexander Medwedjew
Uraufführung: 9. Mai 2013 (Mannheim, Nationaltheater Mannheim)

Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheater:

Premiere: 24. Januar 15

Musikalische Leitung: Vito Cristofaro
Regie: Andrea Schwalbach
Bühne und Kostüme: Anne Neuser
Chor: Thomas Bönisch
Licht: Ernst Engel
Dramaturgie: Steffi Turre/ Annabelle Köhler

Besetzung:

Fürst Leo Nikolajewitsch Myschkin:
Zurab Zurabishvili
Nastassja Filippowna: Irina Oknina
Parfion Rogoschin: Daniel Moon
Lebedjew: KS Paul Brady
Iwan Fjodorowitsch Jepantschin: Tomasz Wija
Jelisaweta Prokofjewna Jepantschina: Melanie Lang
Aglaja: Yulia Sokolik
Alexandra: Anna Avakian
Ardalionitsch Iwolgin (Ganja): Alexander Murashov
Warwara (Warja): Ute Biniaß
Afanassij Iwanowitsch Totzkij: Alwin Kölblinger

Opernchor
Oldenburgisches Staatsorchester

„Mitleid ist das wichtigste, vielleicht das einzige Gesetz des menschlichen Seins." — Fürst Myschkin scheint von einer nahezu überirdischen Menschenliebe erfüllt. In naiver Ehrlichkeit und unerschütterlichem Glauben an das Gute im Menschen tritt er der Gesellschaft gegenüber, die ihn, den Kompromisslosen, als Narren ausgrenzt.

Als dunkles Ebenbild des naiven Philanthropen Myschkin rangiert Parfjon Semjonowitsch Rogoschin. Beide Männer lieben die stadtbekannte Mätresse Nastassja Filippowna. Während es jedoch die pure Leidenschaft ist, die Rogoschin antreibt, liegen Myschkins Gefühle nicht zuletzt in seinem tiefen Mitgefühl für das Leiden der vor den Augen der Gesellschaft „gefallenen“ Frau begründet. Diese wiederum fühlt sich zwischen den so ungleichen Männern hin und her gerissen. Es entspinnt sich ein tödliches Netz aus Leidenschaften und inneren Abhängigkeiten.

Erst spät wurde dem Werk Mieczysław Weinbergs (1919 – 1996) die Anerkennung zuteil, die ihm gebührt: In der Sowjetunion, wohin der Komponist vor den Gräueln der Naziherrschaft geflohen war, schlugen ihm antisemitische Anfeindungen der Kulturpolitik entgegen, im Westen war er nahezu unbekannt. Nach 1990 fand seine Musik dann ihren Weg in die Opernhäuser und Konzertsäle des Westens. Mit seiner Oper ,Der Idiot‘ gelang Weinberg ein faszinierendes Musikdrama, das in seiner glühenden Musiksprache, deren Wurzeln in Spätromantik und Neoklassizismus liegen und Elemente russischer Folklore einbeziehen, Dostojewskis Figuren Leben einhaucht. [© Oldenburgisches Staatstheater]

www.staatstheater.de

Idomeneo ~ Ré di Creta ossia Ilia et Idamante
Dramma per musica in drei Akten

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: Gianbattista Varesco

Uraufführung: 29. Januar 1781 (München, Neues Hoftheater (Cuvilliés Theater))

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 17. März 13
1. Wiederaufnahme: 14. September 13

Musikalische Leitung: Julia Jones / Karsten Januschke / Roland Böer
Regie: Jan Philipp Gloger
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild:
Franziska Bornkamm
Kostüme: Karin Jud
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Chor: Matthias Köhler

Besetzung:

Idomeneo, König von Kreta:
Roberto Saccà / Daniel Behle
Idamante, sein Sohn: Martin Mitterrutzner / Jenny Carlstedt
Ilia, trojanische Prinzessin: Juanita Lascarro / Anne-Catherine Gillet
Elektra: Elza van den Heever / Katie Van Kooten
Arbace, Vertrauter des Königs: Julian Prégardien (Kenneth Tarver, 17. März 13) / Simon Bode
Oberpriester des Neptun: Beau Gibson / Beau Gibson
Die Stimme: Philipp Alexander Mehr / Philipp Alexander Mehr
Neptun: Olaf Reinecke / Olaf Reinecke

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = 1. Wiederaufnahme Saison in der Saison 2013/2014
Weitere Vorstellungen: 20., 28. September, 6. Oktober 2013
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Preise: € 13 bis 82 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Besprechung auf kulturfreak.de


Idomeneo

Oper Frankfurt
in der Bildmitte Neptun (Olaf Reinecke, mit Fahne oben stehend) und Idomeneo (Roberto Saccà, unten stehend)
sowie das Ensemble

Foto: Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Zum Inhalt:
Idomeneo, König von Kreta, entkommt auf seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg nur knapp einem Seesturm, indem er in seiner Not dem Meersegott Poseidon ein Opfer gelobt: Der erste Mensch, dem er am Strand begegnet, soll für seine Errettung sterben. Das Schicksal will es, dass ihm ausgerechnet sein eigener Sohn Idamante freudig entgegentritt. Der zwischen zwei Frauen – der trojanischen Prinzessin Ilia und Agamemnons Tochter Elektra – stehende, unwissende Jüngling kann sich die Ablehnung des unglücklichen Vaters nicht erklären. Erst nachdem er von dem Schwur erfährt, beginnt er zu verstehen. Als Poseidon ein Meeresungeheuer schickt und damit auf Erfüllung des Eides drängt, ist Idamante bereit, für sein Volk zu sterben. Ilia tritt daraufhin für den Geliebten ein, worauf der Gott ein Einsehen hat. Dessen Forderung, Idamante den Thron zu überlassen, gibt Idomeneo nach – das Volk ist gerettet. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

L‘ Invisible
Trilogie lyrique nach Maurice Maeterlinck
Kompositionsauftrag der Deutschen Oper Berlin an Aribert Reimann, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Von: Aribert Reimann
Textfassung: Aribert Reimann

Uraufführung: 7. Oktober 2017 (Berlin, Deutsche Oper Berlin)

Zur Inszenierung der Deutschen Oper Berlin:

Premiere:
7. Oktober 17 (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Donald Runnicles
Regie: Vasily Barkhatov
Bühne: Zinovy Margolin
Kostüme: Olga Shaishmelashvili
Licht: Ulrich Niepel
Dramaturgie: Sebastian Hanusa, Jörg Königsdorf

Besetzung:

Ursula / Marie / Ygraine: Rachel Harnisch
Marthe / Bellangère: Annika Schlicht
Dienerin: Ronnita Miller
Der Vater: Seth Carico
Großvater / Der Alte / Aglovale: Stephen Bronk
Der Onkel / Der Fremde: Thomas Blondelle
Das Kind / Tintagiles: Gelimer Reuter / Salvador Macedo
Drei Dienerinnen der Königin: Tim Severloh, Matthew Shaw, Martin Wölfel

Orchester der Deutschen Oper Berlin


Eine Frau liegt nach der Geburt ihres Sohnes im Kindbett und ringt mit dem Tod. Ihre Familie hat sich versammelt und erwartet im hereinbrechenden Abend die Ankunft ihrer Schwägerin. Doch nur der blinde Großvater spürt die Anwesenheit eines unheimlichen, unsichtbaren Besuchers. Es ist der Tod, der die Frau in jenem Moment holt, in dem ihr Kind seinen ersten Schrei ausstößt.
Wie ein Leitmotiv durchzieht die Konfrontation des Menschen mit der Unausweichlichkeit des Todes, dessen oft unerwartetes Kommen auch Kinder nicht verschont, die Texte des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck. Aus dessen zwischen 1889 und 1899 entstandenen frühen Dramen hat Aribert Reimann drei Texte ausgewählt und für seine „Trilogie lyrique“ L’INVISIBLE als Libretto bearbeitet.
Es sind „Der Eindringling“ mit jener eingangs beschriebenen abendlichen Szene, „Interieur“, in dem zwei Männer vom Garten aus eine Familie beobachten – und sich nicht trauen, dieser die Nachricht zu überbringen, dass sich eine ihrer Töchter im Fluss das Leben genommen hat – sowie „Der Tod des Tintagiles“: Ein Junge wird in eine geheimnisvolle Burg gebracht, wo ihn seine großen Schwestern letztlich vergeblich vor der bösen Großmutter beschützen wollen, die den Tod des Jungen plant.

Nach zuletzt BERNARDA ALBAS HAUS und MEDEA hat Reimann auch für seine neue, als Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin entstandene Oper auf Texte der Weltliteratur zurückgegriffen. Diese verhandeln zeitlos-existenzielle Fragen des Menschen und bilden zugleich Angriffsfläche und Aus-gangspunkt für Reimanns hochexpressive Musik. Zugleich kehrt Reimann mit dieser Uraufführung an sein „Stammhaus“, die Deutsche Oper Berlin, zurück. Mit 18 Jahren hat er hier seine erste Stelle als Korrepetitor angetreten, vier seiner Bühnenwerke entstanden als Auftragswerk des Hauses und nun findet hier die Uraufführung seiner neunten Oper statt.

Mit der Verbindung der drei Maeterlinck-Stücke zu einer Trilogie setzt Reimann diese nicht nur thematisch in Verbindung. Er knüpft auch, etwa durch die Sängerbesetzung und bestimmte Personenkonstellationen, innerhalb der drei Stücke assoziative Verbindungslinien und durchgehende Handlungsstränge. Zugleich setzt er die drei Stücke aber auch radikal voneinander ab, indem er sie unterschiedlich instrumentiert: das erste nur mit Streichern, das zweite mit großem Holzbläserensemble und erst das dritte mit dem kompletten, sich sukzessiv und schichtweise aufbauenden Sinfonieorchester. Zudem hat er mit drei Countertenören Figuren erschaffen, die in den Zwischen-spielen als Todesboten das Geschehen kommentieren und zugleich poetisch reflektieren – und die dann im dritten Teil „Der Tod des Tintagiles“ als Dienerinnen der unsichtbar bleibenden bösen Großmutter auftreten.

Inszeniert wird L’INVISIBLE von Vasily Barkhatov, einem der interessantesten russischen Regisseure seiner Generation, der nach Arbeiten unter anderem am Moskauer Bolschoi Theater und am Mariinski Theater St. Petersburg sowie Inszenierungen in Basel, Mannheim und Wiesbaden nun sein Debüt im Haus an der Bismarckstraße gibt. Die musikalische Leitung der Produktion liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Donald Runnicles. Auf der Bühne zu erleben ist ein Ensemble, dass sich aus Gästen zusammensetzt, die zum Teil eine langjährige Zusammenarbeit mit Aribert Reimann verbindet – so die Sopranistin Rachel Harnisch oder die drei Countertenöre Tim Severloh, Matthew Shaw und Martin Wölfel – sowie Mitgliedern des Ensembles der Deutschen Oper Berlin: in den Partien des blinden Großvaters, des Alten und des Dieners Aglovale Bassbariton Stephen Bronk, als Vater Seth Carico, als Onkel und Fremder der Tenor Thomas Blondelle, Ronnita Miller in der Rolle der Dienerin und Mezzosopranistin Annika Schlicht als Marthe in „Interieur“ und als Bellangére, die in „Der Tod des Tintagiles“ vergeblich versucht, ihren Bruder zu retten. [© Deutsche Oper Berin]

www.deutscheoperberlin.de

 

Iphigenie auf Tauris (Iphigénie en Tauride)
Tragödie in vier Akten

Von: Christoph Willibald Gluck
Libretto: Nicolas-Franois Guillard
Deutsche Textfassung: Bettina Bartz und Werner Hintze

Uraufführung: 18. Mai 1779 (Paris)

Iris
Melodram in drei Akten

Von: Pietro Mascagni
Libretto: Luigi Illica
Uraufführung: 22. November 1898 (Rom, Teatro Costanzi,)

Irrelohe
Oper in drei Aufzügen

Von: Franz Schreker
Uraufführung: 27. März 1924 (Köln, Stadttheater)

Zur Inszenierung der Oper Bonn:

Premiere:
7. November 10

Musikalische Leitung: Stefan Blunier
Inszenierung: Klaus Weise
Bühne: Martin Kukulies
Kostüme: Fred Fenner
Choreographie: Miguel Angel Zermeno
Licht: Thomas Roscher
Choreinstudierung: Sibylle Wagner
Dramaturgie: Janine Ortiz

Besetzung:
Graf Heinrich, Herr auf Irrelohe: Roman Sadnik      
Eva: Ingeborg Greiner    
Die alte Lola: Daniela Denschlag     
Peter, ihr Sohn: Mark Morouse    
Christobald, ein Hochzeitsspieler: Mark Rosenthal    
Ratzekah, ein Vagabund: Ramaz Chikviladze/Martin Tzonev
Fünkchen, ein Vagabund: Valentin Jar
Strahlbusch, ein Vagabund: Piotr Micinski 
Anselmus, Diener des Grafen: Giorgos Kanaris
Der Förster: Martin Tzonev
Der Müller: Johannes Marx
Ein Lakai: Josef Michael Linnek

Chor des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn

Besprechung auf kulturfreak.de


Irrelohe

Oper Bonn
Eva (Ingeborg Greiner), Heinrich - Graf von Irrelohe (Roman Sadnik), Lola (Daniela Denschlag)
Foto: Thilo Beu

www.theater-bonn.de 

Die Italienerin in Algier (L ´ítaliana in Algeri)
Dramma giocoso in zwei Akten


Von: Gioaccino Rossini
Text: Angelo Anelli
Uraufführung: 22. Mai 1813 (Venedig, teatro di San Benedetto)

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