kulturfreak

Oper, Stückeinfo: C

Caligula
Oper in vier Akten

1. Akt: Die Verzweiflung Caligulas
2. Akt: Das Spiel Caligulas
3. Akt: Die Göttlichkeit Caligulas
4. Akt: Der Tod Caligulas

Von: Detlev Glanert (frei nach Albert Camus)
Libretto: Hans-Ulrich Treichel
Uraufführung: 7. Oktober 2006 (Frankfurt, Oper Frankfurt)

Zur Koproduktions-Inszenierung der Oper Frankfurt und der Oper Köln:

Premiere/Uraufführung in Frankfurt: 7. Oktober 06
Wiederaufnahme Oper Frankfurt: 27. Februar 09
Premiere Oper Köln: 30. November 06

Musikalische Leitung: Markus Stenz (auch in Köln)
Inszenierung: Christian Pade
Bühnenbild und Kostüme: Alexander Lintl
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter / Joachim Klein
Chor: Alessandro Zuppardo (Köln: Andrew Ollivant)

Caligula: Ashley Holland (Köln: Ashley Holland) / Ashley Holland
Caesonia: Michaela Schuster (Köln: Ursula Hesse von den Steinen) / Ursula Hesse von den Steinen
Helicon: Martin Wölfel (auch in Köln) / Martin Wölfel
Cherea: Gregory Frank (Köln: Andreas Hörl) / Marek Gasztecki
Scipio: Jurgita Adamonytė (Köln: Kristina Wahlin) / Paula Murrihy
Mucius: Hans-Jürgen Lazar (Köln: Alexander Fedin) / Hans-Jürgen Lazar
Mereia, Lepidus: Dietrich Volle (Köln: Werner Sindemann) / Dietrich Volle
Livia: Barbara Zechmeister (Köln: Ausrine Stundyte) / 
Christiane Karg
Dichter: Constantin Neiconi, Michael Sculte, Jin Soo Lee, Zoltan Winkler / Constantin Neiconi, Chad Graham, Jin Soo Lee, Matthias Holzmann

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester (Köln: Chor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln)

Ein Auftragswerk der Opern Frankfurt und Köln / Koproduktion mit der Oper Köln

grün = Wiederaufnahme Frankfurt Saison 2008/09

Besprechung auf kulturfreak.de

Zum Inhalt: Caligula, römischer Kaiser und Gott, ist verschwunden. Während seine Freunde sich sorgen und der Hofstaat die Machtübernahme plant, kehrt er plötzlich vollkommen verwandelt zurück. Seine bis dahin vorbildliche Herrschaft wird zur grausamen Prüfung für sein Volk. Caligula ist auf der Suche nach dem Unmöglichen, denn so, wie die Dinge jetzt sind, scheinen sie ihm nicht gut: „Die Menschen sterben, und sie sind nicht glücklich.“ Auf dem Höhepunkt seiner Tyrannenherrschaft wird er schließlich vom Hofstaat und den Patriziern ermordet.  [© Oper Frankfurt]

© Oehms ClassicsDetlev Glanert: Caligula
Schuster, Holland, Wölfel, Frank u.a.
Chor der Oper Frankfurt, Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Stenz
OehmsClassics 2010

In Zusammenarbeit mit OehmsClassics produziert die Oper Frankfurt eine Live-CD-Serie. Vor allem weniger bekannte Stücke werden hierfür mitgeschnitten. Alle CDs enthalten Booklets mit Szenenfotos und den kompletten Libretti. Die Tonträger sind während der Vorstellungen im Foyer, an der Vorverkaufskasse am Willy-Brandt-Platz sowie im Handel erhältlich.

www.oper-frankfurt.de 

La Calisto
Dramma per musica in drei Akten und einem Prolog

Von: Francesco Cavalli
Uraufführung: Herbst 1651 oder Frühjahr 1652 (Venedig, Teatro di S. Apollinare)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
8. März 14

Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Inszenierung: Teresa Reiber
Bühne: Ricarda Beilharz
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Choreografie: Wiebke Dröge
Dramaturgie: Karin Dietrich

Besetzung:

Die Natur/Pane:
Nicola Amodio
Das Schicksal/Calisto: Emma Pearson
Die Ewigkeit/Giunone: Sharon Kempton
Giove: Thomas de Vries
Mercurio: Brett Carter
Endimione: Matthew Shaw
Diana/Giove in Diana: Merit Ostermann
Linfea: Erik Biegel
Silvano: Hye-Soo Sonn/ Christopher Rickerby
Satirino: Sarah Jones/Agnes Szalai

Orchester und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

www.staaatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 23. Dezember 11 (Bockenheimer Depot)
Frankfurter Erstaufführung, Koproduktion mit dem Theater Basel (Premiere 21. Mai 2010)
 
Musikalische Leitung: Christian Curnyn
Regie:
Jan Bosse
Bühne und Raum:
Stéphane Laimé
Kostüme:
Kathrin Plath
Licht: Hermann Münzer
Video:
Ulrike Lindenmann

Besetzung:

Giove: Luca Tittoto
Mercurio:
Daniel Schmutzhard
Calisto: Christiane Karg
Endimione:
Valer Barna-Sabadus
Diana: Jenny Carlstedt
Linfea: Flavio Ferri-Benedetti
Pane: Martin Mitterrutzner
Silvano:
Florian Plock
Giunone: Brenda Rae
Satirino:
Christopher Robson
Amore:
Anna Fusek

Besprechung auf kulturfreak.de


La Calisto

Oper Frankfurt
Endimione (Valer Barna-Sabadus) und Amore (Anna Fusek; im Hintergrund)
© Barbara Aumüller www.szenenfoto.de

Zum Inhalt: r Handlung: Jupiter (Giove) ist auf die Erde gekommen und verliebt sich in eine der Jungfrauen der Göttin Diana. Calisto, zur Keuschheit verpflichtet, lehnt seine Avancen jedoch ab. Erst als Jupiter in die Gestalt Dianas schlüpft, zeigt sich Calisto zugänglich. Auch die „echte“ Diana ist verliebt, und zwar in den Hirten Endimione. Als ob diese amourösen Beziehungen zwischen Menschen und Göttern nicht schon kompliziert genug wären, erscheint schließlich auch noch Juno (Giunone), um höchst selbst ihren göttlichen Gatten auf den rechten Pfad zurückzubringen. Von Eifersucht entflammt verwandelt sie Calisto in eine wilde Bärin. Von Jupiter als Gestirn an den Himmel versetzt, verspricht er ihr ewiges Leben an seiner Seite. Diana hingegen versetzt Endimione in ewigen Schlaf, um ihr Keuschheitsgelübde nicht brechen zu müssen. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de 

Le cantatrici villane (Aufstieg der Sängerinnen)
Dramma giocoso in zwei Akten

Von: Valentino Fioravanti
Libretto: Giuseppe Palomba
Uraufführung: 1799 (Neapel)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
23. Januar 16 Frankfurter Erstaufführung; im Bockenheimer Depot)

Musikalische Leitung: Karsten Januschke
Regie: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Sergio Mariotti
Kostüme: Caterina Botticelli
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Deborah Einspieler

Besetzung:

Don Bucefalo:
Björn Bürger
Rosa: Jessica Strong / Nora Friedrichs
Carlino: Michael Porter
Agata: Karen Vuong
Don Marco: Thomas Faulkner
Giannetta: Maren Favela
Nunziella: Katharina Ruckgaber

Besprechung auf kulturfreak.de


Le cantatrici villane
Oper Frankfurt
Carlino (Michael Porter), Rosa (Jessica Strong), Don Bucefalo (Björn Bürger),
Don Marco (Thomas Faulkner), Giannetta (Maren Favela) und Agata (Karen Vuong)

© Barbara Aumüller ~  www.szenenfoto.de

Die Opera buffa Le cantatrici villane (Aufstieg der Sängerinnen) von Valentino Fioravanti (1764-1837) wurde im Januar 1799 in Neapel uraufgeführt. Sie war der größte Erfolg des Komponisten und gilt als eine der berühmtesten komischen Opern ihrer Zeit. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts stand das Werk auf vielen Spielplänen. Die Handlung lebt von den schlichten Figuren und der realistischen Bühnenwirkung, für die Fioravanti auch von Rossini gerühmt wurde.

Zum Inhalt:
In einem Dorf bei Rom trifft der Kapellmeister Don Bucefalo auf die jungen Frauen Rosa und Agata. Hingerissen von ihrem Gesang verspricht er, sie zu berühmten Opernsängerinnen zu machen. So werden die beiden schnell zu Rivalinnen. Don Marco, ein Schüler von Bucefalo, macht Rosa einen Heiratsantrag. Diese glaubt zwar, dass ihr Mann Carlino im Krieg umgekommen sei, weist ihn aber trotzdem ab. Doch Carlino lebt. Er hat seine Frau und den Kapellmeister bei einer Gesangsstunde beobachtet und glaubt, beide seien ein Liebespaar. Agatas Aussage, Rosa habe Bucefalo und Don Marco in ihrem Haus versteckt, während Carlino dort inkognito nach einer Unterkunft fragte, verstärkt seinen Verdacht. Bei einer Opernprobe kommt es zum Aufruhr, der sich in Wiedersehensfreude wandelt, als Carlino sich zu erkennen gibt.

Die musikalische Leitung liegt bei Karsten Januschke, der nach seinem Engagement als Solorepetitor und Kapellmeister an der Oper Frankfurt kürzlich für Mozarts Die Hochzeit des Figaro als Gast hierher zurückkehrte. Seit 2009 ist Caterina Panti Liberovici als Regieassistentin in Frankfurt engagiert. Im Sommer 2015 inszenierte sie beim Festival Cantiere Internazionale d’Arte Montepulciano Mozarts La finta semplice und legt nun ihre erste Inszenierung im Bockenheimer Depot vor. Die Besetzung stammt fast ausschließlich aus dem Ensemble sowie dem Opernstudio der Oper Frankfurt: Der Bariton Björn Bürger (Don Bucefalo) ist seit 2013/14 im Ensemble der Oper Frankfurt beheimatet. Hier sang er zuletzt u.a. Graf Almaviva in Mozarts Die Hochzeit des Figaro. Zuvor debütierte er als Papageno in Die Zauberflöte an der Opéra national de Paris. Die kanadische Sopranistin Jessica Strong (Rosa) aus dem Opernstudio ist hier in dieser Saison auch als Woglinde bzw. Siegrune in Wagners Der Ring des Nibelungen zu erleben. In den beiden letzten Vorstellungen der Serie singt als Gast die ehemalige Opernstudio-Stipendiatin Nora Friedrichs die Partie der Rosa. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Carlino) wechselte 2015/16 vom Opernstudio ins Ensemble und feierte zuvor einen überragenden Erfolg als Sipho in der Uraufführung von Lior Navoks An unserem Fluss im Bockenheimer Depot. In ihrer dritten Spielzeit im Frankfurter Ensemble war die amerikanische Sopranistin Karen Vuong (Agata) bisher als Figaro-Gräfin und Gretel zu erleben. Alle weiteren Partien sind bis auf Maren Favela (Giannetta) mit Mitgliedern des Opernstudios besetzt. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Cardillac
Oper in drei Akten

Von: Paul Hindemith
Libretto: Ferdinand Lion
Uraufführung der Erstfassung: 9. November 1926 (Dresden, Sächsische Staatsoper)
Uraufführung der Neufassung: 20. Juni 1952 (Zürich, Stadttheater)

Carmen

Opéra comique von:
Georges Bizet
Libretto von: Henri Meilhac und Ludovic Halévy,
n
ach einer Novelle: von Prosper Mérimée
Uraufführung: 3. März 1875 ( Paris, Opéra-Comique)

Zur Inszenierung der Bregenzer Festspiele:

Premiere:
19. Juli 17

Musikalische Leitung: Paolo Carignani / Jordan de Souza
Inszenierung:
Kasper Holten
Bühne: Es Devlin
Kostüme: Anja Vang Kragh
Licht: Bruno Poet
Video: Luke Halls
Ton: Gernot Gögele / Alwin Bösch
Chorleitung: Lukáš Vasilek / Benjamin Lack
Choreographie: Signe Fabricius
Stuntchoreographie: Ran Arthur Braun
Dramaturgie: Olaf A. Schmitt

Besetzung:

Carmen: Gaëlle Arquez / Lena Belkina / Annalisa Stroppa
Don José: Daniel Johansson / Martin Muehle / Arnold Rawls
Escamillo: Andrew Foster-Williams / Scott Hendricks / Kostas Smoriginas
Micaëla: Cristina Pasaroiu / Melissa Petit / Elena Tsallagova
Frasquita: Jana Baumeister / Soniá Grané
Mercédès: Marion Lebègue / Judita Nagyova
Zuniga: Yasushi Hirano / Sébastien Soulès
Moralès:Rafael Fingerlos /Wolfgang Stefan Schwaiger
Remendado: István Horváth / Peter Marsh
Dancaïro: Adrian Clarke / Dariusz Perczak

Stuntmen / Tänzer / Statisten
Bregenzer Festspielchor
Prager Philharmonischer Chor
Kinderchor der Musikmittelschule Bregenz-Stadt
Wiener Symphoniker

Besprechung auf kulturfreak.de


© Bregenzer Festspiele / moodley


Georges Bizets mitreißende Musik mit ihren spanisch anmutenden Klängen eroberte die Welt: Carmens Habanera und Seguidilla sind ebenso wie Escamillos Couplet in aller Ohren. Für die erfolgreichste Oper des französischen Komponisten entwirft die britische Künstlerin Es Devlin das Bühnenbild im Bodensee. In ihren Kulissen traten Popstars wie Adele, U2, Take That, Pet Shop Boys und Kanye West auf. Gemeinsam mit dem Regisseur Kasper Holten, Intendant des Londoner Royal Opera House, arbeitete sie bereits an den Opernhäusern in Helsinki und Kopenhagen, im Theater an der Wien und am Royal Opera House Covent Garden.

Für den dänischen Regisseur handelt diese "Oper über Schicksal und Besessenheit" von "zwei Menschen, die als Außenseiter behandelt werden, deren Wege sich kreuzen und die sich in einer leidenschaftlichen, aber ungesunden Beziehung aneinander klammern." [®Bregenzer Festspiele]

www.bregenzer-festspiele.com

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
5. Juni 16
Wiederaufnahme Saison 2016/17: 4. September 16

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis / Sebastian Zierer / Mark Shanahan, Sebastian Zierer, Björn Huestege
Regie: Barrie Kosky
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes
Bühnenbild und Kostüme:
Katrin Lea Tag
Choreographie: Otto Pichler
Licht: Joachim Klein
Chor: Tilman Michael / Tilman Michael
Kinderchor: Markus Ehmann / Markus Ehmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Carmen, Zigeunerin:
Paula Murrihy / Tanja Ariane Baumgartner / Maria Pantiukhova, Paula Murrihy, Gaëlle Arquez
Don José, Sergeant: Joseph Calleja / Luc Robert / Luc Robert, AJ Glueckert
Micaëla, Bauernmädchen: Karen Vuong / Juanita Lascarro / Guanqun Yu, Karen Vuong, Juanita Lascarro
Escamillo, Torero: Daniel Schmutzhard / Andreas Bauer / Kihwan Sim / Andreas Bauer
Moralès / Dancaïro: Sebastian Geyer / John Brancy / Iurii Samoilov
Remendado, Schmuggler: Michael Porter / Theo Lebow
Frasquita, Zigeunerin: Kateryna Kasper / Katharina Ruckgaber / Elizabeth Reiter, Louise Alder
Mercédès, Zigeunerin: Elizabeth Reiter / Wallis Giunta / Judita Nagyová
Zuniga, Leutnant: Kihwan Sim / Thomas Faulkner

Tänzer, Tänzerinnen: Johanna Berger, Madeline Ferricks-Rosevear, Veronica Bracaccini, Michael Fernandez, Christopher Basile, Rouven Pabst
Stimme von Carmen: Claude De Demo
u.a.


Grün= Wiederaufnahme Saison 2016/17

Besprechung auf kulturfreak.de
Besprechung der Wiederaufnahme Saison 2016/17


Carmen
Oper Frankfurt
Ensemble

© Monika Rittershaus

Carmen von Georges Bizet (1838-1875) in der Sicht von Barrie Kosky, seit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, gehörte zu den Höhepunkten der Spielzeit 2015/16. Dargeboten in einer von Kosky, dem Dirigenten Constantinos Carydis und Michael Rot, dem Herausgeber der kritischen Ausgabe, eigens für die Oper Frankfurt erstellten Fassung, die Elemente der „großen Oper“ mit denen des Varieté und der Revue im Geiste Offenbachs kombiniert und zudem angereichert mit atemberaubenden Tanzszenen, riss die Inszenierung das Publikum förmlich von den Sitzen. Viele, die das populäre Werk gut zu kennen glaubten, sahen es plötzlich in völlig neuem Licht. Auch die Pressevertreter waren begeistert, was sich nach der Premiere am 5. Juni 2016 in Kritiken mit Schlagworten wie „kultverdächtig“, „brillant und böse“, „Weltklasseproduktion“ und „Höhepunkt der Saison“ entlud.

Zum Inhalt: Der pflichtbewusste Sergeant Don José verliebt sich in die verführerische Carmen, Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik. Ihr zuliebe desertiert er von der Armee und schließt sich – entgegen den Bitten seiner Jugendliebe Micaëla, mit ihr in sein Dorf zurückzukehren – einer Schmugglerbande an. Angewidert von seiner schon bald aufflammenden Eifersucht wendet sich Carmen dem Torero Escamillo zu und gibt dem verzweifelten José den Laufpass. Zutiefst gekränkt sucht dieser eine letzte Aussprache, doch von Carmens Beharren auf ihre Freiheit provoziert ersticht er die Geliebte.

Für die erste Wiederaufnahme dieser Erfolgsproduktion kehrt der irische Dirigent Mark Shanahan zurück ans Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, wo er zuletzt Verdis Nabucco (2009/190), Cileas Adriana Lecouvreur (2012/13) und Puccinis Tosca (2013/14) musikalisch leitete. Mit ihm wechseln sich im Laufe der Aufführungsserie Kapellmeister Sebastian Zierer und Solorepetitor Björn Huestege ab.
Zu den Neubesetzungen der Hauptpartien gehören Maria Pantiukhova (Carmen) und Guanqun Yu (Micaëla). Während die russische Mezzosopranistin als ehemaliges Opernstudio-Mitglied zur Saison 2016/17 ins Ensemble übernommen wird, gastierte die chinesische Sopranistin erstmals 2014/15 an der Oper Frankfurt als Amelia Grimaldi in Verdis Simon Boccanegra.
In der Premierenserie der Produktion sang Ensemblemitglied Kihwan Sim noch die Partie des Zuniga, die jetzt von dem aus dem Opernstudio ins Ensemble wechselnden Briten Thomas Faulkner verkörpert wird; der koreanische Bass hingegen übernimmt nun die Partie des Stierkämpfers Escamillo.
Neu in der Inszenierung sind aus dem Ensemble zudem Iurii Samoilov (Moralès / Dancaïro), „Neuzugang“ Theo Lebow (Remendado) und Judita Nagyová (Mercédès). Im Laufe der Wiederaufnahme-Serie kommen zahlreiche Alternativbesetzungen zum Zuge: Die französische Mezzosopranistin Gaëlle Arquez (Carmen) hat im Bockenheimer Depot bereits in den Händel-Partien Medea (Teseo 2012/13) und Zenobia (Radamisto 2015/16) auf sich aufmerksam gemacht. Nun führt sie die Partie der Carmen erstmals auf die Bühne des Opernhauses. Neu im Ensemble ist ab der Saison 2016/17 der amerikanische Tenor AJ Glueckert (Don José), der als Gast 2014/15 an der Oper Frankfurt sein Europa-Debüt mit dem Prinzen in Dvořáks Rusalka gab. Zu weiteren Alternativbesetzungen dieser Carmen-Serie aus dem Ensemble gehört Louise Alder (Frasquita). Alle weiteren besetzten Sängerinnen und Sänger sind mit der Produktion bereits aus der Premierenserie vertraut, darunter auch der kanadische Tenor Luc Robert (Don José), den die Partie bereits zu den Opernfestspielen im finnischen Savonlinna sowie an die Estnische Nationaloper in Tallinn führte. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere: 4. Juni 16

Musikalische Leitung: Will Humburg
Regie: Sandra Leupold
Bühne: Stefan Heinrichs
Kostüm: Mechthild Feuerstein
Dramaturgie: Mark Schulze Steinen
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint

Besetzung:

Don José:
Mickael Spadaccini
Carmen: Tamara Gura
Micaëla: Susanne Serfling
Micaëla (Cover): Jana Baumeister
Escamillo: Dmitry Lavrov
Frasquita: Jana Baumeister, Katja Stuber
Mercédès: Amira Elmadfa
Dancaïro: David Pichlmaier
Moralès: Oleksandr Prytolyuk
Remendado: Minseok Kim
Andrès: Juri Lavrentiev

www.staatstheater-darmstadt.de

Castor et Pollux
Tragédie lyrique en musique in fünf Akten

Von: Jean Philippe Rameau
Libretto: PierreJoseph Bernard

Uraufführung: 24. Oktober 1737 (Paris, Académie Royale de Musique)

Cavalleria rusticana

Melodramma von:
Pietro Mascagni
Text von: Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci, nach den Scene popolari von Giovanni Verga
Uraufführung: 17. Mai 1880 (Rom, Teatro Costanzi)

Deutsche Fassung von: Oskar Berggruen

La Cenerentola ossia La bontà in trionfo
Dramma giocoso in zwei Akten

Von: Gioacchino Rossini (1792 - 1868)
Text: Jacopo Ferretti
Uraufführung: 25. Januar 1817 (Rom, Teatro della Valle)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 20. Juni 04
Wiederaufnahme Saison 2014/2015: 11. April 15
Wiederaufnahme Saison 2006/2007: 3. November 06

Musikalische Leitung: Johannes Debus / Roland Böer (22., 26., 31. Dezember 2006) / Alexander Soddy
Inszenierung: Keith Warner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Katharina Thoma /
Bühnenbild: Jason Southgate
Kostüme: Nicky Shaw
Licht: Simon Mills
Choreografie und szenische Mitarbeit: Claire Glaskin
Chor: Alessandro Zuppardo

Besetzung:

Don Magnifico:
Eric Roberts / Simon Bailey
Alidoro: Florian Plock / Vuyani Mlinde
Dandini: Nathaniel Webster / Björn Bürger / Iurii Samoilov
Don Ramiro: Gioacchino Lauro LiVigni / Maxim Mironov (2., 22., 26. & 31. Dezember 06) / Martin Mitterrutzner
Angelina: Daniela Pini / Stella Grigorian (22., 26., 31. Dezember 06) / Nina Tarandek
Clorinda: Elin Rombo / Barbara Zechmeister (11., 26. November, 2. Dezember 06) / Sofia Fomina
Tisbe: Annette Stricker / Judita Nagyová

Besprechung der Wiederaufnahme Saison 2006/2007 auf kulturfreak.de


La Cenerentola
Oper Frankfurt
Angelina (Nina Tarandek)
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de


La Cenerentola
Oper Frankfurt
 v.l.n.r. Clorinda (Sofia Fomina), Don Magnifico (Simon Bailey) und Tisbe (Maria Theresa Ullrich)
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Weitere Vorstellungen: 17., 23., 29. April, 10., 16., 23. Mai 2015
Nach der Premiere der Neuinszenierung von Keith Warner am 20. Juni 2004 an der Oper Frankfurt war in der Presse zu lesen: „Kann man drei Stunden gerührter, erheiterter, belebter verbringen als in dieser Inszenierung?“ Nun wird die Produktion ausschließlich aus dem Ensemble – mit einer Ausnahme – vollständig neu besetzt zum vierten Mal wiederaufgenommen. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Chief Joseph
Musikalisches Theater in drei Akten

Von: Hans Zender
Uraufführung: 23. Juni 05 (Berlin, Staatsoper unter den Linden)

The Child Dreams (Kinderträume)
Oper in vier Teilen

Auftragswerk der Israeli Opera Tel Aviv

Von: Gil Shohat
Libretto: Gil Shohat und Omri Nitzan nach dem Theaterstück von Hanoch Levin
Uraufführung: 18. Januar 2010, Performing Arts Center Tel Aviv

Zum Gastspiel der Israeli Opera Tel Aviv im Staatstheater Wiesbaden:
(In hebräischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Premiere: 4. Mai 12

Musikalische Leitung: David Stern
Inszenierung: Omri Nitzan
Bühne / Kostüme: Gottfried Helnwein
Bewegung / Choreografie: Gregor Seyffert
Licht: Avi Yona Bueno

Besetzung:

Das Kind: Hila Baggio
Die Mutter: Ira Bertman
Eine für die Liebe geborene Frau: Bracha Kol
Eine tröstende Frau: Efrat Ashkenazi
Der Vater / Der Gouverneur: Guy Mannheim
Der Kommandant / Der Kapitän: Noah Briger
Verkrüppelter Junge: Yaniv d' Or
Totes Kind: Einat Aronstein
Beamter der Einwanderungsbehörde: Sorin Semilian
Blutender Mann: Rami Baruch
Ein schockierter Beobachter: Vladimir Braun

Ensemble: Yael Levita, Rinat Goldman, Revital Raviv, Efrat Ashkenazi, Anastasia Klevan, Sharon Dvorin, Karin Shifrin, Ayala Zimbler, Limor Ilan

The Israel Symphony Orchestra Rishon LeZion

Besprechung auf kulturfreak.de


The Child Dreams
Israeli Opera Tel Aviv
Ensemble
©
YossiZwecker

2010 feierte die Israeli Opera ihr 25-jähriges Bestehen mit der Uraufführung eines großen Auftragswerkes. Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk aus Literatur, Musik, Theater, Malerei und Bewegung, nach einem Stück des bekannten israelischen Dramatikers Hanoch Levin. ,The Child Dreams‘ (Kinderträume) ist eine visionäre Allegorie über Kinderschicksale in einer Welt zwischen Krieg, Zerstörung, Emigration und der Sehnsucht nach Frieden. Das Libretto entwickelten der Komponist Gil Shohat und der Regisseur Omri Nitzan. Bühne und Kostüme schuf der für seinen hyperrealistischen und expressiven Malstil bekannte Künstler Gottfried Helnwein. Die Bewegungsarbeit übernahm der Choreograf Gregor Seyffert.

Hanoch Levin (1943-1999) darf als der wichtigste Theatermacher des israelischen Theaters gelten. Er konstruiert unauflösbare Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Figuren, die auf Mechanismen von Drohung und Aufschub basieren. Unter Levins Theaterstücken finden sich politische Satiren, Familien- und Nachbarschaftsgeschichten und mythische Stoffe. ,The Child Dreams‘ vereinigt all diese Elemente.

,The Child Dreams‘ zeichnet die Odyssee eines Kindes durch Krieg, Flucht und Vertreibung nach. Aus der Perspektive des Kindes werden unmittelbar einbrechende Ereignisse geschildert: Nach dem Ausbruch des Krieges und dem Tod seines Vaters ist das Kind zusammen mit der Mutter auf der Flucht. Es gelingt ihnen, als Passagiere eines Schiffes das Land zu verlassen. Auf einer Insel muss das Kind sich entscheiden, ob es allein an Land und damit in Sicherheit bleibt oder die ungewisse Reise mit der Mutter fortsetzt. Es entscheidet sich für Letzteres. Am Ende jedoch wird das Kind sich allein zwischen Leben und Tod bewähren müssen. Mit den Augen des Kindes blicken wir auf eine Welt des willkürlichen Umgangs mit Leben und Tod.

Hanoch Levins poetisches Theaterstück führt eine allegorische Reise vor. Seine Inspiration ist das Schicksal des Flüchtlingsschiffes ,St. Louis‘ während des Zweiten Weltkriegs, das mit 900 Passagieren an Bord in Nordamerika keine Erlaubnis zum Anlegen erhielt und nach Europa zurückkehren musste. Das Stück zeigt heimatlose Emigranten auf der Suche nach ihrer Seele. Es blickt mit kritischem Auge auf eine Gesellschaft, die gleichzeitig auch jede andere Gesellschaft sein könnte. Eine Gesellschaft, die Frieden mit sich selbst sucht, ihn jedoch nur schwer erreichen kann.

Levin behandelt in seinem Stück das Verhältnis von Mutter und Sohn, Mann und Frau, Staat und Individuum, Grausamkeit und Mitgefühl ebenso wie den schmalen Grat zwischen Realismus und Fantasie. ,The Child Dreams‘ ist ein universeller Stoff, der tief in der israelischen Gesellschaft verankert ist. ,Die Reise des Überlebens‘, so Librettist und Regisseur Omri Nitzan, ,ist eine Reise zur Essenz des Lebens.‘   [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Chowanschtschina
Musikalisches Volksdrama in fünf Akten

Musik & Text: Modest P. Mussorgskij (1839 - 1881)

Uraufführung:
Bearbeitung Rimsky-Korsakow:
21. Februar 1886 (St.Petersburg, Privat-Theater Kononow)
Bearbeitung Ravel/Strawinsky: 5. Juni 1913 (Paris, Théâtre des Champs-Élysées
Bearbeitung Schostakowitsch: 25. November 1960 (Leningrad, Kirow-Theater)

Ort & Zeit: Moskau und Umgebung, zwischen 1682 und 1689

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
27. März 05
Wiederaufnahme in der Saison 05/06: 14. Oktober 05
Wiederaufnahme in der Saison 12/13: 12. Oktober 12

Musikalische Leitung: Kirill Petrenko / Lawrence Foster / Hartmut Keil
Inszenierung: Christian Pade
Bühnenbild und Kostüme: Alexander Lintl
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor: Alessandro Zuppardo

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Besetzung:

Fürst Iwan Chowanski (Baß): Gregory Frank / Askar Abdrazakov
Fürst Andrej Chowanski (Ten): Stuart Skelton / Göran Eliasson / John Daszak
Fürst Wassili Golizyn (Ten): Lars Erik Jonsson / Frank van Aken
Bojar Schaklowity (Bar): Simon Bailey / Ilya Silchukov
Dosifej (Baß): Askar Abdrazakow / Clive Bayley
Marfa, eine Altgläubige (Alt): Elena Cassian / Daveda Karanas
Schreiber (Ten): Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
Emma (Sop): Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister
Warsonofjew, Vertrauter Golizyns (Baß): NN /
Kuska, Strelitze (Ten): Viktor Tsevelev / Michael McCown
1. Schütze (Baß): Gérard Lavalle /
2. Schütze (Baß): Gregorij Kulba /
Streschnew, ein junger Bojar (Ten): Pere Llompart /
Susanna (Sop): Sonja Mühleck / Britta Stallmeister
Pastor (Baß): Pavel Smirnov /

Moskauer Volk, Strelitzen, Raskolniki, Petrowzen: Chor, Extra- und Kinderchor der Oper Frankfurt und Statisterie

lila = Wiederaufnahme in der Saison 2005/06
grün = Wiederaufnahme in der Saison 2012/13

Inhalt:

I.Akt
Moskau, Roter Platz, Kreml. Die Strelitzen, die ehemals mächtigen Schützenregimenter der Zaren, ziehen lärmend und bedrohlich durch die Stadt. Es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Das Volk befindet sich in größter Unruhe. Im Schatten der Kremlmauer hat ein Schreiber seinen Stand aufgeschlagen. Er erhält einen unter Androhung der Todesstrafe geheim zu haltenden Auftrag. Fürst Schaklowiti warnt die Zarewna Sofia in einem Schreiben vor der geplanten Verschwörung der Fürsten Chowanski. Erneute Konfusion entsteht im Volk, als bekanntwird, dass wieder einige Bojaren durch Strelitzen denunziert und in die Verbannung geschickt oder verurteilt wurden. Fürst Andrei Chowanski verfolgt Emma, ein protestantisches Mädchen aus der deutschen Vorstadt, mit seinen Liebesbeteuerungen. Sie leistet Widerstand und wird von Marfa, seiner einstigen Geliebten, in Schutz genommen. Mitten in dem Streit erscheint Fürst Iwan Chowanski, Anführer der Strelitzen und Vater Andreis. Da ihm Emma ebenfalls gefällt, beansprucht er sie für sich. Entschlossen, seine Rechte zu verteidigen, ist Fürst Andrei eher bereit, Emma zu töten, als sie seinem Vater zu überlassen. Als Priester der Altgläubigen kann Dosifei in dieser Situation schlichten und Emma vor Unheil bewahren.

2. Akt
Fürst Golizyn, ein virtuoser Stratege des politischen Machtspiels, hat sich in sein Kabinett zurückgezogen. Ein lutheranischer Pastor tritt ein und bittet vergeblich um Unterstützung der arg bedrohten kleinen Gemeinde.
Die ehemalige Fürstin und inzwischen bekennende Altgläubige Marfa, die dem Fürsten die Zukunft weissagen soll, prophezeit den Schiffbruch seiner Karriere und die Verbannung. Voller Entrüstung befiehlt Golizyn heimlich seinem Diener, Marfa unterwegs im Sumpf zu ertränken. Währenddessen versammeln sich im Hause Golizyns die Gegner Peters des Großen. Zwischen den Fürsten Golizyn und Iwan Chowanski entbrennt ein heftiger Streit um die Zukunft Russlands, an dem sich auch der ebenfalls dem Adel entstammende Führer der Altgläubigen Dosifei beteiligt. Marfa stürzt ins Zimmer und berichtet, man habe versucht, sie zu ermorden, doch sei sie von Anhängern Peters gerettet worden. Noch größer wird der Schrecken der Versammelten, als Fürst Schaklo-witi ihnen die Nachricht überbringt, Peter der Große habe von ihrer geheimen Unterredung erfahren, sie a s politische Verschwörung der Strelitzenführer (Chowanscht-schina) bezeichnet und Fürst Iwan zu töten befohlen.

3. Akt
Marfa singt ein Liebeslied und beklagt Andreis Untreue. Als dies Susanna, wie Marfa eine Altgläubige, hört, wirft sie ihr hysterisch Blasphemie und Häresie vor und will sie dem Kirchengericht übergeben. Selbst Dosifei kann ihren Streit nicht schlichten, woraufhin Susanna sich voller Zorn entfernt. Marfa äußert erstmalig den Wunsch nach Selbstverbrennung. Schaklowiti beschwört ein zukünftiges Russland. Die vom Wachdienst zurückkommenden Strelitzen berichten von ihrer Verfolgung durch die Petrowzen.

4. Akt
1. Bild
Im Hause Chowanskis: Zum Vergnügen des Strelitzenführers gezwungene Mädchen tanzen zum Fest. Obwohl Chowanski vor Meuterei gewarnt wird, gibt er sich ganz seinem Begehren hin. Als er den Raum verlassen will, wird er von einem Messerstich getötet.

2. Bild
Die Masse begafft Golizyns demütigenden Aufbruch ins Exil. Marfa hat den jungen Chowanski vor der Verfolgung durch die Strelitzen gerettet und hält ihn verborgen. Er jedoch verlangt wie von Sinnen nur nach Emma. Unterdessen werden die Strelitzen zur Hinrichtung geführt. Andrei wird Zeuge ihres Unterwerfungsrituals.

5.Akt
In einer abgelegenen Gegend bereiten sich die Altgläubigen auf die in ihrer Märtyrer-jdeologie vorgesehene kollektive Selbstverbrennung vor. Während Andrei zunächst in Gedanken bei Emma verharrt, verschmelzen kurz vor seinem Tode die Gestalten von Emma und Marfa. In der Illusion seiner Liebe geht Marfa zusammen mit den anderen Altgläubigen in den Flammentod.                                   Q. & ©: Oper Frankfurt

La  Clemenza di Tito (TITUS)
Damma serio per musica in due atti

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text von: Caterino Tommaso Mazzolà, nach dem Dramma per musica (1734) von Pietro Metastasio
Uraufführung: 6. September 1791 (Prag, Ständetheater)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 27. Januar 06
Wiederaufnahme Saison 2010/2011: 7. Mai 11

Musikalische Leitung (WA Saison 2010/11): Julia Jones
Inszenierung: Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Tobias Heyder
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Dramaturgie: Hendrikje Mautner
Licht: Olaf Winter
Chor: Matthias Köhler Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Tobias Heyder

Besetzung (WA Saison 2010/11):

Tito:
Kurt Streit
Vitellia: Katie van Kooten
Servilia: Brenda Rae / Christiane Karg (22., 28. Mai, 4. Juni 2011)
Sesto: Jenny Carlstedt
Annio: Paula Murrihy
Publio: Florian Plock
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Bei der Oper handelt es sich um ein Auftragswerk, entstanden anlässlich der Krönung Leopolds II. zum König von Böhmen. Mozart vertonte ein Libretto Caterino Tommaso Mazzolàs, in dem sich Herrscherlob und die Mahnung an die Tugenden eines Regenten miteinander verbinden. Er komponierte den Titus in kürzester Zeit, und der Stoff erscheint als die ideale Krönungsoper – immerhin siegt der kaiserliche Titelheld schließlich durch die in ihm personifizierte Güte:
Angestiftet von der machtgierigen Vitellia plant Sesto, seinen Freund, den römischen Kaiser Tito, aus dem Weg zu räumen. Das Attentat schlägt fehl, ohne dass es Sesto zunächst ahnt. Als alles ans Tageslicht kommt und die Verschwörer entdeckt werden, sollen diese im Kolosseum sterben. Doch Tito, der seine Macht nicht auf ein solch blutbeflecktes Fundament stellen möchte, vergibt seinen Feinden.  [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Cosi fan tutte, ossia La scuola degli amanti
(So machen sie´s alle oder Die Schule der Liebenden)

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: Lorenzo Da Ponte
Uraufführung: 26. Januar 1790 (Wien, Kaiserlich-königliches National-Hoftheater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
1. November 15

Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg
Bühne: Matthias Schaller
Kostüme: Antje Sternberg
Licht: Andreas Frank
Chor: Albert Horne
Dramaturgie: Regine Palmai

Besetzung:

Fiordiligi:
Heather Engebretson, Julia Lezhneva
Dorabella: Silvia Hauer, Regina Richter
Ferrando: Ioan Hotea
Guglielmo: Christopher Bolduc
Despina: Gloria Rehm, Stella An, Daniela Fally
Don Alfonso: Wolf Matthias Friedrich, William Shimell

Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Cosi fan tutti
Cosi fan tutti
Staatstheater Wiesbaden
© Monika und Karl Forster

In Mozarts und Da Pontes Meisterwerk steht am Anfang eine dumme Männerwette über die (Un-)Angreifbarkeit weiblicher Treue. Schneller als gedacht stehen die beiden Fräulein in verbotenen Liebesflammen, allerdings finden sich auch diejenigen, die die Grube gegraben haben, alsbald selbst darin wieder. Gefühle und Partner machen sich selbständig, und statt der bisherigen sicheren Seelenruhe ziehen überflutende Liebes- und Schuldgefühle den Paaren den Boden unter den Füßen weg. Am aufklärerischen Ende bleibt für alle vier offen, welchem Partner und ob überhaupt man sich zwischen Leidenschaft, Konvention und Gewissen gefühlsmäßig und ehevertraglich noch verbunden fühlt.

Unter der Leitung von Mozart-Spezialist Konrad Junghänel steht in Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung ein junges Ensemble auf der Bühne, begleitet vom Hessischen Staatsorchester Wiesbaden und unterstützt vom Chor des Hessischen Staatstheaters. In Wiesbaden bereits bekannt, konnte man nach Heather Engebretsons Royal Opera House Debüt mit Mozart im September in London lesen: die Sopranistin ist »superbly« (Times), »a name to watch«, »a scene stealer«. Sie wird die Fiordiligi neben Silvia Hauer (1. Preis Bundeswettbewerb Gesang) als Dorabella sein. Der frischgebackene Londoner »Operalia«-Gewinner Ioan Hotea singt seinen ersten Ferrando, Christopher Bolduc ist Guglielmo. Gloria Rehm (1. Preis Richard-Strauss-Wettbewerb München) und Stella An geben ihr Debüt als Despina, und Wolf Matthias Friedrich übernimmt die Partie des Don Alfonso. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de 

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
24. März 08
1. Wiederaufnahme: 6. Dezember 08
2. Wiederaufnahme: 19. Februar 10
3. Wiederaufnahme: 3. September 11
4. Wiederaufnahme: 7. März 14
5. Wiederaufnahme: 17. November 17


Musikalische Leitung:
Julia Jones / Yuval Zorn / Hartmut Keil / Karsten Januschke / Hartmut Keil / Sebastian Ziere / Rory Macdonald
Inszenierung: Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Ludivine Petit / Ludivine Petit / Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Olaf Winter
Chor: Apostolos Kallos / Tilman Michael

Besetzung:

Fiordiligi:
Agneta Eichenholz / Juanita Lascarro / Juanita Lascarro / Agneta Eichenholz / Juanita Lascarro / Brenda Rae / Juanita Lascarro, Karen Vuong
Dorabella: Jenny Carlstedt / Jenny Carlstedt / Jenny Carlstedt / Jenny Carlstedt / Paula Murrihy /  Cecelia Hall, Nina Tarandek
Guglielmo: Michael Nagy / Michael Nagy / Trevor Scheunemann / Daniel Schmutzhard / Sebastian Geyer / Joshua Hopkins / Sebastian Geyer / Daniel Schmutzhard, Iurii Samoilov
Ferrando: Topi Lehtipuu/ Daniel Behle / Jeremy Ovenden / Daniel Behle / Martin Mitterrutzner / Paul Appleby / Martin Mitterrutzner / Ben Bliss, Michael Porter
Despina: Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister / Louise Alder
Don Alfonso: Johannes Martin Kränzle / Simon Bailey / Johannes Martin Kränzle / Simon Bailey / Simon Bailey / Simon Bailey / Simon Bailey

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Museumsorchester

grün = WA Saison 2008/09
lila = WA Saison 2009/10
orange = WA Saison 2011/12
blau = WA Saison 2013/14
braun = WA Saison 2017/18


Besprechung der 1. Wiederaufnahme auf kulturfreak.de


Così fan tutte

Oper Frankfurt (Saison 2017/18)
v.l.n.r. Fiordiligi (Juanita Lascarro), Guglielmo ( Daniel Schmutzhard) und Don Alfonso (Simon Bailey)
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in der Inszenierung von Christof Loy gehört seit der Saison 2007/08 unbestritten zu den Dauerbrennern im Repertoire der Oper Frankfurt, erfreut sich die Produktion doch stets des ungebrochenen Zuspruchs des Publikums. Aber nicht nur die Zuschauer zeigen sich angetan von Loys reduzierter Inszenierung, die das Innenleben ihrer Protagonisten in den Mittelpunkt stellt – auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung jubelte: „Ovationen für ein Frankfurter Mozart-Glück“. Nun wird die Produktion, für die Loy u.a. in der Autorenumfrage des Fachmagazins Opernwelt – neben Hans Neuenfels – zum „Regisseur des Jahres“ 2008 gekürt wurde, zum fünften Mal wiederaufgenommen.

Zu den neu besetzten Ensemblemitgliedern zählen Cecelia Hall (Dorabella) und Louise Alder (Despina). Der amerikanische Tenor Ben Bliss (Ferrando) gastiert erstmals an der Oper Frankfurt. Als Absolvent des Lindemann Program an der Metropolitan Opera ist er diesem Haus besonders verbunden. Nach seinen Auftritten in Frankfurt wird er in New York in einer Neuproduktion von Così fan tutte auftreten. Auch der schottische Dirigent Rory Macdonald gibt sein Hausdebüt in Frankfurt. Nachdem er am Young Artists Programme des Royal Opera House Covent Garden in London teilgenommen hatte, dirigierte er u.a. dort sowie an der English National Opera zahlreiche Aufführungen. Mit der Produktion bereits vertraut sind die Ensemblemitglieder Juanita Lascarro (Fiordiligi) und Daniel Schmutzhard (Guglielmo) sowie – nunmehr als Gast – Simon Bailey (Don Alfonso). Alle Alternativbesetzungen sind neu in der Inszenierung und stammen durchweg aus dem Ensemble: Karen Vuong (Fiordiligi), Nina Tarandek (Dorabella), Iurii Samoilov (Guglielmo), Michael Porter (Ferrando) und Nikolai Petersen (Musikalische Leitung).

Inhalt:
Così fan tutte – So machen’s alle, ist das nüchterne Fazit einer Wette, welche die Offiziere Guglielmo und Ferrando mit dem Philosophen Don Alfonso abschließen. Um den von diesem propagierten Wankelmut aller Frauen, dem die Freunde die unverbrüchliche Treue ihrer Bräute Fiordiligi und Dorabella entgegenhalten, auf die Probe zu stellen, fassen die Herren einen Plan: Als Türken verkleidet erscheinen die Offiziere – kurz zuvor noch tränenreich in einen fiktiven Krieg verabschiedet – bei den Geliebten und bieten alle Verführungskünste auf, um die Damen zu erobern. Nicht zuletzt durch den Einfluss der in Liebesdingen versierten Zofe Despina kann anfänglicher Widerstand der Umworbenen schließlich gebrochen werden. Bevor es jedoch zu einer Hochzeit der beiden „über Kreuz“ verbundenen Paare kommt, wird das Verwirrspiel aufgedeckt. Doch damit sind noch längst nicht alle Fragen geklärt...  [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung der Kammeroper Frankfurt:

Premiere: 22. Juli 06

Leitung: Ludwig, Pudenz, Vilagrasa, Malheiro, Berghoff, Rothermel, Keller, Krupa, Rest
Mitwirkende: Fischer, Rebholz, Kalnina, El Sigai, Kaiser, Sielicki, Garrido u. a.

Chor und Orchester der Kammeroper Frankfurt

Besprechung auf kulturfreak.de

Aufführungsort Orchestermuschel im Palmengarten

www.kammeroper-frankfurt.de

Curlew River
Parable for Church Performance

Von: Benjamin Britten (1913- 1976)
Text: William Plomer, nach dem Nö-Spiel Sumidagawa (um 1430) von Juro Mptomasa
Uraufführung: 12. Juni 1964 (Suffolk, Kirche Orford )

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 13. Februar 05 (Bockenheimer Depot)
Wiederaufnahme-Premiere:
9. Februar 07


Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Inszenierung und szenische Leitung der Wiederaufnahme: Axel Weidauer
Bühnenbild und Kostüme: Moritz Nitsche
Dramaturgie: Deborah Einspieler


Besetzung:
Die Verrückte:
John Mark Ainsley
Abt: Soon-Won Kang
Reisender: Robin Adams
Fährmann: Simon Bailey
Stimme des Jungen: Maverick Nawson
Mönche: Sascha Glintenkamp, Kai Florian Bischoff, Christian Dietz, Christopher Gärtner, Sebastian Kitzinger, Georg Poplutz
Erscheinung des Jungen: Christian Holper / David Schestag

Flöte: Eric Lamb
Horn: Milen Boubbov
Viola: Christoph Klein
Kontrabass: Wolfgang Güntner
Harfe: Jenny Ruppik
Schlagzeug: Simon Bernstein
Orgel: Michael Schneider

Vokal- und Instrumentalensemble der Hochschule für Musik- und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Zum Inhalt:
Ein Abt zieht mit seinen Mönchen in die Kirche ein und kündigt ein Mysterienspiel an. Drei Mönche stellen eine wahnsinnige Frau, einen Fährmann und einen Reisenden dar. Das Spiel beginnt am Fluss der Möwen: Der Fährmann will Pilger über den Fluss zu einem Heiligtum bringen. Die Wahnsinnige, auf der Suche nach ihrem entführten Sohn, bittet darum, mitgenommen zu werden. Der Fährmann erzählt, wie ein Jahr zuvor ein kranker Junge am anderen Ufer starb und dort begraben wurde. Die Mutter erkennt, dass es sich dabei um ihren Sohn handeln muss, und schließt sich den Pilgern an. Am Grab des Jungen erscheint dessen Geist und vertröstet sie auf ein Wiedersehen am Auferstehungstag. Das Kind segnet die Mutter und kehrt in sein Grab zurück. Die Wahnsinnige wird dadurch gesund. Das Spiel ist aus, der Abt erklärt die Offenbarung Gottes, durch dessen Gnade der Wahnsinn der Mutter geheilt wurde. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

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