kulturfreak

Oper, Stückeinfos: B

Der Bajazzo

Drama von:
Ruggero Leoncavallo
Uraufführung: 21. Mai 1892 (Mailand, Teatro dal Verme)

Barabas-Dialoge (Barabbas dialogeja)
Oratorium für fünf Solisten, Erzähler und sieben Instrumente (op. 84)

Von: Aulis Sallinen (* 1935; Auftragswerk für das Naantali Musikfestival)
Uraufführung: 11. Juni 2004 (Naantali, Naantali Music Festival)
Deutsche Erstaufführung: 14. Mai 11 (Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 29. Juni 11 (Bockenheimer Depot, Deutsche Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Sebastian Zierer
Regie: Ute M. Engelhardt
Bühnenbild und Kostüme: Julia Müer
Dramaturgie: Norbert Abels

Besetzung:

Barabbas:
Sungkon Kim
Die Frau: Sharon Carty *
Judas: Florian Plock
Das Mädchen: Sun Hyung Cho *
Der Jüngling: Simon Bode *
Einer der Zwölf: Luca Paredes-Montes

* Mitglied des Opernstudios

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Archaische Unmittelbarkeit ist ein Wesensmerkmal der Musik von Aulis Sallinen (*1935), dem Komponisten der Oper Kullervo, die 2010/11 als letzte Premiere im Großen Haus auf dem Spielplan der Oper Frankfurt steht. Auch in seinen Barabbas-Dialogen, Auftragswerk für das Naantali Musikfestival, gelingt dem finnischen Komponisten jene Mischung aus Klangfarbenreichtum und rhythmischer Eingängigkeit, die für sein Schaffen so charakteristisch ist. Gegliedert ist das aus den Jahren 2002/03 stammende Kammeroratorium in sieben einzelne „Dialoge“. Auf Grundlage biblischer Texte entfaltet Sallinen ein magisches Spiel von Fragen und Antworten, bei denen es um den Austausch von Ideen, unterschiedlichen Gefühlsregungen und Weltanschauungen geht. Thematisch kreist das Werk um die Begriffe Schuld und Verdammnis. Die Figur des Barabbas wird in ein schillerndes Licht getaucht: Mörder, Bandit, Freiheitskämpfer? Wer war dieser Mann, diese Randfigur der Passionsgeschichte, die doch so eng mit dem Leidensgeschehen Christi verknüpft ist? Erst die Freilassung von Barabbas durch Pontius Pilatus hat den Kreuzestod und damit – in letzter Konsequenz – das gesamte Heilswerk Jesu überhaupt möglich gemacht. Eine weitere Schattengestalt der Bibel taucht in diesem Stück auf: der Apostel Judas. Auch hier umkreisen Musik und gesungener Text die Frage nach der Identität der Person: War Judas lediglich habgieriger Verräter oder tragischer „Held“, der den prophezeiten Verrat Christi als ein quälendes, in den Selbstmord treibendes Seelenmartyrium auf sich nahm? Aulis Sallinen stellt in seinem Werk die Frage nach der Existenz Gottes.
Getragen von nur sieben Instrumenten – darunter auch ein Akkordeon – breitet der Komponist einen faszinierenden Klangkosmos aus, durch den sich der Gesang der Vokalisten wie ein zeitloses Gespräch über die Grundbedingungen menschlichen Daseins zieht. Klang, Wort und tönende Sinnhaftigkeit bilden dabei eine berückende Einheit.

Mit dieser Produktion präsentiert die Oper Frankfurt im Depot 2, der in der Saison 2009/10 eingerichteten Studiobühne im Bockenheimer Depot, ein junges Team aus den eigenen Reihen: Die Musikalische Leitung übernimmt Solokorrepetitor Sebastian Zierer, die Inszenierung besorgt Regieassistentin Ute M. Engelhardt. Aus dem Ensemble verkörpern Sungkon Kim die Titelpartie und Florian Plock den Judas. Komplettiert wird die Besetzung von Mitgliedern des Opernstudios, darunter Sharon Carty (Die Frau), Sun Hyung Cho (Das Mädchen) und Simon Bode (Der Jüngling). Aus dem Kinderchor der Oper Frankfurt übernimmt Luca Paredes-Montes die Sprecherrolle des Einen der Zwölf. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Der Barbier von Sevilla oder Die unnütze Vorsicht (Il barbiere di Siviglia ossia L´inutil precauzione)
Melodramma buffo in zwei Akten

Von: Gioachino Rossini
Text: Cesare Sterbini


Uraufführung: 20. Februar 1816 (Rom, Teatro Argentina)

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere: 19. September 15

Musikalische Leitung: Will Humburg
Regie: Joan Anton Rechi
Bühne: Alfons Flores
Kostüme: Sebastian Ellrich
Choreinstudierung:Ines Kaun

Besetzung:

Graf Almaviva: Minseok Kim, Juan Sancho (24.09.2015, 02.10.2015, 21.10.2015, 27.10.2015, 21.11.2015, 12.12.2015, 22.01.2016, 19.02.2016)
Figaro, Diener des Grafen: David Pichlmaier, Wolfgang Schwaiger (24.09.2015, 02.10.2015, 21.10.2015, 27.10.2015, 21.11.2015, 12.12.2015, 22.01.2016, 19.02.2016)
Rosina, dessen Mündel: Amira Elmadfa
Don Basilio, Musikmeister: Vadim Kravets, Thomas Mehnert
Fiorillo, Diener Almavivas: Michael Pegher, Hyosang Isaac Lee
Marzelline (Berta), Haushälterin: Katja Stuber, Jana Baumeister

www.staatstheater-darmstadt.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
(Übernahme vom Oldenburgischen Staatstheater)

Premiere: 26. Oktober 14

Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner
Inszenierung: Ronny Jakubaschk
Austattung: Matthias Koch
Licht: Alexander Dölling / Alexander Fleischer
Chor: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Lars Gebhardt

Besetzung:

Graf Almaviva:
Ziad Nehme / Michael Pegher / Youn-Seong Shim
Doktor Bartolo: Peter Felix Bauer
Rosina: Geneviève King
Don Basilio: Georg Lickleder
Figaro: Brett Carter
Berta: Alexandra Samouilidou
Fiorello: Stefan Keylwerth
Ambrogio: Till Toth
Un ufficiale: Ion Dimieru / Milen Stradalski

Herrenchor des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

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Der Barbier von Sevilla
Staatstheater Mainz
Rosina (Geneviève King)
© Martina Pipprich ~ www.martina-pipprich.de

Die Handlung von Gioachino Rossinis Oper nach Beaumarchais’ gleichnamiger Komödie aus dem 18. Jahrhundert liest sich wie ein Märchen. Mit ihren typenhaften Rollen wurzelt sie als italienische komische Oper jedoch in der Tradition der Commedia dell’arte.

Regisseur Ronny Jakubaschk betont in seiner Inszenierung die märchenhaften Elemente der Geschichte: der jugendliche Held, die gefangene Prinzessin, der böse Stiefvater. Die tradierten Typen der Commedia dell’arte begegnen uns hier ganz modern: Als Egomanen, die, angetrieben von ihrem Streben nach Macht und ihrer Gier nach Besitz, alle Grenzen überschreiten. Rossinis funkelnde und virtuose Partitur gibt den Sängerdarstellern viel Raum zu virtuoser Selbstdarstellung, ohne dass der musikalische Witz und rasende Irrsinn der Komödie zu kurz kommt. Ebenso wie die Handlung mit tradierten Theaterarchetypen spielt, greift Matthias Koch in Bühnen- und Kostümbild Traditionen auf und lässt eine fantastisch-märchenhafte Welt erstehen. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Betulia Liberata
Eine Gottessuche
Nach der Azione sacra von Wolfgang Amadeus Mozart

Text: Pietro Metastasio
Uraufführung: unbekannt (Komposition 1771)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 21. Juni 17 (Bockenheimer Depot)

Musikalische Leitung: Titus Engel
Regie: Jan Philipp Gloger
Bühnenbild: Franziska Bornkamm
Kostüme: Katharina Tasch
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Einstudierung Vocalensemble: Felice Venanzoni

Besetzung:

Ozia (Tenor):
Theo Lebow
Giuditta (Mezzo): Ezgi Kutlu
Amital (Sopran): Karen Vuong
Achior (Bass): Brandon Cedel
Cabri (Sopran): Sydney Mancasola

Vocalensemble
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

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Betulia Liberata
Oper Frankfurt (im Bockenheimer Depot)
v.l.n.r. drei Kinderstatisten der Oper Frankfurt,
Sopran (Karen Vuong) und Schauspieler (Marek Sarnowski)
sowie im Hintergrund Ensemble

© Barabara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) schrieb sein Oratorium Betulia liberata (Das befreite Bethulien) 1771 während einer Italienreise mit seinem Vater im Auftrag eines in Padua ansässigen Fürsten. Die Uraufführung ist mit keinem genauen Datum belegt, wird aber für 1772 angenommen. Der damals erst 15-jährige Mozart vertonte mit diesem Stoff ein seinerzeit unglaublich populäres Libretto Pietro Metastatsios, das bereits in zahlreichen Vertonungen vorlag. Stilistisch bleibt seine Komposition der italienischen Tradition des Spätbarock verbunden, gemischt mit Anklängen an die großen Messen der damaligen Zeit. Nach deren Vorbild wechseln sich auch in Betulia liberata Da-capo-Arien mit das Geschehen kommentierenden Chorszenen ab.

Die Inszenierung besorgt Jan Philipp Gloger, der ab der Spielzeit 2018/19 den Posten des Schauspieldirektors am Staatstheater Nürnberg bekleiden wird. Zu seinen aktuell auf den Spielplänen zu findenden Produktionen zählen u.a. Wagners Der fliegende Holländer bei den Bayreuther Festspielen, Rossinis Il barbiere di Siviglia am Aalto-Theater Essen, Gounods Faust am Opernhaus Zürich und Mozarts Così fan tutte am Royal Opera House Covent Garden London. Über seine Frankfurter Inszenierung von Mozarts Azione sacra äußert er sich vorab wie folgt: „Unser Musiktheater-Projekt präsentiert sämtliche Arien und Chöre aus Mozarts Oratorium Betulia liberata in Originalreihenfolge. Es folgt trotzdem nicht der ursprünglichen Handlung des Librettos um die eingeschlossenen Hebräer und ihre Befreiung durch Giudittas Mord an Holofernes. Vielmehr erscheint die Giuditta-Geschichte als eine Episode in einem Mosaik aus Szenen und Figuren, die durch den Schauplatz einer Kirche zusammengehalten werden, zu der wir das Bockenheimer Depot umgestalten. (…) So entsteht auf assoziative, ungezwungene Weise eine Annäherung an die Frage nach Aufgabe und Bedeutung der christlichen Kirchen und auch ihrer Kirchenbauten in der Geschichte und heute.“

Die musikalische Leitung liegt bei dem Schweizer Titus Engel, der als Spezialist sowohl für Alte als auch für Neue Musik gilt. 2013/14 debütierte er an der Oper Frankfurt mit Telemanns Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe im Bockenheimer Depot. Zu seinen aktuellen Projekten gehören u.a. die Uraufführungen von Elena Mendozas La ciudad de las mentiras am Teatro Real Madrid sowie Chaya Czernowins Infinite Now an der Opera Vlaanderen Antwerpen und am Nationaltheater Mannheim.
Die Sängerriege besteht mit Theo Lebow und seiner Alternativbesetzung Michael Porter (Tenor) sowie Karen Vuong (Sopran I), Brandon Cedel (Bass) und Sydney Mancasola (Sopran II) fast ausschließlich aus Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt. Zu den Gästen zählt die türkische Mezzosopranistin Ezgi Kutlu (Alt), die jüngst als Maddalena in Rigoletto und Fenena in Nabucco an der Staatsoper Stuttgart zu erleben war. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

La bianca notte (Die helle Nacht)
Kompositionsauftrag der Staatsoper Hamburg (unterstützt durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper)

Von: Beat Furrer
Uraufführung: 10. Mai 2015 (Hamburg, Staatsoper Hamburg)

Zur Inszenierung der Staatsoper Hamburg:

Premiere: 10. Mai 15

Inszenierung: Ramin Gray
Bühnenbild: Jeremy Herbert
Kostüme: Janina Brinkmann
Licht: Charles Balfour
Choreographie: Sasha Milavic Davies
Choreinstudierung: Eberhard Friedrich
Dramaturgie: Francis Hüsers, Kerstin Schüssler-Bach

Besetzung:

Sibilla:
Golda Schultz
Indovina: Tanja Ariane Baumgartner
Dino: Tómas Tómasson
Regolo: Derek Welton
Il Russo: Tigran Martirossian

Philharmoniker Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper

Zum Abschluss ihrer Hamburger Intendanz präsentiert Simone Young eine Uraufführung: Beat Furrers »la bianca notte / die helle nacht«. Sujet des Auftragswerkes ist der italienische Dichter Dino Campana und seine »Canti orfici«. Dino Campanas Dichtungen proklamieren zu Anfang des 20. Jahrhunderts die geistige Freiheit eines Künstlers, der sich in einem unruhigen Leben an die Welt verschwendete und für verrückt erklärt wurde.
»la bianca notte / die helle nacht« sei kein Künstlerdrama, sondern setze sich mit dem Verlust von Heimat und dem Verlust der kreativen Kraft des Ichs auseinander, sagt Beat Furrer. »Es geht also um ein exemplarisches, archetypisches Künstlerschicksal des 20. Jahrhunderts«. [© Staatsoper Hamburg]

www.staatsoper-hamburg.de

Billy Budd

Musik:
Benjamin Britten
Texte: E. M. Forster und Eric Crozier nach der gleichnamigen Novelle von Herman Melville
Uraufführung: 1. Dezember 1951 (Covent Garden, London,Titelpartie: Peter Pears)
Deutsche Erstaufführung: 2. März 1952 (Wiesbaden, Übersetzung von Alfred A. Unger)

Ort und Zeit: Auf dem Kriegsschiff "Indomitable", 1797

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
18. November 07
Wiederaufnahme: 9. Mai 10

Musikalische Leitung:
Paul Daniel
Regie: Richard Jones
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Katharina Thoma
Choreografische Mitarbeit: Lucy Burge
Bühnenbild und Kostüme: Antony McDonald
Licht: Mimi Jordan Sherin
Dramaturgie: Norbert Abels
Herrenchor: Alessandro Zuppardo / Michael Clark
Kinderchor: Apostolos Kallos / Michael Clark

Edward Fairfax Vere: John Mark Ainsley / John Daszak
Billy Budd: Peter Mattei  / Peter Mattei Christopher Maltman
John Claggart: Clive Bayley  / Clive Bayley
Mr. Redburn: Simon Bailey / Simon Bailey
Mr. Flint: Gregory Frank / Magnus Baldvinsson
Lieutenant Ratcliffe: Magnus Baldvinsson / Tim Mirfin
Red Whiskers: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
Donald: Nathaniel Webster / Sungkon Kim
Dansker: Carlos Krause / Carlos Krause
The Novice: Jussi Myllys / Julian Prégardien
Squeak: Michael McCown / Martin Mitterrutzner
Mr. Bosun: Florian Plock / Florian Plock
Maintop: Peter Marsh / Peter Marsh
1st Mate: Dietrich Volle / Dietrich Volle
2nd Mate: Garegion Hovsepian / Garegin Hovsepian
Novice's Friend: Nicolai Klawa / Nicolai Klawa
Arthur Jones: Pavel Smirnov / Pavel Smirnov

Herrenchor, Extra-Herrenchor, Kinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme 2010

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Inhalt:
Britten schrieb sein Werk ausschließlich für Männerstimmen, da sich die Handlung während des englisch-französischen Seekriegs 1797 an Bord des Kriegsschiffs „Indomitable“ abspielt: Rückblickend erinnert sich der alte Kapitäns Vere an den jungen, zwangsrekrutierten Matrosen Billy Budd. Dieser war bei der Mannschaft sehr beliebt, nur der Waffenmeister John Claggart verspürte eine tiefe Abneigung gegen ihn und beschuldigte Billy zu Unrecht der Meuterei. Daraufhin erschlug der stotternde Billy – unfähig, sich mit Worten zu verteidigen – seinen Ankläger. Von einem Kriegsgericht wurde er schließlich zum Tode verurteilt; der Kapitän, welcher seinerzeit als Zeuge aussagen musste, wird noch heute von Zweifeln ob der Richtigkeit seines Handelns geplagt.[© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

La Bohème
Oper in vier Akten

Von: Giacomo Puccini
Text: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica

Uraufführung: 1. Februar 1896 (Turin, Teatro Regio)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz (Saison 2016/17):

Premiere: 15. Oktober 16

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer
Inszenierung: Monique Wagemakers
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Joost van Wijmen
Dramaturgie: Anselm Dalferth
Chor: Sebastian Hernandez-Laverny

Mainzer Domchors und des Mädchenchors am Dom und St. Quintin: Kasrsten Storck

Besetzung:

Mimì: Vida Mikneviciute
Musetta: Dorin Rahardja / Alexandra Samouilidou
Rodolfo: Philippe Do
Marcello: Brett Carter
Schaunard: Peter Felix Bauer
Colline: Georg Lickleder
Benoît: Milen Stradalski
Aleindoro: Ks. Jürgen Rust
Parpignol: Patrick Hörner / Scott Ingham
Sergente: Seok-Gill Choi / Stefan Schiffter
Doganiere: Ion Dimieru / Hans-Helge Gerlik.

Chor und Extrachor des Staatstheater Mainz
Statisterie des Staatstheater Mainz
Mitglieder des Mainzer Domchors und des Mädchenchors am Dom und St. Quintin
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Besprechung auf kulturfreak.de


La Bohème
Staatstheater Mainz
Ensemble
© Andreas Etter

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Eine Produktion des Theaters Augsburg

Premiere: 10. Oktober 14

Musikalische Leitung: Zsolt Hamar
Inszenierung: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Jósef Halldórsson
Kostüme: Filíppia Elísdóttir
Chor: Albert Horne
Leitung Jugendchor: Dagmar Howe
Dramaturgie: Katharina John

Besetzung:

Mimì:
Sophia Christine Brommer / Elisa Cho
Rodolfo: Marco Jentzsch / Sébastien Guèze
Musetta: Heather Engebretson / Gloria Rehm
Marcello: Christopher Bolduc / Matias Tosi
Schaunard: Benjamin Russell
Colline: Young Doo Park
Benoît: Monte Jaffe
Parpignole: Patrick James Hurley
Alcindoro: Jos Hendrix

Chor, Extrachor & Jugendchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Besprechung auf kulturfreak.de

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La Bohème
Staatstheater Wiesbaden
Alcindoro (Jos Hendrix), Musetta (Heather Engebretson), Colline (Young Doo Park), Schaunard (Benjamin Russel),
Marcello (Christopher Russel), Mimi (Sophia Christine Brommer), Rodolfo (Marco Jentzsch)

Foto: Nik Schölzel

Unbefangen und ernsthaft, verspielt, kraftvoll und märchenhaft zugleich ist der bildmächtige Kosmos von Träumen, Illusionen und der harten Realität, den Thorleifur Örn Arnarsson mit seinem Bühnenbildner Jósef Halldórsson und der Kostümbildnerin Filíppia Elísdóttir für Puccinis Oper entworfen haben. In einer Neurealisierung der Produktion, die im Januar 2013 in Augsburg Premiere hatte, erarbeitet Arnarsson gemeinsam mit Generalmusikdirektor Zsolt Hamar eine eigene Variante, in der die Künstler der Bohème mit ihren Träumen in eine Märchenwelt von unwiderstehlichem nostalgischem Zauber eindringen, für Momente das Glück erleben, das aber vergänglich bleibt, wie alles im Leben.
Ihr Wiesbaden-Debüt geben Sophia Christine Brommer als Mimì und Marco Jentzsch als Rodolfo. Das junge Wiesbadener Ensemble, das schon in »Die Frau ohne Schatten«, »Die Hochzeit des Figaro« und »Die Dreigroschenoper« zu erleben war, teilt sich die anderen Rollen der überschwänglichen Bohèmiens. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz (Saison 2007/08):

Premiere:
14. Juni 08

Musikalische Leitung: Catherine Rückwardt
Inszenierung: Vera Nemirova
Bühne: Werner Hutterli
Kostüme: Marie-Luise Strandt

Besetzung:

Mimi:
Abbie Furmansky* / Kerrie Sheppard
Musetta: Tatjana Charalgina* / Ana Durlovski
Rodolfo, Dichter: Sergio Blazquez*
Marcello, Fotograf: Richard Morrison* / Patrick Pobeschin
Schaunard, Musiker: Dietrich Greve / Vadim Volkov*
Colline, Philosoph: Hans-Otto Weiß*
Benoit, Hausherr: Ion Grigorescu*
Alcindoro: Ks. Jürgen Rust*
Parpignol: Patrick Hörner* / Alexander Kröner
Sergeant: Seok-Chill Choi* / Milen Stradalski
Zöllner: Young-Kwan Cho / Hans-Helge Gerlik*
* Besetzung des Premierenabends

Chor des Staatstheaters Mainz (Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny)
Kinderchor (Einstudierung: Michael Millard - Organisation: Dieter Rößler)
Statisterie des Staatstheaters Mainz (Leitung: Dieter Rößler)

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

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La Bohéme
Staatstheater Mainz
Musetta (Tatjana Charalgina), Alcindoro (Ks. Jürgen Rust), Chor & Statisterie
Foto: Martina Pipprich

Am Weihnachtsabend lernt der Dichter Rodolfo Mimi kennen und lieben. Sie feiern gemeinsam mit Rodolfos Künstler-Freunden im Cafe Momus, wo der Maler Marcello auf seine ehemalige Geliebte Musetta trifft. Nach einigen Monaten möchte Rodolfo Mimi verlassen. Mimi gelingt es allerdings, die Beziehung noch für einige Zeit aufrecht zu erhalten, bis sich das Paar schließlich doch trennt. Als Musetta später die todkranke Mimi zu Rodolfo zurückbringt, erkennt er, wie sehr er sie liebt. Aber nun ist es zu spät... Der französische Autor Henri Murger beschrieb Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinen „Scenes de la vie de boheme" die Lebensverhältnisse der Künstlerwelt und entwarf dabei das Bild einer genussfreudigen wie entbehrungsreichen und von bürgerlichen Zwängen freien Lebensart. Puccini war von dem Stoff fasziniert und begann 1893 mit der Komposition seiner Oper „La Boheme", die mit ihrer eindringlichen Musik berührende Momente schafft.

Vera Nemirova, 1973 in Sofia als Tochter einer Sopranistin und eines Opernregisseurs geboren, lebt seit 1982 in Deutschland. Sie absolvierte an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler" den Studiengang Musiktheater-Regie, assistierte bei Ruth Berghaus und wurde Meisterschülerin von Peter Konwitschny. Eigene Inszenierungen führten sie u. a. an die Theater in Bonn, Freiburg, Magdeburg, Oldenburg, Luzern und Graz, an die Hamburgische Staatsoper, die Wiener Volksoper, die Deutschen Oper Berlin, die Semperoper Dresden und an die Lettische Nationaloper in Riga. Im März 2006 erhielt sie den Förderpreis „Darstellende Kunst" der Berliner Akademie der Künste. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
17. Januar 98
Wiederaufnahme Saison 2014/2015: 5. September 14 (100. Vorstellung)
Wiederaufnahme Saison 2016/17: 2. Dezember 16


Musikalische Leitung: Klauspeter Seibel / Karsten Januschke / Sebastian Zierer / Eun Sun Kim / Dirk Kaftan / Sebastian Ziere
Inszenierung: Alfred Kirchner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes / Alan Barnes
Bühnenbild und Kostüme: Andreas Reinhardt
Dramaturgie: Vera Sturm
Licht: Olaf Winter
Chor: Michael Clark /  Tilman Michael
Kinderchor: Michael Clark / Markus Ehmann

Besetzung:

Rodolfo: Ilya Levinsky / Mario Chang / Francesco Demuro / Liparit Avetisyan / Piero Pretti / Dimitri Pittas / Mario Chang
Schaunard: Franz Mayer / Sebastian Geyer / Björn Bürger / Björn Bürger / Ludwig Mittelhammer
Marcello: Detlev Roth / Iurii Samoilov / Daniel Schmutzhard / Jonathan Beyer / Iurii Samoilov
Colline: Daniel Borowski / Andreas Bauer / Vuyani Mlinde / Kihwan Sim / Kihwan Sim / Daniel Miroslaw
Mimì: Gunnel Bohman / Karen Vuong / Simona Mihai / Olesya Golovneva
Musetta: Barbara Zechmeister / Sofia Fomina / Juanita Lascarro / Louise Alder / Alison King / Sydney Mancasola
Benoît: George Paucker / Franz Mayer / Franz Mayer
Alcindoro: Elmar Oberhomburg
/
Parpignol: Johannes Lehner
/
Sergente: Thomas Charrois
/
Doganiere: Lars Rößler
/
Puppenspieler:
Thomas Korte
/

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2014/2015
lila = Wiederaufnahme Saison 2016/17

Besprechung der Wiederaufnahme in der Saison 2016/2017 auf kulturfreak.de

Besprechung der Wiederaufnahme in der Saison 2014/2015 auf kulturfreak.de


La Bohème
Oper Frankfurt ~ Saison 2016/2017
Mimi (Simona Mihai) und Rudolfo (Liparit Avetisyan) sowie im Hintergrund das Ensemble
© Wolfgang Runkel ~  www.wolfgang-runkel.de

La Bohème von Giacomo Puccini (1858-1924) zählt neben Werken wie Mozarts Die Zauberflöte und Bizets Carmen zu den Klassikern der Opernliteratur. Die aktuelle Frankfurter Produktion dieses Dauerbrenners in der Regie von Alfred Kirchner feierte am 17. Januar 1998 Premiere im Opernhaus. Die Inszenierung wird nun zum 11. Mal wiederaufgenommen, wobei es sich bei der ersten Vorstellung der Serie am 2. Dezember 2016 um die 114. Aufführung handelt.

Die aktuelle Wiederaufnahme der Inszenierung aus der Spielzeit 1997/98 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Als Mimì gibt die junge rumänische Sopranistin Simona Mihai ihr Haus- und Rollendebüt. Am Royal Opera House Covent Garden in London war sie jüngst u.a. als Musetta in Puccinis Meisterwerk zu erleben. An ihrer Seite gibt der armenische Tenor Liparit Avetisyan sein Hausdebüt als Rodolfo. Das Ensemblemitglied des Armenian National Academic Opera and Ballet Theatre zählt Auftritte als Alfredo in Verdis La Traviata am Londoner Covent Garden zu seinen aktuellen Gastengagements.
Der Amerikaner Jonathan Beyer (Marcello) kehrt nach Ravels L’Heure espagnole (2010/11) und Verdis Die sizilianische Vesper (2012/13) nach Frankfurt zurück. Alison King (Musetta) ist Absolventin des Yale Opera Studio und seit 2016/17 Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt.
Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht erstmals Dirk Kaftan, der ab 2017 den Posten des Generalmusikdirektors der Stadt Bonn bekleiden wird und seit 2013 als Chefdirigent der Oper Graz und des Grazer Philharmonischen Orchesters fungiert. Alle weiteren erstbesetzten Sängerinnen und Sänger der Serie sind mit der Produktion bereits vertraut. Neue Namen tauchen erst wieder in den Alternativbesetzungen auf, angeführt von Olesya Golovneva (Mimì) und Piero Pretti (Rodolfo) als Gäste und u.a. „Neuzugang“ Sydney Mancasola (Musetta) aus dem Ensemble.

Zum Inhalt: Der Poet Rodolfo lebt in ärmlichen Verhältnissen zusammen mit seinen Künstlerfreunden Schaunard, Marcello und Colline in einer Mansarde über den Dächern von Paris. Alle vier schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Als sich Rodolfo in die Stickerin Mimì verliebt, ahnt er noch nicht, dass diese todkrank ist. Zudem ist ihre Beziehung durch Rodolfos Eifersucht ständig in Gefahr. Marcello geht es mit seiner Freundin Musetta ähnlich: Trennung und Versöhnung folgen stets dicht aufeinander. Nach einem letzten Streit schleppt sich Mimì, die fühlt, dass ihr Ende kurz bevor steht, in die Mansarde. Rodolfos Reue kommt zu spät, die junge Frau stirbt im Kreise der Gefährten.  [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Boris Godunow
Musikalisches Volksdrama in vier Akten und einem Prolog

Musik:
Modest Mussorgski
Text: Modest Mussorgski nach Alexander S. Puschkin und Nikolai M. Karamsin

Uraufführungen:
- Fassung von 1874): 27. Januar 1874 (St. Petersburg, Marinskij-Theater)
- 1. Bearbeitung von Rimskij-Korsakow: 28. November 1896 (St. Petersburg, Konservatorium)
- 2. Bearbeitung von Rimskij-Korsakow: 19. Mai  1908 (Paris, Grand Opera)
- Fassung von 1896: 5. März 1929 (Moskau, Staatliches Operntheater K.S. Stanislawski)
- Fassung von Dimitri Schostakowitsch: 4. November 1959 (Leningrad, Kirow-Theater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
In Kooperation mit dem Staatstheater Darmstadt

Premiere: 25. März 16

Musikalische Leitung: Zsolt Hamar
Inszenierung: Christian Sedelmayer
Bühne: Christian Sedelmayer / Pascal Seibicke
Kostüme: Caroline von Voss
Licht: Klaus Krauspenhaar
Chor: Albert Horne, Thomas Eitler-de Lint
Dramaturgie: Berthold Schneider

Besetzung:

Boris Godunow:
Shavleg Armasi / Matti Salminen (Internationale Maifestspiele 2016)
Fjodor: Ulrika Strömstedt
Xenia: Stella An
Amme: Helena Köhne
Schuiski: Alexander Fedin
Schtschelkalow: Benjamin Russell
Pimen: Young Doo Park
Dimitrij: Richard Furman
Marina: Monika Bohinec
Rangoni: Thomas de Vries
Warlaam: Wolf Matthias Friedrich
Missail: Minseok Kim
Schenkwirtin: Celeste Haworth
Gottesnarr: Benedikt Nawrath
Nikititsch: Kyung Il Ko
Teufel, Bojar Chruschtschow: Andreas Wellano
Tschernikowski: Aldomir Mollov
Lawitzki: Vladimir Emelin
Mitjuch: Stanislav Kirov

Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Chor des Staatstheaters Darmstadt
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

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Boris Godunow
Staatstheater Darmstadt / Staatstheater Wiesbaden
Rangoni (Thomas de Vries), Teufel (Andreas Wellano), Dimitrij (Richard Furman)
© Karl-Bernd Karwasz

Modest Mussorgskis Oper verbindet die Spannung eines Shakespeareschen Königsdramas mit der realistischen Kraft einer russischen Volksoper. Am historischen Beispiel zeigt sich die Zeitlosigkeit von Machtkampf, politischem Mord und dessen Verschleierung. Boris Godunow, der sich den Weg auf den Zarenthron zu bahnen vermochte, muss nun selbst um Macht und Leben fürchten. In Gestalt eines Thronprätendenten, der das Volk auf seine Seite zieht, holen ihn eigene Missetaten ein. Im 1872 nachkomponierten »Polen-Akt« greift auch eine Frau – unter dem Vorwand einer Liebesgeschichte – ins Geschehen ein. Musikalisch präsentiert sich ein radikal neues Opern-Klangbild, das russische Volkslieder, Kirchengesänge und Kinder-lieder ebenso wie individuell dramatische Charakterisierungskunst einbindet.

In Kooperation der Staatstheater Darmstadt und Wiesbaden stehen die vereinten Chöre der Theater als russisches Volk auf der Bühne. Die Titelpartie übernimmt Shavleg Armasi. Als Galabesetzung der Internationalen Maifestspiele wird Matti Salminen noch einmal diese große, tragische Opernfigur interpretieren. Mit der Partie der Marina stellt sich Monika Bohinec (Wiener Staatsoper) erstmals in Wiesbaden vor. Am Pult steht Generalmusikdirektor Zsolt Hamar.  [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:
(Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden)

Premiere: 25. April 15

Musikalische Leitung: Will Humburg
Regie und Bühne: Christian Sedelmayer
Kostüme: Caroline von Voss
Choreografie: Jo Siska
Dramaturgie: Berthold Schneider
Chöre: Thomas Eitler-de Lint, Albert Horne

Mit: KS Katrin Gerstenberger, Elisabeth Hornung, Jana Baumeister/Katja Stuber, Ulrika Strömstedt, Vladimir Baykov, Mark Adler, Vadim Kravets, Jevgenij Taruntsov, Thomas Mehnert, Minseok Kim, Andreas Wagner, David Pichlmaier,  Oleksandr Prytolyuk, Stanislav Kirov

Bei diesem Kooperationsprojekt mit dem Staatstheater Wiesbaden vereinen sich erstmals die Chöre beider Häuser zu einem
Ensemble von über 80 Stimmen.

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Die Braut von Messina (Nevěsta messinská)
Tragische Oper in drei Akten

Von: Zdeněk Fibich
Libretto: Otakar Hostinský nach Friedrich Schiller

Uraufführung: 28. März 1884 (Prag, Nationaltheater)
Deutsche Erstaufführung: 14. März 2015 (Magdeburg, Oper Magdeburg)

Zur Inszenierung der Oper Magdeburg:

Musikalische Leitung: GMD Kimbo Ishii
Regie: Cornelia Crombholz    
Bühne: Marcel Keller
Kostüme: Marion Hauer    
Chor: Martin Wagner

Besetzung:

Donna Isabella:
Lucia Cervoni  
Don Manuel: Thomas Florio  
Don Cesar: Richard Samek  
Beatrice: Noa Danon  
Diego: Johannes Stermann  
Kajetan: Martin-Jan Nijhof  
Bohemund: Manfred Wulfert  
Page: Hale Soner   

Opernchor des Theaters Magdeburg
Es spielt die Magdeburgische Philharmonie

Die Braut von Messina  – Eine Entdeckung von außergewöhnlicher Faszinationskraft
Am 14. März kommt mit der Deutschen Erstaufführung der Oper »Die Braut von Messina« von Zdeněk Fibich eine der bedeutendsten Opern der tschechischen Romantik im Theater Magdeburg zur Aufführung.

Bildhaftigkeit und Suggestivkraft sind die hervorstechenden Merkmale der Musik von Zdeněk Fibich (1850 - 1900), der – in der Tradition eines Smetanas stehend – neben Dvořák zu den prägenden tschechischen Komponisten des 19. Jahrhunderts gehört. Musikalisch wie dramaturgisch von Wagners Musikdramen beeinflusst, schuf Fibich mit »Die Braut von Messina« ein durchkomponiertes Werk, das aufgrund seines deklamatorischen Stils als Höhepunkt der tragischen tschechischen Oper gilt. War die Uraufführung 1884 in Prag noch von kritischen Tönen begleitet – zu deutsch, zu wagnerisch, zu düster – fand diese frühe Literaturoper ab 1909 einen festen Platz im nationalen Musiktheaterrepertoire. Seiner dritten Oper legen Fibich und sein Librettist, der Ästhetiker und Musikwissenschaftler Otakar Hostinský, das gleichnamige »Trauerspiel mit Chören« von Schiller zugrunde, das vor dem Hintergrund eines tödlichen Bruder-zwists die Frage nach der Beziehung zwischen Politik und Moral und dem Verhältnis von persönlicher Freiheit und Gesellschaft aufgreift. Fibich war einer der ersten Komponisten überhaupt, der ein Schauspiel nahezu wörtlich vertonte. Dass er dabei einen deutschen Autor wählte, stellte in Anbetracht der sich zu jener Zeit formierenden Nationalkultur Tschechiens eine Besonderheit dar. Ein besonderer Coup gelang Fibich mit der Behandlung der Chöre, denen Schiller als antikes Element besonderes Gewicht verlieh. Bei Schiller eher kommentierend, werden sie in der Oper zu Akteuren, die die Handlung wirklich vorantreiben. Den konkurrierenden Söhnen Manuel und César an die Seite gestellt, greifen sie immer wieder ins Geschehen ein und machen das Gewaltpotential der aufgestauten Konflikte erfahrbar.

Inszeniert wird die Deutsche Erstaufführung von Cornelia Crombholz, die seit dieser Spielzeit Schauspieldirektorin am Theater Magdeburg ist und hier bereits 2011 mit ihrer Inszenierung von Leoš Janáčeks »Jenůfa« ein überzeugendes Debüt als Musiktheaterregisseurin gab. Mit dem Bühnenbildner Marcel Keller und der Kostümbildnerin Marion Hauer erzählt sie die schicksalshafte Familiengeschichte vor dem Hintergrund einer totalitär geprägten Gesellschaft und konfrontiert damit die humanistischen Ideale Schillers und die romantische Musik Fibichs mit den menschlichen Tragödien und historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts. »Fibich macht aus den Schwächen des Schauspiels ›Die Braut von Messina‹ – die große Bedeutung der Chöre, die pathetische Sprache, und die unrealistisch-fatale Familienkonstellation – die besonderen Stärken. Von den Chören gehen immer wieder dramatische Steigerungen aus. Dramatik ist immer Zuspitzung und Überhöhung. Zwei nette Brüder sind kein Thema, sondern die Frage, wie es geschehen kann, dass einer den anderen umbringt.« (Cornelia Crombholz)

Deutschlandradio Kultur wird die erste Aufführung der »Braut von Messina« außerhalb Tschechiens aufzeichnen und voraussichtlich eine Woche nach der Premiere, am 21. März, ausstrahlen, während das kürzlich mit einem Grammy ausgezeichnete Label cpo den Mitschnitt als CD veröffentlichen wird. Flankiert werden die insgesamt fünf Vorstellungen von einem Rahmenprogramm, zu dem neben einer Lesung von Schiller-Balladen und einem Expertengespräch auch ein Vortrag unter dem Titel »Smetana – Dvořák – Fibich« des ehemaligen Feuilletonredakteurs und Musikkritikers der Frankfurter Rundschau Hans-Klaus Jungheinrich gehört.

Inhalt:
Die verwitwete Fürstin Isabella von Messina möchte ihre beiden verfeindeten Söhne Manuel und César versöhnen und ein lang gehütetes Geheimnis lüften: Trotz einer Prophezeiung, ihre Tochter würde das Ende des Fürstengeschlechts verursachen, hatte sie die kleine Beatrice vor dem Tod gerettet und unerkannt in einem Kloster aufziehen lassen. Doch das Schicksal lässt sich nicht aufhalten: Beide Brüder verlieben sich in die schöne Unbekannte, ihr Hass flammt wieder auf und am Ende sind sie tot – und die überlebenden Frauen mit ihren Schuldgefühlen allein. [© Oper Magdeburg]

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Brokeback Mountain

Von:
Charles Wuorinen
Libretto: Annie Proulx
Uraufführung: 28. Januar 2014 (Madrid, Teatro Real)
Deutsche Erstaufführung: 7. Dezember 2014 (Aachen, Theater Aachen)

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
7. Dezember 14 (Deutsche Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Kazem Abdullah
Inszenierung: Ludger Engels
Bühne: Christin Vahl
Kostüme: Moritz Junge
Choreinstudierung: Andreas Klippert
Dramaturgie: Ulla Theißen

Besetzung:
 
Jack: Mark Omvlee
Ennis de Mar: Christian Tschelebiew
Alma Beers (Ennis Frau): Katharina Hagopian
Laureen (Jacks Frau): Sanja Radisic
Mrs. Twist, Jacks Mutter/Bedienung: Ceri Williams
John Twist, Jacks Vater: Hans Schaapkens
Mrs. Beers, Almas Mutter: Antonella Schiazza
Auguirre: Pawel Lawreszuk
Hogboy: Vasilis Tsanaktsidis
Eine Verkäuferin: Margarita Dymshits
Bill Jones/2 Töchter von Ennis und Alma/Junge/Cowboy/Gogogirl: Statisterie Theater Aachen

Sinfonieorchester Aachen
Opernchor Theater Aachen

Folgenschwere Begegnung am Brokeback Mountain: Die beiden Cowboys Jack und Ennis verbindet zunächst nur die gemeinsame Arbeit, doch bald sind sie mit Gefühlen konfrontiert, die nicht nur ihr männliches Selbstbild in Frage stellen. Vor allem Ennis, der jüngere der beiden, kämpft heftig mit seinen Emotionen und schließlich auch mit Jack.

Doch der Konflikt zwischen der Sehnsucht nach einem gemeinsamen Leben und der Angst vor einer gewalttätig-homophoben Gesellschaft scheint unlösbar. Was bleibt, ist das kurze Glück gelegentlicher Angelausfluge, doch mit jedem Jahr wächst die Unzufriedenheit mit diesem Doppelleben – bis Jack auf rätselhafte Weise ums Leben kommt.

Mit »Brokeback Mountain« eröffnet der amerikanische Komponist Charles Wuorinen einen ganz eigenen Blick auf die Erzählung von Annie Proulx, die durch die gleichnamige Filmadaption weltweit bekannt wurde.
Nach der viel beachteten Weltpremiere in Madrid ist die Oper nun in Aachen als deutsche Erstaufführung zu erleben .[© Theater Aachen]

www.theateraachen.de

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