kulturfreak

Oper Stückeinfo: P

Palestrina
Musikalische Legende in drei Akten

Von: Hans Pfitzner

Uraufführung: 12. Juli 1917 (München, Prinzregententheater)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
7. Juni 09
Wiederaufnahme: 20. Juni 10

Musikalische Leitung: Kirill Petrenko / Kirill Petrenko
Regie: Harry Kupfer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Bühnenbild: Hans Schavernoch
Kostüme: Yan Tax
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Joachim Klein
Video: Peer Engelbracht
Chor: Matthias Köhler

Papst Pius IV.: Alfred Reiter / Alfred Reiter
Giovanni Morone, Kardinallegat: Johannes Martin Kränzle / Johannes Martin Kränzle
Bernardo Novagerio, Kardinallegat: Frank van Aken / Frank van Aken
Kardinal Christoph Madruscht: Alfred Reiter / Alfred Reiter
Carlo Borromeo, Kardinal: Falk Struckmann / Wolfgang Koch
Der Kardinal von Lothringen: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson
Abdisu, der Patriarch von Assyrien: Peter Bronder / Peter Marsh
Anton Brus von Müglitz, Erzbischof von Prag: Franz Mayer / Franz Mayer
Graf Luna, Orator des Königs von Spanien: Michael Nagy / Michael Nagy
Der Bischof von Budoja: Peter Marsh / Richard Cox
Theophilus, Bischof von Imola: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
Avosmediano, Bischof von Cadix: Dietrich Volle / Dietrich Volle
Giovanni Pierluigi da Palestrina: Kurt Streit / Peter Bronder
Ighino, sein Sohn: Britta Stallmeister / Britta Stallmeister
Silla, sein Schüler: Claudia Mahnke / Claudia Mahnke
Bischof Ercole Severolus, Zeremonienmeister: Simon Bailey / Sungkon Kim
Die Erscheinung Lukrezias, Palestrinas verstorbene Frau: Katharina Magiera / Katharina Magiera
Engelsstimmen: Brenda Rae, Nina Bernsteiner, Sophie Angebault

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Museumsorchester
grün = Wiederaufnahme Saison 2009/10

Besprechung auf kulturfreak.de

Palestrina15_OperFFM®BAum³ller
Palestrina
Oper Frankfurt
Palestrina (Kurt Streit, am Boden sitzend),
im Hintergrund Erscheinung Lukrezias (Katharina Magiera, in der Bildmitte stehend),
das Solistenensemble (Engelsstimmen, Ighino) und der Chor der Oper Frankfurt

Foto: Barbara Aumüller

Zum Inhalt:
Die Oper spielt zu einer Zeit kirchenpolitischer und -musikalischer Umwälzungen: Der Papst hat beschlossen, die mehrstimmige Musik aus den Kirchen zu verbannen und stattdessen zur Tradition der einstimmigen Gregorianischen Choräle zurückzukehren. Da tritt ein Kardinal an den berühmten Komponisten Giovanni Pierluigi Palestrina heran, damit er eine Messe verfasse, deren Schönheit den Papst noch umstimmen kann. Doch Palestrina fühlt sich alt und müde, von der Inspiration verlassen; kein Befehl kann ihn bewegen, gegen sein Gespür Musik zu komponieren, auch wenn ihm für diese Weigerung Folter droht. Erst nach einer Vision von längst verstorbenen Tonkünstlern schreibt er das Werk in einer einzigen Nacht. Die Aufführung wird ein großer Erfolg, Palestrina als „Retter der Musik“ gefeiert. Aber der äußerliche Ruhm bedeutet ihm nichts mehr. Allein geblieben, nimmt er Abschied von der Welt. [© Oper Frankfurt]

© Oehms Classics
Hans Pfitzner: Palestrina

Stallmeister, Mahnke, Bronder, Koch, Kränzle, van Aken u.a.
Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Kirill Petrenko
OehmsClassics 2012

In Zusammenarbeit mit OehmsClassics produziert die Oper Frankfurt eine Live-CD-Serie. Vor allem weniger bekannte Stücke werden hierfür mitgeschnitten. Alle CDs enthalten Booklets mit Szenenfotos und den kompletten Libretti. Die Tonträger sind während der Vorstellungen im Foyer, an der Vorverkaufskasse am Willy-Brandt-Platz sowie im Handel erhältlich.

www.oper-frankfurt.de

Das Paradies und die Peri
Lyrisches Drama

Von: Robert Schumann
Libretto: Emil Flechsig und Robert Schumann nach dem Epos ,Lalla Rookh’ von Thomas Moore
Uraufführung: 4. Dezember 1843 (Leipzig)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden

Premiere: 29. November 09

Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Inszenierung: David Mouchtar-Samorai
Choreografie: Andrea Heil
Bühne: Heinz Hauser
Kostüme: Urte Eicker
Choreinstudierung: Christof Hilmer
Dramaturgie: Bodo Busse/Serge Honegger

Eine Peri: Sharon Kempton
Der Engel / Jungfrau: Emma Pearson
Robert/Tenor Solo: Jonas Gudmundsson
Die Mutter/Alt und Mezzosopran Solo: Ute Döring
Der Vater/Bariton Solo: Brett Carter
Ein Jüngling: Christopher Busietta
Gazna/der Mann: Hye-Soo Sonn
Sopran: Betsy Horne
Mezzosopran: Merit Ostermann
Alt: Barbara Schramm
Bariton: Reinhold Schreyer-Morlock

Orchester, Chor, Statisterie, Extraballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Besprechung auf kulturfreak.de


Das Paradies und die Peri
Staatstheater Wiesbaden
rechts: Die Peri (stehend, Sharon Kempton) und Robert (liegend, Jonas Gudmundsson)
Foto: Martin Kaufhold

Das musikdramatische Schaffen von Robert Schumann steht in der Bekanntheit zu Unrecht hinter seinem rein instrumentalen Werk zurück. Stücke wie „Das Paradies und die Peri“, „Genoveva“, „Faust-Szenen“ oder „Manfred“ tauchen, wenn überhaupt, eher im Konzertsaal auf. Dabei beweisen viele briefliche Äußerungen und Opernpläne von der Bedeutung, die Robert Schumann der Opernkomposition auch für sein Selbstverständnis als Komponist beigemessen hat. Mit dem Lyrischen Drama „Das Paradies und die Peri“ hat er ein Hauptwerk der musikalischen Romantik geschaffen, das Sie nun in einer atmosphärisch dichten, den poetischen Geist Schumanns bildhaft umsetzenden Inszenierung von David Mouchtar-Samorai erleben können. Das Stück „Das Paradies und die Peri“ entstand 1841, zu einer Zeit als Schumann das ersehnte Fernziel in der Komposition der deutschen Oper formulierte.

Die große Besetzung für Solisten, Chor und Orchester diente Robert Schumann in der unruhigen Zeit vor den Revolutionsjahren 1848/49 dazu, die Utopie einer neuen, friedlicheren Gesellschaft zu entwerfen. Damit traf er einen Nerv des damaligen Publikums. Zahlreiche Aufführungen machten „Das Paradies und die Peri“ zu einem seiner größten Erfolge (über 50 Aufführungen zu Lebzeiten). Er selbst war ausgesprochen glücklich mit dem Werk und hat es verschiedentlich als seine beste Arbeit überhaupt bezeichnet. Charakteristisch für „Das Paradies und die Peri“ ist die lose Reihung von Szenen – eine Art klanglich kolorierter Bilderbogen. Die Peri, das Kind eines Engels und einer Sterblichen, ist auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, aus dem sie ausgeschlossen wurde. Erst durch eine Opfergabe kann die Peri zurück gelangen. So muss sie die Länder der Erde bereisen, um im menschlichen Leid zufinden, was ihr den Einlass ins Paradies ermöglicht. Doch wederdas Blut eines Kriegers, noch der letzte Atem einer Sterbenden sind „des Himmels liebste Gaben“. Erst die Reuetränen eines Verbrechers öffnen der Peri wieder die Tore zum Himmel.

Das Lyrische Drama basiert auf dem Orient-Epos ‚Lalla Rookh’ des englischen Dichters Thomas Moore. Mit seinem Werk war Robert Schumann schon als Kind vertraut. Der märchenhafte Orient, die Paradiesvorstellung des Islam, die exotischen Schauplätze auf der unendlichen Erdenfahrt der unglücklichen Peri beflügelten die kindliche Phantasie Schumanns. Auch als Erwachsener beschäftigte sich Schumann wieder mit diesem hochpoetischen Stoff aus der persischen Mythologie, bis er sich 1841 zur Komposition entschied. Ein liedhaft-lyrischer Ton durchzieht die einzelnen Episoden der bildhaft-farbenreichen Erzählung zwischen Naturidylle und Seelendrama. Das Werk gehört zum Innigsten, Empfindungsreichsten und Schönsten, was Schumann je komponiert hat. Besonders hervorzuheben sind die großen Chor- und Ensembleszenen. Die Bandbreite reicht von kurzen Turbae-Einwürfen über Szenen mit dramatischem Charakter bis hin zu oratorisch kommentierenden Stellen, die – wie in den Passionen von Johann Sebastian Bach – nur dürftig mit der eigentlichen Handlung verbunden sind. Die anspruchsvolle Chorpartie wird vielfältig differenziert in kleine und große, Männer- und Frauenchorbesetzung und Doppelchörigkeit mit dem Solistenensemble. Nebst den ausgedehnten Ensembleszenen treten mehrere Figuren auf, die Erzählerfunktionen ausüben und das Geschehen kommentieren. Noch in seinen letzten Lebensjahren und während seines Aufenthaltes in der Nervenklinik in Endenich beschäftigt sich Robert Schumann mit den literarischen und musikalischen Welten, die ihn sein Leben lang beschäftigten. 1855 treten die ersten Anzeichen seiner seelischen Zerrüttung auf. In der sich steigernden, tagelangen Beschäftigung mit Atlanten, aus denen er schließlich alphabetisch geordnete Exzerpte und Auszüge herstellt, manifestiert sich der Versuch, eine Ordnung der Welt herzustellen. Diese erträumte Welt, in der revolutionäres Getöse, Krankheit und Angst einem goldenen Zeitalter gewichen ist, stellt sich im exotisch angehauchten, fern der modernen Welt angesiedelten Schauplatz der Peri-Erzählung dar. Regisseur David Mouchtar-Samorai versucht in seiner Inszenierung mit feinem Gespür auch für die Zwischentöne der Musik die märchenhafte Glücksuche der Peri darzustellen – dabei bleibt aber auch die Figur Robert Schumanns und seine persönliche Beziehung zum „Peri“-Stoff im Fokus. Mit dieser Produktion leistet das Hessische Staatstheater Wiesbaden seinen Beitrag zum Robert-Schumann-Jahr 2010.[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de 

Paradise Reloaded (Lilith)
Oper in 12 Bildern

Von: Peter Eötvös
Text: Albert Ostermaier, eingerichtet von Mari Mezei und Peter Eötvös
Uraufführung: 25. Oktober 2013 (Wien, Halle E im Museumsquartier ~ Neue Oper Wien in Kooperation mit Wien Modern)
Deutsche Erstaufführung: 21. März 2015 (Chemnitz, Oper Chemnitz)

Zur Inszenierung der Oper Chemnitz:

Premiere: 21. März 15 (Deutsche Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Frank Beermann
Inszenierung: Helen Malkowsky
Bühne: Hermann Feuchter
Kostüme: Henrike Bromber

Besetzung:

Adam:
Mark van Arsdale
Eva: Marie-Pierre Roy
Lucifer: Holger Falk
Lilith: Frances Pappas
Orakel 1: Guibee Yang
Orakel 2: Cordelia Katharina Weil
Orakel 3: Maria Hilmes
Engel A: André Riemer
Engel B: Andreas Kindschuh
Engel C: Kouta Räsänen

Robert-Schumann-Philharmonie


Paradise Reloaded (Lilith)
Oper Chemnitz
© Dieter Wuschanski / Die TheaterChemnitz gGmbH

Die Handlung
2009 wurde die Oper „Love and Other Demons“ als eine der Aufsehen erregendsten Chemnitzer Produktionen auch überregional gefeiert. Nun bringt das Chemnitzer Opernhaus eine weitere deutsche Erstaufführung des ungarischen Komponisten Peter Eötvös heraus. „Paradise Reloaded (Lilith)“ greift mit einer faustischen Anordnung auf den Beginn der Menschheit zurück: Der gefallene Engel Lucifer fordert Gott mit der Wette heraus, dass er Adam davon abbringen könne, mit Eva das Menschengeschlecht zu gründen, mithin den Menschen als Gottes Erfindung zum Misserfolg zu führen. Der Quasi-Satan führt dazu das erste Menschenpaar durch die Kriegsschauplätze der Jahrhunderte bis in eine Zeit, die auch für uns in der Zukunft liegt. Mit Lilith erhält Adam unerwartete Unterstützung: Als seine erste Frau hat sie sich den Aufenthalt im Paradies zwar frühzeitig verscherzt, weil sie empfindliche Forderungen nach Gleichberechtigung stellte. Doch nun erkennt sie die Gefahr für die Menschheit und setzt alles daran, ihren Mann zurückzugewinnen.

Die Entstehung der Oper
Peter Eötvös befasst sich in „Paradise Reloaded (Lilith)“ einmal mehr mit einem der großen Themen unserer Kultur: Das Stück ist nichts weniger als ein „Welttheater“, das einen Bogen vom Anbeginn der Menschheit im biblischen Kontext bis in die Zukunft spannt und dabei Fragen von zeitloser Bedeutung und immenser Tragweite berührt. Es basiert auf der „Tragödie des Menschen“ (1861) des Ungarn Imre Madách, die in ihrer literarischen Bedeutung als gleichwertig mit Goethes „Faust“ betrachtet wird. Hatte Eötvös mit Martin Ostermaier in der „Tragödie des Teufels“ (Uraufführung München 2010) bei ähnlichem Themenkreis noch eine anderen Schwerpunkt gesetzt, rückt er in seinem Nachfolgewerk Lilith in den Fokus – nach dem mittelalterlichen „Alphabet des Ben Sira“ die erste Frau Adams, die, von der Bibel wohlweislich verschwiegen, von Gott auf die gleiche Art ins Leben gerufen worden war wie auch Adam: Aus „Erde vom Acker“, versehen mit dem göttlichen „Odem des Lebens“. Im Unterschied zur „rippengeborenen“ Eva, Inbegriff des dem Manne untergeordneten Weibes, steht Lilith daher heute für Unabhängigkeit und Gleichberechtigung der Frau.

Am Schluss der Oper sind sowohl Eva als auch Lilith schwanger von Adam. Eötvös sagte dazu in einem Interview anlässlich der Wiener Uraufführung 2013: „Dadurch entsteht natürlich die Frage, wenn Kinder von Lilith und Kinder von Eva in derselben Periode geboren und die Generationen weitergeführt worden sind, von welcher Urmutter wir heute abstammen. Von Lilith oder von Eva? Ich glaube, von beiden!“

Eötvös verlieh dem Libretto mit seiner Frau Mari Mezei den letzten Schliff und schrieb eine komplett neue Musik, die „Paradise Reloaded (Lilith)“ einen gänzlich eigenständigen Platz in seinem Œuvre zuweist. Sie zeichnet sich durch eine große Suggestivkraft aus, die den (deutschen) Text blendend transportiert, dabei kontrastreich mit unterschiedlichen Klangwelten jongliert und durch eine hohe Spannung den Zuhörer in ihren Bann zieht.

Der Komponist Peter Eötvös
Soeben 71 Jahre alt geworden und in Transsylvanien geboren, ist Peter Eötvös als Komponist, Dirigent und Professor einer der gefragtesten Interpreten und Kenner der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Er erhielt sein Kompositionsdiplom an der Budapester Musikakademie und sein Dirigentendiplom an der Musikhochschule Köln. Seine Kompositionen werden weltweit von renommierten Klangkörpern und Opernhäusern aufgeführt. Seinen großen Opernerfolg mit „Drei Schwestern“ konnte er mit „Le Balcon“, „Angels in America“, „Love and Other Demons“, „Lady Sarashina“ und mit „Der goldene Drache“ fortsetzen.
Zwischen 1968 und 1976 war er Mitglied des Stockhausen Ensembles. Von 1971 bis 1979 arbeitete er im Elektronischen Studio des Westdeutschen Rundfunks in Köln. 1978 wurde er zum Musikdirektor des Ensemble Intercontemporain ernannt und wurde seitdem von großen internationalen Orchestern eingeladen. 1991 gründete Eötvös das Internationale Eötvös Institut für junge Dirigenten und Komponisten in Budapest. Er war als Professor an den Musikhochschulen in Karlsruhe und in Köln tätig und leitet regelmäßig Meisterkurse und Seminare auf der ganzen Welt.

Das Inszenierungsteam
Frank Beermann (Musikalische Leitung)

begann seine Laufbahn am Staatstheater Darmstadt und am Theater Freiburg sowie an der Hamburgischen Staatsoper. Gastdirigate führten ihn u. a. an die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper Berlin, an die Bayerische Staatsoper München, an das Teatro Liceu Barcelona, an die Königliche Oper Stockholm, die Finnische Nationaloper Helsinki und die Semperoper Dresden. Er arbeitete mit Orchestern wie den Bamberger Symphonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orquesta Filarmónica de Gran Canaria sowie diversen Orchestern der ARD. Seit 2007 ist Frank Beermann Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz und Chefdirigent der Robert-Schumann-Philharmonie, mit der er neben Aufsehen erregenden Opernproduktionen zahlreiche preisgekrönte CD-Einspielungen vorgelegt hat.

Helen Malkowsky (Inszenierung)
Die gebürtige Dresdnerin war nach ih
rem Studium als Regieassistentin in Radebeul, Saarbrücken, Basel und bei den Bayreuther Festspielen tätig, wo sie u. a. Herbert Wernicke und Claus Guth assistierte. Von 2004 bis 2008 war sie Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und von 2010 bis 2013 Operndirektorin am Theater Bielefeld, jeweils mit zahlreichen eigenen Inszenierungen. Mit ihrer Regiehandschrift stellte sie Musiktheater immer wieder als emotional wie rational intensive Auseinandersetzung mit unserer Zeit in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Darüber hinaus arbeitete sie als Gastregisseurin, z. B. für die Inszenierungen „Parsifal“ am Staatstheater Kassel sowie „Mazeppa“ und „Stiffelio“ am Theater Krefeld-Mönchengladbach. In Chemnitz inszenierte sie 2013/2014 Verdis „Don Carlos“ und in der laufenden Spielzeit Korngolds „Die tote Stadt“.

Hermann Feuchter (Bühnenbild)
studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum in Salzburg. Nach Assistenzen an verschiedenen Theatern ist er seit 1983 als freischaffender Bühnenbildner tätig. Mit Nicolaus Brieger arbeitete er wiederholt zusammen an den Opernhäusern in Stuttgart, Berlin (Staatsoper Unter den Linden), München und Frankfurt. Weitere Regisseure, mit denen Hermann Feuchter regelmäßig zusammenarbeitet, sind Veit Volkert, Barbara Mundel, Elisabeth Stöppler, Anselm Weber, Karoline Gruber, Andreas Baesler und Helen Malkowsky. Seine Gastengagements führen ihn regelmäßig an die großen Opernhäuser im deutschen Sprachraum, zu den Salzburger und Bregenzer Festspielen sowie nach Japan. Neben seiner Arbeit für die Bühne ist Hermann Feuchter als Maler und Rauminstallateur tätig.

Henrike Bromber (Kostüme)
Die gebürtige Frankfurterin war zunächst als Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen Frankfurt, anschließend als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig, bevor sie in Hamburg das Studium zur Gewandmeisterin absolvierte. Von 1994 bis 1998 war sie Kostümdirektorin und Ausstatterin am Theater Vorpommern. Seitdem arbeitet sie freischaffend und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für Opernhäuser im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu „Alice in Wonderland“ (Theater Bielefeld), „Die lustige Witwe“ (Staatstheater Cottbus) und „Giulio Cesare in Egitto“ an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift OPERNWELT sie jeweils zur Kostümbildnerin des Jahres.

In den Hauptpartien

Frances Pappas (Lilith)

ist Kanadierin griechischer Herkunft und erhielt nach ihrem Studium in Toronto vom Arts Council of Ontario ein Musikstipendium für die Wiener Musikhochschule. Neben ihren Erfolgen im klassischen Opern- und Konzertrepertoire widmet sie sich der zeitgenössischen Musik sowie der griechischen Volksmusik. Ihre Vielseitigkeit brachte sie u. a. mit Dave Brubeck, Yehudi Menuhin und dem Filmregisseur Percy Adlon zusammen. Sie gastierte u. a. bei den Wiener Festwochen, in der Wigmore Hall in London, in Toronto, Barcelona, beim Gewandhausorchester Leipzig und beim MDR-Chor. Der Bayerische Rundfunk hat zahlreiche Konzerte mit ihr gesendet. Am Staatstheater Nürnberg sang sie eine ganze Reihe großer Fachpartien, gastierte außerdem am Salzburger Landestheater und an der Staatsoper Stuttgart, am Theater St. Gallen. Frances Pappas ist Mitbegründerin des Internationalen Kammermusikfestivals Nürnberg und der STEG-Akademie. Die Bayerische Staatsregierung hat Frances Pappas als Kammersängerin ausgezeichnet.

Marie-Pierre Roy (Eva)
wurde in Dijon geboren und studierte am dortigen Konservatorium sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Während ihres Studiums nahm sie außerdem an zahlreichen Meisterkursen u. a. bei Dunja Vejzovic, Shirley Close, Malcolm Walker und Georg Nigl teil. Seit ihrem Abschluss an der Hochschule 2012 studiert sie an der Opernschule Stuttgart bei Bernhard Gärtner. Ihr solistisches Repertoire reicht vom frühen Barock bis in die Moderne und umfasst sämtliche Genres. In der Oper war sie bereits an der Opéra de Dijon, am Staatstheater Stuttgart und am Theater Pforzheim zu erleben. Oratorische Werke erarbeitete sie u. a. mit dem Solistenensemble Stimmkunst unter Kay Johannsen, dem Württembergischen Kammerchor unter Dieter Kurz und dem Ensemble Les traversées Baroque. 2015 ist sie in „Into The Little Hill“ von George Benjamin am Stuttgarter Kammertheater zu erleben. Im Februar 2014 erschien ihre erste CD mit Kantaten von G. A. Homilius unter Leitung von Rainer Johannes Homburg.

Mark van Arsdale (Adam)
Der junge amerikanische Tenor absolvierte sein Gesangsstudium an der Northwestern und der Indiana University und besuchte Meisterkurse bei Giovanna Canetti und Ubaldo Fabbri in Mailand. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er am Indiana University Opera Theater und an der Central City Opera in Colorado. 2009 sang er den Don Ottavio beim Tanglewood Festival unter James Levine, 2010 bis 2012 war er Mitglied des Opernstudios der Oper Straßburg. Zudem sang er 2012 am Landestheater Salzburg. In der Spielzeit 2013/2014 war der junge Tenor u. a. als Saladin in „Ali Baba“ an der Opéra Comique in Paris zu erleben. Als Konzertsänger arbeitete Mark van Arsdale mit dem Cheyenne Symphony Orchestra, Lafayette Bach Chorale und dem Indiana Symphony Orchestra.

Holger Falk (Lucifer)
begann sein Sängerleben bei den Regensburger Domspatzen und studierte daraufhin in Würzburg und Mailand bei Sigune von Osten, Franco Corelli und Neil Semer. Engagements führen ihn u. a. an das Theatre de Champs Elysées Paris, das Teatro Real Madrid, das Theatre de la Monnaie Brüssel, die Bayerische Staatsoper München, das Theater an der Wien, die Nationaloper Warschau, das Boston Early Music Festival und die Oper Frankfurt neben zahlreichen anderen deutschen Opernhäusern. Er arbeitet zusammen mit herausragenden Dirigenten wie Christopher Hogwood, Franck Ollu, Alejo Perez und Stephen Stubbs. Neben dem barocken und klassischen Repertoire liegt sein Schwerpunkt auf dem zeitgenössischen Musiktheater. In den letzten Jahren sang er Rihms große Hauptpartien sowie Uraufführungen von Benoit Mernier, Miroslav Srnka, Steffen Schleiermacher, Jan Müller-Wieland, Hans Gefors und Vladimir Tarnopolski. Er musiziert mit Ensembles für zeitgenössische Musik wie Ensemble Modern, Ensemble Kontraste, Ensemble Avantgarde und Musikfabrik NRW sowie den Ensembles für Barockmusik wie Elyma Genéve, Elbipolis Hamburg oder Concerto Köln. [© Die Theater Chemnitz]

www.theater-chemnitz.de

Parsifal

Bühnenweihfestspiel in drei Akten
von:
Richard Wagner

Uraufführung: 26. Juli 1882 (Bayreuth, Bühnenfestspielhaus)

Zur Inszenierung der Bayreuther Festspiele:

Premiere:
25. Juli 16

Musikalische Leitung: Hartmut Haenchen
Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg
Bühne: Gisbert Jäkel
Kostüm: Jessica Karge

Besetzung:

Amfortas: Ryan McKinny
Titurel: Karl-Heinz Lehner
Gurnemanz:
Georg Zeppenfeld
Parsifal: Klaus Florian Vogt
Klingsor: Gerd Grochowski
Kundry: Elena Pankratova
1. Gralsritter:
Tansel Akzeybek
2. Gralsritter: Timo Riihonen
1. Knappe: Alexandra Steiner
2. Knappe: Mareike Morr
3. Knappe: Charles Kim
4. Knappe: Stefan Heibach
Klingsors Zaubermädchen:
Netta Or, Katharina Persicke, Mareike Morr, Alexandra Steiner, Bele Kumberger, Ingeborg Gillebo
Eine Altstimme: Wiebke Lehmkuhl

www.bayreuther-festspiele.de

Zur Inszenierung der Berliner Staatsoper im Schillertheater:

Premiere: 28. März 15

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Dmitri Tcherniakov
Chöre: Martin Wright
Dramaturgie: Jens Schroth

Besetzung:

Amfortas:
Wolfgang Koch
Gurnemanz: René Pape
Parsifal: Andreas Schager
Klingsor: Tómas Tómasson
Kundry: Anja Kampe
Titurel: Matthias Hölle
Knappen: Sónia Grané, Annika Schlicht, Stephen Chambers, Jonathan Winell
Gralsritter: Grigory Shkarupa
Blumenmädchen: Julia Novikova, Adriane Queiroz, Sónia Grané, Narine Yeghiyan, Annika Schlicht

Staatskapelle Berlin
Staatsopernchor

www.staatsoper-berlin.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt

Premiere: 23. April 06
Wiederaufnahme Saison 2014/2015: 15. März 15 (17.00 Uhr)
Wiederaufnahme Saison 2009/2010: 7. März 10

Musikalische Leitung: Paolo Carignani / Sebastian Weigle / Bertrand de Billy
Regie: Christof Nel
Szenische Analyse: Martina Jochem
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov / Orest Tichonov
Bühnenbild: Jens Kilian
Kostüme:
Ilse Welter
Dramaturgie:
Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor:
Alessandro Zuppardo / Matthias Köhler / Tilman Michael
Kinderchor:
Apostolos Kallos / Michael Clark / Markus Ehmann

Besetzung:
Amfortas:
Alexander Marco-Buhrmester / Jochen Schmeckenbecher / Johannes Martin Kränzle / Brian Mulligan (ab 21. März 15)
Parsifal: Stuart Skelton / Frank van Aken / Frank van Aken
Gurnemanz: Jan Hendrik Rootering / Alfred Reiter / Franz-Josef Selig
Klingsor: Paul Gay / Simon Bailey / Simon Bailey
Titurel: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson / Magnús Baldvinsson
Kundry: Michaela Schuster, Julia Juon / Lilli Paasikivi / Claudia Mahnke
Gralsritter: Hans-Jürgen Lazar, Gérard Lavalle / Hans-Jürgen Lazar, Dietrich Volle / Hans-Jürgen Lazar, Iurii Samoilov
Knappen: Lisa Wedekind, Annette Stricker, Peter Marsh, Michael McCown / Britta Stallmeister, Paula Murrihy, Chad Graham, Michael McCown / Elizabeth Reiter, Jenny Carlstedt, Michael Porter *, Michael McCown
Blumenmädchen: Britta Stallmeister, Annette Stricker, Kirsten Grotius, Barbara Zechmeister, Lisa Wedekind, Yvonne Hettegger / Britta Stallmeister, Eun-Hye Shin *, Paula Murrihy, Sun Hyung Cho *, Sophie Angebault *,  Katharina Magiera / Louise Alder / Karen Vuong / Judita Nagyová / Elizabeth Reiter / Jenny Carlstedt / Maria Pantiukhova *
Stimme aus der Höhe: Bockyoung Kim / Katharina Magiera / Maria Pantiukhova

 (* Mitglieder des Opernstudios)
 
Chor, Kinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2009/2010
lila = Wiederaufnahme Saison 2014/2015


Besprechung der 2. Wiederaufnahme auf kulturfreak.de
Besprechung auf kulturfreak.de


Parsifal
Oper Frankfurt
Parsifal (Frank van Aken) und Blumenmädchen (Solistinnen und Choristinnen der Oper Frankfurt)
© Barbara Aumüller Wolfgang Runkel ~ www.wolfgang-runkel.de

Zum Inhalt: Amfortas, König der Gralsritterschaft, hat den Kreuzesspeer in unerlaubtem Kampf gebraucht und verloren. Seither siecht die Ritterschaft dahin. Nur ein „reiner Tor, aus Mitleid wissend“, vermag den Speer aus dem Besitz des Zauberers Klingsor zurückzugewinnen. Parsifal, der in den Liebesgarten Klingsors gerät, versteht unter dem Kuss der verführerischen Kundry das Leiden Amfortas’, besiegt durch Entsagung den Zauberer, bringt die Lanze und auch die zwischen Sinnengier und Erlösungssehnsucht vergehende Kundry nach langer Irrfahrt an einem Karfreitag zur Gralsburg zurück.  [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Die Passagierin (ПАССАЖИРКА)
Oper in zwei Akten, acht Bildern und einem Epilog, den Opfern von Auschwitz gewidmet.

Von: Mieczysław Weinberg
Originalsprache: russisch
Übersetzer: Ulrike Patow (dt.), David Pountney (engl.)

Entstanden: 1968
Konzertante Uraufführung: 25. Dezember 2006 (Moskau)
Szenische Uraufführung: 19. Juli 2010 (Bregenz, Bregenzer Festspiele)
Deutsche Erstaufführung: 18. Mai 2013 (Karlsruhe, Baadisches Staatstheater Karlsruhe)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
1. März 15 (Frankfurter Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Leo Hussain
Regie: Anselm Weber
Bühnenbild: Katja Haß
Kostüme: Bettina Walter
Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Norbert Abels
Video: Bibi Abel
Chor: Tilman Michael

Besetzung:

Lisa:
Tanja Ariane Baumgartner
Walter: Peter Marsh
Marta: Sara Jakubiak
Tadeusz: Brian Mulligan
Katja: Anna Ryberg
Krystina: Maria Pantiukhova
Vlasta: Jenny Carlstedt
Hannah: Judita Nagyová
Yvette: Nora Friedrichs
Bronka: Joanna Krasuska-Motulewicz
Alte: Barbara Zechmeister
Erster SS-Mann: Dietrich Volle
Zweiter SS-Mann: Magnus Baldvinsson
Dritter SS-Mann: Hans-Jürgen Lazar
Steward: Michael McCown
Passagier: Thomas Faulkner
Oberaufseherin: Margit Neubauer
Kapo: Friederike Schreiber

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Chor der Oper Frankfurt
Statisterie der Oper Frankfurt

Besprechung auf kulturfreak.de


Die Passagierin
Oper Frankfurt
im Vordergrund v.l.n.r. Lisa (Tanja Ariane Baumgartner) und Marta (Sara Jakubiak) sowie im Hintergrund das Ensemble
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Die Passagierin von Mieczysław Weinberg (1919-1996) gelangte, obwohl bereits 1968 vollendet, erst 2006 in Moskau zur konzertanten und 2010 bei den Bregenzer Festspielen zur szenischen Uraufführung. Das Libretto stammt von dem russischen Musikwissenschaftler Alexander Medwedjew, basierend auf dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Zofia Posmysz. Weinberg, den eine langjährige Freundschaft mit dem Komponisten Schostakowitsch verband, war jüdischer Herkunft und verarbeitete in seiner ersten Oper eigene traumatische Kriegserlebnisse.

Zum Inhalt:
Ein Schiff auf dem Weg nach Brasilien, Ende der 1950-er Jahre: Lisa und ihr Mann Walter sind auf dem Weg in eine neue Zukunft, als eine Begegnung Lisas Vergangenheit als KZ-Aufseherin in Auschwitz heraufbeschwört. Sie meint in einer mitreisenden Passagierin die ehemalige Gefangene Marta zu erkennen, von deren Tod sie überzeugt war und die ihr nun gegenüber zu stehen scheint. Walter, der nichts vom Vorleben seiner Frau wusste, ist entsetzt und sieht seinen Ruf als Botschafter in Gefahr. Die Vergangenheit bricht über Lisa herein und zwingt sie dazu, sich in Form von Rückblenden zu erinnern und sich dem Erlebten zu stellen. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Pelléas et Mélisande
Drame-lyrique in fünf Akten

Von: Claude Debussy
Libretto: Maurice Maeterlinck
Uraufführung:
30. April 1902 (Paris in der Opéra-Comique)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere: 4. November 12
Erste Wiederaufnahme (Saison 2016/17): 25. März 17

Musikalische Leitung: Friedemann Layer / Joana Mallwitz
Regie: Claus Guth
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Tobias Heyder
Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Norbert Abels
Chor: Michael Clark

Besetzung:

Arkel, König von Allemonde: Alfred Reiter / Alfred Reiter
Pelléas: Christian Gerhaher / Björn Bürger
Mélisande: Christiane Karg /  Gaëlle Arquez
Golaud, Arkels Enkel: Paul Gay / Brian Mulligan
Geneviève: Hilary Summers / Judita Nagyová
Yniold, Golauds Sohn aus erster Ehe: Knabensolist des Mainzer Domchores / Anthony Muresan
Ein Arzt: Sungkon Kim / Mikołaj Trąbka

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2016/17

Besprechung auf kulturfreak.de


Pelléas et Mélisande
Oper Frankfurt
Mélisande (Gaëlle Arquez) und  Pelléas (Björn Bürger)
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Pelléas et Mélisande von Claude Debussy (1862-1918) in der Regie von Claus Guth zeigte in der Premierenspielzeit 2012/13 die beiden Titelfiguren als Protagonisten eines realistischen Familiendramas: Pelléas als verschlossener Sohn aus großbürgerlichem Hause, Mélisande als missbrauchsgeprägtes Partygirl. Diese Sicht steht in reizvollem Kontrast zu einer Musik, welche die literarische Vorlage Maurice Maeterlincks – einem Hauptwerk des Symbolismus – kongenial umsetzte. Nach der Premiere am 4. November 2012 konnte man über die 2013 mit dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnete Inszenierung lesen: „Mit dieser Produktion hat Frankfurt ein wirkliches Gesamtkunstwerk im Angebot, und es ist sicherlich Claus Guths stärkste Arbeit seit langem.“ (Stuttgarter Nachrichten).


Pelléas et Mélisande
Oper Frankfurt
oben v.l.n.r. Golaud (Brian Mulligan), ein Arzt (Thesele Kemane), Mélisande (Gaëlle Arquez) und Arkjel (Alfred Reiter))
sowie unten v.l.n.r. Yniold (Anthony Muresan; unter dem Tisch sitzend) und Geneviève (Judita Nagyová; mit Baby im Arm)
© Barbara Aumüller ~ www.szenenfoto.de

Die erste Wiederaufnahme präsentiert mit Ausnahme des premierenbewährten Alfred Reiter als Arkel eine Reihe von Neubesetzungen: Björn Bürger (Pelléas) ist seit 2014/14 Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt, wo er jüngst als Plumkett in Flotows Martha begeisterte. Kürzlich gastierte er als Rossinis Barbier beim englischen Glyndebourne Festival. Die französische Mezzosopranistin Gaëlle Arquez (Mélisande) stellte sich in Frankfurt bisher als Barocksängerin vor, bald jedoch gefolgt von Bizets Carmen. Kürzlich feierte sie in der Titelpartie von Glucks Armide ihr Debüt an der Wiener Staatsoper.
Brian Mulligan (Golaud) ist Amerikaner und war in Frankfurt zuletzt als Tadeusz in Weinbergs Die Passagierin zu erleben. Jüngste Aufgaben führten ihn u.a. als Balstrode in Brittens Peter Grimes an die Wiener Staatsoper. Seit 2014/15 ist Judita Nagyová (Genéviève) im Frankfurter Ensemble beheimatet, wo sie zuletzt als Olga in Tschaikowskis Eugen Onegin erfolgreich war. Der Knabensopran Anthony Muresan (Yniold) ist ehemaliges Mitglied der Aurelius Sängerknaben Calw, während Mikołaj Trąbka (Ein Arzt) seit 2016/17 Mitglied des Frankfurter Opernstudios ist.
Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht erstmals die junge deutsche Dirigentin Joana Mallwitz. Sie ist seit 2014/15 Generalmusikdirektorin am Theater Erfurt, wo sie zuletzt Madama Butterfly und Così fan tutte leitete.

Zum Inhalt:
Golaud, Enkel des greisen König Arkel von Allemonde, trifft während der Jagd am Rande einer Quelle auf die geheimnisvolle Mélisande. Obwohl sie wenig von sich preis gibt und den Ritter auf Distanz hält, folgt sie ihm schließlich auf das Schloss und wird seine Frau. Dort erregt das scheue Mädchen das Interesse von Golauds Halbbruder Pelléas. Nach anfänglichem Zögern geben beide ihrer immer stärker werdenden Zuneigung nach, argwöhnisch beobachtet vom eifersüchtigen Golaud. Eines Nachts gestehen sie sich in heftiger Umarmung ihre Liebe und werden dabei ertappt. Außer sich vor Zorn tötet Golaud den Halbbruder und verletzt seine schwangere Frau. Auf dem Krankenlager bringt Mélisande schließlich eine Tochter zur Welt und stirbt. Arkel tröstet Golaud mit dem Hinweis, dass mit der Geburt des kleinen Mädchens das Leben weitergehe. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 13. Januar 07

Musikalische Leitung: Catherine Rückwardt
Inszenierung: Sandra Leupold
Bühne und Kostüme: Moritz Nitsche
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Mit: Tatjana Charalgina / Friedemann Slenczka, Edith Fuhr, Patricia Roach; Karsten Mewes, Richard Morrison, Patrick Pobeschin, Hans-Otto Weiß.

Chor des Staatstheaters Mainz. Philharmonisches Staatsorchester Mainz

www.staatstheater-mainz.de

Penthesilea
Oper in einem Aufzug

Von: Othmar Schoeck
Text: nach dem Trauerspiel von Heinrich von Kleist
Uraufführung: 8. Januar 1927 (Dresden, Staatsoper Dresden)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt
(Eine Produktion des Theater Basel)

Premiere: 4. September 11

Musikalische Leitung: Alexander Liebreich
Regie:
Hans Neuenfels
Regiemitarbeit:
Henry Arnold
Bühnenbild:
Gisbert Jäkel
Kostüme:
Elina Schnizler
Licht:
Hermann Münzer
Dramaturgie:
Brigitte Heusinger
Dramaturgische Betreuung:
Agnes Eggers
Chor:
Matthias Köhler

Besetzung:

Penthesilea:
Tanja Ariane Baumgartner
Prothoe:
Marion Ammann
Meroe:
Britta Stallmeister
Oberpriesterin der Diana:
Katharina Magiera
Achilles:
Simon Neal
Diomedes:
Guy Mannheim
Ein Herold / Ein Hauptmann:
Dietrich Volle
Priesterin:
Oda Pretzschner

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

Zum  Inhalt:

Auf dem Schlachtfeld von Troja verlieben sich der Grieche Achilles und die Amazone Penthesilea. Da sie nur seine Frau werden darf, wenn sie ihn im Kampf besiegt, fordert sie ihn heraus, wird aber schwer verwundet. Achilles bereut sein Handeln und gibt sich ihr gegenüber als besiegter Gefangener aus. Als Penthesilea nach ihrer Genesung die Wahrheit erfährt, verhilft sie dem Geliebten zwar zur Flucht vor den siegreichen Amazonen, verflucht aber gleichzeitig ihre Rettung. Als Achilles ihr erneut kampfbereit gegenübertritt, tötet sie ihn. Zu spät erkennt sie, dass er unbewaffnet war und sich von ihr besiegen lassen wollte. Penthesilea bricht tot über seiner Leiche zusammen. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Perelà - Uomo di fumo

Von:
Pascal Dusapin

Uraufführung:  24. Februar 2003 (Paris, Opéra national de Paris - Opéra–Bastille)
Deutsche Erstaufführung: 16. Januar 2015 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 16. Januar 15 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer
Inszenierung: Lydia Steier
Bühne: Flurin Borg Madsen
Kostüme: Gianluca Falaschi
Licht: Alexander Dölling
Chor: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Ina Karr

Besetzung:

Perelà: Peter Tantsits
Eine arme Alte:
Katja Ladentin
Zeremonienmeister: Peter Felix Bauer
Diener: Ks. Hans-Otto Weiß
Bankier Rodella: Heikki Kilpeläinen
Philosoph Pilone: Georg Lickleder
Erzbischof: Alin-Ionut Deleanu
Alloro: Brett Carter
Marquise Oliva di Belmonda: Geneviève King
Königin: Marie Christine Haase
Papagei: Ks. Jürgen Rust
Minister: Peter Felix Bauer
Alloros Tochter: Marie Christine Haase
Mann aus dem Volk: Hans-Helge Gelrik
Gerichtspräsident: Stephan Bootz
Kinder: Lea Lupescu/Lotta Yilmaz, Samuel Kohl/Robin Yilmaz

Chor des Staatstheater Mainz
Statisterie des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Besprechung auf kulturfreak.de


Perelà

Staatstheater Mainz
_Marquise Oliva di Bellonda (Geneviève King), Perelà (Peter-Tantsits), Statisterie, Chor
© Andreas Etter

Zum Inhalt:
Eine geheimnisvolle Gestalt und von eigenartiger Leichtigkeit ist dieser Monsieur Perelà, der von heute auf morgen im Reich des Königs Torlindao auftaucht und den gesamten Hofstaat so für sich einnimmt, dass er beauftrag wird, eine neues Gesetzbuch zu erarbeiten. Die Stimmung kippt allerdings, als sich einer seiner Anhänger selbst entleibt, Perelà wird angeklagt und verurteilt. Doch Luft lässt sich nicht fassen und der Mann aus Rauch verflüchtigt sich wieder…

Das Spielzeitmotiv „Freiheit“ verwebt dieser Stoff auf ganz besondere Weise: Im Wortsinne befreit, von Körper und von Schwerkraft, löst sich jede Eindeutigkeit und lineare Zuschreibung auf zugunsten der Beweglichkeit des Denkens. Der Oper zugrunde liegt der futuristische Roman Il Codice di Perelà von Aldo Palazzeschi aus dem Jahre 1911, eine radikale und burleske Parabel. Kompositorisch übersetzt Dusapin, einer der gefragtesten französischen Komponisten seiner Generation, die Körperlosigkeit und Leichtigkeit des Antihelden Perelà und die Idee des schwerelosen Denkens in eine oszillierende, ätherische Klangsprache — die er dann aufregend kontrastiert mit den grellen, grotesken Tönen der irdischen, dekadenten Welt. Die musikalische Leitung der deutschen Erstaufführung von Perelà liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Hermann Bäumer.[© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Die Perlenfischer (Les pêcheurs de perles )

Oper in drei Akten von: Georges Bizet
Uraufführung: 30. September 1863 (Paris, Théâtre Lyrique)

Zur konzertanten Aufführungsserie des Staatstheater Nürnberg:

Premiere: 24. April 16

Musikalische Leitung: Gábor Káli
Chor: Tarmo Vaask
Dramaturgie: Christina Schmidl

Leila: Leah Gordon
Nadir: Ilker Arcayürek
Zurga: Levent Bakirci
Nurabad: Alexey Birkus

Chor des Staatstheater Nürnberg
Staatsphilharmonie Nürnberg

Das Staatstheater Nürnberg bringt erstmals seit der Uraufführung wieder die Originalfassung der Oper konzertant zur Aufführung.


www.staatstheater-nuernberg.de

Zur Aufführung der Alten Oper Frankfurt in Kooperation mit der Oper Frankfurt:

Konzertante Aufführungen in der Alten Oper Frankfurt: 23. & 25. Februar 09

Musikalische Leitung: Christoph Poppen
Chor: Matthias Köhler
Leila, Priesterin: Tatiana Lisnic
Nadir, Fischer: Joseph Calleja
Zurga, König: Željko Lučić
Nourabad, Großpriester: Bálint Szabó
Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester

Auch 2008/09 präsentiert die Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper konzertante Aufführungen. Nach Bellinis Norma stehen nun Die Perlenfischer von Georges Bizet (1838-1875) auf dem Programm.

Zum Inhalt:

Die Oper spielt auf Ceylon: Einst haben die Freunde Nadir und Zurga auf die Erfüllung ihrer Liebe zur schönen Leila verzichtet, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Jahre später treffen sie neuerlich aufeinander und erinnern sich an den geleisteten Schwur. Zurga, inzwischen zum König der Perlenfischer gekrönt, ahnt nicht, dass Nadir damals in Wahrheit seiner Liebe zu Leila nachgab. Als er dieses Geheimnis entdeckt, unterschreibt Zurga wutentbrannt das Todesurteil. Doch es war auch die inzwischen zur Priesterin geweihte Leila, die ihm vor Jahren das Leben rettete, indem sie ihn vor seinen Verfolgern versteckte. Als Zurga dies erkennt, lässt er die Freunde heimlich entfliehen. [© Oper Frankfurt]
 
www.oper-frankfurt.de

Peter Grimes

Von:
Benjamin Britten
Uraufführung: 7. Juni 1945 (London, Sadler's Wells Theatre)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere: 4. Februar 17 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Albert Horne
Inszenierung: Philipp M. Krenn
Bühne & Kostüme: Rolf Glittenberg
Chor: Albert Horne
Licht: Andreas Frank
Dramaturgie: Katja Leclerc

Besetzung:

Peter Grimes:
Lance Ryan
Ellen Orford: Johanni van Oostrum
Balstrode: Thomas de Vries
Auntie: Andrea Baker
1. Nichte: Katharina Konradi
2. Nichte: Sarah Jones
Boles: Benedikt Nawrath
Swallow: Benjamin Russell
Mrs. Sedley: Romina Boscolo
Pastor Adams: Aaron Cawley
Ned Keene: Alexander Knight
Hobson: Hans-Otto Weiß

Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

www.staatstheater-wiesbaden.de

Pimpinone
Lustiges Zwischenspiel (Intermezzo giocoso)  in 3 Akten

Von: Georg Philipp Telemann
Text: Johann Philipp Praetorius nach P. Pariatis “Vespetta e Pimpinone”
Uraufführung: 27. September 1725 (Hamburg, Gänsemarkt-Oper)

Pinocchio
Oper in zwei Akten nach Carlo Collodi

Von:
Paolo Madron und Pierangelo Valtinoni(2001/2006)
Deutsche Fassung von: Hanna Francesconi
Uraufführung: 2001 (Vicenza, Teatro Olimpico)
Uraufführung der Neufassung für die Komische Oper Berlin: 5. November 2006
 

Pique Dame (Pikovaya Dama)
Oper in drei Akten

Musik: Peter I. Tschaikowskij
Text: Modest Tschaikowskij (nach der Erzählung von Alexander Puschkin)

Uraufführung: 19. Dezember 1890, Mariinsky-Theater, St. Petersburg

Zur Inszenierung der Oper Chemnitz:

Premiere:
26. November 16

Musikalische Leitung: Michael Güttler
Inszenierung: Helen Malkowsky
Bühnenbild: Hermann Feuchter
Kostüme: Henrike Bromber
Chöre: Stefan Bilz, Pietro Numico

Besetzung:

Hermann:
Viktor Antipenko
Graf Tomskij und Plutus: Matthias Winter
Tschekalinskij: André Riemer
Ssurin: Magnus Piontek
Die Gräfin: Tiina Penttinen
Lisa: Maraike Schröter / Iordanka Derilova
Polina und Daphnis: Alexandra Sherman
Fürst Jeletzkij: Andreas Beinhauer
Tschaplitzkij / Festordner: Hubert Walawski
Narumov: Eric Ander
Mascha und Chloe: Guibee Yang / Franziska Krötenheerdt

Opernchor der Oper Chemnitz
Kinder- und Jugendchor der Oper Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie


Pique Dame

Oper Chemnitz
Vorabfoto
© Die Theater Chemnitz

Die Geschichte
Ganz Paris war früher verrückt nach ihr, der „Venus von Moskau“. Nun ist sie nur noch eine alte Gräfin, doch eine mit einem bemerkenswerten Geheimnis: Im Spiel hoch verschuldet, schenkte sie einst dem sagenumwobenen Grafen St. Germain eine Liebesnacht – so sagt es zumindest die Legende – für das Wissen, mit welchen drei Karten man im Pharo-Spiel immer gewinnt. Seitdem trägt sie den Spitznamen „Pique Dame“. Nun ist es ihre Enkeltochter Lisa, die den Stein ins Rollen bringt. Lieblos verlobt mit dem Fürsten Jeletzky, verliebt sie sich in den Ingenieur Hermann. Doch der ist ebenso sehr an dem Geheimnis ihrer Großmutter interessiert wie an ihrer Liebe. Es kommt zu dramatischen Verwicklungen, die sich während eines Balls, in diversen Schlafgemächern und einem Kasernenzimmer entfalten, in einem Zufalls-Mord kulminieren und, wie könnte es anders sein, im Spielcasino ihren Showdown finden.

Tschaikowskys Oper
Wie so viele Opern der russischen Romantik geht auch „Pique Dame“ auf eine Vorlage Alexander Puschkins zurück. Im Libretto, das Pjotr Tschaikowsky Ende der 1880er-Jahre von seinem Bruder Modest eingerichtet bekam (der es zunächst für einen anderen Komponisten erstellt hatte), mischen sich typische Themen jener Zeit: Die Verlockung unermesslichen, leicht gewonnenen Reichtums als Alternative zu einer großen Liebe, die auf Erden aber wenig Chancen bekommt. Außerdem die Spielsucht und das gesellschaftliche Korsett durch die Etikette bei Hofe und beim Militär.

Tschaikowsky hatte über viele Jahre hinweg lukrative Beziehungen zu seiner ganz persönlichen „Pique Dame“ – der Mäzenin Nadeshda von Meck, die ihn mit regelmäßigen Geldspenden förderte, und das, obwohl er sie nie von Angesicht getroffen hatte. Als Tschaikowsky ihr das Libretto schickte, brach sie plötzlich alle Beziehungen ab – ob als Reaktion hierauf oder einem anderen Grund, bleibt Spekulation.
Der Komponist befand sich zur Entstehungszeit längst im Zenit seines Könnens. Im Unterschied zur sehr lyrischen Partitur von „Eugen Onegin“, wohl die berühmteste seiner Opern, blättert „Pique Dame“ eine große Stilvielfalt auf, vom einfachen Volkslied über ein Mozart abgelauschtes Schäferspiel, bewegende Arien, geisterhafte Chöre bis hin zu dramatischen Ensembles und Szenen.

Zur Inszenierung
Regisseurin Helen Malkowsky und ihr Team mit Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fokussieren in der Chemnitzer Neuinszenierung die fast wie Fieber anmutende subjektive Wahrnehmung des Protagonisten Hermann, in der Gewissensnöte, Begierde, Geistererscheinungen und Minderwertigkeitskomplexe eine leidenschaftliche Mesalliance eingehen – mit tödlichem Ausgang. Das Amorphe, die Unschärfe des Realitätsgrades der jeweiligen Szene inspirierten dabei auch Hermann Feuchter zu seinem Bühnenbild.

Zum Inszenierungsteam

Michael Güttler (Musikalische Leitung)
stammt aus Dresden und studierte nach seiner Ausbildung in den Fächern Violine, Trompete, Klavier und Chordirigieren im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Von 1998 bis 2002 war er der jüngste Chefdirigent Österreichs am Stadttheater Klagenfurt. Seit 2003 ist er ständiger Gastdirigent des Mariinski-Theaters. Sein umfangreiches Repertoire weist eine große stilistische Vielfalt auf, die sich von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik spannt. Er arbeitete u. a. mit dem Israel Philharmonic, dem Orchestre de Paris, RAI Torino, Concerto Köln, der Moskauer Philharmonie, dem Schwedischen Radiosinfonieorchester sowie an den Opernhäusern in Washington, Düsseldorf, Hamburg, Madrid, Lissabon, Tokyo, Wien, Nizza, Frankfurt, Malmö, Jekaterinburg, an der Opéra Bastille, dem Théâtre des Champs-Élysées und in der Arena di Verona. Seit 2013 ist er Chefdirigent der Finnischen Nationaloper Helsinki.

Helen Malkowsky (Inszenierung)
stammt ebenfalls aus Dresden und war nach ihrem Studium als Regieassistentin in Saarbrücken, Basel und bei den Bayreuther Festspielen tätig, wo sie u. a. Herbert Wernicke und Claus Guth assistierte. Von 2004 bis 2008 war sie Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und von 2010 bis 2013 Operndirektorin am Theater Bielefeld, jeweils mit zahlreichen eigenen Inszenierungen. Darüber hinaus arbeitete sie als Gastregisseurin (u. a. „Parsifal“ in Kassel, „Mazeppa“, „Stiffelio“ und „Katja Kabanova“ in Krefeld-Mönchengladbach). Immer wieder widmet sie sich auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie leitete das Internationale Opernstudio des Staatstheaters Nürnberg und erarbeitete Hochschulproduktionen an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Dresden und der Folkwang Universität der Künste Essen. An der Oper Chemnitz inszenierte sie bereits Verdis „Don Carlos“, Korngolds „Die tote Stadt“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“ sowie die Deutsche Erstaufführung von Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith).

Hermann Feuchter (Bühne)
studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum in Salzburg. Nach Assistenzen an verschiedenen Theatern ist er seit 1983 als freischaffender Bühnenbildner tätig. Mit Nicolaus Brieger arbeitete er wiederholt an den Opernhäusern in Stuttgart, Berlin (Staatsoper Unter den Linden), München und Frankfurt a. M. zusammen. Weitere Regisseure, mit denen Hermann Feuchter regelmäßig zusammenarbeitet, sind Veit Volkert, Barbara Mundel, Elisabeth Stöppler, Anselm Weber, Karoline Gruber, Andreas Baesler und Helen Malkowsky. Seine Gastengagements führen ihn regelmäßig an die großen Opernhäuser im deutschen Sprachraum, zu den Salzburger und Bregenzer Festspielen sowie nach Japan. Neben seiner Arbeit für die Bühne ist Hermann Feuchter als Maler und Rauminstallateur tätig. In Chemnitz gestaltete er bereits die Bühne für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)“.

Henrike Bromber (Kostüme)
geboren in Frankfurt a. M., war zunächst als Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen ihrer Heimatstadt, anschließend als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig, bevor sie in Hamburg das Studium zur Gewandmeisterin absolvierte. Von 1994 bis 1998 war sie Kostümdirektorin und Ausstatterin am Theater Vorpommern. Seitdem arbeitet sie freischaffend und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für Opernhäuser im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu „Alice in Wonderland“ (Theater Bielefeld), „Die lustige Witwe” (Staatstheater Cottbus) und „Giulio Cesare in Egitto“ an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift OPERNWELT sie jeweils zur Kostümbildnerin des Jahres. An der Oper Chemnitz entwarf sie die Kostüme für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith).

In den Hauptpartien

Viktor Antipenko (Hermann)
wurde in St. Petersburg geboren. Nach dem Studium am St. Petersburger Konservatorium und ersten Erfolgen am Mariinski-Theater folgten Auftritte im Rahmen der Academy of Vocal Arts in Philadelphia. Am Bolschoi-Theater debütierte er als Don José und gastierte in dieser Partie beim Allentown Symphony Orchestra, in Sotschi, Las Vegas und Fairbanks (Alaska). Gefeiert wurden außerdem seine Auftritte als Malcolm in „Macbeth“ unter Kazushi Ono sowie als Hirte in „Tristan und Isolde“ an der Opéra National de Lyon. In jüngster Zeit war er als Lohengrin in Rouen und Sao Paulo zu erleben, als Luigi in Puccinis „Il tabarro“ in Florida, als Dimitri in „Boris Godunow“ in Karlsruhe, als Vaudemont in „Iolantha“ in New York sowie als Pinkerton am Teatro Mancinelli in Orvieto. Dort sang er auch den Andrej in Tschaikowskys „Mazeppa“. In der Spielzeit 2016/2017 singt er an der Oper Chemnitz auch die Titelpartie in Wagners „Parsifal“.

Maraike Schröter (Lisa)
studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Julia Varady, Brenda Mitchell und Christine Schäfer. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Francisco Araiza und Deborah Polaski ergänzten ihre breit gefächerten Studien. Von 2011 bis 2013 war sie Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Berlin. Seit 2013 ist sie Ensemblemitglied der Oper Chemnitz und war dort bisher als Donna Anna in „Don Giovanni“, als Elisabetta in „Don Carlos“, als Desdemona in „Otello“ sowie als Infantin in „Der Zwerg“ zu hören. Gastspiele führten sie zuletzt als 1. Dame an die Staatsoper Berlin und zu den Bregenzer Festspielen sowie als Chrysothemis in „Elektra“ an das Staatstheater Cottbus. Aktuell ist sie in ihrem Stammhaus als Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie als Liù in „Turandot“ zu hören.

Iordanka Derilova (Lisa)
ist in Sofia geboren und studierte in Rom bei Aleksandrina Milcheva. Sie debütierte am Opernhaus Burgas und sang in der Nationaloper Sofia und in fast allen Opernhäusern Bulgariens. 1998 folgte ein Festengagement an der Staatsoper Prag. 2000/2001 wurde sie für die Rolle der Amelia in „Ein Maskenball“ am Nationaltheater Mannheim engagiert und sang mit großem Erfolg Aida in Japan zusammen mit dem Tenor José Cura. Sie singt auf Opernbühnen in Italien, der Schweiz, Holland, Litauen, Zypern, Katar, der Türkei, Russland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland. 2003 folgte ein Festengagement am Anhaltischen Theater Dessau, wo sie Rusalka, Elisabeth, Giovanna d’Arco, Mignon, Donna Elvira, Lady Macbeth sowie Kundry sang und als Isolde debütierte, für die sie als „Sängerin des Jahres“ in der Zeitschrift OPERNWELT nominiert wurde. 2012 folgte ihr Debüt als Brünnhilde (Götterdämmerung) in Dessau. Weitere aktuelle Rollen ihres Repertoires sind Abigaille, Katerina Ismailova (Lady Macbeth von Mzensk), Brünnhilde (Die Walküre), Turandot und Renata (Der feurige Engel). [© Die Theater Chemnitz]

www.theater-chemnitz.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
Sonntag, 6. November 05
Wiederaufnahme 2007/08: 18. Januar 08
Wiederaufnahme 2006/07: 16. März 07

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle / Lothar Zagrosek / Sian Edwards
Regie: Christian Pade
Bühnenbild und Kostüme: Alexander Lintl
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor:
Alessandro Zuppardo

Besetzung:

Lisa:
Danielle Halbwachs / Danielle Halbwachs / Anja Kampe
Hermann: Mikhail Davidoff / Frank van Aken / Frank van Aken
Tomski: Johannes Martin Kränzle / Alexej Markov / Johannes Martin Kränzle / Johannes Martin Kränzle
Jeletzki: Rodion Pogossov / Zeljko Lucic / Michael Nagy
Surin: Franz Mayer / Franz Mayer / Franz Mayer
Tschaplitzki: Peter Marsh / Jussi Myllys / Jussi Myllys
Tschekalinski: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh
Gräfin: Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam
Pauline: Federica Proietti / Stella Grigorian / Jenny Carlstedt
Narumow: Florian Plock / Soon-Won Kang / Florian Plock
Mascha: Taiana Press

grün = Wiederaufnahme Saison 2006/07
rot = Wiederaufnahme Saison 2007/08


Die Oper handelt von dem verarmten Offizier Hermann, der auf der Suche nach drei Spielkarten, mit denen man niemals verliert, über Leichen geht. Er verschuldet den Tod der alten Gräfin, verzichtet auf  das Glück mit deren Nichte Lisa und geht schließlich an seiner Spielleidenschaft zu Grunde.

Besprechung der Aufführung

Bericht von der Einführungsveranstaltung Oper Extra zu “Pique Dame”

www.oper-frankfurt.de

Platée
Ballet-bouffon in einem Prolog und drei Akten

Von: Jean-Philippe Rameau
Libretto: Adrien-Joseph le Valois d'Orville
Uraufführung: 31. März 1745 (Versailles, Grande Ecurie)

Pollicino
Märchen für Musik

Musik: Hans Werner Henze
Libretto: Giuseppe Di Leva (nach Collodi, Grimm und Perrault)
Deutsche Fassung: Hans Werner Henze

Uraufführung: 2. August 1980 (Montepulciano)

Porgy and Bess
American Folk Opera in drei Akten

Musik: George Gershwin
Text: Edwin du Bose heyward, nach dem Schauspiel “Porgy” von Ira Ger Gershwin

Uraufführung: 10. Oktober 1935 (Alvin Theater, New York)
Ort und Zeit: Charleston (South Carolina, um 1870)
Aufführungsdauer: ca. 2 1/2 Stunden
Verlag: Tams-Witmark, New York

Deutschsprachige Erstaufführung: 16. September 1950 (Opernhaus Zürich)
Übersetzung: Ralph Benatzky

Gershwins Meisterwerk endlich wieder in Deutschland ~ Im Sommer 2016 in Dresden, München, Köln, Hamburg und Frankfurt

Deutschland-Gastspiele im Sommer 2016

14.07.2016 – 31.07.2016: Dresden, Semperoper (Premiere: 15.07.2016)
02.08.2016 – 07.08.2016: München, Deutsches Theater (Premiere: 02.08.2016)
09.08.2016 – 14.08.2016: Köln, Philharmonie (Premiere: 10.08.2016)
16.08.2016 – 28.08.2016: Hamburg, Staatsoper (Premiere: 17.08.2016)
30.08.2016 – 04.09.2016: Frankfurt, Alte Oper (Premiere: 30.08.2016)

Sprache: Englisch (mit deutschen Übertiteln)
Dauer: ca. 165 Min. inkl. Pause
Preise: Von 20,00 bis 99,00 Euro, ggf. zzgl. Gebühren der Vorverkaufsstelle

Vorverkauf: Telefonisch über die nationale Tickethotline 01806 – 101011 (0,20 €/Anruf inkl. MwSt . aus den Festnetzen, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt aus den Mobilfunknetzen), im Internet unter www.bb-promotion.com und an allen bekannten Vorverkaufsstellen


Porgy and Bess
Ensemble

© Luciano Romano

Wenige Werke nehmen einen so schillernden Platz in der Opernwelt ein wie George Gershwins Meisterwerk um die schicksalshafte Liebe des Bettlers Porgy zu der leichtlebigen Bess. Als eine der ersten Opernkompositionen in den USA war sie 1935 ein Meilenstein auf dem Weg zu einem amerikanischen Musiktheater. Wie niemand zuvor kombinierte Gershwin für sein ambitioniertes Projekt große spätromantische Opernklänge mit dem flirrenden New Yorker Blues- und Swing-Sound der 30er Jahre: Wohl keine andere Oper hat mit Klassikern wie „Summertime”, „It Ain´t Necessarily So” oder „I Got Plenty O´ Nuttin’“ so viele Jazz- Standards hervorgebracht wie Porgy and Bess. Große Stimmen wie Ella Fitzgerald oder Billie Holiday machten die Melodien auch jenseits der Opernbühne unsterblich.

Das selten gespielte Meisterwerk um Sehnsucht und Verführbarkeit gastiert im Sommer 2016 in den renommiertesten Opernhäusern Deutschlands. Das Publikum darf sich zur „Summertime“ auf das Gastspiel des New York Harlem Theatre freuen: Die weltweit gefeierte Inszenierung mit nahezu 50 stimmgewaltigen Darstellern und klangstarkem großen Orchester ist in der Dresdner Semperoper (14. - 31.07.2016), im Deutschen Theater München (2. bis 7. August), in der Kölner Philharmonie (9. bis 14. August), in der Hamburger Staatsoper (16. bis 28. August) sowie in der Alten Oper Frankfurt (30. August bis 4. September) zu erleben.

Die Catfish Row: das Porträt eines Mikrokosmos
Porgy and Bess ist eine durch und durch amerikanische Geschichte, eine Geschichte aus dem Volk, die tief in die Südstaaten-Stadt Charleston und den afroamerikanischen Mikrokosmos der Catfish Row führt. Der ärmliche Straßenzug ist die Heimat von markanten Figuren wie dem muskelbepackten Hafenarbeiter Crown, dem zwielichtigen Drogendealer Sportin‘ Life, der atemberaubenden Bess und Porgy, dem gutmütigen Bettler mit verkrüppelten Beinen. In einer gelungenen Balance aus Leichtigkeit und Dramatik erzählt die Oper von dieser eingeschworenen Gemeinschaft, die geprägt ist von Unterdrückung, Aberglaube und Religion und die den Herausforderungen des Lebens mit Menschlichkeit, Lebenslust, Stolz und unerschütterlichem Vertrauen begegnet. Im Mittelpunkt steht die große – aber unmögliche – Liebe zwischen Porgy und Bess: Als die leichtherzige Bess eine Zuflucht sucht, bietet Porgy seine bescheidene Bleibe an. Die beiden werden ein Paar, aber ihr zerbrechliches Glück ist schon bald bedroht.

Eine neue amerikanische Oper Als Gershwin auf DuBose Heywards Südstaaten-Roman Porgy stieß, hatte er endlich den passenden Stoff für seine Vision einer amerikanischen Oper gefunden, die er auch musikalisch umzusetzen wusste: Inspiriert von Jazz, Blues und Swing, von Gospel und Spiritual verband Gershwin in Porgy and Bess die spätromantische Operntradition auf bis dahin nie dagewesene Weise mit den hochaktuellen Sounds der frühen 30er Jahre. Schon in den ersten Takten der Ouvertüre packt die Oper ihr Publikum mit Jazz und Opernklängen, unvergesslichen Melodien und pulsierenden Rhythmen. Nach großen, stimmgewaltigen Chorszenen schaffen aufwühlende Arien und innige Duette intime, emotionale Momente. Humorvolle Szenen, wie das Paradestück des sarkastischen Sportin‘ Life, sorgen für die richtige Balance. Gershwin legte mit dieser einzigartigen und beispiellosen Mischung nicht nur den Grundstein für ein neues amerikanisches Musiktheater von internationalem Ruf, sondern machte Porgy and Bess zu einem der fesselndsten und ungewöhnlichsten Opernwerke. Botschafter eines Meisterwerks: das New York Harlem Theatre Mit der wegweisenden Verbindung von Jazzelementen und Oper markiert Porgy and Bess eine neue Ära des amerikanischen Musiktheaters. Unbestritten einer der großen Klassiker des 20. Jahrhunderts, kann man die Oper dennoch nur selten in Europa sehen. Gershwins Erben verfügten, ganz in seinem Sinne, dass die Oper ausschließlich in der von Gershwin vorgesehenen Besetzung gespielt werden darf. Die internationalen Gastspiele des New York Harlem Theatre bringen das epochale Werk seit vielen Jahren in der fesselnden Inszenierung von Baayork Lee auch nach Europa. Bühnenbild, Kostüme und Ausstattung sorgen für eine Atmosphäre voller Esprit und Farbe, die den Zuschauer in das Universum der zwanziger und dreißiger Jahre versetzt. Auch die über 100 Mitwirkenden erweisen sich bis in die kleinsten Rolle hinein sowohl stimmlich als auch darstellerisch als Gershwin- Experten. Mit leidenschaftlichem Spiel, eindrucksvoller Vitalität und packender Dramatik entfachen sie das emotionale Feuer und die unwiderstehliche Sogkraft der Oper. Der Vorverkauf läuft!

www.porgy-and-bess.de 

Porgy & Bess
Foto: BB-Promotion

“Porgy and Bess” Besprechung (Alte Oper FFM 2004)

Il prigioniero (Der Gefangene)
Oper in einem Akt

Von: Luigi Dallapiccola

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Die Oper wird zusammen mit Volo di notte (Nachtflug) von Luigi Dallapiccola gezeigt.

Premiere: 6. Juni 04
Wiederaufnahme: 27. April 12

Musikalische Leitung: Lothar Zagrosek
Inszenierung: Keith Warner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Kaspar Glarner
Kostüme: Nicky Shaw
Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Hendrikje Mautner
Chor: Michael Clark

Besetzung der Wiederaufnahme Saison 2011/12:

La Madre:
Marion Ammann
Il prigioniero: Robert Hayward
Il Carceriere / Il Grande Inquisitore: Jeffrey Francis
Due Sacerdoti: Michael McCown, Dietrich Volle

Luigi Dallapiccola (1904-1975) zählt zu den wichtigsten Vertretern der Zwölfton-Musik in Italien. Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen in seinem Heimatland hin zum Faschismus in den späten dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wandte er sich einer engagierten Musik zu und konzentrierte sich in verschiedenen Werken auf Themen, die um die Motive Unterdrückung und Freiheit kreisen. Während Volo di notte (1940) als kritische Auseinandersetzung mit der Welt der Technik gesehen werden kann, entstand Il prigioniero (1949) unter dem Eindruck der existenzbedrohenden Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Der Doppelabend war in der Spielzeit 2003/04 das Frankfurt-Debüt von Keith Warner, einem der wichtigsten britischen Regisseure unserer Zeit. Im Anschluss daran entstanden in Frankfurt seine Inszenierungen von Rossinis La Cenerentola, Blochs Macbeth, Brittens Death in Venice, Reimanns Lear, Adés The Tempest (DE) und Pizzettis Murder in the Cathedral. Seit Sommer 2011 ist Warner Direktor des Königlichen Opernhauses Kopenhagen.

Sein Frankfurter Dallapiccola-Doppelabend war ein großer Erfolg bei Publikum und Presse gleichermaßen: „Das Publikum reagierte mit großem Enthusiasmus auf eine Produktion, die zu den besten der sich zu Ende neigenden Saison zählt“, urteilte die Presse nach der Premiere am 6. Juni 2004. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Der Prinz von Homburg
Oper in drei Akten

Musik: Hans Werner Henze
Text: Ingeborg Bachmann nach dem Schauspiel von Heinrich von Kleist
Uraufführung: 22. Mai 1960 (Hamburg, Hamburger Staatsoper)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere: 12. Januar 13

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer
Inszenierung: Christof Nel
Bühne: Roland Aeschlimann
Kostüme: Barbara Aigner
Szenische Analyse: Martina Jochem
Dramaturgie: Carsten Jenß

Besetzung:

Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg: Alexander Spemann
Die Kurfürstin: Sanja Anastasia
Prinzessin Natalie von Oranien: Vida Mikneviciute
Feldmarschall Dörfling: Heikki Kilpeläinen
Prinz Friedrich Artur von Homburg: Christian Miedl
Graf Hohenzollern: Thorsten Büttner
Obrist von Kollwitz: Ks. Hans-Otto Weiß
Wachtmeister: Dietrich Greve
1. Offizier: Christian Rathgeber
2. Offizier: Richard Logiewa
3. Offizier: Dmitriy Ryabchikov
1. Hofdame: Saem You
2. Hofdame: Ahra Cho
3. Hofdame: Judith Christ-Küchenmeister
1. Heiducke: Alexej Egorov
2. Heiducke: Marc-Eric Schmidt


Der Prinz von Homburg

Staatstheater Mainz
Vorabfoto von: Martina Pipprich

Am Vorabend der Schlacht von Fehrbellin erträumt sich Prinz Friedrich von Homburg nachtwandelnd den Sieg und die Hand Nataliens, der Nichte des Kurfürsten. Der Prinz ist noch wie benommen, als der Kurfürst ihm den Befehl erteilt, am nächsten Tag nicht eigenmächtig in das Kampfgeschehen einzugreifen. In den Kriegshandlungen des nächsten Tages lässt sich der Prinz genau diese Eigenmächtigkeit zuschulden kommen und wird zum Tode verurteilt.

Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann entrissen mit ihrem 1960 uraufgeführten Werk Heinrich von Kleist der nationalistischen Lektüre, die seit dem 19. Jahrhundert beherrschend gewesen war und die in der Geschichte des Prinzen die erfolgreiche Heranzüchtung eines Kriegers im Dienste Preußens gesehen hatte. In dieser Lesart waren alle Unschärfen, die Heinrich von Kleists Schauspiel ausmachen, eliminiert worden. Hans Werner Henze sah in Kleists Schauspiel mehr die „italienische Oper“, und Ingeborg Bachmann meinte, das Werk sei nicht dazu angetan irgendeinem existierenden Staat als Legitimation zu dienen. In ihren Augen hatte die Utopie einer Gesellschaft, in der die Anarchie der Träume zu ihrem Recht kommt, größeres Gewicht. Hans Werner Henze komponierte eine unvergleichlich schöne und traurige Musik, die zwischen Traum und Staatsräson einen unendlich reichen Kosmos der Farben und Gefühle entfaltet.  [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Prometeo ~  Tragedia dell’ascolto
Tragödie des Hörens

Von:
Luigi Nono
Uraufführung 1. Fassung: 25. September 1984 (Venedig, Kirche San Lorenzo)
Uraufführung 2. Fassung: 25. September 1984 (Mailand, Scala)
Deutsche Erstaufführung: 12. August 1987 (Frankfurt/M, Alte Oper)

Zur Aufführung der ZüricherFestspiele 2014:

Aufführung am: 2. Juli 14


SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Dirigent I:
Ingo Metzmacher
Dirigent II: Matilda Hofman

Schola Heidelberg
Einstudierung:
Walter Nussbaum
Sopran: Susanna Andersson
Sopran: Silke Evers
Contralto: Els Janssens-Vanmuster
Contralto: Noa Frenkel
Tenor: Markus Francke


ensemble recherche
Flöte:
Martin Fahlenbock
Klarinetten: Shizuyo Oka
Viola: Barbara Maurer
Violoncello: Asa Åkerberg
Kontrabass: Ulrich Schneider
Posaune: Andreas Roth
Tuba, Euphonium: József Bazsinka
Gläser: Christian Dierstein
Gläser: Jens Ruland
Gläser: Anna Tuena
Sprecherin: Caroline Chaniolleau
Sprecher: Mathias Jung

Experimentalstudio des SWR
künstlerische Koordination, Raumklangkonzept und Leitung Klangregie: André Richard

Künstlerisches Herzstück der Festspiele Zürich 2014 ist Luigi Nonos Prometeo. Entstanden im Jahre 1985, ist dieses Werk ein Glanzpunkt der musikalischen Avantgarde, und es hat in den vergangenen drei Jahrzehnten nichts von seiner epochalen Wirkung eingebüsst. Es bleibt ein kompromissloser Versuch, Musik als Medium zu vermitteln - und in der Musik die grossen Themen der Menschheit zum Klingen und zur Sprache zu bringen. Nicht umsonst wählt Nono als Bezugspunkt hierfür die Figur des Prometheus und damit jene Gestalt, die auf besondere Weise gerade auch mit den utopischen Fragen des Menschwerdens und Menschseins verbunden ist. [©

Eine Initiative und Zusammenarbeit der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, des Holland Festival und des Festival d'automne à Paris
Die Zürcher Aufführung wird von Tonhalle-Gesellschaft Zürich, Opernhaus Zürich und Schauspielhaus Zürich gemeinsam getragen
Mit Unterstützung der Artephila Stiftung, der Walter Haefner Stiftung, der Ernst von Siemens Musikstiftung und einer weiteren Stiftung.

www.festspiele-zuerich.ch

Prometheus

Von:
Carl Orff
Uraufführung: 24. März 1968 (Stuttgart, Staatstheater Stuttgart)

Zur Inszenierung der Ruhrtriennale:

Premiere: 16. September 12 (Kraftzentrale, Duisburg)

Musikalische Leitung: Peter Rundel
Regie, Bühne, Kostüm, Video: Lemi Ponifasio / MAU
Licht: Helen Todd / MAU
Klangregie: Norbert Ommer
Video: Sam Hamilton
Dramaturgie: Stephan Buchberger

Besetzung:

Prometheus: Wolfgang Newerla
Kratos: Tomas Möwes
Hephaistos: Eric Houzelot
Okeanos: Dale Duesing
Io Inachis: Brigitte Pinter
Hermes: David Bennent

Solotänzerin: Kasina Campbell / MAU
Solotänzer: Ioanne Papalii / MAU

Tänzer MAU Company: Kelemete Fu'a Helmi Prasetyo, Teataki Tamango, Ofati Tangaroa, Arikitau Tentau, Maeeke Teteka

Chorus Oceanidum: ChorWerk Ruhr
Chorifea 1: Olga Vilenskaia
Chorifea 2: Hasti Molavian
Chorifea 3: Johanna Krödel
Einstudierung Chor: Florian Helgath

Orchester: Ensemble musikFabrik, SPLASH, Orchesterzentrum | NRW und Statisterie der Ruhrtriennale

Besprechung auf kulturfreak.de


Prometheus
Ruhrtriennale
Helmi Prasetyo
© Paul Leclaire

Lemi Ponifasio über Prometheus: „Like the last speeches, the last dances on Earth.“

Die Kraftzentrale in Duisburg mit ihren monumentalen Dimensionen wird zum Schauplatz für eine außergewöhnliche künstlerische Konstellation: der samoanische Performancekünstler und Choreograf Lemi Ponifasio trifft mit seiner ersten Musiktheaterarbeit auf Carl Orffs wuchtig-dynamische Adaption des Prometheus von Aischylos. Ein großes Ensemble von Sängern, Schauspielern, Tänzern, Choristinnen, Musikern und Laiendarstellern widmet sich der Darstellung der Tragödie des gefesselten und gegen die Götter aufbegehrenden Prometheus.
Lemi Ponifasio hat seit einigen Jahren in Europa mit Stücken wie The Tempest: Without a Body, Birds With Skymirrors und zuletzt mit Le Savali: Berlin bei den Berliner Festspielen 2011 für Aufsehen gesorgt. Seine Arbeiten schreiben die Traditionen und Mythologien seiner pazifischen Herkunft in ein ästhetisch modernes und politisch intendiertes Theater fort. Mit diesem neuen Blick wird Ponifasio in Orffs selten aufgeführter Tragödie einer Ikone des europäischen Mythos begegnen.
In seinem künstlerischen Universum hat Ponifasio immer wieder die Ausgesetztheit des modernen Individuums durch den entschleunigten Rhythmus seiner strengen Ästhetik in einen anderen Bewusstseinsraum überführt. Seine unpsychologische Arbeitsweise berührt sich in den Motiven und Formen mit den prädramatischen Anfängen des europäischen Theaters, auf die auch Orff mit seiner Musikalisierung der ungekürzten altgriechischen Tragödie von Aischylos zurückgreift.
Carl Orffs Musik aus Klang und Rhythmus entspringt ganz der Deklamation der menschlichen Stimme, in der sich die Tragödie ereignet. Die von der originalen Versstruktur befreite Sprachrhythmik wird mit Schlaginstrumenten aus aller Welt vom Orchester in den gesamten Klangraum ausgebreitet und mit archaischen Affekten aufgeladen, die den Hörer unmittelbar erreichen.
Ponifasios starke Bildsprache zwischen Licht und Dunkelheit schärft die Aufmerksamkeit des Zuschauers an der Grenze der Wahrnehmung. Darin tritt sie mit Orffs musikalischer Ästhetik des Schreckens in einen musikalisch-theatralen Dialog, in dem die Kraft und Modernität von Orffs Entwurf neu erscheint. Für diesen neuen musikalischen Blick auf Orffs Partitur ist der Dirigent Peter Rundel der ideale Partner. Er ist in der zeitgenössischen Musik ebenso wie im klassischen Repertoire zuhause und gastiert regelmäßig bei allen großen Orchestern und Opernhäusern in Europa. [© Ruhrtrienale]

www.ruhrtriennale.de

Der Prozess
Kammeroper in zwei Akten

Von: Philip Glass
Libretto: Christopher Hampton nach Franz Kafka

Uraufführung: 10. Oktober 2014 (London, Linbury Studio Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 2. April 2015 (Magdeburg, Oper Magdeburg)

Kompositionsauftrag des Theaters Magdeburg in Zusammenarbeit mit dem Music Theatre Wales und dem Linbury Studio Theatre des Royal Opera House Covent Garden

Zur Inszenierung des Theater Magdeburg:

Premiere: 2. April 15
Wiederaufnahme: 12. Oktober 15

Musikalische Leitung: Hermann Dukek
Regie: Michael McCarthy
Bühne/Kostüme: Simon Banham
Choreinstudierung: Martin Wagner
Josef K.: Johnny Herford
Fräulein Bürstner/Leni: Julie Martin du Theil
Frau Grubach/Frau des Gerichtsdieners: Sylvia Rena Ziegler
Titorelli/Prügler/Student: Michael J. Scott
Franz/Kaufmann Block: Markus Liske
Untersuchungsrichter/Direktor-Stellvertreter/Advokat Huld: Roland Fenes
Willem/Gerichtsdiener/Gefängniskaplan: Thomas Florio
Aufseher/Onkel: Paul Sketris

Magdeburgische Philharmonie

Bankprokurist Josef K. wird am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Vergeblich versucht er herauszufinden, weshalb er angeklagt wurde und wie er sich rechtfertigen könnte. Dabei stößt er auf ein ebenso wenig greifbares Gericht und gerät immer weiter in das albtraumhafte Labyrinth einer surrealen Bürokratie hinein...
Auch in dieser Spielzeit wird die Vertonung von Kafkas verstörendem Werk, das als Vorläufer für das absurde Theater gilt, ab dem 21. Oktober wieder auf der Bühne im Schauspielhaus zu sehen sein. [© Theater Magdeburg]

www.theater-magdeburg.de 

Pym

Von:
Johannes Kalitzke
Libretto: Christoph Klimke nach dem Roman The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket von Edgar Allan Poe (1838) und mit originalen Texte: Walter Benjamin und Fernando Pessoa
Uraufführung: 12. Februar 2016 (Heidelberg, Theater Heidelberg)
Auftragswerk des Theaters und Orchesters Heidelberg

Zur Inszenierung des Theater Heidelberg:

Premiere:
18. Februar 16 (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Elias Grandy
Regie: Johann Kresnik
Bühne: Marion Eisele
Kostüme: Erika Landertinger

Auf eine Fahrt über das Meer geht der Romanheld Arthur Gordon Pym: blinder Passagier, Schiffbrüchiger, Expeditionsreisender. Katastrophen türmen sich auf, er sieht seltsame  Fabelwesen, gerät in eine Region der vollkommenen Weiße – »es regnet weiße Asche, das Meer kocht milchig …« – und wird schließlich von einem Meeresschlund eingesogen, eine  überirdische Gestalt vor Augen.
Immer neue Fortschreibungen und Deutungen provozierte Poes rätselhafter Roman; eine von ihnen ist die Oper Pym, die der Komponist Johannes Kalitzke, geboren 1959 in Köln, im Auftrag des Theaters und Orchesters Heidelberg schuf. Den dramatischen Szenen des Romans setzt er hier mit Lyrik des 20. Jahrhunderts – vertont für ein  zusätzliches Vokalquartett – Zwischenspiele des Sich-Entfaltens und Neuorientierens entgegen. So wird hörbar, wie sehr die Meeresfahrt, bei aller überbordenden Drastik und Üppigkeit der Szenen, nur die äußere Hülle einer metaphysischen Reise ist: einer Reise der Entdeckungen, neuen Welten, Utopien. Sie führt Pym aus dunkler, sargähnlicher Enge in die Weiten, an einen Ort reinen Denkens – und damit bis in unsere Zeit hinein, in der wir uns zwar nach wie vor mühevoll mit der Materie verstricken, unser Leben aber zugleich immer stärker in immaterielle, virtuelle, geistige Regionen treiben. [© Theater Heidelberg]

www.theaterheidelberg.de

Alle Angaben ohne Gewähr

nach oben